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Ausgabe Oktober 2014 - und Handelskammer Ostthüringen zu Gera

EinbettenHerunterladen
OSTTHÜRINGER
WIRTSCHAFT
O k to ber
www.gera.ihk.de
Zahlen und Fakten
Ostthüringer Wirtschaft
steigerte Export
Seite 3
Management
Kennzeichnungspflichten
für Lebensmittel
Seite 11
Wirtschaftsfaktor
Tourismus
Seite 12
Seite 20
© 2014 www.marofke-werbung.de
IHK AKTUELL
Unternehmer fordern stärkeren
Abbau von Bürokratie
10 / 2014
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Edit orial
Monika Lips
Inhaberin des Hotel-Restaurant
Zwergschlösschen e. K.
Vorsitzende des IHK-Tourismusausschusses
Gastgewerbe zwischen Aufwind und Kostendruck
Gäste geben Geld aus
Tourismus ist ein oft unterschätzter Wirtschaftsfaktor. Gäste, ob sie nun privat oder
­geschäftlich unterwegs sind, brauchen nicht nur eine Unterkunft. Sie gehen essen, k­ aufen
ein, fahren Taxi oder Bus, besuchen Museen, Bäder oder Veranstaltungen – kurz sie
­geben Geld aus und sorgen somit für Umsätze in vielen Branchen.
Branche profitiert mit attraktiven
­Angeboten und Servicequalität
Der frühe Sommer und die Fußballweltmeisterschaft haben in diesem Jahr für zusätz­
lichen Auftrieb in den Hotels, vor allem aber in der Gastronomie, gesorgt. Das zeigt die
aktuelle Konjunkturumfrage der IHK. Die Umfrage zeigt auch, dass sich die Verunsiche­
rung der Wirtschaft durch die zahlreichen Krisenherde in der Welt noch nicht auf die
Konsumlaune der Deutschen ausgewirkt hat. Davon haben nicht nur der Handel und die
Immobilienbranche profitiert, sondern auch der Tourismus – zumindest dort, wo es
­attraktive Angebote gibt sowie Qualität und Service stimmen. Wenn der Gast sich wohl­
fühlt, kommt er auch wieder und empfiehlt es gern Familie und Freunden. Potenzial gibt
es bei uns vor der Haustür in Ostthüringen genug, egal ob Natur an den Saalestauseen,
Kultur in den Städten oder Geschichte in Burgen und Schlössern.
Einige wirtschaftpolitische
­Entscheidungen sind kontraproduktiv
So gut die touristischen Voraussetzungen auch sind, einige wirtschaftpolitische Entscheidungen erweisen sich als kontraproduktiv. Zu den (politisch gewollten) steigenden
Energiekosten kommen höhere Gebühren, zum Beispiel für die GEMA. Die Geraer
­Hoteliers müssen auch weiterhin als einzige in Ostthüringen die unsägliche „Betten­
steuer“ aufbringen. Richtig teuer wird aber die Einführung des Mindestlohns, vor allem
für die kleinen Betriebe. Es ist nicht damit getan, das Einkommen der Geringverdiener
zu erhöhen. Das Lohngefüge in den Unternehmen gerät aus dem Gleichgewicht, so dass
auch die Gehälter aller anderen Mitarbeiter entsprechend angeglichen werden müssen.
Leistungsfähige Gehälter
erst erwirtschaften
Natürlich wollen wir Unternehmer unseren leistungsfähigen Mitarbeitern auch leistungsfähige Gehälter zahlen. Sie sind unser wichtigstes „Kapital“, der direkte Draht zum
­zahlenden Gast. Jeder Unternehmer will durch ansprechende Arbeitsbedingungen (auch
finanzielle) sein Fachpersonal halten und Azubis für eine Ausbildung begeistern. Aber
dieses Geld müssen wir Monat für Monat auch erst erwirtschaften. Bei den geringen
­Gewinnspannen der Branche kann das auch nicht durch innerbetriebliche Kosten­
senkungen kompensiert werden.
Es bleibt abzuwarten, ob der Gast bereit ist, höhere Preise zu zahlen.

Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
1
© 2014 www.marofke-werbung.de
Inhalt
Titelthema
Wirtschaftsfaktor Tourismus
1,5 Milliarden Euro haben Tagestouristen zwischen
Mai 2012 und April 2013 in Thüringen ausgegeben.
Auch 9,5 Millionen Übernachtungsgäste sorgen für
Umsätze in der Region. 20.400 Thüringer verdienen
ihren Lebensunterhalt mit Jobs in Hotels und Gast­
stätten. Tourismus ist ein oft unterschätzter Wirt­
schaftsfaktor. Umso wichtiger ist es, die Potenziale
mit attraktiven Angeboten und hoher Servicequalität
zu erschließen und zu vermarkten.
Seite 12
Unternehmer fordern stärkeren Abbau von Bürokratie
Ostthüringer Wirtschaft
steigerte Export
Kennzeichnungspflichten
für Lebensmittel
40
30
20
10
0
–10
–20
–30
Saldo Geschäftslage
II/14
II/13
II/12
II/11
II/10
II/09
II/08
II/07
II/06
II/05
II/04
II/03
–40
Saldo Erwartungen
Foto: Gabi Schoenemann/pixelio.de
Ihre Forderung nach weniger Bürokratie
unterstrichen die Unternehmer der IHKVollversammlung Anfang September in
der Jenaer Matthias Wetzel Industrie­
beschriftungen GmbH. Martin
­Fürböck erhielt die Goldene ­Ehrennadel
der IHK und Oskar Dieter Epp wurde
neuer Vizepräsident.
Seite 3
Die Wirtschaftslage der Ostthüringer
­Firmen ist stabil. Im Vergleich zum
Frühjahr sehen die Unternehmer jedoch
weniger optimistisch in die Zukunft.
­Neben geopolitischen Risiken sehen die
Unternehmen die fragile Erholung der
Eurozone mit Sorge.
Seite 11
Ab dem 13. Dezember 2014 müssen
­Zutaten von Lebensmitteln, die Allergien
oder Unverträglichkeiten auslösen
­können, besonders gekennzeichnet
­werden. Dies betrifft auch unverpackte
(lose) Waren. Die IHK fordert praxistaug­
liche und unbürokratische Umsetzung.
Seite 20
Unsere Rubriken
1Editorial
3–4 IHK aktuell
5–8 Aus- und Weiterbildung
10–11 Zahlen und Fakten
12–19Titelthema
2
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
20Management
22–25 Firmen und Menschen
26Innovationen
28–29 Neues von der EU
30Recht
31Steuern
32Amtliches
3Impressum
IHK ak t uell
Unternehmer fordern stärkeren Abbau von Bürokratie
IHK-Vollversammlung traf sich in Jena bei Matthias Wetzel Industriebeschriftungen GmbH
Die Unternehmer der IHK-Vollversammlung unterstrichen auf ihrer jüngsten Sitzung am 9. September ihre Forde­
rung nach weniger Bürokratie. Es reiche nicht aus, Bürokratie von vornherein zu vermeiden, es müsse auch bereits
bestehende Bürokratie zurückgedrängt werden. Daran wollen die Unternehmer auch die künftige Landesregierung
messen.
Ehrennadel für Martin Fürböck,
Oskar Dieter Epp neuer Vizepräsident
Mit der Goldenen Ehrennadel der IHK
dankte IHK-Präsident Albrecht Pitschel
dem ausgeschiedenen Vizepräsidenten
Martin Fürböck (ehem. Stadtwerke Jena
GmbH) für fast 15 Jahre ehrenamtlicher
Arbeit im Präsidium und der Vollver­
sammlung. Zu seinem Nachfolger wurde
Oskar Dieter Epp, Vorstandsvorsitzender
der Volksbank Saaletal eG, gewählt. Als
neue Mitglieder der Vollversammlungen
wurden Karsten Meyer (ART KON TOR
KOMMUNIKATION GMBH, Jena), Hubert
Wolf (bluechip Computer AG, Meuselwitz)
und Thomas Zaremba (Stadtwerke Ener­
gie Jena-Pößneck GmbH) begrüßt. Sie
­folgen auf Martin Fürböck, Dr. Wolfgang
Markgraf (ehem. KTS Kunststoff Technik
Schmölln GmbH) und Jens Adomat (ehem.
Analytik Jena AG), die ausgeschieden
sind.
mit WLAN und mehr Angeboten, die Prä­
senzunterricht und e-Learning kombinie­
ren, wird es den zeitgemäßen Ansprüchen
gerecht. Darauf baut auch das Weiterbil­
dungsmarketing der IHK auf.
Beschlüsse
Beschlossen wurden unter anderem Ände­
rungen der Prüfungsordnung für die Sach­
kundeprüfung für Geprüfte Finanzanla­
genfachleute (siehe Seite 32) und des Ge­
bührentarifs (folgt in einer der nächsten
Ausgaben).

Zeitgemäße Weiterbildung
Die Vollversammlungsmitglieder infor­
mierten sich außerdem über den Abschluss
der Arbeiten zur Modernisierung des IHKBildungszentrums. Mit neuester Präsenta­
tionstechnik, einem Selbstlernzentrum,
Während eines Firmenrundganges beim Jenaer Gastgeber Matthias Wetzel Industrie­
beschriftungen GmbH informierten sich die Unternehmer über anspruchsvolle Ober­
flächenbearbeitung in dem Familienunternehmen. Die 1999 als „Management buy out“
aus Zeiss heraus gegründete Firma ist heute ein gefragter Spezialist, der von Kunden bereits
in den Entwicklungs­p rozess neuer Produkte einbezogen wird.
Impressum
„Ostthüringer Wirtschaft“ ist das offizielle Organ
der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera
25. Jahrgang Nr. 10 / 2014
Herausgeber:
Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera
Gaswerkstraße 23, 07546 Gera ∙ Telefon: 0365 8553-0 ∙ Telefax: 0365 8553-77100
Internet: http://www.gera.ihk.de
Anzeigen + Verlag: Verlag Dr. Frank GmbH
Ludwig-Jahn-Straße 2 ∙ 07545 Gera ∙ Verlagsleiter: Dr. Harald Frank ∙ Anzeigenleiterin: Sigrid Walther
Telefon: 0365 4346258 ∙ Telefax: 0365 4346280 ∙ E-Mail: anzeigen@verlag-frank.de
Gestaltung und Titelcollage: Marofke Werbung Zeulenroda
Flur Moos 1, 07937 Zeulenroda-Triebes ∙ Telefon: 036628 83030 ∙ Telefax: 036628 89443
Druck: Druckhaus Gera GmbH
Jacob-A.-Morand-Straße 16, 07552 Gera ∙ Telefon: 0365 73752-0 ∙ Telefax: 0365 7106520
Verantwortlich: Peter Höhne, Hauptgeschäftsführer
Jedes IHK-Mitgliedsunternehmen kann die IHK-Zeitschrift kostenfrei beziehen.
Redaktion: Anne-Katrin Schnappauf
(schnappauf@gera.ihk.de)
Mit Namen oder Initialen gezeichnete Beiträge geben nicht un­bedingt die Meinung
der IHK wieder.
Nachdruck und Verbreitung des Inhalts – auch auszugs­weise – ist nur mit Quellenangabe, die
fotomechanische ­Vervielfältigung von Teilen dieser Zeitschrift nur für den innerbetrieblichen
Gebrauch des Beziehers gestattet.
Erscheinungsweise: monatlich
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
3
IHK ak t uell
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4
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3. November, Gera
Neue Incoterms 2010 in der täglichen Praxis sicher
beherrschen, 4. November, Gera
Aktuelle Entwicklungen im Umweltrecht
4. November, Gera
Business Small Talk – Englisch für Gästebetreuung
6. November, Gera
Vom Personalverantwortlichem zum
­Personalentwickler, 6. November, Gera
Mehr verkaufen – aber wie?
6. November, Gera
Umsatzsteuer internat.: Eingangs-, Ausgangsrechnung,
Übergang der Steuerschuld, 12. November, Gera
Lohnsteuer 2015
12. November, Jena
Strategien erfolgreicher Personalsuche
13. November, Jena
Umsatzsteuer international: Viel Neues zum
EU-Warengeschäft, 13. November, Gera
Bauprojektmanagement – Einführung
17. November, Gera
Kennzeichnung von Lebensmitteln in Gastronomie,
Imbiss, Catering, 17. November, Gera
Das Carnet A.T.A. – Die vorübergehende Verwendung von Waren im Ausland, 17. November, Gera
Arbeitsrecht im Gesundheitswesen
19. November, Gera
Online-Marketing
20. November, Gera
Verkaufen mit Persönlichkeit
24. November, Gera
Neu als Führungskraft, Selbst- und Zeitmanagement
25. November, Gera
Ausfuhrverfahren mit Internet-Ausfuhranmeldung
Plus (IAA+), 25. November, Jena
Praxistraining Photoshop
26. November, Gera
Der Weg zum erfolgreichen Online-Handel
26. bis 27. November, Gera
Umgang mit Kunden
27. November, Gera
Bilanzen lesen und verstehen
28. November, Gera
Veranst.-Nr. Ansprechpartner
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Tel.: 0365 8553-406
15428576 Silvia Walter
Tel.: 0365 8553-401
15467707 Denise Bayer
Tel.: 0365 8553-409
15427728 Marion Danowski
Tel.: 0365 8553-406
15467655 Thomas Witt
Tel.: 0365 8553-405
15440764
15461882
15461396
15467622
15467791
15429337
15462213
15465920
15468578
15462212
15467591
15469894
15461784
15467650
15468083
15467408
15452965
15461942
15466179
15459405
15443173
15464890
Marion Danowski
Tel.: 0365 8553-406
Nadine Tretner
Tel.: 0365 8553-126
Patricia Elbinger
Tel.: 0365 8553-202
Denise Bayer
Tel.: 0365 8553-409
Denise Bayer
Tel.: 0365 8553-409
Denise Bayer
Tel.: 0365 8553-409
Nadine Tretner
Tel.: 0365 8553-126
Matthias Säckl
Tel.: 0365 8553-455
Sabine Worsch
Tel.: 0365 8553-408
Nadine Tretner
Tel.: 0365 8553-126
Marion Danowski
Tel.: 0365 8553-406
Angela Kloß
Tel.: 0365 8553-209
Nadine Tretner
Tel.: 0365 8553-126
Marion Danowski
Tel.: 0365 8553-406
Silvia Walter
Tel.: 0365 8553-401
Denise Bayer
Tel.: 0365 8553-409
Silvia Walter
Tel.: 0365 8553 401
Nadine Tretner
Tel.: 0365 8553-126
Denise Bayer
Tel.: 0365 8553-409
Patricia Elbinger
Tel.: 0365 8553-202
Denise Bayer
Tel.: 0365 8553-409
Marion Danowski
Tel.: 0365 8553-406
Mehr Informationen zu diesen Angeboten und weitere IHK-Veranstaltungen finden Sie unter
www.gera.ihk.de/veranstaltungen (Veranst.-Nr.: 154....)
Au s- und Weit er bildung
„Frauen-Power“ großgeschrieben
Weidaer Druckerei Raffke setzt auf gute Ausbildung
„Ich kann jetzt den Beruf erlernen, den ich
schon immer wollte“, freut sich die 25-jäh­
rige Sandra Motschmann, Auszubildende
im 2. Lehrjahr zur Mediengestalterin
­Digital und Print. Die Chance dazu bekam
sie von Gunnar Raffke, Inhaber der
Druckerei Raffke in Weida. Denn dem
­
­Unternehmer ist es wichtig, junge Leute in
der Region zu halten und damit eine Ab­
wanderung in Regionen zu verhindern, die
sowieso schon Fachkräfte anziehen.
Sandra Motschmann gehört zu einem
zehnköpfigen Team, in dem „Frauen-­
Power“ großgeschrieben wird und fühlt sich
hier sehr wohl. „Ausbildungserfahrungen“
hat sie bereits vorher in der Hotelbranche
gesammelt, doch die Lehre durch Konkurs
des Ausbildungsbetriebes abgebrochen.
Mit einem kleinen Sohn war der Neuan­
fang dann alles andere als einfach, zumal
es diesmal mit dem Wunschberuf klappen
sollte. Sie nutzte die Möglichkeit über den
Ostthüringer Ausbildungsverbund zur Ein­
stiegsqualifizierung und damit zum Prak­
tikum in der Druckerei Raffke. Ihr und
­einer Auszubildenden im ersten Lehrjahr
zur Seite steht die 31-jährige Ausbildungs­
leiterin Nadine Hartwig, die ihre eigene
Lokalmatador-Geschichte schreiben könn­
te. Sie kommt aus Altenburg, bekam vor
15 Jahren nach 100 Bewerbungen bei
Mannheim einen Ausbildungsplatz bis der
Betrieb abbrannte. In Altenburg konnte sie
dann die Drucker-Lehre abschließen bis
ein Arbeitsunfall ihre Karrierepläne vor­
erst beendete. Doch die resolute junge Frau
gab nicht auf und wollte trotz kaputten
Knies in der Druckbranche und Region
bleiben. Gunnar Raffke ermöglichte ihr ein
Praktikum, dem sich die Festanstellung
anschloss und ist heute über diese beider­
seitige Entscheidung sehr froh. „Auch
wenn der Beruf des Druckers landläufig
als Männerdomäne gilt, habe ich nur gute
Erfahrungen mit Druckerinnen gemacht“,
so der Firmenchef. Er schätzt insbesondere­
deren Sorgfalt und Sauberkeit. Bei Nadine
Hartwig kommt noch ihr Verantwortungs­
fühl für den Nachwuchs hinzu. So ist sie
inzwischen auch Mitglied im IHK-Prü­
fungsausschuss und wird dafür von der
Firma freigestellt.

Gunnar Raff ke mit
seinen ­Auszubildenden
Sandra Motschmann,
Franziska Mlinsk
und Ausbilderin ­
Nadine Hartwig (v. l. n. r.)
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Au s- und Weit er bildung
IHK-Schülercollege auch 2015 „on Tour“ – Jetzt anmelden!
Das IHK-Angebot „College on Tour“ ist in vielen Unternehmen inzwischen fester Bestandteil des Ausbildungs­
marketings. Die gemeinsam mit dem IHK-Schülercollege in den Schulferien organisierten Projekttage geben
Schülern einen Einblick in die Anforderungen von Berufen und in die Arbeitswelt. Für die Firmen ein erfolgreicher
Weg, potentielle Azubis kennenzulernen. Termine und Themen für 2015 werden jetzt geplant. Anmeldeschluss für
Firmen ist der 30. Oktober.
Eine elektrische Schaltung aufbauen,
­einen Einkaufwagen-Chip aus Keramik
fertigen oder ein Menü kochen – die Pro­
jekttage von „College on Tour“ zeigen
Schülern ganz praktisch die Anforderun­
gen ­eines Berufes. Die Arbeit in kleinen
Gruppen und der direkte Kontakt zu Azu­
bis geben ihnen authentische Einblicke in
die Ausbildung und in die Arbeitswelt.
­Informationen zum Unternehmen, seinen
Schülerpraktika und Ausbildungsmöglich­
keiten ergänzen das Angebot.
Die Projekttage finden in den Schul­
ferien in der Zeit von 9:00 bis 15:00 Uhr
statt, mit maximal acht Teilnehmern. Die
Gestaltung des Projekttages wird durch
das Unternehmen, meist unter Einbezie­
hung der eigenen Azubis, bestimmt und
umgesetzt.
Die IHK bewirbt die Projekttage auf
www.ihk-schuelercollege.de, bei Facebook
sowie in den Schulen. Die Schüler melden
sich auf der Webseite an und kommen
­direkt ins Unternehmen. Ein Betreuer der
IHK ist ganztägig vor Ort.
„Nutzen Sie die Projekttage, um Ihr
Unternehmen und Ihre Ausbildungs­berufe
praktisch vorzustellen. Unterstützen Sie
das gemeinsame Anliegen, junge Men­
schen für eine Ausbildung in der Region
zu begeistern“, rät Kai Loudovici, IHKMitarbeiter für Berufsorientierung. Anmel­
deschluss für die Ferientermine 2015 ist
der 30. Oktober.
Mehr Informationen und Anmeldung:
Kai Loudovici (Tel.: 0365 8553-213,
loudovici@gera.ihk.de)
Nutzen für Unternehmen:
„„ direkter Kontakt zu interessierten
„„
„„
„„
„„
„„

Schülern der Klassen 8 bis 10
(keine Schulpflichtveranstaltung!)
individueller Charakter, da Klein­
gruppen von max. acht Schülern
hoher Praxisbezug durch prakti­
sche Projektaufgabe
hohe Authentizität, da Projekt­
tage direkt in Unternehmen statt­
finden
besonders intensives und nach­
haltiges Erlebnis für die Schüler
gute Außenwerbung für das
­Unternehmen
Anforderung an Unternehmen:
„„ Praxisaufgabe formulieren
„„ verbindlich bei der IHK anmelden
„„ Projekttag im Unternehmen
­organisieren und vorbereiten
(fachliche Betreuung, Vorstellung
eines Ausbildungsberufes,
­Mittagsversorgung)
Begeisterung für den Beruf geweckt: Lydia Prädel (links im Bild mit College-Dozentin
­K athleen Klehm) hat sich noch während des Projekttages in der Firma Dipl.-Ing. K. Dietzel
GmbH für eine Ausbildung als Anlagenmechanikerin beworben. Im September konnte sie
Foto: Dipl.-Ing. K. Dietzel GmbH
ihre Lehre beginnen.
6
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
Beitrag IHK (ohne Zusatzkosten
für Unternehmen):
„„ Marketing für die Projekttage
(schülergerechte Formulierung
der Projektaufgabe, Kontakt zu
Schulen und Schülern, Einstellen
in Internet und auf Facebook)
„„ Koordination der Anmeldungen
„„ Betreuer für die Projekttage
(Empfang und Verabschiedung
der Schüler, organisatorische aber
keine fachliche Unterstützung
während des Projekttages)
„„ Betreuung der Teilnehmer im
Rahmen der Berufsorientierung
über den Projekttag hinaus
(u. a. Newsletter, Schülerbriefe
mit Lehrstellenangeboten)
Au s- und Weit er bildung
Geprüfte Bilanzbuchhalter
Bilanzbuchhalter sind stark gefragte Führungskräfte. Mit ihrem Know-how im Finanzbereich beraten sie die
­Geschäftsleitung auf Basis betriebswirtschaftlicher Fakten und liefern Argumente für die Unternehmens­strategie.
Die beruflichen Perspektiven für Mitarbeiter mit dieser Qualifikation sind Erfolg versprechend.
Was macht ein Bilanzbuchhalter?
Das Tätigkeitsspektrum eines Bilanzbuch­
halters reicht von der Belegerfassung bis
hin zur Erstellung der Handels- und
Steuer­bilanz. Bilanzbuchhalter bereiten
die Steuererklärung vor und erstellen
­Stärken-Schwächenanalysen für ein funk­
tionierendes Controlling. Sie verantwor­
ten den Zahlungsverkehr und sind für das
Forderungsmanagement zuständig.
Zielgruppe:
„„ Kaufmännische Mitarbeiter im
­ inanz- und Rechnungswesen aus
F
­Handels-, Industrie- und Handwerks­
betrieben
„„ Mitarbeiter in Steuerberatungs- und
Wirtschaftsprüfungskanzleien
„„ Selbstständige mit Buchhaltungs­
service und mehrjähriger Berufspraxis
Qualifikationsinhalte:
„„ Kosten- und Leistungsrechnung
„„ Finanzwirtschaftliches Management
„„ Zwischen- und Jahresabschlüsse
­national und interna­tional
„„ Steuerrecht und betriebliche Steuer­
lehre
„„ Auswerten und I­nterpretieren der Zah­
len für Managemententscheidungen
Der Abschluss „Geprüfter/e Bilanzbuchhalter/in“ ist im achtstu­
figen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf der Stufe 6
­eingeordnet. Damit befindet er sich auf derselben Ebene wie der
Bachelorabschluss der Hochschulen.

Die nächsten Lehrgangstermine:
„„ 10. Oktober 2014
IHK-Bildungszentrum Jena
(Einstieg noch möglich)
„„ 21. Oktober 2014
Bildungszentrum Saalfeld GmbH
„„ 13. Februar 2015
IHK-Bildungszentrum Gera
Mehr Informationen und Anmeldung:
www.gera.ihk.de/veranstaltungen
(Veranst.-Nr.: 15411095)
Beratung:
Marion Danowski
Tel.: 0365 8553-406
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ttle
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Bernd Alex – Gera
Regel Nummer 1:
An einer getroffenen Vereinbarung wird nichts geändert oder
nachverhandelt
Regel Nummer 2:
VIPshuttle
Keine Namen
Regel Nummer 3:
Öffne niemals das Paket
... mit Mercedes S-Klasse
und Viano (bis 6 Personen)
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
7
Au s- und Weit er bildung
Karriere im Unternehmen mit IHK-Weiterbildung
IHK-Präsident Albrecht Pitschel gratuliert neuen Industriemeistern
41 Ostthüringer Industriemeister der Fachrichtungen Metall, Elektrotechnik und Optik erhielten Anfang September
ihre Zeugnisse von IHK-Präsident Albrecht Pitschel. Hinter den Absolventen liegen drei Jahre harter Arbeit neben
dem Job – genau 1.190 Unterrichtsstunden nach Feierabend und an den Sonnabenden.
Albrecht Pitschel gratulierte den Absolventen der Studiengänge zur bestandenen
IHK-Prüfung: „Als Industriemeister absolvierten Sie eine anspruchsvolle Weiterbildung. Sie haben Ausdauer, Engagement
und Belastbarkeit bewiesen. Eigenschaften, die Unternehmer besonders schätzen“,
hob er die Bedeutung des IHK-Abschlusses hervor.
Bei den Industriemeistern Optik, die
aus ganz Thüringen und den angrenzenden Bundesländern kamen, wurde Peter
Schneider aus Magdala als Prüfungs­bester
geehrt. Bester Industriemeister Elektrotechnik ist Patrick Stahl aus Sachsen-­
Anhalt. Von den 21 Industriemeistern der
Fachrichtung Metall erzielte Christoph
Herzog aus Unterwellenborn das beste
Prüfungsergebnis.
Gewinner sind alle, wie Ergebnisse
bundesweiter Umfragen unter IHK-Absolventen belegen: 72 Prozent entscheiden
sich für weitere Qualifizierungen, 74 Prozent stiegen auf oder verbesserten sich
­finanziell und 76 Prozent würden sich
wieder für das Weiterbildungsziel entscheiden. Frank Zimmermann, IHK-Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung,
spornte die Absolventen daher an, weiter
zu machen und eine Weiterbildung zum
höchsten Abschluss anzuschließen – zum
„Technischen Betriebswirt“.
Die nächsten Studiengänge zum „Industriemeister“ beginnen im Februar 2015
in Gera (Fachrichtungen Metall, Elektrotechnik sowie Kunststoff und Kautschuk)
und in Jena (Fachrichtungen Metall und
Optik). Eine Bedingung ist die Ausbildereignung (AdA). Die Lehrgänge hierzu starten regelmäßig.
Information und Anmeldung:
Thomas Witt
Tel.: 0365 8553-405
witt@gera.ihk.de oder
www.gera.ihk.de/weiterbildungsangebot

Glückwünsche von IHK-Präsident Albrecht Pitschel (Mitte) für Industriemeister Elektro­
technik Patrik Stahl (links), der bei MIBRAG mbH arbeitet und Industriemeister Optik
Peter Schneider (rechts) von Carl Zeiss. Beide wollten mit dem Meisterabschluss ihre Berufschancen verbessern. Patrick Stahl ist zwar bereits ein erster Schritt gelungen, will künftig
aber gern mehr Verantwortung übernehmen. Auf Peter Schneider wartet ab Oktober eine neue
berufliche Herausforderung.
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Anzeigenschluss für die
November-Ausgabe
ist am 14. Oktober
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8
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
Angelique Wagner
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Z ahlen und Fak t en
Energiewende als Risikofaktor für die Wirtschaft
Vor allem die Industrie sieht Wettbewerbsnachteile
Unternehmer geben der Energiewende schlechte Noten. Sie sehen mehr Risiken als Chancen und bewerten sie
als Wettbewerbsnachteil – für die eigene Firma und für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das ist das Fazit
des aktuellen „Energiewende-Barometers“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in das
die Ergebnisse von drei Umfragen bei Unternehmen, Energieexperten und den IHKs eingeflossen sind.
Kostenentwicklung, Versorgungssicherheit, politische Rahmenbedingungen
Vor allem die energieintensiven Unterneh­
men belastet die deutliche Stromkosten­
steigerung. Hinzu kommen Risiken für die
Versorgungssicherheit und wenig verläss­
liche politischen Rahmenbedingungen.
Nur wenige sehen neue Geschäftschancen.
Die DIHK-Analyse zeigt, dass die Anzahl
der Betriebe, die neue Absatzmärkte er­
schlossen bzw. neue Geschäftsfelder auf­
gebaut haben, im Vergleich zu 2013 stag­
niert. Die geplanten Maßnahmen gingen
sogar leicht zurück. Dies deutet darauf hin,
dass sich Projekte zerschlagen haben.
Unternehmen investieren
in Energiemanagement
Energiemanagement ist auch für viele
Thüringer Unternehmen unentbehrlich ge­
worden. Energieeffizienz steht ganz oben,
wenn es darum geht, Kosten zu sparen
oder die zu erwartenden Kostenentwick­
lung abzufedern. Neun von zehn der
befragten Industrieunternehmen haben
­
solche Projekte bereits umgesetzt oder sind
gerade dabei. Auch der Wechsel des
Strom­anbieters und langfristige Lieferver­
träge sind ein Thema. Projekte zur Eigen­
versorgung mit Erneuerbaren Energien
­haben durch die gerade beschlossene No­
velle des Erneuerbare Energien Gesetzes
(EGG) einen deutlichen Dämpfer erhalten.
10
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
Wie reagieren Thüringer Unternehmen
auf die Energiepolitik?
Lieferanten-/
Versorgerwechsel
19
Langfristige
Lieferverträge
19
15
14
Einkauf an
der Strombörse
7
9
Erneuerbare Energien
einbeziehen
8
8
Absicherung gegen
Stromausfälle
5
Aufbau eigener Energieversorgung (konv.)
8
Energieeffizienz
78
72
7
6
64
16
73
8
81
21
0
61
13
7
3
43
10
6
23
Aufbau eigener Energieversorgung (erneuerbar)
19
39
20
Realisiert
17
40
60
in Prozent
Laufend
Geplant
23
80
100
keine Maßnahme
Wettbewerbsnachteile für den
Industriestandort Deutschland
­ avon sind zwischen 80 und 120 Arbeits­
D
plätze be­troffen.
Die Energiekostenentwicklung setzt inter­
national agierende Industrieunternehmen
zusätzlich unter Druck. In anderen Län­
dern ist die Energieversorgung zum Teil
deutlich günstiger. Ein Wettbewerbsnach­
teil für den Industriestandort Deutsch­
land. Wenn mehr Energieeffizienz die
Preisspirale nicht abfedern kann, sind
Produktionseinschränkung oder Verlage­
rung ins Ausland durchaus ein Thema für
deutsche Unternehmen. Rund ein Viertel
der befragten Firmenchefs planen ent­
sprechende Projekte, setzen sie gerade um
oder haben sie bereits realisiert. So hat die
Firma Heinz Glas aus Piesau in Thürin­
gen 2013 eine ihrer beiden Elektro­
schmelzwannen nach Polen verlagert.
Download der kompletten Studie:
www.gera.ihk.de (Dok.-Nr.: 128499)
IHK-Ansprechpartner zum Thema
Mathias Prieske
Tel.: 0365 8553-201
prieske@gera.ihk.de

Quelle: DIHK-Unternehmensbefragung
Daumen hoch für die Energiewende – das
signalisieren 14 Prozent der befragten
­Unternehmer. Knapp 35 Prozent bewerten
sie jedoch negativ. Vor allem Industrie­
unternehmen sehen ihre Wettbewerbs­
fähigkeit geschmälert. Knapp 56 Prozent
geben deshalb der Energiewende schlech­
te Noten. Bessere Stimmung herrscht im
Baugewerbe. Das ist die einzige Branche,
in der die positiven Stimmen überwiegen.
Z ahlen und Fak t en
Ostthüringer Wirtschaft steigerte Export
IHK-Konjunkturumfrage deutet auf stabilen Arbeitsmarkt hin
Die Wirtschaftslage der Ostthüringer Firmen ist stabil. 86 Prozent der Unternehmer beurteilen ihre derzeitige
Situation als gut oder befriedigend. Im Vergleich zum Frühjahr sehen die Unternehmer jedoch weniger optimistisch
in die Zukunft. Viele Firmenchefs rechnen damit, dass die Konjunktur einen Dämpfer erhalten könnte. Neben
­geo­politischen Risiken sehen die Unternehmen die fragile Erholung der Eurozone mit Sorge. Das ist das Ergebnis der
aktuellen Konjunkturumfrage der IHK, an der sich 560 Ostthüringer Betriebe mit mehr als 20.000 Beschäftigten
beteiligten.
Export sorgt für volle Auftragsbücher
steigern. Mit einer Exportquote von 61,3
Prozent führten sie Waren im Wert von
mehr als 430 Millionen Euro aus.
Das verarbeitende Gewerbe in Ostthürin­
gen ist weiterhin auf gutem Kurs. Nie
­zuvor haben die Ostthüringer Industrie­
betriebe so viel auf ausländischen Märk­
ten abgesetzt wie in den ersten sechs
Monaten des Jahres. Insgesamt exportier­
ten die Firmen mit mehr als 50 Beschäf­
tigten Waren im Wert von mehr als 1,5
Milliarden Euro. Jenaer Unternehmen
konnten ihren Auslandsabsatz besonders
Mehr Umsatz im Verkehr
Verkehrsbetriebe profitieren insbesondere
von den vollen Auftragsbüchern der In­
dustrie und dem Konsumverhalten der
privaten Haushalte. Ihre Umsatz- und
­
­Ertragslage verbesserte sich erneut.
Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin stabil. Vor den Herbst- und Winter
monaten sind Personaleinstellungen in Baugewerbe nicht zu erwarten.
Das verarbeitende- sowie das Verkehrsgewerbe planen Neueinstellungen.
Im Verkehrsgewerbe sind die Absichten Personal einzustellen so hoch wie
zuletzt vor der Wirtschafts- und Finanzkrise.
A lmut Wein er t ,
I H K- G e s c häf t s b er eic h sleit erin f ür W ir t s c haf t un d Te c hn olo gie
Stabiler Arbeitsmarkt
Der zurückhaltende Optimismus zeigt sich
in den Personalplänen der Ostthüringer
Wirtschaft. Zwölf Prozent der Firmenchefs
beabsichtigen, neue Mitarbeiter einzustel­
len. Die meisten Unternehmen planen mit
ihrem derzeitigen Mitarbeiterstamm (72
Prozent). „Der Arbeitsmarkt bleibt weiter­
hin stabil. Vor den Herbst- und Winter­
monaten sind Personaleinstellungen im
Baugewerbe nicht zu erwarten. Das ver­
arbeitende- sowie das Verkehrsgewerbe
planen Neueinstellungen. Im Verkehrs­
gewerbe sind die Absichten Personal
­einzustellen so hoch wie zuletzt vor der
Wirtschafts- und Finanzkrise“, so Almut
­Weinert, IHK-Geschäftsbereichsleiterin für
Wirtschaft und Technologie, zur Situation
auf dem Arbeitsmarkt.
www.gera.ihk.de/konjunktur

Einschätzung der Lage und Erwartungen in Ostthüringen
40
30
20
10
0
–10
–20
–30
Saldo Geschäftslage
II/14
II/13
II/12
II/11
II/10
II/09
II/08
II/07
II/06
II/05
II/04
II/03
–40
Saldo Erwartungen
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
11
© 2014 www.marofke-werbung.de
T it elt hema
Wirtschaftsfaktor Tourismus
Rund 1,5 Milliarden Euro* haben Tagestouristen zwischen Mai 2012 und April 2013
in Thüringen ausgegeben – in Gaststätten, im Handel, für Freizeitaktivitäten
und ­Unterhaltung. Hinzu kommen rund 9,5 Millionen Übernachtungsgäste**, die
ebenfalls für Umsätze in der Region sorgen. Rund 20.400 ­Thüringer verdienen ihren
Lebensunterhalt mit Jobs in Hotels und ­Gaststätten***. ­Tourismus ist ein oft unterschätzter Wirtschaftsfaktor. Umso ­wichtiger ist es, die ­Potenziale mit attraktiven
Angeboten und hoher Servicequalität zu erschließen und zu vermarkten.
* dwif e. V., ** Thüringer Landesamt für Statistik, *** Bundesagentur für Arbeit
12
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
T it elt hema
„Thüringer Meer“: Perspektive Qualitäts-Erholungsregion
Weg vom „Kirchturmdenken“ – „Thüringer Meer“ gemeinsam attraktiver machen!
Wandern, Sport, Erholung, Kultur und Geschichte – Thüringen ist eine vielschichtige Tourismusregion. Eine
wichtige Facette ist das „Thüringer Meer“ – die Region um die Saalestauseen Hohenwarte und Bleiloch. Sie sind
seit ihrer Entstehung in den 1930iger Jahren bis heute Ziel von Touristen, Wanderern und Wassersportlern.
Doch das touristische Potenzial dieser einmaligen Verbindung von Wasser und Wald ist bei weitem nicht
­ausgeschöpft. Tourismusverbände und eine Kommunale Arbeitsgemeinschaft wollen das ändern – mit einem
Regionalen Entwicklungskonzept, das gemeinsam umgesetzt wird und einer übergreifenden Vermarktung.
Das „Thüringer Meer“ bis 2025 zur Quali­
täts-Erholungsregion zu machen, ist die
Vision des aktuellen Regionalen Entwick­
lungskonzeptes (REK) für die Saalestau­
seen Hohenwarte und Bleiloch. Auf 321
Seiten werden Stärken und Schwächen
analysiert, Handlungsschwerpunkte ge­
setzt und erste Projektideen entwickelt.
Von der Idee bis zum Fördermittelantrag:
Akteure unterstützen
Dass es nicht bei jeder Menge beschriebe­
nen Papiers bleibt, dafür sorgt die Kom­
munale Arbeitsgemeinschaft (KAG) aus 20
Städten und Gemeinden der Region sowie
der beiden Landkreise Saale-Orla und
Saalfeld-Rudolstadt. Sie beauftragte die
Firma Wenzel & Drehmann, erste ­Projekte
anzuschieben und Gemeinden, regionale
Anbieter und Investoren bei der Um­
setzung zu unterstützen. So werden für
­Kommunen und private Investoren alle
­relevanten Informationen zu ihren Projek­
ten als Planungsgrundlage aufbereitet. Sie
erhalten Unterstützung bei den Fördermit­
telanträgen für deren Realisierung – von
der Auswahl des geeigneten Förderpro­
gramms über die Antragstellung bis hin
zu fachlichen Stellungnahmen.
Stärken stärken: Skeptiker überzeugen
Michael Siegmund, der die KAG-Ge­
schäftsstelle in Schleiz leitet, ist es wich­
tig, dass alle mitziehen. „Deshalb ist un­
ser erster Ansatzpunkt, die Stärken wei­
ter auszubauen und mit den Erfolgen
auch die noch skeptischen Bürgermeister
und Anbieter zu überzeugen. Das heißt
aber auch, dass die Landkreise den klei­
nen Kommunen bei der Finanzierung von
Eigenanteilen bei Förderprojekten unter
die Arme greifen.“ Kirchturmpolitik auf
Die Saale bei Ziegenrück: Der staatlich anerkannte Erholungsort könnte demnächst auch per
Ausflugsschiff erreichbar sein.
der einen oder anderen Seite sei eher
kontrapro­duktiv.
Erster Schritt:
„Tore zum Thüringer Meer“ schaffen
„Tore zum Thüringer Meer“ werden acht
bereits jetzt wichtige touristische Orte. Sie
sollen als Anziehungspunkt für Gäste wei­
ter ausgebaut werden. Dazu gehören u
­ nter
anderem Saalburg, Ziegenrück, Gräfen­
warth oder der Campingplatz Saalthal-Al­
ter. Sie sind die wichtigsten Schlüsselpro­
jekte für die künftige Erholungsregion.
Hier finden die Gäste Informations- und
Buchungsmöglichkeiten, Zugang zu Akti­
vitäten auf den Stauseen und gut ausge­
baute touristische Infrastruktur, wie Park­
plätze, ÖPNV, Gastronomie oder behinder­
tengerechten Service. An einigen „Toren“
wird bereits gearbeitet, für andere ist die
Finanzierung noch offen.
Natur aktiv erlebbar machen:
Wassersport, Wandern, Radfahren
Die direkte Nachbarschaft von Wasser und
Wald ist der besondere Pluspunkt des größ­
ten zusammenhängenden Stausee­gebietes
Europas. Durch den Naturparkstatus ge­
Wir brauchen eine Willkommenskultur, auch bei den einzelnen
Akteuren. Das fängt bei urlauberfreundlichen Öffnungszeiten an
und hört beim individuellen Service für den Gast noch lange nicht auf.
Mic ha el Sie gmun d , Ko mmunale A r b eit s g em ein s c haf t (K AG)
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
13
T it elt hema
schützt bietet das viel Potenzial für Aktiv­
urlaub und passive Erholung. Der Ausbau
von Rad- und Wanderwegen gehört des­
halb ebenso zu den kurzfristig ­realisierbaren
Projekten, wie Aussichtspunkte einrichten
oder Ruhezonen in den Orten zu schaffen.
Außerdem gibt es ­Pläne, die Saale bis Zie­
genrück schiffbar zu machen und Linien­
schifffahrt zu ermöglichen.
Schwimmen, Rudern, Surfen, Segeln,
Paddeln und anderes – für die Vielzahl der
nebeneinander bestehenden Wasser­
sportangebote soll ein spezielles Wasser­
sportkonzept entstehen. Ziel: Die verschie­
denen Interessen und Bedürfnisse von An­
bietern, Nutzern und Natur miteinander
abzustimmen. Action, Sicherheit, Ruhe
und Naturschutz müssen sich nicht aus­
schließen, wenn sich alle an „Fair-PlayRegeln“ halten.
Service und Qualität:
Gäste müssen sich willkommen fühlen
Das REK habe eindeutig gezeigt, dass im
Bereich Angebotsentwicklung und Service­
qualität bisher ungenutzte Potenziale lie­
gen, so Michael Siegmund. „Wir brauchen
eine Willkommenskultur, auch bei den ein­
zelnen Akteuren. Das fängt bei urlauber­
freundlichen Öffnungszeiten an und hört
beim individuellen Service für den Gast
noch lange nicht auf.“ Deshalb ist es ihm
wichtig, jeden Anbieter aktiv einzubezie­
hen – zum einen, um das eigene Unterneh­
men in die Angebotsvielfalt einzubringen,
Angebote zu überarbeiten und Mitarbeiter
zu schulen. Zum anderen, um übergreifen­
de Projekte gemeinsam zu ­realisieren.
Vielfalt und das „Besondere“:
Region als Ganzes vermarkten
„Wer zu uns kommt, kann viel erleben“,
wirbt Hotelier Michael Marx, wenn er sein
Hotel „Am Schlossberg“ in Ziegenrück auf
Tourismusmessen vorstellt. „Uns“ ist für ihn
nicht unbedingt das eigene Hotel, sondern
die ganze Region. „Kein Gast kommt aus
Hamburg nur wegen mir nach Ziegenrück.
Was ihn überzeugt, sind die vielen unter­
schiedlichen Möglichkeiten in der Region:
das Thüringer Meer mit seinen Angeboten
zum Wandern und Wassersport, das histo­
rische und kulturelle Thüringen mit den
Städten, wie Saalfeld, Rudolstadt, Pößneck
oder Neustadt, und den Burgen von Hei­
decksburg bis Ranis. Auch die allseits be­
kannten Thüringer Reise­ziele wie Weimar
sind von hier innerhalb einer Stunde er­
reichbar.“ Er plädiert für eine gemeinsame
Vermarktung der Region durch einen star­
ken Fremdenverkehrsverband und spricht
damit Michael Siegmund aus dem Herzen.
Die KAG macht sich stark für eine Fusion
der vier in der Region agierenden Verbän­
de. „Weg mit der Kleinstaaterei. Nicht jeder
Ort braucht ein eigenes Gastgeberverzeich­
Weg mit der Kleinstaaterei. Nicht jeder Ort braucht ein eigenes Gastgeber-
verzeichnis. Was wir brauchen, ist eine stärkere Vernetzung untereinander.
Mic ha el M ar x , Inhab er H o t el „ A m S c hlo s s b er g“, Z ie g enr ü c k
Wassersport auf der Bleilochtalsperre: Sparkassen-Drachenbootcup 2014
14
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
nis“, so Michael Marx. „Was wir brauchen,
ist eine stärkere Vernetzung untereinander.“
Damit könne nicht nur jeder Einzelne sei­
nem Gast mehr bieten, sondern auch die
Wahrnehmung der Tourismusregion in der
Thüringer Landespolitik gestärkt werden.
Als Beispiele verweist er auf ein regionales
Bonussystem, mit dem einzelne Anbieter
Urlaubern Rabatte bieten oder die Integra­
tion in die bewährte ThüringenCard. 
Schlüsselprojekte
bei der Umsetzung des
REK Thüringer Meer
Tore zum Thüringer Meer
Acht bereits jetzt wichtige touristische
Orte sollen als Anziehungspunkt für
Gäste weiter ausgebaut werden. Für
alle vorgeschlagenen Tor-Standorte
wurden Kurzexposés erstellt und mit
den betreffenden Kommunen abge­
stimmt.
Neuausrichtung der Schifffahrt
auf dem Thüringer Meer
Die Schifffahrt soll stärker als bisher
in die „touristische Mobilität“ ein­
bezogen werden. Das bisherige Haupt­
ergebnis: Neue Pachtverträge mit
­Vattenfall für Anlegestellen am Blei­
lochstausee. Das eröffnet Schiffs­
betreibern neue Chancen – zum Bei­
spiel durch schrittweise Wiederein­
richtung einer Linienschifffahrt.
Radrundwege um Bleiloch- und
­Hohenwarte-Stausee
Diese Radwege werden den bereits
­begonnenen ufernahen Saale-Rad­
wanderweg fortführen. Der Radweg
um den Bleilochstausee soll ein
­Modellprojekt des Allgemeinen Deut­
schen Fahrrad Clubs (ADFC) für eine
neue zukünftige radtouristische Kate­
gorie „Fahrrad-Trekkingrouten“ wer­
den. Damit wäre die Region in der
Vorreiterrolle beim naturnahen und
naturverträglichen Ausbau von Rad­
wanderrouten auf Bundesebene.
Aktueller Stand des „Regionalen Entwicklungskonzeptes Thüringer Meer“,
Details zu den einzelnen Projekten und
viele andere Informationen:
www.kag-thueringermeer.de
Foto: Peter Höhne
T it elt hema
Das Vogtland liegt jetzt am Meer
Talsperre Zeulenroda wird touristisch erschlossen
Als 2012 der Trinkwasserschutz für die Talsperre Zeulenroda aufgehoben wurde, gab das neue Impulse für den
Tourismus in der Region. Seit dem hat sich schon viel getan – Wassersportler wurden aktiv, ein Promenadenweg
wird gebaut und es gibt ein Strandbad. Doch dabei soll es nicht bleiben. Über Zukunftsvisionen, konkrete Pläne und
Vermarktungsstrategien sprach „Ostthüringer Wirtschaft“ mit Dieter Weinlich, Bürgermeister von Zeulenroda-Triebes.
Bei ihm laufen die Fäden bei der Umsetzung des „Entwicklungskonzeptes Talsperrenregion Zeulenroda“ zusammen.
Das „Zeulenrodaer Meer“ ist der jüngste
Mosaikstein in der Tourismusregion
Vogtland. Wie fügt es sich in das Gesamtbild ein?
Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass hier
ein neuer Anziehungspunkt für Urlauber
und Tagesgäste aus der Region entsteht.
Das Interesse ist groß – ein Pluspunkt für
die ganze Tourismusregion Vogtland. Wir
schlagen mit unseren Projekten bewusst
Brücken zu den Reussischen Residenzen
in Greiz und Weida – zum Beispiel durch
die Erschließung eines Moorlehrpfades im
Pöllwitzer Wald oder die Anbindung des
Promenadenwegs an das bestehende
Wegenetz. Anknüpfungspunkte gibt es
auch nach Lobenstein und anderen Zielen.
Nur gemeinsam können wir das touristi­
sche Potenzial der Region ausschöpfen.
Deshalb sind wir auch in den Thüringer
Vogtland Tourismus e. V. zum Thema Was­
sertourismus eingebunden und unterstüt­
zen die Fusion mit dem sächsischen Ver­
band zur Destination Vogtland, um die
­Region als Ganzes zu vermarkten. Ein ers­
ter gemeinsamer Messeauftritt ist bereits
geplant.
ein Promenadenweg vom Bio-Seehotel bis
zum Strandbad Zeulenroda, der Ausbau
des Strandbades selbst, die Ufergestaltung
am Hotel, der Umbau des Wassersportzen­
trums Quingenberg zur Marina, Sanierung
des Strandbades Zadelsdorf sowie ein
Bootsanleger im Bereich der Vorsperre bei
Läwitz für den geplanten Fährbetrieb auf
dem Stausee. Das Bioseehotel plant ein
Wellnesszentrum und auch einige private
Anbieter wollen investieren – von Ferien­
wohnung bis Gastronomie.
Dieter Weinlich: Die Talsperre wurde vor
1994 bereits touristisch genutzt. Damit
­h aben wir wichtige Ansatzpunkte, um die
traditionelle Infrastruktur neu zu beleben.
Deswegen und weil alle Beteiligten „an
­e inem Strang ziehen“, konnten wir schnelle
Entscheidungen treffen und erste Projekte
anschieben.
Was konkret ist am Zeulenrodaer Meer
geplant?
Es gibt eine Vielzahl von kurzfristigen,
mittelfristigen und langfristigen Projek­
ten, sowohl von der Stadt als auch von
privaten ­Investoren. Die wichtigsten sind
Blick aus der Vogelperspektive auf das „Zeulenrodaer Meer“
Wie werden regionale Tourismusanbieter
eingebunden?
Jeder, der etwas auf die Beine stellen will,
ist willkommen. Wir nutzen unseren
Gewinn aus dem Wettbewerb um das
­
„Thüringer Tourismusbudget“ für entspre­
chendes Marketing. So gab es bereits
­Informationsveranstaltungen für touristi­
sche Anbieter, die auf großes Interesse tra­
fen. Viele sehen die Chance, an die Zeit
vor dem Trinkwasserschutz anzuknüpfen.
Seit ihrer Fertigstellung Ende der 1970er
Jahre bis 1994 war die Talsperre beliebtes
­Urlaubs- und Naherholungsziel. Das Pro­
Foto: LEG
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
15
T it elt hema
blem ist das Eigenkapital, das zur Finan­
zierung benötigt wird.
Wie sollen die kommunalen Projekte
­finanziert werden?
Dafür nutzen wir Fördermittel des Frei­
staates, die bis zu 90 Prozent der Kosten
abdecken. Für einige Projekte sind bereits
Gelder bewilligt, für andere haben wir An­
träge eingereicht oder bereiten sie vor. Pri­
vaten Investoren und kleinen Gemeinden
stehen noch weitere Fördermöglichkeiten
offen, wie EU-Mittel zur Dorfentwicklung
oder GRW-Mittel Thüringens.
Was ist schon realisiert?
Der erste Bauabschnitt des Promenaden­
weges ist bereits fertig – übrigens barriere­
frei, so dass ihn auch Rollstuhlfahrer
­nutzen können. Am zweiten Bauabschnitt
haben die Bauarbeiten begonnen. Auch
am Strandbad Zeulenroda wird schon ge­
arbeitet. Hier entstehen Parkplätze und ein
bereits bestehendes Gebäude erhält ein
Tourismus- und Informationszentrum.
­Außerdem wird ein Multifunktionsgebäu­
de mit Sanitärbereich gebaut, Bootsan­
legestellen sind geplant und ein Gastrono­
miebereich – übrigens eine weitere p
­ rivate
­Investition. Alles soll pünktlich zur Bade­
saison 2016 fertig sein.
Auch im Strandbereich des Biosee­
hotels ist schon einiges passiert.
Was sind die nächsten Ziele?
Mittelfristig stehen die Arbeiten in Zadels­
dorf, am Wassersportzentrum Quingenberg
und in Läwitz an. Fördermittel sind bereits
beantragt. Langfristig wollen wir auch die
Zufahrtsstraßen in Ordnung bringen und
das Erlebnisbad Waikiki ausbauen. Außer­
dem ist ein Fährbetreib mit solarbetrie­
benen Schiffen zwischen Hotel, Strandbad
Zeulenroda, Zadelsdorf, Wassersportzent­
rum und perspektivisch auch Läwitz ge­
plant. Bis 2016 werden alle wesentlichen
Investitionen der Stadt realisiert sein.
Dann sind auch die Arbeiten der Fernwas­
serversorgung abgeschlossen, für die der­
zeit der Wasserstand gesenkt ist. 2025 soll
dann die komplette touristische Infrastruk­
tur stehen. Wichtig ist, dass diese Infra­
struktur von den zahlreichen Akteuren der
Region mit Angeboten belebt wird. Eini­
ge haben bereits begonnen, Ferienwoh­
nungen einzurichten oder zu sanieren. Ich
bin optimistisch, dass mit zunehmender
Gästezahl auch andere private Anbieter
nachziehen – Kletterpark, Maislabyrinth,
Kutschfahrten – dem Einfallsreichtum sind
keine Grenzen gesetzt.

Eckpunkte des „Masterplans Zeulenroda-Triebes“
Talsperre/wasserseitige Entwicklung
Wassertourismus (Schwimmen, Segeln,
Tretboot, Rudern, Kajak, Paddeln,
­Surfen, Angeln u. a.)
Am Bio-Seehotel
Strand-/Badebereich mit Strandbar,
Sport- und Spielflächen, Infopunkt u. a.
Promenadenweg
behindertengerecht und barrierefrei
zwischen Bio-Seehotel und Strandbad
Strandbad Zeulenroda
Wassererlebnisbad mit Camping­
angebot, Infopunkt u. a.
Strandbad Zadelsdorf
Ausbau Infrastruktur (Zufahrtsstraße,
Fähr- und Bootsanlagestelle u. a.)
Vorsperre Riedelmühle
Fähranlagestelle, Info- und
­Ausstellungspavillion
Badewelt „Waikiki“
Talsperre/landseitige Entwicklung
Anbindung der Wege an der Talsperre an
übergeordnete Rad- und Wanderwege
Detaillierte Informationen:
www.talsperre-erleben.de
(Tourismuskonzept)
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Steiger Friedrich oder seiner Frau begeben. Probieren Sie sich beim
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16
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
T it elt hema
Altenburg und Gera: Perlen in der Thüringer Städtekette
Thüringens Städte sind attraktiv für Gäste aus aller Welt. Dabei stehen Gera, Altenburg oder Saalfeld zwar oft im
Schatten der international bekannteren Städte Jena, Weimar und Erfurt, müssen sich aber durchaus nicht verstecken.
Sie punkten mit Kultur, Geschichte, regionalem Flair und einem gelungenen gemeinsamen Marketingauftritt.
19 Thüringer Städte haben sich zusam­
mengeschlossen, ihre Angebote gemein­
sam zu vermarkten. Eine der inzwischen
bewährten Angebote: die „Thüringer
­Städtekette“, ein Fernradweg, der sieben
Städte miteinander verbindet – darunter
auch Jena, Gera und Altenburg. Broschü­
ren, Faltblätter, Messeauftritte und vieles
mehr an Marketingaktivitäten kann nur
dann erfolgreich sein, wenn sie mit regi­
onalen Angeboten unterlegt werden, die
Gäste ansprechen.
Ohne spannende Angebote vor Ort
läuft nichts
„Konkrete Veranstaltungen oder themati­
sche, regionale Angebote sind besonders
gefragt“, berichtet Karin Oberreuther über
ihre Erfahrungen als Geschäftsführerin des
Gera Tourismus e. V. Die Höhler Biennale,
eine Kunstausstellung in den für Gera ty­
Dauerausstellung „Georg Spalatin: Freiheit
und Glauben. Reformation ist Politik!“
in der St. Bartholomäikirche Altenburg
Kellerbier der Köstritzer Schwarzbierbrauerei im Höhler-Look: Karin Oberreuther und Annett
Linke präsentieren pünktlich zum diesjährigen Geraer Höhlerfest das neue Gera-Souvenir.
pischen historischen Bierkellern, den Höh­
lern, bietet spannende Erlebnisse in der
Geraer Unterwelt. Aber auch Themen, wie
der 150. Geburtstag des Architekten und
Künstlers Henry van de Velde oder Aus­
stellungen zur Kunst des in Gera gebore­
nen Malers Otto Dix ziehen Gäste nach
Gera.
Diese Themen verknüpfen die Geraer
Touristiker mit interessanten regionalen
Angeboten. So fand Anfang dieses Jahres
die Tour zur Bergbaugeschichte nach Ron­
neburg mit anschließendem Besuch der
Ausstellung zur Wismut-Kunst „Sonnen­
sucher“ in der Orangerie Gera großen An­
klang. Sonderausstellungen in Museen sind
jedoch nur ein Beispiel. Auch Fahrten mit
der historischen Straßenbahn oder Seg­
waytouren durch den Hofwiesenpark kön­
nen einen erlebnisreichen Tag abrunden.
len nun die kleinen verborgenen Schätze
entdecken“, so die Erfahrung von Christi­
ne Büring. Die geschäftsführende Gesell­
schafterin der Altenburger Tourismus
GmbH hat auch einen solch verborgenen
Schatz gefunden: Georg Spalatin. Er war
ab 1511 Stiftsherr auf dem Schloss zu
­Altenburg und außerdem geschickt diplo­
matisch agierender Förderer der Reforma­
tion und Martin Luthers. Seine wohl ein­
drucksvollste Hinterlassenschaft ist eine
unvollendete Chronik der Sachsen und
Thüringer mit Illustrationen aus der Cra­
nach-Werkstatt. Er ist nicht nur Mittel­
punkt einer Sonderausstellung auf dem
Altenburger Schloss, sondern auch ver­
schiedener Veranstaltungen.
Mit dem „Besonderen“ überraschen
„Wir Thüringer stehen nicht allein im tou­
ristischen Raum. Wir teilen viele Themen
mit unseren mitteldeutschen Nachbarn“,
so Christine Büring, für die Kooperationen
„Viele unserer Gäste haben die großen
Tourismusziele schon „abgehakt“ und wol­
Luther und Bauhaus – überregionale
Themen individuell zuschneiden
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
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T it elt hema
über Ländergrenzen hinweg besonders
wichtig sind – nicht nur wegen der unmit­
telbaren Nähe von Altenburg zu Sachsen.
„Im Mai haben wir die die Beschilderung
von 90 km Lutherwegen abgeschlossen,
die uns zur Drehscheibe zwischen ­Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen machen
und zum Reformationsthema passen.“ Im
nächsten Jahr sollen weitere länderüber­
greifenden Radrundwege folgen, wie der
Pleisse-Radweg zwischen Leipzig und
Zwickau, sowie oder die Hauptwege
­Altenburg – Meuselwitz – Zeitz und Alten­
burg – Colditz. „Unser Ziel ist, im Süden
Leipzigs liebste Ausflugsregion für aktive
und kulturinteressierte Tagestouristen und
Kurzurlauber zu werden. Das passt zur
neuen S-Bahn-Verbindung im Mitteldeut­
schen Verkehrsverbund, wo man sich und
Räder leicht transportieren kann.“
500 Jahre Reformation (2017) und das
Bauhausjubiläum sind länderübergreifen­
de Themen, für die das Team des Geraer
Tourismusvereins bereits jetzt Ideen ent­
wickelt, z. B. aktive Erlebnisse auf dem
­Geraer Teil des überregionalen „Luther­
weges“.
Ohne Moos nix los …
Die Ideen gehen den Geraer Touristikern
so schnell nicht aus – aber bald das Geld?
Tourismus kostet. Für Marketing, Pro­
duktentwicklung, für Infrastruktur (von
Beschilderung bis Gästeinfo) und nicht zu­
letzt für qualifizierte und engagierte Mit­
arbeiter muss ein Budget vorhanden sein.
Aktuell droht jedoch die Halbierung der
Mittel für die freiwillige kommunale Auf­
gabe „Tourismus“. „Statt pauschaler Kür­
zungen muss die Stadt tragbare konzep­
tionelle Lösungen finden, auch in Gesprä­
chen mit der Thüringer Tourismus GmbH
und dem Wirtschaftsministerium“. Das
fordert Annett Linke, die gerade neu ge­
wählte Vorsitzende des Gera Tourismus
e. V. mit Blick auf die langfristigen Folgen:
weniger attraktive Angebote, sinkende Be­
sucherzahlen und damit weniger Umsatz
– übrigens auch im Handel – und nicht
zuletzt Vertrauensverlust bei Reiseanbie­
tern und anderen Kooperationspartnern.
www.thueringer-staedte.de
www.gera-tourismus.de
www.altenburg-tourismus.de
18

Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
So sehe ich das
Christine Büring
geschäftsführende Gesellschafterin ­
Altenburger Tourismus GmbH
Vizepräsidentin der IHK
Mitglied des Aufsichtsrats Thüringer Tourismus GmbH
Mitglied im Vorstand
Verein Städte­t ourismus in Thüringen e. V.
Mitglied im Tourismusausschuss und
im Beirat des Ausschusses des DIHK
Thüringen ist „grün, idyllisch, freigeis­
tig, bodenständig, traditionsbewusst,
facettenreich, zentral, inspirierend“.
Empfinden Sie das auch so? Ich finde,
diese Begriffe erfassen genau das Ge­
gensätzlich-Ergänzende, das unser
Thüringen ausmacht: Goethe mit Brat­
wurst eben.
Aber was heißt das eigentlich für uns
Touristiker? Auf jeden Fall, dass wir
keine glamourösen Renn-, sondern
eher bodenständige Reitpferde sind.
Das ist nicht schlimm, denn die meis­
ten Menschen sind auch so. Wir sind
nicht Berlin. Wir leben so, wie man
sich in Berlin Entspannung vorstellt.
Wir sind so, wie man die kleinen ita­
lienischen Städtchen liebt, die einen
(noch) nicht mit Angeboten überfallen,
aber immer neu überraschen. Unsere
Gäste erwarten keinen glitzernden
­Luxus, sondern das Besondere, das
­liebevoll selbst Geschaffene. Wer will
Neues von der Stange, wenn er das
(Jahrhunderte alte) Original mit Flair
haben kann? Bei uns ist Kultur klein­
teilig, oft erst auf den zweiten Blick
inspirierend und oft sehr nah mit der
Natur verbunden. Wir sind vielleicht
ein wenig langsam und altmodisch.
Chic ausgedrückt sind wir „laid-back“,
idyllisch oder „entschleunigt“.
So sollte auch unser Angebot sein. Ob
Tourismus-Informationen, Gaststätten
oder Unterkünfte – wir sollten echt
sein, uns und unseren Traditionen treu
bleiben, aber achtsam reagieren auf
die Bedürfnisse unserer Gäste. Vor
­allem in den bei den Besuchern immer
beliebter werdenden Städten sollten
wir nicht beliebig, sondern regional
und authentisch sein – mit unseren
kulinarischen, aber auch mit unseren
kulturellen Angeboten. Die großen
Tourismusziele haben viele „Ost“-Rei­
sende schon „abgehakt“. Nun wollen
sie die kleinen verborgenen Schätze
entdecken. Das ist unsere Chance.
­Besonders für die weniger bekannten
Thüringer Städte und Residenzen mit
der herrlich grünen Landschaft, die sie
umgibt. Ihre Themen sind so facetten­
reich wie die Vergnügungen ihrer
Fürsten: Puppen, Spielkarten, Theater,
Astronomie …
Aber wir Thüringer stehen nicht allein
im touristischen Raum. Wir teilen viele
Themen mit unseren mitteldeutschen
Nachbarn: Schlösser und Parks,
­Goethe und Luther, Mendelssohn und
Bach, Bauhaus, Kriegsgeschichte und
deutsche Teilung. Nur wir liegen dabei
zentral. Hier heißt es kooperieren –
zwischen Kollegen vor Ort wie mit
Partnern überregional – um Reise­
routen besonders für Individualgäste
zu schaffen. Wer allein Tourismus
­machen will, steht auch allein da.
Übrigens sind die oben genannten
­Adjektive der Markenkern, den wir im
Workshop „Branding“ für die letzte
Tourismuskonzeption erarbeitet haben.
Hier können wir aufbauen, wenn wir
uns ab 2015 hoffentlich zunächst mit
einer offenen Auswertung an die Fort­
schreibung unserer selbst gestellten
Leitlinien machen.
Denn Tourismus ist nicht Sache einer Landesverwaltung, es ist unser Wirtschaftszweig, dessen Blühen mit Landesmitteln unterstützt werden soll. Ein Wirtschaftszweig, der in Thüringen mehr umsetzt und beschäftigt als die Automobilindustrie.
T it elt hema
Internationale Karriere inklusive
Restaurantfachleute
Ausbildungszeit:
36 Monate (3 Jahre)
Berufsschule:
Staatliche Berufsbildende Schule Gera
Vom Bewerber wird erwartet:
„„ Realschulabschluss, mindestens
­jedoch guter Hauptschulabschluss
Zweite Karriere für Alberto Paz Roldan: Als Lehrer fand er in seiner Heimat Spanien keine
­Arbeit, deshalb kam er nach Deutschland. Im Novotel Gera startete er im vergangenen Jahr
­e rfolgreich mit einer Ausbildung als Restaurantfachmann. In der internationalen Hotelkette
hat er auch nach Lehrabschluss eine berufliche Perspektive.
Berufe in der Hotel- und Gastrobranche
stehen nicht unbedingt an erster Stelle der
Berufswunschliste junger Leute – sehr zum
Bedauern von Jörg Tempel. Der Direktor
des Novotel Gera, das zur Accor-Gruppe
gehört, setzt sich dafür ein, dem Berufs­
image von Köchen, Hotelfachleuten und
Restaurantfachleuten mehr Wertschätzung
zu geben. Das fängt bei der Berufsorientie­
rung an. „Wir beteiligen uns an den viel­
fältigen Aktionen von IHK, Arbeitsagentur
und anderen Partnern, um bei Schülern
­Interesse an Gastroberufen zu wecken – so
bei „College on Tour“ oder der Geraer Aus­
bildungsbörse“, erläutert Jörg Tempel, der
Schüler auch gern zu Praktika in sein H
­ otel
einlädt. Zwölf Auszubildende lernen der­
zeit im Novotel Gera einen der vier angebo­
tenen Ausbildungsberufe, darunter drei
künftige Restaurantfachleute. „Ausbildung
ist bei uns Chefsache.“ So seien die Abtei­
lungsleiter auch qualifizierte Ausbilder.
Den Lehrlingen stünden schon während
der Ausbildung Zusatzqualifikationen und
Weiterbildungsangebote der Accor-Akade­
mie offen. Bereits zu Ausbildungsbeginn
werde den jungen Leuten eine Anstellung
in der Hotelgruppe garantiert.
Dabei geht Jörg Tempel auch unge­
wöhnliche Wege. Seit einem Jahr gehört
der 29-jährige Alberto Paz Roldan zum
Team des Hotelrestaurants. Der studierte
Biologielehrer fand in seiner Heimat kei­
nen Job und kam mit viel Hoffnung nach
Erfurt, um Deutsch zu lernen und eine Aus­
bildung zu beginnen. Doch auch hier war
der Start eher holprig: Die Vermittlerfirma
konnte ihre Versprechen nicht halten. Mit
Hilfe des Deutschen Hotel- und Gaststät­
tenverbandes (DEHOGA) begann er schließ­
lich vor einem Jahr im Novotel Gera eine
Ausbildung als Restaurantfachmann.
Schon in Spanien hat er während der
­Semesterferien und nach dem Studium in
der Kneipe von Verwandten gearbeitet.
„Ich freue mich, hier in Deutschland eine
Ausbildung in der Gastronomie machen zu
können. Das und auch die deutsche Spra­
che zu sprechen, verbessert meine Berufs­
chancen in Spanien“, so Alberto Paz Rol­
dan, der trotz neuer Freunde in Gera nach
der Ausbildung gern zurück in seine Hei­
mat will. Jörg Tempel ist stolz auf seinen
ungewöhnlichen Azubi. „Seine Berufs­
schulergebnisse sind sehr gut und auch bei
den Gästen kommt er bestens an. In der
Accor-Gruppe hat er mit Sicherheit eine
berufliche Zukunft und Aufstiegsmöglich­
keiten ins mittlere Management.“
www.novotel.com

Tätigkeitsprofil:
Restaurantfachleute
„„ empfangen und betreuen Gäste
„„ beraten Gäste über das Speisen­
angebot und korrespondierende
Getränke
„„ präsentieren und servieren unter
Berücksichtigung verschiedener
Servierarten
„„ bereiten Speisen und Getränke
am Tisch des Gastes zu
„„ planen Veranstaltungen und
­Festlichkeiten und wirken bei
der Durchführung mit
„„ organisieren Serviceabläufe
„„ erstellen Abrechnungen
Arbeitsorte:
verschiedene gastronomische ­Betriebe,
wie Restaurants, Cafés und Hotels
Weiterbildung:
„„ Geprüfter Restaurantmeister
„„ Fachwirt im Gastgewerbe
Ansprechpartnerin für Unternehmen:
Silviana Rosenkranz
Tel.: 0365 8553-308,
rosenkranz@gera.ihk.de
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
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Management
Kennzeichnungspflichten für Lebensmittel
Neue Bürokratie für Gastronomie und Handel?
Ab dem 13. Dezember 2014 müssen Zutaten von Lebensmitteln, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen
können, besonders gekennzeichnet werden – auch bei unverpackten (losen) Waren. Hintergrund ist die neue
­EU-Verordnung Nr. 1169/2011 zur Lebensmittelinformation. Dies betrifft sowohl die in der Gastronomie und
­Gemeinschaftsverpflegung angebotenen Speisen als auch Back- und Fleischwaren. Kennzeichnungspflichtige
Allergene sind beispielsweise glutenhaltiges Getreide, Krebs- und Weichtiere, Fisch, Milch, Eier, Erdnüsse, Schalen­
früchte, Soja, Sellerie u. v. m.
IHK fordert praxistaugliche und
­unbürokratische Umsetzung
Die Umsetzung der EU-Verordnung in
­nationales Recht wird den einzelnen Mit­
gliedsstaaten überlassen. In Deutschland
liegt derzeit ein erster Entwurf der Durch­
führungsbestimmungen vor. Auch die
IHK-Organisation hat dazu Stellung ge­
nommen und setzt sich für eine unterneh­
mensfreundliche und praxistaugliche Ge­
staltung der EU-Verordnung ein.
Schon jetzt informieren und Mitarbeiter
schulen
Noch ist unklar, wie das Gesetz in der
­Praxis umzusetzen ist. Konkret, ob eine
schriftliche oder mündliche Kennzeich­
nung erforderlich ist. Eine schriftliche De­
klaration würde einen erheblichen Auf­
wand mit sich bringen, z. B. bei Aktions­
menüs, saisonalen Angeboten oder täglich
wechselnden Gerichten.
Die IHK rät, sich trotzdem bereits jetzt
mit dem Thema auseinanderzusetzen und
Mitarbeiter zu schulen, damit nur verläss­
liche Informationen an den Gast weiter­
gegeben werden.

Ob nun die Thüringer Bratwurst am Imbissstand, der Käse aus dem Supermarkt oder das
­M ittagsmenü im Restaurant – Konsumenten müssen künftig informiert werden, ob allergieauslösende Substanzen im Lebensmittel enthalten sind.
Foto: Gabi Schoenemann/pixelio.de
IHK-Seminar zur Lebensmittelkennzeichnung am 17. November
Dazu bietet die IHK Ostthüringen am 17. November ein Seminar zum Thema
„Kennzeichnung von Lebensmitteln in Gastronomie, Imbiss und Catering“ an. Die
Seminarteilnehmer werden über die aktuellen und grundsätzlichen Pflichten sowie
über das „Was“ und „Wie“ der Lebensmittelkennzeichnung informiert.
Mehr Informationen und Anmeldung:
Sabrina Sobek (Tel.: 0365 8553-111, sobek@gera.ihk.de) oder
www.gera.ihk.de/veranstaltungen (Veranst.-Nr. 15469894)
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Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
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Sparkasse rät: Nachfolge rechtzeitig regeln!
Mit einem Überschuss von knapp fünf Mil­
lionen Euro konnte die Sparkasse GeraGreiz das Geschäftsjahr 2013 abschließen.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden
Niedrigzinsphase und der demografischen
Entwicklung zeigte sich Vorstandsvorsit­
zender Wolfgang Reichert zufrieden mit
dieser Bilanz.
„Trotz anhaltend niedriger Zinsen ist
das Sparbuch immer noch eine gefragte
Anlage für kurzfristig verfügbares Geld“,
ist das Fazit von Vorstand Frank Emrich.
„Der Trend, Geld für langlebige Waren
auszugeben anstatt es anzulegen, zeige
sich auch in der gestiegenen Nachfrage
nach Konsumentenkrediten.“
„Eines der wichtigsten Themen unse­
rer Firmenkundenberatung bleibt die Un­
ternehmensnachfolge“, betont Vorstands­
mitglied Markus Morbach. Wichtig sei, die
Unternehmer rechtzeitig dafür zu sensibi­
lisieren „loszulassen“ und dabei Unterstüt­
zung zu suchen. Die gäbe es unter ande­
Stabile Kundeneinlagen auf Girokonten und
Sparbüchern, mehr Nachfrage nach Krediten:
Der Vorstand Sparkasse Gera-Greiz ist zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr.
v. l. n. r.: Markus Morbach, Wolfgang Reichert ­( Vorstandsvorsitzender)
und Frank ­Emrich
www.spk-gera-greiz.de
rem bei der IHK und der Handwerks­
kammer. „Wir haben schon erfolgreiche
Firmenübergaben begleitet, mussten aber
auch Insolvenzen aufgrund gescheiterter
Unternehmensnachfolge erleben.“ Die
Sparkasse Gera-Geiz betreut über 100 Ge­
schäftskunden, die aktuell oder in nächs­
ter Zeit vor der Frage stehen.
Rund 500 Mitarbeiter sind in den fünf
Kundencentern und 13 Filialen der Spar­
kasse in Gera und dem Landkreis Greiz
­tätig. 31 davon sind Azubis. Im Septem­
ber haben acht junge Leute ihre Aus­
bildung begonnen. Erste Kontakte zur
­Sparkasse haben viele von ihnen über
Schulpartnerschaften oder einen der Schü­
lerwettbewerbe geknüpft, den die Regio­
nalbank unterstützt. Dazu zählt auch der
Deutsche Gründerpreis für Schüler, bei
dem ein Team des Zabelgymnasiums den
Regionalpreis der Sparkasse gewann. Ihre
Idee: „Halsbonbons für gesunde Zähne
und ein schönes Lächeln“.
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Wie die Seidenstraße für neue Impulse sorgt
Unternehmer Karsten Meyer nimmt eine Auszeit und sieht das als Chance für die Firma
„Nach 25 Jahren Selbstständigkeit nehme
ich mir eine Auszeit!“ Das hatte sich Kars­
ten Meyer schon vor Jahren vorgenom­
men und ist nun entschlossen, das auch
umzusetzen. 2015 ist es soweit: Seine Fir­
ma Art-Kon-Tor feiert Jubiläum und Kars­
ten Meyer macht sich auf den Weg, um ein
Jahr lang die Seidenstraße zu erkunden.
Im doppelten Sinne ein mutiger Schritt.
Zum einen wird die Reise durch verschie­
dene Länder und Kulturen im eigenen
Fahrzeug jenseits gängiger Tourismus­
routen zu einer echten Herausforderung.
Zum anderen bleibt sein Platz in der zur
Firmengruppe herangereiften Agentur
Art-Kon-Tor leer.
Ein Fakt, den er aber eher als Chance
als als Handicap sieht: „Andere werden die
entstandene Lücke füllen, mehr Eigenver­
antwortung übernehmen, Mut für Ent­
scheidungen finden und sie durchsetzen.
So wird neue Energie entfaltet und wer­
den neue Impulse gesetzt. Letztendlich
sind das gute Voraussetzungen für die
künftige Entwicklung der Firma.“
Kreatives und strategisches Potenzial
gebe es in dem breit aufge­stellten Unter­
nehmen allemal. Aus dem Design­büro von
1990, das nur wenige Aufträge aus der
­Region bekam und sich als zweites Stand­
bein mit Aufgaben einer klassischen
­Werbeagentur finanzierte, ist heute eine
Firmengruppe gewachsen, die neben
mehrfach ausgezeichnetem Design sich
immer mehr als Partner im kompletten
­Innovationsprozess versteht. „Wir haben
irgendwann so viele unterschiedliche The­
men bedient, dass wir mit der klassischen
Firmenstruktur nicht mehr effektiv genug
arbeiten konnten und auch nicht mehr
glaubwürdig für unsere Kunden waren“,
erinnert sich Karsten Meyer an eine wich­
tige Umbruchphase Ende der 1990er J­ ahre.
Karsten Meyer: Andere werden die entstandene Lücke füllen. So wird neue Energie entfaltet
Foto: Art-Kon-Tor
und werden neue Impulse gesetzt.
„Aus dem großen Dampfer mit nur einem
Kapitän ist eine Flotte von vier Schnell­
booten geworden, die flexibel und selbst­
ständig agieren, aber ein gemeinsames Ziel
ansteuern.“
Change-Prozesse (produkt- und unter­
nehmensbezogene Analyse und Strate­
gien), Produktent­wicklung (Design und
Konstruktion im Hochtechnologiebereich),
Seriensysteme (Systemintegration, Proto­
typen und F
­ unk­tionsmuster) und Kommu­
nikation (Unternehmens- und Produktver­
marktung) sind die einzelnen Themen der
Art-Kon-Tor-Gruppe. Frische Ideen brin­
gen unter anderem zahlreiche Studenten,
Absolventen und Azubis in die Firma. „Sie
bekommen hier den Freiraum, sich auszu­
probieren, ihre Ideen umzusetzen und
­natürlich eine berufliche Perspektive“, so
Karsten Meyer.
Drei der fünf Mitglieder der Geschäfts­
leitung haben bei Art-Kon-Tor als Prak­
tikanten begonnen. Deshalb habe er keine
Bedenken, eine unschließbare Lücke zu
hinterlassen. Er freut sich auf neue Er­
fahrungen außerhalb seines bisherigen
­Lebenshorizontes und schmiedet bereits
jetzt Pläne für die Zeit nach s­ einer Rück­
kehr. So will er ein Buch „Aussteigen für
Unternehmer“ schreiben und ­ein interna­
tional agierendes Art-Kon-Tor Innova­
tionscenter aufbauen.
www.art-kon-tor.de
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Ausbildungsberufe
Experten und Kunden unter einem Dach
„GEON Holding“ im 25. Jahr ihres Bestehens
Im 25. Jahr ihres Bestehens hat die in Gera
ansässige „GEON Holding GmbH“ die elf­
te Auflage ihres damit schon traditionel­
len „GEON“-Tages gefeiert. Das Treffen,
bei dem Experten und Kunden unter ein
Dach gebracht werden, umfasste eine
­Reihe Vorträge von Mitarbeitern des Hau­
ses und anderen Experten.
Das rund 50 Mitarbeiter umfassende
Team bietet seine Dienstleistungen auf den
Gebieten Bergbau, Bau, Vermessung und
Umwelt an, die von der ingenieurtechni­
schen Überwachung und -begleitung aller
bergmännischen Tätigkeiten, die Planung
von Tagebauanlagen, Baugrunderkundun­
gen bis zu den vielfältigen Gebieten der
Ingenieurvermessung, des Markscheide­
wesens bis zu Umwelt- und Naturschutz­
planung, der Kartierung und Begutach­
tung von Böden und Gewässern bis zu
komplexen geologischen Sachverhalten
reichen.
„GEON“ agierte von Gera aus in fast
30 Ländern verschiedener Kontinente.
­Geschäftsführer Bernd Rößler bringt es auf
den Punkt: „Wenn wir es auf der Land­
karte vergleichen, dann sind wir in den
USA mit dem westlichsten Punkt vertre­
ten, östlich ist es China, im Norden Finn­
land und Schweden sowie Südafrika im
Süden. Es fehlen nur noch Arktis, Antark­
tis und Australien.“
Der Schirmherr des GEON-Tages, Peter
Höhne, Hauptgeschäftsführer der IHK
Gera, hob besonders die Anstrengungen
des Unternehmens hervor, das Team mit
seinem hohen Anteil an hoch gebildeten
Mitarbeitern sowie Technikern und Inge­
nieuren mit eigenen Auszubildenden zu
verstärken. 15 jungen Leute haben bisher
ihre Lehre angetreten, sieben wurden vom
Unternehmen übernommen, wo sie eine
gute Perspektive haben. So berichtet Ge­
schäftsführer Thomas Schmidt, dass ein
früherer Azubi jetzt ein duales Studium
zum Bachelor of Engineering/Vermessung
aufgenommen hat und gegenwärtig in
Rumänien bei dem Projekt „Flughafen
­
Constanta“ im Einsatz ist.
Das GEON-Team hat seine Handschrift
nicht nur auf den Baustellen der AutoKonzerne Peugeot, Nissan, BMW, Volvo,
Ford, Fiat, Saab und vielen anderen hin­
terlassen, sondern natürlich auch in
Deutschland, so u. a. bei der Waldschlöss­
chenbrücke Dresden, vielen Kraftwerken
von Hamburg bis Holland, bei der Bleß­
berghöhle und beim Tiefbau im thüringi­
schen Caaschwitz.
http://geo-n.de
Text und Foto: Reinhard Schubert

Die IHKUnternehmensdatenbank
www.unternehmen.gera.ihk.de
GEON war als erstes Unternehmen dem ­Aufruf der Stadt Gera gefolgt, für die 777. Wiederkehr
der Erst­e rwähnung insgesamt 21 Löwen in der Stadt aufzustellen. Die ­F irma hatte eine Kopie
des Geraer Wappentieres – es steht vor dem Stadtmuseum – zum GEON-Tag mitgebracht.
Auf dem Foto (v. l. n. r.) Geschäftsführer Bernd Rößler, Prof. Dr. Egon Fahning von der TU
Bergakademie Freiberg, IHK-Chef ­Peter Höhne und Geschäftsführer Thomas Schmidt.
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Firmen und Mens c hen
Von familiärer Atmosphäre bis natürliche Rohstoffe
Nachhaltigkeit ist praktischer Alltag bei Schuh-Petters
Holz statt Kunstharz, wasserbasierte Kleb­
stoffe statt lösungsmittelhaltige, TextilBeutel statt Plastik-Tüten, familiäre Atmo­
sphäre statt Arbeitsfrust – für die Geraer
Firma Schuh-Petters ist Nachhaltigkeit kein
philosophisches Thema, sondern ganz prak­
tischer Alltag. Deshalb ist sie auch dem
Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen bei­
getreten. „Nicht nur große Konzerne und
große Kampagnen zählen, sondern auch
viele kleine Unternehmen handeln“, so Uwe
Petters, der die Firma 1989 gründete. Nach­
haltigkeit hat für ihn viele Facetten.
Ganz wichtig: die soziale ­Komponente.
„Der Umgang mit den Mitarbeitern ent­
scheidet, ob es gelingt, Stammpersonal
aufzubauen“, so der Unternehmer, der auf
die niedrige Fluktuationsrate in seiner Fir­
ma verweist. 60 Mitarbeiter beschäftigt er
­heute. 30 davon in Gera, die anderen in
acht Filialen in Sachsen, Berlin und Mün­
chen. Sie fertigen orthopädische Schuhe
@
Schuhmachermeister René Hensel bearbeitet einen Schuh-Leisten aus Holz. Der natürliche
Rohstoff hat bei Schuh-Petters das bisher übliche Kunstharz weitestgehend abgelöst.
„auf Rezept“, verkaufen Einlagen und
Bandagen und übernehmen Reparaturen.
Ausbildung und regelmäßige Weiterbil­
dung sind ebenso selbstverständlich wie
ergonomische Arbeitsplätze oder die jähr­
liche Weihnachtsfeier.
Auch Produktqualität hat etwas mit
Nachhaltigkeit zu tun. „Wir sind Spezialist
rund ums Laufen von Alltagsschuh bis zur
medizinischem Spezialanfertigung. Unsere
Produkte haben eine langfristige Wirkung
für die Gesundheit unserer Kunden. Hohe
Qualitätsansprüche sind da ein Muss.“
Dabei nicht nur beim Endprodukt auf
Naturmaterialien zurückzugreifen, sondern
auch im technologischen Ablauf, ist nur
konsequent. So hat Uwe Petters in neue
Technik und technologische Ab­läufe inves­
tiert: „Leisten aus Holz lassen wir von
­einem Kooperationspartner fertigen und er­
ledigen selbst nur noch die Feinarbeiten.
Wasserbasierte Klebstoffe zum Beispiel
müssen ganz anders aufgetragen werden
und haben eine viel längere Trocknungs­
zeit als solche, die Lösungsmittel enthalten.
Das ist auch der Grund, warum nicht in al­
len Bereichen die Umstellung gelungen ist.“
2016 plant Uwe Petters den Umzug in
ein neues Werkstatt- und Bürogebäude in
der Berliner Straße. Die bisherigen Räume
im Stadtzentrum können nicht mehr mit
dem Firmenwachstum mithalten. Bei Fir­
mengründung 1989 gab es fünf Beschäf­
tigte heute sind es 30.
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Innovat ionen
Forschen für die Wirtschaft (4)
IAB – zukunftsweisende Lösungen für die Baubranche
Nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit haben sich das Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar gGmbH und
das Forschungsinstitut für Tief- und Rohrleitungsbau gGmbH entschlossen, ihre Kompetenzen im IAB – Institut für
Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH zu bündeln. Rund 100 Mitarbeiter erforschen und entwickeln Lösungen
für die Baubranche und setzen diese anwendungsorientiert um. Ein umfangreiches Serviceangebot komplettiert das
Institutsprofil.
Technische Systeme
Nachhaltiges Bauen
Säureprüfung von Baustoffen
Verschiedene Gipskristalle
Montage VIP-Sandwichelement
„Coole Alleskönner“ oder moderne „Spe­
zialbaustoffe“ – der Baustoffmarkt befin­
det sich im Umbruch. Forschungsschwer­
punkte bilden daher Baustoffentwick­
lungen und Baustoffoptimierungen, um
beispielsweise Umwelteinflüssen besser
standzuhalten. Neben natürlichen Roh­
stoffen werden vorrangig industrielle
Rest- und Abfallstoffe verwertet. Insbe­
sondere bei der Entwicklung korrosions­
beständiger Betone konnten Erfolge hin­
sichtlich der Dauerhaftigkeit von Bauwer­
ken gegen chemisch aggressive Medien
erzielt werden.
Intelligente Produkte und Verfahren zur
Herstellung von Betonfertigteilen oder zur
Inspektion und Sanierung von Leitungs­
systemen stehen im Fokus der Forschungs­
tätigkeit. Ein Schwerpunkt liegt in der Pro­
zesssimulation sowie der Entwicklung
neuer Mess- und Automatisierungs­
technik. Mittels automatisierter Bildver­
arbeitung wurde ein Online-Analyse- und
Überwachungssystem entwickelt, um
­Kristallisationsprozesse, die während der
Herstellung bautechnisch nutzbarer Gipse
ablaufen, zu überwachen und Systemver­
änderungen zu erkennen.
Megatrends wie Demografie, Urbanisie­
rung und Klimawandel fordern nach­
haltige Lösungen. Die Umsetzung konst­
ruktiver und energetisch optimierter
­Lösungen in material-, ressourcen- und
energieeffiziente Bauteile und Bausyste­
me, die zukünftigen Ansprüchen genügen,
steht deshalb im Mittelpunkt der For­
schungsarbeiten. Basierend auf neuen
Werkstoffen und Technologien werden
z. B. hochwärmedämmende SandwichKonstruktionen oder solaraktive Bauele­
mente, aber auch Sanierungskonzepte für
Gebäude und Quartiere entwickelt.
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Nachhaltiges Bauen
Technische
Systeme
Baustoffe
Baustoffe
26
Fachbereiche
Technologie- und Forschungsfelder, Dienstleistungen
„„
„„
Beton und Mörtel
Keramische Roh- und
Werkstoffe
„„ Zementfreie Werkstoffe
„„
„„
„„
„„
Fertigteiltechnik
Infrastruktur
Mess- und Automatisie­
rungstechnik
„„ Simulation
„„
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„„
Bionik
Energie
Fertigbau
Umwelt
Werkstoffentwicklungen
Werkstoff- und Produkteigenschaften
Verarbeitungsverhalten von Stoffsystemen
Recycling und Reststoffverwertung
Verfahrenstechnische Prozesse
Maschinenkonstruktion
Dynamische Berechnungen
Gemengeverarbeitung
Tief- und Rohrleitungsbau
Regenerative Energien
Simulation ein-/mehrphasiger Stoffsysteme
„„ Fertigteil- und Verbundkonstruktionen
„„ Bausysteme und Bauverfahren
„„ Traglastreserven
„„ Trag- und Oberflächenstrukturen
„„ Verbindungstechniken
„„ Erneuerbare Energien, Schwerpunkt Geothermie
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
Prüfung, Überwachung und Zertifizierung
­ausgewählter Bauprodukte
„„ Werk-/Baustoffprüfungen, insbesondere Beton
„„ Bauwerksuntersuchungen
„„ Abfall- und Verwertungskonzepte
„„ FEM-Berechnungen
„„ Lärmmessungen/Schallquellenortung
„„ Schwingungs-, Druck-, Spannungsmessungen
„„ Belastungsprüfungen
„„ Qualitätssicherung
„„ Lärm- und Arbeitsschutz
„„ Informationssysteme
„„ Rohre und Leitungssysteme
„„ Analysen Produktlebenszyklen/Nachhaltigkeit
„„ Simulation Tragsysteme und Materialverbünde
„„ Klimaschutz- und Energiekonzepte
„„ Rückbau-, Recycling- und Entsorgungskonzepte
„„ Demonstrationsobjekte
„„
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in Thüringen
Neue s von der EU
Straßenverkehr: Der unvollkommene EU-Binnenmarkt
Die Kabotage-Verordnung lässt die Kabotage in der EU nur in Ausnahmefällen zu. Gewerbliche innerstaatliche
Güterbeförderung, die von in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassenem Verkehrsunternehmen erbracht wird
(Kabotage) findet kaum statt. Die daraus resultierenden Entwicklungen und Probleme des Straßengüterverkehrs
und speziell der Kabotage-Regelungen beschäftigen die Europäische Kommission in einem aktuellen Bericht
(COM(2014) 222).
Ausländische Lkws mit mehr ­Leerfahrten
Kabotage-Transporte sind derzeit nur
dann zulässig, wenn sie im Anschluss an
eine grenzüberschreitende Güterbeförde­
rung erfolgen, innerhalb von sieben Tagen
nach der grenzüberschreitenden Güterbe­
förderung durchgeführt werden und nicht
mehr als drei innerstaatliche Güterbeför­
derungen umfassen.
Aus diesen Restriktionen resultiert,
dass nur 2,5 Prozent aller innerstaatlichen
Güterbeförderungen durch ausländische
Unternehmen erbracht werden. Auffallend
ist dabei, dass ihr Anteil an Leerfahrten
mit 50 Prozent um mehr als doppelt so
hoch ist, wie der Anteil an Leerfahrten al­
ler Lkw. Dies ist jedoch bei der derzeitigen
Kabotage-Regelung wenig verwunderlich.
Stigmatisierung ausländischer Kraftfahrer
Hinzu kommt, dass einige Mitgliedstaaten
mit allen Mitteln versuchen, ihren Markt
durch kreative Rechtsauslegung abzu­
schotten. In Finnland beispielsweise wer­
den Fahrten, bei denen Verkehrsunterneh­
men Teile einer einzigen Ladung an ver­
schiedenen Bestimmungsorten abladen,
als „mehrere einzelne Beförderungen“ be­
Innerstaatliche Güterbeförderung durch ausländische Transportunternehmen? –
In vielen EU-Ländern Fehlanzeige! Konsequenz: Rund 50 Prozent Leerfahrten
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28
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
Neue s von der EU
handelt, nur um dadurch die Kabotage
noch weiter zu erschweren.
Anderorts gibt es eine SmartphoneApp zur Ortung und Verfolgung im Aus­
land zugelassener Lkw. Einziges Ziel d
­ ieser
App ist die Stigmatisierung ausländischer
Kraftfahrer.
Einheitliche Kabotageregelung in der EU
gefordert
Die Europäische Kommission spricht sich
für eine EU-weit einheitliche Anwendung
und Durchsetzung der Kabotage-Verord­
nung aus. Dies würde zumindest den Grad
der Marktöffnung in den einzelnen Mit­
gliedstaaten und damit die Wettbewerbs­
bedingungen der Verkehrsunternehmen
angleichen. Denn sie hindert die Mitglied­
staaten daran, durch kreative Rechtsaus­
legung, wie die Mehrfachzählung der
Fahrten im „Multi-Drop-Transport“, ihren
innerstaatlichen Straßengüterverkehrs­
markt noch stärker abzuschotten, als es
ohnehin schon die Kabotage-Beschrän­
kungen ermöglichen.
Bisher: Effizienzverlust, Marktabschottung und höhere CO2-Emissionen
Vor allem aber benennt die Europäische
Kommission in ihrem Bericht die wesent­
lichen Nachteile der derzeitigen Kabota­
ge-Regelung: Effizienzverlust, Marktab­
schottung und höhere CO2-Emissionen. Es
gibt, so die Kommission, kein ordnungs­
politisches Argument für die Aufrechter­
haltung von Kabotage-Beschränkungen.
Bedauerlicherweise spricht sich die Kom­
mission jedoch nicht klar für deren Ab­
schaffung aus, sondern erwägt lediglich
eine „Lockerung“. Dies ist sicherlich dem
massiven politischen Widerstand von Mit­
gliedstaaten geschuldet, die diesen Protek­
tionismus aufrechterhalten wollen.
Ohne Kabotage-Beschränkungen
positive Effekte erhofft
Eine Lockerung – besser noch: vollständi­
ge Aufhebung – der Kabotage-Beschrän­
kungen hätte gleich mehrere positive Aus­
wirkungen. Erstens stärkt sie den EU-Bin­
nenmarkt, da der Markt für innerstaatliche
Beförderungen weiter geöffnet wird und
Verkehrsunternehmen ihre Dienste in al­
len Mitgliedstaaten anbieten können.
Zweitens sinken tendenziell die Preise für
Straßengütertransporte, da zum einen der
Wettbewerb erhöht wird und zum anderen
sich die Anzahl an Leerfahrten von aus­
ländischen Lkw im innerstaatlichen Ver­
kehr reduziert. Drittens wird aufgrund we­
niger Leerfahrten der CO2-Ausstoß des
Straßenverkehrssektors ohne zusätzliche
Kosten verringert. Ein infolge höheren
Wettbewerbsdrucks effizienterer Straßen­
güterverkehr wirkt sich tendenziell posi­
tiv auf Wachstum und Beschäftigung aus.
Notwendig: Einheitliche Standards
zum Schutz von Lkw-Fahrern
Eine Grundbedingung ist allerdings, dass
dieser Wettbewerb stets unter fairen Be­
dingungen stattfindet. Zentral hierfür ist,
dass, unabhängig von der Kabotage-­
Regelung, die einschlägigen Arbeits- und
Sozialvorschriften den erforderlichen
Standards zum Schutz von Lkw-Fahrern
gerecht werden und deren Einhaltung
streng kontrolliert wird.
Fazit:
Es gibt kein ordnungspolitisches Argu­
ment für die Aufrechterhaltung von Ka­
botage-Beschränkungen. Bedauerlicher­
weise spricht sich die Kommission nicht
klar für deren Abschaffung aus, sondern
erwägt lediglich eine „Lockerung“. Die
­Lockerung – besser noch: die vollständi­
ge Aufhebung – der Kabotage-Beschrän­
kungen hat mehrere positive Auswirkun­
gen: Sie stärkt den Binnenmarkt, senkt die
Preise für Straßengütertransporte und ver­
ringert sie den CO2-Ausstoß des Straßen­
verkehrssektors. Eine EU-weit einheitliche
Anwendung und Durchsetzung der Kabo­
tage-Verordnung gleicht die Wettbewerbs­
bedingungen der Verkehrsunternehmen
an.
Nima Nader
cep | Centrum für Europäische Politik
www.cep.eu 
So sehe ich das
Klaus-Peter Becker
Geschäftsführer der Spedition
Balter und Zimmermann GmbH
Vorsitzender des IHK-Verkehrs­
ausschusses
Dass die EU einen einheitlichen
­Binnenmarkt anstrebt ist bekannt
und im Grunde auch wirtschaftlich
vernünftig. Jedoch müssen die
­Rahmenbedingungen auch stimmen.
Der jetzige Vorstoß, die Kabotage zu
lockern oder evtl. abzuschaffen, lässt
leider den wirtschaftlichen Aspekt
weitgehend außen vor.
Natürlich sinkt der Leerfahrtenanteil
im Vergleich zur derzeitigen Rege­
lung und damit auch der CO2-Aus­
stoß. Jedoch hat Herr Nima Nader
selbst den Finger in die Wunde ge­
legt: Grundbedingung ist, dass ein
fairer Wettbewerb stattfinden muss.
Und gerade das ist unter den der­
zeitigen unterschiedlichen sozialen
Verhältnissen in den EU-Mitglieds­
staaten nicht gegeben. Das deutsche
Verkehrswesen hätte damit definitiv
einen wirtschaftlichen Nachteil. Die
Finnen haben das bereits erkannt,
entsprechende Maßnahmen zum
Schutz des eigenen Marktes getrof­
fen und sollten deshalb nicht aus­
gebuht werden.
Übrigens: Inwiefern bei solcherlei
Schutzmaßnahmen der ausländische
Kraftfahrer stigmatisiert wird, ist
unverständlich. Hier geht es nicht
um den einzelnen Kraftfahrer, son­
dern um die wirtschaftliche und
­soziale Situation im jeweiligen
­Unternehmen.
Die Kabotage kann fallen, wenn
gleiche Sozialstandards herrschen
und die wirtschaftliche Situation in
den Partnerstaaten dies erlauben.
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
29
Re c ht
Kündigung wegen Krankheit?
Prinzipiell ist Krankheit, auch wenn sie
länger dauert, kein Kündigungsgrund.
­Anders ist das bei dauerhafter Krankheits­
anfälligkeit und damit negativer Gesund­
heitsprognose. Wenn es dadurch zu einem
gravierenden Missverhältnis zwischen
Leistung und Gegenleistung kommt, recht­
fertigt das nach Auffassung des Bundes­
arbeitsgerichtes auch eine außerordent­
liche Kündigung.
Der Fall
Die ordentlich unkündbare Hilfsgärtnerin
in einer Friedhofsverwaltung fiel häufig
wegen verschiedener Krankheiten aus. Ihr
wurde deshalb außerordentlich mit sozia­
ler Auslauffrist von sechs Monaten gekün­
digt. Dagegen hatte sie geklagt.
IHK-Seminar:
gestellte gut ein Drittel ihrer Jahresarbeits­
zeit arbeitsunfähig krankgeschrieben sei.
Stolpersteine beim Beenden
von Arbeitsverträgen
Die Begründung
Eine außerordentliche Kündigung setzte
voraus, dass eine ordentliche Kündigung
ausgeschlossen sei und das Arbeitsverhält­
nis „sinnentleert“ wäre: Die Fortsetzung
des Arbeitsverhältnisses muss für den
­Arbeitgeber erhebliche Entgeltfortzahlun­
gen erfordern, ohne dass nennenswerte
Arbeitsleistungen erbracht würden. Davon
könne in diesem Fall jedoch nicht ausge­
gangen werden.
(BAG vom 23.01.2014 – AZ: 2 AZR 582/13)
Kündigen ist schwer. Werden nicht
alle formellen und materiellen Krite­
rien erfüllt, drohen kostenintensive
Verfahren, hohe Abfindungen oder
gar die Weiterbeschäftigung des Mit­
arbeiters. Das IHK-Seminar zeigt, was
bei der Kündigung von Mitarbeitern
zu beachten ist, wann eine einver­
nehmliche Vertragsaufhebung besser
ist und wie Arbeitszeugnisse effizient
und juristisch korrekt erstellt werden.
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Das Urteil
Das Bundesarbeitsgericht gab ihr Recht.
Die Weiterbeschäftigung sei dem Arbeit­
geber vorliegend zumutbar, auch wenn
man davon ausgehen könne, dass die An­
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30
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
St euern
Umsatzsteuer bei Bauleistungen: wieder einfacher geregelt
Der Gesetzgeber hat die Regelungen zur Umsatzbesteuerung von Bau- und Gebäudereinigungsleistungen wieder
der alten Rechtslage angeglichen. Die Finanzverwaltung hatte bereits Anfang des Jahres die Handhabung zur
Steuerschuldumkehr von Bauleistungen aufgrund der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs geändert. Die dadurch
eingetretene Verunsicherung ist nun durch den Gesetzgeber behoben worden.
Die früher in einem Verwaltungserlass
festgelegten Anwendungsvoraussetzungen
wurden weitgehend ins Umsatzsteuerge­
setz übernommen. Allerdings verbleiben
kleinere Unterschiede. Die Neuregelung
gilt erst ab 1. Oktober 2014.
So sieht die Regelung nun aus:
Die Umsatzsteuer für Bauleistungen muss
das Bauunternehmen an das Finanzamt
abführen. Anders, wenn der „Kunde“
selbst Bauunternehmer ist. Dann schuldet
der Leistungsempfänger die Steuer und
zwar (wieder) unabhängig davon, ob die
Leistung für Dritte erbracht wird. Dazu
muss er der beauftragten Firma seine
„Bauleistendeneigenschaft“ nachweisen –
mit einem entsprechenden Formular.
Dieses Formular – das ist neu – ist je­
doch nicht mehr identisch mit der Freistel­
lungsbescheinigung der Bauabzugsteuer.
Vielmehr wurde für Umsatzsteuer­zwecke
ein neues Formular eingeführt.
(BMF-Schreiben vom 26. August 2014)
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Umsatzsteuer 2015 –
Aktuelle Änderungen
Die vielen gravierenden Veränderun­
gen erschweren selbst erfahrenen Mit­
arbeitern aus dem Finanz- und Rech­
nungswesen den sicheren Umgang
mit dem Umsatzsteuerrecht. Dieses
Seminar gibt einen kompakten Über­
blick über die aktuellen Änderungen
bei der Umsatzsteuer und deren Konse­
quenzen für die Unternehmenspraxis.
Wann? 3. Dezember 2014
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Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
31
A mt lic he s
Änderung der Prüfungsordnung für die Sachkundeprüfung
„Geprüfte/r Finanzanlagenfachmann/frau IHK“
Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera hat am
9. September 2014 auf Grund von
„„ §§ 1 und 4 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern
vom 18. Dezember 1956 (BGBl. I S. 920), das zuletzt durch Artikel 17 des Gesetzes zur Förderung
der elektronischen Verwaltung sowie zur Änderung weiterer Vorschriften vom 25. Juli 2013 (BGBl. I
S. 2749) geändert worden ist,
„„ in Verbindung mit §§ 34f, g, h der Gewerbeordnung in der Fassung der Bekannt­machung vom
22. Februar 1999 (BGBl. I 202), die zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 6. September
2013 (BGBl. I S. 3556) geändert worden ist,
„„ und Abschnitt 1 der Finanzanlagenvermittlerverordnung vom 2. Mai 2012 (BGBl. I S. 1006),
die durch Artikel 27 Absatz 11 des Gesetzes vom 4. Juli 2013 (BGBl. I S. 1981) geändert worden ist,
3. § 9 Abs. 4 wird wie folgt geändert:
a. In Buchstabe b werden vor das Wort „In­
vestmentvermögen“ das Wort ­„offene“ ein­
gefügt und die Worte „(offene Fonds)“ ge­
strichen.
b. In Buchstabe c wird das Wort „Fonds“ durch
das Wort „Investmentvermögen“ ersetzt.
c. In Buchstabe d wird das Wort ­„sonstige“ ge­
strichen.
folgende Änderungen der Prüfungsordnung für die Sachkundeprüfung
„Geprüfte/r Finanzanlagenfachmann/frau IHK“ beschlossen:
Gera, 9. September 2014
1. § 1 wird wie folgt geändert:
gez. Albrecht Pitschel
Präsident
Nach den Wörtern „gemäß § 34f Abs. 2 Nr. 4
GewO“ werden die Wörter „auch in Verbindung
mit § 34h Abs. 1 Satz 4 GewO“ eingefügt.
2. § 4 Abs. 2 wird wie folgt geändert:
a. In Buchstabe a werden die Worte „Invest­
mentfonds“ durch „offene Investmentver­
Anzeige
32
auf einzelne Kategorien von Finanzan­lagen
beschränkten Erlaubnis nach § 34f GewO
oder § 34h GewO“ ersetzt.
Ost thür inger Wir tschaf t · Oktober 2014
mögen“, „Geschlossene Fonds“ durch „ge­
schlossene Investmentvermögen“ sowie
„sonstige Vermögensanlagen“ durch „Ver­
mögensanlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 des
Vermögensanlagengesetzes“ ersetzt.
b. In Buchstabe b werden die Worte „des
­(beschränkten) Sachkunde­nachweises nach
§ 34f GewO bzw. der Sachkundeprüfung
nach § 2 ­FinVermV“ durch die Worte „der
gez. Peter Höhne
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