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IDW ERS ÖFA 3
Entwurf einer
IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung:
Besonderheiten der Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und
Energieabsatzverträgen in handelsrechtlichen Abschlüssen
von Energieversorgungsunternehmen
(IDW ERS ÖFA 3)
(Stand: 22.09.2014)1
Der Fachausschuss für öffentliche Unternehmen und Verwaltungen (ÖFA) des IDW hat den
nachfolgenden Entwurf einer IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Besonderheiten der
Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen in handelsrechtlichen
Abschlüssen von Energieversorgungsunternehmen verabschiedet.
Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge zu dem Entwurf werden schriftlich an die Geschäftsstelle des IDW (Postfach 32 05 80, 40420 Düsseldorf oder stellungnahmen@idw.de)
bis zum 30.04.2015 erbeten. Die Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge werden im Internet
auf der IDW Homepage veröffentlicht, wenn dies nicht ausdrücklich vom Verfasser abgelehnt
wird.
Der Entwurf steht bis zu seiner endgültigen Verabschiedung als IDW Stellungnahme zur
Rechnungslegung im Internet (www.idw.de) unter der Rubrik Verlautbarungen als DownloadAngebot zur Verfügung.
Copyright © Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf.
1. 2. 3. 4. 5. 6. 1
Vorbemerkungen ............................................................................................................ 2 Bilanzielle Einordnung von Energie bzw. Energieträgern ............................................... 2 Bewertung schwebender Geschäfte ............................................................................... 3 Bewertung von einzelnen Energieverträgen ................................................................... 4 Bewertung von Portfolios aus einer Vielzahl von Geschäften (Vertragsportfolios) ......... 5 5.1. Überblick über die Anforderungen an die Zulässigkeit einer Abweichung
vom Grundsatz der imparitätischen Einzelbewertung ........................................... 5 5.2. Gleichartigkeit der Risiken ..................................................................................... 6 5.3. Risikomanagement ................................................................................................ 8 5.4. Deckungsbeitragsrechnung ................................................................................... 9 Vertragskonstellationen................................................................................................. 10 6.1. Auf physische Erfüllung gerichtete Verträge ohne Absicherung des
Preisänderungsrisikos ......................................................................................... 10 6.2. Auf physische Erfüllung gerichtete Verträge mit Absicherung des
Preisänderungsrisikos durch Derivate mit Barausgleich ..................................... 11 6.3. Einbeziehung verschiedener Risiken in ein Portfolio ........................................... 12 Vorbereitet von der Arbeitsgruppe „Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen“.
Verabschiedet als Entwurf vom Fachausschuss für öffentliche Unternehmen und Verwaltungen (ÖFA) am
22.09.2014. Billigende Kenntnisnahme durch den Hauptfachausschuss (HFA) am 17.10.2014.
1
IDW ERS ÖFA 3
7. 8. 6.3.1. Überblick .................................................................................................. 12 6.3.2. Kraftwerke ................................................................................................ 12 6.3.3. Gasverträge ............................................................................................. 13 6.4. Einbeziehung von Teilrisiken in ein Portfolio ....................................................... 14 6.5. Proxyhedges ........................................................................................................ 14 6.6. Eigenhandel ......................................................................................................... 15 Besonderheiten bei der Abbildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB ........... 15 Anhangangaben und Lageberichterstattung ................................................................. 16 1.
Vorbemerkungen
1
Bei einer konsequenten Anwendung des Einzelbewertungsgrundsatzes (§ 252
Abs. 1 Nr. 3 HGB) auf kontrahierte Energiebeschaffungs- und/oder Energieabsatzgeschäfte, d.h. schwebende Geschäfte, können einem Energieversorgungsunternehmen (EVU) Verluste drohen, für die nach § 249 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 HGB eine
Rückstellung zu bilden wäre, obwohl diese Verluste aufgrund des Geschäftsmodells
des EVU und gebildeter Vertragsportfolios tatsächlich nicht oder jedenfalls nicht in
dieser Höhe eintreten werden. In Anbetracht dessen, dass diese Geschäfte in
Summe mangels Erfüllung der hierfür geltenden Voraussetzungen regelmäßig weder als Grundgeschäft noch als Sicherungsinstrument in eine Bewertungseinheit
i.S.d. § 254 HGB einbezogen werden können, werden in dieser IDW Stellungnahme
zur Rechnungslegung die Anforderungen dargelegt, nach denen in Anwendung des
§ 252 Abs. 2 HGB eine Abweichung vom Einzelbewertungsgrundsatz bei der Bilanzierung von EVU als begründeter Ausnahmefall gerechtfertigt ist.
2
Ferner wirft die Anwendung der in IDW RS HFA 352 dargelegten Grundsätze zur
Bilanzierung von Bewertungseinheiten (§ 254 HGB) auf Energiebeschaffungs- und
Energieabsatzverträge im Falle von Makro- oder Portfolio-Bewertungseinheiten regelmäßig Fragen zur Umsetzung der dort beschriebenen zweistufigen Bewertungstechnik auf.
3
Die Grundsätze dieser IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung gelten für die
Bilanzierung in handelsrechtlichen Abschlüssen (Jahres- und Konzernabschlüsse)
von EVU. In § 3 Nr. 18 EnWG werden EVU definiert als natürliche oder juristische
Personen, die Energie an andere liefern, ein Energieversorgungsnetz betreiben
oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis besitzen.
2.
Bilanzielle Einordnung von Energie bzw. Energieträgern
4
Energie i.S.d. § 3 Nr. 14 EnWG ist Elektrizität und Gas, soweit sie zur leitungsgebundenen Energieversorgung verwandt werden. Daneben umfasst Energie
2
IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Handelsrechtliche Bilanzierung von Bewertungseinheiten
(IDW RS HFA 35) (Stand: 10.06.2011).
2
IDW ERS ÖFA 3
i.S. dieser IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung auch andere fossile Energieträger (z.B. Kohle, Öl) sowie Wärme.
5
Fällt die Vermutung der Ausgeglichenheit zwischen Leistung und Gegenleistung bei
einem schwebenden Geschäft weg, richtet sich die bilanzielle Abbildung eines negativen Überhangs aus dem Vertrag zulasten des Bilanzierenden nach der bilanziellen Einordnung des Vertragsgegenstands als bilanzierungsfähigen Vermögensgegenstand oder als nicht bilanzierungsfähige Leistung.3
6
Für die fossilen Energieträger Erdgas, Erdöl und Kohle ist die Vermögensgegenstandseigenschaft unstrittig gegeben. Strittig ist dies indes für Strom aufgrund der
nur begrenzten Speicherbarkeit. Nach § 2 Abs. 2c WpHG ist Strom eine Ware, die
gehandelt bzw. geliefert werden kann. Ferner können für Strom aufgrund seiner
Fungibilität sowohl für Zwecke der Zugangsbewertung objektivierte Werte (d.h. Anschaffungs- oder Herstellungskosten) als auch für Zwecke der Folgebewertung stets
beizulegende Werte ermittelt werden. Mithin erfüllt Strom sowohl das Kriterium der
selbstständigen Verwertbarkeit als auch das der selbstständigen Bewertbarkeit. Vor
diesem Hintergrund ist Strom als ein Vermögensgegenstand anzusehen.
3.
Bewertung schwebender Geschäfte
7
Nach § 252 Abs. 1 Nr. 3 und 4 HGB ist grundsätzlich jedes schwebende Geschäft
imparitätisch einzeln zu bewerten. Soweit lediglich einzelne Energiebeschaffungsund Energieabsatzverträge zu bewerten sind, stellt diese Anforderung keine Probleme dar. Die Geschäftstätigkeit von EVU ist jedoch davon geprägt, dass wenigen
Energiebeschaffungsverträgen eine Vielzahl von Energieabsatzverträgen gegenübersteht.
8
Nach § 252 Abs. 2 HGB darf (nur) in begründeten Ausnahmefällen u.a. von dem
Grundsatz der Einzelbewertung abgewichen werden. Die konsequente Anwendung
des Einzelbewertungsgrundsatzes auf jeden Energiebeschaffungsvertrag würde
zum Ausweis drohender Verluste führen, die tatsächlich nicht oder jedenfalls nicht in
dieser Höhe eintreten werden. Ein auf dieser Basis aufgestellter Abschluss würde
dementsprechend kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens- und Ertragslage des EVU vermitteln.
9
Zwischen den zahlreichen Energiebeschaffungs- und -absatzgeschäften besteht
i.d.R. ein sehr enger wirtschaftlicher Zusammenhang. Theoretisch könnte ein EVU
zwar eine Zuordnung der Beschaffungs- zu einzelnen Absatzverträgen vornehmen,
vor allem aufgrund der physischen Eigenschaft von Strom kann diese Zuordnung
jedoch nicht willkürfrei erfolgen, mit entsprechenden Konsequenzen für einen
grundsätzlich erforderlichen Ausweis drohender Verluste. In Anbetracht dessen ist
eine Abweichung vom Einzelbewertungsgrundsatz nach § 252 Abs. 2 HGB durch
ein EVU als begründeter Ausnahmefall vertretbar; bei Vorliegen der in Abschn. 5.
3
Vgl. IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Zweifelsfragen zum Ansatz und zur Bewertung von Drohverlustrückstellungen (IDW RS HFA 4) (Stand: 29.11.2012), Tz. 28 ff.
3
IDW ERS ÖFA 3
beschriebenen Voraussetzungen dürfen schwebende Energiebeschaffungsund/oder Energieabsatzgeschäfte daher für Zwecke der bilanziellen Bewertung zusammengefasst werden.
4.
Bewertung von einzelnen Energieverträgen
10
Verträge über die Lieferung von Energie (Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträge) sind verpflichtende Verträge, die auf einen Leistungsaustausch gerichtet
sind und aus Sicht jedes Vertragspartners einen Anspruch und eine Verpflichtung
begründen (gegenseitige Verträge, die auf einen wirtschaftlichen Austausch gerichtet sind).4 Die Bilanzierung von Energieverträgen bei EVU bestimmt sich nach den
für die Bewertung von Handelswaren geltenden allgemeinen Grundsätzen.5
11
Solange die Sachleistung aus dem Energievertrag noch nicht erbracht ist, handelt
es sich um ein schwebendes Geschäft i.S.d. § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB.6 Auch Derivate (z.B. Futures, Optionen) sind schwebende Geschäfte.
12
Droht aus einem schwebenden Absatzgeschäft über Vermögensgegenstände des
Umlaufvermögens ein Verlust, sind die jeweiligen unmittelbar betroffenen Vermögensgegenstände nach dem strengen Niederstwertprinzip (§ 253 Abs. 4 HGB) auf
ihren niedrigeren aus dem Börsen- oder Marktpreis abgeleiteten Wert bzw. den
niedrigeren Wert abzuschreiben, der den Vermögensgegenständen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Für einen darüber hinausgehenden Verlustanteil ist eine
Drohverlustrückstellung zu bilden.
13
Im Falle eines schwebenden Beschaffungsgeschäfts über Vermögensgegenstände,
die nach erfolgter Lieferung dem Umlaufvermögen zuzuordnen sind, besteht immer
dann eine Pflicht zur Passivierung einer Drohverlustrückstellung, wenn der aus einem Börsen- oder Marktpreis abgeleitete Wert bzw. der beizulegende Wert der zu
erlangenden Sachleistung (§ 253 Abs. 4 HGB) unter dem Wert der Gegenleistung,
d.h. den zukünftigen Anschaffungskosten, liegt.7
14
Zur Ermittlung des aus einem Börsen- oder Marktpreis abgeleiteten Werts bzw. des
beizulegenden Werts ist im Falle von Handelswaren grundsätzlich auf den geringeren der am Abschlussstichtag geltenden Preise am Beschaffungs- und Absatzmarkt
abzustellen. Weist der Bilanzierende hinreichend verlässlich nach, dass die Handelsware mindestens kostendeckend am Absatzmarkt veräußert werden kann, ist es
4
5
6
7
Vgl. IDW RS HFA 4, Tz. 2.
Dies gilt auch für Energieabsatzverträge, deren Gegenstand die Veräußerung von Strom ist, der vom EVU
selbst erzeugt worden ist. Zwar handelt es sich bei selbst erzeugtem Strom formal nicht um eine Handelsware; infolge der ununterscheidbaren Vermischung mit erworbenem Strom kann er indes bilanziell wie Handelsware behandelt werden.
Vgl. IDW RS HFA 4, Tz. 11.
Vgl. IDW RS HFA 4, Tz. 31.
4
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indes nicht zu beanstanden, wenn auf eine Abschreibung bzw. die Bildung einer
Drohverlustrückstellung trotz gesunkener Beschaffungsmarktpreise verzichtet wird.8
15
Bei der Ermittlung eines etwaigen Verpflichtungsüberschusses eines Energievertrags sind durch das schwebende Geschäft verursachte konkrete wirtschaftliche
Vorteile sowie ggf. entstehende Kosten zu berücksichtigen, wenn sie dem Grunde
und der Höhe nach bestimmbar sind (Saldierungsbereich).9
5.
Bewertung von Portfolios aus einer Vielzahl von Geschäften (Vertragsportfolios)
5.1.
Überblick über die Anforderungen an die Zulässigkeit einer Abweichung vom
Grundsatz der imparitätischen Einzelbewertung
16
Aufgrund der Kundenstruktur und des Energiebeschaffungsmarkts ist es bei EVU
die Ausnahme, dass einzelnen Energieabsatzverträgen einzelne Energiebeschaffungsverträge gegenüberstehen. Vielmehr stehen den Energieabsatzverträgen regelmäßig komplexe Beschaffungsgeschäfte gegenüber, die jedoch möglicherweise
nicht in eine Bewertungseinheit i.S.d. § 254 HGB einbezogen werden dürfen, weil
die dafür notwendigen Voraussetzungen nicht kumulativ erfüllt sind (z.B. die fehlende Möglichkeit zur Bewertung der abzusichernden Absatzverträge mit ihrem beizulegenden Zeitwert zur rechnerischen Ermittlung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung oder der fehlende Nachweis der Durchhalteabsicht über die gesamte Laufzeit der Bewertungseinheit).
17
Eine Abweichung vom Einzelbewertungsgrundsatz für Zwecke der bilanziellen Bewertung von Vertragsportfolios bei EVU setzt voraus, dass die einbezogenen Geschäfte sowohl in sachlicher als auch in zeitlicher Hinsicht gleichartigen Risiken
ausgesetzt sind und damit ein nahezu perfekter Ausgleich der Risiken (Sicherungswirkung) erzielt wird (vgl. Abschn. 5.2.). Ferner muss das Vertragsportfolio in einer
für einen sachverständigen Dritten nachvollziehbaren Weise mit der internen Steuerung des EVU in Einklang stehen. Ein wesentlicher Bestandteil der internen Steuerung ist das Risikomanagement (vgl. Abschn. 5.3.), einschließlich einer Deckungsbeitragsrechnung (vgl. Abschn. 5.4.).
18
Zum Nachweis des Bestehens eines entsprechenden Vertragsportfolios müssen
gegenläufige Risikopositionen (Erträge und Aufwendungen bzw. Gewinnchancen
und Verlustrisiken) in der internen Steuerung saldiert erfasst werden. Sofern ein
EVU auf Basis eines Risikomanagements und einer Deckungsbeitragsrechnung
auch intern auf Nettobasis (d.h. saldiert) gesteuert wird, darf die Berücksichtigung
dieser Steuerung – bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen – handelsbilanziell
nachvollzogen werden.
8
9
Vgl. hinsichtlich der Bewertung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen die Berichterstattung über die 233. Sitzung des HFA, FN-IDW 2013, S. 500.
Vgl. IDW RS HFA 4, Tz. 25 f.
5
IDW ERS ÖFA 3
19
Die interne Steuerung und die eingesetzten Methoden und Systeme müssen in einem angemessenen Verhältnis zu Größe, Komplexität, Risiko und Diversität des jeweiligen Geschäftsmodells stehen. In jedem Fall müssen die Komponenten der internen Steuerung, die für den Nachweis der zusammengefassten Bewertung herangezogen werden, den Anforderungen an das rechnungslegungsbezogene interne
Kontrollsystem gerecht werden.
5.2.
Gleichartigkeit der Risiken
20
Zunächst muss eine Gleichartigkeit der Risiken in sachlicher Hinsicht gegeben sein,
d.h. die in dem Vertragsportfolio zusammengefassten Geschäfte müssen demselben Risiko bzw. denselben Risiken unterliegen. Eine Begrenzung der Zusammenfassung lediglich auf gleichartige Teilrisiken ist zulässig.
21
Eine Gleichartigkeit der Risiken in sachlicher Hinsicht setzt voraus, dass sich im
Grundsatz die in dem Vertragsportfolio zusammengefassten Basiswerte einander
entsprechen. Entsprechen sich die Basiswerte nicht oder nicht vollständig, weil
z.B. die Sicherung eines bestimmten Beschaffungsprodukts nur in USD möglich ist
und das Absatzgeschäft in EUR valutiert, dürfen in das Vertragsportfolio lediglich
gleichartige Teilrisiken einbezogen werden (Ware ohne Währung). Erfolgt für diesen
Fall zusätzlich eine Währungssicherung, dürfen mehrere Risiken (Ware und Währung) in das Vertragsportfolio einbezogen werden.
22
Vor allem bei komplexeren Portfolios aus verschiedenen Energiebeschaffungs- und
Energieabsatzverträgen ist fraglich, ob das gesamte Portfolio die Anforderung an
die Gleichartigkeit der Risiken erfüllt. Resultieren aus mehreren Energiebeschaffungs- und/oder Energieabsatzgeschäften mehrere korrespondierende Risiken, dürfen diese Geschäfte für bilanzielle Zwecke in demselben Portfolio nur dann zusammengefasst werden (z.B. die Zusammenfassung von Gasverträgen mit Ölpreissicherungsinstrumenten), wenn sie miteinander in einem sachlichen Zusammenhang
stehen und gemeinsam in einem Portfolio gesteuert werden. Ein sachlicher Zusammenhang der Risiken kann nur dann angenommen werden, wenn zusammengefasste Geschäfte trotz unterschiedlicher Basiswerte geeignet sind, die Risiken des
jeweiligen Portfolios zu sichern. Solche Geschäfte mit unterschiedlichen Basiswerten können bspw. Gasabsatzverträge sein, denen eine vertragliche Gasabnahmeverpflichtung in Abhängigkeit von der Preisentwicklung bei leichtem Heizöl gegenübersteht, die durch ein Termingeschäft gesichert wurde. Umgekehrt müssen Geschäfte mit unterschiedlichen Risiken, die diese Anforderungen nicht erfüllen, auf
verschiedene Portfolios aufgeteilt werden. Beispielsweise dürfen Gasbeschaffungsverträge nicht ohne sachlichen Zusammenhang mit Stromabsatzverträgen oder Ölbeschaffungsverträge nicht mit Kohletermingeschäften zusammengefasst werden,
da in beiden Fällen die Risiken der Beschaffungs- und Absatzgeschäfte nicht übereinstimmen.
23
Bei ungleichen Volumina von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzgeschäften
bzw. derivativen Finanzinstrumenten (d.h. die beschaffte und/oder abgesetzte und
ggf. gesicherte Liefermenge decken sich nicht) dürfen Geschäfte nur in dem Volumen in einem Vertragsportfolio zusammengefasst werden, in dem sie sich einander
6
IDW ERS ÖFA 3
entsprechen. Für etwaige überschießende Volumina müssen die entsprechenden
(ggf. anteiligen) Geschäfte außerhalb des Vertragsportfolios nach den allgemeinen
handelsrechtlichen Grundsätzen, d.h. imparitätisch einzeln bewertet werden. Die
Zuordnung der Volumina muss nach einem nachvollziehbaren Verfahren stetig erfolgen.
24
Ferner müssen die zu einem Portfolio zusammengefassten Geschäfte gleichartige
Produkte betreffen. Dies gilt bspw. für Lieferspezifika wie Lieferzone, Lieferzeiträume oder auch Preisfestsetzungsmodalitäten.
25
Neben dem sachlichen muss auch ein enger zeitlicher Zusammenhang der in einem
Portfolio zusammengefassten Geschäfte gewährleistet sein. Dies bedeutet, dass die
zusammengefassten Geschäfte keine wesentlich voneinander abweichenden Laufzeiten aufweisen dürfen. Konkrete wirtschaftliche Vorteile, die sich in den zeitlich
nicht kongruenten Phasen realisieren, dürfen nicht in das Vertragsportfolio einbezogen werden. Die entsprechenden Geschäfte bzw. anteiligen Geschäfte unterliegen
der imparitätischen Einzelbewertung außerhalb des Vertragsportfolios.
26
EVU schließen regelmäßig Energieabsatzverträge ab, die einzelne Monatslieferungen über einen bestimmten längerfristigen Lieferzeitraum (d.h. Lieferjahr) vorsehen.
An Strombörsen werden Termingeschäfte erst ab einem bestimmten Zeitpunkt für
den jeweiligen Liefermonat gehandelt. Zuvor existieren lediglich Termingeschäfte für
ein ganzes Lieferjahr oder Lieferquartal. Diese Geschäfte werden aber im Zeitablauf
in Termingeschäfte für einen Liefermonat gewandelt (Kaskadierung, d.h. bspw. eine
Aufteilung der Jahresmenge in vier Futures für jeweils drei Monate10). Dies ist bei
der Zusammenfassung von Geschäften zu einem Vertragsportfolio bezüglich des
Lieferzeitraums zu beachten. Hinsichtlich des Lieferzeitraums muss sichergestellt
sein, dass nur solche Beschaffungsgeschäfte mit Absatzgeschäften oder Sicherungsinstrumenten in einem Vertragsportfolio zusammengefasst werden, deren Lieferungen maximal für dasselbe Lieferjahr (bzw. bei Gas demselben Gaswirtschaftsjahr vom 01.10. bis 30.09.) vereinbart sind (zu den Ausnahmen vgl. Tz. 61 f.). Beispielsweise dürfen die Strombeschaffung für ein Lieferjahr und die Absatzgeschäfte
mit Endkunden in demselben Lieferjahr mit Lieferort Deutschland zu einem Portfolio
aggregiert werden.
27
Hinsichtlich der Preisfestsetzung ist insb. bei Gas zu beachten, dass es regelmäßig
zu einem Zeitversatz zwischen der Preisbildung und der Preisfestsetzung der referenzierten Preisbindungen kommt. Die Preisfestsetzung bei einem Gasbeschaffungsvertrag kann z.B. von den Ölpreisen der letzten drei Monate abhängen. Für die
Zusammenfassung zu einem Portfolio kommt es in einem solchen Fall auf den Zeitpunkt der Preisfestsetzung an.
28
Wenn die in dem Vertragsportfolio zusammengefassten Geschäfte im vorstehend
beschriebenen Sinne in sachlicher und in zeitlicher Hinsicht gleichartigen Risiken
10
Zur Kaskadierung sowie auch Profilierung vgl. IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Einzelfragen zur
Bilanzierung von Verträgen über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten nach IAS 39
(IDW RS HFA 25) (Stand: 06.03.2009), Tz. 30–33.
7
IDW ERS ÖFA 3
ausgesetzt sind, darf davon ausgegangen werden, dass eine nahezu perfekte Sicherungswirkung erzielt wird.
5.3.
Risikomanagement
29
Die zusammengefasste Bewertung des Vertragsportfolios erfordert hinsichtlich des
Risikomanagements, dass die aus den jeweiligen Beschaffungs-, Absatzgeschäften
und Sicherungsinstrumenten entstehenden Risiken überwacht und gesteuert werden. Hinsichtlich der in dem Vertragsportfolio i.S.d. Tz. 17 zusammengefassten Risiken muss ein Risikomanagementsystem folgende Elemente umfassen. Dabei sind
die folgenden Besonderheiten zu berücksichtigen:

Risikostrategie
Grundsätzlich dürfen Sicherungsinstrumente in ein Vertragsportfolio einbezogen werden, wenn sie gemäß der Risikostrategie zur Minderung von Risiken
eingesetzt werden. Verträge, die in Handelsabsicht11 abgeschlossen werden,
dürfen demgegenüber nicht in ein Vertragsportfolio einbezogen werden; hiervon
unberührt bleibt eine Einbeziehung in eine Bewertungseinheit i.S.d. § 254 HGB.

Risikoidentifizierung
Geschäfte, die aus Risiko- und Steuerungssicht keinen hinreichend hohen
sachlichen und zeitlichen Zusammenhang aufweisen, dürfen nicht in demselben
Vertragsportfolio zusammengefasst werden.

Risikobewertung
Die in der Deckungsbeitragsplanung (vgl. Tz. 35) bestehenden offenen Positionen müssen im Risikomanagement als solche erkennbar sein und quantifiziert
werden. Die Planungsgrundlagen (insb. die Mengen und Lieferzeiträume) müssen eine hinreichende Genauigkeit aufweisen und dokumentiert sein.

Risikoüberwachung
Das Risikomanagementsystem muss für jedes Vertragsportfolio zumindest eine
Deckungsbeitragsrechnung umfassen.

Risikosteuerung
Ein Vertragsportfolio für Zwecke der zusammengefassten Bewertung ist mindestens mit einer Risikogröße zu steuern, die mit der vom EVU vorgesehenen
Risikosteuerung abzustimmen ist. Die Risikogröße für das jeweilige Vertragsportfolio muss zumindest eine mengenmäßige Steuerung ermöglichen
(z.B. Vergleich zwischen Beschaffungs- und Absatzmengen innerhalb einer
Zeiteinheit).
11
Unter dem Begriff „Handel“ wird hier nur der Abschluss von Geschäften ohne Zuordnung zu einer (ggf. geplanten) Beschaffungs- oder Absatzposition verstanden. Ein Anhaltspunkt dafür, dass ein Vertrag in Handelsabsicht in dem vorgenannten Sinne abgeschlossen wurde, kann darin bestehen, dass die Erfüllung dieses
Vertrags zu einer Beschaffungsmenge führen würde, die über die geplante Absatzmenge hinausgeht.
8
IDW ERS ÖFA 3

Risikoberichterstattung
Die Steuerungsgrößen sind im Rahmen der internen Berichterstattung an die
Führungsebene darzustellen. Dabei sind wesentliche Effekte zu erläutern,
insb. hinsichtlich Bewertungsrisiken, die aus offenen Positionen resultieren.
30
Das der zusammengefassten Bewertung des Vertragsportfolios zugrunde liegende
Risikomanagementsystem als Bestandteil des internen Kontrollsystems muss angemessen, funktionsfähig und dokumentiert sein, einschließlich einer Dokumentation des sachlichen und zeitlichen Zusammenhangs der zusammengefassten Geschäfte.
31
Die Zuordnung der Geschäfte zu einem Vertragsportfolio i.S.d. Tz. 17 oder zum
Eigenhandel (vgl. Tz. 63 sowie Fußnote 11) unterliegt dem Stetigkeitsgrundsatz.
5.4.
Deckungsbeitragsrechnung
32
Steuern EVU nicht auf Basis einer Marktbewertung einzelner Geschäfte, sondern
auf Basis einer portfoliobezogenen Deckungsbeitragsrechnung, sind für jedes Vertragsportfolio i.S.d. Tz. 17 die Erträge und Aufwendungen aus den zugehörigen Beschaffungs- und Absatzgeschäften sowie Sicherungsinstrumenten, die sich auf denselben Zeitraum beziehen, in einer Deckungsbeitragsrechnung zu erfassen. Die
Vertragsportfolios sind sachgerecht voneinander abzugrenzen. So kann bspw. eine
Abgrenzung nach unterschiedlichen Geschäftsbereichen, Kundensegmenten, Produktkategorien, Regionen etc. erfolgen. Dazu muss die interne Berichterstattung erkennen lassen, dass die Vertragsportfolios einer getrennten Steuerung unterliegen.
33
Nutzt ein EVU zur sachgerechten Zuordnung von Erträgen bzw. Risiken, die aus mit
externen Dritten geschlossenen Verträgen resultieren, zu verschiedenen Portfolios
interne Geschäfte, d.h. Geschäfte zwischen rechtlich unselbstständigen Organisationseinheiten innerhalb des EVU oder zwischen verschiedenen Portfolios derselben
Organisationseinheit, sind die sich ausgleichenden Aufwendungen/Erträge bzw. Risiken/Chancen in die Deckungsbeitragsrechnung des Vertragsportfolios einzubeziehen, sofern das interne Geschäft zu Konditionen abgeschlossen wird, die im Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses marktkonform sind.
34
Das Ergebnis der Deckungsbeitragsrechnung betreffend Beschaffung und Absatz
muss auf die Gewinn- und Verlustverrechnung in dem Sinne übergeleitet werden
können, dass in der Deckungsbeitragsrechnung nur aufwandsgleiche Kosten und
ertragsgleiche Leistungen berücksichtigt werden. So dürfen z.B. kalkulatorische
Kosten bei der Ermittlung des Deckungsbeitrags nicht berücksichtigt werden.
35
Die Beurteilung der in einem Portfolio zusammengefassten Verträge erfordert eine
Vorausschau auf die künftigen Deckungsbeiträge aus dem am Abschlussstichtag
vorhandenen Bestandsgeschäft. Daher ist ein Element der Deckungsbeitragsrechnung die Gegenüberstellung der Plan- und der Ist-Erfolgsbeiträge. Dementsprechend ist eine Planung von Beschaffung und Absatz bzw. Absicherung für das laufende Geschäftsjahr und die Folgejahre bis zum Ablauf der Geschäfte erforderlich.
9
IDW ERS ÖFA 3
36
Die Ermittlung der künftigen Deckungsbeiträge der in dem Vertragsportfolio
zusammengefassten Geschäfte muss die dem Vertragsportfolio zurechenbaren Gemeinkosten12 berücksichtigen. Die Bildung und Bemessung einer Drohverlustrückstellung lediglich auf Basis von variablen Kosten oder Bruttomargen (Clean-Dark/
Spark-Spread) ist nicht ausreichend.
37
Die der zusammengefassten Bewertung eines Vertragsportfolios zugrunde liegende
Deckungsbeitragsrechnung muss angemessen, funktionsfähig und dokumentiert
sein. Sie muss geeignet sein, die Aufwendungen und Erträge verursachungsgerecht
zu erfassen und zu planen, um die Risiken darauf aufbauend zu überwachen und zu
steuern.
6.
Vertragskonstellationen
6.1.
Auf physische Erfüllung gerichtete Verträge ohne Absicherung des Preisänderungsrisikos
38
Wesentliche Ergebnisrisiken bestehen bei EVU u.a. aus schwebenden Absatzverträgen mit fixierten Preiskomponenten. Dies gilt sowohl in der Strom- als auch in der
Gasversorgung. Die Risiken resultieren einerseits aus Marktpreisänderungsrisiken,
andererseits aus ungeplanten Mengenabweichungen im Abnahmeverhalten der
Kunden (Lastverlauf13), da in der überwiegenden Anzahl von Versorgungsverträgen
keine fixierten Mengenkomponenten oder Abnahmezeitpunkte festgelegt sind.
39
Absatzseitige Verpflichtungen werden i.d.R. durch komplexe Beschaffungsgeschäfte
an liquiden Handelsmärkten gedeckt. Die Beschaffung der Mengen für lastganggemessene Kunden (Kunden mit registrierender Leistungsmessung; kurz: RLMKunden) erfolgt i.d.R. back-to-back14, also individuell je Kunde am Markt. Die Lieferverpflichtung gegenüber nicht-lastganggemessenen Kunden (Standardlastprofilkunden; kurz: SLP-Kunden) wird meist aggregiert und in Tranchen am Markt gedeckt.
40
Im einfachsten Fall werden für die prognostizierten Lastverläufe auf der Absatzseite
beschaffungsseitig Bezugsverträge abgeschlossen, die den erwarteten Abnahmemengen und ggf. auch den Lastverläufen eines Kunden oder einer Gruppe von
Kunden entsprechen oder diese antizipieren (Fahrplan15). Die bis zur Energiemarktliberalisierung überwiegend vorzufindende deckungsgleiche und für das EVU meist
risikofreie Vertragseindeckung (Vollversorgung) ist heute eher die Ausnahme.
41
Im Regelfall erfolgt die meist längerfristig angelegte Strombeschaffung über am
Markt handelbare Standardprodukte (z.B. Forwards) mit konstanten Liefermengen
12
13
14
15
Gemeinkosten i.S.d. IDW RS HFA 4, Tz. 35 ff.
Lastverlauf: Abnahme von Energie über eine definierte zeitliche Periode mit viertelstündlichen Messwerten
(Strom).
Back-to-back-Beschaffung: Mit Abschluss des Absatzvertrags werden auch die erwarteten Energiemengen für
den betreffenden Kunden am Markt beschafft.
Fahrplan: Erwartete oder tatsächliche viertelstündliche Mengenabnahme eines Kunden oder einer Gruppe von
Kunden.
10
IDW ERS ÖFA 3
(Base/Peak/Off-Peak) für einen langen Lieferzeitraum (z.B. Jahres-Base). Diese auf
eine physische Erfüllung ausgerichtete Beschaffung durch Standardverträge wird
mit zunehmender Nähe zum Liefertermin durch Spotgeschäfte ergänzt oder ersetzt
(z.B. durch Tages- oder Stundenprodukte).
42
Um das tatsächliche Lastprofil zum Zeitpunkt der tatsächlichen Lieferung viertelstundengenau abzubilden, werden die erwarteten Lastverläufe (Lastprofile) sukzessive bis zur physischen Lieferung in immer granularere Produkte, d.h. in eine Reihe
mehrerer Verträge mit kürzeren Lieferzeiträumen zerlegt, ohne dass sich die ursprüngliche Vertragsmenge ändert (Kaskadierung und Profilierung, vgl. Tz. 26). Um
mögliche Preisdifferenzen aus dem u.U. notwendigen Tausch von günstigeren
Randprofilen (Nachtstunden) und höherpreisigen Spitzenlastprofilen (Mittagsstunden) zur Herstellung des tatsächlichen Lastprofils auszugleichen, werden dabei vorab i.d.R. anhand von stündlichen Preisprognosemodellen (HPFC = hourly price forward curves) die Kosten der Profilierung durch sog. wertneutrale Zerlegungsmodelle
bestimmt und in erforderliche zusätzliche Beschaffungsmengen von Standardprodukten umgerechnet.
43
Aufgrund der sich in aller Regel ändernden Bedarfsprognosen ergeben sich im Zeitablauf teilweise offene Positionen, die durch entsprechende ergänzende Produkte
wieder geschlossen werden. Soweit das tatsächliche Abnahmeverhalten der Summe aller Kunden eines EVU vom prognostizierten Gesamtlastverlauf abweicht, wird
diese Abweichung im Strombereich durch den Übertragungsnetzbetreiber viertelstündlich ausgeglichen und in Form von Ausgleichsenergie entsprechend in Rechnung gestellt oder gutgeschrieben.
44
Die an liquiden Märkten durchgeführte Absicherung von Energieabsatzverträgen mit
auf physische Erfüllung ausgerichteten beschaffungsseitigen Standardprodukten
(z.B. Forwards) ermöglicht zunächst die Bewertung von Beschaffungsverträgen anhand von Marktpreisen.
45
Die Beschaffung nebst dargestellter Profilierung dient der Margensicherung der Absatzverträge. Insoweit ist eine kompensatorische Berücksichtigung der Marge aus
Absatzverträgen – trotz der Prognoseanteile bei den Absatzmengen – bei der Ermittlung des Verpflichtungsüberschusses aus schwebenden Beschaffungsverträgen
auf Basis hinreichend gesicherter Planungsannahmen unter Berücksichtigung der
typischerweise vorzufindenden Prognosequalität in einem Vertragsportfolio zulässig,
sofern die Anforderungen aus Abschn. 5. erfüllt sind.
6.2.
Auf physische Erfüllung gerichtete Verträge mit Absicherung des Preisänderungsrisikos durch Derivate mit Barausgleich
46
Die Margensicherung in der Energieversorgung folgt unabhängig von den eingesetzten Sicherungsinstrumenten (physische oder derivative Absicherung) i.d.R. dem
in Abschn. 6.1. genannten Verfahren. Abweichungen ergeben sich aber z.B. bei der
Sicherung von Absatzmengen aus eigenen Stromerzeugungsanlagen (vgl. Abschn. 6.3.2.).
11
IDW ERS ÖFA 3
47
Sicherungsinstrumente in Form von Derivaten kommen zur Absicherung u.a. dann
zum Einsatz, wenn Standardprodukte mit physischer Erfüllung (Forwards) am Markt
nicht oder nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen oder bestehende
langfristige Beschaffungsverträge finanzielle Absicherungen mit Barausgleich erforderlich machen.
48
Bei steigenden Preisen führt der Einsatz eines solchen Derivats zu Ausgleichszahlungen aus der Sicherung an den Sicherungsnehmer (Terminkäufer). Umgekehrt
zahlt das EVU bei fallenden Preisen einen Ausgleich an den Vertragspartner (Terminverkäufer). Damit sichert das Derivat den Preis für eine beabsichtigte Beschaffung oder einen schwebenden Beschaffungsvertrag als Grundgeschäft.
49
Da hier jedoch ebenso wie unter Abschn. 6.1. keine bloße Beschaffungspreissicherung beabsichtigt ist, sondern eine Margensicherung erfolgt, darf auch hier – bei
Vorliegen der übrigen Anforderungen (vgl. Abschn. 5.) – eine Einbeziehung der erwarteten wirtschaftlichen Vorteile aus dem Absatzgeschäft in die zusammengefasste Bewertung des Vertragsportfolio erfolgen. Die hier ebenfalls zugrunde liegenden
Prognosebestandteile bei den Absatzmengen hindern die Portfoliobildung bei hinreichender Prognosequalität und validen Planungsannahmen nicht. Durch den Einsatz von Sicherungsgeschäften zusätzlich entstehende Risiken (z.B. Kontrahentenausfallrisiken) sind bei der Bewertung des Vertragsportfolios zu berücksichtigen.
6.3.
Einbeziehung verschiedener Risiken in ein Portfolio
6.3.1.
Überblick
50
Die Einbeziehung verschiedener Risiken in ein Vertragsportfolio i.S.d. Tz. 17 darf
unter der Voraussetzung erfolgen, dass die zugrunde liegenden Geschäfte in einem
sachlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen sowie gemeinsam gesteuert werden. In den folgenden Abschnitten werden in der Praxis zwei häufig vorkommende
Konstellationen dargelegt.
6.3.2.
Kraftwerke
51
Die Vermarktung der Strom-/Wärmeerzeugung von Kraftwerken erfordert
i.d.R. Sicherungsbeziehungen für eine Mehrzahl von Einsatzfaktoren (mindestens
Energieeinsatz und Emissionsrechte, wobei die Kosten des Energieeinsatzes
z.B. von Gas oder Kohle wiederum von anderen Energieträgern abhängig sein können). Bei Kraftwerken, die in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden, kommt hinzu, dass der Fernwärmeabsatz u.U. einer ergänzenden Sicherung bedarf. Im Risikomanagement des EVU werden die In- und Outputfaktoren der Kraftwerke gemeinsam gesteuert, d.h. Clean-Dark-Spread16 und Clean-Spark-Spread17 als Messgrößen für Margen aus Stromerlös, Energieeinsatz und Emissionskosten bestimmen
16
17
Der Begriff Clean-Dark-Spread beschreibt das Rohergebnis eines Kohlekraftwerks.
Der Begriff Clean-Spark-Spread beschreibt das Rohergebnis eines Gaskraftwerks.
12
IDW ERS ÖFA 3
die Kraftwerksvermarktung. Es handelt sich um eine Vielzahl von Risiken aus Kraftwerken, die zueinander nicht gleichartig sind, jedoch in einem sachlichen Zusammenhang stehen (vgl. Tz. 22). Die Absicherung aller Risikofaktoren durch Sicherungsinstrumente, deren Risikoreduzierung sich auf das jeweilige gleichartige Risiko
bezieht (z.B. Kohle, Emissionsrechte und Strom), führt zu der gewünschten Sicherung der Margen.
52
Anders als bei der Vermarktung von Absatzmengen sind die Erzeugungsmengen
aus der Kraftwerksvermarktung meist hinreichend genau bestimmbar, wenn von
technischen Ausfallrisiken und komplexen Witterungseinflüssen bei KWK-Anlagen
abgesehen wird. Insoweit liegt bei der Kraftwerksvermarktung – anders als in den
vorgenannten Fällen – meist keine antizipative Sicherung vor.
53
Die Sicherung von Margen aus Kraftwerksvermarktungen ist einer Bewertungseinheit i.S.d. § 254 HGB oftmals nicht oder nur mit hohem Aufwand zugänglich, weil
keine gleichartigen Risiken vorliegen und die Erzeugungsanlage für diese Absicherung gegen Zahlungsstromänderungsrisiken (Marge) kein geeignetes Grundgeschäft ist. Bei sog. virtuellen Kraftwerksscheiben18 ist der Fall anders gelagert, weil
der Vertrag ein geeignetes Grundgeschäft darstellt.
54
Soweit die Vermarktung von Erzeugungsmengen vollständig durch Sicherungsgeschäfte über die Preisrisiken der wesentlichen Einsatzfaktoren abgesichert ist, darf
eine Einbeziehung der Sicherungsgeschäfte in das Vertragsportfolio unter den in
Abschn. 5. genannten Voraussetzungen erfolgen. Dazu ist insb. ein quantitativer
Nachweis über die Wirksamkeit der Sicherung, z.B. in Form einer Deckungsbeitragsrechnung, notwendig.
55
Auch im Falle von Teilsicherungen, z.B. über den Energiebezug, kann die Einbeziehung in ein Vertragsportfolio in Betracht kommen. Die begrenzte Sicherung in Form
der Teilvermarktung von Anlagenkapazitäten hindert die zusammengefasste Bewertung des Vertragsportfolios nicht.
6.3.3.
Gasverträge
56
Preisanpassungsklauseln in Gasverträgen beziehen sich häufig nicht auf den Preisindex Gas, sondern auf Preisnotierungen anderer Energieträger wie z.B. Kohle oder
Heizöl (vgl. auch Abschn. 6.2.). Ferner enthalten Gasverträge einen Festpreisanteil.
Diese Preisnotierungen haben i.d.R. einen Zeitversatz zur physischen Gaslieferung
von drei bis sechs Monaten. Solche Regelungen in Gasbeschaffungsverträgen sind
sowohl für die Gasbeschaffung im Kraftwerkseinsatz als auch in der Gasbeschaffung für Endkunden üblich. Die ggf. notwendige Sicherung dieser Beschaffungsverträge erfolgt, wie in Abschn. 6.2. dargestellt, durch an die geplanten Mengen angepasste Swap-Vereinbarungen auf Kohle- und/oder Heizölindizes. Sofern das EVU
18
Unter einer virtuellen Kraftwerksscheibe wird ein langfristiger Beschaffungsvertrag verstanden, mit dem sich
ein EVU den Zugriff auf einen bestimmten Anteil der Erzeugung eines bestimmten Kraftwerktyps sichert, ohne
an einem Kraftwerk selbst beteiligt sein zu müssen oder auch im Vertrag ein spezifisches Kraftwerk zu nennen. Die Konditionen des Vertrags richten sich nach der Kostenstruktur eines entsprechenden Kraftwerks.
13
IDW ERS ÖFA 3
keine deckungsgleichen Indexbindungen in den Absatz- und den Beschaffungsverträgen vereinbart hat, werden Swap-Vereinbarungen zur Sicherung der aus den
Verträgen resultierenden Preisrisiken eingesetzt.
57
Im Risikomanagement erfolgt die Steuerung dieser Verträge teilweise als Gesamtportfolio aus Gasbeschaffungsverträgen (Preisformel) und Gasabsatzverträgen
(Festpreis) oder im Rahmen der Aufteilung in Teilrisiken (z.B. Ölbuch für die Sicherung einer Ölpreisbindung).
58
Bei Vorliegen der sonstigen Anforderungen des Abschn. 5. dürfen die Erlöse aus
den Gasabsatzverträgen bei der zusammengefassten Bewertung mit den schwebenden Gasbeschaffungsverträgen kompensatorisch berücksichtigt werden, ungeachtet der unstreitig bestehenden Prognoseunsicherheit hinsichtlich der Witterungsbedingungen auf der Absatzseite und der oft verschiedenartigen Sicherungsbeziehungen aufgrund des weitgehend bestimmbaren konkreten wirtschaftlichen Vorteils
im Portfolio.
6.4.
Einbeziehung von Teilrisiken in ein Portfolio
59
Komplexe Energieverträge können Preisformeln mit verschiedenen Preisnotierungen enthalten (Öl, Gas, Kohle, Emissionsrechte etc.). Die zugrunde liegenden Preisnotierungen können sich darüber hinaus auf einen Zeitpunkt beziehen, der vom
physischen Lieferzeitpunkt der Energie abweicht.
60
Soweit das Risikomanagement des EVU die einzelnen Preisrisiken jeweils in einzelnen Portfolios steuert, sind diese separat abzubilden. Eine Zusammenfassung dieser Portfolios zu einem einzigen Portfolio ist nicht zulässig.
6.5.
Proxyhedges
61
Unter Proxyhedges werden Sicherungsbeziehungen verstanden, die das Risiko einer Wertänderung (oder Zahlungsstromänderung) nur näherungsweise absichern.
Proxyhedges werden eingesetzt, wenn am Markt keine Instrumente verfügbar oder
nicht hinreichend liquide verfügbar sind, die eine exakte Absicherung zulassen. Beispielhaft sind zu nennen:
62

Brent Notierungen HSL (schweres Heizöl) als Sicherung für HEL (leichtes
Heizöl)

Kohle-Notierungen API#2 (Importpreis) als Sicherung für BAFA-Kohlepreisnotierungen oder

EEX-Future 3 Jahre für Strompreisänderungsrisiko in fünf Jahren.
Eine zusammengefasste Bewertung im Rahmen eines Vertragsportfolios
i.S.d. Tz. 17 ist im Falle von Proxyhedges nur dann zulässig, wenn die nahezu
perfekte Sicherungswirkung vorausschauend erwartet und rückblickend nachgewiesen werden kann. Voraussetzung ist also auch, dass der Bilanzierende eine
prospektive und retrospektive Beurteilung der Wirkung der Sicherungsbeziehung
vornimmt. Hierfür kann die Deckungsbeitragsrechnung und das Risikomanagement14
IDW ERS ÖFA 3
system oder – insb. bei neuen oder komplexen Produkten – ein rechnerischer Bewertungsnachweis zur Anwendung kommen.
6.6.
Eigenhandel
63
Unter Eigenhandel im Energiebereich wird nachfolgend im Wesentlichen der Handel
mit Standardprodukten (z.B. EEX-Futures) verstanden, der nicht Sicherungszwecken dient, sondern auf die Erzielung von Handels- bzw. Arbitragegewinnen ausgerichtet ist. Eigenhandelsportfolios können für einzelne Produkte oder über verschiedene Produkte hinweg bestehen. Ein solches Gesamtportfolio zielt auf einen tagesaktuellen und möglichst sicheren Ausgleich aller dem Portfolio zuzurechnenden Geschäfte ab. Damit können auch unterschiedliche Basiswerte innerhalb des Handelsbestands u.U. kompensierenden Eingang in die portfolioorientierte Risikosteuerung
finden.
64
Der Eigenhandel eignet sich nicht für eine zusammengefasste Bewertung
i.S.d. Tz. 17, weil hier reine Handelsabsicht ohne konkreten Bezug zum Beschaffungs- oder Absatzgeschäft besteht (vgl. Fußnote 11).
65
Ein zulässiger handelsrechtlicher Ausgleich von Wertänderungen kann daher nur
durch die gesetzlich geregelten macro oder portfolio hedges i.S.d. § 254 HGB erfolgen.
7.
Besonderheiten bei der Abbildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB
66
Soweit nach § 254 HGB i.V.m. IDW RS HFA 35 die Bildung einer Bewertungseinheit
zulässig ist und vorgenommen wird, sind im Energiebereich Besonderheiten bei deren Anwendung zu beachten.
67
Die Bildung einer Bewertungseinheit nach § 254 HGB bedingt die Anwendung der
zweistufigen Bewertungstechnik.19 Danach sind die Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument dahingehend zu unterscheiden, ob sie die abgesicherten Risiken oder die nicht abgesicherten Risiken betreffen. In Bezug auf die abgesicherten Risiken sind die Wert- oder Zahlungsstromänderungen zu saldieren und ein sich ergebender negativer Überhang (bisherige Unwirksamkeit) als „Rückstellung für Bewertungseinheiten“ aufwandswirksam zu passivieren. Für die bilanzielle Darstellung der abgesicherten Risiken ist bei EVU
i.d.R. nur die Einfrierungsmethode20 zulässig, da die abzusichernden Grundgeschäfte zum Teil mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen sind, die
nicht bilanziell abgebildet werden.
68
Weisen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument Wert- oder Zahlungsstromänderungen auf, die sich aus nicht abgesicherten Risiken ergeben, sind diese unter Be-
19
20
Vgl. IDW RS HFA 35, Tz. 66–68.
Vgl. IDW RS HFA 35, Tz. 75.
15
IDW ERS ÖFA 3
achtung des Grundsatzes der imparitätischen Einzelbewertung unsaldiert nach den
allgemeinen Bilanzierungsvorschriften abzubilden.21
69
Bilden EVU Makro- oder Portfolio-Bewertungseinheiten, ist es nicht immer möglich,
die entstehenden Wert- oder Zahlungsstromänderungen gemäß den Anforderungen
der zweistufigen Bewertungstechnik aufzuteilen in Wert- oder Zahlungsstromänderungen in Bezug auf die Unwirksamkeit der abgesicherten Risiken und diejenigen
bzgl. der nicht abgesicherten Risiken. Für die Bildung und das Fortbestehen von
Makro- und Portfolio-Bewertungseinheiten ist es bei EVU zulässig, die beiden Effekte aggregiert abzubilden, sofern deren Trennung nicht willkürfrei möglich ist. Für
insgesamt auftretende Verlustspitzen ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden; für
Gewinnspitzen darf ein Aktivum nicht angesetzt werden.
8.
Anhangangaben und Lageberichterstattung
70
Werden schwebende Energieverträge in Abweichung vom Einzelbewertungsgrundsatz für Zwecke der Bewertung zusammengefasst, besteht nach § 284 Abs. 2 Nr. 1
HGB für Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 264a
Abs. 1 HGB die Pflicht, dies innerhalb der Darstellung der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden anzugeben. Im Anhang ist anzugeben, wie die
zusammengefasste Bewertung der Vertragsportfolios erfolgt. Hierbei sollte auch die
Vorgehensweise zur Abgrenzung der Vertragsportfolios angegeben werden.
71
Im Lagebericht haben kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften i.S.v. § 264d
HGB außerdem gemäß § 289 Abs. 5 HGB über die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu berichten. Dies beinhaltet auch die Deckungsbeitragsrechnung und das Risikomanagementsystem hinsichtlich eines Vertragsportfolios,
da dies Risiken betrifft, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
EVU wesentlich auswirken können. Soweit trotz zusammengefasster Bewertung des
Vertragsportfolios noch wesentliche Risiken verbleiben (z.B. Erfüllungs- oder Ausfallrisiko nach Absicherung des Preisrisikos), müssen zumindest diese im allgemeinen Risikobericht (§ 289 Abs. 1 Satz 4 HGB) dargestellt werden (vgl. DRS 20.157).
72
Soweit Finanzinstrumente in ein Vertragsportfolio i.S.d. Tz. 17 einbezogen werden,
ist nach § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB darüber zu berichten. Danach soll der Lagebericht
auch auf die Risikomanagementziele und -methoden der Gesellschaft einschließlich
der Methoden zur Absicherung aller wichtigen Arten von Transaktionen eingehen,
die im Rahmen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften erfasst werden, auf die
Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie auf die Risiken aus Zahlungsstromschwankungen, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist. Qualitative Angaben
sind ausreichend.22
21
22
Vgl. IDW RS HFA 35, Tz. 68.
Vgl. IDW RS HFA 35, Tz. 99 und 101.
16
IDW ERS ÖFA 3
73
Soweit eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB zur bilanziellen Abbildung von ökonomischen Sicherungsbeziehungen gebildet wurde, ist dies nach § 284 Abs. 2 Nr. 1
HGB im Anhang anzugeben. Ferner ist für Portfolio- bzw. Makro-Bewertungseinheiten anzugeben, ob bei der bilanziellen Abbildung der beiden negativen Effekte
i.S.d. Tz. 67 die Erleichterung nach Tz. 69 in Anspruch genommen worden ist.
74
Sofern die Angabe für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung ist, müssen
EVU nach § 285 Nr. 3a HGB im Anhang den Gesamtbetrag der nicht in der Bilanz
enthaltenen Zahlungsverpflichtungen aus am Abschlussstichtag schwebenden
Energiebeschaffungsgeschäften angeben. Dies gilt auch für Verpflichtungen aus
solchen Geschäften, die in ein Vertragsportfolio i.S.d. Tz. 17 oder in eine Bewertungseinheit einbezogen sind. Vorbehaltlich einer Aufrechnungslage i.S.d. § 387
BGB sind die Zahlungsverpflichtungen unsaldiert, d.h. ohne Verrechnung mit künftigen Ansprüchen aus bis zum Abschlussstichtag kontrahierten Energieabsatzgeschäften, anzugeben. Unbeschadet dessen dürfen diese gegenüberstehenden künftigen Ansprüche nachrichtlich zusätzlich angegeben werden.
75
Auch für nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente,
die in ein Vertragsportfolio i.S.d. Tz. 17 einbezogen sind, müssen die Anhangangaben nach § 285 Nr. 19 HGB gemacht werden. Demgegenüber gilt für nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsinstrument in eine Bewertungseinheit einbezogen sind, die vorrangige Spezialvorschrift des § 285 Nr. 23 HGB.23
23
Vgl. IDW RS HFA 35, Tz. 98, sowie IDW Rechnungslegungshinweis: Anhangangaben nach § 285 Nr. 18 und
19 HGB zu bestimmten Finanzinstrumenten (IDW RH HFA 1.005) (Stand: 24.11.2010), Tz. 24.
17
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