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Wir sind jetzt zu Dritt!
Die Erweiterung des MMK Museum für Moderne
Kunst Frankfurt am Main im TaunusTurm
1.
Das neue Modell des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main: MMK 1|2|3
(Konzept und Finanzierung)
2. MMK 1: Highlights und Klassiker
Sammlungspräsentation und internationale Sonderausstellung „Subodh Gupta.
Everything is Inside“
3. MMK 2: Sammlung und Aktuelles
Eröffnungsausstellung „Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK“
4. MMK 3: Fokus und Zukunft
Sonderprojekt „Dayanita Singh. Go Away Closer“
Das neue Modell des MMK Museum für Moderne
Kunst Frankfurt am Main: MMK 1|2|3
(Konzept und Finanzierung)
Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main ist weltweit eines der bedeutendsten
Museen für Gegenwartskunst. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1991 ist es ein Magnet für
Kunstinteressierte und ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens
in Frankfurt. Die Sammlung umfasst rund 5.000 hochkarätige Werke internationaler Kunst von den
1960er-Jahren bis zur Gegenwart. In wechselnden Sammlungspräsentationen konnten bisher nur
kleine Ausschnitte des Sammlungsbestands gezeigt werden.
Das wird sich nun ändern: Mit der neuen Museums-Dependance im vom Immobilienentwickler
Tishman Speyer und der Commerz Real AG neu errichteten TaunusTurm im Herzen der Stadt
ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, einen größeren Teil der bedeutenden Sammlung der
Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit dem MMK 1 im Haupthaus an der Domstraße 10, dem MMK 2 im
TaunusTurm am Taunustor 1 und dem MMK 3 im ehemaligen MMK Zollamt gegenüber dem
Hauptgebäude wird sich das MMK Museum für Moderne Kunst ab Herbst an drei Standorten neu
aufstellen.
Dem MMK ist in Kooperation mit dem Planungs- und dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt und
dem internationalen Immobilienentwickler Tishman Speyer sowie durch Unterstützung von den
Gründungspartnern des MMK 2 Stefan Quandt, Ernst Max von Grunelius-Stiftung sowie Helaba
Landesbank Hessen-Thüringen und DekaBank Deutsche Girozentrale eine Public-PrivatePartnership gelungen, die in der deutschen Museumslandschaft einzigartig ist. Durch
ausschließlich private Finanzierung und Förderung gewinnt das MMK mit einer Dependance im
TaunusTurm rund 2.000 qm Fläche hinzu. Dabei werden nicht nur die Räume für den Zeitraum von
zunächst 15 Jahren von Tishman Speyer miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung gestellt, sondern
auch die Kosten für den Betrieb der Dependance durch die Gründungspartner, die MMK Stiftung
und die Freunde des MMK abgedeckt. Damit haben das MMK und die Stadt Frankfurt ein
innovatives und ökonomisch nachhaltiges Modell der Museumserweiterung geschaffen, das aus
vorhandenem Raum und mit vereinten Kräften starker und engagierter Partner etwas Neues
entstehen lässt.
Bei der finanziellen Verwaltung des MMK 2 nimmt die MMK Stiftung eine herausragende Rolle ein.
Mit den bedeutenden Zustiftungen von Stefan Quandt und der Max Ernst von Grunelius-Stiftung
gewährleistet und finanziert sie in wesentlichen Teilen den Ausstellungsbetrieb der neuen
Dependance sowie eine Projektstelle. Der Unternehmer Stefan Quandt hat zur Finanzierung des
MMK 2 der MMK Stiftung 1.650.000 Euro und die Ernst Max von Grunelius-Stiftung 1.000.000
Euro gestiftet.
Gerd Schmitz-Morkramer, Vorstand der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, dazu: „Das MMK verfügt
über herausragende Werke der bildenden Kunst der letzten 60 Jahre. Es ist nun unsere
Herausforderung als langjährige Förderer des Museums die Bedingungen zu schaffen, dass das
Potential des Museums und seiner Sammlung ausgeschöpft werden kann. Aus diesem Grund
haben wir uns entschieden mit einer so hohen Zustiftung an die MMK Stiftung das MMK 2 weiter zu
unterstützen.“
Weitere Gründungspartner des MMK 2 sind die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die
DekaBank Deutsche Girozentrale, ebenfalls langjährige Partner des MMK Museum für Moderne
Kunst. Helaba und DekaBank werden außerdem die Schirmherrschaft der Eröffnungsausstellung
„Boom She Boom. Werke aus der Sammlung des MMK“ übernehmen.
MMK Direktorin Dr. Susanne Gaensheimer freut sich über die Bereitstellung der neuen Räume
durch Tishman Speyer und die Commerz Real AG. Darüber hinaus ist sie froh, langjährige Förderer
für das MMK 2 gefunden zu haben, die eine kontinuierliche Museumsarbeit am neuen Standort
ermöglichen: „Es ist eine sehr beglückende und außergewöhnliche Situation: Sich auf treue
Förderer und Zustifter verlassen zu können, ist ein großes Geschenk. Unsere langjährigen, engen
Partner kennen die große Bedeutung der Sammlung des MMK und ermöglichen mit ihrer
vertrauensvollen Unterstützung dem Museum, zu wachsen und seine Sammlung in die Zukunft zu
überführen.“
Pressefotos:
Pressefotos finden Sie zum Download auf unserer Internetseite unter www.mmkfrankfurt.de/de/presse/pressedownload
Pressekontakt:
Christina Henneke
Telefon +49 69 21237761
Daniela Denninger
Telefon +49 69 21235844
Julia Haecker
Telefon +49 69 21240571
Fax +49 69 21237882
presse.mmk@stadt-frankfurt.de
MMK 1: Highlights und Klassiker
Sammlungspräsentation
Für das Haupthaus des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, das zukünftige MMK 1,
bietet die räumliche Erweiterung die lang ersehnte Möglichkeit, herausragende Werke der
Sammlung dauerhaft zu präsentieren. Highlights und Klassiker der internationalen
Gegenwartskunst werden den Besuchern in der postmodernen Architekturikone von Hans Hollein
an der Domstraße 10 in Zukunft langfristig zur Verfügung stehen: Werke von Joseph Beuys,
Alighiero Boetti, Hanne Darboven, Katharina Fritsch, Isa Genzken, Douglas Gordon, On Kawara,
Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Blinky Palermo, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans,
Rosemarie Trockel und Andy Warhol gehören zu den Publikumsmagneten des MMK und werden
die Besucher in Zukunft permanent begleiten.
Seit der Eröffnung des MMK im Jahr 1991 bildet die Rauminstallation mit den kostbaren „Date
Paintings“ aus den Jahren 1962 bis 1991 des bedeutenden japanischen Konzeptkünstlers On
Kawara einen Kernpunkt der Sammlung. Nun hat der Künstler dem MMK eine außergewöhnliche
Schenkung gemacht: Mit weiteren „Date Paintings“ von 1992 bis zum Jahr 2000 hat er die Serie bis
zum Millennium vervollständigt. Ab Herbst zeigt das MMK 1 erstmals die Komplettierung dieser
einzigartigen Werkgruppe. Hinzugekommen ist außerdem der äußerst seltene Kalender On
Kawaras „One Hundred Years Calendar – 20th Century 24,845 days“. Diese einzigartige
Zusammenstellung bildet den Höhepunkt der neuen Sammlungspräsentation und spiegelt den
gesamten Zeitraum des Sammlungsbestandes des MMK von den 1960er-Jahren bis in die
Gegenwart wider. Der Ankauf wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der
Kulturstiftung der Länder, der Georg und Franziska Speyersche Hochschulstiftung, der Hessischen
Kulturstiftung und den Freunden des MMK.
Begleitend zur Sammlungspräsentation werden im MMK 1 weiterhin große Wechselausstellungen
und Retrospektiven von bedeutenden internationalen Künstlern und Künstlerinnen der Gegenwart
im drei- bis viermonatigen Rhythmus gezeigt. Die Ausstellungen werden die Sammlungspräsentationen kontextualisieren, perspektivisch erweitern und inhaltlich ergänzen.
Eröffnung: Donnerstag, 11. September, 19 Uhr
Internationale Sonderausstellung
„Subodh Gupta. Everything is Inside”
MMK 1: 12. September 2014 – 18. Januar 2015
Die erste monografische Ausstellung im MMK 1 wird die in Europa bislang umfassendste
Einzelpräsentation des indischen Künstlers Subodh Gupta (*1964) sein. Nach einer ersten Station in
der National Gallery of Modern Art in Neu-Delhi ist die Überblicksschau in Frankfurt am Main zu
sehen. Das MMK wird in den kommenden Jahren sein Sammlungs- und Ausstellungsprogramm
gezielt durch Perspektiven außereuropäischer Gegenwartskunst erweitern. Die Retrospektive des
indischen Künstlers Subodh Gupta ist Teil dieser programmatischen Neuausrichtung.
Gupta lebt und arbeitet in Neu-Delhi. Er studierte zwischen 1983 und 1988 Malerei am College of
Art in Patna, arbeitet heute jedoch vorwiegend in den Medien Skulptur, Fotografie, Installation,
Video und Performance. Am bekanntesten sind Guptas raumgreifende skulpturale Werke, die aus
Alltagsgegenständen bestehen oder in denen er auf diese Bezug nimmt: Edelstahlgeschirr,
Pfannen, Melkeimer, Fahrräder und Einkaufswagen dienen ihm als Materialien, aus denen er
Megastrukturen mit einprägsamer Semantik schafft. Dabei klingen häufig die Themenkomplexe
Kochen und Essen an, die sich auch in seinen performativen Werken wiederfinden. Gupta
interessiert das Kochen und Essen als Manifest einer kulturellen Alltagspraxis, aber auch als
Sinnbild für Essentialität und Existenz.
In seinen Arbeiten zieht er immer wieder Verbindungen zu sozioökonomischen Entwicklungen
seines Heimatlandes Indien und zu Entwicklungen der globalen Wirtschaft. Das Bild, das er dabei
von Indien zeichnet, ist eine Gesellschaft, in der traditionelle Wertvorstellungen und Spiritualität
genauso bedeutend sind wie ein konsequenter Modernisierungswille. Im Zentrum von Guptas
vielschichtigem Werk stehen Fragestellungen, die das Lokale in einen globalen Kontext setzen und
das Gemeinsame – die geteilten Werte und Symbole – in den Blick nehmen.
Anhand von indischen Alltagsobjekten, die schichtenübergreifend die Lebenswirklichkeit sowohl
der Stadt- als auch der Landbevölkerung miteinander verbinden, zeigt er unterschiedliche
Einflussbereiche auf, welche die indische Kultur und Gesellschaft geprägt haben. Er reflektiert die
vermeintliche Eindeutigkeit kultureller Zuschreibungen und nimmt zeitgenössische
Identitätskonzepte in den Blick. So fertigt er Repliken von Gegenständen in Bronze oder Marmor an
und entlarvt die heute als typisch indisch geltenden Objekte als Relikte der britischen Kolonialzeit.
Mit Skulpturen, wie einer überdimensional großen Lunchbox aus Marmor, spielt er zudem auf die
kulturell unterschiedlichen Wert- und Bedeutungszuschreibungen von Materialien an. Marmor, ein
Material, das für das westliche Auge für Luxus steht und kunstgeschichtlich mit dem klassischen
Skulpturenbegriff der Antike und der Renaissance assoziiert wird, ist standardmäßiges Baumaterial
für Fußböden und Bäder der indischen Mittelschicht.
Die Ausstellung wird 20 raumgreifende Werke umfassen. Zwei große Installationen und eine
performative Arbeit hat Subodh Gupta für die Ausstellung im MMK neu entwickelt. Die Ausstellung
wir von einer umfassenden Monografie des Künstler begleitet.
MMK 2: Sammlung und Aktuelles
Die neue Dependance des MMK, das MMK 2, präsentiert im TaunusTurm zweimal im Jahr
wechselnde Ausstellungen mit Werken aus der Sammlung unter aktuellen thematischen
Schwerpunkten. Künstlerische Arbeiten aus den umfangreichen Beständen des MMK werden zu
aktuellen Fragestellungen in Beziehung gesetzt und mit Neuproduktionen ergänzt. Dieses speziell
für das MMK 2 entwickelte Ausstellungsformat bewegt sich zwischen Sammlungspräsentation und
temporärer Themenausstellung. Der Ausstellungswechsel nach sechs bis acht Monaten erlaubt die
Entwicklung vielfältiger Szenarien und bietet langfristig die Möglichkeit, die vielen verborgenen
Schätze der Sammlung sichtbar zu machen und sie in neue Zusammenhänge zu stellen.
Eröffnung: Freitag, 17. Oktober, 19 Uhr
Eröffnungsausstellung
„Boom She Boom. Werke aus der Sammlung
des MMK“
MMK 2: 18. Oktober 2014 – 14. Juni 2015
Die erste Ausstellung im MMK 2 setzt sich ausschließlich aus Beständen des MMK zusammen und
ist zum ersten Mal in der Geschichte des Museums den Künstlerinnen der Sammlung gewidmet.
Wie kaum ein anderes Museum der Gegenwartskunst in Deutschland hat das MMK von der ersten
Stunde im Jahr 1991 bis heute ein ganz besonderes Augenmerk auf die starken Positionen der
Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte gerichtet. Seit den frühen 1990er-Jahren gingen Werke der
großen deutschen Bildhauerinnen und Konzeptkünstlerinnen der Gegenwart wie Katharina Fritsch,
Isa Genzken und Rosemarie Trockel, in die Sammlung ein, flankiert von internationalen Kolleginnen
wie Vija Celmins, Marlene Dumas, Cady Noland, Pipilotti Rist und Sturtevant. Der Einfluss dieser
Künstlerinnen auf die Entwicklung der bildenden Kunst bis heute ist fundamental. In ihrer
Radikalität und Konsequenz haben sie Stile geprägt und sind bis heute wichtige Vorbilder für die
nachfolgende Generation geblieben. Mit so markanten künstlerischen Positionen wie Charlotte
Posenenske, Hanne Darboven, Lee Lozano und Jo Baer schreibt die Sammlung des MMK die
Geschichte der Gegenwartskunst weit in die 1960er-Jahre zurück. Auch im Bereich der Fotografie,
einem der Sammlungsschwerpunkte des Museums, sind so bedeutende Protagonistinnen wie Hilla
Becher, Anna Blume und Candida Höfer sowie die Dokumentaristinnen Barbara Klemm, Anja
Niedringhaus und Abisag Tüllmann vertreten.
Hauptwerke von Vanessa Beecroft, Rineke Dijkstra, Teresa Margolles, Sarah Morris oder Taryn
Simon markieren wichtige Erweiterungen der Sammlung, die in jüngster Zeit mit Werkgruppen der
aktuell im internationalen Fokus stehenden Künstlerinnen Andrea Büttner, Jewyo Rhij, Dayanita
Singh oder Dolores Zinny ausgebaut wurden. Von Beginn an hat sich das MMK der Frankfurter
Kunstszene gewidmet, und auch hier sind es so individualistische und radikale Positionen wie die
von Anne Imhof, Franziska Kneidl und Adrian Williams, welche die Sammlung des Museums
bereichern.
Mit der Vielfalt und Stärke, die von den Werken dieser Künstlerinnen ausgehen, möchte das MMK
seine neue Präsenz im Zentrum Frankfurts zwischen Bahnhofs- und Bankenviertel beginnen. Die
Auswahl umfasst unterschiedliche künstlerische Verfahren und konzeptuelle Ansätze, sie
präsentiert eine Vielzahl von Perspektiven und Fragestellungen. In Skulpturen und Installationen,
Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Performances hinterfragen die Künstlerinnen die
Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers, sie beschäftigen sich
mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion
und analysieren Strategien der Raumaneignung. Ihre Werke sind geprägt von individuellen
Wahrnehmungen und persönlichen Erfahrungen, sie demonstrieren Subversivität und den Mut zur
Offenheit. Verbindendes und Gegensätzliches fügen sich in dem von den Architekten
KuehnMalvezzi entworfenen offenen Ausstellungsparcour zu einem umfassenden Gesamtbild.
Der Titel der Ausstellung „Boom She Boom“ zitiert den sensationell erfolgreichen Doo Wop-Song
der Chords aus dem Jahr 1954, der seither zahlreiche Neuinterpretationen erfuhr. In erster Linie die
Liebeserklärung an eine Frau, bezog sich „Boom she“ – lautmalerisch für den Abwurf einer Bombe –
auch auf die Zuspitzung des Kalten Krieges im Entstehungsjahr des Songs. Im Zusammenhang der
Ausstellungskonzeption erhält der hedonistische wie fatalistische Titel eine weitere
Bedeutungsebene, auf der die Forderungen und Wirklichkeiten der Präsenz von Künstlerinnen in
der Museumslandschaft nachdrücklich manifest werden.
Die Gründung der Museumsdependance MMK 2 wurde ermöglicht durch die Initiative von Tishman
Speyer in Joint Venture mit der Commerz Real AG und in Zusammenarbeit mit dem Planungs- und
Kulturdezernat der Stadt Frankfurt und dem MMK. Sie wurde finanziell durch die großzügige und
tatkräftige Unterstützung der Gründungspartner Stefan Quandt, der Ernst Max von GruneliusStiftung, der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und der DekaBank Deutsche Girozentrale
ermöglicht, vier langjährige Partner des MMK.
Für die Eröffnungsausstellung „Boom She Boom“ im MMK 2 übernehmen DekaBank und Helaba die
Schirmherrschaft.
Künstlerinnen der Ausstellung:
Vanessa Beecroft, Andrea Büttner, Vija Celmins, Rineke Dijkstra, Marlene Dumas, Parastou
Forouhar, Katharina Fritsch, Isa Genzken, Anne Imhof, Barbara Klemm, Franziska Kneidl, Sarah
Morris, Anja Niedringhaus, Cady Noland, Charlotte Posenenske, Jewyo Rhii, Dayanita Singh,
Rosemarie Trockel, Sturtevant, Taryn Simon, Adrian Williams u.v.a.
MMK 3: Fokus und Zukunft
Im bisherigen MMK Zollamt – dem ehemaligen Frankfurter Hauptzollamt aus dem Jahr 1927 –, dem
neuen MMK 3, werden Positionen der aktuellsten Gegenwartskunst gezeigt. Hier finden
konzentrierte monografische Ausstellungen bemerkenswerter internationaler Künstlerinnen und
Künstler statt, deren Arbeit bisher in der deutschen Museumslandschaft noch keine große Präsenz
hatte. Darüber hinaus werden Gruppenausstellungen mit unterschiedlichen thematischen
Fokussierungen präsentiert, und das MMK 3 wird der Ort, an dem sich zahlreiche Kooperationen
manifestieren: Ausstellungen mit den Absolventen der Städelschule, den Stipendiaten der Jürgen
Ponto-Stiftung und den Preisträgern des Karl-Ströher-Preises sind ebenso Teil des Programms wie
Symposien und Vorträge.
Eröffnung: Freitag, 26. September, 19 Uhr
Sonderprojekt
„Dayanita Singh. Go Away Closer“
MMK 3: 27. September 2014 – 4. Januar 2015
Nach der Beteiligung Dayanita Singhs im Deutschen Pavillon anlässlich der 55. Biennale in Venedig
2013 zeigt das MMK 3 die wegweisende, neueste Werkgruppe der international renommierten
indischen Fotografin. Die in Neu-Delhi lebende Künstlerin (*1961) versammelt in ihren mobilen
„museum structures“, dem „Museum Bhavan“, fotografische Sammlungen der vergangenen 25
Jahre aus ihrem Archiv. Darin ordnet sie ihre Fotografien nach Typologien und präsentiert sie in
selbst entworfenen Displays. Mit dieser retrospektiv angelegten Arbeit zieht die Künstlerin eine Art
Resümee ihres bisherigen Schaffens. Ebenso wie die Ausstellung von Subodh Gupta steht diese
Schau in Zusammenhang mit der Neuausrichtung mit stärkerem Fokus auf außereuropäische
Positionen.
Bekannt wurde Dayanita Singh, die sich selbst auch „Book Artist“ nennt, vor allem durch ihre
sorgfältig gestalteten Künstlerbücher, die sie von Anbeginn als tragbare Museen betrachtete. Die
neueste raumgreifende Präsentationsform der „Photo-Architectures“ ist eine konsequente
Fortführung der Buchform. Die hölzernen, vielfach veränderbaren Archivstrukturen beinhalten
eine Reihe von 70 bis 140 Schwarzweißfotografien, die von der Künstlerin sorgfältig ediert und in
Sequenzen zusammengestellt wurden und schier endlos immer wieder neu geordnet und ergänzt
werden können.
Dayanita Singhs Bildwelt ist von einer Lebensform geprägt, in der klassische indische
Gesellschafts- und Familientraditionen mit dem modernen Dasein aufeinanderstoßen. Die Balance
von eindringlicher Empathie und Distanz kennzeichnet ihre technisch und handwerklich sehr
genau gearbeiteten Fotografien, überwiegend in Schwarzweiß. Die Bilder transportieren soziale
und wirtschaftliche Zusammenhänge ihres Heimatlands Indien und finden einfache Übersetzungen
für komplexe Konstellationen und Gefühlslagen. Wie in einem traumähnlichen Zustand
verschmelzen in ihren fotografischen Essays unzählige Bilder ihrer indischen Vergangenheit mit
ihren Wahrnehmungen der Gegenwart. Europäische Musik und Literatur sowie amerikanische
Filmgeschichte fließen in ihre Arbeit ebenso ein wie die Menschen, Strukturen und Orte ihres
Umfelds in Neu-Delhi. Die Melancholie des Weggehens anstelle des Verweilens zieht sich dabei wie
eine Grundstimmung durch alle ihre Bilder.
Die Besucher des MMK 3 sind eingeladen, sich einen individuellen Weg zu bahnen und eine ganz
eigene Lesart beim Betrachten der Fotografien zu finden. Es gibt keine Reihenfolge oder museale
Hierarchie im klassischen Sinne. Mit diesen Objekten erweitert Singh die Vorstellung vom Umgang
mit Fotografie hin zum Skulpturalen und Architektonischen.
Ergänzt wird die Ausstellung durch das filmische Portrait „Mona and Myself“, das für den
Deutschen Beitrag im Französischen Pavillon der 55. Biennale in Venedig entstanden ist und Singhs
erstes filmisches Werk ist. Zudem wird es einen von der Künstlerin gestalteten Museumsshop
geben.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Hayward Gallery in London organisiert und wird
im Anschluss an die Präsentation im MMK 3 im Multimedia Art Museum in Moskau gezeigt. Es
erscheint ein Künstlerbuch im Steidl Verlag.
Pressefotos:
Pressefotos finden Sie zum Download auf unserer Internetseite unter www.mmkfrankfurt.de/de/presse/pressedownload
Pressekontakt:
Christina Henneke
Telefon +49 69 21237761
Daniela Denninger
Telefon +49 69 21235844
Julia Haecker
Telefon +49 69 21240571
Fax +49 69 21237882
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