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KIRBEPREDIGT 1990 - Kirbeverein Benningen

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KIRBEPREDIGT 1990
Achtung, uffpassa liaba Leut,
Oh G’meinderät, älles mögliche ko vorganga,
heut isch’s wieder mol soweit.
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Verstricha isch ein ganzes Jahr,
seit s’letzt mol Benninger Kirbe war.
Wo mir jetzt senn, am Dengelberg,
steht net mol mehr a Gartazwerg.
Seit’ma Johr senn mor Live dabei,
Des hat ons erst mol irritiert,
ond schaffet wirklich wia die Säu.
bis mir no g’hört henn, ’s wird sanniert.
Jetzt steh mor do ond heulet arg,
Do sollet Wohnunga ond Läda no,
denn balf verreißt’s dr schöne Sarg.
damit mor richtig kaufa ko.
Em Kastanienbaum sollet Vögel nista,
Onser Kirbe war schö deuer,
Platz isch au für d’ Evangelista.
ja des war ons ogeheuer.
Für Pfarrer, Christa ond au Kender,
So mancher Spender wollt’ sich drücka
bauet ’se a Gemeinde-Center.
ond koi Kohle rüberrücka.
Aber, Gott sei Dank, henn mir jo Kopf,
Oh Dengelberg, älles mögliche ko vorganga,
henn Geld neikriagt en onsern Topf.
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Jetzt senn mir an der Station,
Dronda an dr schöna Au,
ond setzet fort die Tradition,
sieht mor au en neua Bau.
als Kirbebuaba, zwanzigjährig,
Dr „Pfisterer“ isch nemme do,
en Teil scho etwas obergärig,
dofür baut „Doblinger“ jetzt no.
en onser Predigt Euch zu saga,
Ond zwar en Park für das Gewerbe,
was sich em Johr hat zugetraga.
bloß net für Benningen, des isch Derbe.
Koinem isch es dort geheuer,
Bevor i afang mei Gedicht,
die Plätz’ die seiet viel zu teuer.
horchet was dr Pfaffer spricht:
„Älles mögliche ko vorganga,
Oh Preise, älles mögliche ko vorganga,
doch d’ Kirbe lasset mit net hanga!“
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Des wichtigst’, hoißt’s, en Dorf ond Stadt,
Henderm Rathaus, über Nacht,
sei angeblich dr Gemeinderat.
henn se d’ Parkplätz überdacht.
Letzt Johr do war au wieder Wahl,
Glaubet’s ons, des isch koi Bluff,
a Haufa Gsichter, was a Qual.
do kommt no a PArkdeck druff.
Vier Alte waret scheint’s frustriert,
Denn die S-Bahn-Parker vom Bottwartal,
die henn gar nemme kandidiert.
send für d’ Anlieger a riesen Qual.
So ginget auf a paar andere Lichter,
Was ons do dran halt missfällt:
dr G’meinderat hat jetzt neue G’sichter.
Warim gibt’s koi S-Bahn bis Obesternfeld?
S’hoißt, neue Besa kehret guat,
drom henn mir uffpasst was sich duat.
Oh S-Bahn, älles mögliche ko vorganga,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Mein Gott, henn die Benninger plärrt,
Diese Mühe hat sich g’lohnt,
als dr Kreis hat „dr Highway“ g’sperrt.
ko jeder stolz sei der do wohnt,
Weil die Stroß isch schmal ond kromm,
denn d’ G’meinde die erhielt en Preis,
baut dr Kreis se oifach om.
für’s schönste Dorf im ganzen Kreis.
Leut, Ihr werdet’s no verleba,
wenn die Stroß isch richtig eba,
Oh Dorf, älles mögliche ko vorganga,
wern ’se dort wie d’ Narra,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Renna dahra mit ihr’m Karra.
Benninga isch so stark g’wachsa,
Oh Narra, älles mögliche ko vorganga,
dass, wenn Du Dir verdrehsch Dein Haxa,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
kosch nemme g’schwend zum Rüter renna,
do muasch dr scho a Taxi nemma.
Des Baua nemmt bei ons koi Ende,
Hoffentlich isch no net z’ spät,
em G’spräch isch jetzt des Hirth-Gelände.
sonst platzet mor aus alle Näht’.
Weg dort, hoißt’s, mit dr Industrie,
Drom fiel em G’meinderat der Beschluss,
g’frogt senn jetzt die Wohnunga wie nie.
dass mor d’ Schul erweitera muss.
Es gibt no sehr viel Naubau-Sacha,
wi i no lang könnt weitermacha:
OSchul’, älles mögliche ko vorganga,
ob Bauhof, Steigle oder Steg,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Sanitärräum am Sportplatz, neue Weg’,
ob neu’s Gewerbegebiet auf em Bild,
Was ons no a bissle quält,
do ond dort a 30er-Schild,
isch, was en Benninga älles fehlt:
ob Tennisplätz’, a neue Halle,
a Kino ond a Riesarad,
baut wird bei ons en jedem Falle.
a Sex-Shop, Sauna, Hallabad,
Doraus folgert sonnenklar:
a Flugplatz, Disco, Fitness-Center,
bei ons bleibt nix so wie’s war.
a Skifkugschanze für do Wenter,
a mittelgroße Eislaufhalle,
Oh Bauwirtschaft, älles mögliche ko vorganga,
a Striptease-Bar mit richtig Dralle,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
a Kurhaus ond für alle Fälle,
a stabile Ausnüchterungszelle.
Dass bei ons nix bleibt wia’s ischd,
haltet einige für en Mist,
Oh Zelle, älles mögliche ko vorganga,
weil die Natur wird teils zerstört,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
der „Bund für Umwelt“ sich empört.
Drom hat mor ’n draußa uff em Feld,
Doch oines onser Stimmung hebt,
a Spielwies’ zur Verfügung g’stellt.
die Kneipaszene isch belebt.
Manch G’meinderat hofft durch den Coup,
Wart’sch uff a S-Bahn ond ’s isch nass,
dass er jetzt vor em BUND hat Ruh’.
zwick’sch em „Express“ a Bier vom Fass.
Ond in dr Bahnhofstroß mehr westlich,
Oh G’meinderät, älles mögliche ko vorganga,
zähl öfters au mol zu de Gäst’ ich,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
weil i nach dr Videothek,
den Tatort ens „Bistro“ verleg’.
Doch au dr Schultes isch für Grün,
I sag ’s Euch, no a Kneipe meh,
lässt onder ’m Ortsschild Geranien blühn.
no isch en Kürz’ mei Leber heh.
Oh Leber, älles mögliche ko vorganga,
Doch weil passiert no mehr em Land,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
en Blick naus über’n Tellerrand.
Bis zu Gorbi ond Glasnost,
Apropos Leber, liaba Gäst’,
gab’s no Deutschland West ond Ost.
do fallt’s mir ei: des Stroßafest!
Vor ma Johr hätt mor mi g’steinigt,
Samstag, Sonntag, Remmi-Demmi,
hätt i g’sagt: mir wär’n vereinigt.
ond die Frog: welchen Stand nemm i?
Innerhalb von kurzer Dauer
Därf’s a mol was griechisch’s sei?
isch se aber g’falla, d’ Mauer.
Oder Fisch vom Angelsportverei’?
Doch des große Freiheits-Los
Oder Pizza, druff isch Schenka?
klappt no net ganz reibungslos.
Oder gang i bloß was drenka?
Erst müaßt ons’re Brieder drüben
Kurz, des Angebot hat’s troffa,
den Kapitalismus üben.
d’ Leut waret gen später bsoffa.
Au mit Westler, zumindest d’ meista,
A Manchen war no montags bleich,
müsset onsern Beitrag leischta.
s’ Fest war vorbei, ond Verei reich!
Drom setzet mir ons dofür ei,
ond brenget dene d’ Kirbe bei.
Oh Stroßafest, älles mögliche ko vorganga,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Oh Stasi, älles mögliche ko vorganga,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Doch jetzt von ons a kurzes Wort,
zum Gscheha hier em örtlicha Sport.
Doch jetzt gnuag der großen Worte,
Dr Wolfgang, onser Kreistags-Geier,
hier an dem hostorischen Orte.
wär so gern Mayer-Vodermaier.
Lasset ons zur Tat jetzt schreita
Doch d’ Fußbäller henn’s ihm vordorba,
ond dem Sarg a End’ bereita.
der Uffstieg, der war plötzlich g’storba.
Sehr wahrscheinlich henn net alla
Ausgerechnet gega Stoina
onsre Predigtsprüchle g’falle.
henn de sich lasse 0:6 ausboina.
Doch so muss a Predigt sei,
Domir war jede Hoffnung g’sonka,
raus mit dr Sproch, fromm, fröhlich, frei.
i glaub die hen z’viel Zielwasser tronka.
I ruaf Euch zua, in diesem Sinne,
b’haltet Euch s’ nächst Versle inne:
Oh Fußbäller, älles mögliche ko vorganga,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Älles mögliche ko vorganga,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
Die Jungs vom Ping-Pong, die hen’s g’rafft,
die Zwoit die hat dr Uffstieg g’schafft.
Schuss – rom ond nom dia weiße Bäll,
die Jungs wirket gar net so schnell.
Denn der Gerd Mast spielt eher statisch,
der Eckhard Böhler mehr apathisch.
Erfolge hat mor trotzdem g’säh,
no isch’s a b’sondere Taktik gwä.
Oh Uffstieg, älles mögliche ko vorganga,
doch d’ Kirbe lasset mir net hanga.
AMEN
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