close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Die Tiere können zerplatzen - landschaftsarchitekten

EinbettenHerunterladen
LAND
" — NR. 226
MONTAG, 29. SEPTEMBER 2014
„Die Tiere können zerplatzen“
LAND -MA GAZI N
Rathaus-Eingang
wird umgebaut
HINTERGRUND: Windräder versprechen sauberen Strom, können aber auch die Natur beeinträchtigen. Bevor eine Anlage
gebaut werden darf, muss deshalb geklärt werden, ob Vögel oder Fledermäuse bedroht sein könnten. Wir haben am Beispiel
des geplanten dritten Windrads nördlich von Lambsheim zwei Biologen begleitet, die Fledermausgutachten erstellen.
VON FRANK GELLER
LAMBSHEIM. Die Sonne steht tief. Mit
dem Geländewagen geht es über holprige Feldwege dorthin, wo sich nicht
weit entfernt bereits ein Windrad
dreht. Die Biologen Kai Zimmermann
und Tobias Budenz arbeiten für die unter anderem auf Freilandökologie spezialisierte Firma Gutschker-Dongus aus
Odernheim am Glan und sind für das
Fledermausgutachten zuständig. Um
die Vögel kümmert sich eine andere
Abteilung des Unternehmens. Gleich ist
Fledermauszeit, dann schwärmen die
nachtaktiven Flugakrobaten aus ihren
Quartieren aus, um Nahrung zu suchen.
Die beiden Biologen sind im Auftrag
des Lambsheimer Windkraftplaners
Gaia über 30-mal vor Ort, um herauszufinden, wo die Fledermäuse ihre Quartiere haben, wo ihre Flugrouten sind,
wo sie sich paaren und welche Arten
hier überhaupt vorkommen. Bei Begehungen mit Ultraschalldetektoren und
mithilfe stationärer Erfassungsgeräte,
sogenannter Batcorder, werden Raumnutzung und Aktivitätsmuster der Fledermäuse untersucht.
Alle Fledermäuse nutzten die Echoortung zur Orientierung, viele auch
zum Beutefang, erklärt Zimmermann.
„Dabei werden von den Tieren Signale
im Ultraschallbereich ausgesendet und
die rückkehrenden Echos ausgewertet.“
Die Messgeräte zeichnen die für den
Menschen nicht hörbaren Ultraschallsignale der Fledermäuse auf. „Unter anderem in Balzrevieren und ihren Quartieren stoßen die Fledermäuse zur
Kommunikation untereinander aber
auch Sozialrufe im hörbaren Bereich
aus, die ohne Messgeräte wahrgenommen werden können“, sagt Zimmermann.
Die Analyse der Daten ist zeitaufwendig. Die Biologen müssen später jede
einzelne Aufnahme über eine bioakustische Software am Computer auswerten, um die Fledermausarten anhand ihrer Ultraschallsignale zu bestimmen. Sind Arten darunter wie der
Große Abendsegler oder die Rauhautfledermaus, die aufgrund ihres Flugverhaltens „schlagopfergefährdet“ sind,
wie es in der Fachsprache heißt, dann
muss hinsichtlich des Betriebs der
Windkraftanlage genau geprüft werden, ob ein artenschutzrechtlicher Konflikt eintritt, wie Tobias Budenz berichtet. „Die Tiere können direkt vom Rotor
getroffen werden oder durch die Luftdruckschwankungen zerplatzen. Besteht erhöhtes Kollisionsrisiko, ist eine
nächtliche Abschaltung bei bestimm-
HESSHEIM. Die Planungen für den Umbau des Eingangsbereichs des Heßheimer Rathauses der Verbandsgemeinde
(VG) Lambsheim-Heßheim schreiten
voran. Das Planungsbüro Silber-Orange-Architekten aus Großniedesheim habe den Bauantrag vorbereitet, sagte Verbandsbürgermeister Michael Reith
(SPD) in der jüngsten Sitzung des
Bauausschusses der VG. Ingenieurbüros
aus Ludwigshafen und Neustadt wurden mit der noch fehlenden Tragwerksplanung für rund 6900 Euro brutto sowie mit der Erstellung eines Brandschutzkonzepts für knapp 2600 Euro
brutto beauftragt. Im Zuge des Umbaus,
der im Winter erfolgen soll, wird der
Eingang des Rathauses nach rechts verlegt, so Reith. Im Erdgeschoss sollen
Wände entfernt werden, um Platz für
das neue Bürgerbüro zu schaffen. Der
alte Windfang hätte wegen seines undichten Dachs ohnehin saniert werden
müssen, so der Erste Beigeordnete Michael Hack (CDU). (gnk)
Volkschor spendet 600 Euro
für Dach-Sanierung
BOBENHEIM-ROXHEIM. Einen 600-Euro-Scheck haben Gerdi und Siegfried
Schäfer vom Vorstand des Volkschors
1900 Roxheim an Pfarrer Ralf Hettmannsperger von der protestantischen
Kirchengemeinde überreicht. Es handelt sich um den Erlös des Benefizkonzerts des Shanty-Chors Die Landratten
(wir berichteten). Die Spende ist für die
Sanierung des Dachs des Martin-LutherGemeindehauses bestimmt. (wek)
Fledermäuse sind eine geschützte Tierart. Damit Windkraftanlagen keine Gefahr für sie darstellen, muss vor dem Bau ein Gutachten erstellt werden. So etwas macht
Kai Zimmermann aus Odernheim, der hier gerade einen Batcorder aufstellt. Das Gerät zeichnet die Ultraschallsignale von Fledermäusen im Flug auf. FOTOS: DPA, BOLTE
ten Witterungsverhältnissen eine Maßnahme, um die Tiere zu schützen“, sagt
Budenz. Doch längst nicht alle Fledermausarten seien schlagopfergefährdet.
So suche beispielsweise das Große
Mausohr bei der Insektenjagd vor allem
nach Laufkäfern, weshalb es meist in
sehr niedriger Höhe fliege.
Die Biologen müssen auch klären, ob
die Quartiere der Fledermäuse durch
ein Windrad beeinträchtigt werden.
Dann müsste der Standort verlegt werden. „Weil die Fledermäuse auf spezielle Quartiermöglichkeiten angewiesen
sind, ist ihr Schutz sehr wichtig“, verdeutlicht Budenz. Einige Arten nutzen
Quartiere im Wald wie Baumhöhlen
oder Tothölzer, andere bevorzugen
Mauerspalten, Brücken, Dachböden
oder Kirchtürme. Die Tiere halten Winterschlaf und nutzen dabei einen anderen Unterschlupf als im Sommer. „Quartierverluste können ganze Bestände beeinträchtigen“, betont Budenz.
Nach derzeitigem Wissensstand sind
der Spätsommer und der Herbst besonders konfliktträchtig. Dann ist nicht nur
Paarungszeit, dann durchqueren auch
einige Arten die Pfalz auf der Suche
nach geeigneten Winterquartieren. Die
Rauhautfledermaus kann dabei Strecken von mehr als 1500 Kilometer zurücklegen. „Einige Arten überwintern
im Pfälzerwald“, sagt Budenz.
Die Mopsfledermaus ist selten.
In Lambsheim dreht sie wohl
eher nicht ihre Runden.
Stoßen die beiden Experten bei ihrer
Quartieranalyse auf besonders seltene
Tiere wie die Mopsfledermaus, müsse
genau geprüft werden, ob ein Planungsvorhaben realisierbar sei. Im Gebiet Lambsheim sei das Vorkommen
der Mopsfledermaus aber nahezu ausgeschlossen.
„Für uns Menschen sind die friedlichen und sozialen Fledermäuse sehr
nützlich und deshalb schützenswert“,
sagt Budenz. „Durch ihren kräfteraubenden Flug entwickeln sie einen großen Appetit auf Stechmücken und allerlei Insekten.“ Und das Vorkommen verschiedener Arten sei ein guter Indikator
dafür, dass in einem Gebiet noch naturnahe Verhältnisse herrschten.
Noch etwa 20 der heimischen Fledermausarten leben im Südwesten
Deutschlands, weiß Budenz, der die
Tiere seit vielen Jahren studiert. „Es
sind die einzigen Säugetiere, die fliegen
können“, erklärt er deren Faszination.
Abgebildet werden müsse in einem
Gutachten ein kompletter biologischer
Zyklus von Frühling bis Herbst. Damit
werde der Jahresrhythmus der Tiere
untersucht. „Am Ende haben wir ein
gutes Bild davon, was auf der Fläche
biologisch passiert“, sagt Budenz. Geprüft werde streng nach den Richtlinien
des Bundesnaturschutzgesetzes.
Fledermaus- und Vogelgutachten
sind feste Bestandteile eines Bauan-
trags für eine Windkraftanlage, erläutert der Geschäftsführer der Ingenieursgesellschaft Gaia, Michael Wahl.
Dazu gehörten beispielsweise auch ein
Stromertrags- und ein Schallgutachten,
Sichtbarkeitsstudien und eine Schattenwurfberechnung.
Das dritte Windrad nördlich von
Lambsheim befindet sich noch im Genehmigungsverfahren. Der Grund: Erst
kurz vor der Fusion von Lambsheim mit
der Verbandsgemeinde Heßheim hat
die Gemeinde ihren Flächennutzungsplan ändern und den vorgesehenen
Standort als Windkraftvorrangfläche
ausweisen können. Das hat laut Torsten
Szielasko, dem zweiten Geschäftsführer von Gaia, so lange gedauert, weil
vorher die Windkraftvereinbarung der
Kommunen in der Region geändert
werden musste. „Wir rechnen mit einer
Genehmigung im Herbst“, sagt Szielasko. „Knackpunkte sind noch die Ausgleichsfläche und wo uns die Pfalzwerke ans Stromnetz anschließen.“
Neuer Rasentraktor
für Grundschule
BEINDERSHEIM. Die Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim hat für
die Grundschule Beindersheim einen
neuen Rasentraktor angeschafft. Der alte sei defekt, eine Reparatur sei nicht
mehr wirtschaftlich, sagte Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) in der
jüngsten Sitzung des Bauausschusses
der VG. Die Anschaffung wurde per Eilentscheid angeordnet. „Weil das Schulgelände eine große Rasenfläche hat,
mussten wir schnell reagieren“, so
Reith. Der Rasentraktor habe rund 3150
Euro brutto gekostet. (gnk)
Morgen und am Mittwoch
keine Bürgersprechstunde
HESSHEIM/LAMBSHEIM. Die Sprechstunden von Michael Reith (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde
Lambsheim-Heßheim, entfallen in der
Verwaltungsstelle Heßheim morgen
und in der Verwaltungsstelle Lambsheim am Mittwoch, 1. Oktober. (bvo)
ANZEIGE
ANZEIGE
* Detaillierte Teilnahmebedingungen finden Sie am
Gewinnspiel-Counter im Rathaus-Center
und unter www.rathauscenter-ludwigshafen.de.
Über 10.000 €*
zu gewinnen
29.09. – 11.10.
8365521_10_2
fra_vp03_lk-land.01
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
4
Dateigröße
895 KB
Tags
1/--Seiten
melden