close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Manche mögen s heiß: Prozesssicher und hochfachig - VDWF

EinbettenHerunterladen
Ausgabe 2/14
Mehrfenstertechnik
Tebis auf der AMB:
16.-20. Sept. 2014, Stuttgart
Halle 4, Stand B51
Hintergrundberechnung
Echte
64-Bit-Power
Bis zu 20 %
Zeitersparnis
Punkteverteilung
Rippen- und
Nutenbearbeitung
Tebis Technische Informationssysteme AG • Einsteinstr. 39 • 82152 Martinsried/Planegg • Tel. +49/89/81803-0 • info@tebis.com • www.tebis.com
Schukey-Motor
Der neue Standard für höchste CAD/CAMProduktivität. Die Tebis V3.5 R7 ist effizient und extrem
produktiv. Mehrfenstertechnik lässt Sie in mehreren Dateien
gleichzeitig arbeiten, während die Hintergrundberechnung
Werkzeugwege erstellt. Die Nutenbearbeitung analysiert Nuten
automatisch und optimale Fertigungsstrategien sorgen für exzellente
Programme. Höchst anspruchsvolle Qualitätsvorgaben erfüllen Sie leicht
durch die neue Punkteverteilung. Reden wir darüber: Tel. +49/89/81803-0
Manche mögen’s heiß:
Prozesssicher und
hochfachig komplexen
Anforderungen begegnen
Tebis Version 3.5 Release 7
Ottmar Hitzfeld
Ecodesign
VDWF im Dialog Magazin des Verbands Deutscher
Werkzeug- und Formenbauer e.V.
Preis 9,50 € Ausgabe 2/14
ISSN 1860-4935www.vdwf.de
Liebe Werkzeug­ und Formenbauer,
-
-
U
«Was du nicht willst, das man dir tu’, – das füg auch keinem anderen zu.» Als Kind hört
man solche Ratschläge, und dann rollt man mit den Augen. Erst später lernt man die
tatsächliche Bedeutung solcher Weisheiten zu schätzen. Man merkt dann, welche kulturelle
und historische Tiefe sie besitzen. Es sind ganz einfache Gebote, die aber auf etwas sehr
Wichtiges abzielen: eine soziale Gesellschaft. Und wenn wir von Rechtsgleichheit sprechen,
von Fairness, Anstand, oder in der Wirtschaft von Compliance – dann ändern wir nur
das Vokabular. Es geht dabei um einen Perspektivwechsel: Wir versetzen uns in andere,
um den eigenen Standpunkt kritisch zu hinterfragen. Es ist vielleicht die älteste Tradition
der Menschheit, Rechenschaft abzulegen in Form ethischer Reflexion.
Als BDI­Präsident spreche ich häufig über die Leistungen der Wirtschaft. Ich sage immer:
Die Industrie und die soziale Marktwirtschaft bilden das Fundament, auf das Deutschland
seinen Wohlstand gebaut hat. Trotzdem spreche ich auch über Versäumnisse: Die Men­
schen in Deutschland verbinden mit dem Wort «Marktwirtschaft» zwar Güterversorgung
und Wohlstand, aber fast genauso oft auch Gier, Rücksichtslosigkeit und Ausbeutung. In
den Zeitungen lesen wir immer häufiger von Steuerkriminalität, von Lebensmittelskandalen,
von Ruhmsucht und Maßlosigkeit. Das ist kein systemisches Problem der Wirtschaft,
es sind die persönlichen Verfehlungen Einzelner. Aber jeder Fall ist einer zu viel und
untergräbt das Vertrauen in unser Wirtschaftssystem.
Viele Menschen halten die soziale Marktwirtschaft nicht mehr für sozial. Man wünscht
sich stattdessen mehr staatliche Eingriffe und stärkere Regeln. Ein Drittel der Menschen
in Deutschland ist der Meinung, dass unsere Wirtschaft erst wieder sozial wird, wenn der
Staat die Hebel bedient. Den Menschen erscheint die Marktwirtschaft nicht deshalb
ungerecht, weil sie nach einem theoretischen Studium zu diesem Schluss gekommen
sind – sondern weil sie das persönlich so empfinden und im Alltag so erleben. Diese
Menschen haben Angst um ihre Zukunft. Und diese Angst lindert auch keine volkswirt­
schaftliche Erfolgsbilanz. So falsch ist dieses Empfinden auch nicht. In den letzten Jahr­
zehnten hat sich in der Unternehmenskultur einiges geändert, und nicht immer nur zum
Guten. Was man selbst braucht, ist oft weniger, als man will. Genau dieses Maß aber
vermissen immer mehr Menschen in der Wirtschaft. Aber was kann die Wirtschaft tun,
um hier das Vertrauen zurückzugewinnen? Denn die Alternative zum freien Markt ist alles
andere als erstrebenswert. Märkte müssen nicht nur frei sein, sie müssen auch fair sein.
In seiner Enzyklika «Evangelii Gaudium» hat es Papst Franziskus treffend formuliert:
«Die Tätigkeit eines Unternehmers ist eine edle Arbeit», schreibt er, «vorausgesetzt, dass er
sich von einer umfassenderen Bedeutung des Lebens hinterfragen lässt.» Der Trick besteht
nun aber darin, Kunden und Mitarbeiter als das zu sehen, was sie sind – als wichtigen Teil
der Gesellschaft. Viele Unternehmen haben schon ganz intuitiv die richtigen Maßnahmen
ergriffen. Zum Beispiel bei der betrieblichen Kinderbetreuung, beim Sponsoring des lokalen
Fußballvereins oder von bestimmten Veranstaltungen. Das ist natürlich auch Werbung –
aber ein Unternehmen integriert sich so in die soziale Gemeinschaft seines Standorts.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht zahlt sich das aus: Die Mitarbeiter entwickeln eine
Loyalität dem eigenen Unternehmen gegenüber, die nicht durch Geld aufgewogen werden
kann. Wenn die Mitarbeiter sehen, dass die Inhaber für bestimmte Werte einstehen – dann
identifiziert man sich auch damit. Vor allem in einer Krise ist diese Art von Loyalität unbe­
zahlbar. Nicht zuletzt deshalb ist die deutsche Industrie so sicher durch die Krise gegangen:
Weil man zusammengehalten hat, als es schwierig wurde. Das ist es, was eine soziale
Gemeinschaft ausmacht. Und wenn ich mir die Herkunft unserer sozialen Gemeinschaft
anschaue, dann stoße ich unweigerlich auf die goldene Regel, von der ich eingangs ge­
sprochen habe: Sie verpflichtet unsere Gesellschaft zur Anständigkeit. Wenn die Wirtschaft
eine Zukunft als Teil der Gesellschaft haben will, dann muss sie ebenfalls einer Tradition der
Anständigkeit verpflichtet sein. Sonst verlieren immer mehr Menschen das Vertrauen.
Ihr Ulrich Grillo
Ulrich Grillo wurde 1959 in Köln geboren. Er
ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach seiner
Ausbildung bei der Deutschen Bank in Duisburg
studierte er Betriebswirtschaftslehre an der
Westfälischen Wilhelms­Universität in Münster.
Von 1987 bis 1989 war Ulrich Grillo bei der Arthur
Andersen & Co. GmbH in Frankfurt am Main
und von 1989 bis 1993 bei der A. T. Kearney GmbH
in Düsseldorf beschäftigt, bevor er 1993 zur
Rheinmetall­Gruppe wechselte. Im August 2001
trat er in den Vorstand der Grillo­Werke AG
ein und ist seit 2004 dessen Vorsitzender.
Von 2006 bis 2012 war Ulrich Grillo Präsident
der WirtschaftsVereinigung Metalle, Düsseldorf/
Berlin, und von 2011 bis 2012 Vizepräsident des
BDI. Seit 1. Januar 2013 ist er dessen Präsident.
Sicherheit hat
diesen
Produkt und Design
Ecodesign: Nur grün anstreichen reicht nicht!
6
Das besondere Detail: «Plopp» und «Kling» beim 3K­Verschluss 12
Recht und Rahmen
Bauch oder Rechenschieber bei der Stundensatzermittlung?
Namen.
Anschlagpunkt X-TREME TWN 1830
14
X-TREME GUT!
BG
Zulassung
Innovation und Technik
Vorbild Blut: Mehr Sicherheit mit selbstheilenden Kunststoffen
Manche mögen’s heiß: Anguss­Systeme von Ewikon
Der andere Formenbau: Porzellan von Rosenthal
Ausschraubeinheiten und Linearaktuatoren mit Servoantrieb
Unternehmen stellen Neues aus der Branche vor
3D
20
22
26
32
34
Tragfähigkeiten: 0,45 bis 15 t
In Gewindeabmessungen von M10 - M56 verfügbar
Volle Belastbarkeit in alle Zugrichtungen
Durch integriertes Kugellager für Hebeund Wendevorgänge gut geeignet
Unter Last drehbar
Kompakte Bauweise
Lieferung mit Gewindetransportschutz
Wissen und Wandel
Lebenslektionen: Der beste Rat meines Lebens
38
Ottmar Hitzfeld: Denker, Entscheider, Motivator, Seelsorger ... 44
Typen im Verband: Kerstin und Dirk Falke on tour
48
Einfache Montage durch Maulschlüssel
100% rissgeprüft
Made in Germany
XS-Point TWN 1890
Robot Linear
Das flexible Handlingsgerät für wirtschaftliches Beladen von Bearbeitungszentren.
Durchgängig modular und permanent
erweiterbar um Reinigungsstationen, Messmaschinen, weitere Bearbeitungszentren
oder sonstige Komponenten, ermöglicht das
Automatisieren von bis zu acht Maschinen.
Märkte und Chancen
Serie Länderberichte: Ägypten – ein Land sucht Stabilität
Ziel 5. Mai 2015: Der VDWF trägt die Moulding Expo mit
Messetermine: Vor­ und Nachberichte
3D
52
58
60
Güteklasse 10
In den Gewindeabmessungen von
M16 bis M24 verfügbar
Volle Belastbarkeit in alle Zugrichtungen
Extra breiter D-Bügel
360° drehbar
Freizeit und Kultur
Wenn Werkzeugmacher tüfteln: Die Schukey­Maschine
Vorpositionierung in Klapprichtung durch Doppelfedern
66
Kompakte und leichte Bauweise
Variable Schraubenlänge auf Wunsch lieferbar
Hochwertiger Oberflächenschutz: RAL 5002
Gelbe Dickschichtpassivierung (Chrom6-frei)
Schrauben 100% rissgeprüft
EROWA System Technologien GmbH
D-90556 Cadolzburg b. Nbg.
Tel. 09103 7900-0 · Fax 09103 7900-10
info@erowa.de · www.erowa.de
3D-Daten auf CADENAS-Plattform verfügbar
Verband und Netzwerk
Firmenvorstellung
Neues aus dem Verband
Impressum, Bildnachweise
Neues aus den Kunststoff­Instituten Lüdenscheid und Südwest
Editorial
72
76
82
19
3
BG Zulassung
Made in Germany
Positionierungsfeder
THIELE GmbH & Co. KG
Werkstr. 3 · 58640 Iserlohn · Germany · 2+49 2371 947-0
5 +49 2371 947-241 · www.thiele.de · hebetechnik@THIELE.de
Produkt und Design
Ecodesign ist mehr als energieeffiziente Kühl­
schränke und Taschen aus Recyclingmaterial.
Beim Ecodesign wird der gesamte Lebenszyklus
eines Produktes berücksichtigt – von der Rohstoff­
gewinnung über die Produktion, Distribution und
Nutzung bis hin zur Verwertung oder Entsorgung.
Neben Fragen des Energieverbrauchs und eines
verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen
werden auch Fragen des Nutzerverhaltens, der
Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit gestellt.
VDWF im Dialog 2/2014
8
Natur als Vorbild:
Über die Herausforderungen von nachhaltigem Design
und umweltsensibler Konstruktion
von Claus Kaelber
Hilti TE-YX
Technik, Produkte, Ressourcen, Schadstoffe, Verantwortung –
die Zusammenhänge scheinen deutlicher in das Bewusstsein
zu rücken. Für manche ist das lediglich ein Gefühl, von
dem sie zumindest ahnen, dass sie es nicht mehr so leicht
loswerden, aber auch nicht ganz genau erklären können,
wann und weshalb das Thema überhaupt an Bedeutung
gewonnen hat. Für andere hingegen liegen die Herausforderungen klar auf der Hand: Die Umweltprobleme nehmen
weltweit zu, und der Mensch hat einen sehr großen Anteil
daran. Allerhöchste Zeit, den Kurs zu ändern.
Vermeiden statt rückgewinnen: Der für Stahlbeton
konzipierte Hammerbohrer «Hilti TE-YX» wird –
als einziger Bohrer seiner Art auf dem Markt – per
Kaltumformung hergestellt. Dabei wird Material­
abfall komplett vermieden, bei herkömmlich ge­
fertigten Bohrern kann dieser bis zu 30 Prozent des
Materialanteils betragen. Außerdem verbraucht das
Produkt generell weniger Stahl als herkömmliche
Bohrer, da die kaltgeschmiedete Wendel über die
Materialverdichtung auch leistungsfähiger wird.
Mit dem veredelten Hartmetall-Bohrkopf und
seiner angepassten Geometrie, die ein Verhaken
mit Eisen im Beton verhindert, soll dem Bohrer
zudem eine hohe Lebensdauer verliehen werden.
Gerade im wachstumsorientierten Kreislauf zwischen Herstel­
lung, Vertrieb, Nutzung und Entsorgung von Konsumprodukten
liegen immense Herausforderungen. Um so weitermachen zu
können wie bisher, würde die Welt, bezogen auf ihren gegen­
wärtigen Ressourcenverbrauch, rund vier Reserveplaneten benö­
tigen – Tendenz steigend. Ein solcher Ersatz ist nicht vorhanden,
insofern erscheint es absurd, dass von einer wirklichen Kurs­
korrektur bisher kaum die Rede sein kann.
Revol­ver
Eine Wind­tur­bine für unter­wegs: «Revolver» von
frog design pro­du­ziert schon bei leich­ter Brise
bis zu 35 Watt elek­tri­scher Ener­gie – genug, um
gleich­zei­tig Lap­top, Mobiltelefon und eine Lampe
mit Strom zu ver­sor­gen. Mit einem Hand­griff
öffnen sich die vier geschwun­ge­nen Darrieus-Tur­
binenblätter. Die Tur­bine ist so groß wie ein Regen­
schirm und kann daher leicht trans­por­tiert wer­den.
Nicht ob, sondern wer zu welchem Zeitpunkt mit den dringend
notwendigen Änderungen beginnen könnte, ist zu einer der
wichtigsten gesellschaftlichen Fragen geworden. Besonders für
Designer, Entwickler und Konstrukteure stellen sich große
Herausforderungen, die über den Tageshorizont weit hinausgehen.
Die auf ökologische Produktentwicklung spezialisierte Kölner
Gestalterin und ehemalige Dozentin an der Design Academy
Eindhoven, Ursula Tischner, brachte die Situation im Rahmen
eines Symposiums vor Vertretern der Wirtschaft zu Beginn
dieses Jahres in München so auf den Punkt: «Die Frage heißt
nicht mehr, was können wir tun, sondern was müssen wir tun?»
Das bedeutet nach Tischners Ausführungen für Produktentwickler
die Konzentration auf wirkliche Problemlösungen und die Abkehr
von marketinggetriebenem Styling, wie es in vielen Produkt­
segmenten nach wie vor üblich ist.
Cartis
Cartis ist ein Möbelentwurf aus Altpapier des
Berliner Designers Cecil Karges. Bei der Herstellung
wurde die Faserformtechnik verwendet, um mehr­
fach gekrümmte Flächen zu erzeugen (wie z. B. bei
Eierkartons). Durch nachträgliches Kugelstrahlen
der Objekte werden die Oberflächen verdichtet und
unempfindlicher gegen äußere Einflüsse gemacht.
9
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
10
Inspiro
best before ...
Visualisierung der Mindesthaltbarkeit: Dane Smith­
Horn, Viola Wengler und Vasiliki Corakas von der
Hochschule für Gestaltung Offenbach entwarfen
einen doppelwandigen Joghurtbecher aus Kunst­
stofffolie. Seine Stabilität erhält der Becher durch
Druckluft zwischen beiden Folienschichten. Joghurt
wird häufig nach Ablauf des Mindesthaltbarkeits­
datums weggeworfen, ohne dass die Verpackung
überhaupt geöffnet wurde. Dabei sind Lebens­
mittel – und gerade Joghurt – oft nach dem vor­
ausgesagten Verfallsdatum noch lange genießbar.
«best before …» visualisiert den «echten» Verfalls­
zeitpunkt des Joghurts und wirkt so der Lebens­
mittelverschwendung entgegen.
Pfandring
Additives Design: Der Kölner Designer Paul Ketz
entwickelte eine Zusatzhalterung für Mülleimer im
öffentlichen Raum für Pfandflaschen und Pfand­
dosen. Passanten können ihr Leergut hier guten
Gewissens abstellen und Pfandsammler müssen
nicht unwürdig in Mülleimern wühlen. Die sonst
weggeworfene Flasche wird zum Geschenk – für
die, die es wirklich brauchen.
Herausfoderungen für Nachwuchsingenieure
Ressourcen konsequent nutzen
Auch für den Entwicklernachwuchs ist die Ausgangslage alles
andere als eindeutig. Der Maschinenbauingenieur Claudius Geiser,
28 Jahre, konzentriert sich gegenwärtig an der Hochschule
Augsburg mit dem Schwerpunkt Konstruktion und Entwicklung
auf seine Aufgaben als sogenannter «Forschungsmaster». Die
Aufgaben für junge Ingenieure in Zusammenhang mit dem
Themenfeld Ressourcen, Nachhaltigkeit und Umweltschutz sieht
er «in den Köpfen noch nicht so richtig platziert. Wo etwa ein
Material herkommt, das steht bislang nicht im Vordergrund.
Traditionell und aus der Ausbildung kommend, ist der Ingenieur
erst mal mit Anforderungen an Belastung und Lebensdauer
konfrontiert. Darauf aufbauend wird das Produkt berechnet,
alles Weitere kommt danach.»
Für den nötigen Paradigmenwechsel skizziert Geiser in Anlehnung
an den Mitbegründer des Cradle­to­Cradle­Modells (C2C) Michael
Braungart ein passendes Bild: «Der Filter sollte nicht auf das
Abflussrohr fokussiert sein, sondern bereits in den Köpfen der
Ingenieure sitzen. Denn genau das bedeutet, dass wir schon
mitdenken, wenn wir etwas konstruieren und damit Schadstoffe
verhindern, und nicht versuchen, sie am Ende der Kette wieder
in den Griff zu bekommen.» Braungarts Idee, die Wertstoffzyklen
in der Produktion wie in der Natur immer als Kreislauf zu be­
trachten, ist um die Frage des geeigneten, umweltschonenden
Materialeinsatzes, der Ressourcenschonung und der Abfallver­
meidung zentriert. Das C2C­Konzept funktioniert in einigen
Produktsegmenten schon sehr gut, in anderen – das muss man
einräumen – aber eben auch noch nicht.
Geiser ist sich aber sicher, dass ein Umdenken bereits stattge­
funden hat, manche Branchen verändern sich, mehr oder weniger
notgedrungen, ziemlich schnell. «Man sieht inzwischen schon,
etwa in der Automobilindustrie, welchen Stellenwert eine
durchdachte Demontagesystematik erhält. Es tut sich was, und
ich weiß, im Hintergrund läuft da sehr viel mehr, als nach außen
hin klar wird.»
Dass die Verwendung «nachhaltiger Materialien» zunehmend
eine Rolle spielt und gesetzliche Vorgaben, z. B. in Bezug auf
die Verwertung der eingesetzten Stoffe, den Rahmen immer
enger stecken, ist leicht nachvollziehbar. Allein in den Berei­
chen der «recyclingorientierten Konstruktion» steigen nach
Geisers Einschätzung die Anforderungen an den Ingenieur
doch deutlich. Den ökologischen Grundgedanken, nach dem
nachhaltiges Design die Bedürfnisse der gegenwärtigen Gene­
ration befriedigen solle, nicht jedoch die Spielräume zukünftiger
Generationen beeinträchtigen dürfe, hält er für ausgesprochen
nachvollziehbar.
Dabei bleibt der Begriff Design im deutschen Sprachgebrauch
aus der Blickrichtung des Ingenieurs uneindeutig. Im Englischen,
speziell als «mechanical design», sind damit vorrangig Kon­
struktionsleistungen gemeint. In Deutschland wird selbst mit
«Industrial Design» vordergründig Gestaltung oder Formfindung
in Verbindung gebracht, auch wenn sich die Ausgangslage
und die konstruktiven Anforderungen auch nicht viel anders
darstellen. Dass Ökologie und Design, egal in welcher Diktion,
zwangsläufig zusammengehören, ist nicht nur aus technischer
Sicht im Grunde naheliegend. «Es ist ja ganz offensichtlich»,
erklärt Claudius Geiser, «dass die Rohstoffpreise steigen, die
allgemeine Verfügbarkeit abnimmt und sich immer mehr Wett­
bewerber um die verbliebenen Ressourcen drängen. Da muss
man die Möglichkeiten des Materialeinsatzes und des Recycling
viel besser ausloten, auch um mehr Unabhängigkeit von den
Lieferantenländern zu erreichen.»
«Ich würde dennoch sagen, bei C2C ist die Recycling­Idee kon­
sequent bis zum Ende durchdacht. Recycling auf verbessertem
Niveau, weil dabei der Wertstoff weiterverwendet wird und etwa
sogenannte Wegwerfgegenstände so gestaltet werden sollen,
dass die Materialien von der Natur wieder aufgenommen wer­
den können. Leider findet der C2C­Ansatz bisher nur in weni­
gen Produktbereichen wirklich Anwendung, denn ein grundsätzli­
ches Problem für C2C scheinen Produkte mit vielen Einzelteilen
darzustellen.» Geiser nennt aufwendige Materialdatenbanken
mit durchgängig klaren Kennzeichnungen, allesamt hohe organ­
isotorische Anforderungen, die der Markt letztlich auch tragen
müsste.
«Ich denke schon auch noch traditionell in Stahl­ und Aluminium­
legierungen, allein schon weil man auch dieses Material ohne
Qualitätsverlust immer wieder recyclen und in fast jede Form
bringen kann. Der Werkstoff ist da und wir haben die entspre­
chenden Erfahrungen», erläutert Geiser. Andererseits «sind die
‹bio plastics› oder Biokunststoffe groß im Kommen und ersetzen
vermehrt klassische, aus Öl erzeugte Kunststoffe.» Dabei müsse
man bio plastics in zwei Bereiche unterteilen, in biologisch
abbaubare Kunststoffe oder in Stoffe, die auf Biobasis erzeugt
werden. Es sei immer im Einzelfall zu klären, was gewollt und
was gebraucht werde.
Die breiteste Verwendung finden biobasierte Kunststoffe heute
im Verpackungsbereich, beispielsweise als Polster­ oder Füll­
material. Vor allem frische Lebensmittel werden gern in bio­
basierte Kunststoffe verpackt. Dies sind Netze, Folien, Schalen
und Flaschen aus Polymilchsäure (PLA), aus Cellulose­ oder aus
Stärkewerkstoffen. «Zu den auf biologischer Basis hergestellten
Kunststoffen, die in der Automobilindustrie im Interiorbereich
immer häufiger zum Einsatz kommen, zählen zunehmend die
Polymilchsäuren», erklärt Geiser. Diese neuen Hochleistungs­PLA
sind immerhin temperaturbeständig bis zu 180 °C.
Die Metro­Plattform «Inspiro» von Siemens ist mit
seiner Aluminium­Leichtbauweise des Wagen­
kastens und mit einem gewichtsoptimierten Fahr­
werk die leichteste U­Bahn der Welt. Das Gewicht
eines 6­teiligen Zuges konnte um etwa 18 Tonnen
bzw. um 9 Prozent gegenüber der Vorgänger­
generation reduziert werden. Außerdem wurde
bereits im Fahrzeugkonzept auf eine leichte De­
montierbarkeit der Komponenten am Ende der
erwarteten Lebensdauer von 40 Jahren und auf
die Zerlegbarkeit in Einzelmaterialien geachtet.
Der Zug ist so zu etwa 95 Prozent wiederverwert­
bar. Besonderes Augenmerk wurde auch auf die
Verwendung bereits rezyklierter Sekundärmate­
rialien gelegt – das reduziert den Primärenergie­
bedarf zur Herstellung um 90 Prozent. Der Antrieb
kann zudem einen Großteil der Bremsenergie in
elektrische Energie umwandeln und wieder in das
Stromnetz einspeisen. Optional gibt es weitere
Energiesparsysteme wie z. B. eine über CO2­
Sensoren gesteuerte Klimaanlage oder eine ener­
gieeffiziente LED­Beleuchtung. Das Design kommt
von BMW Group Designworks USA.
!
t
i
m
h
c
a
M
s
et au
d
il
b
F
W
D
V
r
e
D
Angewandte
Cpro
Die Form des Wassertropfens hat den Entwicklern
bei Ziehl­Abegg den idealen Querschnitt vorgege­
ben, um in einem Schuss spritzgegossene Ventila­
toren zu konstruieren, die leiser laufen und gut
15 Prozent weniger Energie verbrauchen als
herkömmliche Produkte. Bisher konnte für die
Herstellung von Lüfterrädern wegen der hohen
Belastungen nur Metall verwendet werden. Ver­
suche mit Kunststoff scheiterten, weil dieser die
Umfangsgeschwindigkeit von bis zu 70 m/s nicht
aushielt. Der neue recyclefähige Verbundwerk­
stoff ZAmid – ein thermoplastischer Kunststoff
mit Glasfaseranteilen – ermöglichte es jedoch
nun dem Künzelsauer Unternehmen, die Idealform
eines Lüfterrads auch technisch umzusetzen.
Abschließend gefragt, ob es angesichts des zunehmenden gesell­
schaftlichen Drucks eine Art kreative Zielrichtung für Ingenieure
gebe, argumentiert Claudius Geiser nach kurzem Nachdenken, dass
«es aus technischer Sicht darum geht, zu betrachten, was die
Natur uns an Vorbildern liefert und wie man das als Ingenieur
umsetzen kann. Die Natur setzt ein ‹Material› nie sinnlos ein,
diese vergleichsweise einfachen Sachen sind für uns natürlich
ausgesprochen interessant. Fachwerkkonstruktionen etwa sind
uralte Beispiele, wo Materialien immer genau nach Funktionsbedarf
eingesetzt werden. Das ist ausgesprochen nachhaltig, die Natur
verschwendet eben keine Ressourcen.» | Claus Kaelber, Augsburg
Seite 2
...
(fH)
· Sportökonom/in
e energien
für erneuerbar
· Techniker/in (fH)
sende rohstoffe
und nachwach
t/in (fH)
bswir
betrie
· Tourismus
etriebswirt/in (fH)
· Veranstaltungsb
er/in (fH)
· Vertragsmanag
er/in (fH)
· Vertriebsmanag
hinaus ...
n
la
rp
h
e
L
n
le
a
Über den norm
6 88 - 17 62
Tel. 0 36 83 /
6 88 - 19 27
Fax 0 36 83 /
kalden.de
zfw@fh-schmal
ationen
Weitere Inform
auf der
erhalten Sie
ftsstelle:
VDWF-Geschä
7
)7353 984229
Telefon +49 (0
8
29
42
98
)7353
Telefax +49 (0
info@vdw f.de
ildung
m für Weiterb
und im Zentru
kalden
der FH Schmal
2
)3683 688176
Telefon +49 (0
e
.d
en
ald
zfw@fh-schmalk
i
d
u
t
s
n
r
e
(fH)
· Sportökonom/in
e energien
für erneuerbar
· Techniker/in (fH)
sende rohstoffe
und nachwach
bswirt/in (fH)
· Tourismusbetrie
etriebswirt/in (fH)
· Veranstaltungsb
er/in (fH)
· Vertragsmanag
er/in (fH)
· Vertriebsmanag
sabschluss
ote mit Zertifikat
Studienangeb
iebswirt/in (fH)
· Apothekenbetr
g und Steuern
(fH) Controllin
· Betriebswirt/in
rketing
(fH) für online-Ma
· Betriebswirt/in
rolling
(fH) Public Cont
· Betriebswirt/in
h (fH)
· Business Coac
(fH)
ger/in
ss Mana
· Business Proce
in (fH)
rojektmanager/
· e-government-P
n (fH)
· finanzfachwirt/i
in (fH)
· fitnessökonom/
onom/in (fH)
· gesundheitsök
ger/in (fH)
· Hospitality Mana
(fH)
· ideenmanager/in
nager/in (fH)
Verhandlungsma
· Mediator/in und
m/in (fH)
ik
· Pharmazieökono
Kunststofftechn
ager/in (fH) für
· Produktionsman
r/in (fH)
enbau
· Produktmanage
zeug- und form
r/in (fH) für Werk
nage
ktma
· Proje
ungser/in (fH) für fertig
· Qualitätsmanag
se
rozes
ionsp
und organisat
angewan
m
Noch Fragen?
uns an!
Sprechen Sie
...
en gerne weiter
Ihn
fen
hel
r
Wi
a
s
t
e
r
sto
dte kunst
o
e
f
n
g
erbildung
Zentrum für Weit
Schmalkalden
fachhochschule
e 17 c
Asbacher Straß
en
98574 Schmalkald
6 88 - 17 62
Tel. 0 36 83 /
6 88 - 19 27
fax 0 36 83 /
kalden.de
zfw@fh-schmal
(fh)
anager/in
u
Projektm
formenba
eug- und
z
k
r
e
W
r
fü
l i c h e
s c h a f t
W i s s e n
i
fftechnik
n
e
e
r
i
g
n
m
m
...
u
erbildung
Zentrum für Weit
Schmalkalden
Fachhochschule
e 17 c
Asbacher Straß
en
98574 Schmalkald
u
iter ...
i
uns
Sprechen Sie
en gerne we i,
Kosten:
Wir helfen Ihn
Azub
1590 Euro pro
r
de
lie
itg
M
Ffür VDW
pro Azubi
der 2590 Euro
für Nichtmitglie
schluss
mit Masterab
Studiengänge
ik (M.eng.)
Kunststofftechn
· Angewandte
nt (M.eng.)
und Manageme
· Maschinenbau
(LL.M.)
rnehmenspraxis
· recht der Unte
nt (MPA)
t und Manageme
· Öffentliches rech
nt (MBA)
geme
mana
· Sport
itality (MBA)
Hosp
und
· Tourismus
hrung (M.A.)
· Unternehmensfü
d
sabschluss
ote mit Zertifikat
Studienangeb
iebswirt/in (FH)
· Apothekenbetr
g und Steuern
rollin
Cont
(FH)
· Betriebswirt/in
rketing
(FH) für Online-Ma
· Betriebswirt/in
rolling
(FH) Public Cont
· Betriebswirt/in
h (FH)
· Business Coac
(FH)
ss Manager/in
· Business Proce
in (FH)
rojektmanager/
· E-Government-P
n (FH)
· Finanzfachwirt/i
(FH)
in
· Fitnessökonom/
(FH)
/in
onom
· Gesundheitsök
ger/in (FH)
· Hospitality Mana
(FH)
· Ideenmanager/in
nager/in (FH)
Verhandlungsma
· Mediator/in und
m/in (FH)
kono
azieö
· Pharm
tstofftechnik
in (FH) für Kuns
ager/
sman
· Produktion
r/in (FH)
u
· Produktmanage
- und Formenba
zeug
Werk
für
r/in (FH)
· Projektmanage
ungser/in (FH) für Fertig
· Qualitätsmanag
ionsprozesse
und Organisat
ungsangebote
Alle Weiterbild
i
(FH)
· Sportökonom/in
e Energien
für erneuerbar
· Techniker/in (FH)
sende Rohstoffe
und nachwach
bswirt/in (FH)
· Tourismusbetrie
(FH)
etriebswirt/in
· Veranstaltungsb
er/in (FH)
· Vertragsmanag
er/in (FH)
· Vertriebsmanag
d
...
Blockunterricht
er: 2 Wochen
Lehrgangsdau
rtifikat
Abschluss: Ze
: 8 Teilnehmer
ße
rö
Gruppeng
t:
Ausbildungsor
(BCS)
Südthüringen
r
te
en
Bildungs-C
Noch Fragen?
in Zella-Mehlis
an!
schluss
mit Masterab
Studiengänge
ik (M.Eng.)
Kunststofftechn
· Angewandte
g.)
Management (M.En
und
bau
· Maschinen
(LL.M.)
rnehmenspraxis
· Recht der Unte
gement (MPA)
Mana
und
t
· Öffentliches Rech
)
nt (MBA
· Sportmanageme
)
Hospitality (MBA
· Tourismus und
hrung (M.A.)
· Unternehmensfü
6 88 - 17 62
Tel. 0 36 83 /
6 88 - 19 27
fax 0 36 83 /
kalden.de
zfw@fh-schmal
r
ungsangebote
Alle Weiterbild
erbildung
Zentrum für Weit
Schmalkalden
fachhochschule
e 17 c
Asbacher Straß
en
alkald
Schm
4
9857
f
Überbetrie
ende
für Auszubild
u
Seite 2
t
9:16 Uhr
s
03.02.2010
n
ayout 1
ausbildung
bliche Zusatz
Noch Fragen?
uns an!
Sprechen Sie
...
en gerne weiter
Wir helfen Ihn
u
sabschluss
ote mit Zertifikat
Studienangeb
iebswirt/in (fH)
· Apothekenbetr
g und Steuern
(fH) Controllin
t/in
bswir
Betrie
·
rketing
(fH) für online-Ma
· Betriebswirt/in
rolling
(fH) Public Cont
· Betriebswirt/in
h (fH)
· Business Coac
(fH)
ger/in
ss Mana
· Business Proce
in (fH)
rojektmanager/
· e-government-P
n (fH)
· finanzfachwirt/i
in (fH)
nom/
ssöko
fitne
·
onom/in (fH)
· gesundheitsök
ger/in (fH)
· Hospitality Mana
(fH)
· ideenmanager/in
nager/in (fH)
Verhandlungsma
· Mediator/in und
m/in (fH)
ik
· Pharmazieökono
Kunststofftechn
ager/in (fH) für
· Produktionsman
u
ktmanager/in (fH)
· Produ
- und formenba
e 2
Seit
(fH) für Werkzeug
r/in
10 9:16 Uhr
nage
2.20
ktma
03.0
t 1
· Proje
ungskseite:Layou
er/in (fH) für fertig
FH Grafik Ru?c
· Qualitätsmanag
se
rozes
ionsp
und organisat
t
schluss
mit Masterab
Studiengänge
ik (M.eng.)
Kunststofftechn
· Angewandte
nt (M.eng.)
und Manageme
· Maschinenbau
(LL.M.)
rnehmenspraxis
· recht der Unte
nt (MPA)
t und Manageme
rech
s
tliche
· Öffen
)
(MBA
nt
geme
· Sportmana
(MBA)
itality
Hosp
· Tourismus und
hrung (M.A.)
· Unternehmensfü
s
ungsangebote
Alle Weiterbild
kseite:L
FH Grafik Ru?c
Ob «Ecodesign» schon zu einem Wettbewerbsvorteil in bestimmten
Märkten oder Branchen geworden ist oder dies noch werden kann,
ist insofern schwer zu beantworten, als sich angesichts der
grundsätzlichen Herausforderungen (Klimawandel, Ressourcen­
verknappung, Bevölkerungswachstum etc.) im Grunde alle Anbieter,
Produzenten und Dienstleister möglichst schnell mit dieser
Thematik auseinandersetzen müssten. Für Fachberater lenken
solche Diskussionen deshalb auch von den zentralen Aufgaben ab.
Designer und Entwickler sollten sich auf Produkte in einer Kreis­
laufwirtschaft konzentrieren, dabei spielt die Lebensdauer einer
Lösung eine hervorgehobene Rolle. Dass «sustainable design»
formal hochwertig, in der Wahrnehmung attraktiv und in der Nut­
zung reizvoll sein soll, versteht sich von selbst. Sehr wahrscheinlich
ist dabei, dass mit den Perspektiven eines längeren Gebrauchs
Serviceaspekte stärker als bisher in der Vordergrund treten werden.
9:16 Uhr
r
Ein analoges Sharing­System: Das Projekt Pumpi­
pumpe des Berner Büros Meteor Collectif setzt
sich für einen bewussten Umgang mit Konsum­
gütern und mehr soziale Interaktion in der Nach­
barschaft ein. Das Leihen und Ausleihen von
Dingen, die man nur selten braucht, soll gefördert
werden. Die Bereitschaft, etwas zu teilen, bekundet
man ganz einfach über kleine Aufkleber des
bereitstehenden Produkts am eigenen Briefkasten.
Er ist davon überzeugt, dass ökosensible Produktentwicklung und
­versorgung nur dann zu einem langfristigen Erfolg werden wird,
wenn gar kein Unterschied mehr festzustellen ist. Einfach weil die
damit verbundenen Qualitäten zu einer Selbstverständlichkeit aller
Marktteilnehmer geworden sind. Ein «Bio­Symbol» mache ein
Produkt nicht automatisch attraktiver, auch wenn er einräumt,
dass «für den Start neuer Technologien die explizite Sichtbarkeit»
für einen bestimmten Zeitraum sinnvoll sein kann. Manche
Konsumentengruppen wollen den Gebrauch solcher Produkte
ganz bewusst kenntlich machen, einen darauf fokussierten
Massenmarkt kann er sich allerdings eher nicht vorstellen.
03.02.2010
m
ayout 1
EC TS: 90
o Semester
r: 2560 Euro pr
Studiengebüh
Schmalkalden
Studienort: FH
e
Pumpipumpe
nd
berufsbegleite
Studienform:
r
te
: 5 Semes
Studiendauer
ing
ter of Engineer
as
M
s:
Abschlus
Endlich lerne
ich was fürs
!
Tagesgeschäft
kseite:L
FH Grafik Ru?c
nik
u
Miteinander
mich
lernen bringt
echt weiter!
Kunststofftech
n
Die Frage nach der grundsätzlichen Qualität eines Produkts ist aus
Ingenieursicht in erster Linie mit der Frage nach den definierten
Anforderungen, den Belastungen, den Funktionalitätserwartungen,
kurzum seiner technischen Leistungsfähigkeit zu verknüpfen. «In
manchen Bereichen», vermutet Geiser, «legen Kunden schon
erhöhten Wert auf die besondere Umweltverträglichkeit eines
Produktes. Ich fände es aber besser», ergänzt er, «wenn die öko­
logische Qualität dem Produkt gar nicht anzusehen ist und diese
Qualität einfach vorausgesetzt würde.» Konsequent ökologisch
entwickelten Produkten, egal welche Materialien im Vordergrund
stehen, muss man ihre besondere Ausrichtung nicht sofort anmer­
ken. Geiser glaubt sogar, dass «nur ein kleiner Bruchteil der Konsu­
menten will, dass ein Produkt explizit als nachhaltig erkennbar ist».
e
Erweiterter Qualitätsbegriff
f
VDWF im Dialog 2/2014
f
11
g
b i l d u n
W e i t e r
maschine
m
er/in (FH)
Projektmanag
u
und Formenba
für Werkzeugnd
berufsbegleite
Studienform:
r
te
: 2 Semes
Studiendauer
t
chschulzertifika
Ho
s:
Abschlus
EC TS: 30
o Semester
r: 2400 Euro pr
Studiengebüh
und
Schmalkalden
Studienort: FH
cheid
wi-sw f Lüdens
a
s
t
Maschinenba
e
r
managem
nbau und
o
f
e
n
g
u und Manag
i
n
e
e
r
ent
i
n
g
ement
nd
berufsbegleite
Studienform:
r
te
es
m
Se
5
:
Studiendauer
ering
aster of Engine
M
s:
us
hl
sc
Ab
EC TS: 90
o Semester
r: 2560 Euro pr
Studiengebüh
und
Schmalkalden
Studienort: FH
BA Eisenach
13
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Das besondere Detail:
Beim 3K-Flaschenverschluss bestimmen
das «Plopp» und das «Kling» die Qualität
von Angelo Arabia
Rohling, fertig gesinterter und um gut 15 Prozent
geschrumpfter Porzellanknopf sowie der fertige
Bügelverschluss mit 2K-Dichtkappe
| Geben Sie es zu: Sie hatten auch
schon mal Freude an einer Bierflasche.
Gemeint ist jedoch nicht Ihr Trinkverhalten, sondern eher die durchaus
sinnliche Wahrnehmung eines Bierflaschenverschlusses. Ist es nicht eine
wunderbare Vorfreude auf das erfrischende Getränk, wenn man den
Metallbügel der Flasche fingerflink
und voller Schmackes über den Flaschenmund hinweggleiten lässt? Dann
hört man nämlich sogleich ein kohlensäuregetriebenes spritziges «Plopp»
und gleich danach ein fast schon
musikalisch-helles «Kling», wenn der
Keramikdeckel den Flaschenhals trifft.
Ach, der erste Schluck schmeckt so
doch gleich viel besser ...
Was Sie vielleicht nicht wussten, ist, dass
diese Porzellan-Bügelverschlüsse – die
ja in den letzten Jahren eine Renaissance
erlebten – fast schon eine Wissenschaft
für sich sind. Und einer, der sich darin
besonders gut auskennt, ist Johannes
Rösler. Seit vielen Jahren beschäftigt sich
der Geschäftsführer der Rösler CeramTec
GmbH u. a. mit der Produktion dieser
Porzellanknöpfe. Besonders stolz sind
er und die 55 Mitarbeiter auf die Ent­
wicklung eines Drei-Komponenten-Ver­
schlusses. «Wir arbeiten gemeinsam mit
Brauereien immer wieder an verschie­
denen Verschluss-Bestandteilen. Als um
den Jahrtausendwechsel herum die Hygi­
ene der losen Gummidichtungsscheiben
bei Bügelverschlüssen zunehmend in
den Fokus der großen Getränkehersteller
rückte, haben wir uns gemeinsam mit
der Flensburger Brauerei an eine um­
fassende Lösung gemacht», erklärt der
Betriebswirt.
Herausgekommen bei der Neuentwick­
lung des Traditionsverschlusses ist ein
zweiteiliges System: Der eigentliche
Porzellanknopf besteht zwar nach wie
vor aus einer Sinterkeramik, diese ist
jedoch derart optimiert worden, dass
nach drei Brennvorgängen eine wesent­
lich verbesserte Festigkeit und Maß­
genauigkeit gegenüber herkömmlichen
Porzellanknöpfen gewährleistet werden
kann. «Bei den Kriterien Optik, Haptik
und Wertigkeit ist der Porzellanverschluss
ohnehin konkurrenzlos. Mittlerweile errei­
chen wir hier aber auch bei Maßhaltigkeit
beste Werte im Zehntelbereich», so Rösler
– und das trotz einer Schwindung von gut
15 Prozent. Das zweite Teil des Verschluss­
knopfs ist die Dichtkappe aus einem Poly­
propylen-Vorspritzling und einem aufge­
spritzten thermoplastischen Elastomer –
der eigentlichen Dichtungskomponente.
Die Verbindung von Porzellanknopf und
Dicht­kappe erfolgt dann durch eine
Schnapp­verschlusstechnik. Je nach Aus­
führung der Kappe ist diese dauerhaft
fest oder auswechselbar mit dem Knopf
verbunden.
nenten Verbesserung gewidmet. So waren
für Rösler z. B. die Antischimmeleigen­
schaften der Gummidichtungen von be­
sonderer Wichtigkeit – immer mit dem
Ziel, die Reklamationsrate seiner Kunden
zu minimieren: «Wir waren lange auf
der Suche nach einem Kunststoff, der
Schimmel vorbeugt, aber ohne spezielle
Antischimmelzusätze auskommt», um
schon von vornherein die Diskussion
um die Lebensmittelbedenklichkeit dieser
Mittel zu vermeiden. Wichtiger Partner
im Netzwerk war dabei der Rohstoff­
lieferant Allod. Das VDWF-Mitglied lie­
fert nun nach vielen Untersuchungen
das Kunststoff-Material für die Ver­
schlüsse.
Bis vor wenigen Jahren noch aus Natur­
kautschuk gefertigt, ist die Dichtungskom­
ponente beim 3K-Bügelverschluss nun ein
Hightechprodukt, das UV-­beständig und
dadurch langlebig ist, aber auch beste
Permeabilitätseigenschaften besitzt. Eine
Diffusion von Kohlensäure aus der Flasche
heraus oder von Sauerstoff in die Flasche
hinein ist minimiert. Außerdem weist der
Verschluss eine Innendruckbeständigkeit
bis mindestens 10 bar auf, was wesent­
liche Vorteile beim Pas­teurisieren des Biers
in der Flasche bietet.
14
Umweltschutz trotz – oder gerade wegen –
«premium»
Unter anderem weil die Optik und Haptik des
Porzellans ein wichtiges Qualitätsmerkmal dar­
stellen, erlebten die Bügelverschlüsse in den
letzten Jahren gerade bei Premiumprodukten
eine Renaissance. Dabei erfüllen aktuelle Hightech-Knöpfe aus dem «weißen Gold» in puncto
Maßhaltigkeit, Dichtigkeit, Innendruckbeständig­
keit und Lebensdauer höchste Anforderungen.
Mit dem 3K-Knopf der Rösler CeramTec GmbH
steht hier eine Lösung zur Verfügung, die insbe­
sondere für das Verschließen von Flaschen mit
kohlensäurehaltigen Getränken wie Wasser, Saft,
Sekt, Spirituosen oder eben auch Bier entwickelt
wurde. Dabei steht das patentierte und mar­
kenrechtlich geschützte Produkt aber auch für
Nachhaltigkeit: Das bei 800 °C eingebrannte
Markenlabel ist säure- und laugebeständig und
die Gummidichtung hält problemlos Temperaturen
von −30 °C bis +90 °C oder das mehrmalige
Waschen in einer 2,5-prozentigen Natronlauge
aus. 50 Umläufe werden garantiert und damit
hält der 3K-Verschluss länger als die Flasche,
die er abdichtet.
PRÄZISION
in
jeder
F
O
R
M
Unsere Kernkompetenz ist die Herstellung von Ein- und Mehrkavitätenformen. Unsere Spezialität liegt im
Service vom Prototyp bis zur kompletten Serienlieferung mit unserer
Tochterfirma, PTK-ERZ Präzision in
technischem Kunststoffspritzguß.
Vom «Plopp» bis zum «Kling» wird
alles genau getestet
100 Prozent gasdicht und bis 10 bar
druckbeständig
«Und auch gerade beim ‹Plopp› waren
viele Materialtests nötig», sagt Rösler.
Schließlich verbinden die Verbraucher
mit den Geräuschen beim Öffnen der
Flasche automatisch ein pures «GenussFeeling». Letztlich sind für «Plopp» und
«Kling» die Faktoren Porzellanzusammen­
setzung, Bügelspannung und auch die
Gummimischung der Dichtung entschei­
dend. So testete die Flensburger Brauerei
deren Markenzeichen der «Plopp» ist,
insgesamt 20 verschiedene VorserienVarianten des 3K-Knopfs akribisch auf
deren «Klangqualität» und auf das «Plopp­
verhalten».
Drei Jahre Entwicklungszeit waren für
den patentierten 3K-Verschluss nötig, die
letzten zehn Jahre wurden der perma­
Da bleibt nur zu sagen: Gutes Ergebnis,
ein Prost auf die Entwickler! | Angelo
Arabia, Augsburg
Werkzeugbau
ERZ
Industriestraße
5,
89150
Laichingen
Tel. 07333-922436, Fax. 07333-922438
Email: info@wzb-erz.de, http://www.wzb-erz.de
made in
ny
Germa
Recht und Rahmen
Premiere für
Innovationen
 Auf der AMB 2014 präsentieren über 1.300 Aussteller spanende und abtragende Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge  TopThema: Verbundstoffe  Erleben Sie die
Welt des Maschinenbaus – direkt am Flughafen
Das ist die AMB 2014! www.amb-messe.de
VDWF im Dialog 2/2014
Speakers’ Corner:
Unternehmen im Blindflug?
Die Bedeutung von Stunden­
sätzen in Kalkulation und
Nachkalkulation
Eine Nachkalkulation ist optimal aufgebaut,
wenn sie die finanziellen Werte und Aufwands­
zeiten aus Angebots­, Auftrags­ und Ist­Werten
parallel je Gewerk darstellt. Zudem sollten Kosten
für Nacharbeit und Änderung getrennt ausge­
wiesen werden. Schon bei der Analyse eines
Projekts kann man interessante Abweichungen
erkennen. Betrachtet man jedoch laufend die
Nachkalkulationen aller wesentlichen Projekte
(z. B. ab 1000 Euro), so wird man echte Schwach­
stellen in Kalkulation und Produktion erkennen.
Man findet z. B. spezifische Unterschiede zwischen
verschiedenen Kalkulatoren, Projekttypen oder
Gewerken und kann für künftige Berechnungen
wertvolle Hinweise generieren.
tze
Stundensä
von Theodor Neumaier
13. – 15.10.2014
Messe Nanjing
www.ambchina.com
~variable
Kosten
stkosten)
. 50% Selb
(grob bei ca
läge (pro
kalk. Aufsch Ziel-VK
ergibt
AN
AN
el-VK
Jahres
im Lauf des
Projekte
P2
P3
K
von Ziel-V
it Abschlag
Angebot m
K
g auf Ziel-V
it Aufschla
Angebot m
P4
P6
.
.
.
.
P98
P99
AN
AN
X
von
Varianten
andlungen
durch Verh
Nachlässen
P5
AN
X
X
X
stenei- nicht ko
Deckungsb
deckend
tiv
si
po
trag
realisierter
Jahres-Ø
ungen
Preissteiger
g
Skontoabzu
satz
weniger Ab
bot
AN = Ange
X = Auftrag
en
Einsparung
rungen
Rationalisie
tz
mehr Absa
osten
Qualitätsk
geringere
Gewinn
Ausganglage –
die aktuelle Wettersituation
In der Branche der Werkzeug­ und Formenbauer gibt es sehr
viele kleine und mittlere Unternehmen, die meist von technik­
orientierten Firmengründern oder Unternehmern – mittler­
weile auch häufig in Familientradition – geleitet werden.
Es ist kein Geheimnis, dass bei solch einer technischen Aus­
richtung mit kundenorientierter Produktion und den großen
Aufgabenbereichen der Geschäftsführer häufig betriebswirt­
schaftliche Defizite in Theorie und Praxis vorzufinden sind.
Aber auch in Konzernstrukturen wird oft die besondere Situa­
tion des internen Werkzeugbaus von der Geschäftsführung
oder Controllingabteilung nicht verstanden. Der Werkzeugbau
bleibt so meist ein Ärgernis, das sich der Kontrolle entzieht,
aber immer teure Investitionen und Akzeptanz fordert.
Es ist also wenig verwunderlich, wenn die Verantwortlichen
bezüglich Kontieren, Kostenrechnung, Planzahlen oder auch der
BWA ein nur bedingtes Verständnis aufbringen. Und bei der
Ermittlung und Festlegung ihrer Stundensätze sind praktisch
alle überfordert. Oft wird mit Stundensätzen gerechnet, die –
meist vor Jahren – einfach grob geschätzt oder an Wettbewer­
bern orientiert wurden. Eine Kalkulation oder Nachkalkulation
unter solch einer Voraussetzung hat also bestenfalls Schätz­
charakter und einen entsprechend geringen Aussagewert.
alkulation
en' der K
'Leitplank
'Markt'
'
'Kosten
= Ziel-VK
en
st
= Selbstko
zentual)
t = Zi
P1 Angebo
schluss
Jahresab
Impressionen
AMB 2012
Die «Leitplanken» der Kalkulation zeigen, welche
Aspekte bei den Aufschlägen berücksichtigt wer­
den müssen, um beispielsweise am Jahresende
einen bestimmten Gewinn zu erzielen. Die Kalku­
lation bestimmt für alle Projekte des Jahres je­
weils zwei Ergebnisse: einmal den Stundensatz
«Kosten», und mit den kalkulatorischen Aufschlägen
den Stundensatz «Markt», mit dem man sich auf
den Markt begibt. Abweichend von dem durch
die Kalkulation ausgewiesenen Ziel­Verkaufspreis
gibt es eventuell verschiedene Angebotssituatio­
nen und Verhandlungsergebnisse. Am Jahres­
ende wird man einen durchschnittlichen Stunden­
satz realisiert haben, der in der Regel deutlich
vom Ziel­VK abweicht. Dies sollte ermittelt wer­
den (also durchschnittliche Abweichung von Kal­
kulation, Angebot und Auftragswert), damit man
künftig den kalkulatorischen Aufschlag für Gewinn
und Nachlass einschätzen kann.
en
Grenzkost
Unsere Branche tut sich schwer mit der Ermittlung ihrer
Verrechnungsstundensätze – gleichzeitig wissen wir alle,
es geht bei Kalkulation und Nachkalkulation nicht ohne.
Wir haben den Steuerknüppel des Unternehmens fest
im Griff, fliegen aber durch alle Wetterstimmungen auf
kurze Sicht.
Ø
Abschläge
sse)
lä
ch
na
is
(Pre
der
Tendenzen
en
Kalkulator
AN
Typischerweise werden in unserer Branche auch Stundensätze
zugrunde gelegt, mit denen man auf dem Markt agiert, also
solche, die man beispielsweise Kunden als Richtgröße für
bestimmte Leistungen nennt. In diesen Stundensätzen sind
aber verschiedene kalkulatorische Aufschläge bereits enthalten.
Eine Nachkalkulation auf Basis dieser Werte kann keine Aus­
sage über die tatsächlichen Kosten und entsprechend über
Gewinn oder Verlust bei einem Auftrag machen.
Wenn man bei all diesen Unzulänglichkeiten sieht, welcher
Aufwand trotzdem getrieben wird, um die Daten für die
Nachkalkulation – also die Ist­Werte – bereitzustellen, wird
die Sache geradezu grotesk. Vor allem wenn am Ende eine
Nachkalkulation praktisch nur ausgedruckt wird, um sie
zum Auftrag abzuheften. Die Intention ist gut, die Ausfüh­
rung eine Aneinanderreihung von Missverständnissen und
Unwissenheit.
16
17
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Bleibt also abzuwarten, was am Jahresende zusammenkommt.
Meist machen die Unternehmen Gewinne. So wissen sie, dass
sie insgesamt in Kalkulation, Vertrieb und Produktion wohl nicht
so viel falsch gemacht haben können. Weitere Erkenntnisse
bleiben aber vom betriebswirtschaftlichen Nebel verhüllt.
Das Unternehmen befindet sich nach wie vor im betriebswirt­
schaftlichen Blindflug.
Legen wir also los –
starten wir die Maschine
Angeblich ist es ja ganz einfach: Stundensatz ist gleich Her­
stellkosten geteilt durch die zu verkaufenden Stunden. Dar­
auf dann prozentuale Aufschläge für Gemeinkosten, Wagnis,
Skonto, kalkulatorischen Gewinn ...
Ulrich Härer
Geschäftsführer der
Alfred Härer GmbH, Lorch
Der Stundensatz ist zweitrangig
«Einmal jährlich überprüfe ich auf Basis
der tatsächlichen Daten aus der Betriebs­
wirtschaftlichen Auswertung des vergan­
genen Jahres meine Stundensätze und
justiere sie neu. Bei Angeboten kommuni­
ziere ich diesen Stundensatz jedoch nicht.
Denn schlussendlich interessiert den
Kunden ja nur der Endpreis. Und dafür liegt
der entscheidende Faktor in der richtigen
Abschätzung der Stunden, die ich für einen
Auftrag benötige. Wenn ich mich hier um
10 Prozent verschätze, dann ist das gravie­
render, als wenn ich am Stundensatz einen
Euro zu wenig kalkuliert habe.
Zum anderen ist der Stundensatz auch
nur eine bedingte Größe. Weit wichtiger
und entscheidend ist nämlich, was in
dieser einen Stunde wirklich passiert.
Wenn ich in der halben Zeit fertig bin,
habe ich viel mehr erreicht, als wenn ich
beim Stundensatz feinjustiere. Auch
deswegen kann für die deutschen Werk­
zeug­ und Formenbauer, die ja in einem
Hightech­Bereich fertigen, ein niedriger
Stundensatz nie ein Verkaufsargument
sein. Vielmehr ist die ständige Überprü­
fung der Produktivität nötig. Und hier
bin ich wiederum ganz genau: Ich schaue
mir nämlich jede Woche die Bearbeitungs­
stunden bei den laufenden Projekten
äußerst gewissenhaft an.»
Warum nur tun wir uns dann so schwer? Selten kann die
notwendige Berechnungsgrundlage aus den vorhandenen
betriebswirtschaftlichen Daten direkt ermittelt werden. Die
Buchhaltung und auch viele PPS/ERP­Systeme sind für sol­
che Informationen schlecht ausgelegt. Wir werden also eine
Menge von Annahmen und Einschätzungen vornehmen
müssen. Was soll nun unsere Datengrundlage sein? Gibt es
Planzahlen für Mitarbeiter­ und Kostenentwicklung oder
müssen wir uns mit den Ergebnissen des Vorjahres begnügen?
Entspricht die voraussichtliche Auftragsentwicklung dem
Vorjahr oder sollten Anpassungen vorgenommen werden?
Wie viel produktive Stunden lassen sich mit der Belegschaft
und maschinellen Ausstattung pro Gewerk in etwa erzielen?
Wie hoch ist der produktive Anteil der Mitarbeiter? Wie viele
Mitarbeiter müssen auf mehrere Gewerke aufgeteilt werden?
Wie viel reine Maschinenlaufzeiten werden sich voraussichtlich
in einem Jahr ergeben? Wie ermitteln wir den durchschnittli­
chen Lohnstundensatz der verschiedenen Lohngruppen (Fräser,
Drahterodierer, Konstrukteure, Werkzeugmacher ...)? Welche
Zuschreibungen an variablen oder fixen Kosten machen wir
für die einzelnen Maschinen? Wie gehen wir damit um, wenn
eine abgeschriebene Maschine im gleichen Bereich neben
der neu angeschafften steht? Wie beurteilen wir Quersub­
ventionierungen, wenn z. B. intensiv genutzte – und damit
kostengünstigere – Fertigungsbereiche die Kosten von wenig
genutzten Bereichen mittragen oder die Serienfertigung den
zu teuren Werkzeugbau unterstützt?
Dann kommen die Aspekte, die sich nicht aus Daten ermitteln
lassen: Welchen Gewinn möchte ich realisieren? Welche
Angewohnheiten in Bezug auf Preisnachlässe bei Verhand­
lungen sind firmentypisch? Wie gehen wir mit Skontoauf­
schlägen um? Welche Preissteigerungen sind anzunehmen?
Wie wirken sich Rationalisierungsstrategien auf Kosten bzw.
Leistungen aus? Wie entwickelt sich das Marktumfeld? All
das wird die kalkulatorischen Aufschläge auf die Stunden­
sätze bestimmen.
18
Die Stundensätze sind für alle Projekte des Jahres wie zwei
Leitplanken: zum einen der Stundensatz auf Basis der Selbst­
kosten und zum anderen der Stundensatz mit allen kalkulatori­
schen Aufschlägen, mit dem man sich auf dem Markt begibt.
Abweichend von der Kalkulation gibt es eventuell verschie­
dene Angebotssituationen und Verhandlungsergebnisse. Am
Jahresende wird man einen durchschnittlichen Stundensatz
realisiert haben, der in der Regel deutlich vom Ziel­Verkaufs­
preis abweicht. Die durchschnittliche Abweichung von Kalkula­
tion, Angebot und Auftragswert sollte daher ermittelt werden,
damit man künftig den kalkulatorischen Aufschlag für Gewinn
und Nachlass besser einschätzen kann.
Die Bedeutung der Nachkalkulation –
der Reisebericht
Eine Nachkalkulation ist optimal aufgebaut, wenn sie die
finanziellen Werte und Aufwandszeiten aus Angebots­, Auf­
trags­ und Ist­Werten parallel je Gewerk darstellt. Zudem
sollten Kosten für Nacharbeit und Änderung getrennt ausge­
wiesen werden. Schon bei der Analyse eines einzigen Projekts
kann man interessante Abweichungen erkennen. Analysiert
man jedoch laufend die Nachkalkulationen aller wesentlichen
Projekte (z. B. ab 1000 Euro), so wird man echte Schwach­
stellen in Kalkulation und Produktion erkennen. Man findet
spezifische Unterschiede zwischen verschiedenen Kalkulatoren,
Projekttypen, Gewerken usw. und kann für künftige Berech­
nungen wertvolle Hinweise generieren.
Damit ein entsprechender Bewusstseinsprozess gefördert wird,
sollten alle leitenden Mitarbeiter und Kalkulatoren diese Analyse
unbedingt vornehmen. Als systematische Vorgehensweise
könnten diese Mitarbeiter im Umlaufverfahren jeweils auf die
zusammengestellten und ausgedruckten Nachkalkulationen
einen Lesevermerk machen. Abschließend kommen sie zurück
zur Geschäftsleitung, die dann veranlassen kann bestimmte
Projekte gemeinsam nachzubesprechen.
Der Zusammenhang zwischen Stundensätzen, Kalkulation,
BDE und Nachkalkulation – Reisetipps
Damit eine Kalkulation oder Nachkalkulation aussagekräftig
wird, sind künftig weitere Aspekte zu beachten:
– Stundensätze, Kalkulationen und Rückmeldungen von Ferti­
gungszeiten müssen nach der gleichen inneren Logik aufge­
baut sein. Zum Beispiel gibt es große Verzerrungen, wenn in
der Vorkalkulation nicht mit mannlosen Zeiten kalkuliert wird,
später aber mannlose Ist­Zeiten zurückgemeldet und diese
mit reduzierten Stundensätzen für die reine Maschinenlaufzeit
verrechnet werden.
– Zusätzlicher Aufwand für Nacharbeit (auf eigene Kosten)
oder Änderung (auf Kundenwunsch gegen zusätzliche Be­
rechnung) dürfen nicht in den Standard­Zeiten auftauchen,
Ingo Rath
Geschäftsführer der Formenbau
Althaus GmbH, Erndtebrück
Gegenüber dem Kunden so transparent,
wie möglich
«Natürlich wird auch bei uns im Haus ein
Stundensatz ermittelt. Eingerechnet wer­
den darin sämtliche bereits geleisteten,
aber auch anstehende Investitionen sowie
Mitarbeiter­, Lohn­ und Nebenkosten. Am
Ende können wir für unsere Auftragge­
ber daraus einen ziemlich genauen Stun­
densatz ableiten. Und in jedem guten
Betrieb gehört es dazu, dass dieser auch
immer wieder überprüft wird. In unserem
Fall geschieht das etwa halbjährlich.
Interessenten gegenüber versuchen wir
so transparent wie nur möglich zu sein,
indem wir detaillierte und klar aufge­
schlüsselte Angebote vorlegen. So weiß
der Kunde stets, mit welchen Zahlen wir
einen Auftrag kalkulieren. Bislang habe ich
darauf noch nie ein negatives Feedback
erfahren oder mitbekommen, dass sich ein
Unternehmen aufgrund eines billigeren
Stundensatzes für jemand anderen ent­
schieden hat. Der Stundensatz ist jedoch
kein Gesprächsthema mehr, sobald es
darum geht, sich auf einen Endpreis für
das Werkzeug oder die Leistung zu einigen.
Daher legen wir auch keinen großen Wert
darauf, unsere Sätze mit der Konkurrenz
abzugleichen. Wir sind einfach von unserer
gelieferten Qualität überzeugt – und das
gilt es den Kunden zu vermitteln.»
19
VDWF im Dialog 2/2014
Willi Schmid
Geschäftsführer der
Schmid & Schenk GmbH, Schwendi
Den unscharfen Blick wagen
«Gerade bei kleineren Unternehmen arbei­
tet der Chef oft produktiv im Betrieb mit
und hat keinen ‹Kopf› für komplexe Zah­
lenspiele. Auch mich überfordert die tief­
gehende betriebswirtschaftliche Betrach­
tung der Stundensätze schnell. Und auch
weil ich weiß, dass der Kunde sowieso den
Preis mitbestimmt, sind wir dazu überge­
gangen, einen unschärferen, vereinfachen­
den Blick zu wagen: Wir rechnen einerseits
beim Stundensatz mit runden Eurowerten,
andererseits höre ich auf mein Bauchge­
fühl. Dieses Bauchgefühl hat jedoch seine
Basis in meiner über 50-jährigen Arbeit im
Werkzeug- und Formenbau und in etlichen
Projekten, die ich schon gestemmt habe.
Mein Sohn Thomas kalkuliert dann grob
mit den wichtigsten Faktoren, differenziert
die einzelnen Bearbeitungsarten und ver­
gleicht anhand früherer Aufträge – und
ich schätze. Dabei liegen wir selten mehr
als 10 Prozent auseinander.
Bei der Nachkalkulation ertappe ich mich
auch manchmal dabei, Projekte ‹schönzu­
rechnen›, indem man abgeschriebene
Maschinen geringer ansetzt oder die Azubis
nur zur Hälfte berechnet. Denn manche
Projekte sind auch als Investition z. B. in
einen Kunden zu sehen. Das ist dann so
lange okay, wie man am Ende des Jahres
ein Plus erwirtschaftet.»
Die Kunststoff-Institute informieren
sondern müssen gesondert für Nacharbeit oder Änderung
aufsummiert werden, da sie sonst die Vor- und Nachkalku­
lation verzerren.
–Für Bereiche, in denen mehrere Maschinen ausgewählt werden
können, muss ein gewichteter durchschnittlicher Lohn- und
Maschinenstundensatz in der Vorkalkulation angesetzt werden.
Die Rückmeldung erfolgt dann mit dem Stundensatz des Mit­
arbeiters und der gewählten Maschine.
–Nur eine hohe Qualität der Rückmeldung von Ist-Zeiten kann
zu qualitativ guten Nachkalkulationen führen. In dieser Hin­
sicht müssen Voraussetzungen für die Zeiterfassung gegeben
und die Mitarbeiter gut geschult sein. Die laufende Überprüfung
der Rückmeldequalität ist von elementarer Bedeutung.
–Stundensätze wirken in die Zukunft und sollten, wenn irgend
möglich, auf aktuellen Planzahlen (für den kommen­­den Zeit­
raum) und nicht nur auf den Ist-Zahlen der Vergangenheit
aufgebaut werden. Dies gilt besonders für Unternehmen, die
im Wachstum sind oder sich strukturell verändern (z. B. bei
Erweiterung des Maschinenparks, Änderungen des Portfolios,
Hallenanbau, Wechsel in den Zweischichtbetrieb, Einstellen
von Mitarbeitern etc.).
–Eine Nachkalkulation sollte mit Stundensätzen gemacht wer­
den, die nur die Selbstkosten widerspiegeln. Alle kalkulatori­
schen Ansätze für Gewinn, Skontoaufschläge, Verhandlungs­
spannen und künftige Kostensteigerungen sollten als solche
erkenntlich sein.
Tipps –
Planung der Flugroute
Es ist also sicherlich nicht jedermanns Sache, die betriebswirt­
schaftlichen Zahlen aufzubereiten. Trotzdem sollte man als
Unternehmer tiefer in das Thema Stundensatz vordringen und
zumindest folgende Aspekte in der eigenen unternehmerischen
Realität analysieren:
–Durchschnitt der Preisnachlässe zum rechnerischen Angebots­
preis, Unterscheidung nach Kalkulator, Kunden, Erlöstyp etc.
–Qualität der Rückmeldungen
–Ermittlung der Fertigungsstunden
–Tätigkeit der Mitarbeiter und Maschinen auf Auftrag
–Vergleich der Grob- und Feinkalkulation mit den Ist-Werten
–Umlaufverfahren für die Nachkalkulation
Das sind die ersten wichtigen Schritte zu ‹richtigen› Stunden­
sätzen, die die untermehmerische Realität tatsächlich wider­
spiegeln. Damit Unternehmen im Werkzeug- und Formenbau
auch kommende Unwetter sicher durchfliegen können. |
Theodor Neumaier wohnt im schweizerischen Eggiwil und
arbeitet als freiberuflicher Berater u. a. im Auftrag der Segoni
AG. Über die Jahre hat er in über 110 Unternehmen Betriebs­
beratungen zu Stundensatzermittlung und Fertigungsorgani­
sation durchgeführt. In den 1990er Jahren leitete Neumaier
in Berlin einen Werkzeugbau mit Stanzerei.
Rückblick
Rückblick
Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid hat das Jahr 2014 erfolgreich begonnen und hat
neben einigen Messeauftritten und dem Start zahlreicher neuer Verbundprojekte auch die
Dienstleistungsbereiche ausbauen können. Die Fachtagung Werkzeugtechnik mit dem
diesjährigen Schwerpunkt «Hohe Oberflächenqualitäten durch Direktabformung» hat sich
mittlerweile als Treffpunkt der Branche etabliert und konnte erneut viele Impulse für die
Teilnehmer geben. Mit dem Blick auf eine veränderte Qualitätswahrnehmung der Kunden,
aber auch aufgrund von wirtschaftlichen Vorteilen kommt der Direktabformung hochwertiger
und neuartiger Oberflächentexturen zunehmende Bedeutung zu. Eine notwendige reproduzierbare Formteil- und Oberflächenqualität, bei geringen Wartungs- und Werkzeugkosten, kann
dabei durch weitere Schichttechnologien im Bereich der Werkzeugtechnik realisiert werden.
Das 1. Innovationsforum Kunststoff des Kunststoff-Instituts Südwest am 22. Mai 2014 war
mit über 100 Experten ein voller Erfolg. Die Besucher des Forums erhielten von hochkarätigen
Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft tiefe Einblicke in neueste Entwicklungen und
Technologien. Nach einem Tag mit geballten Informationen waren sich die Teilnehmer einig:
Das Innoforum muss eine Fortsetzung finden, denn es gibt genau die Informationen und Einblicke, die ansonsten insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen schwer zu erhalten sind.
Der Start der Forschungstransferstelle als gemeinnützige Tochter unseres Hauptgesellschafters
(KIMW-F gGmbH) hat mittlerweile die Arbeit aufgenommen und steht Ihnen nun mit einem
sehr breiten Angebot an F&E-Projekten zur Verfügung. Die ebenfalls neugegründete KIMW-P
GmbH als Anlaufstelle für sämtliche Prüf- und Analyseanfragen ist ebenfalls seit dem 1. Januar
2014 für Sie aktiv und bietet Ihnen in gewohnter Weise das Spektrum Material- und Automobilprüfung und Schadensanalyse an.
Das Verbundprojekt «Wachstumsmarkt Medizintechnik» ist im Juni angelaufen. Hier wird den
beteiligten Firmen praktische Hilfe für die Marktetablierung, die Umsetzung gesetzlicher
und normativer Forderungen sowie Anpassungen im eigenen QM-System gegeben. Unter Rückgriff auf die Erfahrung des Kunststoff-Instituts mit der Medizinproduktefertigung wird das
notwendige Know-how gemeinsam erarbeitet und dient als Entscheidungsgrundlage für den
Einstieg in diesen Wachstumsmarkt.
Ausblick
Ausblick
Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid wird sich in diesem Jahr verstärkt mit dem Thema
Nachhaltigkeit beschäftigen und dort praxisnahe, anwendungsorientierte und somit direkt
spürbare technologische Entwicklungen anbieten. Der Start wurde bereits mit dem Thema
Greenmold gemacht, deren erste Werkzeuge auf den Arburger Technologietagen liefen und
auf der Fakuma in Friedrichshafen seine Fortsetzung finden werden. Es folgen nun Themen
wie Greenpop (Plating On Plastics) und Greenpvd in der Kunststoffoberflächenveredelung.
Das Kunststoff-Institut Südwest geht mit seiner strategischen Ausrichtung weiter voran.
Der Bereich Medizintechnik startet mit einer neuen Seminarreihe «Kunststoffe in der Medizintechnik» ab September 2014 und bietet für die Firmen im Bereich der Medizintechnik ein erweitertes Dienstleistungsprofil an. Im Verbundprojektangebot werden ab Herbst 2014 weitere
Themen angeboten. Dabei geht es um die Fragestellungen des Recyclings, der antibakteriellen
Oberflächen und eines neuen Themas für hybride Bauteile.
Ach ja, und da wäre noch ...
Ach ja, und da wäre noch ...
... unser Projekt PTC (Polymer Training Centre). Die Gespräche mit den Fördergebern des Landes
NRW sind sehr positiv verlaufen und wir warten täglich auf die Zusage der Fördermittel.
Die Gebäude- und Anlageninvestplanungen stehen dann an und somit kann bei einer Zusage
begonnen werden und eine abschließende Planung erfolgen. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen
4,5 Miollionen Euro.
... unsere Ausstattung. Sie wächst weiter. Im Technikumsbereich haben wir eine neue vollelektrische Spritzgießmaschine AX 100-308 von Kraus Maffei in Betrieb genommen und im
Bereich des Mikrospritzgießens haben wir eine neue Babyplast-Spritzgießmaschine erhalten
und können jetzt noch ein weiteres Spektrum abdecken.
... die neue Anlage für Rapid Manufacturing. Die generativen Verfahren zum Aufbau von Kunststoffteilen erlangen immer größere Bedeutung und gemeinsam mit der FH Südwestfalen wurde
nun neben der bereits bekannten FDM-Anlage von Stratasys, eine 3D-Drucktechnologie-Anlage
Objet 260 Connex in Lüdenscheid an der benachbarten Fachhochschule installiert.
Im April 2014 ist der «Technologiescout» gestartet worden. In diesem Projekt wird weltweit
für die beteiligten Partner nach neuesten Entwicklungen im Materialbereich und nach Technologien gesucht, die für die neuen Produkte und Fertigungsverfahren von Interesse sind.
... im Bereich des Technikums haben wir unsere Dienstleistungspalette mit einem Rasterelektronenmikroskop erweitert und können jetzt noch tiefer in die Analysen der Materialien einsteigen.
... im Herbst 2014 wird zum Wintersemester von der IHK-Akademie der neue, berufsbegleitende
Master-Studiengang «Kunststofftechnik» angeboten.
VDWF im Dialog 2/2014
Innovation und Technik
Selbstheilende Materialien:
Wenn der Kunststoff blutet
von Angelo Arabia
Was ein amerikanisches Forscherteam
von der University of Illinois vor wenigen Wochen präsentierte, könnte
die gesamte Kunststoff-Branche revolutionieren: einen synthetischen Stoff,
der eigenständig – ohne den Einsatz
von Strom oder Hitze – dort neues
Material bilden kann, wo Schäden oder
sogar Löcher entstanden sind. Innerhalb von nur 20 Minuten kann dieses
«Selbstheilungssystem» Löcher von
bis zu 35 mm Durchmesser flicken und
schnell die annähernde Festigkeit des
Bauteils wiederherstellen.
Bisher können beschädigte Metall-, Plastikoder Glasmaterialien durch verschiedene
Techniken saniert werden, man denke an
das Prinzip einer Autoscheibenreparatur
nach einem Steinschlag. Was Scott R.
White, Professor an der University of Illi­
nois und Leiter des speziellen «Kunst­
stoff-Heilungs-Projekts» in der Folge zu­
sammen mit seinem Team erarbeitet hat,
ist sehr viel komplexer. Denn hier wird
die Beschädigung nicht einfach mit an­
derem Material aufgefüllt. Vielmehr ist
es dem Team gelungen, einen Kunst­
stoff zu erschaffen, der sich im Falle ei­
ner Beschädigung selbst wiederherstellt.
Das Video der «Selbstheilung» des Kunststoffs
ist im Internet zu finden. Gut erkennt man darin,
wie die beiden chemikalischen Flüssigkeiten
miteinander reagieren. Durch die Steuerung der
Reaktionskinetik und Gefäßförderrate befüllt und
festigt sich die betroffene zerstörte Region – in
diesem Fall ein gebohrtes Loch von etwa 35 mm
Durchmesser – im Laufe von etwa 20 Minuten
komplett. Bisherige Selbstheilungssysteme
schafften es nur, etwa 100-mal kleinere Schad­
stellen zu reparieren.
Der große Durchbruch kam 2001, als Professor
White und seine Kollegen ein Polymer mit Mikro­
kapseln durchsetzten, die eine Reparaturflüssigkeit
enthielten. Wenn das Material brach, überbrück­
ten die Chemikalien in den geöffneten Kapseln
die Risse.
In der dazugehörigen Forschungsarbeit legen die
Wissenschaftler großen Wert auf den Umstand,
dass das, was während dieses Heilungsprozesses
passiert, der Selbstheilungsfunktion von organi­
schen Stoffen nicht unähnlich ist – etwa einer
Wunde in der menschlichen Haut, die sich nach
einer Weile schließt.
«Nachdem uns die Selbstheilung bei mikro­
skopisch kleinen Defekten schon gelungen
war, rückten wir das Wiederherstellen
von größeren Materialmengen, die durch
mechanische Gewalteinwirkung verloren
gingen, in den Fokus unserer Forschung»,
erklärt White. Der regenerative Anspruch
stand fortan im Vordergrund.
Inspiriert von biologischen Zirkulations­
systemen, ähnlich dem eines menschlichen
Blutkreislaufs, schufen die US-Forscher ein
Gefäßnetzwerk innerhalb des Kunststoffs.
In dessen Kapillaren befinden sich zwei
Typen von Chemikalien in flüssiger Form.
Wird das Bauteil beschädigt, fließen die
beiden Substanzen in die schadhaften Stel­
len, wo sie einen zweistufigen Heilungs­
prozess starten. Zunächst polymerisieren
sie zu einem Gel und bilden so ein Mate­
rialgerüst in der Verletzung. Die Eigen­
schaften des Gels helfen dabei, störenden
Kräften wie der Schwerkraft zu trotzen
und auf der richtigen Stelle zu haften.
Dabei wirkt die erstarrte Region als Gerüst
für die eigentlichen Reparaturarbeiten.
Weiteres Gel kann über die beschädigte
Stelle fließen und das fehlende Material
Stück für Stück ersetzen, bis das Loch ge­
schlossen ist. Der entstehende «Korken»
sorgt dafür, dass der Gelfluss stoppt, der
Prozess der «Selbstheilung» wird also auto­
matisch geregelt. Im nächsten Schritt
härtet die Masse zu einer robusten Struk­
tur aus. Wenige Stunden – lediglich drei
um genau zu sein – reichen dem Material
dann, um die mechanische Leistung oder
elektrische Leitungsfähigkeit wieder funk­
tionstüchtig zu machen. Erste Tests zeigten,
dass der wiederhergestellte Kunststoff
etwa 60 Prozent der ursprünglichen
Stabilität aufweist.
22
U!
ZT NE
Senkerodieren JET
• mit oder ohne Elektrodenfertigung
• schnell, präzise, zuverlässig
Drahterodieren
Drahterodieren bis 600 mm Höhe
Verfahrwege bis 800 mm × 600 mm
Werkstückgewicht bis 3 t
spezialisiert auf Hartmetalltechnik
mittels spezieller Generatoren
• Feinstdrahttechnologie: Twin-wire
Maschine bis 0,05 mm Drahtdurchmesser
und Oberfläche bis Ra 0,1
•
•
•
•
Startlochbohren
Das Prinzip soll nun für konkrete Anwen­
dungen und auch für weitere Materialien
nutzbar gemacht werden. Gut vorstellbar
ist die Technologie des synthetischen
Selbstheilungsprozesses z. B. bei Rissen in
Wasserrohren oder Karosserieteilen am
Auto. Aber auch dort, wo man schlecht
reparieren kann, bietet die Technik Poten­
tial. Satelliten, aber auch in der Tiefe ver­
baute Elektronik in Alltagsgegenständen
wie Mobiltelefonen oder PCs könnten
sich künftig selbst wieder instand setzen.
Zugegebenermaßen eine äußerst konsu­
mentenfreundliche Vorstellung, die viel­
leicht genau daran scheitert ...
•
•
•
•
Elektroden 0,2 mm bis 3 mm
auch Hartmetall
Verfahrwege 350 mm × 250 mm
Bohrtiefe bis 350 mm
Dienstleistung
• 3D-Messmaschine Zeiss Ecclipse
1000 mm × 600 mm × 400 mm
• Einsatz Programmiersystem PEPS
• alle gängigen 3D-Schnittstellen
Ansprechpartner
• Hans Bartosch, Werner Pfander
Dass auch eine militärische Anwendung
möglich ist, deuten die Forscher mit der
Größe der geflickten Löcher an. So könnten
Flugzeuge mit einer Haut aus dem selbst­
heilenden Kunststoff beispielsweise bald
in der Lage sein, noch während des Flugs
Einschusslöcher zu flicken und damit
flugtauglich zu bleiben.
Während die aktuellen Ergebnisse ihrer
Arbeit die Forscher noch beschäftigen, ist
auch klar, was die nächsten Schritte sind:
«Die Betrachtung der Langzeit-Performance
der selbstgeheilten Stellen interessiert uns
sehr und auch Methoden zur Bewertung
und zur Überprüfung des Heilungspoten­
tials nach mehreren Reparaturen der­
selben Stelle sind noch unerforscht»,
erklärt Professor White. | Angelo Arabia,
Augsburg
Bosch Erodiertechnik GmbH
Dieselstraße 18
89160 Dornstadt
Telefon 07348 / 9882-0
Telefax 07348 / 9882-20
info@bosch-erodiertechnik.de
www.bosch-erodiertechnik.de
23
VDWF im Dialog 2/2014
Für ein 128­fach­Werkzeug für Schubladen­
rollen mit einem Schussgewicht von 0,15 g
realisierte Ewikon ein Heißkanalsystem mit
sechzehn 8­fach­Düsenkörpern und einer
neuartigen Nadelverschlusstechnik. Die Düsen­
körper sind zweireihig aufgebaut, mit jeweils
vier Schmelzeauslässen pro Seite im Abstand
von 16 mm.
VDWF im Dialog 2/2014
24
Kompakt und hochfachig –
Ewikon liefert technologisch
anspruchsvolle Heißkanalsysteme
von Richard Läpple
Lösungen für besondere Anforderungen – das ist die Spezialität
der Ewikon Heißkanalsysteme GmbH in Frankenberg/Hessen.
«Heißkanäle von Spritzgießwerkzeugen sind fast immer sehr
individuelle, auf das zu fertigende Produkt zugeschnittene
Systeme. Darauf sind unsere Organisation und Einrichtungen
besonders ausgerichtet, Individualität ist sozusagen unser
Standard», sagt Geschäftsführer Dr. Peter Braun. Die Fähigkeit
maßzuschneidern ist ein Muss, möchte man heute am Markt
bestehen, denn die Produkte werden immer individueller weil
komplexer, multifunktionaler, meistens auch kompakter.
Hinzu kommt: Um die Funktion der Bauteile langfristig zu
garantieren, finden verstärkt Materialien mit besonderen
Eigenschaften Verwendung. Gerade hochbelastete Komponenten
werden aus dem Sortiment der technischen Kunststoffe mit
entsprechend engen Prozessfenstern gefertigt. Die Prozess­
sicherheit rückt daher bei der Auslegung sämtlicher Fertigungs­
mittel mehr denn je in den Blick.
Doch steigende Komplexität und kritische Werkstoffe sind nur
eine Entwicklung. Auch bei den Massenkunststoffen steigen
die Anforderungen. «Wir sind auch offen für einfachere Bauteile
aus unkritischen Werkstoffen», fügt Peter Braun hinzu. «Doch
dann haben wir es in der Regel mit sehr hohen Stückzahlen,
also hochfachigen Anordnungen zu tun. Wir sehen eine weitere
Stärke von uns darin, Systeme für hohe Kavitätenzahlen in
möglichst kompakter Bauform zu realisieren.»
Die Ewikon Heißkanalsysteme GmbH wurde
1979 gegründet und ist heute mit weltweit
mehr als 250 Mitarbeitern einer der international
führenden Komplettanbieter von Heißkanal­
systemen und Heißen Seiten. Kernkompetenz
des Unternehmens sind kundenspezifische,
innovative Heißkanallösungen. Diese ermöglichen
dem Anwender jederzeit eine anforderungs­
gerechte Werkzeugauslegung und bilden häufig
die Basis für neue Lösungen zur effizienteren
Fertigung von Spritzgussteilen. Ein weltweites
Vertriebsnetz mit Tochtergesellschaften in Groß­
britannien, Japan und China sowie Vertretungen
und Handelspartner in ganz Europa, Amerika
und Asien garantieren einen optimalen Service.
Nadelverschlusstechnik garantiert Präzision
Ein gutes Beispiel für eine anspruchsvolle Heißkanallösung
konzipierte Ewikon für das Druck­ und Spritzgusswerk Hettich
GmbH & Co. KG, Spezialist in Sachen Möbelbeschlagstechnik.
Eine Produktreihe von Hettich benötigt hochgenaue und ­belast­
bare Schubladenrollen aus POM, Schussgewicht 0,15 g. Als
technischer Kunststoff verfügt POM über eine hohe mechanische
Stabilität. Aufgabe der Präzisionsrollen ist es, die Schubladen­
auszüge, etwa bei Küchenmöbeln, exakt zu führen. Mehrere
Rollen sind dazu in einem Käfig untergebracht. Äußerste Rund­
heit und eine angussfreie Oberfläche sind obligatorisch, damit
die Schubladen nicht ruckeln. Der Bedarf an Rollen ist immens,
weshalb sieben Heißkanalsysteme für diese Anwendung in
Auftrag gegeben wurden.
Der Möbelbeschlaghersteller Hettich produziert
die POM­Rollen eines Schubladenauszugs in einem
128­fach­Nadelverschlusswerkzeug mit sechzehn
8­fach­Düsenkörpern.
Dieses Prinzip leitete Ewikon von einer Lösung
für die seitliche Anspritzung ab. Bei der Nadel­
verschlussanspritzung erfolgt der Austritt der
Schmelze aber in Entformungsrichtung. Die Nadeln
haben keinen Kontakt mit den heißen Kompo­
nenten und arbeiten damit leckagefrei. Die syn­
chrone Steuerung der Verschlussnadeln erfolgt
über eine Hubplatte im hinteren Bereich des
Werkzeugs. Da solche Lösungen schnell Gefahr
laufen, kopiert zu werden, wurde die Technik
zum Patent angemeldet.
VDWF im Dialog 2/2014
«Da wir mit der Produktion derartiger Rollen viel Erfahrung
haben, war uns klar, dass wir die geforderte hohe Bauteilqualität
nur mit einem Heißkanalsystem mit Nadelverschlusstechnik
erreichen», berichtet Uwe Kleemann, Geschäftsführer im Druck­
und Spritzgusswerk Hettich. «Weitere Forderungen waren eine
Kavitätenzahl von 128, eine möglichst kurze Verweilzeit der
Schmelze wegen des thermisch empfindlichen Werkstoffs
und der Prozesssicherheit sowie eine hohe Wartungsfreund­
lichkeit.»
Angesichts der kleinen Schussgewichte ist eine 128­fach­Lösung
gar nicht so einfach zu realisieren. Um die Fließwege möglichst
kurz zu halten, griff Ewikon auf die Nadelverschlussvariante
eines bestehenden Mehrfachdüsenkonzepts zurück, das ursprüng­
lich für die seitliche Anspritzung entwickelt wurde. Zum Einsatz
kommt die lineare 8­fach­Version mit vier seitlichen Schmelze­
auslässen pro Seite. Jeweils vier Mehrfachdüsen sind in vier
Reihen angeordnet. Die Schmelze wird zwar seitlich zugeführt,
die Anspritzung erfolgt jedoch in Entformungsrichtung. Die
Verschlussnadeln sind dabei parallel zum Düsenkörper angeordnet,
haben folglich keinen Kontakt zu den heißen Komponenten, sie
arbeiten praktisch leckagefrei. Das Ergebnis ist eine extrem
kompakte und wartungsfreundliche Bauweise. Um ein gleich­
zeitiges Öffnen aller Kavitäten und damit eine gleichmäßige
Teilefüllung zu garantieren, werden alle 128 Nadeln synchron
über eine Hubplatte betätigt, die von 16 parallel wirkenden
Hydraulikzylindern bewegt wird.
Optimale Verteilung
Da in den Düsenkörpern bereits eine 8­fach­Verteilung integriert
ist, kommt die Ebene darüber mit einem 16­fach­System aus.
Auf beiden Ebenen ist die Verteilung voll balanciert, das heißt
mit identischen Fließwegen versehen. Kürzere Fließwege sind
kaum realisierbar. Aber das ist nicht der einzige Vorteil: auch
der Regelaufwand minimiert sich. Pro Mehrfachdüsenkörper
sind lediglich zwei Regelkreise notwendig, insgesamt werden
nur 39 Regelstellen für 128 Kavitäten benötigt. «Das Alternativ­
modell wären konventionelle Einzeldüsen. Doch die Umsetzung
hätte sich um ein Vielfaches aufwendiger und auch kritischer
gestaltet, denn die Fließpfade sind dabei entsprechend länger.
Im Vergleich dazu bietet unser System eine um etwa 40 Prozent
kürzere Verweilzeit der Schmelze», erklärt Peter Braun. Der
Experte ist sich sicher: Ein 128­fach­System mit konventionellen
Düsen ist für diese Anwendung kaum realisierbar, 64­fach
dürfte das Maximum darstellen. Für den Kunden nicht akzep­
tabel, denn er müsste weit mehr Spritzgießmaschinen in Betrieb
nehmen.
Neben der Nadelverschlusstechnik ist die konstruktive Aus­
führung der Verteiler ein weiteres Highlight. Die Heißkanal­
experten setzen dabei auf strömungsoptimierte Fließwege mit
bester Oberflächengüte. Es gibt keine scharfen Kanten oder
«tote» Ecken. Alle Richtungsänderungen erfolgen in sorgfältig
VDWF im Dialog 2/2014
26
ausgearbeiteten Radien. Um diese in die Heißkanalplatten zu
integrieren, entwickelten die Konstrukteure in Frankenberg
bereits Mitte der 1990er Jahre eine spezielle Technik: In zwei
anfangs getrennte Rundhälften lassen sich Kanalkrümmungen
problemlos fräsen. Anschließend werden die Elemente verlötet.
Dadurch entstehen Rundstäbe, die per Schrumpftechnik präzise
in die Heißkanalplatten eingepresst werden. «Aufgrund der hohen
Empfindlichkeit des verwendeten POM setzen wir diese Technik
selbstverständlich im 16­fach­Überverteiler ein. Sie ist bei
anspruchsvollen Materialien generell Standard bei uns. Nur bei
Verteilern für unkritische Werkstoffe oder Anwendungen weichen
wir von dieser Methode ab», so Peter Braun.
Mikroverteiler für hochfachige Anwendugen
Eine weitere Möglichkeit, Bauteile in großer Stückzahl effizient
zu fertigen, bieten Mikroverteiler. Diese kommen üblicher­
weise in Heißkanalsystemen für Kleinstspritzgießmaschinen
zum Einsatz. Werden sie jedoch als vollbalancierte Unterver­
teilermodule eingesetzt, lassen sich extrem hochfachige und
trotzdem kompakte Standardwerkzeuge leicht realisieren,
etwa für die Verpackungsindustrie oder Medizintechnik. Diese
Branchen benötigen Millionen kleiner Teile wie z. B. Schutz­
kappen aus Polyolefinen (PP, PE).
Für einen Anwender aus der Medizintechnik konzipierte Ewikon
einen 192­fach­Heißkanal auf der Basis von 4­fachigen, voll
balancierten Mikroverteilern mit eingeschraubten Düsenspitzen,
die von einer 48­fach­Überverteilung versorgt werden. Das Raster
der Düsen beträgt 30 × 30 mm, die Verteilermodule messen
58 × 58 mm. Ein 4­fach­Modul kommt mit nur einem Heizelement
aus, das in den Verteiler eingepresst wird. Dieser sorgt für eine
gleichmäßige Temperaturverteilung. «Beim Aufheizen wirkt der
massive Körper ausgleichend, der Effekt ist ein gleichmäßiges
und stabiles Temperaturprofil für alle vier Düsenspitzen, stabiler
als bei einer Einzelregelung», erklärt Peter Braun, «sogar bei
den verwendeten langen Düsenspitzen, die aufgrund von Artikel­
geometrie und Kühlung notwendig waren, bleibt der Prozess
stabil, obwohl eine Strecke von 30 mm ohne aktive Heizung
überbrückt werden muss.»
Auch diese Lösung besticht durch ihren kompakten Aufbau
und durch kurze Fließwege. Hinzu kommt eine gute Wartbarkeit.
Die Düsenspitzen lassen sich nach Abziehen der Konturplatte
einfach wechseln, ohne dass die Verteiler demontiert werden
müssen. Da auch hier ein Verteilermodul nur einen Regelkreis
benötigt, reduziert sich einmal mehr der Aufwand für die Rege­
lung. Und für die Installation: Bei sehr hochfachigen und gleich­
zeitig kompakten Systemen ist der Platz für die unterzubringende
Verkabelung häufig ein Problem. Wie Ewikon mitteilt, beträgt
die Kabellänge des 192­fach­Heißkanals rund 200 m. Bei einer
Einzelregelung der Düsen würde man etwa 600 m unterbringen
müssen, was einen deutlich größeren Werkzeugaufbau erfordern
würde. | Richard Läpple, Tübingen
Besser beides.
Beides besser.
Mikro­Verteilersysteme haben sich bereits seit
langem im Praxiseinsatz bewährt, z. B. als Kern­
komponente kompletter Heißer Seiten für Kleinst­
spritzgießmaschinen. Auf Basis dieser Technik
bietet Ewikon jetzt eine Lösung für die prozess­
sichere Verarbeitung von Polyolefinen in extrem
hochfachigen Werkzeugen an. Zielbranchen sind
insbesondere die Medizintechnik sowie die Ver­
packungsindustrie, wo eine effiziente Massenferti­
gung von Bauteilen mit kleinen Schussgewich­
ten gefordert ist. Das Konzept wird bereits er­
folgreich eingesetzt – mit einem 192­fach­Werk­
zeug realisierte man aktuell eine Schusszahl von
9 Millionen bis zur ersten Routinewartung.
Es gibt Dinge, die sind zusammen einfach besser als
Halle 7 Stand 7.C73
16.-20.09.2014
jedes für sich. Fräsen und
MESSE STUTTGART
Erodieren zum Beispiel. Da
ist es gut zu wissen, dass exeron Ihnen beides in
höchster Qualität bietet. So haben Sie einen einzigen, ganzheitlich denkenden Partner für HSC und
EDM sowie automatisierte Systemlösungen. Das ist
einfach besser – und doppelt gut. www.exeron.de
exeron GmbH · D-78727 Oberndorf
25
27
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Eine Hommage an den Kreis: Die Teekanne «Tac
01» wurde Ende der 1960er Jahre vom deut­
schen Architekten und Bauhaus­Mitbegründer
Walter Gropius für Rosenthal gestaltet.
28
Tiefe Tassen und flache Teller – die Methoden der
Porzellanherstellung sind vielfältig, die Werkzeuge
demzufolge auch
von Ralph Lepedaric
Porzellanfertigung bei der Rosenthal GmbH in Selb.
Das Unternehmen verarbeitet die Rohstoffe noch
selbst. Die Ausgangsstoffe Kaolin, Feldspat und
Quarz werden unter Hinzufügung von Wasser fein
gemahlen, gemischt und in Strängen abgepresst.
Porzellanartikel sind heute nicht mehr wegzudenkende
Bestandteile der Ess- und Wohnkultur. Das «weiße Gold»,
wie das Material einst genannt wurde, ist in jedem Haushalt reichlich vorhanden. In frühen Zeiten konnten es sich
nur die Wohlhabenden leisten, denn Gewinnung und Herstellung war noch mit viel Aufwand verbunden. Sicher
feilten die ersten Chemiker auch intensiv an der «Formel»,
bis das Ergebnis so schlag- und kratzfest war, wie man
es heute kennt. Damit es kaputtgeht, ist rohe Gewalt
notwendig, man denke an Polterabende.
Hierzulande begann die Produktion von Porzellanartikeln erst
Anfang des 18. Jahrhunderts, und zwar in Dresden. In China
kannte man das Gemisch aus Kaolin (Porzellanerde, Porzellanton)
Feldspat und Quarz bereits mehr als tausend Jahre früher. Nur
das Mischungsverhältnis war ein anderes. Andere Orte, andere
Sorten, das ist heute noch so. Porzellan ist nicht gleich Porzellan.
Um das mehr oder weniger feuchte Gemisch der drei Haupt­
bestandteile, die sogenannte Porzellanmasse, in Form zu bringen,
verwenden die Hersteller teils recht unterschiedliche Verfahren:
isostatisches Pressen, Druckgießen, Drehen und Gießen. Welches
zur Anwendung kommt, hängt von der Art des Produkts ab, ob
es flach, bauchig, oval, eckig oder rund ist. Vor allem das Pressen
und Druckgießen, die jüngsten Verfahren, basieren heute auf
einem modernen Werkzeugbau mit CAD­/CAM­Unterstützung.
Hohe Stückzahlen und günstige Preise verlangen durchgängige
Hightech­Prozesse. Wer am Markt bestehen will, muss nicht nur
den Werkstoff durch und durch kennen, er muss auch über ein
modernes Fertigungs­Know­how verfügen. Das ist bei der Rosen­
thal GmbH in Selb /Oberfranken der Fall. Der Porzellanspezialist
fertigt mit etwa 30 Mitarbeitern alle Werkzeuge, Modelle, Einrich­
tungen und Gipsformen für seine Artikel selbst. Die erforderlichen
Konstruktions­ und Fertigungstechnologien befinden sich im
eigenen Hause. Mehr noch, das Unternehmen produziert auch
heute noch die Prozellanmasse selbst, um die Qualität gezielt
steuern zu können. Der weiße Stoff hat nämlich seine Eigenheiten.
«Porzellan schrumpft beim Brennen um ca. 12 Prozent», erklärt
Armin Irrgang, Gesamtproduktionsleiter bei Rosenthal. «Diesen
Effekt müssen wir stets berücksichtigen, indem wir die Formen
größer konstruieren.» Aber das ist nicht alles. «Beim Brennen verhält
sich Porzellan wie Wachs in der Sonne, d. h., es gibt Deformations­
effekte, etwa bei Füßen und Henkeln, auch die Böden von Tellern
Steht der Entwurf eines neuen Porzellanprodukts,
werden erste, sehr empfindliche Negativ­Gips­
modelle hergestellt, die wiederum aus haltbarem
Kunstharz oder Silikon abgeformt werden. Von
diesen positiven Modellen können nun viele Ar­
beitsformen abgegossen werden – die wiederum
aus Gips sein müssen, denn Gips ist porös und
saugt, wenn er mit der Porzellanmasse in Berüh­
rung kommt, deren Wasser auf. Eine solche
Gipsarbeitsform kann etwa 70­mal, wenn sie ein
Relief hat, nur rund 35­mal benutzt werden, da
die feinen Details mit der Anzahl der Abformungen
zunehmend unscharf werden.
29
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
oder Schüsseln senken sich ab.» Der erfahrene Porzellanformen­
bauer sieht auch diese Effekte voraus. Ist die Voraussage jedoch
schwierig, werden, wie beim Spritzgießen, Probeartikel hergestellt
und vermessen. Liegen die Ergebnisse außerhalb der Toleranz,
werden die Formen korrigiert.
Parallelen zur Spritzgießtechnik
Beim isostatischen Trocken­Pressen, z. B. von
Tellern, werden kleine, sprühgetrocknete Porzellan­
kügelchen unter hohem Druck verdichtet.
Beim Druckgießverfahren zur Herstellung von
eckigen und ovalen Platten wird der flüssige
Porzellanschlicker in eine zweigeteilte, poröse
Kunststoff­Form gepumpt und unter Druck ge­
setzt. Dadurch entweicht das Wasser durch die
Porenkanäle der Form, während der zurückge­
haltene Feststoff den gewünschten Artikel bildet.
Am einfachsten haben es die Konstrukteure, wenn die Designer
am Bildschirm arbeiten, dann liegen die Modelle bereits in Form
von CAD­Daten vor. Das ist immer häufiger der Fall, so dass sich
die CAD­Prozesskette schließt. Viele Designer gestalten aber noch
konventionell und liefern Zeichnungen, Gips­ oder Kunststoff­
modelle ab. Daraus müssen die Konstrukteure zuerst digitale Daten
erzeugen, bevor sie an ihr Werk gehen können. Ist die Konstruktion
fertig, wird ein CAM­Programm für die Werkzeugmaschine erstellt.
So ist zumindest der Ablauf, wenn Werkzeuge für das isostatische
Pressen von Tellern und ähnlichen flachen Artikeln hergestellt
werden. Das Verfahren verlangt Formhälften aus Stahl, Ober­ und
Unterstempel. Es gibt also viele Parallelen zum Werkzeug­ und
Formenbau in der Metall­ und Kunststoffindustrie.
Das isostatische Pressen ist ein Trockenpressverfahren, das seit
etwa 1970 zur Anwendung kommt. Der Oberstempel formt die
sichtbare Oberseite des Artikels, der Unterstempel, mit einer
elastischen Kunststoffmembran versehen, die Unterseite. Die
Kunststoffmembran entsteht im Übrigen durch Spritzgießen.
Beide Formhälften bilden einen geschlossenen Füllraum, um
feinkörniges Porzellangranulat aufzunehmen. Der Pressdruck
wird hinter der Membrane aufgebaut, er beträgt rund 280 bar.
Das pulverförmige Porzellan verdichtet sich dabei gleichmäßig
(isostatisch). Nach dem Ausformen muss noch der Pressgrat
entfernt werden. Das Verfahren ist sehr rationell, es liefert
gleichmäßige Ergebnisse. Außerdem ist die Haltbarkeit der Formen
höher als bei anderen Verfahren, sie liegt bei 50 000 Stück.
Werkzeuge für das Druckgießen entstehen auf ähnliche Weise.
Der Werkstoff ist aber nicht Stahl, sondern ein poröser Mehr­
komponenten­Kunststoff – Poren sind wichtig, damit die
Feuchtigkeit der Porzellanmasse entweichen kann. Zur Herstellung
Wir sind Ihr innovativer Formenbau, der mit seiner Produktpalette von Einkomponenten-, Mehrkomponenten-, Multikavität-, Dreh- und Etagenwerkzeugen, Prototypen- und Vorserienwerkzeuge – bis zu einer Größe von 1.000 mm x 1.200 mm und
einem Gewicht von bis zu 5 t – hochwertige Spritzgießformen fertigt.
Seit Jahren sind wir speziell im Bereich der Zweikomponentenformen ein kompetenter
Partner für jedes Problem. Durch unsere ISO 9001-Zertifizierung sind Termintreue und
Qualität keine leeren Versprechungen.
Ihre Ansprechpartner:
• Werner Mühleisen
• Volker Schmid
• Markus Bay
Auch ein durchgängiges CAD/CAM-System und verbunden mit einer hauseigenen
Konstruktion mit Moldflow-Analyse sowie der neuesten Maschinentechnologie
sichern diesen Anspruch, den wir an uns selbst im höchsten Maße stellen.
In der Lohnfertigung decken wir den Bereich HSC-Fräsen und die dazugehörige Datenaufbereitung sowie Lohnerodieren mit Elektrodenfertigung ab.
Formenbau Rapp GmbH · Blumenstraße 13 · 74369 Löchgau · Tel. 0 71 43 / 21 055 · info@formenbau-rapp.de · www.formenbau-rapp.de
VDWF- haftsstand
sc
Gemein | Stand 2112
2
Halle B
des Werkzeugs wird zunächst ein Kunststoff­ oder Aluminium­
modell erzeugt. Dies geschieht per CAD­Konstruktion und an­
schließender Highspeed­Bearbeitung. Danach wird vom Modell
das poröse Werkzeug abgegossen. Druckgießen ist das jüngste
Verfahren, gebräuchlich seit etwa 1980. Die Formen haben eine
Standmenge von etwa 20 000. Die Methode ähnelt dem Spritz­
gießen, da flüssige Porzellanmasse unter Druck in die Form
gelangt, allerdings ist Porzellanmasse thermisch genügsamer,
Raumtemperatur ist für die Verarbeitung ausreichend, die Ver­
festigung erfolgt durch Wasserentzug.
30
Kannen, Henkel oder Dosen werden z. B. in Gips­
formen gegossen. Dazu verwendet man eine Por­
zellanmasse, die mit Wasser und Verflüssigungs­
mitteln gießfähig gemacht wurde. Die mehrteiligen
Formen saugen, wenn sie mit dem Schlicker gefüllt
sind, das Wasser an, so dass an der Gipswand eine
gleichmäßige, feste Masseschicht entsteht. Die
restliche Porzellanmasse wird wieder aus den
Formen herausgegossen. Nach dem ersten Glüh­
brand werden die Objekte dann mit einer quarz­
und feldspathaltigen Glasur versehen.
Gips als Formmaterial
Im Vergleich zu diesen modernen Methoden sind die schon länger
bekannten Gieß­ und Drehverfahren eine etwas andere Welt. Hier
dient Gips als Formmaterial. Nur die Aufbereitung der Design­
Vorlagen beruht zunehmend auf ähnlichen Arbeitsschritten. Von
diesen Vorlagen, seien es Gips­ oder CAD­Modelle, werden halt­
bare Kunstharz­ oder Silikonmodelle hergestellt, wie gehabt
ca. 12 Prozent größer. Von diesen wiederum fertigen die Porzel­
lanformenbauer die eigentlichen Gips­Arbeitsformen an – und
zwar in Handarbeit. Das Gießen von Porzellan ist im Unterschied
zum Metallguss jedoch kein Vollguss. Die Artikel sind in der Regel
hinterschnittig, was bei einem Vollguss mit Kern nicht möglich
wäre. Daher können die Gießformen, je nach Artikel, mehrteilig
und sehr komplex mit mehreren Trennebenen aufgebaut sein.
Da Gips Wasser aufnimmt, bildet sich bei Berührung mit der
gießfähig gemachten Porzellanmasse, in der Fachsprache Schlicker
genannt, eine Haut. Diese Haut wächst durch den Diffusions­
prozess nach und nach. Der Fachmann nennt die Zeit bis zur
gewünschten Hautdicke Scherbenbildungszeit. Nach erreichen
dieser Zeit bzw. Scherbendicke wird die restliche flüssige Masse
ausgegossen. Der zurückbleibende «Scherben» kann nach dem
Trockenen entformt werden. Der Nachteil des «Schlickerguss»­
Verfahrens ist die geringe Standmenge der Gipsformen, diese
lassen sich höchstens hundertmal verwenden. Bei Artikeln mit
Reliefs sind die Stückzahlen noch geringer. Bei größeren Arti­
kelchargen fertigen die Porzellangießer ganze Serien identischer
Arbeitsformen.
GEMEINSAM
ZUKUNFT GESTALTEN
Unsere Kreativität und Erfahrung
• Indiv iduelle Dienstleistungen
• Neue Technologien
• Maßgeschneider te Hochleistungskeramiken
MIT IHREN IDEEN UND WÜNSCHEN
eröffnen sich ungeahnte
Perspektiven und Marktchancen
www.leonhardt-gravuren.de
www.oximatec.de
www.leroxid.de
»
»
Besuchen Sie uns
auf der Messe
Microsys in Stuttgart
6. – 9. Oktober 2014
Halle 9, Stand 9500
Fakuma in Friedrichshafen
14.– 18. Oktober 2014
Halle A5, Stand 5206
31
50
Jahre
VDWF im Dialog 2/2014
Das Drehen erfordert eine modellierfähige plastische Porzellan­
masse mit deutlich weniger Wassergehalt. Das Verfahren eignet
sich nur für rotationssymmetrische Artikel, also nicht für Kännchen
mit Ausgießer und dergleichen. Die Masse wird mit einem rotie­
renden Werkzeug aus Stahl, der Schablone, in die Gipsform ein­
geformt. Das Stahlwerkzeug entsteht am CAD und auf der Werk­
zeugmaschine. Die Herstellung der Gipsform ähnelt der beim
Gießen. Bestimmte Hartgipse erlauben Standmengen von bis zu
etwa 150 Artikel. Bis vor dem Krieg war das Drehen noch Hand­
arbeit auf einer Art Töpferscheibe. Heute läuft der Prozess auto­
matisiert auf einer Maschine ab, der sogenannten Bechertaktstraße.
Nach dem Trocknen der Porzellanmasse lassen sich z. B. die Tassen
leicht aus der Gipsform nehmen. Raue Ränder werden anschlie­
ßend mit Schwämmen geglättet und gerundet. Henkel für Tassen
werden separat gegossen, entgratet und an die Tasse «angarniert».
Beim Drehen (z. B. von Tassenkörpern) wir die
Porzellanmasse in den Gipsarbeitsformen auf
der «Bechertaktstraße» per Metallstempel dre­
hend geformt – seit den 1950er Jahren ist das
bei Rosenthal übrigens ein automatisierter Pro­
zess. Nachdem das rohe Gefäß dann getrocknet
ist, löst es sich von der Gipsform ab und lässt
sich herausnehmen. Die Tassenhenkel werden
separat gegossen. Sorgfältig werden die Gieß­
grate von Hand entfernt, bevor die Henkel an
die Tassenbecher «angarniert» werden.
Porzellanbestandteile [%]
Bedingt durch die Zusammensetzung der Haupt­
bestandteile Kaolin, Feldspat und Quarz gibt es
unterschiedliche Arten des «weißen Goldes»:
Hartporzellan:
Weichporzellan:
Meissener Porzellan:
Ostasiat. Porzellan:
Kaolin
50
25
66 – 67
23 – 35
Feldspat
25
30
25 – 26
20 – 35
Quarz
25
45
8–9
41 – 45
:GNUDNEWREV RUZ
:LEIPSIEB
relieZ-1
!nelé za lassátísoynávbazS
Eigenleben im Brennofen
Die entformten, entgrateten und verputzten Rohteile haben noch
eine Bewährungsprobe vor sich: das Brennen. Bei ca. 950 °C
erfolgt zunächst der Glühbrand. Verglüht ist das Porzellan nicht
mehr wasserlöslich, bleibt aber aufgrund seiner Porosität wasser­
aufnahmefähig. Stempeln mit Firmenlogo und Glasieren durch
Tauchen in eine wässrige Suspension sind die weiteren Arbeits­
schritte. Daraufhin erfolgt der Glattbrand bei 1400 °C. Erst jetzt
sintert das Material zu einem feinen Stoff zusammen. Das ei­
gentliche Porzellan mit den bekannten Eigenschaften entsteht:
schlagfest, kratzfest und chemisch beständig (Ausnahme: gegen
Flusssäure). Weniger beim Glüh­, mehr beim Glattbrand bekommt
das Material sein typisches Eigenleben, das die Konstrukteure
bereits im Vorfeld beschäftigt. Klappt ein Detail unter seinem
Eigengewicht zusammen – Ausschuss. Doch bei den meisten ist
dies dank der Erfahrung aller Beteiligten nicht der Fall. Es folgen
die abschließenden Arbeitsschritte. Hierzu zählt vor allem das
Dekorieren, das weitere Dekorbrände bei niedrigeren Temperaturen
nach sich ziehen kann.
Wie in anderen Industrien unterliegt die Porzellanfertigungs­
technik einer fortwährenden Entwicklung. In der Konstruktion
oder in der mechanischen Fertigung von Modellen, Stahl­ oder
Kunststoff­Formen steht Armin Irrgang und seinem Team ein
ähnliches Equipment zur Verfügung wie den Kollegen in der
Spritzgießtechnik und Metallindustrie. Auch sieht der Maschinen­
bauingenieur vergleichbare Trends: «Im Moment arbeiten wir
noch mit 3­Achs­Fräsmaschinen, doch fünf Achsen werden früher
oder später kommen. Das durchgängige Arbeiten mit CAD ist eine
weitere wichtige Entwicklung, wo noch nicht realisiert. Der Grund
ist, die Artikel werden immer komplizierter. Waren Teller früher
ausschließlich rund, sind heute viele quadratisch oder rechteckig
und haben geschwungene Ränder. Auch das Rapid Prototyping
und 3D­Drucken werden über kurz oder lang eine Rolle spielen.» –
Der Porzellanformenbau ein ganz anderer Werkzeugbau? Vieles ist
etwas anders, vieles ist ähnlich, eines ist gewiss: ein Werkzeugbau,
reich an Facetten. | Ralph Lepedaric, München
EIn halbEs JahrhundErt
Meusburger.
Feiern Sie mit uns
50-Jahre-Meusburger
auf der Fakuma 2014!
Halle A2, Stand 2313
Die Firma Meusburger ist Marktführer im Bereich hochpräziser
Normalien. Bereits über 12.000 Kunden weltweit nutzen die Vorteile
relieZ-2
der Standardisierung und profitieren von der 50-jährigen erfahrung
des Unternehmens in der Bearbeitung von Stahl. Ein umfangreiches
Normalienprogramm, kombiniert mit hochwertigen Produkten für
den Werkstattbedarf, macht Meusburger zum idealen Partner für den
Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau.
gnureisidradnatS tiM
!suarov brewebtteW med
www.meusburger.com
relieZ-3
fo daeha pets enO
VErzUgSarME
WEITErVErarBEITUNg
STrENgSTE
QUalITäTSrIchTlINIEN
EINFachE BESTEllMöglIchKEITEN
– srotitepmoKürzESTE
c eht
lIEFErzEITEN
STäNDIgE
VErFügBarKEIT
noitasidradnats htiw
Meusburger Georg GmbH & Co KG | Kesselstr. 42 | 6960 Wolfurt | Austria
T 00 43 (0) 55 74 / 67 06-0 | F -11 | verkauf@meusburger.com | www.meusburger.com
33
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Systemkomponenten für Ausschraubeinheiten
und Linearaktuatoren mit servomotorischem
Antrieb
von Thomas Meister, i­mold
Die kompakte Anordnung der Gewinde­
kerne in einem 4­fach­Raster bei der
Ausführung «Multi» spart Platz. Die Kavi­
tätenzahl im Werkzeug lässt sich durch
mehrfachen Einsatz der 4­fach­Gruppe
bzw. durch Zwischengetriebe­Ebenen
fast beliebig erweitern. Bei der kleinsten
Baugröße SAM 010 beträgt der Achsab­
stand nur 10 mm (160 mm bei der größten
Ausführung SAM 160). Der Servomotor
ist seitlich angeflanscht, so dass er die
Werkzeug­Einbauhöhe nicht vergrößert.
Einzel- und Doppelausschraubeinheiten
Vollintegrierte Ausführung «Multi» als 32­fach­
Ausschraubeinheit
Die i-mold GmbH & Co. KG präsentiert neuartige Komponenten für
Ausschraubeinheiten und Linearaktuatoren mit servomotorischem Antrieb. Die Systemkomponenten sind
unter der Bezeichnung «servomold»
in verschiedenen Baugrößen und in
unterschiedlichen standardisierten
und anwendungsspezifisch optimierten
Ausführungen erhältlich.
Das Produktportfolio des Michelstadter
Unternehmens aus dem Odenwald um­
fasst Lösungen für Dreh­ und für Linear­
bewegungen und ist speziell auf die
besonderen Anforderungen in Spritzgieß­
werkzeugen ausgelegt und optimiert.
Bei den Drehbewegungen sind es insbe­
sondere die Ausschraubbewegungen (Ent­
spindelungen), die durch Einzel­, Doppel­
und 4­fach­Ausschraubeinheiten realisiert
werden, als auch Multikavitäten­Spritzgieß­
werkzeuge, die von 4­fach­ bis 48­fach­
Ausschraubsystemen angetrieben werden.
Bedingungen angefertigt. Im Spritzgieß­
betrieb bieten die einbaufertig gelieferten
Systemkomponenten zahlreiche Vorteile:
– Durch den servomotorischen Antrieb sind
die Ausschraubeinheiten sehr kompakt
Multikavitäten-Ausschraubeinheiten
aufgebaut, so dass sie sich insbesondere
für Multikavitäten­Spritzgießwerkzeuge
Der spezielle Aufbau der Multikavitäten­
mit beschränktem Einbauraum eignen.
Ausschraubeinheiten – er umfasst den
– Sie können bei Bedarf hohe Kräfte von
Servomotor, einen wartungsfreien Zahn­
bis zu 500 Nm je Gewindekern aufbringen.
riemenantrieb für die Ritzelwelle zum
– Die spezielle Lagerung der Stirnräder
Antrieb der Stirnräder sowie die Leitge­
vermeidet den Einfluss von Radialkräften
windemutter und die darin geführten
aus dem Antriebsstrang und ermöglicht
Gewindekerne – ermöglicht eine effizi­
ein wesentlich werkzeugschonenderes
ente und langlebige Auslegung von Aus­
Verfahren der Gewindekerne.
schraubwerkzeugen. Die Gewindekerne
– Das Werkzeug besitzt keine überstehenden
sowie entsprechend die Gewindesteigung
Teile, sein Aufbau bleibt einfach, die
und die Ausführung der Leitgewindehülsen
Ausschraubeinheiten lassen sich einfach
werden nach Kundenvorgabe bzw. ent­
montieren und sie sind für Wartung und
sprechend den werkzeugtechnischen
Instandhaltung gut zugänglich.
Bei den Einzel­ und Doppelausschraub­
einheiten ist der Servomotor entweder
in der Verlängerung von Gewindekern
und Leithülse angeordnet oder bei der
Ausführung als Schnecken­Ausschraub­
einheiten senkrecht dazu. Diese Ausfüh­
rung eignet sich durch eine besonders
flache Bauweise als Einzel­, Doppel­
oder 4fach­Ausschraubeinheit auch für
die Verwendung in der Düsenseite und
kann durch spezielle Dichtungen bei
Werkzeugtemperaturen bis 150 °C ein­
gesetzt werden.
Ferner erlaubt die neuartige Bauweise
den einfachen Austausch von Gewinde­
kern und Leithülse ohne Demontage der
Ausschraubeinheit und damit die univer­
selle Verwendung bei unterschiedlichen
Gewindegrößen und Anwendungen.
Linearaktuatoren
Für Linearbewegungen stehen spezielle
Linearaktuatoren zur Verfügung, die durch
die Kombination eines Hohlwellenmotors
mit einem Planetenrollen­Gewindetrieb
ideal für den Spritzgießwerkzeugbau ge­
eignet sind. Sie ermöglichen trotz kom­
pakter Abmessungen hohe Tragzahlen,
sehr hohe Geschwindigkeiten, einen hohen
Wirkungsgrad und im Vergleich zu Kugel­
gewindespindeln eine 5­ bis 15­fache
Lebensdauer.
Wie auch die Ausschraubeinheiten über­
zeugen sie durch präzise und wiederhol­
genaue Bewegungen, können beliebige
Profile, Zwischenpositionen und Rampen
frei verfahren und ermöglichen das völlig
berührungslose Anfahren von Endposi­
tionen.
Servosteuerungen
Für die Anwendung ebenso wichtig wie
die mechanische Zuverlässigkeit der
Ausschraubeinheiten ist die problemlose
Bedienung mit den speziell entwickelten
Servosteuerungen. Diese sind als Komplett­
steuerung SKS, als Universalsteuerung
SUS oder als Racksteuerung SRS für 1 bis
8 Motoren erhältlich. Sie ermöglicht mit
ihrem Touchscreen­Bedienfeld eine einfa­
che Einstellung und Bedienung der Aus­
schraubeinheit. Über passwortgeschützte
Benutzerebenen ist die Servomold­Steue­
rung individuell konfigurierbar und es
lassen sich auch komplexe Abläufe von
Dreh­ und Linearbewegungen program­
mieren. Bei allen Abläufen stellt der Ser­
voantrieb eine außergewöhnlich hohe
Wiederholgenauigkeit sicher, die beispiels­
weise bei der Wanddicke zwischen Gewin­
degrund und Formteil­Außenseite im
Bereich von wenigen hundertstel Milli­
metern liegt. Die LED­Leuchten an der
Frontseite zeigen den aktuellen Betriebs­
zustand der Servosteuerung auf einen
Blick an.
Die Servomold­Steuerung ist für unter­
schiedliche Werkzeuge nutzbar; dazu
lassen sich abgespeicherte Programme
einfach wieder aufrufen. Die intelligente
Steuerungssoftware erlaubt es beispiels­
weise, Drehmomentgrenzen zu überwa­
chen und so eine sich anbahnende Störung
zu erkennen, bevor Ausschussteile pro­
duziert werden oder ein Werkzeugschaden
eintritt. Schließlich ermöglicht die inte­
grierte Sicherheitstechnik den Betrieb
der Steuerung unter Einhaltung der EG­
Maschinenrichtlinie. | Thomas Meister,
Michelstadt
34
Doppel­Ausschraubeinheit SAD mit der Möglich­
keit zum einfachen Austausch von Gewindekern
und Leitgewindemutter – ohne Demontage des
Doppelschraubers
Vierfach­Schnecken­Ausschraubeinheit SAV – die
Feinjustierung der Gewindekerne zueinander
erfolgt durch Verdrehung der Leitgewindemutter
und Fixierung mit der Klemmplatte.
Bei allen Abläufen stellt der Servo­Linearantrieb
die hohe Wiederholgenauigkeit sicher.
Durch die Servo­Komplettsteuerung (SKS) haben
Anwender ihre Ausschraub­ oder Linearbewe­
gungen jederzeit im Blick und unter Kontrolle.
Unternehmen stellen Neues aus der Branche vor
VDWF- haftsstand
sc
Gemein | Stand 2112
2
B
e
ll
a
H
VDWF im Dialog 2/2014
36
Die C 12 von Hermle:
Kompakt, präzise, dynamisch
Erfindungsreiche Arbeitserleichterung:
Toolcraft präsentiert das Hebetool HT2
Röhm präsentiert neue Maschinenschraubstöcke RB-M und RB-K
Meba pro 260 GP:
Hightech-Bandsäge auf engstem Raum
Lasertec 65 AdditiveManufacturing:
Geometrievielfalt von Hybrid-Bauteilen
Den Kunden­Anforderungen nach immer
weniger Aufstellfläche trägt die Hermle
AG mit ihrem neuen 5­Achsen­Bearbei­
tungszentrum C 12 Rechnung. Die C 12
mit Schwenkrundtisch ist als reines 5­Achs­
Bearbeitungszentrum für kubische Bau­
teile bis zu 100 kg ausgelegt. Der vor­
gegebene Werkstückdurchmesser von
320 mm bei einer Höhe von 265 mm ist
nur als Richtwert zu verstehen, da eine
detaillierte Werkstückauslegung im Ein­
zelfall erfolgen muss. Die Verfahrwege
von X=350, Y=440 und Z=330 mm bieten
beste Voraussetzungen, um 5­seitig/
5­achsig simultan bearbeiten zu können –
und dies bei Eilgängen und Beschleuni­
gungen von 30 m/min bei 4 m/s2 und in
der Dynamik­Version 50 m/min bei 8 m/s2.
«Das Hebetool HT2 von Toolcraft stellt
eine Revolution auf dem Markt dar», so
Thomas Wieland, Teamleiter Konstruktion
bei Toolcraft. Es ist 1,3 Meter lang, fast
2 Meter hoch und circa einen halben
Meter breit. Das Tool hat eine akkube­
triebene Z­Säule und eine freischwim­
mende X­ und Y­Achse mit einer Dreh­
achse A. Somit wird ein Schwenken um
100 ° und eine Feinjustierung ermöglicht.
Als Energiequelle dient ein Akku, der nach
vollständiger Aufladung für bis zu 200
Hebevorgänge ausreicht. Der Verfahrbe­
reich beträgt zwischen 265 und 1490 mm.
Dieser kann sowohl im Eilgang mit
20 mm/s als auch mit einer geringeren
Geschwindigkeit von 5 mm/s zurückgelegt
werden. Das Gesamtgewicht des Hebe­
tools beläuft sich auf 380 kg. Weiterhin
verfügt das Tool über eine Feststellbremse.
Zudem sorgt eine Absetzüberwachung
per automatischer Abschaltung dafür, dass
kein Druck auf den Maschinentisch aus­
geübt wird.
Sowohl auf Universal­ und Standardfräs­
maschinen wie auch in der Serienfertigung
bieten die neuen Maschinenschraubstöcke
RB­M und RB­K des Spann­ und Greif­
technikspezialisten Röhm das, worauf
es ankommt: hohe Spanngenauigkeit
und einfaches Handling bei sehr gutem
Preis­Leistungs­Verhältnis. Die gehärteten
Backenführungen und eine gekapselte
Spindel sind Beispiele für die Röhm­
typische Langlebigkeit und Verschleiß­
festigkeit. Das neue und optimierte De­
sign gewährleistet auch einen optimalen
Kühlmittel­ und Späneabfluss. Zeit­ und
kraftaufwendiges Kurbeln entfällt durch
ein spezielles Bolzensystem, mit dem auch
große Spannbereiche schnell und ohne
Werkzeug realisiert werden können.
Als erster Hersteller der Branche hat Meba
nahezu alle Modelle seiner Produktpalette
so konstruiert, dass sowohl der Sägevor­
schub als auch der Materialeinschub über
elektrische Servoachsen erfolgt. Die Portal­
bandsäge Meba pro 260 GP deckt mit
Schnittbereichen von bis zu 260 mm Ø
rund oder 260 x 300 mm vierkant / flach
ein breites Spektrum an zu sägenden Teilen
ab. Das patentierte Sägekonzept ist dank
seiner Konstruktion mit nur circa 3 m² Auf­
stellfläche auch bei beengten Platzverhält­
nissen geeignet.
Sauer Lasertec offeriert mit der Lasertec 65
AdditiveManufacturing eine Hybridlösung
für das kombinierte Laserauftragschwei­
ßen und 5­Achs­Fräsen. Bei dem Verfahren
wird ein Auftragprozess mittels Metall­
pulverdüse umgesetzt, der mit einer Bau­
rate von bis zu 3,5 kg/h bis zu 20­mal
schneller ist als das Generieren im Pulver­
bett. Dafür ist die Maschine mit einem
2­kW­Diodenlaser ausgerüstet, wobei die
vollwertige 5­Achs­Fräsmaschine von
Deckel Maho in stabiler Monoblock­Bau­
weise auch hochpräzise Fräsoperationen
ermöglicht.
Mit 5 verschiedenen Spindeldrehzahlen,
4 verschiedenen Schnittstellen und 71
Werkzeugen im Magazin der Doppelaus­
baustufe stehen in fast allen Bereichen
die richtigen Konfigurationen zur Ver­
fügung. Zudem ist die C 12 die erste rein
fräsende Maschine aus dem Hause Hermle
mit der neuen TNC 640­Steuerung von
Heidenhain. Das Bedienpult kann dabei
sowohl links als auch rechts angebaut
werden. Verschiedene Kühl­ und Spänesy­
steme, Werkzeugbruchüberwachungen,
Messtaster etc. bzw. das Robotersystem
RS 05 oder der Palettenwechsler PW 100
können zudem adaptiert werden. |
www.hermle.de
Obwohl das Tool anfangs nicht zum Ver­
kauf entwickelt wurde, hat die Lösungs­
kompetenz von Toolcraft ein Hebetool
hervorgebracht, das auf dem Markt sei­
nesgleichen sucht. Der Lastenhelfer kann
bis zu 120 kg heben und somit schwere
Lasten einfach transportieren und helfen,
große Werkzeugplatten in Werkzeug­
maschinen zu platzieren. |
Die Längsnuten in der Grundfläche der
Schraubstöcke erlauben eine genaue
Fixierung auf dem Maschinentisch mit
Hilfe von Spannpratzen oder Direktver­
schraubung. Optional besteht die Möglich­
keit, die Schraubstöcke auf Drehplatten
mit Gradeinteilung einzusetzen. Beide
Modelle verfügen über die gleiche Platt­
form und ermöglichen daher eine außer­
gewöhnliche Flexibilität: durch einfachen
Austausch der Spindel kann vom RB­M
(mechanisch betätigte Variante) auf den
RB­K (manuelle Variante mit Kraftver­
stärkung) aufgerüstet werden. Beide
Produkte sind direkt ab Lager lieferbar. |
www.toolcraft.de
www.roehm.biz
Die bewährte Zwei­Säulen­Bauweise mit
Kugelumlaufführungen sorgt dafür, dass
der Sägerahmen präzise geführt wird,
und durch das patentierte Gehrungssys­
tem liegen sämtliche Komponenten für
Gehrungslagerung, ­anzeige und ­klem­
mung oberhalb des Arbeitsbereichs und
sind somit frei von jeglicher Verschmut­
zung. Die durchgängige Materialauflage­
fläche sowie der integrierte, geschlossene
Rollengang bis nahe an das Sägeband sor­
gen dabei für sehr kurze Reststücklängen.
Die Sägebandgeschwindigkeit ist von 15
bis 150 m/min stufenlos einstellbar. Der
Vorschub (0 – 600 mm/min stufenlos ein­
stellbar) und dessen Regelung werden
über eine frequenzgeregelt angetriebene
Spindel ausgeführt. Die Schnittdruck­
regulierung erfolgt über Sensortechnik. |
Die einmalige Technologiekombination
von Laserauftragschweißen per Pulver­
düse und der Präzision bzw. Oberflächen­
güten beim Fräsen ermöglicht dem An­
wender völlig neue Applikations­ und
Geometriemöglichkeiten. Das Bauteil
kann in mehreren Stufen aufgebaut
werden, wobei zwischen dem Auftrag­
schweißen gefräst werden kann, um auch
Stellen auf Endgenauigkeit zu bearbeiten,
die beim fertigen Bauteil aufgrund der
Bauteilgeometrie vom Fräser nicht mehr
erreicht werden können. Der Laser wird
dabei samt Pulverauftragkopf in die
HSK­Werkzeugaufnahme der Frässpindel
eingewechselt. Er kann automatisch in
einer gesicherten Dockingstation geparkt
werden, solange die Fräsoperationen
auf der Maschine ausgeführt werden. |
www.meba­saw.de
de.dmgmori.com
37
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Belastbarkeit von Kunststoffbauteilen
einfach und schnell prüfen
Kunststoffe übernehmen immer häufiger
die Rolle von Metallbauteilen. Sie haben
nicht nur ein geringeres Gewicht, auch
ihre Herstellung ist sehr effizient und lässt
gestalterisch viele Freiheiten. Allerdings
hängen die mechanischen Eigenschaften
dieser Materialkombination von Lage,
Länge und Ausrichtung der Fasern ab.
Das Fraunhofer­Institut für Betriebsfestig­
keit und Systemzuverlässigkeit LBF hat
eine Software zur raschen Beurteilung
entwickelt.
Soll das Material mechanisch hoch be­
ansprucht werden, ist es wichtig, diese
Eigenschaften zu kennen, um die Belas­
tungsgrenzen verlässlich vorhersagen
zu können. Die Qualität von Simulations­
rechnungen des Herstellungsprozesses
reicht bei komplexen Bauteilen nicht in
allen Bereichen aus, so dass Messungen
zur Absicherung notwendig sind. Die
Software des Fraunhofer LBF generiert
aus Röntgen­Computertomographien die
für eine mechanische Charakterisierung
notwendigen Informationen über die
Faserverteilung. Der Bericht enthält orts­
aufgelöste quantitative Informationen
über Häufungen, Längenverteilungen
und Orientierungsverteilungen der Fasern
in Form von Diagrammen, Tabellen als
importierbare Dateien und auch als CAD­
Datei vor. Künftig soll es auch möglich
sein, Lizenzen zu erwerben. |
www.lbf.fraunhofer.de
Anhaftung ade – Trennschichten zur
Kunststoffentformung
Wissenschaftlern der gemeinnützigen
Jenaer Industrieforschungseinrichtung
Innovent ist es gelungen, eine neuartige
permanente Trennschicht auf Basis der
Atmosphärendruckplasma­Beschichtungs­
technologie (APC VD) zu entwickeln. Die
so auf Formwerkzeugen – z. B. für Spritz­
guss­ oder Heißprägeprozesse – abge­
schiedenen Nano­Kompositbeschichtungen
erhöhen die Entformbarkeit von Kunst­
stoffen bei gleichzeitiger Bewahrung
der Oberflächeneigenschaften sowie der
Form­ und Konturentreue für weitere
Verarbeitungsschritte (Lackierungs­ oder
Klebeprozesse) der Bauteile.
Neben dem Einsparpotential von Trenn­
mitteln für Entformungsprozesse mit
hohem Durchsatz sehen die Forscher
Anwendungsmöglichkeiten ihrer Dünn­
schichten in Bereichen geringer Ferti­
gungstoleranzen, wie sie in der Optik­
industrie für Linsen gefordert sind.
Die Forscher entwickelten eine unter
Umgebungsbedingungen aufzutragende
werkzeugseitige Beschichtung auf Basis
von nichtthermischen Atmosphären­
druckplasmen. Hierfür kommen soge­
nannte Freistrahlplasmen zum Einsatz,
deren kompakte Plasmaquellen von
einer Vielzahl von Unternehmen auf
dem Markt angeboten werden. Die
Schichtabscheidung erfolgt durch Zu­
gabe von chemischen Vorläufersub­
stanzen auf Siliziumbasis in den Plasma­
prozess und kann sowohl auf tempera–
turunempfindlichen Oberflächen aus
Metall, Keramik oder Glas als auch auf
sensitiven Materialien wie Kunststoffen
angewandt werden. Quantifizierbare
Abreißtests nach DIN EN 24624 ergaben
eine Reduzierung der mittleren Zug­
festigkeit bei den Trennschichten um
etwa zwei Drittel im Vergleich zu unbe­
schichteten Referenzproben.
In Labor­Spritzgussversuchen zur Abfor­
mung von Polycarbonatproben und Heiß­
prägeversuchen von Polymethylmeth­
acrylat unter realitätskonformen Bedin­
gungen wurden bei beiden Methoden
bisher mehrere Hundert Abformungen
erfolgreich durchgeführt, ohne dass Rück­
stände der Polymere an den Werkzeugen
anhafteten. Dies konnte anhand infrarot­
spektroskopischer Messungen der Werk­
zeugoberfläche nach den Abformungen
eindeutig nachgewiesen werden.
Günstige Laseranlage für die großflächige Nano- und Mikro-Strukturierung
38
Antimikrobielle Oberflächenbeschichtungen mit Langzeitwirkung
für den Werkzeugund Formenbau
MoldDesign
Strukturen im Mikro­ und Submikrometer­
Maßstab stellen ein wachsendes Anwen­
dungsfeld dar. Das Fraunhofer­Institut
für Werkstoff­ und Strahltechnik IWS in
Dresden hat jetzt ein Verfahren entwickelt,
mit dem Flächen bis 500 × 500 mm² in
Minuten strukturiert werden können. Das
System kann an die jeweiligen Kunden­
wünsche angepasst werden und Arrays
mit Strukturbreiten von 150 nm bis
20 µm herstellen.
In Krankenhäusern, Küchen und Sanitär­
bereichen, in Klima­ und Lüftungsanlagen
sowie bei der Verarbeitung von Lebens­
mitteln sind Hygiene und keimfreies
Arbeiten wichtig. Forscher der INM –
Leibniz­Institut für Neue Materialien
gGmbH haben nun antimikrobielle, ab­
riebfeste Beschichtungen entwickelt. Sie
töten Keime zuverlässig und langfristig
ab und verhindern gleichzeitig das Ein­
nisten neuer Keime.
Das Fraunhofer IWS nutzt für die groß­
flächige Mikrostrukturierung und Funk­
tionalisierung die direkte DLIP. Hierbei
handelt es sich um eine Technik, die eine
großflächige und maskenlose Lithogra­
phie zur Herstellung komplexer Struktu­
ren in einem Prozessschritt ermöglicht.
Konventionelle Techniken sind demge­
genüber entweder zu langsam oder zu
unflexibel.
Anwendungen der permanenten Trenn­
schichten sind aber auch im Automotive­
Bereich etwa für Türgriffe oder Armaturen
und potentiell in der Medizintechnik
möglich. |
Die direkte Laserinterferenzstrukturierung
erlaubt zudem die Herstellung mehr­
dimensionaler Mikrostrukturen auf Ober­
flächen. Um die Interferenzstruktur zu
erzeugen, werden bis zu 3 Strahlen eines
Lasers auf ebenen bzw. gekrümmten Ober­
flächen überlagert. In Abhängigkeit vom
Material und Struktur werden so neue
Anwendungen, z. B. in der Automobil­
industrie oder der Medizintechnik, reali­
sier­ und bezahlbar. |
In der Beschichtung sind Silber­ oder
Kupferkolloide eingelagert, die keim­
tötende Metall­Ionen nach und nach
an die Umgebung abgeben. Die Metall­
kolloide sind nur wenige Nanometer
groß. Durch ihr besonderes Verhältnis
von Größe und Oberfläche lässt sich
ein ausgeprägter Langzeiteffekt verwirk­
lichen. Der «Verbrauch» der Metalle zu
Metall­Ionen ist dabei so gering, dass
die Wirksamkeit der Beschichtung auf
mehrere Jahre eingestellt werden kann.
Die Oberfläche der Beschichtung ist
gleichzeitig antiadhäsiv: Weder abge­
tötete noch frische Keime können so
anhaften. Damit wirkt die Beschichtung
vor allem der Bildung eines flächen­
deckenden Biofilms entgegen. Das neue
Material lässt sich auf verschiedene
Untergründe wie z. B. Kunststoff, Keramik
oder Metall durch gängige Techniken
wie Sprühen oder Tauchen auftragen. |
www.innovent­jena.de
www.iws.fraunhofer.de
www.inm­gmbh.de
Ebenso konnten mittels Spektralellipso­
metrie keinerlei Veränderungen in den
Schichtdicken oder gar Schichtablösungen
nach der Interaktion der Polymere mit
den Trennschichten beobachtet werden.
Die Schichten konnten somit dahingehend
optimiert werden, dass eine gute Anhaf­
tung zum Grundwerkzeug vorhanden
ist bei gleichzeitiger Trennwirkung gegen­
über den Polymeren.
Mit Schichtdicken von etwa 100 nm
wurde das neuentwickelte Schichtsys­
tem so ausgelegt, dass es auch auf
Werkzeugoberflächen angewandt werden
kann, die höchste Anforderungen an die
Maßhaltigkeit und Toleranzgenauigkeit
stellen. Hier seien neben klassischen
optischen Linsen auch planare, mikro­
strukturierte Optiken für diffraktive Kom­
ponenten oder Fresnellinsen genannt.
CAD/CAM
Die Engineering-Lösung für
den Formenbau-Prozess.
QuickElectrode
Die Engineering-Lösung
für den Elektroden-Prozess.
DieDesign
Die Engineering-Lösung für
den Werkzeugbau-Prozess.
NC-Solution
Automatisches Bohren,
2,5- bis 5-AchsenSimultan-Fräsen für den
Werkzeug- und Formenbau, Drahterodieren.
www.cimatron.de
Cimatron GmbH
Ottostraße 2
76275 Ettlingen
Tel.: 0 72 43. 53 88 -0
info@cimatron.de
VDWF im Dialog 2/2014
Wissen und Wandel
hl
immt wo
an. Das st
m
t
r­
g
te
sa
n
r,
ben U
t sei teue
eßlich ge
li
h
c
Guter Ra
s
ld
e
–
G
je
mehr
ehr denn
ersonen
lp
e
z
heute m
r.
in
o
E
v
h
ls je zu
und auc
er aus a
b
e
nehmen
tg
ns­
a
e
R
m
terneh
ssionelle
d um Un
n
für profe
ru
ch
o
h
D
ic
boomt.
häftsbere
oaches»
C
Der Gesc
l
en
a
b
e
n
L
o
sch sein
nd «Pers
ein Men
berater u
n
gen
e
n
d
ju
,
g
erade in
Ratschla
ibt es – g
g
der eine
er
n
h
e
a
d
d
t,
t
eginn
sich träg
Und er b
it
t.
lang mit
s
m
n
,
o
s
n
e
m
esung
meist u
rzten» b
«Ä
Jahren –
n
e
d
n
, wie vo
oft auch
JU
.
.
.
E
G
N
erater
ehmensb
rn
te
n
U
d
r un
Persön­
eizer Auto
über 100
it
e
w
lt
Der Schw
e
w
nchen,
old fragte
sten Bra
h
c
li
d
ie
h
Frank Arn
tersc
ipp, der
n aus un
ch dem T
a
n
rn
e
lichkeite
d
d Län
nd fasste
onen un
gt hat, u
rä
p
e
g
Generati
n
ste
rlag auf
achhaltig
anser Ve
H
rl
a
C
r
sie am n
n
r de
ie in alle
orten fü
finden S
r
ie
H
.
die Antw
m
e
n
me
aus d
en zusam
chichten
240 Seit
chte Ges
u
s
e
g
s
u
un a
Buch.
Kürze ne
ienenen
14 ersch
0
2
rz
ä
im M
40
Elke Strathmann ist Mitglied des Vorstands und
Arbeitsdirektorin der Continental AG, wird den
Konzern jedoch zum Jahresende verlassen.
Darüber hinaus ist die diplomierte Mathemati­
kerin Vizepräsidentin in der Bundesvereinigung
der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).
«Mach dich zum Narren –
sonst überlebst du nicht.»
Richard Branson
Der britische Unternehmer Richard Branson (64)
gründete 1970 – ohne Schulabschluss – das
Unternehmen Virgin, das er in den vergangenen
40 Jahren zu einer Unternehmensgruppe mit mehr
als 50 000 Mitarbeitern und mit über 200 Unter­
nehmen ausbaute. Dazu gehören u. a. die Flug­
gesellschaft Virgin Atlantic Airways und das
private Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic.
Am Beginn stand der Schallplattenversand Virgin,
ein Unternehmen, das er zu einem der erfolg­
reichsten der Musikbranche weiterentwickelte.
Den Tipp, sich notfalls auch zum Narren zu ma­
chen, erhielt Richard Branson von Freddie Laker,
einem der Piloten, die während der Berliner Luft­
brücke die geteilte Stadt am Leben erhalten
hatten. Als Branson überlegte, eine Fluggesell­
schaft zu gründen, sagte ihm Laker: «Du musst
da raus gehen und dich selbst als Werbung be­
nutzen. Mach dich zum Narren – sonst überlebst
du nicht.» Branson hielt sich an den Rat, arbeitete
u. a. medienwirksam auch mal einen Tag als Ste­
wardess – mit rasierten Beinen und bestens ge­
schminkt. Der Unternehmer ist überzeugt, dass er
ohne solche Maßnahmen im Wettbewerb mit
den etablierteren Fluggesellschaften nicht hätte
bestehen können. Zum Dank taufte er einen seiner
Flieger «Sir Freddie» – zu Ehren des alten Piloten. |
Das wichtigstes Erfolgsrezept der 56-jährigen
Managerin lautet: «Wer die Komfortzone verlässt
und die Herausforderung sucht, steckt die eigenen
Grenzen weiter und bekommt einen breiteren
Horizont, zeigt Mut, auch einmal gegen den
Strom zu schwimmen, und ist auch bereit, Fehler
zu machen und daraus zu lernen.» Fortschritt
beginnt für Strathmann damit, Bestehendes zu
hinterfragen. «Damit macht man sich nicht immer
nur Freunde. Ja-Sager sind deutlich bequemer als,
Warum-Frager», sagt sie, aber nur Letztere würden
auch Wirkung erzielen. Wer sich regelmäßig aus
der Komfortzone traut und Neues wagt, hat sich
auf den richtigen Weg begeben. Nichts zu riskie­
ren sei schließlich das größte Risiko, so Strath­
mann. |
«Raus aus der Komfortzone!»
Elke Strathmann
41
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
«Lass dich nicht ärgern!»
«Stehe dem Zufall
offen gegenüber!»
Eric Schmidt
Roland Berger
Eric Schmidt (58) ist seit 2011 Chef des Ver­
waltungsrats bei Google. Seit 2009 gehört
er zum Beraterteam von US­Präsident Barack
Obama.
Als man ihm riet, einen Coach zu engagieren,
ärgerte sich Schmidt: «Mache ich etwas falsch?
Es gab doch keinen auf der Welt, der meinen Job
besser macht als ich!» Doch das ist eben nicht
die Aufgabe eines Coachs. Vielmehr soll dieser
beobachten und das Beste aus seinem Schütz­
ling herausholen. Der Informatiker ließ sich also
darauf ein und lernte seinen Coach – gerade
bei geschäftlichen Konflikten – schätzen. Der
forderte Schmidt dann nämlich auf, sich vor­
zustellen, eine Ebene höher als sein Gegenüber
zu sitzen. Warum sollte man sich da dann noch
ärgern lassen? |
Roland Berger (76) ist Gründer einer der größten
Strategieberatungen weltweit. Außerdem ist er
Mitglied verschiedener Aufsichts­ und Beiräte
nationaler und internationaler Organisationen.
«Wenn du es eilig hast,
mach einen Umweg.»
Mathias Döpfner
Mathias Döpfner ist Vorstandsvorsitzender
der Axel Springer AG. Darüber hinaus ist er
u. a. auch im Board of Directors der Time
Warner Inc.
HeImnIs.
«Das Leben ist nicht planbar, und die besten Chan­
cen ergeben sich unerwartet oder sind erst auf
den zweiten Blick zu erkennen», erklärt Berger, der
während seines BWL­Studiums in München eine
erfolgreiche Wäscherei aufbaute. Eines Tages er­
zählte jedoch eine Stammkundin von ihrem Sohn,
der Unternehmensberater in Mailand war, und riet
Berger zum Wechsel in diese Branche. Berger
folgte dem Rat, ohne den sein Leben «sicher
völlig anders» verlaufen wäre, wie er es formuliert.
Mit dem Ausgang sei er aber bis heute zufrieden. |
Hab eIn GeHeImnIs.
ICH Hab eInICH
GeHeImnIs.
artIkel 12:
artIkel 12:
Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seineNiemand
Familie, darf
seinewillkürlichen
Wohnung Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung
und seinen Schriftverkehr ausgesetzt werden.
und seinen Schriftverkehr ausgesetzt werden.
DIe allGemeIne erklärunG Der mensCHenreCHte
DIe allGemeIne erklärunG Der mensCHenreCHte
ICH sCHütze sIe – sIe sCHützt mICH
ICH sCHütze sIe – sIe sCHützt mICH
www.amnesty.de
www.amnesty.de
«Melden macht frei.»
Joh. Christian Jacobs
Nach langjähriger Karriere als M&A­Rechtsberater
ist Joh. Christian Jacobs (52) seit 2004 Chairman
der gemeinnützigen Stiftung der Jacobs­Familie.
Als Döpfner als 17­Jähriger darüber grübelte, was
wohl das richtige Studium wäre, um ein berühm­
ter Journalist zu werden, und ihm sein gesamter
Bekanntenkreis und alle Profis rieten, Publizistik
zu studieren, fragte er zur Sicherheit noch Artur
Joseph, Journalist und väterlicher Freund seiner
Mutter. Er lächelte und sagte: «Es ist völlig egal,
was du studierst, nur ein Fach auf keinen Fall:
Publizistik.» Für ihn war der direkte Weg der fal­
sche. «Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg.»
Joseph riet Döpfner, seiner Leidenschaft zu folgen.
Das tat dieser auch und studierte Musik, Literatur
und Theater. Zwei Jahre später war Mathias Döpf­
ner freier Musikkritiker bei der «FAZ», 12 Jahre
später Chefredakteur der «Wochenpost» in Berlin
und 20 Jahre später CEO von Axel Springer. |
g
42
Angesprochen auf die Risiken für die Europäische
Kommission bei einem anstehenden Kartellverfah­
ren, entließ der damalige Kommissar Peter Suther­
land seinen jungen Mitarbeiter Jacobs mit dem
militärischen Spruch: «Melden macht frei.» Das
motivierte. «Wissend, dass hier ein Vorgesetzter die
politische Verantwortung übernimmt, konnte ich
ermutigt und befreit die Aufgabe angehen», erin­
nert sich der Rechtsanwalt. Seitdem gibt Jacobs
diese Aufforderung zu mehr Eigeninitiative auch
seinen Mitarbeitern mit auf den Weg. Und er
selbst kommunizierte fortan Probleme so früh
wie möglich. «Das hat mir ein hohes Maß an
innerer Freiheit eingebracht», erklärt Jacobs. |
Schneller genau.
Wer aufhört zu werben, um Geld
zu sparen, kann auch gleich die Uhr
anhalten, um Zeit zu sparen.
Apropos Werbung: Es ist zwar noch
etwas Zeit, aber Sie können uns
gern auf der FAKUMA im Oktober
besuchen. Sie finden uns natürlich –
wo denn auch sonst – am Gemeinschaftsstand des VDWF.
VDWF- haftsstand
sc
Gemein | Stand 2112
2
Halle B
Spritzgießwerkzeuge von
µ-Tec GmbH
Otto-Schmerbach-Straße 19
09117 Chemnitz
Telefon 0371 2836 4670
www.my-tec.de
43
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
«Bleib hungrig,
bleib verrückt.»
Alain Caparros
Alain Caparros (57) ist seit Dezember 2006
Vorstandsvorsitzender der REWE Group.
«Wenn du den Eindruck
hast, geschickter zu sein
als die anderen, dann
behalte es für dich.»
Michel M. Liès
44
Alfons Hörmann (53) ist CEO der Hörmann­
Gruppe und Präsident des Deutschen Ski Ver­
bands. Darüber hinaus ist er Mitglied im
Vorstand des Internationalen Ski Verband FIS
und fungiert in mehreren Unternhemen als
Aufsichtsratsvorsitzender.
Michel M. Liès (60) ist Group CEO der Swiss Re.
Einen Ratschlag, der ihn bis heute beeinflusst,
erhielt Liès noch zu Schulzeiten. Er war 14 Jahre
alt und ein guter Schüler. Sein Mathematiklehrer,
ein Jesuit, sagte zu ihm: «Wenn du den Eindruck
hast, geschickter zu sein als die anderen, dann
behalte es für dich.» Dieser Rat ist für den Ma­
nager aus zwei Gründen wichtig: «Als Mathe­
matiker neigte ich dazu, alles bewerten zu wollen
und Ranglisten zu erstellen. Es ist aber viel
wichtiger, die persönlichen Stärken eines anderen
Menschen zu erkennen und zu verstehen, anstatt
in Sachen Geschicklichkeit und Intelligenz ein
Ranking anzufertigen. Darüber hinaus ist es auch
falsch, anzunehmen, dass man selbst geschickter
oder sogar intelligenter sein sollte als sein Umfeld.
Und falls es per Zufall doch so ist, weshalb sollte
man das den anderen unbedingt auf die Nase
binden?» Später erhielt Liès einen zweiten Rat, der
ihn vor allem im beruflichen Umfeld prägte: «Ein­
stimmigkeit ist keine Garantie.» Liès erklärt das so:
«Ich liebe die Menschen, habe aber gleichzeitig
auch eine große Angst vor der ‹Masse›, gewisser­
maßen vor einer kollektiven Trägheit, einem Still­
stand oder einem blockierenden Kompromiss.» |
Besuchen Sie
uns in der
Halle 7 / 7B73
Ein Rat hat Caparros sehr beeindruckt – und die­
sen gibt er auch an junge Menschen weiter, weil
er für ihn eine sehr wichtige Grundeinstellung
widerspiegelt. Dieser Rat stammt von Apple­Grün­
der Steve Jobs. Er hat ihn bei einer Abschlussfeier
der amerikanischen Stanford University den Absol­
venten gegeben. Und es war zugleich sein persön­
liches berufliches Credo: «Stay hungry, stay foolish.»
Caparros las diesen Rat und dachte: «Ja, das trifft
den Kern der Sache. Gib dich nicht einfach mit
dem zufrieden, was du hast oder tust. Sondern
horche immer wieder in dich hinein und frage
dich: Tue ich wirklich das, was ich tun will? Was
könnte ich anders oder besser machen?» Das ver­
stehe ich unter «hungrig bleiben», sagt der
französische Manager. Und das «verrückt bleiben»
sei dazu die komplementäre Idee. «Denn nur wenn
man ein bisschen verrückt ist – und mutig –,
bringt man die Energie auf, etwas völlig Neues zu
denken und auszuprobieren und schließlich auch
tatsächlich etwas grundlegend zu verändern.»
Caparros zeigt sich daher auch überzeugt, dass
die Idee der «schöpferischen Zerstörung», die der
Ökonom Joseph Schumpeter als Triebkraft einer
positiven wirtschaftlichen Entwicklung ansah, so
richtig und lebendig ist wie eh und je. |
Seinen wichtigsten Rat erhielt Hörmann von
den beiden Extrembergsteigern Reinhold Mes­
sner und Hans Kammerlander. Die Aussage
Messners «Je größer der Aufwand, umso schlim­
mer ist das Scheitern», und den Ratschlag von
Kammerlander, «auch mal den Mut zu haben,
kurz vor dem Erreichen des Zieles umzukehren
für einen neuen Versuch oder einen gänzlichen
Abbruch», lassen sich für den DSV­Präsidenten
auf alle Bereiche des Lebens und gerade auf
den beruflichen Alltag übertragen. Eben weil
auch hier die rechtzeitige Umkehr den Weg in
den Abgrund verhindern kann. Und Hörmann
ist sich sicher: «Nur wer mit feiner Antenne
sowohl nach innen als auch nach außen ständig
Veränderungen aufnimmt und selbstkritisch
analysiert, wird den richtigen Zeitpunkt zur
Umkehr erkennen. Auch wenn bzw. gerade weil
dies wirtschaftlich und psychologisch viel
schwieriger ist, als den eingeschlagenen Weg
stur fortzusetzen, erfordert eine solche Umkehr
wahre Stärke der Verantwortlichen.» |
Qualität
gestattet
keine
Kompromisse!
«Hab Mut zur Umkehr
ohne Angst vor dem
Scheitern.»
Ihr Partner für Erodierzubehör
MUESSIG EDM GmbH
Carl-Benz-Str. 4 D-82205 Gilching
Fon 08105-274
7 7-0 Fax 08105-274
74
7 767
74
info@muessigedm.de .muessigedm.de
Alfons Hörmann
Mitglied des:
45
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
46
Ottmar Hitzfeld –
Lehrer, Denker, Entscheider, Motivator, Seelsorger, Chef
Heiner Baumeister und Fabian Diehr im Gespräch mit Ottmar Hitzfeld
Ottmar Hitzfeld wurde am 12. Januar 1949 in
Lörrach geboren. Seine fußballerische Laufbahn
begann Ottmar Hitzfeld mit 11 Jahren beim
TuS Stetten und später bei den Amateuren des
FV Lörrach. Auch in der südbadischen Auswahl
machte er auf sich aufmerksam und wurde 1971
vom schweizerischen Erstligisten FC Basel ver­
pflichtet. Dabei zeichnete er sich als exzellenter
Angreifer und Torjäger aus und wurde 1972 von
Jupp Derwall in die DFB­Olympiaauswahl berufen.
1974 schloss Hitzfeld sein parallel geführtes
Studium der Lehrfächer Mathematik und Sport
ab und wechselte daraufhin zum VfB Stuttgart.
1978 kehrte er in die Schweiz zurück und spielte
für den FC Lugano und den FC Luzern.
Seine Trainerlaufbahn begann Hitzfeld 1983
beim Zweitligisten FC Zug in der Schweiz. Nach
vier Jahren als Trainer beim FC Aarau wechselte
er 1988 zu Grasshoppers Zürich und 1991 als
Cheftrainer zum Bundesligisten Borussia Dort­
mund. In den Jahren 1995 und 1996 wurde
Hitzfeld «Trainer des Jahres» und «Welttrainer
des Jahres». 1997 gewann er mit Borussia Dort­
mund die Champions League und den Weltpokal.
Von 1998 bis 2003 und von 2007 bis 2008 be­
kleidete Hitzfeld das Amt des Cheftrainers beim
FC Bayern München. Hier gelang ihm 2001
erneut der Triumph in der Champions League.
Seit Sommer 2008 war er Trainer der Schweizer
Nationalmannschaft – Europas höchster Fußball­
platz in der Nähe des Matterhorns wurde sogar
nach ihm benannt. Die Fußballweltmeisterschaft
in Brasilien ist für Ottmar Hitzfeld allerdings die
letzte Station in seiner Karriere gewesen. «Mir ist
es wichtig, im Vollbesitz meiner Kräfte abzutreten»,
erklärt der sympathische Fußballtrainer.
Was haben Fußball und der Werkzeug- und Formenbau
gemeinsam? Wettbewerbsorientierung, Teamplay, Leistungswille, Durchsetzungsvermögen, aber auch die Bewältigung
von Rückschlägen und das Umsetzen neuer Ideen unter
Ungewissheit – diese Liste ließe sich noch lange weiterführen. All dies sind Themen, die die Menschen in den beiden
genannten Bereichen beschäftigen. Wir wollten hier genauer
hinschauen und haben uns mit einem besonderen Akteur
des Fußballsports getroffen, dessen Spitzname einmal
«General» lautete. Dabei ist der ausgebildete Mathematikund Sportlehrer keiner, der autoritär auftritt. Er überzeugt –
mit Ehrlichkeit und Authentizität. Und eines fällt dabei
sehr schnell auf: Der Mensch Ottmar Hitzfeld nimmt sein
Gegenüber mit Freundlichkeit und Respekt wahr. Erklären
solche Umgangsformen den Erfolg dieses ungewöhnlichen
Trainers? Auf jeden Fall ist bemerkenswert, dass selbst die
Kritiker Hitzfelds stets mit größtem Respekt über dessen
Leistung urteilen.
Herr Hitzfeld, Sie gelten als bodenständiger, heimatverbundener Mensch, was sich auch in der Sprache ausdrückt.
Pflegen Sie Ihr Alemannisch bewusst?
Ich bin ja nur 100 Meter von der Schweizer Grenze entfernt
aufgewachsen und die drei Jahre beim VfB waren auch nicht
gerade förderlich für meine Sprachausbildung. Als ich 1991
nach Dortmund kam, war es für mich auch entsprechend an­
strengend. Ich musste von einem Tag auf den anderen Schrift­
deutsch sprechen – da kamen dann auch immer wieder ale­
mannische Ausdrücke dazwischen. Zumindest hat keiner meiner
Spieler offensichtlich gelacht. Aber hinter meinem Rücken
werden die schon ihre Sprüche gemacht haben – wie es halt
so üblich ist im Innenleben einer Mannschaft.
Sie waren seit 2008 Nationaltrainer in der Schweiz. War
es für Sie wichtig, wieder in heimatlicheren Gefilden zu
agieren?
Mein Leben war lange von Heimweh geprägt. Selbst als ich mit
42 nach Dortmund ging, hätte ich zu Beginn viel dafür gegeben,
um wieder zurückzukehren. So ist es, wenn die Seele in eine
andere Umgebung verpflanzt wird, aber auch das Menschliche:
Freunde, Verwandte, Elternhaus, Umgebung, Sprache, Orientierung.
Meine Geschwister leben ja auch alle in Lörrach. Wenn die nicht
wären, würde ich vielleicht in München oder in Zürich wohnen.
Die Familie wurde bei uns immer «heilig» gehalten und ich bin
auch immer in enger Verbindung zu meinen Angehörigen. Da war
es eigentlich logisch, dass ich wieder hierher zurückkomme.
Ab 1971 spielten Sie für den FC Basel und 1972 wurde
man auch in Deutschland auf Sie aufmerksam, als Sie
beim Olympischen Turnier in München fünf Tore in fünf
Spielen schossen – was für eine Quote!
Das war dann natürlich ein Riesenerlebnis. Nach den Olympischen
Spielen war u. a. auch Bayern München an mir interessiert. Ich
habe aber in meine Entscheidungen immer schon Vernunft und
Logik einfließen lassen: Ich wollte lieber Stammspieler beim
FC Basel bleiben und nicht das «schnelle Geld» machen – in
Deutschland wäre ich nur einer von vielen gewesen. Und ich
war ja zu diesem Zeitpunkt gerade mal 23 Jahre alt.
1974 wurden Sie Torschützenkönig der schweizerischen
Nationalliga A und legten im selben Jahr Ihr Staatsexamen
als Lehrer für Sport und Mathematik ab. War das eine
große Doppelbelastung?
Nun gut, beim FC Basel wurde halt erst um sechs Uhr abends
trainiert und maximal einmal in der Woche auch vormittags.
90 Prozent der Spieler sind auch einem normalen Beruf nach­
gegangen. Für mich war es schon wichtig, auch eine Ausbildung
und ein abgeschlossenes Examen zu haben. Das war zu dieser
Zeit noch möglich.
Hat Ihnen Ihre Ausbildung auch als Spieler oder als Trainer
weitergeholfen?
Ich glaube schon. Alles hilft ja. Jeder Einfluss lenkt die Entwicklung
eines Menschen. Oder anders: Es hat sicherlich nicht geschadet.
Sei es bei der Pädagogik oder bei der Psychologie oder beim Orga­
nisieren. 1983, als ich beim FC Luzern meine aktive Karriere be­
endete, wollte ich ja auch wieder in den Lehrberuf wechseln. Nach
zehn Jahren ohne Schuldienst sollte ich aber eine Nachprüfung
ablegen. Da war ich eigentlich beleidigt und habe den Test nicht
gemacht, mir aber selbst fünf Jahre Zeit gegeben, um als Trainer
Erfolg zu haben. Insofern bin ich dem Schulamt im Nachhinein
dankbar, dass ich damals abgelehnt wurde.
Wie war der Übergang für Sie vom Spieler zum Trainer?
Trainer zu sein, das war natürlich ein ganz neuer und anderer
Beruf. Ich musste mich von einem Tag auf den anderen vor
die Mannschaft stellen und Trainingsprogramme entwickeln.
Zu dieser Zeit habe ich Tag und Nacht gelesen und mich über
Trainer und Trainingsprogramme informiert. Das hat mich sehr
beschäftigt. Aber ich habe mich auch immer auf mein Gefühl
verlassen und Trainingsprogramme eher interpretiert und nicht
nur stur umgesetzt. Spieler beobachten, seine Erfahrungen
einbringen und auf das eigene Gefühl hören – diese Grundsätze
waren für mich immer wichtig.
VDWF im Dialog 2/2014
«Als ich 1984 zum FC Aarau ging – zu diesem
Zeitpunkt eine Abstiegsmannschaft –, sind wir
gleich im ersten Jahr Vizemeister und Pokalsieger
geworden. Da ging ein Traum in Erfüllung, denn
ich hatte beim ‹FC Wunder› mit Abseitsfalle und
riskantem Pressing für Furore gesorgt.»
«Der Job als Trainer hat mir immer sehr viel Spaß
gemacht – jedoch immer nur bis einen Tag vor
dem Spiel. Wie das bei den meisten Trainern so
ist, will ich die Spiele gewinnen und spüre dann
natürlich schon den Druck. Das ist immer eine
Belastung für die Seele.»
Wie hat sich Ihr Anspruchsdenken als Trainer im Laufe
der Jahre geändert?
Nun ja, man verändert sich ja permanent. Aber ich habe immer
den gleichen Führungsstil gepflegt, egal bei welchem Club. Auch
habe ich mich bei den Bayern nicht mehr unter Druck gesetzt
gefühlt als beim schweizerischen Zweitligisten SC Zug. Am meisten
habe ich mich selbst an meinem eigenen Anspruchsdenken ge­
rieben. Vielleicht war daher die Meisterschaft mit dem SCZ in
meinem ersten Trainerjahr erlösender als die Meisterschaften
mit dem FC Bayern München. Wäre ich in Zug gescheitert, hätte
ich mir eingestehen müssen, dass ich als Trainer gescheitert bin.
Während der fünf «Probejahre», die Sie sich selbst als
Trainer gegeben haben, arbeiteten Sie ja auch ins Ungewisse hinein. Wie war es, als Sie merkten, dass Ihre Arbeit
Erfolg hatte?
Es war natürlich ein schönes Gefühl. Gleichzeitig war meine
erste Saison als Trainer auch das schwierigste Jahr meines
Lebens. Wir hatten in Zug einen Präsidenten, ein roher Kerl, der
mich und auch die Spieler immer wieder beleidigte und ständig
Einfluss nehmen wollte. Einmal ging er mir sogar nach einem
Spiel mit den Worten «Sie reden ja wie ein Pfarrer» an die Gurgel.
Zum Glück ist dieser Herr dann zurückgetreten und wir haben
von den restlichen 12 Spielen der Runde zehn gewonnen und
zwei unentschieden gespielt. Das hat mir gezeigt, wie wichtig
es ist, dass ein Team ohne künstlichen Druck aufspielen darf.
Hatten Sie Zweifel, ob es mit der Trainerlaufbahn klappen
würde?
Nun ja, in Zug und in Aarau hatten wir schon Spaß am Spiel.
Und gerade als junger Trainer wollte ich auch auf mich auf­
merksam machen, ließ mit hohem Risiko spielen. Nach den ersten
fünf Jahren als Trainer wechselte ich dann nach Zürich zu den
Grasshoppers und arbeitete erstmals bei einem Traditionsclub.
Da war für mich dann klar, dass ich im Trainerberuf bleibe.
Zumal immer schon diese Fußball­Leidenschaft in mir steckte.
Was zeichnet in Ihren Augen einen guten Coach aus?
Ich habe noch gelernt, alles selbst zu machen. Vom Trainings­
programm bis zu Konditionseinheiten sollte ein guter Trainer rede­
fähig sein. Das ist alles machbar, wenn man sich dafür interessiert.
Aber – auch bei kleineren Teams – muss man organisieren und
delegieren können, um den Kopf für das Wesentliche frei zu
halten. Die taktische Raffinesse im Spiel ist hier nur ein Faktor –
ein guter Trainer sollte aber auch seine psychologischen und
menschlichen Kompetenzen für die Mannschaftsführung pflegen.
Ist es das, was Sie selbst als Führungsperson auszeichnet?
Für mich war immer wichtig, dass ich mit einzelnen Spielern das
Team zum Funktionieren bringe. Dazu gehört das Starkmachen
des Einzelnen, aber auch das gute, respektvolle Verhältnis zwischen
Trainer und Mannschaft. Ich habe mich immer als ein Teil des
Teams gefühlt, als zwölften Spieler. Dennoch will ich eine ver­
trauensvolle Distanz halten – nur dann kann man seine Autorität
aufrechterhalten. Darum habe ich auch Mühe, nach einer Meister­
feier mit den Jungs in die Disco zu gehen. Wenn dann die Spieler
ausgelassen sind und noch mehr Nähe suchen, kann das unser
sensibles Verhältnis beschädigen. Denn ich bin nicht der Kumpel
der Spieler, sondern ich bin der Chef des Teams.
VDWF- haftsstand
sc
Gemein | Stand 2112
2
Halle B
Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
Das psychologische Geschick des Trainers zeigt sich vor allem
in den Situationen, in denen es nicht so gut läuft. Denn jeder
Rückschlag kann wieder neue Kräfte freisetzen und eine Mann­
schaft in ihrer Entwicklung einen Schritt weiterbringen. Man
muss nur die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Dabei ist es
entscheidend, die Glaubwürdigkeit des Teams zu bewahren:
Wenn man als Trainer immer viel Vertrauen schenkt, dann be­
kommt man auch in schlechten Zeiten wieder Vertrauen zurück.
2004 haben Sie das Amt des deutschen Bundestrainers
abgelehnt. Bereuen Sie diese Entscheidung?
Nach der Zeit bei Bayern war ich ausgebrannt. Ich habe mich sehr
darüber geärgert, dass ich mich nicht fit fühlte und mich gegen
die Perspektive der Nationalmannschaft und der anstehenden WM
2006 entscheiden musste. Vom Gefühl her hätte ich diese Aufgabe
sehr gerne übernommen, nur vom Verstand her wusste ich, dass
es in meiner seelischen und körperlichen Verfassung die falsche
Wahl für dieses wichtige Amt und ebenso für mich als Person
gewesen wäre. Daher habe ich mein «Nein» auch nicht bereut –
es war allerdings die schwierigere der beiden möglichen Antworten.
Vor der WM in Brasilien stand Ihr Abschied bereits fest.
Könnte Sie ein Engagement in Deutschland doch noch reizen?
Die Ziele mit der Schweizer «Nati» waren zwar andere als die der
deutschen Auswahl, aber die Herausforderung war genauso span­
nend. Und reizvolle Anfragen gibt es viele – für mich kommt das
aber nicht mehr in Frage. Ich möchte im Vollbesitz meiner Kräfte
abtreten. Außerdem will ich auch nicht mehr umziehen. In einer
Viertelstunde bin ich im Basler St.­Jakob­Stadion und in einer
Stunde in Zürich oder in Bern. Das bedeutet für mich persönlich
Luxus – ich fühle mich so, wie es ist, einfach sehr wohl. |
fl ickr.com/Cybersaphyra
«Gegen Jahn Regensburg (13. Mai 1977) traf
ich gleich sechs Mal. Ja, das war wie Weihnachten
und Ostern zusammen – und mir fast schon
peinlich. Nach dem dritten Tor wollte ich mich
etwas zurückhalten, aber der Ball kam doch immer
wieder zu mir.»
Fiel Ihnen der Einstieg als Trainer leicht?
Für eine Trainingsstunde saß ich manchmal bis zu vier Stunden
zu Hause und habe das Programm ausgearbeitet. Das war richtig
harte Kopfarbeit. Aber auch die Viertelstunde Teamsitzung hat
mich immer drei bis vier Stunden Vorbereitung gekostet, um das
Wesentliche herauszuarbeiten und auch meine kritischen Worte
richtig zu wählen. Ich war ja jung und einige der Spieler hatten
noch mit mir oder gegen mich gespielt – wir waren untereinander
alle per du. Und ich wollte mit meiner Kritik auch niemanden
beleidigen. Ein falscher Satz kann viel zerstören. Viele sagen
über mich, dass ich nur nach dem Verstand urteilen würde. Ich
habe bei meinen Entscheidungen aber immer in mich hineinge­
horcht. Mittlerweile kann ich sicherlich einige Entscheidungs­
grundlagen aus meiner langjährigen Erfahrung recht schnell
abrufen. Die Basis dafür habe ich aber immer über mein eigenes
Gefühl und über meine Einschätzung der Menschen um mich
herum gewonnen. Das kostet zwar viel Kraft, ist aber ein Prinzip
meiner Arbeit.
48
VDWF im Dialog 2/2014
50
Rastlose Typen im Verband:
Wenn die «Falken» wieder losziehen
Fabian Diehr im Gespräch mit Kerstin und Dirk Falke
Kerstin und Dirk Falke sind im Verband stets präsent.
Kerstin, studierte Ingenieurin, gehörte zu den ersten Absolventen des Schmalkaldener Fortbildungsstudiengangs
«Projektmanager/in für Werkzeug- und Formenbau», ihr
Mann Dirk ist nicht nur VDWF-Sachverständiger, sondern
leitet im heimatlichen Sukow bei Schwerin auch sein Ingenieurbüro mit acht Mitarbeitern und trat zuletzt in der
Branche vor allem als Obmann des Arbeitsausschusses zur
Schaffung der Nachfolgenorm der DIN 16901 in Erscheinung.
Das alles bedeutet: ein ziemlich dichter Terminkalender
und viele Reisen. Und was machen Falkes dann im Urlaub?
Pauschalurlaub, Vollpension und Füße hochlegen? Von
wegen. Sie packen ihre Sachen und gehen mit dem Rad
wieder auf Wanderschaft. Geplant ungeplant.
Kerstin, Dirk, wart ihr immer schon gern mit Zelt und
Fahrrad unterwegs?
Dirk: Also ich hatte früher ein Motorrad und ein Zelt. Das Fahrrad
ist erst später gekommen. Aber immerhin haben wir uns schließlich
auch im Urlaub, auf einem Campingplatz, kennengelernt.
Kerstin und Dirk Falke sind gern auf Tour – hier
beim Zwischenhalt in Bozen auf dem Weg ans
Mittelmeer: Sie ist Ingenieurin, er ebenso und
zudem gelernter Werkzeugmacher. Dirk Falke
erinnnert sich noch gut an seine jungen prägenden
Jahre in der Branche: «Ich habe 1980 in Schwerin
begonnen, Werkzeugmacher in einem Kunst­
stoffverarbeitungsbetrieb für großvolumige Trans­
portbehälter zu lernen. Und das Metier hat mich
sofort begeistert.» Auch der damaligen Mangel­
wirtschaft im «Osten» kann Falke durchaus etwas
Positives abgewinnen: «Wir haben die Heißkanäle
alle selbst gebaut, wir haben das auch hinge­
kriegt. Heute kauft man das ja alles als Standard­
Normalie. Das ist auch gut und richtig so – nur,
wenn man weiß, wie’s geht, ist man auch rede­
fähiger bei Problemen.»
Wie habt ihr eure Liebe zum Fahrradfahren entdeckt?
Kerstin: Wir haben einen sitzenden Beruf mit wenig körperlicher
Beanspruchung. Also haben wir als sportlichen Ausgleich etwas
gesucht, was man gut am Wochenende oder am Abend unter­
nehmen kann, wenn man noch Zeit hat. Und hier in der Gegend
ist es ja zum Fahrradfahren ideal. Wälder, Seen, hügelig, aber
eben nicht bergig. Das ist dann auch ein tolles Naturerlebnis.
Ihr fahrt moderne Fahrräder. Kauft ihr jede Saison die
neuesten Modelle?
Dirk: Überhaupt nicht. Ich habe mir 1976 ein etwas sportlicheres
Fahrrad gekauft und mit dem bin ich 28 Jahre lang gefahren.
Das steht sogar hier noch im Büro als Gästefahrrad.
Das Fahrradfahren in der heimatlichen Gegend ist ja das
eine, aber ihr seid auch schon nach Prag, Wien, Graz,
Salzburg, München und ans Mittelmeer gefahren. Startet
ihr da mit dem Zug und macht dann vor Ort Touren?
Dirk: Nein, wir sind immer von zu Hause aus gestartet. Das
Losfahren ist einer der wesentlichsten Momente. Das muss man
in den Pedalen machen, dann weiß man, dass es ernst wird.
Habt ihr euch an die Länge der Touren langsam steigernd
herangetastet?
Kerstin: So genau geplant war das gar nicht. Wir haben mal
eine mehrtägige Radtour ausprobiert, dann mal eine härtere
Fahrt nach Berlin. Das hat uns gefallen und dann haben wir uns
in einem Urlaub einfach mal entschlossen loszufahren. Wobei
wir nicht schon von vornherein das Ziel hatten, nach Wien zu
fahren. Unser Credo für die Fahrt war: «Wir fahren und gucken
mal, wie weit wir kommen.» Und das war dann nach gut zwei
Wochen eben Wien.
Und zurück?
Kerstin: ... sind wir dann mit dem Zug gefahren.
Ganz untypisch deutsch und vielleicht auch ein bisschen
verrückt ...
Kerstin: Das macht ja gerade den besonderen Reiz solch einer
Tour aus. Ohne Druck neue Gegenden erkunden, viel Abenteuer
und keine Termine haben.
Das heißt, man schläft da, wo man am Ende des Tage eben
gerade ist.
Dirk: Genau. Ich habe das ganze Jahr Termine, ich übernachte
laufend in guten Hotels, ich habe Zugzeiten, ich muss ständig
mit meinem Auto hier­ und dorthin und ich fliege morgen
wieder nach Stuttgart, um übermorgen dort wieder ein zwei­
tägiges Seminar in einem Unternehmen zu leiten. Kurzum: Ich
bin über Monate ausgebucht und im Urlaub will ich das Gegen­
teil. Wir fahren darum einfach mit den Fahrrädern los, haben
eine Idee, wo wir hinfahren wollen. Karten und ein bisschen
Proviant haben wir auch dabei. Wenn wir müde werden oder
es irgendwo besonders schön ist, bleiben wir über Nacht.
Kappt ihr dann auch die Verbindung zum Büro oder habt
ist das Mobiltelefon doch mit dabei?
Dirk: Ich habe das Handy zwar im Gepäck, aber ich habe auch
ein gutes Büro. Meine Leute halten mir dann das Tagesgeschäft
weitgehend vom Hals. Die Regel lautet: Erst wenn es um mehr
als 5000 Euro geht, sollen sie mich anrufen. Meine Mitarbeiter
dürfen und sollen auch Dinge ohne mich entscheiden. Mündiges
Personal ist das A und O für einen guten Betrieb – und für
geruhsame Ferien.
51
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Welches war der weiteste Trip, den ihr bisher per Rad
unternommen habt?
Kerstin: Das war letztes Jahr nach Wien. Von dieser Zwischen­
etappe sind wir dann weiter zum Neusiedler See, ein Stück
durch Ungarn, durchs Burgenland, nach Graz und dann noch
zurück durchs Salzkammergut bis nach München gefahren.
Von dort ging’s mit dem Zug zurück. Das waren am Schluss
gut 1900 Kilometer auf dem Rad in 21 Tagen.
Grenzübertritt von Thüringen nach Bayern auf
alten Pfaden. Um den Autos aus dem Weg zu
gehen, radeln Kerstin und Dirk Falke auch immer
wieder «ganz entspannt» durch den Wald.
Kerstin und Dirk Falke machen auf ihrer Fahrt
ans Mittelmeer Zwischenstopp am Gardasee.
Das Ergebnis ihrer Touren sind auch immer
wieder «äußerst nette» Kontakte mit Einheimi­
schen oder mit anderen Campern. «Da wird man
natürlich schnell eingeladen, sich dazuzusetzen
und einen Tee oder ein Bier zu trinken, wenn
die Leute merken, dass wir nur mit dem, was
wir auf dem Rad transportieren, durch halb
Europa unterwegs sind.» Dabei entscheiden die
Falkes stets recht spontan, welche Ausprägung
ihr Nachtquartier haben soll – und Kontraste
sind dabei durchaus erwünscht. Bei ihrer Fahrt
2013 nach Österreich und Ungarn suchte sich
das Ehepaar z. B. kurzerhand den Wiener Stadt­
campingplatz aus, um am Abend noch ein
Johann-Strauß-Konzert besuchen zu können.
Ist das immer nur Freude oder gibt’s auch manchmal
Durststrecken, wo man auf die Zähne beißen muss?
Dirk: Na klar, gerade wenn das Wetter nicht hinhaut. Wir sind
mal bei einer Tour an einem Tag 86 Kilometer durch den Regen
gefahren. Das war natürlich nicht schön – auch wenn der Regen
warm war. Und natürlich tut einem der Hintern weh. Das ist halt
so, und es wäre noch schlimmer, wenn wir uns nicht mit Tages­
touren – z. B. an die Ostsee –­ auf die größeren Fahrten vorbereiten
würden.
Ans Mittelmeer oder nach Wien gibt es ja nicht durchgehend Fahrradwege. Seid ihr auch schon in «heikle»
Situationen gekommen?
Dirk: Unfälle konnten wir bisher vermeiden. Aber als Fahrrad­
fahrer ist man immer der Schwächere, wenn man auf normalen
Straßen unterwegs ist. Darum wollen wir den Autos schon aus
dem Weg gehen, notfalls fahren wir durch den Wald, ganz ent­
spannt. Auf der Route nach Italien sind wir auch auf der alten
Brennerstraße von Bergdorf zu Bergdorf geradelt. Da ist kaum
Verkehr. Dennoch musste ich aber doch mal beide Bremsen
mächtig halten, um noch auf dem befestigten Weg zu bleiben.
Es hatte geregnet und ich war auch ein bisschen zu schnell.
Immerhin kann man es, wenn man einmal oben ist, auf der
anderen Seite 80 Kilometer den Berg runterrollen lassen. Das
hat natürlich auch etwas ...
Wie ist das dann, wenn man irgendwo ankommt, wo man
noch nie war?
Kerstin: Wir werden relativ schnell angesprochen, gerade wenn
man im Ausland ist und in Gegenden kommt, wo sonst eigent­
lich keine Touristen sind. Da ergeben sich immer auch nette
Gespräche – z. B. mit Einheimischen, die nicht glauben können,
dass wir im Sommer bei sengender Hitze durch die Po-Ebene
radeln. Das gehört zum Abenteuer und zu dem, was uns an den
Fahrten Spaß macht, dazu.
Ihr fahrt also nicht nur die Campingplätze an?
Kerstin: Manchmal nehmen wir zwar ein Zimmer im Hotel, aber
wir nehmen es so, wie es kommt. Vertrieben wurden wir beim
Wildcampen jedenfalls noch nie. Aber ein Zeltplatz ist schon
immer verlockend, weil man ja nach einer Tagesfahrt meistens
unwahrscheinlich hungrig nach einer Dusche ist. Und man trifft
dort auch immer wieder Gleichgesinnte. Man tauscht sich
dann über die schönsten Routen und über die bequemsten
Nachtquartiere aus. Da sind auch schon feste Freundschaften
entstanden.
52
Man hat ja einen beschränkten Gepäckraum, wenn man
mit dem Fahrrad unterwegs ist, heißt das, dass ihr ständig
am Waschen seid?
Kerstin: Nun, wir haben natürlich mehrere Radlergarnituren
dabei. Das ist heute Funktionskleidung, die nach dem Waschen
über Nacht schnell trocknet. Aber wir haben auch «anständigere»
Klamotten dabei. In Wien besuchten wir am Abend z. B. ein
Johann-Strauß-Konzert im Schloss Schönbrunn. Mit Sport­
kleidung wäre das sicherlich nicht gegangen.
Wo liegen von Reise zu Reise die neuen Herausforderungen?
Dirk: Optimierungsbedarf gibt es immer. Die Dinge müssen
funktionieren, wenn wir unterwegs sind. Zum Beispiel das Zelt:
Man baut es ja jeden Tag einmal auf und wieder ab. Da ist es
schon angenehm, wenn man durchdachtes Material dabei hat.
Das befriedigt natürlich auch meinen Spieltrieb als Technikfreak. Zuletzt habe ich mir einen batteriebetriebenen Aufpumper
für unsere Ultraleichtluftmatratzen gekauft. Innerhalb von
zwei Minuten, in der Zeit, wo wir das Zelt aufbauen, hat dieser
die Luftmatratzen aufgeblasen. Mit acht 1,5-Volt-Babyzellen
sind wir gut über den ganzen Urlaub gekommen.
Wenn man aus einem technischen Berufsumfeld kommt,
interessiert man sich dann auch für die Fahrradtechnik?
Dirk: Als gelernter Mechaniker und als gelernter Werkzeugmacher
geht das gar nicht anders. Die Einfachheit, und dass man alles
noch mechanisch überblicken kann und weitgehend auch selber
reparieren kann, fasziniert mich besonders.
Wenn es noch keine Fahrräder gäbe und man würde eines
zeichnen und eine Funktionsbeschreibung ausarbeiten,
wäre es ja durchaus fraglich, ob man heute dafür eine
Betriebserlaubnis bekommen würde.
Dirk: Ja, ein paar dünne Röhrchen, etwas Draht und Gummi
und man fährt damit um die halbe Welt. Das Zulassungsproblem
gilt aber für viele Produkte, die sich einfach so entwickelt haben
und mittlerweile fester Teil unseres Lebens wurden. Erarbeite
z. B. mal die CE-Kennzeichnung für eine Motorkettensäge. Die
besteht nur aus Warnhinweisen. Da ist ein Spritzgießwerkzeug
ein Kinderspiel dagegen.
In welcher Gemütslage kommt ihr dann nach dem Urlaub
wieder zurück ins Büro?
Dirk: Bei unseren Fahrten geht es manchen Berg hoch, das Fahrrad
wiegt 42 Kilo mit Gepäck, es fließt Schweiß, man verflucht auch
den nächsten Berg, der da schon wieder kommt, hat auch abends
mal die Nase voll – und man ist vor allem total auf sich selbst
fixiert. Doch nicht der Leistungsgedanke, sondern das Abenteuer
und das Freiheitsgefühl zählen. Das andere habe ich das ganze
Jahr hindurch. Dank dieses «Kontrastprogramms» kommen wir
auch total ausgeruht nach so einem Trip wieder zurück.
Wo geht die nächste Tour hin?
Kerstin: Nun, unsere jüngste Tochter studiert in Aachen, und
das liegt direkt auf dem Weg nach London ... |
Ideenschmiede
& Formenbau
Live auf der Fakuma in Friedrichshafen
auf dem VDWF-Gemeinschaftsstand in
Halle B2, Stand 2112
www.deckerform.de
Syrien
Libanon
Märkte und Chancen
Israel
Serie Länderberichte:
Ägypten fällt es schwer,
nach all den politischen
Wirren wieder Vertrauen
zu schaffen
Alexandria
Kairo
Irak
Jordanien
Suez
Libyen
Saudi-Arabien
Luxor
Assuan
Nil
von Andreas Burgmayer
Sudan
Tschad
Eritrea
Dschibuti
Wird Ägypten der Übergang in ein demokratisches
System gelingen? Anfang 2011 ging das Volk auf
die Straße, um Präsident Husni Mubarak zu stür­
zen und um die eigene Freiheit zu kämpfen.
Ägypten kommt nicht zur Ruhe. Erst der erzwungene
Rücktritt von Staatspräsident Husni Mubarak, dann
der Putsch des Militärs gegen Mohammed Mursi und die
Muslimbruderschaft und nun steht das Land vor unüberwindlich scheinenden wirtschaftlichen Prob­lemen. Mit
mehr als 83 Millionen Menschen ist Ägypten der größte
und bedeutendste Staat in der arabischen Welt. Doch
um zu überleben, ist das Land am Nil bis zum heutigen
Tag auf Unterstützung aus dem Ausland an­gewiesen.
Massenproteste, Straßenkämpfe und die poli­tische Zerrissenheit des Landes haben die Wirtschaft jetzt erst recht
ins Trudeln gebracht. Die Preise steigen, und die Devisen­
vorräte werden knapper, dafür wuchern Korruption und
Subventionen – vom täglichen Brot bis hin zu den Treib­
stoffimporten. Dazu kommen Inflation, Günstlingswirtschaft und Armut – die Lage Ägyptens ist desolat. Und
das Chaos der letzten Jahre hat die Lage nicht gebessert.
Viele Ägypter haben Angst, dass sie diese Belastungen
schon bald nicht mehr schultern können. Ein Alptraum für
Investoren. Und ein Paradies für Improvisationskünstler.
Es gibt ein arabisches Sprichwort, an das sich der ägyptische
Präsident Abd al-Fattah as-Sisi in den ersten Monaten seiner
Amtszeit erinnern wird. «Diejenigen, die dich lieben, werden
für dich Ziegelsteine schlucken.» Tatsächlich erwarten jene im
Land, die es mit Sisi halten, nicht weniger als wahre Wunder
von ihrem Heilsbringer aus den Reihen des ägyptischen Militärs.
Gute Jobs, Sicherheit in den Straßen, die Wiederbelebung der
großen Touristenströme aus Europa und insgesamt ein Phase
der Stabilität für das vom Arabischen Frühling und der danach
gescheiterten Regierung der Muslimbruderschaft durchge­
schüttelte und enttäuschte Volk.
Äthiopien
Ende Mai 2014 fand die Präsidentenwahl im
bevölkerungsreichsten arabischen Land statt,
bei denen der ehemalige General Abd al-Fattah
as-Sisi als klarer Sieger hervorging. Das Wort
«Stabilität» wird oft in einem Atemzug mit ihm
genannt. Dem Ex-Militär trauen viele zu, das
Land zu befrieden – auf Kosten der Menschen­
rechte und der Pressefreiheit, fürchten seine
Kritiker jedoch.
VDWF im Dialog 2/2014
Trotz aller wirtschaftlicher Talfahrt: Ägypten ist der Drehund Angelpunkt für den Mittleren Osten und Nordafrika
Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem
Roten Meer. Am 17. November 1869 eröffnet,
erspart der 162 km lange schleusenlose Meerwas­
serkanal der Seeschifffahrt zwischen dem Nord­
atlantik und dem Indischen Ozean den Weg um
Afrika. Nach Vertiefung auf 24 m können auf ihm
seit 2010 auch Schiffe mit bis zu 240 000 Brutto­
registertonnen passieren – und das trifft weltweit
auf mehr als 60 Prozent aller Öltanker zu. 2012 er­
wirtschaftete der Kanal über 5 Milliarden US­Dollar.
Potential in der Bauwirtschaft, der Ausbau der
sozialen Infrastruktur steht in Ägypten an erster
Stelle: Gerade Kairo, die Hauptstadt mit etwa
20 Millionen Menschen, die in ihrem Einzugsgebiet
leben, ist mittlerweile die größte Stadt der arabi­
schen Welt. Ihre Einwohnerzahl hat sich seit Mitte
der 1960er Jahre bis heute verdoppelt.
Es wird sich weisen, ob die Bereitschaft des Volks, Ziegelsteine
zu schlucken, ausreicht, um die nötigen Reformen durchzuset­
zen. Die Herausforderungen für Präsident Sisi sind enorm. Die
ägyptische Wirtschaft liegt nach den Wirren der vergangenen
drei Jahre am Boden. Das Kairoer Ministerium für Internationale
Zusammenarbeit sieht sie vor dem Kollaps. Betrug das Wirt­
schaftswachstum vor den Revolutionsjahren 7,2 Prozent, so
schrumpfte dieser Wert bis 2013 auf magere 2,1 Prozent. Auf
die Bevölkerung wirkte sich dieser Niedergang unmittelbar
aus. Jeder vierte Ägypter lebt inzwischen unterhalb der Armuts­
grenze.
Dabei ist Ägypten das neben Südafrika am stärksten industriali­
sierte Land des afrikanischen Kontinents. Die Förderung von
Erdöl und Erdgas, der Tourismus, die Rücküberweisungen von
mehr als acht Millionen im Ausland lebenden und dort arbeiten­
den Ägyptern sind die wichtigsten Einnahmequellen des Landes,
neben dem großen Devisen­Bringer, dem Suezkanal, über den
8 Prozent des weltweiten Schifffahrtswelthandels abgewickelt
werden. Generell absorbiert der Dienstleistungssektor einen
erheblichen Teil der Erwerbstätigen und erwirtschaftet große
Teile des Bruttoinlandsprodukts. Dabei spielen insbesondere der
Groß­ und Einzelhandel eine bedeutende Rolle, in geringerem
Umfang aber auch Finanzdienstleistungen.
Einen maßgeblichen und für die Wohlfahrt des Landes wich­
tigen Beitrag leistete bisher der Tourismusbereich. Vor dem
Umsturz im Land verdiente etwa jeder zehnte Ägypter seinen
Lebensunterhalt in der Tourismusindustrie. Seit der Revolution
bleiben die Touristen jedoch aus. Wurden vor vier Jahren
noch etwa 14,7 Millionen Touristen pro Jahr im Land gezählt,
so schrumpfte diese Zahl im vergangenen Jahr auf gerade
noch 9,3 Millionen. Die Deutschen belegten 2013 mit 880 000
Urlaubern den dritten Platz in der Touristenstatistik hinter
Russland und Großbritannien. Millionen ägyptischer Mit­
arbeiter in den Hotels und Tourismus­Einrichtungen wurden
arbeitslos. Die Arbeitslosenrate stieg rapide von 8,4 auf 13,2
Prozent.
PPS + BDE
Kalkulation
Organisation
Höhe gewinnen:
Effizienz ab Stückzahl 1
VDWF- haftsstand
sc
Gemein | Stand 2112
2
Halle B
www.segoni.de
SEGONI
FUTUR
verstehen was zu tun ist
Der Energiesektor ist am Nil in staatlicher Hand. Private Kon­
zerne können nur mit speziellen Genehmigungen auf dem
Strom­ oder Kraftstoffmarkt existieren. Die Preise werden massiv
subventioniert, die seit Jahren bestehende Forderung des
Internationalen Währungsfonds nach einer Markt­Liberalisierung
wurde bislang von der ägyptischen Regierung ignoriert. Würde
Präsident Sisi auf die Forderungen eingehen, könnte er den
Staatshaushalt merklich entlasten, gleichzeitig würde er die
Bürger des Landes durch enorm steigende Energiepreise belas­
ten – einer der «Ziegelsteine», die geschluckt werden müssten.
56
Bau der Olförderanlage in Dashur 1974. Einst
sahen ganz in der Nähe die Römer in einem
Gebirgszug Erdöl austreten und nannten es
«oleum petrae» – also Steinöl. Heute ist dieses
«Petroleum» Ägyptens bedeutendster Boden­
schatz, und wird vor allem am Golf von Suez,
aber auch in der Kattarasenke und auf der Sinai­
Halbinsel gefördert.
Ägypten hat geschätzte Ölreserven von etwa 4,5 Millionen Barrel
und Erdgasreserven von etwa 2200 Milliarden Kubikmetern
(1,2 Prozent der weltweiten Erdgasvorkommen). Doch die Öl­
fördermengen sind trotz neuer Fördertechnik und der Entdeckung
neuer Ölfelder ständig rückläufig. Die Produktion kann mit dem
stark steigenden einheimischen Verbrauch nicht mithalten.
Erdölprodukte müssen zum Teil importiert werden, auch über
den Import von Flüssiggas und Kohle wird nachgedacht und der
Bau von zwei zivilen Nuklearkraftwerken wird forciert. Ägypten
verfügt zudem über eine Reihe von wirtschaftlich nutzbaren
und teilweise erschlossenen mineralischen Rohstoffen, dazu
zählen insbesondere Eisenerz und Phosphat.
Die Bevölkerung in Ägypten wächst rasant. Waren es 2003
noch 67,3 Millionen Ägypter, so wurden 2013 insgesamt 84,15
Staatsbürger gezählt, die Zuwächse liegen jährlich bei 1,7 Pro­
zent. Es gibt zu wenig Land für zu viele Menschen. Entsprechend
zählt der Bausektor zu den wichtigsten Bereichen der Wirtschaft.
Von ihm gehen erhebliche Wachstumsimpulse aus. Ähnliches
gilt für das produzierende Gewerbe, das allerdings vorrangig
für den lokalen Markt fertigt und weiterhin erheblich in die
Qualifikation von Fachkräften investieren muss. Dennoch sind
ägyptische Hersteller mittlerweile in einigen Nischen sehr er­
folgreich und teils in Lieferketten in Europa eingebunden.
Trotz aller Probleme ist Ägypten in der sogenannten MENA­
Region (Middle East and North Africa) ein für die Wirtschaft
unverzichtbarer Standort. Auch für den Werkzeug­ und
Formenbau. «Ägypten ist der Dreh­ und Angelpunkt für alle
Unternehmungen im Mittleren Osten, ganz klar», sagt Martin
Zahlen und Fakten zu Ägypten
Währung
Ägyptisches Pfund (1 Euro = 9,660 ägyptisches £)
Geschäftssprachen
Arabisch, Englisch
Bevölkerung
84 Mio.
Bevölkerungswachstum 1,8 % (2,8 Geburten pro Frau)
Arbeitslosenrate
13,4 %
Analphabetenquote
26,0 %
BIP
208,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf
2449,32 Euro
Inflationsrate
10,3 %
Import aus Deutschland 2,6 Mrd. Euro
(hauptsächlich Maschinen, chemische Erzeugnisse,
Kfz­Teile, Elektrotechnik, Mess­ und Regeltechnik)
Export nach Deutschland 1,1758 Mrd. Euro
(hauptsächlich Erdöl, Textilien, Nahrungsmittel,
Elektrotechnik, Rohstoffe)
VDWF im Dialog 2/2014
Historie versus Fortschritt. Am 10. Oktober 1965
hielt die Welt den Atem an: 3300 Jahre nachdem
Steinmetze Ramses II. an einem einsamen Wüsten­
ort an der Südgrenze Ägyptens in kolossalen
Figuren aus einem Berg modelliert hatten, hob ein
Kran das Antlitz des «Pharaos der Pharaonen» vor­
sichtig aus dem Fels. Errichtet als «Haus der Ewig­
keit», wurde der Pharao in Abu Simbel aus dem
Weg geräumt. Er wäre sonst für immer im Assuan­
Stausee versunken. Der 60 m tief in den Berg
geschlagene Tempel wurde in 1036 Blöcke, die
jeweils zwischen 20 bis 30 Tonnen auf die Waage
brachten, zersägt und auf einem 65 m höher
gelegenen Wüstenplateau wieder aufgebaut.
VDWF im Dialog 2/2014
Wilhelm, Area Sales Manager der Erowa AG. Die schweizerische
Firma mit Stammsitz in Büron hat sich von einem 1970 gegrün­
deten Werkzeug­ und Formenbaubetrieb zu einer global abge­
stützten Organisation für Entwicklung, Produktion, Beratung
und Vertrieb moderner Fertigungstechnologie entwickelt.
cheap. Price, Price, Price – scheint wichtiger zu sein, als die Qua­
lität des Produkts. Hauptsache billig. Das ist sehr schade. Mit ih­
ren Voraussetzungen könnten die Betriebe in Ägypten mehr tun.
Denn in den arabischen Staaten sind Produkte vom muslimischen
Nachbarn sehr beliebt.»
In Ägypten zählen 35 Betriebe zu den Kunden von Erowa. «Das
sind mehrheitlich kleine Firmen, die zwei bis drei Maschinen und
höchstens 20 Angestellte haben», sagt Martin Wilhelm. «Sie arbei­
ten hauptsächlich für die Nachfrage im eigenen Land, teilweise für
den arabischen Markt.» Die Qualität der Produkte sei insgesamt
eher mäßig, sagt Wilhelm. «Einige Betriebe, die in den Bereichen
Medizinaltechnik, Aerospace oder Haushaltsgeräte arbeiten, sind
sehr gut. Und es gibt auch sehr hochstehende Betriebe, etwa
Asfour Crystal, der derzeit stärkste Konkurrent von Marktführer
Swarowski.» Doch bei den meisten Unternehmen müssten spezi­
fische Formen und Werkzeuge importiert werden, die Ausrüstung
der Firmen ist nicht gut genug und oft hapere es an der Ausbildung
der Fachkräfte.
Derzeit liege das Ägypten­Geschäft jedoch brach, sagt Wilhelm.
«In den letzten drei Jahren ist nichts mehr gelaufen, keine Inves­
titionen. Ich hoffe, dass es jetzt endlich wieder weitergeht und
die Wirtschaft auf Vordermann gebracht wird.» Immerhin: Die
Europäische Union ist Ägyptens größter Handelspartner und
Direktinvestor. Das Land ist seit 1995 Mitglied in der Welthandel­
sorganisation und das 2004 in Kraft getretene EU­Assoziations­
abkommen regelt den freien gegenseitigen Handel. Bestehende
Handelsbarrieren sollen bis 2019 abgebaut sein.
Lehrlinge werden in den Betrieben und Techniker an den hei­
mischen Hochschulen selbst ausgebildet. «Wir arbeiten z. B. mit
der German University in Cairo (GUC) zusammen, liefern Mess­
maschinen dorthin», sagt Wilhelm. Die Ausbildung des Nach­
wuchses sei jedoch nicht mit europäischen Standards vergleichbar.
«Schaut man aber in die Nachbarstaaten, ist sie in Ägypten auf
einem hochstehenden Niveau. Die Ägypter sind gute Ausbilder.»
Gastfreundschaft versus Cheap, cheap, cheap
Chance als Billiglohn­Land: Namhafte Automobil­
Hersteller wie Mercedes­Benz, BMW (hier 1997
mit dem ersten in Ägypten produzierten Wagen),
Toyota, Suzuki, Nissan oder GM lassen westlich
von Kairo, in der 6th of October City, fertigen und
bedienen von hier aus den arabischen Raum mit
ihren Modellen. Ägypten ist nach Südafrika und
Marokko das drittgrößte Autoland in Afrika. 2012
Jahr wurden am Nil 53 500 Pkw, 26 900 Lkw und
7500 Busse montiert.
58
Wer in Ägypten Geschäfte machen möchte, dem komme die gast­
freundliche, offene Art der ägyptischen Geschäftsleute sicher
entgegen, sagt Wilhelm. «Man kommt leicht ins Gespräch und
kann sehr schnell offerieren. Um technische Details zu besprechen,
ist ein Dolmetscher aber unverzichtbar.»
Zugang zum ägyptischen Markt bekommen Unternehmen am
besten auf der wichtigsten Messe für den Werkzeug­ und
Formenbau in Kairo. Die Demat aus Frankfurt plant die EgyMold
2014 vom 27. bis zum 30. November im Cairo International
Convention Centre. Sie ist die beste Plattform für den Werk­
zeug­ und Formenbau, für das Design und die Produktent­
wicklung am Nil. Die EgyMold läuft parallel zur Mactech, der
internationalen Fachmesse für Werkzeugmaschinen, industrielle
Werkzeuge, Schweiß­ und Schneidequipment. Frank Santo von
der Demat: «Ägypten nimmt für den Werkzeug­ und Formenbau
eine herausragende Stellung ein. Durch die Liberalisierung der
Außenhandelsbeziehungen bietet sich ein rasant wachsender
Markt gerade für Anbieter aus der gesamten Prozesskette.»
Probleme bereitet es europäischen Geschäftsleuten in Ägypten,
dass Verhandlungen sofort zäh und mühsam werden, wenn
es um den Preis geht. Martin Wilhelm von Erowa: «Für den
Ägypter zählen technische Argumente wenig. Cheap, cheap,
Von Der IDee
zur proDukTIonsferTIgen
form
-
VDWF- haftsstand
sc
Gemein | Stand 2112
2
Halle B
Verpackung / packaging
fahrzeugindustrie / automotive
präzisionsteile / technical parts
medzintechnik /medical
Wenn Sisi nicht liefern kann ...
Wenn es der neue Präsident ernst meint mit den grundlegenden
Reformen des Landes und der Wirtschaft, dann muss er auch in
den eigenen Reihen aufräumen. Denn weite Teile der Armee sind
an Reformen überhaupt nicht interessiert. Ein regelrechtes Wirt­
schaftsimperium wird direkt von den Generälen der ägyptischen
Armee kontrolliert. Ein geschätztes Drittel des Wirtschaftsvolumens
soll es ausmachen. Die Generäle wirtschaften steuerbefreit und
subventioniert vom Staat.
Was die ägyptischen Eliten in Wirtschaft und Gesellschaft an­
geht, so sind dort Korruption und Selbstbedienungsmentalität
weit verbreitet. Das Militär wurde bei der Machtübernahme
kräftig unterstützt. Klar, dass die alte Elite nun auch weiterhin
Privilegien erwartet.
Ägypten überlebt derzeit wirtschaftlich hauptsächlich durch
Finanzspritzen aus dem Ausland. Katar finanzierte die Herrschaft
der Muslimbrüder. Nach ihrem Sturz übernahmen Saudi­
Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate und
pumpten seither fast 20 Milliarden Dollar in die ägyptische
Wirtschaft. Langfristig wird das so aber nicht weitergehen.
Präsident Sisi muss irgendwann aus eigener Kraft für eine
Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Menschen im
Land sorgen.
Samuli Schielke vom Zentrum Moderner Orient in Berlin erklärt,
dass Sisi als charismatischer, autoritärer Präsident herrschen
werde. Sisis geschickte Instrumentalisierung des ägyptischen
Patriotismus werde ihn eine Zeitlang tragen. «Er hat sich als
Retter der Nation in Szene gesetzt, er wird mit der harten
Hand regieren, die die Leute spüren wollen.» Sisis Legitimation
basiere auf der blutigen Auseinandersetzung mit den Islamisten,
sagt Schielke. Doch was, wenn er es nicht schafft, eine spürbare
Verbesserung der Lebensqualität der Ägypter zu erreichen?
Schielke: «Wenn Sisi nicht liefern kann, ist unklar, was passieren
wird.» | Andreas Burgmayer, Hamburg
FWS Formen- und Werkzeugbau
Stedry GmbH
Werkstr. 12, D-77815 Bühl
Tel. +49 (7223) 8083730
info@stedry.de
www.stedry.de
Liquidität für mehr Wachstum!
57
Die Debitorenverwaltung in guten Händen
• Debitorenverwaltung
• Auf Wunsch mit Implementierung Ihrer
Kreditversicherung
• Seriöse und einfache Abwicklung
Jetzt informieren!
Tel.: (0 70 21) 7 36 64 - 11
www.tecfactor.de
Herr Joachim Hauser
59
EXPO, internation
mit
die MOULDING
sse, die gemeinsam
menbau. Eine Me
.
Modell- und For
rde
wu
t
kel
die Branche entwic
der Branche für
tomobilhkeit, sich am Au
großartige Möglic
ren,
Nutzen Sie diese
art zu präsentie
ttg
Stu
ort
nd
sta
au
knüpfen
und Maschinenb
e Netzwerke zu
neu
en,
rkt
ma
ver
Ausihre Produkte zu
sen. Werden Sie
rkten Fuß zu fas
und in neuen Mä
5!
201
O
EXP
DING
steller der MOUL
VDWF im Dialog 2/2014
Der VDWF und die Messe Stuttgart
tragen die neue Moulding Expo
Fabian Diehr im Gespräch mit Ulrich Kromer von Baerle und Professor Thomas Seul
Im Zuge der Vertragsunterzeichung Anfang Juli zwischen
der Messe Stuttgart und dem VDWF bezüglich der ab 2015
im Zweijahresrhythmus stattfindenden Moulding Expo sprachen der Geschäftsführer der Messe Stuttgart, Ulrich Kromer
von Baerle, und der VDWF-Präsident, Professor Thomas Seul,
über die Inhalte der nun begonnenen Zusammenarbeit.
Herr Kromer, Herr Professor Seul, welches sind die wesentlichen Punkte der Zusammenarbeit, die im unterzeichneten
Vertrag festgezurrt wurden?
Kromer: Die Messe Stuttgart ist Veranstalter sowie wirtschaftlicher
und rechtlicher Träger, der VDWF fachlicher Träger der Moulding
Expo. Das ist wesentlich für uns, denn nur, wenn wir auf die kom­
petente und umfassende Unterstützung des VDWF auf inhaltlicher
Ebene zählen können, wird die Messe ein Erfolg. Wir sind Dienst­
leister, wir wissen, wie man Messen macht, die Werkzeug­ und
Formenbaubetriebe im Land wissen, was angesagt ist und wo
der Schuh drückt. Diesen Input kann der VDWF ideal kanalisieren.
Der Sprecher der Geschäftsführung der Landes­
messe Stuttgart GmbH Ulrich Kromer von Baerle
und der VDWF­Präsident Professor Thomas Seul
freuen sich auf die Moulding Expo.
«Für den deutschen Werkzeug­ und Formenbau
ist die Moulding Expo die Chance, eine zuge­
schnittene und passende Messe zu initiieren.
Das Fantastische dabei ist, dass wir nicht ein­
getretenen Pfaden folgen müssen, sondern
tatsächlich die Ausrichtung der Veranstaltung
mit konzipieren», erklärt Thomas Seul.
Für Ulrich Kromer von Baerle steht fest: «Ohne
den Rückhalt der Werkzeug­, Modell­ und Formen­
baubranche wird nichts gehen, mit deren Rück­
halt jedoch sehr viel.» Der Geschäftsführer der
Messe Stuttgart zeigt sich anhand der AMB­Er­
fahrungen jedoch sehr zuversichtlich: «Die Aus­
steller wissen, wen sie sehen wollen. 90 Prozent
der AMB­Besucher kommen mit Einladungen
der Aussteller. Nur so kann eine Fachmesse nach­
haltig funktionieren.»
Sind weitere fachliche Träger mit dabei?
Kromer: Ja, nach Absprache mit dem VDWF haben wir weitere
Verbände als Partner gewinnen können.
Seul: Wir wollen alle an einem Strick und in eine Richtung ziehen.
Daher war es uns auch wichtig, dass ebenso der VDMA als Bran­
chenverband für eher industrielle Unternehmen mit im Boot sitzt.
Aber auch der Modell­ und Formenbau­Verband und der VDW
sind weitere ideelle Partner der Messe geworden.
Welche Laufzeit hat die Zusammenarbeit?
Seul: Der VDWF hat von seinen Mitgliedern auf der diesjährigen
Verbands­Hauptversammlung den fast einstimmigen Auftrag
erhalten, sich beim Stuttgarter Messe­Projekt aktiv einzubringen.
Und halbe Sachen machen wir nicht. Darum läuft die Vereinbarung
auf unbestimmte Zeit und mit einem erstmaligen Kündigungs­
recht 2021 für die Folgeveranstaltung.
Der VDWF engagiert sich ja sowohl inhaltlich als auch als
Aussteller ebenso auf anderen Werkzeug- und FormenbauMessen. Reagieren die Verantwortlichen bei der EuroMold,
wfb, Fakuma etc. verschnupft auf die neue Initiative?
Seul: Ich erhalte meine Zielrichtung von den Verbandsmitgliedern.
Das alleine zählt. Und mit diesem Rückhalt kann ich allen Messe­
veranstaltern gerade in die Augen sehen. Und wenn die Zeit
reif für eine Veränderung ist, darf sie gerade der Werkzeug­ und
Formenbau nicht verschlafen. Umgekehrt: Wir sollten losmar­
schieren und den Takt bestimmen. Und das tun wir jetzt.
se, Werkzeug-, ternationale Fachmesse
euesgkzm
Faerch
W
le
se
na
es
io
m
at
In
ch
rn
Fa
te
le
In
Internationa
d Formenbau
enbau
rm
Fo
od
u
d
M
ba
un
len
g-,ell- un
el
rm
eu
od
kz
Fo
M
er
d
,
W
un
gse
leu
es
el
m
kz
od
ch
er
M
Fa
W
chmesse
Internationale
Internationale Fa
bau
lding-expo.de
u
ba
odell- und Formen www.mou
,
M
en
geu
rm
kz
Fo
er
d
W
,
un
se
gles
el
eu
m
kz
ch
od
M
ESSE
rnationale Fachmesse Wer
STEUUETHTIGGHATERCTH-M
E
S
S
E
M
5
1
0
2
N
5
IE
D
5-8
BRANCHE FÜR
ternationale Fa
Inte
In
ba
SuEu
EenSba
rmen
Fo
-M
dFo
un
CEdH
rm
od
HEelelTSl-l-ESun
Mod
-M
IG
H
H
C
E
E
T
U
M
E
H
N
IEIG
EDH
IT DER
MSE
DIE NEU
RHTECH-MES
HEE FÜ
C
R
IG
N
H
A
FÜ
R
E
B
EU
H
R
N
C
E
N
IE
D
E
S
D
A
ANC H E
S
IT
R
E
B
EC H
IT DER M
M-M
CHE FÜR DIE BR
N
A
R
B
E
ER
SE
D
H
esse ins Leben:
ES
C
DIE NEUE HIGHTHEEU
IT
N
-M
M
A
H
CCH
EBRESSE
TE
t eine neue Fachm
H
H
IE
D
-M
IG
R
N
H
A
C
FÜ
R
E
sse Stuttgart ruf
B
TE
Me
H
IE
N
esse Werkzeug-,
Die
C
IG
D
hm
IE
E
N
H
Fac
D
H
A
le
E
C: messe ins Leben:
N
A
ernationa
R
B
R
IE
D
FÜ
ULDING EXPO, int
ch
MIT DER BR DMIEITNDEU
en
E
Fa
MO
H
einsam mit
Leb
ue
C
die
ins
gem
ne
R
N
e
die
sse
A
,
ein
FÜ
R
t
sse
Eeruf
rufme
:
Fach
Hart
Eine Me
ER BBRsse
Cttg
ueart
Leben
N
nettg
eug-,
A
rkzFac
eineStu
Met sse
eeWe
hmesse ins
l- und Formenbau.
ER
ess
Di
E
del
D
.
ue
hm
g-,
H
ne
Mo
rde
eu
Fac
Stu
IT
C
wu
rkz
ein
t
ale
M
t
N
kel
We
on
esse Stuttgart ruf
wic
ess
Die Me H E
int
Fac, hm
DIE BRA
EXPO
Meati
Gale
Dieern
ation
mit esse Werkzeug-, e für die Branche ent
DIN
NCCHE
IE BBRRAAN
DIE
D
UL
amle Fachm
intern
PO, MO
der Branch
ationa
t O,ge
ernins
, die
intme
DING EXdie
sse
am
EXP
MO
Gmi
me
die
DIN
geEin
ULMe
u.
lba
MOeins
einsam mit
, die
sseULins Leben: ba
sseen
me
Form
Me
: die
en
uneedins
u.ll-Ein
Leb
sich am Automobi
de
. e Messe, die gem
Ein
en
Mo
rde
au.
ess
t eine neue Fach
rm
wu
nb
Fo
hm
ruf
:
d
elt
me
en
Fac
art
un
ick
For
tige Möglichkeit,
ue
Leb
d
llttg
tw
g-,
ne
un
ins
de
.
en
e
eu
le
Stu
großar
Mo
he
rde
del
rkz
ess enfür
t ein
, zusammen?
nc
Mo
wu
rde. setzen
diesedie
We
ruf
hm
ren
e
Bra
wu
elt
Sie
Fac
art
t
tie
n
ess
Wie
wichtig
war
in
dieser
Hinsicht
die
aktuelle
Absprache
Wie
sich
bisherigen
Aussteller
-,
ick
Die Messe
die
ue
ttg
kel
sen
tze
hm
ne
tw
eug
Stu
wic
e
Nu
prä
rkz
Fac
ent
he
sse
ein
zu
e
he
t
We
ncnc
onaleStuttgart rufnche ati
esse
Die
r Bra
atiMe
hm
Stuttgart
deBra
die
Fac
eug-, der Branche für die Branch
le
fürona
EXPO, intern
ern
esse Werkzmi
Bra
Die Messe DIN
r me
inenbaustandort
O, int
am
EXP
Gde
ins
onatle Fachm
und Masch
erke zu knüpfen
atimi
die MOULDING
ilUL , die
ge
ern
ob
sammitt
MOUL
einsam
e Netzw
O, int
die Me
gemein
sse
neuüber
EXP
l- zu Anteil
, diegem
über
den
wfb-Messetermin?
Kromer:
Der
von
50
Prozent
obihohe
DINGkommenden
sse
tom
sich am Autom
Messe
t, ilvermarkten,
bau. Ein
keiob
EineeMe
tom
diee MO
ch
en
h am Au
au.
s- an inländischen
Au
kte
sic
gli
rm
nb
die
du
it,
,
Fo
Mö
am
me
d
Pro
h
hke
ge
e
For
un
sic
glic
d
rti
ihr
t,
llun
ßa
Mö
l-ickelt
kei
. Ein
. Werden Sie Au
gro
ch
tigesentieren,
del
au.
. Mö
Mode
rde
sen
se
gli
nb
ßar
Mo
rde
wu
fas
die
me
gro
wu
zu
t
For
se
ge
Sie
,
d
kel
n
Fuß
die
rti
un
ren
tw
wic
en
ßa
tze
lSie
en
entwic
del
Nu
prä
.
gro
eist,
sentie
he
tzensen
Märktund Formenbau­Betrieben unter den an­
Mo
se
rdeeine
zu
nch
nc
Nu
,
prä
en
wu
die
art
Bra
zu
t
Bra
ren
neu
Sie
kel
ttg
die
art
tie
in
die
n
Kromer:
Wesentlich
dass
wir
für
die
Branche
und
für
alle
Werkzeug­,
Modell­
d
ttg
für
Stu
für
tze
e
un
ent
Stu
ort
Nu
prä
zund
der Branch
artsta
die Branche
der Branche
ttgau
n
nbaustandort
O 2015!
fen
inenb
schStu
knüpfeder
kneüp
ndort
d Maschine
e zuneu
d Ma
der Branche für
au
un
MOULDING EXP
erken,
nbob
tzw
fen
Netzwerke zuste
ine
ller
obil-l-un
Ne
kn
ueüp
il-sta
ne
Autom
zu
e ,du
dhMa
ten
tom
h am, Au
erk
markt
Au
ark
tzw
it, sicLösung
obi
amsch
Nerm
hkeit,
ve
Beteiligten
zukunftsorientierte
Mit
der
gemeldeten
kte zu ver
uegefunden
glichke
sic
zu
netom
t,un
sSie Aus- Firmen stimmt mich wirklich zuversichtlich. Und
Prohaben.
amkte
e Mözu
kei
e
n
h
ten
Au
du
tig
ch
ihr
sic
rde
ark
ßar
gli
Sie
Pro
We
e
n
rm
.
gro
Mö
ihr
ve
se
rde
sen
ge
,
glic
die
Mö ,
. We
Siediese
ekte
s- rkt
tieren,
tig
sen
Au
dutie
großarti NutzennSie
sentie
ßar
fas
Sie
Pro
en Fuß zu fas
eprä
nzu
zu präsen
ihrgro
rde
Mä
artzu
Fu
ren
en
We
ttgart
.nen
sen
neu
Stuttg
rkt
sen
in
Nutzen Sie diese
ortren
dß
Mä
Nutze
prä
nd
nfas
un
zu
sta
art
ß ue
ne
ttg
nbau
inFu
en
der
wfb
im
Juni
2015
nach
Siegen
stellt der
dieser Anteil wird ansteigen, wenn man auf unsere laufenden
dtzw
inezu
pfen
Stu
rkt
un
sch
ort
knüpfe
ort
O 2015!
Mä
zu
nd
n
d Ma
unStu
ue
erkeezu
au
austandRückverlagerung
ne
in
fen
2015
d sta
e Netzw
MO! ULDING EXP
üp
schinenb
knü
un
POder
neu
kn
EX
en,
G
zu
ller
und Maue
e
erk
rkt
ste
DIN
!
und Maschinenb
erk
ma
UL
15
ver
Ne
tzw
e
20
MO
zu
POnr Sie Ausktezu vermarkten, neu
de
EX
r
duNe
ne
G
lle
,
Pro
e
ste
DIN
ten
ihr
rde
UL
ark
We
.
MO
rm
r
sve
sen. Werden Sie Augeplante Durchführungs­
de
Carl­Hanser­Verlag
das
ursprünglich
Gespräche – gerade mit weiteren regionalen
Werkzeugbau­
r
fas
lle
zu
sste
ihre Produkte
g-ex
Au
Fuß
en
Sie
ld
rkt
n
sen
ihre Produkte zu
ou
Mä
e .de
m
.dpo
. Werdeen Fuß zu fas
w.
w.d
in neu
senen
d fas
w
exinpo
un
gzu
in
e
ld
5!
en Fußun
neuen Märkt
ou
in
201
po
rkt
d
O
.m
Mä
ex
EXP
n
w
gG
ue
w
in
DIN
ne
w
ld Wir sind hier erst am Anfang.
5! wird in ungeraden Jahren – in denen
MOUL her. Die
muster
wfb
Verbänden und ­Clustern
schaut.
und in
O 201
der
ller
steller
!wieder
www.m–ou
15
MOULDING EXP
der
ste20
DING EXPO
steller der MOUL
ing-expo.dee
E STUTTGART
S
S
E
M
5
1
0
2
5
5-8
TRTTGART
U
T
S
E
S
S
A
E
G
M
T
T
T
5
R
1
U
A
0
T
ld
2
SEsinw.w.g-istmmexououunspo
5Siegen
künftig auch die Moulding Expo stattfinden wird
wichtig,
g-eexpo.ddass die Veranstaltung auch gerade die
w
U
ST.mSTouETwwldwG
-8–5
TwRERwund
51
ldin.d
SA
M
STTinEGG
S
E
0
2
M
5
5
1
0
-8
T
T
2
5
U
w
A
T
S
in geraden Jahren
in 5
Augsburg
veranstaltet
werden.
Die
vierte
Kunststoffverarbeiter
oder die Blechumformer und die Stanzer
E
-8
T
S
S
5
ESTSTEGSA
TURT
M
5SM
1
0
E
2
5
5
1
-8
U
0
5
T
2
5
E
Edition
der
wfb
in
Siegen
und
das
Debüt
der
Moulding
Expo
in
aus
allen
Ländern
anzieht
– diejenigen also, von denen die
S
-8
S
5
E
15 Mergänzen
5-8 5 20Stuttgart
sich jetzt geografisch und zeitlich ideal.
Werkzeugmacher schließlich ihre Aufträge erhalten.
Eine gute Nachricht. Sie konnten darüber hinaus auch eine
inhaltliche Zusammenarbeit mit dem Carl-Hanser-Verlag
vereinbaren. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten?
Kromer: Ja, der Carl­Hanser­Verlag wird das Rahmenprogramm
der Moulding Expo in Form von Vorträgen rund um die kunst­
stoffverarbeitende Industrie mitgestalten. Zudem wird er die
zweite Runde seiner Fachmesse KSS für die Kühl­ und Schmier­
stoffbranche ab 2015 im Zwei­Jahres­Rhythmus parallel zur
Moulding Expo in Stuttgart durchführen.
Sind weitere Verlagshäuser mit ins Programm eingebunden?
Kromer: Ja, sicher. Wichtigster Partner bleibt hier natürlich der
Verlag Moderne Industrie, der sich umfassend für die Fachforen
der Werkzeug­ und Formenbau­Themen verantwortlich zeigt.
Und der Konradin­Verlag stemmt hier z. B. die Themen rund um
Qualitätssicherung und Maschinentechnik. Zudem ist geplant,
dass die Messe Erfurt mit ihrer «Rapid.Area» Generative Verfahren
auch im Rahmen der Moulding Expo umfassend abbildet.
Und ganz konkret: Was hat der VDWF zu leisten?
Seul: Aus unseren Reihen kommt zur Beratung fachkundiges
Personal in die Veranstaltungsgremien, und der VDWF unterstützt
die Messe Stuttgart z. B. bei der Presse­ und Öffentlichkeitsarbeit,
aber auch bei den Rahmenveranstaltungen und Fachforen.
Bisher haben sich bereits 150 Aussteller mit knapp 7000 m2
Ausstellungsfläche angemeldet. Liegt das innerhalb des
erwarteten Rahmens?
Kromer: Mehr als das. Die Zahlen zeigen, dass die Moulding Expo
zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort entsteht. Immerhin ist
nun, ein Jahr vor Messestart, bereits eine komplette Halle belegt.
Im Oktober beginnen wir erst mit der konkreten Aufplanung –
trotzdem haben uns bereits viele Unternehmen ihr Vertrauen
geschenkt und so die Frage beantwortet, ob der Markt überhaupt
eine weitere Werkzeug­, Modell­ und Formenbau­Messe benötigt.
Seul: Ein Baustein der Messe wird auch die Aus­ und Weiter­
bildung sein. Wir wollen hier ganz konkret – und das ist eines
der ursprünglichen VDWF­Ziele – unseren Nachwuchs fördern.
Aber auch die Werkzeugmacher, die bereits in ihren Jobs stecken,
wollen wir weiterbilden. Ihnen gilt es, den aktuellen Froschungs­
stand der Technik, aber auch die sich stetig verändernden Markt­
situationen zu vermitteln. Daher sollen sich alle Bildungsanbieter,
die helfen können, unsere Branche fit zu halten, auch mit ihren
Angeboten auf der Moulding Expo präsentieren dürfen. Aber
auch wir als Verband werden auf unserem Gemeinschaftsstand
umfassend über die Aus­ und Weiterbildungsprogramme des
VDWF informieren.
Das heißt, das Hauptaugenmerk liegt zurzeit darauf, das
gemeinsame Angebot passend zu schnüren und richtig zu
kommunizieren?
Kromer: Die Messewirtschaft ist in Deutschland ein wichtiger
Wirtschaftsfaktor und auf dem internationalen Markt führend –
genau so wie der deutsche Werkzeug­ und Formenbau. Umso
akribischer arbeiten wir daran, dass die Erstausgabe der Moulding
Expo überzeugen wird. Der Erfolg wird sich jedoch nur dann
einstellen, wenn Aussteller und Besucher gleichermaßen zufrieden
sind. Ich erneuere daher hier meinen Aufruf an alle Werkzeug­,
Modell­ und Formenbauer: Sie selbst bestimmen mit Ihrem
Engagement, mit der Einladung an Ihren Kunden oder mit Ihrem
Besuch, dass die Messe – Ihre Messe – ein Erfolg wird.
Seul: Die Werkzeug­ und Formenbauer haben es selbst in der
Hand, inwieweit sich das neue Konzept in Stuttgart etablieren
wird. Damit es tatsächlich eine Branchenmesse wird und diesem
Namen auch gerecht wird, ist es natürlich erforderlich, dass sich
die Werkzeug­ und Formenbauer aktiv am Messegeschehen
beteiligen. Ansonsten wird es nur eine weitere Beschaffungs­
messe für unsere Branche. Das kann und darf es nicht sein. Der
deutsche Werkzeug­ und Formenbau ist eine international aner­
kannte Marke. In Stuttgart können wir beweisen, warum dies
auch in Zukunft so sein muss. |
ww
61
Nullpunkt Spannsystem
für das
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
62
Messen und Veranstaltungen –
Vor­ und Nachberichte
Schruppen, Schlichten, Erodieren
und Messen
wfb 2014 in Augsburg –
Zuwachs bei Ausstellern, Besuchern
und Ausstellungsfläche
Zum dritten Mal trafen sich am 14. und
15. Mai 2014 Experten aus der Werk­
zeug­ und Formenbaubranche auf der
wfb. Die Messe, die jährlich abwechselnd
in Augsburg und in Siegen stattfindet, hat
sich gut als Plattform der Branche ent­
wickelt, was die positive Resonanz der
145 Aussteller und der 1500 Fachbesu­
cher bestätigt.
«Mit der diesjährigen Teilnehmerzahl lie­
gen wir neun Prozent über der von 2012
in Augsburg – auch in der vermieteten
Fläche», berichtet Petra Ziegler. Zudem
verweist die für die wfb zuständige Pro­
jektleiterin der Tagungsabteilung des Carl
Hanser Verlags auf die inhaltliche Qualität
der Fachmesse: «In der Augsburger Messe­
halle war die gesamte Prozesskette an Zu­
lieferern für den Werkzeug­ und Formen­
01
F.1
Stand
,
8
e
l
Hal
PFLEGHAR
Entwicklungs- und VertriebsGmbH & Co. KG
Tel.: +49 751 56050 - 0 Fax: -11
Email: info@pfleghar.de
www.pfleghar.de
bau vertreten. Dazu zählen Werkzeug­
maschinen, Spanntechnik, Erodieren,
Präzisionswerkzeuge, Normalien und Soft­
ware. Ebenso waren externe Werkzeugbau­
Unternehmen vor Ort.»
Die wfb versteht sich als Messe mit
regionalem Charakter. Die Aussteller kom­
men überwiegend aus deutschsprachigen
Ländern. Sie suchen neue Kontakte in der
Region und wollen in Ruhe Gespräche
führen. Dieses Konzept wird sowohl von
Ausstellern als auch von Besuchern ge­
schätzt und bestätigt.
Im «Forum Praxisnah» gab es ein umfang­
reiches Vortragsprogramm für die Messe­
besucher. Die Zuhörer hatten die Wahl
zwischen 17 Fachvorträgen rund um den
Werkzeug­ und Formenbau. So ging es
u. a. um konturnahe Temperierung, auto­
matisiertes Laserauftragschweißen, Auto­
matisierung im Werkzeugbau und Design­
rechte im Formenbau. |
Guido Hanschmann
Geschäftsführer
bei IVH Hanschmann, Ketsch
Olaf Schmidt
Geschäftsführer des WerkzeugbauInstitut Südwestfalen, Lüdenscheid
Dr. h. c. Wolfgang Leonhardt
Inhaber des
Graveurbetriebs Leonhardt, Hochdorf
Konzentriertes Arbeiten – bis zuletzt
Die wfb hat sich etabliert
Kontakte auf hohem Niveau
«Als Ein­Mann­Unternehmen macht man
ja alles selbst – auch das Marketing. Und
Marketing heißt bei mir auch, etwas aus­
zuprobieren. Darum habe ich dieses Jahr
zum ersten Mal auch die wfb in Augs­
burg mitgemacht. Und ich bin durchaus
positiv überrascht. Die wfb dürfte zwar
nicht kleiner sein, da sie sonst eine für
die Relevanz kritische Zahl unterschreiten
würde, andererseits ist die Übersichtlich­
keit und natürlich die Konzentration auf
den Werkzeugbau – gerade für mich
und meine Peripherieprodukte – hier ein
echtes Plus. Eine Messe im Jahr sollte
möglich sein – auch für einen ‹Einzel­
kämpfer›.
«Mein erster Eindruck von der wfb: klein,
familiär, kompetent, schön. Ich hatte die
Messe zwar größer erwartet, von dem,
was hier geboten wird, ist es jedoch sehr
passend. Man hat die Möglichkeit, gute
Gespräche zu führen – im ruhigem Rah­
men. Ganz anders als bei den großen,
hektischen Messen. Hier hat man Zeit, sich
auch mit kleineren Unternehmen auf
bestimmte Themen zu fokussieren – in
einer durchaus interessanten Langsamkeit.
«Wir haben uns dieses Jahr erstmalig für
die wfb angemeldet, weil wir unser Lei­
stungsspektrum auch im bayerischen
Raum anbieten wollten. Und das ist uns
gelungen. Die wfb ist im Grundsatz ein
interessantes Messekonzept zwischen
Fakuma und EuroMold, weil sie sehr re­
gional gehalten ist. Wobei auch Einkäufer
von Großkonzernen wie z. B. auch von VW
hierher angereist sind. Nur die Maschinen­
hersteller für den Werkzeug­ und Formen­
bau vermisse ich hier ein bisschen. Mit
dieser Branche hier auf der Messe wäre
die Klientel noch interessanter für uns.
Es ist auf jeden Fall angenehm, dass die
Messe nur zwei Tage dauert. So konzen­
trieren sich sowohl Besucher als auch
Aussteller bis zum Schluss auf die ge­
zeigten Angebote. Dass schon Stunden
vor Messeende abgebaut wird – so, wie
man es von anderen Veranstaltungen
her kennt – ist hier nicht zu sehen.
Zudem macht es einfach auch Spaß, sich
mit neuen und alten VDWF­Mitgliedern
hier am Gemeinschaftsstand auszutau­
schen. Man sitzt abends zusammen und
genießt das Netzwerk. Das ist einfach
menschlich toll.» |
Und am Standort Augsburg treffen wir
auch Personen und Unternehmen, die
wir bisher noch nicht kannten. Diese ma­
chen gut die Hälfte der Kontakte hier auf
der Messe aus. Hilfreich ist dabei auch,
dass wir nun als offizielle Außenstelle
des VDWF auf einem ganz anderen Niveau
wahrgenommen werden. Das hilft uns in
den Gesprächen sehr.
Kurzum: Die wfb hat sich etabliert. Und
daher sind gerade wir in Südwestfalen
auch über die Rückverlagerung der Messe
in den alternierenden Zweijahresrhythmus
und über die Ausrichtung nächstes Jahr
wieder in Siegen sehr glücklich. Andernfalls
hätten – auch mit der neuen Moulding
Expo – zu viele wichtige Werkzeug­ und
Formenbau­Veranstaltungen im Süden
Deutschlands stattgefunden.» |
Zum größten Teil hatten wir Erstkontakte,
einige Kunden von uns waren aber auch
tatsächlich da. Aufträge schrieben wir
zwar keine – das ist heute auch nur noch
selten –, aber die Unternehmen kommen,
um sich zu informieren – Interesse besteht
sowohl beim Leistungsangebot im Graveur­
betrieb als auch beim Thema erodierbare
Keramik. Die Messegespräche waren daher
größtenteils alle sehr inhaltsbezogen und
zum Teil auf einem hohen technischen Ni­
veau. Diese Kontaktqualität ist das We­
sentliche und viel wichtiger, als eine Flut
von Visitenkarten­Jägern, von denen man
dann nie wieder hört. Die Kosten für un­
seren Messestand waren erschwinglich,
daher überlegen wir, wiederzukommen.» |
63
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Control 2014 –
Qualitätssicherung auf Weltniveau
Stanztec 2014 –
Technologie trifft Wirtschaft
RosMould 2014 –
ein Statement von Franz Tschacha
Vom 6. bis 9. Mai 2014 fand in Stuttgart
die Control statt. Die 28. Ausgabe dieses
global anerkannten Branchentreffs stand
ganz im Zeichen der guten wirtschaftli­
chen Rahmenbedingungen. Zudem kommt
dem Thema industrielle Qualitätssicherung
heute in den meisten Unternehmen eine
Querschnittsfunktion zu, die sich wie ein
roter Faden durch alle Prozesse zieht. Da
die globalisierte Produktion in allen be­
teiligten Industrie- und Schwellenländern
auf einem gleich hohen Niveau abzulaufen
hat, wird auch allerorten entsprechendes
Hard- und Software-Equipment benö­
tigt.
Mit einem überzeugenden Ergebnis (3380
Fachbesucher aus 23 Ländern) ging am
5. Juni 2014 die drei Tage dauernde Stanz­
tec in Pforzheim erfolgreich zu Ende. In
ihrer 4. Ausgabe konnte die Fachmesse
für Stanztechnologie erneut durch Quan­
tität und hohe Entscheider-Qualität des
Fachpublikums überzeugen.
Nachdem Deckerform sich bereits seit
2006 jährlich im Januar auf der Inter­
plastica in Moskau darstellt, hat sich das
Aichacher Unternehmen in diesem Jahr
zusätzlich erstmals auch auf der Fach­
messe für Werkzeug- und Formenbau
RosMould präsentiert, die vom 17. bis
19. Juni ebenfalls in Moskau stattfand.
Der Philosophie folgend, dass die Stanztec
sich weniger um das breite «Normalge­
schäft» mit gestanzten Zulieferteilen küm­
mert, sondern hochwertige StanztechnikProdukte und High-End-Komplettlösungen
aus dem Portfolio der rund um das «Stanz­
technik-Valley» Pforzheim angesiedelten
Spezialisten abbildet, gilt die Messe in ihrer
heutigen Form als echtes Erfolgsmodell
und als «der» Businesstreff der Branche mit
Technologie-Hintergrund. Denn hier geht
es ausschließlich um die Umsetzung tech­
nischer Ideen und um die Entwicklung von
funktionsintegrierten Konsumgütern bzw.
Industrieprodukten auf Basis mechatro­
nischer feinwerk- und mikrosystemtech­
nischer Komponenten oder Baugruppen.
«Die RosMould ist eine kleine Messe mit
nur einer Halle. Wie viele internationale
Fachmessen wird auch sie von chinesi­
schen Werkzeuganbietern dominiert, die
etwa 30 Prozent der Ausstellungsflächen
belegten. Der deutsche Werkzeug- und
Formenbau mit den weltweit größten
Kapazitäten und Kompetenzen war – wie
fast auf allen wichtigen Fachmessen –
deutlich unterpräsentiert und zeigte mit
nur sieben Ausstellern erneut seine man­
gelnde Fähigkeit, sich international zu
positionieren, obwohl deutsche Formen
vom russischen Markt durchaus nach­
gefragt werden», erklärt Franz Tschacha.
Der geschäftsführende Gesellschafter
der Deckerform Produktionssysteme GmbH
verzeichnete daher ein reges Besucher­
interesse mit zahlreiche Neukontakten.
Laut Tschacha belegen konkrete Anfragen
über die Entwicklung von Kunststoffteilen
und die Lieferung von Formen für die
kunststoffverarbeitende Industrie die
Akzeptanz deutscher Werkzeugmacher
in Russland. Basis des Erfolgs sei natürlich
immer Qualität «made in Germany» und
russischsprachiges Personal, so Tschacha. |
Für die Entscheidungsfindung bei Investi­
tionen stellt die Internationale Fachmesse
für Qualitätssicherung die entscheidende
Informations-, Kommunikations- und
Business-Plattform dar. Nicht zuletzt dank
stark gewachsenem Angebot an Bildverar­
beitungs- und Visionssystemen sowie
des hochattraktiven Rahmenprogramms
konnten zum einen weitere FachbesucherZielgruppen als auch quali­fiziertes Publi­
kum aus dem In- und Ausland angespro­
chen werden, so dass sich am Ende mit
25 445 Fachbesuchern aus 89 Ländern
eine maximale Akzeptanz ergab. Dies auch,
weil nach Aussagen zahlreicher Hersteller
und Anbieter anstehende Kaufentschei­
dungen ganz bewusst auf die Control
verlegt und Weltneuheiten aus allen Be­
reichen der Qulitätssicherung von rund
25 % der Aussteller präsentiert wurden. |
Da ist es auch nicht verwunderlich, dass
sich der Kern der Aussteller zur Stanztec
immer aus «Altausstellern» rekrutiert und
neue Hersteller oder Anbieter, aufgrund
der im CCP Congress Centrum Pforzheim
beengten Platzverhältnisse, nur sporadisch
hinzukommen – was seitens des Veranstal­
ters Schall und des Ausstellerbeirats
ausdrücklich bedauert wird. |
VDWF-VDMA-Anwenderforum
Werkzeug- und Formenbau
SWTAL 2014 – Unternehmen
in der Region vernetzen
Nach dem enorm positiven Feedback auf
die Veranstaltung des letzten Jahres findet
auch dieses Jahr wieder – am 10. Septem­
ber 2014 in der Stadthalle Chemnitz – das
Anwenderforum Werkzeug- und Formen­
bau statt.
Bereits seit 1986 dreht sich bei der im
Zweijahresrhythmus stattfindenden Süd­
westfälischen Technologie-Ausstellung
Lüdenscheid (SWTAL) alles um das Thema
Industrie-Automation. Somit gehört die
SWTAL in ihrer 15. Auflage zu einer der
ältesten und erfolgreichsten Regional­
messen in Deutschland. Dennoch bleibt
nicht alles beim Alten: die Messe wird
vom 18. bis zum 20. September 2014
stattfinden. Somit fast zwei Monate frü­
her, als es Besucher und Aussteller bislang
gewohnt waren. Diese Veränderung ist
langfristig geplant und soll so auch in
den nächsten Jahren weitergeführt wer­
den. Gleich mehrere Gründe sprachen
aus der Sicht des Veranstalters, der Wirt­
schaftsförderung der Stadt Lüdenscheid,
für diese Entscheidung. Zum einen wollte
man den wetterbedingten Unwägbarkeiten
von Spätherbst und Winter aus dem Weg
gehen. Zum anderen fällt die Nachbearbei­
tung der Messekontakte für die Aussteller
nun nicht mehr in die Vorweihnachtszeit.
Mit etwa 4,4 Milliarden Euro Produktions­
volumen und gut 30 000 Beschäftigten
nimmt der Werkzeug- und Formenbau eine
wichtige Stellung in der Industrieproduk­
tion Deutschlands ein. Zu verdanken ist
dies den vielen, meist kleinen und mittle­
ren Unternehmen der Branche, die inno­
vationsstark sind, flexibel auf Kundenwün­
sche reagieren und eine hohe Qualität
und Liefertermintreue gewährleisten.
Gleichwohl stellt der zunehmende Wett­
bewerbsdruck alle Firmen vor Herausfor­
derungen.
Zum Glück gibt es Netzwerke und die
Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.
Nun zum zweiten Mal bieten der VDWF
und der VDMA Ost in Kooperation mit
der Fachhochschule Schmalkalden eine
gemeinsame Plattform zur Informations­
gewinnung und zum Gedankenaustausch
über aktuelle Themen und Trends. Die
Schwerpunkte des diesjährigen Anwender­
forums liegen dabei auf Innovationen
bei Stanzwerkzeugen, neuen Prozessstra­
tegien sowie den Möglichkeiten eines
kreativen Marketings für den Werkzeugund Formenbau und bei Maßnahmen
zur Fachkräftesicherung. |
Selbstverständlich bleiben Ziel und Kon­
zept der Veranstaltung, die auf dem Messe­
gelände am Lüdenscheider Loh stattfindet,
gleich. Ziel ist es, neue Technologien zu
präsentieren und die Unternehmen in der
Region zu vernetzen, so dass sie im glo­
balen Wettbewerb bestehen können. Im­
merhin zählt die Region mit ihrer mittel­
ständisch geprägten Industrielandschaft
zu den innovativsten Standorten in der
Bundesrepublik Deutschland. |
64
Heidenhain-Workshop
des VDWF für Facharbeiter
Im 28. und 29. Oktober 2014 findet be­
reits der zweite VDWF-Workshop mit
Steuerungshersteller Heidenhain in der
Verbandsgeschäftsstelle in Schwendi
statt. Warum? Aus schierer Begeisterung
der Teilnehmer. «Einigen der WorkshopTeilnehmer merkte man die anfängliche
Skepsis noch an», erklärt Heiko Semrau,
«spätestens jedoch als klar wurde, dass
dieser Workshop tatsächlich aktuelles
Know-how mit Anwendungsbezug ver­
mittelt, wichen die Bedenken bei den
Anwesenden fast überschwänglicher
Freude.» Solche durchweg positiven Reak­
tionen nach einem Workshop habe er
noch nie erlebt, so der VDWF-Geschäfts­
führer.
Die Teilnehmer haben in kleinen Gruppen
von maximal 12 Personen die Möglich­
keit, sich an zwei Tagen intensiv mit
Tipps und Tricks vertraut zu machen,
Programmierprobleme zu besprechen
und so die Lücke zwischen ihrem bishe­
rigen Anwenderwissen und aktuellen
Programmiermöglichkeiten bzw. -vari­
anten zu schließen. Aber auch für Ver­
besserungswünsche haben die Steue­
rungsprofis von Heidenhain mehr als
ein offenes Ohr.
Beide Tage beinhalten neben Vollver­
pflegung und Hotelbuchung (Hotelkosten
sind nicht inbegriffen) einen SimulationsArbeitsplatz – zum Kostenpunkt von
249 Euro für Verbandsmitglieder. |
65
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
EuroMold 2014 –
Unternehmen aus 40 Ländern erwartet
Die EuroMold wird vom 25. bis 28.
November 2014 in den Hallen der Frank­
furter Messe stattfinden. Aus diesem
Anlass fand Anfang Juli die VormessePressekonferenz statt. Die DEMATGeschäftsführer Diana Schnabel und Dr.
Eberhard Döring präsentierten das wei­
terentwickelte Profil der Fachmesse für
Werkzeug- und Formenbau, Design und
Produktentwicklung.
Fakuma 2014 –
die ganze Welt der Kunststofftechnik
Die Fakuma geht auch mit ihrer 23. Aus­
gabe vom 14. bis 18. Okrober in die Vollen.
So kann das Branchen-Highlight des Jah­
res 2014 nicht nur erneut mit einer stark
rekordverdächtigen Anzahl an Ausstel­
lern – aktuell sind es rund 1700 Hersteller
und Anbieter –, sondern auch mit einer
sehr hohen Internationalität bezüglich
des Angebots an Hard- und Software für
die industrielle Kunststoffverarbeitung
aufwarten.
Die zahlreichen Teilnehmer der inter­
nationalen Fachmesse für Kunststoff­
verarbeitung kommen aus 32 Industrie­
nationen und beanspruchen mehr Platz
denn je, was wiederum zur Vollbelegung
des Messezentrums Friedrichshafen am
Bodensee führt. Dabei ist die stolze An­
zahl von 1045 Ausstellern aus Deutsch­
land – darunter auch die 25 VDWF-Mit­
glieder auf dem Gemeinschaftsstand des
Verbands – zu verzeichnen. Gefolgt wer­
den diese von Herstellern und Anbietern
aus der Schweiz mit 106 und Italien mit
102 Unternehmen. Auf den Rängen 4, 5
und 6 folgen dann Österreich (59), die
Niederlande (28) und China (25).
Auch 2014 herrscht in Sachen kunststoff­
technischer Innovationen kein Mangel.
Das ist an solchen Trends wie energieund materialsparende Herstellung und
Verarbeitung von Kunststoffteilen, zuneh­
mender Einsatz von Verbundwerkstoffen,
verfeinertes Präzisionsspritzgießen von
Mikro- und Medizintechnik-Bauteilen,
weitergehende Funktions­integration trotz
Miniaturisierung und dünnwandigerer
Bauteile/Baugruppen, neuen Anwendun­
gen der Rotationsgießtechnologie wie
der Thermoform-Verfahren und nicht
zuletzt von 3D-Druckverfahren unschwer
abzu­lesen.
Des Weiteren profitiert die Fakuma von
einem beachtenswerten Zulauf an Anbie­
tern aus dem Bereich der Prozesskette
«von der Produkt-Entwicklung über das
Rapid Prototyping und die WerkzeugHerstellung bis zur Serienfertigung»,
nachdem sich dort im Fachmessewesen
so langsam, aber sicher eine Art Götter­
dämmerung abzeichnet. Während die
einen arg unter Druck geraten, formieren
sich auf der anderen Seite vermeintlich
neue Messe-Plattformen, die sich aber,
aus welchen Gründen auch immer, eher
mehr auf den Modell-, Formen- und
Werkzeug­bau fokussieren und dabei nach
dem zerspanungstechnischen Equipment
dafür schielen.
Mit der aktuellen thematischen Ausrich­
tung der Fakuma – Internationale Fach­
messe für Kunststoffverarbeitung hat das
nicht viel zu tun. Zumal die Fakuma strikt
auf das weltweite bzw. europäische Ent­
scheider-Fachpublikum ausgerichtet ist.
Dagegen sehen sich die neuen Messen für
den Modell-, Formen- und Werkzeug­bau
und deren fertigungstechnischem Equip­
ment doch eher auf regionaler Ebene und
müssen sich in einem umkämpften Markt
erst einmal als standfähig beweisen. |
Fachtagung «Präzision planen, produzieren, kontrollieren, dokumentieren»
Am 11. und 12. November 2014 findet
der 3. Branchentreffen des Werkzeug­
bau-Instituts in Lüdenscheid statt. Die
Technologieausstellung bietet am 11.
November ab 16 Uhr mit Vorführungen
und Informationen einen Einblick in
aktuelle Entwicklungen unterschiedlichs­ter
Bearbeitungsverfahren – von elektro­
chemischen, kontaktlosen Abtragungs­
verfahren mit geregeltem Arbeitsspalt
bis zur 5-Achs-Simultan-Zerspanung
in modernen Produktionsprozessen.
Vor dem Hintergrund des schnellen Wan­
dels von Produkten und Materialien steht
dann am 12. November die Fachtagung
des Werkzeugbau-Instituts Südwestfa­
len unter dem Motto «Präzision planen,
produzieren, kontrollieren, dokumentie­
ren» auf dem Plan. Namhafte Experten
und Spezialisten der Branche referieren
dann über die Entstehung von Präzisio­
nen und Innovationen in der Werkzeugund Feinwerktechnik. Dabei werden
ebenso Anwendungen wie auch Erkennt­
nisse aus der Forschung und Entwicklung
der Werkzeug- und Maschinentechnik
vorgestellt.
Unter anderem wird VDWF-Präsident
Professor Thomas Seul einen Fachvortrag
über «Valide und intelligente Werkzeuge
für die Produktion von morgen» halten
und der Verbands-Sachverständige Dirk
Falke referiert über die «Chancen der
DIN 16742 für den Werkzeugbau». |
In diesem Jahr erwartet die Messe wie­
derum mehr als 1000 Aussteller und eine
Steigerung der Internationalität auf rund
40 Länder. Den größten Teil der Unter­
nehmen bilden traditionell die Werkzeugund Formenbauer. Zudem sind bereits
jetzt eine hohe Rückbuchung von Alt­
ausstellern und Neubuchungen zu ver­
zeichnen. Bei den derzeit 88 Erstausstel­
lern aus 19 verschiedenen Ländern erhält
die Messe besondere Zuwächse aus
Deutschland, Portugal, China, den Nieder­
landen und Großbritannien. Dies unter­
streicht die hohe internationale Qualität
der EuroMold 2014. Darüber hinaus ist
eine Zunahme von länderübergreifenden
Gemeinschaftsständen, von verschiedenen
Verbänden und Organisatoren zu beob­
achten. So wird es z. B. erstmalig einen
Gemeinschaftsstand aus Tschechien und
aus Slowenien geben.
Die EuroMold wird 2014 eine neue Hallen­
strukturierung aufweisen, die die Syner­
gien zwischen den Bereichen Werkzeug-
und Formenbau und Additive Fertigung
in Halle 8.0 auch räumlich widerspiegeln
wird. Hier wird der Themenpark «Stark
im Formenbau mit Additiver Fertigung»
stattfinden, und verschiedene Maschinen­
anbieter und Werkzeugbauer werden
anhand von Praxisbeispielen aufzeigen,
welche Möglichkeiten die Additive Ferti­
gung bietet, Werkzeuge und Formen effi­
zienter herzustellen. Auch die Verbindung
zwischen «Leichtbau-Konstruktion und
Formenbau» wird auf einer Sonderschau
explizit vorgestellt. Das CAE-Forum, das
sich mit rechnergestützte Entwicklung
befasst, vertieft den Design- und Enginee­
ringbereich erheblich. Dies ist insbeson­
dere für die zunehmende Ausstellerzahl
der Engineering-Dienstleister eine ideale
Präsentationsplattform.
Das Informationsangebot wird 2014
durch neue Sonderschauen, Konferenzen,
Workshops, Seminare und Foren deutlich
erweitert. Eine Neuigkeit wird beispiels­
weise die 3D-School sein, die dem nach­
wuchs die Möglichkeiten des 3D-Drucks
vorführt.
Die EuroMold wird mittlerweile auf fünf
Kontinenten veranstaltet, u. a. in den USA,
Japan, China, Indien, Russland und Bra­
silien. Dies trägt zur internationalen Ver­
netzung der Teilnehmer und einer glo­
balen Repräsentanz der ausstellenden
Unternehmen bei. Die Besucher der Euro­
Mold kommen traditionell aus allen Indu­
striebereichen und reichen vom Entwick­
lungsingenieur und Konstrukteur bis zum
Produktionsexperten und Designer. |
66
Messedoppel Intec und Z 2015 –
VDWF im Messebeirat
Vom 24. bis 27. Februar 2015 lädt der
Messeverbund Intec und Z nach Leipzig
ein. Im Fokus stehen die Fertigungstech­
nik für die Metallbearbeitung und die
Zulieferindustrie. Zum Portfolio der Intec
gehören Werkzeugmaschinen, Präzisions­
werkzeuge, Automatisierungstechnik,
Laser- und Schweißtechnik ebenso wie
Handhabungs- und Messtechnik sowie
Software für Produktion und Fertigung.
Auf der Zuliefermesse Z präsentieren
sich Anbieter für Teile, Komponenten und
Baugruppen, Lohnfertiger, Entwicklungsund Technologiepartner sowie Dienst­
leister aus ganz Mitteleuropa. Die enge
Verzahnung von Intec und Z bringt Ange­
bot und Nachfrage von Ausstellern und
Besuchern beider Fachmessen zusammen.
Diese Schnittstellen schätzen vor allem
auch die Aussteller der Gemeinschafts­
beteiligungen. So war auch der VDWF
zur Intec 2013 mit einem Gemeinschafts­
stand präsent. Zudem wirkt Heiko Semrau,
Geschäftsführer des Verbands, im IntecAusstellerbeirat mit und bringt so die
Erfahrungen und Sichtweisen seiner Ver­
bandsmitglieder ein.
Schon jetzt haben sich für die kommende
Ausgabe des Messedoppels deutlich mehr
Aussteller angemeldet als im Vergleichs­
zeitraum der Vormesse. Mit einer opti­
mierten Hallenbelegung stehen für den
Messeverbund künftig vier der fünf Aus­
stellungshallen mit einer Kapazität von bis
zu 80 000 Quadratmetern zur Verfügung. |
VDWF im Dialog 2/2014
Freizeit und Kultur
Wenn Werkzeugmacher tüfteln:
Schukey­Technologie als «traumhaftes» Verfahren
zur effizienten Nutzung von Abwärme
von Jürgen Pander
Den Automobilherstellern muss es wie in einem schönen
Traum vorkommen: Bisher prägten Verbote, Ausnahmeregelungen und Lieferschwierigkeiten bzw. das klimaschädigende Treibhauspotential oder Sicherheitsbedenken
die Diskussion der letzten Jahre um die wenigen zugelassenen
Kältemittel für Fahrzeug-Klimaanlagen. Nun kommt eine
neue «alte» Idee wieder aufs Tablett: Eine Maschine, die
mit Luft funktioniert, einfach konstruiert ist und daher
auch eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu noch
gängigen Systemen mit «riskanten» Kältemitteln sein könnte.
Eine neue Wundermaschine? Es klingt jedenfalls so, wenn man
auf der Internetseite der Firma Thermodyna Folgendes liest:
«Die Schukey­Technologie ist eine neue Schlüsseltechnologie,
die sich durch eine einfache Konstruktion, hohe Effizienz, wirt­
schaftlichen Betrieb, hohe Umweltverträglichkeit und vielfältige
Einsatzmöglichkeiten auszeichnet.» Das junge Unternehmen
hält die Patente für eine Technik, die tatsächlich sehr vielver­
sprechend ist. So fördert beispielsweise die EU die Entwicklung
einer Mikro­Anlage zur Kraft­Wärme­Kopplung, in deren Zentrum
die Schukey­Technologie steht, mit 1,1 Millionen Euro. Außerdem
gibt es diverse Fahrzeughersteller und Automobilzulieferer, die
Schukey­Maschinen für kältemittelfreie Klimatisierungslösungen
in Betracht ziehen.
Ein Blick in die geöffnete, zentrale Kammer des
Schukey­Motors, in dem zwei Propeller mit in­
einander verschränkten Flügeln (gelb und rot)
rotieren. Die vierflügeligen Propeller werden über
spezielle Getriebe so bewegt, dass ihre Geschwin­
digkeit wellenartig zu­ und abnimmt, so dass sich
das Volumen der Kammern jeweils achtmal je
Umdrehung vergrößert und verkleinert.
Dabei ist das Basisaggregat für alle Einsatz­
gebiete weitgehend gleich, es besteht aus weniger
als 50 Einzelteilen – davon sind lediglich 16
bewegt und führen ausschließlich Rotationsbewe­
gungen aus. Auch dadurch ist der Wartungs­ und
Betriebsaufwand der Schukey­Maschinen minimal.
68
Erfunden hat die als Expansions­ oder Kompressionsmaschine
einsetzbare Technologie der inzwischen verstorbene Werkzeug­
macher und Ingenieur Jürgen Schukey Anfang der 1990 Jahre.
Schukey entwickelte und konstruierte eigentlich Kunststoff­
spritzwerkzeuge und grübelte – sozusagen als Nebenbeschäfti­
gung – über einen neuen Antriebsmotor nach. Der engagierte
Atomkraftgegner ersann dabei eine Maschine, die Abwärme
als Antriebsenergie nutzt und auf diese Weise einfach und
umweltfreundlich Strom produzieren kann: Er nannte das Gerät
Delta­Omega­Motor. Das Konzept der Maschine basiert auf dem
physikalischen Gesetz, dass sich Luft erhitzt, wenn sie verdichtet
wird, und abkühlt, wenn sie expandiert wird. «Heute nennen
wir die Technologie Schukey­Maschine, damit der Erfinder nicht
in Vergessenheit gerät», sagt der Hamburger Unternehmer Rein­
hard Kupfernagel. Er war lange Jahre mit Schukey befreundet
und geschäftlich verbunden. Inzwischen treibt Kupfernagel
mit seinem Geschäftspartner Volker Bergholter in der zu diesem
Zweck gegründeten Firma Thermodyna die Serienentwicklung
der Schukey­Maschine voran.
Die Technologie bietet sich u. a. auch für die Verwendung in
Schiffen, Zügen oder Autos an. Und zwar für deren effiziente
Klimatisierung unter Ausnutzung der ohnehin vorhandenen
Abwärme des Antriebsmotors. Speziell für den Einsatz als Kälte­
maschine im Auto wäre die Schukey­Erfindung geradezu ideal:
Die Maschine ist weder größer, schwerer oder teurer als ein
herkömmlicher Klimakompressor. Sie ist sehr robust, weil von
den etwa 50 Bauteilen lediglich 16 beweglich sind. Und sie
arbeitet mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent.
Erfinder Jürgen Schukey (r.) mit einem seiner
damaligen Mitarbeiter. Schukey konstruierte im
Hauptberuf Kunststoffspritzwerkzeuge und erfand
quasi nebenher einen neuen Motor. Er verstarb
2011.
Die von Schukey skizzierte Funktionsweise seines
Motors als Kältemaschine im Expansions­Kom­
pressionsbetrieb: Einströmende Umgebungsluft
(T1) wird verdichtet und damit erwärmt, die
erhitzte Luft (T2) wird mit einem Wärmeüber­
trager gekühlt, die unter Druck befindliche ab­
gekühlte Luft (T3) wird auf Umgebungsdruck
expandiert und dabei auf unter Umgebungs­
temperatur abgekühlt und strömt anschließend
aus (T4). In einem geschlossenen System (Kühl­
raum, Büro, Auto etc.) wird die nunmehr abge­
kühlte Luft dem Prozess erneut zugeführt (T4 =
T1 neu) und weiter abgekühlt. Das große Förder­
volumen bei relativ kleiner Kompression (Ver­
dichtungsverhältnis 1:1,3 bis 1:1,8) macht die
Schukey­Maschine zum optimalen Aggregat
für diesen «Joule»­Prozess.
69
VDWF im Dialog 2/2014
Kühlleistung und Temperatur stufenlos regeln
Dank all dieser Vorteile müsste die Schukey-Maschine der Auto­
industrie wie ein Geschenk des Himmels vorkommen, denn seit
Mercedes-Benz vor eineinhalb Jahren verkündet hat, das neue,
zunächst einhellig begrüßte Kältemittel R 1234yf nicht mehr
in Fahrzeug-Klimaanlagen einzusetzen, herrscht noch immer
Ratlosigkeit in der Branche. Hintergrund der plötzlichen Aufgabe
des Kältemittel-Konsens waren Tests, bei denen sich die Chemikalie
im Motorraum entzündet hatte; in der Folge war hochgiftige
Flusssäure entstanden. Zwar war dieses Problem grundsätzlich
bekannt, wurde jedoch bis dahin weitgehend ignoriert.
Aktuell ist die Situation die, dass einige Autohersteller das neue
Kältemittel R 1234yf in ihren Fahrzeuge einsetzen, andere weiterhin
die weitaus klimaschädlichere Vorgängersubstanz R 134a einsetzen
(was aber nur noch in Ausnahmefällen erlaubt ist) und zugleich
mit Hochdruck an Klimaanlagen entwickelt wird, die mit CO2 als
Kältemittel funktionieren. Bis die serienreif sind, wird es aber
noch ein bis zwei Jahre dauern.
Vor diesem Hintergrund ist der Ansatz der Schukey-Maschine,
die ganz ohne Chemie auskommt, umso charmanter. Das Prinzip
ist verblüffend einfach: In einem runden Gehäuse rotieren zwei
ineinandergreifende, vierflügelige Propeller, so dass acht in der
VDWF im Dialog 2/2014
Größe variable Kammern entstehen. Die Propeller werden über
spezielle Getriebe so bewegt, dass ihre Geschwindigkeit wellen­
artig zu- und abnimmt, so dass sich das Volumen der Kammern
jeweils achtmal je Umdrehung vergrößert und verkleinert. Die
Luft in diesen Kammern wird also abwechselnd expandiert und
komprimiert und kann an exakt definierten Stellen einströmen
oder entweichen.
Setzt man den Schukey-Motor als Wärmemaschine ein, dient
heiße Abluft – z. B. von einem Verbrennungsmotor – als Antriebs­
energie; das Aggregat produziert dann aus Abwärme Strom.
«Diese Technik könnte in Schiffen zu erheblichen Effizienz­
steigerungen führen», sagt Kupfernagel. In Autos hingegen
könnte der Schukey-Motor als Kältemaschine eingesetzt wer­
den.
Ein Beispiel für die Funktionsweise in diesem Fall: An einem
heißen Sommertag strömt 35 Grad warme Luft aus dem Auto­
innenraum in die – für diesen Einsatzzweck elektrisch ange­
triebene – Maschine. Die Luft wird komprimiert, dadurch noch
stärker erhitzt, auf 120 Grad etwa, und durch einen Kühler
geleitet. Der kühlt mit Umgebungsluft, die in diesem Fall 35 Grad
warm ist. An dieser Stelle kommt ein wenig Thermodynamik
ins Spiel, nämlich der Grundsatz: je größer der Temperaturunter­
schied, desto höher die Kühlleistung.
Internationale
Internationale
Fachmesse Werkzeug-,
Fachmesse Werkzeug-,
und Formenbau
Modell- undModellFormenbau
Internationale Fachmesse Werkzeug-,
Modell- und Formenbau
DIE NEUEDIE
LEISTUNGSSCHAU
NEUE LEISTUNGSSCHAU
NGSSCHAU
DES WERKZEUG-,
DES WERKZEUG-,
MODELL-MODELLMODELLUND FORMENBAUS
UND FORMENBAUS
US Sie sind Werkzeug-,
Sie sind
ModellWerkzeug-,
und Formenbauer
Modell- und
und
Formenbauer
möchten neue
undKunden
möchten
aus
neue Kunden aus
der kunststoffder kunststoffmetallverarbeitenden
und metallverarbeitenden
Industrie
Odergewinnen?
arbeiten Oder arbeiten
d Formenbauer
und und
möchten
neue Kunden
ausIndustrie gewinnen?
Sie
als
Zulieferer
Sie
eng
als
mit
Zulieferer
dieser
Branche
eng
mit
zusammen?
dieser
Branche
zusammen?
beitenden Industrie gewinnen? Oder arbeiten
Branche zusammen?
Dann sind Sie auf
Dann
der sind
MOULDING
Sie auf der
EXPO
MOULDING
genau richtig:
EXPODie
genau
neuerichtig:
Fachmesse
Die neue Fachmesse
wurde
gemeinsam
wurde
mit
gemeinsam
der
Branche
mit
und
der
für
Branche
die
Branche
und
für
entwickelt
die
Branche
–
und
entwickelt – und
NG EXPO genau richtig: Die neue Fachmesse
exakt
auf
deren
exakt
Bedürfnisse
auf
deren
zugeschnitten.
Bedürfnisse
zugeschnitten.
nche und für die Branche entwickelt – und
geschnitten.
Präsentieren SiePräsentieren
Ihr Unternehmen
Sie Ihrauf
Unternehmen
dieser Branchenplattform.
auf dieser Branchenplattform.
Mitten
Mitten
im größten
Markt
im für
größten
Industriegüter
Markt
für und
Industriegüter
auf einem der
undschönsten
auf einemund
der schönsten und
men auf
dieser Branchenplattform.
Mitten
innovativsten
Messegelände
innovativsten
Europas.
Messegelände
Sie Aussteller
Werden
derSie
MOULDING
Aussteller der MOULDING
güter
und auf einem
der schönsten
und WerdenEuropas.
2015.
EXPO 2015.
opas.EXPO
Werden
Sie Aussteller
der MOULDING
5-8 5 5-8
20155 MESSE
2015 MESSE
STUTTGART
STUTTGART
www.moulding-expo.de
MESSE STUTTGART
www.moulding-expo.de
www.moulding-expo.de
70
Wenn im Kühler 35 Grad herrschen und 120 Grad heiße Luft
einströmt, findet ein Wärmeaustausch statt. Die Luft kühlt rasch
auf etwa 70 Grad ab. Und diese gekühlte Luft strömt nun zurück
in den Schukey-Motor, wird dort wieder expandiert, damit noch­
mals abgekühlt und tritt mit etwa 7 Grad aus. Die Folge: Die
Temperatur im Autoinnenraum sinkt, der Kühleffekt ist da. «Der
Wirkungsgrad ist mit dem eines herkömmlichen Klimakompressors
vergleichbar», sagt Kupfernagel. Die Kühlleistung könne über
die Drehzahl geregelt werden, die sich stufenlos von null bis
3000 Umdrehungen pro Minute variieren lasse; und auch die
gewünschte Temperatur lasse sich über Steuerkanten an den
Ein- und Auslassöffnungen der Maschine sehr genau regeln.
Ziel: Serienreife
Im Testbetrieb läuft der Schukey-Motor derzeit auf einem Prüf­
stand der Hochschule Hannover, unter der Aufsicht von Ulrich
Lüdersen, Professor für Verfahrenstechnik. «Die Maschine funk­
tioniert», sagt er, «und sie ist auch als Kältemaschine in einem
Auto geeignet.» Besonders effektiv wäre es, würde man zwei
Schukey-Motoren als Hybridkältemaschine einsetzen. Der eine
Motor würde die Abwärme des Verbrennungsmotors zur Strom­
erzeugung nutzen, der andere den erzeugten Strom zur Küh­
lung.
Kick-off-Meeting in Hannover: Volker Bergholter
von Thermodyna (l.), Profesor Ulrich Lüdersen von
der Hochschule Hannover (r.) und weitere Partner
des von der EU mit 1,1 Millionen Euro geförderten
Projekts «Micro-Trigeneration». Bis Ende 2016 soll
bei der Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung die SchukeyTechnologie marktreif gemacht werden. Ziel ist
eine Pilotanlage zur dezentralen Gewinnung von
Elektrizität und Kälte im unteren Leistungsbereich
(bis 100 kW) aus Abwärme oder Solarthermie.
71
VDWF im Dialog 2/2014
An der Hochschule Hannover entsteht in diesen Monaten auch
die Pilotanlage für das eingangs erwähnte EU­Projekt der Mikro­
Kraft­Wärme­Kopplung. Im August soll die Anlage inklusive einer
optimierten Schukey­Maschine aufgebaut werden, für Ende
September ist dann der Beginn des Testbetriebs geplant. Das Ziel
des Projekts ist die serienreife Entwicklung einer Anlage, die aus
bereits geringfügiger Abwärme (Wasserdampf mit einer Tempe­
ratur von 120 °C) unter wirtschaftlichen Bedingungen Strom
erzeugt und beispielsweise in Wohnhäusern oder Kleinbetrieben
eingesetzt werden könnte. Ein Durchschnittshaushalt in Mittel­
europa könnte mit Hilfe von rund 40 m2 Sonnenkollektorfläche
sowie unter Einsatz einer Schukey­Energieversorgungsanlage etwa
drei Viertel des jährlichen Energiebedarfs (Wärme ca. 25 000 kWh,
Elektrizität ca. 4000 kWh) allein aus Sonnenenergie decken.
Ein Schukey­Motor mit einem Volumen von acht
Litern auf dem Prüfstand in Hannover: Verwendet
man Luft als Kältemittel, sind keine aufwendigen
Dichtungen nötig.
Deutsche Automobil-Hersteller halten sich zurück
Für die Klimatisierung eines Autos auf Basis der Schukey­Tech­
nologie wäre allerdings noch mehr Entwicklungsaufwand nötig.
Es reiche nicht, sagt Professor Lüdersen, «wenn man einfach
nur den alten Klimakompressor durch einen Schukey­Motor ersetzt,
sondern es müssten auch Drumherum ein paar Dinge verändert
werden.» Von heute auf morgen gehe so etwas freilich nicht,
zumal in der Autoindustrie jede Veränderung eine Vielzahl an
Normierungen, Tests und Freigaben nach sich ziehe. So viel aber
lässt Lüdersen durchblicken: «Der Prototyp für eine Schukey­
Auto­Klimaanlage könnte in spätestens zwei Jahren fertig sein.»
Im Prinzip hänge es davon ab, wie groß das Interesse der Auto­
industrie ist. Aus dieser Richtung gibt es zwar immer wieder
Impulse – doch konkret geworden ist das bislang noch nicht.
Im Ausland indes weckt die Schukey­Technik durchaus Interesse,
wie der Besuch einer Delegation des Autoherstellers Hyundai
am Prüfstand der Hochschule Hannover zeigt. Und wer weiß,
vielleicht können die Koreaner Träume besser deuten als hiesige
Unternehmen und verhelfen der Klimatechnik aus Deutschland
damit zum Erfolg. | Jürgen Pander, Hamburg
Ohne Chemie und ohne hohe Drücke (z. B. bis
zu 100 bar bei CO2­basierten Klimaanlagen): Die
Schukey­Technologie weist einen deutlich höheren
Wirkungsgrad auf als die bislang bekannten
Energieumwandlungssysteme (z. B. Otto, Diesel,
Wankel, Stirling auf der Kraft­Wäme­Seite oder
Kompressoren auf der Kälteseite) und ist zudem
einfach, robust und betriebssicher. Die Förder­
menge wird beim Schukey­Motor von der Drehzahl
gesteuert. Mechanisch verschiebbare Steuerkanten
an Ein­ und Auslass der Kompressions­Expansions­
kammern regeln die Kälteleistung.
Die genauen technischen Daten sind ausfüh­
rungs­ und einsatzabhängig. Das Aggregat ist
in einem breiten Leistungsbereich bis weit über
100 kW skalierbar. Für höhere Leistungen und
größere zu kühlende Räume, wie beispielsweise
in Bussen und Bahnen, können auch mehrere
Maschinen dezentral angeordnet zweckmäßig sein.
E20001-F650-P610
Bei Mercedes hieß es laut «Spiegel Online», der Schukey­Motor
habe «erhebliche Effizienznachteile» und BMW bemängele den
«noch zu geringen technischen Reifegrad». Anfang der 1990er –
also wenige Jahre nachdem 1987 im Montrealer Protokoll der
Vereinten Nationen die Herstellung und Verwendung von FCKW
verboten wurde – beteiligten sich BMW und Opel zunächst noch
an der Entwicklung des Schukey­Aggregats, stiegen 1993 jedoch
wieder aus, um bei konventionelleren Lösungen zu bleiben. Fakt
ist, dass bisher lediglich das von den Chemiekonzernen Ho­
neywell und Dupont angebotene R1234yf die ab 2017 verbind­
lichen Vorgaben der EU erfüllt. Fakt ist aber auch, dass das
Bundesumweltministerium die Pläne deutscher Autobauer für
eine Klimatisierung mit CO2 unterstützt. «CO2 zu nutzen ist der
richtige Weg. Es ist ungefährlich und hat ein sehr niedriges Treib­
hauspotential», sagte der Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth
Anfang Juli der «Frankfurter Rundschau».
Besuchen Sie
uns auf der
AMB in Stuttgart
16.–20. Sept. 2014
Halle 4, Stand C12
Schneller zur perfekten Form
mit SINUMERIK
Mit den innovativen Technologie-Paketen SINUMERIK MDynamics zu mehr Produktivität
siemens.de / sinumerik
Präzise Bearbeitung, perfekte Oberflächen und hohe Prozesssicherheit –
der Werkzeug- und Formenbau stellt
hohe Anforderungen an die Verfahrenskette in der Fräsbearbeitung. Von der
Arbeitsvorbereitung über das Einrichten
an der CNC-Steuerung bis hin zur Fertigung – die CNC-Plattform SINUMERIK®
unterstützt den gesamten Bearbeitungs-
prozess. Mit der leistungsstarken
CNC-Steuerung SINUMERIK 840D sl und
den Technologiepaketen SINUMERIK
MDynamics mit intelligenter Bewegungsführung Advanced Surface steht Ihnen
ein optimales Lösungspaket für die
Hochgeschwindigkeitsbearbeitung zur
Verfügung.
Answers for industry.
Punktet mit Anschlagpunkten:
Die Kettenfabrik Unna GmbH & Co. KG
Breite Verwendung finden hierbei Last­
böcke und Ringschrauben. Beide Produkte
zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich
unter Last in Kraftrichtung ausrichten.
Die Gefahr der Produktdeformationen
mit Bruchgefahr wird dadurch vermin­
dert. Die Hebepunkte weisen gegenüber
herkömmlichen Varianten eine deutlich
höhere Tragkraft aus. So kommt die dreh­
bare Ringschraube «SunPoint» in der
Abmessung M 36 im geraden Zug auf
eine Tragfähigkeit von 16 t. Mit einer
Ringschraube entsprechend DIN 580 wird
für die gleiche Tragfähigkeit die Abmes­
sung M 64 benötigt. Während die Ring­
schraube DIN 580 in M 64 12,4 kg wiegt,
kommt die SunPoint­Ausführung auf
3,2 kg.
Yoke Ringbock RGB (u.) und Yoke SunPoint SPK (r.).
Jedes geschmiedete Teil und die Schraube sind
mit einem Rückverfolgbarkeitscode versehen.
Die Hebepunkte sind 100 Prozent rissgeprüft und
ermöglichen einen einfachen Schraubenwechsel
bei Verlängerung oder Reparatur.
Die Kettenfabrik Unna GmbH & Co. KG
wurde 1921 von Friedrich Jasper gegrün­
det. Das Unternehmen ist mit Dr. Ingo
Jasper nun in der 3. Generation und noch
immer zu 100 Prozent in Familienhand.
Der Unternehmensstandort war immer
Unna, mit bester Verkehrsanbindung
(A1, A2 und A44).
Dr. Manfred Jasper (u.) führt gemeinsam mit
seinem Sohn Dr. Ingo Jasper (o.) die Geschäfte
des Familienunternehmens.
Kettenfabrik Unna liefert Rundstahlketten,
Gabellaschenketten und Stahlgelenkketten
in vielen Abmessungen, Werkstoffen
und Standards. Da eine Kette allein nicht
eingesetzt werden kann, liefert das Un­
ternehmen auch die gesamte Peripherie:
Kettenräder, Schlösser, Anschlagelemente
etc. Alle Produkte können entsprechend
nationaler oder internationaler Normen
oder nach kundenspezifischen Vorgaben
geliefert werden. Im Bereich der genormten
Produkte besteht ein großes Warenlager,
so dass diesbezügliche Aufträge in der
Regel auch am Tag der Bestellung abge­
wickelt werden und die Ware am nächsten
Tag beim Kunden eintrifft.
Gut 30 Mitarbeiter sind am Unnaer
Standort bei der Kettenfabrik Unna
beschäftigt.
Zertifiziert ist das Unternehmen nach
ISO 9001 : 2008 und ISO 14001. Ketten­
fabrik Unna ist weiterhin zugelassen
vom Germanischen Lloyd und vom Bu­
reau Veritas. Beliefert werden die mei­
sten Industriebranchen, dazu gehören
z. B. der Werkzeug­ und Formenbau, der
Automobilsektor, die Zementherstellung
und ­verarbeitung, der Hoch­, Tief­ und
Bergbau, die holzverarbeitende Industrie,
aber auch Kraftwerke, Müllverbrennungs­
anlagen oder Recyclingbetriebe. Kunden
finden sich in allen Erdteilen – etwa
50 Prozent der Produkte werden ex­
portiert. Da Kettenfabrik Unna alle drei
Kettensysteme – Rundstahlketten,
Gabellaschenketten und Stahlgelenk­
ketten – liefert, ist das Unternehmen
für Ketten Komplettanbieter im Bereich
der Hebe­ und Fördertechnik.
Gerade für den Werkzeug­ und Formen­
bau stellt Kettenfabrik Unna mit seinen
Anschlagpunkten aus der Hebetechnik
wertvolle Produkte zur Verfügung.
Neben dem sicherheitstechnischen Vorteil
bedeutet das ein wesentlich einfacheres
Handling. Durch den großen Gewichts­
vorteil ergibt sich letztlich dann häufig
sogar noch ein Preisvorteil. Der Einsatz
von Ringschrauben in der Ausführung
SunPoint ist unter vielen Gesichtspunk­
ten sinnvoll. Sollte ein Hebevorgang mit
Bauteilen wie dem Lastbock oder SunPoint
nicht durchgeführt werden können, kann
Kettenfabrik Unna Sonderlösungen für
den jeweiligen Anwendungsfall entwi­
ckeln. |
Der neue «Yellow Point Lastbock» von Yoke.
Die Hebepunkte sind temperaturbeständig
von −40 °C bis +100 °C (bei 350 °C besteht
noch eine Tragfähigkeit von 75 %). Sie ver­
fügen über eine Dauerschwingbeständig­
keit von mindestens 20 000 Zyklen bei
1,5­facher Tragfähigkeit. Geprüft werden
die Bauteile mit dem 2,5­fachen der zu­
lässigen Tragfähigkeit.
Kettenfabrik Unna GmbH & Co. KG
Max­Plank­Straße 2
59406 Unna
Telefon +49 (0)2303 88060
Telefax +49 (0)2303 880688
info@kettenfabrik­unna.de
www.ketten.com
Der Yoke Baggeranschweißhaken BAH (l.)
Mit dem richtigen Gespür exakte Qualität beim Stahl:
Die MWT Meyer GmbH
Gegründet wurde die Meyer Werkzeug­
stahl Vertriebs GmbH von Andreas Meyer
im Jahr 1990. Heute leitet der gebürtige
Dortmunder als Geschäftsführer ca. 25
Mitarbeiter, die für das Unternehmen im
Nordwesten von Landsberg am Lech tätig
sind. Gerade die geographische Lage des
Standorts an der Celsiusstraße – unmit­
telbar zwischen der A96 und der B17 –
ermöglicht es, den Anschluss an Städte
wie Augsburg, Memmingen oder München
sowie an die Region Allgäu oder an Baden­
Württemberg flexibel und schnell zu
finden.
MWT Mayer sieht sich selbst als Vorlie­
ferant für den Werkzeug­ und Formen­
bau, ist Produzent für P­Platten und
Werkzeugstahl und fertigt insbesondere
CNC­Sonderbearbeitungen mit Tiefloch­
bohrungen bis 1200 mm und Fünf­Achs­
Bearbeitungen bis 2000 mm × 2000 mm
an. Auch exakte Sägezuschnitte gehören
zum hausinternen Portfolio – gerade
diese Präzisionsarbeit bei der Behand­
lung von Rohmaterialien zeichnet den
Betrieb aus.
Das Produktspektrum der MWT Meyer Werkzeug­
stahl Vertriebs GmbH reicht von P­Platten und
Werkzeugstahl bis hin zu Sägezuschnitten oder
CNC­Sonderbearbeitungen.
Als passende Ergänzung zu den eigenen
Tugenden steht die MWT Meyer GmbH seit
Anfang des Jahres in enger Kooperation
mit der Ravne Steel GmbH. Als Hauptlie­
ferant für Werkzeug­ und Schnellarbeits­
stähle profitiert MWT Meyer von dieser
Zusammenarbeit deswegen so stark,
weil Ravne Steel speziell ein Hersteller
für Warmarbeitsstahl für die Alumini­
umgussindustrie ist. Außerdem ist der
Betrieb spezialisiert auf Kunststoffformen­,
Schnellarbeits­ sowie Kaltarbeitsstähle.
Somit hat MWT Meyer ein «eigenes» Stahl­
werk im Rücken.
Im Laufe der fast 25­jährigen Firmen­
geschichte von MWT hat sich vor allem
die mechanische Bearbeitung sichtlich
verändert. Aufträge werden mit einer
Vielzahl von Fräs­ und Schleifmaschinen
getätigt. Zusätzlich werden moderne
Messmaschinen eingesetzt. Jährlich wird
sich der Maschinenpark erneuert damit
gewährleistet ist, dass sowohl Säge­ als
auch Fräsmaschinen immer auf dem
neusten Stand sind.
Gerade dieser bewusste Prozess der
Maschinenerweiterung trägt zur stetigen
Verbesserung der Qualität bei. Darüber
hinaus sichert die spezielle CAD/CAM­
Software Mastercam, dass Kundendaten
spezifisch in elektronischer Form schnell
umgesetzt werden.
Bei MWT Meyer wird auf schlanke und effiziente
Strukturen geachtet, dadurch kann das Unterneh­
men, das sich, dem Nashorn ähnlich, durch Kraft
und Schnelligkeit auszeichnet, Aufträge effizient
bearbeiten und die Ware schnell ausliefern.
Besonders der Aspekt der Schnelligkeit
liegt dem bayerischen Unternehmen
sehr am Herzen. «Schneller und besser
als der Wettbewerb in puncto Qualität
und Zeitmanagement sein – hierin unter­
scheiden wir uns von der Konkurrenz»,
ist sich Geschäftsführer Andreas Meyer
sicher. «Insbesondere bei der Bearbeitung
des Rohmaterials, bei Sägezuschnitten
und erst recht in der CNC­Sonderbear­
beitung heben wir uns durch die kurzen
und zuverlässigen Produktions­ und Liefer­
zeiten in dieser Branche ab. Das ist nicht
einfach so dahergesagt, sondern auf
unser Wort kann man sich verlassen!»
Mit diesem eigens erklärten Wettbewerbs­
plus geht die MWT Meyer GmbH mit brei­
ter Brust an die Arbeit, um weitere Kun­
den im Werkzeug­ und Formenbau zu
gewinnen. Obwohl vereinzelte Handels­
partner aktuell schon global u. a. in Taiwan,
Brasilien, China oder den USA angesiedelt
sind, befindet sich der Kundenstamm im
süddeutschen Raum. Dabei handelt es
sich überwiegend um Kunden aus dem
Automotive und um Zulieferer des Werk­
zeug­ und Formenbaus.
Nichtsdestotrotz soll der Kundenkreis
Jahr für Jahr erweitert werden, indem –
neben Außendienstaktivitäten – auch
Nicht nur über ein eigenes Sägecenter, sondern
auch über einige Wärmebehandlungs­Öfen ver­
fügt das Unternehmen. Auf Kundenanfragen be­
züglich Wärmebehandlung und Vakuumhärtung
kann mit kurzen Reaktionszeiten reagiert werden.
gerade intensive Messeauftritte dazu
genutzt werden, um die Branche für sich
zu interessieren. Zuletzt stellte MWT
Meyer auf der EuroMold und der wfb in
Augsburg aus, und auch auf der Fakuma
im kommenden Oktober wird Präsenz
gezeigt werden.
Ebenfalls großen Wert legt der Betrieb im
Übrigen auf die profunde Ausbildung der
eigenen Mitarbeiter. Sowohl gewerblich
als auch kaufmännisch bildet die MWT
Meyer GmbH im eigenen Haus aus – fast
jeder der Auszubildenden wird übernom­
men. Das Unternehmen fordert von den
jungen Arbeitskräften nämlich absolute
Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Loyalität
sowie Pünktlichkeit.
Das sind die obersten Prämissen, die der
Betrieb an die Mitarbeiterschaft weiter­
geben möchte, weil sie auch Geschäfts­
führer Andreas Meyer so gelehrt bekam.
Seit etwa 35 Jahren ist er nun in dieser
Branche tätig und durch seine Herkunft
aus dem Ruhrgebiet kann er mit Stolz
behaupten, dass er «mit dem Geruch vom
Stahl aufgewachsen ist und den Beruf
von der Pike auf gelernt hat». MWT Meyer
hat eben das perfekte Gespür für stahl­
harte und exakte Qualität. |
MWT Meyer GmbH
Celsiusstraße 17
86899 Landsberg am Lech
Telefon +49 (0)8191 94770
Telefax +49 (0)8191 947730
email@mwt­meyer.de
www.mwt­meyer.com
Werkzeugstahl-Vertriebs-GmbH
Werkstofftechnik
Verband und Netzwerk
VDWF im Dialog 2/2014
Die 21. VDWF-Hauptversammlung –
zu Gast bei exeron in Oberndorf
Am 27. März trafen sich die Mitglieder
und Sponsoren des VDWF zur alljährlichen
Hauptversammlung. Rund 75 Teilnehmer
folgten der Einladung des Verbands und
reisten nach Oberndorf im Landkreis Rott­
weil zwischen Schwarzwald und Schwäbi­
scher Alb. Zu Gast beim Erodiertechnikund HSC-Spezialisten exeron, wurden
umfangreiche Neuigkeiten über die Ent­
wicklung und die Aktivitäten des Verbands
präsentiert.
Berichte des Präsidenten und des
Geschäftsführers
Pünktlich um 9.30 Uhr begrüßte Präsi­
dent Professor Thomas Seul die Verbands­
mitglieder, bevor Geschäftsführer Heiko
Semrau im ersten offiziellen Teil der
Veranstaltung von den Aufgaben und
Herausforderungen in seinem ersten
Amtsjahr berichtete und stolz auf den
erneuten Mitgliederzuwachs sowie auf
den ausgeglichenen Haushalt verwies.
Professor Seul berichtete dann im Rück­
blick auf das Jahr 2013 u. a. über seine
Aufgaben als Repräsentant des Verbands
sowie von seinen Besuchen bei Veranstal­
tungen und bei Unternehmen, aber auch
von der Exkursion an den Bosporus, bei
der sich die VDWF-Delegation ein Bild
des türkischen Marktes und der «türki­
schen Konkurrenz» machen konnte. Re­
sümierend kam Seul zu dem Schluss, dass
sich die Marke «Deutscher Werkzeugund Formenbau» stetig und «unglaublich
gut» weiterentwickelt – und sich dadurch
mit einer äußerst soliden Basis etabliert
hat. Dennoch gelte es für die heimischen
Betriebe, stets weiter an sich zu arbeiten.
«Gerade bei den Themen, die das einzelne
Unternehmen nur schwer im Tagesgeschäft
stemmen kann, gilt es für den VDWF, um­
fassend Präsenz zu zeigen und den Fokus
auf die Punkte zu lenken, die die Verbands­
mitglieder besonders berühren, wo sie
besonders Unterstützung benötigen»,
erklärte Seul. Der Präsident sieht hier drei
wesentliche Säulen der Verbandsarbeit:
–Beim Marketing muss der VDWF über
Lobbyarbeit als Interessenvertretung in
der Wirtschaft und in der Politik agieren.
–Auch bei der Aus- und Weiterbildung tritt
der Verband als aktiver Kooperations­
partner und nicht «nur» als Berater auf.
–In angewandten Forschungsprojekten
formuliert der VDWF übergreifende Fragen,
die wiederum im Verband als Netzwerk­
projekte beantwortet werden.
In diesem Zusammenhang stellte Professor
Bay und hob dabei besonders hervor,
Seul für den Werkzeug- und Formenbau
dass die teilnehmenden Schüler «über
relevante Ergebnisse der «Roadmap-Studie
den üblichen Lehrplan hinaus» vor allem
Maschinenbau Thüringen» vor. Eine gezielte
Know-how rund um den SpritzgussVerbandsumfrage im Rahmen dieser For­
Prozess vermittelt bekommen. Eine Tat­
schungsarbeit, bei der Thomas Seul die
sache, die die «Jungs und Mädels» mit
Arbeitsgruppe leitete, führte den Präsiden­
ihrem zusätzlichen Wissen befähige, «selb­
ten neben der Eigensituationsanalyse der
ständiger zu arbeiten und dem Unter­
Unternehmen vor allem zu der Erkennt­
nehmer so über kurz oder lang auch Geld
nis, dass ein Unternehmen erst die Pro­
zu sparen», erklärte Bay.
zesse des eigenen Kunden verstehen
müsse, um dann das Produkt bestmög­ Der letzte Teil der Hauptversammlung
lich für ihn vorbereiten zu können. Das
bestand in der Vorstellung eines Schu­
stelle den «wahren Schlüssel zum Erfolg»
lungskonzepts von Dr. Helmut Weinzierl
dar.
und Benedikt Müller von der Zahlenwerk
GmbH aus München zum Thema «Grund­
lagen der Betriebswirtschaft – praktisch
Projektarbeit im Verband
und anwendungsnah vermittelt».
Einen besonderen Schwerpunkt der
Hauptversammlung setzte die Diskussion
über die künftige strategische Ausrich­
tung der VDWF-Messepräsenzen. Ulrich
Kromer von Baerle, Geschäftsführer der
Landesmesse Stuttgart, stellte diesbezüg­
lich den Anwesenden das Konzept für
eine neue Branchenmesse in der badenwürttembergischen Landeshauptstadt
vor. Es folgten äußerst konstruktive Ge­
spräche unter den Verbandsmitgliedern,
die in der Folge mit nur einer Enthaltung
für eine Beteiligung des VDWF an der
«Moulding Expo» votierten. Nach dem
Mittagessen standen dann weitere Ab­
stimmungen auf dem Programm. Unter
anderem kam auch die Frage auf den
Wahlzettel, ob der Messeauftritt des Ver­
bands neu geplant werden soll. Diese
wurde ebenfalls durch ein fast einstim­
miges Bekenntnis der Mitglieder mit «Ja»
beantwortet.
Die Entwicklung des VDWF-Ausbildungs­
programms wurde in einem weiteren
Tagesordnungspunkt von Ausbildungs­
vorstand Markus Bay dargelegt. Die Initia­
tive stelle sich weiterhin als großartige
Bereicherung für alle involvierten Parteien
heraus. Neben den «verbandseigenen
Studiengängen» an der FH Schmalkalden
stellte Bay auch die im letzten Jahr ein­
geführten zweiwöchigen überbetrieblichen
Ausbildungsmaßnahmen vor. «Die Lehr­
linge profitieren durch ihren enormen Vor­
sprung an Wissen und Erfahrung», sagte
Jubilare
Für ihre 10-jährige Mitgliedschaft im
Verband wurden anschließend folgende
Unternehmen ausgezeichnet:
–μ-Tec GmbH (Chemnitz)
–Amberger Werkzeugbau GmbH
(Sulzbach-Rosenberg)
–Bosch+Heck GmbH (Laichingen)
–Cimatron GmbH (Ettlingen)
–Eitech GmbH (Pfaffschwende)
–Form-Technik Normalien GmbH
(Laichingen)
–Franz Gsodam Maschinenbau (Römerstein)
–Kind-tec (Wernau)
–Kummer Werkzeugbau GmbH
(Gummersbach)
–Werz Vakuum-Wärmebehandlung GmbH
(Gammertingen-Harthausen)
78
Des Weiteren erhielt David Erz
(Werkzeugbau Erz, Laichingen) für sein
10-jähriges Jubiläum als Kassenprüfer
eine persönliche Ehrung.
Firmenrundgang bei exeron
Im Anschluss an den offiziellen Teil kamen
die VDWF-Mitglieder in den Genuss einer
Firmenbesichtigung der exeron GmbH.
In mehrere Gruppen aufgeteilt, konnte die
Betriebsstätte des Gastgebers erkundet
werden. Durchweg beeindruckt waren
die Mitglieder von der gezeigten Qualität
bei der Maschinenfertigung, aber auch
vom durchdachten Arbeitsumfeld und
vom freundlichen Betriebsklima, das sich
laut Geschäftsführer Gerd Götz «natürlich
auch in der Güte der exeron-Produkte
widerspiegeln soll». Auch die Möglichkeit,
Maschinen live bei der Bearbeitung von
Probe-Werkstücken zu begutachten,
führte zu einem rundum informativen
Einblick in die Betriebs- und Fertigungs­
strukturen des Schwarzwälder Unterneh­
mens.
Ein gemütliches Beisammensein im
Hotel-Gasthof Löwen im benachbar­ten
Dornhan bildete den Ausklang der
VDWF-Veranstaltung. Bei einem köstli­
chen schwäbischen Abendessen, zu dem
großzügigerweise der exeron-Vertriebs­
partner Hans Knecht eingeladen hatte,
tauschten die Verbandsmitglieder in
lockerer Atmosphäre bis in den späten
Abend zahlreiche Erfahrungen und
Ideen aus. |
79
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
Bestenlehrer GmbH
Neues aus dem Verband
Oberflächen für Werkzeuge
Einsteinstr. 22
91074 Herzogenaurach
Telefon: +49 (09132) 780 70
Telefax: +49 (09132) 780 744
E-Mail: info@bestenlehrer.de
www.bestenlehrer.de
Tebis feiert in Martinsried sein
30-jähriges Jubiläum
Wenn bei CAD/CAM­Experte Tebis Haus­
messe ist, merken sich Fachleute aus
dem Werkzeug­, Formen­ und Modellbau
diesen Termin gern vor. Denn die Veran­
staltung in Martinsried bei München ist
immer ein willkommener Anlass, sich
auf Vorträgen und an Themenständen
über die neuesten Trends im Konstrukti­
ons­ und Fertigungsbereich zu informie­
ren. Dieses Jahr war die Mitte Mai statt­
findende Hausmesse jedoch etwas ganz
Besonderes: Tebis wurde 30 Jahre alt.
Der VDWF unterwegs – Vorstandssitzung bei GEZEA in Eisenach-Stedtfeld
HAM mit neuer Geschäftsführung aus
der Familie
Anfang April traf sich der Verbands­Vor­
stand bei der GEZEA Grafit, HSC­Fräs &
Erodierzentrum Eisenach GmbH. Am Vor­
mittag fand die Sitzung statt und nach
getaner Arbeit und gemeinsamem Mittag­
essen mit der GEZEA­Belegschaft – es
wurde extra der Grill für «echte Thüringer»
angefeuert – konnte sich die VDWF­
Führung zudem noch bei einem Firmen­
rundgang ein Bild des 28­Mann­Unter­
nehmens machen.
Nachdem im Frühsommer 2013 der Fir­
mengründer und langjährige Unterneh­
menschef der Firma HAM, Andreas Maier,
verstarb, wurde innerhalb der Familie die
erforderlich gewordene Nachfolgerege­
lung getroffen. Die neue Geschäftsfüh­
rung bei HAM Hartmetall­Werkzeugfabrik
Andreas Maier GmbH und der Gruppen­
unternehmen besteht nun aus den Fami­
lienmitgliedern Petra Eberle, die sich für
Finanzen und Personal verantwortlich
zeigt, Günter Eberle (l.) für den Vertrieb
und in der Produktion Andreas Marcus
Maier.
«Für uns sind diese Treffen immer wieder
ein willkommener Anlass, unsere Verbands­
mitglieder zu besuchen», erklärt Barbara
Ellinger­Walter. Die Finanzvorständin beim
VDWF zeigte sich durchweg angetan von
dem «äußerst gut organisierten Betrieb,
der sich trotz hohem Fertigungsniveau
stets Gedanken über die Verbesserung
der internen Abläufe macht». Umgekehrt
würdigen die beiden Geschäftsführer,
Frank Köllner und sein Sohn Henning
die entgegengebrachte Aufmerksamkeit
der Besucher sehr. Henning, Köllner: «Wir
sind nun seit knapp zwei Jahren Mitglied
im Verband und schätzen hier das ge­
lebte Netzwerk. Sei es auf den gemein­
samen VDWF­Messeständen oder bei
solchen Besuchen vor Ort – erst dieser
informelle Austausch hält die Branche
wirklich freundschaftlich zusammen. |
Gleichzeitig wurde im Management der
ersten und zweiten Führungsebene des
VDWF­Mitglieds erfolgreich ein Revire­
ment vorgenommen. Die Neuorganisa­
tion wurde auch bei der Auditierung
nach ISO 9001 VDA 6.4 bzw. nach EN
ISO 13485 (Medizintechnik) präsentiert
und von den Auditoren ohne jegliche
Einschränkung akzeptiert. Bei HAM ist
man daher sehr zuversichtlich, zusam­
men mit allen Mitarbeitern, Geschäfts­
partnern, Lieferanten und Kunden sowie
auch mit allen begleitenden Institutio­
nen, das Unternehmen ganz im Sinne
des Gründers weiterentwickeln und das
Jahr 2014 weiterhin erfolgreich gestalten
zu können. |
80
In den 1980er Jahren hatten die Gründer
von Tebis genau das richtige Gespür –
Tebis war eines der ersten CAD/CAM­
Systeme, das auf dem PC lief. Auf diese
Weise konnten kleine und mittelständi­
sche Unternehmen Wege gehen, die bis
dahin nur großen Firmen vorbehalten
waren. Seitdem ist Tebis stets ganz vorn
dabei. Auf der Jubiläumsveranstaltung
wechslungsreichen Zeitreise ein und
zeigte seinen Gästen im hauseigenen
Museum die wichtigsten Etappen auf
dem Weg zum Erfolg. Außerdem konnten
die Besucher auf der Tebis­»Powerline»
ihre Phantasie, Ideen und Visionen fest­
halten. Auf 8 m Länge entstand so das
beeindruckende Bild einer Partnerschaft,
die weit über die alltägliche Arbeit hinaus­
geht. |
6 Tage Woche ohne Aufpreis
Zuverlässigkeit und Termintreue
Alle Arten von Polituren an Spritzguss-, Druckguss- und Umformwerkzeugen
Ihr zuverlässiger Partner seit 1979
Mechanisch Polieren
Laserpolieren
Laserschweißen
Beschichten
Härten
Ralf Dürrwächter ist neuer Marketingleiter beim VDWF
Unsere Kompetenz ist Ihr Gewinn
Zum Halbjahreswechsel wurde es offiziell:
Ralf Dürrwächter, den bereits etliche Ver­
bandsmitglieder von seiner Vertiebstätigkeit
für die Segoni AG oder als Lehrbeauf­
tragter an der FH Schmalkalden kennen,
übernimmt nun in Vollzeit die Leitung des
Verbandsmarketings. «Wir sind schließlich
keine ‹Pommesbude›», erläutert Professor
Thomas Seul den Schritt, diese Stelle zu
schaffen und erstmals zu besetzen. Mit der
stetig steigenden Mitgliederzahl und den
anstehenden Aufgaben, z. B. auch bei der
neuen Stuttgarter Werkzeug­ und Formen­
bau­Messe Moulding Expo, kommen, so
der VDWF­Präsident, auch neue und um­
fassendere Anforderungen im Marketing­
bereich auf den Verband zu.
Ralf Dürrwächter freut sich jedenfalls sehr
auf das, was ansteht. «Eine ideale Stelle für
mich», erklärt der 39­jährige Backnanger
Betriebswirt, fordert aber auch selbstsicher
zur Teilhabe auf: «Mit der Werkzeug­ und
Formenbau­Branche bin ich beruflich auf­
gewachsen – ich kenne die Wünsche und
Sorgen der Unternehmen, aber auch deren
Stärken, deren Leidenschaft. Fordern Sie
mich, reden Sie mit mir – auch ich bin
nämlich nur so gut wie das Netzwerk.»
Beim VDWF ist man jedenfalls sicher, dass
der leidenschaftliche Gitarrenspieler auch
hier den richtigen Ton trifft. |
werkstoffehersteller. Monticone verstehe
sich auch als Mittler zwischen OMG und
der Vacuumschmelze und verfolge in
seiner neuen Position langfristig ausge­
richtete Ziele wie die globale Positionie­
rung der Vacuumschmelze und die Stei­
gerung der Kapitalrendite, heißt es bei
VAC. Beim amerikanischen Spezialchemie­
konzern OMG war Monticone, der kana­
discher und italienischer Abstammung
ist, zuletzt Treasurer und berichtete in
dieser Funktion direkt an den CFO des
Unternehmens. Weitere berufliche Sta­
tionen waren u. a. die Olin Corporation
in Houston, Texas, und davor Pioneer
Companies.
Carl Monticone ist neuer Finanzvorstand der Vacuumschmelze
Die Vacuumschmelze (VAC) bekommt
mit Carl Monticone einen neuen CFO.
Der Treasurer des VAC­Eigentümers, OMG,
kommt von Cleveland, Ohio, nach Hanau,
um die Geschäftsführung der VAC zu
vervollständigen. In seiner neuen Position
verantwortet Monticone die Bereiche
Rechnungswesen, Controlling, Material­
wirtschaft und IT beim hessischen Spezial­
Der 42­Jährige investiert momentan viel
Zeit in das Erlernen der deutschen Spra­
che, die er auch brauche, um seine Ziele
umzusetzen: «Die VAC spielt eine Schlüs­
selrolle bei OMG», so Monticone. «Der
Konzern will auf der Technologieführer­
schaft der VAC aufbauen und die Mitar­
beiter fördern, um Entwicklungsprozesse
mit Kreativität und Know­how voranzu­
treiben, bis die VAC zu einem weltweiten
Marktführer gewachsen ist.» |
81
VDWF im Dialog 2/2014
VDWF im Dialog 2/2014
82
Kooperation im Blick – VDWFGeschäftsführer besucht die Türkei
Mitte Mai folgte der Verbands­Geschäfts­
führer Heiko Semrau der Einladung des
türkischen Werkzeug­ und Formenbau­
verbands UKUB nach Bursa. In der etwa
100 km südlich von Istanbul gelegenen
Industriemetropole fand ein dreitägiges
Seminar über eine mögliche engere Zu­
sammenarbeit der Branchen in Deutsch­
land und in der Türkei statt. Neben Fach­
vorträgen über aktuelle Forschungser­
gebnisse bei der Kunststoffverarbeitung
berichteten sowohl Vertreter türkischer
Hochschulen und Institute als auch eine
Delegation des Fraunhofer­Instituts für
Produktionstechnologie IPT über anvisierte
Entwicklungen in der Werkzeug­ und
Formenbau­Branche. Heiko Semrau stellte
in diesem Zusammenhang einige techni­
sche Entwicklungen aus Deutschland vor
und berichtete von den verbandseigenen
Aus­ und Weiterbildungsprogrammen.
«Die türkischen Unternehmen sind heiß
auf Partnerschaften mit deutschen Firmen.
Einerseits besteht der Wille, hochpräzise
Werkzeuge zu beziehen, um hochwertige
Produkte im eigenen Land produzieren
zu können, andererseits steht das Angebot
der UKUB mit dem VDWF und seinen Mit­
gliedern Forschungsaufgaben und konkrete
Projekte gemeinschaftlich anzugehen»,
resummiert Semrau die persönlichen Ein­
drücke seines Besuchs. Weitere Workshops
zur vertrauensvollen Annäherung sollen
folgen – so zumindest vereinbarten es
beide Seiten zum Abschied. |
23. Fakuma
Internationale
Fachmesse für
Kunststoffverarbeitung
VDWF-Grillfest bei Schenk & Schmid
mit Teilnehmerrekord
Ein freundliches «Come together» mit
Kaffee und Kuchen eröffnete das diesjäh­
rige Grillfest der Schenk & Schmid GmbH
in der Gartenwirtschaft Gerberwiesen, die
der ehemalige Verbands­Geschäftsführer
Willi Schmid vor acht Jahren gegründet
hatte. Gut gelaunt trafen rund 130 Ver­
bandsmitglieder zur Veranstaltung im
oberschwäbischen Schwendi ein. Beson­
ders freuen konnten sich die VDWF­Gäste
über die Anwesenheit der Vertreter der
Messe Stuttgart, in persona von Gunnar
Mey und Florian Schmitz. Ein deutliches
Zeichen dafür, dass die im nächsten Jahr
geplante Moulding Expo sich eng mit
der Branche verknüpft.
Viele umfangreiche Gespräche in kollegi­
aler Atmosphäre wurden geführt und
auch die zahlreich mitgereisten Familien­
mitglieder fühlten sich beim sommerlichen
Branchentreff gut aufgehoben. Zu jeder
Zeit war es den Besuchern möglich, selb­
ständig einen Rundgang zu unternehmen
und die Geschäftsstelle des VDWF oder die
Werkhallen des Werkzeugbaus Schenk &
Schmid zu begutachten. Auch Einblicke
in die Schreinerei Schmid sowie in die
Räumlichkeiten der Schmid Produktions­
systeme wurden gewährt. Für jegliche
Fragen und Anliegen stand den Gästen
die äußerst freundliche und kompetente
Belegschaft der «Schmid’schen» Betriebe
aus Schwendi Rede und Antwort.
Im etwa zwei Kilometer entfernten Groß­
schafhauser Lloyd­Museum, einer einge­
richteten Heimat für einige der bis 1961
gebauten Nostalgie­Fahrzeuge, konnten
Oldtimer­Freunde und Automobil­Inter­
essierte sich vom Zauber der alten Tage
verführen lassen.
Dem Gastgeber gebührte am späten Nach­
mittag dann Applaus und Dank der an­
wesenden Verbandsmitglieder. Ein Olean­
derfeigenbaum als Symbol der Zuneigung
und des Respekts für die langjährige Tätig­
keit im VDWF wurde Willi Schmid über­
geben. Dieser unterband dann kurzerhand
weitere Danksagungen und bat alle Gäste
zu Tisch – schließlich «dürfe das Grillfleisch
auf keinen Fall verkohlen!».
Um die knurrenden Mägen der VDWF­
Mitglieder zu beruhigen, dafür sorgte
Schenk & Schmid großzügig. So konnte
man sich auf ein reichhaltiges Grill­ und
Salatbuffet freuen. Mit feinen, auf sieben
Grillanlagen feuergeküssten Fleischspezia­
litäten, lecker herzhaften Beilagen sowie
mit buntesten Salatvariationen wurden
die Anwesenden sichtlich verwöhnt. Auch
die vegetarischen Gäste kugelten sich
am Ende des Essens wunschlos glücklich
und satt vor dem Lagerfeuer.
Eine gut befüllte Getränkebar trug zur
allgemein entspannten Stimmung bei,
denn sowohl exotische Cocktails und
Longdrinks als auch frisches Bier konnten
die Gäste bis in den späten Abend zu sich
nehmen. Ebenso versorgten antialkoholi­
sche Fruchtmischungen die Fahrer und
Nicht­Trinker des Grillfests, so dass nie­
mand auf dem Trockenen sitzen musste.
Damit nicht nur die Kehlen, sondern
auch die Ohren verwöhnt werden, küm­
merte sich Wolfgang Ehmann von der
fbb Formenbau Buchen GmbH freundli­
cherweise um den musikalischen Part. Und
das aus gutem Grund: Ehmann ist Dirigent
und Mitglied des Akkordeonvereins Götzin­
gen und zusammen mit seinem Orchester
brachte er die Verbandsmitglieder ordent­
lich in Schwung. Viele waren von den
Fertigkeiten der Harmonika­Gruppe faszi­
niert, weil neben üblichen Klassikern auch
moderne Stücke der Toten Hosen oder von
AC/DC gespielt wurden – wahrlich ein mu­
sikalisches Feuerwerk, «passend zum infor­
mellen Anlass», wie Willi Schmid feststellte.
«Wenn wir uns aus dem Verband in locke­
rer Runde treffen, gehen auch nach Stun­
den die Diskussionsthemen nicht aus.»
Einem guten Zweck diente das Grillfest
obendrauf auch noch. 1800 Euro können
dem Kinderhospiz St. Nikolaus in Grönen­
bach gespendet werden und so neigte
sich ein toller VDWF­Grillfestabend dem
Ende zu. Gäste, die sich für eine Über­
nachtung – im Hotel oder campend auf
dem Schenk & Schmid­Firmengelände –
entschieden, wurden auch am Tag danach
umsorgt. Wieder erwies sich Willi Schmid
als vorbildlicher Gastgeber, denn ein tradi­
tionelles Weißwurstfrühstück stärkte die
letzten Besucher vor der Heimreise. |
Spritzgießmaschinen
Thermo-Umformtechnik
Extrusionsanlagen
Werkzeugsysteme
Werkstoffe und Bauteile
14. – 18.
OKTOBER 2014
FRIEDRICHSHAFEN
www.fakuma-messe.de
83
VDWF im Dialog 2/2014
Termine und Veranstaltungen
– EuroMold Brasil
Joinville, 18. – 22. August
–VDWF-CE-Workshop
Lüdenscheid, 1. September
–VDMA-VDWF-Anwenderforum
zum Thema «Schnittbau»
Chemnitz, 10. September 2014
–AMB
Stuttgart 16. – 20. September
–Südwestfälische Technologie-Ausstellung
Lüdenscheid (SWTAL), 18. – 20. September
–VDWF-CE-Workshop
Schwendi, 23. September
– VDWF-Seminar
«Toleranzen von Kunststoffformteilen»
Schwendi, 25. September
–VDWF-Ausbildungsinitiative Modul 2
Zella-Mehlis, 13. – 24. Oktober
–AfriMold
Johannesburg, Südafrika, 14. – 16. Oktober
–Fakuma
Friedrichshafen, 14. – 18. Oktober
–VDWF-Heidenhain-Workshop
Schwendi, 28. – 29. Oktober 2014
–wi-swf-Fachtagung
«Präzision planen, produzieren,
kontrollieren, dokumentieren»
Lüdenscheid, 11. – 12. November
–VDWF-Ausbildungsinitiative Modul 2
Zella-Mehlis, 17. – 28. November
–VDWF-CE-Workshop
Schwendi, 18. November
– VDWF-Seminar
«Toleranzen von Kunststoffformteilen»
Schwendi, 10. November
–EuroMold
Frankfurt am Main, 25. – 28. November
Verlag und Herausgeber
VDWF – Verband Deutscher
Werkzeug- und Formenbauer e. V.
Gerberwiesen 3
88477 Schwendi
Telefon +49 (0)7353 9842299
Telefax +49 (0)7353 9842298
info @ vdwf.de
www.vdwf.de
Präsident Prof. Dr.-Ing. Thomas Seul
Geschäftsführer Heiko Semrau
Redaktion VDWF mit wortundform
Verantwortlich im Sinne des Presserechts
Willi Schmid, VDWF, Schwendi
Gestaltung und Technik
wortundform GmbH
Entenbachstraße 35
81541 München
Telefon +49 (0)89 62500535
Telefax +49 (0)89 62500536
ask@wortundform.de
www.wortundform.de
Herstellung
mediaGroup le Roux
Daimlerstraße 4 – 6
89155 Erbach
Telefon +49 (0)7305 93020
Telefax +49 (0)7305 930250
info@ mediagroup-leroux.de
www.mediagroup-leroux.de
Anzeigen
Melanie Hofmann, VDWF
werbung@ vdwf.de
Mediadaten www.media.vdwf.de
AGB www.agb.vdwf.de
Erscheinungsweise dreimal im Jahr
Druckauflage 11 000 Exemplare
Verbreitete Auflage 9578 Exemplare
(Angaben des 4. Quartals 2013)
Geprüft von der Informationsgesellschaft zur Feststellung der
Verbreitung von Werbeträgern
Preise
Einzelheft: 9,50 Euro, Jahres-Abonnement im
Inland über drei Aus­gaben: 25 Euro (inklusive
Porto und Versand). Das Abonnement kann
unter www.vdwf.de bestellt werden. Für die
Mitglieder des VDWF erfolgt der Bezug der
Zeitschrift im Rahmen ihrer Mitgliedschaft
ohne gesonderte Berechnung.
Bildnachweise
–Titel: Ewikon
–Seite 3: BDI
–Seite 5, 1. v. o.: University of Illinois
–Seite 5, 2. v. o.: Ewikon
–Seite 5, 3. v. o.: Rosenthal
–Seite 5, 4. v. o.: Kerstin und Dirk Falke
–Seite 5, 5. v. o.: wortundform
–Seite 7 unten: Cecil Karges.
–Seite 8 oben: Dane Smith-Horn,
Viola Wengler, Vasiliki Corakas
–Seite 8, unten: Paul Ketz
– Seite 12 – 13: wortundform
–Seite 16: wortundform
–Seite 17: Formenbau Althaus
–Seite 18: wortundform
– Seite 20 – 21: University of Illinois
– Seite 22 – 25: Ewikon
– Seite 26 – 28, 30: Rosenthal
–Seite 29: wortundform
–Seite 39 oben: Richard Branson
–Seite 39 unten: laif
–Seite 40 oben: Axel Springer
–Seite 40 unten: Google
–Seite 41 oben: dpa
–Seite 41 unten: Roland Berger
–Seite 42 oben: Rewe
–Seite 42 unten: Swiss Re
–Seite 43: imago
–Seite 44: wortundform
–Seite 46 oben: Pressefoto Baumann
–Seite 46 Mitte: dpa
–Seite 46 unten: imago
–Seite 48 – 50: Kerstin u. Dirk Falke
–Seite 52: flickr.com/Ahmad Hammoud
–Seite 52 u.: flickr.com/Hossam el-Hamalawy
–Seite 53: Al Jazeera
–Seite 54 oben: flickr.com/Niklas-B
–Seite 54 unten: flickr.com/Bakar 88
–Seite 55: Eni
–Seite 56 oben: citypictures
–Seite 56 unten: BMW
–Seite 58, 60 ­– 61: wortundform
–Seite 63 links: Heiko Semrau
–Seite 63 rechts: Udo Nowak
– Seite 66 – 70: Thermodyna
–Seite 76 – 77, 80 r., 81 l. und o.: wortundform
–Seite 81 rechts unten: Tim Neugart
Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau,
Design und Produktentwicklung
us!
a
e
25. – 28. November 2014
i
S
len
l
e
t
S
Frankfurt/Main, Messegelände
EuroMold –
wo neue
Produkte
entstehen!
www.euromold.com
Ausgabe 2/14
Mehrfenstertechnik
Tebis auf der AMB:
16.-20. Sept. 2014, Stuttgart
Halle 4, Stand B51
Hintergrundberechnung
Echte
64-Bit-Power
Bis zu 20 %
Zeitersparnis
Punkteverteilung
Rippen- und
Nutenbearbeitung
Tebis Technische Informationssysteme AG • Einsteinstr. 39 • 82152 Martinsried/Planegg • Tel. +49/89/81803-0 • info@tebis.com • www.tebis.com
Schukey-Motor
Der neue Standard für höchste CAD/CAMProduktivität. Die Tebis V3.5 R7 ist effizient und extrem
produktiv. Mehrfenstertechnik lässt Sie in mehreren Dateien
gleichzeitig arbeiten, während die Hintergrundberechnung
Werkzeugwege erstellt. Die Nutenbearbeitung analysiert Nuten
automatisch und optimale Fertigungsstrategien sorgen für exzellente
Programme. Höchst anspruchsvolle Qualitätsvorgaben erfüllen Sie leicht
durch die neue Punkteverteilung. Reden wir darüber: Tel. +49/89/81803-0
Manche mögen’s heiß:
Prozesssicher und
hochfachig komplexen
Anforderungen begegnen
Tebis Version 3.5 Release 7
Ottmar Hitzfeld
Ecodesign
VDWF im Dialog Magazin des Verbands Deutscher
Werkzeug- und Formenbauer e.V.
Preis 9,50 € Ausgabe 2/14
ISSN 1860-4935www.vdwf.de
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
93
Dateigröße
24 278 KB
Tags
1/--Seiten
melden