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UG
FL
26. Jhg. | November 2014
Foto: Jan Schliecker
www.choices.de
Würfelspiel mit Unbekannten
FRIEDEN
CHOICES-THEMA IM NOVEMBER
THEMA
des Monats
choices
engels
trailer-ruhr
Schulpolitik
Nanotechnologie
Geld
Fernsehen
Welche Wah
Stadtkasse Willkommen
Die Netze
Wozu Schule
Freiwillige
Schildbürger
Schutzbefohlen
Medien Kita
Kauflust Lärm
2.0
Haushaltskrisen Öko
Green Clubbing
Energiepolitik
Verkehr
Frauen an die Macht
Tourismus
O
du
Fröhliche
Rechtsdrehung
Forschung
IntegrationVerkehr
Kreative Masse
Energiepolitik Elf Feinde?
Islam
Mobilität
Glück
Neue Urbanität
Unser Wasser
Sexualität Arbeit
Frauenbewegung Kirche im WandelElektromobilität Grüne Stadt
Vergreisung Euro
Klima-Expo Städtedreieck Lobbyismus
Klimawandel
Elektromobilität
Nichtraucherschutz
ForschungHeldentum Krieg und Frieden EventkulturSemiotik
Energiepolitik
Naturalismus Stadtkasse
Haushaltskrisen Schutzbefohlen
Beschneidung
Kinderarmut Schildbürger Haushaltskrisen Euro
Karneval
Die Netze Urban GardeningKlima-ExpoDie Netze Vorhang
Urban Gardening
Crime and the City Freiwillige
Frauenfußball Willkommen Kita
Freiheit
Freiwillige
Elektromobilität Euro
Kirche im Wandel
Euro Welche Wahl Verkehr
Shopping Malls
Integration
Alternative Energien
Lärm
Elf Feinde?
Energiepolitik Grüne Stadt Haushaltskrisen Klimakultur Elf Feinde?
Green Clubbing
Netz(re)publik: ElektropapierFernsehen
Schulpolitik
Welche Wahl
Kita
Arme Mater
Verkehr Wozu Schule
Ehe-Los
Schulden
Krieg
Energiewende
Das Tier und wir
Europathema
Rechtsdrehung
THEMEN IN NRW
Kritik, Interviews und Links
Köln – choices.de
Düsseldorf – biograph.de
Wuppertal – engels-kultur.de
Ruhrgebiet – trailer-ruhr.de
mein
hen
Lesezeic
DER KOCH
EIN FILM VON RALF HUETTNER
BASIEREND AUF DEM WELTBESTSELLER VON MARTIN SUTER
26. Jhg. | November 2014
www.derkoch.senator.de
www.choices.de
Foto: Verleih
Michael
Nyman Band
MUSIK
UND
KRIEG
»Gladiator«
Foto: Perou
Hilary Summers Alt
Der Lieblingsfilm
von Anna Prohaska
Michael Nyman
War Work (2014)
Kompositionsauftrag der Cité de la
musique, KölnMusik, La Comète,
L’Arsenal und Palace of Arts
Deutsche Erstaufführung
von Ridley Scott
Filmforum
Medienpartner: choices
KölnMusik gemeinsam mit Kino Gesellschaft Köln
Sonntag
16.11.2014
15:00
Samstag
08.11.2014
21:00
Foto: Deutsche Grammophon / Holger Hage
MUSIK
UND
KRIEG
Eric Schneider Klavier
Lieder von Charles Ives, Hanns
Eisler und Wolfgang Rihm über
Krieg, Tod, Vertreibung und
Trauer sowie Soldatenlieder von
Robert Schumann, Hugo Wolf,
Gustav Mahler u. a.
Anna
Prohaska
Hinter den Linien 1914 – 2014
koelner-philharmonie.de
0221 280 280
Kinokarten nur an der Kinokasse
Mittwoch
19.11.2014
20:00
.de
Foto: David Baltzer
choices-Thema.
Kino.
5 FRIEDEN
Was der Friedensnobelpreis über den Frieden verrät
6 Zum Thema
Frank Möller über Erinnerungskultur am Beispiel
Hürtgenwald
Erinnerungskultur in Europa: die „Route of Liberation“
Bühne.
7 Auftritt
Uraufführung von Sibylle Bergs „Viel gut essen“
in Köln
8 Freies Werkstatt Theater
9 Premiere
Für „Chambre d’amis“ kollaboriert Futur3 mit der
schweizerischen Compagnie Selma 95
10 Freihandelszone
11 Theater am Rhein
Bei Acting Accomplices ist „Der Freund krank“
12 Komikzentrum
Mit Stankowski/Pause, Moritz Netenjakob und
Max Goldt
13 Ateliertheater
14 Junges Theater Bonn/Oper Köln
15 Senftöpfchen
16 Shrek – Das Musical
17 Theater am Rhein
Szenische Installation „Displaced Person“
Telenovela in der studiobühne
„Meat Market“ von Tripletrips
18 Schauspiel Köln/Schauspiel Köln TANZ
20 Theaterleben
Zum Tod von „Wally“ Bockmayer
Prolog
Joseph Roths Roman „Hiob“ in Bonn und Köln
21 Theaterkalender Köln/Bonn
48 Culture Club
Matthias Deutschmann im Pantheon
BÜHNE
Foto: Theresa Hupp
Premiere
9
KINO
„Mommy“
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KULTUR.KINO.KÖLN.
Mehr Meinung. Service. Hintergrund. – In NRW.
empfehlen | weitersagen | kommentieren
Alle Texte. Ihre Stimme. Filmkritik im FORUM.
Kultur in NRW.
26. Jhg. I November 2014
Film-ABC/Vorspann
choice of choices „Mommy“
Kölner Kritikerspiegel/Kino-Kalender
OFF Broadway
Weisshaus
Film-Kritik
Gespräch zum Film – Florian Mischa Böder über
Schauspieler, Publikumsgeschmack und Genrekonventionen
Culture Clubs: Lieblingsfilm/Kino-Café
Filmpalette
Cinenova
Spezial
NRW Kinotag am 9. November
Festival
Vielseitiger Filmherbst: CineCologne
Roter Teppich – Alexander Fehling über „Im Labyrinth des Schweigens“ und die Arbeit mit Tarantino
Spezial Kinofest Lünen Vorbericht
Metropolis
Literatur.
48 ComicKultur
Comic-Empfehlungen im November
49 Textwelten
Verlag Antje Kunstmann eröffnet erste „Praxis“
Literatur-Kalender
überregional
15 Musical in NRW
Wuppertaler „David“ triumphiert über Bonner
„Goliath“
19 Tanz in NRW
Die kommenden Tanz-Festivals setzen auf eine
Charme-Offensive
Theater in NRW
Bonn gelingt ein finanzpolitischer Superlativ
51 Improvisierte Musik in NRW
Gregory Porter besucht Leverkusen
Klassik am Rhein
Moondogs Auferstehung in Kölns St. Peter
54 Kunst in NRW
Annette Messager in K21 in Düsseldorf
Kunst.
48 Culture Club: Museumsnacht Köln
53 kunst & gut
„Die Kathedrale“ im Wallraf-Richartz-Museum
54 Claire Morgan im Osthaus Museum Hagen
55 Kunst-Kalender NRW
56 Kunstwandel
Ausstellung „Apokalypsen“ im Kölner Käthe
Kollwitz Museum
choices spezial.
4
57
58
61
Musik.
2 Kölner Philharmonie
48 Culture Clubs: Karibuni Kinderkonzert und
„A Tribute to Krazy Kat“, MusikFabrik im WDR
50 Unterhaltungsmusik
Afro Beat infizierter Pop auf dem Week-End Festival
Stadtgarten
KompaktDisk
choice of choices
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MUSIK
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„Moondog“
Intro – „Home sweet Home“
Verlagssonderseiten – choices lebt gesund
Mediterana
Auswahl – im November
Veranstaltungs-Empfehlungen des Monats
63 Impressum
Heute schon digitale Fingerabdrücke hinterlassen?
choicescologne
Lesen Sie mehr auf www.choices.de!
Dieses Icon zeigt Ihnen den Weg.
Klassik am Rhein KUNST
51
Kunstwandel
© Stiftung Museum Kunstpalast
56
Intro
.de
November 2014
choices + choices.de
Home sweet home
Im Doppelpack mehr Service, Meinung und Hintergrund
Thema
6
Gedenken oder wohlfeile Folklore?
Historiker Frank Möller im Gespräch über
Erinnerungskultur am Beispiel Hürtgenwald,
wo zahlreiche fragwürdige Gedenkstätten für
den Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, u.a.
von der – wahrscheinlich an Kriegsverbrechen beteiligten – Division „Windhunde“.
Frank Möller
Bühne
Foto: privat
9
Premiere
Ein deutsches Paar empfängt ein schweizerisches Paar zuhause. Im teils französischsprachigen „Chambre d’amis“ von Antoine Jaccoud
wird das Phänomen der Freundschaft in der
heutigen Zeit beleuchtet. Regisseur Stefan H.
Kraft spricht über das Stück und dessen Sujet.
Stefan H. Kraft
Film
Foto: Laura Schleder
31
Gespräch zum Film
Wir sprechen mit Regisseur Florian Mischa
Böder über seine Komödie „Die Einsamkeit
des Killers vor dem Schuss“ (Start: 13.11.), in
der Benno Führmann als Auftragskiller für die
Europäische Union arbeitet.
Florian Mischa Böder
Film
Foto: Martin Menke
42
Roter Teppich
Alexander Fehling („Goethe!“) berichtet von
der Arbeit an „Im Labyrinth des Schweigens“
(Start: 6.11.), in dem er sich als Anwalt in den
50er Jahren mit NS-Verbrechen und deren
Verantwortlichen auseinandersetzt.
Alles außer Tiernahrung, Foto: Maxi Braun
Stell Dir vor, Du bist der Enthauptung durch den IS entkommen, dem syrischen Bürgerkrieg entflohen oder hast auf der Flucht vor Diskriminierung,
politischer Verfolgung oder dem sicheren Hungertod unter Lebensgefahr in
einer Nussschale das Mittelmeer überquert. Und als Du erschöpft im Wohlstand verheißenden Europa landest, erwartet Dich – eine leer stehende
Praktiker-Filiale. So ist es in Köln Porz-Eil geplant. 200 Asylsuchende sollen
demnächst da untergebracht werden, wo sanitäre Anlagen, Privatsphäre
oder Tageslicht fehlen. Der Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrates,
Claus-Ulrich Prölß, sieht darin zu Recht einen „Ausverkauf der humanitären
Standards“. Man muss kein Zyniker sein, um dabei sofort den bekannten
Slogan der Baumarktkette im Ohr zu haben. Platzmangel hin, Flüchtlingsdebatte her, es ist traurig, dass wir nicht mehr zu bieten haben, wo unsere
Gesellschaft doch jeden gefallenen Politiker noch in der freien Wirtschaft
unterzubringen vermag.
Die Folgen der weltweiten, kriegerischen Auseinandersetzungen sind also
auch in Köln sichtbar, womit sich auch unser Thema unter dem Titel FRIEDEN auseinandersetzt. Denn ausgerechnet in dem Jahr, in dem man allerorten zweier Weltkriege gedenken wollte, scheint der Frieden so fragil wie
lange nicht.
Die Show geht wie so oft trotzdem weiter, aber auch die Kunst ist auf Krawall gebürstet. Ein Kulturenclash im Kleinen ist in CHAMBRE D’AMIS, einer
Co-Produktion der Gruppe Futur 3 und der Compagnie Selma 95, zu sehen,
die von einer deutsch-französischen Freundschaft handelt. choices traf Futur 3-Mitbegründer STEFAN H. KRAFT zum Interview. Ob Rafael Sanchez
mit seiner Inszenierung von Sibylle Bergs VIEL GUT ESSEN am SCHAUSPIEL
KÖLN ebenfalls die implizierte Systemkritik gelingt, klärt unsere Rezension.
Ablenkung von der Politik bietet die Improvisierte Musik. Jazzjunkies müssen sich ihren „Stoff“ allerdings im Exil besorgen. Vom 8.-15.11. locken
die LEVERKUSENER JAZZTAGE u.a. mit Gregory Porter. Einen weniger geschichtlichen als kunsthistorischen Blick auf DIE KATHEDRALE eröffnet die
gleichnamige Ausstellung im WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM, die auch eine
kleine Hommage an unseren Dom enthält. Im KÄTHE KOLLWITZ MUSEUM
steht mit APOKALYPSEN wieder der Krieg im Fokus und das Werk von Kollwitz selbst den Kriegsdruckgrafiken deutscher Impressionisten gegenüber.
Emotional brutal und gefühlsgewaltig geht es auch in MOMMY, unserem
choice of choices-Film von Regiewunderkind XAVIER DOLAN zu. Darüber,
dass die Brüsseler Bürokratie auch einen Auftragskiller in den administrativen Wahnsinn treiben kann, erzählt hingegen DIE EINSAMKEIT DES KILLERS VOR DEM SCHUSS von FLORIAN MISCHA BÖDER, mit dem wir unser
Gespräch zum Film führen. Geballtes Kino im Festivalherbst versprechen
außerdem die CINECOLOGNE, die vom 19.-26.11. sechs kleinere Filmfestivals bündelt, oder der NRW KINOTAG am 9.11. Letzteres Datum ist gleichsam ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, in mahnender
Erinnerung an die Novemberpogrome 1938. 2014 sollte uns dieser Tag aber
auch daran erinnern, dass in Europa nicht immer Frieden herrschte und wie
schnell sich das Blatt auch für uns wenden und wir selbst zu Flüchtlingen
werden könnten.
MAXI BRAUN
Alexander Fehling
4
Thema
Aus Spaß wird Ernst, Foto: Jan Schliecker
Preis für den Frieden – Was uns die Preisträger Malala Yousafazi und Kailash Satyarthiüber den Frieden verraten
Kriege, wohin man sieht. Ausgerechnet im Jahr die Europäische Union 2012 peinlich. Historisch
des Marathongedenkens an die großen Kriege des kann man dem europäischen Einigungsprozess zu20. Jahrhunderts. Vor 100 Jahren begann der Erste gutehalten, Westeuropa einen historisch unfassbar
Weltkrieg, vor 75 der Zweite. Doch vor dem Hinter- langen Frieden von bisher fast 70 Jahren beschert
grund der aktuellen weltpolitischen Lage tritt das zu haben. Mehr aber auch nicht, dafür stehen
allein die Kriege im
Gedenken in den Hinchoices-Thema im November:
ehemaligen Jugoslatergrund. In der Ukraine
wien. Hingegen ist das
liefern sich seit Juli proGrenzregime der EU
russische Separatisten
Frieden ist ein kostbares Gut. Seit Jahrzehnten gibt
alles, nur nicht preismit
Unterstützung
sich Europa friedlich, aber ausgerechnet 2014 müssen
verdächtig. Flüchtlinge
Russlands heftige Gewir uns zwischen Utopie und Chance entscheiden.
Lesen Sie weitere Artikel zum Thema auch unter:
werden
gezwungen,
fechte mit ukrainischen
trailer-ruhr.de/thema + engels-kultur.de/thema
in überfüllten BooVerbänden um Donezk,
ten den Weg über das
Luhansk und Mariupol.
Gaza wurde 2014 zum dritten Mal in sechs Jahren Mittelmeer zu nehmen, wobei jedes Jahr Tausende
Schauplatz von schweren Auseinandersetzungen ertrinken. Die, die es dann doch bis Europa schafzwischen israelischer Armee und Hamas. Und in fen, müssen meist ein Leben in unwürdigen VerSyrien und Irak hat die islamistische Terrormiliz hältnissen fristen. Ein augenscheinliches Beispiel
Islamischer Staat (IS) ein fundamentalistisches hierfür ist die Ende September von der Stadt Köln
Regime aufgebaut. Aber auch unterhalb unseres angekündigte akute Notfallmaßnahme zur UnterAufmerksamkeitsradars finden in Mexiko, im Süd- bringung von Flüchtlingen: In einem ehemaligen
sudan, Ostkongo, Kaschmir und anderen Regionen Praktiker-Baumarkt in Porz-Eil sollen künftig 200
Personen in einer riesigen Halle ihr Dasein fristen.
kriegerische Auseinandersetzungen statt.
Wahrscheinlich hätte es niemanden gewundert, Und wer war noch gleich Preisträger 2013? Ach, ja,
wenn das Osloer Friedensnobelpreiskomitee in die Organisation für das Verbot chemischer Wafdiesem Jahr keinen Preis vergeben hätte. Einer- fen (OPCW). Ohne ihre Arbeit schmälern zu wollen,
seits um, wie zu Zeiten der Weltkriege oder 1972 weckte diese Kür eher den Eindruck, ein Feigenblatt
während des Vietnamkriegs, ein Zeichen zu set- für die unrühmliche Rolle des Westens im Syrischen
zen. Andererseits, weil die Preisverleihungen der Bürgerkrieg zu sein. Auch, weil nicht gesichert ist,
letzten Jahre ziemlich versemmelt wurden. 2009 dass Baschar al-Assad tatsächlich alle Chemiewaferhielt den Preis US-Präsident Barak Obama, weil fen zur Vernichtung rausgerückt hat.
er ein so charismatischer Hoffnungsträger war. Bis Und 2014? Ließ man die ganz großen Namen links
heute lässt er Terroristen mit Drohnen töten und liegen und richtete den Fokus auf die Rechte von
nimmt dabei zivile Opfer billigend in Kauf. Eines Kindern und Jugendlichen, deren problematische
seiner Hauptversprechen, das Gefangenenlager Situation vor dem Hintergrund der blutigen KonGuantanamo zu schließen, wurde auch noch nicht flikte in Vergessenheit geriet. Die Auszeichnung
erfüllt. Darüber hinaus stellt die Herausforderung wird der Pakistanerin Malala Yousafazai und dem
durch IS den Preisträger Obama vor die Kriegsfrage. Inder Kailash Satyarthi die nötige internationale
War die Auszeichnung Obamas mindestens un- Aufmerksamkeit sichern. Dass die Ausgezeichneglücklich, war die Verleihung des Nobelpreises an ten auch noch Träger der Zivilgesellschaften in
FRIEDEN
5
ihren verfeindeten Heimatländern Pakistan und
Indien sind, lässt sich als friedenspolitisches Signal begrüßen.
Für den Westen ist diese Preisverleihung aber eine
Wohlfühlentscheidung, das Problem ungleicher Bildungschancen wurde outgesourct. Bequem können
wir uns zurücklehnen, das Problem findet ja woanders statt. Dennoch sind Yousafazai und Satyarthi
verdiente Preisträger. Yousafazai, weil sie als junges Mädchen den Taliban im wahrsten Sinne des
Wortes die Stirn bietet – ein Taliban schoss ihr in
den Kopf, weil sie Bildung auch für Mädchen fordert. Seitdem lebt sie im britischen Birmingham,
wo sie erfolgreich therapiert wurde. Satyarthi befreite bis heute annähernd 80.000 Kindersklaven
aus indischen Teppichmanufakturen. 1994 wurde
er dafür bereits mit dem Aachener Friedenspreis
ausgezeichnet.
Konflikte in den wohlhabenden Gesellschaften
werden so ausgespart. Das Komitee verharrt in
einem westlichen Blickwinkel, der Probleme vor
allem gerne woanders sieht. Bei einer Entscheidung für Edward Snowden hätte der Westen anders dagestanden. Preisträger Obama hätte dann
Preisträger Snowden jagen müssen – eine schöne
Ironie des Schicksals. Aber auch für Russland, das
dem Ex-NSA-Mitarbeiter Asyl gewährt, um den
USA eins auszuwischen, wäre ein solches Votum
und die damit verbundene Aufmerksamkeit für den
Preisträger mindestens ärgerlich gewesen.
BERNHARD KREBS
Aktiv im Thema
www.dfg-vk.de/willkommen
www.koop-frieden.de
www.friedensbildungswerk.de
Quellen:
www.rundschau-online.de/koeln/fluechtlinge-in-koeln-baumarktin-porz-wird-fluechtlingsquartier,15185496,28565486.html
www.sueddeutsche.de/politik/friedensnobelpreis-fuer-kailashsatyarthi-ein-held-unserer-zeit-1.2168140
Thema
Heikle Gedenkkultur in Vossenack, Foto: Frank Möller
„Sicher nicht die Heimat verteidigt“
Frank Möller über Erinnerungskultur am Beispiel Hürtgenwald
choices: Herr Möller, im Hürtgenwald, nahe bei Welche Rolle spielten die „Windhunde“ im
Aachen, fanden im Zweiten Weltkrieg die letz- Osten?
ten großen Schlachten an der Westfront statt. Den nationalsozialistischen Rasse- und VernichEs war der vergebliche Versuch, den Vormarsch tungskrieg voranzutreiben. Dabei war die Divider Alliierten ins „Reich“ zu stoppen. Was hat sion wahrscheinlich auch an Kriegsverbrechen
die Nazi-Wehrmacht dort damals verteidigt?
beteiligt.
Frank Möller: Sicher nicht „die
Heimat“, wie es die NS-Propaganda
Warum ist die Division dann in
„Bis zur letzten
damals verbreitete. Offiziere und
Hürtgenwald so präsent?
Patrone“
Soldaten folgten sinnlosen DurchNach dem Krieg organisierten sich
haltebefehlen, „bis zur letzten Patrone“ zu kämp- die Veteranen als Verband. Davon gab es in den
fen. Das verlängerte den Krieg unnötig, kostete 1950ern viele. Sie dienten der Selbsttherapie, der
zahlreiche Leben und trug zur Verwüstung von Freizeitgestaltung, vor allem aber der politischen
Dörfern, Städten und Landschaften bei. Das wur- Interessenvertretung. Die Veteranenverbände
de später zwar wortreich beklagt, die Ursachen forderten als eine Art Schutzgemeinschaft die
wurden allerdings in aller Regel nicht benannt.
Anerkennung ihrer soldatischen „Leistungen“.
Region genannt. Zum sog. „Hürtgenwaldmarsch“
treffen sich jährlich Militariafans aus allen Landen. Sie marschieren, mitunter begleitet von
Reenactment-Gruppen zur – na, was wohl? – zur
„Völkerverständigung“.
Zu den zahlreichen Gedenkstätten vor Ort gehört auch eine Installation „Windhunde mahnen zum Frieden“.
Zunächst: Ich will nicht ausschließen, dass einzelne Veteranen der 116. Panzerdivision diese Formel ernst gemeint haben. Vor dem Hintergrund
der bislang vorliegenden Fakten ist sie allerdings
eher wohlfeile Folklore.
ZUR PERSON
Gibt es viele diskussionswürdige Erinnerungsorte im Hürtgenwald?
Der Hürtgenwald ist überzogen mit fragwürdigen
Erinnerungs- und Gedenkinszenierungen. In der
Kirche von Vossenack gibt es ein von den „Windhunden“ gestiftetes Fenster mit ihrem Emblem.
An der Kirchentür wird die nachweislich völlig
überhöhte Zahl von 68.000 Kriegsopfern in der
In Hürtgenwald soll auch die Wanderausstellung
„Liberation Route Europe“ Station machen.
INTERVIEW: WOLFGANG HIPPE
Lesen Sie die Langfassung unter
choices.de/thema
Frank Möller ist Historiker und
Autor, u. a von: Zukunftsprojekt Westwall. Wege zu einem
verantwortungsbewussten Umgang mit den Überresten der
NS-Anlage, Weilerswist 2008
(hrsg. zus. m. Karola Fings).
Krieg, Befreiung, Befriedung, Frieden?
Erinnerungskultur in Europa: die „Route of Liberation“
Seit dem 6. Juni 2014 tourt eine besondere Aus- krieg unter die Vorherrschaft der Sowjetunion
stellung durch Europa. Mit „Routes of Liberati- geriet“ und später seinen „Weg in die Freiheit“
on: das europäische Erbe des II. Weltkrieges“ will fand, ist Teil der Erzählung. Freiheit statt Natiodie niederländische Stiftung Liberation Route nal- und/oder Sozialismus also. Zu den Partnern
Europe die Geschichte der Befreiung Westeuro- der Stiftung gehören neben Universitäten und
Museen vor allem Veteranenpas von Nazi-Deutschland „für
die heutigen Menschen und „Die dominante Ideologie des und Tourismusverbände.
Neoliberalismus verbindet
kommende Generationen“ le‚Freiheit‘ längst nicht mehr
Freiheit also als zentrale Botbendig halten. Der Weg der Almit Menschenrechten“
schaft bei der Bewältigung der
liierten von der Invasion in der
Vergangenheit. Die gemeinNormandie bis zur Kapitulation
des NS-Regimes am 8. Mai 1945 wird entlang same Beschwörung von Freiheit und Frieden hat
des jeweiligen Front-Verlaufs nachgezeichnet schon zu Zeiten des Kalten Krieges gute Dienste
und an entsprechenden Orten präsentiert. „Da- geleistet, auch heute wohnt der Kombination
mit soll eine wichtige Episode in der Geschich- noch immer ein gewisser Zauber inne. Wenn da
te Europas, in der die Freiheit verlorenging und nicht die dominante Ideologie des Neoliberaliszurückgewonnen wurde, wieder zum Leben er- mus wäre, die „Freiheit“ längst nicht mehr mit
Menschenrechten und Menschenwürde verbinweckt“ werden, so die Stiftung.
Der Mai ´45 ist freilich nicht der Schlusspunkt, det, sondern für den ungezügelten Zugriff des
denn es geht um ein politisches Programm. Auch (Finanz)Kapitals auf alle Lebensbereiche eintritt.
Polen, „ein Land, das nach dem Zweiten Welt- Der Glaubwürdigkeit einer „freiheitlichen Ge-
6
schichtspolitik“ und des „europäischen Befreiungskampfes“ hilft das wenig. Auch nicht, wenn
„unsere“ Freiheit und „unser“ Frieden vorgeblich
schon am Hindukusch oder vor Somalia verteidigt werden. Die Europäische Union mag den
Friedensnobelpreis erhalten haben, befriedet ist
Europa noch lange nicht. Nicht nur wegen der
Balkankriege. Heute werden die südöstlichen
Regionen als „sicher“ eingestuft, um die von
dort geflüchteten Roma und Sinti schneller abschieben zu können. Frieden ist schließlich mehr
als die Abwesenheit von Krieg. Derweil marschieren die westlichen Armeen durch den Rest
der Welt und setzen Zeichen. In Vietnam wie in
Afghanistan, in Syrien und Libyen wie im Irak, in
Abu Ghuraib wie in Grenada. Für „Frieden“ und
„Freiheit“.
WOLFGANG HIPPE
Auftritt
„Viel gut essen“, Foto: David Baltzer
Reaktionäre Freiwilligen Armee
Uraufführung von Sibylle Bergs „Viel gut essen“ in Köln
Ein Mann kocht. Als Aficionado der Biomärkte zieht er alle Register des
Zutatenfetischismus und stilisiert sich zum High-End-Gourmet – Anisanbau und Veilchensorbet inklusive. Nur: Das Essen bereitet er für seine
Frau zu, die ihn längst verlassen hat; und der Job ist auch weg. Ein Mann
kocht. Seine Lebensbilanz ist desaströs, er klagt wütend über den Opernlärm von Schwulen und das Wohnviertel voller Migranten. Robbie, die
Hauptfigur in Sibylle Bergs neuem Stück „Viel gut essen“, ist allerdings
nicht der Mann, der rot sieht. Noch nicht. Der IT-Spezialist steht satt in
den Vierzigern, ein Best-Ager unter den Nerds, der sich an der Schnittstelle zwischen Unbehagen an der globalisierten Moderne und reaktionären
Schlussfolgerungen bewegt. In der Uraufführung am Schauspiel Köln ist
allerdings von Yuri Englert als Robbie nichts zu sehen. Man hört nur sein
schleppendes Lamentoso, seine in Müdigkeit und Erschöpfung verkümmerte Wut. Bühnenbildnerin Sara Giancane hat zwei Rücken an Rücken
angeordnete weiße Podest-Bühnen entworfen, eine für Robbie, eine für
einen Chor. Die Zuschauer werden geteilt, den Kritiker verschlug es auf
die Chor-Seite.
Sechs Stühle stehen in einem Kreis. Schüchtern-vorsichtig trudeln vier
Nerds mit karierten Hosen, Sneakers und dunklem Brillengestell ein. Ein
Chor der Verhuschten, der Realitäts-Abstinenzler, die sich offenbar zur
Gruppentherapie treffen. Das Quartett (Mohamed Achour, Simon Kirsch,
Thomas Müller, Jakob Leo Stark) legt sich tröstend die Hände auf den
Arm, formt sich zum Ringelreihen, zieht sich bis auf die Unterhose aus.
Erotische Fußmassagen wechseln mit dem hordenmäßigen Bekraulen der
Körperbehaarung, und nur eher beiläufig lassen die vier ihrer Ranküne
freien Lauf. Bei Sibylle Berg ist der Trupp allerdings eher für die geistige
und reale Mobilisierung zuständig. Er tritt zur „Musterung der Freiwilligen
Armee“ an, lästert ausgiebig über Hipster, Transgender oder Spätgebärende, bis die Suada in blanken Rassismus umschlägt. Schwule? „Es ist
also von einer Missbildung der DNA auszugehen.“ Asylsuchende? „Bootsflüchtlinge, die traurig schauen und sich ungesehen halb schlapp lachen.“
Migranten? „Was sind die Risikofaktoren? Jung männlich, Migrant.“
7
Aber auch Europa, der neoliberale Kapitalismus oder der Feminimus bekommen ihr Fett ab. Berg hat sich hier unverkennbar bei Sarrazin & Co.
bedient und kehrt die Idee von privatem Radikalismus und gezügelter
Öffentlichkeit um: Der Chor propagiert offen den Krieg, während Robbie
noch mault. Regisseur Rafael Sanchez hat allerdings nicht nur alle militärischen Anspielungen gestrichen, er nimmt mit der nerdigen Selbsttherapie jede Bedrohlichkeit zurück, am Ende muss der Chor auch noch in
fleischfarbenen Ganzkörperanzügen herumhopsen. Der einzige, der seiner Wut freien Lauf lässt, ist Jens Rachut, der unsinnig als muskalischer
Einpeitscher auf der Demarkationslinie zwischen den Bühnen in lichter
Höhe tobt. Der Sinn der Bühnentrennung bleibt letztlich unersichtlich.
Sind öffentliche und private Sphäre wirklich derart säuberlich zu trennen, wenn das Setting überhaupt dafür steht? Erst kurz vor Schluss tauschen beide Parteien dann doch noch für wenige Minuten die Seiten.
Robbie erweist sich allerdings als schlichtes Alter Ego der Chor-Nerds.
Er kauert erschöpft auf einem Stuhl, beschränkt sich aufs Benennen von
Menü-Zutaten. So einfach ist Bergs Text nicht beizukommen. Sie formuliert darin ein bissiges, zugespitztes Mittelschicht-Psychogramm, das
den schleichenden Übergang von Kritik in die Radikalisierung vorführt.
So driftet eine Klage über die Eventisierung öffentlicher Plätze und über
die Banken, der man noch zustimmen könnte, plötzlich in Judenhass
ab – und schon sitzt man in der Falle. Das Stück formuliert ein zunehmend mainstreamiges Unbehagen in der globalisierten, liberalen Kultur,
dessen Ernte derzeit die AfD einfährt – doch Bergs Klarsicht verfehlt die
Kölner Inszenierung um Längen.
HANS-CHRISTOPH ZIMMERMANN
„Viel gut essen“ | R: Rafael Sanchez | 4., 6.-8., 13.-15.11. 19.30 Uhr
Schauspiel Köln | 0221 221 28400
13. November 2014 bis 8. Februar 2015
charlys tante
MARKUS MAJOWSKI
KARIN BUCHALI, CLARA CÜPPERS, PATRICK DOLLMANN,
KATHARINA HADEM, MATTHIAS KOFLER, FRANCESCO RUSSO,
ULRICH SCHMISSAT, ALICE ZIKELI
Schwank von Brandon Thomas
Fassung u. Regie: René Heinersdorff
www.theater-am-dom.de
guter abend.
Theater am Dom, Glockengasse 11, Opern Passagen, Kasse: 0221-2580153/54
Mi 05. Macbeth von William Shakespeare
20:30
Fr
07. Macbeth von William Shakespeare
20:30
Sa
08. Macbeth von William Shakespeare
Do 13. Nathans Tod in Jerusalem
20:30
20:30
Fr
14. Nathans Tod in Jerusalem
20:30
Sa
15. Nathans Tod in Jerusalem
20:30
So
16. PREMIERE: „Buurmann und Höpker... haben Krach“ 19:30
Di
18. „Buurmann und Höpker... haben Krach“
20:30
Do 20. „Buurmann und Höpker... haben Krach“
20:30
Fr
21. Sergej Prokofjew - Die Erzählungen
-musikalische Lesung
20:30
So
23. „Buurmann und Höpker... haben Krach“
19:30
Mi 26. Macbeth von William Shakespeare
20:30
Do 27. Macbeth von William Shakespeare
20:30
Fr
28. Macbeth von William Shakespeare
20:30
Sa
29. Riverside Drive von Woody Allen
20:30
So
30 Riverside Drive von Woody Allen
19:30
MO10.
MI 12.
DO 13.
FR 14.
SA 15.
SO 16.
DI 18.
MI 19.
FR 21.
SA 22.
SO 23.
DI 25.
MI 26.
DO 27.
FR 28.
SA 29.
Theater Tiefrot | Dagobertstr.32 | 50668 Köln
0221 - 46 00 911 | info@theater-tiefrot.de | www.theater-tiefrot.de
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X-FREUNDE
DAS WUNSCHBUCH AB 4 JAHREN
ALLTÄGLICHE APOKALYPSEN
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DAS BOOT IST VOLL
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ALLTAG & EKSTASE
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FREDERIK AB 4 JAHREN
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PREMIERE EIN FRÄULEIN WÄRE GERN JULIE
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PREMIERE MUSIKALISCHE STADTGESCHICHTEN V
TESTSIGNALGENERATOR
EINFÜHRUNG ZU X-FREUNDE
X-FREUNDE
X-FREUNDE
AM ENDE DER NACHT
MUSIKALISCHE STADTGESCHICHTEN V
AUS DEM LEBEN EINES TAUGENICHTS
VOM LEBEN
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EINFÜHRUNG ZU ALLTAG & EKSTASE
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ALLTAG & EKSTASE
WWW.FWT-KOELN.DE
November 2014
SA 01.
SO 02.
DI 04.
MI 05.
DO 06.
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SA 08.
SO 09.
Be ina Muckenhaupt und Fiona Metscher in ALLTAG & EKSTASE
©MEYER ORIGINALS
NOVEMBER 2014
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Premiere
„Freundschaft ist kein
Wolkenkuckucksheim“
Für „Chambre d’amis“ kollaboriert Futur3
mit der schweizerischen Compagnie Selma 95
Seit den 90er Jahren häufen sich die philosophischen und soziologischen Betrachtungen zum
Phänomen der Freundschaft. Nicht nur, weil
sich mit den sozialen Netzwerken eine neue Dimension eröffnet. Die neue Wertschätzung der
Freundschaft hat offenbar auch mit der vorangetriebenen Individualisierung und der Aushöhlung
des Wohlfahrtsstaates zu tun. Woher soll die Solidarität kommen, wenn jeder nur auf sich zählt?
Wer sorgt sich um mich, wenn die Scheidungsrate so hoch bleibt? Oder ist die Freundschaft eine ZUR PERSON
Reaktion auf das Laissez-faire des ironischen Stefan H. Kraft studierte in Köln Germanistik und Romanistik, bevor er eine Theaterausbildung absolviert hat. Seit 1992 arbeitet
Zeitalters der Postmoderne? Und was ist über- er als Schauspieler und Regisseur. 12 Jahre lang war er Mitglied des zweisprachigen théâtre pour le moment in Bern. 2003
Foto: Laura Schleder
haupt Freundschaft? Die Gruppe Futur 3 widmet gründete er mit André Erlen und Klaus Maria Zehe die Gruppe Futur3.
sich zusammen mit der Compagnie Selma 95 in
der neuen Produktion „Chambre d’amis“ nach
Wie ist das in dem Stück von Anto- Alltag unterworfen ist, bleibt die Freundschaft vom
einem Stück von Antoine Jaccoud
alltäglichen Generve ‚unbeschmutzt‘. Sie kann vieline Jaccoud?
dem Phänomen der Freundschaft.
„Der Abend hat
Bei ihm ist es das deutsche Paar, das leicht anders hoch schwingen als eine LiebesbezieEin Gespräch mit dem Schauspieler
sehr viel Humor“
einen besonderen Kult um dieses hung. Mich rührt nach wie vor, wie Schiller in seiner
und Regisseur Stefan H. Kraft.
Zimmer betreibt. Sie haben es mit einem irrsinnigen Ballade „Die Bürgschaft“ Freundschaft beschreibt.
choices: Stefan Kraft, was ist ein Chambre Aufwand fertiggestellt, um darin ein Paar aus der Eine echte Freundschaft muss aber eigentlich immer
französischsprachigen Schweiz zu beherbergen und auch ein bisschen in Gefahr sein, sie ist kein Wold’amis?
kenkuckucksheim.
Stefan Kraft: Ein Chambre d’amis ist etwas, wo- damit auch die Freundschaft zu feiern.
für es im Deutschen kein Äquivalent gibt. Wörtlich
übersetzt ist es ein Zimmer für Freunde in der ei- Freundschaft ist das zentrale Thema des Stücks. Eine Ehe hat Regeln, gibt es Normen in der
genen Wohnung. Im Deutschen sprechen wir von Eigentlich ist das ja eher ein Thema für den Film. Freundschaft?
einem Gästezimmer, aber „Gästezimmer“ in Pensio- Was hat euch daran interessiert, Freundschaft Wenn man eine Freundschaft auf Distanz unterhält,
muss man etwas tun. Wenn sie einem wichtig ist,
nen werden eben auch vermietet. Im Französischen auf der Bühne zu verhandeln?
leistet man sich zumindest gedanklich den Luxus, Gerade, weil es im Theater noch nicht aufbereitet investiert man mehr. Jeder kennt dabei die Klage,
für Freunde ein extra Zimmer in der Wohnung zu wurde. Antoine Jaccoud hat deshalb auch ziemlich dass der eine immer wieder anruft, während der angekämpft und die Figuren so lang vor sich herge- dere sich nicht von sich aus meldet. Freundschaft
haben.
trieben, bis daraus ein Theaterthema geworden ist. ist auch Arbeit, man muss sich drum kümmern. Zur
Es gibt ein Chanson von Benjamin Biolay über Die zwei Paare versuchen, ein gelungenes Leben zu Freundschaft gehört auch Wahrhaftigkeit, während
das Chambre d’amis, da klingt das ziemlich abge- führen und schauen, wofür sie eigentlich Freunde die Liebesbeziehung von kleinen Geheimnissen lebt.
fuckt. Da ist von der üblen Einrichtung die Rede, brauche. Da tauchen ganz verschiedene Konzepte Jede Freundschaft hat außerdem einen Zusatznutvom Wachliegen, von Einsamkeit. Was ist das auf. Der eine ist sehr unabhängig und fast solip- zen, sie ist beruflich praktisch, sie inspiriert mich,
sistisch oder auch anarchistisch unterwegs. Zwei stärkt mein soziales Netz.
Besondere am Chambre d’amis?
Die Gästezimmer, die ich kenne, oszillieren zwischen verbindet eine langjährige Freundschaft, die sich
dem, was Biolay beschreibt, aber auch sehr liebevoll aber irgendwann in eine Projektionsfläche verwan- Ist „Chambre d’amis“ ein durchgeschriebenes
ausgestatteten Zimmern, bei denen sich die Leute delt hat. Wenn die beiden sich wiedertreffen, finden Stück oder gibt es auch diskursive Teile?
richtig ins Zeug legen. Manchmal landen da natür- sie sich in diesem Bild nicht wieder. Und die vierte Es ist eine Textfläche ohne Aufteilung in Figuren.
lich auch Möbeln, die sonst keine Verwendung mehr Figur ist total verloren, weil sie nur will, dass alle es Manchmal ist offensichtlich, wer spricht, manche
schön haben miteinander. Es sind unterschiedliche Stellen sind völlig frei. Beim ersten Lesen erinnerfinden.
Vorstellungen, wie man Freundschaften leben kann. te mich das an Elfriede Jelinek plus etwas, das ich
Jaccoud dekliniert damit zugleich auch die miss- bei ihr regelmäßig vermisse. Beim Proben haben wir
lingenden Versuche zur Kommunikation und eine dann gemerkt, dass in dem misslingenden Versuch
der Figuren, zu kommunizieren, auch eine Menge
postmoderne Verlorenheit durch.
Loriot mitschwingt. Jaccoud hat auch noch eine
Scrabble-Szene wie in „Ödipussi“ eingebaut. Der
Was bedeutet Freundschaft für dich?
Mir fallen nur ziemlich abgedroschene Begriff ein. Abend hat also sehr viel Humor.
Eine Form von Seelenverwandtschaft, ein gemeinINTERVIEW: HANS-CHRISTOPH ZIMMERMANN
sames Wohlgefühl, man fühlt sich nicht unter
Druck. Ich habe einen Freund aus der Grundschule, „Chambre d‘amis“ | Leitung: F. Boillat, S. H. Kraft
den ich nicht oft sehe, weil er in Frankreich wohnt. 21.11.-25.11. 20 Uhr | Studiobühne Köln
Wenn wir uns treffen, quatschen wir manchmal 0221 470 45 13
sehr viel, manchmal schweigen wir und gehen einLesen Sie die Langfassung unter:
Bühnenbild zu „Chambre d‘amis“, Foto: Theresa Hupp fach spazieren. Während die Liebesbeziehung dem
www.choices.de/premiere
9
FREI
HANDELS
ZONE
ENSEMBLENETZWERK KÖLN
51GRAD /
IN:TAKT /
SUBHUMAN
MERRY-GOROUND/2014-BG-DE
19. – 22. NOVEMBER 2014, 20 UHR ALTE FEUERWACHE
MELCHIORSTR. 3
50670 KÖLN
FUTUR3/
CIE. SELMA 95
CHAMBRE
D‘AMIS (UA)
21. – 25. NOVEMBER 2014, 20 UHR
STUDIOBÜHNE KÖLN
UNIVERSIÄTSSTR. 16A
50937 KÖLN
GEFÖRDERT DURCH:
KULTURAMT DER STADT KÖLN RHEINENERGIESTIFTUNG KULTUR
MINISTERIUM FÜR FAMILIE, KINDER, JUGEND,
KULTUR UND SPORT DES LANDES NRW,
STIFTUNG MERCATOR,
GOETHE-INSTITUT SOFIA,
CULTURE“ PROGRAM OF BURGAS
MUNICIPALITY, CANTON DE VAUD
VILLE DE LAUSANNE,
SOCIÉTÉ SUISSE DES AUTEURS
WWW.
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HANDELS
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Musikfabrik im WDR É A Tribute
TO Krazy Kat
2014 É 20\00 Uhr É wdr funkhaus
am wallrafplatz É köln
16.\ NOvember
Harry Partch } 11 Intrusions (1949/50)
David Lang } Hammerspace (2014) } für Ensemble
Oscar Bettison } Animate Objects (2014) } für Ensemble
Filme von Paul Barritt und Daniel Kothenschulte
Beauftragt von Kunststiftung NRW, Philharmonie Essen,
HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden und
Ensemble Musikfabrik
Paul Barritt (Regie, Animationsfilm, Bühne, Skript) / Daniel Kothenschulte (Dokumentarfilm) / Beate Schüler (Dramaturgie)
Ensemble Musikfabrik / Clement Power (Dirigent)
Theater am Rhein
studiobühneköln
Let me be the Object
of Your Desire
„Der Freund krank“, Foto: Gerhard Richter
Also sprach der Tumor
1. November, 18h –19:45h
und 21h –23h
Schöner Scheitern #11 –
Pascal Houdus ist Rambo
1. und 2. November, 20h
Bei Acting Accomplices ist „Der Freund krank“
Orkan der Gefühle (Folge 2)
Ein Ort im Nirgendwo. Und doch irgendwie hier, an unserer B1. Wo einst ein
Aromawerk seinen penetranten Duft verqualmte. Dort ist die Welt aus den
Fugen. Dort, wo einst Menschen Arbeit, Zukunft, Ruhm erhofften, hat sich
menschliche Wüste breit gemacht. Strukturwandel-Land weit von Strukturwandel entfernt. Hier spielt in der Kölner Orangerie „Der Freund krank“ von
Nis-Momme Stockmann, karg in den öden Theatersaal gebaut von der freien
Kölner Theaterformation Acting Accomplices. Was ist geschehen?
Ich kommt in die Stadt zurück. Ich war draußen, weit draußen, hat wohl
sein Glück gemacht jenseits der Aromatherapie. Doch der Mensch Ich hat
dafür auch sein Wesen gedrittelt, abgespaltet, kann so die Möglichkeiten
von Reaktion und Konversation steuern, drei Persönlichkeiten und ein
Zwergkaninchen. Das gab es schon auf Kirks Enterprise, jetzt auch beim
Immobilienmakler-Ich, erdacht von Herrn Stockmann.
Viel gibt es auf dem Beton der Orangerie nicht zu sehen, ein paar Lattengerüste mit Cellophan bezogen, ein paar Requisiten, der Sound kommt live
von der Empore (Julius Richter) und in der Ecke liegt eine menschengroße
Plastik-Puppe. Das ist Mirko, der Freund vom Ich, krank an der Situation,
komatös, hilflos. Seine Frau Nora hat er geschwängert, dann hat er sich
ins Bett gelegt. Ein Pflegefall, aber auch Indiz und Auslöser für eine dramatische Nichthandlung, die die verkorkste Umwelt spiegelt. Der Mensch
mit den drei Persönlichkeiten kommt in seine alte Heimat zurück, besucht
den Freund und seine Liebe und irgendwie auch das Produkt seines Handelns. Regisseur Thomas Ulrich setzt ganz auf sein spielfreudiges Ensemble,
das die absurde Geschichte in Dialogen erzählt und gleichzeitig gemeinsam
kommuniziert, mal als Tagebuch, mal als Vision. Nis-Momme Stockmann
hat damals in Frankfurt versucht, das Theater über seine Grenze zu hebeln.
In Köln findet das Stück eine mentale Erdung durch den bereits sanierungsbedürftigen Raum. Jean Paul Baek, Jonas Baek und Marius Bechen teilen
sich das dreigeteilte Wesen und die Baschi-Mofagang. Für das menschliche Chaos braucht es nicht viel. Der Zustand vollständiger Unordnung wird
heute nicht nur in den Gesellschaften, sondern häufig auch im Menschen
eher beiläufig hergestellt. Und so agieren die drei zusammen, gegeneinander, aber immer zielgerichtet. Komisch nur, dass es nie nach etwas riecht.
Anfangs noch unsicher im Umgang mit den Bewohnern, ändert sich das
schnell, wenn sie sich in Noras Wohnung einnisten, die Situation von Mirko
ignorieren und die alte Liebe wieder auffrischen. Weil sie ja eigentlich nur
eine Person sind, können sie auch ihre Reaktionen abstimmen und Nora
(Lisa Bihl, zwischen Hartz IV und gekilltem Zwergkaninchen) langsam wieder für sich vereinnahmen. Und das Trio rockt den Saal vorzüglich.
Doch die Handlung versandet im bösen Nichts. Oder gibt es das etwa auch
nicht? Nora durchschaut den Immobilienmakler, wie die Bewohner der
Stadt auch. Skurril geht alles zugrunde. Nora stürzt sich zu Tode, Mirko
wird noch schnell heimlich, aber lebendig begraben. Die Egos lösen sich im
Phantastischen auf. Zitat: Es gibt keine Fakten, es gibt nur Interpretationen
(Nietzsche): Oder war alles doch nur der Wahn eines Tumors?
Theatralfilm-Festival
3. und 4. November, 20h
PETER ORTMANN
„Der Freund krank“ | R: Thomas Ulrich | 25.11.-28.11. 20 Uhr | Orangerie,
Köln | 0221 952 27 08
11
7.– 9. November
west off 2014 –
Theaternetzwerk Rheinland
12.– 16. November
CHAMBRE D‘AMIS
21., 22., 23., 24. und
25. November, 20h
Solidarité! Solidarität!
Solidarity!
27., 28. und 29. November, 20h
www.studiobuehnekoeln.de
Tel: 0221 470 4513
Foto: Tim Mrosek
TransFusionen VI:
Komikzentrum Köln-Bonn
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KINDERTHEATER
Kabarett
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So. 2.11. DER KRAKEELER (4+)
3./4.11. + 9./10.11.
19.-21.11. PAPAS ARME SIND (5+)
Sa. 22.11. EIN BOOT
So.23.11. EMIL UND DIE
(6+)
24.-26.11. DETEKTIVE
So.30.11. WIR ALLE FÜR IMMER
1./2.12. ZUSAMMEN
(8+)
JUNGES THEATER
Mi. 5.11. TIGERMILCH
(15+)
6./7.11. von Stefanie de Velasco
Mo.10.11. EDELWEISSPIRATEN
Mi. 12.11. v. Dirk Reinhardt (13+)
24.-27.11.
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Fr. 31.10. THIS MAAG
Sa. 1.11. RENÉ STEINBERG
1./2.11. HORST SCHROTH
Mo. 3.11. SANTA‘S STORY
Di. 4.11. MAX GOLDT
Fr. 7.11. JOSEF HADER
Sa. 8.11. HADER SPIELT HADER
Mi.12.11. RUTH SCHIFFER
Mi.12.11. THOMAS REIS
Do.13.11. ZUCKERFREST FÜR DIABETIKER
Fr. 14.11. MATTHIAS DEUTSCHMANN
Fr. 14.11. DAS WÜSTE GOBI
Sa.15.11. DIE RHEINTÖCHTER
Sa.15.11. JESS JOCHIMSEN
Mo.17.11. GERD DUDENHÖFFER
Mi.19.11. SASCHA KORF
Do.20.11. MORITZ NETENJAKOB
Fr. 21.11. NESSI TAUSENDSCHÖN
Sa.22.11.
Mi.26.11. SARAH HAKENBERG
Do.27.11. SPRINGMAUS
Do.27.11. EHNERT VS. EHNERT
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Di. 2.12. BARBARA RUSCHER
Mi. 3.12. HENNES BENDER
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Fr. 5.12. THOMAS FREITAG
Sa. 6.12.
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So.23.11. KURSBLITZLICHTER
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0221 888 77 222
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Uhr
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Shit happens - die Tour
4.11.20 Uhr
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Ehrlich! (Kabarett)
5.11.20 Uhr
Das 20.
A Cappella-Festival
Rock 4 (2.11.)
The House Jacks (6.11.)
Juicebox. (28.11.)
Urstimmen (30.11.)u.v.a.
Henning Venske
Es war mir ein Vergnügen
Georg
6.11.20 Uhr
Ringsgwandl
Mehr Glanz! 9.11.20 Uhr
TOD
IM RHEINLAND
Rainer Pause & Martin Stankowski
7.+8.11.Melatenfriedhof KÖLN/ 10.11.Lutherkirche BN
Wilfried Schmickler
Ich weiß es doch auch nicht
11.11.
Sascha Korf
Stand up & Impro 12.11.20 Uhr
Matthias Deutschmann
SOLO 2014 (Kabarett) 13.11.20 Uhr
Mark Britton
Forever Jungs!
15.11.20 Uhr
Lydia Benecke
Die Psychologie des Bösen
17.11.20 Uhr
Pause & Alich
Fritz & Hermann packen aus!
19.-22.11./ 27.-29.11.
Ingolf Lück
Ach Lück mich doch!
23.11.20 Uhr
Stefan Verra ERTAPPT!
Wenn der Körper spricht
24.11.20 Uhr
Luise Kinseher
Ruhe bewahren!
26.11.20 Uhr
Özcan Cosar
Adam & Erdal...
26.11.20 Uhr
Konstantin
Wecker
Bühnenjubiläumstour »40 Jahre Wahnsinn«
28.11.20 Uhr Beethovenhalle Bonn
90er-Party 14.11.23h
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Reuter (15.11.) (18.11.)
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11.) + Matthias
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(21.11.)+El Ma
Helene Mierscheid
Plaudern über den „Tod im Rheinland“: Rainer Pause (li.) und Martin Stankowski, Foto: Pantheon
Beginn einer herrlichen Session
Mit Stankowski/Pause, Moritz Netenjakob und Max Goldt
Keine Frage, der November ist kaum liebenswert. Stürme zerren an Schirmen
und Mützen, Nasen führen ein Eigenleben und beginnen zu laufen, und selbst
tagsüber wird es nicht mehr richtig hell. Nein, schön ist das nicht. Da kann
man es nur begrüßen, wenn zwei Mannsbilder wie Fritz Litzmann alias Rainer
Pause und Martin Stankowski eine außerordentliche Sitzung des Heimatvereins Rhenania einberufen. Thema: „Tod im Rheinland“. Schließlich ist die
Region nicht nur bis ins Mark knochenintensiv, sie ist auch für ihren humorvollen Umgang mit dem Sensenmann bekannt. Zumindest in den letzten zwei
Jahrzehnten, in denen der Stadthistoriker und der Kabarettist mit ihrer „bunten Knochenlese“ unterwegs sind.
Am 7. und 8. zeigen sie in der Trauerhalle des Kölner Melaten-Friedhofs, am
10. in der Bonner Lutherkirche, wie man sich einem ernsten Thema mit subversivem Witz nähern kann: mit Anekdoten rund um die letzte Ruhestätte, die das
entspannte Verhältnis des Rheinländers zur Religion dokumentieren. Während
Stankowskis geschichtsträchtige Ausführungen über Mehrfachheilige, einen
guten Tod und handliches Werkzeug zur Rettung der Seele den intellektuellen
Grundstein bilden, legt sich Litzmann einfach mal probehalber in einen Sarg.
Ein bisschen mulmig ist ihm schon zumute. Deswegen hätte er gerne ein paar
Löcher in den Deckel gebohrt. Und die Luft ist auch ziemlich trocken. Da sollte
ein Kölsch her – in der Hoffnung, dass der Tod nichts anderes sei als der Beginn einer herrlichen neuen Session. Diese startet bekanntlich am 11. im 11.
um 11 Uhr 11 – und macht nur um Weihnachten herum eine kleine Pause.
Ein Vergnügen besonderer Art bereitet uns in diesem Monat auch Moritz Netenjakob, dessen Buch „Mit Kant-Zitaten zum Orgasmus – der deutsche Weg
zum Glück“ gerade erschienen ist (Kiwi). Wenn der Autor und Kabarettist in
seinem gleichnamigen Programm loslegt (am 20. in der Comedia), kann man
sicher sein, dass er zu komödiantischen Hochformen aufläuft. Da geht es zum
Beispiel um ein Lehrerehepaar, das sein Sexleben durch ein Rollenspiel an der
Hotelbar wieder in Schwung bringen möchte – er als heißblütiger Italiener,
sie als russische Prostituierte. Ein Ehepaar aus der Eifel findet die passende
Antwort auf eine Ufo-Attacke (Anzeige wegen Falschparkens) und ein Schwabe pocht beim Stierlauf von Pamplona auf die Einhaltung von DIN-Normen.
Sehr lustig.
Ebenfalls eine Lesung der besonderen Art: Max Goldt mit seinem Programm
„Schade um die schöne Verschwendung“, in dem er neue und alte Texte vorträgt (am 3. im Bonner Pantheon, am 4. in der Kölner Comedia). Aber was
heißt schon vortragen? Der mit dem Kleist-Preis ausgezeichnete Schriftsteller
verblüfft diesmal mit einer Diktion, die aus den Texten spielerische Aspekte
herauskitzelt. Anders gesagt: Die satirischen Elemente werden mit dem ihm
in Hülle und Fülle zur Verfügung stehenden tonalen Reichtum zu kleinen hörspielartigen Kabinettstückchen – Robert Gernhardt lässt grüßen. Allein der als
Dialog angelegte Text von „Mütter mit nach hinten“ hat mich derart amüsiert,
dass ich vorübergehend jegliche Contenance verloren habe und vor Lachen
vom Stuhl gekippt bin. Ohne mir weh zu tun. Kann ich nur weiterempfehlen, ist eine hervorragende Therapie gegen herbstliche Melancholie-Schübe.
In diesem Sinne verbleibe ich als die wieder aufgerichtete und Ihnen stets
ergebene
ANNE NÜME
Info-Tel.: 0228-21 25 21
Tickets: www.bonnticket.de 0228-502010
www.koelnticket.de 0221-2801
Pantheon | Bundeskanzlerplatz | 53113 Bonn
www.pantheon.de
choices verlost 2x2 Karten für „Zum Lachen in den Keller“ am 18.11.
um 20 Uhr im Subway mit Anna Piechotta. E-Mail mit Stichwort
„Anna“ bis 16.11. an verlosung@choices.de
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BÜRGERHAUS
STOLLWERCK
NOVEMBER 2014
TILL REINERS
Zum zweiten Mal begrüßen wir einen wahrhaft
Wortgewandten, einen zornigen jungen Mann mit sanfter
Attitüde. „Wir sollten die Euphorie nicht den Bierzelten
überlassen.“
November 2014
sa. 08.11.
SA, 01.11. 20.00 Uhr SO, 02.11. 18.00 Uhr
Wall StreetTheatre
„Simply British“ Comedy
MI, 05.11. 20.00 Uhr
Sabine Wiegand
„Dat Rosi brennt durch..!“ Kabarett
DO, 06.11. 20.00 Uhr
TILMAN BIRR
Ein junger Wilder aus Berlin mit Texten zum Niederknien:
Schnell und direkt mit unverbrauchter Themenwahl,
scharfsinnig und aktuell – eine neue Generation spricht
Tacheles!
fr. 15.11.
Astrid Gloria
"Die verhexte Kürbis-Kochshow“
Magisch-kulinarisches Küchenkabarett
FR, 07.11. 20.00 Uhr
Ludger K.
„Hilfe, ich werd' KONSERVATIV!“
Stand-up-Kabarett
sa.
01.
20.30: Travestie verkehrt: Simply the Best (Travestie)
22.00: Gratis-Comedy mit den GoOld-Guys
mo.
03.
20.30: Warntjen & Stern: Kommando Bollywood (Schauspielkabarett)
Podewitz
di.
04.
20.30: Tanja Haller: Hallers Luja – Das volle Glücksprogramm (Kabarett)
“Die schon mal gesehen?”
Comedy
mi.
05.
20.30: Fußpflege Deluxe: Der Name dieses Kabarettprogramms ... (Schauspiel-Comedy)
22.00: Gratis-Comedy mit Hildegart Scholten
do.
06.
20.30: Annette von Bamberg: Warum immer ich? (Kabarett)
22.00: Gratis-Comedy mit Manuel Wolff
fr.
07.
20.30: Frizzles: Improvisation mit allen Mitteln (Improcomedy)
22.00: Gratis-Comedy mit Ulbtsmichel
sa.
08.
20.30: Till Reiners: Da bleibt uns nur die Wut (Kabarett)
22.00: Gratis-Comedy mit Ulbtsmichel
mo.
10.
20.30: Torsten Schlosser: Ich bin kurz davor, dieses Kabarettprogramm
abzubrechen (Skurriles Kabarett)
SA, 08.11. 20.00 Uhr
MI, 12.11. 20.00 Uhr
Die ImproVisaToren
„Richard Gere tanzt Shakespeare” Improshow
DO, 13.11. 20.00 Uhr
Carmela de Feo – La Signora
„Träume und Tabletten“ Comedy
FR, 14.11. 20.00 Uhr
Marc Hofmann
„Der Klassenfeind Ein Lehrer im Sog des Irrsinns“ Kabarett
SA, 15.11. 20.00 Uhr SO, 16.11. 18.00 Uhr
Götz Frittrang
PREMIERE
di.
11.
20.30: Hildegart Scholten: Grottenehrlich (Moment-Kabarett)
mi.
12.
20.30: Sebastian Schnoy: Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch
drückt (Geschichtskabarett) 22.00: Gratis-Comedy mit Cassy Carrington
do.
13.
20.30: Uli Masuth: Und jetzt die gute Nachricht (Musikkabarett)
22.00: Gratis-Comedy mit Manuel Wolff
fr.
14.
20.30: Marco Tschirpke: Am Pult der Zeit (Musikkabarett)
22.00: Gratis-Comedy mit Christiane Olivier
sa.
15.
20.30: Tilman Birr: Holz und Vorurteil – Zwischen Brett und Kopf (Comedy)
22.00: Gratis-Comedy mit Christiane Olivier
Diva La Kruttke
mo.
17.
20.30: SchalluSie: Fis lass nach (A cappella)
“Die Show! The Making of a Diva”
Musik & Glamody
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18.
20.30: Özgür Cebe: Freigeist oder geistfrei? Das ist hier die Frage! (Kabarett)
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19.
20.30: Silvia Doberenz: Erleuchtung für Anfänger (Kama-Kabarett)
22.00: Gratis-Comedy mit Hildegart Scholten
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20.
20.30: Maria Vollmer: Sünde, Sekt & Sahneschnittchen (Musik-Comedy)
22.00: Gratis-Comedy mit Manuel Wolff
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21.
20.30: Michael Feindler: Dumm nickt gut (Kabarett nach Versmaß)
22.00: Gratis-Comedy mit Maike Greine
sa.
22.
20.30: Jens Heinrich Claassen: Frauen an den Nerd (Musik-Comedy)
22.00: Gratis-Comedy mit Maike Greine
mo.
24.
20.30: Patrick Salmen & Quichote: Rätselraten (Slam-Poetry)
di.
25.
20.30: Andrea Volk: SchwarmBlödheit – Juhu, wir verreisen! (Comedy)
mi.
26.
20.30: Bernd Budden: BuddenZauber (Musikkabarett)
22.00: Gratis-Comedy mit Catherine de la Roche
do.
27.
20.30: Sylvia Brécko: Liebling, wie war ich? (Kabarett)
22.00: Gratis-Comedy mit Manuel Wolff
fr.
28.
20.30: Andrea Volk: SchwarmBlödheit – Juhu, wir verreisen! (Comedy)
22.00: Gratis-Comedy mit Matthias Seling
sa.
29.
20.30: Frizzles: Improvisation mit allen Mitteln (Improcomedy)
22.00: Gratis-Comedy mit Matthias Seling
„Wahnvorstellung“
Kabarett am Rande des Nervenzusammenbruchs
MI, 19.11. 20.00 Uhr
ACHIM KNORR
„IN WÜRDE ALBERN“
Stand-up & Musikkabarett
DO, 20.11. 20.00 Uhr
pro:c-dur
„Das Kabarettkonzert“ Timm Beckmann & Tobias Jansen
MusikKabarett
FR, 21.11. 20.00 Uhr
SA, 22.11. 20.00 Uhr SO, 23.11. 18.00 Uhr
SEBASTIAN NITSCH
„UNSTERBLICHKEITSBATZEN“
Kabarett & Musik
MI, 26.11. 20.00 Uhr
Sabine Domogala
„Schwächen umarmen!“
Kabarett am Abgrund
DO, 27.11. 20.00 Uhr
Volker Diefes
„Spass satt!“
Kabarett+Musikshow
FR, 28.11. 20.00 Uhr
Markus Barth
„Mitte 30 und noch nicht mal auferstanden“
Stand-up
SA, 29.11. 20.00 Uhr SO, 30.11. 18.00 Uhr
Vocal Recall
„Ein Lärm, der Deinen Namen trägt"
Acapella-Comedy
BÜRGERHAUS STOLLWERCK
Dreikönigenstr.23 • 50678 Köln
Tel. 0221 - 99 11 08-0
Fax 0221 - 99 11 08-70
www.buergerhausstollwerck.de
Ticket-Service: 0221 – 24 24 85
Roonstr. 78 – 50674 Köln
www.ateliertheater.de / Jetzt mit ONLINE-TICKETING!
Theater-Beginn 20.30 Uhr, Eintritt: EUR 18 /13
13
Mo.–Sa. ab 18.00 Uhr
PREMIERE
PREMIERE
WOLFGANG AMADEUS MOZART
PREMIERE 06. DEZ. 2014 › OPER AM DOM › VORSTELLUNGEN 10., 12., 14., 17., 18., 20., 21., 22., 23., 25., 26. DEZ. 2014
MUSIKALISCHE LEITUNG HUMBURG › INSZENIERUNG CLÉMENT › BÜHNE & KOSTÜME HANSEN
MIT LUAN / SAMBORSKA › MISKELLY / LEE › ROHRBACH / PALIMINA › SIMINSKA / O’LOUGHLIN / HINDRICHS › WRYK / RICHTER › WUNDSAM /
BASTIDAS GAMBOA › HEUZENROEDER / FEDIN › KARES / SINGER › RACHBAUER / KOCH › ROSCHKOWSKI / CHO › TATZL / SCHWAIGER › STOKER
› ZWARG / YOUN › SOLISTEN DES KNABENCHORES DER CHORAKADEMIE DORTMUND › CHOR DER OPER KÖLN › GÜRZENICH-ORCHESTER KÖLN
KARTEN UNTER 0221.221 28400 › WWW.OPERKOELN.COM
DIE ZAUBERFLÖTE › FOTO Alain Kaiser
DIE ZAUBERFLÖTE
2x im Käfig voller Narren
Neue
zeit
Anfangs
gs
ta
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n
o
s
19:00 h
Wuppertaler „David“ triumphiert über Bonner „Goliath“
Stephan Sulke
MO 3.11. + DI 4.11.
Ich hab‘ dich bloß geliebt Konzert & Geschichten
Der Sänger und Geschichtenerzähler brilliert mit seinen großen Evergreens und
nagelneuen Werken.
Sylvia Brécko
Liebling, wie war ich? Musik-Kabarett
MI 5.11.
Gernot Voltz
FR 7.11.
Herr Heuser: Versteuerst du noch oder lebst du schon? Konzert
Das Beste aus 20 Dienstjahren von Deutschlands extremstem Finanzbeamten - da wird die nächste
Steuererklärung zum unvergesslichen Kulturevent.
Zu Zweit
SA 8.11. + SO 9.11.
Umtausch ausgeschlossen Chanson-Kabarett
Herrlich schräge Songs und Geschichten, stimmlich und mimisch fulminant vorgetragen.
Jürgen Becker
DI 11.11. + MI 12.11.
Der Künstler ist anwesend Kabarett
Der Gastgeber der „Mitternachtsspitzen“ mischt die Welt der Kunst auf. Da ist ein Feuerwerk
an Lachsalven garantiert!
Patrizia Moresco
SO 16.11.
Bissfest – Dolce Vita im Sparschwein Comedy
Die Moresco lässt es krachen! Ein Hoch auf das Leben vor dem Tod – politisch unkorrekt,
jedem Perfektionismus zum Trotz.
Kabarett-Bundesliga
Thilo Seibel vs. Schöner Scheitern Wettbewerb
DI 18.11.
Der Start in die neue Saison: Spitzzüngige Satire trifft die hohe Kunst des Scheiterns.
Anka Zink
Leben in vollen Zügen Kabarett
DO 20.11. + FR 21.11.
Von Fernweh, Funktionsrucksäcken, der Suche nach Glück und den Tücken des Reisens.
Springmaus
SA 22.11. - MO 24.11.
Merry Christmaus – Wir sind Weihnachten! X-mas-Impro-Comedy
Vor mehr als 2000 Jahren folgten drei alte Herren einem Stern. Folgen Sie mit den
Springmäusen alltäglichen und ungewöhnlichen Symbolen und lassen Sie sich überraschen.
Pause & Alich
Früchte des Zorns Kabarett
DI 25.11. + MI 26.11.
Früchte platzen, wenn sie reif sind. Zum Vergnügen der Zuschauer sind es heute Abend
die beiden aufrechten Streiter für eine bessere Welt, die platzen.
Barbara Kuster
Die Eiserne Lady Musik-Kabarett
DO 27.11.
Double Drums
Circles Musik-Entertainment
FR 28.11.
Luise Kinseher
Ruhe bewahren! Kabarett
SA 29.11.
Schlaginstrumente aller Art genial in Szene gesetzt: Hier verschmelzen Musik & Show zu
einem musikalisch-visuellen Gesamtkunstwerk.
Die Hetze des Alltags, To-Do-Listen ohne Ende - Im neuen Programm der vielfach
preisgekrönten Kabarettistin ist für jeden von uns ein hoher Wiedererkennungswert
garantiert.
15
SA 1.11.+ SO 2.11. Jochen Busse; DO 6.11. Lüder Wohlenberg;
SO 9.11. 12 h Matinée Erster Kölner Barbershop Chor; MO 10.11. Manfred Lütz;
DO 13.11. Peter Vollmer; FR 14.11.+ SA 15.11. Richard Rogler; MO 17.11. Blom
un Blömcher; MI 19.11. Wanninger & Rixmann; SO 30.11. 12 h Matinée Monika
Kampmann & Ingrid Ittel-Fernau; SO 30.11. Ferdinand Linzenich;
TICKETS: 02 21 - 258 10 58
(tgl. 16:00 – 20:00 h)
Große Neugasse 2–4 · 50667 Köln-Altstadt
Vorstellungsbeginn 20:15 h · So. 19:00 h
Jetzt auch online buchen unter: www.senftoepfchen-theater.de
KÖLNPREMIERE
Diese Powerfrau ist eine Naturgewalt und gefühlt schon jetzt die nächste
Bundespräsidentin.
Außerdem im Programm:
„Ein Käfig voller Narren/La Cage aux Folles“
14.11., 15.11., 20.12. 19.30 Uhr | Opernhaus Bonn | www.theater-bonn.de
6.11., 8.11., 13.11., 15.11., 21.11., 27.-29.11. je 20 Uhr & 9.11., 16.11.,
23.11. je 19 Uhr | TiC Theater Wuppertal | www.tic-theater.de
KÖLNPREMIERE
„Wie war ich?“ – eine immer wiederkehrende Frage im neuen Programm der Kölner MusikKabarettistin. Humorvoller Blick aufs Leben - charmant und mit Niveau.
KÖLNPREMIERE
Von Rolf-Ruediger Hamacher
„Öffnen Sie ihre Augen!“, beschwört der Conferencier das Publikum. Dann
geht der Vorhang in der Bonner Oper auf. Wozu? Am liebsten würde man ihn
wieder schließen und von jenen die Sinne betörenden „La Cage aux Folles“Openings vieler Aufführungen – selbst an kleinen
„Ich bin,
Theatern – träumen, die mit zum Markenzeichen
was
ich bin“
dieses Musicals von Jerry Herman geworden sind,
das nach dem gleichnamigen Bühnenstück (1973)
und Film (1978) entstand und 1983 Premiere am Broadway feierte. Es erzählt die Geschichte des „normalen“ Homosexuellen Georges und des Transvestiten Albin, die seit 20 Jahren zusammenleben. Als Georges‘ Sohn in eine
sittenstrenge Politiker-Familie einheiraten will, versuchen sie, für den Besuch der Brauteltern eine gutbürgerliche Fassade vorzutäuschen.
In Bonn ist man von Beginn an eher abgeturnt, wenn sich die Cagelles-Tänzerinnen im Hintergrund lasziv hinter einem Gitter räkeln. Und so verpufft
auch ihre gesungene, ironisierende Warnung („und unter dem Rock, krieg
keinen Schock“), mit der sie sich, an die Rampe tänzelnd, als Männer zu
erkennen geben, in der Kraftlosigkeit einer Choreographie, die nie über die
Qualitäten eines Fitness-Studio-Tanzangebots hinausragt.
Dass das Musical nicht gerade DAS Genre des renommierten Opern-Regisseurs John Dew ist, zeigt sich auch daran, dass er die zentrale Nebenrolle,
Georges‘ und Albins „Zofe“ Jakob, gestrichen hat. Das kostet viele Lacher.
Genauso lässt Dew die Vorstellung der Cagelles mit ihren persönlichen (sexuellen) Vorzügen unter den Tisch fallen. Dafür darf einer seiner Cagelles
– und das ist schon der „erotische Höhepunkt“ seiner Inszenierung – ständig
die Zunge lüstern herausschnellen lassen, dass man schon Angst bekommt,
der Arme leide an einem Zungen-Tourette. Immerhin überzeugen Mark Weigel (Georges) und Dirk Weiler (Albin), wenn sie sich die Pointen zuspielen.
Und Franz Nagler läuft als homophober Politiker zu Boulevard-Hochform
auf. Aber Musical-Schwung will sich einfach nicht einstellen. Wohl auch,
weil das Orchester viel zu dünn besetzt ist.
Diese Sorgen hat Stefan Hüfner, der musikalische Leiter des TiC-Theaters
nicht: Er hat für „La Cage aux Folles“ satte und dennoch musikalisch differenzierte Arrangements aufgenommen, die sich an den 70er-Jahre-Sound
analoger Synthesizer anlehnen. Die kommen zwar aus der „Konserve“, was
den finanziellen und räumlichen Möglichkeiten der kleinen WuppertalerBühne geschuldet ist, reißen einen aber direkt mit. Auch
weil das (Laien-)Ensemble mit so viel Spiellust bei der Sache ist, dass man sich bald selbst im „La Cage aux Folles“Nachtclub wähnt. Und André Klem (Georges) und Robert
Cramer (Albin) sind ein so berührendes Liebespaar, dass
einem nicht erst beim Showstopper „Ich bin, was ich bin“
die Tränen in die Augen schießen. Regisseur Patrick StanRolf-R. Hamacher
ke, selbst ein bekannter Musical-Star versteht es eben,
Hochschuldozent
und Beirat des Film- mit seinen eingeschränkten Möglichkeiten kongenial umkritikerverbandes
zugehen und das Genre optimal zu bedienen.
KÖLNPREMIERE
„La Cage aux Folles“ im TiC-Theater, Foto: Martin Mazur
16.11. Patrizia Moresco: Bissfest
Musical in NRW
Bürgerhaus Kalk
e nd
h
…übe rrascande rs!
November 2014
Donnerstag,
6. November 2014
20.00 Uhr
Noam Vazana Trio
Samstag,
15. November 2014
20.00 Uhr
Libenter Canto
Dienstag,
18. November 2014
20.00 Uhr
JAM together Session
Opener: Crumb Cake Flashes
Mittwoch,
19. November 2014
20.00 Uhr
Emese Mühl Trio
N OV E M B E R
01
HÖHEPUNKTE
Samstag
20:00 Uhr
Erwin Grosche
„Der Abstandhalter“
€ 16,– VVK/18,– AK
SCHAU S TA L L
07
Freitag
20:00 Uhr
Kai Magnus Sting
„Immer ist was,
weil sonst wär ja nix“
€ 16,– VVK/18,– AK
SCHAU S TA L L
12
Mittwoch
20:00 Uhr
Bastian Pastewka
+ Komplizen
„Paul Temple und der Fall
Gregory“ von F. Durbridge
€ 26,– VVK/29,– AK
SCHAU P L AT Z
14
Freitag
20:00 Uhr
Daniel Helfrich
„Das halbnackte Grausen“
€ 16,– VVK/18,– AK
SCHAU S TA L L
15
Samstag
20:00 Uhr
Meet the Beatles
Max + HP Barrenstein,
Stefan Wiesbrock, Haro Eller
Alle 27 No.1 Hits der Beatles
€ 16,– VVK/18,– AK
SCHAU S TA L L
19
Mittwoch
20:00 Uhr
Steinbergs Spielzeit
mit René Steinberg und
Lisa Feller, Martin MaierBode und Chris Tall
€ 16,– VVK/18,– AK
Freitag,
21. November 2014
20.00 Uhr
Slixs
Vorschau
Dezember 2014
Samstag, 6. Dezember 2014
it!
Nur noch kurze Ze
14. OKT 2014 – 4. JAN 2015
CAPITOL THEATER DÜSSELDORF
SHREK THE MUSICAL
Based on the DreamWorks Animation Motion Picture and the Book
by William Steig
Book and Lyrics by
Music by
David Lindsay-Abaire
Jeanine Tesori
Originally produced on Broadway by DreamWorks Theatricals and
Neal Street Productions
© 2013 DreamWorks Animation LLC. All Rights Reserved.
Tickets und Infos:
www.shrek-das musical.de
www.ticketmaster.de
oder 0211-73 44 0
Bea Nyga
X-Mas Mitsingkonzert
Dienstag, 16. Dezember 2014
JAM together Session
Opener: TBA
Mittwoch, 17. Dezember 2014
SCHAU S TA L L
Langenfelder Spaß.Abende
21
ermöglicht durch die Stadtwerke Langenfeld
Freitag
20:00 Uhr
Revue mit Moderator
Ingolf Lück + Gästen
€ 20,– VVK/23,– AK
SCHAU P L AT Z
22
Samstag
20:00 Uhr
Lisa Feller
„Guter Sex ist teuer“
€ 16,– VVK/18,– AK
SCHAU S TA L L
30
Langenfelder Spaß.Abende
Sonntag
20:00 Uhr
Maxi Schafroth
„Faszination Allgäu“
€ 16,– VVK/18,– AK
SCHAU S TA L L
Gassmann & Wingold Duo
Kalk-Mülheimer Str. 58, 51103 Köln
www.buergerhauskalk.de
Tickets unter
www.buergerhauskalk.de
und bei
PL A T Z
SCHAU LANGENFELD
GMBH
Schaustall
Winkelsweg 38
40764 Langenfeld
Schauplatz
Hauptstraße 129
40764 Langenfeld
€ 3,– Ermäßigung für Schüler, Studenten,
Auszubildende, FSJler bis 30 Jahre sowie
Sozialpassinhaber. Vorverkaufspreise zzgl.
Gebühren. www.schauplatz.de
Theater am Rhein
„Displaced Person“, Foto: © Meyer Originals
„Orkan der Gefühle“, Foto: Till Böcker
„Meat Market“, Foto: Till Böcker
Rührende Begegnungen Seifen-Theater
Szenische Installation „Displaced Person“
Telenovela in der studiobühne
Entblößte Flanke
Displaced Persons sind „Zivilisten außerhalb der
nationalen Grenzen ihres Landes aus kriegsbedingten Gründen, die nach Hause zurückkehren
wollen, aber dazu unfähig sind, oder die ohne
Hilfe kein Zuhause finden oder die in feindliches
oder ehemals feindliches Territorium zurückgebracht werden müssen.“ So heißt es in einer Order des Alliierten-Hauptquartiers vom Juni 1944.
Doch natürlich gibt es auch heute noch unzählige
Menschen, die unfreiwillig ihre Heimat verlassen
müssen. Wie sie den Krieg zuhause erlebt haben,
wie es ihnen heute geht, was ihre Hoffnungen
und Träume sind, dazu hat Ulrike Janssen vom
theaterblackbox mit einigen von ihnen Interviews
geführt, Dokumente und Selbstzeugnisse gesammelt.
Auf der Bühne des Theaters der Keller stehen stellvertretend als Darsteller ihrer eigenen Lebensgeschichten – und auch als Verbindung zwischen
damals und heute – Gerda Böken (Deutschland),
Ounfa Cone (Elfenbeinküste) und Idris Kani (Syrien). Stimmen von weiteren Vertriebenen kommen immer wieder aus dem Off („Fremdsein ist ein
Grab“, wird etwa ein Mann aus dem Arabischen
übersetzt). Die Aussagen mischen sich mit Videoporträts, die auf mobile Stellflächen projiziert werden. Sie alle erinnern sich an das Unterwegssein,
sprechen über traumatische Erlebnisse, reflektieren über ihre Identität und über das Ankommen.
Manchmal treten die beiden jungen Männer und
die ältere Dame auch in Dialog miteinander. Dann
kommt eine Lebendigkeit und größere Direktheit
ins Stück. Insgesamt ist die szenische Installation
in eine ästhetisch ansprechende, aber auch recht
distanzierende, kühle Form gefasst. Das vermittelt
eine gewisse Strenge, hilft aber auch dabei, Betroffenheitsfloskeln zu umschiffen.
Visuell, akustisch und textlich ist die vielschichtige Montage einfallsreich. Lyrische Passagen,
atmosphärische Töne und Effekte von Licht und
Schatten erweitern die Perspektive. So wird die
ernste Thematik aufgelockert, ohne sie zu banalisieren, und hilft der künstlerische Zugang mittels
Bildern und Sprache, festgesetzte Vorstellungen
beiseiteschieben und sich auf berührende Begegnungen einlassen zu können.
Mit dem „Orkan der Gefühle“ kommt die Seifenoper auf die Theaterbühne und das jeden ersten
Montag und Dienstag im Monat bis März 2015.
Die erste Folge zeigt schon, aus was der Stoff,
der süchtig macht, besteht: Leere im Kopf! Noch
bevor man sich fragen kann, was das eigentlich
soll, klebt man fest am Käse der Analog-Realität
deutscher Soap-Operas.
Da wo die Großstädter aufs Land ziehen, wo ein
junges Ding noch die „Kraft der Liebe“ glaubt und
wo die Harfe erklingt, wenn zwei Blicke sich treffen, ist die Welt noch in Ordnung. Nina ist Floristin und der Inbegriff von Naivität. Zusammen
mit Dani – „einfach mit einem N“ – zieht sie auf
das Schloss der Familie Von Quintas. Noch bevor
sie deren Insel erreichen, kommt ein Sturm auf.
Nina gerät in Seenot. Da taucht Robert, der Sohn
des Hauses, auf und rettet sie. Einsatz Harfe.
„Was für ein stürmischer Start ins neue Leben!“
Die erste Folge hat alle Zutaten, die eine gute
Soap ausmachen: ein Schloss, eine verbotene
Liebe (Robert ist verlobt), zwei Sympathieträger,
eine Intrigantin (die Verlobte) und sogar einen
Stargast. Der Tänzer Dwayne Holliday gibt nicht
nur den Robert. Mit Stirnband und Goldleggings
wird er zum berühmten und ultrabiegsamen „Yogateacher“ aus den USA. Namaste!
Lena Kupke, die zugleich Nina und die Verlobte spielt, hat das Konzept geschrieben, das
mit originellem Klischee-Witz und einer Prise
Sexismus den biedermeierlichen Wertespiegel,
der sich in solchen Formaten oft zeigt, vorführt.
Eine gute Persiflage auf Soaps macht aber noch
kein gutes Theater. Zwischen den Szenen fallen
die Darsteller immer wieder in die Theaterrealität, entfachen kleine Neurotikerstreits zwischen
Schauspielern, drehen unnötige postdramatische
Schleifen der Selbstreflexion. Im Fernsehen gibt
es dafür Werbeunterbrechungen. Dann geht es
weiter: „Das ist der Orkan der Gefühle und du
bist mittendrin!“, der live gesungene, herrlich
vor Schmalz triefenden Titelsong von Henning
Vahlbruch hat Kultcharakter. Und weil Nina in
Soapmanier erst am Ende der Folge von der Verlobung ihrer großen Liebe erfährt, ist man beim
nächsten Mal wieder dabei.
Theaterbühnen sind Laufstege, die aufgrund ihres
Kunstanspruchs über jeden Verdacht erhaben
erscheinen. Ausgestellt werden zunächst einmal
die schauspielerischen Fertigkeiten der Akteure,
aber natürlich auch – im Tanz am offensichtlichsten – die Körper selbst. Sie werden darüber
auch zu Objekten der voyeuristischen Aneignung.
Die Gruppe Tripletrips, die in der Grenzregion
zwischen Tanz und Performance angesiedelt ist,
macht das sinnfällig, indem sie einen Laufsteg
in T-Form auf dem Boden der Studiobühne abgeklebt hat. Während Theresa Hupp haarscharf
daneben sich in Posen räkelt, die zwischen kunstgeschichtlicher Ikonographie, Ballett und Pin-up
changieren, präsentieren Markus Tomczyk und
Nikos Konstantakis auf dem Laufsteg zu leisem
elektronischem Geblubber ihre Körper. In Shorty und Tanktop. 30 wortlose Minuten lang. Sie
zeigen: Eine schiefe Schulter, einen verzogenen
Mund, ein leichtes Hinken, eine entblößte Flanke, einen aggressiven, einen schüchternen Blick
– Miss- und Fehlbildungen wechseln mit Ausdrucks- und Charakterdemonstrationen des Körpers. Schließlich gesellt sich auch Theresa Hupp
zu den beiden Beaus auf den Laufsteg, und gemeinsam hantieren sie mit magentafarbenen
Jacken. Es ist eine Fleischbeschau, in der die
Grenzen zwischen Voyeurismus und Narzissmus,
Normalität und Abweichung, Neugier und Redundanz verwischen. Das Theater potentialiert dabei
den gesellschaftlichen Zwang zur körperlichen
Zurichtung. Und in seiner brutalen Wiederholung
wird daraus letztlich eine Schule des Sehens, das
auf kleinste Zeichen sich ausrichtet und sie zu alleingültigen Merkmalen der Differenz hochjazzt.
In seinem Wagemut und seinem Spiel mit der
Monotonie als erkenntnisstiftendem Mittel ist
das Konzepttheater in Hochform. Danach flacht
„Meat Market“ allerdings ab. Markus Tomczyk
preist Kinder in den Kategorien von PremiumProdukten an, das Trio hantiert mit Klebestreifen,
eine Schwundstufe des Proustschen Fragebogens
wird verlesen – danach führt dann Theresa Hupp
auf High Heels zwischen den rechts und links posierten Jungs vor, was ein richtiger Catwalk ist.
ROMY WEIMANN
HANS-CHRISTOPH ZIMMERMANN
„Displaced Person – Einübung in Heimatlosigkeit“
R: Ulrike Janssen
Theater der Keller | Mi 5.11. 20 Uhr, So 16.11.
18 Uhr | 0221 27 22 09 90
„Orkan der Gefühle“ | R: Lena Kupke
Studiobühne | Folge 2: Mo 3.11., Di 4.11. 20 Uhr
0221 470 45 13
„Meat Market“ | R: Tripletrips
Fr 31.10. | Theater im Ballsaal Bonn | 0228 79 79 01
So 16.11. | Studiobühne Köln | 0221 470 45 13
JESSICA DÜSTER
17
„Meat Market“ von Tripletrips
»Das richtige Stück am richtigen Ort«
Kölner Stadt-Anzeiger
PARALLELGESELLSCHAFTSKOMÖDIE
VON IBRAHIM AMIR
REGIE STEFAN BACHMANN
DEPOT 2 / 03.11. / 18.11. / 19.11. / 27.11.
FOTO DAVID BALTZER
THEATERKASSE: 0221 - 221 28400
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19. | 20. NOV. 2014 » 19:30 UHR DEPOT 1
TANZ
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www.schauspielkoeln.de | Tickets: 0221.221
Theater in NRW
Tanz in NRW
Impression aus Nir de Volffs Produktion „Dancing to the End“, Foto: Emilien-Leonhardt
Werden bald geschlossen: Die Kammerspiele in Bad Godesberg, Foto: Thilo Beu
Keine Geheimniskrämerei
Mehr Schulden durch Sparen
Von Thomas Linden
Ist der Tanz schon ein Fall für die Therapie-Couch? Jedenfalls kann ein wenig
therapeutische Unterstützung bei der Überwindung von Tabus nicht schaden, und im Zeitalter der digitalen Kommunikation scheint der Bedarf nach
Gesprächen, die Auge in Auge geführt
„Der Blick in die
werden, noch zuzunehmen. Deshalb wird
Arbeitsprozesse schafft Verin diesem Monat die tanzwissenschaftständnis für die Experimente
liche Sprechstunde eröffnet, die frei nach
des Modern Dance“
dem Motto: „Was sie schon immer über
Tanz wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen oder zu sagen wagten...“
funktioniert. Das Festival tanz.tausch (27.-30.11.) richtet diese Praxis mit der
Tanzwissenschaftlerin Maren Zimmermann für sein Publikum ein, und wie
Inga Haschke, eine der Organisatorinnen betont, „werden keine Tänzer oder
Choreographen an diesen Gesprächen teilnehmen“. Dem Publikum soll sich
die Chance eröffnen, frei seine Meinung zu äußern, „auch wenn das heißt,
dass jemand sagt: ‚Was war das denn für ein Scheiß‘, dann ist das auch das
okay“, erklärt Inga Haschke vorsorglich.
Zum vierten Mal findet der tanz.tausch in Köln statt, ein Festival, bei dem
Kompanien aus dem Rheinland im Dialog mit Produktionen aus Sachsen, Brabant oder Berlin auftreten. In Workshops zeigt man sich gegenseitig, welcher
Ästhetik man folgt. Unter den Choreographen befindet sich diesmal Nir de
Volff. Aufgewachsen in Israel arbeitet der multimediale Künstler jetzt in Berlin und wird mit seiner Gruppe Total Brutal vom Bezirk Pankow unterstützt.
Ein Ensemble, das kein Risiko scheut, wie etwa die Produktion „Dancing to
the End“ beweist, in der die Todeserfahrung auf die Bühne gebracht werden
soll.
Tanz verlangt nach Grenzgängen, das war schon immer so, weil diese Kunst
als Erkenntnisinstrument eingesetzt werden kann. Extreme Erfahrungen auf
der Bühne wollen auf unterschiedliche Weise mit dem Publikum geteilt werden. So gibt es zu jeder der Produktionen Einführungen, in denen die Künstler
ihre Arbeitsweisen offenlegen. Da man heute kaum noch vorgegebenen Stücken folgt, ist darin oftmals schon die Substanz einer Produktion enthalten.
Es ist nur folgerichtig, dass CocoonDance in Bonn im Rahmen seines einmonatigen Festivals „Into the Fields“ ein Workshop-Programm anbietet, in
dem „Working Methods“ vorgestellt werden oder Improvisation für Performer
eingeübt werden kann. Der Blick in die Arbeitsprozesse schafft Verständnis
für die Experimente des Modern Dance. Eröffnet wird am 20. November mit
Karel Vaneks Choreographie „Machine of Desire“. Interessant dürfte auch
Maura Morales Produktion „Sisyphus war eine Frau“ sein,
in der die Prozesse von Scheitern und Wiederholung aus
der Perspektive des weiblichen Überlebenskampfes betrachtet werden. Drei Monate vor der Premiere können
die Besucher im Dezember kostenlos die Proben zur Bonner Produktion „What about Orfeo?“ besuchen. Auch hier
kennt man keine Angst vor Didaktik, sondern sucht den
Thomas Linden
Kontakt zur Außenwelt, damit die Kunst nicht zu einer
Journalist und Jurymitglied des Kölner Kinder- weihevollen Geheimniskrämerei verkommt, die nur für
u. Jugendtheaterpreises Eingeweihte verständlich bleibt.
Von Hans-Christoph Zimmermann
„Wir werden geboren, belastet mit Verbindlichkeiten jeder Art gegen unsere Vorgänger, unserer Nachfolger und unsere Zeitgenossen. Später entwickeln und vergrößern sie sich nur, bevor wir imstande sind, irgendeine
Dienstleistung zurückzuerstatten“ – schrieb der Philosoph Auguste Comte
Mitte des 19. Jahrhunderts. Natürlich
„Die Sparvorgabe für das
meinte er soziale Schulden gegenHaus lautet: acht Millionen
über der Gesellschaft, aber inzwischen
weniger bis 2023“
könnte man auch finanzielle Schulden
dafür einsetzen. Wer heute zum Beispiel in Bonn zur Welt kommt, hat
gleich mal 5330 Euro Miese auf dem Konto, noch bevor die Stadt irgendetwas für ihn getan hat. Und diese Minus gilt es dann lebenslang auszugleichen.
Die ehemalige Bundeshauptstadt steht mit 1,66 Milliarden in der Kreide, und Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Finanzdezernent Ludger
Sander haben jetzt ein Sparprogramm vorgestellt, das gut ist für einen
Superlativ. Obwohl es wohl die drastischste Streichliste ist, die je in Bonn
aufgelegt wurde, werden damit keinerlei Schulden zurückgezahlt: die
Neuverschuldung steigt nur langsamer an.
Noch ist nichts beschlossen, aber für die Kultur sieht es naturgemäß düster aus. Dass die Kammerspiele in Bad Godesberg geschlossen werden
sollen, ist schon seit dem 2012 vorgestellten „Kulturkonzept“ der Stadt
ein Thema. Das Bonner Theater soll sich auf die Spielstätten Oper (mit der
Option zum Ausbau) und Bonn-Beuel konzentrieren. Die Sparvorgabe für
das Haus lautet: acht Millionen weniger bis 2023. Und die IntendantInnen
des Hauses sollen auf Kooperationen verpflichtet werden – dahinter verbirgt sich Nimptschs Lieblingsthema, die Bonner Oper mit Köln zu fusionieren. Außerdem wird die bereits beschlossene Reduzierung des Bonner
Beethoven Orchester von 106 auf 100 Stellen jetzt umgesetzt. Eine Entscheidung, die die Beethoven-Stadt ihren derzeitigen Generalmusikdirektor kosten wird: Stefan Blunier hat angekündigt, wegen der Kürzungen
seinen Posten 2016 aufzugeben. Darüber hinaus sollen das Frauenmuseum
und das Euro-Theater-Central auf null gesetzt werden, was nichts anderes
bedeutet als Schließung.
Zu den fatalen Signalen der Sparliste gehört aber, dass besonders der
Stadtteil Bad Godesberg bluten muss: Neben den Kammerspielen erwischt
es dort das Deutsche Museum und das Kleine Theater. Darüber hinaus
müssen zwei Freibäder und das Bürgeramt schließen – ausgerechnet in
dem ehemals bürgerlichen Stadtteil, in den immer mehr migrantenstämmige Familien ziehen. Noch 2013 hat der Bonner Rat beschlossen (!), alle
Freibäder zu erhalten. Zwischen damals und heute aber
lagen die Kommunalwahlen. Nicht diskutiert wird über
das für 2018 geplante Festspielhaus, dessen Neubau
und Betrieb noch immer nicht voll durchfinanziert ist
– auch wenn die Telekom sich daran beteiligen will.
Trotzdem wurde im Juni ein zweiter Architektenwettbewerb ausgelobt. Zynisch gesprochen: Nach dem Debakel mit dem Kongresszentrum WCCB, als man einem
Hans-Christoph
Zimmermann
windigen Investor aufsaß, hat sie Stadt ja Erfahrung mit
Journalist und
Theaterkritiker
solchen Schieflagen. Wird schon schiefgehen!
Die kommenden Tanz-Festivals setzen auf eine Charme-Offensive
tanz.tausch | 27.11.-30.11. | Köln | www.tanztausch.de
„Into the Fields“ | 21.11.-20.12. | Bonn | www.theater-im-ballsaal.de &
www.brotfabrik-theater.de
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Bonn gelingt ein finanzpolitischer Superlativ
Theaterleben
Anarchie op Kölsch
Prolog
Walter Bockmayer, Foto: Scala-Theater
Zum Tod von „Wally“ Bockmayer
Hiobs Glaube an Gott wird durch viele Schicksalsschläge schwer erschüttert, Foto: Amélie Kai
„Gott kann mich nur noch töten“
Joseph Roths Roman „Hiob“ in Bonn und Köln
Im März ereilte ihn und uns die Schocknachricht: Lungenkrebs. Im Oktober nun ist Wally Bockmayer – nur knapp zwei Wochen nach seiner
letzten Premiere „Aape op jöck“ – im Severinsklösterchen gestorben.
„In Köln war er weltberühmt“, schrieb die FAZ anlässlich der traurigen
Nachricht. Und es stimmt: Obwohl im rheinland-pfälzischen Pirmasens
geboren, war er das vielleicht schillerndste und legendärste Mitglied der
Kölner Theaterfamilie, denn bereits 1968 kam er nach Köln und inhalierte
erste Theaterluft als Garderobier im Kölner Opernhaus. Mit einem Leben
zwischen Köln und Miami sprengte er andererseits die provinzielle Kölner
Mittelmäßigkeit.
„Aal Ent“ (alte Ente) gründete 1972 die Produktionsfirma „Enten-Produktion“, über die er eigene Filmprojekte realisierte, und 1975 eröffnete er
dann das legendäre Kneipentheater Filmdose an der Zülpicher Straße, wo
er seine schrillen Inszenierungen herausbrachte und zum Entdecker von
Hella von Sinnen, Dirk Bach, Ralph Morgenstern und Veronica Ferres wurde. Ein Ort auch, wo so mancher von uns in Faszination und Grauen des
Kölschen Karnevals eingeführt wurde. Zwischen 1970 und 1976 drehte er
insgesamt fünfzehn 8-mm-Filme, darunter „Sie tanzten nur einen Sommer“ (1971), „Carmen“ (1972), „Salzstangengeflüster“ (1975) oder „Jane
bleibt Jane“ (1977), in dem die als „Ariel-Klementine“ bekannt gewordene
Schauspielerin Johanna König eine Altersheimbewohnerin spielt, die sich
für Tarzans Witwe hält. 1978 erschien sein Film „Flammende Herzen“, der
bei den internationalen Filmfestspielen in Berlin gezeigt und ebenso wie
„Looping – der lange Weg zum Glück“ (1981) mit dem Bundesfilmpreis
ausgezeichnet wurde. Bockmayer arbeitete als Theaterregisseur u.a. am
Bochumer Schauspielhaus bei Claus Peymann. Nur wenige wissen: Seine
Inszenierung von Peter Greiners „Kiez“ am Schauspielhaus Köln wurde
1981 zum Berliner Theatertreffen – der „Belle Etage“ des HochkulturTheaterbetriebs – eingeladen. Lange vor dem Trash-Pop-Theater der vermeintlich hippen OFF-Theaterszene der 2000er Jahre machte Bockmayer
Pop und Trash – einmal durch den kölschen Fleischwolf gedreht – zum
konzeptionellen Kern seiner Filme und seines Bühnenschaffens.
1984 dann ein neues Kapitel: Wally eröffnet in Köln das Kaiserhof-Theater, in dem er vulgäre kölsche Bühnenstücke aufführt.
Sein bekanntester Film wurde derweil „Die Geierwally“ aus dem Jahr
1988, eine anarchische Parodie auf den deutschen Heimatfilm. Unvergessen hier: Elisabeth Volkmann mit ihrem Lied für den Bärenjosef. Im
Jahr 2000 wurde das Gebäude in dem sich das Kaiserhof-Theater befand,
verkauft und Bockmayer zog mit seinem Ensemble um die kölschen Originale Samy Orfgen und Gigi Herr, Nichte der verstorbenen Trude Herr, ins
Scala Theater am Kölner Ring, wo sich der Vorhang auch zukünftig vor
vollbesetzten Rängen heben soll.
Am 1. Dezember werden im Mediapark wieder die Kölner Theaterpreise
vergeben – zu spät für den kölschen Anarchisten und Spaßunternehmer –
daher geht der choices Ehrentheaterpreis 2014 an ... „Wally“ Bockmayer!
JÖRG FÜRST
„Es ist richtig, dass man seine Schmerzen nicht teilen kann, man verdoppelt sie nur. Aber es liegt ein unermesslicher Trost in dieser Verdoppelung eben. Mein Leid geht aus dem Privaten ins Öffentliche und ist also
leichter erträglich…“, schreibt Joseph Roth im März 1929, als er gerade
seinen Roman „Hiob“ beendet hatte. Unverkennbar, dass er damit auf
sich selbst zielte, unverkennbar aber auch, dass das Buch um den Juden Mendel Singer, dieser „Roman eines einfachen Mannes“ in einer Zeit
entstand, als der Strudel der historischen Gewalt das Leben vieler in den
Würgegriff nahm: Die Weltwirtschaftskrise, die Zerstörung der Weimarer
Demokratie und der Terror der Nationalsozialisten. Zwei Theater dramatisieren jetzt fast gleichzeitig Roths Roman – Raffael Sanchez in Köln und
Sandra Strunz in Bonn – und stellen die Frage nach dem, was der Mensch
auszuhalten bereit ist.
Der Thoralehrer Mendel Singer und seine Familie wohnen in einem kleinen Schtetl an der russischen Grenze. In ärmlichsten Verhältnissen. Mit
seiner Frau Deborah hat er vier Kinder, die Söhne Jonas, Schemarjah und
Menuchim sowie die Tochter Mirjam. Mendel Singer nimmt das Leben,
wie es kommt; er fühlt sich aufgehoben in seinem Glauben, selbst als die
Schicksalsschläge auf ihn niederprasseln. Sein Jüngster, Menuchim, ist
ein „Krüppel“, der von allen nur gehänselt wird; Jonas geht freudestrahlend zum zaristischen Militär, Schemarjah wiederum entzieht sich der
Armee und wandert nach Amerika aus. Und die Tochter geht mit einem
Kosaken ins Bett. Da beschließt Mendel Singer ebenfalls nach Amerika
auszuwandern, doch darüber zerbricht die Familie vollends. Seine Ehe
ist schon lange ein Trümmerhaufen und Deborah stirbt bald nach der
Ankunft. Seine ältesten Söhne kommen im Krieg um, Mirjam wird wahnsinnig und Menuchim musste in Russland zurückbleiben.
Erst da verzweifelt Singer an seinem Gott: „Alle Jahre habe ich Gott geliebt, und er hat mich gehasst! Alle Jahre hab‘ ich ihn gefürchtet, jetzt
kann er mir nichts mehr machen. Alle Pfeile aus seinem Köcher haben
mich schon getroffen. Er kann mich nur noch töten. Aber dazu ist er zu
grausam“, sagt er im Buch. Auch wenn der Roman einmal mehr Roths
ätzenden Kulturpessimismus, seine Feindschaft gegenüber jeder technologischen Moderne inklusive einer Rückwendung zu einem fast mythischen Judentum illustriert. Auch wenn Sprache und Aufbau von einer
stilisiert-klassischen Einfachheit sind; auch wenn der Roman in einem
Wunder, besser einem kitschigen Ende ausläuft: Menuchim trifft als
weltbekannter Musiker seinen Vater in Amerika wieder, der prompt Gott
preist. Es bleibt die bohrende Frage, wie soll man leben in einer Welt
der Krieges, des Terrors, der Überwachung, der Ausbeutung? Auf was soll
man vertrauen – umso mehr, wenn heute jeder transzendentale Trost
wegfällt?
HANS-CHRISTOPH ZIMMERMANN
„Hiob“ | R: Raffael Sanchez | Schauspiel Köln | 10.1.(P) 19.30 Uhr
0221 22 12 84 00
„Hiob“ | R: Sandra Strunz | Theater Bonn | 5.2.(P) 19.30 Uhr
0228 77 80 08
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Theater-Termine Köln-Bonn
Theater-Kalender Köln-Bonn
ATELIER THEATER
0221 24 24 85, Beginn 20.30 Uhr
Travestie verkehrt Sa. 1.11.
Gratis-Comedy Sa. 1.11., Mi. 5.11. bis Sa. 8.11.,
Mi. 12.11. bis Sa. 15.11., Mi. 19.11. bis Sa. 22.11., Mi.
26.11. bis Sa. 29.11. je 22.00
Warntjen & Stern Mo. 3.11.
Tanja Haller Di. 4.11.
Fußpflege Deluxe Mi. 5.11.
Annette von Bamberg Do. 6.11.
Frizzles Fr. 7.11., Sa. 29.11.
Till Reiners Sa. 8.11.
Torsten Schlosser Mo. 10.11.
Hildegart Scholten Di. 11.11.
Sebastian Schnoy Mi. 12.11.
Uli Masuth Do. 13.11.
Marco Tschirpke Fr. 14.11.
Tilman Birr Sa. 15.11.
SchalluSie Mo. 17.11.
Özgür Cebe Di. 18.11.
Silvia Doberenz Mi. 19.11.
Maria Vollmer Do. 20.11.
Michael Feindler Fr. 21.11.
Jens Heinrich Claassen Sa. 22.11.
Patrick Salmen, Quichote Mo. 24.11.
Andrea Volk Di. 25.11., Fr. 28.11.
Bernd Budden Mi. 26.11.
Sylvia Brécko Do. 27.11.
BÜRGERHAUS KALK
0221 870 11 25, Beginn 20.00 Uhr
Kalker KunstRasen Do. 13.11., mit Herrn Ernst
und Frau Putzelig
Improtheater Taubenhaucher Sa. 15.11.
BÜRGERHAUS STOLLWERCK: THEATER 501
0221 9 91 10 80, Beginn 20.00 Uhr
Wallstreet Theatre Sa. 1.11., So. 2.11. 18.00
Sabine Wiegand Mi. 5.11.
Astrid Gloria Do. 6.11.
Ludger K. Fr. 7.11.
Podewitz Sa. 8.11.
Die ImproVisaToren Mi. 12.11.
Carmela de Feo Do. 13.11.
Marc Hofmann Fr. 14.11.
Götz Frittrang Sa. 15.11., So. 16.11. 18.00
Achim Knorr Mi. 19.11.
pro:c-dur Do. 20.11.
Diva La Kruttke Fr. 21.11.
Sebastian Nitsch Sa. 22.11., So. 23.11. 18.00
Sabine Domogala Mi. 26.11.
Volker Diefes Do. 27.11.
Markus Barth Fr. 28.11.
Vocal Recall Sa. 29.11., So. 30.11. 18.00
BÜRGERZENTRUM CHORWEILER
0221 221 96 330, Beginn 20.00 Uhr
Helmut Schleich Sa. 8.11.
Maybebob Fr. 28.11.
COMEDIA
0221 888 77 222, Beginn 20.00 Uhr
Horst Schroth Sa. 1.11., So. 2.11.
René Steinberg Sa. 1.11. 20.30
Der Krakeeler So. 2.11. 16.00, Mo. 3.11. 10.30, Di.
4.11. 10.30, So. 9.11. 15.00 u. 17.00, Mo. 10.11. 10.30
Santas Story Mo. 3.11.
Max Goldt Di. 4.11.
Tigermilch Mi. 5.11. 19.00, Do. 6.11. 11.00 u. 19.00,
Fr. 7.11. 11.00
Volker Pispers Mi. 5.11. 20.30
Josef Hader Fr. 7.11., Sa. 8.11.
Edelweißpiraten Mo. 10.11. 19.00, Mi. 12.11.
11.00, Mo. 24.11. 19.00, Di. 25.11. 11.00 u. 19.00, Mi.
26.11. 11.00 u. 19.00, Do. 27.11. 11.00
Thomas Reis Mi. 12.11.
Ruth Schiffer Mi. 12.11. 20.30
Zuckerfest für Diabetiker Do. 13.11. 20.30
Matthias Deutschmann Fr. 14.11.
Das wüste Gobi Fr. 14.11. 20.30
Die Rheintöchter Sa. 15.11.
Jess Jochimsen Sa. 15.11. 20.30
Die Clowninnen So. 16.11. 17.00
Gerd Dudenhöffer Mo. 17.11.
Papas Arme sind ein Boot Mi. 19.11. bis Fr.
21.11. je 10.30, Sa. 22.11. 16.00
Sascha Korf
Mi. 19.11.
= Premiere
= choices-Empfehlung auf den Auswahlseiten
Moritz Netenjakob Do. 20.11.
Nessi Tausendschön Fr. 21.11., Sa. 22.11.
Emil und die Detektive So. 23.11. 16.00 u.
SENFTÖPFCHEN
0221 2 58 10 58, Beginn 20.15 Uhr
18.00, Mo. 24.11. 10.30, Di. 25.11. 10.30 u. 12.30, Mi.
26.11. 10.30
Kursblitzlichter So. 23.11. 19.00
Sarah Hakenberg
Mi. 26.11. 20.30
Springmaus Do. 27.11.
Ehnert vs. Ehnert Do. 27.11. 20.30
Arnulf Rating Sa. 29.11.
Wir alle für immer zusammen So. 30.11. 16.00
FREIES WERKSTATT THEATER
0221 32 78 17, Beginn 20.00 Uhr
X-Freunde Sa. 1.11., Mi. 19.11., Fr. 21.11.
Das Wunschbuch So. 2.11. 16.00
Alltägliche Apokalypsen Di. 4.11., Mi. 5.11.
Das Boot ist voll Do. 6.11., Fr. 7.11.
Alltag & Ekstase Sa. 8.11., Fr. 28.11., Sa. 29.11.
BabyBühne So. 9.11. 11.00, Mo. 10.11. 11.00
Frederik So. 9.11. 16.00
Ein Fräulein wäre gern Julie Do. 13.11. bis
Sa. 15.11.
Musikalische Stadtgeschichten V So.
16.11., So. 23.11. je 18.00
Testsignalgenerator Di. 18.11.
Am Ende der Nacht Sa. 22.11.
Jochen Busse Sa. 1.11., So. 2.11. 19.00
Stephan Sulke Mo. 3.11., Di. 4.11.
Sylvia Brécko Mi. 5.11.
Lüder Wohlenberg Do. 6.11.
Gernot Voltz Fr. 7.11.
Zu Zweit Sa. 8.11., So. 9.11. 19.00
Erster Kölner Barbershop Chor So. 9.11. 12.00
Manfred Lütz Mo. 10.11.
Jürgen Becker Di. 11.11., Mi. 12.11.
Peter Vollmer Do. 13.11.
Richard Rogler Fr. 14.11., Sa. 15.11.
Patrizia Moresco So. 16.11. 19.00
Blom un Blömcher Mo. 17.11.
Kabarett-Bundesliga Di. 18.11., Thilo Seibel u.
GLORIA
0221 28 01, Beginn 20.00 Uhr
Sitcom Readings Sa. 1.11.
Frau Jahnke hat eingeladen… Mo. 10.11.
WDR Ladies Night Mi. 12.11.
Fatih Cevikkollu Do. 13.11.
Anna Piechotta Di. 18.11., Ort: Subway
SPRINGMAUS / BONN
0228 79 80 81, Beginn: 20.00 Uhr
Pascal Houdus ist Rambo Sa. 1.11., So. 2.11.
Let me be the object of your desire Sa. 1.11.
@rheinkabarett Sa. 1.11.
Georgette Dee So. 2.11.
Thomas Reis Di. 4.11.
Füenf Mi. 5.11.
Margie Kinsky Do. 6.11. bis Sa. 8.11.
Stephan Sulke So. 9.11.
Manfred Lütz Mi. 12.11.
Jörg Knör Do. 13.11.
Martina Brandl Sa. 15.11.
The Rock’n Rollator Show So. 16.11. 15.00
Andreas Etienne So. 16.11.
R(h)ein rheinisch! Mo. 17.11.
Ham & Egg Di. 18.11.
Männerabend Mi. 19.11.
Tim Boltz Do. 20.11.
Hudson, Kling Fr. 21.11.
Butterfahrt 5 Sa. 22.11.
Springmaus Ensemble Mo. 24.11. bis Do. 27.11.
iNtrmzzo Fr. 28.11.
Die Nachbarn Sa. 29.11., So. 30.11.
Manuel Andrack So. 30.11. 15.00
Orkan der Gefühle: Folge 2 Mo. 3.11., Di.
Vor den Hunden Mi. 12.11. 19.00
Flucht nach vorne Do. 13.11.
1H12MIN Fr. 14.11.
Das Untier Sa. 15.11.
Meat Market So. 16.11.
Chambre d’amis Fr. 21.11. bis Di. 25.11.
Solidarité! Solidarität! Solidarity!
Do. 27.11. bis Sa. 29.11.
THEATER AM DOM
0221 2 58 01 53, Beginn 20.00 Uhr
Ziemlich beste Freunde
Sa. 1.11., So. 2.11. 17.00 u. 20.00, Di. 4.11. bis Fr.
7.11., Sa. 8.11. 17.00 u. 20.00, So. 9.11. 17.00 u. 20.00
SCHAUSPIEL KÖLN: DEPOT
0221 22 12 84 00, Beginn 19.30 Uhr
Charlys Tante
Genesis
Sa. 1.11. 17.00, So. 2.11. 16.00, Sa.
29.11. 17.00, So. 30.11. 16.00
Habe die Ehre Mo. 3.11. 20.00, Di. 18.11. m. Einf.
um 19.15, Mi. 19.11. 20.00, Do. 27.11. 20.00
Das Käthchen von Heilbronn Di. 4.11. m.
Einführung um 18.45, Do. 6.11., Do. 13.11., Sa. 15.11.,
So. 16.11. 18.00, Mi. 26.11.
Viel gut essen Di. 4.11., Do. 6.11. bis Sa. 8.11., Do.
13.11. m. Einführung um 19.00, Fr. 14.11., Sa. 15.11.,
Ort: Halle Kalk
Hedda Gabler Do. 6.11. 20.00, Mo. 10.11. 20.00,
Do. 13.11. 20.00, Sa. 15.11. 20.00, Mi. 26.11. m.
Einführung um 19.30
The Shadow Fr. 7.11. m. Einführung um 18.45, Sa.
8.11., So. 9.11. 18.00
Die fünfte Jahreszeit Di. 11.11., Sa. 22.11.
Dogville Mi. 12.11. m. Einf. um 18.45, Fr. 14.11.
Die Lücke Mi. 12.11. 19.00 m. Publikumsgespräch,
Do. 20.11. 19.00
Invasion! Mi. 12.11., So. 23.11. je 20.00, Ort:
Die Grotte
Hit Me Baby – Vol. II Fr. 14.11. 20.00
Die Philosophie im Boudoir So. 16.11., Do.
20.11. je 20.00, Ort: Die Grotte
Bartleby der Schreiber Di. 18.11. 20.00, Ort:
Die Grotte
Hofesh Shechter: Sun Mi. 19.11. m.
Publikumsgespräch, Do. 20.11.
Kabale und Liebe Fr. 21.11., Di. 25.11. mit
Einführung um 19.15
Amerika Fr. 21.11., Sa. 22.11. je 20.00
Das Studio packt aus Fr. 21.11. 22.00
Der Kaufmann von Venedig So. 23.11. 18.00
Carls Werk – Erster Teil So. 23.11. 20.00
Der gute Mensch von Sezuan Fr. 28.11. 20.00
Fatih Cevikkollu liest Sa. 29.11. 20.00, Lesung
aus Stefan Austs „Heimatschutz“, mit anschl. Vortrag
zu den NSU-Morden
Die roten Schuhe / Eine Liebe. Zwei
Menschen Sa. 29.11. 20.00, Ort: Die Grotte
Do. 13.11., Fr. 14.11., Sa. 15.11. 17.00 u. 20.00, So.
16.11., Di. 18.11. bis Fr. 21.11., Sa. 22.11. 17.00 u.
20.00, So. 23.11., Di. 25.11. bis Sa. 29.11., So. 30.11.
17.00 u. 20.00
JUNGES THEATER BONN
0228 46 36 72
Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
THEATER TIEFROT
0221 46 00 911, Beginn 20.30 Uhr
Macbeth
Mi. 5.11., Fr. 7.11., Sa. 8.11., Mi. 26.11. bis Fr. 28.11.
Nathans Tod in Jerusalem
Do. 13.11. bis Sa. 15.11.
Buurmann und Höpker… haben Krach
Sa. 1.11. 15.00, Mo. 3.11. 10.00, Sa. 8.11. 15.00,
So. 9.11. 15.00, Mo. 10.11. bis Mi. 12.11. je 9.00
u. 11.00, Di. 18.11. 9.00 u. 11.00, Mi. 19.11. 10.00
u. 15.00, Do. 20.11. 9.00 u. 11.00, Fr. 21.11. 9.00
u. 11.00, Sa. 22.11. 15.00, So. 30.11. 15.00 m.
Gebärdensprachübersetzung
Ente, Tod und Tulpe
So. 2.11. 15.00, Ort: Thalia
So. 16.11. 19.30, Di. 18.11., Do. 20.11., So. 23.11.
Geheime Freunde
Prokofjews Erzählungen
Di. 4.11. 10.00 u. 19.30, Mi. 5.11. 10.00
Fr. 21.11., musikalische Lesung
Tschick
Riverside Drive
Do. 6.11. u. Fr. 7.11. je 10.00 u. 19.30
Sa. 29.11., So. 30.11. 19.30
PANTHEON / BONN
0228 21 25 21, Beginn 20.00 Uhr
Anna Schäfer Sa. 1.11.
Benjamin Tomkins Sa. 1.11.
Rock 4 So. 2.11. 19.00
Mia Pitroff So. 2.11.
Max Goldt Mo. 3.11.
Johannes Kirchberg Di. 4.11.
Ralph Ruthe Di. 4.11.
Leslie Sternenfeld Mi. 5.11.
Helmut Schleich Mi. 5.11.
Christoph Sieber Do. 6.11.
The House Jacks Do. 6.11.
Zu Zweit Fr. 7.11.
Henning Venske Fr. 7.11.
Zärtlichkeiten mit Freunden Sa. 8.11.
Tanja Haller So. 9.11.
Georg Ringsgwandl So. 9.11.
Lach mal was mit Mo. 10.11., BenefizKabarettabend
21
Evers u. Gäste
Masud Mi. 19.11.
STUDIOBÜHNE KÖLN
0221 4 70 45 13, Beginn 20.00 Uhr
Wanninger & Rixmann Mi. 19.11.
Anka Zink Do. 20.11., Fr. 21.11.
Springmaus Sa. 22.11., So. 23.11. 19.00, Mo. 24.11.
Pause & Alich Di. 25.11., Mi. 26.11.
Barbara Kuster Do. 27.11.
Double Drums Fr. 28.11.
Luise Kinseher Sa. 29.11.
Monika Kampmann, Ingrid Ittel-Fernau
4.11.
Solaris So. 2.11. 18.00, Do. 6.11., Sa. 8.11., Mi.
12.11., Fr. 14.11., So. 16.11. 18.00
Sängerportrait Di. 4.11. 20.00, Ort: Foyer
Die schönsten Opernchöre So. 23.11. 18.00,
So. 30.11.
Advent in der Oper Sa. 29.11. 14.00, Ort: Foyer
Sebastian Fuchs Fr. 14.11.
Pastewka & Komplizen Fr. 14.11.
Matthias Reuter Sa. 15.11.
Mark Britton Sa. 15.11.
The Songs of Tom Waits Mo. 17.11.
Pantheon Vorleser im WDR Di. 18.11., Horst
Ferdinand Linzenich So. 30.11. 19.00
Schöner Scheitern
ab 18.00, alle 15 Min.
OPER KÖLN: AM DOM
0221 22 12 84 00, Beginn 19.30 Uhr
Do. 13.11.
Pause & Alich Mi. 19.11. bis Sa. 22.11., Do.
27.11. bis Sa. 29.11.
David Werker Do. 20.11.
Helene Mierscheid Fr. 21.11.
El Mago Masin Sa. 22.11.
Ingolf Lück So. 23.11.
Stefan Verra Mo. 24.11.
Jochen Malmsheimer Di. 25.11.
Patrick Salmen, Quichotte Di. 25.11.
Luise Kinseher Mi. 26.11.
Özcan Cosar Mi. 26.11.
Bohr, Haller, Kling Do. 27.11.
Jenke von Wilmsdorff So. 30.11.
Urstimmen So. 30.11.
So. 30.11. 12.00
Aus dem Leben eines Taugenichts Mi. 26.11.
Vom Leben Do. 27.11. 18.00
Wilfried Schmickler Di. 11.11.
Sascha Korf Mi. 12.11.
Norbert Alich Mi. 12.11.
Matthias Deutschmann Do. 13.11.
Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie
Pünktchen und Anton
Do. 13.11. 10.00, Fr. 14.11. 10.00 u. 18.30, Sa. 15.11.
15.00 u. 19.30, Mi. 26.11. 10.00, Fr. 28.11. 10.00, Sa.
29.11. 15.00 u. 19.30
Pettersson und Findus
So. 16.11. 11.00 u. 15.00, Mo. 17.11. 9.00 u. 11.00
Der kleine Prinz
Sa. 22.11. 15.00, So. 23.11. 15.00, Mo. 24.11. 10.00,
Di. 25.11. 10.00, Fr. 28.11. 10.00, Sa. 29.11. 15.00, So.
30.11. 15.00, Ort: Thalia
Der Grüffelo
So. 23.11. 11.00 u. 15.00, Mo. 24.11. u. Di. 25.11. je
9.00 u. 11.00
Ab 13. November im Kino
Mommy
Ein Film von Xavier Dolan
„zart‚ brutal und anders“
DIE ZEIT
„Dolan ist der neue Fassbinder“
TITEL THESEN TEMPERAMENTE
„virtuos in Szene gesetzt“
SPIEGEL ONLINE
www.mommy.weltkino.de
/Mommy.DerFilm
NRW KINOTAG 2014
Sonntag, 9. November
Volles Programm in ganz NRW mit Filmen aus NRW
Alle Programminformationen unter
www.nrw-kinotag.de
Medienpartner
Förderer
Sponsor
22
Verantwortlicher Veranstalter
KINO GESELLSCHAFT KÖLN
Metropolis
BOCKSPRÜNGE
EIN FILM VON ECKHARD PREUSS
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OFF Broadway
Weisshaus
Odeon
Filmpalette
Cinenova
Rex am Ring
26. Jhg. | November 2014
www.bockspruenge-derfilm.de
ab 20.11. im Kino
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arkasse
und der Sp
Kooperationspartner
Trailersponsor
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FILM & TV
Großsponsoren
Veranstalter
Film-ABC
Vorspann
Whistleblower Edward Snowden in dem Dokumentarfilm „Citizenfour“, s.S.32
KULTUR.KINO.KÖLN.
26 Jhg. I November 2014
FILMKRITIK-ÜBERSICHT
FILMSTART-TERMINE
30.10. 6.11. 13.11. 20.11.
32
5 Zimmer Küche Sarg
X
38
Bären
40
Bevor der Winter kommt
35
Bocksprünge
34
Butter on the Latch
32
Citizenfour
X
38
Das grenzt an Liebe
X
40
Das Salz der Erde
38
Den Himmel gibt‘s echt
35
Der kleine Medicus - Bodynauten auf geheimer Mission (...)
43
Der Koch
30
Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss
35
Die Legende der Prinzessin Kaguya
X
38
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1
X
45
Dumm und Dümmehr
34
Ein Schotte macht noch keinen Sommer
X
30
Einer nach dem anderen
X
36
Gardenia - Bevor der letzte Vorhang fällt
X
40
Höhere Gewalt
X
45
Ich darf nicht schlafen
36
Im Labyrinth des Schweigens
X
38
Interstellar
X
34
Karneval! - Wir sind positiv bekloppt
35
Love, Rosie - Für immer vielleicht
26
Mommy
40
Mr. Turner - Meister des Lichts
35
My Old Lady
36
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
38
Panamericana – Das Leben an der längsten Straße der Welt
X
36
Pioneer
X
34
Plötzlich Gigolo
34
Pride
45
Ruhet in Frieden - A Walk among the Tombstones
34
The Bachelor Weekend
38
Unutursam Fısılda
32
White Shadow
45
Wie schreibt man Liebe?
38
Wir waren Könige
30
Zwei Tage, eine Nacht
X
X
X
16.10.
X
X
X
27.11.
X
X
X
X
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X
Geht durchschnittlich 276,72 Mal im Jahr ins Kino: Hartmut Ernst
46,4 Jahre 151 im Schnitt 26,4 Prozent
Das Kinojahr in Zahlen
Sollten Sie es sich zur Lektüre dieses Magazin gerade im Kinosessel eines
Arthouse-Saales gemütlich gemacht haben, dann könnte es Sie interessieren, dass letztes Jahr auf Ihrem Sitzplatz im Schnitt 151 weitere Filmliebhaber thronten. Das ist nur eine Erkenntnis aus einer Studie zum Kinojahr
2013, die die Filmförderungsanstalt (FFA) kürzlich auf ihrer Homepage
veröffentlicht hat. Eine betrachtenswerte Auflistung von Statistiken und
Auswertungen, die ihren Fokus auf das Programmkino richtet. ArthouseFilme und deren Aufführungsstätten werden darin ergründet. Und Sie, das
Publikum. Sie sind weiblich und 46,4 Jahre alt? Sie sind Angestellte mit
Abitur oder gar Studium in der Tasche? Sie gehen tendenziell in der zweiten Wochenhälfte, vor allem aber am Wochenende ins Kino? Herzlichen
Glückwunsch! Damit gehören Sie zu den Hauptvertretern der Programmkinogänger im Jahr 2013. Ich korrigiere: Hauptvertreterinnen, wenn auch
nur knapp. Arthouse-Fans wie Sie sind darüber hinaus im Vergleich zu den
Besuchern fern des Programmkinos die treueren Zuschauer. Vorbildliche
26,4% Ihresgleichen besuchen mindestens sieben Mal im Jahr einen Kinosaal. Und das, im Unterschied zu den nicht minder geschätzten Rudelgängern jenseits des Arthouse-Segments, durchaus auch mal ganz ohne
Begleitung. Höchstwahrscheinlich haben Sie im vergangenen Jahr „Django
Unchained“, „Life of Pi“ und „Der große Gatsby“ gesehen, ihr Lieblingsfilm
war derweil die deutsche Produktion „Ostwind – Zusammen sind wir frei“.
Richtig?
Ein Blick in die FFA-Erhebung ist wertvoll aufschlussreich und amüsant zugleich. Interessiert sich der Großteil des Arthouse-Publikums in erster Linie
für Thema und Geschichte eines Films, richten die Besucher anderer Genres
die Auswahl ihres Kinofilms zudem verstärkt auf Fortsetzungen aus. Dabei
ist das wohl auch eine Frage von Angebot und Nachfrage. So bildet Wim
Wenders mit „In weiter Ferne, so nah!“, der Fortsetzung zu „Der Himmel
über Berlin“, eine seltene Ausnahme in Sachen Arthouse-Sequels. Auf den
zweiten Teil von „Außer Atem“, „Jules und Jim“ oder „Das weiße Band“ warten Sie schließlich bis heute nicht.
Wie auch immer, als Arthouse-Fan sind Sie gut aufgehoben in Köln, denn
das Programmkino ist eine Domäne der Großstadt. Davon weiß die Statistik
ebenso zu berichten wie von der Tatsache, dass Sie als KinogängerInnen
generell zu den Besserverdienenden zählen, dass Sie dabei weniger Eintritt zahlen als die genresprengende Gesamtbesucherschaft und dass Sie
beim Verzehr vergleichbar knausern. Ups. Also rasch nochmal raus zur Theke
und die Statistik korrigieren! Aber bitte nichts kaufen, was knistert. Denn
Schmatzen, Rascheln und Schlürfen stören durchschnittlich wie viel Prozent der Kinobesucher? Ach, dazu gibt es gar keine Erhebung? Bitte sofort
einbeziehen, liebe FFA!
Ihnen derweil angenehme Unterhaltung, stillen Prost und ruhigen Appetit
im Kino,
X
HARTMUT ERNST
X
X
X
X
Wertung unter den Filmkritiken:
1(
) bis 6 (
) 6 Punkte = Höchstwertung
Mit Filmtrailer, Hintergrund, Interview, Portrait ...
25
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choice of choices
Emotionale Portraits: Steves Mutter Die (Anne Dorval)
Emotionale Ausbrüche
„Mommy“ von Xavier Dolan
Die alleinerziehende Diane ist mit ihrem schwer erziehbaren Sohn Steve überfordert.
C Eindringliches Gefühlskino
Die Kinoleinwand ist rechteckig. Wenn man diese Fläche mit den gängigen
Breitbildformaten füllt, hat man viel Raum links und rechts vom Bildzentrum.
Man kann damit wunderbare Totalen von weiten Landschaften abbilden. In
Jean-Luc Godards „Die Verachtung“ von 1963 sagt der Regisseur Fritz Lang
aber abschätzig, das Format sei nicht für Menschen, sondern nur für Schlangen und Begräbnisse geeignet. Godard wurde angeblich vom Produzenten
genötigt, „Die Verachtung“ im Breitwandformat Cinemascope zu drehen, stellt
damit dann aber gelungen die Entfremdung und Distanziertheit der Figuren
dar. In Xavier Dolans neuestem Film „Mommy“ hocken die Hauptfiguren
bedrohlich dicht aufeinander. Auf der Pressekonferenz in Cannes sagte der kanadische Regisseur ganz im Sinne Fritz Langs, dass es beim Kinobild an den
Seiten oft viel zu viel Raum gibt, der nur vom Bildzentrum ablenke. Dolan zeigt
seinen Film im ungewöhnlichen Format 1:1 – das Bild ist komplett quadratisch. Man könnte auch sagen: Er filmt Porträts von Menschen.
Ästhetische Freiheit und emotionale Dringlichkeit
Diane, kurz Die genannt, muss ihren Sohn Steve aus einem Heim für schwer
Erziehbare nehmen. Er hat ein Feuer gelegt, bei dem ein Junge verletzt wurde. Jetzt zieht der energiegeladene und zu Gewaltausbrüchen neigende 15Jährige wieder zu seiner Mutter. Der Vater ist vor drei Jahren gestorben, und
so müssen die beiden alleine zusehen, wie sie miteinander klar kommen.
Zwar scheint die jugendlich wirkende Die das Leben leicht zu nehmen und
voller Enthusiasmus an den gemeinsamen Neustart zu gehen. Doch Steves
Überschwang, seine extremen emotionalen Ausbrüche von Liebe und Hass
bringen sie bald an den Rand ihrer Kräfte. Mit der neu zugezogenen Kyla
kommt neue Hoffnung auf: Die Lehrerin ist wegen eines Traumas, durch das
sie nun stottert, unbefristet beurlaubt. Sie gibt Steve Privatunterricht, während Die eine neue Anstellung sucht. Doch das nächste Problem lässt nicht
lange auf sich warten: Die Eltern des durch die Brandstiftung verletzten
Jungen verklagen Steve und seine Mutter auf ein hohes Schmerzensgeld.
Das Geld haben sie natürlich nicht.
Was der 25-jährige Kanadier Xavier Dolan in den letzten fünf Jahren auf die
Filmwelt losgelassen hat, ist im Kontext seines Alters fast einmalig, und auch
unabhängig davon eine beeindruckende Filmografie, die sich sowohl durch ungewöhnlichen Gestaltungswillen als auch durch tiefe Emotionalität auszeichnet: Mit 17 hat er mit „I Killed My Mother“ sein erstes Drehbuch geschrieben,
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das er mit 19 Jahren verfilmte. Es folgten „Herzensbrecher“, „Laurence Anyways“, „Sag nicht, wer Du bist“, der erst im August in den hiesigen Kinos lief,
und nun „Mommy“. Für die Mehrzahl seiner Filme zeichnet er nicht nur verantwortlich als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller, sondern macht auch
den Schnitt, das Kostümdesign und kümmert sich um die Musikauswahl.
Gerne schneidet er auch eigenhändig die Filmtrailer und sorgt dafür, dass die
Filmplakate so aussehen, wie er sich das vorstellt. Nebenher arbeitet er seit
vielen Jahren als Schauspieler. Während des Drehs von „Mommy“ hat er
seine erste Hauptrolle in einem fremden Film übernommen. Für die kanadische Version von „Herr der Ringe“ und „Twilight“ stand er außerdem als
Synchronsprecher im Studio. Vielleicht ist er ein Workaholic wie Fassbinder,
vielleicht ein Kontrollfreak. Das Entscheidende ist aber, dass seine Filme
immer eine große ästhetischen Freiheit und eine emotionale Dringlichkeit
antreibt, der man sich kaum entziehen kann.
Physische Präsenz
So ist auch „Mommy“ von der ersten bis zur 139. Minute gewaltiges Gefühlskino. Dolan lotet die Möglichkeiten des Kinos aus – spielt mit den Farben, der
Musik, der Kameraeinstellung und sogar mit dem Bildformat – ist aber auf
eine leichtfüßige Art immer weit entfernt von jeglichen Klischees. Geerdet
sind seine formalen Ideen, die stets im Dienste der Geschichte stehen, von
den großartigen Hauptdarstellern – neben Anne Dorval und Suzanne Clément
der erst 17-jährige Antoine-Olivier Pilon als Steve. Sie verkörpern mit ihrer
physischen Präsenz Figuren, die um ihr Leben kämpfen.
Auch mit „Mommy“ konnte Dolan in Cannes wieder einen Preis gewinnen.
Zwar immer noch nicht den ersehnten Hauptpreis, auch wenn das diesmal
viele erwartet hatten. Stattdessen erhielt er für „Mommy“ den Preis der Jury.
Der wurde ausnahmsweise gleich zweimal verliehen. Der 25-jährige
Impulsgeber des Gegenwartkinos teilte sich den Preis mit dem 84-jährigen
Nouvelle Vague-Erneuerer Jean-Luc Godard. Der hat seinen ersten Langfilm
„Außer Atem“ mit 30 gedreht. Atemlos ist Xavier Dolan sicher noch lange
nicht. Trotzdem will er sich jetzt erst mal eine kleine Auszeit gönnen und
Kunstgeschichte studieren. Aber natürlich liegt schon wieder ein fertiges
Drehbuch in seiner Schublade.
CHRISTIAN MEYER
MOMMY Cannes 2014: Preis der Jury
CDN/F 2014 - Drama - 139 Min - Regie: Xavier Dolan
mit: Anne Dorval, Antoine-Olivier Pilon, Suzanne Clément
Start: 13.11.
Filmpalette
26
Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine in Köln
Kölner Kritikerspiegel
November 2014
Die häufigsten Nennungen
Frank
Olbert
Kölner
Stadtanzeiger
Thomas
Linden
Kölnische
Rundschau
Herausragend Mr. Turner –
Meister des
Lichts
von M. Leigh
Bemerkenswert
Plötzlich
Gigolo
von
J. Turturro
Best of
Comedy
5 Zimmer
Küche Sarg
von J. Clement,
T. Cohen
Best of
Drama
Besondere
Erwähnung
Die Einsamkeit
des Killers (...)
von
F. M. Böder
Ingrid
R.-Ruediger
Bartsch
Hamacher
ARD Morgen- film-Dienst
magazin
Susan
Vahabzadeh
Süddeutsche
Zeitung
Sven von
Reden
StadtRevue
Zwei Tage,
eine Nacht
von J.-P.
Dardenne
Mommy
von
X. Dolan
Zwei Tage,
eine Nacht
von J.-P.
Dardenne
Mr. Turner –
Meister des
Lichts
von M. Leigh
Höhere
Gewalt
von
R. Östlund
Mr. Turner – Mommy
Meister des von
Lichts
X. Dolan
von M. Leigh
Citizenfour
von
L. Poitras
Pride
von
M. Warchus
Das Salz der
Erde
von
W. Wenders
Sebastian
Ko
WDR
1 LIVE
Verena
Lueken
FAZ
Mr. Turner –
Meister des
Lichts
von M. Leigh
Zwei Tage,
eine Nacht
von J.-P.
Dardenne
Mommy
von
X. Dolan
Im Labyrinth
des Schweigens von
G. Ricciarelli
Den Himmel
gibt‘s echt
von
R. Wallace
5 Zimmer
Küche Sarg
von J. Clement,
T. Cohen
Lars-Olav
Daniel
Kothenschulte Beier
Spiegel
Frankfurter
Rundschau
Cristina Nord Katja
Nicodemus
taz
Die Zeit
Christian
Meyer
choices
Kultur.Kino.Köln.
Mommy
von
X. Dolan
Mommy
von
X. Dolan
Citizenfour
von
L. Poitras
Zwei Tage,
eine Nacht
von J.-P.
Dardenne
5 Zimmer
Küche Sarg
von J. Clement, T. Cohen
Die Einsamkeit des Killers
(...)
von F. M. Böder
5 Zimmer
Küche Sarg
von J. Clement,
T. Cohen
Mommy
von
X. Dolan
Wir waren
Könige
von
P. Leinemann
Zwei Tage,
eine Nacht
von J.-P.
Dardenne
Mr. Turner – Pioneer
Meister des von
Lichts
E. Skjoldbjaerg
von M. Leigh
Zwei Tage,
eine Nacht
von J.-P.
Dardenne
Zwei Tage,
eine Nacht
von J.-P.
Dardenne
Nightcrawler
von
D. Gilroy
Höhere
Gewalt
von
R. Östlund
Höhere
Gewalt
von
R. Östlund
Das Salz der
Erde
von
W. Wenders
Citizenfour
von
L. Poitras
Nightcrawler Citizenfour
von
von
D. Gilroy
L. Poitras
Mommy
von
X. Dolan
Karneval!
Das Salz der
von
Erde
C. Wischmann von
W. Wenders
Das Salz der
Erde
von
W. Wenders
Mr. Turner –
Meister des
Lichts
von M. Leigh
White
Shadow
von N. Deshe
Kino-Kalender
PREVIEWS, FILMREIHEN, FESTIVALS & SONDERVORFÜHRUNGEN
bis 6.11. KINO LATINO, Filmpalette
Die siebte Ausgabe des Festivals zeigt aktuelle Filme, mit Gästen
12.11. MR. TURNER, Odeon
Seniorenkino zeigt Mike Leighs William Turner Biopic, s.S. 40
31.10. 20 Uhr DAS TIER / DRACULA IM HAUS..., Filmhaus
Halloween-Double-Feature mit u.a. Kinski als Edgar Allan Poe
14.11. 19.20 Uhr TRUE LOVE, Filmforum
homochrom zeigt den Festivalerfolg aus Kanada
31.10. 22 Uhr FRANKENSTEIN, Weisshaus
Als Halloween-Spezial läuft der Horror-Klassiker von 1931
15.11. 19 Uhr DER GROSSE DEMOKRATOR, Colabor
Rami Hamze versucht sich an demokratischen Prozessen in Kalk
2.11. 15 Uhr QUATSCH UND DIE NASENBÄRBANDE, Cinenova
Preview des Kinderfilms mit Benno Führmann u. Fritzi Haberlandt
16.11. 11.30 Uhr ZWEI LEBEN, Filmforum NRW
Deutsch-Norwegisches Drama mit Liv Ullmann u. Juliane Köhler
2.11. 17 Uhr PLÖTZLICH GIGOLO, Cinenova
Preview der Komödie mit Woody Allen u. John Turturro, s.S. 34
16.11. 15 Uhr GLADIATOR, Filmforum NRW
Gezeigt wird der Lieblingsfilm von Anna Prohaska
2.11. 18 Uhr KÖLN NACH DEM KRIEGE, Filmforum NRW
Eines der ersten offiziellen Selbstbildnisse der Stadt Köln, von 1948
„Der General“ von Buster Keaton
18.11. 18.30 Uhr NEUKÖLLN UNLIMITED, Filmpalette
Doku über eine von Abschiebung bedrohte libanesische Familie
2.11. 20 Uhr DER GENERAL, Philharmonie
Buster Keatons Klassiker von 1926 mit Orgel-Begleitung von Dennis James
18.11. 21 Uhr G.B.F., Filmpalette
homochrom feiert mit Darren Steins Komödie 5-jähriges Jubiläum
2.11. 20 Uhr EINE TAUBE SITZT AUF EINEM ZWEIG…, Filmforum NRW
Mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneter neuer Film von Roy Anderson
19.11. 21 Uhr WHEN A STRANGER CALLS, Filmhaus
„The ultimate Baby-Sitter Terror!“ verspricht Fred Waldons Film von `79
3.-24.11. ALLES IN ORDNUNG, Filmhaus, Temporary Gallery
Filmreihe zu Struktur im Film u. Film als Struktur, jeweils montags
19.-22.11. SOUNDTRACK COLOGNE, div. Orte
Fachmesse und Branchentreff für Filmmusik, s.S. 41
5.11. 20 Uhr DIE EINSAMKEIT DES KILLERS..., Odeon
Premiere der Komödie in Anwes. des Reg. und Benno Führmann, s.S. 30
19.-23.11. UNLIMITED, Filmforum, Odeon
Das Kurzfilmfestival geht in die achte Runde, s.S. 41
5.11. 20 Uhr THE GREEN PRINCE, Filmpalette
Doku über einen palästinensischen Überläufer
19.-23.11. VIDEONALE.SCOPE, Filmclub 813, Filmforum
Werkschauen von Chantal Akerman und Rainer Komers, s.S. 41
5.11. 21 Uhr APOCALYPTO, Filmhaus
Zwiespältige Unterhaltung mit Mel Gibsons Indianer-Action
Unlimited: „Ein Bild“
19.-26.11. SEE THE SOUND, Filmpalette
Das Musikfilmfestival ergänzend zu Soundtrack Cologne, s.S. 41
7.11. 19.30 Uhr SPUR DER STEINE, Domforum
Lange verbotener DDR-Klassiker mit Manfred Krug von 1966
20.-26.11. EXPOSED, Filmhaus
Filmfestival für erste Filme: Debüts und zweite Filme, s.S. 41
9.11. NRW KINOTAG, diverse Orte
Die Kölner Kino Nächte, jetzt flächendeckend in ganz NRW, s.S. 41
22.-30.11. CINEPÄNZ, div. Orte
25. Ausgabe des großen Kinderfilmfestivals, s.S. 41
9.11. 12 Uhr ALPHABET, Weisshaus
Erwin Wagenhofers Doku kritisiert das klassische Schulsystem
24.11. 20 Uhr MAGIC IN THE MOONLIGHT, Weisshaus
Preview des neuen Films von Woody Allen
9.11. 15.30 Uhr DIE HALBSTARKEN, Off Broadway
Der Klassiker mit Horst Buchholz filmpsychologisch betrachtet
27.11. 19 Uhr EXPEDITION ANS ENDE DER WELT, Filmforum NRW
Dokumentarfilm von Daniel Dencik mit u.a. dem Maler Daniel Richter
9.11. INDEPENDENT INDIAN FILMNIGHT, Cinenova
Zwei Arthausfilme aus Indien: „Fandry (19 Uhr); Sulemani Keeda (21.15 Uhr)
28.11. 21.30 Uhr BEAST OF BLOOD, Filmhaus
Philippinischer Horror-Trash von 1970
10.11. 20 Uhr LA GRANDE BELLEZZA, Filmpalette
Paolo Sorrentinos Fellini-Hommage aus dem letzten Jahr
Mit Filmtrailer, Hintergrund, Interview, Portrait ...
Videonale.scope: „Jeanne
Dielman“
27
28.-30.11. KHANEH CINEMA – HOUSE OF CINEMA, Filmforum NRW
Iranische Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme
See the Sound: „Finding Fela“
Cinepänz: „Die Nachtigall“
„Magic in the Moonlight“
www.choices.de/heute-im-kino
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NEUSTARTS
EINER NACH DEM ANDEREN
5 ZIMMER KÜCHE SARG (O.m.U.)
NO 2014, R: Hans Petter Moland, D: Alexander Fehling, Gert
Voss, Friederike Becht
Ab 30.10.
Ab 20.11.
NZ 2013, R: Jemaine Clement, Taika Waititi, D: Taika Waititi,
Jonathan Brugh, Jemaine Clement
Die Vampire Viago, Deacon, Vladislav und Petyr teilen sich eine Villa in Wellington. Abgesehen vom fehlenden Spiegelbild, einseitiger
Ernährung und gelegentlichen Auseinandersetzungen mit Werwölfen unterscheidet sich ihr Alltag kaum von dem einer ganz normalen
WG. Als der 8000-jährige Petyr den coolen Mittzwanziger Nick zum
Vampir macht, müssen die anderen Verantwortung für den impulsiven
Frischling übernehmen und ihm die Grundregeln des ewigen Lebens
beibringen. Im Gegenzug erklärt ihnen Nick die technischen Errungenschaften der modernen Gesellschaft. Als er aber seinen menschlichen
Freund Stu anschleppt, gerät das beschauliche Leben der Vampir-Veteranen völlig aus den Fugen.
Die Schneeräumung ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Nils
geht ihr mit so einnehmender Zuverlässigkeit nach, dass er zum Bürger
des Jahres gewählt wird. Doch schon kurz darauf verkehren sich die
Vorzeichen von Nils‘ Ordnungsliebe. Als sein Sohn Opfer der Mafia
wird, gerät der beste Bürger in einen ausschweifenden Drogenkrieg.
Nils will seinen Sohn rächen und macht sich auf zu einer Reise an den
Ursprung des Verbrechens. Einen Auftragskiller nach dem nächsten
bringt er so akribisch zu Fall wie er einst seine Mitbürger von unerwünschten Schneemassen befreit hatte.
FILMPSYCHOLOGISCHE BETRACHTUNGEN –
PSYCHOANALYTIKER STELLEN FILME VOR
Sonntag, 9. November, 15.30 Uhr
IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS
Ab 6.11.
DE 2014, R: Giulio Ricciarelli, D: Alexander Fehling, Gert Voss,
Friederike Becht
DIE HALBSTARKEN
DE 1956, R: Georg Tressler, D: Horst Buchholz, Karin Baal
Vorgestellt von Dipl.-Psych. Gerhard Bliersbach
Sonntag, 2. November
TAGUNG DER PSYCHOANALYTISCHEN ARBEITSGEMEINSCHAFT
KÖLN-DÜSSELDORF E.V. (INSTITUT DER DPV/DGPT) IN ZUSAMMENARBEIT MIT INSCAPE, KÖLN
Deutschland, Ende der 50er Jahre: Die Wirtschaft brummt und den
Menschen geht es wieder gut. Eines Tages sorgt jedoch der Journalist
Thomas Gnielka am Frankfurter Gericht für Aufruhr, als er einen ehemaligen Auschwitz-Wärter anzeigen will, der jetzt als Lehrer offenbar
unbehelligt durchs Lebens gehen kann. Der Journalist stößt mit seiner
Forderung jedoch auf Ablehnung. Nur der junge Staatsanwalt Johann
Radmann schenkt ihm Gehör und will die Vorgänge aufklären.
NIGHTCRAWLER
Dienstag, 04. November, 20.00 Uhr
LAND IN SICHT
Ab 13.11.
US 2013, R: Dan Gilroy, D: Jake Gyllenhaal, Bill Paxton, Rene
Russo
D 2013, R: Nadav Schirmann
Dienstag, 11. November, 20.00 Uhr
HOMS – EIN ZERSTÖRTER TRAUM
SY/DE 2013, B u R: Talal Derki
Dienstag, 18. November, 20.00 Uhr
SILVERED WATER, SYRIA SELF PORTRAIT (O.m.e.U.)
SY 2014, B u R: Ossama Mohammed und Wiam Simav Bedirxan
Lou Bloom lebt zurückgezogen in Los Angeles und hält sich mehr
schlecht als recht mit kleineren Diebstählen über Wasser. Nach erfolglosem Bemühen um einen anständigen Job, beginnt Lou als freier Kameramann für einen TV-Nachrichtensender zu arbeiten. Sein Spezialgebiet:
lokale Verbrechen und Unfälle. Der äußerst ehrgeizige Lou lernt schnell
und findet zusehends Gefallen an dem skrupellosen Geschäft der
„Nightcrawler“, bei dem jedes gefilmte Verbrechen bares Geld bedeutet
und Opfer Mittel zum Zweck werden. Die Nachrichtenchefin Nina ist
begeistert von dem Einsatz des neuen Freelancers. Doch sie ahnt nicht,
wie weit Lou – in seinem Drang nach Anerkennung – bereit ist zu gehen.
Die Koautorin des Films Wiam Bedrkhan Simav ist zum Gespräch
anwesend.
Dienstag, 25. November, 20.00 Uhr
TALL AS A BAOBAB TREE (O.m.e.U.)
SN, US 2013, R: Jeremy Teicher
In Kooperation mit Cinepänz.
Dienstag, 02. Dezember, 20.00 Uhr
NAIROBI HALF LIFE
KE/DE 2012, R: David Tosh Gitonga
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Täglic ngen
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Vorsteab
Uhr
15.00
weisshaus
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NEUSTARTS
MAGIC IN THE MOONLIGHT
Ab 4.12.
GB 2014, R: Woody Allen, D: Colin Firth, Emma Stone
HIN UND WEG
Seit 23.10.
DE 2014, R: Christian Zübert, D: Florian David Fitz, Julia Koschitz
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LICHISTUNDFEIERNESWIENIEZUVOR
MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS
Ab 6.11.
GB/DE/FR 2014, R: Mike Leigh, D: Timothy Spall, Dorothy Atkinson
Weisshaus-Preview: Montag, 24. November, 20.00 Uhr (O.m.U)
An der französischen Mittelmeerküste treibt die vermeintliche
Wahrsagerin Sophie ihr Unwesen und zieht mit ihren Prophezeiungen den Reichen und Schönen das Geld aus den prallgefüllten
Taschen. Als sich Sophie und Stanley langsam näherkommen,
beginnt sogar der Meisterillusionist selbst daran zu zweifeln,
dass die junge Dame eine Betrügerin ist…
WEISSHAUS HALLOWEEN SPECIAL
Freitag, 31. Oktober, 22.00 Uhr
FRANKENSTEIN (OV)
US 1931, R: James Whale, D: Boris Karlov, Colin Clive, u.a.
SCHULE IM AUFBRUCH
Sonntag, 9. November, 12.00 Uhr
ALPHABET
AT/DE 2013, Dokumentation, R: Erwin Wagenhofer
1826: Der englische Maler William Turner ist ein ebenso renommiertes wie exzentrisches Mitglied der Royal Academy. Er lebt
mit seinem Vater William, den er innig liebt, und seiner Haushälterin Hannah Danby in London. Hannah verehrt den genialen
Maler, der jedoch stillt an ihr nur sein sexuelles Verlangen. Denn
Turner ist ein Egomane, ein wortkarger Einzelgänger – und doch
zugleich ein Mann von enormer Sensibilität. Das Künstlergenie
hat sich keiner Autorität, sondern der Vielfalt des Lebens verschrieben: Er genießt die Gastfreundschaft des Landadels oder
besucht Bordelle, um junge Prostituierte zu zeichnen. Er ist stetig auf Reisen und lässt nichts aus, um dem Phänomen der
Wahrnehmung auf die Spur zu kommen.
EIN SCHOTTE MACHT NOCH KEINEN SOMMER
(DF + O.m.U.)
Ab 20.11.
GB 2014, R: Guy Jenkin, Andy Hamilton, D: Rosamund Pike,
David Tennant
Doug, Abi und ihre drei Kinder machen sich auf den Weg nach
Schottland, um bei der Geburtstagsfeier von Dougs Vater Gordie dabei zu sein. Während der Reise haben die gestressten
Eltern alle Hände voll damit zu tun, ihre gewieften kleinen
Gören unter Kontrolle zu halten - vor allem wenn es darum
geht, ein Geheimnis vor der restlichen Familie zu bewahren...
KIDSKINO
Samstag und Sonntag um 15.00 Uhr
Samstag, 01. November & Sonntag, 02. November
KUDDELMUDDEL BEI PETTERSSON UND FINDUS
SE/DK/DE 2009, R: : Jørgen Lerdam und Anders Sørensen
&3+ABEMPFAB*AHRE
Samstag, 08. November
LOLA AUF DER ERBSE
DE 2014, R: Thomas Heinemann
&3+ABEMPFAB*AHRE&"70RÊDIKATBESONDERSWERTVOLL
Sonntag, 09. November
SPUTNIK
DE/BE/CZ 2013, R: Markus Dietrich
&3+ABEMPFAB*AHRE&"70RÊDIKATBESONDERSWERTVOLL
Samstag, 15. November & Sonntag, 16. November
DER BLAUE TIGER
CZ 2011, R: Petr Oukropec
&3+ABEMPFAB*AHRE
Samstag, 22. November & Sonntag, 23. November
PETTERSSON UND FINDUS –
KLEINER QUÄLGEIST, GROSSE FREUNDSCHAFT
DE 2013, R: Ali Samadi Ahadi
&3+ABEMPFAB*AHRE&"70RÊDIKATBESONDERSWERTVOLL
Samstag, 29. November & Sonntag, 30. November
DIE VAMPIRSCHWESTERN
DE 2012, R: Wolfgang Groos
&3+ABEMPFAB*AHRE
Film-Kritik
Nils sieht rot
Eine Begegnung nimmt ihren Lauf
Blutiger Schnee
Antiheld
„Einer nach dem anderen“ von Hans Petter Moland
„Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“ von Florian Mischa Böder
Ein Vater begibt sich nach dem Mord an seinem Sohn auf Rachefeldzug.
C Skurriler Thriller aus Norwegen
Ein derangierter Profikiller erhält nach Jahren des Wartens den ersten Auftrag.
C Sympathisch aberwitzige Komödie
Als man seinen Sohn tot auffindet, bezweifelt Vater Nils zu Recht dessen
Drogentod, lädt sein Gewehr durch und begibt sich auf die Suche nach den
Verantwortlichen. Die findet er in der nächsten Stadt. Couragierte Verhöre
führen ihn schon bald zum örtlichen Mafiaboss, wenig später ruft die blutige
Spur einen rachsüchtigen, serbischen Paten auf den Plan. Nach seiner gelungen verschrobenen Komödie „Ein Mann von Welt“ sucht Regisseur Hans Petter
Moland wieder den skurrilen Krimiplot. „Einer nach dem anderen“ kommt
nicht an die Seele des Vorgängers heran, insgesamt aber hübsch makaber, nordisch und mit einem amüsant corleonesken Bruno Ganz.
HARTMUT ERNST
Koralnik ist Profikiller einer Sondereinheit der EU, die nach 9/11 gegründet wurde. Seit acht Jahren wartet er nun auf seinen ersten Auftrag. Dann aber schneit
die Medizinerin Rosa in sein Leben und plötzlich klingelt sein Diensttelefon. Mit
Rosa im Schlepptau zieht Koralnik gen Belgien, wo die beiden auf unvorhersehbare Komplikationen stoßen. Fernab angepasster Mainstreamkost folgt diese Komödie dem Paar durch eine verschroben schräge Irrfahrt. Benno Führmann
glänzt, indem er seinen zermürbten, paranoiden und sozial verkümmerten Agentenclown bis hin in die Slapstickspitzen mit großer Ernsthaftigkeit verkörpert.
Aberwitzig, melancholisch und eine Prise nordisch.
HARTMUT ERNST
choices verlost 3x2 Karten für eine Vorstellung im OFF Broadway.
E-Mail bis 23.11. an verlosung@choices.de, Kennwort: Einer nach dem anderen
choices verlost 2x2 Karten für eine Vorstellung im Filmhaus.
E-Mail bis 16.11 an verlosung@choices.de Kennwort: Die Einsamkeit des Killers
EINER NACH DEM ANDEREN Montreal 2014: Bester int. Film, H. P. Moland
N/S/DK 2014 - Action / Komödie - 117 Min - ab 16 J. - Regie: Hans Petter Moland
mit: Stellan Skarsgård, Bruno Ganz, Pål Sverre Valheim Hagen
Start: 20.11.
DIE EINSAMKEIT DES KILLERS VOR DEM SCHUSS
Cinenova, OFF Broadway
Odeon
D 2014 - Komödie / Tragikomödie - 80 Min - Regie: Florian Mischa Böder
mit: Benno Fürmann, Mavie Hörbiger, Wolf Roth
Start: 13.11.
Köln im Film e.V. und
das Historische Archiv der Stadt Köln zeigen:
Ein Zeitdokument:
Sonntag, 2. November 2014, 18.00 Uhr
KÖLN NACH DEM KRIEGE
Regie: Hans Schmitt, D 1948, 43 Min.
Sandras (Marion Cotillard) Zukunft liegt in den Händen ihrer Kollegen
Moralisches Dilemma
„Zwei Tage, eine Nacht“ von Jean-Pierre & Luc Dardenne
Nur wenn die Kollegen auf ihre Prämie verzichten, verliert Sandra ihre Stelle nicht.
C Kluges Sozialdrama
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Sandra droht ihre Stelle zu verlieren. Es sei denn, sie kann ihre Kollegen davon
überzeugen, auf ihre Boni zu verzichten. Dann wäre die Firma bereit, sie zu
behalten. Kapitalistische Logik, wie sie perfider nicht sein könnte. Die psychisch labile Sandra hat das Wochenende Zeit, um die Kollegen, die ablehnend reagieren, umzustimmen, und geht Klinken putzen. Die Dardennes exerzieren anhand der Kollegen die Möglichkeiten durch, wie man sich in dieser
moralischen Zwickmühle verhalten kann. Trotz des klar strukturierten, scheinbar kühlen Grundgedankens entfaltet sich nicht zuletzt dank Marion Cotillard
ein ergreifendes Sozialdrama, das klar gedachtes Kino ist, aber nie behauptet,
die Ordnung der Welt sei nur annähernd so offensichtlich wie das Konzept
dieses großartigen Films.
CHRISTIAN MEYER
ZWEI TAGE, EINE NACHT
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B/F/I 2014 - Drama - 95 Min - ab 6 J. - Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
mit: Marion Cotillard, Fabrizio Rongione, Olivier Gourmet
Start: 30.10.
Cinenova, Filmpalette, Odeon
www.choices.de/heute-im-kino
30
Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine in Köln
Gespräch zum Film
Regisseur Florian Mischa Böder am Set, Foto: Martin Menke
„Ich musste von diesem Killer erzählen, der ständig scheitert“
Florian Mischa Böder über Schauspieler, Publikumsgeschmack und Genrekonventionen
Florian Mischa Böder, Jahrgang 1974, hat von habe versucht, das Beste rauszuholen. Im Vorfeld
1997 bis 2002 an der Kunsthochschule für Me- haben wir viel über die Figuren gesprochen, das
dien Köln (KHM) studiert. Währenddessen ar- ist ja auch schon eine Art Probe: Wie schnell oder
beitete er u.a. für „Die Harald Schmidt Show“ langsam ist die Figur, wie fasst sie Dinge an, was
und „Die Sendung mit der Maus“. Seitdem ist er hat sie für eine Körperlichkeit, wie spricht sie und
als freier Autor und Regisseur für Kino-, Fern- wie kann man so etwas spielen. Die Stellprobe, in
der die Technik Zeit für Kamera und
seh- und Theaterproduktionen
tätig. „Die Einsamkeit des Killers „Den Helden zu demon- Ton braucht, lassen dann viele vervor dem Schuss“ ist nach „Nichts tieren, hat mir besonders streichen und gehen erst mal zum
viel Spaß gemacht“
Catering. Ich nutze diese Zeit gerne,
geht mehr“ (2006) sein zweiter
denn da kennt man schon den Ort,
Kinofilm.
hat ein Gefühl für die Szenerie und kann ganz nuchoices: Herr Böder, ihr Debüt „Nichts geht anciert in die Szene gehen, auch wenn das nur in
mehr“ ist von 2006, seitdem war im Kino nichts einem Nebenraum geschieht. Wenn man dann zumehr von Ihnen zu sehen. Stattdessen haben Sie rück ans Set kommt, ist man frisch und warm und
viel Theater-Regie gemacht. Wieso jetzt doch meistens schon einen guten Schritt weiter.
noch mal Kino?
Florian Mischa Böder: Ich habe tatsächlich ein- Benno Führmann kann in seiner Filmografie eine
fach lange gebraucht für den Film. Ich habe di- reiche Palette an Figuren vorweisen – von korekt im Anschluss an mein Debüt angefangen zu mödiantisch bis dramatisch. Trotzdem ist man
schreiben und sehr lange an dem Buch gearbeitet. überrascht, ihn in so einer Rolle zu sehen, die
Zwischendurch gab es auch ein paar andere Pro- teilweise auch in den Slapstick geht ...
jekte, aber manches klappt dann ja auch nicht. „Die Ich habe ihn in „Warum Männer nicht zuhören und
Einsamkeit des Killers ...“ hat sich dann schließlich Frauen schlecht einparken“ von Leander Hausmann
gesehen. Das war sehr lustig und auch slapstickdurchgesetzt.
haft. Er war zwar total over the top und vollkomHat das Theater Ihre Arbeitsweise als Filmregis- men abgehoben, aber das war gut gemacht, auch
seur verändert, zum Beispiel die Arbeit mit den handwerklich. Und da habe ich gemerkt, dass er
ein großes komödiantisches Talent hat. Ganz viele
Schauspielern?
Ich habe auch schon vor meinem Kinodebüt Erfah- wissen das nicht, weil man ihn so oft ernst sieht.
rung mit der Theaterregie gemacht – das war also Er ist ja fast ein Paradebeispiel für einen Killer oder
nicht ganz neu für mich, und es hat mich geprägt. Agenten wie James Bond. Die Fallhöhe ist ja hoch:
Bei meiner ersten Inszenierung habe ich mit einem Wie er daher kommt, denkt man sofort „Das ist
ganz jungen Ensemble gearbeitet, die waren alle unser Held“. Diese Figur dann zum Antihelden zu
ganz frisch. Das war eine sehr konstruktive Stim- demontieren hat mir mit Benno besonders viel Spaß
mung, wir haben viel ausprobiert. Dabei habe ich gemacht. Genau diese Brüche kann er gut darstelgelernt, wie Schauspieler arbeiten: In dieser luxu- len, ich hatte da absolutes Vertrauen in ihn.
riösen Zeit – das waren drei Monate Probenzeit –
habe ich gelernt, was Schauspieler geben können, Wenn man sich die in Deutschland erfolgreichen
warum sie es geben und wie man da hinkommt. Die Komödien ansieht dann schlägt Ihr eher langsam
Darsteller haben mir damals teilweise ganz kon- gehaltener Film, der auf Schenkelklopfer verzichtet, ganz andere Töne an. Können Sie sich
krete Tipps gegeben.
trotzdem ein größeres Publikum vorstellen?
Haben Sie für die Arbeit am neuen Film die lan- Ich glaube, dass man als einzigen Ratgeber seinen eigenen Geschmack haben kann. Ich finde es
gen Probezeiten übernommen?
Wir hatten keine besonders lange Probenzeit, weil schwierig, wenn man anfängt, an das Publikum zu
das alleine schon terminlich schwierig war. Ich denken und das von sich trennt im Sinne von „Das
Mit Filmtrailer, Hintergrund, Interview, Portrait ...
31
Publikum will aber...“. Da bewegt man sich auf dünnem Eis. Ich habe an diesem Film auch deswegen so
lange gearbeitet, weil ich versucht habe, meinem
eigenen Anspruch gerecht zu werden. Ich möchte
den Film am Ende mögen können. Dann habe ich
eine ganz idealistische Hoffnung, dass es dafür
auch ein Publikum gibt.
Ihr Film vermischt Killerfilm mit Komödie und
spielt mit den Genrekonventionen. Was reizt Sie
an dem Genre?
Die Idee des Films kam aus der Überlegung, was
passieren würde, wenn man die Überhöhung aus so
einem Agentenfilm nehmen würde und die Kleinigkeiten ernst nimmt. Mit den kleinen, profanen Dingen ist man schnell bei einer Komödie. Mir kam der
Gedanke bei einem Jason-Bourne-Film. Ich konnte
diesen Film dann gar nicht mehr ernst nehmen, obwohl ich die Bourne-Filme eigentlich mag. In dem
Moment war aber die Idee geboren und ich dachte,
ich muss von diesem Killer erzählen, der ständig gegen die Wand läuft, ständig scheitert – der ist viel
interessanter.
Die Story ist eingebettet in den Gedanken an
eine korrupte EU-Bürokratie im Leerlauf. Inwiefern ist das Thema zentral für den Film?
Dahinter steht wieder der Gedanke, einen Bruch
im Agentenfilm herzustellen. Man erwartet in
amerikanischen Agentenfilmen immer, dass alles
überdramatisch ist und groß aufgefahren wird. Da
ist alles High-Tech und hochbrisant, auch auf politischer Ebene. Die Idee, die Luft da rauszulassen,
führte zu der Frage, wie das denn politisch aussehen würde? Es wird ja am Anfang gesagt, dass Europa nach 9/11 auch solche Geheimprogramme wie
die USA haben will. Aber natürlich geht es in der
EU nicht ohne Gremien und ohne die Bewilligung
von Geldern, auch wenn das eine ganz geheime Abteilung ist. Diese Telefonate, die Koralnik die ganze
Zeit macht, sind ja furchtbar für ihn und erzeugen
einen wahnsinnigen Kontrast dazu, wie er sich eigentlich sieht. Er wird verwaltet! Wenn er am liebsten einfach loslegen würde, landet er stattdessen
in der Telefonwarteschleife.
INTERVIEW: CHRISTIAN MEYER
www.choices.de/heute-im-kino
Film-Kritik
Hochspannend: Vorbereitungstreffen im Hotelzimmer
Verfolgt wegen seiner vermeintlich magischen Gliedmaßen: Alias
Ziviler Ungehorsam
Ausgestoßener
„Citizenfour“ von Laura Poitras
„White Shadow“ von Noaz Deshe
Edward Snowden und die Geschichte der NSA-Enthüllungen.
C Dokumentarischer Politthriller
Als Albino ist der jugendliche Alias in Tansania ständiger Verfolgung ausgesetzt.
C Jugenddrama wie ein Fiebertraum
Das ist nicht irgendeine Doku, die versucht, den Weg des Edward Snowden
nachzuzeichen. Der hat Anfang 2013 nicht nur zu dem Journalisten Glenn
Greenwald, sondern auch zur Filmemacherin Laura Poitras Kontakt aufgenommen. Als Mitte des Jahres endlich ein Treffen in Hongkong zustande kam, war
Poitras immer mit der Kamera dabei – Tage, bevor die ersten Daten veröffentlicht wurden. Wir erleben also hautnah, wie der erstaunlich souveräne Snowden sich vorstellt, seine Beweggründe darlegt, das Geheimmaterial erklärt und
gemeinsam mit den Anwesenden sowohl die Pläne für die Veröffentlichung als
auch für seine Sicherheit entwickelt. Das ist erhellend und zugleich spannend
wie ein Politthriller. Daneben zeigt Poitras die Reaktionen der NSA und der
Regierung, die im Rückblick ein Hohn sind.
CHRISTIAN MEYER
Der Film verströmt die Atmosphäre einer Reportage von Vice-TV: Wackelige
Kamera, den Protagonisten dicht auf den Fersen, inmitten des pulsierenden
Lebens einer afrikanischen Stadt. Tatsächlich ist der narrative Hintergrund,
dass Albinos in Tansania von Witch-Doctors gejagt werden, die ihre angeblich
magischen Gliedmaßen verkaufen, nicht erfunden. Wie die Hauptfigur Alias
mussten schon viele Erleben, wie Familienmitglieder deswegen von Banden
getötet wurden. Alias flüchtet zu seinem Onkel in die Stadt, aber auch dort ist
er ein Ausgestoßener. Der in Berlin lebende Israeli Noaz Deshe verbindet dokumentarische Stilmittel mit poetischen Szenen und einer nonlinearen
Erzählweise, die immer wieder die Wirkung eines Fiebertraums entfalten. Ein
unangenehmer, aber sehr beeindruckender Film.
CHRISTIAN MEYER
CITIZENFOUR
WHITE SHADOW Venedig Filmfestival 2013: Luigi De Laurentiis Preis
D/USA 2014 - Dokumentarfilm - 114 Min - Regie: Laura Poitras
mit: Edward Snowden
Start: 6.11.
Filmpalette
TAN/I/USA/D 2013 - Drama - 115 Min - Regie: Noaz Deshe
mit: Hamisi Bazili, James Gayo, Glory Mbayuwayu
Start: 6.11.
Filmpalette
„Eine Hommage - poetisch, berührend.“
ZDF HEUTE JOURNAL
„Ein bewegendes, monumentales Werk,
das gerade auf der großen Leinwand
eine ungeheure Wucht entfaltet.“ ARD TTT
„Ein Dokumentarfilm von
legendärer Dimension.“ LE FIGARO
Spieglein, Spieglein - Hallo?
„Ich bin der Typ aus Twilight“
„5 Zimmer, Küche, Sarg“ von Jemaine Clement & Taika Waititi
Eine Reise mit Sebastião Salgado
Ein Film von WIM WENDERS
und JULIANO RIBEIRO SALGADO
AB 30. OKTOBER IM KINO
www.DasSalzderErde-derFilm.de
Legendäre Vampire treffen auf modernen Alltag.
C Skurrile Mockumentary der „Flight of the Conchords“-Macher
Wie zieht man sich ohne Spiegelbild an und wer wäscht die blutigen Teller
ab? So sehen Alltagsprobleme einer Vampir-WG im 21.Jahrhundert aus, deren
beschauliches Leben eine Filmcrew dokumentiert. Doch als der 8000-jährige
Petyr den Mittzwanziger Nick beißt und dieser auch noch seinen sterblichen
Nerd-Freund Stu anschleppt, gerät der Alltag durcheinander. Ob Nazi-Vergangenheit oder Faible für Jungfrauen – dieser Film schert sich nicht um politische Korrektheit und nimmt spielerisch Vampirklassiker von „Nosferatu“ bis
„Dracula“ aufs Korn. Die verschrobenen Charaktere stehen dabei im Vordergrund und zeigen, dass Vampire, trotz gelegentlicher Blutbäder, recht menschliche Probleme haben. Pointiere Gags, schräge Typen und etwas Nonsense
sorgen für das nötige Totlach-Potential.
NINA HEINRICHS
5 ZIMMER, KÜCHE, SARG
NZ/USA 2014 - Komödie - 85 Min - ab 12 J. - Regie: Taika Waititi, Jemaine Clement
mit: Taika Waititi, Jemaine Clement, Jonathan Brugh
Start: 30.10.
OFF Broadway
www.choices.de/heute-im-kino
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Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine in Köln
NEUSTARTS
DAS SALZ DER ERDE / THE SALT OF THE EARTH
So. 09.11. um 11:30 Uhr
Kölsche Filmmatinée:
KARNEVAL - WIR SIND POSITIV BEKLOPPT
Brasilien, Frankreich, Italien 2014 | Dokumentation | 110 Minuten
R: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado
AB 30.10.
In den vergangenen 40 Jahren hat der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado auf
allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert. DAS SALZ DER ERDE präsentiert Sebastião Salgados Leben
und Arbeit aus der Perspektive zweier Regisseure: der seines Sohnes Juliano Ribeiro
Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst
Fotograf und einer der großen Filmemacher unserer Zeit.
ZWEI TAGE EINE NACHT
AB 30.10.
Frankreich, Belgien, Italien 2014 | 95 Minuten | R: Jean-Pierre und Luc Dardenne
D: Marion Cotillard, Fabrizio Rongione, Pili Groyne u.a.
zu Gast Biggi Fahnenschreiber
So. 09.11. um 14:00 Uhr
POETRY/FILM
EXTRAS
Sandra muss auf die Solidarität ihrer Kollegen hoffen. Ihre Firma hat finanzielle
Schwierigkeiten und stellt das Kollegium vor die Wahl. Entweder verzichten alle
16 Mitarbeiter auf ihre 1000 EUR Bonuszahlung oder eine Stelle wird gestrichen.
Und zwar die von Sandra. Achtundvierzig Stunden hat Sandra Zeit, um ihre Arbeitskollegen zu überreden, auf ihre begehrten Bonuszahlungen zu verzichten, damit
sie selbst ihren Job behalten kann. Der Film der belgischen Regiemeister feierte
im Wettbewerb der internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere.
20. - 22.11.
SOUNDTRACK COLOGNE
20. - 22.11.
UNLIMITED KURZFILMFESTIVAL
22. - 30.11.
CINEPÄNZ
FILME
MR. TURNER
AB 06.11.
Großbritannien 2014 | 149 Minuten | R: Mike Leigh
D: Timothy Spall, Paul Jesson, Marion Bailey u.a.
1826: Der englische Maler William Turner ist ebenso renommiert wie exzentrisch.
Er lebt mit seinem Vater William und seiner Haushälterin Hannah Danby in London. Hannah verehrt den genialen Maler, der jedoch stillt an ihr nur sein sexuelles
Verlangen. Denn Turner ist ein Egomane, ein wortkarger Einzelgänger – und doch
zugleich ein Mann von enormer Sensibilität. Das Künstlergenie hat sich keiner Autorität, sondern der Vielfalt des Lebens verschrieben.
Seniorenkino Mi. 12.11. um 14:30 Uhr
Ab 20.11.
HÖHERE GEWALT
DIE EINSAMKEIT DES KILLERS VOR DEM SCHUSS
Deutschland 2014 | 80 Minuten | R: Florian Mischa Böder
D: Benno Fürmann, Mavie Hörbiger, Wolf Roth, Erik Madsen u.a.
Schweden , Dänemark , Frankreich , Norwegen 2014
118 Minuten | R: Ruben Östlund | D: Johannes Bah
Kuhnke, Lisa Loven Kongsli, Clara Wettergren
Eine schwedische Familie mit zwei Kindern macht
Urlaub in den französischen Alpen, um in der
herrlichen Bergwelt ein paar Tage gemeinsam
zu verbringen. Sonniges Wetter und traumhafte
Pisten locken, es herrscht beste Stimmung. Als am
zweiten Tag eine Lawine auf die Skihütte zurast,
rettet der Pater Familias die eigene Haut und lässt
die Seinen zurück. Die Katastrophe bleibt aus, aber
die Vertrauenskrise stellt die Beziehung in den restlichen Ferientagen auf eine harte Probe.
AB 13.11.
Koralnik ist Auftragskiller mit Leib und Seele - mit einem großen Problem: Seit
acht Jahren ist er ohne Auftrag. Doch dann kommt alles auf einmal: Rosa rammt
sein Auto und drängt sich in sein Leben und der lang ersehnte Anruf kommt: Der
erste Job! Er macht sich mit der zwielichtigen Rosa im Schlepptau auf eine absurdkomische Odyssee, bei der für beide nun nichts mehr nach Plan läuft!
Premiere Mi. 05.11. um 20:00 Uhr. Zu Gast: Hauptdarsteller Benno Führmann
und Regisseur Florian Mischa Böder.
MY OLD LADY
AB 20.11.
USA, Frankreich 2014 | 106 Minuten | R: Israel Horovitz
D: Kevin Kline, Maggie Smith, Kristin Scott Thomas, Dominique Pinon u.a.
Der mittellose New Yorker Mathias Gold reist nach Paris, um ein Apartment zu verkaufen, dass er von seinem verstorbenen Vater geerbt hatte. Doch an Stelle des
schnellen Geldes erwartet ihn in Frankreich die 92 Jahre alte Mathilde. Sie hat mit
Mathias‘ Vater eine Immobilienleibrente vereinbart, darf also bis zu ihrem Tod im
Apartment wohnen und erhält darüber hinaus eine monatliche Rente von 2400 Euro.
Die fordert sie nun von Mathias ein, der sich plötzlich mit antiquierten französischen
Gesetzen und Mathildes streitlustiger Tochter Chloé auseinandersetzen muss.
KINO IN DER SÜDSTADT s SEVERINSTRASSE 81 s TELEFON 0221. 31 31 10 s WWW.ODEON-KOELN.DE
Film-Kritik
Butter on the Latch
USA 2014 - Drama / Fantasy / Horror - 72 Min - Regie: Josephine Decker
Pride
Start: 16.10.
GB 2014 - Komödie - 120 Min - ab 6 J. - Regie: Matthew Warchus
Start: 30.10
Ein Balkan-Folk-Festival in den Wäldern des kalifornischen Mendocino. Sarah
(Sarah Small) besucht ihre Freundin Isolde (Isolde Chae-Lawrence). Gemeinsam
wohnen sie in einer kleinen Hütte und geben sich dem Treiben hin. Nach und
nach verliert sich Sarah in einer unheimlichen, fremden Welt. Erfrischend originell inszenierter Seelenspiegel und Debüt der Amerikanerin Josephine Decker. HE
Mitte der 1980er stöhnt eine walisische Minenarbeiterstadt unter der Knechtschaft der Eisernen Lady. Unverhofft erscheint Hilfe aus London: Eine Truppe
Schwuler und Lesben unterstützt die Arbeiter im Streik gegen die Obrigkeit. Das
sorgt bei den tendenziell homophob orientierten Einwohnern für Irritation. Vorerst. Tragikomisches Drama über einen ganz besonderen Solidaritätspakt.
HE
Filmpalette
Cinenova, Metropolis
Karneval! – Wir sind positiv bekloppt
Ein Schotte macht noch keinen Sommer
D 2014 - Dokumentarfilm - 98 Min - o. Altersb. - Regie: Claus Wischmann Start: 6.11.
GB 2014 - Komödie - 96 Min - ab 6 J. - Regie: Andy Hamilton, Guy Jenkin Start: 20.11.
Pünktlich zum Sessionsauftakt am 11.11. erfolgt in diesem Jahr mit diesem
Dokumentarfilm die cineastische Einstimmung auf die fünfte Jahreszeit. Claus
Wischmann folgt darin insgesamt sechs Jecken durch die Session – und bei der
Vorbereitung auf die nächste. Denn bekloppt sein will gekonnt sein und gut
vorbereitet. Jeckstage-Einblicke in den Kölner Karneval.
HE
Eigentlich haben sich Doug (David Tennant) und Abi (Rosamunde Pike) getrennt, doch zum 75. Geburtstag von Dougs Vater (Billy Connolly) wollen sie
noch einmal heile Familie spielen. Also schnappen sie sich ihre drei Kinder und
besuchen den Großvater in den schottischen Highlands. Die britische Komödie
erzählt von einem ebenso berührenden wie humorvollen Familientreffen. HE
Cinenova, Weisshaus
choices verlost 2x2 Karten für eine Vorstellung im Cinenova.
E-Mail bis 23.11. an verlosung@choices.de, Kennwort: Ein Schotte
„HÖHERE GEWALT demontiert das männliche
Ego mit Witz und Tiefgang.“
JOHANNES BAH KUHNKE LISA LOVEN KONGSLI
EIN FILM VON RUBEN ÖSTLUND
Plötzlich Gigolo
USA 2013 - Komödie - 91 Min - o. Altersb. - Regie: John Turturro
Start: 6.11.
Als sein Buchladen Pleite macht, lässt Murray (Woody Allen) seinen Freund
Fioravante (John Turturro) als Gigolo auf die Frauenwelt los. Ein aberwitziger
Plan, der besser aufgeht als vermutet. Hinreißende, beseelte Komödie von John
Turturro über bankrotte Männerfreundschaften, sehnsuchtssüchtige Frauen, orthodoxe Juden und über Brooklyn. Mit Sharon Stone und Vanessa Paradis. HE
Cinenova, Metropolis
The Bachelor Weekend
IR 2013 - Komödie - 94 Min - ab 12 J. - Regie: John Butler
AB 20. NOVEMBER IM KINO
WWW.HOEHEREGEWALT-DERFILM.DE
www.choices.de/heute-im-kino
Start: 6.11.
Und noch ein Junggesellenabschied, diesmal die irische Variante: Fionnan wird
von seiner Zukünftigen kurz vor der Hochzeit auf einen Männertrip durch die
Wildnis Ostirlands geschickt. Mit dabei der Bruder der Braut, genannt „The
Machine“, ein Testosteronklotz, der Fionnan und seine Kumpels mächtig auf
Vordermann bringt. Turbulente Männerkomödie.
HE
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Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine in Köln
Die Legende der Prinzessin Kaguya
J 2014 - Trickfilm - 138 Min - Regie: Isao Takahatar
Start: 20.11.
Das japanische Anime-Urgestein Isao Takahata („Heidi“, „Das Schloss im Himmel“,
„Die letzten Glühwürmchen“) besinnt sich mit dieser hinreißenden Märchenverfilmung auf eine minimalistische Animation aus Pinsel, Stift und Pastell. Erzählt wird die Geschichte einer geheimnisvollen Prinzessin, die von einem einfachen Bambussammler gefunden wird und auf die der Himmel wartet.
HE
Filmpalette
Falsch, aber gradlinig: Udo beim Techtelmechtel mit Maya
Tacheles
„Bocksprünge“ von Eckhard Preuß
Als die Affären auffliegen, müssen sich Liierte neu sortieren.
C Beziehungskomödie
My Old Lady
USA/F 2014 - Komödie / Drama - 104 Min - Regie: Israel Horovitz
Start: 20.11.
Da freut er sich, Mathias Gold (Kevin Kline) aus New York, als er erfährt, dass
er von seinem verstorbenen Vater ein Haus in Paris geerbt hat. Eben dort stößt
er allerdings auf eine rüstige alte Dame (Maggie Smith). Und die hat mit dem
Vorbesitzer einen Deal: Sie darf dort wohnen bis an ihr Lebensende. Muntere
Kabbeleien sind vorprogrammiert. Vergnügliche Komödie.
HE
Cinenova, Metropolis, Odeon
choices verlost 3x2 Karten für eine Vorstellung im Odeon.
E-Mail bis 23.11. an verlosung@choices.de, Kennwort: My Old Lady
Der kleine Medicus
D 2014 - Kinderfilm / Trickfilm - 78 Min - o. Altersb. - Regie: Peter Claridge Start: 30.10.
Der gemeine Professor Schlotter pflanzt einen Miniroboter in den Körper eines
alten Mannes, der so zu einer ferngesteuerten Marionette umfunktioniert werden soll. Doch hat der Schurke die Rechnung ohne dessen Enkel Nano gemacht.
Und ohne Dr. X, der Nano und seine Freunde schrumpft und auf die Reise durch
Opas Körper schickt. Lehrreiches Bodyshrink-Abenteuer.
HE
Metropolis
Udo (Eckard Preuß, „Aus der Tiefe des Raumes“) ist seit vierzehn Jahren mit
Doris (Jule Ronstedt, „Wer früher stirbt ist länger tot“) verheiratet. Silvan
(Benjamin Sadler, „Anleitung zum Unglücklichsein“) ist liiert mit Maya (Julia
Koschitz, „Shoppen“). Das ist eigentlich alles recht überschaubar soweit.
Nur: Udo und Maya haben seit einiger Zeit eine Affäre, und Silvan hat etwas
mit Valerie (Teresa Rizos, „Das wilde Leben“), der Tochter seines Chefs.
Valerie wird von Silvan schwanger, hat aber eigentlich gar keine Lust mehr
auf eine Beziehung mit Silvan. Und als das alles auffliegt, begegnet Doris
dem Gynäkologen Rudolf (Friedrich Mücke, „Der Geschmack von Apfelkernen“), den sie nun ihrerseits als Seitensprung in Erwägung zieht, der aber
noch viel zu sehr seiner verschollenen Ex Eva (Yvonne Catterfeld, „Zweiohrküken“) hinterher trauert und abgesehen davon eher auf Valerie steht. Alles
klar soweit?
Nein? Nicht schlimm. Diese Komödie hat schließlich etwas mehr Zeit, dieses
dramatische, dafür aber ganz schön komische Liebeskarussell zu entwirren.
Hauptdarsteller Eckhard Preuß hat es ersonnen und auch die Regie übernommen. Dementsprechend versteht sich der Theater- und Filmschauspieler
mit seinem Regiedebüt als Autorenfilmer. Thema seines Spielfilms sind zum
einen die Sehnsüchte seiner Protagonisten, zum anderen ist es ihre Fehlbarkeit. Oder nennen wir es einfach Menschlichkeit. Entscheidend in diesem
Drama ist, dass man nicht drumherum redet. Butter bei die Fische! Und das
macht den untreuen Udo dann auch sympathisch. „Eigentlich macht Udo ja
alles falsch“, sagt Preuß. Aber er ist gradlinig. „Bei Udo weiß man, was man
hat.“ Lieber ehrlich und untreu als treu und nicht ehrlich. Oder? Am Ende
jedenfalls wollen doch alle nur das Eine: lieben. Und so begeben sich die
Figuren auf eine mitunter haarstäubende Suche nach dem Liebesglück, die
begleitet wird von Ehrlichkeit und Vertrauensverlust.
Dass das alles gut ausgeht und funktioniert, erwies sich bereits bei dem einen
oder anderen Festival, auf dem das Publikum diese Beziehungskomödie mit
amüsierter Zustimmung feierte. Womöglich auch deshalb, weil „Bocksprünge“ Tacheles redet und zeigt, was viele denken, aber nicht alle sagen. An
sich ein einfaches Rezept, das Eckhard Preuß mit frechen Dialogen und spielfreudigen Darstellern unterfüttert. Sympathisch, weil nicht so verklärt, wie
man es aus allerlei deutschen romantischen Komödien gewohnt ist. Preuß
redet frei Schnauze, direkt aus dem Leben. Und ebendort ist diese Komödie
auch entstanden. Als ein Nachbar vor der Wohnungstür von Eckhard Preuß
stand und bei ihm übernachtete, weil seine Affäre aufgeflogen war. Und weil
der Mann litt, als sei er selbst das Opfer. So sind sie, die Männer. Und Preuß
glaubt auch, die Frauen zu kennen. Ein Geschlechterkampf, schlicht und
unverblümt inszeniert.
CARLA SCHMIDT
Love, Rosie – Für immer vielleicht
GB/D 2014 - Komödie - 102 Min - ab 6 J. - Regie: Christian Ditter
Start: 30.10.
Rosie und Alex kennen sich schon von Kind auf. Wäre dem nicht so, könnten
sie schon längst ein Paar sein. So aber sind sie, obwohl wie füreinander geschaffen, „nur“ beste Freunde. Oder geht da noch was? Regisseur Christian Ditter
dreht nach „Vorstadtkrokodile“ und „Wickie auf großer Fahrt“ erstmals in
Englisch. Romanvorlage: Cecelia Ahern („P.S.: Ich liebe dich“).
HE
Mit Filmtrailer, Hintergrund, Interview, Portrait ...
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35
BOCKSPRÜNGE
D 2013 - Komödie / Drama - 86 Min - o. Altersb. - Regie: Eckhard Preuß
mit: Eckhard Preuß, Jule Ronstedt, Julia Koschitz
Start: 20.11.
www.choices.de/heute-im-kino
Film-Kritik
Im Labyrinth des Schweigens
D 2014 - Drama - 123 Min - ab 12 J. - Regie: Giulio Ricciarelli
Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis
Start: 6.11.
USA 2014 - Kriminalfilm / Drama - 117 Min - Regie: Dan Gilroy
Start: 13.11.
Im Jahr 1958 tritt der junge Staatsanwalt Johann (Alexander Fehling) seine
Berufslaufbahn an. Als er Zeuge wird, wie ein Journalist in einem Lehrer einen
Auschwitz-Aufseher wieder erkennt, dies jedoch keine Konsequenzen nach
sich zieht, ermittelt er in dem Fall. Auf seiner Suche nach der Wahrheit stößt
er auf Verdrängung und Verleugnung. Nachkriegsdrama.
HE
Jake Gyllenhaal („Prisoner“, „Enemy“) verkörpert in diesem Mediendrama den
Loner Lou, der nach kleinkriminellen Delikten als Kameramann für einen
Nachrichtensender anheuert. Lou hat den richtigen Riecher für spektakuläre
Bilder. Und schon bald weiß er die Bilder noch spektakulärer zu inszenieren.
Atmosphärischer Thriller über einen Reporter jenseits der Moral.
HE
OFF Broadway
Metropolis, OFF Broadway
Pioneer
N/D/S 2013 - Thriller - 107 Min - ab 12 J. - Regie: Erik Skjoldbjaerg
Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt
Start: 30.10.
B/D 2014 - Dokumentarfilm - 88 Min - Regie: Thomas Wallner
Start: 13.11.
1975 wird vor Norwegen ein gewaltiges Öl- und Gasvorkommen entdeckt. Die
Tiefe stellt die Taucher vor große Herausforderungen. Gemeinsam mit amerikanischen Experten stellen sich Petter (Aksel Hennie) und sein Bruder Knut der
Aufgabe. Als Knut beim Tauchgang stirbt, vermutet Petter schon bald, dass
dahinter mehr steckt als menschliches Versagen. Verschwörungsthriller. HE
Sie sind zwischen sechzig und siebzig Jahre alt, sie sind homosexuell und
transsexuell, und sie wollen noch einmal auf die Bühne. Gemeinsam mit dem
belgischen Regisseur inszenieren sie die Performance „Gardenia“ und touren
damit über die Kontinente. Der Film war dabei und verbindet Ausschnitte des
Programms mit den Geschichten seiner schicksalsgeprüften Protagonisten. HE
Cinenova
Filmpalette
choices verlost 2x2 Karten für eine Vorstellung in der Filmpalette.
E-Mail bis 19.10 an verlosung@choices.de, Kennwort: Gardenia
culture club
präsentiert: Lieblingsfilm
www.choices.de/heute-im-kino
culture club
präsentiert: Kino-Café
GLADIATOR
MISS SIXTY
Bevor Kaiser Aurelius den umsichtigen
General Maximus zu seinem Nachfolger
ernennen kann, wird er von seinem Sohn
Commodus ermordet. Der lässt Maximus
als Sklaven verkaufen und ermordet seine
Familie. Doch dann kommt Maximus eines
Tages zurück, um in der Arena zu kämpfen. Starsängerin Anna Prohaska holt
Ridley Scotts brillant fotografiertes Historienepos zurück auf die große Leinwand
– von einer deutschen 35mm-Kopie.
Iris Berben und Edgar Selge in einer
intelligenten und hochgradig witzigen
Komödie: Die verzwickte Geschichte von
der unangepassten 60-Jährigen mit Kinderwunsch und vom berufsjugendlichen
Weiberhelden mit 68er-Vergangenheit
hält knackige Dialoge und überraschende Wendungen bereit. Ein turbulenter,
frischer Film, in dem bei aller Komik viel
Wahrheit und Lebensweisheit steckt.
Filmforum im Museum
Ludwig, Bischofsgartenstr. 1
Karten an der Kinokasse
UCI Kinowelt Hürth Park
Theresienhöhe, 50354 Hürth
02233 799123
choices verlost 3 x 2 Karten
E-Mail bis 9.11. an verlosung@choices.de
Kennwort: Gladiator
choices verlost 3 x 2 Karten
E-Mail bis 23.11. an verlosung@choices.de
Kennwort: Miss Sixty
36
So 16.11. um 15 Uhr
Mi 3.12. 14.30 Uhr
FILMKUNSTKINO · Lübecker Str. 15 · 50668 Köln · Tel. 0221 – 12 21 12 · www.filmpalette –koeln.de
A B 3 0 . O K TO B E R
Z W E I TA G E , E I N E N A C H T ( O m U )
Marion Cotillard im neuen Film von Jean-Pierre und Luc Dardenne: Ein Wochenende
hat Sandra Zeit, um ihre Arbeitskollegen zu überreden, auf ihre begehrten BonuszahMVOHFO[VWFS[JDIUFOEBNJUTJFTFMCTUJISFO+PCCFIBMUFOLBOO#'r.JO
SONDERPROGRAMM
AB 6. NOVEMBER
CITIZENFOUR (OmU)
Laura Poitras’ Porträt über Edward Snowdon, dem sie zusammen mit dem Journalisten Glenn Greenwald so nahe gekommen ist wie niemand sonst: Der Whistleblower
PGGFOCBSUFEFOCFJEFOWPSMBVGFOEFS,BNFSBTFJO8JTTFO64"%r.JO
B U T T E R O N T H E L AT C H ( O m U )
KINO LATINO: MELAZ A
Der mystisch anmutende Independentfilm von Josephine Decker spielt in den
Wäldern von Mendocino, wo auf einem Balkan-Folk-Festival die Freundschaft
WPO4BSBIVOE*TPMEFBVGFJOFIBSUF1SPCFHFTUFMMUXJSE64"r.JO
WHITE SHADOW (OmU)
Noaz Deshes preisgekröntes Drama über Alltag und Überlebenskampf von Albinojungen in Tansania – die Jagd auf Albinos und der illegale Handel mit ihren Organen
JTUJO"GSJLBCJTIFVUFFJOXFJUWFSCSFJUFUFT1SPCMFN5BOTBOJB%r.JO
AB 13. NOVEMBER
HOUSTON
7. KINO LATINO KÖLN
WPNmI&SÕGGOVOHNJU„El 5 De Talleres – El Cinco (OmU)“
WPO"ESJÃO#JOJF[
„Refugiado (OmeU)“ von Diego Lerman
„Melaza (OmU)“WPO$BSMPT-FDIVHB„Pelo Malo (OmeU)“
WPO.BSJBOB3POEÓO
„Ciencias Naturales (OmeU)“ von Matías
-VDDIFTJI
„El Verano De Los Peces Voladores (OmU)“ von
.BSDFMB4BJE
„Entre Vales (OmeU)“WPO1IJMJQQF#BSDJOTLJ
„Avanti Popolo (OmeU)“WPO.JDIBFM8BISNBOO
VOE„Las
Analfabetas (OmeU)“WPO.PJTÊT4FQÙMWFEB
GARDENIA – WENN DER LETZTE VORHANG FÄLLT
2. NRW Kinotag: HOUSTON
MOMMY
Filme von Fosco und Donatello Dubini
Thomas Wallner wirft einen Blick hinter die Kulissen der Show „Gardenia“, die mit
autobiographischen Elementen vom Leben der transsexuellen Darsteller erzählt.
%BCFJFSMBVCFOTFJOF(FTQSÅDIFCFSÛISFOEF&JOCMJDLF%r.JO
Xavier Dolans fünfter Film erinnert an seinen Erstling „I killed my Mother“: Der
15-jährige Steve treibt seine Mutter Diane mit Wutausbrüchen in den Wahnsinn, bis
JISFJOFTDIXFJHTBNF/BDICBSJOVOWFSIPGGU[V4FJUFTQSJOHU$"r.JO
BNIJO"OXFTFOIFJUEFT3FHJTTFVST#BTUJBO(ÛOUIFS4P
analytisch scharf und smart ist deutsches Kino selten! Die Studie eines
Headhunters, der sich in der texanischen Business-Welt verliert, kann zudem
NJU6MSJDI5VLVSHMÅO[FO%r.JO
JN/PWFNCFSBNNJU„Hedy Lamarr – Secrets of a Hollywood
Star“%r.JO
[VN(FCVSUTUBHEFS4DIBVTQJFMFSJOVOEBN
NJU„Ludwig 1881“%$)r.JO
mNJU)FMNVU#FSHFS
als König Ludwig II.
painting movies: LA GRANDE BELLEZZA
am 10.11., 20h: Paolo Sorrentino zeichnet das mondäne Leben rund um
den erfolgreichen Journalisten Jep Gambardella voller Exzess, Dekadenz und
4ZNCPMJLm"VTMBOET0TDBS*'r.JO
homochrom: G.B.F. (OmU)
GARDENIA
HÖHERE GEWALT
AB 20. NOVEMBER
H Ö H E R E G E W A LT
Mit Präzision und beißendem Witz entlarvt Ruben Östlund das Konstrukt einer
scheinbar perfekten Familie: Ein Beinahe-Lawinenunglück wird zur Bewährungsprobe,
XPFCFOOPDI)BSNPOJFIFSSTDIUFLFISU.JTTUSBVFOFJO4%,'r.JO
am 18.11., 21h: Zum 5. homochrom-Jubiläum eine witzige HighschoolKomödie von Darren Stein zum Jubiläumspreis von 5 € – ein Mix aus
t$MVFMFTTit.FBO(JSMTiVOEt1SFUUZJO1JOLi64"r.JO
Filmpalette & Film-Dienst
präsentieren ausgezeichnetes
Kinder- und Jugendkino.
D I E L E G E N D E V O N P R I N Z E S S I N K AYA G A
Isao Takahatas Animationsfilm aus dem „Studio Gibli“ ist die Adaption eines
japanischen Volksmärchens: Eine Prinzessin wächst bei Bauern zu einer
hübschen Frau heran und alle adeligen jungen Männer reißen sich um sie
+r.JO
Das große Kino-Abenteuer
nach den erfolgreichen Büchern
von Andreas Steinhöfel
AB 27. NOVEMBER
THE ZERO THEOREM
Terry Gilliams Update seines „Brazil“-Spektakels: Christoph Waltz gibt den genialen
Computer-Freak, der den mathematischen Beweis liefern soll, dass das Universum
TJOOMPTJTUmWFSTQPOOFOWFSXFHFOWFSHOÛHMJDI64"r.JO
THE GREEN PRINCE (OmU)
Nadav Schirmans neuer Dokumentarfilm basiert auf der Autobiografie „Son of
Hamas“ von Mosab Hassan Yousef, der zu einem der wichtigsten Agenten des israeMJTDIFO(FIFJNEJFOTUFTXVSEFm1SFWJFXBNI*-%'r.JO
37
Rico, Oskar und
die Tieferschatten
Ab 9. November
Ein Film von Neele Leana Vollmar
%t.JOt'4,GSFJP"
Film-Kritik
Wie waren Könige
Panamericana – Das Leben an der längsten Straße der Welt
D 2014 - Thriller / Drama - 107 Min - ab 16 J. - Regie: Philipp Leinemann Start: 13.11.
CH 2010 - Doku - 99 Min - Regie: J. Frei, S. Frei, Th. Rickenmann
Kevin (Ronald Zehrfeld) und Mendes (Mišel Maticˇevic´) leiten ein Sondereinsatzkommando der Polizei. Als die Einheit eine Wohnung stürmt, kommt es zu
einer blutigen Schießerei, der Täter kann fliehen. Der Fall zieht die Beamten in
einen schwelenden Konflikt zwischen gewaltbereiten Jugendlichen. Polizeithriller über Freundschaft, Kadavergehorsam und blinde Rache.
HE
Eine Straße, zwölf Länder. Über Nord- und Südamerika zieht sich die Panamericana, die längste Straße der Welt. Und die hat viel zu erzählen. Der Dokumentarfilm fährt weitläufig auf ihr entlang. Die Regisseure Thomas Rickenmann und
Jonas und Severin Frei machen auf der Straße Halt, lernen Menschen kennen
und lauschen ihren Geschichten. Dokumentarisches Roadmovie.
HE
Das grenzt an Liebe
Den Himmel gibt’s echt
USA 2014 - Komödie / Drama - 94 Min - o. Altersb. - Regie: Rob Reiner Start: 6.11.
USA 2014 - Drama - 100 Min - o. Altersb. - Regie: Randall Wallace
Michaels Douglas mimt in dieser Komödie von Rob Reiner („Harry und Sally“,
„Das Beste kommt zum Schluss“) ein hinreißendes Scheusal, den Makler-Giftzwerg Oren, der seiner Umwelt mit Spott und Zynismus begegnet. Eigentlich
schade, dass Oren durch lauter Gutmenschen, allen voran Diane Keaton, geläutert werden muss. Nette Komödie mit einem großen Michael Douglas.
HE
Ein amerikanischer Junge hat eine Nahtoderfahrung und besucht darin den
Himmel, so wie der liebe Gott ihn schuf. Aus dieser „wahren“ Geschichte entstand ein Bestseller, auf dem Bestseller basiert dieses Drama. Greg Kinnear und
Kelly Reilly begeben sich darin auf christliche Leinwand-Missionierung. Wir
fallen derweil vom Glauben ab, denn: Diesen Film gibt’s echt.
HE
Start: 30.10.
Start: 6.11.
choices verlost 2x2 Karten, 2 Plakate und 1 von Diane Keaton signiertes Plakat.
E-Mail bis 9.11. an verlosung@choices.de, Kennwort: Liebe
Interstellar
USA 2014 - Science Fiction - 169 Min - Regie: Christopher Nolan
Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1
Start: 6.11.
USA 2014 - Action / Science Fiction - 125 Min - Regie: Francis Lawrence Start: 20.11.
Nach Gotham City zieht es Regisseur Christopher Nolan hinaus ins Weltall. Die
Menschheit erkennt in diesem Drama: Wir brauchen neue Ressourcen. Als Rettung schwebt den Forschern die Durchquerung eines Wurmlochs vor. Eine
Truppe Experten begibt sich auf einen Trip durch Raum und Zeit. Opulentes
Weltraumabenteuer mit Matthew McConaughey und Jessica Chastain.
HE
Das dystopische Teenie-Epos nähert sich dem großen Finale. Katniss (Jennifer
Lawrence) wurde gerade aus der Arena gerettet und taucht bei den Rebellen
unter. Der Ausbruch eines Bürgerkriegs ist nun unausweichlich, Katniss wird
zur Schlüsselfigur und zum Leitbild aller Unterdrückten. Peeta steckt derweil in
den Krallen des Kapitols. Schicksalsweisende Entscheidungen stehen an. HE
Metropolis
Metropolis choices verlost 3x2 Karten für die OmU-Preview am 19.11. um 21.15 im
Metropolis. E-Mail bis 16.11. an verlosung@choices.de, Kennwort: Tribute
Bären
Unutursam Fısılda
USA 2014 - Doku - 78 Min - o. Altersb. - Regie: A. Fothergill, K. Scholey Start: 13.11.
TRK 2014 - Drama - 118 Min - Regie: Çagˇan Irmak
Alastair Fothergill („Schimpansen“) scheint unermüdlich. Nun widmet sich der
Naturfilmer gemeinsam mit Keith Scholey dem Meister Pelz. Im Mittelpunkt
steht eine kleine Bärenfamilie aus Alaska. Lustige Tobereien des Nachwuchses
wechseln sich ab mit den Herausforderungen der rauen Natur. Denn der
Hunger will gestillt werden, und es gibt noch andere hungrige Mäuler.
HE
Ayperi lebt in der türkischen Provinz, in ihrer Freizeit spielt sie mit Freunden
Fußball. Eines Tages sitzt ein Fremder am Spielfeldrand und spielt Gitarre. Eine
schicksalhafte Begegnung, durch die Ayperi nicht nur ihrer ersten Liebe begegnet, sondern sich auch für die Musik zu begeistern beginnt. Schon bald will das
musizierende Paar weiter nach Istanbul fliehen. Romanze.
HE
Start: 30.10.
Cinenova
www.choices.de/heute-im-kino
38
Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine in Köln
ab
27.08.2014
Film-Kritik
Die familiäre Ordnung im Begriff der Auflösung
Ist die Ehe eingeschlafen?
Grenzerfahrung
Das geht vorbei
„Höhere Gewalt“ von Ruben Östlund
„Bevor der Winter kommt“ von Philippe Claudel
Nach einem Unfall ist eine Familie emotional zerrüttet.
C Psychologisches Familiendrama
Äußere Umstände zwingen ein jahrzehntelang liiertes Paar zur Reflexion.
C Beziehungsdrama
Eine gut betuchte Familie macht Winterurlaub. Als eine Lawine auf die Ausflugsterrasse zu rast, lässt der Vater in Panik Tochter, Sohn und Ehefrau
zurück. Der Unfall verläuft glimpflich – niemandem ist etwas passiert. Doch
das Vertrauen in den Ehemann und Vater hat gelitten. Regisseur Ruben Östlund entfaltet in eleganten Bildern den Alltag in einem teuren Wintersportort.
Mit überraschenden Bildern liefert er einen ironischen Kommentar zum
Selbstverständnis der gehobenen Mittelschicht, während sich die familiäre
Ordnung der Hauptfiguren langsam auflöst. Im Zentrum des Films steht ein
Abendessen mit einem befreundeten Paar, das langsam eskaliert und die Fragestellungen des Films weit auffächert. Auch hier findet Östlund wieder so
überraschende wie wirkungsvolle Bilder.
CHRISTIAN MEYER
Seit dreißig Jahren ist der Neurochirurg Paul (Daniel Auteuil) mit Lucie
(Kristin Scott Thomas) verheiratet. Das Paar hat sich gutbürgerlich arrangiert,
er arbeitet, sie widmet sich der Gärtnerei auf dem grünen Grundstück. In
einem Café begegnet Paul der Studentin Lou (Leïla Bekhti), die behauptet, er
hätte sie als Kind operiert. Es bleibt nicht ihre letzte Begegnung, wenig später werden Paul anonym Blumensträuße zugestellt. Die mysteriöse Unbekannte wirft das Leben des Arztes aus der Bahn. Regisseur Philippe Claudel
(„So viele Jahre liebe ich dich“) reanimiert in seinem Drama eine grundsätzlich
glückliche Beziehung, die sich durch neue Impulse als leblos entpuppt. Zweifel ziehen auf. Atmosphärisches, langsam und unaufgeregt erzähltes Drama,
das die Hauptdarsteller souverän tragen.
HARTMUT ERNST
HÖHERE GEWALT
BEVOR DER WINTER KOMMT
S/DK/F 2014 - Drama - 118 Min - Regie: Ruben Östlund
mit: Johannes Kuhnke, Lisa Loven Kongsli, Clara Wettergren
Start: 20.11.
Filmpalette, Odeon
F/LUX 2013 - Drama - 102 Min - ab 12 J. - Regie: Philippe Claudel
mit: Daniel Auteuil, Kristin Scott Thomas, Leïla Bekhti
Start: 13.11.
Cinenova
Stiller Beobachter, großes Genie: William Turner
Mal abgründig, mal berauschend schön: Salgados Bilder dieser Welt
Die Wahrhaftigkeit des Augenblicks Schönheit und Schrecken
„Mr. Turner – Meister des Lichts“ von Mike Leigh
„Das Salz der Erde“ von Wim Wenders & Juliano Ribeiro Salgado
Das Leben und Schaffen des englischen Malers William Turner.
C Künstlerdrama
Eine Würdigung der Arbeit des Fotografen Sebastião Salgado.
C Filmische Fotoausstellung
Der Engländer William Turner (1775-1851) erlangte Berühmtheit mit seinen
Landschaftsbildern, bei denen er sich von der puren Gegenständlichkeit entfernte und versuchte, das Motiv zugleich erlebbar zu machen. Regisseur Mike
Leigh („Nackt“, „Vera Drake“) widmet ihm dieses Drama, in dem er die
Bildsprache Turners malerisch auf die Kinoleinwand überträgt. Leighs Turner
ist dabei ein Kauz mit emotionalen Defiziten, wodurch sich die Leidenschaft
seiner Kunst eher anekdotisch erschließt: Wenn Turner der Natur begegnet,
seine Besucher vor der Präsentation seiner Lichtbilder der Dunkelheit aussetzt,
sich mit Kollegen austauscht oder spuckt und wischt und malt. Ein liebevoll
gestaltetes Portrait eines kreativen Rüpels, den Timothy Spall bis hin zur Arbeit
am Bild hinreißend verkörpert.
HARTMUT ERNST
Angeödet von seinem Beruf, machte sich der Wirtschaftswissenschaftler Sebastião Salgado 1973 als Fotojournalist selbständig, um fortan um die Welt zu ziehen und von den sozialen Abgründen zu berichten: von Flüchtlingen, Kriegen
und von Ausbeutung. Mit den Ereignissen in Ruanda 1994, die Salgado aus
nächster Nähe fotografisch dokumentiert, erreicht er nach 20 Jahren seine psychischen Grenzen. Von nun an widmet er sich der Natur. Seine Bilder werden zu
einem Plädoyer für den Umweltschutz. Wenders und Salgados Sohn Juliano lassen den Bildern viel Raum, und sie entfalten auf großer Leinwand ihre volle
Wirkung. Das ist mitunter schwer zu ertragen, immer wieder aber auch von großer Schönheit. Dem Spätwerk von Wim Wenders tut es gut, dass er sich mehr
und mehr auf die Dokumentation konzentriert.
CHRISTIAN MEYER
MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS Cannes 2014, Goldene Palme: Timothy Spall
GB 2013 - Drama - 150 Min - ab 6 J. - Regie: Mike Leigh
mit: Timothy Spall, Paul Jesson, Dorothy Atkinson
Start: 6.11.
DAS SALZ DER ERDE
Odeon, Weisshaus
Odeon
www.choices.de/heute-im-kino
40
F/BRA 2014 - Dokumentarfilm / Biographie - 109 Min - Regie: Wim Wenders,
Juliano Ribeiro Salgado - mit: Sebastião Salgado
Start: 30.10.
Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine in Köln
Spezial
Festival
„Karneval! – Wir sind positiv bekoppt“ von Claus Wischmann, Foto: W-Film
„Circuit“ von Multitalent Robert Gwisdek läuft auf dem Kurzfilmfestival Unlimited
Aus der Region
Vielseitiger Filmherbst
Nach dem Vorbild der Kölner Kino Nächte hat die Kino Gesellschaft Köln im
letzten Jahr erstmals auch ein NRW-weites Pendant zu dem Kölner Vorzeigeprojekt der Kinoszene organisiert. Am 9. November geht der NRW-Kinotag in die zweite Runde. Dann werden in 24 Städten in Nordrhein-Westfalen Filme aus der Region gezeigt. Entscheidendes Kriterium für die Auswahl
der Filme ist, dass sie entweder hier gedreht wurden, ihre Handlung hauptsächlich hier angesiedelt ist oder die Filmemacher aus der Region kommen.
Es ist nicht schwer, mit diesen Kriterien ein ordentliches Programm auf die
Beine zu stellen. Schließlich ist NRW nicht nur das führende Bundesland bei
Fernsehproduktionen, sondern auch bei Kinofilmen weit vorne. Nicht nur
nationale Stars drehen hier Filme, auch internationale, wie zuletzt Anthony
Hopkins oder Ben Kingsley. Beim NRW Kinotag stehen allerdings die aktuellen heimischen Produktionen im Vordergrund. Und ihre Macher, die bei
zahlreichen Vorführungen als Gäste und Gesprächspartner anwesend sein
werden. „Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“ mit Benno Führmann
ist eine absurde Komödie über einen Killer ohne Auftrag. „Houston“ zeigt
hingegen einen Headhunter aus der Wirtschaft (Ulrich Tukur), der permanent unter Starkstrom steht und seine Alkoholsucht längst nicht mehr im
Griff hat. In „Stereo“ spielen Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu ein undurchsichtiges Spiel miteinander. Bleibtreu spielt auch die Hauptrolle in der
Gangsterkomödie „Nicht mein Tag“, die sich im Lauf der Handlung ebenso
zum Roadmovie entwickelt wie das Drama „Der letzte Mentsch“ mit Mario
Adorf. Auch Jugendfilme wie „Pommes essen“ oder „Die Vampirschwestern
2“ stehen auf dem Programm. Neben Spielfilmen werden zahlreiche Dokumentarfilme gezeigt. So ist „Göttliche Lage“ eine spannende Langzeitbeobachtung über die Entstehung eines Sees mit luxuriöser Uferbebauung
mitten im Ruhrgebiet. Die Doku „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ über
den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi verspricht nicht nur einen interessanten Einblick in die Abgründe des Kunstmarkts, sondern Dank des unterhaltsamen Protagonisten auch viel Humor. „Karneval! – Wir sind positiv
bekloppt“ ist hingegen ein eher ruhiger, sachlicher Blick auf die Vorbereitungen des kollektiven Frohsinns. Mit den beiden Ruhrgebiets-Klassikern
„Die Abfahrer“ und „Jede Menge Kohle“ von Adolf Winkelmann wird auch
ein Blick auf die Geschichte des NRW-Kinos geworfen. Die Anarchokomödien aus den späten 70er und frühen 80er Jahren verströmen immer noch
ihren ganz eigenen Charme.
Der NRW Kinotag ist das große Finale einer Woche, die ganz im Zeichen
der nordrhein-westfälischen Filmproduktion steht: Bereits ab dem 2. November zeigt die Reihe „Made in NRW“ ausgewählte Filmproduktionen aus
NRW in Köln und lässt anschließend die Filmemacher zu Wort kommen. Das
beeindruckende Showcase kommt gerade zur rechten Zeit, da finanzielle
Kürzungen die Filmförderung in NRW in der bisherigen Form gefährden.
Am 4. und 5. November findet außerdem der Film- und Kinokongress statt,
ein Branchentreff für die Kinobetreiber in NRW. Anschließend werden die
außergewöhnlichen Programme der NRW-Kinos mit den Kinoprogrammpreisen ausgezeichnet. Der NRW-Kinotag ist der krönende Abschluss dieser
Kinowoche, der die Berechtigung des Kinoprogrammpreises eindrucksvoll
bestätigt und allen Interessierten die Qualitäten der heimischen Filmszene
noch einmal in geballter Form vor Augen führt.
Im Zentrum des Kölner Festivalherbstes steht der Zusammenschluss mehrerer kleinerer Festivals unter dem Etikett CineCologne. Unter ihnen ist
auch das Kurzfilmfestival Unlimited, das in diesem Jahr zum achten Mal
stattfindet. Nach der gelungenen Übernahme durch die neue Festivalleitung
im letzten Jahr zeigt sich das Unlimited Kurzfilmfestival wieder mit einem
spannenden und vielseitigen Programm. Gezeigt werden in fünf Wettbewerbsprogrammen neue deutsche Kurzfilme aus allen Genres. Auffällig sind
die vielen internationalen Koproduktionen und die im Ausland gedrehten
Beiträge. Die Internationalisierung des deutschen Kurzfilms schreitet voran.
Dazu gibt es Sonderprogramme: So wird mit einer Reihe früher Filme dem
Dokumentarfilmer Harun Farocki gedacht. Der bedeutende im Sommer gestorbene Filmemacher, der auch durch seine langjährige Zusammenarbeit
mit Christian Petzold bis zuletzt präsent war, begann unter dem Einfluss
von Vorbild Jean-Luc Godard und der Studentenbewegung Ende der 60er
Jahre, Filme mit kritischem Bewusstsein auch für eigene ästhetische Entscheidungen zu realisieren. Im Länderfokus wird in Kooperation mit dem
London Short Film Festival der Blick auf die britische Kurzfilmlandschaft geworfen: Zum einen werden Preisträger präsentiert, zum anderen gibt es das
thematische Programm „The Gothique and the Grotesque“. Die aktuellen
Tendenzen der Remixkultur werden in dem Programm „New Aesthetics“
vorgestellt. Durch die Allgegenwärtigkeit des Rohmaterials finden Mix, Remix, Collage und andere Formen der Aneignung von Fremdmaterial zu neuer
Blüte. Ein Programm zum Thema Fahrrad ist als Fahrradtour quer durch die
Stadt geplant. Schließlich zeigt die Reihe „Best of Festivals“ die Preisträger
internationaler Festivals wie SXSW, Berlinale und Cannes in Köln.
NRW Kinotag | 9.11. | www.nrw-kinotag.de
CineCologne 2014 | 19.11.-26.11. | www.cinecologne.de
Am 9. November ist in ganz Nordrhein-Westfalen Kinotag
Vom 19.-26.11. präsentiert CineCologne sechs Kölner Filmfestivals
SoundTrack Cologne ist ein Fachkongress zum Thema Filmmusik, der Vorträge, Workshops, Konzerte, Screenings und eine Preisverleihung verbindet.
Dem Kongress ist das Publikumsfestival See the Sound mit musikalischen
Spielfilmen, Musik-Dokus und Konzertfilmen angeschlossen. Dort sind Kinofilme der letzten Saison, aber auch hierzulande nicht gezeigte Produktionen zu sehen. So bringt das Festival auch den in Köln noch nicht gezeigten
Björk-Konzertfilm „Biophilia Live“ zur Aufführung. Die Bonner Videonale
für Videokunst feierte im Frühling 30-jähriges Jubiläum. Recht jung ist
das herbstliche Zwischenspiel Videonale.scope. Hier werden in diesem Jahr
Werkschauen mit Filmen von Chantal Akerman und Rainer Komers gezeigt.
Die siebte Ausgabe von Exposed, dem Filmfestival für Debütfilme, zeigt die
Anfänge junger Talente. In diesem Jahr sind u.a. zwei Filme der Lass Brothers zu sehen. Jakob Lass sorgte im Sommer mit seinem Low Budget Film
„Love Steaks“ für Furore.
Das mit 25 Jahren dienstälteste Festival des Zusammenschlusses ist das
Kinderfilmfestival Cinepänz. Zehn Premieren und 35 weitere Filme werden
in 130 Aufführungen zu sehen sein. Ein liebevoll gestaltetes Rahmenprogramm fördert die Filmbildung des cineastischen Nachwuchses. Am 30.11.
gibt es mit zwei Musikfilmen zu Pulp und Fela Kuti noch ein CineCologneNachklapp. See the Sound zeigt die Filme im Rahmen des Musikfestivals
Week-End Fest.
CHRISTIAN MEYER
Mit Filmtrailer, Hintergrund, Interview, Portrait ...
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CHRISTIAN MEYER
www.choices.de/heute-im-kino
Roter Teppich
Stürzt sich mit Eifer in einen ungewöhnlichen Prozess: Alexander Fehling in „Im Labyrinth des Schweigens“
„Ich musste erst zu dieser Naivität finden“
Alexander Fehling über „Im Labyrinth des Schweigens“, umfangreiche Recherchen und die Arbeit mit Tarantino
Schon in seinem ersten Film „Am Ende kommen Helfen Ihnen die Ausstattung und die Kostüme,
Touristen“, den der 1981 in Ost-Berlin gebore- um die Ära wieder aufleben zu lassen?
ne Alexander Fehling direkt nach seiner Schau- Auch. Es ist immer eine Kombination aus vielen
spielausbildung drehte, spielte er die Hauptrolle. verschiedenen Dingen. Um diese Zeit besser zu
Der „Förderpreis Deutscher Film“ war die Beloh- empfinden, hilft das natürlich. Das wird über mehnung und der Startschuss für „Wir haben eine gemeinsame rere Monate vorbereitet, und
auch sehr genau, da haben die
eine erfolgreiche Kinokarriere.
Sprache gefunden“
Ausstatter und Kostümbildner
Es folgten Rollen in so unterschiedlichen Werken wie „Goethe!“, „Wer wenn wirklich fantastische Arbeit geleistet. Der körpernicht wir“, „Wir wollten aufs Meer“ oder „Bud- liche Umgang miteinander war in jener Zeit auch
dy“ an der Seite von Michael Bully Herbig. „Im ein anderer. Das muss man erstmal finden, und daLabyrinth des Schweigens“ heißt nun Fehlings für sind die Kostüme essenziell. Es hilft einem, sich
neuer Kinofilm, bei dem er in der Rolle eines in etwas zuhause zu fühlen, was einem eigentlich
engagierten Anwalts im Westdeutschland der völlig fremd ist.
50er Jahre gegen die Verbrecher der NS-Zeit
Auch die Art des Sprechens war damals eine
Anklage erhebt.
ganz andere, alles war von einer generellen
choices: Man erfährt heute schon in der Schu- Spießigkeit geprägt. Haben Sie sich im Vorfeld
le viel über die NS-Zeit, fanden Sie es schwer, noch einmal Filme aus jener Zeit angeschaut?
sich für den Film in eine Zeit des Nichtwissens Ja, ich habe mir dazu Filme und Bildbände angeschaut. Und irgendwann haben wir dann versucht,
hineinzuversetzen?
Alexander Fehling: Es ist ja kein Film über die NS- uns für eine gewisse Gradlinigkeit zu entscheiden,
Zeit, sondern über die Zeit danach, das ist genau für eine Einfachheit, die sich dann auch im Körperder Punkt. Ich selbst war mir dieser langen Strecke lichen niederschlug.
des Verschweigens nicht bewusst.
Hatten Sie auch die Gelegenheit, sich RatschläAuch wenn es kein Film über die NS-Zeit ist, ge und Tipps von Zeitzeugen einzuholen?
so thematisiert er doch zumindest eben dieses Ja, in Frankfurt gibt es das Fritz-Bauer-Institut, mit
Nichtwissen über alles, was in den Kriegsjahren dem waren die Drehbuchautoren, die Produzenten
und Regisseur Giulio Ricciarelli schon längere Zeit
vorgegangen war…
Ja, das ist richtig. Es ist erst einmal schwer zu be- in Kontakt. Dort habe ich auch mit Historikern gegreifen, dass Auschwitz und andere Namen von sprochen. Einer der drei Staatsanwälte um Fritz
Konzentrationslagern damals für viele Menschen Bauer herum, denen meine Filmfigur nachempfunund auch für die Figur, die ich spiele, andere Worte den ist und denen der Film gewidmet ist, lebt noch:
waren als für mich heutzutage. Daran mussten wir Gerhard Wiese. Wir sind uns mehrmals begegnet,
uns immer wieder erinnern. Ich musste Stück für und ich hatte vor dem Dreh die Chance, über dieStück bei der Vorbereitung und durch meine Re- se Zeit mit ihm zu sprechen – er war damals in
cherchen Dinge verstehen, um in dieses Nichtwis- meinem jetzigen Alter. Das ist schon ein sehr komsen, oder man könnte auch sagen: diese Naivität, plexes Thema, zu dem ich mich im Vorfeld, auch
zu finden. Auf der anderen Seite ist das auch das, durch die Lektüre von Büchern, sehr genau vorbewas ich als Schauspieler immer tue: Nicht mehr reitet habe.
wissen als die Figur. Bis dahin, dass ich eine ungefähre Ahnung habe, wie eine Szene laufen wird, Fritz Bauer wird im Film vom großartigen Theund auch das darf ich eigentlich nicht wissen atermimen Gert Voss gespielt, für den das un(lacht). Das ist generell ein maßgeblicher Anteil glücklicherweise die letzte Rolle war. Wie haben
der Arbeit, aber hier war es noch einmal außerge- Sie ihn erlebt? Kannten Sie ihn zuvor durch seine Theaterrollen?
wöhnlich, weil es so konkret war.
www.choices.de/heute-im-kino
42
Ich habe ihn einmal auf der Bühne gesehen, und
ansonsten kannte ich nur Aufzeichnungen. Ich
bewundere diesen Mann, und es war etwas ganz
Außergewöhnliches für mich, Gert Voss im Spiel
erlebt zu haben. Wir haben uns auch in Pausen
oft miteinander unterhalten, das werde ich mitnehmen für mein ganzes Leben. Ich habe ihn als
liebenswerten, gütigen, offenen, neugierigen und
warmherzigen Mann erlebt, der einer der außergewöhnlichsten Schauspieler überhaupt ist.
Auch in Ihrem Film „Sturm“ ging es schon um
die Ahndung von Kriegsverbrechen. Wie haben
Sie das Justizsystem durch diese beiden Projekte
kennen gelernt?
Ich kann nicht sagen, dass ich durch die beiden
Filme ein repräsentatives Bild vom Justizsystem
hätte, das wäre anmaßend. Natürlich beschäftigt
man sich dann spezifisch mit diesem Thema, aber
nicht auf eine solch allumfassende Weise. Da gibt
es viele andere Dinge, die wichtiger sind.
Wäre denn auch eine Karriere als Jurist denkbar gewesen oder hatten Sie von Anfang an den
Wunsch, Schauspieler zu werden?
Schon mit zwölf Jahren habe ich nach der Schule
angefangen, in Theatergruppen mitzuspielen. Dann
ist dieser Wunsch ziemlich schnell entstanden und
hat sich bei mir in all den Jahren nicht mehr verändert. Anwalt zu sein wäre hingegen nie ein Berufswunsch von mir gewesen, nein.
Gibt es Begegnungen mit internationalen Kollegen, die Sie besonders geprägt oder besonderen
Eindruck hinterlassen haben?
Natürlich war die Arbeit mit Tarantino [bei „Inglourious Basterds“] etwas ganz Besonderes, das
wäre sie für jeden gewesen! Ich bin dankbar dafür,
das hat unglaublichen Spaß gemacht. Aber auch
die Arbeit mit Gert Voss und den anderen in „Im
Labyrinth des Schweigens“, mit André Szymanski,
Johann von Bülow und Friederike Becht, das sind
alles so wunderbare Schauspieler. Wir haben eine
gemeinsame Sprache gefunden, und Giulio hat uns
alle zusammengehalten.
INTERVIEW: FRANK BRENNER
Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine in Köln
Film-Kritik
Spezial
Verführung mit Omas Kochbuch und Molekularküche
Pass auf, für wen du kochst!
„Young and Wild“ kämpft um die Gunst des Publikums
Das Publikum als Souverän
Kinofest Lünen feiert ab 13. November seinen 25. Geburtstag
„Der Koch“ von Ralf Huettner
Ein indischer Koch sucht in Zürich die kulinarische Verbindung von Tradition und Innovation.
C Drama über eine Suche nach Moral
Die Eltern des Tamilen Maravan (Hamza Jeetooa) starben im Bürgerkrieg in
Sri Lanka. Inzwischen lebt der junge Asylbewerber in Zürich, wo er als Koch
in einem Edelrestaurant aushilft. Schon seine Großmutter weihte Maravan in
die Kunst des Kochens ein. Zugleich stößt sein Talent auf wenig Anerkennung
in der Küche. Nur Kollegin Andrea (Jessica Schwarz) steht hinter ihm.
Nachdem er sie zu sich eingeladen und kulinarisch verführt hat, unterstützt
sie Maravan dabei, dem Traum von einem eigenen Restaurant näherzukommen. Zum künftigen Kundenstamm zählt auch ein Geldschieber, so dass der
junge Mann sich schon bald moralischen Konflikten ausgesetzt sieht. Erst
recht, als Maravans Neffe Ulagu (Faraz Ayub), der vorübergehend bei ihm einzieht, von gewissenlosen Freiheitskämpfern aus Sri Lanka angeworben wird.
Zugleich gibt es ein hoffnungsvolles Wiedersehen mit der jungen Sandana,
die kürzlich eine arrangierte Hochzeit mit Maravan hat platzen lassen.
Der Schweizer Schriftsteller Martin Suter („Lila, Lila“) verfasste den Roman,
der diesem Drama zugrunde liegt. Regisseur Ralf Huettner („Texas – Doc
Snyder hält die Welt in Atem“, „Vincent will Meer“) nahm sich des Stoffes an.
Ein visueller Schmaus, eine tragische Familiengeschichte mit Thrillerelementen, ein schmerzliches Drama, eine leichte Komödie. Und als großer Rahmen
die Identitätsfindung des jungen Flüchtlings und seine Suche nach der rechten Moral. Mit Letzterem tut sich der Film etwas schwer, zu blass bleiben die
meisten Protagonisten, als dass ihre Motivation, Wandlung und Läuterung
immer nachvollziehbar wären. Auch Maravan selbst begeht zum Ende hin
einen äußerst zweifelhaften Schritt, ohne ihn zu reflektieren. Die KämpferAkquise der Rebellen aus Sri Lanka wird indes nur oberflächlich behandelt
und erinnert dabei klar aber unscharf an die aktuellen Machenschaften der
IS. Damit funktioniert „Der Koch“ vielmehr über seine heiteren Ansätze. Wenn
Maravan mit seinen Delikatessen eine Frau verführt, die eigentlich dem gleichen Geschlecht zugeneigt ist. Wenn Maravans Speisen in der Paartherapie
eingesetzt werden und ein Paar, das als Eheberater arbeitet, nach dem Genuss
der Speisen erotisch beflügelt durch den Garten lustwandelt. Wenn Maravan
erkennt: „Kochen ist verwandeln“, sowohl in Bezug auf die Zutaten selbst als
auch im Hinblick auf die Verkoster.
Das alles ist auch mal frech bis unbedarft überzeichnet und erinnert in der
flüchtigen Einarbeitung tragischer Momente schon mal an einen sorglosen
Beitrag aus Bollywood, nur ohne Tanz und Kitschbombast. Visuell ansprechend
bleiben dabei die Momente, in denen Maravan zu kulinarischer Tat schreitet.
Wie er werkelt und was er auftischt, ist ausgesprochen appetitanregend in
Szene gesetzt. Der Mann vom indischen Subkontinent versucht, Tradition und
Innovation zu vereinen und bringt Omas Kochbuch und Molekularküche
zueinander. Durchaus überfrachtet, aber zugleich ein sinnlich und verführerisch inszeniertes Drama über die Suche nach dem reinen Gewissen.
CARLA SCHMIDT
„Jetzt bestimme ich!“ Was manch einer als das trotzige Manifest eines
Heranwachsenden fürchtet, ist beim Kinofest Lünen gelebtes Konzept. Der
Souverän namens Publikum zeigt nach der Vorstellung der Gunst-Suchenden, die hier nichts Geringeres als deutsche Filme in einem breit-buntem
Querschnitt sind, mit dem Daumen nach oben oder nach unten sein Urteil.
Keine Entscheidung über Leben und Tod, sondern die Vergabe einer anmutigen jungen Lady, die der Blumenfrau an Lünens Marktplatz nachempfunden und gleichzeitig der Hauptpreis für die Werke aktiver Nachwuchsregisseure ist: die Lüdia. Zum 25. Mal nun öffnet dieses basisdemokratische
Kinofest in Lünen die Tore für neue Spiele, setzt altbewährte Traditionen
fort, bleibt dabei progressiv und wartet mit 54 aktuellen Filmen auf.
Den Startschuss zur Eröffnungsgala gibt der Regisseur Edward Berger mit
seinem jüngsten Spielfilm „Jack“. 1998 durfte er mit seinem Debütfilm
„Gomez – Kopf oder Zahl“ bereits die Lüdia in Empfang nehmen, nun präsentiert er seinen Berlinale-Beitrag über einen vernachlässigten Berliner
Jungen, dem viel zu früh die Bürde des Erwachsenwerdens auferlegt wird.
Das leidige Erwachsenwerden wird auch in einigen der zehn Langfilme, die
um die Lüdia konkurrieren, thematisiert. Gleich um die Ecke angesiedelt,
in der Stadt von „Bang Boom Bang“ machen die neuen Helden aus „Young
and Wild“ die Straße unsicher. Doch langsam dämmert einem jeden, dass
die Teenagerjahre sich dem Ende zu neigen. Die Protagonisten der Doku
„Die Menschenliebe“ wünschen sich dagegen erwachsen zu werden. Vor
allem in den Augen ihrer Mitmenschen. Regisseur Maximilian Haslberger
begleitet Menschen mit Behinderungen, denen ein mündiges Leben oftmals
verweigert wird. Der 17jährige Mateo der Tragödie „Los Ángeles“ ist mit der
ihm übertragenen Verantwortung überfordert. Um sich die Hilfe einer Gang
bei der Immigration von Mexiko in die Stadt der Engel zu sichern, muss er
morden. Damian John Harper malt das Bild eines Lebens, in dem vielmehr
Dämonen als Engel das Sagen haben.
Auch die weiteren elf Kategorien sind nuancenreich: In der internationalen
Koproduktion „Giraffada“, die im Wettbewerb um den Kinder- und Jugendfilmpreis RAKETE läuft, kämpft der kleine Ziad im Westjordanland darum,
eine traumatisierte Giraffe mit einer Giraffe in Israel zusammenzubringen.
Das Format der Kurzfilme vertritt würdig Nicolai Wolf mit „Pfandfrei“, der
den erbitterten Kampf zwischen Straßenreinigern und Pfandsammlern unterhaltsam choreografiert. Jedoch mit einem bitteren Ergebnis. Im Wettbewerb um die Perle, den Preis für Frauen aus der Filmbranche, geht die
israelische Regisseurin Vanessa Lapa in „Der Anständige“ der Frage nach,
wie Heinrich Himmler sich selbst seinen eigenen Grundsätzen nach als Held
sehen konnte.
Auf die Filmemacher warten am Ende des Festivals zwölf Auszeichnungen,
u.a. der Berndt-Media-Preis für den besten Filmtitel. Während des Festivals
erwartet sie bereits ein engagiertes Publikum, das sich die Möglichkeit, mit
den Filmschaffenden ins Gespräch zu kommen nicht nehmen lässt und diese
Tradition des Lüner Kinofests weiterführt. Vielleicht bis zur goldenen Hochzeit von Produzierenden und Rezipierenden des Kinos.
LISA MERTENS
DER KOCH
D/CH/IND 2014 - Drama - 106 Min - ab 12 J. - Regie: Ralf Huettner
mit: Hamza Jeetooa, Jessica Schwarz, Hanspeter Müller-Drossaart
Start: 27.11.
25. Kinofest Lünen I 13.-16.11. I Cineworld Lünen I www.kinofest-luenen.de
Mit Filmtrailer, Hintergrund, Interview, Portrait ...
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POLYBAND PRÄSENTIERT
DANIEL AUTEUIL KRISTIN SCOTT THOMAS
LEÏLA BEKHTI RICHARD BERRY
BEVOR
DER WINTER
KOMMT
EIN FILM VON
PHILIPPE CLAUDEL
DEM REGISSEUR VON
SO VIELE JAHRE
LIEBE ICH DICH
AB 13.11.2014 IM KINO
www.BevorderWinterkommt-DerFilm.de
44
/BevorderWinterkommt
Film-Kritik
Dumm und Dümmehr
Ich darf nicht schlafen
USA 2014 - Komödie - 108 Min - Regie: Bobby Farrelly, Peter Farrelly
Start: 13.11.
Mit „Dumm und dümmer“ schafften die Farrelly-Brüder Bobby und Peter den
Durchbruch. Nach „Verrückt nach Mary“, „Unzertrennlich“ und „Die Stooges“
kehren sie nun zurück zu ihren Anfängen. Gemeinsam mit Jim Carrey und Jeff
Daniels als Vollpfosten Lloyd und Harry begeben sie sich auf einen selten dämlichen, aber bewährt durchgeknallten Klamauktrip. Slapstick-Overkill.
HE
GB 2014 - Thriller - 92 Min - ab 12 J. - Regie: Rowan Joffe
Start: 13.11.
Keine Angst, Freddy Krüger hat hier seine Scherenhände nicht im Spiel. Christine
(Nicole Kidman) ist Single und Mitte zwanzig. Dann wacht sie auf, ist vierzig
und verheiratet. Christins Erinnerungslücken sind einer Amnesie geschuldet, die
sie seit einem Unfall verfolgt. Nach und nach setzt sie Erinnerungen zusammen
und weiß bald nicht mehr, wem sie trauen kann. Psychothriller.
HE
Metropolis
Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones
USA 2014 - Action - 114 Min - ab 16 J. - Regie: Scott Frank
Wie schreibt man Liebe?
Start: 13.11.
Liam Neeson scheint sich zunehmend auf den Einzelkämpfer festzuschießen,
der Entführte befreit und Entführer zur Strecke bringt. In diesem Fall wurde die
Entführte allerdings bereits ermordet. Ihr Gatte setzt Ex-Cop Scudder (Neeson)
auf die Täter in New Yorks Unterwelt an. Es scheint noch mehr Entführungsopfer zu geben. Und noch sind sie nicht alle tot. Na also. Thriller.
HE
USA 2014 - Komödie - 106 Min - Regie: Marc Lawrence
Start: 13.11.
Da kommt er doch nochmal zurück, der ewige Prince Charming Hugh Grant.
Als Drehbuchautor Keith ist er an sich grundcharmant. Allerdings schlittert er
gerade mitten durch die Midlife-Krise. Die Leitung eines Drehbuchworkshops
soll ihm Kopf und Herz richten. Doch da fangen die Probleme erst an. Bis er
Holly (Marisa Tomei) trifft. Romantische was? Genau: Komödie.
HE
choices verlost 2x2 Karten.
E-Mail bis 16.11. an verlosung@choices.de, Kennwort: Liebe schreiben
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Programmänderungen vorbehalten
Kartenreservierung online www.metropolis-koeln.de
Eintrittspreise / Ticket Pricing
Alle ggf. zzgl. 3D Zuschlag 3,00 € und/oder Überlängenzuschlag
surcharge for 3D and longer films
• Do/Thu Kinotag 4 €; Fr bis So • Fri - Sun und Feiertag/Holiday 7,50 €;
Mo bis Mi • Mon - Wed 5,00 €
• KiFi Sonderpreise für Kinderfilmvorstellungen
Kinder unter 16 J. 4 € und begleitende Erwachsene 5 € • soziale Gruppen 3,50 €
• KiFi Kids Film Pricing
Children under 16 yrs. 4 € with accompanying adults 5 € • social groups 3,50 €
Programmkino mit Café • Ebertplatz 19 • 50668 Köln
Plötzlich Gigolo - Fading Gigolo (OmU)
ab 06.11.
My old Lady (OmU)
ab 20.11.
USA 2013 - 91 Min. • Komödie • D.: John Turturro • C.: Aubrey Joseph, John Turturro,
Woody Allen, Vanessa Paradis, Liev Schreiber, Sharon Stone, Sofía Vergara • o.A.
USA/Frankreich 2014 • Länge n.n.b. • Komödie / Drama - D.: Israel Horovitz • C.:
Kevin Kline, Maggie Smith, Kristin Scott Thomas, Dominique Pinon • FSK n.n.b
Buchhändler Murray muss seinen alteingesessenen Traditionsladen aufgeben weil die Kundschaft ausbleibt.
Eine neue Einkommensquelle ist gefragt. Da erzählt ihm seine Dermatologin, dass sie von einer Ménage-àtrois träumt - die neue Geschäftsidee
ist geboren. Murray, Künstlername
„Dan Bongo“, und sein Freund, Blumenhändler Fioravante alias „Virgil Howard“, steigen ins „Rent-a-Man“-Business ein
- mit „Bongo“ als Zuhälter und „Virgil“ als „Mann für gewisse Stunden“. Zu Problemen
kommt es, als der „Mann für gewisse Stunden“ sich in die Witwe eines chassidischen
Juden verliebt.
Finanziell abgebrannt kommt der New
Yorker Mathias Gold nach Paris, um
die vom erst kürzlich gestorbenen Vater geerbte Wohnung zu verkaufen.
Doch das ist schwierig, lebt dort doch
eine 92Jährige mit Wohnrecht bis zu
ihrem Tod und monatlichen Anspruch
auf 2400 Euro. Er muss sich nicht nur
mit der alten, aber keinesfalls gebrechlichen Lady auseinandersetzen, sondern auch
mit deren Tochter, Immobilienmaklern und komplizierten Gesetzen.
Fioravante decides to become a professional Don Juan as a way of making money to
help his cash-strapped friend, Murray. With Murray acting as his „manager“, the duo
quickly finds themselves caught up in the crosscurrents of love and money.
USA 2014 • circa 125 Min. • Action / Science Fiction • D.: Francis Lawrence • C.:
Jennifer Lawrence, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, • FSK n.n.
Interstellar (OmU)
Nachdem Katniss erfahren0 musste,
dass ihr Heimat-Distrikt 12 vollständig
zerstört wurde, begibt sie sich dorthin,
um die Ausmaße selbst in Augenschein zu nehmen. Später landet sie im
Distrikt 13, dessen Bewohner im Untergrund leben. Katniss ist noch immer
das Gesicht der Revolution, weigert
sich anfänglich, an Propaganda-Aktionen für den Aufstand teilzunehmen. Dann willigt
sie schließlich doch ein, den Revolutionären zu helfen.
ab 06.11.
USA 2014 • Länge n.n.b. • Science Fiction • D.: Christopher Nolan • C.: Matthew
McConaughey, Anne Hathaway, Casey Affleck, Sir Michael Caine • FSK n.n.b
Die Welt stirbt, Rettung scheint unmöglich. Mit einer letzten verzweifelten,
Jahre währenden Weltraummission
soll das unvermeidbar scheinende
Ende doch noch abgewendet werden.
An Bord befinden sich nicht nur die
besten Wissenschaftler, sondern auch
der Familienvater Cooper, dessen Beteiligung unerlässlich ist. Um die gewaltige Distanz rechtzeitig zu bewältigen, will man
Wurmlöcher nutzen. Doch damit beginnen auch die Probleme.
A group of explorers make use of a newly discovered wormhole to surpass the limitations on human space travel and conquer the vast distances involved in an interstellar
voyage.
Ich darf nicht schlafen - Before I Go to Sleep (OV)
ab 13.11.
Großbritannien 2014 • 92 Min. • Thriller • D.: Rowan Joffe • C.: Nicole Kidman, Colin
Firth, Mark Strong, Anne-Marie Duff, Dean-Charles Chapman • 12 J.
Christine ist in einer Amnesie gefangen: Tag für Tag wacht sie auf und
weiß nicht, wer sie ist, wie alt sie ist und
was vor zwölf Jahren bei einem Unfall
wirklich geschehen ist. Jedes Mal ist
sie schockiert, dass sie gar nicht mehr
Mitte zwanzig, sondern Ende vierzig
ist, scheinbar verheiratet und Mutter.
Doch wer ist der fremde Mann wirklich, neben dem Sie morgens immer aufwacht und
der sich scheinbar liebevoll um sie kümmert? Christine kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur - doch sie darf nicht wieder vergessen, was sie herausgefunden hat.
A woman wakes up every day, remembering nothing as a result of a traumatic accident
in her past. One day, new terrifying truths emerge that force her to question everyone
around her.
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis (OV)
ab 13.11.
USA 2014 • Länge n.n.b. • Kriminalfilm / Drama • D.: Dan Gilroy • C.: Jake Gyllenhaal,
Rene Russo, Riz Ahmed, Bill Paxton, Ann Cusack, Anne McDaniels • FSK n.n.b.
Obwohl Lou Bloom intelligent und engagiert ist, will es mit der großen Karriere nicht klappen. Er schlägt sich als
Dieb durch. Als er jedoch Zeuge eines
Unfalls wird, den ein Tatort-Paparazzo
für einen TV-Sender in Los Angeles
dokumentiert, steigt Bloom in dieses
Geschäft ein. Erst amateurhaft und belächelt, dann zunehmend professioneller. Nachdem ihm Nachrichtenproduzentin Nina
die ersten Bilder abnimmt, lernt Bloom schnell, was sich am besten verkauft. Und dafür
ist er bereit, alle Grenzen zu überschreiten.
A young man stumbles upon the underground world of L.A. freelance crime journalism.
An American inherits an apartment in Paris that comes with an unexpected resident.
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1 (OmU)
ab 20.11.
PREVIEW • Mi 19.11. • 21:15 Uhr • 5,- € • VVK ab 01.11.
Katniss Everdeen is in District 13 after she shatters the games forever. Under the leadership of President Coin and the advice of her trusted friends, Katniss spreads her
wings as she fights to save Peeta and a nation moved by her courage.
Kill the Boss 2 - Horrible Bosses 2 (OV)
ab 27.11.
USA 2014 • Länge n.n.b.• Komödie • D.:Sean Anders • C.: Jennifer Aniston, Chris
Pine, Christoph Waltz, Kevin Spacey, Jason Sudeikis, Jason Bateman • FSK n.n.b
Die drei Freunde Nick, Dale und Kurt
haben es satt, immer beruflich unter
dem Kommando von anderen stehen
zu müssen und beschließen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Aber
ein schmieriger Investor macht ihr Vorhaben in letzter Sekunde zunichte. Das
verzweifelte Trio schmiedet daraufhin
den Plan, den Sohn des Investors zu entführen, Lösegeld zu verlangen und so doch
noch den Traum vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen.
Dale, Kurt and Nick decide to start their own business but things don‘t go as planned
because of a slick investor, prompting the trio to pull off a harebrained and misguided
kidnapping scheme.
Magic in the Moonlight (OV)
ab 04.12.
USA 2014 • 98 Min. • Komödie / Lovestory • D.: Woody Allen • C.: Dame Eileen Atkins,
Colin Firth, Marcia Gay Harden, Hamish Linklater, Ute Lemper • o.A.
Der angesehene Illusionist Stanley wird in den 1920er Jahren an die
Côte d’Azur beordert, um dort einen
Schwindel aufzudecken: Dort treibt die
vermeintliche Wahrsagerin Sophie ihr
Unwesen und zieht mit ihren Prophezeiungen den Reichen und Schönen
das Geld aus den prallgefüllten Taschen. Der englische Gentleman stürzt sich in das ausschweifende Leben der dekadenten Oberschicht. Als sich Sophie und Stanley näherkommen, beginnt sogar der
Meisterillusionist selbst daran zu zweifeln, dass die junge Dame eine Betrügerin ist.
Stanley is a magician who has dedicated his life to revealing fraudulent spiritualists. He
plans to quickly uncover the truth behind celebrated spiritualist Sophie and her scheming mother. However, the more time he spends with her, he starts thinking that she
might actually be able to communicate with the other world, but even worse, he might
be falling in love with her.
dt.F. deutsche Fassung/German version • OV Originalversion/not dubbed, no subtitles • OmU Originalfassung mit dt. Untertiteln/with German subtitles
K I N D E R - U N D
Der Kleine Medicus - Geheimnisvolle Mission im Körper (dt.F.)
F A M I L I E N K I N O
ab 30.10.
Die Pinguine aus Madagascar (dt.F. + engl. OV) - 2D + 3D
ab 27.11.
Deutschland 2014 • Kinderfilm / Trickfilm • 79 Min. • R. Peter Claridge • Sprecher: Christiane Paul, Bernhard Hoëcker, Malte Arkona, Sebastian Fitzner, Annette Potempa • o.A.
USA 2014 • Länge n.n.b. • Trickfilm / Abenteuer • R.: Simon J. Smith, Eric Darnell • Sprecher.:
Smudo, Thomas D, Michael Beck, Andreas Rieke, Conchita Wurst • FSK n.n.b
Als sich eines Tages Nanos Großvater sehr seltsam benimmt, kommt der Junge einem
gemeinen Experiment auf die Spur. Der irre Professor Schlatter hat dem Großvater
den Miniroboter Gobot implantiert, der den alten Mann völlig willenlos macht. Das will
Schlatter bei allen Menschen durchführen, um sie wie Marionetten steuern zu können.
Nano muss also schnell handeln. Mit Hilfe von Dr. X lässt er sich und Freundin Lilly
winzig klein schrumpfen, schleust sich so in Opas Körper ein und versucht dort, Gobot
unschädlich zu machen.
Wenn die vier aus den „Madagascar“-Filmen bekannten Pinguine nicht gerade gezwungen sind, im Central Park Zoo für die Besucher stur zu lächeln und zu winken, hält sich
die militärisch organisierte Pinguin-Gruppe meistens in ihrem geheimen Hauptquartier
auf. Dort hat Anführer Skipper die Befehlsgewalt und schmiedet Einsatzpläne, die er
im Vorfeld mit Taktiker Kowalski austüftelt. Für die Ausrüstung und fürs Grobe ist der
durchgeknallte Rico zuständig. Gemeinsam mit Private, dem sensiblen „Nesthäkchen“
der Bande, sind die vier Pinguine ein unschlagbares Team.
Quatsch und die Nasenbärbande (dt.F.)
Paddington (dt.F. + engl. OmU)
ab 06.11.
ab 04.12.
Deutschland 2013 • 82 Min. • Kinderfilm / Komödie • R.: Veit Helmer • D.: Nora Börner
Justin Wilke, Charlotte Röbig, Pieter Budak, Mio Weise, Fritzi Haberlandt, Vera Kluth • o.A.
Großbritannien/Frankreich/USA 2014 • Länge n.n.b. • Abenteuer • R.: Paul King - D.: Nicole
Kidman, Peter Capaldi, Tim Downie, Julie Walters, Sally Hawkins • FSK n.n.b
Ausgerechnet das idyllische Bollersdorf wurde von findigen Konsumforschern zum
durchschnittlichsten Ort der Erde gekürt. Jetzt rücken die Warentester an und missbrauchen Otto Normalverbraucher und Eva Mustermann als Versuchskaninchen. Doch
die pfiffige Kinderbande mit ihrem Maskottchen Quatsch, dem Nasenbären, lässt sich
nicht für dumm verkaufen. Während die Erwachsenen längst in der Konsumfalle sitzen,
stellen die Kids mit erlaubten wie unerlaubten Mitteln den Urzustand ihres geliebten
Bollersdorf wieder her.
Bär Paddington wuchs tief im peruanischen Dschungel bei Tante Lucy auf. Sie hat ihren
Schützling auf ganz eigenwillige Weise herangezogen: Sie lehrte ihn, Marmelade zu
kochen, dem BBC World Service zu lauschen und schwärmte von einem aufregenden
Leben in London. Als ein Erdbeben ihr Zuhause zerstört, sieht Lucy den richtigen Zeitpunkt gekommen, Paddington ein besseres Leben zu ermöglichen und schmuggelt ihn
auf ein Schiff Richtung London - lediglich ein Schild mit der Aufschrift „Bitte kümmere
dich um diesen Bären. Danke!“ umgehängt.
Programm im Metropolis
23.11. - 29.11.2014
Di
Mi
Do
Fr
Sa
empfohlen So Mo
ab
23.11 24.11 25.11 26.11 27.11 28.11 29.11
Lola auf der Erbse
10 J.
11:00 11:00
Finn
8 J.
13:00
Eintritt Cinepänz
Kinder 3,00 €
Erwachsene 4,00 €
Gruppen ab 10 Kinder 2,50 €
Die Nachtigall (Ton eingesprochen)
7 J.
09:00
Quatsch und die Nasenbärbande
6 J.
15:00
Horizon Beautiful (Ton eingesprochen)
8 J.
09:00
Deine Schönheit ist nichts wert
12 J.
11:00
15:00
Vom Fischer und seiner Frau
7 J.
09:00
Ella und der Superstar (Ton eingesprochen)
7 J.
11:00
15:00
Stark wie ein Baobab (Ton eingesprochen)
10 J.
09:00
Gold – Du kannst mehr als du denkst
12 J.
11:00
Sitting next to Zoe (OmU)
14 J.
15:00
Grüße von Mike
8 J.
09:00
Auf dem Weg zur Schule (Ton eingesprochen)
8 J.
11:00
15:00
Boule und Bill
6 J.
Reservierung für Gruppen
nur unter 0221 - 130 56 150
und info@jfc.info
Das komplette
Cinepänz-Programm sowie
alle Infos zu den Filmen und
zum Festival gibt es auf
www.cinepaenz.de
13:00
Interesse an einer Sondervorstellung? Rufen Sie uns Mo.- Fr. zwischen 09:00 und 17:00 Uhr an: 0221 - 97 26 297
culture club
culture club
ComicKultur
Foto: Albert Josef Schmidt
präsentiert: Konzert
präsentiert: Kabarett
A TRIBUTE TO
KRAZY KAT
MATTHIAS
DEUTSCHMANN
Hinter „A Tribute to Krazy Kat“ verbirgt
sich die weltweit erste musikalische Arbeit über den großen Katz-und-MausKlassiker des amerikanischen Comics.
Mit Kompositionen der US-Komponisten
David Lang und Oscar Bettison sowie mit
Musik des Komponisten Harry Partch
werden die neu entstandenen Geschichten von Krazy, der Maus-verliebten Katze, und Ignatz, der bösen, hinterhältigen
Maus, begleitet.
Er ist der Unbestechliche des deutschen
Kabaretts: Matthias Deutschmann gelingt auch in seinem neuen Solo der Spagat zwischen klugen Pointen und einem
sehr persönlichen Blick auf die Welt –
weit weg von den Pullover-Lachmachern
und Fernsehnasen. Deutschmann seziert,
kommentiert und musiziert – und ist dabei besser denn je.
Musikfabrik im WDR
WDR Funkhaus am
Wallrafplatz
choices verlost 3x2 Karten
E-Mail bis 12.11. an verlosung@choices.de
Kennwort: Krazy Kat
So 16.11. 20 Uhr
culture club
präsentiert: Ausstellung
Do 13.11. um 20 Uhr
culture club
präsentiert: Konzert
Bei der 15. Museumsnacht Köln dürfen
sich dieses Jahr vor allem Familien über
ein vielseitiges Programm freuen: Lichtinstallationen, 3D und Musik sind u.a. Teil
der 46 Stationen und über 200 Veranstaltungen, zwischen denen man sich von 19
bis 3 Uhr treiben lassen kann. Wer dann
noch nicht genug hat, kann die Nacht
im Museum Ludwig bei der vom Kölner
Kompakt-Label beschallten Jubiläumsfeier ausklingen lassen.
Ein weihnachtliches Kinderkonzert mit Liedern rund um die Welt! Wer kennt schon
die lustigen Lieder der Kinder, die in Finnland gemeinsam mit dem Weihnachtsmann um den Tannenbaum tanzen, die
geheimnisvolle Weihnachtskatze oder die
13 Nikoläuse aus Island? Da gibt es viel
zu erleben, wenn die Gruppe KARIBUNI ihr
Weihnachtsprogramm im Bürgerhaus Kalk
präsentiert... (ab 4 Jahren)
www.choices.de/heute-im-kino
Sa 8.11.
19-3 Uhr
Mit „Irmina“ hat Barbara Yelin ihr vorläufiges Magnus Opus veröffentlicht:
Vage auf der Geschichte ihrer Großmutter basierend, erzählt sie auf knapp
300 Seiten und in Farbe von einer Frau, die 1934 als junges, selbstbewusstes
Mädchen nach London geht, um eine Ausbildung zu machen. Dort lernt sie
den schwarzen Studenten Howard kennen und lieben. Doch die Umstände
reißen sie auseinander: Irmina geht zurück nach Deutschland und erlebt
den Aufstieg der Nazis und den Krieg. Das ändert sie. Die historisch gut recherchierte Geschichte überzeugt auf allen Ebenen: Die Hauptfigur und ihr
charakterlicher Wandel ist so betrüblich wie plausibel, die aufwändigen Bilder ziehen einen förmlich in die Geschichte hinein (Reprodukt). Katharina
Greve hat ihre ganz eigene Interpretation der Ligne Claire, und die verträgt
sich prima mit ihren absurden Geschichten. Denn dort – in „Ein Mann geht
an die Decke“, „Patchwork“ und jetzt „Hotel Hades“ – gehen die Grundpfeiler ihrer Geschichten – Raum, Zeit, Mensch – schon genug durcheinander.
Da schadet ein klarer Strich nicht. Wer das Jenseits als graues Wischiwaschi
imaginiert, wird bei Greves „Hotel Hades“ mit dem Gegenteil konfrontiert:
Peter merkt nach seinem Tod schnell, dass der Hades eine bürokratische
Hölle voller Absurditäten ist – ganz zu seinem Leidwesen, aber zur Freude
des Lesers (Egmont).
choices verlost 3x2 Karten
E-Mail bis 9.11. an verlosung@choices.de
Kennwort: Deutschmann
KARIBUNI: SANTA,
SINTER, JOULUPUKKI
choices verlost 2x2 Karten
E-Mail bis 2.11. an verlosung@choices.de
Kennwort: Museumsnacht
Comics machen sichtbar, was man sonst vielleicht nicht sieht
Pantheon Bonn
Bundeskanzlerplatz
Karten: 0228 21 25 21
MUSEUMSNACHT
KÖLN
Museen Köln
Info: 0221 95 15 41 52
www.museumsnacht-koeln.de
Sprechstunden für Leser
Bürgerhaus Kalk,
Großer Saal
Kalk-Mülheimer Straße 58
51103 Köln
Karten: 0221 987 60 20
Luke Pearson, bislang in Deutschland nur durch seine poetischen Kindercomics der „Hilde“-Reihe bekannt, erzählt mit „Was man nicht sieht“ vom
tragischen Ende einer Beziehung. Das geschieht ähnlich Fabel-haft wie bei
Hilde, nur dass die Tragik des Versäumten und Übersehenen hier überwiegt. In melancholischen Bildern voller Symbolkraft lässt Pearson seiner
Fantasie freien Lauf und ist doch ganz nah an der Wirklichkeit – zumindest
der Wirklichkeit der Gefühle (Reprodukt). Literaturadaptionen sind zurzeit
en Vogue: Vom Klassiker bis zur Gegenwartsliteratur werden aus Romanen
Graphic Novels. Tim Dinter hat sich nun Sven Regeners „Herr Lehmann“
angenommen. Was hätte überflüssig sein können, entfaltet mit der Zeit
einen doch faszinierenden Sog. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Dinter die
Stimmung des Berlin zur Zeit der Wende und die Ziellosigkeit des Kneipenalltags mit seinen grauen Zeichnungen sehr gut einfängt (Eichborn). Mari
Yamazaki erzählt mit „PIL“ ein in den frühen 80er Jahren angesiedeltes
Coming-of-Age-Drama: Nanami ist großer Fan des Post Punks von Public
Image Ltd. Die ästhetischen Freiheiten von John Lydons Band stehen im
Kontrast zu den Restriktionen, die Nanami in der Schule erfahren muss.
Ihr verschwenderischer Großvater, mit dem sie zusammenwohnt, macht ihr
das Leben zusätzlich schwer und bedroht das für die geplante Englandreise
angesparte Geld. Der Manga setzt sich mit seinem Realismus von vielen
Werken des Genres ab, trotzdem mag sich existentielle Tiefe nur bedingt
einstellen (Carlsen).
Dass Hergé zu Beginn seiner Karriere nicht gerade politisch korrekt war,
ist allgemein bekannt. Paradebeispiel ist der Band „Tim im Kongo“, der vor
kolonialistischer Arroganz nur so strotzt. Der südafrikanische Zeichner Anton Kannemeyer nimmt den Band als Vorlage für viele seiner Cartoons
und Kurzgeschichten, die die Apartheid und den Rassismus im Land thematisieren. Drastisch, sarkastisch und makaber sind seine Geschichten und
Cartoons. Letztere entstehen oft als großformatige Gemälde und hängen in
Museen. Der Band „Papa in Afrika“ versammelt Arbeiten aus den letzten
sieben Jahren (Avant Verlag).
CHRISTIAN MEYER
choices verlost 2x2 Karten
E-Mail bis 16.11. an verlosung@choices.de
Kennwort: Karibuni
So 30.11. 15 Uhr
48
Literatur-Kalender
Textwelten
In der Schützenpassage finden die ersten Sprechstunden statt, Foto: Verlag Antje Kunstmann
Sprechstunden für Leser
Verlag Antje Kunstmann eröffnet erste „Praxis“
Bücher sind Stimmen. Sie wollen nicht nur zu ihren Lesern sprechen, sondern sie wollen auch, dass man über sie spricht. Zu diesem Zweck gibt es die
Literaturkritik, aber die bleibt immer medial vermittelt. Dagegen ist das Gespräch unter Lesern konkreter, die Tipps, die man sich gegenseitig zusteckt,
bleiben in der Erinnerung haften. Interessant ist auch das Gespräch mit
Schriftstellern über ihre Arbeit und ihre literarischen Vorlieben. Außerdem
wissen Autoren oft besser über das Bescheid, was ihre Kollegen schreiben,
als die Lektoren vom Verlag.
„Buchhandlung Praxis“ nennt der Verlag Antje Kunstmann jetzt sein etwas
anderes Kommunikationsangebot, das vor wenigen Tagen in unmittelbarer
Nähe des Münchner Hauptbahnhofs in einem ehemaligen Briefmarkenladen eröffnet wurde. Die erste Veranstaltung gehörte Kristof Magnusson
und seinem „Arztroman“. „Der Abend ist total gut angekommen“, erklärt
Andreas Schäfler, Pressechef von Kunstmann. „Es sind viele Kollegen und
Autoren aus anderen Verlagen zu uns hingepilgert. Und wir wollen auch
noch so manche Warteschlange in der Passage vor dem kleinen Laden bis
Weihnachten produzieren“, gesteht er schmunzelnd. Das dürfte ihm nicht
schwerfallen, etwa mit Signierstunden von Axel Hacke, dem humoristischen
Alleskönner, der zur exquisiten Backlist des Verlags gehört. Auf der wird
auch die Illustratorin der Wimmelbücher – Rotraut Susanne Berner – geführt, die jedem Kind, das in die Praxis kommt, eine kleine Geschichte erzählen will.
Geöffnet wird zwischen 17 und 20 Uhr, jene Zeit, in der die Menschen von
der Arbeit kommen. Autoren dürfen dann auch schon einmal Buchhändler
spielen. Dass es „Eifersüchteleien“ auf Seiten der gelernten Buchhändler
geben könnte, befürchtet man bei Antje Kunstmann nicht. Zunächst hat
man den 11 qm kleinen Laden in der Schützenpassage drei Monate, also
bis Weihnachten angemietet. Der Verlag braucht Außendarstellung, die er
in der Landschaft der Frontalpräsentationen, wie sie die Buchhandelsriesen zelebrieren, nicht bekommen kann. Die „Praxis“ soll den kleinen Verlagen, wie zum Beispiel Matthes & Seitz, einen Auftritt ermöglichen. Solche
Verlage geben dem Buchmarkt in Deutschland seine einzigartige Qualität.
Auch im Netz werden diese Häuser aus dem Fokus der Aufmerksamkeit gedrängt. Mit einem unerwarteten Umfeld für das Buch schärft man aber die
Aufmerksamkeit für besondere Titel. In der Masse der Bücher braucht es
Orte, an denen nicht das Gesetz der hohen Auflage regiert, sondern wieder
entdeckt werden kann, dass die besten Titel neben dem Mainstream verlegt
werden.
Die Praxis könnte dabei wie eine Spielwiese funktionieren oder wie jene
coolen Plattenläden, die es heute nicht mehr gibt, in die man aber früher
ging, ohne so recht zu wissen, was man kaufen wollte, weil man einfach
darauf vertraute, andere Musikfans zu treffen, die einen auf ihre Favoriten
aufmerksam machten.
Derartige „Sprechstunden“ wären auch reizvolle Angebote für Städte wie
Köln, Düsseldorf, Dortmund oder Essen, in denen die Literatur solche Stationen des Austauschs von Gedanken, Meinungen und Geschmäckern befeuern könnte. Nachdem sich das Internet etabliert hat, wuchs das Bedürfnis
nach lebendigem Austausch unter den Lesern unablässig, wie die großen Literaturfestivals zeigen. Noch deutlicher als die Verlage sind die Buchhandlungen gefordert, mit „Sprechstunden“ ihre Kunden zu kleinen Gemeinden
des Austauschs zu verschmelzen.
THOMAS LINDEN
Erhielt für „Kruso“ kürzlich den Deutschen Buchpreis: Lutz Seiler, Foto: Jürgen Bauer
Literatur-Termine im November
ALTES PFANDHAUS
MATERNUS-BUCHHANDLUNG
0221 22 12 84 00
0221 32 99 93
Journalisten lesen „Hate-Poetry“
Do 6.11. 20 Uhr
Rassismus weglachen: Sie werden als
„Kanacken“ und „Islamspeichellecker“
beschimpft.
Doris Akrap, Özlem Gezer, Yassin Musharbash,
Hasnain Kazim, Mely Kiyak und Özlem Topçu
lesen aus Hassbriefen.
Elke Pistor liest aus „Vergessen“
Di 4.11. 19.30 Uhr
Die in Köln lebende Autorin lässt in ihrem
neuen Krimi die Kommissarin Verena Irlenbusch
einen hochintelligenten Psychopathen jagen.
BELGISCHES HAUS
0221 20 51 10
Ece Temelkuran liest aus „Was nützt mir die
Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?“
So 5.11. 20 Uhr
Die türkische Bestseller-Autorin erzählt von
einer neuen Frauengeneration: ein Roadtrip
und eine Hymne an die Freundschaft. Karten an
der Abendkasse.
Joachim Sartorius und Durs Grünbein
Di 25.11. 20 Uhr
Die Dichter stellen ein Handbuch der
politischen Poesie im 20. Jahrhundert vor, eine
Weltkarte der Katastrophen und Aufbrüche.
BUCHHANDLUNG BITTNER
0221 257 48 70
Ulrike Draesner liest aus „Subsong“
Mi 5.11. 20 Uhr
Eine Ansammlung vertrauter Rufe und neuer
Lautserien, aus dem Augenblick entstanden:
Gedichte wie leiser Vogelgesang. Moderation:
Dr. Hajo Steinert
Marcel Beyer liest aus „Graphit“
Fr 14.11. 20 Uhr
Der Materialist unter den Lyrikern kombiniert
das Gewesene und Anwesende zu NieDagewesenem. Moderation: Christof Hamann
und Maximilian Mengeringhaus
JT INTERNATIONAL GERMANY
0221 995 55 80
Jochen Schmidt & David Wagner erzählen
Fr 14.11. 19 Uhr
Drüben und drüben. „Zwei deutsche
Kindheiten“ heißt das gemeinsam von den
Autoren verfasste Buch. Das Gespräch führt
Kerstin Meier. Eintritt frei. Anmeldung
erforderlich. JTI im Mediapark: Eingang Haus
4/Forum, Empfang 42
LITERATURHAUS
0221 995 55 80
Küçük Iskender liest Gedichte
Mi 5.11. 19.30 Uhr
Der 1964 in Istanbul geborene Dichter liest im
Rahmen der Deutsch-Türkischen Buchmesse
Ruhr. Hermann Wallmann spricht mit dem
Autor.
Kölner Quartett: Köln-Bücher im Gespräch
So 23.11. 11 Uhr
Zwei Mal im Jahr werden künftig ausgewählte
Neuerscheinungen kritisch unter die Lupe
genommen. Moderiert von Hajo Steinert
diskutieren Melanie Weidemüller, Ulrich
Soénius und Martin Stankowski.
Lutz Seiler liest aus „Kruso“
Di 25.11. 19.30 Uhr
Der just mit dem Deutschen Buchpreis 2014
ausgezeichnete Autor spannt in seinem ersten
Roman einen erzählerischen Bogen von 1989
bis in die Gegenwart. Martin Mittelmeier führt
das Gespräch.
Tilman Röhrig liest aus „Die Könige von Köln“
Mo 17.11. 19.30 Uhr
Die von der Maternus-Buchhandlung
ausgerichtete Lesung findet passenderweise in
der historischen Severinstorburg statt.
MAYER‘SCHE NEUMARKT
0221 20 30 70
Oliver Harris liest aus „London Underground“
Fr 7.11. 20.15 Uhr
Ein neuer Fall für Detective Nick Belsey, der
den Leser mit seinen Ermittlungsmethoden
hart an der Grenze zur Illegalität in Atem hält.
Moderatorin: Margarete von Schwarzkopf.
Michelle Raven liest aus „Crossroads. Ohne
Gnade“
Do 13.11. 20.15 Uhr
Ein Campingausflug wird für Warren Harper
zum Horrortrip, als seine siebenjährige Tochter
Emma spurlos aus dem Zelt verschwindet.
MAYER‘SCHE NIPPES
0221 66 99 48 10
Brigitte Oessling und Ralph Altenhofen aus
„Zwei in einer großen Stadt“
Do 6.11. 19.30 Uhr
„Ein gebrauchslyrischer Abend mit Texten von
Erich Kästner und Mascha Kaléko“. Regie:
Wolfram Zimmermann.
Carla Berling liest aus „Königstöchter“ und
„Jesses Maria“
Do 27.11. 19.30 Uhr
Krimi und Satire: Die Wahlkölnerin gibt
Kostproben aus beidem: Im ersten Teil stellt
sie die Krimi-Reihe vor, im 2. Teil geht es
um Wechseljahre, Hochzeitstage und andere
Gemeinheiten.
SCHAUSPIELHAUS
0221 22 12 84 00
Auftaktmatinee mit Jochen Schmidt zur
Aktion „Ein Buch für die Stadt“
So 9.11. 11 Uhr TIPP
STADTBIBLIOTHEK KÖLN
0221 257 48 70
Jürgen Becker liest aus „Scheunen im
Gelände“
Mo 3.11. 20 Uhr
Die Schauspieler Pia Maria Gehle, Ulli Hass
und Peter Niemeyer lesen eine Collage aus „Im
Radio das Meer – Journalsätze“ des GeorgBüchner-Preisträgers 2014.
STADTGARTEN
0221 95 29 94 11
Felicitas Hoppe zu Gast bei Guy Helminger
und Navid Kermani
Do 6.11. 20.30 Uhr
Die Büchner-Preisträgerin des Jahres 2012
kommt in den Literarischen Salon. Die
Gastgeber sprechen mit ihr darüber, was es
bedeutet, sich ständig neu zu erfinden.
Empfehlungen von Marianne Kolarik
TIPP = choices-Empfehlung auf den Auswahl-Seiten
49
Unterhaltungsmusik
0211 So Bill Frisell
Für sein neues Programm »Guitar in the Space Age«
hat Gitarren-Ikone Bill Frisell Stücke der frühen Gitarren-Musik der 1950er und 1960er Jahre ausgegraben.
Denn das war die Musik, die ihn dazu inspirierte, selbst
die Gitarre in die Hand zu nehmen.
Bill Frisell
Marc Ribot Trio
Great Waiitress
0911 So sundays@six: Marc Ribot Trio
Herbstliche Festivalfreuden
1011 Mo OUTSKIRTS #9 präs.
Nate Wooley und Great Waitress
Seit 1986 gibt es bereits die Berliner Band Mutter um den Sänger Max Müller.
Also beinahe schon eine Großmutter. Der brachiale Noiserock ist inzwischen
altersgemäß ruhigeren Tönen gewichen. Das neue Album „Text & Musik“ lässt
dennoch die Mutter’sche Dringlichkeit nicht vermissen – weder in Text noch
in Musik (1.11., 20 Uhr, Luxor). Johnny Marr, Gitarrist bei The Smiths und
später bei The The, Electronic und Modest Mouse, hat im Gegensatz zu seinem
Smiths-Kollegen/Kontrahenten Morissey erst spät eine Solokarriere gestartet,
die mit zwei Top-Ten-Alben in den letzten beiden Jahren aber recht gut startete. Smash-Hits wie „Easy Money“ dürften im Club als Stimmungsmacher bestens funktionieren (2.11., 20 Uhr, Luxor). Alle Jahre wieder kommt der heilige
Vitus nach Köln: Die amerikanische Doom-Metal-Legende Saint Vitus kann
sich mit ihrem an Black Sabbath geschultem Zeitlupenmetal hierzulande auf
eine treue Fanbasis verlassen, die von den alten Herren eine Pathosdusche erhält (3.11., 20 Uhr, Luxor).
Sound unter dem Mikroskop, Formverläufe in Zeitlupe.
Sowohl das Trio »Great Waitress« der beiden australischen Musikerinnen Laura Altman und Monika Brooks
mit der in Berlin lebenden Pianistin Magda Mayas als
auch die Soloperformances des Trompeters Nate Wooley
begeben sich in feinste Verästelungen, mikrotonale
Schwebungen und anhaltende Spannungszustände.
1111 Di Colin Stetson solo
Mit seiner ausgefeilten Zirkularatmungstechnik kann
er sein Instrument scheinbar endlos am Laufen halten:
Wenn Saxofonist Colin Stetson spielt, dann entsteht
eine Musik, die reich an ausgeklügelter Dynamik und
schillernden Klangfarben ist. Er erzeugt facettenreiche
Mehrklänge und treibende Rhythmen und setzt in seinem Spiel ungeahnte Energien frei.
1811 Di JøKleBa Trio goes Eco
Colin Stetson
Jø K le Ba
Steve Lehman Trio
Mik Quantius
JøKleBa spielt aufregende improvisierte Musik mit treibenden Drum-Grooves, tösenden Trompeten-Soli und
expressivem Gesang. Multiinstrumentalist PerJørgensen spielt nicht nur Trompete, sondern setzt auch seinen Gesang ein. Jon Balke am Klavier beweist mit seinen Improvisationsminiaturen, die sich roh und kantig
in Audun Kleives Rhythmusgerüst einnisten, einen
eigenen, präzisen Sinn für stoisches Timing.
1911 Mi Steve Lehman Trio
Wenn man der Musik dieses Trios lauscht, wird schnell
klar, dass es sich dabei nicht um ein weiteres SaxofonTrio handelt. Vielmehr gelingt es Saxofonist Steven Lehman, Bassist Matt Brewer und Schlagzeuger Damion Reid,
ihre eigenwilligen Stimmen zusammenzuziehen und wie
ein einziges, komplexes Instrument erklingen zu lassen.
2311 So Broken Sounds #18:
Ghédalia Tazartès / Mik Quantius
Ghédalia Tazartès’ Musik bewegt sich seit über dreißig
Jahren entlang und über die Grenzen von Musique
Concrète, vokaler Improvisationen und elektro-akustischen Experimenten hinaus. Mik Quantius ist ein langjähriger Musiker der Krautrock-Legende Embryo, deren
psychedelische Kompositionen er um abenteuerliche
Vokal-Improvisationen bereichert. Als Solo-Künstler
bringt er seine Stimme pur und um elektronische Elemente erweitert auf die Bühne. 2311 So Sam Amidon
Id M Theft Able
Authentisch, melancholisch, voll schlichter Poesie und
musikalischer Feinheit: Der amerikanische, in London
lebende Musiker Sam Amidon interpretiert alte FolkSongs auf behutsame, aber tiefgreifende Weise neu.
Was ihn dabei von vielen anderen Musikern abhebt, die
sich der Wiederentdeckung des Folk widmen, ist seine
fundierte Kenntnis dieser alten Songs.
2611 Mi Luftbrücke: The Job, Id M Theft Able
The Job machen aus Punk und Popsongs ein reines Improvisations-Spektakel: Mit gefährlichem Witz, dunklem Sex-Appeal und unerwarteten Sound-Explosionen.
Id M Theft Able experimentiert mit selbstgebauten Instrumenten und Klangskulpturen, kombiniert Stimme
und elektronische Verfremdungen bis es quietscht,
schnarrt und schreit.
2711 Do Reconstructing Song: Quiet Night
Hayden Chisholm & Lula Pena
Lula Penas Musik ist einfach, karg, hoffnungsvoll.
Magisch wird sie durch das unvergleichliche Timbre der
Stimme der portugiesischen Songwriterin, ihre aufwühlende Ruhe, Dunkelheit, Seele. Die Leichtigkeit und
subtile Intensität von Hayden Chisholms Saxophonspiel verschmelzen zauberhaft mit der herben Fragilität von Lula Penas Interpretation eigener Songs und
traditioneller Fados.
Sam Amidon
Teenage Fanclub – beim Week-End Festival natürlich nicht im Publikum, sondern auf der Bühne
Brodelnde Spontanität und ungezügelte Improvisationsfreude sind es, die das Marc Ribot Trio im Kern auszeichnen. Marc Ribots sehniges und raues Spiel trifft
hier auf den tiefen, erdigen und pulsierenden Bass von
Henry Grimes und das antreibende, smarte und kraftvolle Spiel von Schlagzeuger Chad Taylor.
Lula Pena & Hayden Chisholm
choices verlost je 3x2 Freikarten
E-Mail bis 2 Tage vor Wunschkonzert
an verlosung@choices.de,
Kennwort: Stadtgarten
Stadtgar ten Venloer Str. 40 / 50672 Köln / Tel. 02 21 / 952 994 - 10
www.Stadtgarten.de Änderungen vorbehalten
Das Week-End Festival bringt Afro Beat infizierten Pop
Der Norweger Sondre Lerche ist bekannt für seine nostalgischen Songs, mal
im Crooner-Style, mal fluffig im fröhlichen Uptempo. Dass es auf seinem neuen Album „Please“ am Rande auch zu einigen harschen Dissonanzen kommt,
liegt wahrscheinlich daran, dass es sein Trennungsalbum zur Scheidung von
der Schauspielerin Mona Fastvold ist und zu allem Übel auch noch auf dem
zuvor gegründeten eigenen Label Mona Records erscheint. Dafür klingt Sondre
aber immer noch verhältnismäßig fröhlich-aufgedreht, und Vergangenheitsbewältigung kann auf der Bühne ja sehr unterhaltsam sein (4.11., 20 Uhr, MTC).
Die vielköpfige Weltmusik-Combo 17 Hippies gibt es seit Mitte der 90er Jahre.
Durch ihren Auftritt in Andreas Dresens Film „Halbe Treppe“ wurden sie 2002
auch überregional bekannt. Seitdem verästelt sich das lockere Kollektiv auch
gerne in Seitenprojekte. Im Mai ist ihr neuestes Album „Biester“ erschienen, das
einen Schwerpunkt auf tanzbare Musik aus Mexiko legt (17.11., 20 Uhr, Gloria).
Das Hip-Hop-Trio Deltron 3030 hat vor vierzehn Jahren ein beeindruckendes
Konzeptalbum veröffentlicht. Der Nachfolger von Rapper Del, DJ Kid Koala und
dem Produzenten Dan the Automator erschien erst im letzten Jahr, hat aber
wieder für einige Aufregung gesorgt (25.11., 21 Uhr, Bürgerhaus Stollwerk).
Das Week-End Festival hat sich in den letzten drei Jahren vor allem durch
seine liebevolle Kuration eines Line-ups jenseits des Durchlauferhitzers, den
wir Festivalbetrieb nennen, einen Namen gemacht. Als erste Klammer des Programms fungiert der Afro Beat, der sich vermehrt in den letzten 15 Jahren
in Indieproduktionen eingeschlichen hat, aber auch zu Zeiten der New Wave
Konjunktur hatte. Aus den 80er Jahren kommen Legenden wie ESG oder A Certain Ratio angereist, weniger weit haben es Bands wie Teenage Fanclub, The
Clientele, die Kölner Von Spar oder Owen Pallett sowie Mdou Moctar mit seinem Wüstenblues. Ganz frisch dabei sind der gebürtige Sudanese Sinkane oder
die Spoken Word-Künstlerin Kate Tempest, die ihre Lyrics mit Band musikalisch unterlegt. 15 Acts spielen an den drei Tagen, dazu gibt es solche Dreingaben wie Jarvis Cocker (Pulp) mit einem nächtlichen DJ-Set, Aftershow-Parties
oder zwei Filmscreenings am Sonntag. Als zweite Klammer fungiert Brian Enos
zweites Soloalbum „Taking Tiger Mountain (By Strategy)“ von 1974, zu dessen
40. Geburtstag etliche der Bands an den drei Tagen jeweils ein Stück covern.
Das stimmige Konzept wird auch im vierten Jahr wieder für beste Unterhaltung
und große Pop-Momente sorgen. Sicherlich das musikalische Herbst-Highlight
(27.-29.11., Stadthalle Mülheim).
CHRISTIAN MEYER
50
Klassik am Rhein
Improvisierte Musik in NRW
Mit Tuch und Mütze
Michael Wollny Trio, Foto: Jörg Steinmetz
Gregory Porter besucht Leverkusen
Lass knacken, Kumpel
Moondog mit Trimba
Moondogs Auferstehung in Kölns St. Peter
Von Olaf Weiden
Das Festival in der Farbenstadt am Rhein ist zur Ruhe gelangt. 35 Jahre
währt nun schon die wechselhafte Geschichte dieser Veranstaltung, die
vom örtlichen Jazzclub ausging und sich zu einem massenkompatiblen
Spektakel für Musikfreunde entwickelt hat. Deshalb bestellt der Veranstalter in jedem Jahr dieselben oder ähnliche
„Für altbackene
Kräfte, die ihm das Leverkusener Forum fülFusionfreaks immer
len sollen. Und wie in jedem Jahr muss der
eine wahre Freude“
Kunde bestätigen: Warum auch nicht?
Der Mensch isst am liebsten wie bei Muttern. Und er hört gern, was er
schon kennt. Möglicherweise wird es ihm über die Musikindustrie unmerklich eingesäuselt, oder ein Musikvideo weist ein paar Millionen
Klicks aus: Das kann dann ja gar nicht schlecht sein. Ist ein Song in den
Charts gelandet, mutiert der Interpret zum Kassenmagneten. Die Wirkung verflacht über die Jahre, dann können zwei schwache Magneten
den Zweck erfüllen.
So paart sich das Sax-blasende Meisje Candy Dulfer mit dem Soulstar
Maceo Parker. Das klappt. Sängerkanone Gregory Porter, der Mann mit
dem Tuch um die Ohren und einer Wintermütze auf dem Deckel, Accessoires, die er nie ablegt, warum auch immer, ist bereits im Vorfeld
ausverkauft. Wer ihn dennoch sehen und besonders hören will, das lohnt
sich nämlich, kann bzw. muss ein Kombi-Ticket kaufen: Vielleicht für die
etwas abgehangenen Funky-Bands Incognito und Spyro Gyra, die für
altbackene Fusionfreaks immer eine wahre Freude bleiben. Oder für die
ausgewanderte, aber weiterhin wunderbare Ute Lemper, die jetzt mit der
WDR Big Band gastiert.
Schützenhilfe benötigen besonders die Young Lions, junge talentierte
Jazzspieler, die in Fachkreisen bei Jazzfans schon gut angesehen sind und
auch international touren. Diese Kost ist leider in Leverkusen schwer verkäuflich. Besser gehen der Bluesabend mit dem Stammgast Popa Chubby oder der Blues-Legenden-Abend mit Dr. John. Ein Fest für die Ohren
verspricht übrigens das Finale: Dann spielen die Musiker der Soul-Band
Tower of Power tanzbare Popjazz-Arrangements vom Feinsten, und Bill
Evans gräbt mit seiner aktuellen Soulgrass-Band ganz
tief in der Erde nach eigenen Wurzeln. Das Projekt mit
einem ständig plärrenden Banjo und einstimmig gemeinsam grölenden Rockmusikern ist so charmant, so
ehrlich, so anrührend, das verbrüdert die unterschiedlichsten Musiklager. Das gleicht einem Rundumschlag
über das gesamte Festival nicht nur auf der HauptbühOlaf Weiden
ne im Forum: In den Clubs Scala und Topos gibt es traMusiker und
Musikkritiker
ditionell auch einiges auf die Ohren.
Von Olaf Weiden
„Die Musik von Moondog ist absolut riesig, auch wenn du keine Drogen
konsumiert hast!“ So lautet ein Erfahrungsbericht im unendlichen Web,
nichts Ungewöhnliches, trifft aber sehr gut. Seine Klänge sind nicht nur
eine Vorahnung auf die Kraft der Minimalmusik, sie sind in ihrer unverstellten Simplizität und Direktheit eindringlich, ihr Kunstanspruch entwächst
einem Trieb, einer tief sitzenden Spiel„Rauschbärtiger Wikinger
freude. Deshalb wirken Moondogs kleine
in Ledercape mit HörnerKunstwerke wie Pretiosen aus einer sehr
helm und Speer“
alten Zeit. Jetzt werden sie in Köln erneut
gehoben.
Ziemlich genau vor vierzig Jahren tauchte in den Fußgängerzonen von
Recklinghausen und Münster ein blinder – beim Spielen mit einer Sprengkapsel verlor der 16-jährige Louis Hardin, später bekannt als Moondog, sein
Augenlicht – und rauschbärtiger Wikinger in klassischem Ledercape auf,
von Hörnerhelm geschützt und mit einem Speer bewaffnet. Ein 19-jähriger
Moondog-Fan hatte den in Amerika bereits seit den 40ern respektierten
Musiker und Straßenkünstler in sein Fachwerkhaus in die Recklinghäuser
Altstadt eingeladen. Moondog hatte musikalische Unterstützung für sein
erstes Konzert in Deutschland von Musikern aus Marl erhalten – hier existierte damals das sehr berühmte ungarische Exilorchester „Philharmonia
Hungarica“ – und er nahm die Einladung nachhaltig an: Er gründete mit
dem jungen Burschen wie damals üblich ganz unkompliziert eine Wohngemeinschaft. Nach zwei Jahren zog Moondog zu Familie Göbel nach OerErkenschwick, denn die haben auch eine Tochter: Ilona wird seine Weggefährtin bis zu seinem Tode 1999, seine Managerin und sein Rückhalt.
Schon in den 40ern baut Moondog sich ein verrücktes Perkussionsinstrument, mit dreieckigen Trommeln, Maraccas und Klanghölzern. Er nennt es
Trimba. Seine meist gleichbleibenden komponierten Rhythmen klingen wie
akustische Vorwegnahmen von frühen elektronischen Rhythmusmaschinen; es knackt zünftig. Er notiert seine Werke in einer Blindenschrift und
richtet sich streng nach der barocken Kontrapunktechnik, führt Gesänge
kanonisch und bewahrt die klassisch-tonalen Räume. Vor seiner zeitgreifenden Ruhrpott-Exkursion lebte er mit Philip Glass zusammen und nahm
Stücke auf mit Steve Reich. Damals schrieb er auch für Kirchenorgel. Später
erfand er eine „pyramidal-symmetrische, numerologisch-esoterische Musiktheorie“. Schon beim erwähnten Konzert Nr. 1 war ein junger deutscher
Organist mit dabei, der an der Folkwang Hochschule studierte: Fritz Storfinger, heute pensionierter Musikus, wird sich gern an diese Tage erinnern.
Er ist mit dabei in der Kunststation St. Peter, genau der richtigen Bühne
für diese kultige und wirklich interessante Begegnung – u.a. auch mit der
berüchtigten Trimba. Aus allen Werkphasen greift das vielseitig besetzte
Ensemble Beispiele heraus, es wird georgelt, getrommelt, gesungen und
mit Obertönen experimentiert: eine reizvolle musikalische Zeitreise!
Moondog | Mi 12.11. 20 Uhr | Kunststation St. Peter | www.reihe-M.de
Ausstellung „Moondogs Candor“ | 7.11.-20.12. | Glasmoog/KHM | glasmoog.khm.de
Leverkusener Jazztage | 8.11.-15.11.
www.leverkusener-jazztage.de
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Kunst und Küche
25.10.2014 – 08.03.2015
25. OKTOBER 2014 – 25. JANUAR 2015
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Konrad-Adenauer-Platz 8 | 51465 Bergisch Gladbach
Telefon: 02202 . 142334 oder 02202 . 142356
kunstmuseum@stadt-gl.de | www.villa-zanders.de
Öffnungszeiten: Di – Sa 14 – 18 Uhr, Do 14 – 20 Uhr, So 11 – 18 Uhr
An Feiertagen wie an Sonntagen | ÖPNV: s11 ab HBF Köln, 20 min
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kunst & gut
Andreas Gursky, Kathedrale, 2007, C-Print, 237 x 333 x 6,2 cm, © A. Gursky/VG Bild-Kunst, Bonn; courtesy Sprüth Magers Galerie, Privatsammlung London
Hohe Häuser
„Die Kathedrale“ im Wallraf-Richartz-Museum
Eine Erkenntnis der Ausstellung „Die Kathedrale“ ist, dass sich in diesen
Bildern aus zwei Jahrhunderten erstaunlich wenig um die Höhe selbst oder
den Blick aus dieser dreht. Jedoch handelt es sich bei diesen Sakralbauten
bis zum 20. Jahrhundert um die höchsten Gebäude überhaupt, die uns noch
heute durch ihre schiere Größe beeindrucken und unsere Winzigkeit demonstrieren, metaphysische Dimensionen vermitteln und Meisterwerke der
Baukunst sind. Das Wallraf-Richartz-Museum zeigt dazu jetzt Gemälde,
grafische Arbeiten und Fotografien von der Romantik bis heute, und zwar in
Deutschland und Frankreich.
Erst spät, in Verbindung mit der neu erwachten Wertschätzung des Mittelalters und der gotischen Kunst, wurde die Kathedrale von der Kunst wieder „entdeckt“. Eine wichtige Rolle spielten dabei Schriftsteller: Goethe mit
„Von deutscher Baukunst“ (1772) und in Frankreich Victor Hugo, der mit
dem „Glöckner von Notre Dame“ (1831) zugleich auf den Verfall der Gotteshäuser aufmerksam machte. Hinzu kam in Frankreich 1824 die Krönung
Karls X. in der Kathedrale von Reims, die den Blick auf das sakrale Bauwerk
als Nationalsymbol lenkte. Die christlich spirituelle Dimension ist vor allem
ein Anliegen der deutschen Romantik. Im Wallraf-Richartz-Museum ist sie
mit Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus mit jeweils mehreren Gemälden vertreten. Der Sakralbau ist inmitten der Natur von außen gegeben,
umfangen von Licht im Wechsel von Hell und Dunkel. – Vielleicht ist diese
malerische Manifestation des Tageslichtes gar nicht so weit weg von seiner
Präsenz bei den französischen Impressionisten? Dort geht es freilich um das
Unmittelbare der Anschauung und die Folgen für die Malerei.
Die Impressionisten besitzen in der Ausstellung einen eigenen Raum. Claude
Monet ist mit vier Ansichten seiner Serie der Kathedrale von Rouen vertreten, ebenso wie Alfred Sisley mit seinen zeitgleich entstandenen Gemälden der Kirche von Moret. Anhand dieser Meisterwerke wird die historische
Leistung des Impressionismus anschaulich: einen Gegenstand zu verschie-
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denen Tages- und Jahreszeiten zu erfassen, wobei er jedes Mal anders wirkt.
Die Gemälde zur Kathedrale, die in verschiedenen Temperierungen erfasst
ist, demonstrieren jedoch auch, was für ein toller Maler Monet war. Mit der
Kathedrale von Rouen – für drei Jahre das höchste Gebäude der Welt, ehe es
um 6 m vom Kölner Dom abgelöst wurde – trug Monet noch zur damaligen
Diskussion um das Verhältnis von Staat und Kirche bei.
Viel später wird das Serielle erneut zu einem zentralen Verfahren einer
Kunstströmung: bei der Pop Art. Sie ist ebenfalls mit Folgen mit Kathedralen
(die natürlich auch Anspielungen auf Monet sind) vertreten, und zwar bei
Roy Lichtenstein und Andy Warhol. Die Pop Art-Künstler verweisen noch
auf die inflationäre Vervielfältigung hin zum Populären. Warhol steigert das
Attraktive durch Glimmer, der wie ein ironischer Kommentar auf die Lichtwirkung und die sakrale Überhöhung wirkt. Sein Motiv ist der Kölner Dom.
Christo wollte diesen mal verpacken: Auch dazu ist eine Arbeit ausgestellt.
Kontrapunktisch dazu weist die Ausstellung auf den Beschuss der Krönungskirche von Reims durch die deutsche Artillerie 1914 – ein Thema wiederum der französischen Kunst. Die Kathedrale wird da zum Ausdruck für
Nationalstolz und später auch für Versöhnung. So wurde mit Imi Knoebel
vor einigen Jahren ein deutscher Künstler beauftragt, sechs Glasfenster zu
gestalten. Neben Knoebels Entwürfen sind in der zeitgenössischen Kunst
monumentale Fotografien von Andreas Gursky oder Roland Fischer zu sehen, die weitere Bedeutungsebenen aufwerfen. Vielleicht kann man diese
Ausstellung überhaupt so sehen: Sie führt konzentriert durch die letzten
200 Jahre Kunst mit einer beiläufigen Hommage an den Kölner Dom, den
man aus dem obersten Stockwerk sehen kann.
THOMAS HIRSCH
„Die Kathedrale“ | bis 18.1.15 | Wallraf-Richartz-Museum | 22 12 65 04
Kunst in NRW
Claire
Morgan
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Annette Messager, © VG Bild-Kunst, Bonn; Kunstsammlung NRW, Foto: Achim Kukulies
Grotesk ernst
Claire Morgan: If you go down to the woods today, 2014,
Installation, 300 x 300 x 250 cm, © Galerie Karsten Greve
Annette Messager in K21 in Düsseldorf
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Von Thomas Hirsch
Die Ausstellung in K21 in Düsseldorf war überfällig. Erstaunlich, dass seit
eineinhalb Jahrzehnten keine museale Einzelausstellung der französischen,
1943 geborenen Künstlerin Annette Messager in Deutschland zu sehen war.
Denn sie gehört zu den Koryphäen der
„Lagerfeuer in unserem
zeitgenössischen Kunst, wurde zweimal
Unterbewusstsein“
zur documenta eingeladen und hat den
Goldenen Löwen der Biennale Venedig erhalten. Vor allem aber – und das
zeigt jetzt die Schau in Düsseldorf – besitzen ihre Objekte, Ensembles und
Installationen eine hohe Anschaulichkeit, gepaart mit Sinnlichkeit. Sie sind
ebenso verständlich wie rätselhaft, eindeutig wie vielschichtig, dabei von
einem feinen Humor und einer tiefen Ernsthaftigkeit. Sie verhalten sich
zwischen einem erzählerischen Realismus und Surrealismus. Sie verweisen
auf die kreatürliche Existenz, indem sie Körper und Körperfragmente teils
verdreht, teils miteinander verwoben, schlaff oder aufrecht zeigen – und
dabei haben wir es doch mit Stoffpuppen und ebensolchem Getier zu tun.
Die Geschöpfe und Objekte lehnen an der Wand, hängen wie Marionetten
von der Decke oder liegen auf dem Boden. In der Installation „Sous vent“
(2004-10) sind Figuren und Körperfragmente unter einem raumgreifenden schwarzen Seidentuch verborgen und immer nur dann kurz durch den
Stoff zu sehen, wenn sich dieser über Windmaschinen hebt. Die Lichtinseln
wirken wie Vegetationen in der Tiefsee oder wie Lagerfeuer in unserem
Unterbewusstsein. Sie lassen an dunkle Geheimnisse, Verdrängungen und
eine plötzliche Klarheit denken. Wie präzise und doch spielerisch M. dabei
vorgeht und unsere Assoziationen und Emotionen zwischen Staunen und
Erschrecken im Griff hat, das verdeutlicht ihre Ausstellung im Düsseldorfer
Ständehaus, die Werke aus 25 Jahren zeigt. Abschluss der Ausstellung ist
eine Arbeit von 2014, die öffentliche Verbote aus aller Welt versammelt
und dabei Kurioses mit absurd Unerträglichem in der naiv einprägsamen
Bildsprache der Verkehrsschilder vermittelt.
Am Anfang des Düsseldorfer Parcours steht die Installation „Motion-Emotion“ (2009-14), bei der Puppen und Motive aus unseren Kinderzimmern
über Ventilatoren in Unruhe versetzt sind. Eine lange Zunge hängt aus
einem Stofftier, ein Kleid bauscht sich auf, ein gedärmartiger Schlauch
windet sich in die Höhe, die Tiere haben das Maul geöffnet und blecken
die Zähne … An anderer Stelle stülpt Messager die Oberfläche eines Stofftieres um und lässt damit an die Häutungen der Kunstgeschichte denken.
Oder sie verweist auf Pinocchio mit seinen vielen metaphorischen Ebenen.
Sie inszeniert vor unseren Augen plastische Bilder, die Ereignisse und Haltungen unserer Zeit transzendieren. Komödie und Tragödie sind hier oftmals eins. Wir schauen in die Höhe
und nach unten, stellen fest, wie sehr uns diese spielerischen, vermeintlich so einfachen Dinge beschäftigen
und kehren wieder an den Anfang zurück: im Kopf und
mit den Füßen. „Es ist großartig, sich zu bewegen, Hirngespinste zu haben und Illusionen“, sagt Messager. „Was
Thomas Hirsch
ist schöner als zu tanzen, zu singen und den Intellekt in
Kunsthistoriker,
Kurator und Journalist Bewegung zu halten?“
„Annette Messager – Exhibition. Exposition“ | bis 22.3.15
K21 in Düsseldorf | 0211 838 12 04
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Kunst-Kalender
KÖLN – Museum Ludwig
www.museum-ludwig.de
Ludwig Goes Pop bis 11.1.15
Die berühmte, inzwischen verstreute
Pop Art-Sammlung von Peter und Irene
Ludwig in ihrer ganzen Breite und mit
den britischen und amerikanischen
Protagonisten
KÖLN – Photographische Sammlung
www.sk-kultur.de
Jim Dine – My Tools bis 8.2.15
Der amerikanische Künstler, der im
Umfeld der Pop Art-Malerei bekannt
wurde, mit Farbfotografien von
Werkzeugen, die hier eine seltsam
poetische Kraft entfalten
KÖLN – Museum Schnütgen
www.museenkoeln.de
Die Heiligen Drei Könige bis 25.1.15
Zum 750. Jahrestag der Überführung der
Gebeine der Heiligen Drei Könige nach
Köln eine breit angelegte Schau zu deren
Vorkommen in Kunst und Kultur
KÖLN – Wallraf-Richartz-Museum
www.wallraf.museum
Die Kathedrale bis 18.1.15
Meisterwerke der Kunst besonders
aus Romantik, Impressionismus und
Gegenwart, die sich mit unterschiedlicher
Intention diesem Sujet zuwenden
LEVERKUSEN – Museum Morsbroich
www.museum-morsbroich.de
Karl Friedrich Schinkel, Gotische Kathedrale auf einem Felsen am Meer, 1815, Öl auf Leinwand, 72 x 98 cm, Alte Nationalgalerie Berlin,
Ausstellung „Die Kathedrale“, Wallraf-Richartz-Museum
Museumslandschaft NRW
BERGISCH-GLADBACH – Villa Zanders
DÜSSELDORF – K20
GELSENKIRCHEN – Kunstmuseum
www.villa-zanders.de
www.kunstsammlung.de
www.kunstmuseum-gelsenkirchen.de
Topf und Deckel bis 8.3.15
Mit Kunstwerken von Käthe Kollwitz über
Rosemarie Trockel bis hin zur jüngsten
Künstlergeneration werden Küche und
Herd als Orte des Kochens präsentiert
Nach Ägypten! bis 4.1.15
Ausgestellt sind Bilder, die Max Slevogt
und Paul Klee auf ihren Reisen nach
Ägypten gemalt haben. Parallel ist ein
neuer Film von Wael Shawky zu sehen
Uwe Kubiak bis 11.1.15
Der Düsseldorfer Künstler mit seinen
konstruktiv konkreten Arbeiten, die aus
der Verschiebung und Variation einfacher
Formen in s/w entstehen
BOCHUM – Kunstmuseum
DÜSSELDORF – K21
HAGEN – Emil Schumacher Museum
www.kunstmuseumbochum.de
www.kunstsammlung.de
www.esmh.de
Sparsha 2.11.-1.2.15
Vierzehn zeitgenössische Künstler aus
Indien reflektieren in ihren Werken
das tradierte Vokabular historischer
Kunstwerke und Angewandter Kunst
Annette Messager bis 22.3.15
Überblick über die wichtigen, nur
vermeintlich spielerischen Installationen
mit Stoff-Tieren und Puppen der
wichtigen französischen Künstlerin
Henri de Toulouse-Lautrec bis 25.1.15
Ein Überblick über die grafischen
Arbeiten des Malers und PlakatKünstlers, der das Leben am Montmartre
in Paris atmosphärisch eingefangen hat
BONN – Bundeskunsthalle
DÜSSELDORF – Museum Kunstpalast
HERFORD – MARTa
www.kah-bonn.de
www.smkp.de
www.marta-herford.de
Outer Space bis 22.2.15
Der Weltraum und die Raumfahrt
als wissenschaftliches Terrain und
unabsehbare Projektionsfläche in den
Feldern von Technik, Design und Kunst
Christian Megert bis 1.2.15
Der Schweizer ZERO-Künstler, der an der
Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt hat,
mit seinen frühen Spiegelobjekten und
einem begehbaren Spiegelraum
Der entfesselte Blick bis 1.2.15
Die frühen Architekturentwürfe von Heinz
und Bodo Rasch im Dialog mit weiteren
visionären Architekten Mitte des 20. Jh.
und zeitgenössischen Künstlern
BONN - Kunstmuseum
www.kunstmuseum-bonn.de
Andreas Schulze bis 18.1.15
Environments und Malerei des Kölner
Künstlers, der mit seinen weichen
Formen zu Zeiten der Jungen Wilden eine
einzelgängerische Position entwickelt hat
DUISBURG – Museum DKM
KÖLN – Deutzer Messehallen
www.museum-dkm.de
www.colognefineart.de
Duisburger Perspektiven bis 23.11.
Werke und Installationen u.a. von Maik
und Dirk Löbbert, Timm Rautert, und der
Lyrikerin Barbara Köhler anlässlich des
Projekts „Ruhr Kunst Szene“
Cologne Fine Art 19.-23.11.
Hervorgegangen aus der einstigen Art
Cologne treffen hier auf hohem Niveau
Angewandte Kunst und freie Kunst aus
verschiedenen Jahrhunderten zusammen
BRÜHL – Max Ernst Museum
DUISBURG – Lehmbruck Museum
KÖLN – Käthe Kollwitz Museum
www.maxernstmuseum.lvr.de
www.lehmbruckmuseum.de
www.kollwitz.de
Der Arp ist da! bis 22.2.15
Thematisiert wird die 1914 einsetzende
Freundschaft zwischen Ernst und
Hans Arp u.a. mit der Rekonstruktion
des Beitrags von Arp auf der Biennale
Venedig 1954
Zeichen gegen den Krieg bis 7.12.
Ausgehend von der expressionistischen
Skulptur des „Gestürzten“ von Wilhelm
Lehmbruck werden internationale
Beispiele der Antikriegsplastik bis heute
ausgestellt
DÜSSELDORF – Kunsthalle
ESSEN – Museum Folkwang
www.kunsthalle-duesseldorf.de
www.museum-folkwang.de
Thomas Ruff bis 11.1.15
Einer der Protagonisten der Düsseldorfer
Fotoschule“ um Bernd und Hilla
Becher, der mit wechselnden Sujets
und Verfahren Fotografie konzeptuell
versteht
Inspiration Japan bis 18.1.15
Die Wirkung der japanischen Kultur auf
die französische Malerei der zweiten
Hälfte des 19. Jh. u.a. mit Meisterwerken
der Impressionisten und Nabis
Jäger & Sammler bis 11.1.15
Thematische Ausstellung, die diese
Begriffe umkreist, mit Beiträgen u.a.
von Mark Dion, Carsten Höller, Christian
Jankowski und Andreas Slominski
M‘GLADBACH – Museum Abteiberg
www.museum-abteiberg.de
Open Dress bis 19.4.15
Miteinander verwobene
Einzelpräsentationen von vier
angesagten jüngeren Künstlern: Nairy
Baghramian und Lukas Duwenhögger,
Danh Vo und Lutz Bacher
OBERHAUSEN – Ludwiggalerie
www.ludwiggalerie.de
Streich auf Streich bis 18.1.15
Mit 300 Originalzeichnungen und 60
Erstdrucken werden 150 Jahre deutsche
Comicgeschichte vorgestellt, ausgehend
von Wilhelm Busch bis heute
REMAGEN – Museum Rolandseck
www.arpmuseum.org
Aron Demetz bis 11.1.15
Der Südtiroler Holzbildhauer (geb. 1927)
mit seinen lebensgroßen menschlichen
Figuren, die noch Momente der
Verletzung und der Metamorphose in
sich tragen
WUPPERTAL – Kunsthalle Barmen
www.von-der-heydt-kunsthalle.de
Heike Kati Barath bis 25.1.15
Die Berliner Malerin mit einer Werkschau
ihrer meist großformatigen, malerisch
eindrucksvollen Bilder, die u.a. Kinder
auf lapidare, dabei vielschichtige Weise
zeigen
WUPPERTAL – Von der Heydt-Museum
www.von-der-heydt-museum.de
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Pissarro bis 22.2.15
Eine Werkschau zu Camille Pissarro, der
zu den Begründern des Impressionismus
Apokalypsen bis 11.1.15
gehört, im Dialog mit Gemälden von
Grafische Zyklen und Blätter von Käthe
Corot, Manet, van Gogh und anderen
Kollwitz und den deutschen Expressionisten zum Geschehen an der Front und Künstlern
daheim während des Ersten Weltkrieges
WUPPERTAL – Waldfrieden
www.skulpturenpark-waldfrieden.de
KÖLN – Kolumba
Luise Kimme bis 11.1.15
www.kolumba.de
Leicht überlebensgroße, schlank
playing by heart bis 24.8.15
aufragende, realistische Holzfiguren, die
Freude und Hoffnung in der sakralen
das Lebensgefühl der Karibik vermitteln,
Kunst und der zeitgenössischen Kunst,
wo Luise Kimme (1939-2013) gelebt hat
ergänzt um eine Würdigung zum 70.
Geburtstag und 20. Todesjahr von
Empfehlungen von Thomas Hirsch
Michael Buthe
OUTER
SPACE
Faszination
Weltraum
bis 22.2.15 in Bonn
ESA- Astronaut Luca Parmitano Auf der internationalen
Raumstation ISS, Foto: NASA
In Kooperation mit dem Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt
WDR FUNKHAUSORCHESTER KÖLN
Outer Space – Eine musikalische Reise durch
unendliche Weiten
Samstag, 29. November, 20 Uhr
WELCOME HOME! ALEXANDER GERST
Willkommensparty für den deutschen Astronauten
Montag, 8. Dezember, 20 Uhr
Kostenfreie Teilnahme nur nach Anmeldung
bis zum 1. Dezember beim DLR:
www.dlr.de/gerst-welcome (ab 8.11.)
Astronaut Ed White bei seinem ersten Raumspaziergang am 3. Juni 1965, Foto: NASA
Kunstwandel
Otto Dix, „Sturmtruppe geht unter Gas vor“, 1924*
Sie gingen mit einem Jauchzen
Ausstellung „Apokalypsen“ im Kölner Käthe Kollwitz Museum
Das Jahr neigt sich zur Neige, noch einmal wird eindringlich an den Ersten
Weltkrieg gedacht, an seinen Beginn und seine sinnlosen Opfer. Das Käthe
Kollwitz Museum in Köln zeigt die „Apokalypsen“ daheim und an der Front.
Die zweigeteilte Ausstellung stellt das Werk der Käthe Kollwitz den Kriegsdruckgafiken der wichtigsten deutschen Expressionisten gegenüber. Sie alle
waren einst in die Schlachten gezogen. Einige blieben auf den Schlachtfeldern zurück. Wie auch Kollwitz‘ Sohn Peter, der euphorisch und patriotisch
nach Flandern auszog und dort nach einer Woche am 22. Oktober 1914 fiel.
„Wäre es mir oder Vater möglich gewesen für ihn zu sterben, daß er leben
durfte – oh wie gern wären wir gegangen“, schrieb die Mutter an ihren
zweiten Sohn Hans. Doch zu spät, gegen den Willen des Vaters hatte sie
sich für den Einsatz Peters für Gott und Vaterland eingesetzt, ein Umstand
der sie Zeit ihres Lebens verfolgte und ihr gesamtes künstlerisches Schaffen
beeinflusste. Sein 100. Todestag war Anlass der Ausstellung.
Einer, der das Schlachten überlebte, war Otto Dix. Seine 1924 entstandene
Serie „Der Krieg“ zeigt drastisch den Horror des Gaskrieges und das Leid
in den Schützengräben. Er verarbeitet in der Mappe auch den Albtraum
der Frontsoldaten nach ihren unmenschlichen Erfahrungen und den Auswirkungen auf die betroffene Zivilbevölkerung. So zeigt „Die Irrsinnige von
St. Marie-a-Py“ (Blatt 35) psychische Schäden, ein Schicksal das auch Dix‘
Künstlerkollege George Grosz teilte, der sich im November 1914 freiwillig
zum Kriegsdienst meldete. Sechs Monate später wird er zwar wegen einer
Erkrankung als dienstuntauglich entlassen, zwei Jahre später will ihn das
Vaterland aber erneut an der Front verheizen. Grosz erleidet einen Nervenzusammenbruch: „Meine Nerven gingen entzwei, ehe ich dieses Mal die
Front, verweste Leichen und stechenden Stacheldraht sah.“ Seine Mappe
„Gott mit uns“, 1920 erschienen, zeigt boshaft in neun skizzenhaften Lithographien das Militär als menschenverachtende Zyniker, aber auch die
wahren Kriegsgewinnler, wie in: „Die Kommunisten fallen...und die Devisen
steigen“.
Rund 150 Papierarbeiten, auch von Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein,
Erich Heckel oder Ludwig Meidner, sind in der Ausstellung direkt über der
Sparkasse, die Träger des Museums ist, zu sehen, darunter Arbeiten aus Willy Jaeckels „memento“-Mappe. Beim „Nahkampf“ (1914/15) trifft das Bajonett gerade mitten in den Bauch, irgendwie erinnern viele der Arbeiten an
die Gräuel gegenwärtiger Auseinandersetzungen um Land und Hoheit des
Denkens. Der Reiz des kriegerischen Messens scheint für Männer unausrottbar zu sein. Das Leid der Mütter auf dem Planeten endlos.
Eine Etage tiefer der „weibliche Blick“ auf den Krieg. Käthe Kollwitz‘ geplantes Denkmal für alle trauernden Eltern, eine Vorzeichnung „die Freiwilligen“, auf der auch ihr Sohn Peter zu sehen ist, aber auch das niederschmetternde Blatt „Die Eltern am Weihnachtsbaum“ (1917). Gleich neben
dem Plakat „Nie wieder Krieg“ (1924) liegen in Vitrinen ihre Original-Tagebücher, voller Skizzen und Gedanken und einem einzigen eingeklebten Bild
von Peter. Der Feldpostbrief an ihn kam nicht zugestellt zurück. Da war er
längst tot.
PETER ORTMANN
„Apokalypsen“ | bis 11.1.15 | Käthe Kollwitz Museum Köln | 0221 227 28 99
*Blatt 12 aus „Der Krieg“, Radierung (Auschnitt), Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Tickets im Vorverkauf inklusive VRS-Fahrausweis über www.bonnticket.de,
Ticket-Hotline +49 228 502010 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
www.bundeskunsthalle.de
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lebt gesund
Verlagssonderveröffentlichung
Körper und Geist fit halten durch Bewegung und gesunde Ernährung, Foto: Amélie Kai
Bitte abschalten!
Fitness & Wellness in Köln und Bonn
„Im Grunde ist es doch überall das Menschliche, was wir suchen und wonach
uns dürstet.“ Hermann Hesse wusste, dass die wahre Erholung in der Hingabe
liegt, und derjenige unglücklich zu nennen ist, der hektisch auf Reisen geht
und dort nach stunden- oder tagelanger Anreise vor allem eins findet: nichts.
Haben Sie vielleicht auch noch Inselposter an der Wand, die von Ruhe und
Relaxen irgendwo in der Südsee künden? Gut. Dann sehen Sie diese noch
einmal voller Liebe und Sehnsucht an und – hängen Sie sie bei nächster Gelegenheit ab! Kölns Wellness-Einrichtungen bieten nämlich Abschaltmöglichkeiten in Hülle und Fülle, und das nicht nur zum Angucken. Vielleicht ist es
der Hektik der Großstadt oder dem blöden neuen Arbeiten und Social-MediaStress geschuldet, dass das Angebot an Bädern und Saunalandschaften nie
besser war als heute. Schon beim Betreten der Claudiustherme am Rhein oder
der Mediterana in Bergisch Gladbach stellt sich ein wohliges Gefühl ein, und
man wähnt sich im Glück des Müßiggangs: Riesige Saunabereiche, Badeangebote für Paare, Thermalbäder bei Kerzenschein, schicke Diners zum Ausklang. Vergessen sind die dunklen Tage, die übereifrigen Knöllchenschreiber,
neurotischen Wichtigtuer und lärmenden Zeitgenossen vor der Tür. Hingabe
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Schwebebecken mit Salz aus dem Toten Meer.
Kletterfabrik Köln
Waltherstr. 69-61 I Köln I 0221 777 16 800 I www.kletterfabrik-dellbrueck.de
Klettern auf über 1.000 Quadratmetern und 100 Routen, für Anfänger und
Fortgeschrittene. Für ein perfektes Training der Muskeln und der Koordination. Spezielle Familien- und Monatsabos.
choices verlost für die Claudius Therme 10x2 Karten. E-Mail bis 24.11.
an verlosung@choices.de, Kennwort: Claudius Therme
Cologne Dance Center
Venloer Str. 41 I Köln I 0221 52 88 10 I www.colognedancecenter.de
Hip Hop, Street Dance, Funky Jazz, Ballett, Pilates und Workout für Einsteiger und Profis. Das CDC bietet in über 90 Kursen pro Woche in 5 Studios ein
sensationelles Angebot.
59
Mediterana
Saaler Mühle 1 I Bergisch Gladbach – Bensberg I 02204 20 20
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Sauna, Thermalbad und eine Gastronomie auf höchstem Niveau. Für ein paar
Stunden oder den ganzen Tag - eine der schönsten Wellnessoasen Europas
trägt Sie fort in spanisch-maurische und indisch-arabische Urlaubswelten.
Zum 1.11. Start des Winterprogramms mit einzigartigen Zeremonien, Beautyanwendungen und entspannender Live Musik.
choices verlost für das Mediterana 5x2 Tageskarten (Mo-Fr).
E-Mail bis 12.12. an verlosung@choices.de, Kennwort: Mediterana
lebt gesund
natürlichRad
Annabergstr. 237 I Bonn I 0228 931 95 75 I www.natuerlichrad.de
Individuelle Fahrradaufbauten, klassische Stahlrahmen, Sitzpositionsberatung. Rennräder aus Karbon, Aluminium & Titan.
Saunapark Siebengebirge
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Sehr gepflegter Familienbetrieb mit sieben Saunen, Ruheräumen, Tennishalle, Hallenbad, Freibad, Whirlpool, Restaurants sowie zusätzlichen Beauty- und Massageangeboten. Geschenkgutscheine online.
Tai Chi Chuan – ITCCA Schule Andreas Heyden
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Seit 1986 sind Wolfes & Wolfes die Spezialisten für ein gesundes, erholsames Schlafen auf Naturmatratzen. Für das perfekte Entspannen und Träumen daheim.
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Raus an die frische Luft – erst recht im Winter. Die Personaltrainer von
Outdoor Gym trainieren in kleinen Gruppen im Kölner Rheinpark und Stadtgarten. Schnupperkurse und Terminübersichten auf der Website.
Evening Chill Out & Panoramasauna
Wer sagt, dass man für Ruhe und Entspannung immer aufs Wochenende
warten muss? Die Mediterana bietet bis Ende April jeden Mittwoch- und
Donnerstagabend ab 19 Uhr 30 „Thermalbaden bei Kerzenschein und Musik“. Mittwochs ist die Musik loungig vor blau-grüner Wasserwelt, donnerstags spanisch vor roter Wasserwelt. Dazu werden in der Spa- und SportsLounge bis 22 Uhr Cocktails gereicht. Und natürlich lohnt sich dazu ein Blick
in die zahlreichen verschiedenen Galerien, Innenhöfe und Suiten, die nach
indisch-arabischen und spanisch-maurischen Vorbildern angelegt wurden.
Farbig geht es auch in der Panoramasauna der Claudius Therme zu, wo
man mit harmonischen Farbreizen einen wunderbaren Ausblick auf den
Rheinpark und den Kölner Dom hat. „Bei der angewandten unaufdringlichen
Lichttherapie wirken verschiedene Farben in positiver Weise auf den Körper. So wirkt die Farbe Blau beruhigend, hemmt Entzündungen und senkt
den Blutdruck. Grünlichtbehandlungen lösen Stauungen und Schwellungen,
fördern das seelische Gleichgewicht und beruhigen irritierte Hautpartien.“
Mehr Erholung geht nicht.
TEXT/ZUSAMMENSTELLUNG: JULES LUX
KLETTERHALLE DELLBRÜCK
Waltherstr. 49-51
Halle 12
51069 Köln
0 221 / 777 16 800
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Cäcilienstraße 24
50667 Köln
Tel. 0221-2577382
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60
Auswahl
Bühne
BARNES CROSSING
Sa 29.11., So 30.11., Di 2.12. je 20 Uhr
Kristóf Szabó: GRAVITYLove
Es brauchte viele Briefe, in denen der
Poet Yvan Goll von seiner Frau Claire
Abschied nahm. In der Inszenierung des
F.A.C.E.-Ensembles verfolgt das Publikum
den Tanz, der die Witwe ins Leben zurückholt. Catalina Carrasco und Kristóf
Szabó, für Tanz und Performance zuständig, lassen Yvans Frau eine Verwandlung
durchlaufen. Im Tanz verabschiedet sie
sich von Erinnerungen und verbindet
dabei den zeitgenössischen Tanz, SoundArt, die Video-Kunst und Performance.
Daraus entsteht ein dichtes Werk voller
Emotionen und gestalterischer Vielfalt.
Info: 02236 96 35 88
CAPITOL THEATER DÜSSELDORF
bis 4.1.
Shrek – Das Musical
Die Spezies der Oger galt vor den ShrekFilmen als grausam und gewalttätig und
war vor allem Märchen- und Sagenfans
ein Begriff. Seit der Zeichentrickfilm-Trilogie aber hat ein radikaler Imagewechsel stattgefunden, statt menschenfressendem Unhold denkt man nun primär an
einen apfelgrünen Sympathicus. Nun
wechselt der urwüchsige DreamworksGrünling das Format, hüpft von der Leinwand auf die Showbühne. Die MusicalAufführung feierte im Oktober in
Düsseldorf Deutschland-Premiere und ist
dort noch bis Anfang 2015 zu sehen bevor sie innerhalb Deutschlands weiterzieht. International ist die Oger-Oper
bereits seit Jahren erfolgreich, vom
Broadway bis Brasilien. Die anrührende
Geschichte vom mürrischen Shrek und
der reizenden Prinzessin Fiona, die es zu
befreien gilt, funktioniert auch auf der
großen Bühne im Capitol Theater. Mit
tollen Songs, Choreografien, imposanten
Bühnendekorationen und vor allem viel
Witz – natürlich darf auch der Esel als
Sidekick nicht fehlen – erlebt der Zuschauer die fabelhafte Märchenwelt fast
noch leibhaftiger als im Kino.
Info: 0211 734 41 50
COMEDIA
gutehalten muss, dass er als hibbeliger
Impro-Quirl mit großer Klappe und Dauer-Schnappatmung wesentlich besser in
die Domstadt passt als ins behäbige Ostwestfalen. Durch zahlreiche Auftritte in
den einschlägigen Comedy-Shows ist der
Quasselkönig in seiner Wahlheimat
längst kein Unbekannter mehr. Korfs
Markenzeichen ist die Mischung aus Improvisationslust, sympathiegeprägter Publikumsinklusion und stechender Medien- und Gesellschaftkritik. Die kommt
allerdings ohne moralisierende Predigten
aus, stattdessen führt er den alltäglichen
Wahnsinn durch groteske Überspitzung
und beißenden Wortwitz ad Absurdum.
Korfs besonderes Talent ist es, mit seiner
eigenen guten Laune das Publikum anzustecken, wodurch auch seine neue Show
„Wer zuerst lacht, lacht am längsten“ zu
mancher Lachträne führen dürfte.
Info: 0221 888 77 222
GILDEN IM ZIMS
Di 18.11.-4.1. 19 Uhr
Die Ursula Verschwörung
Was haben 11.000 Jungfrauen mit dem
Kölner Karneval zu tun? Nachts schleichen dunkle Gestalten über den Ursulaplatz. Ein Funkenmariechen, eine Wirtin
und die Restauratorin von Sankt Ursula wagen sich tief in den Sumpf Kölner
Geheimnisse… Bei der Brauhaus-ActionLesung erwarten einen an die 4711 verteilte Rollen, Cartoons, Special-Effects
und Gesang und über 11.000 Mordopfer.
Info: 0221 16 86 61 10
FREIES WERKSTATT THEATER
Sa 8.11., Fr 28.11., Sa 29.11.
Alltag & Ekstase
Willkommen in der Selbstoptimierer-Hölle. Die ehemalige Keller-Intendantin PiaMaria Gehle bringt Rebekka Kricheldorfs
böse Zustandsbeschreibung einer Patchwork-Familie als große Gegenwartskomödie auf die FWT-Bühne. Mit famosen
Darstellern lässt der Abend aus Sex-, Karriere- und Ökoträumen im Handumdrehen die Luft raus, liefert präzise Pointen
und stimmige Typen.
Info: 0221 32 78 17
SCHAUSPIEL KÖLN
1., 2., 29., 30.11.
Genesis. Die Bibel Teil 1
Stefan Bachmanns eindrucksvolles, ja
monumentales Event rekapituliert mit
15 Schauspielern die Schöpfungsgeschichte, rast dabei tollkühn durch Thriller-, Western- und Seifenopern-Motive,
um im zweiten Teil das Publikum zum
Abendmahl zu bitten. Wer zum Fan der
Bachmann-Intendanz wurde, kann danach das „Weihnachts-Geschenk-Abo“
verschenken: Das Abo beinhaltet drei
Ein Paderborner in Köln. Die NRW-Versi- Highlights aus dem aktuellen Spielplan
on von Stings Klassiker ist Sascha Korfs zum Sonderpreis von 50 Euro.
Schicksal, wobei man dem Comedian zu- Info: 0221 221 28 400
Mi 19.11. 20 Uhr
Sascha Korf
61
Film
FILMCLUB 813
Mo 17.11., Di 18.11. 19.30 Uhr
LaDOC Lectures: Nirgendland
Welt um ihn herum verändert, weiß er
noch nicht. Jochen Schmidt hat einen
Kommentar zum 25-jährigen Jubiläum
des Mauerfalls am 9. November geschrieben: anschaulich und lebendig. Ein
Roman, in dem das Politische zugleich
anwesend und abwesend ist. Bei der Auftaktveranstaltung stellt der Autor seinen
Kosmos im Gespräch mit Joachim Frank
vor und spricht mit dem Künstler Boris
Sieverts über Orte und wie diese sich
verändern.
Info: 0221 22 12 84 00
Musik
Die diesjährigen Lectures des Dokumentarfilm-Frauen-Netzwerkes thematisieren „Die digitale Welt und die Frauen:
Medien, Einflussnahme, Macht, Gewalt“.
Helen Simons auf dem Münchner DOKFest ausgezeichneter „Nirgendland“ wird
im November erstmals an zwei Abenden
diskutiert, um sowohl Publikums- als
auch Fachmeinungen, sprich Inhalt und
Machart, zu erörtern. Simon deckt in ihrem eindringlichen Werk einen unglaublichen Missbrauchsfall aus Starnberg auf,
wo ein Mann sowohl Tochter als auch
Enkelin jahrelang sexuell missbrauchte.
Britta Wandaogo und Elfriede Schmitt
moderieren die Publikumsdiskussion mit
der Regisseurin am 17.11., Christiane
Büchner und Petra Schmitz laden einen Tag später zur Fachdiskussion mit
Filmausschnitten und Rohschnitten. Die
Abende werden unterstützt von der Dokumentarfilminitiative des Filmbüros NW
und choices.
Literatur
LITERATURHAUS KÖLN/
BELGISCHES HAUS KÖLN/
ALTES PFANDHAUS
Di 4.11. 20 Uhr/Mi 5.11. 20 Uhr/Do 6.11.
20 Uhr
10. Deutsch-Türkische Buchmesse
Das Interkulturelles Bildungszentrum
– IBZ e.V. veranstaltet in Köln die 10.
Deutsch-Türkische Buchmesse. Zu Gast
wird unter anderem der türkische Autor
Küçük Ískender sein. Im Gespräch mit
Literaturkritiker Hermann Wallmann beschreibt der türkische Autor die Absicht,
die er mit seinen Gedichten und Texten
verflogt. Autorin Ece Temelkuran stellt
ihr neuestes Werk „Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?“
vor. Dieser Roadtrip handelt von Frauen,
die den Weg in ein selbstbestimmtes
Leben eingeschlagen haben. Schließlich geht es bei der Hate-Poetry darum,
Rassismus ein Gesicht zu geben und ihn
durch Komik zu vertreiben. Dabei liegt es
in der Hand der Gäste zu entscheiden,
welche der anwesenden Journalisten den
besten Hassbrief bekommen hat.
Info: 0151 149 060 41
BÜRGERHAUS KALK
Fr 21.11. 20 Uhr
Slixs
Die sechs Gesangskünstler von Slixs
kommen gänzlich ohne Instrumente aus.
Trotzdem bieten sie eine musikalische
Bandbreite, von Pop über Klassik bis hin
zum Jazz. Als Instrumente dienen dabei
ihre Stimmen, die jede für sich genommen einen einzigartigen Klang besitzt.
Die sechs Künstler erproben gerne neue
Stile und widmeten sich zum Beispiel
dem Kehlgesang oder der Balkanfolklore.
Sich selber bezeichnen die Slixs, vormals
übrigens Stouxingers, als Vocal Bastards.
Seit 1990 macht das Sextett bereits von
sich Reden. Bekannt sind sie mittlerweile
auch über die deutschen Landesgrenzen
hinweg.
Info: 0221 987 60 20
LOFT
Mo 24.11. 20.30 Uhr
Stefan Schultze
Foto: Cathi Slusher
Stefan Schultze ist Pianist und Komponist. Sein Spezialgebiet: Ein mit allerlei
Alltagsdingen präpariertes Klavier, dem
er die unglaublichsten Töne entlockt.
Zum Einsatz kommen nicht nur Radiergummi oder Klebeband, sondern auch
Milchaufschäumer oder Fensterwischer.
Reduziert auf das Minimalste, entführt
Schultze seine Zuhörer in seiner SoloShow in eine Welt variationsreicher Musik, die alleine von der Minimalistik und
SCHAUSPIEL DEPOT 1
dem Sich treiben lassen lebt.
So 9.10. 11 Uhr
Jochen Schmidt - Ein Buch für die Info: 0221 952 15 55
Stadt
choices verlost 2x2 Karten
Sommer 1989: Der 14jährige Jens aus
für die Show. E-Mail bis zum
Berlin fährt ins sächsische Ferienlager
18.11. an verlosung@choices.de,
„Schneckenmühle“. Dass sich auch die
Kennwort: Stefan Schultze
im
ASPEKTE DER SCHÖNHEIT
Vortragsreihe
Knochen, Klüngel, Karneval!
Was haben 11.000 tote Jungfrauen mit dem Kölner
Karneval zu tun?
Die „Brauhaus Action-Lesung“ mit 4711 verteilten
Rollen, Cartoons und Special-Effects!
montags 20 Uhr
’—›’Ĵȱȱ›Ž’
3. November 14
Sonntags
1600 Uhr
Die Farben der Aura
23.11.
17. November 14
30.11.
Die Kunst der Atmung
07.12.
15. Dezember 14
21.12.
Die Symbolik des Lichts
Foto: Smilla Dankert
14.12.
Infos:
www.mission-colonia.de
Gilden im Zims, Heumarkt 77, 50667 Köln
www.gilden-im-zims.de
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0221 / 16866110
ARCHEOSOPHISCHE GESELLSCHAFT KÖLN e.V.
28.11.
Maybebob
Schenken
Brühl
Info & Karten 0221 221 96 330 oder
Tickets
www.buergerzentrum-chorweiler.de
11.-14.12.14 Π20 h
Do 11.12.
Das alternative
Weihnachtspaket mit Norbert Alich
Kleinkunst & Musik
im Autohaus Offizier, Der Rhein –
die arme Sau
Kölnstraße 73
Fr 12.12.
Sa 13.12.
So 14.12.
Frank Fischer
Käthe Lachmann
Rock4
Angst
und andere Hasen
Ich werd` nicht mehr, Don’t break the
ich bin ja schon
Rhythm
62
Eintritt:
11./14.12.: € 18/12
12./13.12.: € 16/12
VVK: brühl-info,
Uhlstraße 1
Tel. 02232 79-345
VVK auch schriftlich an
tickets@bruehl.de &
Fax 02232 79-2690
Speisen & Getränke
sind im Eintrittspreis
nicht enthalten.
Auswahl
Kunst
ALTE FEUERWACHE KÖLN
Fr 14.11.-Fr 21.11.
Ansichten | Absichten | Einsichten
die 1914 ihren Sohn im Krieg verlor und
1922/23 die Holzschnittfolge „Krieg“ geschaffen hat. Zu den ausgestellten Werken gehören die druckgraphischen Mappen „Somme 1916“ von Max Pechstein
und „Der Krieg“ von Otto Dix.
Info: 0221 227 28 99
MUSEUM SCHNÜTGEN
bis 25.1., Di-So 10-18, Do 10-20 Uhr
Die Heiligen Drei Könige
IMPRESSUM
MUSEUM FÜR
OSTASIATISCHE KUNST
bis 1.2., Di-So 11-17 Uhr
Vom Japonismus zu ZEN
Dieses Jahr gibt es erstmalig eine Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Hürther
Künstler e.V.. 17 Künstler präsentieren
eine Woche lang Arbeiten der unterschiedlichsten Genres: Fotografie, Collage, Installation, Malerei, Skulptur und
Schmuck. Dazu wird ein umfangreiches
Rahmenprogramm mit Tanz, Performanz
und Jazz geboten.
Info: 02233 537 15
ARTRMX
9.-28.11., Di-Sa 16-20 Uhr
Zeitzeugen
Sharif Waked, Gaza Zoo Bathtime, © Sharif Waked
Als Beitrag zur 100. Wiederkehr des Kriegsbeginns und noch in Reaktion auf die vielen
kriegerischen Auseinandersetzungen unserer Tage, sind sechs zwischen 1964 und
1978 geborene Künstler, u.a. aus Israel und
dem ehemaligen Jugoslawien, zu dieser
Ausstellung im Atelierzentrum Ehrenfeld
eingeladen. Mit ihren Installationen und
Videoarbeiten hinterfragen sie die unterschiedlichen Formen von Konflikt und auch
die Präsenz von Gewalt in unserem von Internet und Fernsehen geprägten Alltag.
Info: 0221 294 969 59
Anbetung der Heiligen Drei Könige vom Hochaltar des Kölner Domes, Köln, um 1310-1322,
Museum Schnütgen, Köln, © RBA / W. Meier
Paul Klee, O.T. (Zwei Fische, einer am Haken),
1901, Feder, Aquarell auf Karton, Privatbesitz
Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee,
© Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klee wurde in vielerlei Hinsicht von
der japanischen Kunst beeindruckt. Er
entdeckte für seine eigene Arbeit das
Japanpapier, übte die Tuschemalerei
und setzte sich mit der ostasiatischen
Kalligraphie auseinander. Seine Kenntnis
beruhte auf der unmittelbaren Anschauung, besonders der japanischen Holzschnittsammlung von Emil Praetorius.
Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit
mit dem Zentrum Paul Klee entstanden
ist, stellt nun den Blättern von Paul Klee
Werke der japanischen Kunst gegenüber.
Info: 0221 221 286 08
Die Heiligen Drei Könige sind gemeinsam mit der hl. Ursula und dem hl.
Gereon die Stadtpatrone von Köln. Anlässlich des 850-jährigen Jubiläums der
Überführung ihrer Gebeine wendet sich
das Museum Schnütgen den Heiligen
Drei Königen in der Kunst vom 3. bis ins
16. Jahrhundert zu. Ausgestellt sind liturgische Handschriften und Altarbilder
ebenso wie Skulpturen und Werke der
Schatzkunst. Ein eigenes Kapitel wendet
sich der Bedeutung und den Spuren der
Heiligen Drei Könige in Köln zu.
Info: 0221 221 313 55
ZUSAMMENGESTELLT VON: R.GERCHEL,
T. HIRSCH, A. LENKEWITZ, J. LUX, B.SEIM
Veranstalter-Infos an:
auswahl@choices.de
choices bietet Platz
für freie AutorInnen!
www.koeln-erlebnistouren.de
Neue Berufe – Gute Chancen
Mitarbeit an dieser Ausgabe:
Frank Brenner, Jessica Düster, Hartmut
Ernst, Jörg Fürst, Sanje Gautam, Rebecca Gerchel, Rolf-Ruediger Hamacher,
Nina Heinrichs, Wolfgang Hippe, Thomas
Hirsch, Marianne Kolarik, Bernhard Krebs,
Thomas Linden, Jules Lux, Lisa Mertens,
Christian Meyer, Anne Nüme, Peter Ortmann, Jan Schliecker, Carla Schmidt, Benjamin Seim, Olaf Weiden, Romy Weimann,
Hans-Christoph Zimmermann
Projektleitung:
Rüdiger Schmidt-Sodingen
Grafik: Amélie Kai, Dominik Empl
Anzeigenverwaltung:
BERNDT MEDIA
Joachim Berndt
Dr.-C.-Otto-Str. 196, 44879 Bochum
Tel. 0234-94191-0, Fax -94191-91
E-Mail: info@berndt-media.de
www.berndt-media.de
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Alle nicht gesondert gekennzeichneten
Bilder sind Pressefotos.
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Unterwelt- oder Brauhaustour?
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Chefredaktion:
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Druckerei:
Graphischer Betrieb Henke GmbH
Engeldorfer Straße 25
50321 Brühl
KÄTHE KOLLWITZ MUSEUM
bis 11.1., Di-Fr 10-18, Sa, So 11-18 Uhr
Apokalypsen daheim und an der Front
In einem weiteren Beitrag zum Ersten
Weltkrieg 1914 zeigt das Käthe Kollwitz
Museum, wie die damals unmittelbar betroffene Generation der Expressionisten
die furchtbaren Ereignisse dokumentierte
und künstlerisch verarbeitete. Ausgangspunkt ist das Werk von Käthe Kollwitz,
Herausgeber:
choices Verlag
Joachim Berndt, Büro Köln
Maastrichter Str. 6-8, 50672 Köln
Tel. 0221-27252-60, Fax: -88
E-Mail: info@choices.de
www.choices.de
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Die Auflage unterliegt der ständigen Kontrolle der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der
Verbreitung von Werbeträgern.
Durch Berndt Media
werden auch folgende Kultur-, Kino- und
Bildungsmagazine (Ruhrgebiet, Wuppertal, Aachen und Düsseldorf) vertreten:
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