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Gehe zu Interview. - Botschaft der Republik Tadschikistan

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ost-ausschuss
informationen
10/11-2014
Ost-Ausschuss der Deutschen Wir tschaft in Zusammenarbeit mit dem Wir tschaftsmagazin Ost-West-Contact
Partnerschaft mit Zentralasien stärken
Seit der Unabhängigkeit der zentralasiatischen Länder
Usbekistan, Kasachstan, Turkmenistan, Tadschikistan
und Kirgisistan 1991 haben hauptsächlich Russland
und China versucht, ihren Einfluss in der Region geltend zu machen. Beispiele hierfür sind die Bestrebungen Russlands zur Gründung einer Eurasischen Union
sowie die Zentralasien-Strategie Chinas. Dennoch ist
die EU der wichtigste Handelspartner der zentralasiatischen Länder. Die Region bietet interessante Perspektiven für deutsche Unternehmen.
Guido Kerkhoff
Die wirtschaftliche Lage der Region ist sehr heterogen: Während Turkmenistan und Kasachstan dank ihres Rohstoffreichtums hohe
Wachstumsraten aufweisen, ist die Entwicklung in Kirgisistan und Tadschikistan
verhaltener. Kasachstan ist die wirtschaftliche Lokomotive Zentralasiens. Das Land
erwirtschaftet rund zwei Drittel des gesamten Bruttoinlandsprodukts in Zentralasien
und weist ein Pro-Kopf-Einkommen auf, das zweieinhalbmal höher ist als der Durchschnitt der Region.
Inhalt
Special:
Zentralasien
12 Kasachstan sucht Schulterschluss mit der EU
13 Interview mit dem neuen
kasachischen Botschafter
14 Just in Time auf der Seidenstraße
15 Usbekistan – junges Land im Umbruch
16 Bergbausektor als Motor der
Wirtschaftsentwicklung
17 Interview mit dem neuen
Botschafter der Republik
Tadschikistan in Deutschland
18 Tadschikistan: Wasser und Sonne sollen Wirtschaft antreiben
Foto: Eduard Kinsbruner
Die Bundesregierung hat im Jahr 2012 eine Rohstoffpartnerschaft mit Kasachstan
abgeschlossen. Es ist nun gemeinsam an der Politik und der Wirtschaft der Partnerländer, dieses sinnvolle Abkommen in Projekte zu übersetzen. Dies gilt gerade mit
Blick auf die zukünftige Energie- und Rohstoffversorgung Deutschlands, für die die
gesamte Region eine noch wichtigere Rolle spielen kann.
Die Kehrseite des Rohstoffreichtums ist die Abhängigkeit von schwankenden Weltmarktpreisen. Nachhaltige Investitionen auch der deutschen Wirtschaft in den Themenfeldern Umwelttechnologien, Wasserwirtschaft sowie Bildung und Ausbildung
können zur weiteren Stabilisierung der Region beitragen.
Grundsätzlich besteht in den Ländern Zentralasiens weiter erheblicher Reformbedarf, was die Wettbewerbsfähigkeit, die Bekämpfung der Korruption und fehlende
Rechtssicherheit angeht. Positive Entwicklungen sind erkennbar, beispielsweise die
Initiativen für eine Modernisierung Kasachstans sowie zur Stärkung des Privatsektors
in Turkmenistan. Diese Initiativen werden bei konsequenter Umsetzung zu einem
verbesserten Investitionsklima auch für deutsche Unternehmen führen.
Deutschland ist Vorreiter beim Aufbau von Beziehungen nach Zentralasien. So hat
die Bundesrepublik als erstes Land der EU Botschaften in allen fünf zentralasiatischen
Staaten eröffnet und 2007 die Zentralasienstrategie der EU maßgeblich mitentwickelt. An diese partnerschaftliche Tradition wollen die deutschen Unternehmen bei
ihren Investitionserwägungen in der Region gerne anknüpfen.
3 Ost-Ausschuss im Oktober/ November
4Länder-News
6 Die Ukraine zwischen Krieg und Neubeginn
7 Unterwegs in Belarus und
Aserbaidschan
8 Embargo verunsichert
Unternehmen
9 Osteuropa wird
wettbewerbsfähiger
10 Wirtschaftsgipfel zum Westlichen Balkan
19Termine
Guido Kerkhoff
Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG und
Sprecher des Länderkreises Zentralasien im Ost-Ausschuss
20Kooperationen
22Publikationen
CMS_LawTax_CMYK_28-100.eps
Ihr Partner für Rechts- und
Steuerberatung in Russland
— Investitionsbegleitung
— Unternehmensführung
(Corporate Governance)
— Regulierung
— Gewerblicher Rechtsschutz
— Urheberrecht
— Immobilien- und Baurecht
CMS, Russland
German Initiative Group
Gogolevsky Boulevard, 11
119019 Moskau, Russland
T +7 495 786 4000
Ihre Ansprechpartner
Irene Engel
E irene.engel@cmslegal.ru
Ivan Gritsenko
E ivan.gritsenko@cmslegal.ru
Dr. Thomas Heidemann
E thomas.heidemann@cmslegal.ru
cmslegal.ru
d e r o s t- a u s s c h u s s i m o k t o b e r/ n o v e m b e r
Liebe Leserinnen und Leser,
die Auseinandersetzungen zwischen Russland auf der einen und der EU
und der Ukraine auf der anderen Seite halten seit nunmehr über einem
Jahr die Öffentlichkeit in Atem. Als im August 2013 Russland ohne Vorwarnung für einige Tage die Grenzen für ukrainische Waren schloss, um
damit die Ukraine vor dem Abschluss des bereits 2011 ausgehandelten
Freihandelsabkommens mit der EU zu warnen, hätte wohl noch niemand
geglaubt, dass sich daraus eine Auseinandersetzung entwickeln würde,
die Europa erneut auf Jahrzehnte zu spalten droht.
Am 16. September 2014 haben nun das ukrainische Parlament und das
EU-Parlament in Straßburg das umstrittene Abkommen gleichzeitig
ratifiziert. Parallel dazu wurden jedoch Gesprächsangebote an Russland
und die mit Moskau verbündeten Separatisten in der Ost-Ukraine gesendet: Kiew bot den umkämpften Gebieten im Osten des Landes auf drei
Jahre eine Teilautonomie an, die bis hin zur Aufstellung einer unabhängigen Volksmiliz reicht. Die EU wiederum verschob die Umsetzung des
Freihandelsteils des Assoziierungsabkommens. Während die Ukraine
die im Frühjahr 2014 bereits vorzeitig gewährten Freihandelsprivilegien
für den EU-Markt behält, können EU-Waren erst ab Januar 2016 zollfrei
auf den ukrainischen Markt gelangen. Bis dahin soll die russische Regierung, die 2.400 Änderungswünsche für das Abkommen angemeldet hat,
von den wirtschaftlichen Vorteilen einer EU-Assoziierung der Ukraine
überzeugt werden.
Ein Handelskrieg wurde damit vorerst vermieden und der bewaffnete
Kampf in der Ostukraine zunächst eingefroren, auch wenn wirkliche
Lösungen und damit eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen noch
weit entfernt zu sein scheinen. Immerhin: Es wird wieder regelmäßig
miteinander gesprochen, und nur so lässt sich neues Vertrauen aufbauen.
Welche Auswirkungen die gegenseitigen Wirtschaftssanktionen derweil haben und welche Reformen in der Ukraine nötig sind, beschreiben wir auf den Seiten 6 und 8 dieser Ausgabe. Wie lange der Aufbau von
Vertrauen nach einem blutigen Konflikt dauern kann, zeigt ein Blick auf
die Länder des früheren Jugoslawien. Sie standen am 28. August im Mittelpunkt einer großen Westbalkan-Konferenz, zu der Bundeskanzlerin
Angela Merkel nach Berlin eingeladen hatte (Seite 10f.)
Inhaltlicher Schwerpunkt unserer Herbst-Ausgabe ist Zentralasien
(Seite 12-18). Experten beleuchten die aktuelle Rolle Kasachstans im
Ukraine-Konflikt und informieren über Kooperationsmöglichkeiten
im Logistik-, Rohstoff- und Energiesektor. Der Wirtschaftsstandort
Usbekistan wird durch den dortigen deutschen Botschafter Neithard
Höfer-Wissing porträtiert. Außerdem können wir Ihnen in dieser Ausgabe gleich zwei neue Botschafter in Berlin im Interview vorstellen:
Bolat Nussupov (Kasachstan) und Malikscho Nematov (Tadschikistan).
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!
Ihre Redaktion
Am Rande der großen Westbalkankonferenz am 28. August 2014 in Berlin
unterzeichneten der Vorsitzende des
Ost-Ausschusses Eckhard Cordes und die
Geschäftsführerin des Vienna Economic
Forum Elena Kirtcheva im Beisein von
Bundeswirtschaftsminister Sigmar
Gabriel eine Vereinbarung zu einer längerfristigen Zusammenarbeit. Das Vienna
Economic Forum wurde im April 2004 in
Wien gegründet. Ziel des Forums ist es,
die wirtschaftliche Kooperation zwischen
den Ländern und Gebieten von der Adria
bis zum Schwarzen Meer vom Standort
Wien aus zu fördern – Ziele, die auch der
Ost-Ausschuss im Sinne seiner Mitglieder
verfolgt. Im Rahmen des Memorandum of
Understanding vereinbarten die Organisationen einen regelmäßigen Informationsaustausch zu aktuellen wirtschaftlichen
Entwicklungen in den Ländern sowie zu
anstehenden Veranstaltungen.
Foto: Ost-Ausschuss
Personalien
Zum 1. September
2014 übernahm im
Ost-Ausschuss
Dr. Martin Hoffmann
als Regionaldirektor
für Osteuropa die
Zuständigkeit für
die Länder Ukraine,
Belarus, Armenien,
Aserbaidschan und
Georgien.
Neuer Regionaldirektor für die fünf
zentralasiatischen
Staaten Kasachstan,
Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan
und Turkmenistan
wurde an seiner Stelle Eduard Kinsbruner,
der bislang als Referent in der Abteilung
Presse und Kommunikation tätig war.
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
3
l ä n d e r- n e w s
Publikationen
BELARUS
IWF
Zum dritten Mal seit 2012 hat die Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in
Belarus (RDW) eine Umfrage zum Geschäftsklima in Belarus durchgeführt,
an der 42 in Belarus mit deutscher Beteiligung tätige Unternehmen mitwirkten.
Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich dem Trend des Vorjahres entsprechend weiter eingetrübt. Der Anteil derjenigen Unternehmen, die die aktuelle Wirtschaftslage in Belarus als gut bewerten, sank von 13 Prozent im Jahr
2013 auf 5 Prozent aktuell. Der Anteil der Unternehmen, die die Aussichten für
das laufende Jahr positiv einschätzen, nahm von 21 Prozent auf acht Prozent ab.
Zwei Drittel der befragten Unternehmen wünschen sich eine verbesserte Berufsausbildung.
Georgien
Country Report No. 14/250: Request
for a Stand-By Arrangement; Press
Release; and Statement for the
Executive Director for Georgia
 http://www.imf.org/external/
pubs/cat/longres.aspx?sk=41853.0
Kasachstan
Country Report No. 14/258: The
Republic of Kazakhstan: Financial
System Stability Assessment
 Alle Ergebnisse der Umfrage gibt es unter http://belarus.ahk.de/bericht-umfrage-2014/
 http://www.imf.org/external/
pubs/cat/longres.aspx?sk=41870.0
EBRD
Ost-Ausschuss Länder
Regional Economic Prospects in
EBRD Countries of Operations:
September 2014: In the Heavy
Shadow of the Ukraine/Russia Crisis
http://www.ebrd.com/
downloads/research/REP/
rep-2014.pdf
Serbien
Working Paper No. 167: Diagnosing
growth constraints in south-eastern Europe: The case of Serbia
http://www.ebrd.com/
downloads/research/economics/
workingpapers/wp167.pdf
European Council on
Foreign Relations
Russland
Essay-Sammlung: Russia’s „pivot“
to Eurasia. Zehn russische Experten
diskutieren Russlands zunehmenden Fokus auf „Eurasien“ und die
dahinterliegenden Ursachen.
RUSSLAND
Deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren mit der Bereitstellung
moderner Technologien und Know-how für die Landwirtschaft und Verarbeitungsindustrie einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung des russischen
Agrar- und Ernährungssektors geleistet. Bis heute hat die deutsche Agrar- und
Ernährungswirtschaft rund eine Milliarde Euro direkt in Russland investiert.
Vor diesem Hintergrund hat Thomas Kirchberg, Vorsitzender der Arbeitsgruppe
Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, eine Reihe von
russischen Regionen besucht, um sich persönlich ein Bild über die Möglichkeiten des Engagements deutscher Unternehmen im Agrar- und Ernährungssektor
zu verschaffen. Neben Gesprächen mit den Regionalverwaltungen standen die
Besichtigung von Investitionsprojekten deutscher Investoren sowie Bildungseinrichtungen in den Regionen Kursk, Woronesch, Belgorod, Tambow und
Samara auf dem Programm. Gerade angesichts der Verschlechterung der politischen Beziehungen zu Russland in den letzten Monaten wollte die Arbeitsgruppe
Agrarwirtschaft mit dieser Reise einen Beitrag dazu leisten, den Gesprächsfaden zur russischen Seite nicht abreißen zu lassen. Die besuchten Investitionsvorhaben belegen anschaulich, dass eine erfolgreiche Modernisierung der russischen Wirtschaft durch die Einführung moderner Technologien und effizienter
Managementmethoden gelingen kann. Die deutschen Unternehmen betonten
in den Gesprächen die konstruktive Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Verwaltungsbehörden. Auch die Gebietsverwaltungen äußerten sich durchweg sehr zufrieden zum Engagement deutscher Unternehmen und waren sehr
interessiert daran, weitere deutsche Investoren für ihre Region zu gewinnen.
http://www.ecfr.eu/page/-/
ECFR103_RUSSIA_
COLLECTION_290514_AW
EU
Albanien
Report from the Commission to the
Council and the European Parliament
on Albania’s Progress in the Fight
Against Corruption and Organised
Crime and in the Judicial Reform
http://ec.europa.eu/enlargement/
pdf/key_documents/2014/
al_report_june_2014.pdf
Die Geschäftsführerin der AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss Gerlinde Sauer (2.v.l.) und
der Vorsitzende der AG Agrarwirtschaft Thomas Kirchberg (Mitte) auf der Baustelle des
neuen Claas-Landmaschinenwerks in Krasnodar.
Foto: Ost-Ausschuss
4
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
l ä n d e r- n e w s
RUSSLAND
Pressemitteilungen des
Ost-Ausschusses
Ab dem 1. Januar 2015 können auch Repräsentanzen ausländischer Personen
hochqualifizierte Spezialisten einstellen. Das aufenthaltsrechtliche Verfahren für Arbeitnehmer von Repräsentanzen ausländischer Unternehmen, die
in Russland jährlich mit mindestens zwei Millionen Rubel entlohnt werden, wird
damit erheblich vereinfacht. Ab dem 1.Januar 2016 gilt in der Russischen Föderation grundsätzlich ein Verbot von Leiharbeit (Arbeitnehmerüberlassung), mit
bestimmten Ausnahmen. Ein Outsourcing-Verbot allerdings ist nicht ausdrücklich vorgesehen.
An dieser Stelle möchten wir Sie
über die aktuellen Pressestatements des Ost-Ausschusses der
Deutschen Wirtschaft informieren.
Die vollständigen Pressemitteilungen können Sie im Internet unter
www.ost-ausschuss.de/pressemitteilungen abrufen. Verfolgen
Sie die aktuellen Meldungen auch
auf Twitter: @OstAusschuss
RUSSLAND, UKRAINE
15. September 2014
Übersicht zu neuen EU- und
US-Sanktionen
Am 08.09.2014 beschloss der Rat der
Europäischen Kommission eine weitere Sanktionsrunde gegen Russland. Die Liste der Personen, gegen
die ein Einreiseverbot und das
Einfrieren ihrer Vermögenswerte
beschlossen wurde, verlängert sich
um 24 Personen auf nunmehr 119.
Die schwierige Wirtschaftslage in Russland, die Angst vor Sanktionen und der
Krieg in der Ukraine wirken sich deutlich auf die deutsche Handelsbilanz aus:
In den ersten sieben Monaten 2014 gingen die deutschen Exporte nach Russland
um 15,3 Prozent bzw. 3,25 Milliarden Euro zurück. Die deutschen Exporte in die
Ukraine sanken um über 32 Prozent bzw. 1,3 Milliarden Euro. Die Importe aus
beiden Ländern blieben hingegen annähernd stabil.
TADSCHIKISTAN, USBEKISTAN
14. September 2014
Statement zur neuen EU-Sanktionsrunde: Eckhard Cordes
im Interview mit der FAS
Im Interview mit der Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung
gab der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft
Eckhard Cordes eine Stellungnahme zur gegenwärtigen Entwicklung im Ukraine-Konflikt ab.
Das bereits 1980 begonnene weltgrößte Staudammprojekt Rogun kommt
seiner Umsetzung einen Schritt näher. Anfang September bestätigte die Weltbank die technische Machbarkeit des Staudamms für das Wasserkraftwerk
Rogun in Tadschikistan. Nachdem das Projekt nach dem Zusammenbruch
der Sowjetunion gestoppt, die bereits bestehenden Bauten von nachfolgenden
Fluten zerstört wurden und eine Kooperation mit dem russischen Aluminiumkonzern Rusal scheiterte, entschied sich die tadschikische Regierung dafür, das
Projekt auf eigene Kosten wiederzubeleben. Zur Finanzierung wurden Aktien an
die Bevölkerung ausgegeben. Das Nachbarland Usbekistan allerdings befürchtete mit Befüllung des Staudamms Engpässe in der eigenen Wasserversorgung.
Der Weltbank kam es zu, das Projekt zu überprüfen. In dem Anfang September veröffentlichten Abschlussbericht werden letztendlich Bau und Betrieb des
Wasserkraftwerks Rogun als unproblematisch für Umwelt und Bevölkerung der
zentralasiatischen Staaten bewertet.
13. September 2014
Große Wirtschaftskonferenz
zum Westbalkan
Unternehmensvertreter und
Wirtschaftsminister aus acht
Ländern treffen sich am 24. September in Montenegro / Cordes:
Regionale Zusammenarbeit
ist Schlüssel zu Wachstum
25. August 2014
Steigende Verluste im Handel
mit Russland und der Ukraine
Sanktionen beschleunigen negativen Trend/ Unklarheiten bei Auslegung der Sanktionsvorschriften
Ost-Ausschuss auf der InnoTrans
19. August 2014
Sanktionen gefährden
Agrar-Investionen
Kirchberg: Deutsche Investoren verzichten zunehmend auf
Projekte in Russland/ Gegenseitiges Vertrauen ist Voraussetzung
für stärkeres Engagement.
Foto: Jelena Granowskaja
Die Internationale Fachmesse für Verkehrstechnik, innovative Komponenten, Fahrzeuge, Systeme – InnoTrans
2014 feierte vom 23. bis 26. September mit einer Rekordbeteiligung ihr
10. Jubiläum auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm. 2.758
Aussteller aus 55 Ländern präsentierten bahntechnische Innovationen und
Dienstleistungen auf der führenden
Branchenplattform der Bahnindustrie. 61 Prozent der Aussteller kamen
aus dem Ausland, in diesem Jahr erstmalig unter anderem auch Vertreter aus Belarus, Litauen und Mazedonien. Der Ost-Ausschuss war im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit der Messe Berlin GmbH im neuen City Cube präsent. Besonderes Interesse fand die Kontaktstelle Mittelstand für Russland im Ost-Ausschuss,
die deutsche mittelständische Unternehmen bei einem Markteintritt oder dem
Ausbau ihrer Geschäftsaktivitäten in Russland unterstützt. Dazu gab es während
der InnoTrans zahlreiche Beratungsgespräche.
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
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o s t- a u s s c h u s s i n t e r n
Die Ukraine zwischen Krieg und Neubeginn
Deutsche Wirtschaft kann beim Reformprozess wichtige Rolle spielen
Die Ukraine durchlebt schwierige Zeiten. Die innen- und sicherheitspolitischen Themen beherrschen seit Monaten die Nachrichten. Aber auch die
wirtschaftspolitischen Herausforderungen für das Land sind gewaltig.
 Der Autor
PROF. DR. RAINER LINDNER
Geschäftsführer des
Ost-Ausschusses der Deutschen
Wirtschaft und Vorsitzender des
Deutsch-Ukrainischen Forums
„Perspektivisch sollte die
EU mit Russland über
einen gemeinsamen
Wirtschaftsraum ins
Gespräch kommen.“
Jahrelang verschleppte oder kaum mehr als halbherzig vorangetriebene Wirtschaftsreformen haben sich zu einem riesigen Berg zusammengeschoben, der
mittlerweile allein durch seine Größe den Mut zum Beginn eines Abtragens zu
nehmen scheint: Die Wirtschaft ist eine der energieineffizientesten Europas, das
Finanz- und Bankenwesen steht am Rande seiner Leistungsfähigkeit, die Schulden sind erdrückend, dringende Strukturwechsel für ganze Industriezweige
stehen an. Hinzu kommt aktuell eine deutliche Abwertung der Griwna, die den
Schuldendienst des Landes und seiner Unternehmen zusätzlich belastet.
Und doch steht die Ukraine vor einer Wende: Der Maidan von 2013/2014 hat
ein Zeichen gesetzt, den Neuanfang zu wagen. Das neue Kiew will den Kurswechsel einleiten und sich der EU anschließen. Ende Juni 2014 hat die Ukraine
ein Freihandelsabkommen als Teil des Assoziierungsabkommens mit der EU
unterzeichnet. Die Entscheidung der EU, das Freihandelsabkommen aus Rücksichtnahme auf Russland erst ab 2016 in Kraft zu setzen, eröffnet Spielräume für
eine Verhandlungslösung.
Letztlich geht es darum, der russischen Seite zu zeigen, dass sie mit einem solchen Freihandelsabkommen wirtschaftlich eher gewinnt, als verliert. Denn das
derzeit größte Investitionsrisiko in der Ukraine stellen die kämpferischen Auseinandersetzungen im Osten dar. Investitionsvorhaben sind auf Eis gelegt. Die
ausländischen Direktinvestitionen waren bereits 2013 drastisch zurückgegangen.
Unterdessen konnte dank der IWF-Kreditzusagen in Höhe von 17 Milliarden
US-Dollar und 15 Milliarden Euro durch weitere internationale Geldgeber der
Staatsbankrott vorerst abgewendet werden. Die Kredite sind an strenge Reformauflagen gekoppelt. Dazu zählt die Anhebung der inländischen Gaspreise. Nach
der makroökonomischen Stabilisierung müssen die Kernprobleme des Wirtschaftslebens – die grassierende Korruption und die fehlende Unabhängigkeit
der Gerichte – bekämpft werden.
Klar ist, dass die Ukraine vor einem längeren Reformprozess steht. Die Wirtschaft muss fit für den europäischen Markt gemacht werden. Deutsche Firmen
können bei diesem notwendigen Modernisierungsprozess eine wichtige Rolle
spielen. Perspektivisch sollte die EU mit Russland gleichzeitig ins Gespräch über
einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok kommen,
in dem sich die Ukraine wirtschaftlich nicht zwischen einer Seite entscheiden
muss. Diesen Ansatz hat zuletzt auch der österreichische Außenminister Sebastian Kurz ins Spiel gebracht und eine neue Strategie für die Östliche Partnerschaft
der EU gefordert. Dies wäre die beste Unterstützung der EU für die Ukraine,
die schwierigen Zeiten zu überwinden. Es würde gleichzeitig auch der EU und
Russland nutzen. Und besser als jahrelanger Bürger- und Stellvertreterkrieg und
wirtschaftliche Sanktionsspirale wäre dies allemal.
Meine jüngsten Besuche in Kiew und Moskau haben gezeigt: Beide Länder
werden in der Zukunft miteinander auskommen müssen. Nachbarschaften
gehen nicht zu Ende – eine Mauer war auch in der deutschen Geschichte keine
dauerhafte Lösung. Die EU muss den Rahmen für eine Annäherung beider Staaten schaffen, werteorientiert und gesichtswahrend zugleich. Die Wirtschaft kann
diesen Balanceakt unterstützen, möge die Politik ihrerseits alles tun, um die
Wirtschaft nicht nachhaltig zu entmutigen, sich in Russland und der Ukraine zu
engagieren. Sanktionen sollten auch mit Blick darauf überdacht werden, ob nicht
die Wirtschaft sehr bald wieder als Bindeglied benötigt wird.
6
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
o s t- a u s s c h u s s i n t e r n
Unterwegs in Belarus und Aserbaidschan
Ost-Ausschuss plant für 2015 Wirtschaftsforen mit beiden Ländern
Vom 1. bis 3. September 2014 hielt sich der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses Rainer Lindner in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation in der
aserbaidschanischen Hauptstadt Baku auf. Die Reise wurde gemeinsam
mit dem Vorsitzenden des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums e.V.
Hanns-Eberhard Schleyer vorbereitet. Der Wirtschaftsdelegation gehörten Vertreter von Claas, Deutsche Bank, Herrenknecht, John Deere, Knauf,
Siemens und SMS Meer an.
Im Gespräch mit Staatspräsident Ilham Aliev wurde auf Projekte deutscher
Unternehmen hingewiesen. Aliev äußerte die Hoffnung auf weitere direkte
Investitionen aus Deutschland. Aserbaidschan biete sich als interessante Alternative für Produktion, Logistik und Handel in Zeiten erschwerter Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, der EU und Russland an. Aliev begrüßte den
Vorschlag des Ost-Ausschusses, im kommenden Jahr ein Deutsch-Aserbaidschanisches Wirtschaftsforum auszurichten. Sehr offen ging der Präsident mit der
Ukraine-Krise um: Aserbaidschan bekenne sich zur friedlichen Nachbarschaft
in Europa und lehne auch aufgrund des andauernden Karabachkonflikts die
Annektierung von Territorien anderer Staaten grundsätzlich ab. Die Zusammenarbeit mit der neuen EU-Kommission wolle man verstärken; eines Freihandelsabkommens bedürfe es deswegen jedoch nicht.
Wirtschaftsminister Shahin Mustafayev sagte zu, die Vorbereitung einer Präsentation der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr in Baku zu unterstützen.
Die Delegation traf darüber hinaus mit dem stellvertretenden Energieminister
und dem Außenminister zusammen. Schwerpunkte künftiger Zusammenarbeit
sollten die Aus- und Weiterbildung, die Förderung des Mittelstands sowie Projekte zur Stahlerzeugung und zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur
(Metronetz Baku) sein.
Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer
Lindner (rechts) mit dem aserbaidschanischen Wirtschaftsminister Shahin
Mustafayev.
Foto: Ost-Ausschuss
Belarus sucht Annäherung an EU und wirbt um deutsche Investoren
Ebenfalls Anfang September besuchte Lindner die belarussische Hauptstadt
Minsk. Ziel der Reise war der Aufbau und die Erweiterung eines Netzwerks an
Kontakten für Unternehmen. Unter anderem wurden Gespräche im belarussischen Außenministerium sowie im Industrie- und Handelsministerium geführt.
Am 4. September traf Lindner den Außenminister der Republik Belarus Wladimir Makei zu einem einstündigen Gespräch. Themen waren die wirtschaftlichen
Beziehungen sowie die Sicherheitsfragen im Kontext der Ukraine-Krise. Auf
Initiative des Ost-Ausschusses wurde vereinbart, im Jahr 2015 ein Wirtschaftsforum in Deutschland durchzuführen. Makei betonte, dass gerade in Zeiten
der Sanktionsverschärfung zwischen Russland und der EU sein Land erhöhte
Chancen für eine Produktionsverlagerung beziehungsweise für die Veredelung
von Lieferungen für den russischen Markt sehe. Der Außenminister bezeichnete
die Ukraine-Krise als große politische Herausforderung für sein Land. Die Wahl
von Minsk als Ort für Vermittlungsgespräche der Kontaktgruppe sei auch als
Signal eines neuen Gesprächsangebots an die EU zu verstehen. Belarus werde
zudem die Lieferausfälle nach Russland – etwa im Agrarsektor infolge der Sanktionen für europäische Agrarprodukte – für die Ausweitung der eigenen Exporte
nutzen. Makei betonte, dass sein Land derzeit ausdrücklich an der Verbesserung
der Beziehungen zur EU und damit auch zu Deutschland interessiert sei.
Lindner im Gespräch mit dem belarussischen Außenminister Wladimir Makei
(links).
Foto: Belarussisches Außenministerium
Außerdem kam es zu Treffen zwischen Lindner und dem Stellvertretenden
Minister Gennady Swidersky im Ministerium für Industrie, im Exekutivkomitee der Stadt Minsk mit dem Stellvertretendem Vorsitzenden Andrei Gal,
im Ministerium für Handel mit dessen Stellvertretendem Minister Vjacheslav
Dragun sowie mit Vertretern des Deutsch-Belarussischen Unternehmerrats. Die
Gespräche dienten dem Austausch von Marktinformationen beziehungsweise
der Geschäftsanbahnung für deutsche Unternehmen.
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
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o s t- a u s s c h u s s i n t e r n
Embargo verunsichert Unternehmen
info & kontakte
Bei folgenden Institutionen finden
Sie kompetente Ansprechpartner
für den Umgang mit den EU-Sanktionen gegen Russland: Für den
Finanzbereich informieren Sie
insbesondere die Deutsche Bundesbank unter der Hotline 089 28893800. Für Fragen zu sanktionierten
Gütern steht Ihnen das Bundesamt
für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
/ BAFA unter der Servicenummer
06196 - 908-137 für Fragen zur Verfügung. Umfassende Informationen
für Unternehmen hält außerdem
Germany Trade and Invest (GTAI)
unter www.gtai.de/russlandsanktionen bereit.
 Gebündelte Informationen und weiterführende Links hat der Ost-Ausschuss der
Deutschen Wirtschaft auf der Internetseite
www.ost-ausschuss.de
zusammengestellt.
Auslegung der Sanktionsschritte gegen Russland wird zum
bürokratischen Drahtseilakt
Am 1. August 2014 hat die EU ihre Sanktionsliste gegen Russland erstmals
um Wirtschaftssanktionen erweitert (Sanktionsstufe 3). Am 12. September folgten weitere Maßnahmen. Die Gültigkeit der Wirtschaftssanktionen
wurde zunächst auf ein Jahr begrenzt, nach drei Monaten soll eine erste
Überprüfung erfolgen.
Auf der Sanktionsliste stehen (Stand 28. September) nunmehr 119 Personen,
3 Gebietskörperschaften, 6 militärische Organisationen, 13 auf der Krim aktive
Unternehmen sowie sechs russische Banken. Zudem dürfen sogenannte DualUse-Produkte zur zivilen und militärischen Verwendung nicht mehr an das
russische Militär ausgeführt werden. Des Weiteren trat ein Ausfuhrverbot für
Hochtechnologiegüter im Bereich der Ölförderung in Kraft. Das Verbot des
Exports sogenannter Dual-Use-Güter wurde auf die Lieferung an neun Unternehmen, sogenannte Mischempfänger (Unternehmen mit militärischer und
ziviler Sparte), ausgeweitet. Ausgenommen sind dabei Dual-Use-Güter, die
für die Luft-und Raumfahrttechnik sowie für die Wahrung und Sicherung vorhandener ziviler nuklearer Kapazitäten innerhalb der EU für nichtmilitärische
Zwecke und Endnutzer bestimmt sind. Zudem wurde ein Verbot für die Erbringung von Dienstleistungen, die für die Tiefseeexploration und -förderung, die
Erdölexploration und -förderung in der Arktis oder Schieferölprojekte in Russland erforderlich sind, verhängt.
Außerdem wurde der Zugang Russlands auf den EU-Kapitalmarkt stark eingeschränkt. EU-Angehörigen und -Unternehmen ist es verboten, Kredite oder
Darlehen an fünf russische Hauptbanken zu vergeben. Hinzu kommt das Verbot
des Handels von Wertpapieren oder Geldmarktinstrumenten mit einer Laufzeit von mehr als 30 Tagen, die nach dem 12.09.2014 begeben wurden, mit eben
diesen Banken. Derartige Restriktionen betreffen ebenso sechs weitere russische
Unternehmen, darunter die führenden Energie- und Rüstungsunternehmen
Russlands.
Die Verbote in den Bereichen Dual-Use und Energie lassen die Ausführung
bestehender Verträge zu. Die neuen Beschränkungen bezüglich des Zugangs
zum Kapitalmarkt beziehen sich ebenfalls nur auf neu begebene Aktien und
Anleihen sowie die Vergabe neuer Kredite.
Am 18. September zogen auch die USA mit Sanktionen nach, wobei sich EU- und
USA-Sanktionen in Details weiterhin unterscheiden. So stehen auf der US-Liste
bislang nur 50 Personen.
Ost-Ausschuss-Umfrage zu Sanktionsfolgen
Bei den deutschen Unternehmen gibt es erhebliche Unsicherheiten, wie die
Embargovorschriften auszulegen sind. Dies hat eine Umfrage des Ost-Ausschusses ergeben. Probleme gibt es beispielsweise bei Zulieferteilen für Rolltreppen,
Bagger, Pumpen, Landmaschinen, Bohrmaschinen oder Eisenbahnen. Während die Lieferung ganzer Maschinen oft unbedenklich ist, sind deren Ersatzteile
wegen einer möglichen militärischen Verwendung ein Problem. Diese Unsicherheit und zunehmende Verzögerungen bei der Lieferung führen dazu, dass sich
russische Kunden nach Lieferanten aus anderen Ländern umsehen. Große Teile
der russischen Handelsstruktur könnten sich daher Richtung Asien oder Lateinamerika verschieben.
Um den Lieferprozess zu vereinfachen und zu beschleunigen, sind eine Präzisierung der Embargovorschriften sowie individuelle Pauschalgenehmigungen für
Unternehmen nötig. Wichtig ist zudem, dass Sanktionen EU-weit einheitlich
angewendet werden. Dies ist derzeit nicht der Fall.
8
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
o s t- a u s s c h u s s i n t e r n
Auf die von der EU und den USA eingeführten Sanktionen reagierte Russland
am 6. August 2014 mit einem Importverbot von Agrar- und Lebensmittelgütern
nach Russland. Nach Angaben der EU-Kommission lag der Wert der vom russischen Importstopp betroffenen Produkte im vergangenen Jahr bei knapp 5,1
Milliarden Euro. Am stärksten betroffen ist Litauen (922 Millionen Euro) vor
Polen (840 Millionen), Deutschland (589 Millionen) und den Niederlanden
(503 Millionen).
Die russische Regierung hatte bei Einführung des Importverbots für zahlreiche
Lebensmittel aus der EU und den USA auch auf deren positive Auswirkungen
auf die Entwicklung der russischen Agrar- und Ernährungswirtschaft hingewiesen. Nach Einschätzung der AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss dürfte der
Prozess der Substituierung sanktionierter Lebensmittel durch russische Produktion jedoch Jahre dauern und müsste angesichts der westlichen Sanktionen
unter schwierigen Finanzierungsbedingungen bewerkstelligt werden. Dadurch
verzögert sich der notwendige Modernisierungsprozess in Russland. Generell
werden die Sanktionen zu einer weiteren Belastung des deutsch-russischen
Handels führen. Bereits im 1. Halbjahr 2014 gingen die deutschen Exporte nach
Russland um über 15 Prozent oder umgerechnet 2,8 Milliarden Euro zurück.
Dr. Christiane Schuchart, Andreas Metz
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
Osteuropa wird wettbewerbsfähiger
Global Competitiveness
Eine Reihe von Ländern verbessert sich im Global Competitiveness Index
Anfang September veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum den Bericht zum
diesjährigen Global Competitiveness Index 2014/2015. Der Bericht untersucht die Wettbewerbsfähigkeit von 144 Ländern, darunter 16 der insgesamt
21 Ost-Ausschuss-Länder. Es werden dabei Produktivitäts- sowie Wohlstandsfaktoren aufgeschlüsselt. Darüber hinaus wurden Unternehmer aus allen Ländern nach ihren Erfahrungen befragt. Korruption bleibt demnach eines der
Hauptprobleme der Regionen des Ost-Ausschusses. Eine große Ausnahme stellt
hier Georgien dar. Ein weiteres Problem ist der Zugang zu Finanzmitteln. Für
Unternehmen ist zudem das hohe Maß an Bürokratie (insbesondere in Serbien,
Kroatien und Bulgarien) belastend. Sie kämpfen außerdem mit unzureichender
Ausbildung der lokalen Arbeitskräfte (Georgien) oder verspüren große Verunsicherung, die durch politische Instabilität hervorgerufen wird (Ukraine, Kirgisistan, Moldau, Kroatien).
Im Ranking erreicht Aserbaidschan unter den Ost-Ausschuss-Ländern die beste
Platzierung (Rang 38). Dies liegt vornehmlich an sehr starken makroökonomischen Kennzahlen. Kasachstan folgt auf Rang 50, Kirgisistan hingegen liegt an
letzter Stelle (Rang 108), konnte sich aber im Vergleich zum Vorjahr um 13 Plätze
verbessern. Nur Rumänien gelang ein größerer Sprung nach vorn, und zwar von
Rang 76 auf Rang 59. Moldau (Rang 82) und Serbien (Rang 97) konnten jeweils 7
Plätze gut machen, Armenien rückte dagegen um 6 Plätze nach hinten (Rang 85).
Interessanterweise verbesserten sich sowohl die Ukraine (von 84 auf 76) als
auch die Russische Föderation (von 64 auf 53) um einige Plätze. Dabei spielen
sowohl die Steigerung der Konkurrenz auf dem heimischen Markt in Russland
als auch die mit dem Regierungswechsel in der Ukraine verbundenen positiven
Erwartungen eine große Rolle. Zum Zeitpunkt der Befragung allerdings waren
die Folgen der verhängten Sanktionen sowie der allgemeinen Krise noch nicht
ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Regionen. Die
übrigen Ost-Ausschuss-Länder, Belarus, Bosnien, Kosovo, Turkmenistan und
Usbekistan, konnten aufgrund fehlender oder unzureichender Daten nicht mit
in den Bericht aufgenommen werden.
Land
Aserbaidschan
Kasachstan
Russische Föderation
Bulgarien
Rumänien
Mazedonien
Montenegro
Georgien
Ukraine
Kroatien
Moldau
Armenien
Tadschikistan
Albanien
Serbien
Kirgisistan
Rang int.
38 (+ 1)
50 (-)
53 (+ 11)
54 (+ 3)
59 (+ 17)
63 (+ 10)
67 (-)
69 (+ 3)
76 (+ 8)
77 (- 2)
82 (+ 7)
85(- 7)
91 (-)
97 (- 2)
94(+ 7)
108 (+ 13)
 Die detaillierten Länderanaly-
sen und der gesamte Bericht ist als kostenloser Download erhält-
lich unter: http://www3.weforum.
org/docs/WEF_Global
CompetitivenessReport_2014-15.
pdf
Quelle: weforum.org
Lisa Klinger
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
9
o s t- a u s s c h u s s i n t e r n
Wirtschaftsgipfel zum Westlichen Balkan
Bundesregierung unterstreicht EU-Perspektive für die gesamte Region
Vollbesetzter Saal: Die Wirtschaftskonferenz zu den Westbalkan-Staaten im Bundeswirtschaftsministerium traf auf großes
Interesse.
Auf Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel fand am 28. August 2014
in Berlin ein Gipfeltreffen mit hochrangigen Regierungsvertretern aller
Staaten des Westlichen Balkan statt. Der Gipfel wurde durch eine Wirtschaftskonferenz im Bundeswirtschaftsministerium ergänzt, an der sich
auch der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft beteiligte. Die Region hat
politisch und wirtschaftlich schwere Zeiten hinter sich und steht weiterhin
vor einer Reihe ungelöster bilateraler Fragen. Alle Staaten eint und stabilisiert jedoch seit dem EU-Gipfel in Thessaloniki 2003 die Aussicht auf eine
EU-Mitgliedschaft. Diese wurde von Vertretern der Bundesregierung und
der EU-Kommission ausdrücklich bekräftigt. EU-Energiekommissar Günter
Oettinger sprach von einem „Fenster der Geschichte“, das man nutzen müsse,
so lange es offen sei.
Etwa 500 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien drängten sich im überfüllten Saal des Bundeswirtschaftsministeriums, als Vize-Kanzler Sigmar Gabriel die Konferenz eröffnete. Noch vor dem eigentlichen Beginn seiner Rede
stellte Gabriel die anwesenden Stipendiaten und Alumni des Zoran Djindjic
Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan als „Brückenbauer in die nächste Generation“ vor und dankte dem Ost-Ausschuss für
die Koordination des seit über zehn Jahren laufenden und mittlerweile sieben
Länder des Westbalkans umfassenden Stipendienprogramms. Einige ausgewählte Stipendiaten hatten im Laufe des Tages die Möglichkeit, die Delegationen der Wirtschaftsminister ihrer Länder zu begleiten. „Sie werden unsere
Nachfolger“, sagte Gabriel mit einem Lächeln in Richtung der anwesenden acht
Wirtschafts- und Finanzminister der Westbalkanstaaten und rief im Geiste des
Stipendienprogramms zu einer Verstärkung der Integrationsbemühungen in der
Region, aber auch in der EU auf: „Zusammenarbeit und Kooperation schaffen
Frieden und Wohlstand. Ökonomisch werden wir Europäer nur ein globaler
Akteur sein, wenn wir im europäischen Verbund auftreten. Entweder sprechen
wir mit einer Stimme, oder wir werden mit keiner Stimme in der Welt zu hören
sein“, sagte Gabriel.
Energie, Technologie und Infrastruktur
standen im Mittelpunkt der von Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner
moderierten Podiumsdiskussion, an der
neben den acht zuständigen Ministern der
Westbalkan-Länder auch EU-Kommissar
Oettinger (Mitte) teilnahm.
Fotos:Andreas Metz
Mit Blick auf die EU-Beitrittsperspektive aller Westbalkanstaaten betonte der
Wirtschaftsminister: „Das Versprechen von Saloniki gilt.“ Gleichzeitig forderte
er die Regierungsvertreter dazu auf, die Rechtssicherheit und Chancengleichheit für ausländische Investoren in ihren Ländern weiter zu verbessern und die
Korruption entschlossen zu bekämpfen. „Je stärker sich ein Land auf die EU
zubewegt, desto stärker ist das Vertrauen der Investoren“, sagte Gabriel und
formulierte drei strategische Aufgaben für den Westbalkan: die Erhöhung von
Investitionen, die Steigerung der Exportkraft und die Verbesserung der beruflichen Bildung.
Investitionen in die Energie-Infrastruktur
EU-Kommissar Oettinger ging in seiner Keynote auf die laufenden transnationalen Energieprojekte in der Region ein, darunter die von Russland vorangetriebene South Stream Pipeline durch Bulgarien, Serbien und Ungarn nach
Österreich beziehungsweise durch Griechenland Richtung Italien und die damit
konkurrierende Trans Adriatic Pipeline TAP von der Türkei durch Griechenland und Albanien nach Italien. „Jede neue Pipeline ist gut“, sagte Oettinger,
verteidigte aber zugleich die derzeitigen Vorbehalte der EU gegen das South
Stream Project. Hier müsse ein Durchleitungsmonopol von Gazprom verhindert werden: „South Stream kann morgen kommen, aber nach unseren Regeln.“
Diese durchzusetzen, sei Aufgabe der EU, aber auch der betreffenden Länder.
Oettinger wandte sich zugleich gegen Forderungen, die Wirtschaftssanktionen
gegen Russland im Ukraine-Konflikt auch auf den Energiebereich auszudehnen.
Die in den Zeiten des Kalten Krieges aufgebaute Energiepartnerschaft zu zerstören, wäre falsch. Dennoch bereite sich die EU für den Fall, dass Gaslieferungen aufgrund der Ukraine-Krise gestört würden, auf ein „Worst-Case-Szenario“
10
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
o s t- a u s s c h u s s i n t e r n
vor. Dazu gehöre die Diversifizierung der Lieferländer, der Bau neuer Speicher
sowie die Forcierung neuer Pipelines wie TAP und neuer „Interkonnektoren“
zwischen EU-Ländern und den südosteuropäischen Nachbarn.
Oettinger beteiligte sich anschließend an einer großen Paneldiskussion zum
Thema Energie, Technologie und Infrastruktur“, zu der Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner als Moderator zudem alle acht Wirtschafts- und
Finanzminister der Westbalkanstaaten begrüßen konnte. Alle Redner waren
sich einig darin, dass in die Infrastruktur auf dem Westbalkan, die teilweise aus
der K.u.K.-Zeit stammt, erhebliche Summen investiert werden müssten.
Zu den Projekten, die auf dem Podium diskutiert wurden, gehörten neben den
genannten Pipeline-Verbindungen auch neue Vorhaben zur Gewinnung und der
Export von Wind- und Wasserkraft, gemeinsame Aktionspläne zur Verstärkung
des Hochwasserschutzes und der Bau von Unterwasserkabeln durch die Adria.
Dass auf dem Podium sowohl der serbische Finanz- und Wirtschaftsminister
Dusan Vujovic als auch der kosovarische Finanzminister Besim Bequai vertreten waren, symbolisierte die großen Fortschritte, die es im EU-Annäherungsprozess Serbiens mittlerweile gegeben hat.
Der Wirtschaftskonferenz gelang es, den
Fokus des Medieninteresses einmal etwas
stärker auf Südosteuropa zu lenken.
Foto: Andreas Metz
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Wirtschaftsentwicklung der gesamten
Region sei eine Verstärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit,
betonte Arben Ahmetaj, albanischer Minister für wirtschaftliche Entwicklung,
und erntete damit große Zustimmung bei seinen Kollegen. Diese bedankten sich
einhellig bei den Organisatoren, die dieses Zusammentreffen in großer Runde
ermöglicht hatten.
Strategie 2020 zur Schaffung neuer Arbeitsplätze
In einer weiteren Podiumsdiskussion im Anschluss diskutierten die Minister
der Region Fragen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen
Wirtschaft insbesondere vor dem Hintergrund der regionalen Kooperation. Der
Generalsekretär des Regionalen Kooperationsrates (RCC) Goran Svilanovic
verwies auf die von den Regierungen unterstützte Strategie 2020 für Südosteuropa, deren vordringliches Ziel es sein müsse, in den kommenden Jahren bis zu
eine Million Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Dabei verwies er auf die
dramatischen Arbeitslosenzahlen, die in den meisten Ländern bei mehr als 30
Prozent lägen. Die Konflikte der 1990er Jahre sowie die Folgen der Wirtschaftsund Finanzkrise haben nach Berechnungen des RCC mehr als 800.000 Arbeitsplätze gekostet.
Stipendiaten und Alumni des Zoran
Djindjic Stipendienprogramms hatten die
Gelegenheit, die Delegationen ihrer
Länder zum Westbalkangipfel zu begleiten.
Foto: privat
Bereits am 24. und 25. September gab es für alle Beteiligten die Möglichkeit,
das Gespräch in Montenegro fortzusetzen: Zusammen mit der Wirtschaftskammer Montenegros lud der Ost-Ausschuss zu einem regionalen Wirtschaftsforum
für die Länder des Westlichen Balkan nach Budva ein (Bericht dazu folgt in den
nächsten OAI).
Andreas Metz, Anja Quiring und Stefan Kägebein
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
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special zentralasien
Kasachstan sucht Schulterschluss mit der EU
Russland
Angesichts langfristiger wirtschaftlicher Folgen der Ukraine-Krise betont
Kasachstan seine Eigenständigkeit
Astana
Kasachstan
Usbekistan
Aserbaidschan
Turkmenistan
Iran
China
Kirgisistan
Tadschikistan
Afghanistan
Indien
Pakistan
Am 12. September 2014 haben Kasachstan und die Europäische Union die
letzte Runde der Verhandlungen über ein neues Partnerschafts- und Kooperationsabkommen abgeschlossen. In 29 Bereichen, darunter Politik, Handel
und Investitionen, soll die Zusammenarbeit vertieft werden. „Die Vereinbarung bedeutet nicht die Einrichtung einer Freihandelszone, dennoch ist
es ein wesentlicher Schritt für die Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen
zwischen Kasachstan und der Europäischen Union“, sagte dazu Gunnar Wiegand, Direktor der Abteilung für Russland, Östliche Partnerschaft, Zentralasien und OSZE-Kooperation im Europäischen Auswärtigen Dienst, der
die Verhandlungen für die EU leitete. „Das neue Abkommen orientiert sich
an einer gleichberechtigten Partnerschaft, die auf gemeinsamen Interessen und Werten, gegenseitigem Verständnis, Respekt und Nutzen besteht“,
ergänzte der kasachische Außenminister Erlan Idrissov.
Kasachstan hatte die seit 2011 laufenden Verhandlungen zuletzt beschleunigt.
Noch vor Ende 2014 soll das Abkommen den Regierungen Kasachstans und der
EU-Länder vorgelegt werden. Experten werten diese Eile als deutliches Zeichen
Kasachstans an den Westen, angesichts der Ukraine-Krise eine eigenständige,
von Russland unabhängige Haltung zu zeigen.
Kasachstan hatte zwar im Mai 2014 gemeinsam mit Russland und Belarus die
Eurasische Wirtschaftsunion gegründet – sie soll am 1. Januar 2015 in Kraft
treten und das seit 2011 durch die Zollunion begründete wirtschaftliche Bündnis der drei Länder erweitern. Doch als der russische Präsident Wladimir Putin
auf die Sanktionen des Westens mit eigenen Importverboten reagierte, zogen
Kasachstan und Belarus nicht nach. Das kasachische Ministerium für Nationale
Ökonomie betonte gegenüber der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien auf Anfrage Ende August: „Die Einleitung bestimmter Maßnahmen
gegenüber Drittstaaten durch die Regierung der Russischen Föderation bedeutet nicht die Einleitung analoger Maßnahmen durch die kasachische Seite. Die
Republik Kasachstan hält an einer Politik der Nichtergreifung solcher Maßnahmen fest.“
Der Schaden einer Auseinandersetzung mit Europa wäre für Kasachstan
erheblich: Die EU ist größter Handels- und Investitionspartner Kasachstans.
Im Gesamtjahr 2013 betrug der Handelsumsatz mit der EU 53,4 Milliarden
US-Dollar. Das entspricht über 50 Prozent des gesamten Außenhandelsumsatzes. Von 1993 bis zum ersten Quartal 2014 flossen 92,7 Milliarden US-Dollar
Direktinvestitionen aus der EU nach Kasachstan. Dies entspricht einem Anteil
von 49 Prozent des ausländischen Kapitals in der kasachischen Wirtschaft.
Laut Leila Muzaparova, Direktorin des Kasachischen Instituts für Strategische
Studien, „ist das Spektrum der Sanktionen bisher so, dass sie keinen unmittelbaren Einfluss auf unsere Wirtschaft haben.“ Hoffnungen auf kasachischer Seite,
vom wachsenden Bedarf Russlands gar zu profitieren, sind allerdings unrealistisch: Tatsächlich hat Kasachstan kaum Exportkapazitäten bei Lebensmitteln.
Sollte sich die wirtschaftliche Eiszeit zwischen Russland und dem Westen fortsetzen, wird Kasachstan die Folgen allerdings langfristig spüren. Die kasachische Währung Tenge ist an den Rubel gekoppelt, der durch die Sanktionen noch
stärker unter Druck geraten ist. Bereits die 19-prozentige Tenge-Abwertung im
Februar 2014 galt als Folge der vorausgegangenen Talfahrt des Rubels. Finanzierungen werden so für kasachische Unternehmen teurer, die Konjunktur ausgebremst. Das spüren auch die Partner: Von Januar bis März 2014 hatten die deutschen Exporte nach Kasachstan gegenüber dem Vorjahr noch um acht Prozent
zugelegt – bis einschließlich Juni sind sie aber um zwölf Prozent gesunken.
Edda Schlager
Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien
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OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
special zentralasien
„Wir wollen unsere eigene Wirtschaft vor den
negativen Einflüssen der Ukraine-Krise schützen“
Interview mit dem neuen kasachischen Botschafter Bolat Nussupov
Am 2. September 2014 wurde der 43-jährige Bolat Nussupov zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Republik Kasachstan
in Deutschland bestellt. Nussupov hat Germanistik am Institut für Fremdsprachen in Almaty und Betriebswirtschaft an der Technischen Universität
Almaty studiert. 1994 trat er in den Staatsdienst ein. Deutschland kennt er
bereits aus seiner langjährigen Tätigkeit in verschiedenen Funktionen an
der kasachischen Botschaft in Berlin. Zuletzt war er dort von 2012 bis 2014
Gesandter-Botschaftsrat.
Exzellenz, Sie sind bereits seit vielen Jahren ein Kenner der deutsch-kasachischen Beziehungen. Welche neuen Akzente möchten Sie als Botschafter
setzen?
Vielen Dank für diese Wertschätzung. Ich habe vor, alle bisher gesetzten Ziele
und Aufgaben der bilateralen deutsch-kasachischen Zusammenarbeit umzusetzen. Gleichzeitig werde ich versuchen neue Impulse und Akzente der weiteren
Entwicklung unserer erfolgreichen Zusammenarbeit zu verleihen. Allerdings
wird meine Arbeit durchaus auch durch eine gewisse Kontinuität gekennzeichnet sein.
Kasachstan, Russland und Belarus bilden ab dem 1. Januar 2015 die Eurasische Wirtschaftsunion. Was bedeutet dies für die deutsch-kasachische
Wirtschaftsbeziehungen?
Deutschland ist und bleibt wichtiger Handelspartner unseres Landes. Gleichzeitig bietet die Eurasische Wirtschaftsunion für Kasachstan viele Möglichkeiten.
Es ist ein großer Markt mit 170 Millionen potenziellen Verbrauchern und einem
gesamten Bruttoinlandsprodukt von etwa drei Billionen US-Dollar. Außerdem
stellen die Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion sowie unser baldiger
WTO-Beitritt eine große Motivation für die Entwicklung einer besseren Wettbewerbsfähigkeit unserer einheimischen Unternehmen als auch für die Förderung entsprechender Entwicklungen in den Bereichen Innovation, Wissenschaft
und Forschung dar.
Das Verhältnis der EU zu Russland ist wegen der Ukraine-Krise schwer
belastet, gegenseitige Sanktionen wurden eingeführt. Wird dadurch auch
die kasachische Wirtschaft negativ beeinflusst, oder gibt es jetzt vielleicht
sogar neue Chancen für engere Wirtschaftskooperationen zwischen der EU
und Kasachstan?
Unser großes Interesse liegt vor allem darin, unsere eigene Wirtschaft vor den
negativen Einflüssen der Krise zu schützen. Wir sind keine beteiligte Partei in
diesem Konflikt und wollen daher mit allen beteiligten Parteien pragmatische
und freundschaftliche Beziehungen aufrechterhalten. Das Hauptziel ist es, die
Krise auf diplomatischem Wege mit Berücksichtigung des Interessenausgleichs
endgültig zu lösen. Was die engere Wirtschaftskooperation zwischen der EU und
Kasachstan betrifft, so fand in diesem September die abschließende Verhandlungsrunde zum Abkommen über die erweiterte Partnerschaft zwischen der
Republik Kasachstan und der Europäischen Union statt. Dieses Abkommen hat
einen umfassenden Charakter und ist auf eine noch intensivere kasachisch-europäische Zusammenarbeit ausgerichtet. Gemäß unserer neuen Strategie „Kasachstan 2050“ messen wir der Zusammenarbeit mit der EU eine große Bedeutung
bei, unter anderem in den Bereichen Innovation, Wissenschaft, Bildung und
Wettbewerbsfähigkeit.
Bolat Nussupov, außerordentlicher
und bevollmächtigter Botschafter der Republik Kasachstan in
Deutschland
Foto: Botschaft der Republik Kasachstan
Wirtschaftskonferenzen
in Kasachstan
• II. Internationales Investitionsforum „Almaty INVEST 2014“
am 17. Oktober 2014 in Almaty
• Regionales Investitionsforum
am 29. Oktober in Pavlodar
• Internationales Investitionsforum „Kyzylzhar Invest
2014“ von 27.-28. November
2014 in Petropavlosk
 Weitere Informationen & Kontakt:
Kairat Askargaliyev
030-47007150
k.askargaliev@mfa.kz
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
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special zentralasien
Just in Time auf der Seidenstraße
Kasachstan möchte zum Logistikzentrum Zentralasiens werden
Kasachstan ist seit seiner Unabhängigkeit vor 23 Jahren der wichtigste Wirtschaftspartner für Deutschland unter den fünf zentralasiatischen Republiken: Auf die flächenmäßig größte Republik der Region entfallen über 85
Prozent des deutschen Handelsumsatzes mit Zentralasien. Mehr als 1500
Unternehmen mit deutschem Kapital sind in Kasachstan aktiv.
Der neue Botschafter der Republik Kasachstan in Deutschland Bolat Nussupov warb
in Hamburg für neue Kooperationen im
Logistik und Transportbereich.
Foto: Stephan Wallocha
In zahlreichen Bereichen ist allerdings noch viel Potenzial für eine intensivere
Zusammenarbeit vorhanden. So muss das Regierungsabkommen über Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich vom 8. Februar
2012 noch konsequenter mit Leben gefüllt werden. Für Deutschland bietet das
Abkommen die Chance auf eine bessere Absicherung der eigenen Rohstoffversorgung. Kasachstan ist bereits heute der drittwichtigste Öllieferant Deutschlands. Gleichzeitig profitiert die kasachische Wirtschaft vom Transfer von
Technologie und innovativen Verfahren. Auch der Logistikbereich, der in der
öffentlichen Wahrnehmung zu Unrecht ein Schattendasein führt, bietet enormes Kooperationspotenzial.
Am 22. September trafen sich auf Einladung der Botschaft der Republik Kasachstan 100 Unternehmensvertreter in der deutschen Logistikhauptstadt Hamburg,
um über Chancen und Perspektiven der deutsch-kasachischen Zusammenarbeit
im Transport- und Logistikbereich zu diskutieren. Die Logistik ist der Engpass
der wirtschaftlichen Entwicklung in jedem Land der Welt. Ohne effektive Zollprozeduren, eine funktionierende Infrastruktur und verlässliche Lieferketten
kann keine Volkswirtschaft ihre Leistungsfähigkeit entfalten.
Bis 2020 möchte Kasachstan im „Logistics Performance Index“ (LPI) der Weltbank auf Platz 40 vorrücken. Ein ehrgeiziges Ziel für das Land, das derzeit auf
Rang 88 steht. Unterstützung könnte es von der Nummer eins auf der Liste
geben, von Deutschland. Kasachstan hofft auf Projekte mit deutschen Geschäftspartnern. Im Fokus stehen dabei der Aufbau neuer Verkehrsrouten und der Bau
von Güterverkehrszentren und Logistikzentren an Verkehrsknotenpunkten.
Kasachstan hat dabei beste geographische Voraussetzungen, um sich als ein regionaler Hub zwischen Europa und Asien zu etablieren. Dabei geht es vor allem um
den Transit von Gütern zwischen China und Westeuropa und zwischen China
und dem Persischen Golf. Bereits jetzt kommen Laptops und Fernseher per Bahn
aus China via Kasachstan in Duisburg an. Im Gegenzug werden deutsche Autos
Richtung China auf den Weg gebracht. Der Zug benötigt 17 Tage und ist damit
zweimal schneller als ein Containerschiff.
Die Bahn, das war im Rahmen der Veranstaltung allerseits zu hören, funktioniert
in Kasachstan gut und kommt auch mit den schwierigen klimatischen Bedingungen klar. Deutlichen Verbesserungsbedarf sieht man dagegen beim Straßenverkehr und der Luftfracht. Während es im Straßenverkehr um den Ausbau
der Infrastruktur geht, muss bei der Luftfracht ein neues Konzept entwickelt
werden. Bislang dient nur der Flughafen Almaty als Hub für Frachtflugzeuge, der
Weitertransport der Fracht nimmt entsprechend viel Zeit in Anspruch.
Bei allen geplanten Projekten im Logistik- und Infrastrukturbereich ist die
kasachische Seite an einer Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen interessiert. Dabei geht es um Know-how, aber auch um Technologie, etwa beim
Straßenbau oder dem Aufbau von Logistikzentren. Und auch wenn Deutschland derzeit Gefahr läuft, den ersten Platz im LPI durch fehlende Investitionen
in Straßen und Brücken sowie die aktuellen Mautpläne zu verspielen, kann die
deutsche Wirtschaft mit gemeinsamen Projekten viel in Kasachstan erreichen.
Eduard Kinsbruner
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
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OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
special zentralasien
Usbekistan – junges Land im Umbruch
Privatwirtschaft im Schatten staatlicher Wirtschaftsgiganten
Usbekistan, das am 1. September 2014 seinen 23. Gründungstag als unabhängiger Staat feierte, ist ein Land im Umbruch. Im Herzen Zentralasiens und an
der Seidenstraße gelegen, beruft sich Usbekistan auf eine jahrtausendealte
Tradition als Hochkultur und Mittler zwischen Orient und Okzident. Städte
wie Samarkand, Buchara oder Chiva stehen weltweit dafür wie Avicenna und
al-Biruni. Gleichzeitig ist Usbekistan aber auch ein junger Staat im Umbruch.
Jahrzehnte sowjetischer Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen haben das
Land geprägt. Sieht man die Hauptstadt Taschkent, so kann man sich auf den
ersten Blick in Russland oder Kasachstan wähnen. Erst das genaue Hinsehen
zeigt die Besonderheiten Usbekistans.
 Der Autor
NEITHART HÖFER-WISSING
Botschafter der Bundesrepublik
Deutschland in Usbekistan
Usbekistan wird seit der Unabhängigkeit von Präsident Islam Karimov straff und
autoritär geführt. Stabilität und extreme Kontrolle aller Lebensbereiche sind
Merkmale des heutigen Usbekistans. Und ja: Usbekistan wirkt stabil und sicher,
was die Bürger des Landes durchaus zu schätzen wissen. Die Parlamentswahlen
im Herbst 2014 und die Präsidentenwahlen im Frühjahr 2015 werden aller Voraussicht nach an den bestehenden Machtverhältnissen nichts ändern.
Präsident Karimovs „Usbekischer Weg“ in Wirtschaft und Gesellschaft orientiert auf langsame Transformation zu sozialer Marktwirtschaft, Vermeidung
sozialer Verwerfungen und umfassende Steuerung jeder Veränderung durch
den Staat. Individuelle Initiative wird bejaht, doch mit Misstrauen gesehen. Die
Privatwirtschaft hat eher die Aufgabe, die staatlichen Wirtschaftsgiganten zu
unterstützen und Nischen zu bedienen.
Kernelemente des „Usbekischen Weges“ sind straffe Devisenkontrolle, weitgehende Importsubstitution, Reformen nur in kleiner Dosierung und über allem
der alles kontrollierende und alles steuernde Staat. Privatwirtschaft hat es in
diesem System nicht leicht. Zu schnell wird wirtschaftlicher Erfolg als politischer
Machtfaktor gesehen. Korruption in vielen Facetten prägt den Alltag im Lande.
Ausländische Investitionen werden in Usbekistan willkommen geheißen, aus
Deutschland in besonderem Maße. Unser Land genießt bei Präsident und Bürgern gleichermaßen hohen Respekt als Hort von Qualität, Leistung und Zuverlässigkeit. Auf dieser Basis sind deutsche Investoren im Lande erfolgreich und
werden gern in der staatlichen Propaganda herausgestellt. Leider verhalten sich
die usbekischen Institutionen, mit denen Händler und Investoren zu tun haben,
nicht immer so, dass diese sich wirklich willkommen und geschätzt fühlen.
Kasachstan
Usbekistan
Turkmenistan
Iran
Kirgisistan
Taschkent
Tadschikistan
Afghanistan
Pakistan
Wer in Usbekistan wirtschaftlich agieren will, sollte Land und Leute genau
kennen, wobei die Deutsche Botschaft, die in Almaty (Kasachstan) ansässige
Delegation der deutschen Wirtschaft oder der Deutsche Wirtschaftsklub Taschkent jederzeit behilflich sind. Vertrauenswürdige usbekische Partner, gute
Kenntnis der Fallstricke usbekischer Bürokratie und Steuergesetzgebung sowie
strapazierfähige Nerven sind unerlässliche Voraussetzung für Erfolg. Wer sorglos agiert, kann viel verlieren im für Außenstehenden völlig unübersehbaren
Dickicht staatlicher und privater Macht- und Beziehungsgeflechte in Usbekistan.
Grundsätzlich sollte man Usbekistan als Chance verstehen: Ein Land mit großem
Potenzial, einer jungen, schnell wachsenden Bevölkerung, großem Investitionsbedarf in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft und bei weitem nicht
ausgeschöpften Möglichkeiten wirtschaftlichen Engagements. Es bleibt für
Wirtschaftsvertreter spannend, Usbekistans Entwicklung genau zu beobachten.
Neithart Höfer-Wissing
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Usbekistan
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
15
special zentralasien
Bergbausektor als Motor der Wirtschaft
Ost-Ausschuss-Projekt fördert die Nutzung mineralischer Rohstoffe in
Zentralasien
Besuch einer Delegation aus Zentralasien
im Braunkohle-Tagebau, Welzow-Süd.
Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft baut seit Oktober 2012 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
eine regionale Dialogplattform für den Rohstoffsektor in Zentralasien auf.
Ziel ist ein internationaler Erfahrungsaustausch zur verbesserten Nutzung
mineralischer Rohstoffe in Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan. Das
bis April 2015 laufende Projekt ist zugleich ein wichtiges Element zur Flankierung des bilateralen Rohstoff- und Technologieabkommens zwischen
Kasachstan und Deutschland.
Im Rahmen der bisherigen Konferenzen und Exkursionen setzten sich Regierungsvertreter, Bergbauunternehmen sowie Experten mit Fachthemen und
Problemen des Sektors auseinander. So widmete sich die erste Sitzung der regionalen Dialogplattform, die vom 21. bis 22. Februar 2013 in Astana stattfand,
den bestehenden Hindernissen für ausländische Investitionen in den zentralasiatischen Rohstoffsektor. Zudem wurde die Sitzung in Astana dazu genutzt, eine
Agenda für die Weiterentwicklung des Bergbausektors zu bestimmen.
Darauf aufbauend fand im Juli 2013 in Deutschland ein Treffen zum Thema
Umwelt- und Sozialstandards im Bergbau statt. Die dreitägige Dialogveranstaltung umfasste auch Besuche bei Bergbauunternehmen wie der Vattenfall Mining
AG und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft
mbH (LMBV) sowie von Braunkohlebergwerken.
In gemeinsamen Workshops können die
Teilnehmer aus Zentralasien Erfahrungen
mit deutschen Referenten austauschen.
Fotos: GIZ MRD
Ausgehend von den neugewonnenen Erkenntnissen wurden sechs Bereiche definiert, in denen besonderer Handlungsbedarf in Zentralasien besteht: Gesetzgebung, Umweltmanagement und Rehabilitation, Dialog mit der lokalen Bevölkerung, Weiterbildung von Fachkräften, mangelnde Finanzierung und Wiederaufbau beziehungsweise Aufbau der staatlichen Aufsichtsbehörden. Hier meldeten
die Partner Unterstützungsbedarf an. In der Folge rückten deshalb die Themen
„Umweltmanagement und Rehabilitation in Ost-Kasachstan“ sowie „Aufbau der
staatlichen Aufsichtsbehörden in Kirgisistan und Tadschikistan“ in den Mittelpunkt. Ein Konzept für die Weiterentwicklung der ersten Ideen für das Management von Altlasten in Ost-Kasachstan wurde erarbeitet.
2014 war die tadschikische Hauptstadt Duschanbe erstmals Gastgeber einer
Dialogkonferenz. Vor Ort diskutierten Regierungsvertreter sowie hochrangige
Vertreter von Unternehmen wie Thyssen-Krupp, IMC Montan und Severstal
über die „Wirtschaftliche Bewertung von Bergbauprojekten“. Im Rahmen des
technischen Workshops beleuchteten Fachvorträge unterschiedliche Aspekte
der technischen und finanziellen Bewertung von mineralischen Projekten.
Wichtig war dabei die Gegenüberstellung der Erwartungen von ausländischen
Unternehmen bezüglich der Qualität von Geo-Informationen mit den aktuell in
den Ländern praktizierten Bewertungsstandards.
Aktuell wird die nächste Dialogveranstaltung vorbereitet. Vom 6. bis 9. Oktober
2014 empfängt der Ost-Ausschuss eine 30-köpfige Delegation aus Zentralasien.
Das Thema des Treffens ist „Bergbaumaschinen und Aufbereitungstechnik“.
Die Delegation wird mit Unterstützung des Verbands Deutscher Maschinenund Anlagenbau e. V. (VDMA) mit Produzenten wie Herrenknecht AG, Liebherr Mining, STEINERT Deutschland, FAM, MBE Coal and Minerals sowie
Tenova Takraf und Wirtgen GmbH ins Gespräch gebracht. Der Schwerpunkt
der Gespräche und Unternehmensbesuche wird darauf liegen, die „Köpfe“ hinter
den innovativen Technologien „Made in Germany“ kennenzulernen. Mit dem
Treffen soll ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen Technologie- und
Know-how-Partnerschaft gemacht werden.
Beril Ocakli
Projektleiterin
16
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
special zentralasien
„Region unberührten Reichtums“
Interview mit dem neuen Botschafter der Republik Tadschikistan
Malikscho Nematov
Der 45-jährige Malikscho Nematov wurde im Juni 2014 zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Republik Tadschikistan in
Deutschland ernannt. Nematov studierte Recht und Steuern sowie Orientalische Sprachen in Duschanbe und Diplomatie in Russland. Zuletzt war er
von 2009 bis 2014 Erster Vizepräsident des Olympischen Komitees seines
Landes.
Exzellenz, wie würden Sie Ihr Land gegenüber deutschen Investoren charakterisieren?
Obwohl sich Tadschikistan inmitten ältester Zivilisationen befindet, würde ich
es als Region unberührten Reichtums beschreiben. Tadschikistan ist der Quellort der umfangreichsten Wasserader der zentralasiatischen Region. Daher zählt
die Wasserkraft zu einem der wichtigsten Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Im Bereich der Industrie lassen sich folgende Sektoren spezifizieren:
Bergbau, Produktion von Baumaterial, Leichtindustrie und insbesondere die
intensive Verarbeitung von Baumwollfasern sowie die Verarbeitung von Primäraluminium. Die ausgezeichneten natürlichen und klimatischen Bedingungen des Landes ermöglichen den Anbau von Früchten und Gemüse mit einzigartigem Geschmack. Und aufgrund seiner unvergleichlich schönen Natur könnte
Tadschikistan eines der Zentren internationalen Alpinsports und des Tourismus
sein.
Wie sieht die derzeitige wirtschaftliche Zusammenarbeit Ihres Landes mit
Deutschland aus?
Zwischen Tadschikistan und der Bundesrepublik besteht in vielen Bereichen
eine konstruktive Partnerschaft. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit ist die
deutsche Regierung aktiv an der Verbesserung der tadschikischen Infrastruktur
beteiligt. Zehn deutsche Unternehmen eröffneten ihre Repräsentanzen auf dem
Territorium der Tadschikischen Republik oder sind an anderen Großprojekten
beteiligt. In diesem und nächstem Jahr plant Tadschikistan die Realisierung
einer Reihe von Großprojekten zur Erlangung von Energieversorgungsunabhängigkeit, wie beispielsweise den Bau von Strom- und Gasleitungen sowie den
Ausbau von Straßen. Als Vertreter meines Landes bin ich stets bereit, Interessenten umfassende Unterstützung anzubieten.
Malikscho Nematov (li.), außerordentlicher
und bevollmächtigter Botschafter der
Republik Tadschikistan, beim Antrittsbesuch im Ost-Ausschuss der Deutschen
Wirtschaft.
Foto: Botschaft der Republik Taschikistan
Kasachstan
Kirgisistan
Usbekistan
Seit dem Sommer 2012 unterstützt der Ost-Ausschuss die Entwicklung des
Rohstoffsektors in Tadschikistan. Welche Pläne hat Ihre Regierung für
diesen Wirtschaftsbereich?
Der Bergbausektor des Landes bietet sehr gute Perspektiven. Nach offiziellen
Statistiken gibt es im Land mehr als 600 Orte mit Mineralvorkommen. Zum Beispiel, liegen die Silberreserven bei 70.000 Tonnen. In Tadschikistan befindet sich
die zweitgrößte Silbermine der Welt, Koni Mansur. Darüber hinaus gibt es noch
viele weitere Bodenschatzvorkommen. Das Land ist ein führender Hersteller von
Fluorit, Blei und Zink in der Region und besitzt zudem hohe Uranvorkommen.
Ich hoffe, dass das Projekt des Ost-Ausschusses erfolgreich umgesetzt wird.
Tadschikistan
China
Duschanbe
Afghanistan
Pakistan
Tadschikistan möchte Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion werden.
Was bedeutet dies für den wirtschaftlichen Austausch mit der EU?
Die Republik Tadschikistan wurde erst vor kurzem Mitglied der WTO und sammelt damit ihre ersten Erfahrungen. Die Führung des Landes hat eine Politik
der „offenen Tür“ angekündigt. Dank dieser Politik konnte Tadschikistan seine
Position auf der globalen Bühne stärken, nahm teil an Entscheidungen globaler Probleme, begann die Zusammenarbeit mit vielen Ländern und entwickelte
bezüglich nationaler Interessen in der Außenpolitik eine Balance seiner eigenen
als auch globalen Interessen. Wir sind bereit, in der Zukunft Kontakte zu allen
Ländern der Welt auszubauen und politische, ökonomische sowie kulturelle
Zusammenarbeit zugunsten unseres Volks zu entwickeln.
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
17
special zentralasien
Wasser und Sonne sollen Wirtschaft antreiben
DPU Investment GmbH plant neue Projekte in Tadschikistan
Tadschikistan als Teil Zentralasiens, angrenzend an Afghanistan und
Schnittstelle zwischen Russland und China, gewinnt an geopolitischer und
wirtschaftlicher Bedeutung. Die Wirtschaft des Landes wächst seit über zehn
Jahren jährlich um 7 bis 10 Prozent. Die Leistungskraft der Wirtschaft vor
dem Zerfall der Sowjetunion jedoch wieder zu erlangen, bedarf weiterer
Anstrengung. Voraussetzung dafür ist nicht nur die Etablierung marktwirtschaftlicher Strukturen, sondern auch eine stabile Stromversorgung.
Das Programm der tadschikischen Regierung 2013 bis 2016 sieht Investitionen
in den Energiesektor von rund 2,6 Milliarden US-Dollar unter anderem für den
Aufbau des Wasserkraftwerks Rogun, die Modernisierung des Wasserkraftwerks Nurek und den Bau neuer Stromleitungen vor. Ziel der Regierung ist es
damit, eine ganzjährige stabile Stromversorgung im Land zu gewährleisten und
die Einnahmen aus dem Export von Strom zu erhöhen.
 Der Autor
DR. PETER URBAN
Executive Director
DPU Investment GmbH
Der Besuch des Präsidenten der Republik Tadschikistan Emomali Rahmon in
Berlin hat 2011 allgemein Beachtung gefunden und das Interesse der DPU Investment GmbH für das Land, die Menschen sowie die Wirtschaft geweckt. 2012
wurde eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich der Erneuerbaren
Energien zwischen der DPU Investment GmbH und dem Minister für Energie
und Wasserressourcen Tadschikistans Usmonali Usmonzoda unterzeichnet.
In einem ersten Schritt folgte 2013 in Kooperation mit BAE Batterien und der
Deutschen Energie-Agentur (dena) die Errichtung einer Solaranlage mit Batteriespeicher auf dem Gebäude des Ministeriums für Energie und Wasserressourcen in Duschanbe. Damit gelang es, die Möglichkeiten der solaren Stromerzeugung und -speicherung mit deutscher Technik zu demonstrieren. Das vom
Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt „Solare Systemtechnik für
Tadschikistan“ wurde im Rahmen des Deutsch-Tadschikischen Energieforums
im September 2013 feierlich zur Nutzung übergeben.
Das Wasserkraftwerk am Stausee Nurek
gehört zu den wichtigsten Modernisierungsvorhaben der tadschikischen Regierung.
Foto: Peter Urban
Neben hohen Wasserressourcen verfügt das Land zudem über ein großes Potenzial an Sonnenenergie (ca. 2.800 Sonnenstunden pro Jahr). Aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre sind die Kosten für Solarstrom heute vergleichbar
mit den Kosten für aus Wasserkraft erzeugten Strom. Im Zuge der Intensivierung
der Zusammenarbeit wurde zwischen der DPU Investment GmbH und Usmonzoda im Mai 2014 in Duschanbe die Implementierung eines Solarkraftwerks
(stufenweise bis 450 MW) am Standort des Wasserkraftwerks Nurek vereinbart. Ziel des Projekts ist die Kapazitätserhöhung der Stromerzeugung und der
teilweise zu erfolgende Ausgleich der Minderleistung von Nurek, die aufgrund
von Wassermangel in den Wintermonaten entsteht. Die Steuerung der tageszeitsowie wetterabhängigen Stromerzeugung des Solarkraftwerks erfolgt durch Einsatz eines intelligenten Energiemanagementsystems.
Im Gespräch mit dem Botschafter der Republik Tadschikistans Maliksho
Nematov wurde im August dieses Jahres in Berlin das Projekt und ein Besuch
des Energieministers Usmonzoda in Deutschland abgestimmt. „Ungeachtet der
fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, bestehen weiterhin
kolossale Kooperationsmöglichkeiten für beide Seiten. Dies ist insbesondere bei
der Nutzung der Erneuerbaren Energiequellen durch die neueste energieeffiziente Technologie der Fall“, erklärte dazu Botschafter Nematov.
Erklärtes Ziel der DPU Investment GmbH in Kooperation mit deutschen Unternehmen ist es nun, mithilfe des Projekts einen konkreten Beitrag zur Etablierung
der Erneuerbaren Energien sowie einer verbesserten Stromversorgung in Tadschikistan im Rahmen der „Wasserinitiative Zentralasien“ zu leisten.
Dr. Peter Urban
Executive Director
DPU Investment GmbH
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OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
termine
Ost-Ausschuss
Sonstige
15. Oktober, Berlin
14. Oktober, Berlin
Deutsch-Usbekisches
Wirtschaftsforum
Berliner DRJV-Stammtisch mit Vortrag
Unter Leitung des usbekischen Außenministers Abdulaziz Kamilov wird eine
hochrangige Delegation aus der Republik
Usbekistan vom 14. – 16. Oktober in Berlin zu Gast sein. Aus diesem Anlass veranstaltet der Ost-Ausschuss der Deutschen
Wirtschaft gemeinsam mit der Botschaft
der Republik Usbekistan ein DeutschUsbekisches Wirtschaftsforum.
 Ost-Ausschuss der Deutschen
Wirtschaft
Eduard Kinsbruner
Telefon 030 206167114
E-Mail: E.Kinsbruner@bdi.eu
Die Deutsch-Russische Juristenvereinigung empfängt am 14.10. eine kirgisische Delegation von Rechtsanwälten.
Aus diesem Anlass wird interessierten
Teilnehmern Raum und Zeit gegeben,
sich mit dem kirgisischen Recht bekannt
zu machen und sich mit den Gästen aus
Kirgisistan auszutauschen. Die Veranstaltung wird eingeleitet mit einem Vortrag
in russischer Sprache zum Thema „Investitionsmöglichkeiten in der Republik Kirgisistan“.
 Deutsch-Russische
Juristenvereinigung e.V.
15. Oktober, Mannheim
Russland/Ukraine: Chancen in der
Landwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie
Russland investiert seit Jahren kräftig in
seine Landwirtschaft und in die Lebensmittelverarbeitung mit dem Ziel, unabhängiger von Lebensmittelimporten zu
werden. Die aktuelle Situation um die
Ukraine hat diesem Schlüsselprogramm
weiteren Auftrieb gegeben. Viele deutsche Lieferanten der Landwirtschaftstechnik, ihre Zulieferer und die Ausrüster für
die Lebensmittelproduktion sind seit
Jahren in Russland erfolgreich. Einige von
ihnen berichten am 15. Oktober in Mannheim von ihren Erfahrungen auf diesem
Markt und zeigen, welche Chancen dabei
nach wie vor bestehen.
 IHK Rhein-Neckar, AHK Russland
und Ost-Ausschuss der Deutschen
Wirtschaft
Linda Sawada
Tel.: 0621 1709 282
E-Mail: oe-gus@rhein-neckar.ihk24.de
www.rusrn.de
Tel.: 040 389993-0
E-Mail: drjv@schmieder-eckstein.de
03. November 2014, Wuppertal
und 04. November 2014, Bonn
05. November 2014,
Messe Stuttgart
Russland/Ukraine: Wirtschaftstag
Russland auf der Global Connect 2014
Die Global Connect Messe ist ein Forum
für Export und Internationalisierung von
Unternehmen und stellt eine Bandbreite
an Informationen zum Außenhandel
bereit. Der Wirtschaftstag Russland im
Rahmen des Forums bietet Unternehmen ein umfangreiches Programm zu
wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Themen. Es werden Finanzierungsund Rechtsaspekte aktueller Verträge
beleuchtet, allgemein eine Analyse der
derzeitigen wirtschaftspolitischen Lage in
Russland vorgestellt und entsprechende
Strategiemöglichkeiten in Investition und
Vertrieb beleuchtet. Hochrangige Vertreter von Bosch und ZF Friedrichshafen
berichten aus der Praxis.
 IHK Stuttgart
Barbara Effenberger
Telefon: 0711 2005-1306
E-Mail: zvm@stuttgart.ihk.de
„Go Russia and Central Asia 2014“
Die Veranstaltungsreihe „Go Russia and
Central Asia“ widmet sich den Geschäftsmöglichkeiten in Russland und den Ländern Zentralasiens. Dabei werden Fragen zu Marktmöglichkeiten, geeignete
Geschäftspartner und Markteintrittsstrategien erörtert. Darüber hinaus gibt
es die Möglichkeit mit Experten sowie
Vertretern der deutschen Wirtschaft mit
Repräsentanz in Belarus Einzelgespräche
zu führen. Es werden Marktexperten der
deutschen Auslandshandelskammern aus
den Ländern Russland, Kasachstan, Aserbaidschan und Belarus vor Ort sein.
 IHK Bonn/ Rhein-Sieg
Nilüfer Özdemir
Tel.: 02282284174
E-Mail: oezdemir@bonn.ihk.de
 IHK Wuppertal, Hugo Sattler
Tel.: 02022490500
E-Mail: h.sattler@wuppertal.ihk.de
20. November 2014, Berlin
Osteuropa-Wirtschaftstag
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht
Osteuropa mit seinen vielseitigen
Geschäftschancen für deutsche Unternehmen. Dabei erhalten Unternehmen,
Vertreter aus Politik und Gesellschaft
sowie Interessenten die Möglichkeit,
Erfahrungen auszutauschen, Kontakte
zu knüpfen und zu vertiefen. Es besteht
darüber hinaus die Möglichkeit bilateraler
Gespräche. In diesem Jahr steht das Partnerland Kasachstan im Fokus.
 Osteuropaverein e.V.
Am Weidendamm 1 A
10117 Berlin
Fax: 030 590099475
E-Mail: info@o-m-v.org
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
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kooperationen
ARMENIEN
EG0714 AM01
Natürliche Pharmazeutika –
Vertriebspartner gesucht
Ein armenisches Pharmazieunternehmen
hat aus Gemüse ein wundheilendes Mittel
gegen Haarausfall und einen zahnmedizinischen Kräutertrunk entwickelt und stellt
diese auch her. Das Unternehmen sucht
nach Zwischenhändler als Vertreter und/
oder Lieferant.
#CP 20130610007 BO
EG0714 AM02
Heizung- und Energiesysteme –
Kooperationspartner gesucht
Ein armenisches Unternehmen, das in der
Produktion und Installation von alternativen Heizungs- und Energiesystemen
tätig ist, sucht nach Dienstleistungen im
Zwischenhandel, wie z. B. Vertreter, Agenten, Lieferanten, Franchise und Joint Venture-Abkommen.
#CP 20120428002 BO
BULGARIEN
EG0714 BG01
Verkauf von Kaffee –
Vertriebspartner gesucht
Ein bulgarisches Unternehmen, das auf
Kaffeeröstung und -verpackung spezialisiert ist, sucht Vertriebspartner.
#CP BOBG20140623002
EG0714 BG02
Vertriebspartner für Holzfertigungen
gesucht
Bulgarisches Unternehmen, das Holzgegenstände wie Werkzeuge, Hängematten, Schaukeln etc. anfertigt, bietet seine
Waren Vertriebspartnern an. Ein Teil des
Unternehmens steht zum Verkauf.
#CPBOBG20130701001
KROATIEN
EG0714 HR01
Honigprodukte – Vertriebspartner
gesucht
Kroatisches Unternehmen, das sich auf
Honig- und Kräuterprodukte spezialisiert
hat, produziert neuartige Nutraceutical-Produkte und sucht Vertriebspartner.
#CP BOHR20140610002
20
EG0714 HR02
Blechprodukte – Auftraggeber
gesucht
Ein kroatisches Unternehmen hat sich
auf die Entwicklung, Konstruktion und
Fertigung von Blechprodukten und Baugruppen spezialisiert. Das Unternehmen
hat bereits mit Großproduzenten aus dem
Transport- und Schiffsbau zusammengearbeitet und bietet sich als Subunternehmer an.
#CP BOHR20140610001
LETTLAND
EG0714 LV01
Garne – Zulieferer gesucht
Ein lettisches Produktionsunternehmen
von Maschenwaren sucht nach Garnanbietern und Geschäftspartnern mit Interesse an Zulieferungsunternehmen, um
Maschenwarenprodukte herzustellen.
#CP BRLV20140711001
Die Eurokontakte sind ein Gemeinschaftsprodukt der Netzwerkpartner der Kooperations-AG aus Berlin,
Chemnitz, Frankfurt/Oder, Hannover,
Kiel, Magdeburg, Mülheim, Potsdam,
Rostock, Trier und Wiesbaden.
Zahlreiche weitere Geschäftspartnergesuche der letzten zwölf Monate
finden Sie auf der Website des EuropaServices der Sparkassen-Finanzgruppe
unter http://europaservice.dsgv.de/
eurokontakte.
Wünschen Sie nähere Angaben zu
den inserierenden Unternehmen, so
teilen Sie bitte die Chiffrenummern
der gewünschten Angebote sowie
Ihre Adresse mit. Die Informationen
werden Ihnen dann per Fax oder E-Mail
zugesendet.
E-Mail: europaservice@dsgv.de
MAZEDONIEN
EG0714 LV02
Sägeblätter – Auftraggeber gesucht
Ein lettisches Unternehmen, das Sägeblätter für die Holzindustrie herstellt, bietet
seine Arbeit als Zulieferungsbetrieb zur
Produktion von Holzverarbeitungsmaschinen und ebenfalls zur Instandhaltung
von Sägeblättern an. Außerdem werden
Großhändler gesucht.
#CP BOLV20140605002
EG0714 MK01
Niederspannungs-Ausrüstung –
Vertriebspartner gesucht
Ein mazedonisches Unternehmen, spezialisiert auf die Produktion von Niederspannungs-Produkten (Relais, Schalter,
Blinkleuchten etc.), sucht Agenten und
Distributoren.
#CP BOMK20140520002
LITAUEN
MOLDAWIEN
EG0714 LT01
Metallprodukte –
Kooperationspartner gesucht
Ein litauisches Unternehmen, spezialisiert
auf die Herstellung von Metallprodukten,
bietet Joint Ventures, beiderseitige Produktionen und Zulieferungstätigkeiten.
Es besitzt modernes Equipment und kann
einen qualitativ hochwertigen Service zu
einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten.
#CP BOLT20140708002
EG0714 MD01
Joint Venture zur Verwertung von
Reststoffen aus Eisen und weiteren
Metallen gesucht
Ein moldawisches Unternehmen, spezialisiert auf die Herstellung, Lagerung und
den Vertrieb von Eisen- und Metallabfallstoffen, sucht Distributoren oder Partner
zum Aufbau eines Joint Ventures.
#CP BOMD20140626001
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
kooperationen
POLEN
RUSSLAND
EG0714 PL01
Hersteller von Hydranten sucht
Distributoren
Ein renommierter polnischer Hersteller
von internen Hydranten, Schränken für
Feuerlöscher und Wandhydranten sucht
Großhändler. Das Unternehmen bietet
auch Dienstleistungen und Zulieferungsmöglichkeiten für eine gegenseitige Produktion im Bereich der Blechumformung
und Vereinigungspresse.
#CP BOPL20140518001
EG0714 RU01
Baumaterialien – Zulieferer gesucht
Ein russisches Unternehmen, spezialisiert
auf Reparatur und Veredelung am Bau,
sucht Bau- und Oberflächenmaterialien
produzierende Unternehmen, um für
diese als Vertriebspartner tätig zu werden.
#CP BRRU20140602003
EG0714 PL02
Elektronische Komponente – Partner
für Vertrieb und Joint Venture gesucht
Ein Unternehmen aus Nordwestpolen produziert Teile und elektronische
Komponenten für den Automobil- und
Elektronikmarkt sowie für Kabel-TV- und
Forschungseinrichtungen. Das Unternehmen produziert und vertreibt über
300 Produkte, z. B. Auto- und Radio-Antennen, Koaxial- und Elektroanschlüsse.
Das Unternehmen sucht Händler und
Joint-Venture-Partner.
#CP 20120928005 BO
RUMÄNIEN
EG0714 RO01
Vertriebspartner für Feingebäck
gesucht
Rumänisches Unternehmen, Hersteller
von Feingebäck mit zwanzigjähriger
Erfahrung, sucht Vertriebspartner für
seine Produkte wie Waffeln (gefüllt mit
Zitronen-, Erdbeer- und Haselnusscreme)
und Tortenböden.
#CP BORO20140604001
EG0714 RO02
Vertriebspartner für
Bodenbearbeitungsgerät gesucht
Ein rumänisches Agrarforschungsinstitut
hat ein multifunktionales Bodenbearbeitungsgerät entwickelt. Gegenüber dem
Einsatz eines klassischen Pflugs verzeichnet das Gerät eine ca. 50 Prozent höhere
Nutzleistung und einen um 10 Prozent verringerten Kraftstoffverbrauch. Gesucht
werden Unternehmen, Forschungseinrichtungen etc. für ein Handelsabkommen.
#CP BORO20140626001
EG0714 RU02
Großhandel mit Gemüse und Vermietung von Lagerflächen – Partner gesucht
Ein russisches Unternehmen, spezialisiert
auf den Großhandel mit Gemüse und Vermietung von Lagerflächen, sucht Partner,
die ihre Produkte lancieren möchten,
sowie Partner, die in das stetig wachsende
und vielversprechende Unternehmen
investieren oder Anteile kaufen möchten.
#CP BRRU20140703002
SERBIEN
EG0714 RS01
Suppen, Tees und anderes –
Vertriebspartner gesucht
Ein serbisches Unternehmen, das 1991
gegründet wurde, hat sich zum größten
Hersteller der Region von Suppen, Tees,
Pudding, Sahne, Gewürzen und anderen
pulverförmigen und körnigen Produkten
entwickelt und sucht Vertriebspartner.
#CP BORS20140526002
EG0714 RS02
Handgefertigte Kleidungsstücke – Vertriebspartner und Investoren gesucht
Ein serbisches Unternehmen hat sich
auf die Produktion von handgefertigten
Kleidungsstücken unter Verwendung
traditioneller Techniken (Weben, Stricken,
Häkeln, Sticken) und natürlicher Materialien spezialisiert und sucht Vertriebspartner und Investoren.
#CP BORS20140611001
EG0714 RS03
Franchise-Möglichkeit in der
Textilindustrie gesucht
Ein serbisches Unternehmen stellt seit
20 Jahren Damenbekleidung her und ist
bereits in den meisten Ländern der Balkan-Region und in Schweden vertreten.
Zum Konzept gehören ein modernes
Management-Team, kreative Designer
und ein Franchise-System. Gesucht werden weitere Franchise-Partner
#CP 20111226002 BO
Ihr Ansprechpartner
für Ost- und Mitteleuropa
Aufgabe des Ost-Ausschusses ist
die Flankierung und Förderung
des Engagements deutscher
Unternehmen in Handel, Industrie, bei Investitionen und
im Dienstleistungsbereich.
Wir bieten
•ein Netzwerk an Kontakten zu
Regierungsstellen und
Wirtschaftsvertretungen
in Deutschland sowie in den Ländern und Regionen;
• Koordinierung des institutionalisierten Dialogs mit den amtli-
chen Stellen (Kooperationsräte, Arbeitskreise etc.);
•aktuelle Informationen über die
wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern und Regionen;
• Delegationsreisen, Konferenzen,
Seminare mit hochrangigen
Regierungsvertretern und Unter nehmern aus Russland, Südost europa, dem Kaukasus sowie aus
Zentralasien.
Arbeitskreise für:
•Belarus
• Fußball-WM 2018
•Gesundheitswirtschaft
•Informationstechnologie/
Telekommunikation
•Rohstoffkooperationen
•Russland
• Südkaukasische Republiken
•Südosteuropa
•Tourismuswirtschaft
•Ukraine
•Zentralasien
• Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft
Das Gemeinschaftsorgan der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft. Trägerverbände: Bundesverband der Deutschen
Industrie (BDI); Bankenverband (BdB);
Außenhandelsvereinigung des Deutschen
Einzelhandels (AVE); Zentralverband des
Deutschen Handwerks (ZDH); Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
(GDV).Vorsitzender: Dr. Eckhard Cordes
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
21
publikationen
Die vergessene Mitte der Welt.
Unterwegs zwischen Tiflis, Baku,
Eriwan
Impressum
Von Stephan Wackwitz
Herausgeber:
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
Breite Straße 29, D-10178 Berlin
Telefon: +49 30 2028-1452
Telefax: +49 30 2028-2452
Geschäftsführer: Prof. Dr. Rainer Lindner
Stephan Wackwitz ist Leiter des
Goethe-Instituts in Tiflis/Georgien. Die
Erfahrungen und Beobachtungen seines
Aufenthalts und daran gekoppelter Reisen
nach Armenien und Aserbaidschan hält er
in dem Essayband „Die vergessene Mitte
der Welt“ fest. Das Wissen darum, dass das
Vorgefundene ist, wie es nicht bleiben
wird und der Wunsch nach historischer
und kulturwissenschaftlicher Einordnung drängt Stephan Wackwitz hinaus in
die Stadt, auf ausgedehnte Entdeckungsspaziergänge, auf Reisen in die Nachbarländer. Kenntnisreich schildert Wackwitz
seine Begegnungen, beschreibt Städte,
Kunst und Architektur – für den weniger
beflissenen Leser ist dies zuweilen etwas
ausschweifend. Dennoch lässt sich Wackwitz auf besondere Weise auf die Länder
und ihre Eigenheiten ein, betrachtet sie
mit dem Blick des Außenstehenden und
belegt, dass man in der Ferne nicht nur
Neues entdecken, sondern auch Etwas
von sich selbst finden kann.
Redaktion:
Andreas Metz (ViSdP)
Telefon: +49 30 206167-120
Telefax: +49 30 2028-2441
A.Metz@bdi.eu
Redaktionelle Mitarbeit: Carolin Gerhold,
Lisa Klinger
Verlag:
OWC – Verlag für Außenwirtschaft GmbH
Regenskamp 18, D-48157 Münster
Telefon: +49 251 924309-0
Telefax: +49 251 924309-99
info@owc.de
www.owc.de
Geschäftsführer:
Dr. Jutta Falkner, Klaus Leger
Anzeigen:
Nadja Klein
Telefon: +49 2506 8164874
Telefax: +49 251 92430999
nk@owc.de
Repräsentantin Moskau:
Katrin Morosow
km@owc.de
 Erschienen: Februar 2014
256 Seiten
Preis: 19,99 Euro
Verlag S. Fischer
Erscheinungsweise: 5 x jährlich (zweimonatlich)
Abonnement: Die Ost-Ausschuss-Informationen
können nur gemeinsam mit der
Monatszeitschrift OST-WEST-CONTACT
bezogen werden. Der Preis für das
Jahresabonnement beträgt für beide
Publikationen zusammen € 120,00, zzgl.
7 % MwSt., Auslandsversand zzgl. Porto.
Abonnement-Service:
Astrid Leger
Telefon: +49 251 924309-21
Telefax: +49 251 924309-99
abo@owc.de
Bankverbindung:
Sparkasse Münsterland Ost
BLZ 40050150 – Kto-Nr: 49003155
Gerichtsstand:
Münster, Amtsgericht Münster, HRB 4574
Druck: merkur Print & Service Group,
Detmold
Erscheinungstermin: Oktober 2014
Der Ost-Ausschuss übernimmt trotz größter
Sorgfalt keine Haftung für Vollständigkeit
und Richtigkeit der weitergegebenen
Informationen.
22
Ukraine – Chronik einer Revolution
Von Konrad Schuller
Konrad Schuller, Korrespondent der F.A.Z.
für Polen, die baltischen Staaten und die
Ukraine, berichtet und analysiert in seinem
neuesten Buch die sich überschlagenden
Geschehnisse in der Ukraine seit Beginn
dieses Jahres. Mithilfe seiner Beobachtungen und Erfahrungen erfasst er Orte und
Akteure in einer äußerst detailgetreuen
bildhaften Chronik. Eingeflochten in die
faktische Beschreibung der Ereignisse
werden nicht nur historische Hintergrundinformationen zu den Schauplätzen einer
Revolution inmitten Europas, sondern
vor allem die Geschichten der einzelnen
Betroffenen. Es begegnen einem unerschrockene Maidan-Aktivisten, beherzte
Politiker, junge, in den Strudel der Krimannexion geratene Verliebte und Menschen
einer Generation, die schon die nach dem
2. Weltkrieg aufkommende nationale
ukrainische Unabhängigkeitsbewegung
erlebten. Damit gelingt es Schuller, dem
Leser nicht nur die historische Bedeutung
der Ereignisse von November 2013 bis
Mai 2014 vor Augen zu führen, sondern
auch die umfassende Komplexität der
Geschehnisse und der involvierten Parteien hervorzuheben.
Erschienen: 2014
207 Seiten
Preis: 9,90 Euro
Verlag edition.fotoTAPETA
Shared Prosperity – Paving the
Way in Europe and Central Asia
Von Maurizio Bussolo und Luis
F. Lopez-Calva (Weltbank)
Die neuen strategischen Ziele der Weltbank lassen sich kurz und prägnant
zusammenfassen - zum einen Armutsbekämpfung und zum anderen Wohlstand
für alle, auch „shared prosperity“. Letzteres diente als Grundlage des Papiers von
Bussolo und Lopez-Calva.
Das Ziel des Papiers ist es nicht nur, die
wirtschaftliche Entwicklung der Länder
Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens anhand makroökonomischer
Kennziffern zu charakterisieren. Vielmehr
wollen die Autoren aufzeigen, dass mikroökonomische Variablen, wie zum Beispiel Humankapitalverteilung und dessen
Entlohnung, wesentlich zum Wohlstand
beitragen. Trotz ähnlicher Entwicklungen
im Wirtschafts-Wachstum unterscheiden
sich die untersuchten Länder wesentlich,
betrachtet man, inwieweit die unteren
40 Prozent in der Einkommensverteilung vom Wachstum der Volkswirtschaft
eines Landes profitieren. In den sieben
Kapiteln des Papiers werden sowohl die
wirtschaftliche Entwicklung, als auch die
sozio-ökonomischen Charakteristika dieser Gruppe betrachtet, die Determinanten
von „shared prosperity“ identifiziert und
abschließend ein Versuch gewagt, geeignete Politikmaßnahmen zur Förderung
von „shared prosperity“ vorzustellen.
Damit gelingt es den Autoren, die Verschiedenartigkeit der Länder hervorzuheben und so auf die Notwendigkeit
der Implementierung differenzierter
Politikmaßnahmen hinzuweisen, sodass
letztlich die gesamte Gesellschaft vom
Wohlstand eines Landes profitieren kann.
 Erschienen: April 2014
94 Seiten
Englisch
Zugriff auf der Homepage der Weltbank: worldbank.org
OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN – Ausgabe 10+11/2014
Erfolg durch
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OST-WEST-CONTACT erscheint monatlich und
liefert fundierte Wirtschaftsinformationen über die
Märkte in Mittel- und Osteuropa. Zehnmal pro Jahr
liegen die Ost-Ausschuss-Informationen bei.
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Als die Mauern in Europa fielen, gehörten
deutsche Unternehmen zu den ersten
Investoren in Ost- und Mitteleuropa. Im
Fokus standen Polen, die damalige
Tschechoslowakei und Ungarn.
Nach Rumänien wagten sich anfangs nur
wenige Mutige. Nach und nach wurde
jedoch auch dieser Investitionstandort
interessant. Hatte das Land mit seinen 22
Millionen Einwohnern doch einen der
größten Absatzmärkte der Region zu
bieten. Die Löhne waren extrem niedrig,
neue Investitionsgesetze boten attraktive
Steuervorteile.
In diesen Jahren des Umbruchs lernten
sich Peter Simon und Michael Brenscheidt
kennen – beide gehörten zur ersten Garde
der deutschen Rumänien-Investoren.
Beide haben zwei Jahrzehnte ihres Lebens
mit Rumänien verbracht. Nun realisierten
sie gemeinsam mit einigen Weggefährten, wovon sie in dieser Zeit immer wieder
sprachen: Sie schrieben ihre Erlebnisse in
und ihre Ansichten über ein Land auf, das
ihnen ans Herz gewachsen ist. Und so entstand das vorliegende Buch.
Es skizziert gelebtes Rumänien in den Jahren nach der Wende und soll vor allem Geschäftsleuten, die in Rumänien tätig sind
oder es werden wollen, Land, Leute und
seine ungeschriebenen Gesetze näher
bringen. Zugleich soll sich der Leser an
manch amüsanten, wenngleich auch nicht
immer lustigen Geschichten erfreuen,
die in jedem Fall auf wahren Ereignissen
beruhen.
Der Herausgeber
Die Autoren
Kein Gurt –
nirgends
Dr. h. c. Susanne Kastner
Dr. Michael Brenscheidt
Manfred Engelmann
Dr. Gerhard Eschenbaum
Dr. Michael Motzki
Peter Simon
Werner Stein
Kein Gurt – nirgends
Erlebnisse deutscher Manager in Rumänien
Ovidiu Gant
Michael Brenscheidt....
Erlebnisse deutscher
Manager in Rumänien
Michael Brenscheidt (Hrsg.)
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31.10.2011 10:31:07 Uhr
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