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Leseprobe zum Titel: Süddeutsche Zeitung (03.11.2014) - Die Onleihe

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Flüchtlinge in Bayern: Verhaftung als Willkommensgruß
Die Seite Drei
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
WWW.SÜDDEUTSCHE.DE
HF1
70. JAHRGANG / 45. WOCHE / NR. 252 / 2,40 EURO
Umstrittene Wahl
in der Ostukraine
Heimat der Anderen
Separatisten lassen abstimmen,
Kiew meldet Truppenbewegungen
Wer bestimmt eigentlich
den kulturellen Wert der Geschichte der DDR?
Ein Historiker aus Los Angeles wollte
sich nicht damit abfinden, was ihm seine Kollegen
in Europa vorgaben. So entstand die weltweit
größte Sammlung ostdeutscher Objekte.
Donezk – Die ukrainische Armeeführung
hat Russland militärische Unterstützung
der ostukrainischen Separatisten vorgeworfen. Ein Armeesprecher in Kiew meldete „intensive“ Truppenbewegungen über
die Grenze in die von Separatisten kontrollierten Regionen. Militärausrüstung und
Mannschaften „des Feindes“ würden über
die russisch-ukrainische Grenze verlegt,
sagte Andrej Lyssenko am Sonntag bei
einer Pressekonferenz. Beobachter in Donezk bestätigten, dass Militärkonvois gesichtet worden seien, aber keine schweren
Waffen oder Panzer. Die Separatisten in
den Regionen Luhansk und Donezk hatten
für Sonntag zu Parlaments- und Präsidentschaftswahlen aufgerufen, die von Kiew
und dem Westen als unrechtmäßig abgelehnt werden. Die ukrainischen Behörden
leiteten Ermittlungen wegen illegaler
„Machtübernahme“ ein. In dem Konflikt
herrscht seit Anfang September eine brüchige Waffenruhe. sz
Seite 7
Feuilleton
Joachim Gauck kritisiert
Rot-Rot-Grün in Erfurt
FOTO: LAURE JOLIET
(SZ) Die Dicken haben einen schweren
Stand. Viele Menschen haben zwar Mühe,
den Unterschied zwischen BIP, BMI und
VDI zu definieren, aber entscheidend ist,
dass sich hinter einer dieser Abkürzungen
der gnadenlose Body-Mass-Index verbirgt. Er entscheidet über Untergewicht,
Normalgewicht oder Übergewicht. Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer hat
in seinem Leben viel getan, um uns zu zeigen, wie sich so ein BMI-Körper im sportlichen Zusammenspiel von Zentimetern
und Kilogramm auseinanderziehen und
zusammenschnurren lässt. Wie bei der Anzahl seiner Ehefrauen war Fischer dabei so
flexibel, dass man aktuell gar nicht weiß,
ob er nun gerade eher dick oder eher dünn
ist. Aber das ist auch egal, werden die Wildecker Herzbuben sagen, entscheidend ist
im Leben der Refrain: „Herzilein, du musst
nicht traurig sein, ich weiß, du bist nicht
gern allein und schuld war doch nur der
Wein.“ Fischer, stets ein Mann mit Augenmaß, wird diese Zeilen gehört haben.
In der brisanten Mischung aus schwieriger Liebesbeziehung und hilfreicher Genussphilosophie spielte lange die Körperform der beiden Sänger keine Rolle. Und
wenn, dann trug sie nur zum Wohlbefinden
der Bevölkerung bei. Von der höheren Warte des BMI-Faktors aus betrachtet, fühlte
sich Bärchen-Deutschland von Wolfgang
Schwalm und Wilfried Gliem aus dem nordhessischen Wildeck um einige Zentner besser repräsentiert als von dem topfitten Udo
Jürgens, der im Bademantel auf die Bühne
kommen kann. Ein Effekt, der bei den Herzbuben genau überlegt sein will: Gliems
BMI lag in seinen besten Zeiten bei 55. Da
von Normalgewicht nur bis 25 die Rede
sein darf, ist er damit für das Wort „Übergewicht“ nicht mehr zugelassen und bewegt
sich auch mit aktuellen 132 Kilo im Bereich
der starken Adipositas, was mit krankhafter Fettleibigkeit übersetzt wird.
Den Herzbuben machte das lange nichts
aus. Bis die Herrschaft des BMI begann.
Und Leute wie Oliver Kalkofe anfingen, das
Duo als „Die Wildecker Herzverfettungen“
umzudeuten. Eigentlich war das egal,
denn er tat das im Bezahlsender Premiere
(heute: Sky) unter Ausschluss der Öffentlichkeit, aber die Zeiten hatten sich geändert: Für Schwalm (180 Kilogramm) und
Gliem hieß es, den ungleichen Kampf gegen ihre hungrigen Körper aufzunehmen.
Jetzt ist Schluss damit. Am Wochenende gaben sie bekannt, dass sie keine Lust mehr
haben. „Ich müsste eigentlich etwas machen, tue aber nichts gegen das Übergewicht“, sagt Gliem, 68. Auch das Kochbuch
der beiden, 2005 unter dem Titel „Kochen
mit Schwung“ hat den Stress nicht lindern
können. Dicke e. V., der Verein für die Akzeptanz der Dicken, wird dieses Bekenntnis sicherlich mit Nachsicht beurteilen. Auf seiner Website weist er darauf hin, dass übergewichtige Menschen genau so alt wie normalgewichtige werden können. Sie müssten sich nur genau soviel bewegen.
MÜNCHEN, MONTAG, 3. NOVEMBER 2014
Bundeswehr bangt um Kampfkraft
Internes Dokument warnt: Falls nicht deutlich mehr Geld für die Streitkräfte aufgewendet wird,
stehen militärische Kernfähigkeiten infrage. Damit sei die Reform der Truppe gefährdet
von christoph hickmann
Berlin – Die Bundeswehr hat nach Einschätzung ihrer eigenen Planer ein gewaltiges Finanzproblem. Einem internen Dokument zufolge kann die Armee in ihrer derzeit geplanten Form nicht ohne Anstieg
des Wehretats finanziert werden. Die Planer stellen daher Teile der Bundeswehrreform für den Fall infrage, dass ihnen künftig nicht mehr Geld zur Verfügung steht.
Das geht aus dem „Planungsvorschlag
2016“ hervor, der im Planungsamt der Bundeswehr erstellt wird und dem Verteidigungsministerium als Basis dient, um den
Finanzbedarf der nächsten Jahre zu ermitteln. Er liegt der Süddeutschen Zeitung vor.
Der derzeit aus den Leitlinien zur Neuausrichtung der Bundeswehr „abzuleitende Ausrüstungs-Bedarf“ sei „im Planungs-
zeitraum nicht mit finanziellen Mitteln hinterlegt“, heißt es in dem Dokument. Sollte
es „in der mittelfristigen Perspektive“ keine „angemessene Erhöhung“ der für Beschaffung und Betrieb vorgesehenen Haushaltsmittel geben, sei eine „Präzisierung
der Zielvorgaben“ unvermeidlich. Damit
werden indirekt die Vorgaben der laufenden Reform zur Disposition gestellt.
In den vergangenen Wochen war offenbar geworden, dass sich das Material der
Bundeswehr in teilweise marodem Zustand befindet. Zum Thema Materialerhaltung heißt es nun im Planungsvorschlag,
dieser könne „den laufenden Betrieb der
Bundeswehr mit teilweise bereits in erheblichem Umfang prognostizierten Einschränkungen nur kurzfristig knapp sicherstellen“ – und auch dies nur für den
Fall, dass keine unerwarteten Umstände
einträten. Es handele sich wie in den vergangenen Jahren um „eine Ausplanung
am absoluten Minimum“. Bei „unverändertem Finanzrahmen“ sei die Notwendigkeit
absehbar, „zukünftig auch in Strukturen
eingreifen zu müssen“. Für den Materialerhalt brauche man mindestens etwa
200 Millionen Euro jährlich mehr. Falls
man dieses Geld nicht bekomme, müsse
man die „Aufgabe von einzelnen Fähigkeiten oder Fähigkeitskomponenten“ erwägen. Somit wäre ein wesentliches Ziel der
Neuausrichtung hinfällig, demzufolge die
Bundeswehr auch künftig sämtliche militärischen Kernfähigkeiten beherrschen soll,
statt sich auf einzelne zu spezialisieren.
In dem Dokument, aus dem in der vergangenen Woche bereits die Bild-Zeitung
zitiert hatte, wird zudem auf die finanziellen Auswirkungen des kürzlich von Vertei-
digungsministerin Ursula von der Leyen
(CDU) vorgestellten Attraktivitätsgesetzes
hingewiesen: Hätte man im Planungsvorschlag Geld für das Maßnahmenpaket eingeplant, hätte man demnach „alle geplanten Neuvorhaben bei den militärischen Beschaffungen in 2016“ streichen müssen.
Teilweise noch drastischer sind die Stellungnahmen der Teilstreitkräfte zum Planungsvorschlag formuliert. So schreibt
das Kommando Luftwaffe zum Vorschlag,
die Flugstunden der Eurofighter-Flotte um
5870 Stunden zu reduzieren, dies „zöge
massive Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft sowie Aufgabenerfüllung“ nach
sich. Zudem drohe bereits kurzfristig ein
„Expertiseverlust“. Im Verteidigungsministerium hieß es auf Anfrage, es handele
sich bei dem Planungsvorschlag nicht um
ein ministerielles Dokument.
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Medien, TV-/ Radioprogramm
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11045
4 190655 802404
Die umkämpfte Stadt Kobanê, die an der
syrisch-türkischen Grenze liegt, hat viele
Namen. Auf Arabisch heißt sie Ain alArab. „Arabische Quelle“. Auf Türkisch
heißt sie Arab Punarı, was dasselbe bedeutet. Da lebt die gute Erinnerung an das
Trinkwasser fort, das hier einst oasenhaft
sprudelte: Große Feldherren wie Saladin,
kurdischstämmiger Emir von Damaskus,
führten ihre Truppen schon im 12. Jahrhundert in diese Landschaft, die für ihren
Erholungswert bekannt war. Auf Kurdisch heißt die Stadt Kobanê, und das ist
heute nicht nur die Sprache der Kämpfer,
die sie seit Wochen gegen den Ansturm
der Terrormiliz IS verteidigen. Sondern
vor allem der größten, wenngleich inzwischen großteils vertriebenen Bevölkerungsgruppe der Stadt.
Dass mit Namen Politik gemacht wird,
daran hat jetzt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erinnert. „Ich will
mich nicht in den Streit einmischen, ob
Des Kaisers Kompanie
Der Ortsname Kobanê ist deutschen Ursprungs
die Stadt den Arabern gehört oder den
Kurden“, sagte er jüngst vor Journalisten.
„Aber Fakt ist, die Stadt heißt Ain al-Arab.
Dieser Name wurde erst später in Kobanê
umgewandelt.“ Die Botschaft ist genau gehört worden: Erdoğan, der sich nur mit zusammengebissenen Zähnen Solidarität
mit den Kurden abringen kann – zu sehr
fürchtet er das Entstehen eines Kurdenstaats an seiner Grenze –, spricht ihnen
die historische Legitimität ab.
Dabei weisen kurdische Historiker auf
eine Ironie hin: Der Ortsname Kobanê ist
gar nicht ursprünglich kurdisch. Sondern
vielmehr deutsch. Und er verweist keineswegs auf kurdische Eroberer. Sondern
auf die deutsch-türkische Zusammenarbeit im Ersten Weltkrieg.
„Die Deutschen setzten hier 1912 einen
kleinen Bahnhof hin, als sie die BagdadBahn bauten“, erklärt der kurdische
Schriftsteller Muhsin Kızılkaya. Es waren
kaiserlich-deutsche Eisenbahn-Barone,
schneidige Adelige, die herkamen und
das Kommando führten; der Gleisbau sollte ihren imperialen Traum einer Verbindung zwischen Berlin und Bagdad erfüllen, die geplante Strecke führte über Aleppo und Mossul. Die örtlichen Arbeiter mit
Spitzhacke und Hammer – es waren Kurden – verballhornten ein deutsches Wort:
„Kompanie“. Es bürgerte sich als Bezeichnung für ihre Arbeitersiedlung ein. Mit
den Jahren wurde „Kobanê“ daraus (mit
einem „e“ wie in Beet). Der Ort wuchs. Der
heutige Anführer der syrischen Kurden-
partei PYD, Salih Muslim Muhammad,
der selbst aus Kobanê stammt, erzählt diese Historie gern.
Im Ersten Weltkrieg spielte das Bahngleis eine düstere Rolle: Die Türken nutzten es, um Zehntausende Armenier in den
sicheren Tod zu deportieren. Noch heute
gehört es zum Stadtbild von Kobanê. Die
Kurden haben es zuletzt mit mehreren
Lastwagen blockiert, „damit der IS keine
Waffen transportieren kann“, wie sie sagten. Der Gleisverlauf der einstigen Bagdad-Bahn markiert heute die Grenze zwischen Syrien und der Türkei. So wollten
es die Siegermächte des Ersten Weltkriegs, Großbritannien und Frankreich,
als sie das osmanische Großreich zerschnitten. Und das heißt auch: Wenn die
kurdischen Gleisarbeiter 1912 schlicht
auf der anderen Seite dieser Baustelle im
Niemandsland gesiedelt hätten, dann läge Kobanê heute nicht in Syrien, sondern
in der Türkei.
ronen steinke
Klimareport „alarmierend und ermutigend zugleich“
Forschergremium stellt Politikern Ultimatum und verweist auf geringe wirtschaftliche Folgen stärkeren Klimaschutzes
Hamburg – Den Staaten der Welt bleibt
nur wenig Zeit, die gefährlichen Folgen des
Klimawandels zu verhindern: Sie müssten
den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050
etwa um 60 Prozent reduzieren und damit
bald anfangen. So rechnet es der Weltklimarat IPCC den Regierungen vor. Nur
dann bleibe die Chance gewahrt, die globale Erwärmung bis 2100 wie international
vereinbart auf zwei Grad Celsius im Vergleich zum Jahr 1900 zu begrenzen, sagt
der am Sonntag in Kopenhagen veröffentlichte fünfte Gesamtbericht des Forschergremiums. Der Bericht zeigt aber auch,
dass ein rechtzeitiger Wechsel auf alternative Energien bezahlbar wäre. Bei einem
Wirtschaftswachstum von 1,6 bis drei Prozent pro Jahr würde er nur ein Minus von
jährlich 0,06 Prozentpunkten kosten.
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„Der Klimawandel lässt keinen Teil der
Erde unberührt “, sagte der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri. Dem Bericht zufolge
nimmt die Erderwärmung unbestreitbar
zu und verändert weltweit die Lebensbedingungen an Land und im Meer. Vor allem begünstigt sie extreme Wetterereignisse. Die Menschheit sei mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 95 Prozent
die wichtigste Ursache des Wandels, betonte Pachauri. „Es gibt keine Ungewissheit
mehr“, sagte Ban Ki Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen. „Die Führer
der Staaten müssen handeln.“
Der Report sei „alarmierend und ermutigend zugleich“, kommentierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD)
die Veröffentlichung. „Wir kennen die
Werkzeuge, um die Erderwärmung auf
zwei Grad zu begrenzen. Die Staatengemeinschaft muss jetzt alles daransetzen,
2015 in Paris ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen zu verabschieden.“ Das
bedeute aber auch Veränderungen in der
deutschen Politik, erklärten Umweltschützer. „Wir brauchen bis Mitte des Jahrhunderts einen Ausstieg aus der Kohleverstromung, wenn das Zwei-Grad-Limit eingehalten werden soll“, sagte Christoph Bals
von Germanwatch.
„Wir sind heute nicht auf dem Weg, das
gesetzte Zwei-Grad-Ziel einzuhalten“, bekräftigte Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Der Bericht habe aber „eine
Landkarte der Pfade“ aufgezeigt, denen
verschiedene Staaten dorthin folgen könnten. Er warnte: „Je länger wir die notwendi-
gen Klimaschutzmaßnahmen verzögern,
umso größere Risiken nehmen wir auf
uns.“ In jedem Fall sei Nichthandeln teurer
als Handeln. Der IPCC rechnet vor, dass ein
entschlossenes Umbauen vor allem des
Energiesektors durchaus weiteres Wachstum der Wirtschaft erlaubt.
Als Antwort auf den aktuellen Weltklimabericht will Dänemark als erstes Land
der Welt schon in gut zehn Jahren auf Kohle als Brennstoff verzichten. „Dieser Report hat mich überzeugt, dass wir fossile
Brennstoffe früher als gedacht auslaufen
lassen müssen“, sagte der dänische Klimaminister Rasmus Helveg Petersen am
Sonntag. „Je größer das Problem wird, desto teurer und schwieriger wird es für uns
und unsere Kinder, es zu lösen,“ fügte er
hinzu.
christopher schrader
Berlin – Bundespräsident Joachim Gauck
hat sich kritisch zur wahrscheinlichen
Wahl des Linken-Politikers Bodo Ramelow
zum Ministerpräsidenten einer rot-rotgrünen Koalition in Thüringen geäußert.
„Menschen, die die DDR erlebt haben und
in meinem Alter sind, die müssen sich
schon ganz schön anstrengen, um dies zu
akzeptieren“, sagte Gauck in der ARD. Politiker von Linken, SPD und Grünen reagierten empört und mahnten ihn zur parteipolitischen Neutralität. sz
Seiten 4 und 6
Dobrindt will Mautdaten
nicht weitergeben
Berlin – Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat Forderungen, Mautdaten für
die Verbrechensbekämpfung zu nutzen, eine klare Absage erteilt. „Das kommt überhaupt nicht infrage“, sagte der CSU-Politiker der Süddeutschen Zeitung. „Die Mautdaten werden unter keinen Umständen anderen Zwecken zur Verfügung gestellt,
auch nicht dem BKA oder anderen Sicherheitsbehörden.“ dku
Seiten 4 und 5
Japan weitet
Wertpapierkäufe aus
Tokio – Mit der Ankündigung am Freitag,
ihre Wertpapierkäufe auszuweiten, hat die
japanische Zentralbank für deutliche Kurssprünge gesorgt. In dieser Woche müssen
die Finanzmärkte nun herausfinden, was
der Schritt für die Weltwirtschaft bedeutet. Am Donnerstag tagt der Rat der Europäischen Zentralbank. Ihr Chef Mario Draghi fürchtet die „japanische Krankheit“:
Jahre der Stagnation. sz
Wirtschaft
Ecclestone signalisiert
Reformbereitschaft
Austin – Formel-1-Vermarkter Bernie
Ecclestone hat zugegeben, die Rennserie
in eine Krise geführt zu haben. „Das Problem ist, dass zu viel Geld schlecht verteilt
wird. Das ist wahrscheinlich mein Fehler“,
sagte der 84-Jährige vor dem USA-GrandPrix am Sonntag in Austin. Zu dem Rennen
traten lediglich neun Teams an. Ecclestone
kündigte Reformen an. sz
Sport
DAS WETTER
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NACHTS
Zum Wochenstart fällt über dem Norden
und Westen, über Hessen und im äußersten Südwesten tagsüber etwas Regen.
Sonst zeigt sich häufig die Sonne. Frühnebel stört zwar vereinzelt, löst sich aber
auf. 11 bis 18 Grad.
Seite 15
Gewinnzahlen vom Wochenende
Lotto (01.11.): 4, 14, 24, 30, 41, 48
Superzahl: 7
Toto: 1, -, 2, 1, 2, 1, -, -, 1, 0, 2, 1, Auswahlwette: lag noch nicht vor
Zusatzspiel: lag noch nicht vor
Spiel 77: 6 0 8 1 8 0 6
Super 6: 0 0 6 3 1 8(Ohne Gewähr)
Weitere Gewinnzahlen:
Wirtschaft, Seite 21
Die SZ gibt es als App für Tablet
und Smartphone: sz.de/app
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