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Große „Macherin“ - Münchner Kirchennachrichten

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1 0 Unser Erzbistum 19. Oktober 2014 / Nr. 42
Große „Macherin“
Karin E. Müller hörte als Geschäftsführerin des SkF auf
Dynamisches Duo:
Karin E. Müller
(rechts) und ihre
Nachfolgerin
Elke Prumbach.
Foto: SkF
Zwölf Jahre leitete Karin
E. Müller (50) den Sozialdienst katholischer Frauen
(SkF) in München. Zum
31. August hat sie ihre Aufgabe beendet. Am 21. Oktober wird sie mit einem
kleine Festakt offiziell verabschiedet. Wir sprachen
mit ihr über die Zeit als
Geschäftsführerin.
Noch einmal ist Karin E.
Müller in ihr ehemaliges
Büro im 5. Stock der Dachauer Straße 48 beim
Stieglmaierplatz zurückgekehrt. Der Schreibtisch ist
aufgeräumt, der Blick zum
Fenster geht hinaus in den
blauen Herbsthimmel. Auch
Müller ist in entspannt-aufgeräumter Stimmung, man
spürt schon nach wenigen
Minuten, dass da jemand
mit sich und seiner Arbeit im
Reinen ist: „Der SkF ist gut
aufgestellt für die Zukunft,
ich habe die Verantwortung
in neue und gute Hände
übergeben“, so Müller. Ihre
Nachfolgerin, die Sozialpädagogin Elke Prumbach (55),
ist bereits seit 1999 beim
SkF und leitete die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, 2008 übernahm sie
die Leitung der Straffälligenhilfe. Als stellvertretende
Geschäftsführerin verantwortete sie die Bereiche Kinder- und Jugendhilfe und
den Mutter-Kind-Bereich.
Nach 25 Jahren in Führungspostionen habe Müller
sich nun ganz bewusst für
ihren Abschied entschieden.
Die Sozialpädagogin und
promovierte
Philosophin
erhielt 2012 einen Ruf als
Professorin für Sozialwirtschaft an der Hochschule für
angewandte Wissenschaften
in Landshut. Seitdem leitete
sie den Verein und die Tochtergesellschaft „Social Sense“
in Teilzeit. Halbtags wird sie
zukünftig an der Hochschule
arbeiten. „Mit 50 kann man
den Studenten schon ein gutes Stück Lebenserfahrung
weitergeben“, sagt sie. Ih-
Wissenswert
Sozialdienst katholischer Frauen
Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ist ein Frauenfachverband in der katholischen Kirche. Die Schwerpunkte des SkF München liegen in der Kinder- und Jugendhilfe,
der Schwangerenberatung, den Mutter-Kind-Häusern, der
Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe. Etwa 30 Fachdienste,
Einrichtungen, Maßnahmen und Projekte betreuten im Jahr
2013 über 3.500 Klientinnen und führten 6.500 Beratungsgespräche. Die professionelle Arbeit des SkF unterstützen über
200 ehrenamtlich Engagierte. Gegründet wurde der SkF 1899
von Agnes Neuhaus in Dortmund. Der Münchner Ortsverein
entstand 1906 als „Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen,
Frauen und Kinder“.
pm
ren nun größeren Anteil an
Freizeit will sie auch für ihre
Hobbys wie Skifahren, Bergsteigen und Lesen („nicht
nur Berufliches“) nutzen.
Müller war „eine Macherin“, wie viele Mitarbeiterinnen bestätigen. Unter ihr
fand eine Neuausrichtung
der Struktur des SkF statt:
„weg vom Flaschenhals einer
alleinigen Geschäftsführerin hin zu einem vierköpfigen Leitungs- und Führungsteam“. Besonders am
Herzen lag ihr die Gründung
der Impuls-Stiftung und
der SkF-Tochtergesellschaft
„Social Sense“. Die gemeinnützige GmbH hilft sozial benachteiligten, jungen
Frauen mit eingeschränkter
Leistungsfähigkeit auf dem
Weg ins Erwerbsleben. Außerdem entstand unter ihrer
Federführung der Neubau
des Beratungs- und Organisationszentrums in der
Dachauer Straße sowie der
Neubau der Kinderkrippe
„KlitzeKlein“ in Untersendling (wir berichteten).
Ihr Glaube, sagt Müller,
habe ihr bei ihrer Arbeit
geholfen: „Man kann einen
christlichen Verein nur dann
überzeugend leiten, wenn
man sein Wertesystem bejaht – und an mancher Stelle
auch einmal kritisch hinterfragt“, so Müller. Besonders
gefreut habe sie daher auch
ein persönlicher Brief von
Kardinal Reinhard Marx,
der ihr darin für ihre Arbeit
gedankt und bestätigt habe:
„Der SkF übernimmt einen
wichtigen Beitrag in der
sozialen Landschaft Münchens.“
Florian Ertl
Abschied
vom Vincentinum
Niederbronner Schwestern verließen
Einrichtung im Lehel nach 157 Jahren
MÜNCHEN. Nach 157
Jahren verabschiedete sich
die Kongregation der Niederbronner Schwestern aus
dem „Vincentinum“ an der
Oettingenstraße im Münchner Stadtteil Lehel. Mit einem feierlichen Dankgottesdienst in der ehrwürdigen
Hauskirche, der von vielen
Bewohnerinnen und Bewohnern des Alten-und Pflegeheimes, von Mitgliedern des
Vinzentius-Zentralvereins
und des Fördervereins des
Vincentinums, den Mitarbeitern, Angehörigen und
Nachbarn und Vertreterinnen anderer Schwesternorden besucht war, dankte die
Gemeinde Gott für das Wirken der Schwestern über so
lange Zeit.
Dem
„Vincentinum“
fühlte sich die Schwesterngemeinschaft
besonders
verbunden, war die Einrichtung doch 1857 als erstes
Senioren- und Pflegeheim in
München nach dem Vorbild
des Namenspatrons Vinzenz
von Paul von ihrer Gründerin Elisabeth „Mutter Alfons
Maria“ Eppinger gegründet
worden. Am 25. März 1857
sandte sie die ersten fünf
Schwestern aus dem Mutterhaus Niederbronn nach
München, weitere sechs
folgten im Jahr darauf. Trotz
wechselvoller
Geschichte
hatte das Haus stets durch
Umbauten, Sanierung und
Eingliederung neuer Dienste die aktuellen Bedürfnisse
der Menschen im Blick.
In seiner Predigt bedachte Franziskanerpater HansGeorg Löffler, Pfarrer von
St. Anna, deren Filialkirche
die Hauskirche des Vincentinum seit 1932 ist, die
Worte von Thomas Merton:
„In meinem Anfang ist mein
Ende – in meinem Ende ist
mein Anfang“. Bereits 1996
hatten die Ordensschwestern die Leitung der Einrichtung abgegeben. Alters- und
gesundheitsbedingt musste
nun der Entschluss getroffen werden, sich ganz aus
dieser Niederlassung zurück
zu ziehen, in der seit einigen
Jahren noch fünf Schwestern lebten.
Die unzählbar vielen kleinen Dienste, die die Schwestern übernommen hatten,
wurden in teils bewegenden Ansprachen aus der
Heimleitung, vom Heimbeirat und ehrenamtlichen
Mitarbeitern ausgedrückt.
Schwester Rosa Fischer, die
Provinzoberin der Niederbronner Schwestern, dankte ihrerseits allen herzlich
für alles Wohlwollen und
alle Unterstützung, die die
Schwestern in den vielen
Jahren von unterschiedlichen Seiten erhalten haben.
hgl/flo
Der Abschiedsgottesdienst in der Hauskirche
Foto: privat
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Bildung
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