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KLEINE ANFRAGE ANTWORT - Landtag Mecklenburg Vorpommern

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LANDTAG MECKLENBURG-VORPOMMERN
6. Wahlperiode
Drucksache
14.10.2014
6/3283
KLEINE ANFRAGE
des Abgeordneten Johann-Georg Jaeger, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Maisanbau in Mecklenburg-Vorpommern
und
ANTWORT
der Landesregierung
Vorbemerkung
Der Mais ist in vielen Regionen der Welt ein Grundnahrungsmittel und gehört neben Weizen
und Reis zu den wichtigsten Getreidepflanzen. Gleichzeitig wird der Mais, insbesondere in
Mitteleuropa, als wichtiges Futtermittel genutzt und findet zunehmend für die Energiegewinnung Verwendung. Er besitzt neben seinem hohen CO2-Aufnahmevermögen eine
effiziente Stickstoffverwertung und erzeugt hohe Trockensubstanz- und Energieerträge mit
deutlich weniger Wasser als die meisten anderen Kulturpflanzen. Der einzige Nachteil liegt
darin, dass der Mais eine Sommerkultur ist und deshalb von der Ernte der Vorfrucht bis zur
Aussaat von Mais ein relativ langer Zeitraum ohne Bodenbedeckung liegt. Dadurch besteht
ein hohes Risiko für Bodenerosionsschäden, dem jedoch durch verstärkten Anbau von
Zwischenfrüchten entgegengewirkt wird. Insgesamt ist der Mais eine der wirtschaftlichsten
Pflanzen und in unseren Regionen als Futter- und Energiepflanze bei ordnungsgemäßer
Einordnung in die Fruchtfolge unverzichtbar.
Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz hat namens der Landesregierung die Kleine
Anfrage mit Schreiben vom 13. Oktober 2014 beantwortet.
Drucksache 6/3283
Landtag Mecklenburg-Vorpommern - 6. Wahlperiode
Laut Statistischem Amt Mecklenburg-Vorpommern betrug im letzten Jahr
die Maisanbaufläche 145.700 Hektar. Das entspricht 13,5 % der Ackerfläche in Mecklenburg- Vorpommern.
1. Wie stellt sich die Entwicklung der Anbaufläche für Energiepflanzen
innerhalb der letzten 10 Jahre gesamt dar (bitte nach einzelnen Energiepflanzenarten aufschlüsseln)?
a) Wie stellt sich die Entwicklung der Maisanbaufläche der letzten
10 Jahre gesamt und zur Ganzpflanzenverwertung (Silomais/Energiepflanze) im speziellen dar (bitte je nach Jahren,
Gesamtfläche/Fläche für Energiepflanzennutzung/Fläche für
Futterpflanzennutzung, aufschlüsseln)?
b) Wie stellt sich die Entwicklung der Maisanbaufläche der letzten
10 Jahre in den einzelnen Landkreisen dar (bitte nach Jahren in
den jeweiligen Landkreisen vor und nach der Kreisgebietsreform
aufschlüsseln, sofern statistische Erhebungen verfügbar sind)?
Die Anbauflächen für die Fruchtarten auf dem Ackerland und Dauerkulturen werden durch
das Statistische Landesamt nach Fruchtarten erfasst. Es erfolgt dabei keine Trennung nach
dem Verwendungszweck. Es wird auf die nachfolgende Tabelle verwiesen.
Anbaufläche (Angaben in 1.000 Hektar)
2007 2008 2009 2010 2011 2012
2013
2014
548
600
588
561
571
598
548
564
Fruchtart
2005
2006
Getreide
davon
Winterweizen
Raps
Zuckerrüben
Grasanbau
Silomais
Brache
587
571
348
328
309
337
324
348
349
359
303
348
232
24
28
79
82
243
21
36
88
83
258
24
36
103
70
223
23
43
110
37
245
23
42
119
27
252
25
43
134
25
212
28
42
155
20
199
26
41
146
19
266
25
35
136
17
245
25
30
147
16
Quelle: Statistisches Amt MV
Darüber hinaus werden Miscanthus, Sudangras, Durchwachsene Silphie und schnell
wachsende Gehölze in eher marginalem Umfang angebaut, bei denen fruchtartbedingt in der
Regel eine energetische Nutzung unterstellt werden kann.
Zu a)
Die Entwicklung der Maisanbaufläche der letzten Jahre ist nachfolgender Tabelle zu
entnehmen. Eine Aufteilung nach Energiepflanzen- und Futterpflanzennutzung ist aufgrund
der statistischen Nichterfassung nicht möglich.
2
Drucksache 6/3283
Landtag Mecklenburg-Vorpommern - 6. Wahlperiode
Ackerland
(AL)
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
1.079.900
1.091.700
1.085.542
1.081.539
1.088.400
1.083.257
1.078.388
1.078.000
1.077.000
1.076.600
Grünland
265.874
273.400
267.175
268.600
268.500
264.500
261.200
261.900
260.800
261.200
Mais
ha
84.415
90.207
106.127
116.666
124.790
138.718
161.070
151.900
142.300
151.000
darunter
Körnermais/
Mais zum
Ausreifen
(einschließlich
Corn Cob Mix CCM)
5.749
2.440
3.489
6.318
5.351
4.631
5.888
6.200
5.900
4.200
Silomais/
Grünmais
78.666
87.767
102.638
110.348
119.438
134.087
155.182
145.700
136.400
146.800
Anteil
Mais am
AL
%
7,8
8,3
9,8
10,8
11,5
12,8
14,9
14,1
13,2
14,0
Quelle: Statistisches Amt MV
Zu b)
Die Ergebnisse der Landkreise werden nur in den Jahren mit einer allgemeinen statistischen
Erhebung ausgewiesen. Die nächste Erhebung findet im Jahr 2016 statt.
Nachfolgend ist die Erhebung der Silomaisanbaufläche in den Landkreisen und kreisfreien
Städten für die Jahre 2007 und 2010 dargestellt (alle Angaben in Hektar)
Kreisfreie Städte zusammen
Bad Doberan
Demmin
Güstrow
Ludwigslust
Mecklenburg-Strelitz
Müritz
Nordvorpommern
Nordwestmecklenburg
Ostvorpommern
Parchim
Rügen
Uecker-Randow
2007
68
6.021
7.965
10.959
16.141
7.603
5.164
7.527
10.393
6.706
14.057
2.108
7.926
Quelle: Statistisches Amt MV
3
Drucksache 6/3283
Landtag Mecklenburg-Vorpommern - 6. Wahlperiode
2010
Kreisfreie Städte zusammen
Mecklenburgische Seenplatte
Landkreis Rostock
Vorpommern-Rügen
Nordwestmecklenburg
Vorpommern-Greifswald
Ludwigslust-Parchim
22.513
22.544
13.293
11.745
19.623
44.368
Quelle: Statistisches Amt MV
2. Wurde seit 2004 Grünland zugunsten des Anbaus von Energiepflanzen umgebrochen?
a) Wenn ja, wie viel davon (in Hektar und Prozent) für Mais?
b) Wie viel Grünland und bisher landwirtschaftlich nicht genutzte
Fläche wurde seit 1990 insgesamt zu Ackerland umgebrochen
(sofern statistische Erhebungen verfügbar sind)?
c) Wie viel landwirtschaftlich genutzte Fläche wurde seit 1990 insgesamt zu Grünland dauerhaft umgewandelt (wenn möglich, bitte
unterteilen in extensiv genutztes, intensiv genutztes Grünland,
Naturschutzflächen und sonstige Flächen)?
Zu 2, a), b) und c)
Die Landesregierung führt weder statistische Erhebungen zur Umwandlung von Grünland in
Ackerland noch umgekehrt. Daher können keine Angaben gemacht werden, in welchem
Umfang Grünland in Ackerland beziehungsweise zugunsten des Anbaus von Energiepflanzen
(zum Beispiel Mais) umgebrochen wurde und wie viel Ackerland seit 1990 in Dauergrünland
umgewandelt wurde.
Im Rahmen der Förderung von Agrarumweltmaßnahmen wurden die Betriebsinhaber aber
schon seit dem Jahr 2000 verpflichtet, den Umfang ihrer Dauergrünlandflächen nicht zu
verringern. Entsprechend einer Ermächtigungsgrundlage für Maßnahmen gegen die Abnahme
des Dauergrünlandanteils an der landwirtschaftlichen Fläche im Rahmen von Cross
Compliance hat Mecklenburg-Vorpommern eine Dauergrünlanderhaltungsverordnung
erlassen und am 29.12.2008 ein Umbruchverbot verfügt. Ausnahmen hiervon waren nur
zulässig, wenn eine mindestens gleich große Fläche Ackerland in Dauergrünland umgewandelt wurde und naturschutzrechtliche Gründe nicht dagegen sprachen. Nach Außer-KraftTreten der Verordnung wurde am 10.12.2012 das Dauergrünlanderhaltungsgesetz in Kraft
gesetzt, mit dem weiterhin eine Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland verboten ist
beziehungsweise bei notwendiger Umwandlung eine gleichgroße Fläche Dauergrünland auf
Ackerland angelegt werden muss.
4
Drucksache 6/3283
Landtag Mecklenburg-Vorpommern - 6. Wahlperiode
Durch diese Maßnahmen konnte der Grünlandanteil am Ackerland in den vergangenen Jahren
relativ konstant gehalten werden. Hierzu wird auf die anliegende Tabelle verwiesen.
Ackerland
(AL)
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Grünland
(GL)
in ha
1.131.627
341.088
1.011.817
280.776
1.008.927
261.413
1.037.330
270.269
1.036.448
274.240
1.060.297
279.677
1.060.339
283.087
1.061.801
282.640
1.081.885
287.018
1.076.710
282.318
1.082.128
281.017
1.082.100
277.228
1.074.829
277.453
1.073.200
272.195
1.083.446
270.362
1.079.900
265.874
1.091.700
273.400
1.085.542
267.175
1.081.539
268.600
1.088.400
268.500
1.083.257
264.500
1.078.388
261.200
1.078.000
261.900
1.077.000
260.800
1.076.600
261.200
Anteil
GL an AL
in %
23,2
21,7
20,6
20,7
20,9
20,9
21,1
21,0
21,0
20,8
20,6
20,4
20,5
20,2
20,0
19,8
20,0
19,8
19,9
19,8
19,6
19,5
19,5
19,5
19,5
Quelle: Statistisches Amt MV
3. Den Anbau welcher Energiepflanzen hält die Landesregierung für
Mecklenburg-Vorpommern für förderungs- und/oder erstrebenswert
(bitte nach einzelnen Arten und Prioritäten aufschlüsseln)?
Was unternimmt die Landesregierung, um einen solchen Energiepflanzenanbau und -mix zu erreichen oder zu fördern?
Die Anbauentscheidungen für Fruchtarten werden wesentlich von den Marktbedingungen für
Agrarrohstoffe und durch die Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien
(zum Beispiel das EEG) beeinflusst.
5
Drucksache 6/3283
Landtag Mecklenburg-Vorpommern - 6. Wahlperiode
Die Landesregierung hat ein großes Interesse daran, dass auf den landwirtschaftlichen
Flächen eine breite Palette von Fruchtarten angebaut und eine mehrgliedrige Fruchtfolge
praktiziert wird. Dies soll durch die strikte Umsetzung der Greening-Anforderungen
(Vorgaben zur Anbaudiversifizierung und Auflockerung der Fruchtfolge durch die
Ökologischen Vorrangflächen, zum Beispiel der Eiweißpflanzen- und Zwischenfruchtanbau)
und das Förderprogramm „Förderung vielfältiger Fruchtarten“ im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen des ELER-Programms erreicht werden. Aber auch die Förderung von anderen
Agrarumweltmaßnahmen, wie zum Beispiel die Förderung des ökologischen Landbaus sowie
der Anlage von Rand- und Pufferstreifen, soll zu einer Diversifizierung der Nutzung
landwirtschaftlicher Flächen beitragen.
Eine spezielle Förderung des Energiepflanzenanbaus durch das Land erfolgt nicht. Die
Landesregierung hat jedoch bereits in der Vergangenheit im Rahmen der Richtlinie zur
Förderung von Investitionen landwirtschaftlicher Unternehmen zur Diversifizierung - Teil B eine Förderung der Etablierung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) angeboten und wird in der
laufenden Förderperiode den Fördergrundsatz der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und
Küstenschutz (GAK) zur Etablierung von KUP umsetzen.
Die Landesforschungsanstalt (LFA) bearbeitet in verschiedenen, meist drittmittelfinanzierten
Projekten Themen zum Energiepflanzenanbau, um die Grundlagen für einen effizienten
Energiepflanzenanbau, aber auch für die Etablierung alternativer Energiepflanzen und eines
Energiepflanzenmixes zu schaffen.
Folgende Themen/Projekte wurden beziehungsweise werden durch die LFA bearbeitet:
- Entwicklung und Vergleich von optimierten Anbausystemen für landwirtschaftliche
Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen Deutschlands (EVA)
- Anbau von Sorghumhirsen
- Anbau von Steinklee als Nutzungsmöglichkeit für Sandböden
- Durchwachsene Silphie (Exaktversuch und Praxisanbau)
- Anbau von Sida und Östlicher Geißraute
- Zuckerrüben für die Biogasproduktion
- Nutzung von Getreideganzpflanzen für Biogasanlagen
- Nutzung des Vorfruchtwertes von Leguminosen und reduzierter Bodenbearbeitung zur
Verbesserung der Treibhausgasbilanz von Biokraftstoffen
- Nutzung von Getreidestroh
- THG- und Energiebilanzierung landwirtschaftlicher Produktionsverfahren zur Produktion
von Biokraftstoffen
- Dezentrale Produktion von Rapsölkraftstoffen im Landwirtschaftsbetrieb und deren
Qualitätssicherung
- Nutzung von Nebenprodukten der Rapsverarbeitung in der Tierernährung
- Schnellwachsende Baumarten im Kurzumtrieb (KUP)
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