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gehts zur Online-Ausgabe 09/2014 (PDF, 7585kB) - Kantonal

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SCHW ZER
GEWERBE
09
2014
Verbandsorgan des KSGV.CH
Weltweit grösse Leistungsschau der Berufsbildung | Ehrung der Besten an der Schlussfeier | Fachforum
9. Wirtschaftsforum Kt. Schwyz | Ein Profil profiliert sich neu | GEWA 2014 war Mega-Event
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Prävention im Büro zahlt sich aus | Kampf um die Talente | Richtiger Zeitpunkt für die Lehrstellenzusage
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Im Jahr der Berufsbildung fanden die SwissSkills erstmals zentral als
vielbeachteter Grossanlass in Bern statt. An dieser weltweit grössten
Leistungsschau der Berufsbildung durfte ich einmal mehr mit
Freude feststellen, dass unser duales Bildungssystem hervorragend
funktioniert.
Erstens bin ich bei aller Bescheidenheit nicht das schlechteste Beispiel
dafür, dass man es auch ohne akademische Bildung im Leben zu
etwas bringen kann. Und zweitens ist mir das sportliche Kräftemessen,
wie es an den Swiss-Skills in Bern zelebriert wurde, seit Jahrzehnten
eine Herzensangelegenheit. Wer an Berufsmeisterschaften teilnimmt,
muss sich dafür qualifizieren. Dafür braucht man nebst Talent auch
Tugenden wie Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Durchhaltewillen. Wer
dann in Bern eine Medaille oder sogar den Meistertitel gewann,
wurde für seine Entbehrungen belohnt. Wer nicht reüssierte, lernt mit
dieser Niederlage umzugehen, sie wegzustecken und sich neue Ziele
zu setzen. Auch als Verlierer kann man gestärkt aus einem Wettkampf
hervorgehen. So gesehen sind Berufsmeisterschaften ebenso
wie Skirennen, Fussballspiele und andere sportliche Wettkämpfe
eine hervorragende Lebensschule.
«Es geht nicht darum, wer zuerst auf dem Gipfel ist, sondern dass alle
dort oben ankommen», habe ich im Jahr 2000 als Bundespräsident in
meiner Eröffnungsrede am WEF gesagt. Die Schweizer Berufsbildung
sorgt dafür, dass alle den Gipfel erreichen können. Die vielen
Medaillen an internationalen Wettkämpfen sind nämlich bloss die
Spitze des Eisberges. Ohne eine breite und gesunde Basis wären
unsere Besten nicht an der Weltspitze. So gesehen können sich von
den vielen Erfolgen an WorldSkills und den gerade zu Ende gehenden
1. Berufsmeisterschaften in Bern alle Lernenden und Berufsbildner
ein schönes Stück abschneiden.
Ich gratuliere allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den
SwissSkills Bern für die vielen herausragenden Leistungen.
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08
GEWERBE
BERUFSBILDUNG
GEWERBEPOLITIK
24 GEWA INNERSCHWYZ
Volksfeststimmung an der GEWAInnerschwyz
32 RÜCKTRITT REKTOR STEFAN ZEHNDER
Nach 24-jähriger verdienstvoller Tätigkeit
beim Kanton Schwyz tritt Stefan Zehnder
zurück
06 BLICKPUNKT
Ehrung der Besten an der Schlussfeier
31 MIT UND NICHT GEGEN DIE WIRTSCHAFT, FRAU LEUTHARD
Der Schweizerische Gewerbeverband
ist von der Kritik von Bundesrätin Doris
Leuthard befremdet
36 RICHTIGER ZEITPUNKT
FÜR LEHRSTELLENZUSAGE
Der Wettbewerb um fähige Berufseinsteiger
wird härter
08 SWISSSKILLS 2014
Weltweit grösste Leistungsschau
der Berufsbildung
43 «GEWERBE PLUS» SOMMERAUSFLUG
Bei Sommerwetter fand der Sommerausflug
des GV «gewerbe plus» statt
38 KAMPF UM DIE TALENTE
Podium «Leistungsstarker Nachwuchs für
innovative Unternehmen»
10 SCHWYZER MEDAILLENGEWINNER
An den SwissSkills 2014 in Bern
IMPRESSUM
Nr. 09-2014 | 79. Jahrgang
Vi ct or Mar t i nez, Kampagnenl ei t er «Si c her e Lehr z ei t » - SBBK/ CSFP Not t wi l
08. 11. 2013 / Sei
15 t e
Herausgeber: Kantonal-Schwyzerischer Gewerbeverband – KSGV.CH, sekretariat@ksgv.ch
Chefredaktor: Ernst Sidler, Gribschrain 16, 6403 Küssnacht, Telefon 079 103 49 26, redaktion@ksgv.ch
Realisation, Druck und Versand: Kaelin Druck, Postfach 368, 6410 Goldau
Design und Grafikkonzept: spaeni grafik+kommunikation, 8854 Siebnen
Mediadaten
Monatsmagazin an über 2400 persönlich adressierte Gewerbebetriebe im Kanton Schwyz, www.ksgv.ch
Titelbild
Am Sonntag, 21. September 2014, ging der fünftägige Anlass SwissSkills Bern 2014 mit der Siegerehrung an der
Schlussfeier zu Ende. Im Mittelpunkt standen nach den Wettkampftagen die jeweils drei Medaillengewinner aller 73
im Rahmen der SwissSkills Bern 2014 ausgetragenen Meisterschaften. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes liess es sich nicht nehmen, einige Medaillen persönlich zu überreichen. Hier überreicht er die Goldmedaille
an Iris Fässler aus Unteriberg (Detailhandelsfachfrau EFZ – Bäckerei-Konditorei-Confiserie).
Sei t e15
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
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Ehrung der Besten an der Schlussfeier
Am Sonntag, 21. September 2014,
ging der fünftägige Anlass SwissSkills Bern 2014 mit der Siegerehrung an der Schlussfeier zu Ende.
Im Mittelpunkt standen nach den
Wettkampftagen die jeweils drei Medaillengewinner aller 73 im Rahmen
der SwissSkills Bern 2014 ausgetragenen Meisterschaften. Über 5000
Zuschauer erwarteten mit Spannung,
welche der rund 1000 teilnehmenden Schweizer Berufstalente eine
der Gold-, Silber- und Bronzemedaille ergatterten. Sie hatten sich
an den vier Wettkampftagen gegen
ihre Konkurrenten der gleichen
Branche zu behaupten. Neben den
Medaillen sicherten sich viele von
ihnen auch die Teilnahme an den
Welt- und Europameisterschaften
des Berufsnachwuchses (WorldSkills,
EuroSkills). «Was ich in diesen
Tagen gesehen habe, macht mich
stolz», freute sich Bundesrat Johann
Schneider-Ammann. Der Vorsteher
des Volkswirtschaftsdepartementes
liess es sich nicht nehmen, einige
Medaillen persönlich zu überreichen.
Er lobte: «Mit euren Leistungen seid
ihr die besten Botschafter für die
Berufslehre als Ausbildungsweg mit
Zukunftsperspektiven.»
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SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
7
Weltweit grösste Leistungsschau der Berufsbildung
Fünf Tage, 74 Meisterschaften, 1000 Wettkämpferinnen und
Wettkämpfer und begeisterte Besucherinnen und Besucher:
Mit den SwissSkills Bern 2014 erhielt die Berufslehre eine
Präsentationsplattform in völlig neuer Dimension. Die
vielbeachtete und auch international gewürdigte Premiere der
zentral durchgeführten Schweizer Meisterschaften vereinte
junge Berufstalente und deren Verbände aus der ganzen Schweiz.
Der Anlass bot dem Publikum die bisher einmalige Chance
137 Berufe hautnah zu erleben.
Über 155 000 Besucherinnen und
Besucher waren an den SwissSkills
Bern, der 1. Berufsmeisterschaft auf
dem BERNEXPO-Areal zu Gast. Sie
sorgten für eine beeindruckende
Kulisse. «Die vielen positiven Feedbacks, die hohe mediale Präsenz insbesondere auch via soziale Medien
sowie die Zahl der Besucher zeigten,
dass das Konzept des Anlasses richtig
war», zog Christoph Erb, OK-Präsident der SwissSkills Bern 2014 am
Sonntagabend eine positive Bilanz.
«Erstmals fanden alle Schweizer Berufsmeisterschaften zentral und parallel statt. Das ermöglichte ein Bild
der Schweizer Berufswelt in einer bisher noch nie dagewesenen Breite.»
Das Publikum hatte die Chance, junge Berufsfachleute aus der ganzen
Schweiz und aus 74 Berufen am Werk
zu erleben. 137 Berufe wurden vorgestellt und zeigten Aus- und Weiterbildungsangebote auf; damit ermöglichten sie einen einmaligen kompakten
Überblick über die Vielfalt an beruflichen Perspektiven, welche die Berufslehre bietet. «Jugendliche vor und im
Berufswahlalter fanden bei uns einen
reichen Fundus an Ideen und Ansätzen für ihren wichtigen Entscheid»,
lobte Theo Ninck, OK-Vizepräsident
der SwissSkills Bern 2014.
Die ganze Schweiz kam nach Bern
Schulklassen aus allen Regionen der
Schweiz reisten nach Bern. «Unglaublich diese berufliche Vielfalt. Da hat
man die Qual der Wahl», so eine
junge Schülerin über Twitter. Eltern,
Familien, Freunde der Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sowie Berufsbildner fieberten mit und feuerten die
8
Jugendlichen an. «An den Wettkämpfen wird Erstaunliches geleistet, ich
bin beeindruckt was man hier sieht»,
twittert ein Zuschauer. «Bern hat mit
seiner zentralen Lage für Deutschund Westschweiz sowie das Tessin,
der guten Erschliessung, einer optimalen Infrastruktur auf dem BERNEXPO-Areal und dem Charme der
Bundesstadt den perfekten Rahmen
geliefert für eine würdige Premiere
der ersten Schweizer Berufsmeisterschaften», sagte Christoph Erb.
Internationale Anerkennung
Die SwissSkills Bern 2014 überzeugten auch die ausländischen Gäste.
Eine Besuchergruppe hochrangiger
Vertretungen ausländischer Botschaften besuchte den Anlass am Freitag.
«Mit den SwissSkills Bern 2014 ist es
uns tatsächlich gelungen, das Berufshandwerk und dessen solide Grundbildung als zentralen Träger der
Schweizer Qualität und damit auch
der Schweizer Volkswirtschaft ins
Zentrum zu rücken», freute sich
Christoph Erb.
Wettkämpfe in 74 Berufen
Die SwissSkills Bern 2014 wurden zu
einem Grossanlass mit spitzensportlicher Note. Die 1000 besten jungen
Schweizer Berufsleute aus 74 Berufen kämpften in Bern um Medaillen.
Sie hatten sich zumeist in regionalen
Meisterschaften für den nationalen
Titelkampf qualifiziert. Die jungen
Berufstalente mussten sich mit überdurchschnittlichen Leistungen auszeichnen und waren maximal 22
Jahre alt (kurz vor oder nach Lehrabschluss). An den SwissSkills Bern
2014 hatten sie auf ihr handwerkliches Können und Geschick ausgerichtete Aufgaben zu bewältigen und
wurden dabei durch Fachexperten
der Branchenverbände beobachtet,
letztlich auch bewertet. Zu den besonderen Herausforderungen des
Wettkampfes zählte auch, dass neben
den Fachexperten auch viele Besucher anwesend waren und die Meisterschaften verfolgten.
Berufsleute hautnah
Nach den vier Wettkampftagen wurden die besten Wettkämpferinnen
und Wettkämpfer mit Medaillen geehrt. Die drei Medaillengewinner
je Beruf erhalten neben Medaillen,
Ruhm und Ehre auch die Chance,
sich international zu messen. 2015
finden in Brasilien (Sao Paolo) die
WorldSkills statt, bei welchen die
Schweizer Berufsmeister teilnehmen
dürfen. Bereits vom 1. bis 5. Oktober 2014 können sich die Zweit- und
Drittplatzierten an den Berufs-Europameisterschaften (EuroSkills) im
französischen Lille messen. Entscheidend sind hier die Voraussetzungen
der internationalen Wettkämpfe.
«Diese Meisterschaften sind die beste Bühne, um zu sehen, was unsere
duale Berufsbildung leistet. Sie sind
der ideale Anlass für Schüler und
Schülerinnen im Berufswahlalter, Berufsschülerinnen und -schüler aber
auch Eltern, um sich praxisnah und
kompakt über die Vielfalt der Berufe zu informieren, Berufsleute bei der
Arbeit zu erleben. Sie sind zudem die
einmalige Chance hautnah und live zu
erleben, welche Höchstleistungen in
der Berufsbildung erbracht werden,»
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SWISSSKILLS
Die SwissSkills Bern 2014 in Zahlen
Die bekanntesten Zahlen vorweg: An den SwissSkills Bern 2014 kämpften
rund 1000 junge Talente in 74 Berufen um den Schweizermeistertitel.
63 weitere Berufe stellten sich mit Livedemonstrationen und Informationsständen vor.
Wettkampffläche
sagte Theo Ninck, Vizepräsident der
SwissSkills Bern 2014 und Präsident
der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK).
Informationen zu 137 Berufen
Parallel zu den Wettkämpfen der Berufsmeisterschaften boten die SwissSkills Bern 2014 Informationsstände zu insgesamt 137 Berufen. Diese
enorme Vielfalt an Berufsinformationen rückte das duale Berufsbildungssystem der Schweiz ins Bewusstsein.
Jugendliche vor oder im Berufswahlprozess, aber auch junge Berufsleute vor Weiterbildungen sowie
Erwachsene (Eltern, Lehrpersonen,
Ausbildner/-innen) gehörten deshalb
zum Publikum. 36 000 Jugendliche
besuchten die SwissSkills Bern 2014
mit weit über 1 800 Schulklassen.
Eröffnungs- und Schlussfeier
Eingerahmt wurden die Ereignisse der
vier Anlasstage von der feierlichen Eröffnungsfeier am Mittwoch, 17. September (Moderation Christa Rigozzi
und Jann Billeter) und der Schlussfeier am Sonntag, 21. September. An
der Schlussfeier wurden die neuen
Schweizer Berufsmeister mit Gold-,
Silber- und Bronzemedaillen geehrt.
Im Rahmen einer grossen, rund zweieinhalbstündigen Show erlebten die
Besucher ein wahres Feuerwerk an
Erlebnissen in der Postfinance Arena in Bern. An der Eröffnungs- und
Schlussfeier nahm der Schweizer
Volkswirtschaftsminister, Bundesrat
Johann Schneider-Ammann, teil.
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Die Wettkampffläche umfasste rund 80 000 m2. Davon befanden sich
44 000 m2 in Hallen und 16 000 m2 in Zelten. Für den Auf- und Abbau der
Infrastruktur wurden 240 Manntage benötigt – einige davon zum Verlegen
über 9000 m2 Teppich.
Logistik
Die Anlieferung und Abholung aller Einrichtungen benötigte die
Transportkapazität von rund 500 Lastwagen- und Sattelschleppern. Hinzu
kamen 1500 An- und Ablieferungen mit kleineren Transportfahrzeugen.
Für den Auf- und Abbau wurde mit 600 Staplerstunden gerechnet.
Verpflegung
Nicht nur die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer schwitzten und
verbrauchten Kalorien, sondern auch die Experten, Volunteers und die
übrigen involvierten Personen. Dafür wurden 1600 Frühstücke, 6800 Mittagessen, 2500 Abendessen, 15 000 Sandwiches, 25 000 Getränkeflaschen
(0,5 Liter) und 10 000 Getreideriegel benötigt.
Die Schwyzer Medaillengewinnerinnen
und -gewinner
Gold
Iris Fässler, Unteriberg
Detailhandelsfachfrau EFZ –
Bäckerei-Konditorei-Confiserie
(Bäckerei-Konditorei Schefer AG, Einsiedeln)
Silber
Rebecca Huber, Schübelbach
Wohntextilgestalterin EFZ
(robert ruoss & Co AG, Schübelbach
TamaraR AG, Schübelbach)
Silber
Tony Schmid, Morschach
Boden-Parkettleger EFZ – Parkett
(Möbel Riesen Brunnen)
Bronze
Michael Ulrich, Muotathal
Automobil-Mechatroniker EFZ
(Auto-Center Benno Müller AG, Ibach)
Bronze
Raphael Wolfer, Altendorf
Polymechaniker EFZ – CNC Drehen
(Geberit Produktions AG)
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Schwyzer Medaillengewinnerinnen und -gewinner
Links im Bild: Silber: Rebecca Huber, Schübelbach, Wohntextilgestalterin EFZ
(robert ruoss & Co. AG, Schübelbach / TamaraR AG, Schübelbach)
Silber: Elena Egger, Andwil SG, Detailhandelsfachfr au EFZ (Bäckerei-Konditorei-Confiserie)
Gold: Marina Willi, Altstätten SG, Wohntextilgestalterin EFZ
Bildmitte: Gold: Iris Fässler, Unteriberg, Detailhand elsfachfrau EFZ (Bäckerei-Konditorei-Confiserie)
(Bäckerei-Konditorei Schefer AG, Einsiedeln)
Bronze: Melanie Höchenberger, Niederbipp BE, Wohntextilgestalterin EFZ
Bronze: Karin Müller, Stein AR, Detailhandelsfachfra u EFZ (Bäckerei-Konditorei-Confiserie)
Links im Bild: Silber: Tony Schmid, Morschach, Boden-/Parkettleger EFZ (Parkett)
(Möbel Riesen, Brunnen)
Gold: Martin Altenbach, Rodersdorf SO, Boden-/Parkettleger EFZ (Parkett)
Bronze: Simon Schaich, Greifensee ZH, Boden-/Parkettleger EFZ (Parkett)
Silber: Niclas Herger
Schattdorf UR
Polymechaniker EFZ
(CNC Drehen)
Silber: Janik Leuenberger
Madiswil BE
Automobil-Mechatroniker EFZ
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SWISSSKILLS
Gold: Jean Trotti, Noréaz FR
Automobil-Mechatroniker EFZ
Gold: Robin Rohrer
Giswil OW
Polymechaniker EFZ
(CNC Drehen)
Rechts im Bild:
Bronze: Michael Ulrich
Muotathal
Automobil-Mechatroniker EFZ
(Auto-Center Benno Müller AG
Ibach)
Rechts im Bild:
Bronze: Raphael Wolfer
Altendorf
Polymechaniker EFZ
(CNC Drehen)
(Geberit Produktions AG)
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
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Ständig unter Strom – Elektroplaner.
Können auf höchstem Niveau.
Grossevent mit spitzensp ortlicher Note.
Bühne frei für die besten jungen Berufsleute unseres Landes.
Vier Tage voller Hochleistung, Geschick und Präzision.
Zum ersten Mal messen sich die Talente gleichzeitig
am selben Ort.
Hohe Motivation und Leistungsbereitschaft der Wettkämpfer.
Jede Meisterschaft ist au ch eine Chance für eine
motivierte und hochqual ifizierte Generation.
Wettkampf auf höchstem Niveau .
Es gab Berufe, wo man im Doppel ans Werk ging.
Die SwissSkills zeigten, zu welchen Spitzenleistungen
die Berufsbildung fähig ist.
Das duale Berufsbildungssystem der Schweiz ist international
Spitzenklasse.
Die Meisterschaften in rund 70 Berufen waren ein einmaliges
Schaufenster für die Berufsbildung.
SwissSkills Bern 2014 ist weltweit die grösste Leistungsschau zum dualen Berufsbildungssystem.
Bundesrat Johann Schneider-Amman im Gespräch mit
einem Geigenbauer.
Roman Kälin, Gross (Plattenleger EFZ).
Tony Schmid, Morschach (Boden-/Parkettleger EFZ – Parkett).
Mario Curic, Bäch (Polybauer EFZ – Abdichten).
12
Insbesondere Schüler/in nen erhielten Einblick
in die vielfältige Berufsw elt und sammelten wertvolle Informationen für d ie berufliche Zukunft.
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
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SWISSSKILLS
9. Wirtschaftsforum
des Kantons Schwyz
Donnerstag, 16. Oktober 2014, ab
16.00 Uhr, im Hotel Seedamm Plaza
in Pfäffikon SZ
Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative
und deren Folgen
Raphael Wolfer, Altendorf
(Polymechaniker EFZ – CNC Drehen)
Luana Maurmo, Lachen
(Coiffeuse EFZ)
Domenico Brusa, Steinen
(Boden-Parkettleger EFZ, Textile und Elastische Beläge)
Am 9. Februar 2013 hat das Schweizer
Stimmvolk die Volksinitiative «Gegen
Masseneinwanderung» mit 50.3 Prozent Ja-Stimmenanteil angenommen.
Im Kanton Schwyz lag die Zustimmung bei 63.1 Prozent. Die Initiative
verlangt einen Systemwechsel in der
Zuwanderungspolitik. Sie beauftragt
den Gesetzgeber, die Zuwanderung
von Ausländern in die Schweiz durch
jährliche Höchstzahlen und Kontingente zu begrenzen. Die Kontingente sollen sich nach den gesamtwirt-
schaftlichen Interessen der Schweiz
richten und falls dies den Staatsverträgen widerspricht, sollen diese entsprechend geändert werden.
Die Reaktion aus der Wirtschaft war
zum Teil heftig. Der Wirtschaftsstandort Schweiz sei in Gefahr. Aus der Verwaltung wurden Stimmen laut, dass
eine Rückkehr zum alten Kontingentssystem heute nicht mehr umsetzbar
sei. Und seitens Politik belastet das
Abstimmungsergebnis das Verhältnis zur Europäischen Union massiv.
Ganz anders tönt es aus den Reihen
der Befürworter der Initiative: Der
Initiativtext solle eins zu eins umgesetzt werden.
Gefordert ist nun eine Expertengruppe unter der Leitung des Bundesamts für Migration. Sie soll einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorbereiten.
Das 9. Wirtschaftsforum des Kantons
Schwyz nimmt am 16. Oktober 2014
das brisante Thema auf.
Ist die Volksinitiative umsetzbar? Ist
der Wirtschaftsstandort Schweiz in
Gefahr? Wie sehr darf das Verhältnis zur EU belastet werden? Wie sehr
sind Schwyzer Unternehmen von ausländischen Fachkräften abhängig?
Diese und weitere Fragen diskutieren Entscheidungsträger aus Politik,
Wirtschaft und Verwaltung unter der
Moderation von Reto Lipp, Moderator des Wirtschaftsmagazins ECO des
Schweizer Radio und Fernsehen.
Volkswirtschaftsdepartement
Kanton Schwyz
Kurt Zibung, Regierungsrat Amt für Wirtschaft Kanton Schwyz
Urs Durrer, Vorsteher
Weitere Schwyzer Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Brusa Domenico, Steinen
Boden-Parkettleger EFZ – Textile und Elastische Beläge
(Schwarz Parkett und Bodenbeläge, Küssnacht am Rigi)
Curic Mario, Bäch
Polybauer EFZ – Abdichten
(Zurbuchen Spenglerei Bedachungen, Bäch)
Hess Erwin, Küssnacht am Rigi
Landwirt EFZ
(Baumgartner Urban, Hünenberg / Schurtenberger Xaver, Cham)
Holdener Jasmin, Schwyz
Detailhandelsfachfrau EFZ
(Rive Gauche / Maison De Boer)
Kälin Roman, Gross
Plattenleger EFZ
(Pit Kälin, Bennau)
Maurmo Luana, Lachen
Coiffeuse EFZ
(Intercoiffure Dätwyler, Glarus)
Steinegger Stefanie, Schwyz
Bäckerin-Konditorin-Confiseurin EFZ – Bäckerei-Konditorei
(Bäckerei-Konditorei Schelbert, Muotathal)
Suter Sabrina, Muotathal
Detailhandelsfachfrau EFZ – Bäckerei-Konditorei-Confiserie
(Bäckerei-Conditorei Schelbert, Muotathal)
Theiler Philipp, Schindellegi
Fahrzeugschlosser EFZ
(Carrosserie Rusterholz AG, Richterswil)
Thurairatnam Keerthikan, Altendorf
Informatiker EFZ (BiVo 2004)
(Migros-Genossenschafts-Bund)
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Victor Martinez, Kampagnenleiter «Sichere Lehrzeit» - SBBK/CSFP Nottwil
08.11.2013 / Seite 16
Seite 16
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
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Internationale Berufsbildungszusammenarbeit hat Potenzial
BERUFSBILDUNG
Zahlreiche Spitzenreferate, Austauschplattformen unter den
anwesenden Bildungsministern aus aller Welt und der Besuch
von Lehrbetrieben in Winterthur waren die Highlights des ersten
Internationalen Berufsbildungskongresses der Schweiz. Auch
der Besuch der 1. Schweizer Berufsmeisterschaften (SwissSkills)
in Bern stand auf dem Programm.
Mit über 500 Teilnehmenden startete am 19. September 2014 der erste
Internationale
Berufsbildungskongress der Schweiz in Winterthur.
Special Guest war die Organisation
WorldSkills mit Vertreterinnen und
Vertretern aus rund 70 Nationen.
Die Top-Referenten des Kongresses
überzeugten mit ihren Inputs und
Aufrufen zur Stärkung der Berufsbildung. So bezeichnete Dr. Jill Biden, Bildungsexpertin und Ehefrau
des US-Vizepräsidenten Joe Biden,
die Berufsbildungsinstitutionen ihres
Landes als «best gehütetes Geheimnis
der USA». «Sie verhelfen den Leuten
zu gut bezahlten Jobs und geben ihnen das Rüstzeug, das sie benötigen,
um in der von ihnen angepeilten
Berufslaufbahn zu wachsen.» Biden
verhehlte nicht, dass sowohl die USRegierung als auch amerikanische
Bildungsexperten bereits angefangen
hätten, vom einzigartigen Schweizer
Modell zu lernen.
Als flammender Vertreter des dualen Bildungssystems wie jenem der
Schweiz erwies sich auch Guy Ryder,
Generaldirektor der Internationalen
Arbeitsorganisation ILO – eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die den Auftrag hat, soziale
Gerechtigkeit sowie Menschen- und
Arbeitsrechte zu fördern. Ryder betonte den direkten Zusammenhang
zwischen einem wirtschaftsnahen
Ausbildungsangebot für junge Menschen und tiefer Jugendarbeitslosigkeit. «Gerade im Süden Europas sind
viele junge Leute mangels praxisbezogener Ausbildungsmöglichkeiten
arbeitslos. Wir werfen eine ganze Generation weg, das darf nicht sein.»
Auch die Schweizer Keynote-Referenten, unter ihnen Bundesrat Johann
Schneider-Ammann, Arbeitgeberverbandspräsident Valentin Vogt, Unternehmer Jean-Pascal Bobst und Andreas Wieland, CEO des US-Konzerns
Hamilton, hoben die Vorteile des
die Unternehmen. Bestätigt wird die
positive Kosten-Nutzen-Bilanz auch
von der Bildungsforschung, wie Stefan Wolter, Direktor der Koordinationsstelle für Bildungsforschung an
der Universität Bern, am Kongress
ausführte.
nologie, Maschinenindustrie, Bau,
Landwirtschaft, Gesundheit oder Versicherungen in Winterthur und Umgebung zu besuchen. Sie alle konnten
sich ein reales Bild von der praktischen Lehrlingsausbildung vor Ort
machen.
Abstecher in die Lehrbetriebe
Als zusätzliche Programmpunkte
neben den spannenden Referaten
und einer Podiumsdiskussion mit
ausgewählten
Keynote-Referenten
fanden verschiedene Seminare zu
Abkommen mit Lettland
unterzeichnet
Der Berufsbildungskongress wurde
von Schweizer Seite nicht zuletzt
dazu genutzt, um Gespräche über die
Berufsbildungskooperation mit verschiedenen Delegationen von Partnerländern zu führen. Als Beispiel
können Treffen mit Deutschland,
Österreich und Liechtenstein – Länder mit dualem Bildungssystem –
genannt werden. Ebenfalls fanden
Gespräche mit Delegationen aus den
USA, Südafrika, China und Lettland
statt. Die Kooperation mit Lettland
wurde durch die Unterzeichnung
eines Memorandums of Understanding zwischen dem Staatssekretariat
für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und dem Lettischen
Bildungsministerium bekräftigt. Auf
Regierungsebene soll der Dialog mit
Lettland in Berufsbildungsfragen intensiviert und Initiativen zur Kooperation von Akteuren auf dem Feld
erleichtert werden.
«Dr. Jill Biden, Bildungsexpertin
und Ehefrau des US-Vizepräsiden
ten Joe Biden, verhehlte nicht, dass
die US-Regierung angefangen
hätte, vom einzigartigen Schweizer
Berufsbildungsmodell zu lernen.»
dualen Bildungssystems hervor, das
in der Schweiz von Bund, Kantonen
und Organisationen der Arbeitswelt
gemeinsam getragen wird. Alle betonten sie unter anderem auch den
Nutzen der Lehrlingsausbildung für
spezifischen Berufsbildungsthemen
statt, in welchen sich die Fachleute
und Bildungsminister aus aller Welt
einbrachten. Ausserdem nutzten die
Kongressteilnehmenden die Gelegenheit, Lehrbetriebe der Branchen Tech-
Von links: Bundesrat Johann SchneiderAmmann, Jill Biden, Ehefrau des
amtierenden US-Vizepräsidenten Joe
Biden und die US-Botschafterin in
Bern, Suzi LeVine, waren im Theater
Winterthur zugegen. Bild: Landbote.ch
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SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
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Erfolgreicher Abschluss
UNTERNEHMERSCHULE
Vor einem Jahr haben 16 Personen aus dem Kanton Schwyz und Umgebung
die «Unternehmerschule KMU/Gewerbe» in Pfäffikon in Angriff genommen.
Diesen Lehrgang durchgeführt hat die Wyrsch Unternehmerschule AG in
Kooperation mit der Schwyzer Kantonalbank. An 51 Abenden erweiterten sich
die Teilnehmenden Wissen in den Fächern Selbstführung, Mitarbeiterführung,
Organisation, Marketing, Kommunikation, Rechnungswesen, Recht, Steuern,
Risikomanagement und Unternehmensführung. Zudem erhielten sie
wertvolle Werkzeuge für die Praxis und durchliefen wichtige Prozesse.
So zum Beispiel, wie man ein Businessplan von A-Z erarbeitet
oder Finanzierungsgespräche mit der Schwyzer Kantonalbank führt.
Am Freitag, 6. Juni 2014, feierten die
Absolventinnen und Absolventen den
erfolgreichen Abschluss der «Unternehmerschule KMU/Gewerbe». Erster Teil bildete eine Besichtigung und
Degustation im Barrique-Lager der
Unternehmer/-innen und Führungskräften einen wertvollen Austausch
in der eigenen Wirtschaftsregion. Der
hohe Erfahrungsaustausch sowie das
Praxiswissen der Trainer wurden als
besonders wertvoll taxiert.
«Besonders wertvoll ist das
regional entstehende Netzwerk mit
Gleichgesinnten.»
Die erfolgreichen Absolvent/innen der «Unternehmerschule KMU/Gewerbe» in alphabetischer Reihenfolge: D. Eigenmann, H. Flury,
C. Gildehaus, J. Hauser, D. Kälin, Y. Keller, Ch. Kuster, M. Kuster, T. Mack, R. Marggi, I. Marty, M. Marty, M. Rohner, G. Stemmer. Auf dem Bild
fehlen: D. Dür und M. Traber. Auf dem Bild sind ausserdem: Lukas Camenzind Mitglied der Geschäftsleitung der Schwyzer Kantonalbank;
Pascal O. Stocker und Emmanuel Rutz von der Wyrsch Unternehmerschule AG; sowie Alf Mauri und Thomas Schumacher (Dozenten).
18
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
«Gebr. Kümin Weinbau und Weinhandel AG», welches sich im Keller
des Gemeindehaus Schlosses in Pfäffikon befindet. Danach genossen die
Anwesenden ein feines Nachtessen
im Restaurant Schiff und erfreuten
sich sichtlich über die Überreichung
der Zertifikate. Die Resonanz war sehr
positiv. Pfäffikon als Durchführungsort ermöglichte den Ausserschwyzer
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Die Wyrsch Unternehmerschule AG
fördert in Kooperation mit der Schwyzer Kantonalbank weiterhin die regionale Unternehmerschaft. Bestehende
und angehende Unternehmer/innen
sowie Führungs- und Nachwuchskräfte werden im einjährigen Lehrgang «Unternehmerschule KMU/Gewerbe» ganzheitlich weitergebildet.
Wesentliche Themen der Unterneh-
mensführung werden anhand einer
Echtfirma praxisnah behandelt:
Der Lehrgang ist hausaufgaben- und
prüfungsfrei und am Ende der 51
Abende besitzen die Teilnehmenden
ein dreiteiliges Führungshandbuch.
Besonders wertvoll ist auch das regional entstehende Netzwerk mit
Gleichgesinnten.
Der nächste Lehrgang
startet am 18. November
2014 im Berufsbildungszentrum Goldau.
Anmeldungen und
Informationen:
www.unternehmerschule.ch
info@unternehmerschule.ch
oder Telefon 055 420 30 60
19
Ein Profil profiliert sich neu
B-PROFIL
Mit der kaufmännischen Bildungsreform «Bivo2012» ist das
B-Profil aufgewertet worden. Absolventen dieser Ausbildung
verfügen über fundierte Kenntnisse und Fertigkeiten
für den praktischen Einsatz im Büro.
Das B-Profil ist eine echte Chance für Auszubildende und Berufsbildner.
Vor knapp zehn Jahren wurde die
zweijährige Bürolehre durch die
zweijährige Grundbildung mit Attest
ersetzt. Seit dem Jahr 2003 gibt es
bei der dreijährigen kaufmännischen
Grundbildung zwei Profile: das Bund das E-Profil. Das B-Profil kann
nicht mit der früheren Bürolehre
früheren Bürolehre gleichgesetzt und
als etwas Minderwertiges betrachtet.
Mag sein, dass der Buchstabe «B» zu
diesem Schluss verleitet. Als Folge
davon ist das B-Profil weder bei den
Lehrstellensuchenden noch bei den
Ausbildungsbetrieben gross gefragt.
Doch die Erfahrungen der letzten
«Das B-Profil kann nicht mit der früheren Bürolehre verglichen werden.»
verglichen werden, denn mit umfassenden Leistungszielen in Schule und
Ausbildungsbetrieb ist es eine vollwertige, dreijährige kaufmännische
Grundbildung.
Und dennoch wird das B-Profil vielerorts bis heute zu Unrecht mit der
20
Jahre zeigen, dass sich die Absolventen dieses Profils im Berufsalltag absolut bewähren und ihre Berufskarriere machen.
Bildungsverordnung 2012
Ein Ziel der «Bivo2012» ist die noch-
malige Aufwertung des B-Profils und
eine Annäherung an die erweiterte
Grundbildung (E-Profil). So ist jetzt
die betriebliche Ausbildung in beiden Profilen identisch, das heisst, es
gelten die gleichen Leistungsziele. In
der schulischen Ausbildung wurde
beim B-Profil die Anzahl Unterrichtslektionen von 1700 auf 1800 erhöht
und ist damit gleich hoch wie beim
E-Profil.
Unterschiede bestehen weiterhin
bei einzelnen schulischen Fächern.
Während im E-Profil Englisch und
Französisch Pflicht sind, konzentriert
man sich beim B-Profil auf Englisch,
wo für beide Profile die gleichen
Anforderungen (Niveau B1) gelten.
Im Fach Informatik, Kommunikation, Administration (IKA) werden
im B-Profil deutlich mehr Lektionen
eingesetzt als im E-Profil, weil die
Ausbildung breiter und tiefer ist. Ein
Ausgleich erfolgt im Fach Wirtschaft
und Gesellschaft (W&G). Dort gehen
die Leistungsziele im E-Profil deutlich
weiter. In allen anderen Schulfächern
gelten die gleichen Leistungsziele.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass beim B-Profil der Schwerpunkt bei IKA und beim E-Profil bei
Fremdsprachen und W&G liegt.
Erfahrungen und Ausblick
Das B-Profil ist eine echte Chance für
Auszubildende und Berufsbildner.
Tatsache ist, dass viele Schulabgänger
erhebliche Schwierigkeiten in Französisch bekunden. Sie können nun ihre
Energie und Motivation vermehrt für
IKA und Englisch verwenden. Mit der
fortschreitenden Globalisierung und
Computerisierung sind gerade diese
Fertigkeiten gefragter denn je. Es ist
zu beobachten, dass durch die Konzentration auf eine Fremdsprache die
Lernfreude und Einsatzbereitschaft
der Schüler steigen. Davon profitieren die Berufsbildner ganz direkt.
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Die Auszubildenden sind in der Regel
für unterschiedliche administrative
Aufgaben sehr schnell und praktisch
einsetzbar. Die vertieften IKA-Kenntnisse helfen ihnen dabei.
Und trotzdem – die stagnierende Anzahl der Lehrverhältnisse lässt vermuten, dass sich die gestiegene Attraktivität dieser Ausbildungsmöglichkeit
noch nicht weit herumgesprochen
hat. Dazu soll dieser Artikel beitragen.
Es bleibt zu hoffen, dass noch mehr
Schulabgänger und Ausbildungsbetriebe die Chance packen und auf das
verbesserte B-Profil setzen.
Detaillierte Informationen findet man
auf den Webseiten der Kaufmännischen Berufsschulen oder der Schweizerischen Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen (skkab).
Fortsetzung Seite 23
Das B-Profil eignet sich für durchschnittliche Sekundarschüler/innen und sehr gute
Realschüler/innen.
Eine Lehre – drei Profile
Die kaufmännische Grundbildung wird in drei Profilen geführt
Berufslernende des B-Profils verstehen sich als
Dienstleister gegenüber internen und externen Kunden und sind fähig, in der Standardsprache kompetent zu kommunizieren. Sie besitzen vertiefte Kenntnisse in den Bereichen Information, Kommunikation,
Administration. Sie verfügen über gute Kenntnisse
in Englisch. Das B-Profil eignet sich für durchschnittliche Sekundarschüler/innen und sehr gute Realschüler/innen.
Berufslernende des E-Profils beherrschen die kaufmännischen Aufgaben mit einem hohen Grad an
Selbstständigkeit. Sie sind bereit, Aufgaben und
Prozesse neu zu definieren. Sie sind fähig, sich in der
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Standardsprache mündlich und schriftlich einwandfrei auszudrücken. Sie verfügen über gute Kenntnisse
in Französisch und Englisch. Das E-Profil eignet sich
für gute Sekundarschüler/innen.
Berufslernende des M-Profils erreichen die gleichen
Ziele wie diejenigen des E-Profils. Darüber hinaus
vertiefen sie die Kenntnisse in Mathematik, Geschichte und Literatur. In den einzelnen Fächern erreichen
sie eine breitere und tiefgründigere Fachkompetenz.
Das M-Profil eignet sich für sehr gute Sekundarschüler/innen, die leistungswillig sind und grosses Interesse an Allgemeinbildung haben. Es muss eine Aufnahmeprüfung abgelegt werden.
21
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Geschäftsführerin LANDI Schwyz
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eine Lehrstelle im B-Profil anzubieten? (und nicht im E-Profil)?
Beim E-Profil steht eine zweite
Fremdsprache auf dem Unterrichtsplan. Fremdsprachen stehen in unserem Betrieb nicht im Vordergrund.
Bei uns sind betriebswirtschaftliche
Interessen gefragt.
Unserer Meinung nach handelt es
sich beim B-Profil und E-Profil um
zwei Angebote unterschiedlicher Ausrichtung. Das E-Profil ist sprachenlastig und das B-Profil eignet sich für
junge Menschen, die lieber Zahlen als
Sprachen haben. Mit Intelligenz und
besseren oder schlechteren Oberstufennoten hat es absolut nichts zu
tun. Leider wird das heute an verschiedenen Stellen immer noch ganz
falsch kommuniziert.
Welche Anforderungen
stellen
Sie 8
Sept-2014_Layout
1 16.09.14 16:57
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Gute Noten in Mathematik und
Deutsch und allgemein ein Flair für
Zahlen. Ebenso wichtig erscheint uns
das Interesse an unserer Branche.
Worauf achten Sie bei der Lehrlingsselektion?
Jede/r potentielle Lernende/r muss
bei uns eine Schnupperlehre absolvieren. Die Jugendlichen lernen unseren Betrieb und ihren künftigen
Arbeitsplatz kennen. Wir sehen die
Jugendlichen bei der Arbeit und lernen deren Sozialkompetenz und Methodenkompetenz kennen.
Wie gut (schnell) sind die Lernenden im Betrieb einsetzbar?
Für einfachere Arbeiten ab dem ersten Tag. Danach wird das Aufgabengebiet nach und nach erweitert und
vertieft. Unsere Lernenden übernehmen sehr schnell Verantwortung für
ihre Aufgaben. So stärken wir ihr
Selbstvertrauen und sie sind bereit,
neue umfangreichere Arbeiten zu
übernehmen.
In welchen Bereichen werden sie
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Wie sind Ihre Erfahrungen bis jetzt?
Positiv. Junge Menschen beim Einstieg in die Berufswelt behilflich zu
sein und sie in den ersten Jahren begleiten zu dürfen, ist eine spannende
Aufgabe. Wir wollen auch in Zukunft
gute Mitarbeitende und sind deshalb
an gutem Nachwuchs sehr interessiert.
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20
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
23
GEWA 2014 war Mega-Event
Gemeinsam stark – dies bewies die GEWA-Innerschwyz vom 4. bis
7. September 2014 und unterstrich damit die Bedeutung des
Wirtschaftsstandortes Innerschwyz. Während vier Tagen präsentierte
die beliebte und erfolgreiche Gewerbeausstellung ein reichhaltiges
Waren- und Dienstleistungsangebot von 150 Ausstellern, informative
Sonderschauen, ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, zahlreiche
Musikdarbietungen sowie gastronomische Leckerbissen. 27‘000
Besucherinnen und Besucher genossen die Ausstellung der Superlative.
den Besuchern boten. Waren, Erzeugnisse, Modelle, Fotos, Broschüren, Computer, Spiele, Videos und
Wettbewerbe gaben an den Ständen
Einblick in die vielfältige Tätigkeit
des Gewerbes.
Immer wieder wurde der Rundgang
durch verschiedene Degustationsmöglichkeiten abgerundet. Dass sich
der Rundgang oft in die Länge zog,
war der attraktiven Darstellung zuzuschreiben, aber und vor allem auch
der Offenheit und Kontaktfreude der
Aussteller. Gastfreundschaft stand
hoch im Geschäft. Die GEWA-Innerschwyz wurde zu einem Ort der Begegnung.
Von links: Der Präsident des Gewerbevereins Schwyz Bernhard Reichmuth, Ständerat Peter
Föhn und Regierungsrat Kurt Zibung beim offiziellen Rundgang.
Nach vier Jahren öffnete die grösste
Gewerbeausstellung der Region wieder ihre Türen und zeigte ein komprimiertes Spiegelbild der regionalen
Wirtschaft. Zusammen mit den vielen
Ausstellern und Beteiligten war es gelungen, die GEWA-Innerschwyz zu
einem bedeutenden regionalen Anlass
zu machen, der sowohl in wirtschaftlicher als auch in gesellschaftlicher
Hinsicht weit über die Region hinweg
eine positive Ausstrahlung erreichte.
Ehrenpräsident Regierungsrat Kurt
Zibung sprach über die Bedeutung
des Gewerbes für ein Dorf und eine
Region. Die KMU seien innovativ,
risikofreudig und engagiert. Hier an
der GEWA präsentiere das Gewerbe
ihr überzeugendes Leistungs- und
24
Produkteangebot, zeige ihre Kompetenz und Kapazität in unterschiedlichen Branchen, sei Ansprechpartner
für die lokalen Konsumentinnen und
Konsumenten und zugleich Arbeitgeber und Ausbildner für den Nachwuchs. Gesunde Strukturen in der
Nähe würden Lebensqualität bringen.
Dazu gelte es Sorge zu tragen.
Bunter Querschnitt
einheimischen Schaffens
Beim Rundgang durch die Hallen des
alten Zeughauses erhielt man einen
Eindruck von der Angebotsvielfalt
und einen repräsentativen Querschnitt durch alle Branchen des Innerschwyzer Gewerbes. Unmöglich
alles aufzuzählen, was die Aussteller
Lehrberufe und Sonderschauen
Daneben wurde ein breites Rahmenprogramm angeboten. Einen besonderen Stellenwert nahm dabei die
Sonderschau «LehrBerufe an der Arbeit» ein. Hier standen die Lernenden im Mittelpunkt des Geschehens.
Hunderte von Schülerinnen und
Schülern der Oberstufe nahmen die
Gelegenheit wahr, um in über 20 Berufen aus verschiedensten Branchen
Einblicke zu gewinnen.
Die Sonderschauen «Schwyz Tourismus», «US-Oldtimer-Automobile»
und eine ganze Reihe bekannter
Schwyzer Künstler rundeten das Programm ab.
Ein strahlender und überglücklicher
OK-Präsident Christoph Zumbühl
konnte mit seinen OK-Mitgliedern
eine äusserst erfreuliche Bilanz der
GEWA-Innerschwyz ziehen. Die Initiative der Organisatoren und das
Engagement der Aussteller wurden
durch einen überwältigenden Aufmarsch von Besucherinnen und Besuchern aus der näheren und weiteren
Umgebung belohnt.
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Das GEWA-OK beim feierlichen Durchschneiden des Bandes.
Von links: Walter Züger, Verbandsleitungsmitglied KSGV und Präsident der Kantonsrätlichen
Gewerbegruppe im Gespräch mit Heinz Theiler, Präsident Gewerbeverein Arth-OberarthGoldau und Kantonsrat Roman Bürgi, Goldau.
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
GEWA-Bilderbogen Seite 26-27
Für die Aussteller war die
Teilnahme an der GEWAInnerschwyz eine lohnenswerte Investition in die
Zukunft. Kundenbeziehungen pflegen und vertiefen,
Produkte präsentieren,
Präsenz markieren, sowie
Service-Qualität hätten im
Fokus der Messeteilnehmer
gestanden. Für eine wirkungsvolle Werbung war
das Umfeld der GEWAInnerschwyz mit seiner
hohen Besucherfrequenz
ideal.
25
Lehrberufe
an der Arbeit
Das Festwetter lud zum Sitzen im Freien ein.
OK-Präsident Christoph Zumbühl eröffnet die GEWA 2014.
Ausstellungsorganisator Bernhard Reichmuth mit Gattin Petra.
Plattenleger
Regierungsrat Kurt Zibung sprach über die Bedeutung des Gewerbes.
Gluschtige Degustationen für Jung und Alt.
Nationalrätin Petra Gössi im Gespräch mit Franz Dörig.
Polymechaniker
Auch Kindern und Familien wurde viel geboten.
Tausende von Besucherinnen und Besuchern strömten durch die Hallen.
Nationalrat Alois Gmür genoss die gemütliche Atmosphäre.
Automatiker
Prävention im Büro zahlt sich aus
BERUFSUNFALL
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Mehr als jeder zweite
Berufsunfall findet im Dienstleistungssektor statt. Auch Absenzen
beispielsweise wegen Rückenleiden haben für Unternehmen
oft weitreichende Folgen. Doch mit wenig Aufwand kann die
Sicherheit und Gesundheit im Büro verbessert werden. Die
interaktive EKAS-Box, das Online-Präventionsinstrument der
Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit
EKAS, zeigt dies auf unterhaltsame Weise. Belohnt wird das
Unternehmen mit leistungsfähigen Mitarbeitenden und weniger
Absenzen.
Das Büro – eine unfallfreie Zone?
Dem ist leider nicht so. Die Statistik
zeigt, dass über 50 Prozent aller Berufsunfälle im Dienstleistungssektor
stattfinden. Die Gefahrenquellen lauern an verschiedenen Orten. So können lose Kabel, Teppichohren, offene
Schubladen und Schranktüren, glatte
oder nasse Flächen oder der unachtsam abgestellte Aktenkoffer zu tückischen Stolperfallen werden. So entfallen dann auch rund 1/3 aller Unfälle
auf Stolper- und Sturzunfälle. Auch
Fluchtwege oder Notausgänge müssen stets unbehindert begehbar sein
– sie können sonst unter Umständen zu tödlichen Fallen werden. Am
Arbeitsplatz selber kommen zudem
Beschwerden hinzu, die spezifisch
mit der sitzenden Tätigkeit zu tun
haben, so etwa Rückenbeschwerden,
Verspannungen sowie Sehnen- und
Muskelleiden. Und auch fehlerhafte
Bildschirmeinstellungen können zu
vorzeitiger Ermüdung der Augen und
auch längerfristigen Augenschäden
führen.
Gesundheit am Arbeitsplatz
ist Chefsache
Allein wegen Muskel-Skelett-Schmerzen gehen Jahr für Jahr in der
Schweiz rund 1.6 Millionen Arbeitstage verloren. Dies wiegt besonders
für KMUs schwer, denn vielfach
bleibt die Arbeit liegen, es muss ein
Ersatz eingestellt oder Überzeit durch
andere Mitarbeitende geleistet werden. Im Schnitt kostet ein Ausfalltag
den Arbeitgeber 600 Franken. In
der Schweiz ist der Arbeitgeber vom
28
Gesetz her verpflichtet, die Verantwortung für Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
zu übernehmen. Die Verantwortung
dieser gesetzlich vorgeschriebenen
Führungsaufgabe kann jedoch nur
da auch wirklich wahrgenommen
werden, wo klare Weisungen und
damit verbundene Kompetenzen des
Arbeitgebers vorliegen. Kompetenzen
können sich die Arbeitgeber durch
Unterstützung der Eidgenössischen
Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS und der EKASBox erwerben.
EKAS unterstützt Unternehmen
Die Aktion «Prävention im Büro» der
Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS
macht auf die oft unterschätzten Risiken in Unternehmen des Dienstleistungssektors mit Büroarbeitsplätzen
aufmerksam. Dazu lädt die EKAS-Box
(www.ekas-box.ch), das Präventionsinstrument der EKAS, den Besucher
und die Besucherin auf einen virtuellen Rundgang durch verschiedene
Bürosituationen ein und bietet Führungskräften und Mitarbeitenden
auf unterhaltsame Weise praktische
Tipps. Mit den Themen «Ergonomisches Arbeiten», «Unfallverhütung»,
«Büroeinrichtung» «Gebäudeunterhalt» und «Büroplanung» wurde die
EKAS-Box erfolgreich lanciert. Ein
Exkurs zu «Stolpern und Stürzen»
ergänzt das Kapitel und macht auf
Stolperfallen im Büro wie achtlos
hingestellte Arbeitsmappen und Papierkörbe oder herumliegende Lap-
topkabel aufmerksam. Auch Muskelund Gelenkschmerzen führen häufig
zu Arbeitsausfällen. Der Exkurs zu
«Ergonomischen Hilfsmitteln» bietet
praktische Tipps, wie man beispielsweise mit einer Handballenauflage
die Gelenke schonen oder mit einer
Dokumentenauflage den Nacken entlasten kann, indem man sie zwischen
Bildschirm und Tastatur positioniert.
So hat man Tastatur, Vorlage und
Bildschirm in einer Blickrichtung.
Dem Nacken bleibt ein ständiges Drehen und Nicken, was zu Verspannungen führen kann, erspart.
Stress als neues Thema
der EKAS-Box
Zwei weitere Kapitel «Arbeitsorganisation» und «Selbstmanagement»
befassen sich hauptsächlich mit
Stress, einem Thema, das immer
mehr Dienstleistungsbetrieben Sorgen bereitet. Laut einer SECO-Studie von 2010 ist belegt, dass in der
Schweiz Stress jährliche Kosten von
4,2 Milliarden Franken verursacht.
Das Verhalten von Führungskräften
hat grossen Einfluss auf die Produktivität, aber auch auf das Arbeitsklima im Büro und somit auch auf die
Gesundheit der Mitarbeitenden. Das
Kapitel Arbeitsorganisation gibt Anregungen und Tipps, wie sich Druckund Stresssituationen sowie gesundheitliche Beschwerden möglichst
vermeiden lassen und welche Rolle
dabei Führungskräfte übernehmen
können. Doch genauso können die
Mitarbeitenden ihren Beitrag leisten.
Das Kapitel zur Selbstorganisation
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Sorgen Sie für eine sichere Arbeitsumgebung
1. Lagern von Gegenständen
Lagern Sie schwere Gegenstände
nicht auf dem Schrank, sondern
immer möglichst weit unten.
2. Heben und Tragen
Achten Sie beim Heben und Tragen
von Lasten auf einen geraden Rücken
und halten Sie die Last möglichst
nahe am Körper. Ihr Rücken sollte
nicht gekrümmt und nicht seitlich
abgedreht sein!
3. Transportmittel
Schieben und Ziehen ist immer besser als Heben und Tragen! Mit einem
Transportmittel machen Sie sich das
Leben leichter und sicherer.
zeigt wie wichtig die Abwechslung
während der Arbeit ist. Der Wechsel
zwischen Routine- und Denkarbeit
hält die Konzentration hoch und
wirkt weniger ermüdend. Daneben
ist genügend Bewegung hilfreich, Anspannung vorzubeugen – sei es beispielsweise im Stehen zu telefonieren
oder über Mittag ein paar Schritte im
Freien zu gehen.
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
4. Freie Verkehrswege
Halten Sie Verkehrswege und Durchgänge immer frei.
5. Offene Schubladen
Schubladen sollten nach dem Öffnen
auch wieder geschlossen werden.
9. Provisorien
Provisorisch aufgestellte Geräte und
Verkabelungen können aus Gewohnheit übersehen werden. Markieren Sie
diese oder räumen Sie sie weg.
10. Steighilfe
6. Offene Kabelkanäle
Schliessen Sie offene Kabelkanäle
oder markieren Sie diese, falls dies
nicht möglich ist.
Auf keinen Fall sollten Bürostühle als
Steighilfen verwendet werden. Benutzen Sie stattdessen zweckdienliche,
auf Sicherheit geprüfte Steighilfen.
7. Flüssigkeiten am Boden
11. Teppichohren
Wischen Sie ausgeschüttete Flüssigkeiten rasch wieder auf.
8. Markierung von Schwellen
Auch Teppichohren oder -kanten
können zu unglücklichen Stolperunfällen führen.
Schwellen jeglicher Art sollten gut
ersichtlich markiert sein.
EKAS-Box – Konkrete Tipps im virtuellen Büro
Die beiden Figuren Sophie und Alex zeigen in einem virtuellen Büro
mit konkreten Tipps, wie sich Unfälle und gesundheitliche Beschwerden möglichst vermeiden lassen – und das in den vier Themenbereichen ergonomisches Arbeiten, Unfallverhütung, Büroeinrichtung
und Büroplanung. Dabei bietet die EKAS-Box nicht nur Führungskräften oder Personalverantwortlichen wichtige Informationen, auch
Arbeitnehmende können durch konkrete Tipps die Arbeitssicherheit
und den Gesundheitsschutz rund um ihren eigenen Arbeitsplatz mit
einfachen Massnahmen verbessern.
29
Mit und nicht gegen die Wirtschaft
Frau Leuthard!
In den Sonntagsmedien zeigte sich Bundesrätin Doris Leuthard
von der Wirtschaft enttäuscht. Die Wirtschaft mache zu
wenig zur Begrenzung der Zuwanderung. Der Schweizerische
Gewerbeverband sgv ist von dieser Kritik befremdet.
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24
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Erst im letzten Monat liess der Bundesrat jeden Mut vermissen, mit einer
nachhaltigen Stärkung der Höheren
Berufsbildung den Fachkräftemangel
zu entschärfen. Ebenso lanciert das
UVEK von Bundesrätin Leuthard mit
der neuen Billag-Mediensteuer, dem
Vorschlag zur Erhöhung der Benzinpreise oder bereits wieder einer erneuten Revision zum Raumplanungsgesetz (RPG) eine wirtschaftsfeindliche Vorlage nach der anderen. Auch
die Subventionspolitik im Energiebereich führt letztlich zu höheren
Strompreisen, welche die Wirtschaft
belasten.
Um den Fachkräftemangel zu entschärfen und damit den Bedarf an
ausländischen Arbeitskräften zu mindern, muss das inländische Potenzial an Arbeitskräften ausgeschöpft
werden. Mit Hochdruck arbeitet der
sgv an der Stärkung der Berufsbildung. Konkrete Vorschläge liegen auf
dem Tisch, wie diese durch eine verstärkte Finanzierung oder mit aussagekräftigen Titeln wie «Professional Bachelor» oder «Professional
Master» gestärkt werden kann. Statt
zu entscheiden und zu unterstützen
Mit einer neuen Billag-Mediensteuer sollen KMU abgezockt werden.
abgezockt werden. Ebenso soll die
Wirtschaft höhere Benzinpreise verkraften und Kosten sind laut Bundesrätin Leuthard bei der Mobilität generell nicht erheblich. Mit der zweiten
Etappe der RPG-Revision wird die
nächste wirtschaftsfeindliche Vorlage lanciert, bevor die Umsetzung
der ersten Etappe richtig begonnen
hat. Während Bundesrätin Leuthard
«Der sgv erwartet von Bundesrätin
Leuthard eine konstruktive Haltung
anstatt unberechtigte Kritik.»
werden die Vorschläge vom Bundesrat aber blockiert oder verzögert.
Die sonntägliche Kritik von Bundesrätin Leuthard ist umso mehr befremdend, als aus dem UVEK zunehmend wirtschaftsfeindliche Vorlagen
präsentiert werden. Mit einer neuen
Billag-Mediensteuer sollen KMU
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
die Wirtschaft kritisiert, bleibt der
Bundesrat bei der Umsetzung der
Ausschaffungs-Initiative und im Asylberereich weitgehend untätig.
Seit dem 9. Februar arbeitet der
sgv als grösster Dachverband der
Schweizer Wirtschaft engagiert und
konstruktiv an der Umsetzung der
Masseneinwanderungs-Initiative mit.
Eine konstruktive Haltung anstatt
unberechtigte Kritik erwartet er auch
von Bundesrätin Leuthard. Denn ansonsten wird ein künstlicher Graben
zwischen Wirtschaft und Gesellschaft
geöffnet. Dies zeugt von wenig staatspolitischer Haltung.
Billag: Inakzeptable Doppelbesteuerung der KMU
Die Revision des Radio- und
TV-Gesetzes (RTVG) verursacht
für die Schweizer KMU eine
Verfünffachung der Belastung
durch die Mediensteuer! Statt
rund 40 soll das Gewerbe neu
200 Mio. Franken abliefern; dies
obwohl wir als Privatpersonen
alle bereits die Gebühren für
den Service Public bezahlen und
unabhängig davon, ob in einem
KMU überhaupt Empfangsgeräte vorhanden sind.
31
Glücklich in jeder Hinsicht
BERUFSSCHULE PFÄFFIKON
Der Rektor des Berufsbildungszentrums Pfäffikon, Stefan
Zehnder, hat auf Ende September 2014 seine Kündigung
eingereicht. Nach fast 24-jähriger verdienstvoller Tätigkeit beim
Kanton Schwyz will er sich, zusammen mit seiner Frau, den
Lebenstraum einer grossen Reise mit zeitlich offenem Ausgang
verwirklichen.
Stefan Zehnder übergibt seinem Nachfolger
eine tadellos funktionierende Schule.
Stefan Zehnder wurde im Januar
1991 als Rektor der damaligen Landwirtschaftlichen Schule Pfäffikon angestellt. Dabei leitete er die Nachfolge
und Ablösung der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule des Klosters
Einsiedeln bis hin schliesslich zum
Zusammenschluss mit der gewerblich-industriellen Berufsschule Pfäffikon zum BBZP mit Start im Schuljahr
2006/07.
Unter seiner umsichtigen Führung
wurden so die Pflege- und Gesund-
32
heitsberufe, die landwirtschaftlichen
Berufe sowie die Brückenangebote in
die bisherige gewerblich-industrielle
Berufsschule integriert und unter
dem Dach des BBZP vereint. Nebst
der ständigen Weiterentwicklung der
Schule (das BBZP ist Pilotschule bei
der Erarbeitung des Q2E-Modells
zur Umsetzung eines schulinternen
Qualitätsmanagements), dem Aufbau
und der Führung des Schulrechenzentrums Ausserschwyz und der Angliederung von neuen Berufsfeldern
zeichnete sich Stefan Zehnder vor
allem auch durch organisatorisches
Geschick aus. Nicht zuletzt stellte er
dieses von 2008 bis 2012 im Rahmen der Gesamtsanierung der beiden
Schulhäuser des BBZP unter Beweis,
bei welcher es unter schwierigen Bedingungen galt, den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.
Nach fast 24-jähriger Tätigkeit hat
sich nun Stefan Zehnder zum Rücktritt entschlossen. Er darf dabei mit
Stolz und Zufriedenheit auf eine inspirierende und bereichernde Zeit
in der Berufsbildungslandschaft des
Kantons Schwyz zurückblicken und
übergibt seinem Nachfolger eine tadellos funktionierende Schule. Zusammen mit seiner Frau wird sich
Stefan Zehnder einen lang gehegten
Traum erfüllen; die Inangriffnahme
einer grossen Reise mit zeitlich offenem Ausgang.
Das SCHWYZER GEWERBE
sprach mit dem scheidenden
Rektor Stefan Zehnder:
Wie fühlen Sie sich wenige
Stunden vor der Amtsübergabe
an Ihren Nachfolger?
Sehr glücklich in jeder Hinsicht. Ich
erhielt in jungen Jahren (ich war da-
mals erst 32 Jahre alt) die Gelegenheit
eine verantwortungsvolle Führungsaufgabe und eine herausforderungsreiche Tätigkeit mit jungen Berufsleuten in Angriff zu nehmen. Diese
Aufgabe hat mich vom ersten bis zum
letzten Tag begeistert und auch gefordert. Nach 24 Jahren fühle ich mich
immer noch jung und fit genug um
mir die Erfüllung eines lebenslangen
Traumes leisten zu können.
Haben Sie in diesen Tagen schon
mal darüber nachgedacht, wie es
sein wird, wenn Sie zum letzten Mal
das Schulhaus verlassen?
Ja, durchaus. Seit meine Frau und ich
den Entschluss vor gut zwei Jahren
gefasst haben, hatte ich genug Zeit
um mich auf diese Situation einzustellen. Jeder Abschied hat zwei Seiten. Einerseits gehe ich mit einem
weinenden Auge in Bezug auf all das,
was ich hinter mir lasse und andererseits gehe ich mit einem lachenden
Auge in Bezug auf all die Abenteuer
und Freiheit, die nun auf uns wartet.
Was werden Sie vermissen?
Die vielen tollen Kontakte zu meinen
Schulleitungskollegen, Lehrpersonen
und Mitarbeitenden.
Sie wurden im Januar 1991 als Rektor der damaligen Landwirtschaftlichen Schule Pfäffikon angestellt.
Was hat sich am Schulleiterjob, den
Sie während 24 Jahren ausübten,
eigentlich verändert?
Im Grundsatz nicht viel. Ich kann
nach wie vor mit motivierten Lehrpersonen und (in der grossen Mehrheit)
leistungswilligen, einsatzbereiten und
zukunftsorientierten Lernenden zusammenarbeiten. Im Umfeld hat sich
jedoch einiges verändert. So haben
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
sich beispielsweise die pädagogischen, didaktischen und methodischen Möglichkeiten dank dem flächendeckenden Einsatz der EDV im
Unterricht vervielfacht. Ich erlebe die
heutigen Lernenden offener, selbstbewusster und auch fordernder als noch
vor einer Generation, was mich sehr
freut.
Was war persönlich Ihr wichtigstes
Projekt in Ihrer Amtszeit?
Da muss ich eigentlich zwei riesige
Projekte nennen. Gleich zu Beginn
meiner Tätigkeit an der Landwirtschaftlichen Schule in Pfäffikon durfte ich die Kantonalisierung der ehemaligen Klosterschule in die Wege
leiten. Dazu gehörte nicht nur die
gesamte interne Organisation, sondern das Projekt beinhaltete auch
den Erwerb der Liegenschaften und
Immobilien vom Kloster Einsiedeln
bis hin zur Volksabstimmung und die
Umsetzung danach.
Als 2004 das neue Berufsbildungsgesetz in Kraft trat konnte ich ein
zweites Grossprojekt für den Kanton Schwyz umsetzen. Es galt die
Landwirtschaftliche Schule mit der
gewerblich-industriellen Berufsschule zu fusionieren und gleichzeitig alle
kantonalen Brückenangebote und die
neu strukturierten Gesundheitsberufe ins neue Bildungszentrum zu integrieren.
Haben Sie das Gefühl, Wichtiges
nicht erledigt zu haben?
Nein, eigentlich nicht.
Wohin geht die Entwicklung
des BBZP?
In den nächsten Jahren werden die
Lernendenzahlen am BBZP nochmals leicht zunehmen. Auf der einen
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Seite weil es uns gelungen ist neue
EFZ-Berufe (Logistiker und Restaurationsfachleute) und EBA-Berufe (Gesundheit und Soziales und Haustechnikpraktiker) am BBZP zu beschulen
und auf der anderen Seite besteht
beim Beruf der Fachleute Gesundheit nach wie vor ein grosses Steigerungspotenzial. Dieser Umstand
ist im Umfeld der sinkenden Anzahl
Schulabgänger und der unbesetzten
Lehrstellen bereits ein Erfolg.
Welche Aufgaben kommen
auf Ihren Nachfolger zu?
Die neu eingeführten Berufe am BBZP
müssen in den nächsten Jahren etabliert und integriert werden. Die
Umsetzung der neuen Berufsmaturitätsverordnung steht für 2015 vor der
Türe und im Bereich der Brückenangebote und der Weiterbildung warten
bei den integrativen Angeboten noch
Herausforderungen.
Welche Tipps haben Sie
für Ihren Nachfolger?
Mein Nachfolger, Roland Jost, hat
bereits einige Jahre als Lehrperson
und Schulleitungsmitglied am BBZP
hinter sich und dank der intensiven
dreimonatigen Einarbeitungsphase
wird er keine Tipps mehr von mir
benötigen.
Welche Pläne haben Sie für den
Ruhestand?
Da ich erst 55 Jahre alt bin, ist es für
mich noch zu früh um über einen
allfälligen Ruhestand nachzudenken.
Meine Frau und ich schätzen uns sehr
glücklich, dass es uns möglich ist,
uns eine etwa dreijährige Auszeit zu
nehmen und unsere Abenteuerreise
entlang der Panamericana von Patagonien bis Alaska zu verwirklichen.
Roland Jost
Neuer Rektor des Berufsbildungszentrums Pfäffikon
Der Regierungsrat des Kantons
Schwyz hat Roland Jost zum
neuen Rektor des Berufsbildungszentrums Pfäffikon (BBZP) gewählt. Er löste Stefan Zehnder
auf den 1. August 2014 ab.
Der 49-jährige Roland Jost,
wohnhaft in Altendorf, verfügt
über eine breite Erfahrung in der
Berufsbildung. Als Primarlehrer
bildete er sich zum Berufs-, Studien- und Laubahnberater sowie
zum Berufsschullehrer weiter und
absolvierte eine Führungsausbildung mit Fachhochschulabschluss. Seit 1997 ist Roland Jost
als Lehrperson, seit 2007 als Schulleitungsmitglied am BBZP tätig.
Aufgrund seines breiten Fachwissens, seines beruflichen Werdegangs, sowie der langjährigen
Erfahrung als Berufsschullehrer,
Bereichsleiter Brückenangebote
und Schulleitungsmitglied des
BBZP verfügt Roland Jost über
die besten Voraussetzungen,
das BBZP zu leiten und für den
Berufsnachwuchs eine schulische
Bildung mit hoher Qualität sicher
zu stellen. Er übernimmt die Nachfolge von Stefan Zehnder, der das
BBZP seit 2005 leitete.
Am BBZP werden rund 1000
Jugendliche in verschiedenen
Grundbildungsberufen von gut
100 Lehrpersonen ausgebildet.
Zudem ist das BBZP Kompetenzzentrum für Brückenangebote,
bietet die Berufsmaturität für
Erwachsene sowie ein breites
Weiterbildungsangebot an.
33
Fachfrau Unternehmensführung KMU mit eidg. Fachausweis
Der Schweizerische Gewerbeverband sgv lanciert in Zusammenarbeit
mit fünf Berufsverbänden und der Gruppe KMU Frauen Schweiz einen
neuen Fachausweis, der sowohl auf dem modularen Weg als auch
durch das innovative Verfahren der Anerkennung von Berufserfahrung
(Validierungsprozess) erlangt werden kann.
FACHAUSWEIS
Eidg. Fachausweis Unternehmensführung KMU
Kompetenz-, Performanzdossier und mündliche Prüfung
Module 3 : Organisation Module 4 : Finanzen Modularer Weg Module 5 : Marketing, Public Relations und Beziehungen Kunden‐Lieferanten Module 6 : Recht in der Unternehmensführung KMU Selbstbeurteilungstest Die Kandidatinnen/Kandidaten wählen zwischen 1. Dem modularen Weg (mit oder ohne Teilanerkennung von Gleichwertigkeiten) 2. Dem Weg über die Validierung der Kompetenzen der Berufserfahrung ***Mischformen zwischen den zwei Wegen sind möglich und werden bei der Anmeldung festgelegt Anmeldung für den einen oder anderen Weg
Validierungsverfahren Module 2 : Leadership, Kommunikation und HR Performanzdossier, das die Integration von gleichwertigen Kompetenzen belegt gegenüber jenen, die durch modularen Unterricht erlangt werden Module 1 : Unternehmensführung und Strategie Validierungsverfahren Frauen im Kader
Vorstellen des Projekts
«Fachausweis Unternehmensführung KMU»
27. Oktober 2014
Hotel Sternen, Pfäffikon
ten Kompetenzen die Führung eines
Unternehmens und die Führung der
familiären Beziehungen in der Unternehmung auf der gleichen Ebene wie
Kenntnisse in Finanzen, Marketing
oder Human Resources.
In der Schweiz führen gemäss Bundesamt für Statistik rund 64‘000
Frauen eine Familien-KMU. Dieses
Pilotprojekt hat zum Ziel, die beruflichen Kompetenzen, welche die
Frauen durch Erfahrung erworben
haben, anzuerkennen und ihnen das
Niveau ihrer Qualifikationen, das sie
im Laufe der Jahre erreicht haben,
bewusst zu machen. Dieses Niveau
ermöglicht ihnen, ihr Unternehmen
erfolgreich zu führen.
Infoveranstaltung
die Schulbank zurückkehren zu müssen. Er ist gleich wie ein Fachausweis,
der auf dem schulischen Weg erlangt
werden kann.
Der Fachausweis kann auf zwei verschiedenen Wegen erlangt werden,
die auf einem gemeinsamen Kompetenzprofil beruhen. Das spezielle an
diesem gemeinsamen Kompetenzprofil liegt darin, dass es Leistungen
(bzw. Kenntnisse und Fertigkeiten)
darstellt, die aus der Praxis kommen
und auf der Berufserfahrung beruhen.
Die Führung eines Familien-KMU
verbindet sowohl berufliche, wie
familiäre und gesellschaftliche Verpflichtungen. Deshalb erscheinen
in der breiten Palette der geforder-
***Verbindungen zwischen den zwei Wegen Teilvalidierungen oder Kursbesuche Die Anerkennung von Berufserfahrung erlaubt es, einen vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung
und Innovation SBFI anerkannten
Fachausweis zu erlangen, ohne auf
Vertiefung in Unternehmensführung Familien‐KMU: spezifische Kompetenzen in den Modulen integriert Schlussprüfung, die die Umsetzungsfähigkeit in die Praxis belegt
Kompetenzprofil Unternehmensführung KMU
Eingeschlossen die Vertiefungskompetenzen in Unternehmensführung Familien‐KMU Victor Martinez, Kampagnenleiter «Sichere Lehrzeit» - SBBK/CSFP Nottwil
08.11.2013 / Seite 19
Seite 19
34
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
35
Der richtige Zeitpunkt für die Lehrstellenzusage
BERUFSBILDUNG
Der Wettbewerb um fähige Berufseinsteiger wird härter. Seit einiger
Zeit werden Lehrverträge bereits im 8. Schuljahr, teils noch früher
abgeschlossen. Das setzt die Jugendlichen unter Druck und erhöht die
Gefahr von Lehrabbrüchen.
Lassen Sie den Jugendlichen genügend Zeit für die Berufswahl.
Der obligatorische Berufswahl-Unterricht ist methodisch vom 7. bis
ins 9. Schuljahr aufgebaut. Während
dieser Zeit haben Jugendliche Gelegenheit, sich mit ihren persönlichen
Interessen und Stärken zu befassen.
Sie setzen sich mit mehreren Berufen auseinander, was ein wichtiges
Qualitätsmerkmal des BerufswahlProzesses ist. Sie informieren sich im
Bildungsinformationszentrum (BIZ)
über verschiedene Berufe, besuchen
Orientierungsveranstaltungen und
absolvieren Schnupperlehren. Bei
Bedarf nehmen sie eine individuelle
Berufsberatung in Anspruch. So klärt
sich allmählich, welche Berufe für sie
36
geeignet sind. Zur Dokumentation
der Berufswahl-Aktivitäten dient das
Berufswahl-Portfolio. Zu Beginn des
9. Schuljahres entscheiden die Jugendlichen, in welchen Berufen sie
sich um eine Lehrstelle bewerben
wollen. Der Rekrutierungsprozess
kann beginnen.
Frühe Rekrutierung birgt Risiken
In letzter Zeit hat sich dieser Ablauf
teilweise verschoben. Im Bestreben,
angesichts rückläufiger Schulabgänger-Zahlen für ihren Betrieb die besten Lehrlinge zu finden, beginnen
viele, namentlich grössere Betriebe,
mit der Rekrutierung bereits im 8.
Schuljahr. Dieses Vorgehen birgt sowohl für die Jugendlichen wie für
die Betriebe Risiken. Der Betrieb
läuft Gefahr, dass sich Lernende in
der langen Zeit bis zum Lehrbeginn
wieder zurückziehen, weil sich ihr
Berufsziel verändert hat, oder dass
sich ihre schulischen Leistungen aufgrund der Lehrstellenzusage spürbar
verschlechtern. Für die Jugendlichen
bedeuten frühe Lehrstellenzusagen
Druck und Stress. Sie müssen sich für
einen Beruf entscheiden, bevor sie die
Reife dafür aufweisen und sich ihrer
Wahl sicher sind. Das Risiko einer
späteren Lehrvertragsauflösung steigt
erheblich an.
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
«Niemand kann ein Interesse daran haben, dass sich
der Rekrutierungszeitpunkt
von Lernenden immer weiter nach vorne schiebt.»
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Sie als Lehrbetrieb sind für die Jugendlichen bereits bei der
Berufsfindung ein wichtiger Partner. Ermöglichen Sie mehreren
Jugendlichen mit Berufsbesichtigungen, Berufsinterviews und
Berufswahl-Schnupperlehren den Beruf und die Ausbildung
in Ihrem Betrieb kennen zu lernen. Damit steigt Ihre Chance,
geeignete Lernende zu finden. Geben Sie nach einer Schnupperlehre und bei Bewerbungen eine Rückmeldung, ob und aufgrund
welcher Kriterien jemand aus Ihrer Sicht geeignet ist oder nicht.
Bevor sich junge Leute für eine Lehrstelle bewerben, sollte der Berufsentscheid feststehen – lassen Sie ihnen genügend Zeit für
eine überlegte Berufswahl.
Verlangen Sie nach erfolgter Lehrstellenzusage Einsicht in
die Zeugnisse des 9. Schuljahres. Dies fördert die Motivation
fürs schulische Lernen auch im letzten Schuljahr.
37
Kampf um die Talente
PODIUMSGESPRÄCH
Das Amt für Berufsbildung organisierte zum zweiten Mal das Podium
«Leistungsstarker Nachwuchs für innovative Unternehmen».
Ziel war es, das aktuelle Thema der Behebung des Fachkräftemangels
durch die Gewinnung junger Talente zu diskutieren. Das Inputreferat
von Rudolf H. Strahm und ein anschliessendes Podium gaben den
rund 100 Besucherinnen und Besuchern im Berufsbildungszentrum
Pfäffikon genug Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.
gebote und Anstrengungen von allen
Akteuren der Berufsbildung. Man
dürfe aber die Rolle der Eltern bei der
Berufswahl nicht unterschätzen.
«Professional Bachelor» bzw.
«Professional Master» gefordert
Rudolf H. Strahm, einer der profiliertesten Verfechter der Berufsbildung,
strich in seinem interessanten Referat
mehrmals die Wichtigkeit der Berufsbildung hervor. Im internationalen
Vergleich hätten die Länder mit Berufsbildung die tiefste Jugendarbeitslosigkeit. Berufsbildung sei damit die
beste soziale Absicherung und unge-
schen System klar überlegen. Hohe
Maturitätsquoten machten die Jugendlichen nicht arbeitsmarktfähiger. Beispielsweise hatte Finnland,
das Pisa-Musterland, lange eine der
höchsten Jugendarbeitslosenquoten
in Europa. Heute läge es immer noch
bei 22 Prozent! Finnland habe sicher
ein sehr gutes Schulsystem – aber es
kenne keine betriebliche Berufsbildung. Ergänzend bemerkte Strahm,
dass in der Schweiz 50 Prozent der
Gymnasiasten keinen Uni-Abschluss
machen würden.
Die höhere Berufsbildung sei heute der wichtigste Transfermotor von
«Die Aufwertung der höheren
Berufsbildung ist die Schicksalsfrage für die Zukunft des dualen
Berufsbildungssystems.»
Sie sassen am Rednerpult: (von links) Richard Hensel (AfB), Georges Kaufmann (KSGV) und Bruno Vogelsang (H+I).
Regierungsrat Walter Stählin hiess am
27. August 2014 im Berufsbildungszentrum Pfäffikon rund 100 Männer
und Frauen zum Podiumsgespräch
willkommen. Speziell begrüsste er
den hochkarätigen Referenten Rudolf H. Strahm, ehemaliger Nationalrat und Preisüberwacher und die
Podiumsteilnehmer Richard Hensel,
Vorsteher Amt für Berufsbildung,
Georges Kaufmann, Verbandsleitung
KSGV, Bruno Vogelsang, Verwo AG
und H+I Vorstand, Stefan Ulrich,
38
Heizungsinstallateur-Lernender mit
BM1, Celine Muñoz, Laborantin,
BM2 und den Podiumsleiter Stefan
Grüter vom «March-Anzeiger».
«Der Lehrstellenmangel war gestern –
heute dominiert in der Berufsbildung
der Kampf um die Talente» begann
Walter Stählin seine Begrüssungsansprache. Stählin legte dar, dass noch
vor kurzem Lösungen für die Lehrstellenkrise gesucht werden mussten
und jetzt stehe man mitten in einem
Mangel an Lernenden und einem
gravierenden Fachkräftemangel. Unternehmen hätten zunehmend Mühe,
anforderungsreiche
Ausbildungsplätze zu besetzen. Die Zukunft sähe
nicht besser aus. Einerseits aufgrund
der demografischen Entwicklung,
andererseits, weil der technologische
Fortschritt die Anforderungen in der
Berufswelt weiter in die Höhe schrauben werde. Es stelle sich heute die
Frage, wie wir die leistungsfähigen
und leistungswilligen Jugendlichen
erreichen könnten. Es brauche AnSCHWYZER GEWERBE 09-2014
nügende Ausbildung sei das grösste Armutsrisiko in der Arbeitswelt.
Strahm zog ein eindrückliches Fazit:
«Berufsbildung ist die wirksamste
Form präventiver Sozialpolitik. Was
wir bei der Bildung sparen, zahlen
wir später mit Soziallasten!»
Die Berufslehre komme neuerdings
in Bedrängnis, weil umliegende Länder viel mehr Maturitätszeugnisse
ausstellen würden. «Wenn wir aber
die Bildungssysteme nicht formal,
sondern aus dem Blickwinkel der
Arbeitsmarktfähigkeit vergleichen, ist
die Schweiz klar überlegen», zeigte
sich Strahm überzeugt. Für die Integration von Jugendlichen in den
Arbeitsmarkt sei das duale System
– Berufslehre, kombiniert mit Berufsfachschule – jedem vollschuliSCHWYZER GEWERBE 09-2014
neuen Technologien und Prozesswissen. Ihre Absolventen würden
neuste technologische Innovationen
direkt in die KMU tragen. Dadurch
könnten diese mit höchster Qualität produzieren. Die berufspraktisch
ausgerichtete Tertiärbildung (Höhere
Fachschulen, höhere Berufsbildung
und Fachhochschulen) sei heute eine
grosse Baustelle. Das Problem sei die
Unvergleichbarkeit unseres Bildungssystems mit den meisten europäischen Ländern. Die OECD-Statistik
erfasse weite Teile unserer höheren
Berufsbildung nicht, ganz einfach,
weil es sie in den meisten Ländern
nicht gäbe. Früher waren es die Meister und Poliere, heute gäbe es über
500 Abschlüsse der höheren Berufsbildung, aber keinen einheitlichen
Titel. Das sei mit ein Grund, weshalb
diese grosse und für die Wirtschaft
zentrale Weiterbildung so verkannt
und ignoriert werde. Absolut entscheidend sei, dass die Titel der höheren Berufsbildung (HBB) aufgewertet
würden, nach dem System «kein Abschluss ohne Anschluss». Deren Bildungsgänge (höhere Fachschulen HF,
eidgenössische Berufsprüfungen BP
und höhere eidgenössische Fachprüfungen HFP) müssten zusätzlich zur
deutschen Diplombezeichnung den
übergreifenden Titel eines «Professional Bachelor» bzw. eines «Professional Master» erhalten. Denn sie stehen heute in Konkurrenz mit Trägern
ausländischer Bachelor- und MasterTitel, die nie so viel können wie die
schweizerischen HBB-Absolventen,
aber mit einem akademischen Titel
ins Land kommen.
Im Weitern müsse auch das Gewerbe
einsehen, dass die höherschwelligen
Lehrberufe, wie etwa Informatiker,
Polymechaniker, Installateure, etwas
mehr Schulstunden brauchen, zum
Beispiel technisches Englisch und
eine Wochenstunde mehr Deutsch.
Und die leistungswilligen und leistungsfähigen Lernenden sollten nicht
daran gehindert werden, mit der
Lehre auch die Berufsmaturität zu
absolvieren.
Erfrischender Auftritt
zweier BM-Absolventen
In Kurzreferaten schilderten Stefan
Ulrich, Heizungsinstallateur mit BM1
und Celine Muñoz, Laborantin und
BM2-Absolventin ihren Weg in die
Berufsmatura.
Stefan Ulrich hatte trotz sehr gutem
Zeugnis eine Lehre angetreten. Der
Fortsetzung Seite 40
39
PODIUMSGESPRÄCH
PODIUMSGESPRÄCH
GRAFIK 1.1
Jug
op
r
ssyst
Jugendarbeitslosenquote: Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen,
Alter 15–24 Jahre, 1. Quartal 2014 (in %)
60
� Länder mit dualer Berufsbildung
� Länder mit vollschulischer Bildung
ohne Berufsbildung
50
40
30
20
10
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Quelle: Eurostat © Strahm / hep verlag
demisierungsfalle • Warum nicht alle an die Uni müssen • 978-3-0355-0017-2 © hep verlag ag
angehende Heizungsinstallateur zeigte sich zufrieden mit seinem Entscheid. Die BM1 bringe zwar einen
erheblichen Mehraufwand mit sich.
Mehr Hausaufgaben, zusätzlich Unterricht am Samstagvormittag und
damit einhergehend weniger Freizeit.
Demgegenüber bringe eine Berufsmatura entscheidende Vorteile.
tag in der 6. Primarklasse entscheidend für ihre Berufswahl. Später in
der Sek liebäugelte sie noch mit einer
gymnasialen Ausbildung, entschied
sich dann aber für die Lehre als Laborantin. Heute arbeitet sie 80% als
Laborantin im Labor der Urkantone
in Brunnen und absolviert berufsbegleitend die BM2. Diese Art der Aus-
«Es braucht mehr Selbstvertrauen
in der Berufsbildungsszene.»
Sie erhöhe die Fach-, Sozial- und
Selbstkompetenz, fördere das pflichtbewusste arbeiten, erhöhe den Orientierungsgrad und öffne die Türen zu
den Fachhochschulen.
Für Celine Muñoz war der Tochter-
40
bildung bedeute eine enorme zusätzliche Belastung, was ihr nicht immer
leicht falle. Die Aussicht auf eine Berufsmaturität mit all ihren Vorteilen
bringe aber genügend Motivation
zum Weitermachen.
Nicht gegeneinander
ausspielen
Das abschliessende Podium gab Gelegenheit zur Vertiefung und Fragestellung aus dem Plenum.
Strahm kam auf die Akademisierungsfalle zu sprechen. Ehemalige
Spitzen-Industriestaaten wie Frankreich, England, Norditalien erlitten
und erleiden einen beispiellosen
Niedergang ihrer Industrien, weil
ihnen die qualifizierten Arbeitskräfte
fehlen würden, die ihren Industrien
am globalen Wettbewerb zu höherer
Produktivität und zu technologischen
Innovationen verhelfen könnten. Die
lateinischen und angelsächsischen
Länder würden in der Akademisierungsfalle stecken.
Demgegenüber sei das Berufsbildungsystem (Berufslehre) und die berufspraktisch ausgerichtete Tertiärbildung (Höhere Fachschulen, höhere
Berufsbildung und Fachhochschulen)
den vollschulischen, rein gymnasialen und universitären Bildungssystemen überlegen. Denn die Berufsbildung habe ja neben dem Fachwissen
noch zwei andere Standbeine, die im
Gymnasium nicht im Vordergrund
stehen würden, nämlich die Qualifizierung der praktischen Intelligenz, also die Fähigkeit, Fachwissen
praktisch anzuwenden (Skills), und
die Vermittlung von betrieblichen
Arbeitsqualitäten wie Präzision, Verantwortung, Zuverlässigkeit, Termintreue. Es gäbe eben einseitig begabte oder schulmüde Jugendliche, die
sich in gymnasialen Bildungsgängen
durchquälen, aber in einer dualen Berufslehre aufblühten, weil bei ihnen
die praktische Intelligenz und andere
Neigungen zum Tragen komme.
Sehr aussagekräftig war die Aussage von Bruno Vogelsang, der in der
Berufsmatura ein probates Mittel im
Kampf gegen den Fachkräftemangel sieht. Er sei überzeugt, dass ein
Lernender mit BM in einem Betrieb
mehr Leistung bringe und damit die
fehlende Zeit kompensiere. Vogelsang
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
appellierte mit klaren Worten an die
Ausbildungsbetriebe: Man dürfe die
beiden Laufbahnwege nicht gegeneinander ausspielen. Heute sei das
Bildungssystem durchlässig. Mit einem Abschluss in der Berufsbildung
könne heute auch in die akademische
Laufbahn gewechselt werden oder
umgekehrt. Jeder könne und solle
das wählen, was seinen Fähigkeiten
entspricht. Sein klares Statement:
«Wir brauchen in allen Bereichen
gut ausgebildete Fachleute: bei den
Handwerkern genauso wie bei den
Ingenieuren.»
Für Georg Kaufmann, Verbandsleitungsmitglied vom KSGV, hat die Medaille zwei Seiten. Heute bestünden
zwei Möglichkeiten, die Berufsmatura
zu erwerben: entweder während der
Lehre BM1 oder nach dem Abschluss
während eines vollen Schuljahres
BM2. Er wisse, dass viele kleine und
mittlere Betriebe die BM1 ablehnen
würden, weil die Lernenden wegen
des zusätzlichen Schultags zu viel im
Unternehmen fehlen würden. Die Gewerbler müssten umgekehrt auch die
Notwendigkeit der BM1 erkennen,
ansonsten werde Fachkräftepotenzial
verschenkt. Zudem leiste ein Lernender BM1 für den Betrieb Überdurchschnittliches und steigere sein Image
als attraktiven Ausbildungsbetrieb.
Dr. Rudolf Strahm, profilierter Verfechter der Berufsbildung.
Celine Muñoz (BM2) und Stefan Ulrich (BM1).
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
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Die gut gelaunte Wandergruppe auf der Alp «Gitschenen».
25 Erwachsene und Kinder versammelten sich morgens um 08.30 Uhr
in Wollerau, um gemeinsam mit dem
Car in die Innerschweiz zu fahren.
Erster Stopp war in Lauerz, wo man
das Gefährt wechselte und mit der
kleinen Personenfähre «Gemma von
Arth» auf die Insel Schwanau im Lauerzersee übersetzte. Dort genoss man
im Inselrestaurant einen feinen Kaffee
mit Gipfeli, welcher vom Gewerbeverein gesponsert wurde. Anschlies-
Nach dem Kaffeehalt brachte der Car
die Teilnehmer bis nach Brunnen, wo
man mit dem Passagierschiff «Weggis» über den Urnersee bis nach Isleten fuhr. Auf dem Schiff blieb Zeit für
einen kleinen Apéro, einen Schwatz
oder um die schöne Urner Bergwelt
zu bestaunen. In Isleten wartete
schon der Car, um nach St. Jakob zu
fahren, von wo man mit der Seilbahn
in Achtergruppen auf die Alp «Gitschenen» befördert wurde.

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

 

 
send erkundete man die Insel, kletterte auf den Turm um die Aussicht
über den Lauerzersee zu geniessen
oder genoss ganz einfach die Sonne
in der Gartenwirtschaft.
Bei einem feinen Mittagessen genoss
man die Aussicht auf die Urner Alpen
und hatte es lustig zusammen. Später wechselte man die Gaststätte, um
auf der Sonnenterrasse einer Alpwirt-
schaft bei schönstem Sommerwetter
Kaffee mit «Gügs» und Kuchen zu geniessen. Wer wollte, konnte sich auch
auf der 1‘550 Meter hoch gelegenen
Alp auto-, lärm- und stressfrei auf die
Natur einlassen. Auf Gitschenen sein
bedeutet Eintauchen in eine berauschende Welt aus beeindruckender
Stille, saftig-grünen Alpwiesen und
spektakulären Panoramen. Einige
Mitglieder machten sogar eine kleine
Wanderung oder sammelten Heidelbeeren.
Schweren Herzens machte man sich
am späten Nachmittag zurück auf den
Heimweg via Seilbahn nach St. Jakob
und weiter mit dem Car via Flüelen
nach Wollerau. Leider war der wunderbare Tag viel zu schnell vorbei. Ein
Dankeschön geht an den Organisator
Markus Feusi, welcher sich jedes Jahr
wieder etwas Neues und Spannendes
für den Sommerausflug von «gewerbe plus» ausdenkt.

 
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
43
Vielen Mitarbeitenden fehlen Informatik-Grundlagen
IT-BERICHT
Trotz der zunehmenden Zahl an «Informatikgeräten» wie Smartphones und Tablets im privaten und geschäftlichen Umfeld und trotz
täglich genutzter Informatiklösungen offenbart die tägliche Praxis
eines ICT-Dienstleisters eher Ernüchterndes: Das Informatikrüstzeug
von Endanwendern in Unternehmen (inklusive Entscheidern) ist
sehr oft erschreckend bescheiden. Die Folgen sind Ineffizienz und
zusätzliche Kosten.
Von Simon Rickenbacher Partner MIT-GROUP
Vielen Endanwendern in Unternehmen kann in punkto Informatikkenntnisse kein gutes Zeugnis ausgestellt werden: Es happert bei der
Betriebssystemnutzung und bei den
Anwendungskenntnissen im Bereich
von Standardanwendungen. Dies
führt zu unnötigen Leerläufen und
Zusatz-Supportkosten. Zudem werden Entwicklungen in der Informatik
damit verhindert, vor allem wenn die
aktive Beteiligung der Mitarbeitenden
gefragt ist, z.B. bei der Konzeption
und Einführung neuer Lösungen.
Fatalerweise sind auch Entscheiderinnen und Entscheider eines Unter-
nehmens sehr oft nicht von diesem
Befund ausgenommen.
Fehlende Aus- und Weiterbildung
Der mehrere Jahre zurückliegende
Word- und Betriebssystembasiskurs
macht nicht den Meister. Defizite
werden oft bei einem Versionswechsel offenbar – wenn sich die Endanwender darüber ärgern, dass sie «dieses Zeugs» nicht mehr finden. «Nicht
finden» bedeutet aber sehr oft einfach
«nie verstanden». Man hat einfach gemacht, immer am selben Ort geklickt,
möglicherweise gar handzettelgeleitet. Die Folgen sind für alle ärgerlich:
Der Endanwender regt sich auf, der
Unternehmer hat (zurecht) den Eindruck, die neue Lösung bringe nicht
den erhofften Gewinn, Supporter
sind frustriert, weil sie oft zur Zielscheibe des ganzen Ärgers werden.
Dabei sollten nicht zuletzt Endanwender hinterfragen, was sie da eigentlich mit ihrem Computer tun.
Dies muss nicht bis in ungeahnte
Systemtiefen führen, entscheidend ist
das Verstehen der Grundfunktionen
und -zusammenhänge. Zusätzlich bedarf es unterstützender Massnahmen
seitens des Arbeitgebers. Eine einmalige Schulung reicht sicher nicht.
Sinnvoll wäre eine gewisse Regelmässigkeit, sowohl wenn es um das Vermitteln von neuem Anwenderwissen
geht, als auch in punkto Auffrischen
von bereits Gelerntem.
Insbesondere bei der Neueinführung
von Lösungen sollte der Schulungsteil
(und die damit verbundenen Kosten)
realistisch kalkuliert werden, und
zwar nicht nur für die Schnellbleiche nach Projektabschluss, sondern
auch für die eigentliche Betriebszeit
danach.
Realistische Standortbestimmung nötig
Informatik-Defizite werden in vielen Unternehmen nicht thematisiert,
oft wird die Anwendungskenntnis
schlicht vorausgesetzt, sie scheint einfach gegeben zu sein. Ursache hierfür
zern die Möglichkeit zu geben, sich
in Sachen Anwendererfahrung auszutauschen. Hierfür braucht es keine
teuren oder komplizierten Zusatzlösungen. Eine solcher «Wissens-Pool»
lässt sich oft schon mit vorhandenen
Bordmitteln oder mit einer kostengünstigen Cloudlösung realisieren.
Die Antworten auf immer wieder
auftauchende Fragen, können so
zentral und personenunabhängig zur
Verfügung gestellt werden – in einer
Sprache, die der Endanwender auch
versteht.
Eine weitere Möglichkeit, Wissen zu
vermitteln (und externe Supportkosten zu senken), ist das PoweruserPrinzip. Vor allem in etwas grösseren
Unternehmen und Organisationen
können einzelne «Wissensträger»
oder «Spezialisten» unter den An-
«Informatik-Defizite werden
in vielen Unternehmen nicht
thematisiert.»
ist nicht selten, dass die Unternehmensleitung selbst entsprechende
Defizite aufweist. Dies erschwert eine
realistische Standortbestimmung sowie Massnahmen, welche dazu beitragen könnten, die Situation zu verbessern. In vielen Fällen würde nur
schon eine Stunde «über die Schulter» ausreichen, um Verbesserungsmöglichkeiten zu orten.
Victor Martinez, Kampagnenleiter «Sichere Lehrzeit» - SBBK/CSFP Nottwil
Wissen verfügbar machen
Viele Endanwender sind Einzelkämpfer. Es macht Sinn, den Endbenut-
08.11.2013 / Seite 21
Seite 21
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SCHWYZER GEWERBE 09-2014
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
wendern so verhältnismässig schnell
Informatikwissen intern vermitteln
und Basis-Support bieten. Wichtig
ist, dass Endanwender nicht zu solchen Funktionen «verdonnert» werden. Eine gewisse Motivation ist die
Voraussetzung für eine gute Wissensvermittlung. Zudem sollte das System strukturiert und Kompetenzen
klar geregelt sein. Poweruserinnen
und Poweruser kann auch bei der
Einführung neuer Informatiklösungen eine tragende Rolle zukommen,
etwa wenn es um die Optimierung
der einzuführenden Lösung oder die
frühzeitige Identifikation von möglichen Stolpersteinen geht, welche das
Projekt verzögern könnten.
Mögliche Ansätze
für Entscheiderinnen und
Entscheider
Entscheiderinnen und Entscheider
sind nicht nur als Endanwender gefragt, sie sollten vielmehr die wesentlichen Entscheidungen rund um die
Weiterentwicklung der unternehmenseigenen Informatik fällen. Dies
können sie nur dann sinnvoll tun,
wenn:
–die Unternehmensinformatik nicht
einfach als notwendiges Übel,
sondern als Chance gesehen wird;
- die Unternehmensinformatik damit
zur Chefsache, und nicht einfach
an den internen «Freak» weiter delegiert wird;
- die Unternehmensinformatik auf
der Grundlage der Unternehmens strategie entwickelt und Teil dieser
Strategie wird,
- die Wissensgrundlagen geschaffen
werden, um überhaupt entscheiden
zu können – die eigenen Anwen dungserfahrungen reichen dazu in
aller Regel nicht aus. Dieses Wissen
kann extern eingekauft werden.
Führungspersönlichkeiten schaffen
sich zudem Glaubwürdigkeit, wenn
sie mit demselben Instrumentarium
arbeiten wie ihre Angestellten und
sich um ihre eigene Anwendungskompetenz kümmern – dann kann
diese auch von den Angestellten eingefordert werden.
45
Neues Rechnungslegungsgesetz: Jetzt Kontoplan bereinigen
Spätestens mit dem Geschäftsjahr 2015 müssen Unternehmen
erstmals die Vorschriften des
neuen Rechnungslegungsgesetzes (nRLG) anwenden. Was passiert in diesem Zusammenhang
mit dem Kontoplan?
Antwort...
Das nRLG gilt seit dem 1. Januar
2013. Es knüpft nicht mehr an die
juristische Form des Unternehmens,
sondern an seine wirtschaftliche Bedeutung an. Während KMU von bestimmten Entlastungen profitieren,
müssen grössere Unternehmen strengere Vorschriften einhalten. Unter die
neuen Bestimmungen fallen alle juristischen Personen, Einzelunternehmen
und Personengesellschaften mit einem
Jahresumsatz von mindestens CHF
0.5 Mio.
(Der Vollständigkeit halber: Unternehmen mit weniger als CHF 0.5 Mio.
Umsatz dürfen eine Buchhaltung führen, die nur Einnahmen, Ausgaben
und Vermögenslage enthält (so genanntes «Milchbüchlein»). Diese Vereinfachung gilt auch für Vereine und
Stiftungen, die sich nicht ins Handelsregister eintragen lassen müssen sowie
für Stiftungen, die von der Pflicht zur
Bezeichnung einer Revisionsstelle befreit sind.)
Spätestens mit dem Geschäftsjahr
2015 muss das nRLG erstmals umgesetzt werden. Darum gilt: Es ist höchste Zeit, sich mit den neuen Vorschriften zu befassen. Insbesondere lohnt
es sich, schon jetzt gründlich über
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Rechtsgrundlagen
Die Buchführung und somit der Kontoplan ist Teil des nRLG. Gemäss Art.
957a Abs. 1 OR ist die doppelte Buchführung Basis für die Rechnungslegung. Sie hat folgenden Zweck: «Die
Buchführung bildet die Grundlage der
Rechnungslegung. Sie erfasst diejenigen Geschäftsvorfälle und Sachverhalte, die für die Darstellung der Vermögens-, Finanzierungs- und Ertragslage
des Unternehmens (wirtschaftliche
Lage) notwendig sind.» Damit die
Buchführung ein zuverlässiges Bild
der Unternehmenssituation wiedergeben kann, hält Art. 957a Abs. 2 die
fünf Grundsätze der ordnungsmässigen Buchführung fest:
1.Vollständige, wahrheitsgetreue
und systematische Erfassung der
Geschäftsvorfälle und Sachverhalte
2.Belegnachweis für die einzelnen
Buchungsvorgänge
3.Klarheit
4.Zweckmässigkeit mit Blick auf Art
und Grösse des Unternehmens
5.Nachprüfbarkeit
Die Botschaft dazu führt aus: «Nach
Ziffer 1 müssen die Geschäftsvorfälle
und Sachverhalte vollständig, wahrheitsgetreu und systematisch erfasst
werden. Nach dem Grundsatz der
Wahrheit müssen die vollständig erfassten Daten unverfälscht und richtig verbucht werden. Weiter ergeben
sich aus dieser Vorschrift die Pflicht
zur chronologischen und lückenlosen
Erfassung von Buchungstatsachen in
einem Journal, die Notwendigkeit der
Führung einer doppelten Buchhaltung und die Verwendung einer sachlogischen Gliederung aller verbuchten
Geschäftsvorfälle in einem Kontoplan,
der sich an einem anerkannten Kontenrahmen orientiert.» Damit lässt
sich nun unmittelbar aus dem Gesetz
ableiten, dass die Buchhaltung auf einem Kontorahmen aufbauen muss.
Das nRLG definiert detailliert, wie Bilanz und Erfolgsrechnung mindestens
gegliedert werden müssen. Die vom
Gesetz vorgeschriebenen Positionen
sind einzeln und in der vorgegebenen
Reihenfolge auszuweisen. Die wichtigsten Änderungen sind im separaten
Kasten auf dieser Seite aufgeführt.
Buchhaltungssoftware
Mit dem Anpassen des Kontoplans
ist in der Regel ein Update der Buchhaltungssoftware verbunden. Darum
sollte ein Unternehmen auch hier
frühzeitig mit seinem entsprechenden
Anbieter bzw. Dienstleister eine aktuelle Lösung erarbeiten bzw. installieren. Dabei sollte das Augenmerk auf
individuell passende und effiziente
Strukturen gelegt werden.
Fazit
Das nRLG bringt zwar einige Änderungen und Neuerungen, es bietet
aber auch die Chance, den aktuellen Kontoplan des Unternehmens
gründlich zu bereinigen. Wird diese
Arbeit rechtzeitig und gewissenhaft
ausgeführt, verbessern sich Schutz
und Transparenz für das Unternehmen und weitere Interessensgruppen.
Bei cleverer Planung können zudem
spürbare Effizienzgewinne verbucht
werden. Mit Blick auf die spätestmögliche Einführung im Geschäftsjahr
2015 sei jedoch daran erinnert: Die
Zeit verrinnt in der Regel schneller als
gedacht…
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Achtung Termine!
Gliederung der Bilanz
Als Umlaufvermögen oder kurzfristige Verbindlichkeiten gelten alle Positionen,
die voraussichtlich innerhalb eines Jahres realisiert bzw. fällig werden. Die Bilanz
ist nach Liquiditätsgrad (Aktiven) sowie nach Fälligkeit (Passiven) gegliedert. Die
Gliederung ist anzupassen, sofern aufgrund der Unternehmenstätigkeit oder
für Zwecke der Beurteilung der Vermögenslage notwendig.
Für die Einführung bzw. Anwendungen des neuen Rechnungslegungsrechts gelten folgende
Übergangsbestimmungen:
– Grundsätzlich: erstmals
mit dem Geschäftsjahr
ab 1. Januar 2015
–Konzernrechnung:
Geschäftsjahr
ab 1. Januar 2016
– Wichtig: Im ersten Jahr der
Umstellung (also spätestens
Geschäftsjahr 2015) wird
kein Vorjahresvergleich auf
Papier verlangt!
Aktiven
1.Umlaufvermögen
a.flüssige Mittel und kurzfristig gehaltene Aktiven mit Börsenkurs
b.Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
c.übrige kurzfristige Forderungen
d.Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen
e.aktive Rechnungsabgrenzungen
2.Anlagevermögen
a.Finanzanlagen
b.Beteiligungen
c.Sachanlagen
d.immaterielle Werte
e.nicht einbezahltes Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital
Passiven
1. Kurzfristiges Fremdkapital
a.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
b.kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
c.übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
d.passive Rechnungsabgrenzungen
2. Langfristiges Fremdkapital
a.langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
b.übrige langfristige Verbindlichkeiten
c.Rückstellungen sowie vom Gesetz vorgesehene ähnliche Positionen
3.Eigenkapital
a.Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital
(gegebenenfalls gesondert nach Beteiligungskategorien)
b.gesetzliche Kapitalreserve
c.gesetzliche Gewinnreserve
d.freiwillige Gewinnreserven oder kumulierte Verluste als Minusposten
e.eigene Kapitalanteile als Minusposten
Gliederung der Erfolgsrechnung
Die Erfolgsrechnung kann als Produktionserfolgsrechnung sowie als Absatz erfolgsrechnung dargestellt werden. Im Fall der Absatzerfolgsrechnung müssen
im Anhang der Personalaufwand sowie Abschreibungen und Wertberichtigun gen auf Positionen des Anlagevermögens aufgeführt sein.
Produktionserfolgsrechnung
1. Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen
2. Bestandsänderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen
sowie an nicht fakturierten Dienstleistungen
3.Materialaufwand
4.Personalaufwand
5. übriger betrieblicher Aufwand
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens
7. Finanzaufwand und Finanzertrag
8. betriebsfremder Aufwand und betriebsfremder Ertrag
9. ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag
10. direkte Steuern
11. Jahresgewinn oder Jahresverlust
Absatzerfolgsrechnung
1. Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen
2. Anschaffungs- oder Herstellungskosten der verkauften Produkte und Leistungen
3. Verwaltungsaufwand und Vertriebsaufwand
4. Finanzaufwand und Finanzertrag
5. betriebsfremder Aufwand und betriebsfremder Ertrag
6. ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag
7. direkte Steuern
8. Jahresgewinn oder Jahresverlust
SCHWYZER GEWERBE 09-2014
Claudia Mattig,
dipl. Lm.-Ing. ETH, M. A. HSG
sowie dipl. Wirtschaftsprüferin, ist
Mitinhaberin der Treuhand- und
Revisionsgesellschaft Mattig-Suter
und Partner. Sie prüft national
und international ausgerichtete Kunden aus dem Industrie-,
Handels- und Dienstleistungssektor. Zudem befasst sie sich
mit der ganzheitlichen Beratung
und Begleitung von national und
international tätigen KMU.
www.mattig.ch
Fachforum
Eine Dienstleistung des KSGV.CH
SIE fragen
Frage...
den neuen Kontoplan nachzudenken:
Ist er unter dem nRLG noch aktuell?
Können alte Konti bereinigt werden?
Gibt es Möglichkeiten zur Vereinfachung? Wo und wie lassen sich Effizienzgewinne erzielen?
Die wichtigsten Kontoplan-Neuerungen
WIR antworten
Spätestens im Geschäftsjahr 2015 müssen Unternehmen einen Kontoplan
verwenden, der dem neuen Rechnungslegungsgesetz (nRLG) entspricht.
Obwohl mit Umtrieben verbunden, bietet die Neugestaltung dieser
Buchhaltungsgrundlage gerade für KMU die grosse Chance, Sicherheit,
Transparenz und Effizienz des Kontoplans zu verbessern.
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SCHWYZER GEWERBE 09-2014
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AGENDA
Gewerbevereine/Berufsverbände
03.10.2014
anfang Nov.
06.11.2014
13.11.2014
27.11.2014
30.01.2015
05.02.2015
26.03.2015
16.04.2015
16.04.2015
17.04.2015
15.08.2015
Gewerbeverein Einsiedeln: Herbstanlass Golfclub Ybrig
gewerbe plus: Weinschiff
Gewerbeverein Arth-Oberarth-Goldau: «Gwärbler-Höck»
Gewerbeverein Brunnen-Ingenbohl: Quartalstreffen
HGV Lachen/Altendorf: Fondueplausch
Gewerbeverein Arth-Oberarth-Goldau: «Gwärbler-Höck»
gewerbe plus: Winterevent
gewerbe plus: 4. GV feusisberg-schindellegi-wollerau
Gewerbeverein Einsiedeln: Generalversammlung
Gewerbeverein Arth-Oberarth-Goldau: Generalversammlung
Meisterzunft Küssnacht: «Gwärb 15» Gewerbeausstellung (17. bis 19. April)
gewerbe plus: 2-tägiger Sommerausflug Kraftwerk Grimsel (15./16. August)
KSGV
13.10.2014
04.12.2014
21.01.2015
10.06.2015
Verbandsleitungssitzung und Präsidentenkonferenz
Verbandsleitungssitzung
Verbandsleitungssitzung und Präsidentenkonferenz
KSGV-Delegiertenversammlung in Einsiedeln
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T EL. 041 819 08 10
KMU FRAUEN SCHWYZ
27.10.2014
30.01.2015
Sternen Pfäffikon: Studie der Rolle der Frau in der KMU-Wirtschaft
Winterevent: Mondscheinwanderung und Kutschenfahrt, Gottschalkenberg
JAHR DER BERUFSBILDUNG
01.10.2014 Lille Frankreich
18.11.2014Bern
EuroSkills (01. bis 05. Oktober)
SBFI-Berufsbildungstagung
VERSCHIEDENES
13.10.2014
16.10.2014
30.11.2014
29.01.2015
Eidgenössische und Kantonale Abstimmung
Wirtschaftsforum Schwyz
Eidgenössische Abstimmung
Tischmesse Schwyz
Weitere Anlässe unter: www.ksgv.ch/events
Vi ct or Mar t i nez, Kampagnenl ei t er «Si c her e Lehr z ei t » - SBBK/ CSFP Not t wi l
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Anlässe für den KSGV-Veranstaltungskalender im Internet und für das SCHWYZER GEWERBE
bitte melden unter: redaktion@ksgv.ch, Veranstaltungskalender
08. 11. 2013 / Sei
20 t e
Sei t e20
Silvio Hediger vergisst wohl gerade
wieder, dass er Überstunden macht.
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