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Bericht - buergerinitiative-elisabethallee

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ÖSTERREICH
Von Eva Linsinger
Fotos: PhilipP Horak
E
in paar Salathäuptel trotzen im Gemüsebeet
noch dem Herbst, die Kinder-Klettergeräte in
den schönen Vorgärten sind genauso schmuck
wie die Terrassensitzgruppen vor den dreistöckigen
Häusern. Keine Frage, hier in der Fasangartensiedlung in Wien-Hietzing lässt es sich leben: Nur 14
Autominuten vom ersten Bezirk entfernt – und trotzdem eine ländliche Grün-Idylle. Schönbrunn mit
seinem riesigen Schlosspark ist gleich ums Eck, die
Giraffen in der Bundesheer-Kaserne werden die neuen Nachbarn, und der profil-Fotograf schwört Stein
und Bein, zwischen den Bäumen und Grasinseln
auf dem brachliegenden angrenzenden Grundstück
einen Fuchs vorbeiflitzen gesehen zu haben.
Thomas Prantner wohnt hier in der Fasangartensiedlung. Im Hauptberuf ist der 50-Jährige OnlineDirektor des ORF und hat seinen Ruf als Machtfaktor der Tatsache zu verdanken, dass er als Verbindungsmann zur FPÖ gilt. Der Mann hat Übung im
Strippenziehen. Das kommt ihm in seinem Nebenjob zugute: Prantner ist auch Sprecher einer Bürgerinitiative, die gegen neue Nachbarn in der Siedlung wettert. Um alarmistische Schlagwörter ist er
dabei nicht verlegen: Er protestiert er gegen „den
Monsterbau“, die „Lärm- und Verkehrshölle“, „Beton-Glas-Villen“ und die „Verschandelung des Bezirks“. Auch Vorwände sind ihm recht: Einmal will
er „das Naturdenkmal Linde“ retten, dann Parkplätze für Schönbrunn-Besucher. Letztlich geht es ihm
und seinen Mitstreitern vor allem um eines: die eigene Aussicht, die derzeit aus Bäumen und Wiesen
besteht. Naturgemäß würde sie darunter leiden,
wenn am Nachbargrundstück 24 Wohnungen gebaut werden.
In der Fasangartensiedlung lässt sich wie unter
einem Brennglas der Konflikt besichtigen, der sich
derzeit quer durch Wien zieht. Die Stadt, die über
Jahrzehnte geschrumpft war, erlebt ihre zweite
Gründerzeit. Keine andere Stadt in der EU wächst
derzeit so schnell wie Wien, die Bevölkerungszahl
steigt pro Jahr um 25.000 Menschen und wird im
Jahr 2029 die Zwei-Millionen-Einwohner-Marke
überklettern. Anders gerechnet: Binnen zehn Jahren wird sich Wien um die Einwohnerzahl von Graz,
der immerhin zweitgrößten Stadt Österreichs, vergrößern. Dafür braucht es viele tausend neue Wohnungen – aber viele Wiener wehren sich gegen zusätzliche Bewohner über oder neben ihnen. Die
Spielregeln für das wachsende Wien, das stets eine
Metropole wider Willen war, werden gerade neu definiert – und viele Konflikte wiederholen sich, die
schon vor 100 Jahren, in der letzten Boomphase,
ausgefochten wurden.
Wie viele Bürgerinitiativen derzeit quer durch
Wien aus dem Boden schießen und sich gegen Bauprojekte wehren, weiß niemand so genau. Selbst
Heinz Berger, der Initiator der Online-Plattform
„Bürgerprotest“, kann ihre Zahl nur mit überaus vagen „50 bis 100“ beziffern. Manche sorgen sich um
Ziesel oder andere possierliche Tiere, die durch
24 profil 42 • 13. Oktober 2014
Metropole
wider Willen
Wien erlebt seine zweite Gründerzeit, beileibe
nicht zur Freude von allen: Widerstand formiert
sich gegen neue Bewohner. Mit dem Leben in
einer Millionenstadt haben Wiener traditionell
Probleme, die Urbanisierung verlief schon in der
ersten Boomphase zögerlicher als anderswo.
BÜRGER FÜR BÄUME
Thomas Prantner und Josef Prandstetter (links) kämpfen
gegen „Monsterbauten“ und für ihre Aussicht.
.
ernd
4%
1.
Innere
Stadt
-11%
2. Leopoldstadt
+21%
3.
Land4.
Wieden straße
+8% +19%
10.
Favoriten
+21%
.
Margareten
+10%
22.
Donaustadt
+34%
Wohnbauten gefährdet seien, andere um Bäume.
Es ist ein wenig eine Ironie der Geschichte, dass
11.
mit Christoph Chorherr ausgerechnet ein Grün-PoSimmering
+12%
litiker das Prinzip Beton statt Baum verteidigt: „Die
Umweltverträglichkeitsprüfung ist eines der
Wie sich die Einwoh- Haupthindernisse bei der Stadterweiterung. Bei
Bevölkerungsprognose:
nerzahl der Bezirke
manchen Bürgerinitiativen werden öffentliche InVerlust bis 0%
bis 2034 ändert.
teressen vorgeschoben, um ausschließlich indivi1 bis 10% Wachstum
20.
duelle
Anliegen zu vertreten.“ So viel zum Bürger11 bis 20%
Brigittenau
protest im Allgemeinen, und zu Thomas Prantners
21.
+25%
21 bis 30%
Floridsdorf
8.
31 bis 40%
Initiative im Besonderen weiß der Grüne Planungs+16%
Josefstadt
Quelle: Stadt Wien
sprecher Chorherr zu sagen: „Ich stehe derzeit bei
+15%
7.
vielen Bürgerinitiativen in Favoriten oder in der DoNeubau
19.
+14%
naustadt, wo etliche 100 Wohnungen gebaut werDöbling
±0%
den. Da ist es für mich undenkbar, 25 Wohnungen
zu verhindern, nur weil jemand hervorragend ver17.
Hernals 18. Währing
netzt ist und stark interveniert.“ Noch dazu ist Hiet9.
14.
+11%
22.
+5%
AlserPenzing
Donaustadt
zing (neben der Innenstadt) ohnehin einer der beigrund
16.
+3%
+34%
+14%
2. Leoden Wiener Ausnahmebezirke, die sogar Einwoh1.
Ottakring
poldstadt
Innere
+9%
ner verlieren – alle anderen 21 werden kräftig wachStadt
+21%
15.
-11%
3.
Rudolfsheimsen
(siehe Grafik).
Land4.
Fünfhaus
Wieden straße
Unendlich
viele Varianten für zusätzlichen Wohn+4%
13.
+8% +19%
Hiezing
raum gibt es nicht. Die konfliktfreieste Methode ist
-2%
12.
Miniwachstum nach oben: der Dachbodenausbau.
11.
Meidling
10.
Simmering
Wer an gefühlten hunderten „hier entstehen Dach+12%
Favoriten
+12%
23.
+21%
terrassen-Wohnungen“-Schildern vorbeifährt, wird
Liesing
+19%
es kaum glauben können – aber bis heute warten
20.000 Dachböden darauf, von Mülllagerstätten
Bevölkerungsprognose:
zu Wohnungen umgebaut zu werden. Problema5.
6.
Verlust bis 0%
Mariahilf Margareten
tischer
ist Wachstum am Stadtrand: Auch das pas1
bis
10%
Wachstum
+20% +10%
siert – allein in Aspern entstehen Wohnungen für
11 bis 20%
21 bis 30%
20.000 Menschen –, aber mit hingeklotzten Groß31 bis 40%
projekten in der Peripherie machte Wien in der VerQuelle: Stadt Wien
gangenheit leidvolle Erfahrungen. Riesenschlafburgen wie die Großfeldsiedlung gelten als Exempel,
wie man nicht bauen soll. Immerhin, nach Aspern
führt eine U-Bahn. Aber Verkehrswege erst bauen
zu müssen, geht ins Geld. Bleibt als dritte Variante
die sogenannte Verdichtung – also in den bestehenden Bezirken mehr Menschen auf gleich viel Raum
unterzubringen.
Da wäre einiges an Luft – vor allem nach oben.
„In Wien gilt bis heute jedes Gebäude über 26 Meter
als Hochhaus. Das ist natürlich lächerlich“, sagt Volker Dienst, Architekt und Sprecher der Plattform
Baukultur. Denn die Klassifizierung als „Hochhaus“
bedeutet auch strenge technische Auflagen, deren
Erfüllung ins Geld geht. Dabei wären ein paar zusätzliche Stockwerke teils die klügere Lösung als
Neubauten auf den wenigen kargen Grünflächen.
Aber Wien hatte zur Vertikalen stets ein zutiefst
gespaltenes Verhältnis. Nur hier ging im Jahr 1931
das „Hochhaus“ in der Herrengasse im ersten Bezirk
als erstes Hochhaus der Stadt durch – maß es doch
läppische 50 Meter. Zum Vergleich: Im selben Jahr
wurde in New York das Empire State Building errichtet – mit 443 Metern ein echter Wolkenkratzer.
Für den Stadtforscher Peter Payer ist das ein Beispiel dafür, dass Wien im Grunde stets eine „Metropole wider Willen“ war – oder, anders ausgedrückt:
„Wien ist die größte Kleinstadt der Welt.“ Viele Etappen der Urbanisierung gingen in Wien zögerlicher
vonstatten als anderswo: In London etwa fuhren die
Gewinner,
Verlierer
13. Oktober 2014 • profil 42 25
ÖNB
ÖSTERREICH
Bevölkerungsexplosion
Durchschnittlicher jährlicher
Bevölkerungsanstieg in Prozent.
Quelle: Verein für Wohnbauförderung
15
Istanbul
10
Wien
5
’60– ‘65– ‘70– ‘75– ‘80– ‘85– ‘90– ‘95– ‘00– ‘05– ‘10– ‘15– ‘20–
’65 ’70 ’75 ’80 ’85 ’90 ’95 ’00 ’05 ’10 ’15 ’20 ’23
Stadtrandboom
Der europäische Teil von Istanbul belegt anschaulich,
wie eine Stadt nicht wachsen darf.
W
er sein Auto liebt, der staut
zur Arbeit. Zweieinhalb
Stunden am Morgen, zweieinhalb
Stunden am Abend. Dafür wohnt
man im Grünen. Wobei sich das,
was der Wiener gemeinhin unter
Grün versteht, nicht unbedingt mit
dem deckt, was der Istanbuler
meint: irgendwie im Nirgendwo, in
Hochausreihen mit Aussicht auf die
Autobahn und startende Flugzeuge
der Turkish Airlines, ohne nennenswerte Anbindung an den ohnehin
spärlich ausgebauten öffentlichen
Verkehr. Denn Istanbul, über 5000
Quadratkilometer groß und in der
Ausdehnung 120 Kilometer lang,
verfügt zwar über 900 Buslinien,
aber diese stehen ebenfalls meistens
im Stau.
Die Einwohner der Metropole am
Bosporus haben sich seit den
1960er-Jahren von 1,5 Millionen
auf heute 14 Millionen vermehrt.
Tendenz: wachsend. Das hatte zur
Folge, dass allein in den vergangenen drei Jahren der Bau von
1,5 Millionen neuen Wohneinheiten bewilligt wurde (in Wien waren es im selben Zeitraum knapp
24.000). Mietwohnungen sind in
Istanbul Seltenheit. 8,5 von zehn
Einheiten stehen im Eigentum, sogar „soziale“ Wohnungen, die freilich nur in Spurenelementen vorhanden sind. Immobilien gelten als
sichere Anlage. In Wien, zum Vergleich, macht der Mietwohnungssektor mit 76 Prozent den überwie26 profil 42 • 13. Oktober 2014
genden Teil des Bestandes aus, zwei
Drittel davon zählen zum sozialen
oder geförderten Sektor.
Knapp bemessen waren die
Wohneinheiten in der türkischen
Großstadt nie – selbst „Sozialwohnungen“ starteten früher bei einer
Größe von 120 Quadratmeter, um
soziale Unterschiede klein zu halten. Mittlerweile bäckt man freilich
schon kleinere Brötchen, auch
wenn das angesichts der Skyline am
Stadtrand kaum vorstellbar ist. Die
Fläche ist mit Wohnblöcken vollgerammelt, Siedlungen mit Einfamilienhäusern sind kaum vorhanden.
Vielerorts bilden sich bereits „gated
communitys“, also umzäunte
Wohneinheiten mit Securitys. Die
rasche Bebauung hat es mit sich gebracht, dass mitunter auf Infrastruktur wie Greißler, Putzereien,
Cafés völlig vergessen wurde – von
öffentlicher Anbindung ganz zu
schweigen. Sogar Siedlungen mit
1000 Wohneinheiten, unter denen
die S-Bahn durchführt, verfügen
über keine eigene Station.
Wenn Istanbul auch rasant
wächst, so werden mittlerweile
doch jährlich 60.000 Einheiten über
dem Bedarf errichtet. Da die Bautätigkeit aber der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung der Türkei
und größter Arbeitgeber ist – und
damit auch eine Visitenkarte der
Politik gegenüber den Wählern –,
wird munter weitergebaut. Bis zur
Blase.
Ulla Kramar-Schmid
ersten U-Bahnen im Jahr
1863, in Budapest immerhin 1896 und 1900 auch in
Paris. Nur in der Kaiserstadt Wien blieb die UBahn ewig im Diskussionsstadium stecken. Erst im
Jahr 1976 wurde die erste
U-Bahn-Strecke eröffnet.
Wenn Payer das Jahrhundertwende-Wien mit
der heutigen Boom-Stadt
Wien vergleicht, muss er
manchmal schmunzeln,
wie sehr sich manche Konflikte wiederholen. Das Zusammenleben auf engerem Raum wurde schon
damals erregt ausverhandelt, nicht umsonst erschien im Jahr 1913 das
Handbuch „Großstadt-Benehmen“, das etwa mit erhobenem Zeigefinger nahelegte: „Jedermann hat
sich und seinen Nebenmenschen zuliebe alles zu
vermeiden, was das in der Großstadt ohnehin hochgespannte Nervensystem überreizen könnte.“
Das Lieblingsstreitthema war damals wie heute
der Verkehr. Wobei vor einem Jahrhundert der
Lärmpegel wesentlich höher war, weil es keinerlei
Verkehrsregeln gab. Also versuchten vom Fußgänger bis zum Fahrer alle durch möglichst laute Geräusche auf sich aufmerksam zu machen: Durch Hupen (Autos), Dauerklingeln (Tramway und Fahrräder), Peitschenknallen (Pferdedroschken) und
Schreien (alle).
„Die Frage der Mobilität ist bis heute eine der emotionalsten Fragen überhaupt in der Stadtplanung“,
seufzt Thomas Madreiter, der Planungsdirektor der
Stadt. Daher bemüht er sich, Autofahrer nicht zu
vergrätzen und formuliert vorsichtige Sätze wie
„Fußgänger, Radfahrer und Öffi-Benutzer sind zu forcierende Segmente in unserem Mobilitätskonzept“
oder „für jüngere Stadtbewohner hat das eigene
Auto einen wesentlich geringeren Stellenwert als
für die ältere Generation“.
Dass sich in einer wachsenden Stadt ein Gratisparkplatz vor dem Haus für jeden nicht ausgehen
wird, dass U-Bahnen oder Straßenbahnen mehr
Menschen transportieren können als Privat-Pkws –
das kann sich noch jeder Laie ausrechnen. Madreiter hat sich, wenn er über das Wien des Jahres 2050
nachdenkt, aber auch mit weniger naheliegenden
Fragen zu beschäftigten. Etwa jener: „Wie kann ich
die Stadt belüften, für Frischluftschneisen und Abkühlung sorgen?“ Denn: Urbane Gebiete sind vom
Klimawandel besonders betroffen, die Zahl der Hitzetage in Wien steigt, jene der kühlen Nächte sinkt.
Über Kühlideen grübeln Madreiters Experten
noch.
Prinzipiell hat der Wiener Planungsdirektor aber
ein paradoxes Riesenglück: Viele Prognosen der Ver-
ERSTE GRÜNDERZEIT
Die erste Boomphase Wiens war von der Ringstraßengeneration geprägt.
gangenheit lagen meilenweit daneben. So war Bürgermeister Karl Lueger um die Jahrhundertwende
aufgrund von Expertenberechnungen felsenfest davon überzeugt, dass die Hauptstadt des Kaiserreiches im Jahr 1950 vier Millionen Einwohner haben
werde. Auf diese Bevölkerungszahl waren das weitverzweigte Kanalnetz, das vor allem zur Vermeidung
der damals verbreiteten Cholera angelegt wurde,
und die zweite Hochquellwasserleitung, für die stilvoll am 11. August 1900, dem 70. Geburtstag von
Kaiser Franz Joseph, der Grundstein gelegt wurde,
dimensioniert. Sie transportiert bis heute Wasser
aus der Steiermark nach Wien. Die damaligen Kalkulationen über den Wasserverbrauch waren mindestens genauso grundfalsch wie die Bevölkerungsprognosen: Damals wurde kompliziert kalkuliert,
dass jeder Einwohner 0,6 Eimer pro Tag verbraucht.
Das entspricht etwa 34 Liter Wasser – eine Menge,
die der durchschnittliche Wiener heute täglich die
Toilette hinunterspült. Tatsächlich konsumiert ein
statistischer Städter 162 Liter Wasser pro Tag. Aber
Hochquellwasserleitung und Kanalnetz, die
damals für erwartete vier Millionen Einwohner errichtet wurden, werden für eine
Zwei-Millionen-Stadt reichen.
So viele Einwohner hatte Wien schon
einmal, im Jahr 1910, als es zur siebtgrößten Stadt der Welt aufgestiegen war. Die damalige Gründerzeit glänzte allerdings bei
Weitem nicht für alle: Die Wohnungssituation war katastrophal, tausende Obdachlose hausten in Kanälen, 90.000 sogenannte
„Bettgeher“ teilten ihre Schlafstatt im
Schichtbetrieb, Großstadtseuchen wie die
Tuberkulose hießen nicht ohne Grund „Wiener Krankheit“. Die
2,24
2034
desaströsen Zustände
2,04
von damals sind tief 2,0
im kollektiven Ge1,77
dächtnis verankert,
auch deshalb gilt das
1,5
Leben in einer Millionenstadt bis heute
manchen als Gräuel.
Von der seinerzei- 1,0
tigen Wohnungsnot
ist das heutige Wien weit entfernt. Aber auch jetzt klettern 0,5
die Immobilienpreise stetig
nach oben – und die Grund- 0,40
stückspreise mit ihnen. Schon
Quelle: Statistik Austria profilinfografik•noa
jetzt ist Baugrund dermaßen 1830
1916
2014
teuer, dass sozialer Wohnbau
unmöglich wird. Gemeindewohnungen werden seit Zurück im
2004 keine mehr gebaut, auch der geförderte Wohn- Jahr 1916
bau stagniert. „Wir müssen intensiv darüber nach- Wie sich die
denken, ob bei Grund und Boden die uneinge- Einwohnerzahl
schränkte Marktwirtschaft gelten soll“, sagt der Grü- Wiens entwickelt
ne Planungssprecher Chorherr. Zusatz: „In der hat.
nächsten Legislaturperiode.“
Vor der Wahl sollen diese heiklen Fragen – wie
sehr darf die Stadt Grundstückspreise bestimmen?
Darf sie enteignen? Und wann? Ist das Planwirtschaft? – tabu sein. Wohl aus gutem Grund. Denn
gegen die Konflikte, die damit herandräuen, sind
die Ziesel und eine beeinträchtigte Aussicht nachgerade Kinkerlitzchen.
■
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