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(Zedler, Johann Heinrich) - Geschichtsverein für Kärnten

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(Zedler, Johann Heinrich). – Großes, vollständiges Universal Lexicon Aller
Wissenschaften und Künste, Welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz
erfunden und verbessert worden. Bd. 1–64 (nebst) Suppl. 1–4. – Halle, Leipzig: Zedler
1732–1754
Titelblatt zu Bd. 1, 33,5 x 21,5 cm Blattgröße
Landesmuseum für Kärnten, Klagenfurt, Bibliothek
Kurz nach der Gründung des Geschichtsvereines, als Ankershofen und Jenull die ersten
Bücher zur Verfügung gestellt hatten, erhielt die Vereins-Bibliothek eines der wertvollsten
Geschenke: Zedlers Universal-Lexikon in 68 Folianten, das teilweise aus dem Besitze der
Grafen Thurn-Valsassina stammt und mit einigen Bänden aus dem Bestande der Grafen von
Egger komplettiert ist. Dieses Werk nimmt in der Reihe der Enzyklopädien einen
bedeutenden Platz ein und wird nicht mehr wie seit Plinius unter dem Verfasser oder
Herausgeber, sondern unter dem Namen des Verlegers zitiert. Damit beginnt die neue, von
Brockhaus oder Larousse fortgesetzte Gepflogenheit, das ganze Verdienst derartiger
Unternehmen dem Verlage zuzuschreiben. Erstmals wurde ein ganzer Stab von Spezialisten
beschäftigt, die für die einzelnen Fachgebiete verantwortlich waren. Eine Aufsehen erregende
Neuerung war auch die Aufnahme von Biographien lebender Persönlichkeiten.
Der hohe Wert des Werkes liegt auch darin, dass es
eine der größten abgeschlossenen Enzyklopädien ist,
ebenso in der Genauigkeit und Zuverlässigkeit, die es
trotz der relativ raschen Herstellung erzielte. Der
„Zedler“ ist somit immer noch eine brauchbare Quelle
für Auskünfte auch über weniger bedeutende Personen
und Institutionen des 18. Jahrhunderts, die aus den
heutigen Nachschlagewerken längst gestrichen sind.
Johann Heinrich Zedler aus Breslau (1706–1763) war
einer jener Buchhändler und Verleger, die Leipzig zu
einem Zentrum des geistigen Lebens gemacht haben.
Er verfeindete sich mit seinen Kollegen, die
befürchteten, dass seine ab 1732 erscheinende
allumfassende Enzyklopädie möglicherweise alle
anderen Bücher überflüssig machen und damit das
Ende des ganzen Verlagswesens herbeiführen werde.
Zedler verlegte sein Unternehmen in das preußische
Halle. Johann Peter von Ludewig, der Kanzler der
Universität, lieferte das Vorwort zum ersten Band, als
Zedlers „Großes vollständiges Universal- Hauptredakteur gewann Zedler den Leipziger
Professor für Dichtkunst Johann Christoph Gottsched.
lexikon“ 1732
Foto: U. P. Schwarz
Vom 19. Band an wurde Carl Günther Ludovici, Professor für Philosophie an der Universität
Leipzig, mit der Redaktion betraut; ab Bd. 61 leitete sie Johann Heinrich Wolf als Nachfolger
des Unternehmens, der sie mit dem Bande 64 abschloss und bis 1754 noch 4
Ergänzungsbände herausbrachte. Zedler hatte sich auf sein Landgut zu Wolfshain
zurückgezogen. Für die Bibliothek des Landesmuseums für Kärnten, in der die
entsprechenden Bestände des Geschichtsvereines aufgingen, repräsentiert der „Zedler“ eines
der älteren Standardwerke, die in manch anderen größeren Instituten nicht in so reichem
Maße vorhanden sind.
Josef Höck
(Aus: Carinthia I/1994, S. 404 f.)
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Seele and Geist
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