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DONAUESCHINGER MUSIKTAGE 2014 - SWR

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DONAUESCHINGER MUSIKTAGE 2014
Presseinformationen
LUST AUF KULTUR
Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Inhalt
Presseinformation „Donaueschinger Musiktage 2014“
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Interview mit Festivalleiter Armin Köhler:
Ein Plädoyer für die Autonomie der Künste
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Überblick über die in der Ausstellung vertretenen Künstler
und die Uraufführungen ihrer Werke
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Verleihung des Karl-Sczuka-Preises 2014
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Donaueschinger Musiktage live in SWR2 und im
Live-Videostream im Internet
16
CD-Edition „Donaueschinger Musiktage 2013“
17
Ausblick: Donaueschinger Musiktage 2015
18
NEU: Komplettmitschnitte für Radio- und TV-Journalisten
19
Presseservice für SWR2
20
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Komponisten, ihre Musik und ihre anderen Künste
Donaueschinger Musiktage 2014 in neuer Dimension:
19 Uraufführungen / umfangreiche Ausstellung in der Alten
Hofbibliothek / 20 Stunden Live-Programm in SWR2
Die Donaueschinger Musiktage 2014 präsentieren sich vom 17. bis
19. Oktober in ungewohntem Umfang, indem sie sich vorrangig
Komponisten widmen, die sich über ihr musikalisches Tun hinaus
auch in anderen Kunstsparten erfolgreich ausdrücken und von den
Wechselbeziehungen der Disziplinen profitieren. Im Zentrum stehen
dabei künstlerische Produkte, die auf die Autonomie der jeweiligen
Kunstsparte setzen. Das Programm der Musiktage wird dafür neben
den insgesamt 19 Uraufführungen und zwei Klanginstallationen erstmals mit einer umfassenden Ausstellung sowie Lesungen, Film- und
Videovorführungen um eine neue Dimension erweitert.
Festivalleiter Armin Köhler: „Wolfgang Rihm wurde beispielsweise
eingeladen, weil er, so wie Hans Zender auch, aus meiner Sicht einer
der bedeutendsten Essayisten in der aktuellen Komponistenszene ist.
Brian Ferneyhough und Friedrich Cerha wurden als Maler und
Komponist eingeladen, Pascal Dusapin als ein herausragender
französischer Fotograf und Komponist. In Donaueschingen wird er
zudem auf dem Gebiet der Klangkunst präsent sein. Das dürfte viele
aus der Szene überraschen.“
Den Auftakt des Festivals bildet am Freitag, 17. Oktober, um 17 Uhr
in der Alten Hofbibliothek die Eröffnung der Ausstellung, die in
Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln,
Kolumba, Bilder, Objekte, Videos, Texte und Collagen von im
musikalischen Programm vertretenen Komponisten präsentiert. Das
Eröffnungskonzert folgt am selben Abend um 20 Uhr und wird vom
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gemeinsam mit
dem SWR Vokalensemble Stuttgart gestaltet. Emilio Pomàrico
dirigiert Werke von Manos Tsangaris, Friedrich Cerha, Hans Zender
und Hanspeter Kyburz.
Das Klangforum Wien und die neuen Vokalsolisten Stuttgart sind am
18. Oktober um 11 Uhr mit Werken von Chiyoko Szlavnics, Wolfgang
Rihm und Salvatore Sciarrino zu erleben. Unter dem Titel „Musiksprechen“ folgen um 15 Uhr und 18 Uhr Werke, die sich mit Sprache,
Wort und Musik beschäftigen. Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller
spricht in einem neuen Werk von Josef Anton Riedl unveröffentlichte
Collage-Gedichte. Ab 20 Uhr präsentieren sich das „Mazen Kerbaj’s
Trumpet Ensemble“ und die vier Stimm-Performer „JJJJ“ in der
SWR2 NOWJazz Session im Spannungsfeld von Individualismus und
Improvisation.
Das Ensemble Modern Frankfurt bringt am 19. Oktober um 11 Uhr
unter der Leitung von Jonathan Stockhammer Werke von Peter
Ablinger, Kryštof Mařatka und Brian Ferneyhough zur Uraufführung.
Um 14 Uhr erfolgt die Verleihung des Karl-Sczuka-Preises für
Hörspiel als Radiokunst 2014. Im Abschlusskonzert um 17 Uhr sind
2
erneut das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und
das SWR Vokalensemble Stuttgart zu erleben. Dirigiert von FrançoisXavier Roth gelangen Werke von Simon Steen-Andersen, Brice
Pauset, Manos Tsangaris und Ondřej Adámek zur Uraufführung. Die
Musiker des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg
verleihen in diesem Jahr zum zehnten Mal ihren „Orchesterpreis des
SWR Sinfonieorchesters“ für das überzeugendste Orchesterwerk des
Jahrgangs und ermöglichen der ausgezeichneten Komposition damit
weitere Aufführungen.
SWR2 überträgt nahezu alle Konzerte live aus Donaueschingen,
insgesamt mehr als 20 Sendestunden.
Zudem ist das Abschlusskonzert erstmals live als Videostream im
Internet zu verfolgen unter SWR2.de/donaueschingen.
Unter dem gemeinsamen Label „music academy Donaueschingen“
(maD) findet 2014 erneut der Studentenworkshop „Next Generation“
sowie die Lehrerfortbildung „Musik aktuell“ statt. Eng bezogen auf das
Programm der Musiktage, bieten die Veranstaltungen von „maD“ rund
180 Nachwuchskomponisten, Musikstudenten und Musiklehrern ein
Forum für die Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragestellungen zur zeitgenössischen Musik.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert die Donaueschinger Musiktage
2014 im Rahmen ihrer Spitzenförderung. Weitere Förderer sind das
Land Baden-Württemberg, die Stadt Donaueschingen, der Südwestrundfunk und die Ernst von Siemens Musikstiftung.
Live-Übertragung im SWR2-Webradio: SWR2.de
Weitere Informationen zu den Donaueschinger Musiktagen im
Internet: SWR2.de/donaueschingen
Druckfähige Pressefotos finden Sie im Internet zum Herunterladen:
ARD-foto.de
Pressekontakt SWR: Oliver Kopitzke
Tel.: 07221/929 23854, mobil: 0172/735 63 35
E-Mail: oliver.kopitzke@swr.de
Interviewanfragen, Pressematerial: Stefan Stahnke
Tel.: 030/34781984, mobil: 0176/6213 5688
E-Mail: st@worteuebermusik.de
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Ein Plädoyer für die Autonomie der Künste
Festivalleiter Armin Köhler im Gespräch mit Theo Geißler, Kulturpublizist und Herausgeber der „neuen musikzeitung“, über
Spezialisierung, Kontemplation und Verfransung in der Kunst
Theo Geißler: Letztes Jahr enthielt das Programm der
Donaueschinger Musiktage vornehmlich und bewusst großformatige
Werke. In diesem Jahr erleben wir eine mögliche Ausweitung
dahingehend, dass viele große Orchesterwerke auch im Verbund mit
anderen Medien, anderen Künsten angeboten werden. Was war
dabei das Kalkül des Programmgestalters?
Armin Köhler: „Im Verbund mit anderen Medien“ ist nur bedingt
richtig. Setzen wir doch in diesem Jahr ganz bewusst auf die
Autonomie der einzelnen Künste. Daher auch die schlichte
Konjunktion „und“ als Festivalthema. Es handelt sich dabei um ein
Zitat. Denn 1928 hat Wassily Kandinsky einen Essay mit eben jenem
Titel geschrieben. In diesem Essay bezeichnet er das 19. Jahrhundert als eines der Spezialisierung und der Fragmentierung der
Künste, das 20. Jahrhundert als eines der Synthese.
Geißler: Befinden wir uns denn jetzt wieder in einem Jahrhundert,
das zur Aufsplitterung der Künste neigt?
Köhler: Nein. Das kann man nun wirklich nicht sagen. Ganz im
Gegenteil. Die Themensetzung bei solch einem Festival im Allgemeinen dient der Konzentration. Sie möchte in einer Zeit der
Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen das überbordende Angebot
unterschiedlicher ästhetischer Haltungen fokussieren. In einem
dreitägigen Festival ist es ohnehin nicht möglich, das ganze
Spektrum abzubilden. Also grenzen wir ganz bewusst noch weiter
ein, um auf diese Weise andere Qualitäten ins Zentrum der
Aufmerksamkeit zu rücken: die Konzentration, die Fähigkeit zu
kontextualisieren und zu fokussieren sowie die Fähigkeit, die
Aufmerksamkeit auf eine gemeinschaftliche Perspektive zu richten.
In diesem Jahr haben wir Komponisten eingeladen, die über ihr
Metier hinaus auch in anderen Metiers gleichwertig agieren, die
neben ihrer kompositorischen Tätigkeit auch malen, fotografieren,
Filme drehen, Essays oder Gedichte schreiben, die Cembalos bauen
usw. usf. Deshalb wird es in diesem Jahr nicht nur die üblichen
Konzerte geben, sondern auch Lesungen, Film- und Videoaufführungen und eine große Ausstellung bildender Kunst. Ein Erfolg
des Festivals wäre es, wenn am Ende allen bewusst werden würde,
wie eingeschränkt doch unsere Kunstsicht wäre, wenn wir Wirklichkeit einzig aus unserem Nischendasein betrachten und bewerten.
Geißler: Dieses kleine Wörtchen „und“ kann ja zweierlei: Es kann
verbinden, aber es kann auch trennen…
4
Köhler: Richtig.
Geißler: Worauf legt die Festivalkonzeption denn nun Wert?
Köhler: Wenn ich mich schon entscheiden muss, dann würde ich
mich auf das Trennende festlegen. Ich weiß aber gar nicht, ob man
die Frage so stellen sollte. Viel näher liegt mir, neutral auf das
Additive, das in dieser Konjunktion liegt, zu verweisen. „Und“ meint in
diesem Fall: etwas hinzufügen, zusätzlich zu einem bereits
Vorhandenen.
Geißler: Nun ist es ja so, dass dieses „anything goes“ schon in
Zeiten der so genannten Postmoderne im vergangenen Jahrhundert
ein sehr umstrittenes Credo wurde. Jetzt haben wir das Phänomen,
dass ganz andere Einflüsse – ich meine damit technische Einflüsse –
massiv auf die Künste einwirken. Welche Rolle spielen diese technischen Innovationen in Ihrer Konzeption?
Köhler: Die spielen natürlich eine ganz wichtige Rolle, wenn auch
nicht so vordergründig wie in vergangenen Jahren. Im Zentrum des
Festivals steht zwar nicht die große neue Welt hybrider oder transdisziplinärer künstlerischer Produkte, dafür aber die Tatsache, dass
durch die Digitalisierung die Spezialisierung der gesamten Gesellschaft auf einen neuen Höhepunkt getrieben wurde. Die horizontale
Spezialisierung gilt seit langem als Ideal der Arbeitsordnung, als
Insigne des Fortschritts, als Voraussetzung der Automatisierung,
Radikalisierung und Ökonomisierung der Gesellschaft – auch der
Künste. Minimale Anstrengung, maximales Resultat. Dieser hohe
Grad an Spezialisierung ist in der Musik von besonderer Bedeutung.
Gibt es doch kaum eine andere Profession, bei der Konzentration auf
ein einziges Gebiet so früh im Leben eines Menschen eingefordert
wird und im Berufsleben als unabdingbare Voraussetzung für hohe
Qualität gilt. Und gerade in der Musik gilt es als ein ausgesprochenes
Tabu, einer anderen Profession nachzugehen. Sofort wird man zum
Dilettanten abgestempelt.
Auf der anderen Seite verfügen wir mit dem Computer, dieser Universalisierungsmaschine, über ein Werkzeug, um alle medialen
Daseinsformen unabhängig ihres inhaltlichen Wertes zu disponieren
und die Reintegration der Disziplinen voranzutreiben – und damit
auch die Omnipräsenz des Multimedialen. Mit dem Ansatz, die
Künste autonom zu behandeln, möchten wir diese Entwicklung
kritisch hinterfragen. Im Zusammenhang mit den erwähnten Spezialisierungsbestrebungen der Gesellschaft muss auf ein Paradox
unserer Zeit verwiesen werden, das eine ganz zentrale Voraussetzung für die Themenwahl des Festivals ist: Während sich auf der
einen Seite die Spezialisierung der Gesellschaft ausdifferenziert,
erwartet diese zugleich ein ganz anderes Menschenbild: jenes des
Alleskönners. Als Beispiel aus der Musik möchte ich auf die neue
Rolle des Ensemblemusikers hinweisen: In vielen aktuellen
Kompositionen hat dieser nicht nur sein erlerntes Instrument zu
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spielen, sondern zugleich bis zu fünf weitere zu bedienen, gleichzeitig
szenisch zu agieren, zu tanzen und zu singen.
Geißler: Führt diese Paradoxie nicht möglicherweise zu einer
Verflachung dessen, was an Kreation geschieht?
Köhler: Das ist eine Frage der Perspektive. Das kann durchaus so
sein, muss es aber nicht. Wenn Sie also meinen sollten, dass ich mit
der Wahl des Themas wertend in das aktuelle Musikdenken eingreifen möchte, dann muss ich das verneinen. Mir kommt es vielmehr
darauf an, durch diese Themensetzung auf die Tiefenschichten
aktuellen künstlerischen Wollens hinzuweisen. Oder besser: Ich
möchte die Tiefenschichten künstlerischen Wollens freilegen. Die
Fragen, die sich dahinter verbergen, lauten: Wie äußert sich eigentlich Kunstwollen? Wie materialisiert es sich und in welchem Medium
findet eine Idee Ausdruck? Welchem Wandel unterliegt das Kunstwollen innerhalb eines Künstlerlebens? Wie geschieht Kunstausübung im Verbund mit Spezialisierung? Und wer ist eigentlich ein
Spezialist und wer ein Dilettant? Und wann münden Ideen in ein
Konzert, wann in eine Ausstellung, wann in eine Lesung?
Geißler: Nun kann man beobachten, dass vor allem jüngere
Zuhörerinnen und Zuhörer so eine polyglotte Präsentation, also die
Vermischung von Klängen, Musik, Video, Text, Bewegung besonders
schätzen, sie vielleicht durch ihre Rezeptionsgewohnheiten, geschult
durch Internet und andere Medien, sogar für die Innovation, für das
Richtige halten. Wo bleibt da die Musik?
Köhler: Keine Angst: Sie behauptet sich. Allerdings können wir nicht
verschweigen, dass unter den von Ihnen benannten Bedingungen
das Visuelle durchaus einen starken Zuwachs zu verzeichnen hat.
Die Musik wird aber immer präsent sein, da bin ich mir sicher. Ich
würde eher fragen: wo bleibt die Kontemplation? Davon wird, wenn
es um Kunstwahrnehmung geht, kaum noch gesprochen. Lassen Sie
mich doch an einem Beispiel aus dem Programm das Konzept des
diesjährigen Festivals festmachen. Es wird unter anderem auch
offenbaren, dass Kontemplation durchaus auch dann möglich ist,
wenn mehrere Medien zum Einsatz kommen. Nehmen wir Peter
Ablingers Komposition „points & views“ aus dem Konzert mit dem
Ensemble modern. Der erste Satz dieser Komposition ist ein Tintenstrahldruck, der zweite ein Musikstück. Beiden Sätzen liegt das
gleiche Material zugrunde und die Umsetzung dieses Materials
erfolgt nach den gleichen elementaren Prinzipien der Rasterung.
Basis der Arbeit ist das Verhältnis von Wirklichkeit und Wahrnehmung. Zudem ist seit einigen Jahren Sprache Ablingers zentrales
Material. Sprachfetzen, Schallplattengeräusche und Tonbandrauschen sowie deren mediale Konstituierung bilden denn auch in
dieser Komposition eine Grundlage, die es vom Instrumentalensemble gewissermaßen abzutasten gilt: Kunst als spektrale
Rasterung von Wirklichkeit. Und dieses Prinzip der Rasterung von
Wirklichkeit findet in beiden Metiers seine Anwendung. Ablinger
transponiert die Idee von der Musik ins Bildnerische und umgekehrt.
Das hat aber nun wirklich gar nichts damit zu tun, was man
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allgemeinhin heute unter „Gesamtkunstwerk“ oder „Multimedia“
versteht. Das ist ein ganz eigenständiger Ansatz.
Geißler: Kann es sein, dass aus diesem Grund nach vielen Jahren
Josef Anton Riedl wieder nach Donaueschingen zurückkehrt, der
sehr früh ja schon genau mit diesen Elementen, wenn auch nicht mit
solchen weit entwickelten technischen Geräten, gearbeitet hat?
Köhler: Josef Anton Riedl wurde nach Donaueschingen eingeladen,
weil er sowohl ein spannender Komponist, als auch ein hervorragender Laut-Poet ist. Und: Er hat schon in den 70er- und Anfang
der 80er-Jahre verschiedene Kunstformen zu verbinden gesucht.
Seine Laut-Poesien konkretisieren sich in erster Linie gar nicht als
Laut, sondern als große Zeichnungen. Deshalb werden im Zentrum
der Ausstellung in diesem Jahr auch die lautpoetischen Zeichnungen
von Josef Anton Riedl stehen, die gar nicht interpretiert, also in Klang
gesetzt werden sollen, sondern aus sich heraus bereits Klang sind.
Geißler: Wie ordnet sich ein scheinbarer „Pur-Komponist“ wie
Wolfgang Rihm in dieses Programmspektrum ein?
Köhler: Wolfgang Rihm wurde eingeladen, weil er, so wie Hans
Zender auch, aus meiner Sicht einer der bedeutendsten Essayisten
in der aktuellen Komponistenszene ist. Brian Ferneyhough und
Friedrich Cerha wurden als Maler und Komponist eingeladen, Pascal
Dusapin als ein herausragender französischer Fotograf und
Komponist. Er hat übrigens zunächst bildende Kunst studiert und
dann erst Musik. Gerade Pascal Dusapin wird in Deutschland nur als
Komponist von werkorientierter Orchester- und Kammermusik und
von Opern rezipiert. In Donaueschingen wird er neben seinem fotografischen Werk auch auf dem Gebiet der Klangkunst präsent sein.
Das dürfte viele aus der Szene überraschen.
Geißler: Das diesjährige Programm will also ein Ausrufezeichen
setzen: Das Kunstwerk ist autark, die Musik ist autark, die Komposition ist autark. Gleichzeitig versammeln sich Doppel- oder TripelBegabungen, die ihre Kreationen, ihre Werke in unterschiedlichen
Präsentationsszenarien darstellen.
Köhler: Ja, das kann man so sagen. Wobei es natürlich auch
Kompositionen gibt, von Simon Steen-Andersen und Ondrej Adámek,
die Musik und Video miteinander verzahnen.
Geißler: Ist das vielleicht doch auch ein Zugeständnis an den sich
verändernden Publikumsgeschmack gerade beim jungen Publikum?
Köhler: Nein, das glaube ich nicht. Ganz im Gegenteil. Das junge
Publikum fragt gar nicht mehr nach der Autonomie der Künste, weiß
vielleicht gar nichts mehr von diesem Sachverhalt. Ablesbar ist dies
am Einleitungstext des Programmheftes, den Elena Ungeheuer
gemeinsam mit ihren Studenten der Würzburger Universität
geschrieben hat. Aus deren Sicht scheint es nie etwas anderes
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gegeben zu haben, als die Verfransung der Künste. Vielleicht haben
wir es doch mit einem Generationenproblem zu tun.
Geißler: Birgt die so genannte Multitasking-Fähigkeit möglicherweise
auch die Chance, sich zu fokussieren oder besteht doch eher die
große Gefahr des Zerfransens oder des An-der-Oberfläche-Bleibens?
Köhler: Letzteres mag die Perspektive unserer Generation sein. Ich
glaube, dass sich neue Qualitäten ausprägen werden. Wir befinden
uns gegenwärtig in einer Umbruchsituation, in der diese neuen
Qualitäten noch ihre verbale Ausformulierung suchen. Aber das ist
nur eine Frage der Zeit.
Geißler: Der Begriff „Form“ hat auch eine ganz konkrete Bedeutung:
Eine Form setzt Rahmen, setzt Grenzen, setzt aber möglicherweise
auch die Forderung nach erwartbarer Qualität und Befriedigung einer
Erwartungshaltung voraus…
Köhler: Form ist immer! Auch dort, wo sie vermeintlich im Offenen
verschwinden soll. Wir Rezipienten werden nicht anders können, als
diese neu entworfene Form abzugleichen mit unseren eigenen
Kunst- und Lebenserfahrungen. Das macht Kunstwahrnehmung
maßgeblich aus. Insofern habe ich mit der Form überhaupt keine
Probleme.
Geißler: Und auch keine Sorgen um die Zukunft, denn Donaueschingen war immer schon ein Platz des Suchens und des Findens…
Köhler: Genau. Manchmal ist es ganz gut, wenn man kurz stehenbleibt in dieser schnelllebigen Zeit, sich einen Moment fokussiert und
konzentriert auf eine Sache. Alle kommen nach Donaueschingen und
blicken aus einer Perspektive gemeinschaftlich auf ein Phänomen.
Aus dieser gemeinschaftlichen Sicht werden neue Fragen
erwachsen. Das finde ich faszinierend. Ich bin mir sicher, dass die
meisten Besucher nicht nach Donaueschingen kommen, um
vorgefertigte Antworten in Form von „schönen“ neuen Werken zu
erhalten, sondern dass all diese präsentierten künstlerischen
Entwürfe neue Fragen aufwerfen. Das ist das Hauptanliegen des
Festivals überhaupt: Fragen zu stellen.
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
und+ – Komponisten, ihre Musik und ihre anderen
Künste
Überblick über die in der Ausstellung vertretenen Künstler
und die Uraufführungen ihrer Werke
Peter Ablinger (*1959 in Schwanenstadt, Österreich), Zeichnungen,
Objekte
Sonntag, 19.10., 11 Uhr, Ensemblekonzert II
Uraufführung points & views (2014)
Ondřej Adámek (*1979 in Prag), Air Machine (Installation und Video)
Sonntag, 19.10., 17 Uhr, Abschlusskonzert
Uraufführung Körper und Seele
für Air-Maschine, Chor und Orchester (2014)
Jaap Blonk (*1953 in Woerden, Niederlande), Grafiken
Samstag, 18.10., 20 Uhr, SWR2 NOWJazz Session
Friedrich Cerha (*1926 in Wien), Gemälde und Assemblagen
Freitag, 17.10., 20 Uhr, Eröffnungskonzert
Uraufführung Nacht für Orchester (2012/2013)
Samstag, 18.10., 18 Uhr, Lesung
mit Texten von Friedrich Cerha
Renald Deppe (*1955 in Bochum), Grafische Partituren
Samstag, 18.10., 14-20 Uhr, Klangkunst
Sonntag, 19.10., 13-16.30 Uhr, Klangkunst
Musikalische Grafiken und Capella con durezza
Pascal Dusapin (*1955 in Nancy), Fotografie
Freitag, 17.10., 17-19 Uhr, Klangkunst
Samstag, 18.10., 11-20 Uhr, Klangkunst
Sonntag, 19.10., 11-17 Uhr, Klangkunst
Mille Plateaux, Klanginstallation
Brian Ferneyhough (*1943 in Coventry), Computergrafik
Sonntag, 19.10., 11 Uhr, Ensemblekonzert II
Uraufführung Inconjunctions für Ensemble (2014)
Samstag, 18.10., 19 Uhr, Lesung
mit Texten von Brian Ferneyhough
Mazen Kerbaj (*1975 in Beirut), Zeichnungen
Samstag, 18.10., 20 Uhr, SWR2 NOWJazz Session
Mazen Kerbaj’s Trumpet Ensemble (Premiere)
Johannes Kreidler (*1980, Esslingen), Video
Alte Hofbibliothek, Ausstellung
22 music pieces for video (2014)
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Kryštof Mařatka (*1972 in Prag), Video
Sonntag, 19.10., 11 Uhr, Ensemblekonzert II
Uraufführung Mélodictionnaire
Konzert für Klavier und Instrumentalseptett (2014)
Chris Newman (*1958 in London), Malerei
Samstag, 18.10., 14-20 Uhr, Konzertinstallation I
Sonntag, 19.10., 13-16 Uhr, Konzertinstallation I
Uraufführung Explanation
Video, painting installation with string quartet (2014)
Josef Anton Riedl (*1929 in München), Zeichnungen
Samstag, 18.10., 15 und 18 Uhr, Musiksprechen
Uraufführung Schweigewatte mit Anspielung
Eine Lautkomposition für drei Sprecher, einen Schlagzeuger und
Zuspielung (2014)
François Sarhan (*1972, Rouen, Frankreich), Collagen, Video
Samstag, 18.10., 14-19 Uhr, Konzertinstallation II
Sonntag, 19.10., 13-16 Uhr, Konzertinstallation II
Uraufführung Zentral Park
für neun Musiker, Elektronik und Video-Projektion (optional) (2014)
Samstag, 18.10., 17 Uhr, Lesung
mit Texten von François Sarhan
Salvatore Sciarrino (*1947 in Palermo), Malerei, Grafik
Samstag, 18.10., 11 Uhr, Ensemblekonzert I
Uraufführung Carnaval
für fünf Stimmen, Klavier solo und zehn Spieler (2013)
Chiyoko Szlavnics (*1967 in Toronto), Zeichnungen
Samstag, 18.10., 11 Uhr, Ensemblekonzert I
Uraufführung Inner Voicings (2014)
Manos Tsangaris (*1956 in Düsseldorf), Objekte, Zeichnungen
Freitag, 17.10., 20 Uhr, Eröffnungskonzert
Uraufführung Mistel Album für Orchester
Schwindel der Wirklichkeit I und II (2014)
Sonntag, 19.10., 17 Uhr, Abschlusskonzert
Mistel Album für Orchester
Schwindel der Wirklichkeit III (2014)
Samstag/Sonntag, 18./19.10., jeweils 14 Uhr, Lesungen
mit Texten von Manos Tsangaris
Jennifer Walshe (*1974 in Dublin), Objekte, Installationen
Samstag, 18.10., 15 und 18 Uhr, Musiksprechen
THE TOTAL MOUNTAIN (2014)
Sonntag, 19.10., 13 Uhr, Lesung
mit Texten von Jennifer Walshe
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Überblick über die in Lesungen vertretenen Künstler und
die Uraufführungen ihrer Werke
Michael Lentz (*1964 in Düren)
Samstag, 18.10., 15 und 18 Uhr, Musiksprechen
Uraufführung Hotel zur Ewigen Lampe – operative Vorgänge
Eine Sprechplastik (2014)
Sonntag 19.10., 15 Uhr, Lesung
mit Texten von Michael Lentz
Wolfgang Rihm (*1952 in Karlsruhe)
Samstag, 18.10., 11 Uhr, Ensemblekonzert I
Uraufführung Sound As Will
für Trompete und Ensemble (2014)
Samstag, 18.10., 15 Uhr, Lesung
mit Texten von Wolfgang Rihm
Hans Zender (*1936 in Wiesbaden)
Freitag, 17.10., 20 Uhr, Eröffnungskonzert
Uraufführung „Oh cristalina ...“
für 3 Gruppen von Sängern und Instrumenten (2013/2014)
Samstag, 18.10., 16 Uhr, Lesung
mit Texten von Hans Zender
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Karl-Sczuka-Preis 2014 für Hörspiel als Radiokunst
für Carl Michael von Hausswolff
Förderpreis für das „No-Input-Ensemble“ & 2xC / Preisverleihung am 19.10. in Donaueschingen und live in SWR2
Der schwedische Komponist Carl Michael von Hausswolff erhält
am Sonntag, 19. Oktober, den vom Südwestrundfunk (SWR)
gestifteten Karl-Sczuka-Preis 2014 für Hörspiel als Radiokunst. Er
wird für sein Hörstück „Circulating over Square Waters“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 12.500
Euro verbunden. Das Preiswerk, eine Produktion des SWR mit
dem Karlsruher ZKM Institut für Musik und Akustik, wurde am 4.
Februar 2014 in SWR2 gesendet. Der diesjährige Karl-SczukaFörderpreis in Höhe von 5.000 Euro wird an die Karlsruher Gruppe
„No Input Ensemble“ & 2xC für die bisher ungesendete Autorenproduktion „Fieber. Kommentarwerk zum Gebirgskriegsprojekt“
vergeben, die anlässlich der Preisverleihung zum ersten Mal
gesendet wird. Die Preisverleihung findet als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2014 statt.
Über die Zuerkennung der Preise hat eine unabhängige Jury unter
Vorsitz der ehemaligen Kulturstaatsministerin Christina Weiss
entschieden, der weiterhin Margarete Zander, Helmut Oehring,
Marcel Beyer und Michael Grote angehörten. Die Jury gab für ihre
Entscheidung folgende Begründung: „Der schwedische Künstler
Carl Michael von Hausswolff tritt mit minimalistischen Mitteln in
einen musikalischen Dialog mit der Materialität von Räumen und
deren Klangeigenschaften. Sein Instrumentarium besteht aus
zwölf Sinusgeneratoren und zwei Lautsprechern. Mit deren Hilfe
werden die Eigenschwingungen des Raumes ausgelöst und in
einem kontinuierlichen Crescendo hörbar gemacht. Unbeirrbar
konsequent benutzt Carl Michael von Hausswolff in ‚Circulating
over Square Waters (ZKM Kubus)‘ den vorhandenen Raum wie
ein Instrument und steigert die Intensität der Klänge mit hoher
Sensibilität und großer künstlerischer Sicherheit. In der radiophonen Realisation werden so aus den Klangwellen auf der
Zeitachse imaginäre Klangräume geschaffen, in die sich der
Hörende versenken kann wie in die Betrachtung eines monochromen Bildes.“
Der Karl-Sczuka-Preis ist nach dem Hauskomponisten der SWFGründerjahre benannt und wurde erstmals 1955 vergeben. Der
inzwischen international renommierte Preis wird jährlich an die
„beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen
musikalische Materialien und Strukturen benutzt“, verliehen. In
diesem Jahr wurden 89 Wettbewerbsbeiträge von 134 Bewerbern
aus 20 Ländern eingereicht. Weitere Informationen im Internet auf
SWR2.de/sczuka.
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Carl Michael von Hausswolff, geboren 1956 in Linköping
(Schweden), lebt und arbeitet in Stockholm. Seit dem Ende der
1970er Jahre arbeitet Carl Michael von Hausswolff als Komponist
mit den Mitteln des Tonbandgeräts und der Sinuswellen als Hauptinstrumentarium. Seine Konzerte sind oft dynamische Gebilde, die
sich die Akustik eines bestimmten Raums zunutze machen. Seine
Veröffentlichungen besitzen eine konzeptuelle und intellektuelle
Grundlage, die die komponierten Klänge zwischen dem klingenden
Objekt und der Musik hin und her schwingen lassen. Als
konzeptueller bildender Künstler arbeitet er mit Performance Art,
Licht- und Klanginstallationen sowie Fotografie.
CM von Hausswolffs Musik wird in Europa, Nordamerika und Asien
auf Festivals wie Sonar, Electrograph, Cut & Splice und I.D.E.A.L.
aufgeführt. Seine Kompositionen werden u. a. von den Musiklabels
Touch, MonoType, feld, Die Stadt, Firework Edition, Laton, SubRosa
und RasterNoton herausgebracht. Hausswolffs Musik wird von
Touch, London veröffentlicht. Er hat mit Graham Lewis (Wire), Pan
sonic, Russell Haswell und anderen musikalisch zusammengearbeitet.
Sein Interesse an Architektur und Topographie führte auch zu
Filmen wie z.B. „Hashima, Japan 2002“, „Al Qasr, Bahriyah Oasis,
Egypt, 2005“ und „Electra, Texas 2008“, die in einer Kollaboration
mit dem Filmemacher Thomas Nordanstad entstanden sind. 1997
begann er mit einer Reihe von Werken unter dem Titel „Operations
of Spirit Communication“. Die Werke, die ihre Inspiration aus
Methoden der Electronic Voice Phenomena (EVP) (Tonbandstimmen) beziehen, kombinierten und verschmolzen Ton und Bild
mit Analog- und Digitaltechnologien wie z.B. Oszilloskope, Radar
und Sonar. Diese handelsüblichen Geräte deuten die Möglichkeit
des Daseins von Geistern und anderen Lebensformen innerhalb
bestimmter Räumlichkeiten oder im Stromnetz an. Die Städte Paris,
Linz, Bangkok, Shanghai, Banja Luka, Berlin, Kuala Lumpur, New
York City, Tokyo, Frankfurt am Main, Stockholm und Kopenhagen
wurden unter diese geisterhafte Lupe genommen. Jüngst wurde die
Ausstellung „The Complete Operations of Spirit Communication“ im
OK Centrum in Linz, Österreich präsentiert. Carl Michael von
Hausswolff hat auch mit EVP-Forscher Michael Esposito in
mehreren Sitzungen zusammengearbeitet.
Zwischen 2003 und 2014 kuratierte er das Sound Art-Projekt
„freq_out“ in Kopenhagen, Oslo, Paris, Berlin, Chiangmai, Budapest,
Kortrijk, Stockholm, Amsterdam und Marrakesch. Dieses Projekt
beinhaltet die individuellen Werke von 12 Sound Art Künstlern, die
jedoch kollektiv gezeigt werden. Im Frühjahr 2005 vollendete CM
von Hausswolff sein Starhouse-Projekt für The Land Foundation,
organisiert von Kamin Lertchaiprasert und Rirkrit Tiravanija in
Chiangmai, Thailand.
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Das „No Input Ensemble“ formierte sich im November 2013 mit
dem Ziel, vom experimentellen Charakter der No Input Musik hin zu
reproduzierbaren Kompositionen zu gelangen, um so das Mischpult
als musikalisches Instrument zu studieren und zu etablieren. "No
Input" bedeutet: Einfache Mischpulte werden durch interne akustische Rückkopplung selbst zum Klingen gebracht. In diesem
Zustand erfüllen die Regler nicht mehr ihre ursprünglichen Funktionen, sondern beeinflussen klangliche Qualitäten auf scheinbar
unvorhersehbare Weise. Nur mit äußerster Sorgfalt kann dieses
chaotische System gesteuert und somit musikalisch verwendet
werden.
Christian Claus, alias 2xC, 1982 in Kassel geboren, gehört nicht
zum „No Input Ensemble“, arbeitet nur projektbezogen mit ihm
zusammen. Er bewegt sich zwischen Klangkunst und DJ-Kultur,
betätigt sich als visueller Künstler, gelegentlich auch journalistisch.
Stationen sind hier z.B. der Art's Birthday im ZKM, die ARD Hörspieltage 2013 ("Lenz"), das BEYOND Festival 2011 in Karlsruhe,
Beiträge beim Dokublog und der „Machete“ in SWR2.
Ensemble-Mitglieder beim „No Input Ensemble“ sind:
Timothy Schmele (Jahrgang 1986) studierte Musiktechnologie und
elektronische Komposition in Limerick sowie Barcelona. Er gewann
unter anderem den ersten, sowie großen Preis Luigi Russolo 2012
und wurde sowohl durch den DAAD als auch den Phonos-KiiCS
Zuschuss gefördert. Seit 2013 ist er Doktorand an der Hochschule
für Musik in Karlsruhe und untersucht Raum im Klang als kompositorisches Mittel.
Tobias Walter (Jahrgang 1988) erhielt Klavierunterricht seit dem 6.
Lebensjahr und sammelte erste Bühnenerfahrung als Pianist in
verschiedenen Schülerprojekten. Nach einem zu eng gewordenen
Ingenieurstudium wechselte er zur Musikinformatik und Musikwissenschaft an die Hochschule für Musik Karlsruhe. Die Arbeit mit
dem „No Input Ensemble“ ist sein erstes elektronisches Projekt.
Marnin Jahnke (Jahrgang 1991) erhielt mit 6 Jahren Unterricht am
Klavier, später ebenfalls an der elektrischen Gitarre, die in diversen
Projekten kompositorisch zum Ausdruck kam. Seit 2012 studiert er
Musikwissenschaft und Musikinformatik an der Hochschule für
Musik Karlsruhe. Seine aktuellen Arbeiten konzentrieren sich auf
das Entwickeln eigener Klangerzeuger.
Daniel Lindenkreuz, Jahrgang 1993, studiert am Institut für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Im Alter von 5
Jahren begann er Klavier zu spielen und erlernte das Orgelspiel im
Rahmen einer Ausbildung zum Kirchenmusiker. Seit 2005 beschäftigt er sich mit der Produktion elektronischer Musik. Er arbeitet derzeit an interdisziplinären Projekten, die sowohl eine künstlerische
Setzung als auch die Nutzung moderner Technologien verfolgen.
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Tobias Grothmann (Jahrgang 1993) erhielt klassischen Unterricht
in Waldhorn, Gitarre und Chorgesang, fand aber schon bald mehr
Begeisterung an computergenerierten und elektronischen Klangwelten. Er studiert am Institut für Musikinformatik und Musikwissenschaft in Karlsruhe und beschäftigt sich in seinen Arbeiten unter
anderem mit direktem Manipulieren der visuellen Form von Klangwellen sowie mit dem Arbeiten und Komponieren mit Klang, der
allein durch analoge Fehler generiert wird.
SWR2-Sendungen zum Karl-Sczuka-Preis 2014
Das Kulturprogramm SWR2 sendet das preisgekrönte Werk und die
öffentliche Verleihung des Karl-Sczuka-Preises 2014 am Sonntag,
19. Oktober, um 14.05 Uhr live aus Donaueschingen. Dort wird auch
das mit dem Förderpreis ausgezeichnete Werk zu hören sein. Unter
dem Titel „Das Hörspiel vom Hörspiel“ wird das Jurymitglied Michael
Grote am 4. November um 23.03 Uhr in SWR2 das Gewinnerstück
„Circulating over Square Waters“ neben dem Förderpreiswerk
„Fieber“ und der Einreichung „Radio Control“ noch einmal vorstellen.
Weitere Informationen über den Karl-Sczuka-Preis im Internet:
SWR2.de/sczuka
Ausschreibung für den Karl-Sczuka-Preis 2015
Um den Karl-Sczuka-Preis 2014 können sich Autoren, Komponisten,
Regisseure oder Realisationsteams bewerben. Dafür müssen sie
ihre Produktionen in Form sendefähiger Kopien (Tonband, CD,
DVD, DAT-Kassette oder Audio-Kassette) mit den erforderlichen
Unterlagen bis zum 15. Juni 2015 (Poststempel) beim Südwestrundfunk einreichen. Für die Urheber kann auch der Produzent
einreichen. Falls die Erstsendung oder öffentliche Vorführung bzw.
eine Veröffentlichung auf Tonträgern oder im Internet bereits erfolgt
ist, darf deren Datum nicht vor dem 1. Juni 2014 liegen. Auch
ungesendete Arbeiten sind willkommen.
Über die Teilnahmebedingungen informiert das Sekretariat des KarlSczuka-Preises, dessen Leitung mit dem Jahreswechsel von Hans
Burkhard Schlichting auf Ekkehard Skoruppa übergeht:
Südwestrundfunk
76522 Baden-Baden
Telefon: 0049/7221-929-2263, E-Mail: sczuka@swr.de
Die Satzung, die alle Einreichungsbedingungen benennt, liegt in
deutscher, englischer und französischer Sprache vor und ist auch im
Internet nachzulesen: SWR2.de/sczuka
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Die Donaueschinger Musiktage live in SWR2
20 Stunden Neue Musik im Radio
Die Konzerte der Donaueschinger Musiktage erfreuen sich auch 2014
eines großen Publikumsinteresses. Wer keine Konzertkarten bekommen hat oder selber nicht in Donaueschingen dabei sein kann, muss
dennoch nicht auf das Live-Erlebnis mit zahlreichen Uraufführungen
verzichten. SWR2 überträgt nahezu alle Konzerte live im Radio, die
damit auch im SWR2-Webradio mitgehört werden können – insgesamt 20 Stunden Programm an drei Tagen (SWR2.de).
Den Auftakt der Live-Übertragungen in SWR2 macht das Musikmagazin „SWR2 Cluster“ am Freitag (17.10.) ab 15.05 Uhr.
Moderatorin Wibke Gerking stimmt im Gespräch mit Komponisten
und Musikern live aus Donaueschingen auf das Programm der
Musiktage ein. Am Sonntag (19.10.) um 13.15 Uhr widmet sich
Karsten Umlauf in einem „SWR2 Kultur aktuell extra“ mit einem
ersten Fazit den Musiktagen. Die vollständige Programmübersicht
aller Sendungen und Konzertübertragungen aus Donaueschingen
gibt es auf SWR2.de/programm.
Die Donaueschinger Musiktage im Internet
Abschlusskonzert erstmals im Live-Videostream
Unter SWR2.de/donaueschingen gibt es neben allen Details zu den
Donaueschinger Musiktagen 2014 ausführliche aktuelle Berichte und
Tagesvideos mit Eindrücken von Proben, Konzerten und Publikumsreaktionen (in Kooperation mit der „neuen musikzeitung“). Zudem
melden sich mit Bastian Zimmermann und Christoph Haffter zwei
bewährte Blogger vor Ort mit Analysen zeitgenössischer Musik für
Einsteiger, schreiben pointiert über ihre ganz persönlichen Eindrücke
von den Musiktagen und geben dabei nicht unbedingt die Meinung
der Redaktion wieder.
Erstmals in diesem Jahr kann das Abschlusskonzert mit dem SWR
Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg am Sonntag, 19.10., ab
17 Uhr als Live-Videostream im Internet verfolgt werden.
SWR2.de/donaueschingen
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
CD-Edition „Donaueschinger Musiktage 2013“
Aperghis – Lang – Manoury – Poppe – Posadas –
Zimmermann
Die CD-Edition der Donaueschinger Musiktage 2013 erscheint im
November 2014 im Handel. Sie umfasst 4 SACDs in einer Box mit
Booklet (92 Seiten).
NEOS 11411-14
EAN: 4260063114113
SACD 1 (71:47)
Enno Poppe (*1969)
Speicher for large ensemble (2008–2013)
Klangforum Wien / Leitung: Enno Poppe
SACD 2 (69:49)
Bernhard Lang (*1957)
Monadologie XIII »The Saucy Maid« for two orchestras one
quartertone apart (2013)
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung: Wolfgang Lischke / Christopher Sprenger
SACD 3 (77:59)
Georges Aperghis (*1945)
Situations for 23 soloists (2013)
Klangforum Wien / Leitung: Emilio Pomàrico
Alberto Posadas (*1967)
Kerguelen Triple concerto for amplified woodwind trio and orchestra
(2013)
Bläsertrio recherche
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung: François-Xavier Roth
SACD 4 (64:08)
Walter Zimmermann (*1949)
Suave Mari Magno • Clinamen I–VI for six orchestral groups (1996–
1998 / 2010–2013)
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung: Pascal Rophé
Philippe Manoury (*1952)
In situ for orchestra and ensemble (2013)
Ensemble Modern
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung: François-Xavier Roth
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Ausblick: Donaueschinger Musiktage 2015
Die Donaueschinger Musiktage 2015 finden vom 16. bis 18.
Oktober statt. Im Fokus stehen dann jene ästhetischen Haltungen,
die bereits im Jahre 2012 erstmals akzentuiert wurden. Sie
umfassen den Umgang mit neuen technologischen Strategien,
veränderten Präsentationsformen und die vielfältigen rationalen und
irrationalen Wechselwirkungen zwischen politischem Alltag und
Kunst. Besondere Höhepunkte werden dabei ein neues Auftragswerk der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth sowie ein
Konzert mit dem Pariser Ensemble intercontemporain sein.
Kompositionsaufträge ergingen an: Mark Andre, Richard Ayres,
Mark Barden, Michael Beil, Johannes Boris Borowski, Ives Chauris,
Alvin Curran, Francesco Filidei, Orm Finnendahl, Patrick Frank,
Georg Friedrich Haas, Johannes Kreidler, Olga Neuwirth, Yoav
Passovsky, Luis Antunes Pena, Enno Poppe, Stefan Prins, Carlos
Sandoval u.a. Neben dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden
und Freiburg, dem SWR Vokalensemble Stuttgart und dem
Experimentalstudio des SWR ist auch das Ensemble
intercontemporain Gast des Festivals im kommenden Jahr.
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Neuer Service für Hörfunk- und TV-Journalisten:
Mitschnitte aller Werke in voller Länge
(Produktionsstudio im Omnibus auf dem Parkplatz neben dem
Bartók-Saal der Donauhallen)
Während der Donaueschinger Musiktage bietet die SWR-Tontechnik
in diesem Jahr erstmals sendefähige Konzert-Mitschnitte aller
uraufgeführten Werke für die Berichterstattung in Hörfunk und Fernsehen auf CD an. Jedes Stück liegt einzeln auf CD vor. Bestellen Sie
daher bitte nur Werke, die Sie wirklich benötigen! Vom Abschlusskonzert am Sonntag stehen aus organisatorischen Gründen nur
Ausschnitte von der Generalprobe zur Verfügung. Bitte beachten Sie,
dass dieser Service ausschließlich Hörfunk- und Fernsehjournalisten
für die aktuelle Berichterstattung vorbehalten ist. Anfragen von
Zeitungsjournalisten können während der Musiktage nicht bearbeitet
werden.
Pressekollegen, die nicht bereits im Voraus Mitschnitte angefordert
haben, können dies während der Musiktage bis Sonntag, 13.00 Uhr,
nachholen unter
Telefon 07221 / 929 45 575
bei Armin Hoffmann und Niels Hefele
oder
Telefon 07221 / 929 45 576
bei Udo Lehnen.
Unter den angegebenen Nummern werden Ihre Anfragen entgegengenommen und koordiniert. Die CDs können Sie im oben genannten
Studiobus abholen.
Die angeforderten CDs können am Sonntag, ab 16 Uhr, im
mobilen Produktionsstudio (Omnibus) abgeholt werden.
Der Bus steht auf dem Parkplatz neben dem Bartók-Saal der Donauhallen.
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Donaueschinger Musiktage 17.-19.10.2014
Presseservice für SWR2
Rufen Sie uns an, wenn Sie ...
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Interview oder Produktionsbesuch - gerne sind wir Ihnen behilflich.
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Alle Rechte vorbehalten.
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PRESSEKONTAKT
Oliver Kopitzke, SWR-Pressestelle
T. 07221/929-23854, E-Mail: oliver.kopitzke@swr.de
(während der Musiktage mobil unter 0172 / 7356335)
Stefan Stahnke, Worte über Musik
T. 030/34781984, mobil: 0176/6213 5688
E-Mail: st@worteuebermusik.de
Gerne versuchen wir auf Anfrage auch während der Donaueschinger
Musiktage Gespräche mit Veranstaltern und Künstlern zu vermitteln
bzw. Informationen und/oder Materialien zur Verfügung zu stellen.
Nach dem Festival finden Sie eine Auswahl aktueller Fotos zum
Download unter ARD-foto.de.
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