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Feldstudie Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner 13.10.2014 - Stol

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Feldstudie 2013-14: Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären
Ausbildung von KindergärtnerInnen an der Bildungswissenschaftlichen
Fakultät der Freien Universität Bozen
Auftraggeber: Kindergartensprengel Bozen, Lana, Meran, Neumarkt
Bozen, Oktober 2014
Beatrix Aigner
Jutta Tappeiner Ebner
Feldstudie 2013-14: Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung
von KindergärtnerInnen an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät
der Freien Universität Bozen
Herausgeber:
Kindergartensprengel Bozen, Lana, Meran, Neumarkt
Kindergartendirektion Neumarkt
Franz-Bonatti-Platz 2/3
39044 Neumarkt
Grafik und Satz: Kindergartensprengel Lana
Umschlagseite: Lanarepro Gmbh
Druck: Lanarepro Gmbh
Oktober 2014
Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem, PH-neutralem Papier, 100% recycelbar.
Die Verwendung und der Nachdruck von Texten ist nur mit Angabe der Quelle gestattet.
2
INHALT
Vorwort des Landesrates ...................................................................................................................... 7
Vorwort des Schulamtsleiters............................................................................................................... 7
Vorwort des externen Begleiters ......................................................................................................... 9
Teil 1 - Beatrix Aigner
Entstehung der Feldstudie und zusammenfassende Erläuterung der Ergebnisse
1. Entstehung der Feldstudie .............................................................................................................. 13
1.1. Zeittafel zum Entstehungsprozess ......................................................................................... 13
1.2 Hintergrund der Feldstudie: Fragehorizont............................................................................. 16
1.3 Problemstellungen .................................................................................................................. 16
1.4 Wissenschaftlichkeit ............................................................................................................... 17
2. Begegnung der Führungskräfte des Kindergartens mit dem Praktikumsamt der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen, 14. Dezember 2012 ....... 18
2.1 Kernthemen der Führungskräfte, der Studiengangsleitung und des Praktikumsamtes ........... 18
2.2 Protokoll des Zusammentreffens der Führungskräfte mit dem Praktikumsamt ..................... 18
2.3 Brief an den Dekan der Bildungswissenschaftlichen Fakultät ............................................... 23
3. Auswertung der Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung von
KindergärtnerInnen an der Freien Universität Bozen ............................................................... 25
3.1 Aufbereitungsverfahren der Auswertung................................................................................ 25
3.2. Orientierung an konkreten praktischen Problemen ............................................................... 25
3.3. Selbstermächtigung des Südtiroler Kindergartens: Ein Anliegen „gegen“ die Freie
Universität Bozen?........................................................................................................................ 26
4. Erläuterung der Auswertungsergebnisse ...................................................................................... 27
4.1. Allgemeines ........................................................................................................................... 27
4.2 Vergleichende Gegenüberstellung nach Auswertungskategorien .......................................... 28
4.3. Verbesserungsvorschläge zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung an der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät............................................................................................ 30
4.4 Verknüpfung der Kernthemen ................................................................................................ 32
4.5 Zusammenhangsstruktur des Untersuchungsfeldes ................................................................ 34
4.6 Zusammenfassung: Kernsätze zum Auswertungsergebnis der Urteilsbildung über die
universitäre Ausbildung an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät Brixen.............................. 34
5. Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse für Landesregierung, Schulamt und
Kindergarteninspektorat am 7. Juli 2014 .................................................................................... 36
5.1 Zusammentreffen mit Landesrat Philipp Achammer und den Verantwortlichen von
Kindergarten und Schule .............................................................................................................. 36
5.2 Projektverlauf – Prozessreflexion ........................................................................................... 36
5.3 Vorstellung der Umfrageergebnisse ....................................................................................... 37
5.4 Stellungnahmen zu den Auswertungsergebnissen – Klärung der Rollen ............................... 37
5.5 Zusammenfassung der Diskussion ......................................................................................... 39
3
Teil 2 - Jutta Tappeiner Ebner
Auswertungsergebnis der Feldstudie 2013-14:
Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung von KindergärtnerInnen
an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen
Methodische Hinweise zur Auswertung ............................................................................................ 43
Fragebogen für pädagogische Fachkräfte ..................................................................................... 44
Verteilung und Rücklauf der Fragebögen ........................................................................................ 48
Daten zur Ausgangslage ...................................................................................................................... 50
1. Zuordnung der Fragebögen zu den Universitäten..................................................................... 50
2. Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen: Verhältnis Vollzeit /
berufsbegleitendes Studium .......................................................................................................... 50
Daten zur inhaltlichen Aussage .......................................................................................................... 51
I. Einschätzung der Bildungsqualität ................................................................................................ 51
1. Bündelung der Aussagen in Kategorien ................................................................................... 52
2. Gegenüberstellung der positiven und negativen Wertungen .................................................... 52
3. Grafische Gegenüberstellung.................................................................................................... 53
II. Vollzeitstudium - Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen ............... 55
Positive Wertungen .......................................................................................................................... 55
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien ............................................................................. 56
1.1 Theorie und Praxis.............................................................................................................. 56
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte............................................................. 57
1.3 Organisationsformen der Bildung ...................................................................................... 57
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen ........................................................................ 58
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols ........................................................................ 58
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten........................................................................... 58
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lehrinhalte .................................................................. 58
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums ................................................................ 59
3.1 Praktikum ........................................................................................................................... 59
3.2 Praktikumsamt .................................................................................................................... 59
3.3 Praktikumsbericht............................................................................................................... 59
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität ................................................................ 60
Negative Wertungen ......................................................................................................................... 61
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien ............................................................................. 62
1.1 Theorie und Praxis.............................................................................................................. 62
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte............................................................. 64
1.3 Organisationsformen der Bildung ...................................................................................... 66
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen ........................................................................ 67
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols ........................................................................ 67
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten........................................................................... 68
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte .................................................................. 69
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums ................................................................ 70
3.1 Praktikum ........................................................................................................................... 70
3.2 Praktikumsamt .................................................................................................................... 71
3.3 Praktikumsbericht............................................................................................................... 71
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität ................................................................ 72
4
III. BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM - Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen ..................................................................................................... 74
Positive Wertungen .......................................................................................................................... 74
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien ............................................................................. 75
1.1 Theorie und Praxis.............................................................................................................. 75
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte............................................................. 75
1.3 Organisationsformen der Bildung ...................................................................................... 76
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen ........................................................................ 76
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums ................................................................ 76
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität ................................................................ 76
Negative Wertungen ......................................................................................................................... 77
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien ............................................................................. 78
1.1 Theorie und Praxis.............................................................................................................. 78
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte............................................................. 78
1.3 Organisationsformen der Bildung ...................................................................................... 79
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen ........................................................................ 80
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols ........................................................................ 80
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten........................................................................... 80
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte .................................................................. 80
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums ................................................................ 81
3.1 Praktikum ........................................................................................................................... 81
3.2 Praktikumsamt .................................................................................................................... 81
3.3 Praktikumsbericht............................................................................................................... 81
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität ................................................................ 82
IV. Verbesserungsvorschläge zur Ausbildungsqualität ................................................................... 83
VOLLZEITSTUDIUM – Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen .... 83
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien ............................................................................. 84
1.1 Theorie und Praxis.............................................................................................................. 84
1.2 Vorlesungen -Vermittlung pädagogischer Inhalte.............................................................. 85
1.3 Organisationsformen der Bildung ...................................................................................... 86
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen ........................................................................ 87
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols ........................................................................ 87
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten........................................................................... 88
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte .................................................................. 88
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums ................................................................ 89
3.1 Praktikum ........................................................................................................................... 89
3.2 Praktikumsamt .................................................................................................................... 91
3.3 Praktikumsbericht............................................................................................................... 92
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität ................................................................ 92
4.1 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ........................................................................ 92
4.2 Aufbau und Organisation des Studiums ............................................................................. 92
5
V. Verbesserungsvorschläge zur Ausbildungsqualität.........................................................................
BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM - Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen ..................................................................................................... 95
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien ............................................................................. 96
1.1 Theorie und Praxis.............................................................................................................. 96
1.2 Vorlesungen -Vermittlung pädagogischer Inhalte.............................................................. 96
1.3 Organisationsformen der Bildung ...................................................................................... 97
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen ........................................................................ 97
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols ........................................................................ 97
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten........................................................................... 98
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte .................................................................. 98
Weniger Vorträge und mehr praktische Wissensvermittlung................................................... 98
Mehr Dialog mit den Studenten ............................................................................................... 98
Dozenten/innen und Fachpersonal aus dem Kindergarten an die Uni einladen ....................... 98
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums ................................................................ 99
3.1 Praktikum ........................................................................................................................... 99
3.2 Praktikumsamt .................................................................................................................... 99
3.3 Praktikumsbericht............................................................................................................... 99
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität .............................................................. 100
4.1 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ...................................................................... 100
4.2 Aufbau und Organisation des Studiums ........................................................................... 100
Anhang ............................................................................................................................................... 101
6
Vorwort des Landesrates
Vorwort des Schulamtsleiters
Die Kindergartensprengel Bozen, Lana, Meran und Neumarkt haben eine Umfrage zur
universitären Ausbildungsqualität gestartet. Das Interesse der Akademikerinnen des
Kindergartens, sich an dieser Befragung zu beteiligen übertraf die gesetzten Erwartungen bei
weitem. Die Umfrage verfolgte das Ziel, die Sichtweisen der Akademikerinnen zur
Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung zu erheben und ihren Bedarf mit den
Einschätzungen der Führungskräfte des Kindergartens zu vergleichen, auch um die
unterschiedlichen Positionen und Bedarfsstrukturen sinnvoll aufeinander abzustimmen.
Die Anforderungen an Kindergarten, Schule und Universität sind sehr groß und bedürfen
einer praxisnahen Berücksichtigung der alltäglichen Erfahrungen. In diesem Sinne ist das gute
Zusammenwirken aller Segmente der Bildungssysteme unerlässlich. Das heißt, dass Theorie
und Wissen sich mit den konkreten Fragen und Themen der Beteiligten verbinden müssen.
Es geht heute mehr denn je um die Stärkung der Persönlichkeit, um die Wahrnehmung der
emotionalen Prozesse und der realen Beziehungen und weniger um reine Abarbeitung von
Prüfungsstoff.
Der Aufbau einer koordinierten Dialogstruktur mit allen Beteiligten sollte nun das Ziel
verfolgen, sich auf die komplexen Fragestellungen der Bildung einzulassen und den
Erkenntnisgewinn aus der Praxis in die Wissenschaft mit einzubeziehen. Ausgehend von den
Umfrageergebnissen könnten dabei gezielt Möglichkeiten der Verbesserung von Bildung und
Ausbildung in Betracht gezogen werden. Denn nur in gemeinsamer Anstrengung kann die
zunehmende Komplexität der Bildungsrealitäten sinnstiftend bewältigt werden. Wir wünschen
dem Dialogprojekt gutes Gelingen und danken den Projektleiterinnen für ihr Engagement.
Philipp Achammer
Landesrat
Dr. Peter Höllrigl
Ressortdirektor und Schulamtsleiter
7
8
Vorwort des externen Begleiters
Meinungserhebung zur Ausbildungsqualität ist ein Mittel der Qualitätskontrolle. Sie kann bei
ausreichenden Probandinnen-Zahlen auch bei offener Befragung in der Schnittmenge
subjektiver Einschätzungen allgemein sinnvolle Indikationen erbringen. Sie kann
insbesondere in solchen akademischen Kontexten wichtig sein, die spezifischen lokalen und
regionalen Anforderungen dienen und ihnen helfen, sich auf die Umfeldbedingungen
einzulassen und besonders gut auf die entsprechenden Anforderungen einzugehen. Wichtig ist
offene Meinungsbefragung auch bei Studiengängen mit stark anwendungs- und
praxisbezogenem Anspruch. Beides ist hinsichtlich der Kindergärtnerinnenausbildung an der
Freien Universität Bozen der Fall.
Hochschulhistorisch hat das Verfahren der Meinungsbefragung von Praktikerinnen zum
Verhältnis zwischen ihrer Ausbildung und deren Praxisfähigkeit im Rahmen des Trends zur
“Multiversität” seit den späten 1990er Jahren eine Renaissance erlebt. “Multiversität” ist ein
an der Universität Berkeley in Kalifornien entwickeltes Ausbildungskonzept, das davon
ausgeht, dass Universität nicht nur ein einziger privilegierter Ort ist, sondern überall dort ist,
wo Erfahrungswissen produziert wird. Deshalb geht es darum, dem oft “schweigenden
Wissen” (tacit knowledge), das in Kindergärten und Schulen aus der Praxis heraus entsteht
und unbewusst oft zutiefst humanistische Erfahrungen transportiert, aber im Alltag nicht
ausreichend zu Reflexion und Sprache findet, an der Institution Universität zu
Selbstbewusstsein und Sprache zu verhelfen. Die Universität ist damit der Pol, der
theoretisch-reflexive Bewusstseinsleistungen zum „liebenden Wissen“ (Martha Nussbaum)
der Kindergärtnerinnen erbringt und einen Bewusstwerdungskreislauf in Gang setzt, in den
der andere, gleichberechtigte Pol der Praxis den pädagogischen Kernwertschöpfungsprozess um den sich letztlich alles dreht - einbringt. Die Praxis produziert Erfahrungswissen und trägt
dieses an die Universität, an der es ausgedrückt, bewusst gemacht, dialogisch verarbeitet und
durch Konfrontation mit akademisch anerkannten Methoden und Verfahrensweisen kritisch
hinterfragt wird, um dann wieder bereichert und gestärkt zurückzukehren in den
pädagogischen Alltag. Dann beginnt der Kreislauf von neuem. Er ist nie abzuschließen, und
er hat auch keinen privilegierten Ort, da alle Partner gleichberechtigt und in gegenseitiger
Anerkennung ihre Aufgabe im Gesamtprozess vollziehen. Praxis wird theoretisch
durchdrungen, und Theorie durch Praxis mit Leben erfüllt. Positive Ergebnisse dieses
Kreislauf-Ansatzes der Multiversität zwischen Theorie und Praxis sind Qualitätssteigerung
und Praxisfähigkeit theoretischer Zugänge.
Die Initiatorin dieser Studie, Beatrix Aigner, hatte mich vor einigen Jahren aufgrund ihrer
eigenen Zugänge zu den “postmodernen” Grundlagen der Pädagogik bei Michel Foucault
und der kritischen Systemtheorie dazu eingeladen, den Ansatz der “Multiversität” den
pädagogischen Fachkräften ihres Kindergartensprengels vorzustellen und im Rahmen eines
zweijährigen Fortbildungszyklus die Teilnehmerinnen für neue Blickpunkte der frühen
Bildung durch internationale Vergleichsstudien zu sensibilisieren. Im März 2014 wurde ich
darauf aufbauend von den Projektleiterinnen der Umfrage zur „ Praxisfähigkeit der
universitären Ausbildung“ Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner dazu eingeladen, als externer
Berater die Feldstudie zur Ausbildungsqualität der Kindergärtnerinnen in Südtirol
wissenschaftlich zu begleiten. Sie wurde von den Kindergartensprengeln Bozen, Lana, Meran
und Neumarkt eigenverantwortlich initiiert. Beatrix Aigner, selbst Vertragsprofessorin an der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen und Mitautorin der in
Südtirol geltenden Rahmenrichtlinien für den Kindergarten in Südtirol, war es ein Anliegen,
9
die Meinung und Sichtweise der Praxis in die Ausbildungskonzepte der Fakultät einzubringen
und dabei international anerkannte Verfahren zu berücksichtigen. Ihr Vorhaben wurde vom
damaligen Dekan, Professor Franz Comploi, aktiv unterstützt.
Obwohl ich das Befragungskonzept der vorliegenden Studie nicht mehr mitbestimmen
konnte, weil ich erst relativ spät im Prozess dazustiess, war es für mich ein interessantes und
anregendes Erlebnis, meine Erfahrung zu den Methoden und Anliegen der “Multiversität” mit
den engagierten Autorinnen der Feldstudie, Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner, zu teilen und
dabei von deren “geerdeten” Ansätzen zu lernen. Dabei hatte ich Gelegenheit, auch einige
Kindergärten mit den Autorinnen zu besuchen und die Bildungsphilosophie der neuen
Rahmenrichtlinien aus der Praxisperspektive kennen zu lernen. Dabei lernte ich die Vielfalt
der pädagogischen Kompetenzen in Südtirol schätzen.
Die vorliegende Studie ist meines Erachtens ein Beispiel für gelingende Selbstreflexion
akademischer Ausbildung. Sie zeigt, wie das Bewusstsein für die zunehmende Bedeutung
praxisrelevanter Studiengänge sich erweitert und auf die Nachhaltigkeitsbemühung
akademischer Ausbildung auch nach Abschluss des Studiums gerichtet bleibt. Diese zum Teil
selbstkritische Positionierung der Studienabgängerinnen gereicht der Freien Universität
Bozen zur Ehre, gerade weil sie Schwachpunkte der Akademisierung von pädagogischen
Berufen benennt und damit konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung der Bildungsleistungen
bietet, und zwar durch gemeinsames Weiterdenken und eigenverantwortliches Mitgestalten
der Lebenswelt. Es wäre wünschenswert, dass auch andere Studiengänge, Fakultäten und
Universitäten im Raum der Europaregion Tirol solche Kreislaufverfahren zwischen Praxis
und Theorie fördern und anwenden, in eigenem Interesse, mit Blick auf die großen
Herausforderungen der Zukunftsbewältigung und der zunehmenden Komplexität von
Wirklichkeit.
Santa Barbara und Bozen, im Oktober 2014
Roland Benedikter
Externer Begleiter
10
Teil 1 - Beatrix Aigner
Entstehung der Feldstudie
und zusammenfassende Erläuterung der Ergebnisse
11
12
1. Entstehung der Feldstudie und zusammenfassende Erläuterung der
Ergebnisse
1.1. Zeittafel zum Entstehungsprozess
Oktober 2012
Fortbildung zu Kindergartenpraxis und internationalen Ausbildungsansätzen im
Kindergartensprengel Neumarkt
Problemstellungen der Kindergartenpraxis werden im Fragehorizont der Fortbildung
reflektierender Aneignung zugänglich gemacht. Dabei zeigt sich, dass die
Bildungsphilosophie der Rahmenrichtlinien des Kindergartens und der interdisziplinäre
Wissenschaftsansatz, der heute international als Praxisausbildung u.a. an der Universität
Berkeley vertreten wird, über dieselbe Geisteshaltung verfügen. Insofern war die Fortbildung
der kontextuelle Ankerplatz des theoretischen Hintergrunds und praktischen Zugangs zur
Feldstudie.
14. Dezember 2012
Kernthemen der Führungskräfte des Kindergartens.
Die Begegnung der Führungskräfte des Kindergartens mit dem Praktikumsamt der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen führt zu Fragestellungen,
die Irritation und Unbehagen auslösen und zum Ursprungsmotiv der Feldstudie: Umfrage zur
Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung werden. Nach der Auswertung der Fragebögen
wird sich zeigen, dass die Kernthemen der Führungskräfte und des Praktikumsamtes das
Spektrum der Aussagen der Feldstudie: Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären
Ausbildung vorweg genommen haben.
März 2013
Erste Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung
Die Kindergartendirektorin Dr. Beatrix Aigner ergreift die Initiative, entwirft ein
Befragungskonzept und lädt ihre Kolleginnen zur Mitarbeit ein. Dr. Jutta Tappeiner
übernimmt zusammen mit ihr die Projektleitung. In den Kindergartensprengeln Lana, Meran
und Neumarkt werden Fragebögen zur Erhebung der universitären Ausbildungsqualität an das
gesamte Fachpersonal mit akademischem Titel verteilt. Die Auswertung ergibt, dass es keine
signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Direktionen gibt und die Aussagewerte
sich fast identisch wiederholen. Die Befragten werden zur Präsentation der Ergebnisse
eingeladen. Sie schlagen vor, die Studie auf die Kindergarten-Akademikerinnen des ganzen
Landes auszudehnen und alle Verantwortlichen in das Thema einzubeziehen.
April 2014
Erweiterung der Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung
Die Projektleiterinnen Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner nehmen den Vorschlag der
Akademikerinnen auf, können aber aufgrund des zeitlichen Aufwandes die Studie nicht auf
alle Kindergartensprengel ausdehnen. Um die wissenschaftliche Repräsentativität zu sichern,
wird der Kindergartensprengel Bozen in die Umfrage einbezogen. An alle Akademikerinnen
der Kindergartensprengel Bozen, Lana, Meran und Neumarkt werden Fragebögen verteilt. Sie
unterscheiden sich von der Befragung des März 2013 durch die Erweiterung des Fragebogens.
Es wird eine Bewertungsskala zur universitären Ausbildung eingefügt. Der in den USA tätige
interdisziplinäre Spitzenforscher Roland Benedikter, Vollmitglied des Club of Rome, wird als
externer wissenschaftlicher Berater für das Projekt gewonnen. Er schlägt vor, die Feldstudie
13
auf eine wissenschaftlich ausgewogenere Basis zu stellen und in Kooperation mit der
Universität Bozen zu präsentieren.
4. April 2014
Brief an die Verantwortlichen der Schule und der Universität
Der zuständige Landesrat Philipp Achammer, Schulamtsleiter Dr. Peter Höllrigl,
Kindergarteninspektorin Dr. Christa Messner und die Verantwortlichen der Universität:
Präsident Prof. Dr. Konrad Bergmeister, Rektor Prof. Dr. Walter Lorenz und der Dekan der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät Prof. Franz Comploi werden in einem Schreiben über
die Hintergründe und Ziele der Feldstudie: „Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären
Ausbildung“ informiert und um eine gemeinsame Präsentation der Feldstudie ersucht.
Zugleich wird das Programm der entsprechenden Veranstaltung detailliert vorgelegt. Unter
dem Titel “Kindergarten und Universität im Dialog – Paradigmenwandel der Bildung“
schlagen die Projektleiterinnen der Freien Universität Bozen eine Diskussionsveranstaltung
vor, zu der alle Akademikerinnen, alle Interessierten aus Kindergarten und Schule und der
Lehrkörper der Universität Bozen eingeladen werden sollen.
11. April 2014
Zusage der Verantwortlichen – Gemeinsame Planung
Landesrat Philipp Achammer, Schulamtsleiter Dr. Peter Höllrigl, Kindergarteninspektorin Dr.
Christa Messner und der Dekan Prof. Franz Comploi sprechen sich für die gemeinsame
Präsentation der Studie und das Programm der Diskussionsveranstaltung aus, vereinbaren den
10. Juni 2014 als Veranstaltungstermin und sagen ihre Mitwirkung zu. Der Dekan Prof. Franz
Comploi unterstützt die Initiative, übernimmt die Planung der Veranstaltung zusammen mit
den Projektleiterinnen Dr. Beatrix Aigner und Dr. Jutta Tappeiner, und stellt die Freie
Universität Bozen als Veranstaltungsort zur Verfügung. Die logistische Vorarbeit übernimmt
seine Mitarbeiterin Frau Dr. Claudia De Zolt.
22. Mai 2014
Der Dekan Prof. Franz Comploi versendet die Einladung zur Präsentations- und
Diskussionsveranstaltung (siehe Anhang 1)
Er lädt alle Kindergärten und Schulen zur Präsentation der Feldstudie am 10. Juni 2014 an die
Freie Universität Bozen ein. Die Plakate werden gedruckt und ausgehängt und kündigen die
Veranstaltung offiziell an. Trotz Zustimmung macht sich in Kreisen der Fakultät für
Bildungswissenschaften Widerstand breit. Der Dekan gerät unter Druck einzelner Dozenten
und Dozentinnen. Er schlägt ihnen eine interne Vorbereitung der öffentlichen
Diskussionsveranstaltung vor und lädt die Projektleiterinnen für den 4. Juni 2014 an die
Bildungswissenschaftliche Fakultät nach Brixen zur Präsentation ihrer Studie ein. Der Dekan
versucht auf diesem Weg die Vorbehalte abzubauen. Sein Bemühen schlägt fehl, die
Argumente lauten „Die Präsentation der Studie würde Probleme schaffen.“ Die interne
Vorstellung der Studie an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät am 4. Juni 2014 findet
nicht statt.
27. Mai 2014
Der Rektor Prof. Walter Lorenz interveniert und erwirkt die Absage der für 10. Juni 2014
geplanten öffentlichen Diskussionsveranstaltung (siehe Anhang 1)
Die Projektleiterinnen Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner sind enttäuscht, sie haben viel Zeit
und Energie in die Feldstudie und in die Vorbereitung der Präsentation investiert, willigen
dann aber in die Verschiebung der Veranstaltung ein, obwohl es nach wie vor unverständlich
ist, warum nach erfolgtem Druck der Plakate und Ankündigung der Veranstaltung der
Rückzieher erfolgt. Die Verantwortlichen von Kindergarten und Schule, insbesondere die in
14
der Feldstudie befragten Akademikerinnen fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Es entstand der
Eindruck, man wolle die Ergebnisse seitens der Freien Universität Bozen unter den Tisch
kehren und deren Veröffentlichung und Diskussion verhindern.
5. Juni 2014
Die Projektleiterinnen Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner sprechen beim Rektor vor
Prof. Dr. Walter Lorenz teilt mit, dass er die Veranstaltung nicht unterbinden wolle, sondern
es sich nur um eine Verschiebung handle. Er möchte eine interne Diskussion über die
Auswertungsergebnisse führen, bevor die Öffentlichkeit involviert wird. Deshalb schlägt er
eine interne Präsentation der Studie an der bildungswissenschaftlichen Fakultät in Brixen vor.
Es sei wichtig, eine koordinierte interne Dialogstruktur aufzubauen, um negative
Entwicklungen abzuwenden. Die Auseinandersetzung mit der Praxis und ihren Bedürfnissen
sei für ihn zentral. Aber da niemand von der Freien Universität offiziell ins Projekt involviert
war, müsste es vor der öffentlichen Präsentation eine interne Auseinandersetzung mit den
Ergebnissen geben. Es wird die Vereinbarung getroffen, die Studie Anfang September 2014
intern und ohne Öffentlichkeit an der Fakultät vorzustellen und im Anschluss die öffentliche
Präsentation der Studie gemeinsam vorzunehmen.
Am 7. Juli 2014
Präsentation der Auswertungsergebnisse im Ressort für Schule, Kultur und Integration
Der Landesrat Philipp Achammer lädt die Projektleiterinnen Beatrix Aigner und Jutta
Tappeiner dazu ein, die Ergebnisse der Feldstudie dem Schulamtsleiter Dr. Peter Höllrigl und
der Kindergarteninspektorin Dr. Christa Messner sowie den involvierten Direktorinnen
Martha Eberhard und Christine Oberhofer zu präsentieren. Die Projektleiterinnen erhalten den
Auftrag, den Rektor um Terminvorschläge für die interne Vorstellung der
Auswertungsergebnisse an der bildungswissenschaftlichen Fakultät Brixen (Anfang
September 2014) und für die öffentliche Präsentation der Feldstudie (Anfang Oktober 2014)
zu ersuchen.
1. August 2014
Der Rektor Prof. Walter Lorenz wird um Terminplanung ersucht
Per E-Mail ersucht die Projektleiterin Beatrix Aigner den Rektor am 1. August 2014, die
Terminplanung laut Vereinbarung mit der Bildungswissenschaftlichen Fakultät vorzunehmen
und den Weg für einen gelingenden Dialog zu bahnen.
15
1.2 Hintergrund der Feldstudie: Fragehorizont
Die selbstwirksame Auseinandersetzung mit den Denkgewohnheiten und Gefühlslagen der
Kindergartenpraxis ist Voraussetzung für die periodisch notwendige Selbsterneuerung von
Ausbildungsgängen. Es geht um die Schaffung einer kreativen Ordnungskultur, die die
Verantwortlichen der Ausbildung zum Eingehen auf Praxis befähigt. Dafür müssen die
unsichtbaren Fallstricke des Gewohnten gelöst und das Labyrinth blind gefügter Identität
durch eigenwirksame Selbstbezüge ersetzt werden. Wissenschaft ist dazu berufen, das
Unbegriffene systemkritisch zu durchdringen, die Ereignismacht des „Altbewährten“ zu
hinterfragen, das pädagogische Handeln aus der Fessel des Unbewussten zu lösen und die
institutionellen Routinen der Bildung dem Bewusstsein zugänglich zu machen. Es geht heute
mehr denn je darum, das Spektrum wissenschaftlicher Theoriebildung für die Neuentdeckung
der Wirklichkeit einzusetzen und die Zukunft mitzugestalten. Um aber Theorie als
Referenzrahmen der Lebenspraxis zu entfalten und ihren Möglichkeitssinn denkend,
handelnd, fühlend aufzuschließen, müssen den Protagonisten und Protagonistinnen der Lehre
die Realitäten zugänglich sein. Emotional beschnittene Intelligenz vermeidet Berührung,
weicht Begegnung aus, schüttelt Kreativität von sich ab, erstarrt im Kontrollwahn, erhebt den
leidenschaftslosen Buchstaben zum Gesetz der Seele. Der brave Funktionär des
Wissensbetriebes ist der eigentliche Gegenspieler der Lehre. Wird der schöpferische Ursprung
des Denkens auf Wissenssammlung und bloße Wiedergabe festgenagelt, dann versandet die
Spielfreude des freien Geistes in der Öde des Lebensfremden. Sich auf eigenes Dasein
beziehen zu können, ist für sinnbezogenes Lernen elementar. Bildung hat den Auftrag, der
Nabelschau des Provinziellen entgegen zu wirken, ohne jedoch den besonderen Wert des
Eigenen, der traditionellen Bezüge, der landeseigenen Kultur zu schmälern.
1.3 Problemstellungen
Mit diesem Gedanken lud Beatrix Aigner im Herbst 2012 den späteren wissenschaftlichen
Berater der Feldstudie Roland Benedikter zu einer Fortbildung für die pädagogischen
Fachkräfte ihres Sprengels ein. Von ca. 300 Mitarbeiterinnen ihres Kindergartensprengels
Neumarkt erhielten 30 Fachkräfte die Möglichkeit, den Kurs zu besuchen, vorwiegend
Akademikerinnen. Beatrix Aigner wollte zusammen mit den Fachkräften des Kindergartens
und dem Wissenschaftler Roland Benedikter über das komplexe Verhältnis von Ich und Du,
Individuum und Gesellschaft, Selbstsein und Fremdsein, Liebe und Gewalt nachdenken. Als
Einstieg wählte Benedikter das existentielle Engagement von Janusz Korczak für die
jüdischen Kinder.
Ausgehend von Janusz Korczak führte der Erkundungsweg Benedikters zu Humboldts
Menschenbild, um dann im scharfen Kontrast zum europäischen Humanitätsideal der Bildung
die einflussreichsten Zukunftsmacher der Forschungs- und Erziehungsmächte Amerika und
China zu skizzieren, aber auch neue Ansätze der Praxisausbildung, wie das Konzept der
„Multiversität“. Es versteht sich als Kreislaufmodell zwischen dem von der Praxis
produzierten „impliziten Wissen“ oder „stummen Wissen“ („tacit knowledge“) und der
Bewusstseinsleistung der Universität. Sie sorgt dafür, dass pädagogisches Handeln Sprache
erhält, reflexiv wird und dann wieder als selbstermächtigtes Fühlen, Denken und Handeln in
die Praxis zurückkehrt. Beide, Praxis und Universität, sind zwei gleichberechtigte Pole im nie
abschließbaren Prozess der Wissensproduktion, -anpassung und –verfügbarmachung, so
Benedikter.
16
Im Fortgang der Auseinandersetzung wurde deutlich, dass der Prozess des Lebendigen nicht
über technische Strategie allein zu erreichen ist. Neugier und Kreativität legen die Basis für
die emotionale Nähe zum Kind. Authentische Beziehung verzichtet auf Selbst-Objektiverung
und die Beherrschung des Daseins durch einseitige Rationalisierung. Theorien müssen
Inspiration sein, Anhalt für Innovation und Kreativität bieten, existentiell Bedeutsames den
Selbstbezügen zugänglich machen, Lösungswege und Bewältigungsstrategien anbahnen.
1.4 Wissenschaftlichkeit
Die Dialektik von Selbstbezug: Vertiefung in das eigene Dasein und von Weltbezug:
Öffnung für den Prozess der Globalisierung lief im Fortbildungskurs auf einen
Erkenntnisgewinn zu, der die Rätselhaftigkeit und die Verletzlichkeit des Lebens gegen
objektivierbare Sachverhalte und Machbarkeitsdenken setzte. Die einhellige Einsicht war: Der
Zugang zu den schöpferischen Quellen des Ich ist nur über innere Unangepasstheit zu
erreichen, die Freiheit ist weder lernbar noch lehrbar, sondern Grundzug des freien Geistes.
Die Offenheit für den unzähmbaren Moment der Neugier ist Benedikters Forschungsdenken
inhärent. Insofern gilt er als Vordenker eines interdisziplinären Paradigmas, das der
Wissenschaft eine geradezu revolutionäre Wandlungskraft zumutet. Sein Heimatbezug zu
Südtirol (er war ehemaliger persönlicher Referent des Landesrates für Schule und Kultur Dr.
Bruno Hosp) und seine Weltoffenheit umspannen die Dialektik einer Polarität, der sich
Bildung stellen muss, unabhängig davon ob es sich um die Institution des Kindergartens, der
Schule oder der Universität handelt. Aus diesem Grund wurde er darum gebeten, als
wissenschaftlicher Berater des Projektes: „Feldstudie: Umfrage zur Praxisfähigkeit der
universitären Ausbildung“ zu fungieren, was er im Rahmen seiner eingegrenzten
Zeitverfügbarkeit annahm. Aufgrund seiner Arbeit in den USA musste sich seine Mitarbeit
auf Hinweise zu Methodologien der Umfrage, wissenschaftliche Absicherung sowie auf
Beratung bei Einzelfragen beschränken.
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2. Begegnung der Führungskräfte des Kindergartens mit dem
Praktikumsamt der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien
Universität Bozen, 14. Dezember 2012
Die unmittelbare Motivation zur Durchführung der „Feldstudie: Umfrage zur Praxisfähigkeit
der universitären Ausbildung von KindergärtnerInnen an der Bildungswissenschaftlichen
Fakultät Bozen“ geht auf die Begegnung der Führungskräfte des Südtiroler Kindergartens mit
dem Praktikumsamt der Fakultät für Bildungswissenschaften zurück. Am 14. Dezember 2012
fand auf Initiative der Kindergarteninspektorin Dr. Christa Messner ein Austauschtreffen statt,
bei dem zentrale Problemstellungen der Führungskräfte des Südtiroler Kindergartens und der
Verantwortlichen des Praktikumsamtes der Fakultät in den Fokus der Aufmerksamkeit
gestellt wurden. Das Protokoll macht Kernkonflikte der Beteiligten sichtbar und verweist bis
heute auf den Geschehniszusammenhang einer wie auch immer prekären Realität, die nicht
nur erfahrungsbedingte, sondern auch politisch institutionalisierte Komponenten umfasst. Sie
sind das Spiegelbild einer Praxis an der Fakultät, die ihrer kulturellen Gewordenheit nicht
mehr Herr zu werden und die Verantwortungsträger auf zentralistisch regulierte
Ablaufordnungen festzulegen scheint. Die Verfügungsgewalt über Bildung und Lehre ist
offenbar an den Status von Ministerialdekreten delegiert. Diese schreiben den
Bildungswissenschaften beamtengleiche Organisationsabläufe vor. Das Protokoll der
Begegnung vom 14. Dezember dokumentiert eine höchst bizarre Kommunikation, die den
Kernkonflikt des Interaktionsprozesses offen legt.
2.1 Kernthemen der Führungskräfte, der Studiengangsleitung und des Praktikumsamtes
Dem Protokoll: „Zusammentreffen der Führungskräfte des Südtiroler Kindergartens mit dem
Praktikumsamt der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen“ (siehe
unten) sind die Kernfragen zu entnehmen, die im Zentrum standen. Das Themenspektrum
deckt sich im Wesentlichen mit den Problemkonstellationen, die dem Aussagenkomplex der
Feldstudie zugrunde liegen. Allerdings sind die Blickpunkte der Problematisierung je nach
Berufsposition und institutioneller Rolle anders konnotiert und werfen Licht auf die
Zusammenhangsstruktur des Geschehens. Die Korrelation zwischen den Themen der
Führungskräfte und der pädagogischen Fachkräfte springt förmlich ins Auge. Die
Fokussierung fasst Bedeutungsstruktur und Deutungsform und zeichnet nach, was in dieser
Begegnung der Sprachlosigkeit anheim fiel und dann als Ursprungsmotiv der Feldstudie nach
Sprache rief.
2.2 Protokoll des Zusammentreffens der Führungskräfte des Südtiroler Kindergartens mit dem
Praktikumsamt der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen,
14. Dezember 2012
Teilnehmerinnen: Kindergarteninspektorin Dr. Christa Messner
Studiengangsleiterin: Prof. Dr. Annemarie Saxalber
Verantwortliche des Praktikumsamtes: Ulrike Pircher, Dr. Renate Kollmann, Renate Herbst,
Brigitte Pallua
Führungsteams der 7 Kindergartensprengel (Direktorinnen, Vizedirektorinnen und
Projektbegleiterinnen der deutschen Kindergärten): Beatrix Aigner, Martina Dorfmann,
Martha Eberhart, Dagmar Erlacher, Bernadette Grießmair, Herta Kuntner, Karin Neumair,
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Gerda Paulmichl, Olga Pedevilla, Claudia Pichler, Margareth Rabanser, Vera Rellich, Martha
Schatzer, Jutta Tappeiner, Waltraud Tinzl
Moderation: Dozentin Ursula Primus
Ort: Fakultät für Bildungswissenschaften, Brixen
Zeit: 14.12.2012, 9 bis 13 Uhr
Tagesordnung
Einführung in den neuen Masterstudiengang - Neuregelung des Praktikums
Pädagogische Schwerpunkte der Kindergartensprengel
Kooperation: Weiterentwicklung der Vernetzung
KERNTHEMA I: VERNETZUNG DES KINDERGARTENS MIT DER UNIVERSITÄT
Einführung in den Masterstudiengang – Neureglung des Praktikums
Das Engagement der Kindergarteninspektorin Dr. Christa Messner für die Vernetzung von
Kindergarten und Universität führt jedes Jahr zur Zusammenkunft der Führungskräfte des
Südtiroler Kindergartens mit dem Praktikumsamt der Fakultät für Bildungswissenschaften in
Brixen. Die Inspektorin unterstreicht das Kooperationsanliegen und fordert die
Führungsteams der Kindergartensprengel zur aktiven Teilnahme auf: „Das Austauschtreffen
versteht sich als Baustein, die Zusammenarbeit zu vertiefen und die Vernetzung zu
verstärken. Deshalb ist es wichtig, dass die Konzepte und aktuellen Schwerpunkte der
einzelnen Kindergartensprengel auch vorgestellt werden.“ Ziel ist die Einführung in den
neuen Masterstudiengang durch die Studiengangsleiterin der Bildungswissenschaften für den
Primarbereich Prof. Dr. Annemarie Saxalber. Die Einführung in die Neukonzeption des
Praktikums obliegt den Verantwortlichen des Praktikumsamtes. Die Moderation der
Austauschprozesse erfolgt durch die Dozentin und langjährige Co-Verantwortliche des
Praktikumsamtes Dr. Ursula Primus.
Frau Professor Saxalber erläutert die organisatorisch-formalen Aspekte der Neuregelung des
5-jährigen Laureatstudiengangs. Die Verantwortlichen des Praktikumsamtes stellen
anschließend das neue Konzept des Praktikums vor, das von einer Fachgruppe, in der die
Kindergartendirektorin Hilde Kofler und die Kindergarteninspektorin Dr. Christa Messner
vertreten waren, erarbeitet wurde.
KERNTHEMA II: BERÜCKSICHTIGUNG DES KINDERGARTENS
Im Anschluss an die Referate werden als Echo der Führungskräfte des Kindergartens kritische
Stimmen laut: Welches sind die Visionen, die pädagogischen Ziele der neuen Ausbildung?
Gibt es eine tragfähige Verbindung von Praxis und Theorie? Verfügt der Lehrkörper der
Universität über Experten/innen in der Kindergartenpädagogik, die den Studierenden einen
reflektierten Zugang zu angewandten Kernfragen der frühkindlichen Bildung ermöglichen?
Die Studiengangsleiterin Prof. Annemarie Saxalber bedauert, dass sie zu spezifischen Fragen,
die auf den Kindergarten bezogen sind, die Antwort schuldig bleiben muss, da sie aus der
Schulwelt kommt. An Folien ihrer Vorlesung stellt sie sodann dar, wie sie das Konzept der
Sprache den Studierenden nahe bringt, welche Ziele ihre Lehre leiten. Der lebendige Prozess
der Kommunikation, wie ihn der Kindergarten lebt, bleibt davon unberührt.
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KERNTHEMA III: FREMDBESTIMMUNG - FUNKTIONSPFLICHT
Bezogen auf die kritischen Fragen der Vertreterinnen des Kindergartens gibt die Professorin
zu bedenken, dass die Universitätsordnung an die Zentralmacht Roms gebunden ist und die
Bildungswissenschaften insofern strikten Regelungsmechanismen unterliegen, die wenig
Spielraum für Selbstbestimmung und praxisbezogene Mitgestaltung der Studienordnung
zulasse. Ihres Erachtens sei die Trennung von Theorie und Praxis im akademischen
Lehrsystem Italiens besonders ausgeprägt. Die kulturell geprägten Unterschiede des
deutschen, ladinischen und italienischen Bildungsverständnisses erschweren zudem die
Interessenabstimmung an der Fakultät. Eine angemessene Berücksichtigung der
bildungsspezifischen Bedarfslagen stoße an kulturelle Grenzen, auch hinsichtlich der
Berufungsverfahren. Diese Problematik betreffe nicht nur den Kindergarten, sondern ebenso
den Schulbereich. Aus Sicht der Studiengangsleiterin müsste auch die Didaktik des
Unterrichts eine fachwissenschaftliche Differenzierung und Stärkung erfahren.
Sorge um die Ausbildungsqualität
In den Reihen des Kindergartens breitet sich Besorgnis aus: “Wie sollen die Abgängerinnen
der Universität beim Eintritt in das Berufsfeld über die erforderlichen Grundkompetenzen
verfügen, wenn eine fachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit den praxisrelevanten
Themen der frühen Kindheit nicht gewährleistet ist?“ Die Studiengangsleiterin bekundet
Verständnis gegenüber der Frage. Aus ihrer Sicht gäbe es jedoch keine einfachen Lösungen,
da den Verantwortlichen der Universität Bozen vielfach die Hände gebunden sind und die
Grundsatzentscheidungen über die Inhalte der Lehre und die Organisation des Studiums im
Ministerium fallen.
Frau Prof. Saxalber bedauert, dass sie die Diskussion nicht weiter vertiefen könne, da sie zur
Fakultätssitzung eilen müsse.
Der Dekan Prof. Franz Comploi kommt für kurze Zeit in die Runde, begrüßt die Kooperation
von Kindergarten und Universität, bedankt sich für das Engagement der Inspektorin und hebt
die gute Arbeit des Praktikumsamtes hervor. Aber auch er hat nicht viel Zeit, da die
Fakultätssitzung ohne ihn nicht beginnen kann.
KERNTHEMA IV: INDIVIDUALISIERUNG – WISSENSANHÄUFUNG
Pädagogische Schwerpunkte der Kindergartensprengel
Im Anschluss nehmen die Kindergartendirektorinnen auf die Schwerpunkte der
pädagogischen Entwicklungen in ihren Sprengeln Bezug und skizzieren kurz ihr
Fortbildungsprogramm.
Herausforderung: Individualisierung - Begleitung der Bildungsprozesse
Die Individualisierung der Lernprozesse stellt sich in allen Sprengeln als größte
Herausforderung dar. Die Vermittlung von Wissen nützt wenig, da die Wahrnehmung der
emotionalen Prozesse den lebendigen Bezug zum Kind voraussetzt. Grundlegend sei die
Beziehungsebene, die Art des Dialoges mit sich selbst und dem Kind. Schlüsselkompetenz
des pädagogischen Handelns ist ein reflektierter Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte,
ein selbstbewusster Zugang zur eigenen emotionalen Verfasstheit. Damit eine emotional
tiefgehende Revision der lebensprägenden Bildungswege gelingen kann, sind alle Sprengel
bestrebt, einen wirksamen Unterstützungsrahmen für die aktive Auseinandersetzung mit den
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persönlichen Werten und Haltungen zu schaffen. Ausgewählte Experten und Expertinnen der
Kindergartenpädagogik begleiten den Lernprozess der Fachkräfte.
Im Zentrum der Fortbildungen und der pädagogischen Begleitung steht die
Persönlichkeitsbildung, da sie die Basis der Qualitätssicherung ist. Dieses Konzept stellt hohe
Anforderungen an die pädagogische Führung und die Begleitung der Teamprozesse vor Ort.
Aber es gibt keinen anderen Weg zum schöpferischen Prozess der Bildung. Insofern ist der
Paradigmenwandel der Bildung nur durch den eigenwirksamen Wandel der Persönlichkeit zu
erreichen. Diesbezüglich scheint der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien
Universität Bozen der Boden zu fehlen. Wissensanhäufung und Prüfungslernen sind der
Autonomie des Subjekts nicht zuträglich. Verbindlicher geistiger Erwerb der Bildungsgüter
baut auf gelebten Werthaltungen auf.
KERNTHEMA V: WIRKSAMKEIT DER UNIVERSITÄREN AUSBILDUNG
Praxisfähigkeit – fachwissenschaftliche Auseinandersetzung
Professionalität im pädagogischen Feld ist auf eine hohe Entwicklungsbereitschaft aller
Beteiligten angewiesen. Gerade in dieser Hinsicht scheinen jedoch die Abgängerinnen der
Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen beim Eintritt ins Praxisfeld des
Kindergartens überfordert. Es lässt sich vermuten, dass die Fakultät wenig Sensibilität für die
emotionalen Prozesse ihres Ausbildungssystems entwickelt und somit die Akademiker/innen
auf die Herausforderung der Individualisierung nicht angemessen vorbereitet sind. Es ist
jedenfalls verwunderlich, dass es zwischen den Fachkräften mit Universitätsabschluss und
den Fachkräften ohne jede Ausbildung in der Praxis des Südtiroler Kindergartens keinen
Unterschied zu geben scheint. Wenn die Reflexion der pädagogischen Prozesse und die
argumentative Begründung des pädagogischen Handelns gefordert sind, so ist eine auffällige
Sprachlosigkeit zu beobachten, und das „Nachmachen“ überwiegt. Es wird die Meinung
geäußert, dass pädagogische Kompetenz nicht von den Studienvoraussetzungen bestimmt
werde, sondern ausschließlich vom persönlichen Engagement der pädagogischen Fachkräfte.
Im Einführungsprozess der Berufseinsteigerinnen sei zu beobachten, dass es große
individuelle Unterschiede hinsichtlich des pädagogischen Engagements gibt und die
didaktische Kompetenz offensichtlich in keinem Zusammenhang mit der Ausbildungsform
steht. Schlussfolgerung ist, dass man in diesem Fall auf eine fundierte Berufsausbildung
verzichten und sich die Kosten der Ausbildung ersparen könnte.
KERNTHEMA VI: FUNKTIONELLES PROFIL – TYPOLOGIE DES VERHALTENS
Im weiteren Diskussionsverlauf wird eine allgemeine Unzufriedenheit laut, die sich an
folgender Einsicht nährt:
Das Berufsverhalten der Universitätsabgängerinnen an der Bildungswissenschaftlichen
Fakultät der Freien Universität Bozen lasse weder auf eine angemessene didaktische
Vorbereitung auf die Bildungspraxis, noch auf eine fundierte Auseinandersetzung mit
fachwissenschaftlichen Theorien schließen. Es seien nämlich irritierende, über Jahre
beobachtbare Verhaltenstendenzen zu bemerken, die einer Gesamtcharakteristik entsprechen.
Die Charakterisierung ist nicht mit der subjektiven Erlebnisqualität und Einzelleistung der
Universitätsabgängerin gleich zu setzen, sondern filtert aus der Vielfalt und Verschiedenheit
der Interaktionen ein typologisches Muster heraus, das in stark verkürzter Zeichnung das
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Erfahrungssubstrat aus der Führungsperspektive wiedergibt und durch folgendes Bild die
Typologie der Brixner Universitätsabgängerin umreißt:
Im Fokus des beruflichen Engagements stehen vielfach die formalen Aspekte der
Kindergartenorganisation (Tagesablauf, Register führen, Arbeitssicherheit…),
während die selbstreflexive Auseinandersetzung mit den pädagogischen Prozessen
und didaktischen Fragen in den Hintergrund tritt.
Es fällt eine Neigung zur Übernahme der konventionellen Bildungsformen auf.
Das Bedürfnis zum störungsfreien Mitvollzug des Gegebenen ist groß. Abgrenzung
und Selbstpräsenz fallen offenbar schwer.
Innovative Impulse mit Blick auf eine neue Lernkultur dringen kaum bis zur
eigenwirksamen Mitgestaltung der Kindergartenorganisation durch. Bildungsvisionen
und pädagogische Ziele werden in Wort und Schrift gesetzt, finden jedoch häufig
keine Verbindung zum dialogischen Prozess der Bildungspraxis.
Die psychische Organisation der Persönlichkeit scheint auf ein funktionelles Profil
festgelegt, die Sinnebene des Lebendigen ist weitgehend abgeblendet.
Eine Konfrontation mit ungeregelten Emotionen und kontextuellen Konfliktstoffen
wird nach Möglichkeit gemieden, das „Nette“ der Oberflächenharmonie überwiegt.
KERNTHEMA VII: SPALTUNG VON PRAXIS UND THEORIE
Trennung von Praxis und Theorie
Die Verantwortlichen des Praktikumsamtes der Bildungswissenschaftlichen Fakultät greifen
das Thema der Berufsqualifikation auf und drücken ihr Bedauern darüber aus, dass das
universitäre Lehrsystem einer Verbindung von Praxis und Theorie entgegen wirke. Es fehle
der innere Zusammenhang. Alles laufe irgendwie nach Organisationsplan, aber ein inhaltlich
koordiniertes Zusammenwirken der einzelnen Segmente sei nicht vorgesehen. Es müsste ein
zielbestimmtes Miteinander, eine Kultur des Dialoges und der pädagogischen Vision
angestrebt werden. Sie selbst hätten sich mehrfach erfolglos bemüht, zwischen dem
Praktikumsamt und dem akademischen Lehrkörper einen fachlichen Austausch in die Wege
zu leiten. Aus der Sicht des Praktikumsamtes ist es notwendig, zwischen den Ereignissen im
pädagogischen Feld und dem Theorieerwerb der wissenschaftlichen Lehre einen
Sinnzusammenhang herzustellen.
Das Scheitern ihres Bemühens bringt eine weitere Ungereimtheit ans Licht: Warum sind die
Bewertungskriterien der universitären Auswahlverfahren so beschaffen, dass die Feld- und
Fachkompetenz nichts zählt? Warum hat eine Dozentin wie zum Beispiel Dr. Ursula Primus,
langjährige Leiterin des Praktikumsamtes, keine Chance, einen Lehrauftrag zu erhalten,
obwohl sie über eine fundierte theoretische Fachkenntnis und herausragende Feldkompetenz
im Bereich des Kindergartens verfügt? Die Direktorinnen entscheiden, einen diesbezüglichen
Appell an den Dekan zu richten.
KERNTHEMA VIII: INNOVATION - TRADITIONSSICHERUNG
Die Verantwortlichen des Praktikumsamtes teilen mit, dass sie bemüht sind, innovative
Schritte zu setzen. Sie sind dabei, eine Lernwerkstatt zur Gestaltung der Weihnachtsfeier an
der Universität einzurichten und holen auch aus dem Feld Expertinnen herein, die zur
Gestaltung der religiösen Bildung und der existentiellen Selbsterfahrung die Legemethode
anwenden.
22
KERNTHEMA IX: PARADIGMENWANDEL – WEG DES NEUEN
Kooperation – Weiterentwicklung der Vernetzung
Die Moderatorin Ursula Primus schlägt den Teilnehmerinnen eine Ideensammlung vor, die
auf das konstruktive Zusammenspiel von Südtiroler Kindergarten und
Bildungswissenschaftlicher Fakultät Brixen gerichtet sein soll. Die Inspektorin legt auf einen
Einbezug der Grundschule wert. Frau Primus unterstreicht das Anliegen, durch einen
Schulterschluss von Grundschule und Kindergarten die Praktikumsämter
sprachgruppenübergreifend zusammen zu führen und dafür auch Ansprechpartner im
Schulamt zu gewinnen. Die Gleichwertigkeit der Schulstufen muss gegeben sein. Es sind
auch noch Klärungen auf Fakultätsebene erforderlich und es ist das Einvernehmen mit der
Studiengangsleitung und dem Dekanat zu suchen.
Die Ideensammlung der Teilnehmerinnen führt zum thematischen Schwerpunkt:
„Individualisierung der Bildungsprozesse“ und zur Entscheidung, im Jahr 2013 wiederum ein
Austauschtreffen an der Bildungsfakultät abzuhalten und so eine vertiefte Auseinandersetzung
mit den Kernfragen der Bildung zu fördern. Wenn die Freie Universität Bozen der
Praxisfähigkeit zu wenig Rückhalt bietet, so müssten eben die Führungskräfte des
Kindergartens umso mehr Einsatz zeigen und den Innovationsprozess durch enge Kooperation
mit den Praktikumsämtern absichern.
Die Führungsteams der Kindergartendirektionen werden von der Inspektorin aufgefordert,
innerhalb Februar 2013 ihre Anregungen zur Themengestaltung des nächsten
Austauschtreffens einzubringen. Die Inspektorin und die Moderatorin versichern, sich um
eine möglichst breite Beteiligung der Verantwortlichen von Kindergarten, Schule und
Universität zu bemühen und den Vernetzungsprozess zielstrebig weiter zu treiben, ganz im
Sinn des Dialoges und des gemeinsamen Lernweges.
Für das Protokoll
Beatrix Aigner
Brixen, am 14. Dezember 2012
2.3 Brief an den Dekan der Bildungswissenschaftlichen Fakultät
In der nachfolgenden Konferenz der Kindergartendirektorinnen wird das Thema der
universitären Ausbildung wieder aufgenommen. Ausgehend von den Diskussionen mit den
Verantwortlichen des Praktikumsamtes und der Feststellung, dass es im Lehrkörper der Freien
Universität Bozen Dozenten und Dozentinnen braucht, die über Fachkompetenz der
Kindergartenpädagogik verfügen, wird gemeinsam entschieden, einen diesbezüglichen Appell
an die Freie Universität Bozen zu richten. Der Brief an den Dekan Prof. Franz Comploi wurde
von den Direktorinnen Beatrix Aigner, Herta Kuntner, Christine Oberhofer- Wegher,
Marianne Holzeisen-Bauer, Martha Schatzer-Delueg, Hilde Kofler-Dolliana, Olga PedevillaObwegs und der Inspektorin Christa Messner am 10.03.2013 unterzeichnet an die Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen gesendet.
23
AUTONOME PROVINZ BOZEN - SÜDTIROL
PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO - ALTO
ADIGE
Dipartimento
istruzione e formazione tedesca
Bildungsressort
Kindergarteninspektorat
Ispettorato per le scuole dell`infanzia
Dekan der Fakultät für Bildungswissenschaften
Prof. Dr. Franz Compoi
Regensburger Allee 16
39012 Brixen
Prot. Nr. CM/MP/32.01.08
Bozen, 10.04.2013
Bearbeitet von:
Margit Perwanger
Tel. 0471 417652
margit.perwanger@schule.suedtirol.it
Zur Kenntnis:
Landesrätin Dr. Sabina Kasslatter Mur
Schulamtsleiter Dr. Peter Höllrigl
Lehrauftrag Dr. Ursula Primus
Sehr geehrter Herr Dekan,
beim Treffen der Führungkräfte des Kindergartens im Praktikumsamt am 14.12.2012 wurden wir in die neue Studienordnung
eingeführt. Dabei hat uns Frau Dr. Ursula Primus zur Kenntnis gebracht, dass ihr Lehrauftrag im neuen Studiengang nicht mehr
verlängert wird.
In der heutigen Konferenz der Kindergartendirektorinnen wurde diese Tatsache sehr bedauert. Frau Dr. Primus arbeitet mit uns
seit Jahren erfolgreich zusammen und hat ein wirksames Kooperationsnetz zwischen Kindergartenpraxis und Wissenschaft
aufgebaut.
Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet eine Dozentin mit eigener Berufserfahrung im Kindergarten und
praxisnahen Lehrkompetenzen die Fakultät der Bildungswissenschaften verlassen muss. Damit verliert das Ausbildungssystem die
einzige Person, die aus der Praxisperspektive die theoretischen Konzepte der Bildungswissenschaften darstellen kann und somit
diesen zentralen Bildungswert in das Ausbildungssystem einbringt. Frau Dr. Primus gelingt es, die Philosophie der neuen
Rahmenlichtlinien des Südtiroler Kindergartens den Studierenden nahe zu bringen und ebenso uns Führungskräfte bei der
Umsetzung ins Praxisfeld zu begleiten.
Wir ersuchen Sie, den Bedarf der Berufsvorbereitung von Kindergärtnerinnen zu berücksichtigen und die herausragende
Lehrqualität von Frau Dr. Ursula Primus dem Ausbildungssystem zu erhalten.
Gerade mit Blick auf die kindlichen Lernbedürfnisse ist es erforderlich, dass eine Verbindung zwischen Praxis und Theorie bereits
im Ausbildungsgang der Studierenden sichergestellt ist.
Mit freundlichen Grüßen
Die Direktorinnen
Dr. Beatrix Aigner, Herta Kuntner, Christine Oberhofer-Wegher,, Marianne Holzeisen-Bauer, Martha Schatzer-Delueg, Hilde
Kofler-Dolliana, Olga Pedevilla-Obwegs
Die Inspektorin Dr. Christa Messner
Amba-Alagi-Straße 10 39100 Bozen
Tel. 0471 41 76 50 Fax 0471 41 76 59
http://www.provinz.bz.it/schulamt/
sa.kindergarteninspektorat@schule.suedtirol.it
Steuer-Nr. 00390090215
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Via Amba-Alagi 10 39100 Bolzano
Tel. 0471 41 76 50 Fax 0471 41 76 59
http://www.provincia.bz.it/intendenza-scolastica-tedesca/
sa.kindergarteninspektorat@schule.suedtirol.it
Cod.fisc. 00390090215
3. Auswertung der Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären
Ausbildung von KindergärtnerInnen an der Freien Universität Bozen
3.1 Aufbereitungsverfahren der Auswertung
Die Aufbereitung der Aussagen in den Fragebögen (verbale Daten) zur Praxisfähigkeit der
universitären Ausbildung von KindergärtnerInnen an der Freien Universität Bozen oblag der
Co-Projektleiterin Jutta Tappeiner. Bereits die Transkription der Aussagen durch Andrea
Mittermair und Julia Dalsant ließ relevante Gesichtspunkte erkennen. Die erste Strukturierung
der Materialfülle folgte der Auswertungsform der Umfrage vom März 2013. Diese
Vorstrukturierung erwies sich als hilfreich, musste aber schrittweise modifiziert werden, da
sie laut dem wissenschaftlichen Berater Roland Benedikter zu stark an bewertende
Interpretation gebunden war. Das Differenzierungsverfahren von Jutta Tappeiner
kristallisierte ein Ordnungssystem heraus, das die Kategorienbildung aus dem
Bedeutungszusammenhang des Materials erschloss und den Zugang zu den
Kontextbedingungen ermöglichte. Die Auswertung der Aussagensammlung durch Beatrix
Aigner verknüpfte darauf aufbauend die Bedeutungseinheiten zu einer
Gesamtcharakterisierung und entwickelte aus dem Sinnbezug der Inhalte den theoretischen
Bezugsrahmen der Interpretation. Durch die schrittweise Sequenzierung der
Kategorienbildung bestand die Möglichkeit die Bedeutungseinheiten nacheinander auf die
Fragestellung zu beziehen und in kritischer Funktion inhaltliche und methodologische
Vergleichsstrukturen zu entwickeln.
Wichtig ist, dass die Frage nach der Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung nicht im
leeren Raum steht. Sie ist mit zivilisationskritischer Theorie (Norbert Elias, Gregory
Bateson), systemanalytischer Betrachtung (Michel Foucault), Kommunikationstheorie
(Symbolischer Interaktionismus), Sprachpraxis (Ludwig Wittgenstein), frauenpolitischen
Themen vielschichtig vernetzt. Laut Benedikter müssen sich die europäischen
Humanwissenschaften heute unter dem Druck der Globalisierung die Frage stellen: Wo
zeichnen sich innovative Kreislaufperspektiven zwischen Theorie und Praxis ab? Und wie
können die humanistisch-aufklärerischen Leitbegriffe: Kultur, Bildung und „Geist“ einer
integrativen Bildungspraxis zugänglich werden?
3.2. Orientierung an konkreten praktischen Problemen
Der Fragebogen „Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung von KindergärtnerInnen an der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen“ zielte darauf ab, den
Studiengewinn und die Lernmotivation aus der Erlebnissituation der Betroffenen zu erheben.
Das emotionale Engagement der Befragten für die Sache übertraf alle Erwartung. Das
Beteiligungsinteresse war zweifelsfrei auf die offene Fragemethode und ihr narratives
Antwortspektrum zurückzuführen. Es bestand kein Zwang, durch standardisierte
Paraphrasierung des Gegenstandbereiches vom Eigensinn der Erfahrung abzuheben. Die
vorgesehenen Schriftfelder des Fragebogens erwiesen sich als zu eng, um den
Mitteilungsbedarf zu fassen. In Kleinstschrift, allerorts über den Rand der Zeilenvorgabe
hinaus wurden die Gedanken, Anliegen, Sichtweisen zu Papier gebracht. Die Umfrage hatte
offensichtlich den Nerv eines bislang unberücksichtigten Anliegens getroffen. Allein durch
den beinahe vollständigen Rücklauf der Fragebögen ist die Projektinitiative legitimiert. Für
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Jutta Tappeiner bestand die größte Herausforderung darin, der Datenmenge eine
aussagekräftige Strukturierung zu geben und die Vielschichtigkeit der Aussagen einer
systematischen Erschließung zugänglich zu machen.
Die Auswertung durch Beatrix Aigner wirft Licht auf die Aussagemotivation der Brixner UniAbgängerinnen, zeigt problematische Grundkonstellation des Berufseinstieges auf, artikuliert
den Verbesserungsbedarf der universitären Ausbildung, gesteht eine gewisse Einseitigkeit der
Praxisperspektive und formuliert aus dem Kontextwissen den Bedarf der Ausbildung. Die
Engführung der Gegenstandsauffassung ist insofern berechtigt, als die Diskussion mit der
Freien Universität Bozen und der Wunsch Gehör zu finden das eigentliche Ziel der
Fragebogenaktion ist. Die Datenexploration ist insofern nicht als abgeschlossenes Verfahren
zu betrachten, sondern hält sich für Gegendarstellung und analytische Revision offen. Für
eine ganzheitliche Gegenstandserfassung ist die Stimme des Anderen, die Dialogbereitschaft
der Freien Universität Bozen unabdingbar, und zwar nicht im Sinn einer
Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse, sondern einer argumentativen Begründung des eigenen
Standpunktes. Der Austausch ermöglicht das Aufspüren von Vorurteilen und latenten
Sinnstrukturen. Der Metaprozess der Beziehungsreflexion bietet Potentiale der Veränderung.
Normalisierte Wirklichkeitskonstruktionen dem Ereignis authentischer Präsenz zu öffnen
bedeutet gleichwohl, durch begriffsgeleitete Theorie neue Wirklichkeiten zu erschaffen. Im
Kreisprozess einer dynamischen Konzeption von Selbst- und Weltbild entsteht das
faszinierende Binnenfeld einer Theorie-Praxis-Relation der „Multiversität“ (Roland
Benedikter): Universität sollte erstens überall dort sein, wo Theorie und Praxis sich begegnen;
und sie sollte zweitens einen Ort haben, der als Umschlagplatz und symbolischer
Bezugspunkt dient, das „Haus der Universität“ (Benedikter).
3.3. Selbstermächtigung des Südtiroler Kindergartens: Ein Anliegen „gegen“ die Freie
Universität Bozen?
Wirklichkeit ist per se ein interpretativer Prozess sozialer Konstruktion. Tatsachenfassung ist
mithin auf die beschreibende Rekonstruktion von Bedeutungen angewiesen. Die
perspektivische Vielfalt wissenschaftlicher Theorie öffnet den Möglichkeitsraum des
Denkens, des Verstehens, des Wandels. Neufassung der Selbstbezüge durch
Verstehensversuche bedeutet Veränderung. Sie bedarf des Rückgriffs auf sinnstiftende
Begründung. Die Erschließung des Wissens ist kein statischer Vorgang, sondern ein
dynamischer Interaktionsprozess, bei dem die Selbsterfahrung das Nadelöhr forschender
Neugier und entdeckender Expeditionen sein kann. Die Selbstermächtigung des Südtiroler
Kindergartens mag das Selbstverständnis der Freien Universität Bozen irritieren. Die
Feldstudie ist jedoch selbstbestimmter Ausdruck der Problemstellungen und konkreten
Bedarfslagen der hiesigen Bildungspraxis. Herrschaftsorientierte Wissenschaft scheut die
Berührung mit den realen Prozessen des Lebens. Elitäres Denken trachtet nach
wissenschaftlicher Neutralität. Es muss den Status der Abgehobenheit wahren.
Deduktionslogisch konstruierte Denkapparate und statistischer Fetischismus schützen vor
Vermischung, vor lebendiger Begegnung. Höfische Gebärde der Distanzierung und
Lebensbeherrschung fallen zusammen.
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4. Erläuterung der Auswertungsergebnisse
4.1. Allgemeines
Das Ergebnis der Auswertung zeigt grundsätzlich, dass zwischen den Fachkräften mit
Vollzeitstudium und jenen, die berufsbegleitend ihr Studium absolviert haben, kein
signifikanter Unterschied hinsichtlich der Bewertung des universitären Ausbildungsweges an
der Bildungswissenschaftlichen Fakultät Brixen besteht. Eher sind die roten
Balkendiagramme der negativen Wertungen auf der Seite der berufserfahrenen
Kindergärtnerinnen höher als bei den Studierenden ohne Berufserfahrung, auch ist der Bedarf
nach reflektierender Auseinandersetzung öfters hervorgehoben.
Die Transkription der verbalen Daten verdeutlichte, dass es keine relevanten, auf das
Dienstalter bezogenen Unterscheidungswerte gibt. Deshalb wurde auf eine Aufschlüsselung
der Aussagen nach Dienstalter verzichtet, obwohl der Fragebogen die Angaben dazu erhoben
hat.
Die Gegenüberstellung der Aussagen nach positiven und negativen Bewertungen der
Ausbildungsqualität lässt erkennen, dass kein ausbalanciertes Verhältnis zwischen diesen
besteht. Im Durchschnitt übersteigen die negativen Aussagen die positiven um ein Fünf- bis
Zehnfaches. Die Aussagekraft dieser Situationseinschätzung erfordert eine vertiefte
Auseinandersetzung mit den Hintergründen der Unzufriedenheit. Die verbalen Aussagen
tendieren zu einer Einschätzung der Ausbildungsqualität, die ein „ungenügend“ nahe legen.
Zwischen verbalen Aussagewerten und Skalierungswerten besteht eine offenkundige
Unstimmigkeit: Im Fragebogen sind folgende Skalierungsgrade zur Einschätzung der
Ausbildungsqualität vorgezeichnet: sehr gut/gut/befriedigend/ genügend/ungenügend.
Betrachten wir das prozentuelle Einschätzungsergebnis (Vollzeitstudium), so sehen wir, dass
21% gut, 43% befriedigend, 29% genügend und lediglich 7% ungenügend angekreuzt
haben.
Die verbalen Aussagenwerte der Feldstudie korrelieren dagegen stärker mit der Position der
Führungskräfte und bestätigen ihre auf langjähriger Beobachtung und Begleitung der
Akademikerinnen gestützte Situationsanalyse. Das Protokoll vom 14.12.2012 hält die
Kernthemen fest, die das Interaktionsgeschehen zwischen Studiengangsleitung,
Kindergartenführung und Praktikumsamt offen legt. Beinahe spiegelgleich tauchen in den
Aussagen der pädagogischen Fachkräfte (Feldstudie) die Kernthemen der Führungskräfte des
Kindergartens auf: Funktionsdenken, Trennung von Praxis und Theorie, Kindergarten als
Stiefkind der Universität, Schullastigkeit der Lehre…
In einem wesentlichen Punkt gibt es jedoch einen auffälligen Unterschied zwischen den
Wahrnehmungen der Fachkräfte und den Führungskräften: Die Universitätsabgängerinnen
können die Schwierigkeit, sich der pädagogischen Praxis reflexiv zu nähern und die tradierten
Ordnungen selbstkritisch zu hinterfragen, weder erkennen noch benennen. Für sie scheint
„Praxisfähigkeit“ mit dem identisch zu sein, was die tradierten Muster vorgeben. So taucht
unter den Verbesserungsvorschlägen mehrheitlich ein gesteigerter Bedarf nach funktioneller
Handhabung der Bildungsformen auf. Die Verbesserungsvorschläge sind vorwiegend auf
Arbeitsbuchführung, Registerausfüllen, Arbeitssicherheit, gesetzliche Vorgaben, Tagesablauf,
Lieder und Kreisspiele, Bildungsprogramm nach Jahresverlauf gerichtet.
27
Der größte Bedarf scheint jedoch im Hinblick auf die „Elternarbeit“ zu bestehen,
überdurchschnittlich viele Verbesserungsvorschläge beziehen sich darauf. Der korrekte
Begriff: „Bildungspartnerschaft mit den Familien“ scheint weitgehend unbekannt.
Hinsichtlich der Kooperation mit den Familien scheint ein großer Nachholbedarf zu bestehen,
hierzu wird ein offenkundiges Manko verspürt. Warum ist das so? Interaktionen mit Eltern
sind einer institutionell ritualisierten Praxis nicht zugänglich, sie fordern die ganze Person und
setzen Selbststärke und pädagogische Argumentation voraus. Anpassung an vorgefertigte
Abläufe hilft hier nicht weiter.
Positiv konnotierte Aussagen in Verbindung mit namentlich genannten Dozenten und
Dozentinnen bleiben stehen. Bei negativen Wertungen wurde der Namen gestrichen, um einer
möglichen Rufschädigung vorzubeugen.
4.2 Vergleichende Gegenüberstellung nach Auswertungskategorien
Die Gegenüberstellung der positiven und negativen Wertungsergebnisse der 111
Akademikerinnen mit Vollzeitstudium folgt der Kategorienbildung, die Jutta Tappeiner zur
Strukturierung der Materialfülle eingeführt hat.
Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
44 positive Wertungen stehen 182 negativen Wertungen gegenüber, aufgeschlüsselt nach
folgenden Schwerpunkten:
I.1 Theorie und Praxis
21 Aussagen finden die Vernetzung von Praxis und Theorie gelungen;
89 Aussagen bemängeln die fehlende Vernetzung von Lehre und Praxis.
I.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
23 positive Aussagen bestätigen die gelungene Auseinandersetzung mit den
Rahmenrichtlinien und unterstreichen die Bezugnahme der Lehre auf die Didaktik des
Kindergartens;
68 negative Wertungen bemängeln die einseitige Ausrichtung der Lehre auf die Schule und
betrachten die Berücksichtigung des Kindergartens als unzureichend.
I.3 Vorbereitung auf die Organisationsformen der Bildung
0 positive Wertungen: hierzu wurden keine Aussagen verzeichnet.
25 Aussagen verzeichnen eine zu geringe Vorbereitung auf die planerischen und
organisatorischen Aspekte der Bildung wie Arbeitsbuchführung, Register, Rahmenrichtlinien,
Dokumentation, Ranglisten, Versicherung, Haftung, bürokratische Pflichten, Tagesablauf,
gesetzliche Grundlagen, Arbeitsmappen, Elterngespräche. Kritik wird auch gegenüber der
Zeitstruktur und fehlender Themenbezogenheit des Studiums laut.
Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen
11 positive Wertungen stehen 95 negativen Wertungen gegenüber, die nach folgenden
Aussageschwerpunkten gegliedert sind:
II.1. Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
3 Aussagen bestätigen den persönlichen Lerngewinn durch die Lehrformen;
40 Aussagen bemängeln den fehlenden Einblick der ausländischen Dozenten/Dozentinnen in
das landeseigene Bildungssystem und die daraus folgende Unkenntnis der didaktischen
Struktur von Kindergarten und Schule.
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II.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
9 Aussagen unterstreichen die positive Erfahrung hinsichtlich der Fach- und Feldkompetenz
des Lehrkörpers, die Wertungen sind vorwiegend auf namentlich genannte Dozentinnen und
Dozenten bezogen;
20 Aussagen sind negativ auf die Praxisferne der Lehre bezogen und finden, dass der Bezug
zu den pädagogischen Kernfragen des Kindergartens fehlt. Den Dozentinnen und Dozenten
sei der Kindergarten fremd, die Lehre orientiere sich grundsätzlich an der Schule.
II. 3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte
35 Aussagen beziehen sich negativ auf Frontalunterricht, fehlende Teamfähigkeit,
Vortragsform, Delegierung der Lehre an Studierende, Auswendiglernen, Oberschulformat,
mangelndes Engagement, Wissensanhäufung, Unerwünschtheit von selbstständigem Denken
und Eigenverantwortung.
Kategorie III: Organisationsform des Praktikums
15 positive Wertungen stehen 82 negativen Wertungen gegenüber, aufgeschlüsselt nach
folgenden Schwerpunkten:
III.1 Praktikum
7 Aussagen unterstreichen den Zugewinn berufsspezifischer Kompetenzen und den Wert der
praktischen Erfahrungen;
60 Aussagen bemängeln die Kürze der Praktikumszeit und sehen die fachdidaktische
Verknüpfung von Wissen und Handeln nicht ausreichend gegeben.
III.2 Praktikumsamt
7 Aussagen bestätigen die Praxisnähe der Verantwortlichen des Praktikumsamtes und ihre
gute Verbindung zum Kindergarten und zu den Rahmenrichtlinien;
3 Aussagen bemängeln die fehlende Wissenschaftsorientierung des Praktikumsamtes und
stellen eine zu starke Anpassung an die traditionellen Kindergartenmodelle fest.
III.3 Praktikumsbericht
1 Aussage hebt positiv hervor, dass die Reflexion der Bildungsaktivitäten, sowie Beobachtung
und Planung im Zusammenhang mit der Verfassung des Praktikumsberichtes für die „spätere
Bildungsarbeit“ hilfreich waren;
19 Aussagen sind negativ konnotiert und finden, dass Bewertungs- und Berichtform des
Praktikums nicht ausreichend auf die Prozesse der Praxis bezogen sind.
Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
23 positive Einschätzungen stehen 32 negativen gegenüber:
IV.1 Positive Einschätzung
23. Aussagen schätzen die Organisationsform des Studiums positiv ein, da sie
Allgemeinbildung (die ersten 2 Studienjahre) mit Berufsorientierung (zweite Hälfte der
Studienzeit) verbindet und die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung und dem Bild
vom Kind ermöglicht, vorausgesetzt, dass den Studierenden die Übertragung des Wissens auf
die Alltagspraxis gelingt. Weitere Einzelaussagen heben den Wert der Uni-Bibliothek, die
Möglichkeit zum Praktikum im Ausland, die guten Kontakte zu Professoren, schriftliches
Arbeiten, Einsatz im Sommerkindergarten positiv hervor.
IV.2. Negative Einschätzung
32 Aussagen kritisieren die Organisationsstruktur und bemängeln, dass die Anzahl der
Studierenden zu hoch sei, dass die Benotung zu hoch sei und der schulmäßige Aufbau dem
universitären Anspruchsniveau nicht gerecht werde. Weiters gibt es negative Einzelaussagen
zu fehlender Zweisprachigkeit, fehlender Praxis der Mehrsprachigkeit, unpassenden
Raumstrukturen (Erschwerung der Austauschformen), ungenügender Vorbereitung auf die
29
beruflichen Herausforderungen und daraus resultierende Überforderung beim Berufseinstieg,
Sammeln von Buchwissen wie in der Oberschule, Prüfungsdenken und Auswendiglernen.
Es werden offenkundige Unterschiede im deutschen und italienischen Vergabesystem von
Creditpoints bei gleichem Studienplan, zu viel Formalisierung und zu wenig
Berücksichtigung der Individualisierung und Eigenverantwortung, zu wenig Austausch mit
dem Ausland und mit Italien unterstrichen. Kritisch wird auch die Unverhältnismäßigkeit
zwischen Aufwand für die Diplomarbeit und ihrem Nutzen, sowie die Aufnahmeprüfung
gesehen, da sie nur Wissen abfrage und nicht auf Kompetenzen im Umgang mit Kindern
achte.
4.3. Verbesserungsvorschläge zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung an der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät
Die Vorschläge der 111 Akademikerinnen mit Vollzeitstudium zur Verbesserung der
universitären Ausbildung umfassen insgesamt 345 Aussagen.
Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
Insgesamt 101 Aussagen
I.1 Theorie und Praxis
52 Aussagen möchten eine bessere Verknüpfung von Theorie und Praxis und erwarten sich
eine Ausrichtung der Lehre auf den Innovationsbedarf der Bildungspraxis. Die Lehrinhalte,
insbesondere im Bereich des Kindergartens und der Integrationspädagogik, sollten auf die
Realität Südtirols ausgerichtet sein. Erfahrungsaustausch und lebendige Formen des Lernens,
die zum Kind und zu sich selbst Nähe herstellen, sollten vermehrt in die Universitätskultur
einfließen.
I.2 Vorlesungen – Vermittlung pädagogischer Inhalte
28 Aussagen fordern einen verstärkten Praxisbezug ein, insbesondere hinsichtlich der
Kommunikation mit Eltern, aber auch Konfliktmanagement, Spielkultur (Kreisspiele,
Fingerspiele), themenbezogene Bildungsarbeit, Gestaltung des Kindergartenalltages,
Jahresablauf, Umsetzung der Rahmenrichtlinien. Besondere Praxisrelevanz wird der Musikund Leibeserziehung und der Religionspädagogik zugeschrieben.
7 Stimmen möchten die Gleichbehandlung von Kindergarten und Schule sichern und drängen
auf angemessene Beachtung des Kindergartens.
I.3 Vorbereitung auf die Organisationsformen der Bildung
21 Aussagen wünschen eine berufsbezogene Vorbereitung auf die planerischen und
organisatorischen Aspekte der Bildung, wobei gesetzliche Grundlagen, Arbeitsbuchführung,
Unfallbericht, Dokumentationsmappen, Elterngespräche, Vernetzung der Dienste, Ranglisten,
Einschreibung, Arbeitsschutz, Gewerkschaft sowie mehr Didaktik im Fokus stehen.
Kategorie II: Dozenten/Dozentinnen und Lehrformen
Insgesamt 66 Aussagen
II.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
25 Aussagen sind der Meinung, dass die Dozenten und Dozentinnen das landeseigene
Bildungssystem kennen sollten. Um den Kontextbezug der Lehre zu garantieren, sollte
verstärkt auf Lehrpersonal aus Südtirol zurückgegriffen werden.
II.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
31 Aussagen finden, dass die Dozenten/innen mit den Bildungskonzepten von Kindergarten
und Schule vertraut sein sollten und schlagen die Beauftragung von Experten und Expertinnen
mit fachwissenschaftlichen Zugängen zur Bildungspraxis vor. Außerdem sollten verstärkt
Kindergärtnerinnen und Führungskräfte des Kindergartens zum fachlichen Austausch an die
Universität geholt werden. Praxisbezogene Beispiele sollten die Theorie stützen.
30
II.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte
10 Aussagen wünschen sich offene Unterrichtsformen, weniger Frontalunterricht und mehr
Dialog.
Kategorie III: Organisationsform des Praktikums
Insgesamt 98 Nennungen
III.1 Praktikum
83 Aussagen schlagen die Verlängerung des Praktikumszeitraumes vor. Ideen dazu: ein Jahr
Studium durch ein ganzjähriges Praktikum ersetzen oder wöchentlich ein bis zwei Tage dafür
vorsehen, eine bessere Vernetzung mit den Sprengeln anstreben, Gesprächszeiten nach dem
Praktikum vorsehen, als Zusatzkraft im Kindergarten arbeiten, Begleitung der Tutorinnen,
nach jedem Praktikum theoretische Aufarbeitung der Erfahrung.
III.2 Praktikumsamt
10 Aussagen machen Vorschläge zur inhaltlichen Ausrichtung und zur Organisation des
Praktikums: Einbezug aller Kindergartensprengel, weniger Reflexion und mehr Tipps,
Zusatzinformationen über Arbeitsbuch und Registerführung, die Praktikumsbegleitung sollte
weniger auf Formen und mehr auf Prozesse achten, sich der neuen Kindergartenpädagogik
öffnen, strengere Beurteilung hinsichtlich der berufsspezifischen Kompetenzen,
Qualitätsverbesserung auch im Kontakt mit anderen Regionen und Ländern suchen. Die
Prüfungszeit und die Praktikumszeit sollten besser aufeinander abgestimmt werden und auf
die konkrete Arbeit mit Kindern ausgerichtet sein.
III.3 Praktikumsbericht
5 Aussagen schlagen eine geringere Gewichtung des Praktikumsberichtes vor. Drei Aussagen
möchten dem reflektierenden Gespräch gegenüber der schriftlichen Berichtverfassung den
Vorzug geben und die Bezugnahme auf die pädagogische Individualität der einzelnen
Sprengel stärken.
Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
Insgesamt 80 Nennungen
Die Vorschläge sind nach folgenden Schwerpunkten gebündelt:
IV.1 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
14 Aussagen schlagen eine bessere Vernetzung der Universität mit den
Kindergartensprengeln vor.
IV.2 Aufbau und Organisation des Studiums
66 Aussagen insgesamt
7 Aussagen wünschen sich mehr Flexibilität des Stundenplanes.
8 Aussagen möchten die Anwesenheitspflicht abschaffen, die Formalisierung digitalisieren
und die Eigenverantwortung stärken.
3 Aussagen möchten berufsbegleitende Studienangebote.
2 Aussagen zielen auf die Förderung von Auslandsaufenthalten ab.
8 Aussagen schlagen die Verringerung der Anzahl der Studierenden vor.
7 Aussagen möchten die Aufnahmeprüfung verändern: z.B. Motivationsgespräch.
17 Aussagen pochen auf die Zwei- und Dreisprachigkeit der Universität.
14 Aussagen sind unter „Allgemein“ gestellt. Sie betreffen vorwiegend die Forderung nach
einer Vernetzung mit den Kindergartensprengeln, Verkürzung der Studienzeit,
Differenzierung des Studiums nach Kindergarten und Schule. Selbstreflexion der Universität:
Kritisches Überdenken der universitären Lehrformen. Umsetzung der neuen Lerntheorien in
die eigene Lehrpraxis und Abstand zur alten „Wissensmühle“.
31
4.4 Verknüpfung der Kernthemen
Insgesamt gilt festzuhalten, dass die von den Führungskräften gezeichnete Problematik der
Spaltung von Praxis und Theorie (siehe Protokoll S. 16) es unumgänglich erscheinen ließ, die
Studienerfahrungen der Akademikerinnen zu erheben, um dann gemeinsam mit ihnen an die
Freie Universität Bozen heranzutreten und begründete Verbesserungsvorschläge zu
unterbreiten. Vor allem galt es den Vermutungszusammenhängen eine systematische Klärung
des Gegenstandsbereiches mittels Umfrage zugrunde zu legen. Nur auf der
Überzeugungsgrundlage von empirischem Material konnte eine sachliche Diskussion mit der
Freien Universität Bozen gelingen; ansonsten bestand Gefahr, wiederum im alten Fahrwasser
von Entschuldigungen und Schuldzuschreibungen zu landen.
Der Vergleich zwischen den Kernthemen der Führungskräfte, der Studiengangsleitung und
dem Praktikumsamt der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen
mit dem Aussagenkomplex der Feldstudie verdeutlicht, dass die Problemstellungen sich
spiegelgleich wiederholen. Die Kernthemen der Führungskräfte nehmen die inhaltsrelevanten
Aussagenwerte der Feldstudie vorweg und beschreiben situationsadäquat den
Spannungsbogen der ungelösten Dynamiken von Praxis und Theorie, von Erfahrung und
Wissen zwischen Südtiroler Kindergarten und Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen.
Das zeigt der verknüpfende Vergleich zusammenfassend wie folgt:
1. Der Wunsch nach einer „Vernetzung des Kindergartens mit der Universität“ ist ein
zentrales Thema der Akademikerinnen. Ursprünglich gingen die Führungskräfte von
Kindergarten und Schule davon aus, dass die Freie Universität Bozen den kritischen
Geist im pädagogischen Feld stärken würde und die Voraussetzung für eine
reflektiertere, wissenschaftlich fundierte Bildungspraxis schaffen könnte. Diese
Erwartung wurde gründlich enttäuscht. Das Auswertungsergebnis weist darauf hin,
dass im Studiumsverlauf eine vertiefte Auseinandersetzung mit der
Bildungsphilosophie des Südtiroler Kindergartens und den didaktischen Fragen einer
neuen Lernkultur weitgehend fehlt.
2. Die angemessene „Berücksichtigung des Kindergartens“ im akademischen Lehrsystem
der Freien Universität Bozen wird von den Akademikerinnen eingefordert: mangelnde
Feldkompetenz und Schullastigkeit der Lehre wird beklagt.
3. „Fremdbestimmung – Funktionspflicht“ bremsen den Prozess der Selbstbestimmung
ein. Darauf verweisen Aussagen der Akademikerinnen zur Organisationsstruktur der
Universität: Oberschulformat, Auswendiglernen, Frontalunterricht, zu hohe
Bewertung der Studienleistung... Die Auflistung der typologischen Merkmale zeigt
auf den blinden Fleck der Regelungsmechanik. Der Vergleich zwischen den
Kernthemen der Führung und der Akademikerinnen legt die Vermutung nahe, dass die
Freie Universität Bozen formal überproportional zwingenden Regelmechanismen
(Zentralmacht Roms) unterliegt, die sie des Mitgestaltungsrechts weitgehend
berauben.
4. Die verdrängte Dialektik der Gegenpole: “ Individualisierung – Wissensanhäufung“ ist
der durchgängige Grundkonflikt, der den universitären Sozialisationsprozess als
Spiegel zivilisationshistorisch grundgelegter Ordnungsgewalt kenntlich macht. Die
Spaltungslogik ist das Grundprinzip der hegemonialen Überformung von
Lebenswirklichkeit. Insofern verdienen die Leerstellen der Sprache nicht weniger
Beachtung als die Aussagenfülle der Feldstudie. Die Verbesserungsvorschläge der
32
Akademikerinnen bleiben vorwiegend auf die technische Handhabung der
Bildungspraxis gerichtet. Demgegenüber scheint ein Bewusstsein, das Selbstreflexion
und eigenwirksame Gestaltung der Bildungsprozesse ermöglicht, kaum vorhanden.
Das zentrale Thema der pädagogischen Professionalität entbehrt an der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen der Sprache.
5. „Wirksamkeit der universitären Ausbildung“: Die Praxisfähigkeit der universitären
Ausbildung an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät wird von den Führungskräften
des Kindergartens in Zweifel gestellt. Die Aussagensammlung der Feldstudie umfasst
unter der Kategorie „Vorlesungen und Laboratorien“ 175 negative Wertungen, die
ebenso auf die fehlende Vernetzung von Praxis und Theorie und den fehlenden Bezug
zu den Rahmenrichtlinien des Südtiroler Kindergartens verweisen.
6. „Funktionsprofil – Typologie des Verhaltens“: Die Skizzierung der
Verhaltenstendenzen lässt ein Bild der Universitätsabgängerin entstehen, das auf den
Interaktionskorpus der tradierten Kindergartenordnung anspricht und sich
widerstandsfrei den konventionellen Formen der Bildungspraxis zuneigt. In diesem
Punkt sind die Herausforderungen für Universitätsabgängerinnen und Führungskräfte
besonders groß. Da die Schlüsselkompetenzen der Professionalität (Zugang zu den
Rahmenrichtlinien, neue Lernkultur, Bildungspraxis) erst mit dem Berufseintritt der
Universitätsabgängerinnen entwickelt werden müssen, kommen die
Kindergartensprengel nicht umhin, Ausbildungsfunktionen zu übernehmen.
7. Die „Spaltung von Praxis und Theorie“ ist Folge eines hegemonialen
Wissenschaftsbegriffes, der die Praxis auf eine Unterlegenheitsstellung festsetzt. Der
Aussagenkomplex der Südtiroler Akademikerinnen vermag diese
Konfliktkonstellation deutlich zu markieren. Die überwältigende Zahl der Stimmen,
die vehement mehr Praktikumszeit fordern, geht auf den Bedarf nach einer
Aufwertung des konkreten, handlungsweisenden Geschehens im Bildungsfeld zurück.
Während der Theorie als Orientierungswert für pädagogisches Handeln kaum
Bedeutung zugeschrieben wird und als Grundvoraussetzung der Bewusstseinsbildung
durch den Rost zu fallen scheint. Weil die Dozentinnen und Dozenten in der Regel das
Bildungsfeld des Kindergartens nicht kennen, scheint eine positive Ausstrahlung der
Theorie auf die Praxisreflexion nicht zu gelingen. Denkimpulse, didaktisches
Vermögen, pädagogische Orientierung, Gestaltungsfragen der Bildung bleiben an die
konkreten Abläufe der gegebenen Kindergartenpraxis gebunden. Eine Rückbindung an
die Theorie und ebenso eine Verbindung mit dem Praktikumsamt der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät Brixen findet nicht statt.
8. „Innovation – Traditionssicherung“: Hier zeigt sich, wie sich das Erziehungsbild der
traditionellen Kindergärtnerinnenschule auf die Universität verlagert und das Terrain
der Innovation für sich beansprucht. Da die Wissenschaft als aufklärende Geisteskraft
ihren Dienst versagt, bleibt der tradierte Zuschnitt der kindlichen Existenzvollzüge auf
religiös-ritualisierte Ablaufformen aufrecht. Die zeremonielle Verstrickung des
Kindes in eine Glaubenspraxis, die das schöpferische Potential auf erwachsene
Anweisung verpflichtet, verdeckt die eigenwirksame Erfahrung von Religion, gerade
auch im Sinne der christlichen Schöpfungslehre, die jedem Menschen die
Selbstbestimmung des Daseins verheißt. An diesem Punkt wird deutlich, was es heißt,
wenn die Universität die Praxis sich selbst überlässt und die unreflektierten
Bewusstseinsmächte des Tradierten die Regie übernehmen.
33
9. „Paradigmenwandel – Weg des Neuen“: Die Führungskräfte versuchen, die innovative
Weiterentwicklung des Südtiroler Kindergartens zu sichern und setzen sich für eine
verstärkte Kooperation mit der Freien Universität Bozen ein. Sie sehen sich
gezwungen, in die Bresche zu springen und wirken auf einen gemeinsamen Prozess
der Bewusstseinsbildung hin. Sie möchten gemeinsam mit dem Praktikumsamt der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät Brixen ein dafür geeignetes Diskussionsforum
aufbauen. Denn die Individualisierung der Lernkultur muss an der Universität
beginnen, wenn sie in den Bildungsinstitutionen Wirksamkeit entfalten soll.
4.5 Zusammenhangsstruktur des Untersuchungsfeldes
Die Verknüpfung der Auswertungsergebnisse der Feldstudie mit den Kernthemen der
Führungskräfte zeigt übereinstimmend auf ein Auseinanderklaffen von Lehre und Erfahrung,
von Theorie und Praxis, von Wissensaneignung und Lebensprozess in der Ausbildung an der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen hin. Die spürbare
Ausgrenzung des Kindes in seiner Lebensgestalt beschwört ein Gefühl der Ohnmacht herauf:
die Unfähigkeit, dem Spaltungsprozess beizukommen findet keine Sprache. Die emotionale
Sphäre der Begegnung von Führungskräften, Studienleitung und Praktikumsamt der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät umkreist zwar den blinden Fleck, kann aber die alles
entscheidende Frage: Wie die Integration des Lebensbegehrens in den wissenschaftlichen
Erkenntnisprozess gelingen soll, nicht stellen.
Das Ursprungsmotiv der Feldstudie geht auf die tief empfundene Wehrlosigkeit dieser
Situation zurück. Die Umfrage zur „Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung an der
Bildungswissenschaftlichen Fakultät“ ist dem Begehren verpflichtet, dem scheinbar
Ausweglosen eine Sprache entgegen zu setzen und die Leerstellen zu füllen. Die Sehnsucht
nach Verbindung des Südtiroler Kindergartens mit der Fakultät für Bildungswissenschaften
ist Ausdruck des Verlustes von Zusammenhang.
Die alte Konzeption der Trennung von Wissen und Erfahrung, von Theorie und Praxis ist in
Anbetracht der rapide wachsenden psychischen Deformationsformen grundlegend zu
revidieren. Der Paradigmenwandel der Bildung ist im Alleingang nicht zu schaffen,
sinnfähige Innovation erfordert gemeinsame Anstrengung. Der Riss im System mag erklären,
warum selbst das universitäre Praktikum zur Traditionsübung gerät. Die hegemoniale
Vereinnahmung des Kindes findet im ehernen Erbe des Unreflektierten sein stummes Gesetz.
Was ist also zu tun, um diese Situation positiv zu verändern?
4.6 Zusammenfassung: Kernsätze zum Auswertungsergebnis der Urteilsbildung über die
universitäre Ausbildung an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät Brixen
•
•
•
34
Theorie und Praxis sind im universitären Lehrsystem der Bildungswissenschaftlichen
Fakultät Brixen weitgehend unverbunden
Der Kindergarten wird der Schule grundsätzlich untergeordnet.
Die Ausrichtung der Lehrinhalte auf die Schule und die Bindung der
Lehrbeauftragung an Schulexperten/innen schwächt die Reflexionskompetenz der
Kindergärtnerin, des Kindergärtners. So werden Dienstrecht, Registerführen,
Arbeitssicherheit zum Maßstab der beruflichen Orientierung. Entsprechenwollen und
Nachmachen verweisen auf fehlende Fachkompetenz.
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Den Dozenten/innen aus dem Ausland ist die Bildungslandschaft Südtirols weitgehend
fremd, damit erhöht sich der Abstraktionsvollzug gegenüber der Realität,
insbesondere im Bereich des Kindergartens und der Integrationspädagogik.
Feldkompetenz, Fachkompetenz, Didaktik bleiben als Qualitätsmerkmal der Lehre
unberücksichtigt. Die Kriterien der Auswahlverfahren für Lehrbeauftragte sehen dafür
- laut Auskunft des Vorsitzenden der Auswahlverfahren - keine Punkte vor, während
für jede gehaltene Vorlesung, unabhängig vom fachlichen Bezug zum Lehrinhalt,
gleich 15 Punkte vergeben werden.
Die Lehrinhalte der Laboratorien losgelöst von den didaktischen Konzepten und der
gegebenen Differenz der Bildungsfelder vereinheitlicht als Lehrveranstaltung
auszuschreiben verfehlt den Bedarf der Bildungspraxis.
Die fehlende Vernetzung von Praxis und Theorie, von Praktikumsamt und
akademischen Lehrkörper, von Kindergarten und Universität wird nicht in Frage
gestellt, sondern gilt an der Fakultät als systembedingte Normalität.
Obwohl die Fakultät für Bildungswissenschaften den Auftrag hat, die Studierenden
auf den Beruf vorzubereiten, hat sie den Bedarf der Praxis nie erhoben und operiert
losgelöst von Kindergarten und Schule. Qualitätsentwicklung bedarf einer visionären
Diskurskultur sowie der Einbettung in ein öffentlichkeitswirksames Kooperationsnetz.
Während die Führungskräfte des Kindergartens den reflektierten Zugang zum
Bildungsprozess bei den Uni-Abgängerinnen weitgehend vermissen, gibt es auf deren
Seite kaum ein Bewusstsein für diese Problematik. Sie artikulieren mehrheitlich den
Bedarf nach Kreisspielen, Liedern, Elternarbeit, Arbeitssicherheit. Dass die
Erfordernisse der Praxis aber die Individualisierung, die Eigenverantwortung, die
Raumgestaltung, die Öffnung, die Partizipation, die Dokumentation, die
eigenwirksame Positionierung im Teamprozess betreffen, scheint den wenigsten
Studienabgängerinnen bewusst zu sein, jedenfalls sind ihre Aussagen nicht darauf
gerichtet.
„Praxisfähigkeit“ ist vordergründig auf Fingerspiele, Lieder, Tagesablauf, formale
Aspekte der Bildung bezogen und wird weniger mit Reflexionskompetenz und
eigenwirksamen Handeln in Verbindung gebracht. Praxis wird grundsätzlich mit den
normalisierten Alltagsabläufen der gegebenen Kindergartenordnung identifiziert.
Momente der aktiven Auseinandersetzung mit den tradierten Bildungsformen und
Teamprozessen scheinen zu fehlen, jedenfalls werden sie als Bewältigungsauftrag und
Kernthema der Bildung kaum genannt. Das verweist auf grundlegende Mängel der
Ausbildung an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät.
35
5. Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse für Landesregierung,
Schulamt und Kindergarteninspektorat am 7. Juli 2014
5.1 Zusammentreffen mit Landesrat Philipp Achammer und den Verantwortlichen von
Kindergarten und Schule
Am 7. Juli 2014 fand ein Treffen der Verantwortlichen von Kindergarten und Schule im
Assessorat des zuständigen Landesrates Philipp Achammer statt. Die Projektleiterinnen Dr.
Beatrix Aigner und Dr. Jutta Tappeiner führen in die Entwurfsfassung der Feldstudie ein. Die
Diskussion der Ergebnisse mit Landesrat Philipp Achammer, dem Schulamtsleiter Dr. Peter
Höllrigl, der Kindergarteninspektorin Dr. Christa Messner, dem wissenschaftlichen Berater
DDDr. Roland Benedikter und der Kindergartendirektorin Martha Eberhard (die Direktorin
Christine Oberhofer konnte aus Urlaubsgründen nicht teilnehmen) ermöglichte die
gemeinsame Abstimmung des weiteren Vorgehens.
Auftrag an die Projektleiterinnen: Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner erhielten den Auftrag,
mit den Verantwortlichen der Freien Universität Bozen einen Termin für die interne VorDiskussion der Studie an der Fakultät für Bildungswissenschaften zu vereinbaren, wenn
möglich Anfang September 2014. Im Austauschprozess mit der Universität sollte es den
Projektleiterinnen gelingen, die Kernthemen der Studie einer konstruktiven Bearbeitung
zugänglich zu machen. Die öffentliche Präsentation der Studie sollte Ende September oder
Anfang Oktober 2014 erfolgen und wirksame Zeichen einer beginnenden Dialogkultur setzen,
die ein paritätisches Miteinander der Institutionen sowie von Theorie und Praxis nach außen
signalisiert. Der öffentliche Diskurs ist für die positive Entwicklung der Bildungskultur
unseres Landes grundlegend, auch die Bereitschaft an systembedingten Konfliktstrukturen
und Kommunikationsbarrieren zu arbeiten und gegebenen Problemstellungen
gesellschaftswirksame Relevanz zu verleihen. Die Verschiebung der öffentlichen Präsentation
von 10. Juni 2014 auf den Herbst 2014 löste auf der Seite der befragten Akademikerinnen
vielfach Unverständnis aus, so als möchte man ihre Aussagen durch interne Diskursverfahren
ersetzen. Die erklärende Begründung vonseiten der Projektleiterinnen vermochte an diesem
Eindruck nicht viel zu ändern.
5.2 Projektverlauf – Prozessreflexion
Die Feldstudie: „Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung von
KindergärtnerInnen an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität
Bozen“ löste von Anbeginn auf allen Seiten großes Interesse aus, verbunden mit starken
Emotionen von Abwehr und Zuspruch. Dahinter steht wohl eine signifikante Ambivalenz, die
auf unbewusste Wünsche anspricht. Denn das Nichtzusammenfinden differenter Strömungen,
wie sie im scheinbaren Widerspruch von Praxis und Theorie zutage treten, hat weitreichende
Wurzeln und zur Folge, dass die inhaltliche Komplexität der Wirklichkeit abgewürgt wird.
Das je Getrennte in Dialog zu setzen und ein ganzheitliches Bild der pädagogischen
Kernthemen zu entwickeln führte zum Versuch einer Kooperation mit den Verantwortlichen
der Universität. Das Entgegenkommen des Dekans Prof. Franz Comploi, sein Ja zur
gemeinsamen Unternehmung spricht für sein Ansinnen, die Spuren der Erfahrung aus der
Kinderzeit in den wissenschaftlichen Diskurs zu integrieren. Die erfolgte Absage der
Diskussionsveranstaltung ließ jedoch die ungelöste Problematik mit einem Schlag auf eine
Weise zurückkehren, die man für überwunden hielt und die einem akademischen Diskurs
nicht zuträglich ist.
36
5.3 Vorstellung der Umfrageergebnisse
Dr. Jutta Tappeiner informiert über die Aufbereitung der Umfrageergebnisse. Die Feldstudie
hat anhand eines Fragebogens die Einschätzung der Akademikerinnen zur Praxiswirksamkeit
ihres Universitätsstudiums erhoben. Die Aussagenfülle wurde nach thematischen
Schwerpunkten geordnet. Die graphische Vergleichsordnung zeigt auf einen Blick, dass die
negativen Einschätzungen gegenüber den positiven deutlich überwiegen. Die
Zuordnungsabsicht bestand darin, die Aussagen vom Standpunkt der Betroffenen aus zu
gewichten und ihren Themen Bedeutsamkeit zu verleihen.
Die Sammlung der Aussagen versteht sich als Problemaufriss: Berufseinstieg und
Praxiserfahrung der Universitätsabgängerinnen spiegeln positive Aspekte, aber auch Konflikt
und Widerspruch des Ausbildungsweges wider. Die Auswertung ist nicht als objektiv gültiges
Ergebnis im Sinn einer wissenschaftlichen Evaluation der universitären Ausbildungsqualität
zu verstehen, sondern als subjektives Einschätzungsergebnis der Betroffenen.
Kategorisierungsrahmen, Vergleichsordnung und Schwerpunktsetzung der Feldstudie
fungieren als Referenzrahmen zur Klärung unbewältigter Themen und offener Fragen, die
sich den Führungskräften des Kindergartens in der Begegnung mit den Akademikerinnen
alltäglich stellen. Es sollte im Interesse der Freien Universität Bozen liegen, auf die Stimmen
der Studierenden zu hören und ihren Bedarf anzuerkennen.
Dr. Beatrix Aigner verknüpft die Ergebnisse der Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären
Ausbildung mit den Kernthemen der Führungskräfte. Das Protokoll: „Zusammentreffen der
Führungskräfte des Kindergartens mit dem Praktikumsamt, 14. Dezember 2012“ diente als
Bezugsrahmen. Die unterschiedlichen Verantwortungsebenen von Führungsauftrag und
Praxisarbeit ergeben je andere Blickpunkte auf den Qualitätsprozess der Bildung. Bei
Zusammenkünften der Kindergartendirektorinnen wurde immer wieder Enttäuschung darüber
laut, dass die akademische Ausbildung, entgegen den gehegten Erwartungen, nicht ausreichend
zu einer pädagogisch reflektierten Auseinandersetzung mit den Praxisvollzügen befähige. Die
Führungskräfte des Kindergartens fühlen sich in diesem Zusammenhang häufig überfordert, da
sie mit dem Berufseintritt der Uni-Abgängerinnen vielfach erst die erforderlichen
Schlüsselkompetenzen für die Berufsausübung entwickeln müssen. Daraus entstand das
Bedürfnis den Verantwortlichen, der Universität Rückmeldung zu geben und einen
fachwissenschaftlichen Austausch zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung anzuregen.
Auf der faktengestützten Grundlage des Erlebens sollten Systemdynamiken und Divergenzen
von Südtiroler Kindergarten und Freier Universität Bozen einer kritischen Analyse unterzogen
werden. Im Dialog mit der Universität sollten die zentralen Kernthemen der Bildung
Bedeutsamkeit entfalten und eine Plattform für die gemeinsame Bewältigung der
gesellschaftlichen Herausforderungen entstehen.
5.4 Stellungnahmen zu den Auswertungsergebnissen – Klärung der Rollen
Der Landesrat Philipp Achammer begrüßt die Initiative der Projektleiterinnen, da sie dem
Bedarf des Kindergartens Rechnung trägt und wichtige Themen der Bildungspraxis zur
Sprache bringt. Da er für den gesamten Bildungssektor Verantwortung trägt, ist es
unerlässlich, dass er aus erster Hand Einblick in die Gestaltungsprozesse des Kindergartens
und der Universität erhalte. Der Schulamtsleiter und die Verantwortlichen des Kindergartens
sind von der Fülle der Aussagen und ihrer Aufbereitung nach Kategorien beeindruckt. Das
Ergebnis weise auf grundlegende Fragestellungen und Problemsituationen hin, die es
systematisch zu untersuchen gelte. Es wäre aus ihrer Sicht sinnvoll, gemeinsam mit der
37
Universität aus den Auswertungsergebnissen Schlussfolgerungen zu ziehen und einen
Bildungsdialog zu eröffnen. Die Diskussion der Feldstudie sollte zu lösungsorientierten
Herangehensweisen führen, an den konkreten praktischen Anliegen anknüpfen und dazu
beitragen, die Kluft, die sich zwischen der Bildungspraxis und der universitären Ausbildung
in Südtirol aufgetan hat, zu schließen. Die Umfrageergebnisse vermitteln ein differenziertes
Bild zu den Sichtweisen der Studienabgängerinnen. Die Rückmeldung sollte die Universität
nicht als negative Bewertung deuten, sondern als Chance, Einblick in die Praxisbedürfnisse zu
gewinnen und daraus Verbesserungsmöglichkeiten ableiten. In diesem Sinn ist die Feldstudie
ein wertvolles Reservoire für die Entwicklung von gemeinsamen Strategien und Ideen zur
Verbesserung der Bildung auf allen Ebenen.
Die positiven wie die negativen Aussagen der Umfrage, entsprechen mit geringfügigen
Unterschieden den Rückmeldungen, die das Schulamt auch aus der Schulwelt erreichen. Ein
Unterschied sei lediglich hinsichtlich der Feldkompetenz gegeben, da im Unterschied zum
Kindergarten an der Fakultät auch Dozenten und Dozentinnen lehren, die aus der Schule
kommen. Es wurde mehrfach der Dialog mit den Verantwortlichen der Universität gesucht
und der Bedarf von Kindergarten und Schule angemeldet. Dabei entstand der Eindruck, dass
die Verbesserungsanliegen als Entwertung der Universitätsleistung aufgenommen wurden und
Reaktionen der Abwehr auslösten. Das habe den Zugang zur Universität zunehmend
erschwert. Es werden zur Zeit neue Wege beschritten, so soll durch den neu gegründeten
Fachbeirat der Universität eine institutionelle Plattform des Dialoges entstehen, die dem
Bedarf von Schule und Kindergarten Rechnung trägt.
In weiteren Stellungnahmen wird der Aussagenwert der Studie unterstrichen, insbesondere
findet die Kategorienbildung Beachtung, da sie Ordnung in die Fülle der Aussagen bringt. Es
wird eine schlüssige Darstellung der Ergebnisse angeregt, sodass die analytische
Differenzierung den Blick stärker auf die Handlungsorientierung lenkt. Roland Benedikter
wird um eine Einschätzung der Feldstudie aus der Sicht der Wissenschaft ersucht.
DDDr. Roland Benedikter sieht seinen Part in der theoriegeleiteten Reflexion des
Vernetzungsbedarfs von Praxis und Theorie im Kontext internationaler Entwicklungen. Unter
dieser Voraussetzung habe er sich für die wissenschaftliche Projektberatung zur Verfügung
gestellt. Eine empirisch quantitative Analyse der Ergebnisse sei in seinem Auftrag nicht
vorgesehen gewesen. Aber auch eine qualitative Analyse, die den Standards wissenschaftlich
fundierter Ergebnisgewinnung entspricht, würde sowohl sein Zeitbudget wie das der
Projektleiterinnen überschreiten. Denn dafür müssten Langzeitstudien, strukturierte
Interviews, systematische Beobachtung und Selbstreflexion nicht einer, sondern mehrerer
Generationen von Abgängerinnen zum Einsatz kommen. Das Denkmodell bzw. das
Frageinteresse der Feldstudie orientiert sich stattdessen an einem eher praktischphilosophischen Wissenschaftsverständnis, das am Subjektbezug der Beteiligten ansetzt und
aus den Kernthemen der Praxis die Problemstellungen sowie den Sinngehalt der Ereignisse
subjektiv und interpretativ erschließt. Insofern sind zentrale Grundelemente der qualitativen
Feldforschung berücksichtigt, sofern sie sich ihrer selbst bewusst sind. Benedikter stellt klar,
dass Idee und Format der Befragung zum Zeitpunkt seines Einbezugs bereits festgestanden
seien und sein Beitrag lediglich darin bestand, die Initiatorinnen über die formalen
Voraussetzungen wissenschaftlicher Repräsentativität zu informieren. Aus seiner Sicht falle
eine wissenschaftlich vertiefte Auseinandersetzung mit den Auswertungsergebnissen nicht in
seine Kompetenz, sondern sei Aufgabe der Freien Universität Bozen. Sie müsse
weiterführende Analysen anstellen und wissenschaftsgültige Schlussfolgerungen daraus
ziehen. Benedikter sichert seine Mitarbeit bei der öffentlichen Präsentation der Studie zu,
gemäß ursprünglicher Vereinbarung. Aber er möchte sich nicht an internen
Diskussionsprozessen beteiligten, auch weil er nicht Teil der Freien Universität Bozen ist.
38
Er interessiere sich vielmehr für die politisch-strukturellen Zusammenhänge der Universität in
Verbindung mit dem wissenschaftlichen Wirkungsraum der Forschung. Die Qualitätsfrage der
Wissenschaftsleistung kann nicht losgelöst von der kontextuellen Logik der universitären
Ausgangssituation beantwortet werden. Ein System, das nicht die Kritik, sondern die
Erhaltung der eigenen Funktionslogik ins Zentrum stellt, muss sich gegen Impulse der
Öffnung, der Transparenz, der wissenschaftlichen Kreativität abschließen. Die Politik sollte
das Universitätsmodell überdenken. Aus systemlogischen Erwägungen sei eine Verbesserung
der Ausbildungsqualität nur durch eine strukturelle Neuorganisation zu erwarten, die der
Freien Universität Bozen mehr Mitbestimmung und Eigenheit sichert. Die Universität sei der
einzige Raum, dem das Privileg der Rechtsfreiheit zukommt und deren Leistungen keiner
demokratischen Kontrolle unterstehen. Dieser Freiraum verpflichte die Universität zu einer
gesellschaftswirksamen Diskurskultur und kulturkritischen Leistungen, die das Land für
innovative Prozesse sensibilisieren.
Die Anwesenden teilen die Ansicht, dass öffentliche Institutionen ihren Handlungskonzepten
Transparenz verleihen müssen und die Bildungs- und Wissenschaftsleistungen auf die
Entwicklungsprozesse der Gesellschaft positiv ausstrahlen sollten. Sie begrüßen den Dialog
mit der Freien Universität Bozen und möchten den fachlichen Austausch mit den
Verantwortlichen der Universität verstärken. Sie finden die öffentliche Präsentation der
Feldstudie wichtig, denn damit kämen grundlegende Themen der aktuellen
Bildungsdiskussion zur Sprache. Sie geben zu bedenken, dass Austauschprozesse nur dann
gelingen können, wenn die Resonanz des Gegenübers gegeben ist. Sie wünschen sich, dass
die Bemühungen des Kindergartens um eine Verbesserung der universitären
Ausbildungsqualität Früchte tragen mögen. Denn die Reichhaltigkeit der Aussagenfülle sei
der Beweis dafür, wieviel den Akademikerinnen an einer Verbesserung der
Ausbildungsqualität liege.
5.5 Zusammenfassung der Diskussion
Die Projektleiterinnen Beatrix Aigner und Jutta Tappeiner ziehen ein Resümee der
Zusammenkunft: Die Verantwortlichen des Kindergartens und der Schule sind vom Wert
universitärer Ausbildung überzeugt. Die Feldstudie richtet ihr Interesse auf die Verbesserung
der Ausbildungsqualität, sie möchte keiner Wertminderung der bildungswissenschaftlichen
Fakultät der Freien Universität Bozen Vorschub leisten. Die Feldstudie macht auf den Bedarf
der Kindergartenpraxis aufmerksam und fordert die Berücksichtigung ihrer Anliegen ein. Die
Bemühung der Dozenten und Dozentinnen um eine qualitätsorientierte Lehrkultur steht außer
Zweifel. Das ist aber kein Grund, die kritische Auseinandersetzung mit möglichen
Schräglagen der Ausbildung zu vermeiden und Konfliktkernen und Problemstellungen der
Bildungspraxis aus dem Weg zu gehen. Im erweiterten Dialogfeld mit der Universität wird
sich das Spektrum der Wahrnehmung verändern und das Sichtfeld der Feldstudie verbreitern.
Beatrix Aigner teilt mit, dass die Aussagenwerte der Feldstudie Licht auf die je geltenden
Bewusstseinsordnungen von Kindergarten und Universität werfen und viel zur Klärung der
Bewertungsprozesse und Divergenzerfahrungen von Professionalität beitragen. Ihr sei die
Erhellung des institutionell Unterschlagenen ein großes Anliegen, deshalb möchte sie eine
Dialogkultur forcieren, die zur konstruktiven Bewältigung der ungelösten Spannung von
Praxis und Theorie, von Kindergarten und Universität befähigt. Anliegen des Kindergartens
sei es, den Bedarfswandel der frühen Kindheit transparent zu machen und gemeinsam mit der
Universität nach Antworten auf die Frage zu suchen: Welche kontextuellen Voraussetzungen
39
müssen Bildungssysteme schaffen, um den Paradigmenwandel der Bildung auf den
Entwicklungsbedarf der heutigen Kindheit und der Gesellschaft von morgen auszurichten?
In diesem Sinn versteht sich das Auswertungsergebnis nicht als fertiges Bild, sondern als
veränderungsfähiges Konstrukt, das für neue Deutungsleistungen durch Innovation offen
bleibt. Welche Erfahrungsschichten im Bewusstsein gespeichert sind, hängt vom
Wechselspiel der sozialen und kulturellen Dimensionen ab, die im Austauschprozess einer
demokratischen Dialogkultur ins Blickfeld treten. Ob es gelingt, die Widerstände des
konventionell Gefestigten aufzuweichen und mit der Irritation des Störenden konstruktiv zu
kommunizieren, sei dahingestellt. Soviel steht aber bereits fest: Die Wirklichkeitskonstruktion
auf die Bedürfnisse der Kinder auszurichten bedeutet nichts anderes als die Zukunftsfähigkeit
der Gesellschaft zu sichern.
40
Teil 2 - Jutta Tappeiner Ebner
Auswertungsergebnis der Feldstudie 2013-14:
Umfrage zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung
von KindergärterInnen
an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät
der Freien Universität Bozen
41
42
Methodische Hinweise zur Auswertung
Die Adressaten der Feldstudie waren die pädagogischen Fachkräfte mit Laureatsstudium der
deutschsprachigen Kindergärten Südtirols.
Als Basis diente eine schriftliche Befragung zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung
(siehe Fragebogen Seite 44).
Die Umfrage erstreckte sich im Zeitraum April bis Mai 2014 und umfasste alle im Dienst
stehenden Universitätsabgängerinnen der Kindergartensprengel Neumarkt, Bozen, Lana und
Meran. Die Feldstudie erfasste damit gut die Hälfte (52%) der Zielgruppe.
Methodische Vorgehensweise
Die Aussagen der 156 Fragebögen wurden von den Mitarbeiterinnen des Kindergartensprengels
Neumarkt Dr. Andrea Mittermair und des Kindergartensprengels Lana Dr. Julia Dalsant in der
Originalfassung Punkt für Punkt gesammelt und nach „Vollzeitstudium“ und „berufsbegleitendes
Studium“ getrennt. Die Aussagen wurden nicht nach Dienstjahren ausgewertet, da kein
erkennbarer Zusammenhang feststellbar war.
Die Gesamtübersicht der Aussagen wurde von der Auswertungsleiterin Dr. Jutta Tappeiner
Ebner nach Schwerpunkten geordnet und in Kategorien gebündelt. Zur besseren Verständlichkeit
wurden diese nochmals themenspezifisch differenziert.
Die einzelnen Aussagen wurden nach positiven und negativen Wertungen der
Ausbildungsqualität unterschieden und einander gegenübergestellt, um die Bedarfslage der
Zielgruppe einer positiven Klärung zuzuführen und die jeweiligen Standpunkte besser
wahrzunehmen.
Da die Trennschärfe der inhaltlichen Aussagen nicht eindeutig gegeben ist, unterliegt die
Zuordnung einer weitgehend offenen Interpretation und ist als vorläufiger Ordnungsversuch zu
bewerten.
Weitere Schritte
• Die Analyse der Aussagensammlung und die Bewertung der Ergebnisse der Feldstudie
"Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung" werden gemeinsam mit den
Verantwortlichen der Universität Bozen vorgenommen. Um einen fundierten
Austausch über die Ergebnisse der Befragung zu ermöglichen wurde die für 10. Juni
2014 mit dem Dekan der Bildungswissenschaften geplante Präsentation der Feldstudie
(siehe Anhang 1) auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
• Im Vorfeld der öffentlichen Präsentation soll zwischen Kindergarten und Universität
eine eingehende Diskussion über die Kernthemen der Befragung erfolgen.
• Die Kooperation soll durch einen koordinierten und aufeinander abgestimmten Dialog
das Gemeinsame des Anliegens "Verbesserung der Bildungsqualität" unterstreichen.
• Der Dialog mit der Universität wird die Herausforderungen an Kindergarten und
Universität kritisch beleuchten und im Austauschprozess die Unterschiedlichkeit der
Perspektiven analytischer Betrachtung zugänglich machen.
• Die Schlussfolgerungen der vorliegenden Studie werden gemeinsam gezogen und
geben Zeugnis einer gewinnbringenden Vernetzung von Kindergarten und Universität,
von Praxis und Theorie.
• Ziel ist die gemeinsam getragene Bemühung um eine Dialogkultur, die für den Prozess
des Paradigmenwandels der Bildung einsteht und über ein innovatives
Zukunftspotential verfügt.
43
Fragebogen für pädagogische Fachkräfte
Fragebogen für pädagogische Fachkräfte
im Kindergarten mit Laureat
zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung
Geschätzte Akademikerinnen und Akademiker im Kindergarten!
Sie haben Ihre Ausbildung an einer Universität erhalten. Wir, eine Arbeitsgruppe bestehend aus den
Kindergartendirektorinnen Beatrix Aigner, Jutta Tappeiner Ebner, Martha Eberhart und Christine
Oberhofer möchten Sie bitten, diesen Fragenbogen zur Qualität und Praxisfähigkeit ihrer Ausbildung
zu beantworten und mögliche Ansätze für eine gelingende Vernetzung von Theorie und Praxis
aufzuzeigen.
Die Ergebnisse werden bei einer Diskussionsveranstaltung den Verantwortlichen der Fakultät für
Bildungswissenschaften vorgestellt. Zu dieser Vorstellung werden Sie, alle Leiterinnen und
interessierte Fachkräfte eingeladen.
Wir bedanken uns für Ihr Interesse und Ihre Mitarbeit!
Kindergartensprengel _____________________________________
An welcher Universität haben Sie Ihr Studium absolviert? ______________________________
(z.B. Freie Universität Bozen oder Universität Innsbruck…)
Fakultät ______________________________________________________________________
(z.B. Bildungswissenschaften/Brixen oder Erziehungswissenschaften…)
Studienrichtung _______________________________________________________________
(z.B. Philosophie, Psychologie, Pädagogik…)
Sie haben insgesamt 0-5 6-10 11 und mehr Dienstjahre
bitte ankreuzen
als ___________________________ im Kindergarten gearbeitet.
.
Berufsbezeichnung
Sie haben das Studium berufsbegleitend oder als Normalstudium absolviert.
bitte ankreuzen
Einschätzung der Bildungsqualität
Wie schätzen Sie Ihre universitäre Ausbildung hinsichtlich der beruflichen Qualifizierung für die
Bildungsarbeit im Kindergarten ein?
sehr gut
gut
befriedigend
genügend
bitte betreffende Einschätzung ankreuzen
44
ungenügend
Können Sie anhand eigener Erfahrungen Ihre Bewertung begründen?
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Haben Sie Verbesserungsvorschläge?
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Datum ____________________________
45
46
Kindergartensprengel
Neumarkt – Bozen – Lana – Meran
Auswertung
der Fragebögen für pädagogische Fachkräfte
im Kindergarten mit Laureat
zur Praxisfähigkeit der universitären Ausbildung
Mai 2014
47
Verteilung und Rücklauf der Fragebögen
Verteilung
Am 31.03.2014 waren in den deutschsprachigen Südtiroler Kindergärten insgesamt 299
pädagogische Fachkräfte mit Laureat im Dienst.1
Von den insgesamt acht Kindergartensprengeln haben sich vier Sprengel - der
Kindergartensprengel Neumarkt, Bozen, Lana und Meran - an der Feldstudie beteiligt.
In diesen vier Sprengeln standen am Zeitpunkt der Erhebung 156 pädagogische Fachkräfte
mit Laureat im Dienst.
Demnach wurden in den Kindergartensprengel Neumarkt, Bozen, Lana und Meran 156
Fragebögen verteilt. Verglichen mit den 299 pädagogischen Fachkräften, welche zum
Zeitpunkt der Befragung im Dienst waren, hat die Erhebung 52 % der Zielgruppe erfasst.
1
Laut Mitteilung der geschäftsführenden Direktorin vom Amt für Kindergartenpersonal Dr. Uta Klingele
Giudiceandrea vom 29. Mai 2014: Diese Zahl (299) betrifft nur pädagogische Fachkräfte, welche tatsächlich gearbeitet
haben, sämtliche Wartestände oder Abkommandierungen wurden nicht berücksichtigt.
48
Rücklauf
Von den 156 verteilten Fragebögen wurden 149 beantwortet. Dies ergibt eine
Rücklaufquote von rund 96 % (95,51 %)
49
Daten zur Ausgangslage
1. Zuordnung der Fragebögen zu den Universitäten
Die insgesamt 149 ausgewerteten Fragebögen wurden folgenden Universitäten
zugeordnet:
•
•
•
•
137 Fragebögen den Absolventinnen/en der Freien Universität Bozen / Fakultät
für Bildungswissenschaften Brixen (92%),
10 Fragebögen den Absolventinnen der Universität Innsbruck (7%),
1 Fragebogen einer Absolventin der Universität Wien (0,5%) und
1 Fragebogen einer Absolventin der Universität Gießen (0,5%).
2. Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen: Verhältnis Vollzeit /
berufsbegleitendes Studium
Von den 137 pädagogischen Fachkräften, welche ihr Studium an der Freien Universität
Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen absolviert haben, haben
•
•
111 pädagogische Fachkräfte ein Vollzeitstudium (81%) und
26 das Studium berufsbegleitend (19%) absolviert.
Alle 12 pädagogischen Fachkräfte der Universitäten Innsbruck, Wien und Gießen haben
das Studium als Vollzeitstudium absolviert.
50
Daten zur inhaltlichen Aussage
I. Einschätzung der Bildungsqualität
Vollzeitstudium - Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen
Von den 111 Absolventinnen/en mit Vollzeitstudium an der Universität Bozen /
Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen schätzten 46 pädagogische Fachkräfte ihre
Ausbildungsqualität als befriedigend (43%), 31 als genügend (29%), 23 als gut (21%),
8 als ungenügend (7%) und keine als sehr gut ein. 3 Einschätzungen waren nicht
eindeutig zugeordnet.
ungenügend
7%
gut
21%
befriedigend
43%
genügend
29%
Berufsbegleitendes Studium - Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften
Brixen
Von den 26 Absolventinnen, die ihr Studium berufsbegleitend an der Universität Bozen
/ Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen absolviert haben, schätzten 13
Pädagoginnen ihre Ausbildungsqualität als befriedigend (54%), 8 als genügend (34%),
2 als gut (8%) ein und 1 als sehr gut (4%) ein. 1 Einschätzung war nicht eindeutig
zugeordnet und 1 Einschätzung fehlte.
gut
8%
sehr gut
4%
befriedigend
54%
genügend
34%
51
1. Bündelung der Aussagen in Kategorien
Die Aussagen der Akademikerinnen/er wurden nach Schwerpunkten geordnet und in folgende
Kategorien gebündelt.
Kategorie I:
Kategorie II:
Kategorie III:
Kategorie IV:
Vorlesungen und Laboratorien
Dozenten/innen und Lehrformen
Organisationsformen des Praktikums
Organisationsstruktur Universität
2. Gegenüberstellung der positiven und negativen Wertungen
Die einzelnen Aussagen wurden - getrennt nach Vollzeitstudium und berufsbegleitendem
Studium - nach positiven und negativen Wertungen der Ausbildungsqualität unterschieden.
Im Folgenden werden die Wertungen der Akademikerinnen/er der Universität Bozen Fakultät für Bildungswissenschaften für den Primarbereich in Brixen einander
gegenübergestellt.
VOLLZEITSTUDIUM - Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen
Nr.
Kategorie
I.
Vorlesungen und
Laboratorien
Dozenten/innen und
Lehrformen
Organisationsformen
des Praktikums
Organisationsstruktur
der Universität
II.
III.
IV.
positive Wertungen
94 Aussagen
44
negative Wertungen
391 Aussagen
182
12
95
15
82
23
32
BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM - Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen
Nr.
Kategorie
I.
Vorlesungen und
Laboratorien
Dozenten/innen und
Lehrformen
Organisationsformen
des Praktikums
Organisationsstruktur
der Universität
II.
III.
IV.
52
positive Wertungen
22 Aussagen
13
negative Wertungen
95 Aussagen
49
3
31
/
4
/
11
3. Grafische Gegenüberstellung
Die folgenden Grafiken verdeutlichten die Gegenüberstellung der Wertungen der
Akademikerinnen/er der Universität Bozen - Fakultät für Bildungswissenschaften für den
Primarbereich in Brixen.
VOLLZEITSTUDIUM - Universität Bozen / Fakultät für Bildungswissenschaften
Brixen
positive Wertung
negative Wertung
53
BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM - Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen
positive Wertung
54
negative Wertung
II. Vollzeitstudium - Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen
Positive Wertungen
Die positiven Wertungen der Akademikerinnen/er mit Vollzeitstudium wurden nach
thematischen Schwerpunkten - in der Originalfassung der Aussagen - folgenden Kategorien
zugeordnet:
Kategorie I:
Kategorie II:
Kategorie III:
Kategorie IV:
Vorlesungen und Laboratorien
Dozenten/innen und Lehrformen
Organisationsformen des Praktikums
Organisationsstruktur der Universität
Insgesamt
44 Aussagen
12 Aussagen
15 Aussagen
23 Aussagen
___________
94 Aussagen
55
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
Die positiven Wertungen der Kategorie Vorlesungen und Laboratorien wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
1.1 Theorie und Praxis
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.3 Organisationsformen der Bildung
21 Aussagen
23 Aussagen
0 Aussagen
_________________
44 Aussagen insgesamt
1.1 Theorie und Praxis
1. Theorie und Praxis wurden meistens verbunden.
2. Gutes Basiswissen, damit das eigene Handeln auch vor Eltern gerechtfertigt werden
kann.
3. Theoretische Grundlage wichtig um Kinder zu verstehen.
1. 3. und 4. Jahr war ausreichend praxisbezogen
2. Theoretisches Wissen und Auseinandersetzung mit Theorie hilfreich für den eigenen
reflexiven Lernprozess sind und für Arbeit hilfreich
3. Ich kann praktische Vorkommnisse mit meinem theoretischen Wissen (Uni)
verknüpfen.
4. Gute Möglichkeit sich theoretisches Wissen anzueignen
5. Theoretische Fächer braucht es auf jeden Fall! Man kann nicht immer nur Praxis
haben – sie muss theoretisch belegt sein
6. Guter Einblick in die Theorie der Pädagogik.
7. Die Theorie war gut.
8. Gute theoretische Ausbildung.
9. Viel Fachwissen wurde vermittelt.
10. Gute theoretische Ausbildung
11. Einblick in Theorie war wertvoll, hilft in der Praxis sehr.
12. Ich habe theoretische aber auch praktische Qualität an der Universität erhalten.
13. Theoretisches Fachwissen wurde viel vermittelt. Wie viel jemand vom Studium
mitnimmt hängt viel vom Eigeninteresse und der Eigeninitiative ab!
14. Viel Hintergrundwissen gelernt.
15. Gutes Fachwissen.
16. Das erworbene theoretische Wissen hilft mir besonders in den Bereichen:
Beobachtung, Reflexion, Evaluation und Zielsetzungen.
17. Gute theoretische Ausbildung.
18. Vermittlung von viel theoretischem Fachwissen.
19. Gute theoretische Grundlagen
20. Einiges war interessant und für das Allgemeinwissen gewinnbringend
21. Ich habe mich in meinem Studium viel mit Theorie beschäftigt.
56
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.
2.
3.
4.
Die Rahmenrichtlinien wurden oft erwähnt und in den Vorlesungen behandelt.
Die Rahmenrichtlinien wurden immer wieder aufgegriffen.
Bei Elterngesprächen kommen mir Vorlesungsinhalte oft zu Gute.
Bei schwierigen Situationen mit Kindern kann ich auf Vorlesungsinhalte
zurückgreifen.
5. Einige Vorlesungen sehr praxisbezogen, gut umsetzbar (Spiel u Animationspädagogik,
Musik, Beobachtung, Leibeserziehung, Experimentieren,…)
6. Von Vorlesungen: Musik, Naturwissenschaften, Methodik der Führung von
Kindergruppen, Beobachtung,… konnte ich vieles mitnehmen
7. Gutes entwicklungspsychologisches Grundwissen
8. Praxisrelevante Inhalte (Mathematik, Hygiene, Musik, Spielpädagogik, Geographie,
Entwicklungspsychologie
9. Leistungsorientiert, Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten
10. Einige Laboratorien (Spiel- und Animationspädagogik)
11. Laboratorien waren hilfreich, Inhalt interessant und die Gruppe kleiner
12. Laboratorien praxisnah, viele Anregungen
13. Gute Lernmöglichkeiten bei den Laboratorien.
14. Die praktischen Fächer waren hilfreich.
15. Einige Laboratorien waren hilfreich und praxisorientiert
16. Im 3. Und 4. Studienjahr Vorlesungen und Laboratorien sehr gut-> große Hilfen für
den Berufseinstieg
17. Die Laboratorien im 3. und 4. Studienjahr - die einzigen Vorlesungen die für Praxis
hilfreich waren - Tolle Laboratorien (Hechenberger, Weinhäuptl, Zimmer,…)
18. Veranstaltungen, v.a.: Laboratorien wie Hygiene, Entwicklungspsychologie,
Naturwissenschaften, Mathematik, Psychomotorik, Leibeserziehung,… waren für die
Praxis sehr relevant
19. Es gibt genug Laboratorien an der Uni, welche praxisorientiert sind.
20. Arbeit in den Laboratorien in Kleingruppen war angenehm und gewinnbringend.
21. Einige Vorlesungen und Laboratorien von denen ich viel mitnehmen konnte Einzelne
Vorlesungen praxisbezogen
22. Im Studium haben mir vor allem die praxisbezogenen Kurse sowie die Praktikas
weitergeholfen. Die dort erlernten Techniken sowie das Wissen, das ich mir hier
angeeignet habe ist mir jetzt im Berufsalltag sehr von Nutzen (z.B. Laboratorium
Musik und Turnen…
23. Turnen, Musik und die Experimente mit Frau Professor Lück konnte ich gut im
Berufsalltag gebrauchen.
1.3 Organisationsformen der Bildung
Keine Aussage
57
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen
Die positiven Wertungen der Kategorie Dozenten/innen und Lehrformen wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lehrinhalte
3 Aussagen
9 Aussagen
0 Aussagen
_________________
12 Aussagen insgesamt
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
1. Durch die Referate konnte ich lernen vor Menschen zu sprechen (positive Wirkung
z.B. auf Elterngespräche).
2. Glück in einer kleinen Gruppe zu studieren – der Austausch zuließ
3. Lehrformen
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Dozenten sind sehr erfahren.
Einige Dozenten sehr gut (dort konnte ich viel lernen)
Grundsätzlich gute Dozenten
Vorlesungen von Battisti waren praxisbezogen und konkret zur Arbeit – es bräuchte
mehr solche Dozenten
Einige Vorlesungen wie mit Lück, Zimmer, Weinhäuptl waren sehr praxisnah und
brauchbar
Praxisnahes und umsetzbares Wissen von Zimmer, Lück, Primus, Battisti
Einige gute Professoren wie z.B. Zimmer Renate und Lück Gisela.
Einige Dozenten griffen relevante Thematiken auf (vor allem Praktik).
Viel gelernt in Vorlesungen von Frau Dr. Zimmer und im Laboratorium
„Mathematik“
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lehrinhalte
Keine Aussage
58
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums
Die positiven Wertungen der Kategorie Organisationsformen des Praktikums wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
3.1 Praktikum
3.2 Praktikumsamt
3.3 Praktikumsbericht
7 Aussagen
7 Aussagen
1 Aussage
_________________
15 Aussagen insgesamt
3.1 Praktikum
1. Im Studium haben mir vor allem die praxisbezogenen Kurse sowie die Praktikas
weitergeholfen. Die dort erlernten Techniken sowie das Wissen, das ich mir hier
angeeignet habe ist mir jetzt im Berufsalltag sehr von Nutzen (z.B. Laboratorium
Musik und Turnen…)
2. Praktikas sehr wertvoll.
3. Praktikas waren sehr hilfreich.
4. Praktikum gibt Einblick in den Kindergartenalltag- jeder muss sich selbst auf den Weg
machen (sich selbst Praxisinhalte aneignen).
5. Im Praktikum konnten viele praktische Erfahrungen erworben werden.
6. Praktika, konnte vieles lernen
7. Praktikum sehr lehrreich
3.2 Praktikumsamt
1. Praxisnahe Erfahrungen konnten beinahe nur im Praktikum unter Anleitung von
kompetenten und engagierten Tutorinnen gesammelt werden.
2. Praktische Einheiten, welche vom Praktikumsamt angeboten werden.
3. Praktikumsamt hatte Bezug zu RRL
4. Praktikumsbegleiterinnen sehr wertvolle „Informationsquelle“
5. Praktikumskoordinatorinnen haben sich immer bemüht, praktische Einheiten
einzubauen (z.B.: Wenig Austausch mit den Professoren, Verlauf einer
Weihnachtsfeier,…)
6. Die Praktikumsverantwortlichen bemühten sich sehr, praxisbezogenen Materialien
einzubauen
7. Gute Zusammenarbeit und Organisation bei Praktikas zwischen Uni und
Kindergärten.
3.3 Praktikumsbericht
1. Im Praktikumsbericht wurde viel Wert auf Beobachtung, Planung und Reflexion der
Bildungsaktivitäten gelegt- Hilfreich für die spätere Bildungsarbeit.
59
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
Positive Wertungen der Kategorie Organisationsstruktur der Universität:
23 Aussagen insgesamt
1. Ich finde die Mischung zw. 2 Jahre Allgemein (KG&GS) und 2 Jahre berufsorientiert
gut.
2. Vielfältiges Wahlfachangebot auf der Uni.
3. 70 Studierende im 1. Studienjahr für beide Fachrichtungen, welche dann nach dem 2.
Studienjahr entscheiden, war eine passende Größe.
4. Im dritten und vierten Studienjahr waren die Inhalte der Lehrveranstaltung
praxisnahe
5. Gewinnbringend die letzten zwei Jahre
6. 3. und 4. Studienjahr positiv und gewinnbringend
7. Ich konnte vor allem in den letzten 2 Jahren viele Ideen und praktische Anregungen
sammeln
8. Zur Zeit des Studiums habe ich die universitäre Ausbildung als sehr gut empfunden.
9. Schriftliches Arbeiten konnte auf der Uni gelernt werden.
10. Schriftliches fällt mir leicht
11. Neues Umsetzen fällt nicht schwer
12. Themen/ Arbeiten/ Beispiele habe ich mir herausgenommen und werde sie auch
behalten.
13. Mein Bild vom Kind und meine Haltung haben sich verändert, ist nun differenzierter.
14. Ich bin davon überzeugt, wie viel jemand von seinem Studium mitnimmt bzw. was er
behalten kann, hängt Großteils vom Eigeninteresse ab. Ich bemerke immer wieder in
unterschiedlichen Situationen während ich bei meinen Kindern ein Verhalten
beobachte, dass ich mit meinem theoretischen Wissen (auch aus Vorlesungen)
Verbindungen herstelle, um mit diesem Wissen Überlegungen anstellen zu können. Ich
habe aber auch schon erlebt (z.B. bei Fortbildungen), dass Studienkolleginnen mir aus
Vorlesungen vertraute Inhalte nicht „wiedererkannt“ haben. In manchen Situationen
bemerke ich, dass mir noch die Erfahrung fehlt, doch mir ist bewusst, dass diese nicht
von der Ausbildung ersetzt werden kann. Und ich noch am Anfang meiner beruflichen
Tätigkeit bin.
15. Ich bin froh, in den Sommern während des Studiums immer wieder im
Sommerkindergarten gearbeitet zu haben, da ich so die Möglichkeit hatte einen
tieferen Einblick in die Praxis zu bekommen, was mir mit den wenigen
Praktikumsstunden an der Uni gefehlt hätte.
16. Neues bringt mich nicht außer Fassung
17. Kann auf Kontakte mit Professoren und Uni zurückgreifen
18. Studium ist gut
19. Ich wurde gut eingeführt durch die Leiterin im ersten Kindergartenjahr- wäre toll,
wenn es Leiterinnen immer so machen würden.
20. Gute Bibliothek.
21. Bibliothek ist gut ausgestattet.
22. Praktikum im Ausland war sehr hilfreich.
23. Die Universität hat mir zum Teil etwas gebracht und zum Teil auch nicht.
60
VOLLZEITSTUDIUM – Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen
Negative Wertungen
Auch die kritischen Wertungen der Akademikerinnen/er mit Vollzeitstudium wurden nach
thematischen Schwerpunkten - in der Originalfassung der Aussagen - folgenden Kategorien
zugeordnet:
Kategorie I:
Kategorie II:
Kategorie III:
Kategorie IV:
Vorlesungen und Laboratorien
Dozenten/innen und Lehrformen
Organisationsformen des Praktikums
Organisationsstruktur der Universität
Insgesamt
182 Aussagen
95 Aussagen
82 Aussagen
32 Aussagen
___________
391 Aussagen
61
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
Die negativen Wertungen der Kategorie Vorlesungen und Laboratorien wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
1.1 Theorie und Praxis
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.3 Organisationsformen der Bildung
89 Aussagen
68 Aussagen
25 Aussagen
_________________
182 Aussagen
1.1 Theorie und Praxis
1. Am Anfang meines ersten Dienstjahres ist mir bewusst geworden, dass es oftmals sehr
schwierig war, das theoretische Wissen oder theoretische Grundlagen, die ich
während des Studiums in den verschiedenen Vorlesungen bzw. Seminaren erworben
hatte, in die Praxis umzusetzen.
2. Bei den Vorlesungen fehlte der praktische Bezug zum Kindergarten
3. In den ersten zwei Studienjahren war die Praxisdauer eindeutig zu kurz- keine
Vernetzung von Theorie und Praxis möglich.
4. Zu wenig Theorie- Praxisbezug.
5. Viele Vorlesungen waren nur theoretisch und nicht mit Praxis verknüpfbar
6. Theorie abgehoben, ohne Verbindung zum Menschen
7. Vorlesungen sehr theoretisch, oft Wiederholungen, oft selbst vorgetragen
8. Vernetzung Theorie und Praxis kaum vorhanden
9. Sehr theoretisch und kaum praxisbezogen
10. Zu theoretisch und zu wenig praktisch
11. Die ersten zwei Jahre nur Theorie und nicht gewinnbringend für die Praxis
12. Keine Abwechslung und somit keine Vergleiche zwischen Theorie und Praxis ->
Studium und Kindergarten
13. Fehlender Praxisbezug
14. Fehlender Bezug von Praxis und Theorie
15. Keine Vernetzung von Praxis und Theorie
16. Umsetzbarkeit in Praxis fehlt
17. Die Ausbildung basierte auf zu viel Theorie, welche für den Beruf nicht anwendbar
sind
18. Zu wenig Praxis
19. Inhalte waren zu anspruchsvoll und in Praxis nicht umsetzbar
20. Das gesamte Studium, vor allem die ersten 2 Jahre, waren sehr „theorielastig“.
21. Insgesamt habe ich in den 4 Jahren Studium doch recht wenig praxisnahe
Erfahrungen und praxisnahes Lernen erlebt.
22. Wenig Vernetzung Theorie und Praxis.
23. Fehlende Vernetzung von Theorie und Praxis.
24. Verknüpfung von Theorie und Praxis fehlt.
25. Verknüpfung von Theorie und Praxis wenig möglich.
26. Vernetzung von Theorie und Praxis mangelhaft
27. Bezug von Praxis und Theorie fehlt
28. Praxisstunden und Theorie gleich verteilen
62
29. Die Theorie überwiegt, Umsetzungsmöglichkeiten in die Praxis fehlen oft bzw. sind
nicht altersentsprechend.
30. Viel Theorie ohne Praxisbezug.
31. Es werden zu viele theoretische Vorlesungen abgehalten.
32. Theoretisches Grundwissen vielfach Wiederholung der Inhalte in der Oberschule.
33. Zu hoher Anteil an reinen theoretischen Vorlesungen.
34. Zu viele rein theoretische Vorlesungen.
35. Zu theorielastige Vorlesungen.
36. Einige Vorlesungen waren für den späteren Beruf nicht relevant, z.B.
Mathematik/Informatik, Physik und Biologie (zu hohes Niveau).
37. Zu viel Theorie, Praxis fehlt, bzw. zu wenig.
38. Leider immer noch viel Theorie und wenig Praxis.
39. Zu theorielastig.
40. Manche Vorlesungen waren zu viel mit Theorie gefüllt oder hatten wenig mit der
Situation im Kindergarten zu tun.
41. Geringe Praxisfähigkeit der Ausbildung.
42. Einige Vorlesungen (v.a. 1. und 2. Studienjahr) sind nicht für den Beruf relevant.
43. Zu viel Theorie und Referate
44. Die ersten zwei Jahre zu theoretisch
45. Inhalte sinnvoll aber beschränken sich auf Theorie
46. Zu wenig berufsorientierte Inhalte. Vermittlung von Fachwissen, welches für das
Bildungsfeld Kindergarten nicht angemessen ist -> Praxisnähe -> mehr als
Basiswissen beispielweise zum Fach Chemie -> Relevanz für das spätere Berufsleben?
47. Zu viele theoretische Vorlesungen (Anthropologie, Mathematik, Physik,…)
48. Theorie im Kindergarten nicht anwendbar
49. Zu theoretisch aufgebaut
50. Vorlesungen nicht mit späterem Berufsleben verknüpfbar
51. Zu viel Theorie
52. Praxiserfahrung fehlt – Berufseinstieg schwierig
53. Ausreichend theoretisches Wissen für den beruflichen Werdegang – was jedoch nicht
genützt werden kann.
54. Vorlesungsinhalt teilweise sinnlos und mit Beruf nichts zu tun
55. Selten praktisch umsetzbare Inhalte
56. Fächer zu allgemein und nicht praxisorientiert
57. Kaum Praxisbezug
58. Zu viel Theorie – zu wenig Praxis
59. Der Bezug zur Praxis fehlt
60. Praxisbezug fehlt
61. Studium ist wenig praxisbezogen.
62. Zu wenig Praxisbezug.
63. Zu Praxisfern.
64. Wenig Übertragbarkeit von Inhalten in die Praxis.
65. Zu wenig praktische Inhalte.
66. Fehlende Praxisnähe des Studiums.
67. Wenig praxisnahe Unterrichtsfächer.
68. Zu wenig praktische Inhalte.
69. Vorlesungen sind praxisfern.
70. Zu Praxisfern.
71. Geringe Praxisrelevanz (wenig Bezug zu Praxis zu theoretisch).
72. Praxisbeispiele in Vorlesungen fehlen.
63
73. Praxisbezug fehlt.
74. Laboratorien sind häufig wenig ausgebaut. Nur die Hälfte der Stunden im Gegensatz
zu den dazugehörigen theoretischen Lehrveranstaltungen
75. Wenig praxisnahe Unterrichtsfächer.
76. Praxisfern.
77. Fächer sind zu theoretisch
78. Zu theoretische Inhalte
79. Vorlesungen, die später nichts nützen
80. Theoretisches Wissen ist teilweise Wiederholung aus der Oberschule.
81. Zu wenig praxisbezogen.
82. Wenige praxisorientierte Vorlesungen.
83. Zu wenige Praxisbeispiele in den Vorlesungen.
84. Wenig Praxisbezug bei Vorlesungen.
85. Theorie weit weg von Praxis
86. Vorlesungen ohne direkten Bezug zur Praxis
87. Keine/ geringe theoretischen Inhalte für den Kindergarten
88. Vorlesungsinhalte in der Praxis nicht umsetzbar
89. Theorie hat man im Hinterkopf und man kann nachschlagen
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1. Einige Vorlesungen hatten mit Kindergarten nichts zu tun
2. Die Inhalte der ersten beiden Studienjahre waren zum Großteil für die Grundschule.
3. In den ersten beiden Ausbildungsjahren wurde weitgehend ignoriert, dass auch
Kindergärtnerinnen anwesend waren. Sogar im dritten Jahr (z.B. Anthropologie)
wurde nur über die Schule gesprochen.
4. Viele Inhalte nur für Grundschulkinder.
5. Die ersten 2 Jahre der Ausbildung sehr schullastig.
6. Die Inhalte der ersten zwei Studienjahre waren vorwiegend für die Grundschule.
7. Vorlesungen eher auf die Grundschule ausgerichtet.
8. Habe die Erfahrung gemacht, dass in den ersten beiden Studienjahren vor allem
Inhalte präsentiert wurden, welche die Schule betrafen.
9. Viele Vorlesungen sind nur für die Schule (v.a. 1. und 2. Ausbildungsjahr).
10. In den ersten beiden Studienjahren für Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen wurde
fast immer auf Schule eingegangen.
11. Die ersten zwei Ausbildungsjahre waren mehr für die Schule ausgerichtet.
12. Zu schulisch.
13. Zu sehr auf Schule bezogen.
14. Dozenten vielfach aus dem Schulbereich.
15. Mehr theoretische Inhalte für die Schule
16. Ersten zwei Jahre nur Grundschule
17. Zu viel auf Grundschule eingegangen
18. Naturwissenschaften,… mehr auf Schule aufgebaut
19. Kindergarten wenig Gewicht, viel Grundschule
20. Inhalte in Bezug auf Schule
21. Vorlesungsinhalte betreffen vor allem die Schule
22. Lehrveranstaltungen zu sehr auf Schule bezogen
23. Kindergarten kaum, zu wenig vertreten
24. Kindergarten nicht ausreichend berücksichtigt
25. Viele Veranstaltungen besonders in den ersten zwei Jahren hatten keinen
Zusammenhang mit dem Kindergarten oder zu sehr schulorientiert
64
26. Die ersten zwei Jahre zu sehr die Schule im Mittelpunkt
27. Vorlesungsinhalte aus ersten zwei Studienjahren leider umsonst, kein Bezug zu
Kindergarten
28. Zu viel Wert auf Schule gelegt – Kindergarten geht verloren
29. Thema Grundschule wichtiger als Kindergarten
30. Wenig Übertragbarkeit in die Praxis, z.B. Spieleketten zu schwer und zu anspruchsvoll
für den Kindergarten (Referent geeignet für die Grundschule).
31. Der Studienzweig Kindergarten wurde zu wenig behandelt
32. Vorlesungsinhalte sowie Medien in der Bibliothek sind größtenteils auf Schule
bezogen
33. Viel auf Schule ausgerichtet – Realität in Südtirol stimmte nicht mit den Dozenten
überein
34. Prinzipiell das Studium mehr auf Schule aufgebaut
35. Oft wurde ausschließlich von der Grundschule gesprochen.
36. Zu viel rein schulisches Wissen vermittelt.
37. Inhalte vorwiegend für die Schule (vor allem in den ersten 2 Jahren).
38. Vor allem die ersten 2 Jahre sind sehr „verschult“.
39. Schulisches Lernen
40. „Oberschulwissen“ hat zu viel Gewichtung.
41. Universität ähnelt der Oberschule.
42. Die ersten zwei Jahre waren viel zu theoretisch, Wiederholungen aus der Oberschule
43. Für die Uni gelernt und nicht fürs Kind
44. Themen die Kindergartenalltag betreffen fehlen, z.B.: Umgang mit anderen
Religionen, Kulturen, Einschränkungen/Entwicklungsstörungen, Lernstörungen,…
45. Elternarbeit und RRL werden kaum angesprochen
46. Viele Vorlesungsinhalte waren nicht praxisrelevant- zu wenig relevante Themen, die
für den Einstieg wichtig gewesen wären wurden durchgenommen.
47. Zu geringes Repertoire an Fingerspielen, Kreisspielen usw.
48. Elternarbeit wird kaum thematisiert.
49. Themen wie Elternarbeit werden kaum behandelt.
50. Aktuelle Situation in Südtirols Kindergärten, z.B. mit sprachlichen Herausforderungen
umgehen, Arbeit mit Mediatoren usw. wurde nie angesprochen.
51. Impulse für „gute“ Elternarbeit oder Aufbau und Umsetzung von Gesprächen fehlte.
52. Wenige Vorlesungen mit praktischen Inhalten z.B. Kreisspiele, die einem dann im
Alltag fehlen.
53. Durch die geringe Praxisfähigkeit der Ausbildung fehlt im Alltag ein „Grundstoff“ an
Ideen für Lieder, Fingerspiele, Gedichte, Reime, Kreisspiel usw.
54. Viele Vorlesungsinhalte waren nicht praxisrelevant- zu wenig relevante Themen, die
vor allem für den Einstieg wichtig gewesen wären.
55. Viel allgemeines Wissen aber nichts konkretes für den Kindergarten
56. Wenig Material für Praxis – viele theoretische Unterlagen
57. Sinnlose Vorlesungen (Physik, Mathematik, Geschichte) die mit Arbeit im
Kindergarten nichts zu tun haben
58. Viele Vorlesungen zu allgemein (Physik, Chemie,…) kein Bezug zum Arbeiten mit
Kindern
59. Keine Praxisrelevanten Themen (Arbeitsbuchführung, Abläufe im Kindergarten
(Dokumentation, Elterngespräche, Umgang mit Kindern mit Migrationshintergrund)
60. Zu wenig Gewichtung auf Elternarbeit und Netzwerkarbeit.
61. Es fehlen mehr Inhalte zum Umgang mit Konfliktsituationen und kritischen
Elterngesprächen.
62. Man bekam zu wenige Grundlagen für die Arbeit am Kind.
65
63. Alles wird wissenschaftlich vermittelt doch die emotionale Ebene (Empathie,
Beziehung zum Kind) welche für Praxis grundlegend ist, wird vernachlässigt, nicht
angesprochen
64. Kaum methodische und didaktische Arbeitsweisen um den Einstieg ins Berufsleben zu
erleichtern
65. Basiskompetenzen für Kindergarten nicht gelernt z.B.: Beziehungsfähigkeit,
Selbstbild, Praxiskenntnis, Bildungspartnerschaft
66. Die ersten zwei Studienjahre waren umsonst
67. Vorlesungen wie Mathe und Physik sollten nicht angeboten werden
68. Der Bezug zum Kind fehlt.
1.3 Organisationsformen der Bildung
1. Zu wenig praxisbezogene Vorlesungen wie z.B.: Kennen lernen der RRL, Führung des
Arbeitsbuches, Planungen, Ablauf eines Kindergartentages
2. Keine Praxisrelevanten Themen (Arbeitsbuchführung, Abläufe im Kindergarten
(Dokumentation, Elterngespräche, Umgang mit Kindern mit Migrationshintergrund)
3. Wichtige Abläufe wurden nicht vermittelt: z.B. Wie sieht ein Tagesablauf aus? Wie
führt man ein Register?
4. Es wäre wichtig gewesen im Studium mehr über allgemeine Vorgänge zu lernen, z.B.
wie führe ich ein Arbeitsbuch/ Register? Arbeitsschutz? Arbeitssicherheit?
5. Interessiert man sich nicht selbst im Praktikum für das Arbeitsbuch usw.; steht man im
1. Arbeitsjahr ohne Informationen dazu dar.
6. Auf Themen wie Arbeitsbuch, Registerführung und Arbeitsschutz wird nicht
eingegangen.
7. Informationen zur Führung des Arbeitsbuches fehlen.
8. Im Kindergarten wichtige Dinge werden nie erwähnt (Arbeitsbuch/ Register).
9. Organisatorisches für die Arbeitswelt fehlt, vor allem Arbeitsmappe.
10. Wenig Einblick erhalten, die im Kindergarten täglich gebraucht werden, z.B.
Arbeitsbuch, Rahmenrichtlinien, Register, Portfolio, Dokumentationen,
Arbeitsvertrag…
11. Bei Vorlesungen zu viel Vorgelesen anstatt ihnen Inputs für den Arbeitsbeginn zu
geben
12. Mangelnde Vorbereitung auf die Bürokratie im Kindergarten (Ranglisten und
Kriterien, Fristen, zusätzliche Haftpflichtversicherung,…)
13. Zu wenig Vorbereitung auf den effektiven Arbeitsauftrag (Arbeitsbuchführung,
Raumgestaltung,…)
14. Mangelnde Vermittlung von praxisrelevanten Themen (Elterngespräch, Schulreife,
Führung Arbeitsbuch, Erstellung IBP,..)
15. Wichtige Informationen, wie Führung des Registers und Infos über Ranglisten, haben
wir nicht erhalten.
16. Genau Anforderungen an Kindergärtnerinnen sind nicht klar.
17. Zu wenig Wissen über Führung des Arbeitsbuches, rechtliche Grundlagen
(Unfallbericht usw.) und Anlegen einer Dokumentationsmappe.
18. Zu wenig Vermittlung von organisatorischen Abläufen (Haftung, Versicherung,
Ranglisten, Register führen, Arbeitsbuch, Ansprechpartner…).
19. Ersten zwei Studienjahre nichts vom Berufsfeld erfahren
20. In bestimmten Fächern habe ich aus der Oberschule mehr mitgenommen als an der
Uni (z.B. Psychologie).
21. Auswahl der Vorlesungsinhalte und Fächer sollen überdacht werden
22. Wo ist Innovation?
66
23. Vorlesungen beinhalten oft nicht das, was der Titel verspricht (Bsp.
Schulgesetzgebung).
24. Viele Kurse kamen sehr vom Thema ab und hatten im Grunde nichts mit dem zu tun,
was sie eigentlich versprachen. Titel und Inhalt passten nicht zusammen.
25. Zu viel Zeit mit nicht relevanten Themen verschwendet
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen
Die negativen Wertungen der Kategorie Dozenten/innen und Lehrformen wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lehrinhalte
40 Aussagen
20 Aussagen
35 Aussagen
_________________
95 Aussagen
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
1. Da die Dozenten vorwiegend aus Deutschland kommen, die sich kaum mit dem
Südtiroler Bildungssystem auskennen, erfahren wir mehr über die Arbeit in
Deutschland als in Südtirol.
2. Dozenten aus dem Ausland hatten wenig Ahnung von Bildungssituation in Südtirol.
3. Dozenten kennen Schulsystem in Südtirol oft nicht.
4. Durch die ausländischen Dozenten fehlt der Bezug zum regionalen Bildungssystem.
5. Dozenten haben meist keine Ahnung von der Praxis in Südtirol.
6. Dozenten wissen nicht gut über Südtiroler Bildungssystem Bescheid.
7. Dozenten kennen oft die Situation in den Südtiroler Kindergärten nicht sprechen
über Erfahrungen in Deutschland und Österreich.
8. Dozenten wussten nicht einmal, dass Kindergärtnerinnen ausgebildet wurden
9. Durch die Dozenten, welche beinahe nur aus dem Ausland stammen fehlt der Bezug zu
Südtirol.
10. Größtenteils waren Dozenten angestellt, welche sich mit dem italienischen
Schulsystem Kindergartenwesen nicht auskannten.
11. Kein Wissen über den Kindergarten und die RRL in Südtirol
12. Theoretisches Wissen in Bezug auf andere Länder, nicht Südtirol
13. Dozenten die sich im Kindergarten nicht auskennen
14. Dozenten kamen aus dem Ausland und prophezeiten uns wie toll die Einrichtungen in
anderen Ländern sind
15. Dozenten hatten keine Erfahrung mit System Kindergarten
16. Dozenten kannten den Kindergarten in Südtirol nicht, keine RRL, Bildungsplan,
Bildungsvision,…
17. Dozenten kennen nicht unser Bildungssystem
18. Professoren berichten nicht von Situation aus Südtirol
19. Dozenten kennen Kindergarten und Gegebenheiten des Landes nicht
20. Dozenten keinen Bezug zur Praxis oder Erfahrung in unserem Bildungssystem
67
21. Dozenten stammen aus dem Ausland; sprachen von deren Bildungseinrichtungen und
kennen unsere nicht bzw.: haben keinen Einblick in die Arbeitsweisen
22. Dozenten aus Deutschland kennen System in Südtirol nicht
23. Dozenten zu wenig Bezug zum System in Südtirol
24. Wenige Dozenten die aktuelle Lage in Südtirol kennen > Migrationshintergrund,
Altersspanne
25. Dozenten aus dem Ausland mit geringen Kenntnissen
26. Die Dozenten waren bis auf 2 Ausnahmen vom Ausland und sind immer auf die
Studierenden von Deutschland eingegangen
27. Dozenten die Arbeit im Kindergarten in Südtirol kennen und im Kindergarten
gearbeitet haben
28. Viele Professoren/Innen aus dem Ausland, welchen der Einblick in die Südtiroler
Rahmenrichtlinien fehlt
29. Dozenten beziehen sich nicht auf das Bildungssystem Südtirol.
30. Einige Professoren nehmen fast ausschließlich Bezug auf Kindergärten in
Deutschland.
31. Dozenten kennen das Bildungssystem Südtirol nicht.
32. Dozenten kennen unsere Bildungssituation nicht.
33. Dozenten kennen Bildungssituation in Südtirol nicht.
34. Dozenten kennen Kindergärten in Südtirol nicht.
35. Einige Dozenten waren mit dem Bildungsfeld Südtirol nicht vertraut.
36. Dozenten kennen unsere Bildungswelt nicht.
37. Vorlesungsinhalte konzentrieren sich auf Schule und Kindergarten in Deutschland
38. Vorlesungsinhalte betreffen oft vorwiegend die Praxis in anderen Ländern.
39. Dozenten wenig Erfahrung über Schulsystem
40. Viele Dozenten hatten keinen Einblick in die Kindergärten in Südtirol.
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
1. Viele Dozenten an der Uni haben keinen Einblick in den Kindergartenalltag bzw. die
Arbeit mit Kindern im Alter zwischen 2 ein halb und 6 Jahren.
2. Dozenten haben oft keine Berufserfahrung oder kennen den Kindergarten in Südtirol
nicht.
3. Der Titel der Professoren zählt mehr als Praxiserfahrung für die Einstellung.
4. Ich hätte mir oft mehr Praxisrelevanz in den Vorlesungen und Laboratorien
gewünscht. Es ist nicht wichtig, dass ein Dozent eines Laboratoriums viel Fachwissen
oder viele Doktortitel hat, sondern, dass er aus der Praxis kommt und Praxis
weitergibt!
5. Dozenten keinen Bezug zum Kindergartenkonzept
6. Sehr viele Dozenten sind praxisfern
7. Dozenten sollen über Kindergärten und deren Arbeit Bescheid wissen
8. Dozenten hatten häufig keinen Bezug zur Praxis
9. Dozenten hatten wenig Einblick in den Kindergarten
10. Dozenten die keine Ahnung vom Kindergarten hatten
11. Fast keine Dozenten mit aktuellen Praxiserfahrung
12. Kaum praxisrelevanter Austausch mit den Dozenten, da sie kein Praxiswissen haben
13. Nur wenige Dozenten konnten ihre Inhalte den Anforderungen des Kindergartens
anpassen
14. Inkompetente Dozenten – haben keinen Einblick in Kindergartenalltag vermittelt
15. Dozenten wissen nicht über Rahmenbedingungen Bescheid
68
16. Dozenten fehlt der Praxisbezug.
17. Dozenten vielfach nur für Grundschullehrerausbildung geeignet.
18. Die meisten Dozenten sind auf den Schulbereich spezialisiert und können kaum Bezug
auf die Praxis nehmen.
19. Dozenten vielfach aus dem Schulbereich.
20. Die meisten Dozenten sind auf den schulischen Bereich spezialisiert und können kaum
auf Bezug auf Beispiele aus der Praxis nehmen.
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte
1. Zu viel Frontalunterricht.
2. Wichtige Inhalte (Entwicklungspsychologie) wurden von Kommilitoninnen erarbeitet
und wenig ernst genommen
3. Teamfähigkeit nicht gelernt
4. Art und Weise der Vorlesungen zu oft in Form von Referaten
5. Vorträge wurden von Kommilitoninnen gehalten
6. Einige Studienfächer hätte man sich ersparen können; so gab es einige Dozenten, die
uns Referate verfassen ließen, welche wir dann in den weiteren Vorlesungen den
anderen StudienkollegInnen vorbrachten.
7. Dozenten haben nicht gute Wissensvermittlung.
8. Demotivierende Dozenten (oft nur Vorträge von uns selbst).
9. Studenten halten selbst Referate, können nichts von Dozenten lernen.
10. Studium wie in Oberschule – Abhacken von Fächern, auswendig lernen für Prüfungen,
Anwesenheit aufgrund Anwesenheitspflicht
11. Teilweise unnütze Lerninhalte und Frontalunterricht
12. Unnütze Vorlesungen
13. Schlechte Vorbereitung der Dozenten und überließen Wissensvermittlung auch den
Studierenden
14. Zu viele Referate von Studierenden
15. Studentinnen übernehmen die Arbeit der Dozenten und halten Referate, Vorträge
16. Die ersten zwei Jahre waren Allgemeinbildung, ähnlich wie an der Oberschule
17. Gruppenarbeiten wurden bewertet, Dozent hat sich wenig eingebracht
18. Dozenten zwar Fachpersonen, jedoch ohne Lehrfähigkeiten, Engagement oder
Interesse an der Übermittlung der Inhalte
19. Oberschulmäßig: ohne Zugang zu den individuellen Kompetenzen –
Wissensanhäufung
20. Kaum eigenständiges Entscheiden und Arbeiten möglich.
21. Wenig Diskussion und Austausch.
22. Zu wenig Austausch mit Professoren
23. Selbstständiges Denken nicht erwünscht.
24. Zu wenig Austausch
25. Alle Vorlesungen des 1. und 2. Studienjahres waren wie in Oberschule –
Frontalunterricht und Prüfungsbeitrag
26. Inhalte nur für Prüfungen gelernt (da sie für die Praxis keine Wichtigkeit hatten)
27. Vorlesungen mit wenig Qualität die Ruf von Uni schlecht machten
28. Prüfungen waren oft ein reines Auswendiglernen und Aufsagen
29. Professoren müssen nicht immer den Kindergarten gesehen haben – das hängt vom
Fach ab – z.B.: Hygiene oder Entwicklungspsychologie oder Animationspädagogik
30. Es ist leider auch möglich, auch mit sehr wenig Aufwand gute Noten zu erzielen, das
entmutigt auch jene die viel lernen.
69
31. Benotung meist zu hoch angesetzt. Mit geringem Aufwand werden gute Noten erzieltdies ist ungerechtfertigt.
32. Fachkompetenz der Dozenten war teilweise nicht den Studierenden entsprechend
33. Zusammenarbeit der Dozenten mit dem Praktikumsamt war unzureichend
34. Zusammenarbeit mit Dozenten/Praktikum oft schwierig
35. Austausch zwischen Praktikumsamt und Direktionen fehlte
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums
Die negativen Wertungen der Kategorie Organisationsformen des Praktikums wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
3.1 „Praktikum“
3.2 „Praktikumsamt“
3.3 „Praktikumsbericht“
60 Aussagen
3 Aussagen
19 Aussagen
_________________
82 Aussagen insgesamt
3.1 Praktikum
1.
2.
3.
4.
5.
Mehr Praxis
Zu wenig Praxis
Praxis ist zu wenig
Wenig Praxiserfahrung
Das Praktikum ist viel zu kurz, man wird nach dem Studium teilweise ins kalte Wasser
geworfen.
6. Zu wenig Praktikum.
7. Zu wenig Praktikum.
8. Zu wenig Praktikum.
9. Zu wenig Praktika.
10. Zu wenig Praxis.
11. Zu wenig Praktikum.
12. Zu wenig Praktika während des Studiums.
13. Praktika sind zu kurz.
14. Zu wenig Praktikum.
15. Die Praxis kam zu kurz.
16. Zu wenig Praktikum.
17. Zu wenig Praktikum.
18. Praktika sind zu kurz.
19. Praktikum ist zu kurz.
20. Zu wenig Praktikum.
21. Praktikum zu kurz.
22. Zu wenig Praktikum.
23. Zu wenig Praxis.
24. Es war oft schwierig erlernte Theorien zu behalten und sie mit der Praxis in
Verbindung zu bringen, da ich selbst kaum in der Praxis war- zu wenig
Praktikumszeit.
25. Verhältnismäßig kurze, bzw. wenig Praktikum
70
26. Zu wenig Praktika
27. Zu kurze Praktikumszeiten
28. Praktikum zu kurz, zu sehr auf Praktikumsbericht fixiert – die Praktikums Vor- und
Nachbereitung hatten keine sichtbaren Zielsetzungen
29. Wenig Praktikumstage
30. Zu wenig Praktikum
31. Praktikum hilfreich aber zu kurz
32. Praktika zu kurz
33. Praktika waren zu kurz
34. Praktikum blockweise
35. Zu wenig Praktika
36. Zu kurzes Praktikum
37. Praktikum zu kurz, Vorbereitung nicht genügend
38. Zu wenig Praktikumsstunden
39. Zu kurze Praktika um Prozesse zu begleiten
40. Praktikum zu kurz
41. Praktikum zu kurz für Prozessbegleitung
42. Kurze Praktikums
43. Zu kurze Praktikumszeiten
44. Zu wenig Praxis
45. Zu wenige und zu kurze Praktika
46. Zu kurze und wenig Praktika
47. Mangelnde Verknüpfung von Theorie und Praxis, aufgrund zu wenig Praktikum
48. Die Praktika waren zu kurz und zu wenige.
49. Die Praxis war zu wenig und zu wenig gewinnbringend ausgelegt.
50. Zu wenig Praxisstunden.
51. Zu wenig Praktikum.
52. Zu wenig Praxis.
53. Zu wenig Praktikum.
54. Zu wenig Praxiserfahrungen möglich.
55. Zu kurzes Praktikum.
56. Zu wenig Praxis.
57. Zu kurzes Praktikum.
58. Wenige Praxiserfahrungen während des Studiums.
59. Praxis für längeren Zeitraum
60. Zu wenig Einsicht in die konkrete Arbeit einer pädagogischen Fachkraft.
3.2 Praktikumsamt
1. Praktikumsverantwortliche des Kindergartens wiederholen was die Tradition des
Kindergartens vorgibt, zu wenig theoretisch zu wenig wissenschaftliches
Hintergrundwissen
2. Zwei Praktikumsbegleiterinnen für zu viele Studentinnen
3. Praktikumsverantwortliche waren zu angepasst ans alte Kindergartenmodell
3.3 Praktikumsbericht
1. Praktikumsbericht hat zu hohe Gewichtung.
2. Beim Praktikum ist der schriftliche Teil wichtiger als die Praxis.
3. Praktikumsbericht hat größeren Stellenwert als Praktikum selbst.
71
4. Praktikumsbericht war für spätere Arbeitswelt nicht so aufgebaut
5. Effektive Praxiserfahrung nicht im Verhältnis zum aufwendigen Praktikumsbericht ->
zu detaillierte Verschriftlichung
6. Praktikum nach schriftlicher Ausarbeitung bewertet und persönliche Entfaltung nicht
gefragt
7. Praktikumsmappen waren nur eine Abarbeitung von vorgegebenen Vorlagen, die
keine Entfaltung bzw. Anregungen der Studentin zuließen.
8. Beim Praktikum zu viel Wert auf Schreiben/ Bericht – für zwei Woche 50 Seiten
schreiben….
9. Praktikum viel zu kurz und Praktikumsbericht nicht an der Realität orientiert (z.B.:
Planung von Bildungsangeboten, die vor Ort nie umgesetzt wurden)
10. Wenig Praktikum – der Bericht hat bei Bewertung zu viel Gewicht
11. Praxiszeit verlängern, Bericht einschränken
12. Praktikum war zu aufgesplittet, zu kurz und mit zu viel schriftlicher Dokumentation
verbunden
13. Praktikumsbericht zu ausführlich, wir mussten immer nur an den Bericht denken.
14. Beim Praktikum wurde der Bericht bewertet
15. Praktikumsbericht war zu lange und beinhaltete Aufgaben die nicht immer umsetzbar
waren/ nicht an den Kindergärten angepasst (z.B.: Öffnung)
16. Praktikumsmappe finde ich in diesem Umfang nicht für sinnvoll.
17. Zu hohe Gewichtung des Praktikumsberichtes.
18. Zu hohe Gewichtung bei Bewertung des Praktikums auf den Bericht.
19. Gestellte Aufgaben konnten nicht umgesetzt werden, da es das Konzept des
Kindergartens nicht zuließ
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
Negative Wertungen der Kategorie Organisationsstruktur der Universität:
32 Aussagen insgesamt
1.
2.
3.
4.
Anzahl der Studenten zu hoch; gutes und effizientes Arbeiten ist kaum möglich.
Viel zu hohe Benotung, kein Anspruch an universitäres Niveau
Zu hohe Anzahl an Studenten.
Begrenzte Teilnehmerzahl bei (wirklich interessante) Wahlfächern und
studienbegleitenden Lehrveranstaltungen
5. Bei der Aufnahmeprüfung wird nur Wissen abgefragt und nicht auf Kompetenzen im
Umgang mit Kindern geachtet.
6. Bei der Aufnahmeprüfung wird nur Fachwissen abverlangt.
7. Die Vorlesungsstunden waren schlecht aufgeteilt: ersten Jahre von 8.00 Uhr bis 18.00
Uhr, letztes Jahr teilweise gar nichts mehr
8. Schulmäßiger Aufbau der Universität (Anwesenheitspflicht, vorgeschriebene
Vorlesungen…).
9. Organisation der Vorlesungen für Pendler oft ungeschickt . Man musste oft wegen nur
einer Vorlesung oder einer Unterschrift (Formalisierungen) nach Brixen fahren.
10. Bessere Organisation bei Praktika und Vorlesungen
11. Vernetzung mit den Diensten fehlte zur Gänze
12. Keine zweisprachige Ausbildung
72
13. Mehrsprachigkeit wurde nicht praktiziert
14. Organisationsstruktur der Universität sehr schulisch und starr (Vorgeschriebene
Vorlesungen und Anwesenheitspflicht).
15. Die ersten zwei Studienjahre sind sehr zeitaufwändig.
16. Ungeeignete Vorlesungsräume welche den Austausch mit den Professoren teilweise
erschwerten
17. War beim Berufseinstieg überfordert, nicht vorbereitet
18. Ausbildung hat nicht konkret aufs Berufsalltag vorbereitet
19. Bessere Vorbereitung auf das Berufsleben
20. Wie in Oberschule nur Buchwissen gesammelt
21. Eigenreflexion war nicht gegeben
22. Prüfungsdenken – Auswendiglernen – wo bleibt da die eigene Entwicklung?
23. Individualisierendes Lernen hat gefehlt
24. Hatte nur durch Praktikum eine Ahnung vom Kindergarten bekommen und jetzt wird
dieses durch die Grundschule ersetzt, das sagt alles – ist unfassbar.
25. Integrationsausbildung auf Deutschland ausgerichtet
26. Ausbildung an LBA war hilfreicher als die Uni
27. Prüfungen wurden nicht ernst genommen (geschwindelt und abgeschrieben)
28. Aufwand und Wichtigkeit der Diplomarbeit stehen in keinem Verhältnis
29. Vorlesungen des italienischen und deutschen Studienplans mit den gleichen Inhalten
wurden unterschiedlich genutzt (unterschiedliche Credit-point)
30. Den Studierenden wird zu wenig Eigenverantwortung zuerkannt (Anwesenheitspflicht,
Stundenplan,…)
31. Formalisierungen nahmen zu viel Zeit ein
32. Zu wenig Austausch mit dem Ausland auch mit Italien
73
III. BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM - Universität Bozen / Fakultät
für Bildungswissenschaften Brixen
Positive Wertungen
Die positiven Wertungen der Akademikerinnen/er mit berufsbegleitendem Studium wurden
nach thematischen Schwerpunkten - in der Originalfassung der Aussagen - folgenden
Kategorien zugeordnet:
Kategorie I:
Kategorie II:
Kategorie III:
Kategorie IV:
Vorlesungen und Laboratorien
Dozenten/innen und Lehrformen
Organisationsformen des Praktikums
Organisationsstruktur der Universität
Insgesamt
74
18 Aussagen
3 Aussagen
0 Aussagen
1 Aussage
___________
22 Aussagen
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
Die positiven Wertungen der Kategorie Vorlesungen und Laboratorien wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
1.1 Theorie und Praxis
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.3 Organisationsformen der Bildung
8 Aussagen
9 Aussagen
1 Aussage
_________________
18 Aussagen insgesamt
1.1 Theorie und Praxis
1. Gute Vernetzung Theorie und Praxis
2. Praxis und Theorie können gut verknüpft werden
3. Aufgrund der Praxiserfahrung konnten theoretische Inhalte und Fachwissen gut
miteinander vernetzt werden
4. Was für mich positiv war, dass ich meine Praxis in die Arbeiten, die ich schreiben
musste einfließen lassen konnte.
5. Theorie und Praxis waren gut verknüpft
6. Inhalte waren eine Bereicherung da sie Ergänzung zu praktischen Erfahrungen waren
7. Da ich eine pädagogische Ausbildung hatte, konnte ich immer einen Bezug zum Beruf
herstellen
8. Viel theoretisches Wissen vermittelt
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1. Theoretische Grundlagen gut; z.B.: Entwicklungspsychologie, Pädagogik,… ebenso
die praktischen Module wie Spielpädagogik und Bewegungserziehung
2. Sehr gewinnbringend die Vorlesungen zu Beratungsgesprächen und Reflexionen
3. Unterlagen noch heute hilfreich
4. Einige Vorlesungen haben sich auf praktische Arbeit im Kindergarten bezogen
5. Studium war bereichernd als Reflexion.
6. Durch Wiederholungen wurde vieles klar
7. Meine langjährigen Erfahrungen aus der Praxis, meine primäre Ausbildung zur
Kindergärtnerin und zusätzliche Fort- und Weiterbildungen bilden einen wesentlichen
Schwerpunkt in der Bildungsgestaltung meiner Arbeit. In der berufsbegleitenden
universitären Ausbildung habe ich meinen theoretischen Horizont erweitert und neue
Erkenntnisse und Entwicklungen kennen gelernt.
8. Ich habe die Universität absolviert, da ich nach sieben Berufsjahren und vielen
Erfahrungen in der Praxis an der Vernetzung von praktischen Erfahrungen und der
Theorie interessiert war. Für mich waren die neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnisse in den Bildungswissenschaften, welche an der Uni vermittelt wurden,
sehr wertvoll. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Pädagogik der
frühen Kindheit und mit den Inhalten der Bildungsinstitution Kindergarten hat mir
eine neue differenzierte Sichtweise und ein gutes Selbstbewusstsein im Beruf gebracht.
9. Eigene Kritikfähigkeit und kritische Betrachtung von Inhalten durch
berufsbegleitendes Studium besser anwendbar.
75
1.3 Organisationsformen der Bildung
1. Theoretische Grundlagen gut; z.B.: Entwicklungspsychologie, Pädagogik,… ebenso
die praktischen Module wie Spielpädagogik und Bewegungserziehung
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen
Positive Wertungen der Kategorie Dozenten/innen und Lehrformen:
3 Aussagen insgesamt
1. Dozenten erkennen Praxiserfahrung der Studierenden an und im Dialog zwischen
Theoretikern und Praktikern entsteht eine aktive Verknüpfung.
2. Im 3. und 4. Studienjahr viel gelernt von Zimmer, Kahrmann, Lück, Primus;
3. Berufsbegleitend sehr lehrreich, da theoretische Erkenntnisse gleich umsetzbar waren
und ein ständiger Austausch mit den Professoren gegeben war.
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums
Positive Wertungen der Kategorie Organisationsformen des Praktikums:
0 Aussagen insgesamt
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
Positive Wertungen der Kategorie Organisationsstruktur der Universität:
1 Aussage insgesamt
1. Ab dem dritten Studienjahr konnte ich in den Kindergarten gehen und dort Gehörtes
umsetzen.
76
BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM – Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen
Negative Wertungen
Die kritischen Wertungen der Akademikerinnen mit berufsbegleitendem Studium wurden
nach thematischen Schwerpunkten - in der Originalfassung der Aussagen - folgenden
Kategorien zugeordnet:
Kategorie I:
Kategorie II:
Kategorie III:
Kategorie IV:
Vorlesungen und Laboratorien
Dozenten/innen und Lehrformen
Organisationsformen des Praktikums
Organisationsstruktur der Universität
Insgesamt
49 Aussagen
31 Aussagen
4 Aussagen
11 Aussagen
___________
95 Aussagen
77
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
Die negativen Wertungen der Kategorie Vorlesungen und Laboratorien wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
1.1 Theorie und Praxis
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.3 Organisationsformen der Bildung
13 Aussagen
36 Aussagen
0 Aussagen
__________________
49 Aussagen insgesamt
1.1 Theorie und Praxis
1.
2.
3.
4.
5.
Theorie steht oft nicht in direktem Bezug zur Praxis.
Die Praxisvermittlung an der Uni war nicht ausreichend.
Zu wenig praxisorientierte Vorlesungen.
Wenig Verbindung zwischen Theorie und Praxis.
Wir hatten Vorlesungen, die ich nicht mit dem Kindergarten verbinden konnte, z.B.
Naturwissenschaften, Chemie und Mathematik.
6. In den ersten zwei Jahren nur Theorie
7. Zu wenig Information/ Transfer von Theorie-Praxis
8. Zu wenig praxisnah
9. Vernetzung fehlt (Theorie Praxis)
10. Sehr theoretisch – Transfer zur Praxis selten möglich
11. In Hinblick auf die Praxis wenig angeboten
12. Zu wenig praxisorientiert.
13. Nicht praxisnahe
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1. Die ersten 2 Jahre waren sehr schullastig.
2. Die ersten zwei Jahre auf der Uni waren nur auf die Schule ausgerichtet. Für den
Kindergarten war dort kein Platz.
3. Zu viele Lernfächer, die mit der Ausbildung für Kindergärtnerin wenig zu tun haben:
Informatik
4. Zwei Jahre nur Schwerpunkt Schule
5. Vorlesungen die nichts mit Kindergarten zu tun hatten
6. Zuviel von Schule – zu wenig von Kindergarten
7. Die ersten zwei Jahre wurde fast nur auf die Schule eingegangen
8. Mehr Aufmerksamkeit den Studierenden der Lehrerausbildung
9. Viele Vorlesungsinhalte hatten wenig mit der „Kindergartenarbeit“ zu tun
10. Primär ging es um den Lernstoff
11. Einige Vorlesungen reine schulische Aspekte.
12. Sehr schulisch
13. Augenmerk noch vermehrt auf Schule gerichtet, obwohl Kindergarten sehr wichtig ist
14. Zu wenig praktische Hilfen
15. Wenige praktische Unterlagen.
16. Studium hat wenig Praxishilfen vermittelt.
17. Wenig Praxisunterlagen.
78
18. Zu wenig Erwähnung der Rahmenrichtlinien.
19. Eine Handvoll Vorlesungen waren für die Arbeit mit den Kindern anwendbar
20. Zu wenig Materialien, die man effektiv im Kindergarten verwenden kann
21. Musische Ausbildung unzureichend (Instrument?)
22. Geschlechterbewusste Bildung fehlt zur Gänze
23. Keine neue Erfahrungen in Hinblick auf die Entwicklung des Kindes
24. Die Eingliederung der unter dreijährige Kinder wurde nicht berücksichtigt
25. Handwerkszeug wurde angeboten – der neue Blick auf die Prozessbegleitung wurde
außer Acht gelassen – wäre etwas vom Wichtigsten
26. Wandel in der Gesellschaft und die damit verbunden Anforderungen im
Bildungssystem wurden nicht erwähnt
27. RRL wurden nicht einbezogen
28. Reflexion und Selbstreflexion fehlten zur Gänze
29. RRL wurden nicht erwähnt, ebenso wenig, wie man ein Register führt
30. In den Hintergrund getreten ist die Reflexion, Praxisbezogenheit, allgemein wichtige
Aspekte der Pädagogik
31. Beim berufsbegleitenden Studium wurde vielfach der Vorlesungsstoff vom
Vollzeitstudium übernommen. Es wurden keine Unterschiede gemacht, z.B.: beim
berufsbegleitenden Studium brauch ich keine Vorlesung über „Projektarbeit im
Kindergarten“, da dies bereits in der Praxiszeit Voraussetzung ist.
32. Kein Unterschied zwischen berufsbegleitendem und Vollzeitstudium – Erfahrene
wurden wie Berufseinsteigerinnen behandelt
33. Viel zu lerntechnisch ausgerichtet
34. Meiner Meinung nach fehlt der Einblick in den Kindergartenalltag, in den
Tagesablauf und in konkrete Abläufe.
35. Viel Theorie aber wichtige praktische Informationen fehlen, z. B.:
Integrationsausbildung wie schreibt man eine Funktionsdiagnose, wie füllt man
bestimmte Formulare aus, an wen wendet man sich bei Problemen?
36. RRL wurden nicht erwähnt, ebenso wenig, wie man ein Register führt
1.3 Organisationsformen der Bildung
Keine Aussage
79
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen
Die negativen Wertungen der Kategorie Dozenten/innen und Lehrformen wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lehrinhalte
9 Aussagen
5 Aussagen
17 Aussagen
_________________
31 Aussagen insgesamt
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Dozenten kennen unser Bildungssystem nicht.
Geringes Interesse der Dozenten an Südtiroler Bildungswelt.
Bezug zur Bildungslandschaft Südtirol fehlte in den Vorlesungen.
Wenig Bereitschaft von den Dozenten die Realität vor Ort zu erfahren
Dozenten sind mit unserer Arbeitswelt nicht vertraut – sprechen lediglich von der
Schule in Deutschland
Die Auswahl der Professoren – nicht alle wussten über den Kindergarten in Südtirol
Bescheid
Theoretische Inhalte beziehen sich nur teilweise auf Realität des Südtiroler
Bildungswesens.
Dozenten hatten keine Information von Situation in den Kindergärten
Nur über das deutsche System gesprochen
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
1. Verknüpfung von Theorie und Praxis fehlte bei vielen Dozenten.
2. Die ersten zwei Studienjahre sehr theoretisch, bei Fragen konnten Dozenten keine
Antworten geben, da ihnen die Erfahrung fehlte
3. Dozenten haben keine Ahnung über den Kindergarten
4. Die Dozenten sind mit Lehrplan/ RRL nicht vertraut
5. Lehrende hatten wenig bis keine Ahnung von der Institution Kindergarten
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Frontalunterricht
Frontalunterricht oder Studierende mussten Vortrag halten
Zu viele Vorträge von Seiten der Studenten.
Zu viel Frontalunterricht.
Die Professoren waren nur auf theoretisches Wissen „ausgerichtet“.
Sehr, sehr oft Referate von uns Studierenden gehalten
Die Vorlesungen bestehen aus Referaten von Studierenden, die teilweise noch wenig
Praxiserfahrung haben
8. mussten viele Referate machen und uns den Stoff selber beibringen.
9. Wenig Austausch und Diskussion in den Vorlesungen.
80
10. Dozenten gingen oft wenig auf Student/innen ein und wollten nur ihren Stoff
„durchboxen“
11. Wenn sich jemand kritisch einbrachte, wurde die Person vom Raum verwiesen
12. Eigenes Denken und Handeln wird wenig gefördert.
13. Wenig motivierte Dozenten, z.B.: welche die 2 Jahre hintereinander die identische
Vorträge halten > absolutes NO GO
14. Die Dozenten hatten oft selber keine Lust zum Unterrichten
15. Die Dozenten waren teilweise um des Geldes – Willen an der Uni, nicht um zu lehren
16. Dozenten suchten Käufer für ihre Produkte
17. Keine kompetenten Dozenten, obwohl dies in Evaluationsbögen immer angeführt
wurde
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums
Die negativen Wertungen der Kategorie Organisationsformen des Praktikums wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
3.1 „Praktikum“
3.2 „Praktikumsamt“
3.3 „Praktikumsbericht“
2 Aussagen
0 Aussagen
2 Aussagen
_________________
4 Aussagen insgesamt
3.1 Praktikum
1. Bereits im Berufsalltag stehende mussten Praktikum machen -> sinnlos
2. Praxis war nicht an bereits unterrichtendes Personal angepasst
3.2 Praktikumsamt
Keine Aussage
3.3 Praktikumsbericht
1. Praktikum war mit zu vielen Dokumentationen verbunden
2. Bewertet wurden nur schriftliche Arbeiten – die Bildungsarbeit vor Ort zählte nicht
81
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
Negative Wertungen der Kategorie Organisationsstruktur der Universität:
11 Aussagen insgesamt.
1. Anwesenheitspflicht und somit keine Selbstorganisation möglich
2. Keine Wahl der Fächer möglich wie an anderen Universitäten
3. Uni wird wie eine Oberschule geführt: Anwesenheitspflicht – Selbstorganisation der
Studierenden nicht möglich
4. Schlechte Organisation an der Uni
5. Lektüre in Bibliothek viel über Schule, kaum über Kindergarten
6. Wenig Italienisch, Englisch fehlt ganz
7. Kreative Fächer können nicht positiv unterrichtet werden, da die passenden
Räumlichkeiten fehlen
8. Sehr viele Arbeiten zum Schreiben
9. Die Räume sind nicht ansprechend – tauglich für einzelne Vorlesungen
10. Es ist wichtig, dass Uni im Ranking gut dasteht. Selbstständiges Denken und
Zivilcourage werden nicht gefördert – dies ist auch im System Südtirol nicht
erwünscht
11. Hausarbeiten, damit der Stundenausgleich gewährt war, waren zu viel; Kinder
mussten oft als Testpersonen herhalten
82
IV. Verbesserungsvorschläge zur Ausbildungsqualität
VOLLZEITSTUDIUM – Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen
Die Verbesserungsvorschläge der Akademikerinnen/er mit Vollzeitstudium wurden nach
thematischen Schwerpunkten - in der Originalfassung der Aussagen - folgenden Kategorien
zugeordnet:
Kategorie I:
Kategorie II:
Kategorie III:
Kategorie IV:
Vorlesungen und Laboratorien
101 Aussagen
Dozenten/innen und Lehrformen
66 Aussagen
Organisationsformen des Praktikums
98 Aussagen
Organisationsstruktur der Universität
80 Aussagen
__________________
Insgesamt
345 Aussagen
83
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Vorlesungen und Laboratorien wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
1.1 Theorie und Praxis
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.3 Organisationsformen der Bildung
52 Aussagen
28 Aussagen
21 Aussagen
_________________
101 Aussagen insgesamt
1.1 Theorie und Praxis
1. Vernetzung von Theorie und Praxis.
2. Vernetzung Theorie-Praxis.
3. Mehr praxisorientierte Vorlesungen.
4. Bessere Verknüpfung von Theorie und Praxis.
5. Spezifischere und praxisnahe Vorlesungen.
6. Mehr Praxisbezug bei den Vorlesungen.
7. Mehr Kurse in denen praktische Inhalte vermittelt werden.
8. Mehr praxisorientierte Fächer.
9. Vorlesungen mehr praxisorientiert.
10. Mehr Praxisbezug in den Vorlesungen.
11. Mehr praktische Unterlagen.
12. Mehr praxisorientierte Inhalte.
13. Mehr Praxisfächer (Laboratorien).
14. Mehr Vorlesungen mit praxisrelevanten Themen.
15. Mehr Unterlagen für die Praxis („Materialfundus“).
16. Mehr Praxisbezug.
17. Verbindung zwischen praxisnahen und theoriebezogenen Vorlesungen.
18. Theorie MIT Praxisbezug.
19. Mehr Laboratorien anbieten.
20. Mehr praktische Vorlesungen, wie vom Praktikumsamt auf freiwilliger Basis
angeboten wurde.
21. Mehr praxisorientierte Fächer.
22. Bessere Verknüpfung Theorie und Praxis.
23. Laboratorien sollten praktischer sein.
24. Praxisrelevante Themen sollten im Vordergrund stehen.
25. Theorie und Praxis verbinden und dabei auf die Umsetzbarkeit im Kindergarten
achten.
26. Mehr Praxisinhalte.
27. Verbindung zwischen Theorie und Praxis.
28. Theorievermittlung mit mehr Praxisbezug.
29. Mehr Laboratorien mit praktischen Inhalten anbieten.
30. Inhalte der Vorlesungen überdenken (mehr Praxisbezug).
31. Mehr Praxisorientierte Fächer.
32. Veranstaltungen sollte ihrem Namen gerecht werden und das halten, was sie
versprechen und praxisnah sein (z.B.: Deutsch Muttersprache Laboratorium)
84
33. Bessere Verknüpfung von Theorie und Praxis.
34. Vernetzung von Theorie und Praxis
35. Bessere Vernetzung von Theorie und Praxis
36. Integrationsausbildung mit veralteten Unterrichtsthemen Integration und Wörter –
behinderte Kinder
37. Bildungspraxen des Kindergartens sind unbekannt: endlich sich darauf ein lassen
38. Direkter Bezug zur praktischen Bildungsqualität im Primarbereich
39. Interessante Wahlfächer zu Lehrfächer machen, damit alle teilnehmen können
40. Streichung der Vorlesungen, welche nicht für den Beruf relevant erscheinen, wo nur
Oberschulwissen nochmals durchgekaut wird (besonders jene in den ersten beiden
Studienjahren).
41. Rahmenrichtlinien mehr Gewichtung geben.
42. Mehr Bezug auf das Berufsleben.
43. Aufbau der Vorlesung mit „Berufs Charakter“
44. Die Laboratorien in Uni einbringen und theoretische Fächer wie Mathe und Physik so
aufbauen, dass sie für den Kindergartenalltag brauchbar sind
45. Die Wichtigkeit der frühkindlichen Erziehung und Förderung im Kindergarten muss
erkannt werden
46. Lehrveranstaltungen zum Austausch von Erfahrungen
47. Qualität statt Quantität bei der Auswahl der Lehrveranstaltungen
48. Lebendige Formen des Lernens, die zum Kind und zu sich selbst Nähe herstellen
49. Das Kind ins Zentrum stellen und nicht das Auswendiglernen
50. Nicht alle Vorlesungen müssen eine Verbindung zur Praxis aufweisen (Hygiene)
51. Habe an der Uni gelernt, wie man die Geschwindigkeit berechnet, aber nicht ein
einziges Kreisspiel -> das sagt alles.
52. Verschiedene Arbeitsweisen in den Sprengeln aufzeigen und erläutern
1.2 Vorlesungen -Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.
2.
3.
4.
Wahlfach „Elternarbeit“ zum Pflichtfach machen
Vorbereitung auf Elterngespräche
Bestimmte Wahlfächer als Pflichtfächer z.B.: Elternarbeit
Vorbereitung auf Elterngespräche als Pflichtvorlesung aber auch Arbeitsbuch,
Unfallbericht, Dokumentation,…
5. Vorlesungen mit konkreten Inhalten wie: Elternarbeit, Arbeitsbuchführung,
Elterngespräche usw.).
6. Themen wie Elternarbeit, Konfliktmanagement und gewaltfreie Kommunikation
vermehrt anbieten.
7. Konkretere Themen in der Arbeit mit den Kindern.
8. Mehr das Kind in den Mittelpunkt stellen.
9. Mehr Praxisbezogene Vorlesungen (Kreisspiele, Fingerspiele usw.), die im
Kindergartenalltag sehr wertvoll sind.
10. Mehr kurze Finger- und Kreisspiele anbieten.
11. Vorlesungen den Inhalten anpassen, welche praxisrelevant sind, z.B. Musik und
Religionspädagogik ausweiten.
12. Repertoire an Liedern erweitern (5- Minuten- Spiele um Wartezeiten in der Garderobe
zu überbücken).
13. Ausweitung der praxisnahen Vorlesungen (Musik, Leibeserziehung,
Elterngespräche…).
14. Elternarbeit als Pflichtvorlesung einführen.
15. Mehr entwicklungspsychologische Kenntnisse.
85
16. Elternarbeit unbedingt als verpflichtende Vorlesung einführen.
17. Vorlesungen mit wichtigen praktischen Inhalten ausbauen (z.B. Musik und
Religionspädagogik)
18. Ausweitung der praxisnahen Vorlesungen ( Musik, Leibeserziehung,
Gesprächsführung usw.)
19. Mehr praktische Fächer: wie führe ich durch das Jahr (Schwerpunkte erklären).
20. RRL berücksichtigen und behandeln
21. Verknüpfung/Einbindung der RRL
22. Weniger allgemeine Vorlesungen ohne Bezug zum Kindergarten
23. Mehr Aufmerksamkeit für den Kindergarten
24. Kindergarten und Schule gleich wichtig erachten
25. Mehr Fokus auf den Kindergarten – Studienrichtungen trennen
26. Mehr Vorlesungen mit Schwerpunkt Kindergarten
27. Bereich Kindergarten kam bei gemeinsamen Vorlesungen mit Lehrern zu kurz
28. Die Bildungseinrichtung Kindergarten differenziert von der Bildungseinrichtung
Grundschule sehen.
1.3 Organisationsformen der Bildung
1. Vorlesungsinhalte praxisbezogener gestalten (z.B. in Arbeitsbücher aller KGS
einführen, Registerführung…).
2. Vernetzung mit den Diensten sowie Formulare mehr besprechen
3. Vorbereitung auf Elterngespräche als Pflichtvorlesung aber auch Arbeitsbuch,
Unfallbericht, Dokumentation,…
4. Mehr Informationen über gesetzliche Angelegenheiten.
5. Mehr Zusammenarbeit mit verschiedenen Diensten (z.B. psychologischer Dienst)
aufzeigen.
6. Registerführung auch in Vorlesungen erwähnen.
7. Anlegen einer Dokumentationsmappe aufzeigen.
8. Auch wäre es von Vorteil, wenn bestimmte organisatorische Sachverhalte der
Südtiroler Kindergärten (Register, Arbeitsbuch, Ranglisten usw.) vermittelt werden.
9. In die Arbeit mit dem Arbeitsbuch einführen.
10. Mehr Informationen geben zum Thema Arbeitsschutz, Gewerkschaften und
Ranglisten.
11. Mehr Didaktik.
12. Vorlesungen mit den Inhalten: Elternarbeit, Registerführung, Zusammenarbeit mit
anderen Institutionen.
13. Aufzeigen wie die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen abläuft und wie z.B. die
Ausleihe von didaktischem Material funktioniert.
14. Bessere Vorbereitung auf den Kindergartenalltag (Wie führe ich ein Arbeitsbuch?).
15. Wichtig und sinnvoll wäre es auch das Arbeitsbuch, Register usw. den Studenten
vorzustellen.
16. Organisatorische Dinge (Arbeitsbuch, Formulare) im Rahmen von z.B.
Praktikumsvorbereitung erwähnen.
17. Einblick in Registerführung, Arbeitsbuch, Dokumentationsformen usw.
18. Vorlesungen zur Arbeitsbuchführung, Aufnahme in die Rangliste usw. im letzten
Studienjahr anbieten.
19. Einen Schwerpunkt auf die wichtigen organisatorischen und rechtlichen Punkte legen
(Register/Arbeitsschutz…)
20. Themenbezogene Inhalte: z.B. Führung Arbeitsbuch und Elternarbeit
21. Arbeitsbuch und Register sollten im Studium auch einmal eingeführt werden
86
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Dozenten/innen und Lehrformen wurden wie
folgt themenspezifisch aufgeschlüsselt:
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lehrinhalte
25 Aussagen
31 Aussagen
10 Aussagen
_________________
66 Aussagen insgesamt
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
1. Dozenten sollten über Südtiroler Bildungswelt Bescheid wissen.
2. Ausgewogenheit schaffen zwischen Dozenten aus Südtirol und Dozenten aus
anderen Ländern.
3. Mehr Dozenten aus Südtirol.
4. Dozenten sollten über unsere Bildungslandschaft Bescheid wissen.
5. Dozenten einstellen, welche über unsere Bildungssituation Bescheid wissen.
6. Dozenten sollten das Bildungssystem Südtirol kennen.
7. Dozenten sollten gut über das Bildungssystem Südtirols Bescheid wissen.
8. Dozenten einstellen, welche Erfahrungen mit Kindergartenkindern haben und sich
mit dem Bildungssystem in Südtirol auskennen.
9. Heimische Dozenten.
10. Dozenten finden, welche sich mit dem Südtiroler Bildungswesen auskennen.
11. Dozenten, die den Kindergarten in Südtirol kennen bzw. in Zusammenarbeit mit
dem Kindergarten stehen.
12. Dozenten sollten gut über das Bildungssystem, v.a. über Arbeitsweisen in den
Südtiroler Kindergärten Bescheid wissen.
13. Dozenten aus dem Inland oder einfach Kindergärtnerinnen mit langjähriger
Erfahrung als „Dozenten“ ( auch nur für wenige Stunden).
14. Die Dozenten sollten sich auskennen im Bildungssystem Südtirol- wie sieht die
Realität im Kindergarten aus.
15. Dozenten aus Südtirol, aus der Praxis.
16. Dozenten sollten den Kindergarten in Südtirol und die Rahmenrichtlinien kennen.
17. Dozenten einstellen, welche eine Ahnung haben, wie die Situation in Südtirol ist.
18. Möglichst viele Dozenten aus Südtirol, bzw. Dozenten welche die
Bildungssituation in Südtirol kennen.
19. Dozenten anstellen, welche die Bildungslandschaft Südtirol kennen.
20. Mehr Dozenten, die die Bildungssituation in Südtirol kennen.
21. Dozenten sollten unser Südtiroler Bildungssystem kennen.
22. Dozenten sollten über Südtirol Bescheid wissen und Erfahrungen im Arbeitsfeld
Kindergarten haben.
23. Dozenten einstellen, welche das regionale Bildungssystem kennen
24. Dozenten, die das System und die Situation in Südtirol kennen
25. Kein Austausch über die Situation in den Kindergärten in Südtirol
87
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
1. Dozenten mit Ahnung vom Kindergarten und eigener Praxiserfahrung.
2. Dozenten mit mehr Praxisbezug.
3. Dozenten mit praktischer Erfahrung im Umgang mit Kindern.
4. Dozenten sollten vertraut sein mit der Bildungsinstitution Kindergarten.
5. Menschen aus dem Berufsalltag sollten „unterrichten“.
6. Bessere Schulung der Dozenten in die Praxis bei uns.
7. Mehr Experten aus Südtirol, auch Kindergärtnerinnen die mit Kindern arbeite
8. Dozenten sollten mit Theorien des Kindergartens vertraut sein
9. Dozenten sollen über Kindergarten Bescheid wissen – Alltag, Gesetze
10. Die Lehrenden sollen aus der Praxis kommen
11. Dozenten mit Kindergartenkonzept vertraut machen
12. Dozenten müssen den Kindergarten kennen
13. Kompetente Experten und Wissenschaftler die den Kindergarten kennen
14. Dozenten mit Einblick in die Praxis
15. Alle Lehrkräfte sollten über Praxiskompetenz verfügen, was würde herauskommen,
wenn ein Handwerker nie ein Werkzeug in der Hand gehabt hätte?
16. Dozenten die die Institution kennen
17. Mehr Praxis und Praxisbeispiele von Seiten der Dozenten
18. Mehr einheimische Dozenten die selbst unsere Bildungseinrichtungen besucht
haben, darin gearbeitet haben oder zusammenarbeiten
19. Dozenten die Bezug zum Kindergarten haben
20. Einblick in Südtiroler Kindergärten; Arbeit, Dokumentation, Prozesse,…
21. Mehr Professoren/Innen aus Südtirol welche gewillt und in der Lage sind, die
Studierenden auf die spezielle Situation in den Südtiroler Kindergärten und
Schulen vorzubereiten
22. Mehr Vorträge und Vorlesungen von Personen die im Kindergarten arbeiten
23. Einbezug von bereits arbeitenden Fachkräfte
24. Kindergärtnerinnen einladen, die von ihren Erfahrungen sprechen oder in
Laboratorien praktische Anregungen und Ratschläge einbringen
25. Südtiroler Dozenten mit Erfahrung aus unserem Bildungssystem z.B.:
Direktorinnen mit Visionen, Referenten aus dem Fachgebiet
26. Fachpersonal an die Uni einladen (z.B. Inspektorin).
27. Fragerunden mit Fachpersonal aus dem Kindergartenwesen, z.B. Inspektorin.
28. Gespräche mit Kindergärtnerinnen, Psychologen und anderen Institutionen.
29. Konkrete Fragen beantworten (z.B.: Frau Klingele)
30. Gastreferenten aus der Praxis (z.B. pädagogische Fachkräfte).
31. Mehr Lehrkräfte aus Südtirol, wissenschaftliche Experten z.B.: Benedikter
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte
1. Offenere Unterrichtsformen.
2. Weniger Frontalunterricht.
3. Motivierte Dozenten (z.B. [namhafte Professoren, die zahlreiche Bücher
geschrieben haben] waren an der Universität sehr demotiviert und die
Studierenden mussten Vorträge machen wir hätten von ihnen sehr viel lernen
können, doch leider geschah dies nicht.)
88
4. Ausgeglichenheit zwischen Referaten und Frontalunterricht.
5. Weniger Frontalunterricht.
6. Falsche Methoden – für Südtirol nicht anwendbar
7. Mehr Dialog mit den Studenten/Innen
8. Mehr Dialog mit den Studenten
9. Die Kriterien bei der Beauftragung der Dozenten überdenken!
10. Eigenes Interesse, Lernfortschritte und Praxisnähe hing stark von den
Kompetenzen der Professoren ab
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Organisationsformen des Praktikums wurden wie
folgt themenspezifisch aufgeschlüsselt:
3.1 Praktikum
3.2 Praktikumsamt
3.3 Praktikumsbericht
83 Aussagen
10 Aussagen
5 Aussagen
_________________
98 Aussagen insgesamt
3.1 Praktikum
1. Hospitationen in Kindergärten
2. Mehr Praktikum
3. Praktikum mehr Relevanz
4. Ganzjähriges Praktikum
5. Mehr Zeit für Praktika
6. Mehr Praktika
7. Mehr Praktikum
8. Mehr Praktikas (z.B. 1 Jahr).
9. Längeres Praktikum!
10. Intensiveres Praktikum.
11. Mindestens 1 Jahr nur Praktikum.
12. Zusätzliches Praktikum während des Studiums, denn so kann Theorie und Praxis
verknüpft werden.
13. Anstelle eines 5. Studienjahres, ein Praktikumsjahr einführen.
14. Ein längeres Praktikum während des Studiums.
15. Mehr Praxiserfahrungen ermöglichen (mehr Praktikas, mehr
Sommerkindergarten.)
16. Wichtig wären mehr Praxisstunden.
17. Ich hätte mir während meines Studiums viel mehr Praktikas gewünscht, um viele
relevante praxisnahe Erfahrungen zu machen.
18. Mehr Praxis!!
19. Längeres Praktikum.
20. Mehr Praxis
21. Praktika über 3-4 Wochen
22. Mehr Praktikum, intensivere Vor- und Nachbereitung
89
23. Praktikum mehr gewichten und längerer Zeitraum
24. Praktika längerer Zeitraum und Überarbeitung des Berichts
25. Mehr Praktikum
26. Mehr Praktikum und im Block
27. Mehr Praktikum.
28. Einjähriges Praktikum im Studium, damit Theorie und Praxis vernetzt werden
kann.
29. Mehr Praktikum.
30. Mehr Praktikum.
31. Viel mehr Praktikum!(evtl. ein ganzes Jahr)
32. Mehr Praktikas (in längeren Blöcken).
33. Mehr Praktikum (evtl. ein Praktikumsjahr als Zusatzkindergärtnerin).
34. Längere Praktikas.
35. Andere Formen des Praktikums finden, z.B. 2 Tage jede Woche im Kindergarten.
36. Kombination Uni und Kindergräten: z.B. 2 Tage in der Woche im Kindergarten
und Rest an der Uni.
37. Mehr Praktikum.
38. Längere Praktikas.
39. Die Praktikumszeit muss unbedingt verlängert werden um Theorie und Praxis
verbinden zu können.
40. Ein ganzes Praktikumsjahr einführen. So hat man Einblick in alle Bereiche im
gesamten Kindergartenjahr und ist auch für den Kindergarten eine Hilfe. Man hat
Einblick in Organisation, Planung (z.B. Teamsitzungen), Dokumentation und
Reflexion und kann sich darin üben. Man hat auch die Möglichkeit eine Beziehung
mit den Kindern herzustellen und kann mit den Eltern in Kontakt treten
(Elternarbeit).
41. Mehr Praktikum.
42. Mehr Praktikum.
43. Ein Praktikumsjahr- Blöcke von Praktikum und anschließend Theorie.
44. Ausweitung der Praktikas.
45. Mehr Praktikum- in Form einer richtigen Mitarbeit, z.B. ein Semester im
Kindergarten mitarbeiten.
46. Die Praktikumszeit verlängern, sodass man mehr Einblick in den
Kindergartenalltag bekommt – über das gesamte Jahr verteilt.
47. Mehr Praktikum.
48. Die Praktikumszeit muss verlängert werden, um Theorie und Praxis verbinden zu
können.
49. Zur Reflexion nach dem Praktikum sollten mehr Gespräche geführt werden.
50. Mehr praxisnahe Erfahrungen.
51. Längere Praktikumszeit übers ganze Jahr verteilt.
52. Mehr Praxis, eventuell verpflichtendes Praktikumsjahr nach dem Studium.
53. Mehr Einblicke in die Kindergartenarbeit.
54. Es sollte mehr Wert auf das Praktikum gelegt werden.
55. Eventuell im ersten Jahr als Zusatzfachkraft im Kindergarten arbeiten, um einen
guten Einblick in den Kindergartenalltag zu bekommen und doch noch nicht die
gesamte Verantwortung haben.
56. Mehr Praktikum.
57. Mehr Praktikas, denn dort wird man auf den Beruf vorbereitet.
58. Mehr Praktikum (wir hatten an der Oberschule gleich viel Praktikum!)
59. Einjähriges Praktikum nach dem Studium.
60. Einjähriges Praktikum, damit das ganze Kindergartenjahr erlebt werden kann.
90
61. Einjähriges Praktikum würde die Möglichkeit bieten in alle Bereiche des
Kindergartens Einblick zu erhalten und bietet Entlastung für Kindergärten.
62. Mehr Praktikumszeit.
63. Einjähriges Praktikum einführen mit Begleitung durch Tutor und regelmäßigen
Treffen zum Austausch.
64. Ein Praktikumsjahr.
65. Mehr Praktikum.
66. Mehr Praktikum- z.B. ein Semester im Kindergarten mitarbeiten.
67. Mehr Praktikum.
68. Längeres Praktikum.
69. Mehr Praktikum würde viel mehr Sicherheit zu Beginn des 1. Arbeitsjahres geben.
70. Nach der Ausbildung einjähriges Praktikum anbieten, zur Vernetzung von Theorie
und Praxis.
71. Ausweitung der Praktikas.
72. Längere Praktikumszeiten.
73. Mehr Praxis.
74. Eventuell verpflichtendes Praktikumsjahr einführen.
75. Bessere Zusammenarbeit mit den Sprengeln, um Praktikas ausbauen zu können.
76. Ein Praktikumsjahr.
77. Praktikas in größeren Blöcke organisieren und anschließend immer Theorie
aufarbeiten.
78. Praktikas verlängern.
79. Mehr Praktikum.
80. Mehr Stunden im Praktikum verbringen (vielleicht könnte hier auch der
Sommerkindergarten ein guter zusätzlicher Praktikumsplatz sein?)
81. Mehr Praxis
82. Praktika im Block
83. Praktika im Block sind empfehlenswert
3.2 Praktikumsamt
1. Als Praktikumsbegleiterin sollte auch jemand von der Direktion Neumarkt
vertreten sein, da sich unser Konzept von den anderen Sprengeln unterscheidet
2. Praktikumsvorbereitungen vom Praktikumsamt sollen mehr konkrete Tipps
beinhalten – nicht zu sehr das reflektieren
3. Tutorinnen, welche das Praktikum begleiten sollten zusätzliche Informationen
geben zu: Arbeitsbuch und Register.
4. Praktikumsverantwortliche weniger auf Formen und mehr auf Prozesse schauen:
sich der Vision einer neuen Kindergartenpädagogik öffnen
5. Strengere Beurteilung der Studierenden, wenn es um den Beruf geht – im
Praktikum
6. Verbesserungsvorschläge auch in Kindergärten anderer Regionen suchen (auch in
Österreich)
7. Prüfungszeit und Praktikumszeit überschneiden sich oft. Dies sollte geändert
werden.
8. Praktikas auf verschiedene Jahreszeiten verlagern.
9. Prüfungszeiten und Praktikumszeiten sollten sich nicht überschneiden.
10. Mehr Konkretes in Hinblick auf die tägliche Arbeit
91
3.3 Praktikumsbericht
1.
2.
3.
4.
Weniger Gewichtung auf Praktikumsbericht.
Weniger Gewichtung auf den Praktikumsbericht
Anstelle von langen Berichten sollten Gespräche zur Reflexion geführt werden.
Praktikumsbericht individueller ausfallen lassen, zumal nicht jede Direktion die
gleiche Arbeitsweise hat, mehr auf Direktionen eingehen
5. Praktikumsbericht sollte viel kürzer sein – Erfahrungen sammeln ist wichtiger als
Schreiben
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Organisationsstruktur der Universität wurden wie
folgt themenspezifisch aufgeschlüsselt:
4.1 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
4.2 Aufbau und Organisation des Studiums
14 Aussagen
66 Aussagen
_________________
80 Aussagen insgesamt
4.1 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
1. Bessere Zusammenarbeit zwischen Universität und Kindergartensprengeln.
2. Bessere Zusammenarbeit zwischen Uni und Kindergartensprengeln.
3. Engere Zusammenarbeit zwischen Uni und Kindergartensprengeln.
4. Mehr Zusammenarbeit zwischen Uni und Kindergartensprengel.
5. Engere Zusammenarbeit zwischen Kindergartensprengel und Universität.
6. Bessere Zusammenarbeit Kindergartensprengel und Uni
7. Enge Zusammenarbeit mit den Kindergartensprengeln
8. Sommerkindergarten aufwerten bzw. den Studenten als Arbeitsmöglichkeit und
9. Erfahrungsfeld ans Herz legen.
10. Sommerkindergarten aufwerten.
11. Regelmäßige Hospitationen in Kindergräten ermöglichen.
12. Bessere Zusammenarbeit mit Sommerkindergärten.
13. Den Sommerkindergarten als Praktikumsform mit einbeziehen.
14. Relevante Forschungen in Zusammenarbeit mit den Kindergärten unterstützen
4.2 Aufbau und Organisation des Studiums
Mehr Flexibilität beim Erstellen des Stundenplanes
1. Mehr Flexibilität beim Stundenplan.
2. Mehr Flexibilität für Studenten beim Stundenplan.
3. Wenig Fertigkeit in Studienplanung und Themenwahl
92
4. Mehr Spielraum in der Zusammensetzung des Studienplans (Wahlfächer).
5. Den Studenten mehr Spielraum geben bei der Zusammensetzung des eigenen
Stundenplanes.
6. Studenten mehr Selbstorganisation zutrauen.
7. Studium aufbauen wie richtige Uni und nicht wie Schule.
Anwesenheitspflicht und Formalisierungen
1. Anwesenheitspflicht abschaffen.
2. Anwesenheitspflicht, die dann doch nichts bringt, da keine relevanten Inhalten
vorhanden sind
3. Anwesenheitspflicht abschaffen
4. Anwesenheitspflicht abschaffen
5. Mehr Eigenverantwortung (keine Anwesenheitspflicht)
6. Organisatorisch zu überdenken: Anwesenheitspflicht, kaum Wahlmöglichkeiten,
Formalisierung mit persönlicher Anwesenheitspflicht
7. Formalisierungen digitalisieren
8. Formalisierungen online
Berufsbegleitendes Studienangebot
1. Berufsbegleitende Studium ideal – Fragen aus der Praxis dann in Vorlesungen
beantworten
2. Ausweitung des berufsbegleitenden Studienangebotes.
3. Ausweitung des berufsbegleitenden Angebotes an der Uni.
Auslandsaufenthalte
1. Mehr Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte.
2. Förderung von Auslandaufenthalten.
Studentenanzahl
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
Geringere Anzahl an Studenten.
Geringere Anzahl an Studenten.
Geringere Studentenanzahl.
Weniger Studierende aufnehmen.
Weniger Studierende aufnehmen wenige freie Stellen.
Geringere Anzahl an Studenten.
Zu viele Vorlesungen und zu viele Studenten in einem Raum
Weniger Studenten.
Aufnahmeprüfung
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Motivationsgespräche als Aufnahmekriterium anstatt Prüfung des Allgemeinwissens.
Aufnahmeprüfung verändern.
Andere Aufnahmeprüfung (nicht nur schriftlich).
Bessere Aufnahmeprüfung.
Andere Form der Aufnahmeprüfung.
Aufnahmeprüfung soll über ein Praktikum erfolgen
Aufnahmekriterien ändern: Motivationsgespräch anstatt Test zum Allgemeinwissen.
93
Zwei- bzw. Dreisprachigkeit
1. Mehr Zwei- bzw. Dreisprachigkeit anbieten.
2. Zweisprachigkeit gewährleisten.
3. Zweisprachiges Studium.
4. Mehrsprachige Vorlesungen.
5. Vorlesungen für Mehrsprachigkeit öffnen.
6. Zweisprachige Ausbildung.
7. Zweisprachige Ausbildung.
8. Vorlesungen auch auf Italienisch abhalten.
9. Mit Mehrsprachigkeit nicht nur werben, sondern Studenten auch ermöglichen!
10. Förderung der Mehrsprachigkeit, auch bei den Studenten und vermitteln, dass dies
eine „Chance“ ist.
11. Mehrsprachigkeit (Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung)
12. Dreisprachigkeit
13. Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung
14. Zweisprachige Ausbildung
15. Zwei- und Dreisprachigkeit
16. Einige Vorlesungen / Laboratorien könnten in italienischer Sprache abgehalten
werden (z.B.: Zu viele „Schreibereien“ -> Referate
17. Anwendung der 3 Sprachen
Allgemein
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Schwache Organisation
Bessere Zusammenarbeit zwischen Uni und den Sprengeln aller Sprachgruppen.
Kürzere Uni.
Ausbildung auf weniger Jahre verkürzen.
Verkürzung der Studienzeit.
Differenzierung Kindergarten/Grundschule zu einem früheren Zeitpunkt.
Die Ausbildung für Kindergärtnerinnen und Lehrpersonen sollte getrennt werden.
Ausbildung für Kindergärtnerinnen und Lehrpersonen trennen.
Vielleicht wäre es wichtig, wenn bereits nach einem Jahr die Studierenden in zwei
Fachrichtungen (Kindergarten und Grundschule) geteilt würden.
10. Die Uni funktioniert wie ein Wissensmühle ohne Umsetzung der eigenen Lerntheorien
11. Uni muss ihr eigenes Lehrmodell kritisch überdenken
12. Immer wieder wird die fehlende Praxisnähe dieses Studiums bemängelt. Ich kann den
organisatorischen Aufwand nachvollziehen und denke, auch hier könnte an die
Eigeninitiative der Studenten appelliert werden. Die Dauer der Praktikas ist kurz,
vielleicht besteht die Möglichkeit für eine Zusammenarbeit mit den Sprengeln und
Kindergärten, dass Studenten angeboten werden kann, sich eigenständig
Hospitationen in verschiedenen Kindergärten zu organisieren, um weitere Einblicke in
die Arbeitspraxis zu erhalten
13. Man muss in jede Berufswelt hineinwachsen, – jeder Kg-Sprengel ist unterschiedlich
und das ist spannend.
14. Interessante Wahlfächer zu Lehrfächer machen, damit alle teilnehmen können
94
V. Verbesserungsvorschläge zur Ausbildungsqualität
BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM - Universität Bozen / Fakultät für
Bildungswissenschaften Brixen
Die Verbesserungsvorschläge der Akademikerinnen mit berufsbegleitendem Studium
wurden nach thematischen Schwerpunkten - in der Originalfassung der Aussagen - folgenden
Kategorien zugeordnet:
Kategorie I:
Kategorie II:
Kategorie III:
Kategorie IV:
Vorlesungen und Laboratorien
32 Aussagen
Dozenten/innen und Lehrformen
30 Aussagen
Organisationsformen des Praktikums
20 Aussagen
Organisationsstruktur der Universität 14 Aussage
__________________
Insgesamt
96 Aussagen
95
1. Kategorie I: Vorlesungen und Laboratorien
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Vorlesungen und Laboratorien wurden wie folgt
themenspezifisch aufgeschlüsselt:
1.1 Theorie und Praxis
1.2 Vorlesungen - Vermittlung pädagogischer Inhalte
1.3 Organisationsformen der Bildung
5 Aussagen
24 Aussagen
3 Aussagen
_________________
32 Aussagen insgesamt
1.1 Theorie und Praxis
1.
2.
3.
4.
5.
Mehr praxisorientierte Einheiten.
Mehr praktische Fallbeispiele in den Vorlesungen.
Mehr praxisorientierte Einheiten.
Mehr Verbindung/ Bezug zwischen Theorie und Praxis.
Vernetzung von Theorie und Praxis.
1.2 Vorlesungen -Vermittlung pädagogischer Inhalte
1. Mehr praktische Unterlagen.
2. Aufgreifen von Themen der aktuellen Bildungspolitik.
3. Folgende Themen mehr aufgreifen: konstruktive Zusammenarbeit mit Familien,
arbeiten in Gruppen mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund, Umgang mit
großen Altersunterschieden in Gruppen, geschlechtssensible Pädagogik…).
4. Aufgreifen von Themen z.B. Kinder mit Migrationshintergrund, vor allem die
Zusammenarbeit mit Familien mit Migrationshintergrund, altersgemischte
Gruppen (Kinder von 2,5 – 6 Jahren).
5. Elternarbeit als Teil der regulären Vorlesungen einführen.
6. Mehr praxisrelevante Inhalte.
7. Laboratorien und Methodikvorlesungen müssten durchgehend praxisorientiert
sein (keine Verlängerte Vorlesung).
8. Praxisbeispiele (Fingerspiele, Lieder,…)
9. Wahlfach Elternarbeit soll als Pflichtfach gelten
10. Die ganz jungen Kinder und deren Entwicklung und Bedürfnisse wahrnehmen
11. Mehr didaktische Hilfen
12. Mehr didaktische und praktische Fächer
13. Einblick in Arbeitswelt Kindergärtnerin/ Leiterin
14. Einblick in die Arbeit als Leiterin
15. Mehr über den Kindergarten und Südtirol
16. Einblick in Rahmenrichtlinien
17. Führung einer Kindergruppe
18. Elternarbeit
19. Mehr praxisnahe Erfahrung
20. RRL in die Vorlesungen einbauen – sich damit auseinandersetzen – Haltungen
reflektieren
96
21. Reflexionen und vor allem Selbstreflexionen anregen und ermöglichen
22. Arbeitsbuchführung
23. Studenten sollen über: Aufgaben als Leiterin, Arbeitsbuchführung, Aufgaben einer
Kindergärtnerin und pädagogische Mitarbeiterin erfahren, Elterngespräche
24. Kritisches Hinterfragen anregen, sodass nicht diese „Anpassung“ ans System
automatisch erfolgt
1.3 Organisationsformen der Bildung
1. Kindergarten und Schule sollte gleich viel Gewicht erhalten
2. Der Kindergarten muss gleich viel Gewicht haben wie die Schule
3. Gleichwertigkeit von Grundschule und Kindergarten, Kindergarten schließlich
Grundlage für Kindergarten
2. Kategorie II: Dozenten/innen und Lehrformen
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Dozenten/innen und Lehrformen wurden wie
folgt themenspezifisch aufgeschlüsselt:
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lehrinhalte
11 Aussagen
5 Aussagen
14 Aussagen
_________________
30 Aussagen insgesamt
2.1 Kenntnis der Bildungslandschaft Südtirols
1.
2.
3.
4.
5.
Mischung aus in- und ausländischen Dozenten.
Dozenten sollten über das Bildungssystem in Südtirol Bescheid wissen.
Dozenten sollten laufend Einblick in unsere Bildungseinrichtung gewinnen
Dozenten mit besserem Hintergrundwissen
Dozenten sollen/müssen sich mit der Realität von Kindergarten/ Schule in Südtirol
auseinandersetzen (Besuche in Strukturen, Sprengeln, Aufbau, Organisation, mit
RRL vertraut machen, Möglichkeiten der Arbeit bezüglich Entwicklungsalter der
Kinder, Verschiedenartigkeit der Situationen Stadt-Land)
6. Dozenten die mit dem Südtiroler-System vertraut sind
7. Dozenten aus dem Ausland müssen Einblick in unser System nehmen
8. RRL sollen den Professoren bekannt sein
9. Lehrende sollten sich mit dem Bildungssystem in Südtirol befassen und durch
Hospitationen Einblick bekommen
10. Dozenten in den Kindergarten zu hospitieren (Hatte Eindruck, wir reden
aneinander vorbei)
11. Dozenten sollten in den Kindergarten Einblick bekommen
97
2.2 Feldkompetenz im Bereich Kindergarten
1.
2.
3.
4.
5.
Dozenten sollten Praxiserfahrungen mitbringen.
Mehr Praxisbezug der Professoren (Hospitationen).
Dozenten sollen Einblick in den Kindergarten nehmen
Dozenten aus dem Kindergartenbereich
Schade, dass jene Professoren, die von der Praxis eine Ahnung hatten nicht mehr
sind
2.3 Lehrformen und Aufarbeitung der Lerninhalte
mit insgesamt 14 Aussagen
Weniger Vorträge und mehr praktische Wissensvermittlung
1. Frontalunterricht sollte es auf der Uni nicht geben.
2. Mehrere Stunden an Praxisreflexion mit guten Professoren, sodass die
Studierenden sich untereinander noch mehr und besser austauschen können und
sich so auch ein Bild von anderen Einrichtungen machen könne.
3. Bessere Lernmethoden
Mehr Dialog mit den Studenten
1. Mehr Diskussionen und Austausch zwischen Dozenten und Studenten.
2. Besserer Dialog mit Dozenten.
3. Die Professoren sollten viel mehr auf die Praxis eingehen, es wäre für uns
Studenten oft interessant gewesen, wenn wir auch Raum für Austausch zur
Verfügung gehabt hätten.
4. Mehr Zusammenarbeit zwischen Dozenten und Studierende -> Kritik annehmen
und Verbesserungsvorschläge finden
5. Mehr in den Dialog treten mit den Studierenden
Dozenten/innen und Fachpersonal aus dem Kindergarten an die Uni einladen
1. Vermehrt Lehrende aus dem Kindergartenbereich
2. Dozenten aus der Südtiroler Praxis an der Uni- neben Dozenten aus dem Ausland
und auch aus anderen Bereichen.
3. Laboratorien und Methodikvorlesungen müssten von aktiven Praktikerinnen als
Dozenten gehalten werden.
4. Dozenten aus Südtirol sollten unterrichten – wir haben hier kompetente Personen
5. Praktizierende Pädagogen mit unterrichten lassen z.B. „Elternarbeit“
6. Mehr Austausch Dozenten/ Kindergartenpersonal
98
3. Kategorie III: Organisationsformen des Praktikums
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Organisationsformen des Praktikums wurden wie
folgt themenspezifisch aufgeschlüsselt:
3.1 Praktikum
3.2 Praktikumsamt
3.3 Praktikumsbericht
16 Aussagen
3 Aussagen
1 Aussagen
_________________
20 Aussagen insgesamt
3.1 Praktikum
1. MEHR Zeit für längere Praktikas.
2. Es wäre ideal wenn das Praktikum erweitert wird und die Studenten auf der Uni
Möglichkeit hätten, regelmäßig und direkt mit Kindern zu arbeiten (z.B.
Gestaltung von Turnstunden, Märchenstunden, Angebote usw. aber immer mit
Kindern).
3. Zusätzliche Blockpraktiken sollten eingebaut werden.
4. Orientierungspraktikum bereits vor Beginn der universitären Ausbildung.
5. Erhöhung der Praktikumsstunden.
6. Längere Praktikas.
7. Orientierungspraktikum vor Studienbeginn.
8. Mehr Praktikumsstunden.
9. Nach der Uni könnten die Uniabgänger 1 Jahr als Praktikanten im Kindergarten
arbeiten- mit Bezahlung und mit einer qualifizierten Begleitung durch eine
Tutorin.
10. Erhöhung der direkten Praktikumsstunden und Anerkennung von zusätzlichen
Praktikas.
11. Viel mehr Praxis „Man lernt im Tun und im Austausch mit Kolleginnen.
12. Minimum ein halbes bis zu einem Jahr Praktikum am Stück
13. Mehr Praktika in den Kindergärten
14. Mehr Einblick in die pädagogische Arbeit durch längeres Praktikum
15. Das Praktikum auf der Uni sollte länger dauern, damit man einen wesentlichen
Einblick in den effektiven Kindergartenalltag und das Gruppengeschehen erhält
16. Intensives Arbeiten in Laboratorien, sprich „Probekindergärten“
3.2 Praktikumsamt
1. Regelmäßiges begleitendes Praktikum
2. Praktikumsamt mehr involvieren
3. Mehr Austausch der Dozenten mit dem Praktikumsamt
3.3 Praktikumsbericht
1. Beim Praktikum sollte mehr Gewichtung auf die Bewertung des Kindergartens
gelegt werden und nicht auf den Praktikumsbericht.
99
4. Kategorie IV: Organisationsstruktur der Universität
Die Verbesserungsvorschläge der Kategorie Organisationsstruktur der Universität wurden wie
folgt themenspezifisch aufgeschlüsselt:
4.1 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
4.2 Aufbau und Organisation des Studiums
10 Aussagen
4 Aussagen
_________________
14 Aussagen insgesamt
4.1 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Bessere Vernetzung zwischen Universität und Kindergartensprengeln.
Mehr Zusammenarbeit zwischen Dozenten, Uni und Kindergartensprengeln.
Mehr Zusammenarbeit zwischen Uni und Kindergarten
Zusammenarbeit mit einzelnen Sprengeln
Mehr Austausch mit Kindergärten und Direktionen
Mehr Austausch zwischen Dozenten der Universität und den Verantwortlichen in
den Kindergartensprengeln
7. Zusammenarbeit der Universität mit dem Kindergarten – durchführen von
Forschungen welche dem Kindergarten und der Universität zu Gute kommen
8. Uni (Theorie) und Kindergarten (Praxis) müssen an einem Strang ziehen
9. Fortbildungsmöglichkeiten/Austauschtreffen gemeinsam mit der Uni
10. Zusammenarbeit in Lehrveranstaltungen – Kindergärtnerinnen arbeiten mit
Dozenten und Studierenden zusammen
4.2 Aufbau und Organisation des Studiums
1.
2.
3.
4.
100
Berücksichtigung der Sprachenvielfalt
Schule und Kindergarten sollten von Anfang an getrennt sein.
Schule und Kindergarten – Ausbildung trennen
Räumlichkeiten passend umgestalten – z.B.: Malatelier
Anhang
Anhang 1:
Einladung zur Diskussionsveranstaltung – Kindergarten und Universität im
Dialog 10.06.2014
PARADIGMEN - WANDEL DER BILDUNG
101
102
Die Erhebung wurde im gemeinsamen Auftrag der Kindergartensprengel Bozen, Lana,
Meran und Neumarkt im März 2013 und April 2014 durchgeführt.
Projektinitiatorin
Dr. Beatrix Aigner
Leitung der Feldstudie
Dr. Beatrix Aigner
Dr. Jutta Tappeiner Ebner
Aufbereitung der Umfrageergebnisse
Dr. Jutta Tappeiner Ebner
Auswertung - zusammenfassende Erläuterung der Ergebnisse
Dr. Beatrix Aigner
Dateneingabe der Inhalte
Dr. Andrea Mittermair (Projektbegleiterin des Kindergartensprengels Neumarkt)
Dr. Julia Dalsant (Projektbegleiterin des Kindergartensprengels Lana)
Arbeitsgruppe „Universitäre Ausbildungsqualität“
bestehend aus den Kindergartendirektorinnen
Christine Oberhofer (amtsführende Direktorin des Kindergartensprengels Bozen)
Martha Eberhart (Direktorin des Kindergartensprengels Meran)
Dr. Beatrix Aigner (Direktorin des Kindergartensprengels Neumarkt)
Dr. Jutta Tappeiner Ebner (amtsführende Direktorin des Kindergartensprengels Lana)
Wissenschaftliche Begleitung
DDDr. Roland Benedikter
Lektorat
Dr. Beatrix Aigner
103
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
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