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Artikel bb /bbr/28.10.2014 4 re tsv-herbstferien (0670:Ohne Honorar)

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TSV greift den Ball auf: Erste
Herbstferienwoche mit zwei Partnern
Sportverein, Lebenshilfe und Kreiscaritas arbeiten zusammen – Abwechslungsreiches Programm für 30 Kinder
Regen. Die Allerheiligen-Ferien haben gerade begonnen, eigentlich eine ruhige Zeit in
Schulen und Turnhallen. Doch
in der Sportstätte der Grundund Mittelschule Regen geht es
am gestrigen Vormittag hoch
her. 30 Buben und Mädchen
zwischen sechs und zwölf Jahren wuseln herum. Sie tragen alle einheitliche T-Shirts mit dem
Aufdruck „Kinder stark machen“, sie laufen, turnen, trampeln, klatschen und trommeln.
„In Regen sich bewegen“ – so
lautet das Motto einer Herbstferienwoche, einer Premiere, die
der TSV Regen in Kooperation
mit der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe und
dem Hort des Kreiscaritasverbandes durchführt.
Bis zum Freitag wird den Kindern viel geboten, jeder der fünf
Tage hat einen Schwerpunkt.
Los ging es am Montag mit der
Rhythmusschulung in einer Bewegungslandschaft, heute wird
Regen erkundet mit Stadtrallye
und Verkehrsschulung mit der
Polizei. Am Mittwoch dreht sich
alles um die Gesundheit mit
Selberkochen in der AELFLehrküche und Fitness-Test
beim Rope Skipping. Trendsport
mit Klettern prägt den Donnerstag im BLSV-Camp Raithmühle,
mit „Natur vor Ort“ (Eislaufen in
der Eishalle und Ausflug in die
Umgebung) endet die erste
Herbstferienwoche.
Die Initiative zu dieser Maßnahme, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
gefördert wird, hat der TSV Regen ergriffen; der Verein entschied sich für das Modell „ErlebnisRAUMerfahrung“
der
Sportjugend im Deutschen
Olympischen
Sportbund
(DOSB). Jan Schreiber-Wiewiorra, Vorsitzender des größten
Sportclubs der Stadt Regen,
nennt die Beweggründe: „Ich
bin voll und ganz davon überzeugt, dass der Vereinssport nur
eine Zukunft hat, wenn Kooperationen eingegangen werden.
Bewegungslandschaft mit großen Bällen: Die Kinder gingen mit Eifer und Begeisterung zur Sache bei den Rhythmusübungen unter Anleitung von Julia Schattenkirchner (rechts).
− Foto: Kramhöller
Durch Nachmittagsunterricht schen Rahmen für eine Basis, in leiterin Anke Weinmann, die
und Ganztagsbetreuung an den der auch Inklusion gelebt wer- auch eine spezielle TrainerausSchulen sind immer weniger den kann“, bekräftigt Schreiber- bildung absolviert hat, sowie SilKinder
verfügbar,
deshalb Wiewiorra, der hinzu fügt, dass via Wiewiorra von der Lebenskommt Angeboten in schulfrei- am abschließenden Eislauf hilfe verantwortlich. Unterstützt
en Zeiten eine immer größere (Freitag von 10 bis 12 Uhr) auch werden beide von ErgotheraBedeutung zu“. Vor allem in kür- alle Vereinskinder teilnehmen peutin Julia Schattenkirchner,
zeren Ferien hätten berufstätige können.
Stefanie
Gerstbrain,
Silvia
Eltern zweifelsohne Probleme
Kramhöller und Anja Mühlehmit der Betreuung ihrer Kinder,
ner. Die sechs Betreuerinnen
Bundesministerium
mit solchen Maßnahmen könnkümmern sich täglich von 9 bis
te der Verein die richtigen Ant16.30 Uhr um ihre 30 Schützlinübernimmt Kosten
worten geben und größeren Ange, die auch eine Mittagsverpflesprüchen gerecht werden.
gung erhalten.
Der TSV Regen machte sich
Die Gesamtkosten von rund
Nicht unerwähnt lässt er, das
auf die Suche nach Partnern und der TSV Regen der einzige 3000 Euro werden zu 100 Prowurde schnell fündig. Aus der Sportverein in Niederbayern ist, zent vom Bundesministerium
Heilpädagogischen Tagesstätte der sich zu einer solchen Maß- für Forschung und Bildung überder Lebenshilfe sind sowieso nahme entschlossen hat. Zur nommen, das Maßnahmen förschon neun Buben und Mäd- Herbstferienwoche haben die dert, die ins Gesamtkonzept
chen in den Montagskinder- drei Partner jeweils zehn Kinder, „Kultur macht stark“ passen. Jan
sportgruppen des Vereins aktiv, die aus dem gesamten Landkreis Schreiber-Wiewiorra verweist
als dritter Partner wurde schließ- kommen, geschickt. Für die in- auf die Richtlinien: „Unterstützt
lich die Kreiscaritas gewonnen. haltliche Entwicklung und Um- werden Angebote von Bündnis„Wir schaffen den organisatori- setzung zeichnen TSV-Übungs- sen für bildungsbenachteiligte
Kinder und Jugendliche, die einem klaren pädagogischen Konzept folgen, keine bestehenden
Aktivitäten der Partner ersetzen,
sondern neue, zusätzliche Bildungsmaßnahmen darstellen,
die sich an konkreten örtlichen
Gegebenheiten orientieren“.
Die Bundesregierung hatte
bereits 2012 ein Programm zur
Förderung bildungsbenachteiligter Kinder verabschiedet,
doch Angebote wie Gutscheine
für Vereinsbeiträge, Ausflüge
oder kulturelle Veranstaltungen
haben offenbar kaum Zuspruch
gefunden. „Da ist wahrscheinlich viel Geld übrig geblieben,
das nun für verschiedene Projekte verwendet werden kann“, vermutet Jan Schreiber-Wiewiorra,
der überzeugt ist, dass der Verein
öfter über den Tellerrand hinaus
schauen und Maßnahmen wie
die Herbstferienwoche anbieten
muss.
− kr
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Bildung
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