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Ausgabe 1/2006 - St. Georg Leipzig

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U S G A B E
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I NFOS UND U NTERHALTUNG AUS DEM
S TÄDTISCHEN K LINIKUM „S T. G EORG “ L EIPZIG
IN
DIESER
AUSGABE
SEITE 13
Neue Herzkatheteranlage
SEITE 24
Therapieangebote für
COPD-Patienten
SEITE 26
Reisequiz:
Balance
für den
Körper
IHR PERSÖNLICHES EXEMPLAR
Impressum:
Herausgeber: Städtisches Klinikum „St. Georg“
Leipzig, Delitzscher Straße 141, 04129 Leipzig,
Tel. (03 41) 9 09-0,
und Juwi MacMillan Group GmbH, Bockhorn 1,
29664 Walsrode, Tel. (0 51 62) 98 15-0,
E-Mail: info@juwimm.de
Redaktion und Konzept: Juwi MacMillan Group
GmbH, Tel. (0 51 62) 98 15-14
Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt:
Andrea Minker, Peter Jungblut-Wischmann
Redaktion: Juwi MacMillan Group GmbH,
Doris Bergs, Barbara Goetz, Bente Hansen, Petra
Mende-Gürel, Barbara Reifenrath, Birgit Russell
Verantwortlich für diese Ausgabe:
Juwi MacMillan Group GmbH, Petra Mende-Gürel
Producer: Juwi MacMillan Group GmbH,
Heiko Kleinschmidt
Layout und Satz: Juwi MacMillan Group GmbH,
Heiko Kleinschmidt, Carola Wrampelmeyer
Anzeigen: Juwi MacMillan Group GmbH,
Jürgen Wolff, Tel. (0 51 62) 98 15-42
Carola Wrampelmeyer, Tel. (0 51 62) 98 15-48
Fotos: „St. Georg“, Juwi MacMillan Group GmbH
Druck: Sponholtz Druck, Hemmingen
Erscheinungsweise: quartalsweise
Auflage StippVisite Leipzig: 10.000
Für den Inhalt der Anzeigen sind die Inserenten verantwortlich.
Der Nachdruck der Beiträge dieser Ausgabe bedarf,
auch auszugsweise, der ausdrücklichen
Genehmigung der Herausgeber.
Die Redaktion behält sich vor,
Leserbriefe zu kürzen.
Herzlich willkommen
Impressum/Blutspende
Vorleseaktion: Märchen begeistern Kids
Brandopfer aus Thekla: Große Spendenbereitschaft
PromiTalk mit Peter Kraus
ADHS: Wenn Kinder hyperaktiv sind
Helicobacter pylori-Test für Achtklässler
Chronische Wunden: Jetzt gibt es Hoffnung
Knochenmetastasen: Rechtzeitig Schmerzen vorbeugen
Brustzentrum „St. Georg“ erfolgreich zertifiziert
Neue Herzkatheteranlage mit Flachdetektortechnologie
Rheumatoide Arthritis: Biologika auf dem Vormarsch
Osteoporose: Knochengesundheit ist wichtig
Innere Medizin: „Hervorragender technischer Standard“
Das StippVisite-Kreuzworträtsel
Darmkrebs: Therapie lässt Tumor „aushungern“
„St. Georg“ auf dem Weg zum Kompetenzzentrum
Orden für Chefärztin/Tag der Begegnung
Hyperaktive Blase – „Blasengesundheit“
Brustkrebs: Vinca-Alkaloide in der Therapie
COPD: Innovative Therapieangebote
Hilfe für angolanische Brüder
Reisequiz: Wellness pur in Bad Schandau
Lungenkrebs: Therapie in Tablettenform
Wiedereröffnung Eitingon-Haus
Zentrum für Drogenhilfe: Substitutionsbehandlung
Das letzte Wort hat Birgit Russell
Blutspende im Klinikum „St. Georg“
Auch in diesem Jahr können Sie wieder im
Städtischen Klinikum „St. Georg“ Blut spenden.
Informieren Sie sich: werktags von 7 bis 16 Uhr
Tel. (03 41) 9 09 25 40
oder spenden Sie: dienstags von 8 bis 18 Uhr,
und nach Vereinbarung
im Institut für Transfusionsmedizin und
klinische Hämostaseologie im neuen Zentralbau.
Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Bereitschaft.
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Wolfgang Engel entführte seine kleinen
Zuhörer in den fernen Orient
Wie bereits 2004 beteiligte sich
die Patientenbibliothek des Städtischen Klinikums „St. Georg“
Leipzig an der bundesweiten
Initiative „Wir lesen vor – überall
& jederzeit“, auf Grund der erfreulichen Resonanz diesmal sogar mit zwei Lesungen. Die Initiative zur Leseförderung wurde
durch die Zeitung „DIE ZEIT“
sowie die Stiftung Lesen ins
Leben gerufen und wird von der
Deutschen Bahn AG gefördert.
Motto der Aktion ist „Große für Kleine“. Die Idee dahinter: „Große“, ältere Schüler, Prominente und andere
Bücherfans, lesen in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und Buchhandlungen „Kleinen“ aus ihren Lieblingskinderbüchern vor und geben so ihre
Begeisterung für das Lesen an die
Kinder weiter.
Bereits im Jahr 2004 hatten wir eine
Lesung mit dem Zoodirektor Dr. Jörg
Junhold organisiert, der neben dem
Vorstellen des Buches „Hirsch Heinrich“ auch gern auf die Fragen der
Kinder zu Ereignissen im Leipziger
Zoo einging (StippVisite berichtete
in der Ausgabe 1/2005). Mit der Veranstaltung wollten wir unter anderem
dazu beitragen, kranken Kindern den
Aufenthalt im Städtischen Klinikum
„St. Georg“ Leipzig angenehmer zu
gestalten, denn die Situation eines
Krankenhausaufenthaltes stellt vor
allem für die kleinen Patienten eine
große psychische Belastung dar.
Für die Veranstaltung Ende des vergangenen Jahres konnten wir uns
über die Zusage gleich zweier prominenter Leipziger Persönlichkeiten
freuen. Eingeladen waren wieder vor
allem die kleinen Patienten des
Klinikums, aber auch die Kinder der
Märchen
begeistern Kids
Erika Zuchold und Wolfgang Engel lasen in der
Patientenbibliothek
Mitarbeiter und des Städtischen Kindergartens am „St.Georg“.
Am 18. November fesselte Erika Zuchold die Kinder mit einer Auswahl
aus ihren Lieblingsmärchen. Der Clou
zum Abschluss: Jedes Kind durfte einmal eine der Medaillen des Turnstars
der 60er- und 70er-Jahre tragen. Am
6. Dezember besuchte uns im Rahmen dieser Initiative der Intendant des
Leipziger Schauspiels, Wolfgang Engel. Er stellte das Hauff-Märchen „Kalif Storch“ vor. Und er war bestens vorbereitet, hatte er es doch gerade als
Weihnachtsmärchen des Schauspiels
inszeniert. Ein paar Kulissen und Re-
Brandopfer aus Thekla: Große Spendenbereitschaft
Am 14. Januar 2006 ist es in Thekla zu
einem Wohnungsbrand mit sieben
Verletzten gekommen. Drei Kinder
mussten stationär behandelt werden.
Während zwei Brüder mit schweren
Rauchvergiftungen ins „St. Georg“ eingeliefert wurden, wurde die jüngere
Schwester in der Universitätsklinik un-
tergebracht. Trotz intensiver Bemühungen kam für einen der Jungen jede
Hilfe zu spät. Zudem verlor die Familie
ihr Zuhause, da die Wohnung nach
dem Brand nicht mehr bewohnbar
war. Die Klinikumsleitung rief daraufhin ganz spontan die Mitarbeiter des
Klinikums auf, der Mutter finanziell
quisiten verwandelten den Vorleseort
in einen orientalischen Schauplatz und
gaben der Phantasie aller Zuhörer
Raum genug, um in fremde Welten zu
reisen.
Genau wie die erste Vorleseaktion stießen auch diese beiden Veranstaltungen auf große Resonanz. Wir bedanken uns im Namen aller Zuhörer bei
Erika Zuchold und Wolfgang Engel für
ihr Engagement im Sinne dieser Initiative zur Leseförderung ganz herzlich.
Gundula Wiedemann,
Abteilung Unternehmenskommunikation, Patientenbibliothek
beizustehen. Der Spendenaufruf wurde in der Leipziger Volkszeitung (LVZ)
veröffentlicht. Das führte zu einer
wahren Flut von Anrufen. Die Betroffenheit der Leipziger und die Spendenbereitschaft waren und sind enorm.
Wir möchten an dieser Stelle im Namen der betroffenen Familie allen
Spendern recht herzlich danken.
Andrea Minker, Leiterin Unternehmenskommunikation/Pressesprecherin
5
Bereits seit Ende der 80er-Jahre
beschäftigten sich Leipziger Wissenschaftler und Kinderärzte mit
der Helicobacter pylori-Problematik. Damals wurde H. pylori mit
dem „Leipziger“ [15N] HarnstoffUrin-Test diagnostiziert. Später
löste diesen Test ein einfacher
durchführbarer [13C] HarnstoffAtemtest ab.
Im Jahr 1998 führten das UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle,
die Uni-Kinderklinik Leipzig und das
Gesundheitsamt Leipzig die erste gemeinsame Untersuchung bei Leipziger
Kindern durch. Insgesamt wurden innerhalb dieser Untersuchung 3.372
Helicobacter pylori-Test
für Achtklässler
Helicobacter pylori –
eine Bahn brechende Entdeckung
1982 wiesen die Australier Robin Warren und Barry Marshall die Existenz
des Magenkeims Helicobacter pylori nach. Seitdem ist klar, dass Gastritis
und Magengeschwüre nicht durch Stress bei „Magenpatienten“, sondern
in nahezu allen Fällen durch dieses Bakterium hervorgerufen werden. Bei
jedem fünften Keimträger führt die durch H. pylori ausgelöste Gastritis zu
einem Magengeschwür und bei einem Prozent sogar zu einem Karzinom.
Früher wurden Patienten mit immer wieder auftretenden Magengeschwüren operiert, Teile des Magens mussten entfernt werden. Jetzt ist die Erkrankung durch eine Antibiotikabehandlung heilbar. 2005 erhielten Warren
und Marshall für ihre Bahn brechende Leistung den Nobelpreis für Medizin.
Ist der Magen
gesund?
Die Vorbereitungen
Schulanfänger der Stadt Leipzig und
des Landkreises Leipzig getestet. Die
Teilnahme am Test betrug 92 Prozent
in der Stadt Leipzig und 80 Prozent im
Landkreis Leipzig. Somit ergab sich die
einmalige Gelegenheit, die Infektion
mit H. pylori bei einem nahezu kompletten Geburtsjahrgang einer Region
zu ermitteln.
Zwei Jahre später fand die zweite
Untersuchung von Kindern der Region
Leipzig statt. Sie schloss neben den
Kindern der Stadt Leipzig und des
Landkreises Leipzig zusätzlich Kinder
der 2. Klasse des Muldentalkreises ein.
Insgesamt konnten bei der zweiten
8
Untersuchung somit 3.854 „Zweitklässler“ mit dem Atemtest getestet
werden. Wegen der sehr starken Bevölkerungsmobilität wurden allerdings
nur 1.420 Kinder zweimal erfasst.
Während 1998 insgesamt 6,6 Prozent
der Kinder H. pylori-positiv getestet
wurden, waren es 2000 nur 5,8 Prozent, weil in der Zwischenzeit einige
H. pylori-positive Kinder erfolgreich
behandelt worden waren.
Bei der ersten Untersuchung fanden
wir in der Stadt Leipzig 161 H. pyloripositive Kinder (7,2 Prozent). Damit
war der Anteil der H. pylori-positiven
Kinder in der Stadt Leipzig höher als
vermutet. Dagegen waren im Landkreis Leipzig nur 63 von 1.144 Teilnehmern H. pylori-positiv (5,5 Prozent).
Dieser Unterschied zwischen Stadt
und Land ließ sich statistisch allerdings
nicht sichern. Ausländische Kinder
waren deutlich häufiger H. pylori-positiv als deutsche. Gelegentliche Bauchschmerzen gaben 42 Prozent der H.
pylori-positiven Kinder an. Bei der
anschließenden klinischen Untersuchung zeigten sich bei 90 Prozent der
H. pylori-positiven Kinder keine
schwerwiegenden Magen-Darm assoziierten Befunde. Nur in wenigen Fällen war weitere gastroenterologische
Diagnostik notwendig.
Wir machten eine interessante Beobachtung: H. pylori hat offenbar eine
negative Wirkung auf das kindliche
Wachstum. Die Leipziger H. pylori-positiven Knaben waren im Durchschnitt
2,1 Zentimeter kleiner als H. pylori-negative Knaben und auch etwas leichter. Beide Ergebnisse waren statistisch
signifikant. Uns interessierte auch die
H. pylori-Häufigkeit in den Familien
der H. pylori-positiv getesteten Kinder.
Deshalb wurden im Anschluss an die
Untersuchungen 1998 und 2000 alle
positiv getesteten Kinder mit ihren Familien eingeladen. 42 Prozent der
Familien nahmen das Angebot wahr.
Wir bestimmten 60 Prozent der Väter,
65 Prozent der Mütter, 45 Prozent der
Brüder und 31 Prozent der Schwestern H. pylori-positiv. Bei 41 Prozent
der untersuchten Familien waren alle
Familienmitglieder H. pylori-positiv.
Etwa 80 Prozent dieser Familien
wohnten beengt. Das Einkommen
von 45 Prozent der Eltern war als gering einzuschätzen: Nur in 55 Prozent
der Familien hatte wenigstens ein
Familienmitglied ein festes Arbeitsverhältnis. Diese Ergebnisse stützen die
These der intrafamiliären Übertragung
durch engen Kontakt mit anderen infizierten Familienmitgliedern bereits in
der Kindheit sowie die Bedeutung sozioökonomischer Bedingungen. Andererseits wurde bei 21 Prozent der
Familien ausschließlich das Kind entweder im Vorschulalter oder im 2.
Schuljahr H. pylori-positiv getestet.
Das weist darauf hin, dass es außerhalb der Familie noch weitere Infektionsquellen geben muss. Umwelteinflüsse werden diskutiert. So wurde am
UFZ ein eindeutiger Zusammenhang
zwischen der Benutzung von Brunnenwasser und einer H. pylori-Infektion nachgewiesen.
Verschwindet eine H. pylori-Infektion
spontan? Dieser Frage gingen wir
ebenfalls nach. Von den Kindern, die
im Alter von sechs Jahren (1998) positiv getestet wurden, wiesen im Alter
von acht Jahren (2000) 27 Kinder
keine Infektionen mehr auf. Bei den
meisten dieser Kinder wurde nach
Kenntnis des Befundes der Keim mit
einer Triple-Therapie eradiziert. Bei einigen Kindern wurde allerdings aus
anderen Gründen, zum Beispiel wegen einer Bronchitis, eine Antibiotikabehandlung durchgeführt. Hier wurde
der Magenkeim vermutlich „nebenbei“ eradiziert. Lediglich in drei Fällen
könnte eine Spontaneradikation vorliegen.
Inzwischen besuchen die 1998 und
2000 untersuchten Kinder die 8. Klasse. Forschungsmittel des UFZ ermöglichen es, dass den etwa 3.000 Leipziger Kindern des jetzigen 8. Schuljahres
nochmals ein kostenloser Atemtest
angeboten werden kann. Es ist wichtig zu erfahren, wie viele Kinder diesmal H. pylori-positiv getestet werden.
Die wissenschaftliche Fragestellung
geht jedoch über die epidemiologische Untersuchung hinaus. Vielleicht
sind der chronischen H. pylori-Infektion auch positive Effekte zuzuschreiben? Zum Beispiel wäre es denkbar,
dass das Immunsystem von H. pyloripositiven Kindern besser „trainiert“ ist
und deshalb seltener überschießend
im Sinne einer Allergie reagiert.
Vermittelt und unterstützt durch die
Leipziger Schulbehörden werden zwischen Februar und Juni 2006 Ärzte
und Mitarbeiter der Klinik für Kinderund Jugendmedizin des Städtischen
Klinikums „St. Georg“ und des UFZUmweltforschungszentrums LeipzigHalle in die 32 Mittelschulen und 19
Gymnasien Leipzigs kommen, um den
Test durchzuführen und die Ergebnisse
auszuwerten. Der halbstündige Atem-
Der Atemtest
test wird mit einer schriftlichen Befragung der Eltern kombiniert, um mögliche Infektionswege und Zusammenhänge mit Allergien zu erkunden. Die
Eltern H. pylori-infizierter Schüler werden über dieses Ergebnis schriftlich
informiert. Ihnen wird ein Beratungsgespräch in der Poliklinik der Klinik für
Kinder- und Jugendmedizin „St. Georg“ angeboten. Bei klinischer Notwendigkeit besteht die Möglichkeit
der Weiterbehandlung in der gastroenterologischen Sprechstunde.
Das Gesundheitsamt Leipzig hat allen
Eltern empfohlen, ihren Kindern die
Teilnahme am Test zu ermöglichen.
Für die Kinder, die am Testtag nicht in
der Schule waren, aber trotzdem gern
das kostenlose Angebot einer H. pylori-Testung wahrnehmen wollen, werden in der Poliklinik der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums
„St. Georg“ Termine in den Monaten
Mai und Juni 2006 jeweils in den
Abendstunden reserviert.
Professor Dr. med. Thomas Richter, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Unter den Ärzten und Schwestern
des interdisziplinären Brustzentrums am „St. Georg“ löste der positive Bescheid nach dem Zertifizierungsaudit durch Experten der
Deutschen Krebsgesellschaft viel
Freude aus. Damit wurde die Qualität ihrer Arbeit in den vergangenen Jahren durch unabhängige
Gutachter bestätigt. Das Brustzentrum am „St. Georg“ unter Leitung
von Professor Uwe Köhler war bereits im Jahre 2001 gegründet
worden und so das erste in
Sachsen.
Über 250 Brustkrebsneuerkrankungen
pro Jahr werden im „St. Georg“ diagnostiziert. „Nahezu 80 Prozent unserer Patientinnen werden auf Dauer
geheilt und das entspricht auch im
internationalen Vergleich einem her-
Am „Tag der offenen Tür“
hatten Interessierte die
Gelegenheit, sich ausführlich
über das Brustzentrum zu
informieren
Brustzentrum „St. Georg“
erfolgreich zertifiziert
Tag der offenen Tür am 28. Januar 2006 mit großer Resonanz
vorragenden Ergebnis“, sagte Köhler
unserer Zeitung. Natürlich verbergen
sich hinter diesen Zahlen immer auch
individuelle Schicksale, und weil das so
ist, müssen alle diagnostischen und
therapeutischen Maßnahmen von Anfang an gemeinsam mit den Betroffenen abgestimmt werden. Das schließt
gleichermaßen eine umfassende soziale sowie menschliche Betreuung
der Patientinnen mit ein.
Die Experten der Deutschen Krebsgesellschaft unter Leitung von Professor
Bürrig, einem Pathologen aus Hildesheim, waren sich am Ende einig – das
Brustzentrum am „St. Georg“ ist in
seiner Organisation und Struktur vorbildlich. Von den nahezu 100 zertifizierten Brustzentren in Deutschland
haben nur sehr wenige Vergleichbares
zu bieten. Maßgeblich für diese Einschätzung ist, dass sich im „St.
Georg“ alle medizinischen Fachdisziplinen unter einem Dach befinden
Mehr Infos …
12
und über die modernste medizinische
Ausstattung verfügen. Dadurch wird
interdisziplinäre Zusammenarbeit erst
möglich. Insofern hat hier die Bezeichnung „Brustzentrum“ ihre eigentliche
Berechtigung.
Schließlich war es für die Mitarbeiter
im „St. Georg“ eine Genugtuung zu
hören, dass von den Experten der
Krebsgesellschaft nicht nur die fachlichen Leistungen, sondern auch die
Wärme und das Einfühlungsvermögen im Umgang mit den ihnen anvertrauten Patientinnen gelobt wurden.
reiche Vorträge rund um die Brustgesundheit gehalten. Über 200 Interessierte nutzten die Gelegenheit,
um sich direkt von den jeweiligen
Fachleuten Informationen zu holen.
Die Organisatoren werten diesen „Tag
der offenen Tür“ als vollen Erfolg und
planen schon jetzt eine Patienteninformationsveranstaltung im April dieses
Jahres und für den Herbst 2006 ein
weiteres Mal den Blick hinter die Kulissen der Behandlungseinrichtungen.
Zertifizierung Strahlentherapie
Das Brustzentrum führte aus Anlass
der erfolgreichen Zertifizierung am 28.
Januar einen „Tag der offenen Tür“
durch. Von 10 bis 15 Uhr waren interessierte Bürgerinnen und Bürger der
Stadt Leipzig eingeladen, um sich mit
modernsten Methoden der Früherkennung und Behandlung vertraut zu
machen. Darüber hinaus wurden zahl-
Gleichermaßen ist auch der Fachbereich Strahlentherapie und Radioonkologie nach DIN EN ISO 9001:2000
erfolgreich zertifiziert worden. Die
Urkunden für die zertifizierten Bereiche wurden am 8. Februar feierlich
übergeben.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.sanktgeorg.de beziehungsweise
www.brustzentrum-nwsb-leipzig.de oder unter der Telefonnummer
(03 41) 9 09 49 14 oder 9 09 35 01.
Ein neues Zeitalter bricht an
Herzkatheteranlage
mit Flachdetektortechnologie
Im November des vergangenen
Jahres nahm das Städtische Klinikum „St. Georg“ Leipzig eine
Herzkatheteranlage mit neuester
Flachdetektortechnologie in Betrieb. Damit trat die bisher bereits am Klinikum durchgeführte
Methode der Herzkatheteruntersuchung und der Herzkranzgefäßerweiterung mit Stentimplantation in ein neues Zeitalter ein.
Unter Berücksichtigung neuester
Leitlinien der Fachgesellschaften
wurde eine 24-Stunden-Bereitschaft geschaffen, damit akute
schwerste Krankheitsbilder wie
der akute Myokardinfarkt und
das akute Koronarsyndrom zu
jeder Tages- und Nachtzeit sofort
behandelt werden können.
Die lange Erfahrung des Hauses auf
dem Gebiet der Elektrotherapie des
Herzens erfuhr eine Erweiterung:
Über die klassische Herzschrittmachertherapie hinaus (bisher 13.000
implantierte Aggregate) wendet unsere Abteilung auch neueste Verfahren der Diagnostik der elektrischen
Vorgänge des Herzens an – zum Beispiel im Zusammenhang mit Herzrhythmusstörungen. Komplexe Aufzeichnungsverfahren gewinnen elektrische Signale aus dem Inneren des
Herzens und nutzen sie zur Einstufung der optimalen Behandlung. Gegebenenfalls kann ein elektrisch instabiles Areal im Herzen mittels Anwendung von Hochfrequenzenergie behandelt werden. Auch zur Therapie
der Herzmuskelschwäche nach neuesten Verfahren ist die neue Einrichtung nutzbar. Hierbei werden bei geeigneten Patienten zur Optimierung
der Arbeitsweise des schwachen Herzens entsprechende spezielle Herz-
schrittmacher eingebracht, die dem
Herzmuskel eine verbesserte Arbeitsweise ermöglichen. Dies führt zu einer deutlichen Steigerung der Lebenserwartung und der Befindlichkeit der
herzinsuffizienten Patienten.
Damit entsprechende Implantationen
nach den neuesten Empfehlungen
durchgeführt werden können, ist die
Anlage in das technische Umfeld eines Operationssaales integriert. Weitere Operationssäle in der Nähe dienen der klassischen Implantation von
Herzschrittmachern. So ist es möglich,
die auf Grund des steigenden Altersdurchschnitts der Bevölkerung zahlenmäßig zunehmenden akuten Herzerkrankungen, wie die Herzkranzgefäßverengung, der Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen und die Herzmuskelschwäche, umfassend zu behandeln.
Eingebettet ist diese neue Hochtechnologie in die gesamte Schwerpunktversorgung des Klinikums. Insbesondere die interdisziplinäre Versorgung
von Patienten, die mehrere Erkrankungen haben, zum Beispiel einen
Diabetes, eine Niereninsuffizienz und
eine Herzerkrankung, kann im interdisziplinären Team des Klinikums opti-
Professor Dr. med. Andreas Hartmann stellt die neue
Anlage vor. Unter den Gästen befindet sich auch eine
Delegation aus dem Drum Tower Hospital Nanjing in China
(v. l. n. r.: Dr. Han Guangshu, Vice President, Dr. Tan Qian,
Dolmetscherin, Frau Xibai Wu, Director of Plastic Surgery,
Cosmetic Surgery and Burn Care Dept., Dr. Guo Hongqian,
Vice Director of Urology
mal geleistet werden. Zusätzlich erlaubt das neue Angiographiegerät
den neuroradiologisch tätigen Ärzten
eine verbesserte Untersuchung der arteriellen und venösen Blutgefäße des
Gehirns und des Rückenmarks. Im
Rahmen von Katheteruntersuchungen können Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns optimal dargestellt und diagnostiziert werden. Darüber hinaus ist die hervorragende Abbildungsqualität des Gerätes Grundlage für die Planung und Durchführung von Behandlungen durch Katheterverfahren, zum Beispiel die Wiedereröffnung von verschlossenen
Blutgefäßen beim Schlaganfall oder
das Abdichten von Hirnblutungen
mittels Platinspiralen.
Professor Dr. med. Andreas
Hartmann, Leitender Chefarzt
des Klinikums und Geschäftsführender Chefarzt der 1. Klinik
für Innere Medizin
13
StippVisite:
Herr Professor
Hartmann, wo liegen
die Vorteile der neuen
Herzkatheteranlage?
Professor Hartmann: Die neue
Herzkatheteranlage ermöglicht jetzt
die genauere Untersuchung und Behandlung von Patienten mit Herzkrankheiten. Diese Einrichtung dient
besonders zur Diagnose von Verengungen der Herzkranzgefäße, die
möglicherweise zu einem Herzinfarkt
führen können oder sogar schon zu
einem Herzinfarkt geführt haben.
Auch nach einem Herzinfarkt ist die
Notwendigkeit gegeben, einen optimalen Blutzufluss zum Herzen wieder herzustellen. Schließlich dient
diese Anlage auch Patienten mit einem akuten Herzinfarkt, bei denen
es lebenswichtig ist, dass sie möglichst schnell einer Herzkatheteruntersuchung und einer Wiedereröffnung der entsprechenden Herz-
„Hervorragender tech
Auch für die Diagnose und Therapie
bestimmter Herzrhythmusstörungen
ist diese Einrichtung vorgesehen.
Für welche Patienten
kommt eine entsprechende Untersuchung
infrage, für welche
Patienten ist sie nicht
geeignet?
Die Untersuchungen in der Herzkatheteranlage sind insbesondere für
Patienten geeignet, bei denen der
Verdacht auf das Vorliegen einer
Herzkrankheit besteht beziehungsweise bei denen bereits eine Herzkrankheit bekannt ist, sich aber eine
Verschlechterung vermuten lässt. Hier
werden zum Beispiel Verengungen
der Herzkranzgefäße, die zu einem
Infarkt führen könnten, festgestellt.
16
kranzarterie zugeführt werden. Auch
Patienten mit Herzklappenerkrankungen oder Herzmuskelerkrankungen werden hier untersucht. Bei
Patienten mit Herzmuskelschwäche
können mit Hilfe dieser Technik spezielle Herzschrittmacher zur Steigerung der Herzleistung eingesetzt
werden.
Müssen die Patienten
sich in irgendeiner
Weise darauf vorbereiten?
Alle Patienten werden vor der
Durchführung einer Herzkatheteruntersuchung gründlich informiert und
aufgeklärt, da es sich um eine Untersuchung handelt, die einen so
genannten invasiven Charakter hat.
Das bedeutet, dass hier Instrumente
in die Blutbahn eingebracht und zum
Herzen geführt werden, damit man
eine entsprechende Darstellung der
Herzkranzgefäße erzeugen kann.
Der Patient bekommt eine örtliche
Betäubung an der Stelle, an der der
Katheter in die Blutbahn geführt
wird, das ist entweder in der Leistenbeuge oder in der Armbeuge. Er
liegt dann auf der Untersuchungsliege und wird vom entsprechenden
Arzt, der die Herzkatheteruntersuchung durchführt, untersucht. Gelegentlich wird Kontrastmittel in die
Blutbahn abgegeben, um den Verlauf der Arterien mittels Röntgentechnik zu dokumentieren. Dies
kann zu einem Wärmegefühl oder
dem subjektiven Empfinden von
Herzklopfen führen. Im Anschluss an
die Untersuchung bekommt der Patient für einige Stunden einen Druckverband angelegt. Nach dieser Zeit
und nach der Entfernung des Druckverbandes ist der Patient wieder gehfähig. Insofern braucht sich der
Patient nicht in spezieller Weise auf
die Untersuchung vorzubereiten. Es
wird alles zu gegebener Zeit bespro-
ze deutscher Großkrankenhäuser zu
finden ist. Dies rundet das gesamte
diagnostische und therapeutische
Spektrum im Bereich der Kardiologie
ab. Weitere diagnostische Verfahren,
die angewendet werden, sind die
Echokardiographie, das LangzeitEKG, das Belastungs-EKG, die spezielle Kernspintomographie des Herzens und die nuklearmedizinische
hnischer Standard“
chen und der Patient wird über den
Ablauf informiert.
Was bedeutet diese
Erweiterung des Untersuchungsspektrums für
die Kardiologie und
die 1. Klinik für Innere
Medizin insgesamt?
Mit der Inbetriebnahme des neuen
Herzkathetermessplatzes erreicht die
1. Klinik für Innere Medizin einen
Ausstattungsgrad, wie er in der Spit-
Untersuchung des Herzens. Eine Erweiterung erfährt das Klinikum in
der Behandlung und Diagnostik von
Herzrhythmusstörungen. Hier werden spezielle Untersuchungsverfahren im Herzen angewendet, die
es ermöglichen, bestimmte Herzrhythmusstörungen zu diagnostizieren. Eine Reihe von häufigen Herzrhythmusstörungen, die bisher mit
Medikamenten behandelt wurden,
werden heutzutage durch Energieabgabe im Herzen therapiert. Dies
führt dazu, dass in der Folge keine
weiteren Medikamente erforderlich
sind. Dies, sowie die Einführung
einer 24-Stunden-Herzkatheterbereitschaft für akute Herzinfarkte
„Nutrition Day“ in europäischen Krankenhäusern
Mangelernährung ist im Krankenhaus ein viel häufigeres Problem als allgemein angenommen
wird. Dies liegt vor allem daran,
dass sie selbst für den Arzt nicht
immer sofort erkennbar ist. In
vielen Fällen wird sie vor allem
durch die zur Aufnahme im Krankenhaus führende Grundkrankheit akut oder chronisch verursacht.
Sofern neben den im Vordergrund
stehenden Problemen, zum Beispiel
eine Tumorerkrankung, die Ursachen
nicht erkannt werden, kann die Mangelernährung während des stationären Aufenthalts weiter zunehmen
oder – noch schlimmer – ihren Anfang nehmen. Dabei kommt dem
Problem im Hinblick auf Komplikatio-
nen und die Länge der Krankenhausverweildauer größte Bedeutung zu.
Deswegen hat der Europarat im November 2003 eine Resolution zur Verpflegung und Ernährungsversorgung
in Krankenhäusern verabschiedet.
Da europaweit prospektive Daten zu
Strukturen und zur Qualität der Ernährungsversorgung in Krankenhäusern fehlen, hat Professor Dr. Michael Hiesmayr von der Europäischen
Gesellschaft für Parenterale und Enterale Ernährung (ESPEN) in Wien
den „Nutrition Day in European Hospitals“ ins Leben gerufen. Ein Audit
im Januar dieses Jahres sollte europaweit Einblick in die Häufigkeit
einer Mangelernährung in Krankenhäusern und die Organisation der Ernährung in der täglichen Praxis ver-
stellt eine echte Erweiterung des
Spektrums der 1. Klinik für Innere
Medizin und des Klinikums „St. Georg“ dar. Damit ist zu jeder Tagesund Nachtzeit eine leitliniengerechte
Behandlung von Patienten mit Herzerkrankungen möglich.
Vielen Dank für das
Gespräch!
schaffen. Wichtiges Anliegen dieser
auch für die nächsten zwei Jahre geplanten Aktion ist es, mit diesem Tag
das Bewusstsein der Ärzte aller Disziplinen für das Problem zu schärfen,
denn vielen von ihnen fehlt es an
erforderlichem Grundwissen.
Auch das Klinikum „St. Georg“ in
Leipzig beteiligte sich am „Nutrition
Day“. Die Klinik für Allgemein- und
Visceralchirurgie verfügt über eine
Abteilung „Klinische Ernährung“.
Die Ernährungsmedizin hat im „St.
Georg“ eine jahrzehntelange Tradition. So wurde von der Klinikumsleitung in den vergangenen
Jahren in Zusammenarbeit mit der
Schubert-Unternehmensgruppe in
Düsseldorf auf der Basis aktueller
Empfehlungen ein innovatives Konzept für das Krankenhausessen umgesetzt.
17
Klinikumsdirektor Professor
Karsten Güldner
haben sich in diesen Bereichen für die
Mitarbeiter sehr verbessert.
Für das Städtische Klinikum „St.
Georg“ Leipzig war das vergangene Jahr ein sehr ereignisreiches.
Zahlreiche Baumaßnahmen konnten abgeschlossen werden, und
den Patienten stehen neue Räumlichkeiten mit neuester Medizintechnik zur Verfügung. Das „St.
Georg“ ist auf dem Weg zu einem
erfolgreichen Kompetenzzentrum
im Bereich Gesundheit wieder ein
beachtliches Stück vorangekommen. StippVisite-Redakteurin Petra
Mende-Gürel sprach mit Klinikumsdirektor Professor Karsten
Güldner.
Was haben Sie sich für dieses Jahr
vorgenommen?
Wir wollen im Jahr 2006 mit der inneren Sanierung des Hauses 2 beginnen
sowie das Institut für Pathologie rekonstruieren und in einen guten technischen Stand versetzen. Ende des Jahres hoffen wir, mit dem Neubau eines
Logistikzentrum anfangen zu können.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?
Optimale Bedingungen für
Patienten und Mitarbeiter
StippVisite: Herr Professor Güldner,
das Städtische Klinikum ist seit
einiger Zeit eine gGmbH. Was verbirgt sich hinter der Abkürzung?
Professor Güldner:
Das Städtische Klinikum ist formalrechtlich noch ein Eigenbetrieb der
Stadt Leipzig, weil die Eintragung in
das Handelsregister nach weiteren
erforderlichen Ratsbeschlüssen erst
Ende Juni 2006 – allerdings rückwirkend beginnend zum 1. Januar 2006 –
erfolgen kann. Es steht die Bildung
einer „St. Georg“-Unternehmensgruppe – bestehend aus mehreren Gesellschaften – ins Haus. Dabei ist die
Klinikum „St. Georg“ gGmbH eine gemeinnützige GmbH. Alleiniger Gesellschafter ist die Stadt Leipzig, während
für die zu gründenden Tochtergesellschaften das Klinikum als Gesellschafter fungiert.
Als gemeinnützige GmbH ist das Klinikum auch weiterhin für die Patienten
da. Es ist eine bedarfswirtschaftliche
und keine erwerbswirtschaftliche
Orientierung. Natürlich brauchen wir
Überschüsse, die wir zur Weiterentwicklung des Klinikums verwenden
wollen. Aber wir bedienen keine Aktionäre oder Ähnliches mit unseren
wirtschaftlichen Erfolgen.
Was ändert sich für die Patienten?
20
„St. Georg“ auf dem Weg
zum Kompetenzzentrum
Diese Unternehmensentwicklung
realisieren wir auch für unsere Patienten, damit auch in Zukunft eine
gute Qualität, soziale und menschliche Zuwendung und wirtschaftliche
Effizienz in der Betreuung und Versorgung unserer Patienten gewährleistet werden können.
Im vergangenen Jahr konnten
wichtige Baumaßnahmen abgeschlossen werden.
Wir haben in der Tat 2005 eine Reihe
von Investitionen abgeschlossen, so
zum Beispiel im Maßregelvollzug das
Haus E, das Badehaus, die Rekonstruktion des Haupteingangsgebäudes, den
Kommunikationsbau, und jüngstens
haben wir das Eitingon-Haus übergeben. Darüber hinaus ist auf unserem
Gelände das Sozialpädiatrische Zentrum entstanden.
Haben sich die besseren Bedingungen bereits bemerkbar gemacht?
Spürbar ist, dass das Badehaus für die
Physikalische Medizin, so zum Beispiel
das Therapieschwimmbecken, gut genutzt wird. Die Arbeitsbedingungen
Ich wünsche mir einen deutlichen Abbau der Bürokratie im Gesundheitswesen, der auch mit einer Kostensenkung
für den diesbezüglichen Aufwand verbunden wäre. Generell wünsche ich
mir für alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Klinikums, sich mit der
„St. Georg“-Unternehmensgruppe zu
identifizieren, damit eine entsprechende Motivation für das Ganze entsteht.
Im Gesundheitswesen wird sich
künftig einiges ändern. Was erwarten Sie in dieser Hinsicht?
Weiterhin hoffe ich auf eine vernünftige Gesundheitsreform, die auch den
Krankenhäusern die Luft zum Atmen
lässt. Allerdings ist die bevorstehende
Gesundheitsreform in einem großen
Spannungsfeld zu gestalten. Das wird
für jede Bundesregierung eine große
Aufgabe.
Wo sehen Sie das „St. Georg“ in
zehn Jahren?
In zehn Jahren – so hoffe ich – hat sich
die jetzt zu gründende „St. Georg“Unternehmensgruppe stabilisiert und
erweitert und ist ein aktives Zentrum
für strategische Allianzen und nach
wie vor eine prosperierende Unternehmensgruppe in öffentlicher Hand.
Vielen Dank für das Gespräch!
Orden für Chefärztin
Dr. Luisa Mantovani Löffler für
Engagement in Krebsmedizin geehrt
Für ihre Verdienste und das Engagement, wissenschaftlich fundierte Hochleistungsmedizin und Mitmenschlichkeit zu einem ganzheitlichen Konzept zu
verbinden, wurde Dr. Luisa Mantovani Löffler mit
dem Orden „Cavaliere dell’Ordine della Stella della
Solidarietà Italiana” geehrt. Der italienische Generalkonsul, Adriano Tedeschi, überreichte der engagierten Chefärztin die von italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi verliehene Auszeichnung bereits im Dezember des vergangenen Jahres.
Die feierliche Übergabe fand im Beisein des Klinikumsdirektors, Professor Dr. Karsten Güldner, statt.
Dr. Luisa Mantovani Löffler arbeitet
seit 1990 in Deutschland. Nach ihrem
Medizinstudium in Italien spezialisierte
sie sich früh auf das Gebiet der Krebstherapien und vertiefte ihre Kenntnisse an namhaften Universitäten und
Forschungsinstituten in Italien und
Deutschland, wo sie die italienische
und deutsche Facharztqualifikation
erwarb und wissenschaftlich tätig war.
Seit 2000 baute sie am Städtischen
Klinikum „St. Georg“ Leipzig die
neue Abteilung für internistische
Onkologie/ Hämatologie auf, die sie
inzwischen als Chefärztin leitet. Es
gelang ihr, am Klinikum „St. Georg“
eine moderne integrierte Betreuung
von Krebspatienten zu etablieren und
die anderen Fachdisziplinen im Rahmen des neu geschaffenen Interdisziplinären Behandlungszentrums für
Onkologie einzubeziehen. So ist es
möglich, die neuesten Diagnostikund Behandlungsmethoden anzubieten. Sie folgt damit den Behandlungsprinzipien, die in diesem Bereich die
italienische Medizin auf höchstem
Niveau kennzeichnen.
Dr. Luisa Mantovani Löffler
Tag der Begegnung
Am Samstag, dem 10. Juni dieses
Jahres lädt das Klinikum zum siebten Mal zum „Tag der offenen Tür“
ein. Im Zeitraum vom 13 bis 17.30
Uhr werden dann wieder alle medizinischen Bereiche des Klinikums
ihr Leistungsspektrum einem hoffentlich breiten Publikum präsentieren.
Kommen Sie zu uns, informieren
Sie sich. Lassen Sie sich beraten
und aufklären. Werfen Sie einen
Blick hinter die Kulissen des Krankenhausbetriebes und sprechen Sie
mit Spezialisten der einzelnen Fachbereiche. Wir freuen uns auf Sie!
Kulturelle Umrahmung und gastronomische Betreuung haben selbstverständlich wieder einen festen
Platz innerhalb dieses Tages.
Nähere Informationen erhalten Sie
über die regionale Tagespresse
oder auf unserer Website unter
www.sanktgeorg.de.
Seit einigen Jahren engagiert sich Dr.
Mantovani Löffler für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Sie hat viel
beachtete Initiativen angestoßen, zu
denen der Förderverein „Krebsliga
e. V.“ und das Betreuungsprojekt
„Haus Leben Leipzig“ in LeipzigLindenau zählen.
21
Das Städtische Klinikum „St. Georg“ Leipzig hat gemeinsam mit
der DAK und der internistischpneumologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Regina Deckelmann
und Dr. Gerald Eckhardt im Januar 2006 einen Integrierten Versorgungsvertrag zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Lungenemphysem/chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) abgeschlossen.
COPD steht für „Chronic Obstructive
Pulmonary Disease“, die englische
Bezeichnung für die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Diese Lungenkrankheit
führt durch eine Lungenfunktionsverschlechterung zu unter Umständen
schweren Luftnotzuständen, einer
eingeschränkten Leistungsfähigkeit
und zur Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die Lebenserwartung
dieser Patienten ist dadurch deutlich
eingeschränkt. Im Jahre 2020, so
schätzt die Weltgesundheitsorganisation, wird die COPD weltweit die
dritthäufigste Todesursache sein.
In Leipzig leiden besonders viele
Menschen an Atemwegserkrankungen. Laut DAK-Gesundheitsreport
liegt die Zahl der Ausfalltage infolge
dieser Krankheit sieben Prozent über
dem Landesdurchschnitt für Sachsen.
Um diesem Trend in unserer Region
entgegenzuwirken, haben die Robert-Koch-Klinik des Städtischen Klinikums „St. Georg“, die internistischpneumologische Gemeinschaftspraxis Dr. Deckelmann/Dr. Eckhardt (andere Pneumologen können jederzeit
dem Vertrag beitreten) und die DAK
Die Robert-Koch-Klinik
Mehr Luft zum
Atmen
Neue Therapieangebote
für COPD-Erkrankte in der
Robert-Koch-Klinik
in Form eines Integrierten Versorgungsvertrages ein Behandlungsnetzwerk geschaffen, das den Betroffenen
die Möglichkeit bietet, mit ihrer
Krankheit besser umzugehen und
hilft, Notfallsituationen zu vermeiden.
DAK-Versicherte mit dem Krankheitsbild COPD können nicht nur stationär,
sondern auch ambulant oder teilstationär betreut werden. Für teilnehmende Patienten wird je nach Schweregrad der Erkrankung ein umfassender Behandlungsplan erstellt.
Unter dem Titel „Mehr Luft zum Atmen“ können leichter erkrankte Pa-
Die Robert-Koch-Klinik
Die Robert-Koch-Klinik des Städtischen Klinikums „St. Georg“ Leipzig
ist eines der größten pneumologischen Zentren des Regierungsbezirkes Leipzig im Freistaat Sachsen. Patienten mit Erkrankungen der
Lunge, des Rippenfells und der Atemwege einschließlich der Krebserkrankungen finden in diesem Schwerpunktkrankenhaus zur Akutversorgung, Diagnostik und Therapie Aufnahme (www.rkk-leipzig.de).
Die Klinik verfügt über 104 pneumologische Betten, eine interdisziplinäre Intensivstation (ITS) und ein Schlafmedizinisches Zentrum (vier
Betten).
Robert-Koch-Klinik
Nikolai-Rumjanzew-Str. 100 Telefon: (03 41) 42 30
04207 Leipzig
Telefon Tagesklinik: (03 41) 4 23 16 84
24
tienten einzelne Kurse, wie den Raucherentwöhnungskurs beziehungsweise eine COPD-Schulung, besuchen
beziehungsweise am Lungensport teilnehmen. Im Kurs „Raucherentwöhnung“ werden Einzel- oder Kleinstgruppenschulungen angeboten, in
denen der Patient lernt, wie er sich
das Rauchen abgewöhnen kann.
Kann das Nichtrauchen nachprüfbar
über ein Jahr eingehalten werden (der
Patient wird natürlich daraufhin kontinuierlich geprüft), so erstattet ihm die
DAK 50 Prozent der Kosten für die
Substitute, die der Patient benötigt
hat. So können die Patienten bis zu
500 Euro sparen. Die DAK erstattet
ihren Versicherten auf Antrag die Praxisgebühr für die Dauer der Teilnahme, maximal aber 40 Euro pro Jahr.
Zur teilstationären Behandlung werden Patienten mit einem schwereren
Erkrankungsstadium eingewiesen.
Die Palette der therapeutischen Maßnahmen in der Tagesklinik für die Patienten ist breit gefächert. Die oben
schon aufgeführten ergänzen körperliches Training unter Anleitung
einer geschulten Fachkraft, das Erlernen und die Optimierung der für
diese Patienten so besonders wichtigen Inhalationstherapie, Ernährungsberatung und auch Entspannungsund Atemübungen – je nach aufgestelltem Behandlungsplan. Auch Ruhezeiten sind Bestandteil der Therapie. In allen Kursen lernt der Patient
den bewussten und aktiven Umgang
mit seiner Krankheit und wie er besser und vor allem länger mit seiner
Krankheit leben kann.
In ganz schweren Notfällen ist die
vollstationäre Behandlung unvermeidlich. In deren Anschluss kann
dann die teilstationäre oder ambulante Weiterbehandlung im Rahmen des
Behandlungsplanes folgen, die helfen soll, den Behandlungserfolg zu
sichern.
Das Ziel des gemeinsam geschaffenen Netzwerkes ist es, Klinikaufenthalte zu verkürzen oder sogar ganz
zu vermeiden, die Arbeitsfähigkeit
der Betroffenen schneller wiederherzustellen und für mehr Lebensqualität und Leistungsfähigkeit zu sorgen. Bei allen Maßnahmen der Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und
Nachsorge arbeiten die niedergelassenen Ärzte, die Robert-Koch-Klinik
und die DAK Hand in Hand. Die Behandlungsschritte werden optimal
abgestimmt und gehen nahtlos ineinander über. Unnötige Doppeluntersuchungen werden vermieden. Durch
das Koordinierungszentrum der Ro-
bert-Koch-Klinik, welches alle Untersuchungs- und Behandlungsergebnisse und Dokumentationen erfasst
und überwacht, ist ein internes Qualitätsmanagement und die Einbindung in externe Qualitätssicherungsprogramme gesichert.
„Bei der Behandlung von Lungenkranken ist dieser innovative Vertrag
ein Meilenstein, der eine Versorgungslücke in der Region Leipzig
schließt“, so der DAK-Landeschef
Herbert Mrotzeck. Das Netzwerk aus
Klinik, Fachärzten und Krankenversicherung ist eine zukunftsweisende
Partnerschaft zum Wohle des Patienten.
Es ist vorgesehen, weitere Facharztpraxen und Krankenhäuser sowie
gesetzliche Krankenversicherungen
in diesen Vertrag einzubinden, so
dass noch mehr Patienten dieses innovative Therapieangebot in Anspruch nehmen können.
Hilfe für angolanische Brüder
Am 15. November 2005 gebot die
Schwere der Erkrankung der beiden Angolaner Alves Joao (11
Jahre) und Tavares Joao (10 Jahre)
eine Einlieferung in das „St.
Georg“. Da für die Kinder in
Deutschland kein Versicherungsschutz besteht, bat das Klinikum
die Leipziger um Unterstützung in
Form von Spendengeldern. Zum
Zeitpunkt des Redaktionsschlusses
betrug die eingegangene Summe
48.534,85 Euro.
Neben zahlreichen Spenden aus den
Reihen der Klinikumsmitarbeiter sind
auch viele Spenden aus der Bevölkerung zu verzeichnen. So überreichte
die Grundschule „Auguste“ der Klinik
für Kinder- und Jugendmedizin des
„St. Georg“ für die beiden Brüder
einen symbolischen Scheck über 450
Euro. Das Geld hatte sie auf ihrem
Weihnachtsbasar im vergangenen
Jahr eingenommen. Darüber hinaus
wurde das Klinikum mit je 10.000
Euro vom Friedensdorf INTERNATIONAL und vom KKH Rudolf Virchow in
Symbolische Spendenübergabe durch Kinder der Grundschule „Auguste“: Roshina, Antonia, Elias,
Laurin, Emma und Lina mit ihrer Betreuerin Frau Großkopf, sowie Dr. med. Simone Wygoda, Priv.Doz. Dr. med. habil. Michael Borte, Professor Dr. med. Thomas Richter
Glauchau unterstützt. Die Klinikumsleitung dankt allen Spendern. Der
Dank schließt auch all diejenigen ein,
die sich angeboten haben, für die beiden Jungen zu dolmetschen. Dies war
und ist sowohl für Alves und Tavares
als auch für das Pflegepersonal und
die behandelnden Ärzte von ganz entscheidender Bedeutung und hat dazu
beigetragen, den Genesungsprozess
zu unterstützen. Tavares wird derzeit
im Friedensdorf INTERNATIONAL be-
treut. Dort hat er sich rasch eingelebt.
Dies ist sicherlich der Tatsche geschuldet, dass sich im Friedensdorf etwa
100 Kinder angolanischer Herkunft
befinden, die ihn liebevoll in ihrer
Mitte aufgenommen haben. Alves ist
nach wie vor dialysepflichtig und wird
bis auf weiteres in der Klinik für
Kinder- und Jugendmedizin des „St.
Georg“ betreut.
Andrea Minker, Leiterin Unternehmenskommunikation/Pressesprecherin
25
Bereits Anfang des Jahres 2006
bezogen die ersten Bewohner die
sozialtherapeutische Wohnstätte
im Eitingon-Haus. Damit hat das
Gebäude, das zuvor die Frauenklinik des „St. Georg“ beherbergte,
eine neue Bestimmung gefunden.
Nach der feierlichen Übergabe
durch die sächsische Sozialministerin Helma Orosz am 18. Januar
konnten interessierte Besucher
sich am 25. Januar bei einem „Tag
der offenen Tür“ informieren.
Zum Jahreswechsel waren die rund
3,7 Millionen Euro teuren Baumaßnahmen beendet worden. In dem von
der jüdischen Stifterfamilie Eitingon
am 17. Mai 1928 als Israelitisches
Der „Tag der offenen Tür“ bot ein interessantes Rahmenprogramm
unter anderem mit der Gruppe RADA synergica
Besucherandrang am Tag der offenen Tür
Wiedereröffnung Eitingon-Haus
Krankenhaus errichteten Gebäude
hatte sich bis zum Jahr 2002 die Frauenklinik des Städtischen Klinikums
„St. Georg“ Leipzig befunden. Nach
dem Umbau ist in den Räumlichkeiten
nun ein modernes Zentrum für die
Betreuung chronisch psychisch kranker Menschen entstanden. Sie beherbergen außerdem den Verbund Gemeindenahe Psychiatrie mit den Bereichen Institutsambulanz, Tageskliniken
sowie Sozialpsychiatrischer Dienst.
Zur feierlichen Übergabe des Gebäudes kamen nicht nur Helma Orosz,
Sächsische Staatsministerin für Soziales, und Burkhard Jung, Beigeordneter
für Jugend, Soziales, Gesundheit und
Schule der Stadt Leipzig, sondern
auch Michael Kämper als Vertreter der
Familie Eitingon in Deutschland. Eigens aus New York angereist war das
derzeitige Familienoberhaupt, der 81jährige Mark Eitingon, mit Ehefrau Brigitte. Gefeiert wurde in der Turnhalle,
und damit der neue Bodenbelag nicht
gleich von den Straßenschuhen in Mitleidenschaft gezogen wurde, stülpten
sich alle Besucher blaue „Plastiküberzieher“ über ihre Fußbekleidung. Für
den einen oder anderen der geladenen Gäste war dies sicher gewöhnungsbedürftig, der Stimmung tat es
aber keinen Abbruch.
28
Am 25. Januar 2006, dem „Tag der
offenen Tür“, konnten dann auch interessierte Leipziger Bürger einen Blick
in das neu eröffnete Eitingon-Haus
werfen. „Wir verzeichneten eine sehr
starke Besucherresonanz, und aus den
zwei ursprünglich geplanten Führungen durch die Wohnstätte wurden
zehn“, freut sich Cathrin Wäger, Leiterin der Sozialpsychiatrischen Wohnstätte. „Es kamen Besucher aus dem
Wohngebiet, ehemalige Mitarbeiter
des Eitingon-Hauses, Mitarbeiter aus
anderen sozialen Einrichtungen, aber
auch Betreuer und einige Betroffene,
die sich gleich einen Eindruck verschaffen wollten. Wir haben ausnahmslos positive Rückmeldungen erhalten, auch viele Komplimente zur
räumlichen Gestaltung, zu Farben,
Einrichtung und so weiter. Unser Kaf-
feeklatsch mit dem von den Bewohnern selbst gebackenen Kuchen war
ebenfalls ein voller Erfolg und eine
sehr schöne Gelegenheit, vor allem
auch für die Bewohner, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen“, berichtet sie.
Eine ähnlich gute Resonanz beobachtete Ute Kanitz. Die Fachärztin arbeitet
für den Verbund Gemeindenahe
Psychiatrie. Besonderes Interesse galt
nach ihren Angaben dabei dem
„Telefon des Vertrauens“, einem konfessionell unabhängigen psychologischen Telefon- und Krisendienst für
Menschen in Konfliktsituationen.
Madeleine Tuczek,
Unternehmenskommunikation
Krisentelefon des
Verbundes Gemeindenahe Psychiatrie
Unter der Leipziger Rufnummer 35 53 44 44 können Menschen in
Krisensituationen täglich von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens sowie am
Wochenende und an Feiertagen rund um die Uhr Kontakt zu erfahrenen
Psychologen, Fachärzten und Sozialarbeitern aufnehmen. Die Mitarbeiter
des Beratungsdienstes und die Anrufenden bleiben dabei anonym. Dadurch
fällt es den Anrufern leichter, ganz persönliche Fragen anzusprechen.
Substitution
Anerkannte Behandlung
für Drogenabhängige
nehmen. Unterstützung und Begleitung gibt die Suchtberatungs- und
-behandlungsstelle.
Im Jahr 2004 wurden in den
Suchtberatungs- und Behandlungsstellen des Städtischen
Klinikums „St. Georg“ 832 heroinabhängige Menschen kontinuierlich betreut, wobei hier stets von
einer Dunkelziffer auszugehen
ist. Da drogenabhängige Menschen sich in ihren Entwicklungsverläufen und Konsummustern
unterscheiden und über ganz verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen, muss es unterschiedliche Behandlungsangebote geben.
Heroinabhängige können zum Beispiel eine stationäre Entzugsbehandlung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Anspruch nehmen, wobei der Körper unter ärztlicher Aufsicht vom Heroin „entgiftet“ wird.
Danach besteht die Möglichkeit,
entweder eine ambulante oder stationäre Drogentherapie in Angriff zu
Ein weiteres Behandlungsangebot
stellt die Substitutionsbehandlung
dar, während der der Drogenabhängige ein Ersatzmedikament erhält,
das quälende Entzugsschmerzen beseitigt und keinen Rauschzustand
erzeugt. Das primäre Ziel der Substitutionsbehandlung stellt die Suchtmittelfreiheit dar. Die Behandlung ist
an eindeutige Richtlinien gekoppelt.
So müssen die Medikamente täglich
unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden, regelmäßige Urinkontrollen sollen einen eventuellen Konsum von Drogen während der Substitutionsbehandlung („Beikonsum“)
aufzeigen. Hier kann eine Beendigung der Behandlung die Folge sein.
Denn möglicherweise ist diese Art
der Behandlung zurzeit nicht die
richtige. Zudem kann der „Beikonsum“ zu einer tödlichen Überdosis
führen.
In der Zeit des Heroinkonsums gibt
es in der Regel nur den ewigen
Kreislauf aus Beschaffung und dem
Konsum der Droge. Der Klient hat
zumeist die Ausbildung abgebrochen oder die Arbeit verloren und
Schulden. Kontakte zur Familie oder
zu drogenfreien Freunden existieren
nicht mehr, Freizeitinteressen sind
vernachlässigt worden. Mit Unterstützung der psychosozialen Begleitung muss der Patient die genannten Probleme angehen. Der Aufbau
eines drogenfreien Umfeldes gehört
zur Neuordnung seines Lebens wie
die Aufnahme einer Ausbildung oder
die Beschäftigung mit dem Ziel der
Wiedereingliederung in unsere Gesellschaft. Schwierige internistische
Begleiterkrankungen wie Hepatitis C
oder HIV und auch psychische Probleme können mitbehandelt werden.
Die Substitution wird in der „ALTERNATIVE II“ durch ein Behandlungsteam (Arzt, Krankenschwester, Psychologin, Sozialarbeiter) unter einem Dach mit der psychosozialen
Begleitung angeboten, ist aber auch
bei einigen niedergelassenen Ärzten
in Leipzig möglich. Entscheidet sich
der Klient zu einer Behandlung bei
einem niedergelassenen Arzt, sollte
er sich eine Beratungsstelle mit dem
Angebot psychosozialer Begleitung
suchen. Die Substitutionsbehandlung birgt also Chancen und Risiken,
die bei der Entscheidung dafür oder
dagegen genau gegeneinander abgewogen werden müssen.
„ALTERNATIVE“ für Heroinabhängige
Die Suchtberatungs- und -behandlungsstelle „ALTERNATIVE“ im Zentrum
für Drogenhilfe des Städtischen Klinikums „St. Georg“ bietet heroinabhängigen Menschen spezielle Hilfen an. In der „ALTERNATIVE I“ (Chopinstraße
13) wird neben Beratung vor allem Lebens- und Überlebenshilfe geleistet.
Drogenabhängige, die den Ausstieg aus der Sucht vollziehen wollen, finden
in der „ALTERNATIVE II“ (Heinrichstraße 18) Unterstützung.
Kontakt und Informationen:
Städtisches Klinikum „St. Georg“,
Zentrum für Drogenhilfe, Tel. (03 41) 68 13 544,
E-Mail: zfdrogenhilfe@freenet.de
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FloraFarm Ginseng.
Und wie geht’s dir?
„Ich kann nicht jünger werden, aber ich kann
mich jünger fühlen. Umso mehr, wenn mein
Körper mitmacht und mein Kopf. Sind wir nicht
alle in Gedanken immer noch zehn Jahre jünger?“
Koreanischer Ginseng aus deutschem Anbau in Arzneimittelqualität.
Weitere Informationen, Beratung, Verkauf und Versand unter:
0800 florafarm oder www.florafarm.de
FloraFarm | Bockhorn 1 | 29664 Walsrode | Fon 0 51 62 - 13 93 | Fax 0 51 62 - 29 39 | info@florafarm.de
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