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Kleine Pruefungsausschusshilfe - Technische Hochschule

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UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES
DIE KLEINE
PRÜFUNGSAUSSCHUSSHILFE
Leitfaden
für Prüfungsausschussmitglieder
1. Auflage/Oktober 2014
Foto: © skynesher/istock
Foto: © Marco Gisse
Foto: © Marco Gisse
Prüfungsamt
Foto: © Marco Gisse
Foto: © Marco Gisse
02 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Foto: © Marco Gisse
Liebe Mitglieder unserer Hochschule,
Ziel der THM im Bereich der akademischen Aus- und Weiterbildung
ist es, fach- und sozialkompetente Persönlichkeiten zu bilden bzw.
die Studierenden bei dieser Bildung im Sinne eigenverantwortlicher
Entwicklung zu unterstützen.
Die Absolventen sollen dann in Arbeitsmarkt, Gesellschaft und im
privaten Bereich verantwortliche Rollen einnehmen, die ihrer Ausbildung, ihrer Persönlichkeit und ihren Neigungen entsprechen.
Foto: © Dr. Armin Eikenberg, Prof. Dr. Klaus Behler
Ein wesentliches Element des Rahmens, den die THM im Hinblick
auf die Erreichung dieser Zielsetzung durch ein Studium bietet, ist
die Erfassung und Prüfung der im Studium zu erwerbenden Kompetenzen.
Hierzu sind organisatorische Strukturen, wie Prüfungsamt, Prüfungs- und Zulassungsausschüsse oder auch das Zentrum für Qualitätsentwicklung notwendig und hilfreich.
Den regulatorischen Rahmen, insbesondere in Verbindung mit der Beseitigung von Unklarheiten oder der Abhilfe
von Missverständnissen und/oder Beschwerden bilden in diesem Zusammenhang Ordnungen, wie Prüfungs- und
Zulassungsordnungen.
Um immer wieder kehrende Verfahrensfragen, die Zuordnung von Verantwortlichkeiten, die Kommunikation
von Ansprechpartnern in die Hochschule zu tragen und Verbesserungspotenziale in Verbindung mit Prüfungen,
deren Planung, Durchführung und Dokumentation zu erarbeiten, wurde an der THM ein Workshop organisiert, zu
dem die Prüfungsausschussvorsitzenden der Fachbereiche und Vertreterinnen der mit prüfungsrechtlichen und
-technischen Fragen befassten Abteilungen eingeladen waren. Die Teilnahmeresonanz und das Engagement
waren erfreulich hoch.
Als Ergebnisse der intensiven Diskussionen und gemeinsamen Arbeit liegt nun eine weitere Handreichung in der
THM-Dokumentationsreihe vor, in der Sie viele Informationen rund um den Prüfungsausschuss, die Organisation
von Prüfungen, verfahrensbezogene Fragen oder auch spezielle Aspekte in Verbindung mit Prüfungen finden.
Ich bitte Sie, diese Handreichung als Arbeitsmedium intensiv zu nutzen und Ihre Eindrücke, Fragen und Verbesserungsvorschläge an das Prüfungsamt zu melden, damit wir einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess auch in
diesem Bereich etablieren.
An dieser Stelle bedanke ich mich sehr herzlich bei den Organisatorinnen sowie allen Beteiligten des Workshops
und zur Erstellung dieser Handreichung für das außerordentlich hohe Engagement, die Offenheit in den Diskussionen und die Bereitschaft an der Entwicklung der THM in konkreten Aktivitäten mitzuwirken.
Mit herzlichen Grüßen
Prof. Dr. Klaus Behler
- Vizepräsident -
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 03
INHALT
1. TEIL – WORKSHOP „PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE/PRÜFUNGSAMT“ ............................................................................................. 06
Networking, Austausch, Prozessoptimierung-KLEINE REIHE ................................................................................................................ 08
„KLEINE REIHE“ des zentralen Prüfungsamts .......................................................................................................................................... 09
Zusammenarbeit „Prüfungsausschüsse/Prüfungsamt“ des zentralen Prüfungsamts der THM ......................................................... 12
Arbeitsergebnisse ........................................................................................................................................................................................ 13
2. TEIL – ZUSAMMENSETZUNG DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES ................................................................................................... 14
Mitglieder, persönliche Betroffenheit, Befangenheit ................................................................................................................................ 16
Fehlende Mitglieder im Ausschuss ............................................................................................................................................................. 18
Organisation der Prüfungsausschüsse hessischer Fachhochschulen .................................................................................................... 20
Wahl ............................................................................................................................................................................................................... 24
Amtszeit ......................................................................................................................................................................................................... 24
Die Rolle der oder des Prüfungsausschussvorsitzenden ......................................................................................................................... 24
Sitzungen, Beschlussfähigkeit, Verschwiegenheit, Protokoll .................................................................................................................. 26
Zusammenspiel Prüfungsausschuss, Dekanat und zentrales Prüfungsamt .......................................................................................... 26
3. TEIL – DIE ROLLE DER STUDIERENDEN IM PRÜFUNGSAUSSCHUSS ............................................................................................. 28
4. TEIL – AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES .................................................................................................................... 34
A. Verantwortung der Einhaltung der Prüfungsordnungen und des Prüfungsverfahrens ................................................................... 34
- Exkurs – Maßnahmen zur Einhaltung der Bewertungsfrist .............................................................................................................. 37
- Exkurs – Anregungen zur Reform der Allgemeinen Bestimmungen ................................................................................................ 39
B.Bestellung der Prüferinnen und Prüfer sowie der Beisitzerinnen und Beisitzer .............................................................................. 40
- Exkurs – Prüfungsberechtigung von Honorarprofessorinnen und Honorarprofessoren ............................................................... 41
- Exkurs – Bearbeitungszeit der Bachelorarbeit .................................................................................................................................. 41
C.Festsetzung von Prüfungsterminen und Meldefristen ......................................................................................................................... 42
D.Zulassung zu Modulen und Leistungen (§ 15a Abs. 1 Nr. 3 AB) .......................................................................................................... 43
- Exkurs – Zulassungsproblematiken ................................................................................................................................................... 46
E. Entscheidung über alternative Prüfungsformen – Nachteilsausgleich .............................................................................................. 49
F. Entscheidung über Versäumnis und Rücktritt nach § 11 AB ............................................................................................................... 50
- Exkurs – Krankheitsbedingter Rücktritt ............................................................................................................................................. 56
G.Entscheidung über Täuschung, Störung und Ordnungsverstoß .......................................................................................................... 57
H.Entscheidung über Bestehen und Nichtbestehen von Prüfungsleistungen ....................................................................................... 58
I. Entscheidung zu Wiederholungen von Prüfungen und Anrechnung von Fehlversuchen nach § 13 AB (§ 15 a Abs. 1 Nr. 8 AB) ............ 60
J. Anrechnung von Modulen und Leistungen ............................................................................................................................................ 61
- E xkurs – Außerhalb einer Hochschule oder staatlich anerkannten Berufsakademie
erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten .............................................................................................................................................. 62
- Exkurs – Zustimmungsverfahren ....................................................................................................................................................... 64
5. TEIL – NACHKLANG ....................................................................................................................................................................... 73
04 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
jeder Studiengang der THM hat einen Prüfungsausschuss.
Sowohl die Zusammensetzung als auch die Aufgaben sind dabei
in den Allgemeinen Bestimmungen für Bachelor- und Masterprüfungsordnungen der THM geregelt (vgl. §§ 15, 15a AB).
In der Praxis ist die Bedeutung des Prüfungsausschusses sehr
groß, da er grundsätzlich neben dem zentralen Prüfungsamt
die erste Anlaufstelle für Probleme im Prüfungsalltag sowohl
für Studierende als auch für Lehrende ist.
Foto: © Bettina Dörr
v.l.: Alexandra Kunert (PA), Ute Bringezu (PA)
Viele Prüfungsausschussvorsitzende bzw. -mitglieder bekleiden
das Amt bereits langjährig und verfügen damit über einen
wertvollen Erfahrungsschatz, andere sind hingegen neu und müssen sich in die Thematik erst einfinden.
Unsere Broschüre möchte Interessierten einen Überblick über
die Zusammensetzung des Ausschusses,
die Rolle der Studierenden im Ausschuss
sowie die Aufgaben des Ausschusses
geben. Als zentrales Prüfungsamt ist es eine unserer Aufgaben, den Prüfungsausschussvorsitzenden bei
prüfungsrechtlichen Problemstellungen beratend mit Spezialwissen bzw. Erfahrungen und aktuellen
Erkenntnissen zum Prüfungsrecht zu helfen. Mit unserem Workshop „Prüfungsausschüsse/Prüfungsamt“
haben wir allen Prüfungsausschussvorsitzenden der THM die Möglichkeit gegeben, sich auszutauschen
und gemeinsam Ideen bzw. Lösungen zu hochschulweiten Themen hierzu zu finden. Die Veranstaltung
bekam die Resonanz, als Austauschplattform seitens des Prüfungsamts regelmäßig im Jahresturnus angeboten zu werden.
Wie bereits typisch für unsere KLEINE REIHE konnten wir auch diesmal Gastbeitragsschreiber gewinnen,
die sich bereit erklärt haben, die Arbeitsgruppenergebnisse des Workshops aus Ihrer Perspektive für
die Broschüre zusammenzufassen. Bettina Dörr (SPS), Prof. Dr. Peter Hohmann (MNI), Prof. Dr. Kristof
Obermann (EI), Prof. Dr. Harald Platen (KMUB, ZQE), Prof. Dr. Knut Thielen (WI), Prof. Dr. Harald
Weigand (KMUB) und Prof. Dr. Carsten Zack (W) an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!
Auch Marco Gisse vielen Dank für die Impressionen zu unseren Veranstaltungen, die er uns auch dieses
Mal zur Verfügung gestellt hat.
Selbstverständlich finden sich auch die mitgenommen To Do beantwortet im Leitfaden wieder. Besonders
gefreut haben wir uns auch über die inzwischen schon traditionelle Moderation unserer Veranstaltungen
durch Susanne Weber (Referentin Präsident). Auch ihr ein herzliches Dankeschön für die sehr professionelle Moderation, die sie uns jetzt schon zum dritten Mal zur Verfügung gestellt hat.
Bitte benutzen Sie die Broschüre als Leitfaden. Verbesserungsvorschläge, Ideen und Anregungen hierzu
sind jederzeit erwünscht (pruefungsamt@verw.thm.de).
Herzlichst Ihre
Ute Bringezu und Alexandra Kunert
- Sachgebietsleitung zentrales Prüfungsamt Kleine Prüfungsausschusshilfe | 05
Foto: © vm/iStock
06 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Oder soll das so aussehen?
Workshop
–
Teil
2:
„PrüfungsausZusammenschüsse/Prüsetzung des
fungsamt“
Prüfungsausschusses
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 07
1. TEIL: WORKSHOP –„PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE/PRÜFUNGSAMT“
Networking, Austausch, Prozessoptimierung – KLEINE REIHE
Seit dem 18. März 2011 bietet das Prüfungsamt kontinuierlich Interessierten
der THM Workshops, Infoveranstaltungen
und Arbeitsgruppen zu prüfungsrechtlichen Themen wie:
Bearbeitung von Prüfungsordnungen,
Zusammenspiel Fachbereichssekreta-
riate und Prüfungsamt,
Hochschuleinheitliches Anerkennungs-
verfahren,
Umgang mit Täuschungen und Plagiaten
an der THM
sowie Prävention von Plagiaten und
Täuschungsversuchen/wissenschaftliches Arbeiten
an. Kompetent unterstützt werden wir
dabei regelmäßig von Referentinnen und
Referenten der THM aus verschiedenen
Bereichen wie beispielsweise Justiziariat,
Referat für Hochschulpolitische Fragen,
08 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Lehre, ITS, Fachbereichssekretariaten,
Bibliothek etc.
Wie bereits schon typisch, gibt das Prüfungsamt dann im Anschluss an die jeweiligen Veranstaltungen eine Broschüre der
KLEINEN REIHE zum Thema heraus, die
jedes Mal Gastbeiträge der Referentinnen
und Referenten beinhaltet, Arbeitsergebnisse der jeweiligen Veranstaltungen
mitnimmt und sich als Leitfaden zu den
entsprechenden Themen versteht.
kostenlos für alle Interessierten erhältlich und können zusätzlich über die Website
des Prüfungsamts (http://www.thm.de/pa/)
abgerufen werden.
Im Vordergrund unserer Veranstaltungen
und damit auch unserer KLEINEN REIHE
steht es zunächst
prüfungsrechtliche Verfahrensabläufe
transparent zu machen,
diese mit allen beteiligten Akteuren bei
Bedarf zu optimieren,
Besondere Unterstützung erfahren wir
bei unseren Veranstaltungen vor allen
Dingen auch durch Susanne Weber (Referentin Präsident), die seit Beginn unsere
Veranstaltungen professionell moderiert.
Die Broschüren unserer KLEINEN REIHE
sind über die Informationen am Campus
Gießen und Friedberg als Printversionen
für die Umsetzung dessen die Akzep-
tanz aller Verantwortlichen zu bekommen und
damit sowohl Klarheit für die Studierenden als auch eine Reduzierung des
Verwaltungsaufwands zu erzielen.
1. TEIL: WORKSHOP –„PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE/PRÜFUNGSAMT“
„KLEINE REIHE“ DES ZENTRALEN PRÜFUNGSAMTS DER THM
© Website Prüfungsamt (Stand September 2014)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 09
Foto: © Marco Gisse, Infoveranstaltung „Umgang
mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
Foto: © Jeanette Kuttner-Diehl
Foto: © Bettina Dörr, Workshop „Fachbereichssekretariate, Prüfungsamt“ 2011
Foto: © Marco Gisse, Infoveranstaltung „Umgang
mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
Impressionen – Workshops, Infoveranstaltungen und
AGs des Prüfungsamts (März 2011 – aktuell)
Foto: © Marco Gisse, Workshop „Prüfungsausschüsse/Prüfungsamt“ 2013
Foto: © Marco Gisse, Infoveranstaltung „Umgang
mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
10 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Foto: © Marco Gisse, Infoveranstaltung „Umgang
mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
Foto: © Marco Gisse, Infoveranstaltung
„Umgang mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
Foto: © Marco Gisse Infoveranstaltung „Umgang
mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
Foto: © Ute Bringezu, Workshop „Fachbereichssekretariate/Prüfungsamt“ 2011
Foto: © Marco Gisse, Infoveranstaltung „Umgang mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
Foto: © Petra Kratz, AG „Prävention von Plagiaten,
Täuschungsversuchen/Wissenschaftliches Arbeiten“, 2013
Foto: © Marco Gisse, Workshop „Prüfungsausschusse/Prüfungsamt“ 2013
Impressionen – Workshops, Infoveranstaltungen und
AGs des Prüfungsamts (März 2011 – aktuell)
Foto: © Marco Gisse, Infoveranstaltung „Umgang mit Täuschungen und Plagiaten“ 2012
Foto: © Bettina Dörr, Workshop „PO Bearbeitung“
2011
Foto: © Ute Bringezu Workshop „Fachbereichssekretariate, Prüfungsamt“ 2011
Foto: © Birgit Kuhl, Studierendeninterview 2012
Foto: © Bettina Dörr, Workshop „PO Bearbeitung“
2011
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 11
1. TEIL: WORKSHOP –„PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE/PRÜFUNGSAMT“
Zusammenarbeit „Prüfungsausschüsse/Prüfungsamt“
Am 25. November 2013 hatte das zentrale Prüfungsamt gemeinsam mit Marco
Gisse, Justiziar, den Workshop „Prüfungsausschüsse/Prüfungsamt“ angeboten. Zielgruppe waren die Prüfungsausschussvorsitzenden bzw. die mit der
Mitarbeit in Prüfungsausschüssen betrauten Kolleginnen und Kollegen. Das
Treffen brachte erstmals einen Großteil
aller Prüfungsausschussvorsitzenden der
THM in einer Veranstaltung zusammen,
die es in dieser Form bislang noch nicht
gab.
Klassiker, aber auch neue Probleme des
Prüfungsalltags wurden diskutiert und
in anschließenden Arbeitsgruppen bearbeitet.
Schnell hatten sich im Workshop Arbeitsgruppen zu den Themenkomplexen
Einhaltung und Umsetzung der Prü-
fungsordnungen,
Zulassung zu Modulen und Leistungen,
Rücktritt und
Reform der Prüfungsordnung
Foto: © Marco Gisse, Prof. Dr. Klaus Behler (VP)
gebildet, die von Marco Gisse und dem
Prüfungsamt begleitet wurden.
Die Arbeitsergebnisse haben wir in Form
von Gastbeiträgen für Sie mitgenommen
und dargestellt (siehe hierzu Teil 4. –
„Aufgaben des Prüfungsausschusses“
S. 34 ff.).
12 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Arbeitsergebnisse
Foto: © Marco Gisse, Prof. Dr. Thorsten Beck (ME)
Neben den Möglichkeiten des Networkings und des Austausches ist es uns
wichtig, im Anschluss an unserer Veranstaltungen – da wo es möglich ist –
Prozessoptimierungen unter Einbeziehung
aller Beteiligten zu erreichen. Die Ergebnisse bieten wir unter anderem dann in
unseren Broschüren der KLEINEN REIHE
für Interessierte zum Nachschlagen
und Nachlesen an (siehe hierzu auch S. 9).
Foto: © Marco Gisse, v.l.: Prof. Dr. Fabian Tjon (SuK), Prof. Dr. Harald Weigand (KMUB), Prof. Dr. Heinrich
Friederich (M), Prof. Dr. Thorsten Beck (ME), Prof. Dr. Knut Thielen (WI)
Auch im o. a. Workshop konnten wir
wieder verschiedene Themen gemeinsam mit den Beteiligten erarbeiten und
hochschuleinheitlichen Lösungen zuführen:
Hochschuleinheitliches Verfahren bei
Überschreitung der Bewertungsfris-
ten nur noch in Ausnahmefällen und
in Absprache mit dem Prüfungsausschuss möglich (siehe hierzu auch S. 35,
37, 38)
S tart zum 1. September 2014 (siehe
hierzu auch S. 35)
krankheitsbedingtem Rücktritt
Start zum 1. Juni 2014 (siehe hierzu
regelmäßiges Angebot Austauschplatt-
auch S. 50 ff.)
form „Prüfungsausschüsse/Prüfungsamt“
Reformierung des „§ 15 Prüfungsaus-
schüsse“ AB (AMB 48/2013)
Foto: © Marco Gisse
S tart zum 1. September 2014 (siehe
hierzu auch S. 39)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 13
Foto: © bowdenimages/iStock
14 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Zusammensetzung des
Prüfungsausschusses
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 15
2. TEIL: ZUSAMMENSETZUNG DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
2. Teil – Zusammensetzung des Prüfungsausschusses
A-Z
Auf der Website des Prüfungsamts finden
Sie Allgemeine Informationen zum Thema
„Prüfungsausschuss“ unter „A-Z“/„P“.
Mitglieder, persönliche
Betroffenheit, Befangenheit
Aktuell gibt es an der THM 61 Bachelorund Masterstudiengänge und jeder dieser
Studiengänge hat einen Prüfungsausschuss. Der Prüfungsausschuss trägt
die Verantwortung dafür, dass die Bestimmungen der Prüfungsordnungen eingehalten werden. Auch entscheidet er
über alle das Prüfungsverfahren betreffenden Angelegenheiten und hat das Recht,
bei Prüfungen zugegen zu sein.
Foto: © Website Prüfungsamt (Stand September 2014)
Gemäß § 15 Abs. 2 der Allgemeinen Bestimmungen für Bachelor- und Masterprüfungsordnungen der THM (AB)
müssen jedem Prüfungsschuss
3 Professorinnen oder Professoren,
2 Studierende
sowie jeweils eine persönliche Stell-
vertreterin oder ein persönlicher Stellvertreter angehören.
Dabei kann eine Professorin oder ein
Professor durch ein anderes Mitglied
des Lehrpersonals, z. B. eine Lehrkraft
für besondere Aufgaben oder eine wissenschaftliche Mitarbeiterin oder einen
wissenschaftlichen Mitarbeiter ersetzt
werden (vgl. § 15 Abs. 2 AB). Auch
kann sich der Prüfungsausschuss bei
der Durchführung seiner Aufgaben,
wie beispielsweise der laufenden Prüfungsverwaltung, der dafür zuständigen
16 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Fachbereichs bzw. der Zentren bedienen.
Zusätzlich dazu können wissenschaftliche
oder administrativ-technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beratend zum
Prüfungsausschuss hinzugezogen werden
(vgl. § 15 Abs. 2 AB).
Ist ein Mitglied durch eine Prüfungsangelegenheit persönlich betroffen oder
besteht ihr oder ihm gegenüber die
Besorgnis der Befangenheit, ruht ihre
oder seine Mitgliedschaft in dieser Angelegenheit. In diesen Fällen erfolgt die
Abstimmung dann durch die Stellvertreterin oder den Stellvertreter.
An den hessischen Fachhochschulen ist
die Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse ähnlich geregelt, d. h. an jeder
dieser Hochschulen hat man sich, wie
an der THM auch, für eine überschaubare Mitgliederanzahl entschieden, die
ein arbeitsfähiges Gremium ermöglicht
(siehe hierzu S. 20 – 23).
§ 15 PRÜFUNGSAUSSCHUSS, ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR BACHELORPRÜFUNGSORDNUNGEN
(1) Für jeden Bachelorstudiengang wird ein Prüfungsausschuss gebildet.
(2)Dem Prüfungsausschuss gehören drei Professorinnen oder Professoren und zwei Studierende an. Eine Professorin oder
ein Professor kann durch ein anderes Mitglied des Lehrpersonals (z. B. Lehrkraft für besondere Aufgaben, wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter) ersetzt werden. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sowie
ihre persönlichen Stellvertreterinnen und Stellvertreter werden vom Fachbereichsrat, bei mehreren am Bachelorstudiengang beteiligten Fachbereichen von den Fachbereichsräten der beteiligten Fachbereiche gewählt. Die Amtszeit
der Professorinnen und Professoren beträgt drei Jahre, die Amtszeit der studentischen Mitglieder 1 Jahr. Wiederwahl
ist zulässig. Der Prüfungsausschuss kann eine wissenschaftliche oder administrativ-technische Mitarbeiterin oder einen
wissenschaftlichen oder administrativ-technischen Mitarbeiter beratend in den Prüfungsausschuss aufnehmen.
(3) D
ie oder der Vorsitzende und die oder der stellvertretende Vorsitzende müssen Professorinnen oder Professoren sein und
dem Prüfungsausschuss als Mitglied angehören. Sie werden vom Prüfungsausschuss gewählt.
(4)Der Prüfungsausschuss tagt nicht öffentlich. Er ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend und die Stimmenmehrheit der Professorinnen oder Professoren gewährleistet ist. Bei Stimmengleichheit gibt die
Stimme der oder des Vorsitzenden den Ausschlag.
(5) Die Beschlüsse des Prüfungsausschusses sind zu protokollieren.
(6) B
ei Prüfungsangelegenheiten, die ein Mitglied des Prüfungsausschusses persönlich betreffen, ruht dessen Mitgliedschaft
in Bezug auf diese Angelegenheit. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind zur Verschwiegenheit über die Kenntnisse,
die sie aufgrund ihrer Tätigkeit im Prüfungsausschuss erlangen, verpflichtet.
(7) Für die Abwahl eines Mitglieds oder eines stellvertretenden Mitglieds ist erforderlich
1. die Zustimmung von drei Vierteln der Mitglieder des Fachbereichsrates oder – bei mehreren beteiligten Fachbereichen
– der Fachbereichsräte und
2. die Zustimmung der Mehrheit der dem Fachbereichsrat oder den Fachbereichsräten angehörenden Mitglieder der entsprechenden Gruppe, dem das abzuwählende Mitglied des Prüfungsausschusses angehört.
Im Falle einer Abwahl ist unverzüglich eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger zu wählen.
(8)Bei Studiengängen, die in Kooperation mit einer oder mehreren Hochschulen durchgeführt werden, können die Fachspezifischen Bestimmungen von Abs. 2 und 7 abweichende Regelungen treffen.
(AMB 39/2014)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 17
2. TEIL: ZUSAMMENSETZUNG DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Fehlende Mitglieder im Ausschuss
Dass studentische Mitarbeit im Prüfungsausschuss neben der regelmäßigen Sitzungsteilnahme auch aus schriftlicher
Votenabgabe sowie ständiger Ansprechbarkeit für Kommilitoninnen und Kommilitonen außerhalb des Prüfungsausschusses bestehen kann, hat Prof. Dr.
Knut Thielen in seinem Gastbeitrag
anschaulich beschrieben (siehe hierzu
S. 30 – 31). Vielen Studierenden fehlt daher
oftmals die Zeit oder aber auch Motivation, sich entsprechend in ein solches
Gremium einzubringen.
Was passiert, wenn sich für die Gremienarbeit keine Studierenden finden, gibt
§ 4 der Wahlordnung der THM (WahlO)
vor (AMB 38/2012).
18 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Gemäß entsprechender Anwendung des
§ 4 Abs. 1 WahlO sind Gremien – wie hier
der Prüfungsausschuss – auch dann
rechtmäßig zusammengesetzt, wenn
bei einer ordnungsgemäßen Wahl Sitze
mangels Wahlvorschlägen nicht besetzt
werden. Dies bedeutet, dass das Gremium bei fehlenden studentischen Mitgliedern dann entsprechend nur mit
Professorinnen und Professoren sowie
deren jeweiligen Stellvertreterinnen und
Stellvertretern zu besetzen ist. Auch hier
bleibt es bei der Beschlussfähigkeit bei
Anwesenheit mindestens der Hälfte der
Mitglieder sowie deren entsprechender
Stimmenmehrheit (siehe hierzu auch
S. 26).
In Fällen, in denen einem Fachbereich
weniger als sechs Professorinnen und
Professoren angehören, sind diese ohne
Wahl Mitglieder des jeweiligen Prüfungsausschusses (vgl. hierzu § 4 Abs.
1 WahlO). Auch bleibt es bei der oben
geschilderten Beschlussfähigkeit nach
§ 15 Abs. 4 AB.
Foto: © Jonnyscriv/iStock
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 19
2. TEIL: ZUSAMMENSETZUNG DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Organisation der Prüfungsausschüsse hessischer Fachhochschulen
ORGANISATION DER PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE HESSISCHER FACHHOCHSCHULEN
HOCHSCHULE FULDA
ZUSAMMENSETZUNG: PROFESSOREN/INNEN: 2 | STUDIERENDE: 1
Aufgaben:
Bestellung der Prüferinnen und Prüfer sowie Beisitzerinnen und Beisitzer (Prüfungskommissionen),
Festlegung der Prüfungstermine und Meldefristen für die Prüfungen und deren Bekanntgabe; pro Semester ist mindestens
ein Prüfungstermin vorzusehen,
Entscheidungen über Prüfungszulassungen,
Entscheidungen über die mündliche Nachprüfung nach § 14 Abs. 2 AB,
Überwachung der Einhaltung der Prüfungsordnung,
Anregungen zur Reform der Studien- und Prüfungsordnung,
Organisation der Anrechnung von außerhalb der jeweils für den Studiengang geltenden Prüfungsordnung erbrachten
Prüfungsleistungen.
AMTSZEIT: 2 JAHRE | 1 JAHR
(Amtliche Mitteilung v. 26.01.2011, zuletzt geändert am 29.05.2013)
20 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
ORGANISATION DER PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE HESSISCHER FACHHOCHSCHULEN
HOCHSCHULE RHEIN MAIN
ZUSAMMENSETZUNG: PROFESSOREN/INNEN: 3 | STUDIERENDE: 2
Aufgaben:
Bestellung der Prüferinnen oder Prüfer und Beisitzerinnen oder Beisitzer (Prüfungskommission),
Festlegung der Meldefristen für die Leistungsnachweise sowie deren Bekanntgabe,
Bestimmung der Termine der Prüfungs- und Studienleistungen sowie deren Bekanntgabe durch die Vorsitzende oder den
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses; (für Prüfungs- und Studienleistungen, deren zugehörige Lehrveranstaltungen
jedes Semester angeboten werden, sind Prüfungstermine semesterweise anzubieten; für Prüfungs- und Studienleistungen,
deren Lehrveranstaltungen nicht jedes Semester angeboten werden, sollen jedes Semester Prüfungstermine angeboten
werden, wobei über begründete Ausnahmen der Prüfungsausschuss entscheidet.),
Entscheidung über Prüfungszulassungen,
Festlegung der Fristen für die Bewertung der Prüfungs- und Studienleistungen durch die Prüfenden,
Überwachung der Einhaltung der Prüfungsordnungen,
Anrechnung von außerhalb des Studiengangs erbrachten Leistungen,
Entscheidungen über die Ablehnung von Prüfern und Prüferinnen wegen Besorgnis der Befangenheit und
Gewährung von besonderen Prüfungsbedingungen bei Kandidatinnen und Kandidaten mit körperlicher Beeinträchtigung.
Aufgaben Prüfungsausschussvorsitzende/r:
Vorbereitung und Ausführung der Beschlüsse des Prüfungsausschusses,
Der Prüfungsausschuss kann folgende Aufgaben auf seine Vorsitzende oder seinen Vorsitzenden delegieren:
Bestellung der Prüferinnen oder Prüfer und Beisitzerinnen oder Beisitzer (Prüfungskommissionen) Festlegung der Melde-
fristen für die Prüfungen sowie deren Bekanntgabe,
Entscheidung über Prüfungszulassungen, soweit es sich um Standardzulassungen handelt, die im Rahmen bzw. nach den
Vorgaben der Prüfungsordnung erfolgen,
Festlegung der Fristen für die Bewertung der Prüfungs- und Studienleistungen durch die Prüfenden und
die Delegation kann vom Prüfungsausschuss jederzeit zurückgenommen werden.
AMTSZEIT: 2 JAHRE | 1 JAHR
(Amtliche Mitteilung Nr. 223)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 21
2. TEIL: ZUSAMMENSETZUNG DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
ORGANISATION DER PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE HESSISCHER FACHHOCHSCHULEN
FRANKFURT UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES
ZUSAMMENSETZUNG: PROFESSOREN/INNEN: 3 | STUDIERENDE: 2 | WISSENSCHAFTLICHE/R MITARBEITER/IN: 1
Aufgaben:
Achtet gemeinsam mit dem Dekanat darauf, dass die Bestimmungen eingehalten werden,
dass die Prüfung im Einklang mit den Bestimmungen der einschlägigen Rechtsvorschriften durchgeführt werden,
berichtet regelmäßig dem Dekanat, dem Fachbereichsrat, der Präsidentin oder dem Präsidenten über die Entwicklung
der Prüfungs- und Studienzeiten einschließlich der tatsächlichen Bearbeitungszeiten für die das Studium abschließenden
Arbeiten wie der Bachelor-Arbeit oder Master-Arbeit sowie über die Verteilung der Modul und Gesamtnoten,
Bestimmung der Termine der Modulprüfungen, Modulteilprüfungen und Vorleistungen,
Bildung der Prüfungskommissionen, Bestellung der Prüferinnen und Prüfer,
Anrechnung von anderweitig erbrachten Modulen, ECTS Punkten und ihnen zugeordneten Prüfungsleistungen und
Anerkennung der in den Praxissemestern und/oder Praxisphasen erbrachten Praxismodulen, soweit die Prüfungsordnungen nichts anderes vorsehen
Aufgaben Prüfungsauschussvorsitzende/r:
Unterrichtet Dekanat, Fachbereiche und Präsidium über laufende Tätigkeiten des Prüfungsausschusses durch Vorlage
je eines Exemplars aller Einladungen, Beschlüsse und Protokolle des Prüfungsausschusses und
sie oder er gibt Anregungen zur Reform der Prüfungsordnungen, Studienpläne und Prüfungsordnungen.
AMTSZEIT: 2 JAHRE | 1 JAHR | 1 JAHR
(Amtliche Mitteilung v. 25.09.2012, zuletzt geändert am 16.10.2013)
22 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
ORGANISATION DER PRÜFUNGSAUSSCHÜSSE HESSISCHER FACHHOCHSCHULEN
HOCHSCHULE DARMSTADT
ZUSAMMENSETZUNG: PROFESSOREN/INNEN: 4 | STUDIERENDE: 2
Aufgaben:
Überwachung der Einhaltung der Prüfungsordnung,
Bestellung und Bekanntgabe der Prüferinnen und Prüfer sowie der Beisitzerinnen und Beisitzer,
Entscheidung über die Anerkennung vom Wahlpflichtmodulen,
Entscheidung über die Anrechnung von Modulen und Studienzeiten,
Zulassung zur Abschlussarbeit,
Bestellung von Referentin oder Referent sowie Korreferentin oder Korreferent,
Ausgabe des Themas der Abschlussarbeit,
Beratung über Prüfungsentscheidungen, über Entscheidungen sowie über sonstige Entscheidungen im Prüfungs- oder
Anerkennungsverfahren,
E ntscheidung über die Erfüllung der studiengangsspezifischen Zulassungsvoraussetzungen, sofern die Besonderen
Bestimmungen hierfür nicht ein anderes Gremium vorsehen,
Entscheidung in allen weiteren Angelegenheiten, für die in diesen Allgemeinen Bestimmungen oder in den Besonderen
Bestimmungen des Studiengangs die Zuständigkeit des Prüfungsausschusses vorgesehen ist und
Anregungen zur Reform des Studiums und der Prüfungsordnung.
Aufgaben Prüfungsausschussvorsitzende/r:
Der Prüfungsausschuss kann laufende Geschäfte seinem vorsitzenden Mitglied übertragen.
AMTSZEIT: 2 JAHRE | 1 JAHR
(Amtliche Mitteilung v. 03.07.2012)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 23
2. TEIL: ZUSAMMENSETZUNG DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Wahl
Amtszeit
Die Amtszeit der Prüfungsausschussmitglieder ist unterschiedlich.
Studierende:
1 Jahr (siehe hierzu auch S. 30 – 31)
Professorinnen und Professoren:
2 Jahre
W iederwahl:
zulässig
Foto: © fstop123/iStock
Gewählt werden die Mitglieder des Prüfungsausschusses mit einfacher Mehrheit vom Fachbereichsrat. Sind mehrere Fachbereiche an einem Studiengang beteiligt, dann erfolgt hier eine
Wahl durch die verschiedenen Fachbereichsräte. An der Anzahl der Mitglieder
(vgl. § 15 Abs. 2 AB) ändert sich dabei
nichts. Bei Studiengängen, die in Kooperation mit einer oder mehreren Hochschulen durchgeführt werden, können
hiervon abweichende Regelungen getroffen werden.
Für den Fall der Abwahl eines Mitglieds
oder eines stellvertretenden Mitglieds
ist die Zustimmung von drei Vierteln der
Mitglieder des Fachbereichsrates oder –
bei mehreren beteiligten Fachbereichen
– der Fachbereichsräte erforderlich. Der
Beschluss wird wirksam, wenn ihm die
Mehrheit der dem Fachbereichsrat oder
den Fachbereichsräten angehörenden
Mitglieder der entsprechenden Gruppe
zustimmt. Im Falle einer Abwahl ist
unverzüglich eine Nachfolgerin oder ein
Nachfolger zu wählen.
Die Rolle der oder des Prüfungsausschussvorsitzenden
Der Prüfungsausschuss wählt aus dem
Kreis der ihm angehörenden Professorinnen und Professoren mehrheitlich
eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden
und deren Stellvertreterin oder Stellvertreter. Zu beachten ist, dass § 15 Abs. 2
Satz 2 AB hier nicht greift. Den studentischen Mitgliedern ist die Übernahme
des Vorsitzes nicht möglich (siehe hierzu
auch S. 30 – 31).
Eine Aufgabe der oder des Vorsitzenden
bzw. der oder des stellvertretenden Vorsitzenden ist es, Entscheidungen des
Prüfungsausschusses zu erteilen. Dabei
kann der Prüfungsausschuss Aufgaben
Foto: © gradyreese/iStock
24 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
an die oder den Vorsitzenden delegieren
(vgl. § 15a Abs. 2 AB). Auch kann die oder
der Vorsitzende das Dekanat oder die
Dekanate der beteiligten Fachbereiche
über laufende Tätigkeiten des Prüfungsausschusses durch Vorlage von Einladungen, Beschlüssen und Protokollen
informieren.
Über die Website des Prüfungsamts der
THM können Sie eine Liste aller Prüfungsausschussvorsitzenden downloaden
(siehe hierzu auch S. 25). Änderungen
der angegebenen Verantwortlichen werden dem Prüfungsamt (pruefungsamt@
verw.thm.de) kontinuierlich über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachbereichssekretariate mitgeteilt.
Der Prüfungsausschuss tagt nicht öffentlich, da in den Sitzungen konkrete personenbezogene Daten, die teilweise dem
Datenschutz unterliegen, behandelt werden. Wissenschaftliche oder administrativ-technische Mitarbeiterinnen oder
Mitarbeiter, welche mit Prüfungsangelegenheiten befasst sind, können jedoch
auf Beschluss des Prüfungsausschusses
beratend an den Sitzungen teilnehmen.
Auch können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachbereichssekretariate
zur Protokollführung den Sitzungen beiwohnen (vgl. § 15 Abs. 5 AB).
Foto: © Website Prüfungsamt (Stand September 2014)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 25
2. TEIL: ZUSAMMENSETZUNG DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Sitzungen, Beschlussfähigkeit, Verschwiegenheit, Protokoll
Beschlussfähig ist der Prüfungsausschuss
immer dann, wenn mindestens die
Hälfte seiner Mitglieder anwesend und
die Stimmenmehrheit der Professorrinnen oder Professoren gewährleistet
ist. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme
der oder des Vorsitzenden den Ausschlag. Ist der Prüfungsausschuss nicht
beschlussfähig, so lädt die oder der Vor-
sitzende unverzüglich zu einer neuen
Sitzung ein, die innerhalb einer Woche
stattfinden sollte.
Die Beschlüsse des Prüfungsausschusses
sind zu protokollieren (vgl. § 15 Abs. 5 AB).
Bei Prüfungsangelegenheiten, die ein Mitglied des Prüfungsausschusses persönlich betreffen, ruht dessen Mitglied-
schaft in Bezug auf diese Angelegenheit.
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses
sind zur Verschwiegenheit über die
Kenntnisse, die sie aufgrund ihrer Tätigkeit im Prüfungsausschuss erlangen,
verpflichtet und haben das Recht, an
mündlichen Prüfungen der THM als
Zuhörerin oder Zuhörer teilzunehmen.
Zusammenspiel Prüfungsausschuss, Dekanat und zentrales Prüfungsamt
Dekanat
Gem. § 45 Abs. 1 Hessisches Hochschulgesetz (GVBl. I, S.666) ist das Dekanat
für die Organisation und Durchführung
der Prüfungen
und damit für die laufende Prüfungsverwaltung des jeweiligen Studiengangs
zuständig.
Das Dekanat sorgt insbesondere auch
für die unverzügliche Erteilung der
Zeugnisse,
der Urkunden,
der Dipoma Suplements und
der Transcript of Records
(vgl. § 15b Abs. 1 AB).
Prüfungsausschuss
Eine entsprechende Aufgabenwahrnehmung des Dekanats durch andere Personen des Fachbereichs – wie bspw. des
Prüfungsausschusses – ist unter Beachtung der §§ 15, 15a AB möglich; die Letztverantwortlichkeit des Dekanats bleibt
hiervon jedoch unberührt (vgl. hierzu
§ 15b AB).
26 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
In Fällen, in denen ein Prüfungsausschuss nicht beschlussfähig ist (siehe
hierzu S. 26 oben), muss die oder der Vorsitzende wie o. a. unverzüglich zu einer
neuen Sitzung einladen. Wenn der Prüfungsausschuss dann immer noch nicht
beschlussfähig ist, dann kann die Dekanin
oder der Dekan im Wege ihrer bzw. seiner
Eilkompetenz gem. § 46 Absatz 1 HHG in
Verbindung mit § 38 Absatz 4 HHG vorläufige Regelungen treffen.
Dem Prüfungsausschuss ist es jedoch
in begründeten eilbedürftigen Einzelfällen möglich, ausnahmsweise auch im
Umlaufverfahren zu entscheiden, sofern
kein Mitglied dem widerspricht. Die
Begründung ist schriftlich zu hinterlegen
und dem Protokoll über das Ergebnis
beizufügen.
Prüfungsamt
Unbeschadet der Verantwortlichkeiten
des Prüfungsausschusses und des
Dekanats ist das zentrale Prüfungsamt
der THM für Grundsatzangelegenheiten
des Prüfungsrechts und die Koordination
des Prüfungswesens der gesamten Hochschule zuständig (vgl. § 15b Abs. 2 AB).
§ 15b DEKANAT, PRÜFUNGSAMT,
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR
BACHELORPRÜFUNGSORDNUNGEN
(1)Nach Maßgabe des HHG ist das
Dekanat für die Studien- und
Prüfungsorganisation und damit
für die laufende Prüfungsverwaltung der jeweiligen Studiengänge
verantwortlich. Es hält die Prüfungsordnung ein und berücksichtigt die Zuständigkeiten des
Prüfungsausschusses.
Das
Dekanat sorgt insbesondere auch
für die unverzügliche Erteilung
der Zeugnisse, Urkunden, Diploma
Supplement und Transcript of
Records.
(2)Unbeschadet der Verantwortlichkeiten des Prüfungsausschusses
und des Dekanats ist das zentrale
Prüfungsamt der Technischen
Hochschule Mittelhessen für
Grundsatzangelegenheiten des
Prüfungsrechts und die Koordination des Prüfungswesens der
gesamten Hochschule zuständig.
AMB (39/2014)
Foto: © Website Prüfungsamt (Stand September 2014)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 27
Foto: © CEFutcher/iStock
28 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Die Rolle der
Studierenden
im Prüfungsausschuss
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 29
3. TEIL: DIE ROLLE DER STUDIERENDEN IM PRÜFUNGSAUSSCHUSS
3. Teil – Die Rolle der Studierenden im Prüfungsausschuss
An allen hessischen Hochschulen ist die
studentische Mitarbeit im Prüfungsausschuss in den jeweiligen Allgemeinen
Bestimmungen für Bachelor- und Masterprüfungsordnungen geregelt (siehe
hierzu auch S. 20 –23). Damit wird hervorgehoben, wie wichtig das Einfließen
der studentischen Meinung in die Entscheidungsfindung von Prüfungsausschüssen ist. Dass Studierende und professorale Mitglieder dabei nicht immer
gegensätzlicher Meinung sein müssen,
wie sich die studentische Arbeit im Ausschuss in der Praxis gestaltet und was
eine Motivation für die studentische Mitarbeit sein könnte, hat Prof. Dr. Knut
Thielen in seinem Gastbeitrag zur „Rolle
der Studierenden im Prüfungsausschuss“
dargestellt.
Gastbeitrag
Foto: © Prof. Dr. Knut Thielen (WI)
Prof. Dr. Knut Thielen bekleidet das
Amt des Prüfungsausschussvorsitzenden (Diplom- und Bachelorstudiengänge Wirtschaftsingenieurwesen)
bereits langjährig und kann dabei auf
vielfältig gesammelte Erfahrungswerte zurückgreifen. Unterstützung findet
er dabei auch von Prüfungsamt und
Justiziar, die mit ihm in den entsprechenden Themenbereichen gerne zusammenarbeiten.
30 | Leitfaden Prüfungsamt
Jeder Studiengang an der Technischen
Hochschule Mittelhessen verfügt über einen
Prüfungsausschuss, dessen Zusammensetzung und Aufgaben in den Allgemeinen
Bestimmungen für Bachelor- und Masterprüfungsordnungen der THM (§§ 15, 15a
und 15b AB) festgelegt sind.
Danach gehören neben drei professoralen
Mitgliedern auch zwei studierende Mitglieder in jeden Prüfungsausschuss. Für jedes
dieser Mitglieder ist zusätzlich eine persönliche Stellvertreterin oder ein persönlicher Stellvertreter vom Fachbereichsrat
zu wählen. Dies ist wichtig für den Fall,
dass in einer Sitzung des Prüfungsausschusses ein Mitglied verhindert ist und bei
Abstimmungen über anstehende Entscheidungen die Stimme des verhinderten Mitglieds nicht verloren gehen soll. Das stellvertretende Mitglied hat dann im Sinne des
Mitglieds, dem es persönlich zugeordnet
ist, zu entscheiden. Zudem ist im Verhinderungsfall von Mitgliedern durch den Einsatz von persönlichen Stellvertretern die
Beschlussfähigkeit des Prüfungsausschusses
sichergestellt. Durch den Überhang an
professoralen Stimmen sieht es zunächst
so aus, als hätten die Studierendenvertreter im Prüfungsausschuss keine Macht.
Es ist aber keineswegs so, dass die Studierenden und professoralen Mitglieder stets
gegensätzlicher Meinung sind oder die
Stimmen der studierenden Mitglieder kein
Gewicht hätten. Jede Entscheidung im Prüfungsausschuss wird durch eine, je nach
Sachlage mehr oder weniger, intensive
Diskussion herbeigeführt. Dabei haben die
studierenden Mitglieder die Gelegenheit,
durch ihre Beiträge und Anregungen die
Meinungsbildung erheblich in ihrem Sinne
zu beeinflussen. Nicht selten nehmen die
professoralen Mitglieder die Anregungen
der Studierenden dankbar auf. Häufig kommen von den Studierenden entscheidende
Einwände, die schließlich zu studierendenfreundlicheren Entscheidungen führen.
Zudem ist es Ziel der Diskussion, eine Ent-
scheidung auf der Grundlage eines breiten
Konsenses zu treffen. Nur selten kommt
es daher nach ausgiebiger Diskussion zu
Kampfabstimmungen.
Die studierenden Mitglieder werden zu Beginn ihrer jeweils einjährigen Mitgliedschaft bei ihrer ersten Teilnahme an einer
Sitzung des Prüfungsausschusses vorgestellt und darüber belehrt, welchen Restriktionen ihre Arbeit im Prüfungsausschuss
unterliegt. So dürfen keinerlei Informationen aus den Diskussionen und keine Entscheidungen des Prüfungsausschusses in
die Öffentlichkeit gelangen. Getroffene
Entscheidungen werden den betroffenen
Akteuren in persönlich an sie gerichtete
Schreiben mitgeteilt.
Insbesondere im Interesse der studierenden Mitglieder des Prüfungsausschusses
sollte die Anzahl der Sitzungen sich in
Grenzen halten. So hat es sich in den Prüfungsausschüssen des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen als praktikabel erwiesen, die als Tagesgeschäft zu bezeichnenden Aufgaben des Prüfungsausschusses dem Vorsitzenden zur direkten
Erledigung zu übertragen. In den Sitzungen
des Prüfungsausschusses werden dann
hauptsächlich die Anträge von Studierenden verhandelt. Dies geschieht in der Regel
einmal in jedem Semester. Lässt eine gemeinsam zu treffende Entscheidung keinen
Aufschub zu, so werden die Mitglieder von
der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses schriftlich über den vorliegenden Antrag in Kenntnis gesetzt und um
ihr schriftliches Votum gebeten. Auch kann
in Ausnahmefällen eine außerordentliche
Sitzung des Prüfungsausschusses einberufen werden.
In vielen Fällen lassen sich die Fragen, die
Studierende an den Prüfungsausschuss
richten, unter Hinweis auf die Bestimmungen der Prüfungsordnung direkt beantworten. Im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen übernimmt das der Vorsit-
Akkreditierung
Foto: © AmmentorpDK/iStock
zende des Prüfungsausschusses. Die anderen Mitglieder des Prüfungsausschusses
sind in einem solchen „einfachen Fall“ nicht
involviert. Anders verhält es sich jedoch
bei Anträgen mit komplizierteren Inhalten,
die oft auch von sehr persönlicher Natur
sein können. Über derartige Anträge kann
nicht durch einfache Anwendung der Prüfungsordnung entschieden werden. Häufig
bedarf es einer eingehenden Diskussion
des Problems, was schlussendlich auch zu
individuellen Lösungen und Entscheidungen
führt. Genau für diese Fälle, die durch die
bloße Anwendung der Prüfungsordnung
nicht mehr fair und befriedigend gelöst
werden könnten, ist der Prüfungsausschuss
da.
Manchmal ist es nicht leicht, Studierende
zur Mitarbeit in den Prüfungsausschüssen
zu motivieren. Viel Arbeit ist damit für die
Studierenden nicht verbunden. Das Tagesgeschäft wird in der Regel von der oder
dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses
übernommen. Lediglich zu den Sitzungen
sollten die studierenden Mitglieder anwesend sein. Auch sollten sie die Anträge lesen, die auf schriftlichem Wege vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses an sie
herangetragen werden, und ihr schriftliches Votum abgeben. Des Weiteren sollten
sie für ihre Kommilitonen außerhalb des
Prüfungsausschusses ansprechbar sein,
um ihre Interessen im Prüfungsausschuss
vertreten zu können.“
(Stand 2. März 2014)
Angaben zum Autor
Prof. Dr. Knut Thielen (WI)
Studiendekan
Campus Friedberg
knut.thielen@wi.thm.de
www.wi.thm.de/
Leitfaden Prüfungsamt | 31
Foto: © monkeybusinessimages/iStock
32 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Aufgaben des
Prüfungsausschusses
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 33
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
4. Teil – Aufgaben des Prüfungsausschusses
Eine primäre Aufgabe aller Prüfungsausschüsse der THM ist es unter anderem,
darauf zu achten, dass die Allgemeinen
Bestimmungen für Bachelor- und Masterprüfungsordnungen der THM sowie
die Fachspezifischen Bestimmungen des
jeweiligen Studiengangs der THM ein-
gehalten werden und für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen zu
sorgen. In § 15a AB sind die Aufgaben
der Prüfungsausschüsse an der THM geregelt, d. h. insbesondere trägt der Prüfungsausschuss die Verantwortung für
folgende Aufgaben (vgl. § 15a AB Seite 69):
A. Verantwortung der Einhaltung der Prüfungsordnungen
und des Prüfungsverfahrens
In der Praxis bedeutet die „Überwachung“ der Einhaltung der Prüfungsordnung und des Prüfungsverfahrens, dass
der Prüfungsausschuss bzw. seine Vorsitzende oder sein Vorsitzender die erste
Anlaufstelle im Fachbereich für alle Probleme im Zusammenhang mit Prüfungen
sowohl für Studierende als auch Lehrende
ist.
Im Workshop „Prüfungsausschüsse/Prüfungsamt“ hatte sich daher schnell eine
Arbeitsgruppe gefunden, die sich zu dieser
Thematik austauschte und Klassiker wie
Überschreitungen des Bewertungs-
zeitraums von Prüfungsleistungen,
Überschreitungen des Bearbeitungs-
zeitraums von Prüfungsleistungen,
E xterne Referentinnen und Referenten,
Bestellung der Prüfer bzw. Prüferinnen
sowie die Festlegung der Prüfungs-
termine
A. Verantwortung der Einhaltung der
Prüfungsordnungen und des Prüfungsverfahrens,
B. Bestellung der Prüferinnen und
Prüfer sowie der Beisitzerinnen
und Beisitzer,
C. Festsetzung von Prüfungsterminen
und Meldefristen,
D. Zulassungen zu Modulen und Leistungen,
E. Entscheidung über alternative Prüfungsformen – Nachteilsausgleich,
F. Entscheidung über Versäumnis und
Rücktritt,
E ntscheidung über Täuschung,
G. Störung und Ordnungsverstoß,
H. Entscheidung über Bestehen und
Nichtbestehen von Prüfungen,
Entscheidung zu Wiederholungen
I. von Prüfungen und Anrechnung von
Fehlversuchen und
J. Anrechnung von Modulen, Leistungen
und Praxisphase.
diskutierte und versuchte, Lösungen zuzuführen.
Foto: © Marco Gisse, AG „Einhaltung/Umsetzung PO“ v.l.: Prof. Dr. Harald Weigand (KMUB), Nico Stum (HZW), Julia Barger (ZDH), Prof. Dr. Knut Thielen (WI),
Marco Gisse (J, nicht mit auf dem Bild))
34 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Gastbeitrag
aus diesem Grund häufiger Anlass für berechtigte Beschwerden der Studierenden.
Die Prüfungsordnung sieht einen Zeitraum
von 5 Wochen vor, bis zu dem die Ergebnisse vorliegen sollen.
Kritisch ist hier der unbestimmte Rechtsbegriff „soll“. Aus diesem ist eine Regelmäßigkeit der Forderung abzuleiten, dass
die Korrektur innerhalb von 5 Wochen erfolgt. Jedoch gibt die Prüfungsordnung
Foto: © Marco Gisse, Prof. Dr. Harald Weigand (KMUB)
Prof. Dr. Harald Weigand (KMUB), aktuell Prüfungsausschussvorsitzender
der Bachelorstudiengänge KMUB am
Campus Gießen, hat das Diskussionsergebnis seiner AG in einem Gastbeitrag für Interessierte zusammengefasst.
Verletzungen der in der Prüfungsordnung
festgelegten Regularien können Anlass für
Widersprüche und Anfechtungen seitens
der Studierenden sein. Auch unter dieser
Maßgabe zählt die Durchsetzung der Prüfungsordnung zu den zentralen Aufgaben
des Prüfungsausschusses. Die AG befasste
sich unter anderem mit folgenden Themen:
Ü berschreitung des Bewertungszeit-
raums von Prüfungsleistungen
B eurteilung der Eignung von (externen)
Prüfern
Festlegung von Prüfungsterminen
B estellung von Prüfern und Prüfungskommissionen
Überschreitung des Bewertungszeitraums von Prüfungsleistungen
Eine Überschreitung des Bewertungszeitraums von Prüfungsleistungen kann sich
studienzeitverlängernd auswirken und ist
§ 8 KLAUSUREN UND SONSTIGE
SCHRIFTLICHE ARBEITEN, BEWERTUNGSFRIST, ALLGEMEINE
BESTIMMUNGEN FÜR BACHELORPRÜFUNGSORDNUNGEN
keine Hinweise zu Konsequenzen der
Nichterfüllung dieser Forderung.
Gegeneinander abzuwägen sind hier der
Anspruch der Studierenden und die Umstände der konkreten Prüfung (Teilnehmerzahl, Umfang und Komplexität) sowie
deren Auswirkungen auf den Korrekturzeitraum. Für den Fall, dass die Korrektur
von Klausuren tatsächlich verschleppt wird,
bleibt letztlich zur Durchsetzung der Prüfungsordnung nur die Rüge durch die Dekanin oder den Dekan unter Rückgriff auf
ihre oder seine Weisungsbefugnis. Bei
Lehrbeauftragten erscheint es erwägenswert, die Einhaltung des Bewertungszeitraums in ein System zur Qualitätssicherung einzubeziehen und diese gegebenen
falls zu einem Kriterium für die Erteilung
von Folgeaufträgen zu machen.
(1)Gruppenarbeiten sind bei Klausuren nicht zulässig.
(2)In der Modulbeschreibung ist festzulegen, wenn eine Klausur ausnahmsweise in Form eines Multiple-Choice-Verfahrens stattfinden
soll.
(3)D ie Dauer einer Klausur orientiert sich am Umfang des Moduls.
Sie darf 120 Minuten nicht überschreiten.
(4)
D as Bewertungsverfahren der
Klausuren und sonstiger schriftlichen Arbeiten darf 5 Wochen
nicht überschreiten, um sicherzustellen, dass den Studierenden
keine Nachteile entstehen. Fristüberschreitungen in Ausnahmefällen sind frühzeitig mit dem
Prüfungsausschuss abzustimmen.
Die Zuständigkeiten des Dekanats
und Präsidiums nach den Vorschriften des HHG bleiben unberührt.
AMB (39/2014)
Überschreitungen des Bearbeitungszeitraums von Prüfungsleistungen
Spiegelbildlich zur Überschreitung des
Bewertungszeitraums ist die Frage, wie
Überschreitungen des Bearbeitungszeitraums von Prüfungsleistungen vermieden
werden können. Hier sollte seitens der Dozentinnen und Dozenten auf eine eindeutige
Fristsetzung sowie auf die Kenntlichmachung des Ausgabetermins (z. B. bei Hausarbeiten) geachtet werden.
Externe Referentinnen und Referenten
Sind externe Referenten und Referentinnen an der Bewertung von Prüfungsleistungen beteiligt (z. B. bei Abschlussarbeiten,
deren praktischer Teil außerhalb der Hochschule stattfindet), müssen diese mindestens
über die festzustellende fachliche Qualifikation verfügen. Dies bedeutet konkret,
dass sie mindestens den in der Prüfung zu
verleihenden akademischen Grad besitzen
müssen und dass sie auf einem den Prüfungsinhalten entsprechenden Fachgebiet
tätig sind. Die Feststellung der Qualifikation obliegt dem Prüfungsausschuss im
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 35
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Rahmen der Bestellung der Prüfer und
Prüferinnen.
Gemäß Prüfungsordnung sind ausschließlich Hochschulangehörige bzw. Lehrbeauftragte prüfungsberechtigt. Bei externen
Referenten und Referentinnen wird dies
teilweise auf die Weise sichergestellt, dass
für den Prüfungszeitraum (Kolloquium zur
Abschlussarbeit) ein nicht vergüteter Lehrauftrag erteilt wird. Dieses Vorgehen wurde
im Plenum kontrovers diskutiert. Dabei
stellte sich die Frage, ob die genannte Form
des Lehrauftrags tatsächlich der Forderung der Prüfungsordnung entspricht, dass
die Prüfenden in der Hochschullehre tätig
sein müssen. Dies erscheint dann gegeben,
wenn die externen Referentinnen oder
Referenten gleichzeitig die Betreuerin oder
der Betreuer der Abschlussarbeit im Unternehmen sind. Hintergrund ist, dass die
Abschlussarbeit Bestandteil der Ausbildung
ist und somit die Betreuung im Unternehmen
als Lehrtätigkeit aufgefasst werden könnte.
Bestellung der Prüfer bzw. Prüferinnen
und die Festlegung der Prüfungstermine
Die Bestellung der Prüfer bzw. Prüferinnen und die Festlegung der Prüfungstermine erscheinen in Praxis als weitgehend
unproblematisch. Bei schriftlichen Prüfungen erfolgt dies regelmäßig über die Dekanate im Rahmen der Erstellung des
Prüfungsplans. Bei mündlichen Abschlussprüfungen ist eine formulargebundene
Ablauflenkung etabliert (Anmeldung der
Abschlussarbeit und Vorschlag des Referats/
Co-Referats). Möglicherweise kritisch ist
hingegen die Festsetzung mündlicher Prüfungen.
Sieht zum Beispiel die Prüfungsordnung vor,
dass der letzte Prüfungsversuch auf Antrag des oder der Studierenden als mündliche Prüfung erfolgen kann, muss eine entsprechende Ablauflenkung etabliert werden.
Dabei ist insbesondere sicherzustellen,
dass es sich tatsächlich um den letzten
36 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
§ 16 PRÜFERINNEN UND PRÜFER, BEISITZERINNEN UND BEISITZER,
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR BACHELORPRÜFUNGSORDNUNGEN
(1)Für die Prüfungsberechtigung gilt § 18 Abs. 2 HHG. Danach sind zur Abnahme
von Prüfungen Mitglieder der Professorengruppe, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit der selbstständigen Wahrnehmung von
Lehraufgaben beauftragt worden sind, sowie Lehrbeauftragte und Lehrkräfte
für besondere Aufgaben befugt. Prüfungsleistungen dürfen nur von Personen bewertet werden, die selbst mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen. Satz 3 gilt auch für
Beisitzerinnen und Beisitzer.
(2)Sind an der Abnahme einer Leistung mehr als eine Prüferin oder ein Prüfer beteiligt,
bildet der Prüfungsausschuss eine Prüfungskommission, die aus der den Einzelleistungen entsprechenden Anzahl von Prüferinnen und Prüfern besteht (Kollegialprüfung). Die Prüfungskommissionen bestehen bei mündlichen Leistungen entweder
aus zwei Prüferinnen und Prüfern oder aus einer Prüferin oder einem Prüfer und
mindestens einer sachkundigen Beisitzerin oder einem sachkundigen Beisitzer.
(3)Die Kandidatin oder der Kandidat kann für die Prüfungen, die Bachelorarbeit
und das Kolloquium Prüferinnen und Prüfer vorschlagen; ein Rechtsanspruch
auf Bestellung besteht jedoch nicht.
(4)Die Namen der Prüferinnen oder Prüfer bzw. die Zusammensetzung der Prüfungskommissionen sollen den Kandidatinnen und Kandidaten rechtzeitig,
spätestens 10 Kalendertage vor den Prüfungsterminen, bekannt gegeben werden.
(5)Prüferinnen und Prüfer sowie Beisitzerinnen und Beisitzer sind zur Verschwiegenheit über die Kenntnisse verpflichtet, die sie aufgrund ihrer Tätigkeit erlangen.
AMB (39/2014)
Prüfungsversuch handelt. Wird dem oder
der Studierenden ein Vorschlagsrecht für
den Prüfer oder die Prüferin eingeräumt, so
muss der Prüfungsausschuss die konkrete
Bestellung vornehmen. (Stand 17. März 2014)
Foto: © Marco Gisse
Angaben zum Autor
Prof. Dr. Harald Weigand (KMUB)
Prüfungsausschussvorsitzender BA KMUB
Campus Gießen
harald.weigand@thm.kmub.de
Exkurs – Maßnahmen zur Einhaltung der Bewertungsfrist
Gemäß § 8 Abs. 4 in der Fassung der
4. Änderung (AMB 48/2013) der Allgemeinen Bestimmungen für Bachelorprüfungsordnungen der THM war vorgegeben, dass das Bewertungsverfahren
der Klausuren und sonstiger schriftlicher Arbeiten 5 Wochen nicht überschreiten soll. Das war die Theorie.
In der Praxis häuften sich sowohl beim
zentralen Prüfungsamt als auch bei einigen Prüfungsausschussvorsitzenden die
Beschwerden seitens einiger Studierender über deutliche Überschreitungen der
vorgegeben Frist. Verzögerungen des
Studiums einzelner Studierender waren
eine Folge.
Wie diese deutlichen Fristüberschreitungen seitens des Fachbereichs vermieden bzw. eingegrenzt werden könnten,
wurde im o. a. Workshop ausführlich diskutiert. Aber auch die „Gemeinsame
Kommission zur Beratung von prüfungsund studienrelevanten Satzungen“ befasste sich ausführlich mit dieser Thematik.
Als Ergebnis dieser Diskussionen wurde
dann vom 7. Senat der THM in seiner 11.
Sitzung am 2. Juli 2014 beschlossen,
dass ab dem 1. September 2014 Überschreitungen der 5 Wochen Bewertungsfrist nur in Ausnahmefällen vorkommen
dürfen, die seitens der Prüferin oder des
Prüfers mit dem Prüfungsausschuss
frühzeitig abzustimmen sind. Die Zuständigkeiten des Dekanats und Präsidiums nach den Vorschriften des HHG
bleiben dabei unberührt (vgl. hierzu § 8
Abs. 4 AB).
Gastbeitrag
Foto: © celebi Fotoservice, Prof. Dr. Harald Platen
(ZQE, KMUB)
Prof. Dr. Harald Platen (ZQE, KMUB)
hatte sich im o. a. Workshop bereit erklärt, in seiner Funktion als Direktor
des Zentrums für Qualitätsentwicklung
(ZQE) seine Gedanken zum Thema für
unsere Broschüre zusammenzufassen.
Er nimmt dabei noch Bezug auf die bisher geltende Vorschrift des o. a. § 8 Abs.
4 der Allgemeinen Bestimmungen (AMB
48/2013).
Zum geordneten Ablauf des Prüfungsverfahrens bei schriftlichen Prüfungen gehört, dass Prüfungsergebnisse 5 Wochen
nach Ablauf der eigentlichen Prüfung vorliegen „sollen“ (§ 8 Absatz 4 der „Allgemeinen
Bestimmungen“ der THM): „Das Bewertungsverfahren der Klausuren und sonstigen
schriftlichen Arbeiten soll 5 Wochen nicht
überschreiten.“ Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die am Prüfungsgeschehen beteiligten Akteure? Zuerst einmal muss man feststellen, dass das „soll“
im Prüfungsordnungstext als eine sehr
„weiche Formulierung“ erscheint. Gelegentlich hört man als verwaltungsrechtlicher Laie (und das sind die Prüfungsausschussmitglieder in aller Regel), dass ein
„soll“ in juristischem Sinne einem „muss“
entspräche. Welche Bedeutung haben
diese Sichtweisen für die praktische Arbeit?
Nun, wollten wir wirklich wissen, wie ein
Verwaltungsgericht letztendlich die Formulierung in unseren „Allgemeinen Bestimmungen“ bewerten würde, müsste tatsächlich einmal ein Student gegen eine
entsprechende Verzögerung des Bewertungsverfahrens Klage erheben. Da es sich
aber um ein laufendes Prüfungsverfahren
handelt, ist in einem ersten „Beschwerdeschritt“ zuerst einmal das Prüfungsamt
Ansprechpartner für betroffene Studierende; dies ergibt sich aus § 26 der „Allgemeinen Bestimmungenen“ der THM: „Widersprüche gegen das Prüfungsverfahren
und gegen Prüfungsentscheidungen sind,
sofern eine Rechtsbehelfsbelehrung erteilt
wurde, innerhalb eines Monats, sonst innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe bei
der Präsidentin oder beim Präsidenten der
Technischen Hochschule Mittelhessen (Prüfungsamt) zu erheben und schriftlich zu
begründen.“
Was heißt das im Konkreten? Da sich der
Student mitten im Prüfungsverfahren befindet, das nicht mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen ist, hat er unmittelbar
nach Ablauf der 5 Wochen das Recht, Widerspruch gegen das Prüfungsverfahren
beim Prüfungsamt einzulegen (im Übrigen:
sollte die Bewertungszeit nach Prüfungsende länger als 1 Jahr und 5 Wochen
dauern, wäre das Widerspruchsrecht verjährt, wenn der oder die Studierende nicht
vorher Widerspruch einlegt). Würde nun
ein Prüfling tatsächlich Widerspruch einlegen, müsste sich das Prüfungsamt zuerst
einmal mit der „Soll-Bestimmung“ auseinandersetzen. Egal nun, wie streng das Prüfungsamt diese auslegt – nehmen wir einmal
an, dass es dem Prüfling Recht gibt und
das Prüfungsverfahren als prüfungsrechtswidrig einstuft – welche Konsequenzen
würden sich daraus ergeben?
Für den Prüfer oder die Prüferin zuerst
einmal gar keine, ganz einfach, weil in der
Allgemeinen Bestimmungen keinerlei
Sanktionen gegen Prüferinnen und Prüfer
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 37
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
festgelegt sind (anders ist dies bei Sanktionen bei Verfehlungen von Prüflingen!).
Was könnte sich aus dem Bescheid des
Prüfungsamtes sonst noch ergeben? Nun,
wenn per Bescheid festgestellt wurde,
dass dem Prüfling „Unrecht“ widerfahren
ist oder andauernd widerfährt, dann könnte
man sich überlegen, ob dadurch andere
prüfungsrechtliche Regelungen unwirksam werden: zum Beispiel, wenn für die
Teilnahme an einem Modul die betreffende
Prüfung als Zugangsvoraussetzung benötigt wird, diese aber ohne Verschulden des
Prüflings nicht nachgewiesen werden
kann!
Muss der Student bzw. die Studentin dann
zur Teilnahme zugelassen werden, obwohl
die „Eintrittskarte“ fehlt? Nun, auch dafür
gibt es keine Regelung in den „Allgemeinen Bestimmungen“ und hier müsste das
Verfahren dann so sein, dass der Prüfling
nun, den Widerspruchsbescheid in der
Hand, beim zuständigen Prüfungsausschuss die Zulassung zum „teilnahmebeschränkten Modul“ beantragt (gemäß § 15
Absatz 2 Satz 3 ist hierzu nun wieder der
Prüfungsausschuss zuständig und nicht
das Prüfungsamt). Wie dieser dann entscheidet, könnte von Studiengang zu Studiengang verschieden sein, denn in den „Allgemeinen Bestimmungen“ steht dazu
nichts. Würde der Prüfling nicht zugelassen
werden, dann stünde ihm wieder der Widerspruchsweg an das Prüfungsamt offen
und erst dann ggf. der Weg zum Verwaltungsgericht.
Es gibt aber noch andere denkbare Wege,
die ein Prüfling einschlagen könnte, wenn
er sich durch die Nichteinhaltung der Fünfwochenfrist des Bewertungsverfahrens
ungerecht behandelt fühlt. Diese seien hier
der Vollständigkeit halber erwähnt, doch
soll vorab darauf hingewiesen werden,
dass es sich nicht um prüfungsrechtliche
Verfahren handelt, sondern um dienstrechtliche und zivilrechtliche Wege.
38 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Foto: © deepblue4you/iStock
(1) Gemäß § 61 Absatz 1 Satz 7 des hessischen Hochschulgesetzes ist es Dienstaufgabe der Professorinnen und Professoren
„an Prüfungen mitzuwirken“. Wenn man
nun die „Nichteinhaltung des Bewertungszeitraums“ als Nichterfüllung einer Dienstaufgabe interpretiert, wäre der zu gehende
Weg, sein Recht für sich als Prüfling einzufordern, eine Dienstaufsichtsbeschwerde.
Zu diesem Weg könnte sogar der Dekan
oder die Dekanin eines Fachbereichs ab einer
gewissen Eskalationsstufe gezwungen
sein, da es diesem Amt obliegt, auch für die
ordnungsgemäße Erfüllung der Prüfungspflicht der Prüferinnen und Prüfer Sorge zu
tragen (§ 68 Absatz 5 des HHG). In wieweit
entsprechende Amtsträger hier Ermessensspielräume haben ist eine Frage der
entsprechenden Führungskompetenz und
sei hier nicht weiter diskutiert.
(2) Als weiterer Weg, den ein Prüfling gehen könnte, wenn er glaubt nachweisen zu
können, dass er durch ein verzögertes Bewertungsverfahren einen finanziellen Schaden davon getragen hat (z. B. wenn er bereits eine Stellenzusage „in der Tasche
hatte“, die Stellenzusage dann aber verliert, weil das Abschlusszeugnis aufgrund
der nicht vorliegenden Bewertung nicht
ausgestellt werden kann), wäre der einer
zivilrechtlichen Schadensersatzklage. Ob
der betroffene Prüfling dann die Hoch-
schule verklagen würde oder den Prüfer
bzw. die Prüferin persönlich, soll an dieser
Stelle nicht diskutiert werden. Da findige
Rechtsanwälte aber sicher auch diesen
Weg für einen Mandanten einmal einschlagen könnten, sei diese Möglichkeit an dieser
Stelle einmal erwähnt.
Inwieweit die beiden letztgenannten Wege
eine gewisse praktische Bedeutung haben,
soll nicht Gegenstand dieses Beitrags sein.
Da diese aber in „Zwischen-Tür-und-Angel“Gesprächen immer mal wieder thematisiert werden, seien sie der Vollständigkeit
halber hier aufgenommen, wohlwissend,
dass man sich hier nicht mehr auf „prüfungsrechtlichem Gebiet“ befindet.
Auch wenn sich der Beitrag noch auf die Vorgängerversion der nun ab September 2014
geltenden „Allgemeinen Bestimmungen“
bezieht, verliert der Beitrag nicht grundsätzlich an Aktualität. In Fällen der o. a.
Fristüberschreitung sollte man sich zur
Sachverhaltsklärung an das zentrale Prüfungsamt wenden.
(Stand 05.März.2014)
Angaben zum Autor
Prof. Dr. Harald Platen
Direktorium des ZQE
harald.platen@zqe.thm.de
Exkurs – Anregungen zur Reform der Allgemeinen Bestimmungen
Foto: © Marco Gisse, AG „Anregungen zur Reform des § 15 AB (AMB 48/2013)“ v.l.: Prof. Dr. Kristof Obermann (EI), Bettina Dörr (SPS), Prof. Dr. Thorsten Beck (ME),
Prof. Dr. Harald Platen (ZQE, KMUB))
Ebenfalls von der Verantwortung der
Einhaltung einer Prüfungsordnung umfasst ist die ständige Anpassung und
Aktualisierung der entsprechenden
Rechtsvorschriften der Allgemeinen Bestimmungen der THM. Auch zu dieser
Thematik hatten sich schnell Interessierte gefunden, die gemeinsam die
bestehende Vorschrift diskutierten und
Änderungsvorschläge erarbeiteten.
Die o. a. Senatskommission zur Beratung
von Prüfungsordnungen hatte die Anregungen der Arbeitsgruppe aufgegriffen
und unter Berücksichtigung weiterer
Vorschläge den § 15 der bisher geltenden Allgemeinen Bestimmungen für
Bachelorprüfungsordnungen der THM
(AMB 48/2013) grundlegend reformiert.
Die am 2. Juli 2014 vom Senat beschlossenen Neuregelungen der §§ 15, 15 a
und b sind auf den Seiten 17, 69, 26 dargestellt und am 1. September 2014 in
Kraft getreten.
Gastbeitrag
Bestellung der Prüferinnen u. Prüfer und
Prof. Dr. Kristof Obermann ist aktuell
Dekan des Fachbereichs EI am Campus
Gießen und Prüfungsausschussvorsitzender der Diplom- und Bachelorstudiengänge des Fachbereichs EI sowie
des Masterstudiengangs Elektro- und
Informationstechnik der Fachbereiche
EI und IEM. Er hat für seine AG die
Ergebnisse für uns dargestellt.
Bekanntgabe der Prüfungstermine
der Bestimmung
Im Rahmen des Workshops der Prüfungsausschuss-Vorsitzenden am 25.11.2013 hat
sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema
„PO Reform Prüfungsausschüsse“ beschäftigt.
Überwachung der Einhaltung und Anre-
gungen zur Reform der Prüfungsordnung.
Die AG „PO Reform Prüfungsausschüsse“
regte an, die o. a. Vorschläge bei der Überarbeitung der Rahmen-Prüfungsordnung
der Technischen Hochschule Mittelhessen
zu berücksichtigen. Des Weiteren wurde
vorgeschlagen, der Übersicht halber die Aufgaben der verschiedenen Gremien (Prüfungsamt, Prüfungsausschuss, Dekanat,
etc.) jeweils in separaten Paragraphen zu
definieren.
(Stand 18. Januar 2014)
Angaben zum Autor
Neben einer redaktionellen Überarbeitung
wurden konkret folgende Änderungen des
bestehenden § 15 „Prüfungsausschuss, Prüfungsamt“ der Rahmenprüfungsordnung
der Technischen Hochschule Mittelhessen
vorgeschlagen:
Prof. Dr. Kristof Obermann
Dekan EI
kristof.obermann@thm.ei.de
Streichung der Zuständigkeit für die
Organisation und Durchführung der Prüfung (weil dafür das Dekanat verantwortlich ist)
Wegfall der Aufgaben: Bestellung der
Prüferinnen und Prüfer und der Bestimmung und Bekanntgabe der Prüfungstermine
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 39
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
B. Bestellung der Prüferinnen und Prüfer sowie der Beisitzerinnen und Beisitzer
Nur Personen, die dazu berechtigt sind,
dürfen Hochschulprüfungen abnehmen.
Die sogenannte Prüfungsberechtigung
ist im Hessischen Hochschulgesetz festgelegt (§ 18 Abs. 2). Danach sind zur Abnahme von Prüfungen
mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen.
Im Zweifelsfall ist es Aufgabe des Prüfungsausschusses zu entscheiden, ob
diese Voraussetzungen erfüllt sind.
Mitglieder der Professorengruppe,
wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die mit der selbstständigen
Wahrnehmung von Lehraufgaben beauftragt worden sind, sowie
Lehrbeauftragte und Lehrkräfte für besondere Aufgaben
befugt.
Prüfungsleistungen dürfen außerdem nur
von Personen bewertet werden, die selbst
Manche Prüfungen sind von mehreren
Prüferinnen oder Prüfern durchzuführen, beispielsweise die mündlichen Prüfungen. Hier muss der Prüfungsausschuss
eine Prüfungskommission bilden, die
entweder aus zwei Prüferinnen oder
Prüfern besteht, die die Prüfung als Kollegialprüfung durchführen oder aus
einer Prüferin oder einem Prüfer sowie
einer sachkundigen Beisitzerin oder einem
sachkundigen Beisitzer. Auch Beisitzerin
oder Beisitzer müssen selbst mindestens
die durch die Prüfung festzustellende
oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen. Im Unterschied zur zweiten Prüferin oder zum zweiten Prüfer sind sie jedoch nicht aktiv am Prüfungsgeschehen
beteiligt. In den Allgemeinen Bestimmungen ist festgelegt, in welchen Fällen
zwingend das Zweiprüferprinzip gilt.
Die Prüflinge können Prüferinnen und
Prüfer für Prüfungen vorschlagen. Sie
haben jedoch keinen Anspruch darauf,
dass die Vorgeschlagenen auch bestellt
werden. Der Prüfungsausschuss ist also
an den Vorschlag nicht gebunden.
Die Prüflinge sollen jeweils rechtzeitig,
spätestens 10 Kalendertage vor dem
Prüfungstermin, darüber informiert
werden, wer Prüferin oder Prüfer ist
bzw. wie sich die Prüfungskommission
zusammensetzt.
Am Ende ihres Studiums haben alle Studierenden eine Abschlussarbeit zu erbringen, entweder die Bachelor- oder
die Masterarbeit. Dafür benötigen sie
eine Betreuerin oder einen Betreuer, die
oder der das Arbeitsthema ausgibt. Betreuerinnen oder Betreuer müssen nach
HHG prüfungsberechtigt sein (s. oben).
Der Prüfungsausschuss entscheidet,
wer Betreuerin oder Betreuer der Abschlussarbeit ist. In Ausnahmefällen
kann der Prüfungsausschuss übrigens
auch Personen mit der Betreuung der
Abschlussarbeit beauftragen, die die
Voraussetzungen für die Übernahme eines
Lehrauftrags in einem für den jeweiligen
Studiengang relevanten Bereich erfüllen,
ihn aber gar nicht ausüben. Auch bei der
Abschlussarbeit haben die Prüflinge ein
Vorschlagsrecht hinsichtlich der Prüferinnen oder Prüfer, auf die Bestellung
der Vorgeschlagenen jedoch ebenfalls
keinen Rechtsanspruch.
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40 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Exkurs – Prüfungsberechtigung von Honorarprofessorinnen und Honorarprofessoren
Nicht zur Gruppe der Professorinnen und
Professoren im Sinne des § 61 HHG gehören
die Honorarprofessorinnen und Honorarprofessoren. Gemäß § 72 Abs. 2 HHG sind
sie berechtigt und verpflichtet an Hochschulen zu lehren, d. h. ihre Prüfungsberechtigung ist bei Vorliegen des § 18 Abs. 2
HHG und § 16 Abs. 1 HHG gegeben.
Sie können damit wie Lehrbeauftragte zu
Prüferinnen und Prüfern einer Bacheloroder Masterarbeit bestellt werden. Bei
der Bewertung der Bachelor- oder Masterarbeit muss jedoch einer der beiden
Prüfer Professorin oder Professor gemäß § 61 HHG sein.
§ 16 PRÜFERINNEN UND PRÜFER, BEISITZERINNEN UND BEISITZER,
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR BACHELORPRÜFUNGSORDNUNGEN
(1)Für die Prüfungsberechtigung gilt § 18 Abs. 2 HHG. Danach sind zur Abnahme
von Prüfungen Mitglieder der Professorengruppe, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit der selbstständigen Wahrnehmung von
Lehraufgaben beauftragt worden sind, sowie Lehrbeauftragte und Lehrkräfte
für besondere Aufgaben befugt. Prüfungsleistungen dürfen nur von Personen
bewertet werden, die selbst mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen. Satz 3 gilt auch für Beisitzerinnen und Beisitzer.
AMB (39/2014)
§ 18 ABGABE UND BEWERTUNG DER BACHELORARBEIT, KOLLOQUIUM,
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR BACHELORPRÜFUNGSORDNUNGEN
(2)Die Bachelorarbeit ist von zwei Prüferinnen oder Prüfern zu bewerten. Beide
Prüferinnen oder Prüfer müssen nach § 18 Abs. 2 HHG und § 16 Abs. 1 der
Allgemeinen Bestimmungen prüfungsberechtigt und eine Prüferin oder ein
Prüfer muss Professorin oder Professor sein. Der Prüfungsausschuss kann
in Ausnahmefällen auch eine Person zur Prüferin oder zum Prüfer einer
Bachelorarbeit bestellen, die die Voraussetzungen für die Übernahme eines
Lehrauftrags in einem für den Bachelorstudiengang relevanten Bereich
erfüllt. Die Bewertung der Bachelorarbeit erfolgt nach § 9 und wird aus dem
Durchschnitt der Bewertungen der beiden Prüferinnen oder Prüfer gebildet.
Weichen die Bewertungen der Prüferinnen oder Prüfer um mehr als dreißig
Prozentpunkte voneinander ab oder ist eine der Bewertungen „nicht ausreichend“, wird die Bachelorarbeit von einer weiteren Prüferin oder einem weiteren
Prüfer bewertet. Die Bewertung der Bachelorarbeit errechnet sich dann aus
dem Durchschnitt der drei Bewertungen. Sind zwei der drei Bewertungen
„nicht ausreichend“, gilt die Bachelorarbeit in jedem Fall als nicht bestanden.
AMB (39/2014)
Exkurs – Bearbeitungszeit der Bachelorarbeit
Gemäß § 17 Abs. 5 AB darf die Bearbeitungszeit der Bachelorarbeit an der THM
drei Monate nicht überschreiten. Viele
große namhafte Unternehmen setzen
jedoch eine sechsmonatige Bearbeitungszeit voraus.
In diesen Fällen ist seitens des Prüfungsausschusses zu entscheiden, ob hier ein
wichtiger Grund gemäß § 17 Abs. 5 AB
gegeben ist, der eine Verlängerung der
Bearbeitungszeit von drei Monaten
rechtfertigt. Es ist bei jeder bzw. jedem
Studierenden eine Einzelfallentscheidung
vorzunehmen.
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 41
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
C. Festsetzung von Prüfungsterminen und Meldefristen
Im Einvernehmen mit dem Dekanat
obliegt dem Prüfungsausschuss die
Verantwortung, Prüfungstermine und
Meldefristen festzusetzen.
liegt kurz vor Beginn der Vorlesungszeiten
des Folgesemesters. Während der Prüfungswochen finden regelmäßig die
schriftlichen Prüfungen der Hochschule
statt („Klausurwochen“).
sollen angemessen berücksichtigt werden.
Außerdem ist unbedingt zu beachten,
dass pro Semester für jede Modulprüfung mindestens eine Prüfungsmöglichkeit vorzusehen ist.
Festlegung von Prüfungsterminen
Grundsätzlich werden an der THM bestimmte Veranstaltungszeiten und Termine
semesterweise für die gesamte Hochschule festgelegt und in einem Semesterterminplan öffentlich bekannt gemacht. Diesem Terminplan sind unter
anderem auch hochschuleinheitliche
Prüfungswochen zu entnehmen. Üblicherweise liegen dabei zwei Prüfungswochen jeweils am Ende des Semesters
im Anschluss an die zyklischen Veranstaltungen. Eine weitere Prüfungswoche
Die detaillierte Klausurplanung, also die
Festlegung, welche Klausuren während
der Prüfungswochen wann durchgeführt
werden, ist einvernehmlich zu erledigende Aufgabe von Dekanat des Fachbereichs und Prüfungsausschuss des
Studiengangs.
Die Termine für mündliche Prüfungen
werden üblicherweise zwischen den
Studierenden und den Prüfenden direkt
vereinbart. Sie finden daher auch außerhalb der Prüfungswochen statt.
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42 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Dabei sind die Prüfungstermine nach den
Allgemeinen Bestimmungen der THM so
festzulegen, dass die Regelstudienzeit
eingehalten werden kann. Die Belange
von Studierenden mit Familienpflichten
Festsetzung von Meldezeiträumen
Nach § 4 Abs. 3 der Allgemeinen Bestimmungen ist die fristgerechte Prüfungsanmeldung Voraussetzung für die Teilnahme. Über die konkreten Meldezeiträume und das Meldeverfahren werden
D. Zulassung zu Modulen und Leistungen (§ 15a Abs. 1 Nr. 3 AB)
die Studierenden rechtzeitig zu Beginn
der Vorlesungszeiten eines jeden Semesters in geeigneter Weise informiert.
Die Prüfungsanmeldezeiträume werden
derzeit nicht hochschuleinheitlich gehandhabt.
Am Campus Friedberg sind bereits seit
dem Wintersemester 2011/2012 campuseinheitliche Anmeldefristen üblich. Sie
werden semesterweise festgelegt und veröffentlicht und es gibt stets einen längeren Anmeldezeitraum für Klausuren mit
Vorlesung und einen kürzeren Anmeldezeitraum für Klausuren ohne Vorlesung.
Am Campus Gießen konnte sich das
Modell mit den unterschiedlichen Anmeldefristen für Klausuren mit und
Klausuren ohne Vorlesung jedoch nicht
durchsetzen.
Eine hochschulweit einheitliche Festlegung von Anmeldezeiträumen war zuletzt auch Thema im Dekaneworkshop
am 23. April 2014. Ergebnis war, dass die
hochschulweite Vereinheitlichung der
Anmeldezeiträume zwar erstrebenswert
ist. Es bleibt jedoch zunächst am Campus
Friedberg bei den bisher üblichen beiden
Anmeldezeiträumen für Klausuren mit
und Klausuren ohne Vorlesung. Die
Gießener Dekane einigten sich darauf,
am Campus Gießen ab dem Wintersemester 2014/2015 ebenfalls eine einheitliche Anmeldefrist festzulegen, die in
jedem Semester drei Wochen vor Beginn
der ersten Prüfungswoche enden soll.
Die tagesgenaue Festlegung sowie die
Veröffentlichung muss auch hier semesterweise erfolgen.
Um zu Modulen bzw. zu deren Leistungen
zugelassen werden zu können, müssen
Studierende bestimmte Voraussetzungen
erfüllen.
Zunächst einmal ist es grundsätzliche
Zulassungsvoraussetzung für Modulleistungen, dass Studierende sich fristgerecht
dazu angemeldet haben. Nähere Ausführungen zur Festlegung der Meldefristen
finden Sie oben. Die Studierenden sind
dazu verpflichtet, die festgelegten und
bekannt gegebenen Anmeldefristen
zu beachten und das Anmeldeverfahren
einzuhalten. Erfolgt die Anmeldung verspätet, besteht kein Anspruch mehr
darauf, dass eine Anmeldung noch
berücksichtigt wird. Gleichwohl ist es
nicht verboten, wenn der Prüfungsausschuss in begründeten Fällen auch verspätete Anmeldungen noch berücksichtigt.
Zusätzlich zur Anmeldevoraussetzung
sind für viele Module in den fachspezifischen Bestimmungen inhaltliche Voraussetzungen für die Teilnahme am
Modul oder für die Zulassung zur Modulleistung festgelegt. Diese finden sich
stets in den Modulbeschreibungen, wo
sie verbindlich geregelt sind.
So kann es beispielsweise der Fall sein,
dass man zunächst an einem bestimmten Modul teilgenommen haben oder
dieses vielleicht sogar bereits bestanden
haben muss, um zu einem inhaltlich aufbauenden anderen Modul zugelassen
werden zu können (Siehe Tabelle Seite
44).
In einigen fachspezifischen Prüfungsbestimmungen (jeweils Teil II der Prüfungsordnung) finden sich zudem generell formulierte Zulassungsvoraussetzungen zu
Modulen höherer Semester. Auch diese
sind zu beachten:
Auszug aus der Prüfungsordnung
des Bachelorstudiengangs Allgemeine Elektrotechnik, Fachspezifische Bestimmungen § 3 (AMB
41/2014):
(8) A n den Prüfungen der Module ab
dem 4. Semester kann teilgenommen werden, wenn aus den
ersten drei Studiensemestern
höchstens Leistungen im Umfang von 20 CrP fehlen und das
Grundpraktikum gemäß § 4
nachgewiesen wurde. …
Es kann ebenso sein, dass eine Modulbeschreibung als Voraussetzung für die
Teilnahme an einer Modulprüfung vorsieht, dass zunächst bestimmte und
festgelegte Vorleistungen wie z. B. Hausarbeiten oder Laborübungen zu erbringen sind (Prüfungsvorleistungen) (Siehe
Tabelle Seite 44, 45).
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 43
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
CS2336 JAVA WEB-FRAMEWORK
Studiengang
Bachelor of Science Informatik
Modultitel
CS2336 Java Web-Framework
Dozentin oder Dozent
Süß, S.
Modulverantwortliche oder
Modulverantwortlicher
Dworschak, A.
Qualifikations- und Lernziele
Die Studierenden:
verstehen die Gründe für den Einsatz von Apache Wicket
kennen das grundlegende Konzept des komponentenbasierenden Web-Frameworks
Apache Wicket
kennen die wichtigsten Framework-Komponenten und deren Eigenschaften
wissen wie ein Domänenmodell in Java generiert und in Apache Wicket genutzt wird
wissen wie gängige Authentifizierungs- und Autorisierungs-Verfahren in einer WebAnwendung funktionieren
verstehen die Arbeitsweise von Wicket-Ajax-Komponenten
Lerninhalt
Grundlagen und Aufbau von Apache Wicket ab Version 6
HTTP-Request/-Response-Verarbeitung in Wicket
Arbeitsweise, Datenmodelle und Lebenszyklen von Wicket-Komponenten
Verarbeitung von Benutzerereignissen
Planung und Umsetzung eines Domänenmodells und die Generierung der Java-Artefakte
Zugriff auf Datenbank mit JPA
Authentifizierung und Autorisierung von Benutzern
Wicket-Ajax-Komponenten
Kurzbeschreibung
In diesem Modul werden die grundlegenden Eigenschaften und die Arbeitsweise des
komponentenbasierenden Web-Frameworks Apache Wicket (ab Version 6) vermittelt.
Verschiedene Themen aus diesem Framework werden in Vorträgen eingeführt und
anschließend anhand einer Beispielanwendung praktisch vertieft.
Modultyp
Wahlpflichtmodul
Moduldauer
1 Semester
Sprache
Deutsch
Lehrformen
Praktikum 2 SWS
Literatur
Wird nach Aktualität mit den Studierenden besprochen
Creditpoints/Arbeitsaufwand
3 CrP
Voraussetzungen
Teilnahme am Modul Java Platform, Enterprise Edition (JEE) Praktikum (CS2009) im
aktuellen oder in einem früheren Semester
Verwendbarkeit
Bachelor Informatik; Bachelor Technische Informatik; Bachelor Medieninformatik;
Bachelor Wirtschaftsinformatik; Bachelor Ingenieur-Informatik, Bachelor Bioinformatik,
Bachelor Medizinische Informatik
Voraussetzung für die Vergabe
von Creditpoints/zu erbringende
Leistungen
Klausur oder mündliche Prüfung (Art des Leistungsnachweises wird den Studierenden
rechtzeitig und in geeigneter Weise bekannt gegeben)
Bewertung, Note
Bewertung der Prüfungsleistung nach § 9 der Prüfungsordnung
Häufigkeit des Angebots
Einmal im Jahr
(BA Informatik (MNI)/AMB 21/2014)
44 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
II1001 DIGITALTECHNIK
Studiengang
Bachelor of Science Informatik
Modultitel
II1001 Digitaltechnik
Dozentin oder Dozent
Müller, B.
Modulverantwortliche oder
Modulverantwortlicher
Müller, B.
Qualifikations- und Lernziele
Die Studierenden verfügen über ein fundiertes, anwendungs-orientiertes Wissen über die
Realisierung und Funktionalität von Rechnerkomponenten und Peripheriebausteinen. Sie
beherrschen die Schaltalgebra, die Analyse und Synthese von Schaltnetzen und Schaltwerken. Sie können die behandelten Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung digitaler
Schaltungen kompetent einsetzen.
Lerninhalt
B
oolesche Algebra, Schaltalgebra: logische Grundoperationen, Gesetze und Funktionen der Schaltalgebra, Normal- und Minimalformen, Darstellung in Diagrammen,
algebraische und grafische Minimierungsverfahren und nach Quine-McCluskey;
Schaltnetze: Analyse und Synthese von Schaltnetzen, spezielle Schaltnetze (z. B.
Multiplexer, Decoder, ALUs usw.);
Schaltwerke: Analyse und Synthese von Schaltwerken, endliche Automaten als
Grundlage der Schaltwerke, Flipflops, Register, Zähler, Monoflops und Taktgeneratoren, mikroprogrammgesteuerte Schaltwerke;
Busschaltungen: Open Collector-, Open Drain- und Tristate-Technik, Bustreiber;
Programmierbare Logik: Grundlagen und Realisierungsmöglichkeiten von Schaltungen mit Festwertspeichern und PLDs
Modultyp
Wahlpflichtmodul
Moduldauer
1 Semester
Sprache
Deutsch
Lehrformen
Vorlesung 3 SWS; Übung 1 SWS
Literatur
K. Beuth: Digitaltechnik, Vogel Buchverlag
C. Siemers; A. Sikora: Taschenbuch Digitaltechnik, Hanser
P. Pernards: Digitaltechnik 1 und 2 Hüthig-Verlag
R. Katz: Contemporary Logic Design, Benjamin/Cummings
Creditpoints/Arbeitsaufwand
6 CrP; 180 Stunden, davon etwa 60 Stunden Präsenzzeit
Voraussetzungen
keine
Verwendbarkeit
Bachelor Informatik; Bachelor Technische Informatik; Bachelor Medieninformatik;
Bachelor Wirtschaftsinformatik; Bachelor Ingenieur-Informatik, Bachelor Bioinformatik,
Bachelor Medizinische Informatik
Voraussetzung für die Vergabe
von Creditpoints/zu erbringende
Leistungen
Prüfungsvorleistung: 4 anerkannte Hausübungen
Prüfungsleistung: Klausur
Bewertung, Note
Bewertung der Prüfungsleistung nach §9 der Prüfungsordnung
Häufigkeit des Angebots
jedes Semester
(BA Informatik (MNI)/AMB 21/2014)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 45
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Exkurs – Zulassungsproblematiken
Problematiken, die im Zusammenhang
mit Zulassungen zu Prüfungen und
Leistungen entstehen können, wurden
ebenfalls im o. a. Workshop diskutiert.
Gastbeitrag
Foto: © Marco Gisse, AG „Zulassung zu Prüfungen“ v.l.: Prof. Dr. Peter Hohmann (MNI), Prof. Dr. Dieter
Baums (IEM), Alexandra Kunert (PA), Johanna Bosnjak (FSZ), Prof. Dr. Fabian Tjon (SuK), Prof. Dr Ulrich Abel
(MND, fehlt auf dem Bild)
Foto: © Marco Gisse, Prof. Dr. Peter Hohmann (MNI)
Prof. Dr. Peter Hohmann (MNI), Prüfungsausschussvorsitzender der Bachelorund Masterstudiengänge Wirtschaftsinformatik am Campus Friedberg, hatte
die Zusammenfassung des Beitrags
seiner AG für unsere Broschüre übernommen.
Die Arbeitsgruppe „Zulassung zu Prüfungen“ hat sich mit unterschiedlichen
Themenbereichen der Prüfungszulassung
und Durchführung befasst. Es wurden folgende Punkte diskutiert:
Zulassungen zum BPP
Vorleistungen für Prüfungen
Ausnahme bei der Prüfungsanmeldung
Nachklausuren
Zulassung zum BPP
Die Zulassung zum BPP wird in der Prüfungsordnung geregelt. Eine Zulassung ist
dann möglich, wenn die geforderten CrP
aus den ersten vier Semestern vorliegen
46 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
und die in der Prüfungsordnung vorliegenden sonstigen Voraussetzungen wie Wahl
eines Praktikumsbetreuers aus der Hochschule, eine fachlich passende Praktikumsstelle und entsprechend geforderte
Seminar/Vorträge besucht wurden. Oft
wird angefragt, ob ein BPP begonnen werden kann, weil nur einige, wenige CrP zur
Mindestanzahl fehlen, der Studierende
allerdings eine attraktive Praktikumsstelle
gefunden hat und über alle sonstigen Voraussetzungen verfügt. Ein weiterer Punkt
ergibt sich aus möglichen Härtefällen, die
z. B. eine Verlängerung des Studiums bewirken. Hier sollte überlegt werden, ob
eine Zulassung im Einzelfall möglich ist.
Als weiterer Punkt wurde die Anerkennung
von Praktikumszeiten diskutiert. Anerkennungen sind grundsätzlich allerdings nur
möglich, wenn der Beginn des Praktikums
nachweislich nach der Erfüllung der formalen Voraussetzungen angetreten und
eine Mindestanzahl an Wochen in Vollzeit
erfüllt wurde.
Weitere im Einzelnen zu prüfende Einzelfälle könnten z. B. gesundheitliche Probleme,
Schwierigkeiten des Findens von Praktikumsstellen auf Grund der ethnischen
Herkunft oder des Glaubens, Schwangerschaften oder Pflegeverpflichtungen sein.
Vorleistungen für Prüfungen
Ein besonderes Problem bei der Durchführung der Klausuren stellen die geforderten
Vorleistungen für die Klausur dar. So ist es
möglich, dass Vorleistungen noch nicht
korrigiert sind, aber die Klausur bereits
stattfindet. Hier wurde als Lösung nur die
Möglichkeit gesehen, die Vorleistungen so
zu planen, dass die Vorleistungen korrigiert sind, bevor die Klausur stattfindet.
Dies erfordert ggf. eine Veränderung der
Planungen auf Seiten der Dozenten. Der
Dozent, der eine Vorleistung fordert, muss
die Information an die Klausuraufsichten
weitergeben. Nur wer die Vorleistungen
erfüllt, darf die Klausur mitschreiben.
Ausnahme bei der Prüfungsanmeldung
Die Termine zur Anmeldung zu Prüfungen
werden jeweils frühzeitig von den Sekretariaten per Aushang oder auf den jeweiligen
Internetseiten veröffentlicht und auf diese
Weise frühzeitig kommuniziert. Trotzdem
kommt es immer wieder vor, dass Studierende die Termine verpassen und um eine
nachträgliche Zulassung bitten. Eine solche
Anmeldung sollte allerdings nur in Härtebzw. Sonderfällen möglich sein. Weiterhin
wurde über eine Kulanzfrist nach Ablauf
der Anmeldefrist diskutiert. Eine Kulanzzeit wurde allerdings als nicht praktikabel
Foto: © Website Prüfungsamt (Stand September 2014)
angesehen. Sofern die Hochschule Versäumnisse einräumen muss, z. B. technische Probleme bei der Anmeldung, sollte
grundsätzlich großzügig zugelassen werden.
Härte- bzw. Sonderfälle sind z. B.:
Durch Seminare und Projektarbeiten
ohne Klausuren können solche Sonderfälle entstehen. Hier kommt es oft zu
Missverständnissen, dass z. B. der Studierende glaubt, durch die Anmeldung
beim Dozenten oder die Teilnahme am
Seminar bzw. an der Projektarbeit beKleine Prüfungsausschusshilfe | 47
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
In allen Fällen ist ein schriftlicher Nachweis vom Studierenden vorzulegen. Eine
mögliche Verlängerung des Studiums
durch die Nichtzulassung sollte vermieden
werden.
Nachklausuren
Da die Prüfungsanmeldungen sehr streng
gehandhabt werden, ist es von großer Wichtigkeit, im folgenden Semester eine Nachklausur ohne Vorlesung anzubieten. Hierdurch
wird gewährleistet, dass bei versäumter
Anmeldung zeitnah eine Nachklausur geschrieben werden kann, um den Prüfungsausschuss bzw. das Sekretariat von unnötigen
Diskussionen über eine Studienverlängerung zu entlasten. Diese Regelung sollte
auch für seminaristischen Unterricht oder
Projekte anwendbar sein, d. h. hat der Studierende ein Projekt im Semester absolviert, jedoch die Anmeldung verpasst, so ist
eine Anmeldung für die „Nachklausur“
möglich.
Foto: © Marco Gisse
reits eine Anmeldung für das Fach durchgeführt zu haben. Hier stellt sich darüber
hinaus noch die Frage, ist eine versäumte
Anmeldung durch eine Nachklausuranmeldung nachzuholen, obgleich das Projekt/das Seminar abgeschlossen ist?
Einreichen einer Krankmeldung, spätestens am ersten Tag nach der Genesung,
im Sekretariat, wenn der Studierende
über den Anmeldeschlusstermin hinaus
krank war und ein ärztliches Attest vorgelegt wird. Ob dies nur für ein amtsärztliches Attest gilt, wurde ebenfalls besprochen. Später eingehende Krankmeldungen sollten nicht berücksichtigt werden.
Weitere Fälle könnten z. B. sein:
Der Studierende hat sich nicht zur regulären Klausur angemeldet und erfährt
48 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
nach Ablauf der Anmeldefrist, dass er
z. B. aus gesundheitlichen Gründen oder
wegen einer Schwangerschaft nicht an
der nächsten Klausur/Nachklausur teilnehmen kann;
Nachweis einer besonderen emotionalen
Situation, die zu einer Nichtanmeldung geführt hat, z. B. auf Grund eines Sterbefalls im engen Familienumfeld;
Anstehende Auslandsaufendhalte, die eine
Teilnahme an der nächsten Klausur verhindern;
Es wird (aus welchen Gründen auch immer) keine Nachklausur innerhalb des
nächsten Semesters angeboten, und
dies würde zu einer unzumutbaren Verlängerung (z. B. um ein Jahr) des Studiums führen.
Über die Themen der Zulassung zur Prüfung
hinaus wurde auch noch die Zulassung von
Masterstudierenden diskutiert. Die Zulassungskommission für Masterstudierende
sollte/kann personell von der Zusammensetzung des Prüfungsausschusses abweichen. Als Zulassungsregeln gelten die
Bedingungen der Prüfungsordnung, die
dort schriftlich und ausführlich niedergelegt sein müssen. Notwendige Formulierungen können sich beziehen auf die Definition von Notenverbesserungen durch
Berufserfahrungen oder Aufnahmetests.
Über die Zulassung entscheidet die Kommission und gibt Auflagen für das Studium.
(Stand: 25. Januar 2014)
Angaben zum Autor:
Prof. Dr. Peter Hohmann (MNI)
Prüfungsausschussvorsitzender BA/MA
Wirtschaftsinformatik
Campus Gießen, Friedberg
peter.hohmann@thm.mini.de
E. Entscheidung über alternative Prüfungsformen – Nachteilsausgleich
Foto: © Website BLIZ (Stand September 2014)
Manchen Studierenden ist es aufgrund
länger andauernder oder ständiger
Krankheit oder Behinderung nicht
möglich, Prüfungsleistungen und Vorleistungen in der vorgesehenen Form
zu erbringen. Dies kann auch für Studierende, die kranke oder behinderte
nahestehende Familienangehörige betreuen, der Fall sein. Betroffene können in
diesen Fällen beim Prüfungsausschuss
einen Antrag bspw. auf
v erlängerte Bearbeitungszeiten bei
Prüfungsleistungen
o der ein Angebot gleichwertiger Leis-
tungen (mündliche Prüfung, Referat etc.)
stellen.
Zu beachten ist, dass viele Gründe, wie
bspw.:
eine chronische Darmerkrankung,
können und sollten die Studierenden
bereits vor Studienbeginn klären. Aber
auch im akuten Fall setzt sich das BLiZ
für eine kurzfristige Unterstützung ein.
ein Armbruch an der „Schreibhand“,
eine psychische Erkrankung oder
eine körperliche Behinderung
dazu führen können, dass Studierende
unterschiedliche Möglichkeiten benötigen, den Studienalltag an ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen.
Gute Beispiele dafür sind längere Klausurzeiten oder die Betreuung blinder
Studierender. Hierfür steht das Zentrum
für blinde und sehbehinderte Studierende-BLiZ allen betroffenen Studierenden der THM zur Verfügung. Viele Fragen
Nähere Informationen hierzu finden Sie
auf der Website des BLIZ (https://www.
thm.de/bliz/) bzw. im KLEINEN PRÜFUNGSRATGEBER (S. 22).
Jeder dieser Anträge bedingt eine Einzelfallentscheidung des Prüfungsausschusses. Unterstützung finden die Prüfungsausschüsse in diesen Fällen beim
Prüfungsamt und Justiziar, die hier mit Erfahrungswertem und aktuellen Erkenntnissen zum Prüfungsrecht behilflich
sind.
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 49
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Verfahren gemäß § 6 Abs. 6 und 7 AB i.V.m. § 15a Abs. 1 Nr. 4 AB
VERFAHREN
Studierende/r
länger andauernde Krankheit, ständige Krankheit, Behinderung
Prüfungsleistung kann ganz oder teilweise nicht in der vorgesehenen Form erbracht
werden
Antrag auf alternative Prüfungsform
Vorlage ärztliches, amtsärztliches oder fachärztliches Attest bzw. Gutachten beim
Prüfungsausschuss
Hilfe des BliZ kann in Anspruch genommen werden
Prüfungsausschuss
muss dem zustimmen
t rifft Einzelfallentscheidung über alternative Prüfungsform oder Verlängerung der
Prüfungszeit
Prüfungsausschussvorsitzende/r
kann Einzelfallentscheidung übertragen bekommen (siehe hierzu auch S. 24)
Prüfungsamt
prüfungsrechtliche Beratung des Prüfungsausschusses bzw. der oder des Prüfungsausschussvorsitzenden
Prüfungsausschuss
teilt positives Ergebnis mündlich oder schriftlich mit
muss ablehnende Entscheidung schriftlich und mit Rechtsbehelfsbelehrung erteilen
F. Entscheidung über Versäumnis und Rücktritt nach § 11 AB
Bis eine Woche vor dem Prüfungstermin hat die oder der Studierende an der
THM die Möglichkeit, sich ohne Angabe
von Gründen wieder von einer Prüfungsleistungsteilnahme abzumelden.
Danach muss für den Rücktritt ein
wichtiger Grund vorliegen (siehe hierzu
auch S. 26 Kleiner Prüfungsratgeber),
über den der Prüfungsausschuss (vgl.
§ 15a Abs. 1 Nr. 5 AB) oder die oder der
Vorsitzende entscheidet.
50 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Seit dem 1. Juni 2014 ist für alle Studierenden der THM das „hochschuleinheitliche Verfahren bei krankheitsbedingtem
Rücktritt“ anzuwenden. Dies bedingt die
hochschuleinheitliche Verwendung eines
„Vordrucks/ärztliches Attest“ (siehe S. 54)
sowie die Anwendung und Beachtung
des entsprechenden Merkblatts (siehe
S. 52, 53). Das neue Verfahren schafft
Rechtsklarheit für die Studierenden bzw.
alle Beteiligten und hilft, den Prozessab-
lauf des operativen Geschäfts im Zusammenspiel zu optimieren.
Seit dem 1. Juni 2014 werden an der THM
keine ärztlichen Bescheinigungen (gelbe
Zettel) mehr akzeptiert und die „Unverzüglichkeit“ des Rücktritts wird auf 3
Werktage nach dem Prüfungstermin
festgelegt.
Foto: © Website Prüfungsamt (Stand September 2014)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 51
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
MERKBLATT ZUM VERHALTEN BEI
KRANKHEITSBEDINGTER PRÜFUNGSUNFÄHIGKEIT
Grundsätzliches
Im Krankheitsfall ist die Wiederherstellung Ihrer Gesundheit wichtiger als die
Prüfung. Nehmen Sie nur an Prüfungen teil, wenn Sie sich dazu gesundheitlich
in der Lage fühlen.
© Dan Race / fotolia.com
Bitte beachten Sie, dass nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG Urteil v. 6. Juli 1979 AZ VII C 26.76) eine zur Prüfungsunfähigkeit führende Erkrankung nur dann gegeben ist, wenn es sich
nicht lediglich um Prüfungsangst (psychogene Reaktion auf das Prüfungsgeschehen) oder ein sogenanntes Dauerleiden (chronische, irreversible Erkrankung) handelt.
Wenn Sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage fühlen, an einer Prüfungsleistung teilzunehmen (vgl. hierzu auch § 11 der Allgemeinen Bestimmungen für
Bachelor- und Masterprüfungsordnungen der THM):
1.
müssen Sie auf der Website Ihres Fachbereichs den hochschuleinheitlichen Vordruck des ärztlichen
Attests downloaden
2.
und von Ihrem Arzt ausfüllen lassen.
3.
Der hochschuleinheitliche Vordruck muss spätestens innerhalb von drei Werktagen dem
Fachbereichssekretariat vorgelegt werden (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen "gelbe Zettel"
werden nicht akzeptiert).
4.
In Ausnahme- bzw. Zweifelsfällen (längerdauernde Erkrankung etc.) kann der Fachbereich von Ihnen
ein amtsärztliches Attest oder ein ausführliches fachärztliches Gutachten verlangen.
5.
•
Das Attest ist von Ihnen während der Öffnungszeiten im Fachbereichssekretariat abzugeben,
•
außerhalb der Öffnungszeiten kann es im Außenbriefkasten der THM eingeworfen werden:
Campus Gießen | Wiesenstraße 14 | 35390 Gießen
Campus Friedberg | Wilhelm Leuschnerstraße 13 | 61169 Friedberg
Campus Wetzlar | Charlotte-Bamberg-Straße 3 | 35578 Wetzlar
•
Wenn Sie nicht in der Lage sind, das Attest persönlich vor Ort
abzugeben, können Sie dieses per Post einreichen:
Technische Hochschule Mittelhessen | Fachbereich | Wiesenstraße 14 | 35390 Gießen
Technische Hochschule Mittelhessen | Fachbereich | Wilhelm Leuschnerstraße 13 | 61169 Friedberg
Technische Hochschule Mittelhessen | Fachbereich | Charlotte-Bamberg-Straße 3 | 35578 Wetzlar
| Benno-Schilde-Platz 3 | 36251 Bad Hersfeld
| Auf der Kreuzwiese 12 | 35216 Biedenkopf
| Bahnhofstr. 8a | 35066 Frankenberg
| Eichlerstr.25 | 34537 Bad Wildungen
Stand: April 2014
52 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Seite 1 /2
6.
Wenn Sie eine Prüfungsleistung trotz Vorliegen eines Attests antreten, verliert Ihr Attest seine
befreiende Wirkung.
7.
Wenn Sie Ihr Attest nicht innerhalb der angegebenen Frist vorlegen, wird Ihre Prüfungsleistung mit
„nicht bestanden“ bewertet.
Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen eine Prüfung abbrechen müssen:
1.
Vor Antritt Ihrer Prüfung (= Aushändigung der Aufgaben) werden Sie von der Aufsicht ausdrücklich
gefragt, ob Sie sich prüfungsfähig fühlen.
2.
Mit Beginn der Anfertigung Ihrer Prüfungsleistung erklären Sie, dass Sie sich gesundheitlich in der
Lage fühlen, Ihre Prüfung abzulegen.
3.
Teilen Sie der Prüfungsaufsicht ausdrücklich mit, wenn Sie die Prüfung aus gesundheitlichen
Gründen abbrechen müssen.
4.
Dies ist von der Aufsicht schriftlich (z. B. auf dem Klausurtext) zu vermerken.
5.
Suchen Sie im Anschluss unverzüglich (siehe Seite 1) einen Arzt auf.
6.
Reichen Sie, wie auf Seite 1 unter den Punkten 1-7 angegeben, den
hochschuleinheitlichen Vordruck des ärztlichen Attests bei der THM ein.
© Till Schürmann
Stand: April 2014
Seite 2 /2
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 53
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
HOCHSCHULEINHEITLICHER VORDRUCK "ÄRZTLICHES ATTEST"
Formular für die Bescheinigung* der Prüfungsunfähigkeit
zur Vorlage beim Fachbereichssekretariat/Servicepoint
•
Das ärztliche Attest ist unverzüglich, spätestens am 3. Werktag nach dem Prüfungstermin, dem
Fachbereichssekretariat / Servicepoint vorzulegen. Zusätzliche telefonische Krankmeldungen sind nicht erforderlich.
•
Wenn Sie eine Prüfungsleistung trotz Vorliegen eines Attests antreten, verliert Ihr Attest seine befreiende Wirkung.
Name, Vorname
Matrikelnummer
Anschrift (Straße, Hausnummer, PLZ, Wohnort)
Bachelor-/Masterstudiengang
Von der Ärztin oder dem Arzt auszufüllen:
Meine heutige Untersuchung bei o. g. Patientin oder Patienten hat aus ärztlicher Sicht folgendes ergeben:
Dauer der gesundheitlichen Beeinträchtigung
von
voraussichtlich bis
(bitte konkretes Datum)
Prüfungsunfähigkeit:
(bitte konkretes Datum)
r ja
r nein
Datum
Unterschrift und Praxisstempel der Ärztin oder des Arztes
Bitte beachten Sie: Schwankungen in der Tagesform, Prüfungsstress u.ä. sind keine erheblichen Beeinträchtigungen!
Von der oder dem Studierenden auszufüllen:
Bitte geben Sie hier alle angemeldeten Prüfungen an, die innerhalb des oben bescheinigten Zeitraums liegen.
Nr.
Datum
Bezeichnung der Prüfungsleistung/
Modulnummer
Nr.
1
5
2
6
3
7
4
8
Datum
Bezeichnung der Prüfungsleistung/
Modulnummer
* Das ärztliche Attest kann auch in anderer Form ausgestellt werden, muss dann aber die Anforderungen des hochschuleinheitlichen
Vordrucks enthalten.
Stand: April 2014
54 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Exkurs – Krankheitsbedingter Rücktritt
Das hochschuleinheitliche Verfahren bei
krankheitsbedingtem Rücktritt wurde im
o. a. Workshop zunächts im Rahmen einer
Arbeitsgruppe angedacht, dann mit Vertreterinnen aus dem Fachbereich MND
(Campus Friedberg), Christine FrickeWeis, dem Fachbereich KMUB (Campus
Gießen), Elvira Theis, dem Datenschutzbeauftragten der THM, Hajo Köppen,
dem Justiziar, Marco Gisse sowie dem
Prüfungsamt abschließend bearbeitet.
Das Verfahren wurde den Fachbereichsverantwortlichen präsentiert und vom
Präsidium der THM am 29. April 2014
beschlossen.
Foto: © Marco Gisse, AG „(Krankheitsbedingter) Rücktritt“ v. l.: Prof. Dr. jur. Carsten Zack (W), Prof. Dr.
Heinrich Friedrich (M), Ute Bringezu (PA)
Foto: © Ute Bringezu, Elvira Theis (KMUB)
Foto: © Bettina Dörr, Christine Fricke-Weis (MND)
Foto: © Dr. Armin Eikenberg, Hajo Köppen (HP)
Foto: © Marco Gisse (J)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 55
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Gastbeitrag
Hinsichtlich der Art der Einreichung des
Attestes ist dies zu den Öffnungszeiten
des jeweiligen Fachbereichssekreteriats
und in den Außenbriefkasten am Campus
der THM möglich.
hochschuleinheitlichen Formulars empfohlen, aus dem sich von den Eckdaten
her die Dauer der gesundheitlichen Beeinträchtigung und die Prüfungsunfähigkeit
des Prüflings ergeben sollten.
Bei erstmaligem Rücktritt ist zunächst
ein hausärztliches Attest üblich, aus dem
sich ausdrücklich laut Wortlaut die Prüfungsunfähigkeit des Prüflings ergeben
muss. Bei mehrfachem Rücktritt bleibt
die Vorlage eines amtsärztlichen Attestes
vorbehalten, was im Einzelfall im Ermessen
der oder des jeweiligen Prüfungsausschussvorsitzenden liegt.
Ausdrücklich ist herauszustellen, dass Examensangst, Schwankungen in der Tagesform und Prüfungstress nicht als Begründung für Prüfungsunfähigkeit anerkannt
werden.
Foto: © Marco Gisse, Prof. Dr. jur. Carsten Zack (W)
Prof. Dr. jur. Carsten Zack ist Prüfungsausschussvorsitzender des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaft und
vertritt an der THM Business School
das Fach Wirtschaftsrecht. Für unsere
Broschüre hat er das Arbeitsergebnis
seiner AG zum Thema „(krankheitsbedingter) Rücktritt“ zusammengefasst.
Zur Vereinheitlichung und Beschleunigung des prüfungsrechtlichen Verfahrens
wird an der THM die Verwendung eines
Gemäß § 11 AB (AMB 48/2013) der Bestimmungen der Allgemeinen Prüfungsordnung
ist bei Klausuren laut Wortlaut ein
„unverzüglicher Rücktritt“ möglich.
Der näheren Auslegung bedarf damit der
in der Prüfungsordnung allgemein festgeschriebene Begriff „Unverzüglicher
Rücktritt“. Juristisch bedeutet dies „ohne
schuldhaftes Zögern“. Aber auch dies ist
ein sehr unbestimmter Begriff, welcher
der näheren Erläuterung bedarf und
zunächst für die prüfungsrechtliche Praxis wenig hilfreich ist.
Als klassischer und häufigster Rücktrittsgrund ist hier die Krankheit zu nennen.
In der Regel ist bei Krankheit innerhalb
von drei Tagen immer das Originalattest
einzureichen, vorab ist hier eine Mitteilung per E-Mail oder Telefon möglich.
56 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Foto: © Marco Gisse
Um den Ablauf des Rücktritts zu optimieren
und transparenter zu gestalten soll ein
solches hochschuleinheitliches Formular
zum Thema Rücktritt vom Allgemeinen
Prüfungsamt konzipiert und den Fachbereichen der THM zur Verfügung gestellt
werden.
G. Entscheidung über Täuschung, Störung und Ordnungsverstoß
Auch kann natürlich in der alltäglichen
Praxis der Fall des Rücktritts bei der
Prüfung als Notsituation auftreten. Zu
empfehlen ist hierbei als routinemäßige
Aktion des Prüfers, dass dieser vor Ausgabe der Klausuren die Prüfungsfähigkeit der Prüflinge abfragt. Sollte dann
tatsächlich ein Fall des Rücktritts in der
Prüfung auftreten, so stellt dies immer
einen strengen Ausnahmefall dar, der
auch als solcher so zu handhaben ist. In
einem solchen Fall hat sich der Prüfling
vor Ausgabe der Klausur bei der Aufsicht
zu melden und dies ist im Prüfungsprotokoll entsprechend zu vermerken.
Wie oben schon beschrieben ist auch hier
das Attest unverzüglich in der vorgeschriebenen Form nachzureichen.
Tritt der Prüfling zur Prüfung an, so ist
der Rücktrittsgrund verwirkt. Während
der im Attest festgeschriebenen Krankschreibung ist keine Teilnahme an Prüfungsleistungen möglich.
Arbeitshandout „Krankheitsbedingter
Rücktritt von Prüfungsleistungen“
Zur Optimierung der prüfungsrechtlichen
Abläufe sollten alle Fachbereiche an der THM
die oben beschriebene Vorgehensweise so
einheitlich handhaben, um dadurch die einzelnen Fallvorgänge beschleunigter abwickeln zu können und damit auch die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und
dem zentralen Prüfungsamt verbessern zu
helfen.
(Stand: 9. Februar 2014)
In unserem „Plagiats- und Täuschungskompass“ der KLEINEN REIHE geben
wir Interessierten einen umfassenden
Überblick über die Themengebiete
A bschreiben, plagiieren, zitieren – was
Umgang mit Täuschungen und Plagia-
so dass an dieser Stelle darauf nicht
näher eingegangen wird.
ten an der THM
Wenn der Studierende täuscht und
plagiiert-Professorensicht
ist noch erlaubt?
Plagiatssuchsoftware
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt,
Verfahren gemäß § 11a AB
VERFAHREN
Studierende/r
täuscht
stört den ordnungsgemäßen Ablauf einer Prüfung
Prüfer/in
trägt die Beweislast
betroffene Leistung kann mit „nicht bestanden“
bewertet werden
Prüfer/in
oder Aufsichtsführende/r
kann Studierende/n von der Forstsetzung
der Prüfung ausschließen
die betreffende Leistung wird mit „nicht
bestanden“ bewertet
Studierende/r
tätigt einen schwerwiegenden Täuschungsfall (z. B. Plagiat in einer Abschlussarbeit,
Inanspruchnahme einer anderen Person als
Verfasserin oder Verfasser einer Leistung,
erneute Täuschung)
bzw. Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel
(z. B. Nutzung Tablet PC mit komplett herunter geladenem Skript)
oder eines Ordnungsverstoßes (z. B. massive
Störung des Prüfungsablaufs)
Prüfungsausschuss bzw. Prüfungsausschussvorsitzende/r
(vgl. § 15a Abs. 2 AB)
im Einvernehmen mit dem
zentralen Prüfungsamt
kann über die Entscheidung des „nicht Bestehens“ der Prüfungsleistung hinaus die
Kandidatin oder den Kandidaten von der
Erbringung einer oder mehrerer Wiederholungsprüfungen bzw. weiterer Prüfungsleistungen ausschließen bis hin zu der Folge, dass die
Bachelor- bzw. Masterprüfung in dem Studiengang endgültig nicht bestanden ist und die
Kandidatin oder der Kandidat exmatrikuliert
wird
Prüfungsausschuss bzw.
Prüfungsauschussvorsitzende oder Prüfungsausschussvorsitzender
(vgl. § 15a Abs. 2 AB)
nimmt Einzelfallentscheidung vor
Studierende/r ist im Vorfeld anzuhören
Entscheidung ist der oder dem Studierenden
schriftlich mitzuteilen und zu begründen
Bescheid ist mit einer Rechtsbehelfsbelehrung
zu versehen
Angaben zum Autor
Prof. Dr. jur Carsten Zack (W)
Prüfungsausschussvorsitzender BA BWL
carsten.zack@thm.w.de
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 57
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
H. Entscheidung über Bestehen oder Nichtbestehen von Prüfungsleistungen
Nach § 12 Abs. 4 der Allgemeinen Bestimmungen erhalten Kandidatinnen oder
Kandidaten, die eine Leistung oder die
Abschlussarbeit endgültig nicht bestanden haben, darüber einen schriftlichen Bescheid, der mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen ist. Ein Muster
für den Bescheid über endgültiges
Nichtbestehen ist im Folgenden abgedruckt.
Bisher wurde es an der THM nicht einheitlich gehandhabt, wer diesen Bescheid erteilt und unterzeichnet. In den
meisten Fällen war es der Prüfungsausschuss bzw. sein Vorsitzender,
manchmal aber auch das Dekanat bzw.
der Dekan.
Vor Kurzem hat das Verwaltungsgericht Gießen in einem Klageverfahren
jedoch klar gestellt, dass es die Zuständigkeit für Entscheidungen über
das Nichtbestehen von Leistungen und
damit letztendlich auch für die Feststellung des endgültigen Nichtbestehens
beim Prüfungsausschuss und nicht etwa
beim Dekanat sieht. Folglich ist vom
Prüfungsausschuss auch der Bescheid
zu erteilen (das muss am Briefkopf
erkennbar sein) und von seinem Vorsitzenden zu unterzeichnen. Seit der
gerichtlichen Klarstellung wird das an
der THM nun hochschulweit so praktiziert.
Auch die neu gefassten Allgemeinen
Bestimmungen für Bachelorprüfungsordnungen wurden entsprechend angepasst. In § 15a, in dem die Aufgaben
des Prüfungsausschusses aufgelistet
sind, wurde in Abs. 1 Nr. 7 aufgenommen,
dass beim Prüfungsausschuss die Verantwortung für Entscheidungen über
Bestehen oder Nichtbestehen von Prüfungen liegt.
Foto: © Yuri/iStock
Verfahren gemäß § 12 AB
VERFAHREN
Mitarbeiter/in des
Fachbereichs
informiert Studierenden oder Studierender schriftlich bei Nichtbestehen einer vorletzten
Wiederholungsprüfung oder der Bachelorarbeit
Studierende/r
besteht Prüfungsleistung oder Modul insgesamt 4x nicht und hat damit endgültig nicht
bestanden
Prüfungsausschuss
informiert Studierenden darüber schriftlich
mit Rechtsbehelfsbelehrung
Prüfungsausschussvorsitzende/r
oder Prüfungsausschussvorsitzender
Übertragung Einzelfallentscheidung (vgl. § 15a Abs. 2 AB)
Mitarbeiter/in des
Fachbereichs
kann mit der Erstellung im Namen des Prüfungsausschusses beauftragt werden
(vgl. § 15a Abs. 2 AB)
Briefkopf und Unterschrift müssen den Prüfungsausschuss jedoch erkennen lassen
Mitarbeiter/in des
Fachbereichs
erstellt der oder dem Studierenden einen Nachweis, der die erbrachten Module und
deren Bewertungen sowie die noch fehlenden Module enthält und erkennen lässt,
dass die Bachelorprüfung nicht bestanden ist
Nachweis ist von der Prüfungsausschussvorsitzenden oder dem Prüfungsausschussvorsitzendem abzuzeichnen
58 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Muster Bescheid
THM | Campus Friedberg | Wilhelm-Leuschner-Straße 13 | 61169 Friedberg
University of Applied Sciences
Per Postzustellungsurkunde
Frau
Maria Mustermann
Musterstr. 5
35390 Musterstadt
Prof. Dr. Max Muster
Prüfungsausschuss
Wirtschaftsmathematik
Fachbereich 13
Mathematik, Naturwissenschaften
und Datenverarbeitung
Wilhelm-Leuschner-Str. 13
61169 Friedberg
Telefon (06031) 604-0000
max.mustermann@mnd.thm.de
18. August 2014
Endgültiges Nichtbestehen der Prüfungsleistung „Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik
2“ nach der Prüfungsordnung des Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften und
Datenverarbeitung der Technischen Hochschule Mittelhessen für den Bachelorstudiengang
Wirtschaftsmathematik vom 28.04.2006, geändert am 15. Mai 2008
Sehr geehrte Frau Musterfrau,
ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Sie die Prüfung im Modul „Wahrscheinlichkeitsrechnung und
Statistik 2“ im Bachelorstudiengang Wirtschaftsmathematik endgültig nicht bestanden haben.
Gründe:
Sie haben
Somit haben Sie die Prüfungsleistung „Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik 2“ beim 3. Wiederholungsversuch nicht bestanden und sind somit nach § 68 Abs. 2 Nr. 6 des Hessischen Hochschulgesetzes (HHG)
zu exmatrikulieren.
Rechtsbehelfsbelehrung:
Gegen diesen Bescheid können Sie innerhalb eines Monats nach Zustellung schriftlich oder zur
Niederschrift Widerspruch beim Präsidenten der Technischen Hochschule Mittelhessen, Campus
Gießen, Prüfungsamt, Wiesenstraße 14, 35390 Gießen, einlegen.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr Max Muster
Vorsitzender des
Prüfungsausschusses Wirtschaftsmathematik
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 59
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
I. Entscheidung zu Wiederholungen von Prüfungen und Anrechnung von Fehlversuchen nach
§ 13 (§ 15a Abs. 1 Nr. 8 AB)
Wiederholung von Prüfungen
Zusammen mit der Einstellung der Diplomstudiengänge wurden auch die
unbegrenzt wiederholbaren Studienleistungen abgeschafft, mit denen in den
Diplomstudiengängen zahlreiche Fächer
abgeschlossen wurden.
Unbegrenzt wiederholbare Studienleistungen gibt es in den Bachelor- und
Masterstudiengängen nicht mehr. Hier
ist jedes Modul mit einer Prüfungsleistung abzuschließen, die in der Wiederholbarkeit begrenzt ist (Ausnahme:
Module, deren Abschluss gemäß § 3 Abs.
5 Allg. Bestimmungen nicht vom Ablegen
einer Prüfungsleistung abhängig ist, beispielsweise Praxis- oder Projektphasen).
Die Anzahl der möglichen Prüfungsversuche ist in den Allgemeinen Bestimmungen festgelegt.
Für Bachelorstudiengänge gilt, dass nicht
bestandene Prüfungs(teil)leistungen dreimal wiederholt werden können. Das entspricht vier Prüfungsversuchen pro
Prüfungs(teil)leistung. Setzt sich eine
Prüfungsleistung dabei aus mehreren
Teilleistungen zusammen, müssen zum
Bestehen in jeder Teilleistung mindestens 30 % und in der gesamten Prüfungsleistung mindestens 50 % erreicht sein.
In den Masterstudiengängen können nicht
bestandene Prüfungs(teil)leistungen zweimal wiederholt werden, es gibt also drei
Prüfungsversuche pro Prüfungs(teil)leistung. Setzt sich hier eine Prüfungsleistung aus mehreren Teilleistungen zusammen, müssen zum Bestehen in jeder
Teilleistung mindestens 50 % erreicht
sein.
Für die Bachelor- bzw. die Masterarbeit,
jeweils mit Kolloquium, ist ein Wiederholungsversuch vorgesehen, insgesamt
also zwei Prüfungsversuche.
60 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Prüfungs(teil)leistungen und Vorleistungen, die bereits bestanden wurden, können
zur Notenverbesserung nicht nochmal
wiederholt werden. Im Bachelorbereich
gilt jedoch, das Teilleistungen, die mit
weniger als 50 %, aber mehr als 30 %
bewertet wurden, wiederholt werden
dürfen, wenn die Prüfungsleistung insgesamt noch nicht bestanden ist. Voraussetzung ist dabei, dass die möglichen
Wiederholungsversuche noch nicht ausgeschöpft wurden.
Die Überwachung der bereits erbrachten
und der noch zur Verfügung stehenden
Prüfungsversuche in den Prüfungs(teil)
leistungen erfolgt ebenfalls routinemäßig
und unterstützt vom Prüfungsverwaltungssystem HISPOS. Da die Wiederholungsregelungen insbesondere im
Bachelorbereich recht komplex sind,
kommt es jedoch immer wieder zu
unklaren oder strittigen Konstellationen,
über die der Prüfungsausschuss zu entscheiden hat.
Anrechnung von Fehlversuchen
Prüfungs(teil)leistungen werden von Studierenden nicht immer im eigenen Studiengang oder Fachbereich erbracht. In
zahlreichen Fällen besteht der Wunsch,
Module oder Prüfungs(teil)leistungen
aus dem Angebot eines anderen Studiengangs zu belegen, in dem die oder der
Studierende gar nicht eingeschrieben
ist. Es kann sich dabei übrigens auch um
einen Studiengang an einer anderen Hochschule handeln. Diese Möglichkeit der
„Fremderbringung“ besteht ausdrücklich.
Was dabei jedoch unterbleiben soll, ist,
dass Studierende, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, besser gestellt
werden als Studierende, die komplett
aus dem Angebot des eigenen Studiengangs studieren. Das gilt insbesondere
hinsichtlich der Fehlversuchszählung.
Die erfolgt bei Prüfungsversuchen, die in
fremden Studiengängen erbracht werden,
nämlich nicht automatisch. Sie soll aber
trotzdem gewährleistet sein, damit nicht
quasi auf diesem Weg mehr als die
zulässige Anzahl von Prüfungsversuchen
genutzt werden kann. Zu diesem Zweck
wurde an der THM das sogenannte
Zustimmungsverfahren entwickelt und
in die Allgemeinen Bestimmungen aufgenommen. Auf den Seiten 64 – 68 ist es
näher beschrieben. Durch das Zustimmungsverfahren soll einerseits Gewissheit für die Studierenden geschaffen
werden, dass außerhalb des eigenen
Studiengangs erbrachte Leistungen im
eigenen Studiengang dann auch positiv
angerechnet werden. Es ist daher Aufgabe des Prüfungsausschussvorsitzenden des eigenen Studiengangs, diese
Frage bereits zu prüfen, bevor die oder
der Studierende im anderen Studiengang mit dem Modul beginnt.
Andererseits soll sichergestellt werden,
dass der Fehlversuchszähler der oder
des Studierenden auch bei Prüfungsversuchen im Fremdstudiengang mitläuft.
Auch das wird durch die Verwendung des
Vordrucks zum Zustimmungsverfahren
erreicht. Aufgabe des Prüfungsausschussvorsitzenden des „fremden“ Fachbereichs ist es in diesem Zusammenhang,
darüber zu entscheiden, ob der oder die
„Fremdstudierende“ einen Platz im gewünschten Modul erhalten kann oder ob
ggf. alle verfügbaren Plätze bereits
durch „eigene“ Studierende belegt sind.
Ergänzend sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass bei einem Studiengangswechsel der oder des Studierenden
bereits erworbene Fehlversuche in Modulen nicht mit übernommen, sondern
genullt werden. Das gilt auch, wenn der
neue Studiengang gleiche oder ähnliche
Module enthält. Wird also ein neuer Studiengang begonnen, so stehen der oder
dem Studierenden alle Prüfungsversuche pro Modul zur Verfügung.
J. Anrechnung von Modulen und Leistungen
Foto: © Website Prüfungsamt (Stand September 2014)
Die Entscheidung über die Anrechnung
von Modulen, Leistungen und Praxisphase obliegt dem Prüfungsausschuss
bzw. der oder dem Prüfungsausschuss-
vorsitzenden (vgl. § 15a Abs. 2 Nr. 9 AB).
Da jede Anerkennung für sich genommen
eine Einzelfallentscheidung bedingt, kann
es für dieses Verfahren keine hochschul-
einheitliche Regelung geben. Fachbereichsverantwortliche, Auslandsreferat
und Prüfungsamt hatten dennoch in
einem gemeinsamen Workshop im April
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 61
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
2012 Mindestanforderungen eines hochschuleinheitlichen Anerkennungsverfahrens erarbeitet. Auf der Website des
Prüfungsamts können Sie hierzu:
Informationen zum Thema abrufen,
einen Musterantrag
sowie eine Liste aller Ansprechpartner
downloaden.
Nähere Informationen zum Thema „Anerkennung“ finden Sie auch in unserem
KLEINEN PRÜFUNGSRATGEBER (Seite
12 ff.).
Verfahren gemäß § 14 AB
VERFAHREN
Studierende/r
stellt Antrag beim Prüfungsausschuss auf Anerkennung eines Moduls oder einer Leistung
Prüfungsausschuss
nimmt Gleichwertigkeitsprüfung vor (kein schematischer Vergleich)
trifft Einzelfallentscheidung
Ablehnung kann nur erfolgen, wenn wesentliche Unterschiede hinsichtlich der erworbenen
Kompetenzen bestehen
kann evtl. Auflage erteilen, einzelne Leistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums
nachzuholen
Bewertungen werden übernommen, sind ggf. auf das Bewertungssystem der THM
umzurechnen (vgl. § 9 Abs. 2 AB)
muss Ablehnung begründen
Prüfungsausschussvorsitzende/r
k
ann Einzelfallentscheidung übertragen bekommen (vgl. § 14 Abs. 6 AB) im Benehmen
mit jeweiligen Fachdozentin oder dem jeweiligen Fachdozenten
Auslandsbeauftragte/r
die Anrechnung kann bei an ausländischen Hochschulen erbrachten Modulen auf sie
oder ihn übertragen werden (vgl. § 14 Abs. 6 AB)
hierbei sind eventuelle Vereinbarungen im Rahmen von Hochschulpartnerschaften zu
beachten
ECTS ist zu berücksichtigen
vertragliche Vereinbarungen im Inn- und Ausland können Einzelanerkennungen ersetzen
Studierende/r
hat die für die Anrechnung erforderlichen Unterlagen dem Prüfungsausschuss (bzw. –
vorsitzender/m) vorzulegen
Prüfungsausschuss bzw. Prüfungsausschussvorsitzende oder
Prüfungsausschussvorsitzender
(vgl. § 14 Abs. 7 AB)
kann woanders erbrachte Module und Leistungen, die vor dem 1. Prüfungsversuch an
der THM bestanden wurden, nur anrechnen, wenn Studierende/r im anzurechnenden
Modul bzw. der Leistung noch nicht den 1. Prüfungsversuch wahrgenommen hat
Exkurs – Außerhalb einer Hochschule oder staatlich anerkannten Berufsakademie
erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten
Außerhalb einer Hochschule oder staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademie erworbene Kenntnisse und
Fähigkeiten wie
bspw. beruflich erworbene Kompetenzen
oder an einer Technikerschule er-
brachte Leistungen etc.
62 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
können auf Antrag (siehe oben) angerechnet werden, wenn die anzurechnenden Kenntnisse und Fähigkeiten den
Modulen oder Modulleistungen, die sie
ersetzen sollen, gleichwertig und die
Kriterien für die Anrechnung im Rahmen
der Akkreditierung überprüft worden
sind.
Insgesamt dürfen nicht mehr als 50 Prozent der im Studiengang erforderlichen
Modulleistungen durch diese Anrechnung ersetzt werden.
Anerkennungsantrag
Anerkennungsantrag (vom Studierenden auszufüllen)
Name
Vorname
Geburtsdatum
Matrikelnummer
Studienbeginn
SS
WS
Bezeichnung der Leistung
Bezeichnung der Leistung an der THM auf die diese Prüfungsleistung anerkannt werden soll
Anerkennungsbestätigung (vom Prüfungsausschuss auszufüllen)
Die im
Bachelor
Master
Studiengang
Studiengang
Hochschule
an der Hochschule
mit
CrP/SWS erbrachte
Leistung
Leistung
wird als gleichwertig mit der
Leistung
Leistung
Bachelor
Master
im Rahmen der
Prüfungsordnung
Studiengang
im Studiengang
Die Bewertung lautet
Ort, Datum
Fachbereich
des Fachbereichs
anerkannt.
, entsprechend der Note:
Stempel und Unterschrift Vertreter/in Prüfungssausschuss
Eingabe löschen
© Website Prüfungsamt, Stand September 2014
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 63
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Exkurs – Zustimmungsverfahren
Nach Maßgabe der Regelungen der
Lissabon-Konvention soll die wechselseitige Anerkennung von Prüfungsleistungen die Mobilität und Flexibilität der
Studierenden fördern. Gemäß Anlage 1
(Seite 67) und 2 (Seite 65, 66) zu § 5 Abs. 4
AB ist damit seit dem 1. September 2014
das „Zustimmungsverfahren“ hochschuleinheitlich anzuwenden, wenn Studierende
Leistungen in Modulen außerhalb ihres
Studiengangs bzw. Fachbereichs erbringen
möchten. Der 7. Senat der Technischen
Hochschule Mittelhessen hat in seiner
11. Sitzung am 2. Juli 2014 das „Hoch-
schuleinheitliche Zustimmungsverfahren“
als Anlage 1 und 2 zu § 5 Abs. 4 der Allgemeinen Bestimmungen für Bachelorprüfungsordnungen der THM (AMB
39/2014) beschlossen.
Verfahren gemäß § 5 AB
VERFAHREN
Studierende/r
hält Verfahren gemäß Merkblatt ein
stellt Antrag gemäß Vordruck
Prüfungsausschuss
m
uss Studierender/m ablehnende Entscheidung (z. B. aus kapazitären Gründen)
schriftlich mitteilen und begründen
der Bescheid ist mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen
Prüfungsausschussvorsitzende/r
kann Einzelfallentscheidung übertragen bekommen (vgl. § 5 AB. 5)
Für die laufende Prüfungsverwaltung zuständige Mitarbeiter/in
kann Einzelfallentscheidung übertragen bekommen (vgl. § 5 AB. 5)
Auslandsbeauftragte/r
bei Erbringung einer Leistung an einer ausländischen Hochschule kann ihr oder ihm
die Entscheidung übertragen werden (vgl. § 5 a Abs. 5 AB)
64 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
Merkblatt „Zustimmungsverfahren“
Anlage 41 zu
zu §§ 55 Abs.
Abs. 44 der
der Allgemeinen
Allgemeinen Bestimmungen
Bestimmungen für
für Bachelorprüfungsordnungen
Bachelorprüfungsordnungen der
der THM
THM
Anlage
Merkblatt zuM „zustiMMungsverfahren“
bei außerhalb des eigenen studiengangs/
fachbereichs erbrachten Prüfungsleistungen
© Frank Boston / fotolia.com
Bitte beachten Sie, dass die wechselseitige Anerkennung von Prüfungsleistungen nach Maßgabe der Regelungen der Lissabon-Konvention innerhalb
der THM dazu dient, die Mobilität und Flexibilität der individuellen Studienplanung der Studierenden zu fördern. Das Anerkennungsverfahren ist an
der THM in § 14 der Allgemeinen Bestimmungen für Bachelorprüfungsordnungen geregelt; die Anerkennung ist zu erteilen, sofern keine wesentlichen
Unterschiede hinsichtlich der erworbenen Kompetenzen (Lernergebnisse)
bestehen.
A. Zustimmungsverfahren aus Studierendensicht:
1.
Laden Sie auf der Website des Prüfungsamts (http://www.thm.de/pa) den Vordruck des
hochschuleinheitlichen Zustimmungsverfahrens herunter.
2.
Füllen Sie den Antrag entsprechend aus und geben Sie ihn innerhalb des
Klausuranmeldezeitraums Ihres Fachbereichs im Fachbereichssekretariat ab.
3.
Im Falle des krankheitsbedingten Rücktritts gilt das „Hochschuleinheitliche Verfahren bei
krankheitsbedingtem Rücktritt“ (http://www.thm.de/pa/2014-05-06-12-30-53). Bitte beachten Sie,
dass das Attest in beiden Fachbereichen vorzulegen ist.
4.
Eine Kopie der erfolgten Zustimmung erhalten Sie in Ihrem Fachbereichssekretariat, das Original
verbleibt im Fachbereich.
5.
Mit der Kopie der erteilten Zustimmung müssen Sie sich innerhalb der Anmeldefristen des
anderen Fachbereichs anmelden. Die Verantwortung hierfür tragen Sie selbst, d.h. bitte die
unterschiedlichen Anmeldefristen der einzelnen Fachbereiche beachten. Sie müssen sowohl Ihren
Fachbereich als auch den Fachbereich informieren, in dem die Prüfungsleistung absolviert wird.
6.
Nach bestandener Prüfung müssen Sie Ihren Fachbereich über die jeweilige Note informieren,
d.h. bitte lassen Sie Ihrem Fachbereich den vom anderen Fachbereich ausgefüllten Passus der
Zustimmungserklärung zukommen. Auch hier tragen Sie die Verantwortung alleine.
7.
Ihr Fachbereich ist über Ihre bereits erbrachten Prüfungsversuche zu informieren, d.h. etwaige
Fehlversuche Ihrerseits im anderen Fachbereich werden registriert und mit aufgenommen.
8.
Ihre am anderen Fachbereich erbrachte Prüfungsleistung wird mit „nicht bestanden“ (Fehlversuch)
bewertet, wenn Sie
• die Prüfung im anderen Fachbereich nicht bestanden haben
• das Dekanat Ihres Fachbereichs keine Note von Ihnen bekommt
• Sie nicht fristgemäß im Sinne des § 11 der Allgemeinen Bestimmungen für
Bachelorprüfungsordnungen von der Prüfungsleistung zurücktreten
• Sie sich nicht von der Prüfung bei Ihrem Fachbereich abmelden, wenn der andere Fachbereich Sie
begründet (vgl. unten B. 6.) nicht zur Prüfung zulassen konnte
Stand: Juni 2014
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Kleine Prüfungsausschusshilfe | 65
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Merkblatt „Zustimmungsverfahren“
B. Zustimmungsverfahren aus Fachbereichssicht:
1.
Das Fachbereichssekretariat nimmt den ausgefüllten Zustimmungsantrag entgegen und leitet ihn an
die oder den Prüfungsausschussvorsitzenden entsprechend weiter.
2.
Nach Ablauf des Klausuranmeldezeitraums werden keine Vordrucke mehr entgegengenommen.
3.
Die oder der Prüfungsausschussvorsitzende prüft, ob die Voraussetzungen zur Anerkennung der
Prüfungsleistung gemäß Modulbeschreibung gegeben sind und bestätigt dies durch ihre oder seine
Unterschrift auf dem Zustimmungsvordruck.
4.
Dabei kann die oder der Prüfungsausschussvorsitzende den Antrag gemäß § 14 AB
nur ablehnen, wenn sie oder er nachweist, dass zwischen der zu erwerbenden und der
im eigenen Studiengang zu erbringenden Prüfungsleistung wesentliche Unterschiede
bestehen, d.h. ein schematischer Vergleich darf hier nicht vorgenommen werden.
5.
Ablehnungen sind seitens der oder des Prüfungsausschussvorsitzenden gegenüber der oder dem
Studierenden schriftlich zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.
6.
Die oder der Prüfungsausschussvorsitzende des anderen Fachbereichs muss anschließend ebenfalls
seine Zustimmung erteilen, auch hier ist die Ablehnung schriftlich zu begründen. Eine Ablehnung
durch den anderen Fachbereich kann z. B. erfolgen, wenn für die Teilnahme an der Prüfungsleistung
nur beschränkte Plätze zur Verfügung stehen und diese bereits durch eigene Teilnehmerinnen und
Teilnehmer besetzt sind. Dann hat der Fachbereich zunächst dafür zu sorgen, dass die Lehr- und
Prüfungspflichten für die eigenen Studierenden erfüllt werden; darüber hinaus gehende freie Plätze
darf er Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus fremden Fachbereichen aber auch nicht verweigern.
Die Eingangsdaten der jeweiligen Anmeldungen sind dann entsprechend zu berücksichtigen.
7.
Das Fachbereichssekretariat des anderen Fachbereichs leitet die Note an Ihren Fachbereich weiter.
Stand: Juni 2014
66 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
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Vordruck „Zustimmungsverfahren“
Anlage 32 zu § 5 Abs. 4 der Allgemeinen Bestimmungen für Bachelorprüfungsordnungen
Bachelorprüfungsordnungen der
der THM
Anlage
HocHscHuleinHeitlicHer Vordruck: "ZustimmungsVerfaHren"
bei außerHalb des eigenen studiengangs/facHbereicHs
erbracHter Prüfungsleistungen
Formular für die Zulassung zu Leistungen in Modulen, die Sie außerhalb des Studiengangs, in dem
Sie eingeschrieben sind, erbringen möchten, zur Vorlage beim Fachbereichssekretariat/Servicepoint.
BITTE BEACHTEN SIE AUCH DAS MERKBLATT ZUM ZUSTIMMUNGSVERFAHREN, WELCHES SIE MIT IHRER UNTERSCHRIFT
ALS GELESEN UND VERSTANDEN BESTÄTIGEN!
Von der oder dem Studierenden auszufüllen:
Name, Vorname
Matrikelnummer
Fachbereich
 Bachelor  Master
Studiengang
 Diplom
Hiermit beantrage ich die Zustimmung dafür, die Prüfungsleistung
 Wahlpflichtmodul  Pflichtmodul
Dozent/in
im Fachbereich
 Bachelor  Master
 Diplom
Studiengang
CrP
SWS
Modulnr.
Antrag gültig für Semester
durch die Prüfungsleistung
im Fachbereich
Dozent/in
 Bachelor  Master
Studiengang
CrP
SWS
Modulnr.
 Diplom
ersetzen zu können.
Anzahl der bisherigen Prüfungsversuche des Moduls in Ihrem Studiengang
Datum
Stand: Juni 2014
Unterschrift der oder des Studierenden
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Kleine Prüfungsausschusshilfe | 67
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
Vordruck „Zustimmungsverfahren“
Die Zustimmung wird erteilt:
Datum
Fachbereichsstempel / Unterschrift der oder des Prüfungsausschussvorsitzenden
Ihres Studiengangs
Datum
Fachbereichsstempel / Unterschrift der oder des Prüfungsausschussvorsitzenden
des anderen Studiengangs
Von der oder dem Dozent/in auszufüllen:
Frau/Herr
Matrikelnummer
hat an der Prüfungsleistung
Modulnr.
am
Datum
Stand: Juni 2014
68 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
mit dem Ergebnis
(Prozentpunkte) teilgenommen.
Unterschrift Dozent/in
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§ 15a AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES, ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR BACHELORPRÜFUNGSORDNUNGEN
(1)Der Prüfungsausschuss trägt die Verantwortung dafür, dass die Bestimmungen der Prüfungsordnung eingehalten werden.
Er entscheidet über alle das Prüfungsverfahren betreffende Angelegenheiten und hat das Recht, bei Prüfungen zugegen
zu sein. Insbesondere hat er die Verantwortung für folgende Aufgaben:
1. Bestellung der Prüferinnen und Prüfer sowie der Beisitzerinnen und Beisitzer
2. im Einvernehmen mit dem Dekanat die Festsetzung von Prüfungsterminen und Meldefristen
3. Zulassungen zu Modulen und Leistungen
4. Entscheidung über alternative Prüfungsformen nach § 6 Abs. 6 und 7
5. Entscheidung über Versäumnis und Rücktritt nach § 11
6. Entscheidung über Täuschung, Störung und Ordnungsverstoß nach § 11a
7. Entscheidung über Bestehen oder Nichtbestehen von Prüfungen nach § 12
8. Entscheidung zu Wiederholungen von Prüfungen und Anrechnung von Fehlversuchen nach § 13
9. Anrechnung von Modulen und Leistungen sowie der Praxisphase nach § 14
(2)Der Prüfungsausschuss kann Aufgaben an die oder den Vorsitzenden übertragen und sich bei Durchführung seiner Aufgaben,
insbesondere für die laufende Prüfungsverwaltung, der dafür zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fachbereich bedienen.
(3)Entscheidungen des Prüfungsausschusses erteilt die oder der Vorsitzende bzw. ihre oder seine Stellvertreterin oder
Stellvertreter.
(AMB 39/2014)
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 69
4. TEIL: AUFGABEN DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
70 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
IMPRESSUM
REDAKTION:
Ute Bringezu (PA)
AUTORINNEN UND AUTOREN
DIESER AUSGABE:
Dipl.Jur.Univ. Ute Bringezu
Sachgebietsleitung Prüfungsamt
Dipl. Verwaltungswirtin (FH) Bettina Dörr
Abteilungsleitung Studierenden- und Prüfungsservice
Prof. Dr. Peter Hohmann (MNI)
Prüfungsauschussvorsitzender Bachelor
Wirtschaftsinformatik, Campus Friedberg
Dipl. Verwaltungswirtin (FH) Alexandra Kunert
Sachgebietsleitung Prüfungsamt
Prof. Dr. Kristiof Obermann (EI)
Dekan EI, Prüfungsausschussvorsitzender
Studiengänge EI
Prof. Dr. Knut Thielen (WI)
Prüfungsausschussvorsitzender
Wirtschaftsingenieurwesen
HERAUSGEBER
Technische Hochschule Mittelhessen
Der Präsident
Campus Gießen
Wiesenstraße 14
35390 Gießen
Prüfungsamt
Gebäude A13
Räume A 13 1.01 – 1.03
pruefungsamt@verw.thm.de
Sprechzeiten:
Mo – Fr 8.00 – 12.00 Uhr und nach Vereinbarung
FOTOS
Ute Bringezu
Bettina Dörr
Dr. Armin Eikenberg
Marco Gisse
iStock
Petra Kratz
Birgit Kuhl
Jeannette Kuttner-Diehl
Dieter Nehrdich
GESTALTUNG
Prof. Dr. Harald Weigand (KMUB)
Studiendekan, Prüfungsausschussvorsitzender
Bachelorstudiengänge KMUB
sumner groh + compagnie
Kommunikationsgesellschaft mbH & Co. KG
Prof. Dr. Carsten Zack (THM Buisiness School)
Prüfungsausschussvorsitzender Betriebswirtschaft
DRUCK
Druckerei H. Bender GmbH
Hauptstraße 27
35435 Wettenberg
Auflage
500 Stck.
Stand
Oktober 2014
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 71
Foto: © OJO_Images/iStock
72 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
5. TEIL – NACHKLANG
Sehr geehrte Damen und Herren,
© Foto: Dieter Nehrdich, Bettina Dörr
wer im Prüfungsausschuss mitwirkt oder gar dessen Vorsitz
übernimmt, bewegt sich in einem interessanten Spannungsfeld.
Zwischen Praxis und Paragrafen gibt es sehr unterschiedliche
und manchmal herausfordernde Fragestellungen zu lösen. Von
A wie Anrechnung bis Z wie Zulassung hat der Prüfungsausschuss Entscheidungen zu treffen, die mehr oder weniger starke
Auswirkungen für Studierende haben. Viele Themen und Sachverhalte sind für den Prüfungsausschuss Routine, wenn die
Rechtswirkung sich zwangsläufig ergibt, z. B. wenn die Wiederholungsmöglichkeiten einer Prüfung ausgeschöpft sind und der
Prüfungsausschuss feststellen muss, dass die Prüfung endgültig
nicht bestanden wurde.
Immer wieder wird ein Prüfungsausschuss aber auch mit Fragen
konfrontiert, für die er nicht sofort eine Antwort parat hat. Wie kommen Mitglieder des Prüfungsausschusses damit zurecht, wenn ein professoraler Kollege sich auf „Freiheit von Forschung und Lehre“ beruft und
entgegen der Prüfungsordnung Inhalte prüft, die er gar nicht prüfen darf, und eine Studierende deshalb die
Prüfung nicht bestanden hat? Wie darf der Prüfungsausschuss befinden, wenn ein Studierender die Bachelorarbeit schon beginnen möchte, obwohl ihm hierfür noch ein Mathe-Schein als Voraussetzung fehlt?
Von Prüfungsausschüssen wird erwartet, dass sie im Einklang mit der Prüfungsordnung zufriedenstellende Entscheidungen treffen, alle Studierenden gleich behandeln aber auch mal bereit sind, eine Ausnahme zu machen. Die im Einzelfall wünschenswerte, zufriedenstellende Lösung lässt sich dabei manchmal
nicht unmittelbar aus der Prüfungsordnung heraus lesen. Für Vorsitzende und Mitglieder von Prüfungsausschüssen kann es sehr hilfreich sein, sich bei prüfungsrechtlichen Problemstellungen vom zentralen
Prüfungsamt beraten zu lassen. Das Prüfungsamt verfügt über einen Fundus an Spezialwissen, Erfahrungen
und aktuellen Erkenntnissen zum Prüfungsrecht. Es achtet darauf, dass ähnlich gelagerte Sachverhalte
hochschuleinheitlich behandelt werden, damit Studierende sich darauf verlassen können, überall an der
THM gleiche Standards vorzufinden.
Eine weitere Möglichkeit zur Absicherung oder Erweiterung eigener Sichtweisen für Prüfungsausschussvorsitzende und -mitglieder kann der kollegiale Austausch sein.
Hierfür bot das Prüfungsamt in einem ersten Workshop für Prüfungsausschüsse eine Plattform. Die Ergebnisse des Workshops sind in der vorliegenden Broschüre zusammen gefasst. Im Inhalt wird deutlich,
dass für einige der angesprochenen Probleme bereits Lösungen gefunden werden konnten.
Sie sind eingeladen, auch künftig Ihre Erfahrungen, Fragen und Anregungen beim Prüfungsamt kund zu
tun und beim nächsten kollegialen Austausch dabei zu sein.
Bettina Dörr
- Abteilungsleiterin SPS -
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 73
NOTIZEN
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NOTIZEN
Kleine Prüfungsausschusshilfe | 75
Redaktion
Ute Bringezu (PA)
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3
3
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'%
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76 | Kleine Prüfungsausschusshilfe
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Kunst und Fotos
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