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Mediendossier - Internationale Kurzfilmtage Winterthur

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Mediendossier
18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur
The short film festival of Switzerland
4.–9. November 2014
18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur | 4.–9. November 2014
Mediendossier
Ihr Mediendossier zu den 18. Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur
Das bedeutendste Kurzfilmfestival der Schweiz zieht vom 4. bis zum 9. November 2014 über 16'500 Filmbegeisterte nach Winterthur und präsentiert über 200 kurzweilige Film-Delikatessen aus dem In- und Ausland.
Spannende Wettbewerbsprogramme holen uns an den Puls der Zeit des weltweiten Kurzfilmschaffens und in
thematischen Programmen schauen wir etwa auf Europa und die Idee dahinter oder auf das Indigene Kino. Podien,
Branchenveranstaltungen, Konzerte und Kunst-Ausstellungen runden das Angebot der Kurzfilmtage ab.
In vorliegendem Dossier finden Medienschaffende alle relevanten Informationen zur 18. Ausgabe – wir wünschen
ein anregendes Studium der Unterlagen!
Wichtige Daten und Eckpunkte für Medienschaffende auf einen Blick
Ungekürzte Einsicht in die Filme aller Programme
Filmausschnitte für redaktionelle Beiträge auf Anfrage an media@kurzfilmtage.ch. In unserem Filmarchiv erhalten
Sie Einsicht in die Filme des Programms (filmarchive.kurzfilmtage.ch). Den Zugang erhalten Sie auf Anfrage unter
media@kurzfilmtage.ch.
Mediendossier und Medientexte (in elektronischer Form)
Das vorliegende Mediendossier mit allen Eckdaten des diesjährigen Festivals sowie die aktuellsten Medientexte
finden Sie unter: kurzfilmtage.ch/media/texts/.
Filmstills und High-Res Bilder
Filmstills sowie Bilder des Festivals frei zur redaktionellen Verwendung unter Einhaltung der angegebenen FotoCredits finden Sie unter: kurzfilmtage.ch/media/photos/.
Akkreditierung für Medienschaffende
Sie akkreditieren sich bis zum 31. Oktober 2014 kostenlos, danach zu einem Unkostenbeitrag von CHF 30.– unter
kurzfilmtage.ch/media/accreditation/.
Wichtige Daten für Medienschaffende
3. November 2014:
Medienmitteilung Ausblick auf das Festival
4. November 2014:
Eröffnungsfeier im Theater Winterthur
9. November 2014 (bis 16:00):
Abschlussmedienmitteilung inkl. Veröffentlichung der Gewinner,
Anzahl Eintritte, etc. (Sperrfrist bis 9. November 2014, 21:30)
9. November 2014, 20:00:
Preisverleihung im Theater Winterthur
Anwesende Filmemacher und Branchenangehörige (verfügbar für Interviews)
Anna Thommen (Filmemacherin, Schweiz), Geovanni Ocampo Villanueva (Filmemacher, Mexiko), Inadelso Cossa
(Filmemacher, Mozambique), Irmina Kristina (Produzentin, Indonesien), Jason Ryle (Kurator und Leiter
imagineNATIVE Film + Media Arts Festival, Kanada), Katie Metcalfe (Sundance Film Festival, England), Monia Chokri
(Filmemacherin und Schauspielerin, Kanada), Roman Bondarchuk (Filmemacher, Ukraine), Roman Liubyi
(Babylon’13, Ukraine), Slawomir Sierakowski (Journalist und Schauspieler, Polen), Sorayos Prapapan (Filmemacher,
Thailand), Sviatoslav Yurash (Babylon’13, Ukraine), Yael Bartana (Künstlerin, Israel), Yann Gonzalez (Filmemacher,
Frankreich), Yulia Serdukova (Docudays Kiev, Ukraine), uvm. Eine Liste sämtlicher anwesender Filmemacher
erhalten Sie auf Anfrage bei der Akkreditierung vor Ort oder im Vorfeld (ab 1. November) via media@kurzfilmtage.ch.
Medienkontakt
Eliane Boner, Tel.: +41794890020, E-Mail: media@kurzfilmtage.ch
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18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur | 4.–9. November 2014
Mediendossier
Inhaltsverzeichnis
1. Daten und Fakten auf einen Blick ....................................................................... 4 2. Internationaler Wettbewerb, Schweizer Wettbewerb ........................................ 6 2.1. 2.2. 2.3. 2.4. 2.5. Bericht der Wettbewerbskommission: «Von den grossen und kleinen Fragen des Lebens und des Films» ........ 6 Preise der Wettbewerbe....................................................................................................................................................... 7 Jury des Internationalen und des Schweizer Wettbewerbs .......................................................................................... 7 Jury des Schweizer Filmschulentags ................................................................................................................................ 8 Liste aller Schweizer Filmemacher (inkl. Herkunft) ........................................................................................................ 9 3. Fokus- und Einzelprogramme ............................................................................ 10 3.1. Grosser Fokus: Framing Europe – Die europäische Idee .............................................................................................. 10 3.2. Kleiner Fokus: Indigenes Kino – Through Our Own Lenses .......................................................................................... 13 3.3. Person im Fokus: Yann Gonzalez ..................................................................................................................................... 14 3.4. Einzelprogramme ............................................................................................................................................................... 15 3.4.1. Dark Delights I & II ........................................................................................................................................................... 15 3.4.2. Girlz Gone Wild .................................................................................................................................................................. 16 3.4.3. Peter Sellers Rediscovered (Cinema Nostalgia)......................................................................................................... 16 3.4.4. Blow-Up: Pop – Art – Fashion ......................................................................................................................................... 17 3.5. Nocturnes ............................................................................................................................................................................ 17 3.6. Kurzfilme für Jugendliche und Kinder ............................................................................................................................. 18 3.7. Eröffnungsprogramm und Preisverleihung .................................................................................................................... 18 4. Rahmenprogramm .............................................................................................. 19 4.1. 4.2. 4.3. 4.4. Podien & Masterclass ........................................................................................................................................................ 19 Filmgespräche ..................................................................................................................................................................... 19 Wiederkehrende Veranstaltungen ................................................................................................................................... 21 Musik und Tanz ................................................................................................................................................................... 22 5. Art in Winterthur .................................................................................................. 23 5.1. Yael Bartana......................................................................................................................................................................... 23 5.2. Urs August Steiner .............................................................................................................................................................. 23 5.3. Blow Up: Ausstellung im Fotomuseum Winterthur ........................................................................................................ 24 6. Branchenanlässe................................................................................................ 24 6.1. 7. Schweizer Filmschulentag ............................................................................................................................................ 24 6.2. Producers’ Day .................................................................................................................................................................... 24 6.3. Writers’ Room ...................................................................................................................................................................... 24 7. Jugend und Schule.............................................................................................. 25 8. Festival Trailer .................................................................................................... 25 9. Organisation ........................................................................................................ 25 10. Sponsoren und Partner ...................................................................................... 26 3
18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur | 4.–9. November 2014
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1. Daten und Fakten auf einen Blick
Datum:
Dienstag bis Sonntag, 4. bis 9. November 2014
Spielstellen:
Casinotheater Winterthur (Festivalzentrum), Stadthausstrasse 119
Theater Winterthur, Theaterstrasse 4-6
ZHAW Architekturhalle, Tössfeldstrasse 11
Alte Kaserne, Technikumstrasse 8
Hotel Krone, Marktgasse 49
Sitzplatzkapazität:
29'955 für Screenings und Rahmenprogramm
Öffnungszeiten Festival-Zentrum:
Di ab 18:00, Mi bis So ab 10:00
Anreise:
Sämtliche Spielstellen befinden sich in Laufdistanz vom Bahnhof Winterthur. Die
Anreise mit ÖV wird empfohlen. Das Ticket gilt am Veranstaltungstag für die Fahrt
vom Wohnort zum Festival und zurück als Fahrschein 2. Klasse auf dem gesamten
ZVV-Netz (Zuschlag für ZVV-Nachtnetz nicht inbegriffen).
Anzahl Einreichungen
Wettbewerb und Anzahl Filme:
– 3'408 eingereichte Filme; 37 davon selektioniert für den Internationalen
– 337 eingereichte Filmen; 19 davon selektioniert für den Schweizer Wettbewerb
– 16 Filme laufen im Wettbewerb des Schweizer Filmschulentags
– 174 Filme laufen in den kuratierten Programmen
– 242 Filme laufen insgesamt
Wettbewerb/Preise:
Internationaler Wettbewerb:
– Hauptpreis: CHF 12'000.– (gestiftet von der SRG SSR)
– Förderpreis: CHF 10'000.– (gestiftet von der Sulzer-Stiftung)
Schweizer Wettbewerb:
– Preis für den besten Schweizer Film: CHF 10'000.– (gestiftet von suissimage/SSA)
– Schweizer Kamerapreis: CHF 11'500.– (Sachpreis: gestiftet von NIKON AG)
Internationaler und Schweizer Wettbewerb:
– Publikumspreis: CHF 10'000.– (gestiftet von der Zürcher Kantonalbank)
Preise ausserhalb der Wettbewerbe:
– Shortrun-Preis: CHF 12'000.– (Sachpreis: gestiftet von Tweaklab)
– Preis für den besten Schweizer Schulfilm: CHF 5'000.– (gestiftet von der SRG SSR)
– Jugendfilmpreis: CHF 500.– (gestiftet von den Int. Kurzfilmtagen Winterthur)
Jury Int./Schweizer Wettbewerb:
Jonathan Pouthier (Programmator Centre Pompidou, Frankreich)
Yael Bartana (Künstlerin, Israel)
Monia Chokri (Schauspielerin und Regisseurin, Kanada)
Michael Sennhauser (Filmjournalist, Schweiz)
Joke Ballintjin (Mitglied Selektionskomitee IFF Rotterdam, Holland)
Jury Filmschulentag:
Anna Thommen (Filmemacherin, Schweiz)
François Bonenfant (Ausbildungsleiter Le Fresnoy, Frankreich)
Sirkka Möller (Leiterin Doc Station Berlinale Talents, Deutschland)
Grosser Fokus:
Framing Europe – Die europäische Idee: Visionen I: Werben für Europa, Visionen II:
Die Vereinigung Europas; Grenzzeit – Die Mauer und ihr Fall; The Ways of
(Dis)Organisation; Shifting Borders; The Europeans; Sonderfall Schweiz:
«Beziehungsstatus: It’s Complicated»; Sonderfall Schweiz: «Es kommen
Menschen»; New Romanian Waves; Yael Bartana: And Europe Will Be Stunned;
EUkraine
Kleiner Fokus:
Indigenes Kino – Through Our Own Lenses: Post-Apocalyptic Indians; Wapikoni – 10
Years of Activism; Geovanni Ocampo: Hot Michoacán DOKXXXXX
Person im Fokus:
Yann Gonzalez
Einzelprogramme:
Dark Delights I: Strange Things Happen, Dark Delights II: I Can Show You the Devil;
Girlz Gone Wild; Peter Sellers Rediscovered; Blow-Up: Pop – Art – Fashion;
Jugendprogramm; Zauberlaterne: Kurze für Kleine – Kinderträume
Nocturnes:
Kill and Be Killed; Dismissed – Kill Your Darlings
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Cinema Nostalgia:
An den Kurzfilmtagen lebt das analoge Kino weiter in Visionen I: Werben für Europa;
Grenzzeit – Die Mauer und ihr Fall; Peter Sellers Rediscovered
Spezial-Veranstaltungen:
Eröffnungsprogramm (4.11.2014); Preisverleihung (9.11.2014)
Industry:
Producers’ Day – The Industry Day (7.11.2014); Writers’ Room (8.11.2014); FOCAL
Kurzfilm-Script Coaching (7.11.2014); 7. Schweizer Filmschulentag mit den
Abschlussprogrammen der ZHdK, HSLU, ECAL und HEAD (6.11.2014)
Weitere Informationen und Anmeldung unter www.kurzfilmtage.ch/industry. Der Besuch der Programme
des 7. Schweizer Filmschulentags ist öffentlich und kostenlos.
Podien:
The Future of Short Film – A Creative Think-Tank: «Submissions, Platforms and Their
Strategies» (8.11.2014); Indigenes Kino (9.11.2014)
Der Eintritt zu den Podien ist frei.
Rahmenprogramm:
Kunstausstellungen, diverse Filmgespräche im Anschluss an die Screenings, Blick
hinter die Kulissen (5.–8.11.14: jeweils 18:30), Workshops, Masterclass: Yann
Gonzalez
Musik & Tanz:
An allen Festival-Abenden steigen Konzerte und Partys. Weitere Details unter
www.kurzfilmtage.ch.
Jugend & Schule:
Expertenbesuche im Unterricht (Sept/Okt 2014); Jugendprogramm für
Schulklassen (5./6./7.11.14); Jugendjury; Weiterbildungskurs für Lehrpersonen
«Filmsprache und Filmvermittlung» (7.–9.11.2014)
Weitere Informationen und Anmeldung unter www.kurzfilmtage.ch/schule.
Kooperation:
Das Einzelprogramm «Blow-Up: Pop – Art – Fashion» entstand in Zusammenarbeit
mit dem Fotomuseum Winterthur und der dortigen, gleichnamigen Ausstellung
(13.9.–30.11.2014).
Eintritte:
Einzelticket:
Multipass:
Festivalpass:
Kurze für Kleine(3)
(1)
Normalpreis
Ermässigung
Normalpreis
Ermässigung
Normalpreis
Ermässigung
Normalpreis
CHF 16.–
CHF 12.–(1)/CHF 13.– (2)
CHF 52.–
CHF 42.– (1)
CHF 98.–
CHF 78.– (1)
CHF 5.–
Ermässigung gegen Vorweisen einer Karte der Zürcher Kantonalbank oder Legi.
Ermässigung gegen Vorweisen einer Carte Blanche.
Für Zauberlaterne Mitglieder ist der Eintritt frei.
(2)
(3)
Vorverkauf:
Unter www.kurzfilmtage.ch
Anreise:
Dank der Zürcher Kantonalbank gilt das Eintrittsticket der Kurzfilmtage am
Veranstaltungstag als Reise-Billet in allen ZVV-Zonen. Ausgenommen ZVVNachtnetz.
Strombedarf:
Die Kurzfilmtage decken ihren Strombedarf zu 100% mit Solarstrom (zertifiziert
vom Stadtwerk Winterthur)
Web:
www.kurzfilmtage.ch
www.facebook.com/KurzfilmtageWIN
www.twitter.com/KurzfilmtageWIN
www.flickr.com/KurzfilmtageWIN
www.instagram.com/KurzfilmtageWIN
www.vimeo.com/KurzfilmtageWIN
Offizielle Hashtags:
#KurzfilmtageWIN / #ikftw14
Akkreditierte Besucher:
650 Personen aus der Filmbranche des In- und Auslands
Helfer:
Über 130 externe Mitarbeitende helfen während dem Festival – ehrenamtlich oder
zu bescheidenen Ansätzen
Veranstalter:
Verein Internationale Kurzfilmtage Winterthur, Steiggasse 2, 8401 Winterthur
(rund 50 aktive Mitglieder)
Medienkontakt:
Eliane Boner, Tel.: +41 79 489 00 20, E-Mail: eliane.boner@kurzfilmtage.ch
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2. Internationaler Wettbewerb, Schweizer Wettbewerb
In den renommierten Wettbewerben der Kurzfilmtage steht das zeitgenössische Kino im Vordergrund. Es geht um
das Zelebrieren des Kinos als Institution und um die Entdeckung neuer Trends in der Filmwelt – in inhaltlicher
genauso wie in technischer Hinsicht.
2.1. Bericht der Wettbewerbskommission: «Von den grossen und kleinen Fragen des
Lebens und des Films»
Das Programmteam des Internationalen Wettbewerbs hat dieses Jahr 3408 eingereichte Filme angeschaut,
zahlreiche Kurzfilmfestivals in Europa und Afrika besucht und sich mit den Veranstaltern von Festivals anderer
Kontinente intensiv ausgetauscht. Daraus ist nun ein Programm mit 37 Filmen aus 27 Ländern entstanden.
Thematisch und formal zeigen die Kurzfilme, die zur Auswahl standen, auch dieses Jahr ein breites Spektrum.
Manche gehen bis an die Schmerzgrenze in der Radikalität, mit der sie ihre Inhalte umsetzen, andere überwältigen
mit ihrer Schönheit. Vor allem aus Asien und Afrika, aber auch aus verschiedenen europäischen Regionen kommen
Spiel- und Dokumentarfilme, die sich mit der politischen Situation und der Geschichte ihres Landes auseinandersetzen. So erinnert «Kula: A Quiet Memory» mithilfe von Found Footage und neuen Aufnahmen an die Folterung
ehemaliger politischer Gefangener aus Mosambik während der portugiesischen Kolonialherrschaft, «All That Is
Solid» folgt dem Elektroschrott der Ersten Welt nach Ghana. Eine thailändische Schauspielerin in unabhängigen
Filmproduktionen verdient ihr Geld als Masseuse und versucht, einen Pass zu bekommen, während in den Strassen
Bangkoks gegen die Regierung demonstriert wird. Ein Priester in Uganda ringt in einem schwulenfeindlichen Umfeld
mit seiner Homosexualität, russische Journalisten kämpfen um ihr Leben.
Auch kleine und grosse Alltagsgeschichten fanden ihren Weg in den Internationalen Wettbewerb. Ein Mädchen kann
nicht einschlafen, weil in der Wohnung nebenan ein Toter liegt, ein Jogger macht bei der Morgenrunde eine seltsame Begegnung. Ein junger Mann sucht für seinen Bruder ein Daheim, eine junge Frau verliert ihres für immer. Und
natürlich verlieben sich Menschen und trennen sich Paare. Experimentalfilme wie «Lucid Liquid» oder «Thing»
irritieren und verzaubern die Leinwand mit ihrer visuellen Verspieltheit. Und dann sind da die Werke, die sich mit
dem auseinandersetzen, was ein Filmfestival ausmacht: mit dem Medium Film. Mit VHS-Bändern, die ihre pornografischen Inhalte gleich selber zu zensieren scheinen, oder mit den Geschichten, die die Filmgeschichte schrieb.
Für den Schweizer Wettbewerb wurden über 300 Filme eingereicht und 19 davon in den Wettbewerb aufgenommen.
Auch in der Schweiz lässt sich beobachten, dass Filmemacher vermehrt zwischen Lang- und Kurzfilm wechseln. So
sind «Silence Mujo» von Ursula Meier und «My Honeymoon» von Eileen Hofer im Schweizer Wettbewerb zu sehen.
Dass mit Eileen Hofers Film das Werk eines ehemaligen Jurymitglieds der Kurzfilmtage im Wettbewerb läuft, freut
uns besonders. Über ein Drittel der Filme im Schweizer Wettbewerb sind Dokumentarfilme – was bestätigt, dass der
Dokumentarfilm ein stabiles und wichtiges Standbein des Schweizer Films ist und bleibt, im Lang- so gut wie im
Kurzfilm. Aufgefallen ist dieses Jahr die Experimentierfreudigkeit der Schweizer Filmemacher: Sie probieren subtil
neue Formen aus und spielen mit der Wahrnehmung des Publikums. Die Themen sind globaler und offener als
letztes Jahr. Auf jeden Fall gibt es einige Handschriften zu entdecken, die sicherlich frischen Wind in den Schweizer
Film bringen werden.
Für die Wettbewerbskommission,
John Canciani und Senta van de Weetering
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18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur | 4.–9. November 2014
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2.2. Preise der Wettbewerbe
Internationaler Wettbewerb (von Jury vergeben):
Hauptpreis:
CHF 12'000.– (gestiftet von der SRG SSR)
Förderpreis:
CHF 10'000.– (gestiftet von der Sulzer-Stiftung)
Schweizer Wettbewerb (von Jury vergeben):
Preis für den besten Schweizer Film:
CHF 10'000.– (gestiftet von suissimage/SSA)
Schweizer Kamerapreis:
CHF 11'500.– (Sachpreis: gestiftet von NIKON AG)
Internationaler und Schweizer Wettbewerb (vom Publikum vergeben):
Publikumspreis:
CHF 10'000.– (gestiftet von der Zürcher Kantonalbank)
Preise ausserhalb der Wettbewerbe:
Shortrun-Preis:
Preis für den besten Schweizer Schulfilm:
Jugendfilmpreis:
CHF 12'000.– (Sachpreis: gestiftet von Tweaklab)
CHF 5'000.– (gestiftet von der SRG SSR)
CHF 500.– (gestiftet von den Int. Kurzfilmtagen Winterthur)
2.3. Jury des Internationalen und des Schweizer Wettbewerbs
Jonathan Pouthier (Programmator Centre Pompidou, Frankreich)
Seit Januar 2012 ist Jonathan Pouthier (geboren 1983) verantwortlich für die Programmation des Departements
Film des Nationalen Museums für Moderne Kunst im Centre Pompidou in Paris. Er kuratierte diverse umfangreiche
Filmprogramme, darunter «Back to East», «The Croatian avant garde» (2012), «Film Culture» (2013), «Shirley
Clarke, an american experience» (2013), «Common Places» (2014) oder «Duchamp as Film» (2014). Als Absolvent der La Fémis (École Nationale Supérieure des métiers de l'image et du son) fokussiert Pouthier in seinen
Forschungsarbeiten auf die Filmvorführung und die Distributionspraktiken innerhalb der Museumskuration. Er war
zudem Leiter der Akquisition für das Coproduction Office Berlin und arbeitete von 2010 bis 2012 bei kuratorischen
Projekten der Galerie KOW in Berlin mit. Ausserdem war er 2011 Kurator der Ausstellung «Abweichung» des
Brandenburger Kunstvereins.
Yael Bartana (Künstlerin, Israel)
Yael Bartana wurde 1970 in Kfar-Yehezkel in Israel geboren und lebt und arbeitet heute in Berlin, Amsterdam und
Tel-Aviv. Sie studierte an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem, der School of Visual Arts in New York
und der Rijksakademie in Amsterdam. Ihre Werke wurden in Einzelausstellungen unter anderem im Moderna
Museet in Malmö, im Museum of Modern Art in Warschau, im PS1 in New York, im Hamburger Kunstverein und im Van
Abbemuseum in Eindhoven gezeigt, und sie war an der Sao Paolo Biennal (2006 und 2010), der Documenta 12 und
der Istanbul Biennial vertreten. 2011 repräsentierte sie Polen an der 54. Biennale di Venezia. In ihren Arbeiten erforscht die Künstlerin die Bildwelten von kultureller Identität und inszeniert Situationen, in denen fiktive Momente
in real existierende Narrationen einfliessen. Bartana erhielt für ihre Werke mehrere Preise, unter anderem den Artes
Mundi 4 im Jahr 2010.
Monia Chokri (Schauspielerin und Regisseurin, Kanada)
Geboren in Québec im Jahr 1982, startete Monia Chokri ihre Schauspielkarriere 2005 nach ihrem Studium am
Konservatorium der darstellenden Künste in Montreal. Sie war in diversen Theater- und TV-Produktionen zu sehen,
bevor sie sich über die Filme des kanadischen Shootingstars Xavier Dolan einen Namen als Filmschauspielerin
machte. Sie spielte in «Les Amours imaginaires» und «Laurence Anyways» von Xavier Dolan und in «Gare du Nord»
von Claire Simon mit. Im Jahr 2013 drehte sie ihren ersten Kurzfilm «Quelqu’un d’extraordinaire», welcher diverse
Preise gewann, darunter auch den Förderpreis der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur (2013), den kana-
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dischen Filmpreis Jutra (2014) für den besten kurzen oder mittellangen Film, den South By Southwest Award
(Texas 2014) und fünf Auszeichnungen an der 11. Gala Prends ça court (2014).
Michael Sennhauser (Filmjournalist, Schweiz)
Michal Sennhauser wurde am 3. Oktober 1961 geboren. 1991 schloss er das Lizentiat an der Universität Basel ab.
Danach arbeitete er als selbstständiger Filmjournalist, Redaktor für die Branchenzeitschrift Cinébulletin, als Präsident des Schweizer Filmjournalistenverbandes, als Filmredaktor der SonntagsZeitung, Co-Leiter der Kritikerwoche Locarno, Filmkritiker bei Radio DRS 3 und war Vorstandsmitglied beim Animationsfilmfestival Fantoche in
Baden sowie Redaktor und Chefredaktor des Monatshefts FILM (RIP). Seit 2003 ist Sennhauser Fachredaktor Film
bei SRF 2 Kultur.
Joke Ballintjin (Mitglied Selektionskomitee IFF Rotterdam, Holland)
Joke Ballintijn ist seit 2007 Programmatorin im Bereich Kurzfilm für das International Film Festival in Rotterdam. Sie
arbeitete als freie Kuratorin für diverse Institutionen wie das Into the Great Wide Open Vlieland, das Netherlands
Film Festival, das International Festival for Dutch Film and Video Art sowie für die Literaturwerkstatt in Berlin. Ihre
Karriere als Kuratorin startete die Theater-, Film- und Fernsehwissen-schaftlerin 1995 am International Audio Visual
Experimental Festival in Arnhem. Sie engagierte sich in der Vergangenheit ausserdem als Executive Producer am
Internationalen Film- und Videofestival der Impakt Foundation in Utrecht sowie als Sekretärin der Platform
Beeldende Kunst Initiatieven in Utrecht. Von 1997 bis 2000 arbeitete sie als Produzentin und Kuratorin bei der Lazy
Marie Foundation in Utrecht. 2012 beendete sie ihre langjährige Tätigkeit am Netherlands Media Art Institute.
2.4. Jury des Schweizer Filmschulentags
Anna Thommen (Filmemacherin, Schweiz)
Anna Thommen wurde 1980 in Basel geboren. Nachdem sie zwei Jahre lang auf ihrem Erstberuf als Primarlehrerin
unterrichtete, beschloss sie 2005 an der Hochschule für Design und Kunst in Luzern Film zu studieren. Mit ihrem
Abschlussfilm «Second me» gewann sie zahlreiche Preise und konnte ihn an über 20 Festivals weltweit zeigen. Die
letzten fünf Jahre arbeitete Anna Thommen parallel an zwei langen Dokumentarfilmen, welche beide Anfang 2013
fertiggestellt wurden. «Ein Stück Wahnsinn», ein 60-minutiger Dokumentarfilm ist in Co-Regie mit Gabriela
Betschart entstanden und der vielfach preisgekrönte Kinodokumentarfilm «Neuland» ist Anna Thommens
Masterabschlussfilm an der Zürcher Hochschule der Künste.
François Bonenfant (Ausbildungsleiter Le Fresnoy, Frankreich)
François Bonenfant wurde in Brüssel geboren und lebt zurzeit in Paris und Lille. Seit September 2010 ist er
Ausbildungsleiter der Bereiche Film und bildende Künste am nationalen Kunstzentrum Le Fresnoy. Zwischen 2005
und 2010 war er verantwortlich für das Programm Fenêtre sur le court métrage contemporain der Cinémathèque
française. Im Jahr 2009 war er künstlerischer Leiter des Cinema du Réel (Centre Pompidou). 2013 drehte er seinen
ersten Film (Ce que mon amour doit voir).
Sirkka Möller Head of «Doc Station», Berlinale Talents
Sirkka Möller arbeitet seit 1988 organisatorisch und kuratorisch für internationale Filmfestivals (u.a. für die
Berlinale, FID Marseille, Sheffield IDF, Fribourg IFF, DOK Leipzig, Kurzfilmtage Oberhausen). Sie hat Erfahrung im
Weltvertrieb und als Moderatorin bei Filmevents. Seit 2008 koordiniert sie das Project Lab «Doc Station» bei
Berlinale Talents. Sie berät Filmemacher zu Projektentwicklung und Schnitt und arbeitet als freie Kuratorin.
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2.5. Liste aller Schweizer Filmemacher (inkl. Herkunft)
Film
Abseits der Autobahn (Off the
Highway)
A Cupboard’s Life
Ailleurs exactement
Aubade
Blaulicht
Cairo 52
Calle Guise
Deep Weather
De Schnuuf
D’une espèce à l’autre
Eltern
En août
En garde
Es war finster und merkwürdig still
Firnis
Furer-Soldan
Julie will mehr
Le petit prince au pays qui défile
L’offre (The offer)
My Honeymoon
Oh Wal
o my
OPAK
Songe d’une nuit
Tchan Zaca
The Sound of Crickets
Tišina mujo
Totems
Von Faltbooten und Heringen
Wandelzeit – Eine
Gletscherperformance
Programm
CH-W
Name
Rhona Mühlebach
Wohnort
Thurgau
Herkunft
St. Gallen
Filmschulentag
CH-W
CH-W
CH-W,
Filmschulentag
Filmschulentag
CH-W
CH-W
Filmschulentag
CH-W
Filmschulentag
CH-W & IW
CH-W
Filmschulentag
Naomi Homenu
Kristina Wagenbauer
Mauro Carraro
Roman Hodel
Lena Mäder
Dominique Birrer
Samuel Grandchamp
Ursula Biemann
Fabian Kaiser
Julie De Wispelaere
Luca Ribler
Jenna Hasse
Florine Leoni
Mirella Brunold
Nina Calderone
Yannick Mosimann
Obwalden
Kanada
Genf
Luzern
Luzern
Basel-Land
Genf
Zürich
Zürich
Genf
Zürich
Waadt
Basel-Stadt
Zürich
Luzern
Bern
Bern
Tessin
Italien
Luzern
Luzern
Basel-Land
Genf
Zürich
Thurgau
Belgien
Thurgau
Waadt
Bern
Graubünden
Aargau
Bern
Julia Furer
Susanne Regina Meures
Carina Freire
Moïra Pitteloud
Eileen Hofer
Joana Locher
Zürich
Zürich
Waadt
Genf
Genf
Bern
Bern
Deutschland
Waadt
Waadt
Genf
Wallis
Olga Titus
Eliane Bertschi
Elias Gamma
Josua Hotz
Valentin Rotelli
Jean-Daniel Schneider
Justine Klaiber
Ursula Meier
Sarah Arnold
Elena Brotschi
Jan-Eric Mack
Zürich
Zürich
Luzern
Waadt
Genf
Genf
St. Gallen
Waadt
Frankreich
Zürich
Zürich
Thurgau
Aargau
Aargau
Zug
Genf
Genf
St. Gallen
Zürich
Zürich
Solothurn
Zürich
CH-W,
Filmschulentag
Filmschulentag
CH-W
Filmschulentag
Filmschulentag
CH-W
CH-W,
Filmschulentag
CH-W
CH-W, IW &
Filmschulentag
Filmschulentag
CH-W & IW
Filmschulentag
CH-W
CH-W & IW
Filmschulentag
CH-W
*CH-W = Schweizer Wettbewerb, IW = Internationaler Wettbewerb
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3. Fokus- und Einzelprogramme
Nebst dem Wettbewerb zeigen die Kurzfilmtage thematische Programme, bei welchen die Kontextualisierung von
Themen in einen grösseren kulturellen Zusammenhang im Vordergrund steht. Der Einbezug der Filmgeschichte
spielt dabei genauso eine Rolle wie zeitgenössische Filme, Gesellschaftliches, Einblicke in Institutionen oder
Gesamtwerke von Filmemachern und Künstlern. Jährlich setzen die Kurzfilmtage dabei einen Grossen Fokus, einen
Kleinen Fokus, rücken eine Person in den Fokus und stellen diverse Einzelprogramme zusammen.
3.1. Grosser Fokus: Framing Europe – Die europäische Idee
«If I want to call Europe, who do I call?», soll vor über dreissig Jahren der damalige US-Aussenminister Henry
Kissinger entnervt gefragt haben. In den 1970er-Jahren hatte die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)
noch nicht einmal ein Dutzend Mitgliedstaaten, und doch war die Verwirrung darüber, wer oder was denn nun
«Europa» ist, schon zu dieser Zeit gross. 2014 nun besteht die Europäische Union aus 28 Mitgliedstaaten – und
dass Europa nicht gleichbedeutend mit Brüssel ist, erschwert es zusätzlich, eine Antwort auf Kissingers Frage zu
finden. Europa – ist das ein Kontinent? Eine Kultur? Oder bloss ein politischer, wirtschaftlicher oder rechtlicher
Zusammenschluss? Eine Zukunftsvision, eine Idee, eine Illusion? Ein Traum – oder gar ein Albtraum? Europa ist in
aller Munde und doch Terra incognita. Europa ist fixer Bestandteil unseres Alltags und doch in seiner Vielfältigkeit
kaum fassbar.
Und dennoch: Seit über sechzig Jahren hat sich die Europäische Gemeinschaft nun die wirtschaftliche, politische
und kulturelle Vereinigung Europas auf die Flagge geschrieben. «In Vielfalt geeint» lautet denn auch das offizielle
Motto der EU. Der Leitgedanke einer Einigung in Verbindung mit universellen Werten wie Freiheit, Demokratie,
Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Fortschritt in Wissenschaft und Kultur, Vielfalt oder Solidarität ist es, was die
«europäische Idee» im Kern definiert. Der Idee zu Grunde liegt dabei das Ziel eines immer währenden Friedens in
Europa. Visuelle Darstellungen europäischer Ideale gibt es zwar bereits seit den Europa-Allegorien des 16. bis 18.
Jahrhunderts, die vor allem Rationalismus, Zivilisation und Hegemonie visualisierten. Diese Allegorien vermittelten
eines sehr zentral: Europa ist ein prosperierender und glücklicher Kontinent. Doch erst die Erfahrungen der beiden
Weltkriege, die den Kontinent und sein Selbstverständnis in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in seinen
Grundfesten erschütterten, haben sechs europäische Staaten dazu bewogen, die Vision eines in Frieden geeinten
Europas in die Tat umzusetzen.
Und eine gute Idee muss natürlich auch in die Welt getragen werden. Als weit verbreitetes, beliebtes Medium hat
dabei der Film von Anfang an seinen Beitrag geleistet, die Vision eines geeinten Europas ins rechte Licht zu rücken
– mitunter auch mit Streifen, die den Produkten der amerikanischen Werbeindustrie in nichts nachstehen (Visions I:
Werben für Europa). Nach dem Ende des Kalten Krieges nahm die europäische Integration eine neue Dynamik an.
Die Binnengrenzen für Waren- und Personenverkehr sind gefallen, die Währungsunion ist Realität geworden und die
europäische Integration schliesst nun die ehemals sozialistischen Staaten in Osteuropa mit ein. Die Werbetrommel
musste auch dafür kräftig gerührt werden. Während sich diese Art von Öffentlichkeitsarbeit für Europa auf den
Aufbau und die Weiterentwicklung derjenigen Organisation fokussierte, die wir heute als Europäische Union kennen,
sind die Themen, mit der sich zeitgenössische Filmschaffende auseinandersetzen, so breit gefächert wie die vielen
Facetten der europäischen Lebenswelt (Visions II: Die Vereinigung Europas). Als symbolischer Auslöser dieser
Entwicklung gilt der Fall der Berliner Mauer, der vor exakt 25 Jahren diese neue Dynamik in Europa einläutete
(Grenzzeit – Die Mauer und ihr Fall).
Integration auf allen Ebenen wird zum Schlagwort. Die Zusammengehörigkeit wird gefördert durch die Vereinheitlichung von Normen und Gesetzen (The Ways of (Dis)Organisation) oder die Abschaffung von Grenzen. Dass die
europäische Idee bei der Umsetzung ihrer Ideale selbst aber immer wieder an ihre eigenen Grenzen stösst, zeigt
sich in den Folgen, die diese Massnahmen für einen Teil der Bevölkerung – allen voran für die Menschen ausserhalb
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18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur | 4.–9. November 2014
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der Staaten Europas – mit sich bringen (Shifting Borders). Auch der Integrationsprozess läuft nicht in allen Staaten
gleich reibungslos ab. Insbesondere die Schweiz sträubt sich als politische Insel inmitten Europas immer wieder
gegen die Übernahme europäischer Normen (Sonderfall Schweiz). Der Leitgedanke der EU blendet aus, dass die
politische Integration auch einen Angriff auf das kulturelle Selbstverständnis des europäischen Bürgers darstellt
(The Europeans).
Die kulturelle und kreative Identität Europas wird aber nicht zuletzt auch immer wieder von den Aussenseitern
befeuert. Dies zeigt das Beispiel von Rumänien, dessen eigenständige Filmhandschrift internationale Erfolge feiert
und sich inhaltlich wie ästhetisch zur prägenden Stimme entwickelt hat (New Romanian Waves). In ihrer
«polnischen Trilogie» positioniert die israelisch-holländische Künstlerin Yael Bartana das heutige Europa als die
ursprüngliche Heimat der Aschkenasim, die im Zweiten Weltkrieg verfolgt und vertrieben wurden. Als NichtEuropäerin mit europäischen Wurzeln wirft sie in der Gegenüberstellung von Fiktion und Realität sowohl Fragen zur
historischen Aufarbeitung des Kontinents wie auch zu zeitgenössischen europäischen Themen wie Migration,
Asylrecht und Fremdenhass auf (And Europe Will Be Stunned). Und die Ukraine als Randgebiet Europas und NichtEU-Mitglied erinnert eindrucksvoll daran, was die europäische Idee in ihren Grundzügen ausmacht (EUkraine):
Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Fortschritt in Wissenschaft und Kultur, Vielfalt, Solidarität.
All diese Begriffe werden in den ersten Sätzen der Präambel zum Vertrag über eine Verfassung für Europa erwähnt,
der 2004 zwar unterzeichnet, aber nie in Kraft getreten ist. Die «europäische Idee» können wir zwar alle
unterschreiben können, doch die Umsetzung des Projekts «Europa» ist ein Prozess, der zweifelsohne noch lange
filmreifen Stoff liefert. Wie die einzelnen gelben Sterne der europäischen Flagge, die auf azurblauem Hintergrund
zwar einen Kreis, aber keine geschlossene Einheit bilden, gibt auch der Grosse Fokus der 18. Internationalen
Kurzfilmtage Winterthur mit seiner Bandbreite an Kurzfilmen ein abgerundetes Bild, aber kein abschliessendes
Porträt der europäischen Idee. Bei «Framing Europe» kann es nicht darum gehen, sich mit der – unmöglichen –
Aufgabe zu befassen, ein Bild von Europa zu projizieren. Vielmehr stellen wir uns der Herausforderung, ein
Rahmengerüst zu ermöglichen, dessen Bilderstoff stets weitergedacht, umgebaut und angepasst werden muss.
Fortfolgend finden Sie Synopsen der elf Programme, die im Grossen Fokus «Framing Europe – Die europäische
Idee» laufen.
Visionen I: Werben für Europa (Cinema Nostalgia)
Der europäische Integrationsprozess nach 1945 war von Anfang an von einer umfassenden, politisch motivierten
und gesteuerten Öffentlichkeitsarbeit begleitet, um die Identifikation der Bürger mit Europa zu erreichen und die
neu geschaffenen europäischen Institutionen zu legitimieren. Solche Europa-Filme zeigen üppige
Konsumangebote, Wirtschaftspotenz und Technologieführerschaft als typisch europäische «Werte». Das
Programm zeigt eine spannende Auswahl an Zeitdokumenten, die für ein Europa von morgen einstehen.
Kuratiert von Andreas Bühlmann und Thomas Tode (Universität Hamburg)
Visionen II: Die Vereinigung Europas
Nach dem Mauerfall und der Erweiterung der Europäischen Union haben sich die Europa-Bilder im Film gemässigt
und die europäischen «Werte» gewandelt: Freier Güter- und Personenverkehr, supranationale Sicherheitspolitik
und das Subsidiaritätsprinzip bilden die Grundpfeiler des heutigen europäischen Integrationsprozesses. Die
Erkenntnis, dass «Europa» zwar als Konzept funktioniert, jedoch in seiner Realität noch viele offene Fragen
bereithält, veranschaulicht, dass der Kontinent im 21. Jahrhundert für jedes Land anders aussieht.
Kuratiert von Andreas Bühlmann
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Grenzzeit – Die Mauer und ihr Fall (Cinema Nostalgia)
Schach spielende Soldaten, Schulklassen am Todesstreifen, heimliche Blicke von Ost nach West. Ein Kinderchor, der
die Mauer zum Einstürzen bringt und eine geschlossene Gesellschaft, in der keinerlei Bewegung mehr möglich
scheint. Schliesslich ein Reisender aus der Schweiz, der sich unmittelbar nach der Wende in Dresden findet und die
Ereignisse zu verstehen versucht. «Grenzzeit» vereint sechs kurze Filme, die sehr ungewöhnliche Blicke auf die
innerdeutsche Grenze und deren Fall werfen.
In Kooperation mit dem FILMFEST DRESDEN – International Short Film Festival; kuratiert von Claus Löser (freier
Kurator)
The Ways of (Dis)Organisation
Beim Stichwort «Europa» liegt der Gedanke an die Europäische Union nicht weit. Laut Umfragen verbinden etwa ein
Viertel der Bürger diese vor allem mit Vorschriften und Regelungen. Der Behördenapparat schaltet sich auf
nationaler und internationaler Ebene in einer Mischung aus notwendiger, konstruktiver Regulierung und lähmender,
zuweilen absurd anmutender Bürokratie in ihr Leben ein. «The Ways of (Dis)Organisation» betrachtet diese
Themen aus einer spielerisch-zynischen, aber auch kritischen Perspektive.
Kuratiert von Laura Walde
Shifting Borders
Mit den Schengener Abkommen wurden die Binnengrenzen für den Personen- und Warenverkehr innerhalb Europas
schrittweise abgebaut. Und trotzdem sind die europäischen Grenzen nicht einfach verschwunden. Sie sind oft nur
weniger sichtbar. Neue Grenzen sind entstanden, die den Kontinent für unerwünschte Migranten zunehmend zu
einer Festung werden lassen. «Shifting Borders» beleuchtet diese Entwicklung aus verschiedenen Perspektiven
und zeigt auf, welche Folgen die sich wandelnden Grenzen für die betroffenen Menschen haben.
Kuratiert von Stefan Staub
The Europeans
Mit der Idee eines vereinten Europas stellt sich auch die Frage nach dem Selbstverständnis des Europäers. Was
verbindet die vielfältigen Kultur- und Lebensräume miteinander, was unterscheidet sie? Gibt es so etwas wie eine
europäische Identität? Fünf ausgewählte Kurzfilme erzählen aus dem Leben europäischer Bürger und pendeln
dabei augenzwinkernd zwischen Selbstfindung und Identitätskrise.
Kuratiert von Stefan Staub
Sonderfall Schweiz: Beziehungsstatus: It’s Complicated
Müssten die Schweiz und Europa ihren Beziehungsstatus festlegen, hiesse es wohl «it's complicated». Ohne
einander geht's nicht, miteinander scheint aber auch keine Option zu sein – erst recht nicht seit dem denkwürdigen
Nein zum EWR vom 6. Dezember 1992. Obwohl die Schweiz wirtschaftlich wie kulturell in regem Austausch mit
seinen Nachbarländern steht, kam es nie zur vollständigen institutionellen Integration in Europa. Die Kurzfilmtage
befragen die politischen und mentalen Kräfte hinter dem Sonderfall Schweiz und setzen ihn in einen historischen
Kontext.
Kuratiert von Stefan Staub und Valerie Thurner
Sonderfall Schweiz: «Es kommen Menschen»
Während der Grenzübertritt in die Schweiz für Handelswaren oder Geschäftsreisenden im Zuge der Bilateralen
erleichtert wurde, blieb die Zuwanderung von Arbeitskräften stets ein heisses Eisen, wie auch die aktuelle
Initiativen zur Masseneinwanderung oder Ecopop beweisen. Obwohl die Schweiz internationale Konzerne durch
Steueroptimierung anlockt, tut sie sich schwer mit der Zuwanderung. In einem wollen die Kurzfilmtage die Debatte
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um Arbeitsmigration und Überfremdungsangst in einen historischen Kontext setzen und auch die Perspektive der
Migranten abbilden.
Kuratiert von Stefan Staub und Valerie Thurner
New Romanian Waves
Mit der Osterweiterung der EU stossen ab 2004 zwölf weitere Staaten zur europäischen Gemeinschaft. Fast parallel
dazu macht eine neue Generation von Filmemachern aus dem ehemals sozialistischen Rumänien international auf
sich aufmerksam. Die Vertreter dieser «Romanian New Wave» thematisieren oft mit feinem Humor die sozialen
Verhältnisse ihres Landes sowie die kulturellen Folgen einer Annäherung an den Westen. Wir präsentieren eine
Auswahl herausragender Kurzfilme dieser Zeit.
Kuratiert von Stefan Staub
Yael Bartana: And Europe Will Be Stunned
Yael Bartana ist eine israelische Künstlerin, die in Berlin und Amsterdam lebt. Ihre drei Kurzfilme «Mary Koszmary»
(Albträume), «Mur i wieża» (Mauer und Turm) und «Zamach» (Attentat) bilden unter dem Titel «Die polnische
Trilogie» eine komplexe Einheit. Sie behandeln den Aufruf an drei Millionen polnische Juden, in ihre Heimat
zurückzukehren. Dies wirft auch zeitgenössische europäische Fragen zu Migration, Asylrecht und Fremdenhass auf.
Yael Bartana repräsentierte Polen 2011 an der 54. Biennale in Venedig, wo sie die Trilogie als Teil der Ausstellung
«And Europe Will Be Stunned» zeigte.
Kuratiert von Laura Walde
EUkraine
Die Ukraine war Schauplatz einer der dramatischsten Krisen von 2014, deren Ausgang für die Entwicklungen in
Europa zentral ist. Die Aufstände auf dem Maidan bewegten viele Filmschaffende, ihre Kameras auf die
Geschehnisse im Land zu richten. Das Filmfestival DocuDays Kiev zeigte im April als solidarisches Bekenntnis
anstelle eines Eröffnungsfilms den Episodenfilm «Euromaidan. Rough Cut», zu dem unter anderen auch das
Kollektiv Babylon 13 Filme beisteuerte, das als wichtige Referenz des Umbruchs gilt und laufend dokumentarische
Videoclips online veröffentlicht. Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur möchten der Bewegung im Programm
«EUkraine» auch ausserhalb der Ukraine eine Plattform bieten.
Kuratiert von John Canciani und Valerie Thurner
3.2. Kleiner Fokus: Indigenes Kino – Through Our Own Lenses
Von John-Wayne- bis Karl-May-Verfilmungen sind «Indianer» fester Bestandteil der Filmgeschichte – sei es als
Vertreter einer unverständlichen und feindseligen Kultur oder als edle Wilde. Individuelle Züge oder gar komplexe
Charaktereigenschaften werden ihnen selten zugestanden, ihre Lebenswelt wird nur schematisch sichtbar. Selbst
dokumentarische Werke bestärkten lange Zeit die Bilder derjenigen Kultur, welche die Filme hervorbrachte. Mit der
Realität der ursprünglichen nordamerikanischen Einwohner hatte dies alles wenig zu tun.
Mittlerweile jedoch haben sich die indigenen Völker – Tribes, First Nations, Aborigines – die Welt der audiovisuellen
Medien zu Eigen gemacht und die Kamera selbst in die Hand genommen. Dabei entstehen Filme, die sich nahe an
ihrer Geschichte, an ihren Erfahrungen und an ihrem Alltag bewegen. Es ist die Rede von politischer Gewalt, von
Lebenslinien mit aufgezwungenen Brüchen und vom Mut zur Selbstbehauptung unter schwierigsten Umständen.
Die Filme verwenden vom Dokumentar- bis zum Experimentalfilm alle Genres; umgekehrt ist der «indigene Film»
nicht als Genre, sondern als Begriff zu verstehen, der sich ausschliesslich auf die Herkunft der Filme und nicht auf
ihre Art bezieht. Ein Filmschaffen, das wir in unserem KLEINEN FOKUS entdecken wollen.
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Unser dreiteiliges Progamm wirft drei Schlaglichter: Das erste fällt auf das kanadische Projekt Wapikoni, in dem die
First Nations die Kamera selber in die Hand nehmen. Jason Ryle, Leiter des Native-Filmfestivals imagineNATIVE in
Toronto, hat ein zweites Programm mit dem Titel «Post-Apocalyptic Indians» kuratiert – eine Realität, für die
indigene Völker nicht Science-Fiction bemühen müssen. Für sie hat die Apokalypse mit der Eroberung Nordamerikas
durch die Europäer stattgefunden. Ein dritter Block ist einem Künstler oder einer Künstlerin gewidmet, die sich mit
der Spannung zwischen Film-/Kunstmarkt und seiner kulturellen Herkunft auseinandersetzt.
Fortfolgend finden Sie Synopsen der drei Programme, die im Kleinen Fokus «Indigenes Kino – Through Our Own
Lenses» laufen.
Post-Apocalyptic Indians
«Post-Apocalyptic Indians» entführt in eine Welt, von der viele nicht einmal wussten, dass sie existiert. Vergessen
Sie alles, was Sie von Winnetou-Filmen und alten Hollywood-Western gelernt haben! Der zeitgenössische «KinoIndianer» ist viel komplexer. Die Kurzfilme von indigenen Filmemachern aus Kanada und Australien spielen mit der
Idee, dass die Kolonialisierung ihrer Länder den Beginn einer apokalyptischen Realität markiert hat, die für die
indigene Bevölkerung bis heute anhält.
Kuratiert von Jason Ryle (imagineNATIVE Film + Media Arts Festival in Toronto)
Wapikoni – 10 Years of Activism
Wapikoni Mobile ist seit zehn Jahren unterwegs. Ein bewegliches Film- und Musikstudio mit einem primär sozialen
Ziel, nämlich der Isolation von indigenen Jugendlichen sowie der hohen Selbstmordrate unter ihnen entgegen zu
wirken und dabei gleichzeitig ihre künstlerische, technische, soziale und berufliche Fähigkeiten zu fördern. Hier
entstehen keine Hochglanzprodukte, doch öffnen sich faszinierende Einblicke in das Leben der Filmemacher
zwischen Tradition und Moderne.
Kuratiert von John Canciani und Senta van de Weetering
Geovanni Ocampo: Hot Michoacán DOKXXXXX
Der Dokumentarfilm hat sich als beliebtes Werkzeug für die Beschreibung von Geschichten von Minderheiten
erwiesen und auch als Mittel für das Anprangern von Menschenrechtsverletzungen auf indigenem Land und an
indigenen Körpern. Die Arbeiten von Geovanni Ocampo Villanueva, der aus der Region Purépecha in der Tierra
Caliente in Michoacán, Mexiko, stammt, hat wenig zu tun mit den traditionellen erklärenden Dokumentationen im
Stil von Wochenschaumaterial. Seine hochgradig innovativen, selbst produzierten Arbeiten fallen auf. Statt einer
«indigenen Ästhetik» nachzueifern, zeigen Arbeiten wie diejenigen von Ocampo ein indigenes Filmschaffen, das
seine Wurzeln in der Innovationskraft findet.
Kuratiert von John Canciani und Amalia Gordova
3.3. Person im Fokus: Yann Gonzalez
Yann Gonzalez, geboren 1977 in Nizza, ist der neue Regiestar der aktuellen französischen Filmszene, er ist die neue
Stimme des französischen Autorenfilms. Schon seit seinem ersten Kurzfilm «By the Kiss» (2006) hat er eine
herausragende und sehr eigene Filmsprache entwickelt. So erstaunt es auch wenig, dass sein erster Langfilm «Les
rencontres d'après minuit», der letztes Jahr in Cannes Premiere feierte, dieses Jahr das offizielle Plakat der
Semaine de la Critique geschmückt hat.
Die Kurzfilmtage haben die meisten seiner Filme im Wettbewerb gezeigt. Als erstes Kurzfilmfestival überhaupt
zeigen sie seine Filme nun in einer Retrospektive. Yann Gonzalez ist einer jener Filmemacher, die den Kurzfilm als
Form absolut ernst nehmen. Er fand darin jenen Raum, der es ihm ermöglichte, die Eigenheiten seiner Filmsprache
zu entwickeln. Deswegen wird er auch in Zukunft Kurzfilme drehen.
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Gonzalez' Filme sind voller Sinnlichkeit und Exzess. Die Nacht spielt immer eine wichtige Rolle, denn schliesslich
passiert da alles Wichtige. Die Filme stellen eine Generation in den Fokus, die ständig auf die Erfüllung ihrer Träume
wartet, die Figuren bleiben irgendwo im «No man`s land» der Wünsche stecken. Doch die Träume und Wünsche der
Protagonisten sind ständig präsent, sei es auf dem trostlosen Pausenplatz im Film «Entreacte» (2007), in dem ein
Mädchen und ein Junge sich ihren toten Freund herbeiwünschen. Oder aber in schäbigen Hinterhöfen portugiesischer Kleinstädte im Film «Land of My Dreams» (2012), wo eine Mutter und ihre Tochter in einer Stripshow voller
Billigglamour das eintönige Leben der männlichen Bevölkerung aufhellen, während ihre Träume im schäbigen
Wohnwagen auf der Strecke bleiben. Oder im Film «Les Astres noirs», in dem Jugendliche sich in einem theatralischen Märchen nach der Feier am Strand vom sinnlichen und schönen Tod verführen lassen. Die Figuren sind trotz
unerfüllter Träume voller Lust. Die Sexualität ist in Gonzalez' Filmen omnipräsent, er sagte dazu einmal: «Sex ist nie
ein Problem in meinen Filmen, es ist eine Möglichkeit, auch wenn es manchmal frustrierend ist.»
In jedem Film gibt es einen Moment der Explosion und des Ausbruchs, in dem die Figuren loslassen und ihr wahres
Inneres hervorkommt. Die Musik spielt dabei die entscheidende Rolle. Sie stammt von Yanns Bruder Anthony
Gonzalez, dem Bandleader der weltweit gefeierten Elektroband M83. Die beiden Brüder teilen eine Leidenschaft für
lyrische und überdramatische Musik und Bilder. Yann Gonzalez war schon früh ein Filmfreak, die Einflüsse von
unzähligen Stunden Filmeschauen merkt man seiner eigenen Filmsprache an. Er hat schon früh Horrorfilme und
Pornos geschaut, bevor er den europäischen Autorenfilm der Siebzigerjahre entdeckt hat. Zusätzlich zu Gonzalez’
Filmen zeigen die Kurzfilmtage vier Filme, die der Filmemacher im Sinne einer Carte Blanche auswählte. Sie
stammen von befreundeten Filmemachern, deren Schaffen er sehr schätzt und mit denen er einen engen
Austausch pflegt.
Kuratiert von Simone Späni
3.4. Einzelprogramme
Die Einzelprogramme erweitern das Angebot an kuratierten Kurzfilm-Programmen über den Grossen und den
Kleinen Fokus hinaus. Sie sind thematisch unabhängig von den Fokus-Programmen. Fortfolgend finden Sie
sämtliche Synopsen der diesjährigen Einzelprogramme.
3.4.1. Dark Delights I & II
Der Reiz des Unbekannten hat schon immer eine grosse Anziehungskraft auf uns ausgeübt. Aus einer Mischung von
Neugierde, Faszination und Angst bilden wir uns unerklärliche Phänomene ein – und wollen auch an sie glauben.
Wenn Mythologie und Glauben aufeinandertreffen, entstehen bald einmal Darstellungen von okkulten Wesen und
unheimlichen Atmosphären. Die zwei Kurzfilmprogramme «I Can Show You the Devil» und «Strange Things
Happen» laden auf einen Rundgang ein, vorbei an den verschiedenen Auslegungen der Figur des Teufels, auf einen
hypnotischen Ausflug in das Universum des Unheimlichen.
Satan, Beelzebub, Dark Lord, Antichrist, Luzifer, Iblis, Shaitan, Azazel, Mephistopheles – das sind nur einige
Bezeichnungen für das personifizierte Böse, den «Teufel». Wir alle fühlen uns unweigerlich angezogen von dieser
Figur, vor der wir uns doch eigentlich fürchten sollten. Denn ohne Versuchungen wäre das Leben ziemlich langweilig
und wir alle wissen, dass die verbotenen Früchte am süssesten schmecken. Werfen wir also einen Blick auf die
dunkle Seite.
Keine andere Kunst kann sich mit dem Kino messen, wenn es darum geht, Menschen die hypnotisierenden,
seltsamen, schaurigen und herausfordernden Bilder ihrer Vorstellungskraft entdecken zu lassen. Ein wesentlicher
Antrieb bei der Gestaltung von «Dark Delights» war es also, die sogenannte «Kinoerfahrung» – die darin besteht, in
einem verdunkelten Raum zu sitzen und sich gemeinsam mit anderen Menschen auf eine Leinwand projizierte
Bewegtbilder anzuschauen – zu verbinden mit den ausserordentlich suggestiven formalen, auditiven und
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narrativen Eigenschaften dieser ausgewählten Werke. Tatsächlich begünstigt das Eintauchen in diese Erfahrung
den direkten Austausch oder sogar die Überlagerung zweier Welten, nämlich derjenigen auf der Leinwand und
derjenigen der Zuschauer. Ich wünsche mir, dass diese Filmprogramme aufgrund der Empfindungen, wie sie eben
nur das Kino hervorrufen kann, einen Zugang zu unseren Träumen und unserer Gedankenwelt erlauben. Dies
geschieht vor allem durch Filme, die sowohl auf formaler wie auf inhaltlicher Ebene die Seltsamkeit in all ihren
Formen aufgreifen. Alle Filmemacher, die in den zwei Programmen vertreten sind – von den Quay Brothers über
Keiichi Tanaami zu J.X. Willliams oder Walerian Borowczyk –, erkunden das Unbewusste und die verdeckten Seiten
unseres Wesens, indem sie uns geheime Universen und ihre Version des Teufels präsentieren. Von Puppenanimationen zu Cut-Outs über 16mm-Filmstreifen im Rückwärtslauf oder Video Recycling: Eine Vielzahl von
Techniken transportiert uns in Parallelwelten, die direkt diesem erstaunlichen Ort oder dieser unerschöpflichen
Quelle der Inspiration entspringen, die Clive Barker «die Welt zwischen unseren Ohren» genannt hat.
Kuratiert von Jasmin Basic
3.4.2. Girlz Gone Wild
Die neue Macht ist weiblich. Zumindest in den Filmen dieses unterhaltsamen Programms, das alte Grabenkämpfe
überwindet und alleine der Faszination eines ungemein kraftvollen Moments nachgeht: des Moments der weiblichen Selbstbestimmung, in dem diese eine Kraft entwickelt, der sich niemand entziehen kann. Des Moments, in
dem die Protagonistin eines Filmes alleine dadurch, dass sie ganz genau weiss, was sie will, die Welt verändern
kann. Es ist zum Beispiel der Moment, in dem Sarah, die Hauptfigur in Monia Chokris Film «Quelqu'un d’extraordinaire», sich entscheidet, dem klischeehaften, oberflächlichen Getue ihrer Freundinnen an einem Polterabend
den Garaus zu machen, indem sie das vordergründig nette Spiel nicht mehr mitzuspielen bereit ist und die Abgründe
hinter der freundlichen Fassade aufdeckt. Oder der Moment, in dem Lindsay Lohans Figur in Richard Phillips Film
«First Point» ihre Zerbrechlichkeit hinter sich lässt und die Zuschauer mit einem tiefen mysteriösen Blick
überallhin führen könnte, denn sie sind ihr fortan gänzlich ausgeliefert. Oder die ungemein ansteckende Kraft der
Unbeschwertheit und Selbstverständlichkeit von jugendlicher Weiblichkeit in «Release the Flying Monkeys» von
Alex Taylor und «A Million Miles Away» von Jennifer Reeder. Die jugendliche Weiblichkeit nämlich, die davon
ausgeht, dass sie die Welt beherrscht und sich ihr niemand in den Weg stellen kann. Schliesslich kann wild
gewordene weibliche Kraft auch mächtige Politiker ins Taumeln bringen: Wer hätte gedacht, dass Russlands starker
Mann, der sich gerne mit nacktem Oberkörper auf Bärenjagd zeigt, sich ausgerechnet von einem Video bedroht
fühlt, in dem scheinbar wild gewordene junge Frauen mit farbigen Mützen auf dem Kopf in einer Kirche ein Lied über
ihn performen? Das weltberühmt gewordene Video der Band Pussy Riot – ein schönes Beispiel weiblicher Macht.
Kuratiert von Simone Späni
3.4.3. Peter Sellers Rediscovered (Cinema Nostalgia)
Peter Sellers, 1925 im englischen Küstenstädtchen Southsea in der Nähe von Portsmouth geboren, wird von der
britischen Presse oft als der grösste Schauspieler und Komiker aller Zeiten betitelt. Mitte der 1950er-Jahre war er
bereits der Star verschiedener BBC-Radioshows, bevor er in «The Ladykillers» (1955) seinen ersten Auftritt auf der
grossen Leinwand hatte. Wenig bekannt ist, dass er 1957 die Hauptrolle in drei komödiantischen Kurzfilmen der
unabhängigen Produktionsfirma Park Lane Films spielte. Während «The Ladykillers» schnell zum Klassiker
avancierte, der auch heute noch in Ehren gehalten wird, sind diese drei Kurzfilme nach ihrer Veröffentlichung
schnell verschwunden – und deshalb auch schnell wieder vergessen gegangen. «Cold Comfort» (1957) war wohl
der erste einer ganzen Serie von Filmen, die Park Lane Films geplant hatte. Ziel war es, bis zu vierundzwanzig
Kurzfilme im gleichen komödiantischen Stil zu drehen, und zwar alle mit Peter Sellers als Hauptdarsteller in Rollen,
die sein Talent für komische Figuren unterstreichen würden. Alles weist darauf hin, dass das Projekt nach nur drei
Produktionen ein Ende fand. Die Gründe dafür sind bis heute nicht bekannt.
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Von «Cold Comfort» (1957) gab es stets verfügbare Kopien, aber es ist reiner Zufall, dass zwei weitere Filme
überlebt haben und uns heute zugänglich sind. Robert Farrow, der Gebäudetechniker von Park Lane Films,
erkundete regelmässig den Keller des Gebäudes, wo die Hausmeister ihre Wischmopps, Besen und Staubsauger
deponierten. Eines Tages fand er einundzwanzig Blechbüchsen und dachte, dass sie Polierschwämme für die
Reinigungsmaschinen enthalten würden. Während einer Sanierung der Büros 1996 bemerkte Farrow, dass die
Büchsen in einen Müllcontainer entsorgt worden waren. Er nahm sie mit nach Hause, stellte sie in ein Regal und
vergass sie dann einfach. Erst kürzlich fand er die Kanister während einer Aufräumaktion bei sich zu Hause wieder
und entdeckte endlich ihren Inhalt. «Man erwartet nicht, dass man in einem Müllcontainer etwas Wertvolles
findet», meinte Farrow, als er in den Büchsen zwei der verloren geglaubten Kurzfilme mit Peters Sellers in den
Büchsen gefunden hatte: «Insomnia is Good for You» (1957) und «Dearth of a Salesman» (1957). Die Filme
wurden restauriert und im Mai 2014 am Southend Film Festival das erste Mal dem Publikum vorgestellt. Nun beehrt
er in «Peter Sellers Rediscovered» Winterthur.
Kuratiert von John Canciani
3.4.4. Blow-Up: Pop – Art – Fashion
Die Kurzfilmtage Winterthur zeigen in Kooperation mit dem Fotomuseum Winterthur das Programm «Blow-Up: Pop –
Art – Fashion» als Ergänzung zur Ausstellung Blow-Up, die sich mit der Vielschichtigkeit des Meisterwerks von
Michelangelo Antonioni (1966) befasst. Das Filmprogramm widmet sich diversen Positionen der zeitgenössischen
sowie der klassischen Film-Avantgarde und spielt mit der Wahrnehmung des Zuschauers im Kontext von Fotografie,
Inszenierung, (Bild-)Manipulation, Mode und Pop-Art. Die Ausstellung Blow-Up läuft noch bis zum 30. November
2014. Infos unter: www.fotomuseum.ch.
Kuratiert von John Canciani
3.5. Nocturnes
Die Nocturnes der Kurzfilmtage in der einmaligen Atmosphäre der ehemaligen Industriehalle im Sulzerareal sind
fast schon legendär. Vor der bewährten Nocturne «Dismissed – Kill Your Darlings» steigt dieses Jahr eine weitere
Nocturne unter dem Titel «Kill and Be Killed».
Nocturne: Kill and Be Killed
Mord ist ein Tabu. Im richtigen Leben jedenfalls. Im Film hingegen wird er zelebriert; ganze Genres leben davon,
dass Menschen eines gewaltsamen Todes sterben. So hat das Morden im Film ein von der Alltagserfahrung
losgelöstes Eigenleben entwickelt. Zu nächtlicher Stunde untersuchen neun kurze Filme den Akt des Tötens innerund ausserhalb der klassischen Mord-Genres. Sie nehmen ihn unter die Lupe und stellen ihn in philosophische,
politische, alltagspraktische oder genretheoretische Zusammenhänge.
Kuratiert von Andreas Bühlmann und Senta van de Weetering
Nocturne: Dismissed – Kill Your Darlings
Sieben Wettbewerbsprogramme sind sieben Wettbewerbsprogramme: 560 Minuten, fertig! Vergessen werden
müssen dabei die schmerzhaften Ablehnungen und tränenreichen Abschiede im Laufe des Selektionsprozesses,
die das Herz in blutige Flöckchen zerreissen und die Lungenbläschen zum Streiken bringen.
Die Liebe einer
Auswahlkommission zu einem Wettbewerbskandidaten ist psychologisch und emotional der Liebe zu einem
Menschen gleichzusetzen. Hindernisse, an denen Kurzfilmlieben scheitern, können nach den geläufigen
Trennungsmustern einer ganz normalen Partnerschaft aufgezeichnet werden. Oft obsiegen zu Recht der
untrügliche Kunstinstinkt, die herausragende Konkurrenz und die grausame Vernunft. Doch manchmal versteht
man auch nach Jahren nicht, warum ein kongenialer Film es nicht in den Wettbewerb schaffte, wo er doch wie eine
Amour fou nach wie vor Schlaf, Sinne und Contenance raubt. Darum legen wir uns abermals auf die Coach unseres
Seelendoktors und arbeiten die verschmähten Lieben des Jahres 2014 auf.
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3.6. Kurzfilme für Jugendliche und Kinder
Jugendprogramm
Mittlerweile im vierten Jahr angekommen, ist den Kurzfilmtagen das Bildungsengagement unter dem Dach von
«Jugend & Schule» nach wie vor ein wichtiges Anliegen – ein Pfeiler davon ist das Jugendprogramm. Der Kurzfilm
eignet sich wie kaum ein anderes Medium für die Film- und Kulturvermittlung: In angemessener Zeit können
zahlreiche Aspekte des Kurzfilmes behandelt werden und durch seine thematische Vielfalt sowie die
unterschiedlichen Genres und Sprachen liefert er Denkanstösse, die eine gemeinsame Reflexion im Unterricht
erlauben. Filme vermitteln neben Emotionen auch neue Sichtweisen, zeigen Rollenmuster auf, thematisieren
andere Lebensweisen und geben Einblicke in fremde Kulturkreise. Das Jugendprogramm der Kurzfilmtage gibt
einen breiten Überblick des aktuellen Kurzfilmschaffens und zeigt, dass es auch eine Filmkultur nebst dem
gängigen Mainstream- und YouTube-Filmen gibt. Zum zweiten Mal engagieren die Kurzfilmtage ausserdem eine
Jugendjury, die das Jugendprogramm bewertet. Drei Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren sichten im Vorfeld
des Festivals die Filme und bestimmen gemeinsam einen Gewinner.
Kuratiert von Annina Canciani, John Canciani, Norma Giannetta, Sebastian Henn, Sandro Schmid und Tina Vellacott
Zauberlaterne: Kurze für Kleine – Kinderträume
Zeit zum Träumen hat man als Kind immer wieder. Das Kino bietet dafür einen idealen Raum. Grund genug, um für
die jüngsten Kinogänger der Kurzfilmtage dieses Jahr ein fantastisches Kurzfilmprogramm zusammenzustellen.
Die Zauberlaterne – der Filmklub für Kinder – hat einen kritischen und zugleich verträumten Blick in die Schatztruhe
mit den eingereichten Filmen geworfen und ist fündig geworden! Unter dem Titel «Kinderträume» präsentieren wir
zehn kurze Filme, die von kindlichen Fantasien und Visionen erzählen.
Kuratiert von Dustin Rees und Zauberlaterne
3.7. Eröffnungsprogramm und Preisverleihung
Eröffnungsprogramm
Dienstag, 4. November, 20.00 Uhr
Das Eröffnungsprogramm ist der grosse Auftakt der Kurzfilmtage. Das Selektionskomitee des Wettbewerbs und die
Kuratoren der Fokus- und Einzelprogramme stellen im Eröffnungsprogramm ihre liebsten Filme zusammen und
eröffnen den Besuchern den Blick auf die ganze Bandbreite der Kurzfilmtage. Dazu gehören auch Filme, die in
Winterthur in Anwesenheit der Filmemacher Schweizer oder gar Welt-Premiere feiern. Ein Amuse-Bouche auf das
bevorstehende Festival in feierlicher Atmosphäre.
Preisverleihung
Sonntag, 9. November, 20.00 Uhr
Am Sonntagabend fallen die Würfel! Die Jury vergibt den Hauptpreis, den Förderpreis, den Preis für den Besten
Schweizer Kurzfilm sowie den Preis für die Beste Schweizer Kameraarbeit. Zudem kürt das Publikum mit der Vergabe des Publikumspreises seinen Festival-Liebling. Im Anschluss an die Verleihung der Preise folgt das Screening
einiger Gewinner-Filme und die Besucher kommen in den Genuss des Making-of, das jährlich von einem anderen
Filmemacher während der Kurzfilmtage gedreht wird – in diesem Jahr vom österreichischen Regisseur Christoph
Schwarz. Die Preisverleihung ist der grosse Abschluss-Event der Kurzfilmtage in Anwesenheit der Filmschaffenden.
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4. Rahmenprogramm
4.1. Podien & Masterclass
Masterclass: Yann Gonzalez
Samstag, 8. November, 11.00 Uhr, (e), Casino Theatersaal
Yann Gonzalez ist der neue Regiestar der aktuellen französischen Autorenfilmszene. Er zeichnet sich durch eine
sehr eigene Filmsprache, geprägt von einem hohen Mass an Sinnlichkeit und Exzess, aus. In der Masterclass erzählt
er über die Entwicklung dieser persönlichen Filmsprache, dem Umgang mit Exzess und Sinnlichkeit im Film, über
seine Einflüsse und die Themen, die ihn interessieren. Und schliesslich verrät er uns etwas über die Mechanismen
der aktuellen französischen Filmszene.
Projektpräsentation «Visionen I: Werben für Europa»
Samstag, 8. November, 11.30 Uhr Screening, (d), Casino Festsaal
Der europäische Integrationsprozess nach dem 2. Weltkrieg war von Anfang an von einer umfassenden, politisch
motivierten Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Der Film spielte dabei eine zentrale Rolle. Durch welche Bilder sollte die
Identifikation der Bürger mit dem europäischen Einigungsprojekt erzielt werden? Mit welchen Narrativen wurde
Europa als gemeinsamer Erfahrungsraum konstituiert? Solchen Fragen geht ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Forschungsprojekt der Universität Hamburg nach. Thomas Tode und Prof. Dr. Gabriele
Clemens präsentieren dieses nach dem Programmblock «Visionen I: Werben für Europa».
www.europawerbefilme.de.
Podium: «The Future of Short Film – A Creative Think-Thank: Submissions, Platforms and their Strategies»
Samstag, 8. November, 14.00 Uhr (e), Hotel Krone
Die steigende Anzahl der eingereichten Filme bei Filmfestivals ist noch immer ein zentrales Thema. Nachdem
letztes Jahr die Festivals zu Wort kamen, übergeben die Kurzfilmtage nun den fünf wichtigsten Online-Einreichungsplattformen Europas das Wort. Wie sehen sie den Markt? Verstehen sie die Problematik der Festivals? Was ist
ihr Beitrag? Stimmen die Gerüchte, dass auf Hochtouren an Filtern gearbeitet wird, mit welchen jedes Festival an
die Filme kommt, die am besten in seine Strategie passen? Das Panel ist öffentlich und kostenlos. Es diskutieren:
Laurent Crouzeix (Shortfilmdepot), Ann-Christine Doerfle (Reelport), Luca Zamai (FilmFestivalLife), Milian Vasquez
(UPTOFEST), Víctor M. Muñoz (Festhome)
Moderation: Alessandro Marcionni (Festival del Film Locarno)
Podium: «Indigenes Kino»
Sonntag, 9. November, 14.30 Uhr (e), Foyer Theater Winterthur
Überall auf der Welt drehen indigene Filmemacher fiktionale und dokumentarische Filme, die sich zu einer eigenständigen filmischen Bewegung formen und ihrem Publikum neue Perspektiven zeigen, die man selten auf der
grossen Leinwand sieht. Die Diskussionsrunde mit indigenen Filmemachern und Festivalprogrammatoren setzt
sich mit der kulturellen und künstlerischen Bedeutung dieser Werke auseinander und zeigt, wieso das indigene
Kino unsere Aufmerksamkeit verdient.
Moderation: Jason Ryle, Leiter von imagineNATIVE Film + Media Arts Festival, Toronto, Kanada
4.2. Filmgespräche
Filmgespräch: «Sonderfall Schweiz: Es kommen Menschen»
Donnerstag 6. November, im Anschluss an das 20.00 Uhr Screening, (d), Casino Festsaal
Seit dem Personenfreizügigkeitsabkommen ist die Zuwanderung zugunsten der Wirtschaft gestiegen. Doch nicht
alle sind glücklich darüber. Politische Debatten zu Zuwanderungsbeschränkungen haben in diesem Jahr Hoch-
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konjunktur. Wir sprechen mit den anwesenden Regisseuren über ihre Filme, die Phänomene wie Dichtestress und
Überfremdungsangst der Schweizer reflektieren. Unter anderem mit Gästen wie Nikola Ilic, Regisseur «Kanton
Jugoslawien», Thomas Haemmerli, Gründer der GomS (Gesellschaft offene & moderne Schweiz), und weiteren.
Filmgespräch: «Wapikoni – 10 Years of Activism»
Freitag, 7. November, im Anschluss an das 16.30 Uhr Screening, (e), Casino Theatersaal
Wapikoni ist seit zehn Jahren mit dem primären Ziel unterwegs, die Isolation von indigenen Jugendlichen zu bekämpfen und dabei gleichzeitig ihre künstlerischen und technischen Fähigkeiten zu fördern. Christian Morissette
von Wapikoni präsentiert das Programm in Begleitung von Filmemachern persönlich. Er wird das Projekt vorstellen
und den Kontext der Filme und deren Bedeutung dem Publikum näherbringen.
Filmgespräch: «EUkraine»
Freitag, 7. November, im Anschluss an das 20.00 Uhr Screening, (e), Casino Festsaal
Der politische Film hat eine lange Tradition und besonders im Kurzfilm eine feste Heimat gefunden. Günstigere und
bessere Kameras ermöglichen eine schnelle Produktion und das Internet ist zur wichtigsten Plattform für Aktivisten
geworden. Wie steht es heute um den politischen Film? Gibt es noch einen Unterschied zwischen politischem Film,
Propaganda, Aktivismus und Journalismus? Wo verschwimmen die Grenzen, wo braucht es Abgrenzungen und
wozu und wem dienen Filme der Art, wie sie im Moment in der Ukraine produziert werden? Es diskutieren: Sviatoslav
Yurash, Babylon'13; Yulia Serdyukova, DocuDays Kiev und Sławomir Sierakowski, Publizist und Soziologe.
Filmgespräch: «Yael Bartana: And Europe Will Be Stunned»
Samstag, 8. November, im Anschluss an das 17.00 Uhr Screening, (e), Casino Festsaal
Die drei Kurzfilme «Mary Koszmary» (Albträume), «Mur i wieza» (Mauer und Turm) und «Zamach» (Attentat) der
Künstlerin Yael Bartana bilden unter dem Titel «Die polnische Trilogie» eine komplexe Einheit. Sie behandeln den
Aufruf an drei Millionen polnische Juden, in ihre Heimat zurückzukehren. Dies wirft auch zeitgenössische
europäische Fragen zu Migration, Asylrecht und Fremdenhass auf. Im Anschluss an das Screening der Trilogie
diskutieren Yael Bartana, der israelische Kurator Avi Feldman und der Hauptdarsteller der drei Filme, Publizist und
Soziologe Sławomir Sierakowski, die Themen des Films und die Arbeit der Künstlerin.
Filmgespräche: «Sonderfall Schweiz: Beziehungsstatus: It’s Complicated»
Sonntag, 9. November, im Anschluss an das 11.30 Uhr Uhr Screening, (d), Casino Festsaal
Das historische EWR-Nein von 1992 war einer der bedeutendsten politischen Meilensteine in der Beziehungsgeschichte Schweiz–Europa und festigte den Sonderweg der Eidgenossen. Wir diskutieren mit Experten wie Dr.
Georg Kreis, emeritierter Professor für Neuere Allgemeine Geschichte und bis Ende 2011 Leiter des Europainstituts
an der Universität Basel, welche politischen und mentalen Kräfte hinter der Abschottungsideologie der Schweiz
stecken, und ob der Alleingang unter der Fahne der «Neutralität» in einer wirtschaftlich wie politisch zunehmend
globalisierten Welt überhaupt noch möglich ist. Weitere Gäste: Laura Kaehr, Regisseurin «1927» und Kaspar
Surber, Autor und Redaktor bei der WOZ.
Filmemachergespräch: «Geovanni Ocampo: Hot Michoacán DOKXXXXX»
Sonntag, 9. November, im Anschluss an das 12.00 Uhr Screening, (es/e), Casino Theatersaal
Der mexikanische Regisseur Geovanni Ocampo Villanueva beschäftigt sich in seinen Dokumentarfilmen mit den
Traditionen der Region Tierra Caliente. Er selber stammt aus einer indigenen Familie, welche in der Region von
Michoacán lebt. Zusammen mit der chilenischen Kuratorin Amalia Cordova spricht er über seine Arbeit und wird dem
Publikum einen Einblick in sein neustes, sich noch in der Entwicklung befindendes Projekt «First Love» geben. Das
Gespräch ist auf Spanisch, übersetzt ins Englische von Amalia Cordova.
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Filmgespräch: «Post-Apocalyptic Indians»
Sonntag, 9. November, im Anschluss an das 17.00 Uhr Screening, (e), Casino Theatersaal
«Post-Apocalyptic Indians» führt ein in eine Welt, von der viele nicht einmal wussten, dass sie existiert. Die Kurzfilme von indigenen Filmemachern aus Kanada und Australien beschäftigen sich mit der Idee, dass die Kolonialisierung ihrer Länder den Beginn einer apokalyptischen Realität markiert hat, die für die indigene Be-völkerung bis
heute anhält. Der Kurator des Programms, Jason Ryle vom imagineNATIVE Film + Media Arts Festival in Toronto, wird
im Anschluss an das Screening die einzelnen Filme kontextualisieren und einen vertieften Einblick in die Lebensrealitäten der indigenen Völker geben.
Filmgespräch: «Grenzzeit – Die Mauer und ihr Fall»
Sonntag, 9. November, im Anschluss an das 17.00 Uhr Screening, (e), Casino Festsaal
Kurator Dr. Claus Löser ist Gründungsmitglied von ex.oriente.Lux, eines Archivs für den ostdeutschen Undergroundund Experimentalfilm. Er ist Mitherausgeber der DVD «Gegenbilder – DDR-Film im Untergrund 1983-1989». Zurzeit
lebt und arbeitet er in Berlin als freier Filmemacher, Filmpublizist und Kurator des Programmkinos Brotfabrik. Er präsentiert das Programm persönlich vor Ort.
Q&A: Internationaler Wettbewerb und Schweizer Wettbewerb
Während des ganzen Festivals
Nach den Vorstellungen des Internationalen Wettbewerbs und des Schweizer Wettbewerbs finden jeweils Gespräche (Q&A) mit den anwesenden Filmemachern statt. Davon ausgenommen sind jene Vorstellungen, die nach 22.00
Uhr beginnen.
4.3. Wiederkehrende Veranstaltungen
Blick hinter die Kulissen
Mittwoch bis Samstag, 5. bis 8. November, jeweils 18.30–19.15 Uhr (d), Foyer Casinotheater
Die Kurzfilmtage bieten interessierten Personen täglich kostenlos die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen, in
die Vorführkabine und auf die Organisationsabläufe des Festivals zu werfen. In kleinen Gruppen spazieren die
Besucher durch die Festivalräume, können den Operateuren über die Schulter schauen und einem langjährigen
Teammitglied bei einem Getränk Fragen zum Festival stellen.
Radio Stadtfilter Talk
Mittwoch bis Samstag, 5. bis 8. November, jeweils 18.30–19.00 Uhr, (d), Theater Winterthur
Das Winterthurer Kulturradio «Radio Stadtfilter» sendet täglich live aus dem Foyer des Theaters Winterthur. Von
18.30 – 19.00 Uhr diskutieren die RedaktorInnen von Radio Stadtfilter mit FilmemacherInnen und anderen Vertretern der Filmbranche live vor Publikum. Der Radiotalk kann vor Ort im Theater Winterthur oder im Äther über 96.3
Mhz und über Kabel auf 107.35 MHz mitverfolgt werden.
Mittwoch:
Donnerstag:
Freitag:
Samstag:
«Schweizer Filmschulentag» mit Anna Thommen (Filmemacherin)
«EUkraine» mit Sławomir Sierakowski (Publizist und Soziologe)
«Person im Fokus: Yann Gonzales» mit Yann Gonzales
«Kurzfilmtage 2014 – ein erstes Fazit» mit Eliane Boner (Kommunikationsverantwortliche) und
Laura Walde (Assistenz künstlerische Leitung)
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4.4. Musik und Tanz
Dienstag, 4. November:
– Eröffnungs-Ausklang im Foyer des Theater Winterthur: Nach dem Eröffnungsprogramm der Kurzfilmtage sorgt
DJ Pirx dafür, dass der Abend im Theater Winterthur aus und nachklingt. Die Festival-Bar im Casinotheater
bleibt geschlossen.
22.00–24.00 Uhr, Foyer Theater Winterthur
Mittwoch, 5. November:
– Musik in der Festivalbar im Casinotheater: DJ Rastapopoulos serviert eine exquisite Auswahl bester LoungeMusik.
21.00–24.00 Uhr, Festival-Bar im Casinotheater
Donnerstag, 6. November:
– Egopusher (Showcase): Tobias Preisig entlockt dem Synth-Bass Wohlklang in den tiefsten Lagen und seiner
Violine furiose, ausufernde, entrückte Melodien. Alessandro Giannelli liefert den mit elektronischen Essenzen
veredelten Beat dazu. Gemeinsam sind sie Egopusher und nicht ausgezogen, um die Welt das Fürchten zu
lehren, sondern um Verzückung zu säen und lichte Herzen zu ernten. Egopusher sind die Antithese zu deinem
Weltschmerz, das Antonym deines Schwermuts. Giannelli und Preisig? Aless unbezahlbar! 21.00– 21.30 Uhr,
Festival-Bar im Casinotheater
– Winti-DJ-Nacht mit Radio Stadtfilter und OnThur: Radio Stadtfilter, das Super-8 unter den Radios, und OnThur,
der Verein der Winterthurer Live-Clubs Albani, Gaswerk, Kraftfeld und Salzhaus bespielen an den Kurzfilmtagen
die lange Winti-DJ-Nacht in der Festival-Bar.
21.30–23.30 Uhr: Frau Holle (Radio Stadtfilter)
23.30–01.30 Uhr: Dr. Brunner (Kraftfeld)
01.30–03.30 Uhr: Ibrahim Bassiv (Albani Music Club)
Freitag, 7. November:
– Captain Moustache & Fredo Ignazio (Showcase): Aufgepasst, die Konzerte von Captain Moustache & Fredo
Ignazio gleichen einem «aufgedonnerten Spaghetti-Western mit staubigem Soundtrack». Was auch immer das
heissen mag, es gibt definitiv was aufs Ohr und aufs Auge. Das Glarner Duo spielt ausschliesslich Instrumente
aus den 1920er-Jahren und kreiert einen wilden Stilmix, selbstbenannt als «fucked-up two-piece minimalwestern-trash». Ungeschliffen, einzigartig und irgendwie... ziemlich charmant.
21.30–22.00 Uhr, Festivalbar im Casinotheater
– DJ Marcelle (NL): DJ Marcelle kommt aus Amsterdam und ist deine Lieblings-DJane. Nicht? Noch nicht. Denn
spätestens nach der ersten Nacht, in der sie dich mit ihren Mixen von drei Plattenspielern kreuz und quer über
die Tanzfläche gejagt hat, weisst du, was Glückshormone sind, hast deine grosse Liebe getroffen und
abonnierst DJ Marcelles Newsletter, um keine künftige Party mit ihrem Namen im Line-Up zu verpassen. Ihre
Sets sind wie ein gut programmierter Kurzfilmblock: abwechslungsreich, überraschend, in sich stimmig. Nur
sitzen bleiben wirst du nicht.
22.30–04.00 Uhr, Festivalbar im Casinotheater
Samstag, 8. November:
– Julian Sartorius (Showcase): Julian Sartorius als Schlagzeuger anzukünden wäre nicht falsch, doch irgendwie
nur die halbe Wahrheit. Denn was der Berner macht, geht weit übers Schlagzeugspielen hinaus. Sartorius ist als
Klangforscher und Beatsammler unterwegs, immer und überall auf der Suche nach dem Widerhall. Er entlockt
auf seinen Reisen durch den Alltag jedem Gegenstand, jedem Material einen rhythmischen Klang. Und so holt
er sich Tag für Tag einen neuen Beat in seine Sammlung. Wenn Julian Sartorius Räume bespielt, entspringen
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–
diesen ungehörte Töne, unerwartet, unerforscht. In welchem Takt wohl die Festivalbar erklingt?
21.30 – 22.00 Uhr, Festivalbar im Casinotheater
Momo Love und Inderrock: Momo Love und Inderrock, Beat-Doktor und Hit-Bitch, beide Residents im Zürcher
Helsinki und im Gonzo, und als Duo Roland OK durch die Keller tingelnd. Mit Musik irgendwo zwischen
Rhythm’n’Blues, Afro Soul, Red Bird, kratzigem Funk, Garage, Booty Shakers und Schmuserock.
22.30–04.00 Uhr, Festivalbar im Casinotheater
Sonntag 9. November:
– Schtubetanz: Das Team der Kurzfilmtage lädt zur legendären finalen Sause. Bodenloser Trash,
himmelstürmerische Hits und hopsende Beats – it’s time to sweat your brains out!
22.00–04.00, Festivalbar im Casinotheater
5. Art in Winterthur
5.1. Yael Bartana
Yael Bartana, geboren 1970 in Kfar-Yehezkel, Israel, lebt und arbeitet in Amsterdam, Tel Aviv und Berlin. SoloAusstellungen im Museum of Modern Art in Warschau, dem Van Abbemuseum in Eindhoven, dem MoMA PS 1 in New
York, dem Moderna Museet Malmö, u.v.m. 2011 vertrat sie Polen an der Biennale di Venezia. Für ihre Arbeit erhielt
sie zahlreiche Preise. In diesem Jahr ist sie eines der Jury-Mitglieder der Kurzfilmtage.
«Inferno», Installation (Single Channel), 4.–9.11.2014, Oberes Foyer Theater Winterthur
Als Ergänzung zur Trilogie «And Europe Will Be Stunned» im Kinosaal zeigt Yael Bartana «Inferno» (2013) als Single
Channel Installation im Oberen Foyer des Theaters Winterthur. Ausgangspunkt für «Inferno» ist der aktuelle Bau
des dritten Salomon-Tempels in Sao Paulo durch die brasilianische evangelikale Universal Church of the Kingdom of
God, die in den späten 1970er-Jahren in Rio de Janeiro gegründet wurde und weltweit Millionen von Anhängern hat.
Getreu nach biblischen Angaben entworfen, soll dieser neue Tempel ein Nachbau des ersten Tempels in Jerusalem
darstellen, dessen Zerstörung im 6. Jahrhundert v. Chr. den Beginn der jüdischen Diaspora markiert, der auch in
«And Europe Will Be Stunned» thematisiert wird. Bartanas Arbeit zitiert Hollywood-Actionfilme und setzt dabei, wie
sie es nennt, «historisches Pre-Enactment» ein, eine Methodologie, die Fakt und Fiktion, Prophezeiung und
Geschichte miteinander verbindet.
5.2. Urs August Steiner
Urs August Steiner (*1980) lebt und arbeitet in Zürich. Er hat sein Studium an der Zürcher Hochschule der Künste
und am California College of Arts in San Francisco absolviert und einen Nachdiplomstudiengang an der École
cantonale d’art de Lausanne abgeschlossen. Seine Arbeiten wurden u.a. im Grand Palais Bern, Splatterpool New York
und Die Diele Zürich ausgestellt.
«Some Things Never Change» Videoinstallation (Multi Channel), 4.–9.11.2014, Foyer Theater Winterthur
In diesem Video sind alle Explosionen der James Bond Filme von 1962 bis 2012 zu sehen.
«The Rest is Noise» Soundinstallation, 4.–9.11.2014, Eingang Theater Winterthur
Alle Dialoge, wie auch die Filmmusik, wurden gänzlich Filmen des Regisseurs Stanley Kubrick entnommen und zu
einer Soundlandschaft aneinandergereiht.
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5.3. Blow Up: Ausstellung im Fotomuseum Winterthur
Die Ausstellung Blow-Up im Fotomuseum Winterthur befasst sich mit der Vielschichtigkeit des Films «Blow-Up»
(1966) von Michelangelo Antonioni und seiner Auseinandersetzung mit der Fotografie. Kaum ein anderer Spielfilm
hat jemals die Vielfalt der Fotografie derartig analysiert. Das Spektrum in «Blow-Up» ist breit und reicht von der
Modefotografie über die Sozialreportage und Pop-Art bis hin zu abstrakten Fotografie. Die Ausstellung Blow-Up zeigt
noch bis zum 30. November 2014 in mehreren Kapiteln diese vielseitigen Themen und deren Bezüge zueinander.
Kombi-Ticket: Die Besucher des Kurzfilmprogramms «Blow-Up: Pop – Art – Fashion» (9. November 2014 um 14.30
Uhr) sowie Besitzer eines Festivalpasses erhalten an diesem Tag mit ihrem Ticket freien Eintritt zur Ausstellung
Blow-Up im Fotomuseum Winterthur.
6. Branchenanlässe
6.1. 7. Schweizer Filmschulentag
Donnerstag, 6. November, Casino Festsaal
Die fünf wichtigsten Bachelor-Lehrgänge der Schweiz stellen sich am Donnerstag, 6. November, mit einem aktuellen
Kurzfilmprogramm vor. Eine Fachkommission gibt den Studierenden eine Rückmeldung und vergibt um 20.30 Uhr
den Preis für den besten Schweizer Schulfilm in der Höhe von CHF 5'000.–. Der Schweizer Filmschulentag ist eine
Veranstaltung der Kurzfilmtage in Zusammenarbeit mit SRG SSR und dem Bundesamt für Kultur. Die Vorführungen
sind öffentlich und der Eintritt frei. Zutritt nur zu Beginn der einzelnen Schulprogramme. Alle Filme sind englisch
untertitelt. Für die Gespräche wird eine Übersetzung ins Englische angeboten. Die Jury des 7. Schweizer
Filmschulentags besteht aus Anna Thommen (Filmemacherin, Schweiz), François Bonenfant (Ausbildungsleiter Le
Fresnoy, Frankreich) und Sirkka Möller (Leiterin Doc Station Berlinale Talents, Deutschland).
Bachelor-Lehrgänge
Haute école d’art et de design HEAD, École cantonale d’art de Lausanne ECAL, Hochschule Luzern Design & Kunst:
Video, Hochschule Luzern Design & Kunst: Animation, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
6.2. Producers’ Day
Freitag, 7. November, 09.30–20.00 Uhr, Alte Kaserne Winterthur
Unter dem Namen Producers’ Day bieten die Kurzfilmtage zusammen mit FOCAL ein Veranstaltungsangebot für
Kurzfilmprofis an. Den Vormittag widmen wir dem Austausch zwischen Produzenten, Regisseuren und der internationalen Branche, das Symposium am Nachmittag läuft dieses Jahr unter dem Titel «Crossing the Border» und
bietet einzigartige Workshops und Referate zu den sich abzeichnenden Trends hinsichtlich der Kurzfilmfinanzierung und der Produktion, hybrider Genres im Kurzfilm und dem neuen Publikum. Der Producers’ Day wurde initiiert
von den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur und FOCAL, mit der Unterstützung von SWISS FILMS und dem
Bundesamt für Kultur. Der Eintritt ist frei, die Platzzahl beschränkt. Detaillierte Informationen und Last-MinuteAnmeldungen bis 30. Oktober 2014 unter www.kurzfilmtage.ch/producersday.
6.3. Writers’ Room
Samstag, 8. November, 10.30–20.00 Uhr, Alte Kaserne Winterthur
Unter dem Namen «Writers’ Room» bieten wir ein Veranstaltungsangebot im Bereich der Drehbuchentwicklung und
-förderung für angehende und professionelle Drehbuchautoren an. 2014 wird der Writers’ Room die Informations-,
Begegnungs- und Weiterbildungsplattform für nationale Drehbuchautoren, Autoren-Regisseure und Interessierte
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18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur | 4.–9. November 2014
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sein. Am Vormittag wird über die nationalen Weiterbildungsmöglichkeiten durch FOCAL informiert. Das anschliessende Speed Dating an Nachmittag bietet den anwesenden Schweizer Drehbuchautoren, Bloggern, Kolumnisten
und potenziellen Nachwuchsautoren eine breite Palette etablierter Filmemacher als direkte Gesprächspartner an.
Im Anschluss präsentiert SRF einen Showreel über die Vielfalt an Erzählformen bei Webserien und die Produzenten
der Webserie «Güsel» berichten über ihre Erfahrungen in Form einer Case-Study. Der Writers’ Room wurde initiiert
von den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur, mit der Unterstützung der SRG SSR und SSA/Suissimage. Der
Eintritt ist frei, die Platzzahl beschränkt. Detaillierte Informationen und Last-Minute-Anmeldungen bis 30. Oktober
2014 unter www.kurzfilmtage.ch/writersroom.
7. Jugend und Schule
Der Kurzfilm ist ein geeignetes Medium für die Film- und Kulturvermittlung. Durch seine thematische Vielfalt, die
unterschiedlichen Genres und Sprachen bietet er ein einmaliges Spektrum an. Kurzfilme liefern zahlreiche Denkanstösse und erlauben eine gemeinsame Reflexion im Unterricht. Deshalb bieten die Kurzfilmtage für LehrerInnen,
Jugendarbeitende und Jugendverbände ein interessantes und reichhaltiges Angebot (Weiterbildungen, Schulbesuche von Experten, Unterrichtsmaterialien, Festivalbesuch des Jugendprogramms mit der Klasse), um mit Schulklassen und Jugendgruppen das Thema Film auf eine spannende Weise zu erarbeiten. Weitere Informationen unter
www.kurzfilmtage.ch/schule.
8. Festival Trailer
Für Schweizer Filmemacher ist es eine Ehre, ihn umzusetzen, und Fans der Kurzfilmtage erwarten ihn mit
Spannung: Der Festival-Trailer der Kurzfilmtage. Der Trailer 2014 wurde vom Berner Animator Fabio Friedli realisiert.
Friedli gewann 2010 mit dem Animationsfilm «Heimatland» den Publikumspreis und 2011 mit «Bon Voyage» den
Preis für den Besten Schweizer Kurzfilm. Im diesjährigen Kurzfilmtage-Trailer nun greift er auf die Urform des Films
zurück, die Stop-Motion-Technik, und verarbeitet verschiedene Motive und Genres zu einem unkonventionellen
Gesamtkunstwerk – ein Destillat von kontroversen Gegenständen, in denen sich die Kurzfilmtage und ihre
Geschichte widerspiegeln. Der Trailer feierte am Zurich Film Festival Premiere, online kann er eingesehen werden
unter www.vimeo.com/KurzfilmtageWIN.
9. Organisation
Die Kurzfilmtage werden von ca. fünfzig Mitgliedern des nicht gewinnorientierten Vereins «Kurzfilmtage Winterthur» organisiert. Das Team setzt sich aus branchennahen Filmkennern sowie bereichsspezifischen Spezialisten
zusammen. Diese arbeiten das ganze Jahr über in den verschiedenen Ressorts sowie am Festival selbst mit. Die
Geschäftsstelle des Vereins mit Sitz in Winterthur ist mit 265 Stellenprozenten besetzt und zuständig für die
Bereiche Filmlogistik, Festival-Infrastruktur, Administration, Akquise, Kommunikation, Personalwesen, Fundraising
und Finanzen sowie für die Festivalproduktion. Für die Redaktion der Drucksachen, die Koordination der kuratierten
Programme, die Produktion des Festivaltrailers sowie die Übersetzungen und die Koordination der Visionierungsarbeit bestehen bezahlte Mandate. Externe Mitarbeitende leisten vor und während dem Festival Hunderte von
Arbeitsstunden – ehrenamtlich oder zu bescheidenen Ansätzen.
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18. Internationale Kurzfilmtage Winterthur | 4.–9. November 2014
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10. Sponsoren und Partner
Hauptsponsorin
Medienpartner
CO-PARTNER
Öffentliche Hand
Kanton Nidwalden
Kanton Obwalden
Kanton Schwyz
Kanton St. Gallen
Kanton Thurgau
Kanton Wallis
Kanton Zug
Partner
Corpmedia
cinegrell gmbh
Die Grüne Fee
Einsiedler Bier
FedEx
Heuberger – Wein & Gewürze
Hutter Dynamics AG
Init7
Jingle Jungle Tonstudios
Kino Xenix
Kon5
La Semeuse SA
Mattenbach AG
Nikon AG
Rent a Bike
Stadtbus Winterthur
Stadtwerk Winterthur
Ticketino
Tweaklab
Zürcher Verkehrsverbund
Medienpartner
Art-tv.ch
Cineman
Daily Movies
Radio Stadtfilter
Coucou – Kulturmagazin Winterthur
451.ch
Kommunikationspartner
publisuisse
APG|SGA
Propaganda
Winterthur Tourismus
Stiftungen
Ars Rhenia
AVINA STIFTUNG
Fondation Oertil Stiftung
Johann Jacob Rieter-Stiftung
Kulturstiftung Winterthur
S. Eustachius-Stiftung
SSA – Kulturfonds der
Schweizerischen Autorengesellschaft
Suissimage – Schweizerische
Genossenschaft für Urheberrechte an
audiovisuellen Werken
Volkart Stiftung
Zürcher Filmstiftung
Technikpartner
Baranday
Backliner
Dataquest
Digitalstore
Dr. W. A. Günther MediaRent
Schweizer AG
Spielstellenpartner
Casinotheater Winterthur
Theater Winterthur
Alte Kaserne
Sorell Hotel Krone
ZHAW Architekturhalle
Hotelpartner
Park Hotel, Winterthur
Hotel Banana City, Winterthur
Bed & Breakfast Bagels, Winterthur
Hostel Depot 195, Winterthur
Sorell Hotel Krone, Winterthur
Hotel Loge, Winterthur
Hotel Wartmann, Winterthur
Programmpartner
FOCAL
SWISS FILMS
Bildungsdirektion Kanton Zürich
Amalia Cordova
Babylon’13
Claus Löser
Docudays UA, Kiew
Ecole cantonale d’art de Lausanne
EU-Delegation für die Schweiz und
Liechtenstein, Bern
Filmfest Dresden, International Short
Film Festival
Fotomuseum Winterthur
Haute école d’art et de design Genève
Historisches Seminar der Universität
Hamburg
Hochschule Luzern – Design & Kunst
Jasmin Basiç
Jason Ryle
Memoriav – Audiovisuelle Kulturgüter
OnThur, Winterthur
Radio Stadtfilter, Winterthur
Schweizerisches Bundesarchiv
Schweizer Radio und Fernsehen SRF
Seminar für Filmwissenschaft der
Universität Zürich
Urs August Steiner
uniFrance films, Paris
Wapikoni Mobile
Die Zauberlaterne
Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Förderer der Kurzfilmtage
Antoinette Juchler, Winterthur
art.I.schock GmbH, Winterthur
Bernhard und Greti Schaffner-Aebi,
Basel
Christian Aus der Au, Winterthur
Headstand LLC, Wollerau
Isler Architekten AG, Winterthur
Margrit Tröhler, Zürich
Marietta Barman, Zürich
Peter Fritzsche, Winterthur
Sotronik GmbH, Winterthur
Ursula Dobler und H.-J. Germann,
Bauma
Thomas und Francesca Wels,
Oberrieden
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