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Der Weg zur optimalen Pensionskasse - WH&P Weibel, Hess

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Sozialversicherungen
Pensionskassenvergleich
Der Weg zur optimalen Pensionskasse
Durch eine attraktive Pensionskassenlösung können Arbeitgeber bei bestehenden und potenziellen Mitarbeitenden punkten. Wie sich die berufliche Vorsorge in sechs Schritten optimieren lässt.
Von Josef Zopp
A
rbeitgeber suchen bei der Rekrutierung und bei der Personalbindung
nebst dem Gehalt nach attraktiven Zusatzleistungen, um sich gegenüber anderen Arbeitgebern abzuheben. Oft wird
dabei die Bedeutung einer attraktiven
Pensionskassenlösung
unterschätzt.
Doch wie sollen Firmen vorgehen, wenn
sie mit ihrer beruflichen Vorsorge bei Ihren Mitarbeitenden punkten wollen?
1. Analyse der aktuellen Verträge
Der Weg zur optimalen Pensionskasse
beginnt mit einer Überprüfung der bestehenden Verträge. In den Anschlussverträgen sind die Kündigungsmodalitäten
festgehalten. Im Normalfall haben Pensionskassenverträge eine feste Laufzeit von
drei bis fünf Jahren. Ist die Vertragslaufzeit
abgelaufen, verlängern sich die Verträge
meist stillschweigend um ein weiteres
Jahr, falls diese nicht mit einer sechsmonatigen Kündigungsfrist auf Ende eines
Kalenderjahres gekündigt werden, das
heisst, dass die Kündigung in der Regel
bis zum 30. Juni eingehen muss. Zudem
wird im Pensionskassenvertrag geregelt,
was mit den bestehenden Rentnern geschieht. Bleiben Sie bei der heutigen
Pensionskasse oder ist ein Wechsel zum
neuen Versicherer vorgesehen? Weiter
sind das Vorgehen und die Kostenfolge
Bestandteil des Vertragsinhalts.
16
Unterschiede mit Folgen: Für das Personal ist die Verzinsung der Altersguthaben entscheidend.
Für die Mitarbeitenden stehen bei der
Wahl der Pensionskasse auch die Höhe
der Verzinsung der Altersguthaben sowie
der Umwandlungssatz im Vordergrund
der Altersvorsorge auch die versicherten
Leistungen bei Invalidität und im Todesfall
festzulegen. Für eine massgeschneiderte
Vorsorgelösung sind die Lebenssituationen der Mitarbeitenden zu berücksichtigen. Es stehen Fragen im Vordergrund
wie:
• Wie viele Mitarbeitende sind verheiratet?
• Leben viele Mitarbeitenden im Konkubinat?
• Wie sieht die Altersstruktur der Belegschaft aus?
• Sind viele Mitarbeitende unterstützungspflichtig?
Bei der Analyse der aktuellen Verträge
sind auch die Versicherungsleistungen
kritisch zu hinterfragen. Es zahlt sich aus,
wenn der Leistungskatalog Schritt für
Schritt festgelegt wird. Darin sind nebst
der Höhe der Sparbeiträge für die Bildung
Ein wesentlicher Aspekt ist auch die
Höhe des Arbeitgeberbeitrages. Finanziert der Arbeitgeber nur die gesetzlich
erforderlichen 50 Prozent an die Pensionskasse? Oder leistet der Arbeitgeber
«Goodwill» und übernimmt einen höhe-
personalSCHWEIZ
Oktober 2014
ren Anteil der Beiträge damit den Mitarbeitenden ein paar Franken mehr in der
Tasche bleibt?
2. Offerten bei Anbietern einholen
Wenn der Leistungskatalog definiert ist,
gilt es abzuwägen, welche Pensionskassenmodelle im Vordergrund stehen.
Kommen Pensionskassen in Frage, die
eine Vollversicherungsgarantie gewähren
oder sind teilautonome Sammelstiftungen zu favorisieren, bei denen Chancen
auf höhere Anlageerträge und damit
höhere Altersleistungen möglich sind?
Bei einigen Kassen können die angeschlossenen Firmen auch mitbestimmen,
wie die Vorsorgegelder angelegt werden
können.
Nachdem festgelegt ist, welche Pensionskassen angefragt werden, ist bei diesen
Sozialversicherungen
der gewünschte Leistungskatalog mit
den Mitarbeiterdaten anzufragen. Für
die Erstellung der Offertendossiers ist den
Pensionskassen eine Frist von zwei bis drei
Wochen einzuräumen.
3. Marktvergleich mit Vorselektion
Sobald die Offerten der Pensionskassen
eintreffen, sind diese auf ihre Richtigkeit
zu überprüfen. Stimmen die offerierten
Leistungen mit der Anfrage überein?
Sind für sämtliche Personen die richtigen
Daten übernommen und die versicherten
Leistungen korrekt offeriert? Dabei sind
folgende Parameter zu beachten:
a) Kostenvergleich
Die Prämien beeinflussen den Entscheid
bei der Pensionskassenwahl mit. Diese sind in Sparbeiträge zur Bildung der
Altersvorsorge sowie in Risiko- und
Verwaltungskosten zu unterteilen. Die
Sparbeiträge werden den Versicherten
direkt gutgeschrieben und sollten bei
allen Pensionskassen gleich hoch sein.
Grosse Unterschiede gibt es bei den Risiko- und Verwaltungskosten. Mit den
Risikokosten finanzieren die Kassen die
Invaliditäts- und Todesfallleistungen. Die
Verwaltungskosten decken die administrativen Tätigkeiten.
b) Finanzielles Gleichgewicht
Nebst dem Kostenvergleich sind weitere
wesentliche Bereiche zu analysieren. Die
finanzielle Lage der Pensionskassen kann
aufgrund des Deckungsgrades und der
zu Grunde liegenden versicherungstechnischen Parametern beurteilt werden.
Für das finanzielle Gleichgewicht ist zudem die Versichertenstruktur wesentlich.
Hierzu gilt es zu berechnen, wie hoch der
Anteil der Rentner im Verhältnis zu den
aktiv Versicherten steht. Aufgepasst: Ein
hoher Rentneranteil kann die finanzielle
Lage einer Kasse aus dem Gleichgewicht
bringen.
c) Verzinsung
Für die Mitarbeitenden stehen bei der
Wahl der Pensionskasse auch die Höhe
der Verzinsung der Altersguthaben sowie der Umwandlungssatz im Vordergrund. Wird das Altersguthaben über
ein Arbeitsleben von 40 Jahren bei einem
versicherten Lohn von 80 000 Franken mit
einem Prozent mehr verzinst, nimmt das
Vollversicherungen:
«Umwandlungssatz «Umwandlungssatz
Obligatorium»* Überobligatorium»*
«Verzinsung (1)
2009–2013  p.a.»
Allianz Suisse
6,80
5,84
2,16
AXA Winterthur
6,80
5,60
2,12
Basler
6,80
5,84
1,97
Helvetia
6,80
5,84
1,94
PAX
6,80
5,32
1,87
Swiss Life
6,80
5,84
2,14
«Teilautonome Gemeinschafts- «Umwandlungssatz «Umwandlungssatz
und Sammelstiftungen:»
Obligatorium»* Überobligatorium»*
«Verzinsung (1)
2009–2013  p.a.»
«Deckungsgrad
per 31.12.2013»
«techn. Zinssatz
Altersrentner 2013»
Alvoso LLB PK
6,30
6,30
1,95
108,3 (3)
3,00
ASGA Pensionskasse
6,80
6,40
2,12
114,1
3,00
AXA Group Invest
6,80
6,00
2,20
110,7
– (5)
Comunitas Vorsorgestiftung
6,40
6,40
1,40
92,8
3,50
CoOpera Sammelstiftung
6,80
6,80
1,80
106,5
3,50
Copré
6,80
6,80
2,25
104,5
2,50
Futura Vorsorgestiftung
6,80
5,60
1,91
112,1
– (5)
Gemini Sammelstiftung
6,30
6,30
– (4)
110,3 (3)
3,00
Groupe Mutuel Vorsorge
6,80
5,84
1,90
119,7
– (5)
Meta Sammelstiftung
6,60
6,60
1,40
85,0
2,00
3,00
Nest Sammelstiftung
6,70
6,70
1,80
110,1
NoventusCollect Sammelstiftung
6,00
6,00
1,90
110,2 (3)
– (5)
Pensionskasse pro
6,80
6,80
1,70
102,0
2,50
Pensionskasse Profaro
6,40
6,40
1,72
100,4
3,25
Phoenix Sammelstiftung
6,80
6,80
– (2)
105,6
3,50
PKG Pensionskasse
6,60
6,60
1,80
110,3
2,75
Profond Vorsorgeeinrichtung
7,10
7,10
2,20
104,2
3,50
Revor Sammelstiftung
6,80
5,17
1,80
102,9
– (5)
Spida Personalvorsorgestiftung
6,80
6,80
1,80
112,2
3,00
Stiftung Abendrot
6,70
6,70
1,80
108,3
3,00
Swiss Life Business Invest
6,40
6,40
– (2)
102,4
2,50
Swisscanto Sammelstiftung
6,80
6,40
1,80
109,4
– (5)
Transparenta Sammelstiftung
6,80
6,20
1,80
108,2 (3)
2,50
Vita Sammelstiftung
6,80
5,84
1,86
106,2
– (5)
Angaben in Prozent
* Männer Alter 65, ab 01.01.2015
(1) Gewichtung: Obligatorischer Teil 60% / Überobligatorischer Teil 40%
(2) Zu wenig Geschäftsjahre
(3) Durchschnittsdeckungsgrad der Stiftung, individueller Deckungsgrad auf Stufe Vorsorgewerk
(4) Wird durch jedes Vorsorgewerk individuell festgelegt
(5) Altersrentner im 2013 vollumfänglich rückversichert
gesamte Alterskapital um rund 120 000
Franken zu. Damit steigt die lebenslange
Altersrente um über 7200 Franken pro
Jahr. Ausschlaggebend für die Berechnung der Altersrente ist ferner auch der
Umwandlungssatz. Dieser ist insbesondere für Mitarbeitende, die kurz vor der Pensionierung stehen, ein zentraler Aspekt.
Aufgrund der erwähnten Parameter kann
eine erste Vorselektion bei den Angeboten durchgeführt werden. Es ist zu empfehlen nebst der aktuellen Pensionskasse
maximal 3–4 Kassen in der engeren Auswahl zu berücksichtigen.
4. Detailanalyse und Entscheid
Bei den ausgewählten Pensionskassen
können nun auch organisatorische Kriterien unter die Lupe genommen werden
Quelle: www.pensionskassenvergleich.ch
(Abläufe, Mitsprache, Organisation).
Zudem sind die Kosten- und Leistungen
für jeden einzelnen Mitarbeitenden zu
vergleichen.
In einer Detailanalyse der Reglemente
werden die Unterschiede beim Kleingedruckten deutlich. Oft kommen erst hier
Seminartipp
Berufliche Vorsorge
Frischen Sie Ihre Kenntnisse über die
berufliche Vorsorge (BVG) auf und vertiefen Sie aktuelle Fragen, die Sie in Ihrem
beruflichen Alltag beschäftigen.
Termin: 23. Oktober 2014
Ort:
Zentrum für Weiterbildung
der Universität Zürich
Anmeldung und weitere Informationen:
www.praxisseminare.ch
personalSCHWEIZ
Oktober 2014
17
Sozialversicherungen
die Unterschiede bei den verschiedenen
Pensionskassen zum Vorschein. Zentrale
Aspekte dabei sind beispielsweise:
• Kann bei Pensionierung das gesamte
Altersguthaben in Kapitalform bezogen werden?
• Ab welchem IV-Grad werden Invaliditätsleistungen ausgerichtet?
• Welches sind die Bedingungen für Ehegatten- und Lebenspartnerrenten?
• Wer erhält das angesparte Kapital im
Todesfall?
• Müssen sich die versicherten in die
Reserven der neuen Pensionskasse einkaufen?
• Wann sind die Prämien fällig? Quartalsweise oder vorschüssig?
Da der Entscheid zur Wahl der Pensionskasse facettenreich ist, hilft oft die
Gegenüberstellung der wesentlichen
Kriterien in einer Entscheidungsmatrix.
Sollte daraus die definitive Wahl noch
nicht klar sein, können zwei, allenfalls
drei Pensionskassen für ein persönliches
Gespräch eingeladen werden. So können
allfällige Informationslücken geschlossen
werden und man erhält von den Vertretern der Pensionskassen einen persön-
HR-Tool online
Checkliste Pensionskassenwechsel
Diese Checkliste versammelt die wichtigsten Schritte bei einem Wechsel der
Pensionskasse.
Download: www.personal-schweiz.ch
lichen Eindruck. Im Anschluss an diese
Präsentationen kann im Normalfall der
Entscheid zur zukünftigen Pensionskasse
gefällt werden.
5. Kommunikation des Entscheids
Mit dem Entscheid für einen Wechsel
oder auch für die Weiterführung der
beruflichen Vorsorge bei der bisherigen Pensionskasse ist der Prozess längst
nicht abgeschlossen. Nun gilt es, die
Mitarbeitenden über diesen Entscheid
zu informieren. Insbesondere bei einem
Pensionskassenwechsel ist es von Vorteil,
eine Informationsveranstaltung zu organisieren. Dabei sind die Mitarbeitenden
über den bisherigen Ablauf, den Entscheid und allfällige Veränderungen zu
informieren. Für diese Information ist es
hilfreich, wenn sich die Versicherten mit
einem provisorischen Vorsorgeausweis
über die neue Vorsorgesituation ein Bild
machen können.
Empfehlenswert ist es, den Mitarbeitenden zusätzlich die Möglichkeit anzubieten, bei einem persönlichen Gespräch auf
die eigene Vorsorgesituation einzugehen.
Erfahrungsgemäss machen 10–15 Prozent der Mitarbeitenden von dieser Möglichkeit Gebrauch. Diese Einzelgespräche
sind vor allem auch dann hilfreich, wenn
die Vorsorgekommission nicht alleine
entscheiden kann und eine MitarbeiterAbstimmung für den Pensionskassenwechsel erforderlich ist.
6. Erledigen der Formalitäten
Kündigen Sie nie einen Vertrag, bevor Ihnen nicht die schriftliche Deckungszusage
der neuen Pensionskasse vorliegt! Prüfen
Sie auch die neuen Verträge. Insbesondere Auflösungskosten, Teilliquidation und
allfällige Verpflichtungen des Arbeitgebers sind kritisch zu hinterfragen.
Am Ende dieses Projektes steht bei einem
Pensionskassenwechsel der Übertrag der
Vorsorgegelder von der bisherigen zur
neuen Pensionskasse an. Es gilt zu kontrollieren, dass die Versichertendaten richtig erfasst sind und die Altersguthaben
korrekt eingebucht wurden.
Von einer erfolgreichen Optimierung der
Pensionskasse kann erst dann gesprochen
werden, wenn für sämtliche Versicherte
eine nachhaltige Vorsorgesituation erzielt
werden konnte. Die Zufriedenheit der
Mitarbeitenden ist das Ziel jeder zukunftsgerichteten Personalpolitik und zeichnet
ein erfolgreiches Unternehmen aus.
Autor
Josef Zopp ist Partner
und Bereichsleiter Personenversicherungen bei der
Weibel Hess & Partner AG.
Er berät Firmen bei der
Analyse und Optimierung
der beruflichen Vorsorge.
Zudem ist er der Verfasser des jährlichen
Pensionskassenvergleichs
(www.pensionskassenvergleich.ch).
Wir bleiben dran, bis es passt.
Sind Sie auf der Suche nach einer qualifizierten Fachperson? Oder suchen
Sie eine neue berufliche Herausforderung?
Careerplus ist die führende Schweizer Personalberatung für die Rekrutierung von
qualifizierten Fachleuten für die Berufsgruppen Finanzen, HR, Sales, Technik und IT.
www.careerplus.ch
personalSCHWEIZ Oktober 2014
18
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