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4. Landeskonferenz Gesund Altern in Frankfurt

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10 2014 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles
4. Landeskonferenz Hessen „Gesund Altern“ in Frankfurt
Dippel die jüngeren Generationen in die heitserziehung (HAGE), dessen Team die
Pflicht. Er gab die häusliche Gemeinschaft Tagung organisierte, forderte eine auf
und Begleitung als Ziel vor, um zugleich „Alte eingestellte Krisenhilfe“. Einerseits
für ein positives Bild der in der Pflege tä- mit Möglichkeiten für Senioren, ihrem Letigen Fachkräfte zu werben. Es müssen ben eine neue Sinnstiftung durch gesellWege gefunden werden, Pflege menschlich schaftliches Engagement zu geben. Andezu organisieren und regional zu vernetzen. rerseits aber auch durch Vernetzung und
Als Vertreterin der Bundeszentrale für ge- Weiterentwicklung der Hilfsangebote. Gesundheitliche Aufklärung (BzgA) stellte Dr. sundheitsförderung in der Pflege betreffe
Monika Köster deren Programm „Altern auch die Wohnungs- und Verkehrsplanung.
in Balance“ vor. Neben den „jungen Alten“ Das Thema „Lokal vernetzte Hilfen für
nahm Köster belastende Faktoren im Alter Senioren und Angehörige“ griff Prof. Dr.
in den Blick, denen präventiv begegnet wer­ Marianne Brieskorn-Zinke in ihrem Refe­
den müsse: Dazu gehören häufige Krank- rat „Gesundheitsförderung im Themenfeld
heiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Pflege“ auf. Sie berichtete zunächst über
Einschränkungen des Bewegungsappara- ihre Forschungen, den Beruf der Krankentes oder Demenz. In der Altersgruppe der schwester hin zu einem Gesundheitsfach65- bis 75-Jährigen leiden 76 Prozent der beruf zu entwickeln. Analog des alten BeFrauen und 68 Prozent der Männer an rufsbildes einer „Gemeindeschwester“
mehr als zwei Krankheiten. „Bei fehlender sprach sich Brieskorn-Zinke für den Beruf
sozialer Integration steigt die gesundheit- „Public Health Nursing“ aus. Damit sollen
liche Belastung ebenfalls“, erklärte Kös- neue Handlungsfelder erschlossen werden –
ter. Auch einschneidende Erlebnisse wie hin zu einer „aktivierenden Pflege“ wie
der Eintritt in den Ruhestand oder der Tod Angehörigenarbeit, Leitung von Gesunddes Partners können Ältere schnell aus heitskursen und Beratungsstellen. Sie for­
der Bahn werfen.
derte die Einrichtung eines „Hauses der
Dieter Schulenberg rief daher zur Entwick- Gesundheit im Alter“ in jedem Stadtteil,
lung von Präventionsketten in der Alters- in jeder Kommune, inklusive eines Pflegevorsorge auf. Der Geschäftsführer der Hes­ stützpunktes, aber mit vielen weiteren
sischen Arbeitsgemeinschaft für Gesund- Angeboten (Beratung, Medizin, gemeinsame
generationsübergreifende Aktivitäten).
Nach einer angeregten Diskussion nahm
Initiativen rund um das Thema Pflege
die Gerontologin Dr. phil. Martina Wolfin• GRIPS Kassel ist eine Initiative des Seniorenreferates der Stadt und der Evangeger die Bedürfnisse der pflegenden Angelischen Kirche Kassel. Ausgebildet und vermittelt werden u.a. Trainerinnen zur
hörigen in den Fokus. Wolfinger, wissengeistigen und körperlichen Förderung älterer Menschen.
schaftliche Mitarbeiterin an der UniversiKontakt: Nina Hesemeier, Tel.: 0561 787-5024, E-Mail: nina.hesemeier@kassel.de
tät der Bundeswehr in München, unter• „Beruf und Pflege vereinbaren – die hessische Initiative“: Die Hessische Landesstrich die Bedeutung der Gesundheitsförregierung hat gemeinsam mit dem Bildungswerk der hessischen Wirtschaft, der
derung für die Pflegenden selbst anhand
AOK Hessen und der familieundberuf gGmbH die hessische Initiative „Beruf und
vieler Beispiele. Sie benötigen Freiräume,
Pflege vereinbaren“ gestartet. eigene (körperliche) Aktivitäten, Wertschät­
Kontakt: Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., Forschungsstelle, Parkzung und Information über Hilfen und
straße 17, 61231 Bad Nauheim oder per E-Mail an: info@berufundpflege.hessen.de;
Netzwerke. Im Anschluss an die Vorträge
Homepage www.berufundpflege.hessen.de
beschäftigten sich Foren mit einzelnen
• Die Interessenselbstvertretung pflegender Angehörige (IspAn) tritt für die geThemen
rund um die Pflege.
sellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung pflegender Angehöriger ein.
Über eine Million Menschen in Hessen sind
älter als 65 Jahre, 150.000 davon pflegebedürftig. Es gibt immer mehr 100-Jährige,
die sich zum Teil noch alleine versorgen
können. Mit diesen Nachrichten begann
Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong vom
Hessischen Ministerium für Soziales und
Integration (HMSI) die 4. Landeskonferenz
Hessen „Gesund Altern“ mit dem Thema
„Altersbilder im Wandel – Förderung und
Erhalt von Gesundheit in der Pflege“ in
Frankfurt/Main. Wie kann Pflege heute
organisiert werden? hieß die zentrale Frage
der Tagung, deren Schwerpunkt auf der
Rolle der Angehörigen bei der Pflege lag.
71,2 Prozent der Pflegebedürftigen in Hessen, rund 100.000 Menschen, werden zu
Hause von Angehörigen teilweise in Zusam­
menarbeit mit ambulanten Pflegediensten
betreut. Für die pflegenden Angehörigen
sei dies eine Belastung rund um die Uhr,
stellte Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im HSMI, heraus. Im Jahr 2060 werden
bereits bis zu 34 Prozent der Bevölkerung
über 65 Jahre sein. Der Staat alleine werde
die Pflegearbeit nicht stemmen und nicht
alles mit dem Pflegegeld abdecken können.
„Ich glaube, dass wir Jüngeren verpflichtet
sind, Sorge zu tragen für diejenigen, die
uns ein Leben lang begleitet haben“, nahm
Weitere IspAn-Gruppen, Infos und Kontaktadressen unter www.ispan.de
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Isolde Asbeck
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Bildung
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