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Ein Klinikmanager koordiniert die hausärztliche Versorgung

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Versorgung
Ein Klinikmanager koordiniert die
hausärztliche Versorgung
Der Kreis Dithmarschen schafft die Stelle eines hausärztlichen Koordinators
und beruft Harald Stender, der gerade seine Laufbahn im Klinikum beendet hat.
Der frühere Klinikgeschäftsführer Harald Stender
soll in seiner neuen Funktion Städte und Gemeinden
in Fragen der Ansiedlung beraten und unterstützen.
Eine solche Position gibt es in Schleswig-Holstein
bislang nicht. Der 63-jährige Stender hat seine Kliniklaufbahn im Westküstenklinikum (WKK) beendet
und kümmert sich in den kommenden zwei Jahren
um die Ansiedlung von Hausärzten in der Region,
die dringend neue Allgemeinmediziner sucht.
„Ich kann nicht zaubern, aber versuchen, die Leute
zusammenzubringen“, sagt Stender über seine neue
Aufgabe. Dass er Menschen zusammenbringen
kann, hat er in den vergangenen Jahren mehrfach
bewiesen. Er war einer der Beteiligten, die die von
Gemeinden zu betreibenden ambulanten Eigeneinrichtungen befördert haben. Im Krankenhaus hat er
über den Bedarf hinaus Allgemeinmediziner als Weiterbildungsassistenten beschäftigt, um sie an die
Region zu binden und für eine Tätigkeit in der ambulanten Medizin zu gewinnen.
Künftig will Stender Bürgermeistern als Ansprechpartner dienen. Vielen von ihnen ist nach seiner Einschätzung nicht bewusst, dass sie kein Anrecht auf
einen Arzt in ihrem Ort haben. Stender will bei seiner
neuen Arbeit eng mit KV, Ärztegenossenschaft Nord
und regionalem Praxisnetz zusammenarbeiten. Er
setzt darauf, junge Ärzte aus anderen deutschen
Regionen nach Dithmarschen zu holen. Zugleich
appelliert er an die ältere Ärztegeneration, mit den
Planungen für einen Praxisübergang nicht zu lange
zu warten. „Viele Ärzte sind sich erst kurz vor dem
Ruhestand darüber im Klaren, dass es so nicht weitergeht – dann ist es aber oft schon zu spät“, sagt
Stender. Er kann sich vorstellen, dass weitere Kreise
dem Beispiel Dithmarschens folgen werden. Mit
Stender beendet einer der bekanntesten Klinikmanager des Landes eine bemerkenswerte Laufbahn.
Der gebürtige Dithmarscher ist der Region stets
Harald Stender
(Foto: di)
treu geblieben und hat das WKK erfolgreich geführt.
Dabei scheute der Diplom-Verwaltungswirt keine
Auseinandersetzung und galt lange Zeit niedergelassenen Ärzten und deren Vertretungen als rotes
Tuch. Stender sammelte ab 1976 als stellvertretender Amtsleiter erste Erfahrungen im stationären Sektor. 22 Jahre lang war er Geschäftsführer des WKK.
In dieser Funktion baute er das ambulante Engagement des Hauses deutlich aus, was unter Praxisinhabern misstrauisch beobachtet wurde. Ein wichtiger
Schritt zur Versöhnung war die Partnerschaft mit der
Ärztegenossenschaft Nord, die einer gemeinsamen
MVZ-Gesellschaft mit dem WKK beitrat. Das Haus
verpflichtete sich, keine hausärztlichen Sitze aufzukaufen. Stender verbesserte die Beziehungen zu
den Praxen und hielt das WKK trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf Erfolgskurs. Ihm gelang aber
nicht alles: Die Fusionsgespräche mit dem Klinikum
Nordfriesland scheiterten genauso wie das einst angestrebte Regionalbudget. Dirk Schnack
Ausgabe 10 | Oktober 2014 23
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Seele and Geist
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