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Alsenbänkli-Befürworter gehen vor Bundesgericht

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Region
Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen
Donnerstag, 16. Oktober 2014
Heimatschutz hält Gutachten
für mangelhaft
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Horgen Der Heimatschutz
kritisiert die Gemeinde
Horgen gleich zweimal: Sie
habe die Gemeindeversammlung zum Gestaltungsplan
Wannenthal zu früh angesetzt. Der zweite Vorwurf:
Das Gutachten zur Inventarentlassung Wannenthal sei
einseitig.
Schlechte Noten erhält das Gutachten zur Abklärung der Schutzwürdigkeit der Fabrik Wannenthal vom Heimatschutz. Wie die
ZSZ bereits berichtete, hat der
Zürcher Heimatschutz Rekurs
gegen die Entlassung aus dem
kommunalen Inventar eingelegt.
Nun begründet der Heimatschutz
seinen Rekurs in seiner gestern
versandten Medienmitteilung
ausführlich.
Die 1920 erbaute Fabrik im
Zentrum Horgnes sei zweifelsfrei
ein schutzwürdiges Objekt, das
im Besonderen für die Entwicklung der industriellen Produktion
seit den 1890er-Jahren und in der
Zwischenkriegszeit stehe. Das Fabrikgebäude sei daher aussen integral und im Innern in geeignetem Umfang unter Schutz zu
stellen, wofür ein unabhängiges
Fachgutachten beizuziehen sei,
verlangt der Heimatschutz in seinem Rekurs. Den Beizug eines
derartigen Gutachtens hat er
beim Baurekursgericht beantragt.
Nur Argumente für Abbruch
Das Gutachten, auf das sich der
Horgner Gemeinderat in seinem
Entscheid zur Entlassung aus
dem kommunalen Inventar
stützt, zerreisst der Heimatschutz nach Strich und Faden. Es
enthalte schwere formelle und inhaltliche Mängel und sei einseitig
abgefasst. Es führe ausschliesslich Argumente gegen eine
Schutzwürdigkeit und damit für
einen Abbruch auf, wobei diese
Argumente inhaltlich mehrheitlich nicht nachvollziehbar seien.
Gebrauchte
Kleider
abgeben
Die fabrik Wannenthal ist nun gut sichtbar, nachdem das davor liegende Gebäude abgerissen worden ist.
Insgesamt ist es dem Horgner Gemeinderat nach Ansicht des Zürcher Heimatschutzes auch im
zweiten Anlauf nicht gelungen,
die Entlassung aus dem Inventar
zu begründen. Das erste Gutachten wurde im Dezember 2013 zurückgewiesen und es wurde eine
Ergänzung verlangt.
«Ob das Gutachten tatsächlich
schwere Mängel aufweist, wird
das Baurekursgericht entscheiden müssen», kontert der
Horgner Bauvorstand Joggi
Riedtmann (SP). Ausserdem bemängelt der Heimatschutz, dass
der Gemeinderat parallel zu dem
noch ausstehenden Entscheid des
Baurekursgerichts bereits an der
Gemeindeversammlung vom 11.
Dezember über eine Teilrevision
respektive eine Aufhebung des
geltenden Gestaltungsplans für
das Areal Wannenthal abstimmen
lässt. Denn auch dabei gehe es da-
rum, die Schutzbestimmungen
für die Fabrik weitgehend ausser
Kraft zu setzen. Sinnvoller wäre
es gewesen, die Gemeindeversammlung erst nach dem Entscheid des Baurekursgerichts entscheiden zu lassen, meint der
Heimatschutz. «Grundsätzlich
sind die beiden Verfahren, Inventarentlassung und Gestaltungsplan, auseinanderzuhal-
ten», meint Riedtmann. Beide
Verfahren betreffen dasselbe Objekt und beides müsse entschieden sein, um die Fabrik zu ersetzen respektive abzubrechen.
Den Besitzern des Areals Wannenthal, der Oetiker AG, hält
Heimatschutz-Präsident Thomas
Müller vor, sie hätten seit Genehmigung des Gestaltungsplans 2006
nichts zum Erhalt der Fabrik
Bald ist das Alsenbänkli nicht nur
den Thalwilern, sondern auch
den höchsten Richtern der
Schweiz ein Begriff.
Zwei Sympathisanten des
«Überparteilichen
Komitees
zur Erhaltung des Aussichts- und
Ruhebänkli Alsen» gelangen
vor Bundesgericht. Die Anstösser
wollen, dass auf dem Privatgrundstück im Spickel der Alsenstrasse
an der Grenze zu Rüschlikon einst
wieder ein Bänkli steht, und rekurrieren gegen ein Urteil des
Verwaltungsgerichts vom August
2014.
Das Verwaltungsgericht hatte
die Waldabstandslinie auf dem
Alsengrundstück auf zehn Meter
festgesetzt. Dies entgegen dem
Willen der Gemeindeversammlung vom September 2012, die
sich für einen Waldabstand von
30 Metern ausgesprochen hatte.
Die Eigentümer des 1150 Quadratmeter grossen Grundstücks
rekurrierten gegen den Beschluss
der
Gemeindeversammlung,
denn mit 30 Metern Waldabstand
war es ihnen nicht möglich, das
geplante Einfamilienhaus zu rea-
Manuela Matt
unternommen und auch kein Bauvorhaben gemäss geltendem Gestaltungsplan verwirklicht. Rechtsanwalt Rolf Weber, der Sprecher
der Oetiker AG, erklärt dazu, dass
drei Gutachten einerseits die
Schutzwürdigkeit verneinen, andererseits das Gebäude als stark einsturzgefährdet bezeichnen und daher ein Erhalt nicht möglich erscheint.
Gaby Schneider
ÖffeNTlIcHe füHruNG ruND um DIe fABrIk WANNeNTHAl
Im Hinblick auf die Gemeindeversammlung von 11. Dezember lädt der Zürcher Heimatschutz am 25. Oktober zu einer
öffentlichen Führung zur Fabrik
Wannenthal mit anschliessender Diskussion zum Gestaltungsplan ein unter dem Titel:
«Welches Schicksal erfährt die
Fabrik Wannenthal?» Wie Hei-
matschutz-Präsident Thomas
Müller erklärt, werde die Führung nicht ins Innere, sondern
nur aussen rund um das Gebäude führen und von einem
Kunsthistoriker gehalten. Es ist
selten, dass sich der Heimatschutz dermassen aktiv für die
Erhaltung von Bauzeugen einsetzt. Müller erwähnt das Enga-
Alsenbänkli-Befürworter gehen
vor Bundesgericht
THalwil Die Niederlage der
Gemeinde Thalwil vor Verwaltungsgericht hält die Alsenbänkli-Befürworter nicht
auf: Sie fordern nun vom
Bundesgericht, den Waldabstand zu erweitern, um den
Aussichtspunkt zu bewahren.
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lisieren. Das Baurekursgericht
gab ihnen recht. Die Gemeinde
sah sich daraufhin gezwungen,
den Entscheid der Gemeindeversammlung zu verteidigen. Nach
der Niederlage vor Verwaltungsgericht entschloss die Gemeinde
sich, das Urteil nicht weiterzuziehen. «Wenn ihr Rechtsberater
sich wenig Chancen ausrechnet,
ist dieser Entscheid nachvollziehbar», sagt Fredi Wittenwiler,
Sprecher des Komitees und Jurist.
Frage nach Richterkompetenz
Das Komitee jedoch kämpft weiter; es geht ihm nicht länger nur
um den Aussichtspunkt, sondern
darum, rechtliche Ungereimthei-
ten anzukreiden. «Wir wollen uns
mit dem starken Eingriff der Gerichte in die Gemeindeautonomie
nicht abfinden», sagt Wittenwiler.
Beschlüsse einer Gemeindeversammlung umzustossen, sollte
nicht in der Kompetenz von Gerichten liegen. Darüber hinaus
bekundet das Komitee Mühe, die
Vorinstanzen als Planungsbehörde zu akzeptieren: «Die Gerichte
müssten den Entscheid der Gemeindeversammlung zurückweisen. Sie dürfen die Waldabstandslinien nicht selbst festlegen.»
Wittenwiler erwartet, dass das
Bundesgericht diese «Kompetenzüberschreitungen» der ersten beiden Instanzen rügen wird.
Weist das Bundesgericht das Ur-
gement zur Erhaltung der
Genossenschaftssiedlung Seebahnstrasse in Zürich, da habe
der Heimatschutz sogar eine
Publikation verfasst. gs
Führung Wannenthal, Samstag,
25. Oktober, 14 Uhr, Treffpunkt ist
die Kreuzung Zugerstrasse/Schärbächlistrasse, Horgen.
kleidersammlung Vom 22.
bis 30. Oktober führt die Hilfsorganisation Texaid in der Region
die Herbstsammlung durch. Gefragt sind ausgediente Bekleidung
und Haushalttextilien: saubere
Damen-, Herren- und Kinderbekleidung aller Art, Bettwäsche,
Frotteewaren, paarweise gebundene Strassen-, Sport-, Freizeitschuhe und Lederstiefel, Gürtel
und Taschen sowie Feder- und
Daunenbettwaren. Entsprechende Sammelsäcke werden mit der
Briefpost zugestellt.
An Texaid sind zur Hälfte die
sechs Hilfswerke Schweizerisches
Rotes Kreuz, Caritas Schweiz,
Winterhilfe Schweiz, Kolping
Schweiz, Solidar Suisse (vormals
Schweizerisches Arbeiterhilfswerk) und das Hilfswerk der
Evangelischen Kirchen Schweiz
(Heks) beteiligt. Sie und ihre Basisgruppen – regionale Samaritervereine und Kolpingfamilien – erhalten den Grossteil des erwirtschafteten Nettoerlöses. In den
letzten zehn Jahren waren dies
über 30 Millionen Franken, die
wiederum für humanitäre Zwecke hierzulande eingesetzt wurden.
e
www.texaid.ch
Leserbriefe
«Lieber
Naherholung
für alle»
teil des Verwaltungsgerichts im
Sinne des Komitees zurück,
müsste eine weitere Gemeindeversammlung über die Waldabstandslinien beschliessen.
Für den Fall, dass das Bundesgericht den Landeigentümern
recht gibt, hat das Komitee bereits im September 2013 eine weitere Initiative von der Gemeindeversammlung absegnen lassen.
Diese fordert, dass auf dem Alsengrundstück ein offizieller Aussichtspunkt geschaffen wird. Die
Landeigentümer
rekurrieren
auch gegen diesen Gemeindeversammlungsbeschluss. Das Alsenbänkli wird die Gerichte also noch
länger beschäftigen.
Rahel Urech
Offensichtlich wurde Rico Brazerol falsch informiert, wenn er sagt,
die rund 70 Hektaren Landwirtschaftsflächen, die für den
geplanten Golfpark vorgesehen
sind, seien durchgehend von minderer Qualität. Tatsache ist, dass es
im Bezirk Horgen keine grösseren
arrondierten Landwirtschaftsflächen gibt, die eine bessere Qualität
aufweisen, als das Gebiet in der
Beichlen. Ob der Golfpark einen
sinnvollen Beitrag leistet zur Verbesserung der Biodiversität, ist
fraglich, ist doch der Einsatz von
Dünger und Pestiziden auf Golfplätzen an der Tagesordnung. Auf
diesem Gebiet sollen weiterhin
einheimische Nahrungsmittel angebaut werden, und die Kulturlandschaft soll für die Naherholung offengehalten werden.
Gottfried Gachnang,
Horgenberg
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Seele and Geist
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