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Es riecht nach einer Marktlücke - Bioaktuell.ch

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Datum: 15.10.2014
«Schweizer Bauer»
3001 Bern
031/ 330 95 33
www.schweizerbauer.ch
KNOBLAUCH:
Medienart: Print
Medientyp: Fachpresse
Auflage: 30'859
Erscheinungsweise: 2x wöchentlich
Themen-Nr.: 541.003
Abo-Nr.: 1008268
Seite: 7
Fläche: 45'743 mm²
In der Schweiz werden erst rund 15 Hektaren angebaut
Es riecht nach einer Marktlücke
Immer mehr Betriebe wagen sich an den Anbau
von Knoblauch. Die
Nachfrage nach Zinken
aus Schweizer Produktion
ist offenbar gross. Für den
grossflächigen Anbau
sind aber spezielle Geräte
notwendig.
werde, sagt Migros-Sprecherin Knoblauch. Und damit gehört
Monika Weibel. Für diesen sei er zu den Grossen in der Bran-
das Interesse der Kundschaft che. Produktionsleiter Daniel
Gutzwiller hat sich im letzten
sehr gross.
Konkurrentin Coop sei vor Jahr erstmals der Herausfordeallem im Biobereich an einem rung gestellt. Obwohl auch er
Ausbau der Mengen interes- vor allem bei der Trocknung
siert, sagt Sprecher Ramon nach der Ernte Anfangsschwie-
Gander. Man habe die bisherigen Lieferanten deshalb dazu
animiert, mehr Knoblauch anzubauen. Bisher verkaufte
In den letzten paar Jahren ha- Coop nur Bioknoblauch. Eine
ben sich die Anbauflächen von Ausweitung auf konventionelSchweizer Knoblauch mehr als
verzehnfacht. Von einer Boom- len Knoblauch aus der Region
Kultur zu sprechen, wäre aber könne man sich aber vorstellen.
trotzdem vermessen. Zwar wa- Bereits in diesem Jahr dürften
gen sich immer mehr Gemüse- sich die Knoblauch-Anbaufläproduzenten an die Kultur her- chen auch deshalb weiter ausgean, mit offiziell 15 Hektaren dehnt haben.
Flächen im letzten Jahr gehört Erfahrung fehlt
Knoblauch aber immer noch zu
den Exoten in der Branche. Bei der Kultivierung von
Knoblauch fehlt es an KnowWeshalb eigentlich?
Zum einen liegt es am tiefen how, weil es in der Schweiz
Preis für den importierten kaum eine Anbautradition gibt.
Knoblauch, mit dem die Zudem braucht es für den grossSchweizer Produktion nicht flächigen Anbau eine spezielle
mithalten kann. Knoblauch ist Gerätelinie. Dazu gehört ein
relativ arbeitsaufwendig und «Brecher» für die Zerlegung des
rigkeiten
hatte, war er eher
überrascht, wie gut sich der
Knoblauch auf seinen Parzellen
entwickelte.
Setzen im Herbst
Das relativ teure Saatgut
kauft Gutzwiller in Frankreich
ein, einen Teil vermehrt er aber
selbst, um Kosten einzusparen.
Die Zehen müssen mit dem
Brechgerät zuerst aus der Zwiebel gelöst werden, bevor sie im
Herbst mit dem Setzgerät gesetzt werden. Bis zum kürzesten
Tag müssen die Zehen im Boden
sein. «Sonst kommt es im Folgejahr zu massiven Ertragseinbussen», sagt Gutzwiller.
Aus jeder Zehe entwickelt
sich eine neue Zwiebel mit 8 bis
13 Zehen. Die Reihenbreite bedeshalb bei uns teurer. Doch of- Knoblauchs in die einzelnen trägt 45 cm, pro Laufmeter stefenbar gibt es eine Kundschaft, Zinken, eine spezielle Setzma- hen schlussendlich acht bis
die bereit ist, den höheren Preis schine, und auch das Erntegerät zwölf Pflanzen. Gerade hier
sieht Gutzwiller aber noch Opzu bezahlen, weshalb die beiden muss extra beschafft werden.
Grossverteiler zunehmend einNeben diesen Investitionen timierungspotenzial: «Wir müsheimischen Knoblauch abneh- braucht es ein bestimmtes Mass sen es technisch hinkriegen,
men.
an Durchhaltewillen, denn exakter zu pflanzen.» Zu gerinpraktisch alle Neueinsteiger be- ge Abstände wirken sich negativ
Detailhändler interessiert zahlen Lehrgeld. Es gibt bereits auf das Pflanzenwachstum aus
Migros verkaufte im letzten Produzenten, die entnervt auf- und damit auf den Ertrag.
Jahr nach eigenen Angaben gegeben haben.
Kaum Schädlinge
rund 30 Tonnen Schweizer Von einem solchen kaufte der
«Wir haben eigentlich keine
Knoblauch. Dabei handle es Biogemüsebetrieb von Peter
sich vor allem um konventio- Aschmann im thurgauischen ernsthaften Probleme mit
nellen frischen Knoblauch, der Illhart vor zwei Jahren die gan- Schädlingen und Krankheiten»,
unter dem Label «Aus der Regi- ze Gerätschaft ab. In diesem sagt Gutzwiller. sDie Lauchmoton. Für die Region.» angeboten Jahr stehen dort fünf Hektaren te komme zwar vor, führe aber
Medienbeobachtung
Medienanalyse
Informationsmanagement
Sprachdienstleistungen
ARGUS der Presse AG
Rüdigerstrasse 15, Postfach, 8027 Zürich
Tel. 044 388 82 00, Fax 044 388 82 01
www.argus.ch
Argus Ref.: 55506083
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besonders arbeitsintensiv und
Die maschinelle Ernte findet deshalb der teuerste Teil in der
einsetzen, was aber in diesem im Thurgau im Juli statt. Die ge- Knoblauchproduktion,
sagt
Jahr bis jetzt nicht nötig gewe- ernteten Zwiebeln - rund sie- Gutzwiller. Bereut hat er den
sen sei. Gut möglich, dass der ben Tonnen pro Hektare - müs- Einstieg bis jetzt nicht: «Wenn
intensive Knoblauchgeschmack sen dann aufbereitet und etwa alles ideal läuft, lässt sich Knobvorbeugend wirkt, schliesslich einen Monat lang getrocknet lauch profitabel anbauen.»
wird Knoblauch auch als natür- werden. Die Aufbereitung sei DAVID EPPENBERGER, LID
kaum
zu
Schäden.
Gegen liches Insektizid eingesetzt.
Thrips könnte er Pyrethrum
r
elf
Daniel Gutzwiller aus Illhart TG baut seit zwei Jahren
Bioknoblauch an. (Bild: LID)
ye»
Neo,
Krankheiten und Schädlinge sind im Knoblauchanbau kein
grosses Thema. (Bild: Janosch Szabo)
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