close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Biermann brüskiert Linke - news am abend - Handelsblatt

EinbettenHerunterladen
FREITAG, 7.11.14 · NR. 215
STAND 14 UHR
Titelseite
NEWS AM ABEND
Jede Woche neu!
Berichte
aus der Welt
der Erfinder!
SEITE 3
Ein Service von 3M
DAX
9425
9 343,52 Pkt.
9375
9325
9:00
13:00
HEUTE
Autozulieferer Hella
platziert Aktien
zu 26,50 Euro
Die letzten Aktien des Autozulieferers Hella werden
vor dem Börsengang zu je
26,50 Euro verkauft. Das
sind 1,50 Euro je Aktie
mehr als der Preis, den
ausgewählte Investoren in
einer ersten Platzierungsrunde gezahlt hatten, wie
die Hella Hueck KGaA aus
dem westfälischen Lippstadt mitteilte. Der Ausgabepreis lag genau in der
Mitte der Angebotsspanne.
Die Hella-Aktie soll am
Dienstag erstmals an der
Frankfurter Börse gehandelt werden.
Taxibetriebe profitieren
vom Lokführerstreik
Der Lokführerstreik steigert
die Einnahmen von Taxiunternehmen. „Wir haben
50 Prozent mehr Fahrten
durch den Bahnstreik, von
1,2 auf jetzt 1,8 Millionen
Beförderungen pro Tag“,
sagte der Präsident des
Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP),
Michael Müller, heute auf
der Europäischen Taximesse in Köln.
SEITE 7
Handelsblatt | Quelle: Bloomberg
Freitag, 7.11.2014
Vortag: 9 377,41 Punkte
eNews für Entscheider
Biermann brüskiert Linke
Liedermacher
bezeichnet Partei
als „elenden Rest“
und „Drachenbrut“.
dpa I Berlin Der Liedermacher Wolf Biermann hat in der
Gedenkstunde des Bundestages zum 25. Jahrestag des
Mauerfalls die Linke scharf attackiert. Die Abgeordneten
der Linkspartei seien „der
elende Rest dessen, was zum
Glück überwunden wurde“,
sagte der 77-Jährige, der 1976
aus der DDR ausgebürgert
worden war. Er sei von dem
„Ironiker“ Norbert Lammert
eingeladen worden, um der
Linken ein paar Ohrfeigen zu
verpassen. „Aber das kann ich
nicht, ich war ja Drachentöter.
(...) Ein Drachentöter kann
nicht mit großer Gebärde die
Reste der Drachenbrut tapfer
niederschlagen.“ Biermann
erhielt für seinen Auftritt von
vielen Abgeordneten Applaus.
Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte Biermann zur Gedenkstunde eingeladen. Dies hatte schon im
Vorfeld für Ärger gesorgt, weil
sich die Linke als SED-Nachfolgepartei immer wieder von
Biermann kritisiert fühlt und
bei der Festlegung des Programms für die Gedenkstun-
Mit betretenen Minen quittieren die Abgeordneten der Linkspartei den heutigen Auftritt des Liedermachers Wolf Biermann zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im Bundestag.
dpa
de übergangen fühlte. Sie verlangte, dass er seinen Auftritt
nicht für Parteienkritik nutzt.
Der Bundespräsident
selbst sagte heute zu Biermanns Auftritt mit einem
Hinweis auf die Geschäftsordnung: „Sobald Sie für den
Bundestag kandidieren und
gewählt werden, können Sie
auch reden. Jetzt sind sie hier,
um zu singen.“ Biermann entgegnete: „Das Reden habe ich
mir in der DDR nicht abgewöhnt und werde das hier
schon gar nicht tun.“ An die
Adresse der Linken sagte er:
„Ihr seid dazu verurteilt, das
Metaller wollen hohen
Lohnaufschlag fordern
rtr I Hamburg Die IG Metall in
Niedersachsen will in der anstehenden Tarifrunde für die
Beschäftigten der Metall- und
Elektroindustrie Lohnaufschläge zwischen 5,5 und
sechs Prozent durchsetzen.
Darauf hätten sich die Mitglieder der Tarifkommission geeinigt, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Heute diskutieren
bundesweit alle Tarifbezirke
der IG Metall über ihre Forderungen für die Anfang 2015
anstehenden Verhandlungen
mit den Arbeitgebern. Teil des
von der IG Metall angestrebten Paketes sind zudem Forderungen zur Altersteilzeit
und nach mehr Mitbestimmung bei der Weiterbildung.
Volkswirte zeigten Unverständnis für die IG Metall.
„Um Rücksicht auf die aktuelle Unsicherheit der deutschen
Konjunktur zu nehmen,
müsste die Forderung geringer sein“, sagte Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld. Er geht davon aus, dass
ein Tarifabschluss am Ende
bei drei Prozent liegen wird.
hier zu ertragen. Ich gönne es
Euch.“
Linksfraktionschef Gregor
Gysi ignorierte in seiner Rede
Biermanns Attacken. Er beklagte stattdessen Versäumnisse bei
der Wiedervereinigung. Große
Probleme seien dadurch entstanden, dass die DDR nach
dem Mauerfall der Bundesrepublik beigetreten sei und es
keine echte Vereinigung der
beiden deutschen Staaten gegeben habe. Er betonte, in der
DDR habe eine Diktatur und
grobes Unrecht geherrscht. Gysi blieb damit aber bei seiner
Haltung, die DDR nicht pau-
schal als Unrechtstaat zu bezeichnen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring
Eckardt sagte: „Natürlich war
die DDR ein Unrechtstaat.“
Lammert lobte zu Beginn
der Gedenkstunde die Bürgerrechtsbewegung. Ohne diese
und die daraus entstandenen
Volksbewegungen und friedlichen Massendemonstrationen hätte es den 9. November
1989 nicht gegeben. „Ein Wunder war der Mauerfall aber
nicht, sondern die Folge einer
nicht nur in der deutschen
Geschichte beispiellosen
friedlichen Revolution.“
20. Handelsblatt Jahrestagung
BankenTechnologie
3. und 4. Dezember 2014, Hilton Frankfurt
Weitere Informationen erhalten Sie
telefonisch unter: 02 11.96 86 – 35 94
Wirtschaft & Politik
2 WIRTSCHAFT & POLITIK
Nato-General:
Großmanöver im
Baltikum denkbar
In der Ukraine-Krise stellt die
Nato erstmals große Manöver
mit mehreren Zehntausend
Soldaten in den Grenzregionen zu Russland in Aussicht.
„Wir haben bisher Großmanöver von 25 000 bis 40 000
Mann nur in den westlichen
Nato-Ländern durchgeführt“,
sagte der unter anderem für
Osteuropa zuständige NatoBefehlshaber, der deutsche
General Hans-Lothar Domröse, der „Welt“. „Ich kann mir
gut vorstellen, dass wir das in
Zukunft auch in Osteuropa
und im Baltikum machen“.
Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl die Nato als auch
Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen.
Katalanen kündigen
Referendum für Sonntag an
Die Katalanen wollen trotz
eines gerichtlichen Verbots
eine Volksbefragung über die
Unabhängigkeit ihrer Region
im Nordosten Spaniens abhalten. Das Verfassungsgericht in Madrid hatte die für
diesen Sonntag angesetzte
Befragung für unzulässig erklärt. Die katalanische Regionalregierung kündigte an,
dennoch an der unverbindlichen Befragung festzuhalten.
Nach Umfragen sind mehr
als 70 Prozent der Katalanen
dafür, ähnlich wie die Schotten in einem Referendum
über die Unabhängigkeit abstimmen zu dürfen.
Euro-Gruppen-Chef
unterstützt Griechenland
Die Euro-Gruppe unterstützt
die Bemühungen Griechenlands um eine vorsorgliche
Kreditlinie nach dem Ende
der internationalen Hilfsprogramme. Für eine solche Absicherung des Euro-Rettungsfonds ESM gebe es unter den Euro-Finanzministern
breite Rückendeckung, sagte
der Euro-Gruppen-Vorsitzende Jeroen Dijsselbloem in
Brüssel. Nun müssten die Bedingungen und der Umfang
für eine solche Hilfe geklärt
werden. Das Hilfsprogramm
der EU für das schuldengeplagte Griechenland läuft Ende Dezember aus. Athen will
sich dann von den Auflagen
der Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank
(EZB) und IWF lösen.
NEWS AM ABEND
FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
Scharfe Töne in Washington
Republikaner greifen US-Präsident Barack Obama vor geplantem Treffen an
dpa I Washington Nach ersten Anzeichen der Kompromissbereitschaft nach
den US-Kongresswahlen gehen die Republikaner zum Angriff über. Kurz vor
einem Treffen mit Barack Obama warnten sie den Präsidenten vor politischen
Alleingängen. John Boehner, Sprecher
des Repräsentantenhauses, sprach gar
von politischer Brunnenvergiftung. Das
sind keine gute Vorzeichen für das für
heute geplante Treffen, bei dem Obama
führende Parlamentarier beider Lager
im Weißen Haus empfängt. Bei dem Arbeitsessen soll eigentlich der Spielraum
für Kompromisse ausgelotet werden.
Boehners Angriffe am Donnerstag –
zwei Tage nach dem Wahltriumph der
Konservativen – sind in ihrer Schärfe
überraschend. „Wenn man mit Streichhölzern spielt, läuft man Gefahr, sich zu
verbrennen“, sagte Boehner an die
Adresse des Präsidenten. Er warnte
Obama davor, seine Ankündigung wahr
zu machen und etwa im Streit um die
Einwanderungspolitik mit einer präsidialen Verordnung an der Volksvertretung vorbeizuregieren. Falls Obama
dies tue, „vergiftet er den Brunnen“. Es
sei nicht seine Aufgabe, mit dem Präsidenten zurechtzukommen, sagte Boehner laut „Washington Post“. Zugleich bekräftigte er, dass die Republikaner die
Gesundheitsreform abschaffen wollen.
Nach ihrem Wahlsieg beherrschen die
Konservativen beide Parlamentskammern. Ohne ihren Willen kann Obama
keine Gesetze mehr durchbringen. Er
kann jedoch Gesetzesinitiativen der Republikaner durch sein Veto abschmettern und durch Verordnungen regieren.
Obama scheint sich nun auf die Außenpolitik fokussieren zu wollen. Ab
Sonntag wird er für eine Woche auf Reisen sein, unter anderem in China und
Myanmar. „Er ist entschlossen, seine letzten beiden Jahre zu nutzen, um außenpolitisch sehr aktiv zu werden“, sagt Kenneth Lieberthal vom US-Institut Brookings.
Obama soll laut einem Bericht des
des „Wall Street Journal“ Iran Interesse
an einer möglichen Zusammenarbeit
im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) signalisiert haben. Er
habe bereits Mitte Oktober einen geheimen Brief an den obersten Führer in Teheran, Ajatollah Ali Chamenei, geschrieben, berichtet die Zeitung. Voraussetzung einer Zusammenarbeit sei
allerdings eine Einigung bei den gegenwärtigen Verhandlungen im Atomstreit
mit Teheran. Die Zeitung beruft sich auf
namentlich nicht genannte Quellen.
Brüssel will in
Israel vermitteln
Inmitten wachsender Ängste vor einem
neuen Aufstand der Palästinenser reist
die neue EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini heute nach Israel und die
Autonomiegebiete. Europa wolle bei
der Stabilisierung, dem Wiederaufbau
und der Wiederbelebung des Friedensprozesses helfen, hieß es vorab. Mogherini trifft unter anderem Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Eine
Serie palästinensischer Anschläge und
fast tägliche gewalttätige Demonstrationen vor allem in Jerusalem haben in Israel Furcht vor einer neuen Intifada geweckt. Am Grenzübergang Kalandia im
Westjordanland und im Stadtteil Schuafat in Ostjerusalem (Foto) brachen gestern neue Unruhen aus.
rtr
Streit über Bin-Laden-Todesschuss
Impressum
dpa I Washington Gut drei
Jahre nach dem Tod von Terroranführer Osama bin Laden bei einer Kommandoaktion von US-Elitesoldaten ist
ein Streit darüber ausgebrochen, wer den Todesschuss
abgab. Ein 38-jähriger ehemaliger Elitesoldat hat erklärt, er habe bei der Operation Anfang Mai 2011 in Pakistan Bin Laden durch einen
Schuss in die Stirn getötet.
Dies berichtete die „Washington Post“ nach einem Gespräch mit dem Ex-Soldaten.
Allerdings hätten damals
auch zwei seiner Kameraden
Verlag: Handelsblatt GmbH
Geschäftsführung:
Gabor Steingart (Vorsitzender),
Frank Dopheide,
Claudia Michalski, Ingo Rieper
Redaktion:
Hans-Jürgen Jakobs (verantw.)
Peter Pfister (Redaktionsltg.)
Sabine Haupt, Karen Wientgen
Heide Braasch (Producing)
Corporate Editions:
Andrea Bartusch
Tel.: 0211–887–1097
E-Mail: a.bartusch@vhb.de
Anschrift:
Kasernenstr. 67
40213 Düsseldorf
Tel. +49 (0) 211–887–1550
E-Mail: content@vhb.de
www.newsamabend.com
der Elitetruppe „Navy Seals“
auf den Terrorchef geschossen, sagte O’Neil .
Einer seiner Mitstreiter
hatte die hochgefährliche
Kommandoaktion bereits
vor zwei Jahren unter dem
Pseudonym Mark Owen in einem Buch („No Easy Day“ –
Kein einfacher Tag“) geschildert. Laut „New York Times„
handelte es sich um Matt Bissonnette. In seinem Bestseller hatte der Autor einen dritten, nicht namentlich genannten Soldaten als Todesschützen genannt.
In einem anonymisierten
Bericht über O’Neill hatte das
US-Magazin „Esquire“ im Februar 2013 angegeben, Bin Ladens mutmaßlicher Todesschütze stehe nach eigenen
Angaben vor dem finanziellen
Ruin. Da er 2012 freiwillig aus
dem Dienst geschieden sei,
bekomme er keine Abfindung.
Laut „New York Times“
glauben Militärs und ehemalige Mitglieder der „Navy
Seals“, dass O’Neill den Terrorchef erst nach einem tödlichen Schuss einer seiner Mitstreiter traf, um sich damit zu
vergewissern, dass Bin Laden
wirklich tot sei.
Handelsblatt News am Abend
3M Meldungen
DIESE WOCHE IM FOKUS: 3M ALS PROBLEMLÖSER BEI SPORTBEKLEIDUNG
Schluss mit kalten Füßen
Problem gelöst: 3M™ Thinsulate™ Insulation
für den Premium-Skischuh von Atomic
Ein Skischuh, der perfekt passt und
die Füße selbst unter extrem kalten
und feuchten Bedingungen warm und
beweglich hält. Der neue Atomic
Hawx will diesen hohen Anforderungen gerecht werden. 3M™ Thinsulate™ Insulation spielt dabei eine
wichtige Rolle.
Die Komfort-Frage hat Atomic mit
seiner neuesten thermischen Passformtechnologie beantwortet. Dank
„Memory Fit“ passen sich Schale,
Manschette und Innenschuh komplett an den Fuß an und prägen sich
seine Form ein.
In puncto Wärme erhofften sich die
Produktentwickler eine Lösung von
3M. Das Problem: Um die Füße
warm zu halten, braucht man ein
Material, das auch beim Zusammendrücken genügend isolierende
Luft speichert. Der Skischuh soll
schließlich fest am Fuß sitzen. Leider verlieren die meisten Isoliermaterialien beim Zusammenpressen
ihre Wirkung. Ralf Dekkert von 3M
nahm sich der Sache an und brachte
ein internationales Entwicklungsprojekt ins Rollen: Muster mit verschiedenen Produkt-varianten von
Thinsulate Insulation wurden im
Labor in den USA auf ihre Wärmewerte getestet. Schließlich fand man
die perfekte Lösung, die Atomic
jetzt in seinem Premiumprodukt
umgesetzt hat. Zwei spezielle Typen des Thinsulate Materials kommen dabei zum Einsatz. Einer im
Zehenbereich, wo der Wärmeverlust besonders hoch ist, der andere
im Oberfußbereich. Die besondere
Struktur des Isoliermaterials sorgt
hier dafür, dass der Fuß behaglich
warm bleibt – obwohl die isolierende Schicht recht dünn ist.
Geschichte und Tradition
ANZEIGE
Wohlige Wärme
im Winter
Bei 3M™ Thinsulate™ Insulation handelt es sich um eine ganze Produktserie
von Wärmevliesen. Ziel der Produkte ist
es, auf möglichst wenig Raum viel Wärme zu speichern. Diese Technologie
verspricht dem Träger von Bekleidung
mit Thinsulate Insulation eine leichte
und freie Bewegung auch an kalten Tagen – ohne zu frieren. Der Markenname
Thinsulate setzt sich aus „thin“ (engl. für
„dünn“) und „insulate“ (engl. für „isolieren“) zusammen und besteht aus feinsten Kunststofffasern, die viel Luft binden
und somit für wohlige Wärme sorgen.
Winterliche Sportbekleidung ist häufig
mit Thinsulate™ Insulation gefüttert.
Gut gebettet mit
3M™ Thinsulate™
Insulation
Kopfkissen, Nackenstützkissen und
Bettdecken mit einer Füllung aus 3M™
Thinsulate™ Insulation sorgen für einen besonders guten Feuchtigkeitstransport. Sie sind somit ideal geeignet
für Schläfer, die zum Schwitzen neigen.
Auch beim Waschvorgang – bis 60 °C
– bleibt die Faserarchitektur stabil.
Unter anderem hier erhältlich
Hier weitere Informationen
3M Deutschland GmbH
Carl-Schurz-Str. 1
41453 Neuss
Telefon: 02131/14-74 76
Email: innovation.de@3M.com
Internet: www.3M.de
Twitter: Hier folgen Sie uns.
Verantwortlich für den Inhalt ist 3M.
3. – 7. MM 2014
Wirtschaft & Politik
4 WIRTSCHAFT & POLITIK
Regierung macht Industrie
Druck beim Energie-Sparen
Die Bundesregierung verlangt von der Industrie mehr
Einsatz beim Energiesparen.
So plant die Regierung die
flächendeckende Einführung
von Energieeffizienz-Netzwerken aus jeweils bis zu 15
Unternehmen, wie aus einem
Papier des Wirtschaftsministeriums hervorgeht. Zunächst
sollten bis 500 dieser Zusammenschlüsse eingerichtet
werde. Dort könnten die sogenannten Energie-Audits
umgesetzt werden, die ab
Dezember 2015 für 50 000
Firmen Pflicht werden sollen.
Damit soll das Einsparpotenzial im Unternehmen festgestellt werden. Die Initiativen
sind Teil des Nationalen
Energieeffizienzplans, der im
Dezember im Kabinett beschlossen werden soll.
Bundestag verabschiedet
Elterngeld Plus
Der Bundestag hat die Einführung des sogenannten Elterngeld Plus zum 1. Juli 2015 beschlossen. Die neue Variante
des einkommensabhängigen
Elterngeldes bietet Müttern
und Väter die Möglichkeit, in
Teilzeit zu arbeiten und trotzdem staatliche Unterstützung
zu erhalten. Die Eltern bekommen zwar beim Elterngeld
Plus nur halb so viel Geld wie
die Bezieher des regulären Elterngeldes, dafür ist der Zeitraum mit 24 Monaten doppelt
so lang wie bisher. Das herkömmliche Elterngeld wird
auch weiterhin existieren.
NEWS AM ABEND
FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
Durchbruch vor
dem Apec-Gipfel
Nach langer Eiszeit gibt es Tauwetter zwischen China und Japan. Vor
dem Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in
Peking einigten sich beide Seiten
heute überraschend darauf, schrittweise ranghohe politische Gespräche aufzunehmen. Damit ist nach
zweijährigem Stillstand wegen ihres Inselstreits auch der Weg frei
für ein formelles Treffen zwischen
Regierungschef Shinzo Abe und
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf dem Gipfel, wie japanische
Regierungsbeamte sagten. Auf dem
heute beginnenden Apec-Gipfel ist
die Handelsliberalisierung eines
der Hauptthemen. Das Foto zeigt
Chinas Außenminister Wang Yi (3.
von li.) zu Beginn des Gipfels. rtr
Hackerangriffe nehmen zu
Nur rund 30 Prozent der Cybercrime-Fälle werden laut dem BKA aufgeklärt
dpa I Berlin Mehr als zwei Drittel der bekannten Fälle von Internetkriminalität
bleiben in Deutschland ungeklärt. „Wir
können im Moment nur rund 30 Prozent
der Fälle von Cybercrime im engeren Sinne aufklären“, sagte der scheidende Chef
des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke. „Das bedeutet, 70 Prozent werden
nicht aufgeklärt. Das kann niemanden zufriedenstellen.“
Die Zahl der in der Kriminalstatistik
registrierten Cybercrime-Fälle stieg in
den vergangenen Jahren kontinuierlich. 2013 wurden insgesamt 64 426 Fälle erfasst. 2009 waren es 50 254. Dabei
werden viele begangene Straftaten
noch nicht einmal registriert: „Eine
Dunkelfelduntersuchung des Landes-
kriminalamtes Niedersachsen aus dem
Jahr 2013 kommt zu dem Ergebnis,
dass lediglich neun Prozent aller Delikte im Bereich Cybercrime angezeigt
werden“, heißt es im Bundeslagebild
des BKA.
US-Regierung warnt Konzerne wie
GE und Siemens vor Cyberattacken
Ziercke, der seit Anfang 2004 Präsident
des Bundeskriminalamts ist und sich in
diesem Monat in den Ruhestand verabschiedet, sprach sich erneut für weitergehende Polizeibefugnisse wie die Vorratsdatenspeicherung aus. „Wir können
Internetkriminalität nicht nur mit den
Instrumenten aus der analogen Welt bekämpfen, die wir in den 70er, 80er und
90er Jahren entwickelt haben“, sagte
der 67-Jährige.
Die US-Regierung warnte derweil
große Unternehmen in der Energieund Wasserversorgung in Amerika erneut vor Cyberangriffen. Dazu zählten
auch General Electric (GE) und Siemens. Es gebe eine „raffinierte Schadprogramm-Kampagne“, teilte das USMinisterium für Heimatschutz mit.
Erst vergangene Woche hatte ein Hackerangriff auf das Weiße Haus für
Schlagzeilen gesorgt. Im Computernetzwerk der Mitarbeiter von Präsident
Barack Obama habe es verdächtige Aktivitäten gegeben, wie ein ranghoher
Regierungsbeamter sagte. Es habe aber
keine Schäden gegeben.
Kiew: Moskau schickt Panzer in Ukraine Exportrekord dämpft
rtr/dpa I Kiew Panzer und Mu- zwischen Regierungssoldaten vozierende Mitteilungen“
Rezessionssorgen
nition aus Russland sind nach und Separatisten.
zu befeuern.
Angaben des ukrainischen Militärs erneut in den umkämpften Osten des Landes gebracht worden. Es handele
sich um 32 Panzer, 16 Artilleriesysteme sowie 30 Lastwagen mit Munition und Kämpfern, sagte ein Militärsprecher.
Die Fahrzeuge hätten gestern
die Grenze passiert. „Die Verlagerung von Militärausrüstung
und russischen Söldnern an
die Frontlinien geht weiter“,
sagte der Sprecher. Teile der
Ostukraine haben sich von
der Zentralregierung in Kiew
losgesagt. Trotz einer vereinbarten Feuerpause kommt es
immer wieder zu Gefechten
Russland wies die Vorwürfe des ukrainischen Militärs
als „Provokation“ zurück.
Solche Behauptungen würden in Kiew auf Grundlage irgendwelcher Gerüchte ohne
jeden Beweis aufgestellt, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau der
Agentur Interfax.
Russland weist
Vorwürfe zurück
Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums warnte davor, den
ohnehin aufgeheizten Konflikt im „ Südosten“ der
Ukraine weiter durch „pro-
Kremlchef Wladimir Putin
hatte sich zuletzt besorgt gezeigt über den „Bürgerkrieg“
in der Ostukraine. Die Situation sei gestern auch Thema
bei einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates gewesen, sagte ein Kremlsprecher.
Die ukrainische Seite schieße
trotz der vereinbarten Waffenruhe.
Das ukrainische Militär erklärte hingegen, sich an die
Feuerpause zu halten und
nur bei Angriffen zurückzuschießen. Einem Sicherheitsratssprecher zufolge sind in
der Ostukraine erneut fünf
Soldaten getötet worden.
rtr I Berlin Ein Exportrekord
und eine steigende Produktion dämpfen die Sorge vor einer Rezession in Deutschland. Die Unternehmen verkauften im September Waren
im Wert von 102,5 Milliarden
Euro ins Ausland. Damit wurde der Höchstwert von Juli
um 1,4 Milliarden Euro übertroffen, teilte das Statistische
Bundesamt heute mit. Zum
Vormonat stiegen die Exporte um 5,5 Prozent – dreimal so
stark wie erwartet. Das starke
Exportgeschäft verdanken
die Unternehmen vor allem
der anziehenden Nachfrage
aus EU-Ländern, die nicht zur
Euro-Zone gehören – etwa
Polen und Großbritannien.
Auch die Produktion legte im
September zu – um 1,4 Prozent zum Vormonat.
„Wir werden ein leichtes
Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im dritten
Quartal sehen“, erwartet nun
Unicredit-Ökonom Andreas
Rees angesichts der besser
als erwartet ausgefallenen
Konjunkturdaten. „Es dürfte
aber nur zu einem Mini-Plus
von 0,1 Prozent reichen.“ Die
Schwächephase dürfte sich
im vierten Quartal fortsetzen. „Aber es wird keine
schwere Rezession geben.“
5 WIRTSCHAFT & POLITIK
NEWS AM ABEND
FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
Japan steigt wieder in die Atomkraft ein
Zwei der abgeschalteten Reaktoren dürfen ans Netz gegen – ein umstrittener Sieg für Premier Abe
J
apans Ministerpräsident Shinzo
Abe hat heute einen Sieg errungen. Zwei der 48 abgeschalteten
Atomreaktoren des Landes können
nun wie von ihm gewünscht wieder
ans Netz gehen. Denn nach dem Parlament gab auch der Gouverneur der
Präfektur Kagoshima, Yuichiro Ito,
heute grünes Licht für die Reaktoren
eins und zwei des Atomkraftwerks
(AKW) Sendai. Damit geht eine lange
Zitterpartie für Abe und die japanische Atomindustrie zu Ende. Abe
hatte bei seinem Amtsantritt im Dezember 2012 den Wiedereinstieg des
Landes in die Atomwirtschaft zur
Priorität erklärt.
Doch nach der Atomkatastrophe
von Fukushima ist die Mehrheit der
Japaner laut Umfragen für einen Ausstieg aus der Atomenergie. Für die
Anti-Atomkraftbewegung ist das heute eine bittere Niederlage. Nach der
Atomkatastrophe hatte die Regierung beschlossen, die 48 noch funktionsfähigen Reaktoren erst dann wieder einzuschalten, wenn sie neue Sicherheitstests der gegründeten
Atomaufsicht bestehen. Experten er-
Gegner des AKW Sendai demonstrieren vor der Präfektur Kaboshima. Die Behörde gab heute grünes Licht für zwei Reaktoren in Sendai.
rtr
warten, dass ein Drittel der Reaktoren diese Hürden passieren wird.
Und Abe drängt darauf, dass die abgenickten Reaktoren so rasch wie
möglich wieder eingeschaltet werden. Denn um die Atomstromlücke
zu füllen, müssen mehr Öl, Gas und
Kohle importiert werden. Dies er-
höht die Stromkosten und drückt die
Handelsbilanz ins Minus.
Kritiker wie sein Mentor und legendäre Ministerpräsident Junichiro
Koizumi kritisieren Abe hingegen für
den Schritt. Denn sie sehen Atomkraft als Gefahr und in dem Beharren
auf den Wiedereinstieg einen Irrweg.
Er hält die neuen Sicherheitsstandards immer noch nicht für streng
genug. Viele Menschen zweifeln
auch, ob Atomkraft in einem seismisch so aktiven Land wie Japan
überhaupt sicher betrieben werden
kann. Koizumi wirft daher Abe offen
vor, eine Chance zu verpassen, dass
Land zu einer führenden Nation in
alternativen Energien zu machen.
„Ich sage dem Ministerpräsident immer wieder: Warum ziehst Du der
Atomkraft nicht den Stecker“, sagte
Koizumi jüngst.
Doch Abe hört nicht auf ihn. Mehr
noch: Er hilft auch alternativen
Stromquellen nicht. Seine Regierung
nimmt hin, dass viele Stromkonzerne
das neue Einspeisegesetz für alternativen Strom kaltstellen. Mehrere Konzerne weigern sich schlicht, neue Solar- und Windprojekte ans Netz anzuschließen. Vertreter der Ökostromszene sehen darin den Versuch des
Wirtschaftsministeriums und der
Atomlobby, Strom aus erneuerbaren
Quellen zu drosseln, um der Atomkraft eine Daseinsberechtigung zu
geben.
Martin Kölling, Tokio
Aktuelle Seminare aus den Bereichen
Recht, Wirtschaft, Steuern und Unternehmensführung
Praxiswissen Bilanzen
und Kennzahlen
Crashkurs für Geschäftsführer,
Bereichsleiter und Führungskräfte
05. November 2014, Düsseldorf
Der GmbH-Geschäftsführer
Rechte – Pflichten –
Compliance – Haftung
06. - 07. November 2014, Düsseldorf
Intensivkurs Bilanzanalyse
Unternehmensbewertung in der Praxis
Holen Sie das Maximum aus Ihren Zahlen –
Effektive Instrumente zur Abschlussanalyse
13. - 14. November 2014, Frankfurt/M.
Bewertungswissen für erfolgreiche Transaktionen,
Steuergestaltungen und die Rechnungslegung
08. - 09. Dezember 2014, Düsseldorf
Umsatzsteuer
Update 2014/2015
Änderungen des
Reisekostenrechts 2014
Brennpunkte des nationalen und
internationalen Umsatzsteuerrechts
18. November 2014, Düsseldorf
Jetzt hier informieren und anmelden →
Rechtssicher abrechnen – Beanstandungen
durch das Finanzamt vermeiden
10. Dezember 2014, Frankfurt/M.
Unternehmen & Märkte
6 UNTERNEHMEN & MÄRKTE
Daimler und Audi verkaufen
im Oktober mehr Autos
Die Oberklasse-Autobauer
Mercedes und Audi haben im
Oktober erneut mehr Fahrzeuge abgesetzt. Audi steigerte die Zahl der weltweiten
Auslieferungen um 10,8 Prozent auf rund 146 200 Fahrzeuge, wie die Ingolstädter
VW-Tochter mitteilte. Daimlers Nobelmarke Mercedes
legte um 11,5 Prozent auf
141 000 verkaufte Neuwagen
zu. Das stärkste Wachstum
erreichten die Schwaben in
China mit einem Plus von 33
Prozent. Führend in China ist
aber Audi, die auf dem größten Pkw-Markt der Welt im
Oktober mehr als doppelt so
viele Autos wie Mercedes
verkauften und einen Zuwachs von 17 Prozent auswiesen.
Stahlgeschäft treibt Gewinn
von Arcelor-Mittal
Dank eines verbesserten
Stahlgeschäfts hat ArcelorMittal im dritten Quartal
mehr verdient als erwartet
und Schwächen in der Bergbausparte ausgeglichen. Arcelor-Mittal erzielte einen
operativen Gewinn (Ebitda)
von 1,91 Milliarden Dollar
nach 1,71 Milliarden Dollar im
Vorjahr, wie der weltgrößte
Stahlproduzent mitteilte..
Auf Grundlage der heutigen
Marktsituation sei auch im
vierten Quartal nicht mit einer Verschlechterung zu
rechnen. Für das Gesamtjahr
bekräftigte das Unternehmen
seine Gewinnerwartung von
mehr als sieben Milliarden
Dollar.
NEWS AM ABEND
FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
Puma rappelt sich auf
Die Lifestyle-Marke kehrt
zurück zu den sportlichen
Wurzeln. Ein erster Erfolg
ist ein steigender Umsatz.
Joachim Hofer
Handelsblatt
München Als ehemaliger Fußball-Profi
weiß Björn Gulden: Manchmal braucht
es etwas Geduld, bis sich der Erfolg einstellt. Seit gut einem Jahr ist der Norweger bereits Chef von Puma. Doch erst
jetzt hinterlässt seine Arbeit so langsam Spuren im Zahlenwerk des Sportkonzerns. Im dritten Quartal ist der
Umsatz um vier Prozent auf 843 Millionen Euro geklettert.
Besonders ermutigend für Gulden:
Das Schuhgeschäft hat sich stabilisiert
und lag nur noch ein Prozent unter dem
Vorjahr. Im zweiten Quartal waren die
Verkäufe noch um sechs Prozent eingebrochen. „Wir befinden uns auf dem richtigen Weg“, meinte Gulden heute Morgen
in einer Telefonkonferenz. Gleichwohl
sei es noch ein langer Weg, bis Puma wieder zu alter Stärke zurückgefunden habe. „2014 legen wir die Basis für die
Trendwende“, unterstrich Gulden.
Doch die Aufholjagd wird nicht einfach, denn die Marktführer sind viel dy-
Der Sportartikelhersteller
Puma engagiert sich für
den Fußballverein
Borussia Dortmund. rtr
namischer unterwegs. Sportexperten
sind daher skeptisch: „Die können nur
wachsen, wenn sie Nike und Adidas
Marktanteile abnehmen“, sagt Klaus
Jost, Ex-Vorstand der Sporthandelskette
Intersport. Gleichwohl sieht der Manager eine positive Entwicklung: „Gulden
hat eine Menge angestoßen.“
Im Spätsommer hat Gulden die
größte Werbekampagne der vergangenen Jahre gestartet. Gleichzeitig erweitert er die IT der fränkischen Weltfirma. Am wichtigsten aber: Gulden führt
Alfred Ritter gibt Führung von Ritter Sport ab
dpa I Waldenbuch Wechsel
an der Spitze des Schokoladenherstellers Ritter Sport:
Alfred Ritter gibt die Führung ab. Der bisherige Geschäftsführer Andreas Ronken übernimmt den Chefposten zum 1. Januar 2015, wie
das Unternehmen heute mitteilte. Der 61 Jahre alte Alfred
Ritter, Enkel des gleichnamigen Firmengründers, hatte
2005 die Führung übernommen, als das Unternehmen in
Schieflage geraten war.
Schon damals habe er angekündigt, diese Rolle nur für
eine gewisse Zeit zu übernehmen.
Als Ritter 2005 antrat,
Fresenius bläst Deal in Russland ab
rtr I Frankfurt Der Gesundheitskonzern Fresenius gibt
angesichts der Ukraine-Krise
seine Pläne für ein Gemeinschaftsunternehmen in Russland auf. Der im April angekündigte Schulterschluss der
Fresenius-Tochter Kabi mit
dem Moskauer Pharmakonzern Binnopharm werde
nicht weiterverfolgt, erklärte
der Dax-Konzern. „Die veränderten politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der Region hatten
den bis zum Ende des Jahres
geplanten Abschluss des
Joint Ventures stärker beeinträchtigt als erwartet.“
das Label zu seinen Wurzeln im Sport
zurück. Seit Beginn der neuen Saison
ist Puma deshalb Sponsor des englischen Fußball-Erstligisten Arsenal. Reklameoffensive und Konzernumbau
kosten aber einen Haufen Geld. So ist
der Quartalsgewinn um fast die Hälfte
auf 29 Millionen Euro abgestürzt. Die
Investoren sahen trotzdem eher die
positiven Seiten des Quartalsberichts.
An der Börse in Frankfurt kletterte der
Puma-Kurs heute Morgen um mehr als
drei Prozent.
Auf Fresenius kämen wegen des geplatzten Deals keine finanziellen Verpflichtungen zu, sagte ein Konzernsprecher heute. Er machte
zudem deutlich, dass es keinen politischen Druck aus
Berlin oder Moskau gegeben
habe, das Vorhaben aufzugeben. „Es war eine souveräne
Entscheidung der beiden
Partner.“ Fresenius wolle das
Geschäft in der Region langfristig weiter ausbauen und
prüfe dabei auch andere
Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Binnopharm.
Fresenius-Chef Ulf Schneider hatte bereits angedeutet,
dass das geplante Gemeinschaftsunternehmen auf der
Kippe steht. Seit der Ankündigung der Zusammenlegung hat sich die wirtschaftliche Lage in Russland wegen
der Sanktionen des Westens
verschlechtert. „ Jeder, mit
dem ich in der Branche gesprochen habe, berichtet
dort von Umsatzrückgängen“, sagte Schneider. Das sei
bei Fresenius nicht anders.
Die Fresenius-Tochter Vamed, die auch Krankenhäuser baut, hat wegen Projektverzögerungen ihre Umsatzprognose für das laufende
Jahr kassiert..
schraubte er die Anzahl der
Werbeaktionen mit Saisonware zurück, die teilweise sogar zeitgleich in den Regalen
lag. Er modernisierte die Fabrik in Waldenbuch bei Stuttgart, führte Bio-Sorten ein
und stellte alle Rezepturen
auf den Prüfstand.
Auch wenn in der Ge-
schäftsführung aktuell andere das Sagen haben. Ritter
wechselt an die Spitze des
Beirat. Sein Kinder und die
seiner Schwester sind als Gesellschafter und Mitglieder
des über alle strategischen
Fragen entscheidenden Beirats eng mit dem Unternehmen verbunden.
Mexiko gibt Siemens
doch noch eine Chance
rtr I Mexiko-Stadt Siemens
erhält möglicherweise eine
neue Chance für den Bau einer milliardenschweren
Hochgeschwindigkeits-Zugstrecke in Mexiko. Das Projekt
solle neu ausgeschrieben
werden, teilte das Verkehrsministerium gestern Abend
mit. Die Regierung hatte das
Projekt für die Verbindung
von Mexiko-Stadt nach Querentaro eigentlich an ein
Konsortium um China Railway Construction gegeben.
Die Vergabe an die chinesische Gruppe stieß dem Mi-
nisterium zufolge aber auf
Vorbehalte unter den Abgeordneten.
Ein Siemens-Vertreter hatte jüngst erklärt, zusammen
mit anderen Interessenten
an dem Auftrag wie Bombardier und Alstom sei um mehr
Zeit für die Vorbereitung eines Gebots gebeten worden.
Dies habe das Verkehrsministerium aber zuvor abgelehnt. Am Montag erklärte
das Ministerium, das chinesische Konsortium habe am
Ende das einzige Gebot abgegeben.
7 UNTERNEHMEN & MÄRKTE
Smartphone-App Taxi.eu
expandiert in Europa
Die Taxi-Branche baut im
Wettbewerb mit neuen Rivalen ihren Smartphone-Service international aus. Die
App Taxi.eu soll künftig auch
in Paris und Istanbul funktionieren. In Paris sei dafür eine
Kooperation mit den Betreibern der Anwendung eCab
geschlossen worden, teilte
der Taxi.eu-Betreiber fsm
Systems mit. Taxi.eu arbeitet
mit Taxizentralen zusammen.
Airbus erwartet in den USA
gute Chancen für A400M
Airbus rechnet sich mit dem
militärischen Transportflugzeug A400M auch gute Absatzchancen in den USA aus.
„Wir sind überzeugt, dass wir
mit dem A400M auch ein Argument am amerikanischen
Markt habe“, sagte der Vertriebschef von Airbus Defence and Space, Christian
Scherer, in Sevilla. „Es ist ein
Produkt, dass die Europäer
haben und die Amerikaner
nicht haben.“
Microsoft bietet Office auf
mobilen Geräten gratis an
Microsoft lässt seine OfficeBüroprogramme auf
Smartphones und Tablets
künftig von privaten Anwendern kostenlos nutzen und
setzt sich damit gegen neue
Konkurrenten zur Wehr. Bisher konnte man die MobilApps für Software wie die
Textbearbeitung Word zwar
auch kostenlos herunterladen, für die effiziente Nutzung war aber ein Abo für
rund zehn Euro im Monat
notwendig.
NEWS AM ABEND
FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
GDL lehnt zweiten Vergleich ab
Gewerkschaft lässt sich in
zweiter Instanz nicht von
Bahnstreik abbringen – Millionen Reisende betroffen
der Not-Fahrplan der Deutschen Bahn
heute, es fuhr ein Drittel der üblichen
Fernzüge. „Allerdings sind die Züge relativ leer“, sagte eine Sprecherin des
Staatskonzerns. Auch im Regionalverkehr hätten sich viele Reisende auf den
Streik eingestellt und Alternativen gesucht. Fernbusse, Mietwagen und Mitfahrzentralen haben angesichts des
längsten Ausstands in der Geschichte
der Bahn deutlich mehr Buchungen als
sonst. Besonders betroffen vom ausgedünnten Bahn-Verkehr ist Berlin, wo am
Wochenende die Feiern zum 25. Jubiläum des Mauerfalls mit rund einer Million Besuchern geplant sind.
Kern des Konflikts ist, dass die GDL
nicht mehr nur für die 20 000 Lokführer verhandeln will, sondern auch für
dpa/rtr I Frankfurt Vor dem Landesarrund 17 000 Zugbegleiter und Rangierbeitsgericht Hessen ist der erneute Verführer. Die Vertretung dieser Gruppe
gleichsversuch gescheitert, mit dem der
beansprucht aber die größere EisenLokführerstreik beendet werden sollte.
bahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
Die Gewerkschaft GDL lehnte den Vorfür sich. Die Bahn wiederum lehnt konschlag des Gerichts ab und verlangte
kurrierende Gehaltsabschlüsse ab.
heute eine Entscheidung der zweiten
Die EVG warf der GDL vor, der GeInstanz. Gemäß der Empfehwerkschaftsbewegung zu
lung des Gerichts hätten sich
schaden. Das Verständnis für
die Parteien bis zum 15. Dedie Behinderungen nehme
zember auf den Einigungsbei den Menschen ab, der
weg begeben und auch die
Ruf nach Einschränkung der
Konkurrenzgewerkschaft
Gewerkschaftsrechte werde
EVG einbeziehen müssen.
lauter, sagte der Vize-VorsitBereits gestern war die Vorinzende Klaus-Dieter Hommel.
stanz am Arbeitsgericht
Auch die EVG verhandelt mit
Frankfurt/Main mit einem
der Bahn.
Vergleichsvorschlag gescheiDer GDL-Arbeitskampf
tert und hatte zuletzt mit eiführt nicht zu einem völligen
nem Urteil den Arbeitskampf
Zusammenbruch des Schieder GDL als rechtmäßig und
nenverkehrs, da rund die
verhältnismäßig anerkannt.
Hälfte der 20 000 Lokführer
Wenn auch die zweite Inentweder der EVG angehöstanz den Streik nicht stoppt,
ren oder als Beamte nicht
trifft der Ausstand an diesem
streiken dürfen. Laut Bahn
Wochenende voraussichtlich Bahn-Verhandlungsführer Werner Bayreuther (li.) und GDLsind auch GDL-Lokführer im
Millionen Reisende. Zwar lief Chef Claus Weselsky treffen sich heute erneut vor Gericht. dpa Einsatz.
China-Proteste setzen Cartier-Mutter zu
rtr I Zürich Die Massenproteste in Hongkong und höhere
Steuern in Japan haben das
Wachstum des Luxusgüterhersteller Richemont gebremst. Im ersten Halbjahr
2014/15 stieg der Umsatz lediglich noch um zwei Prozent auf 5,43 Milliarden Euro,
wie der Hersteller von
Cartier-Schmuck und Luxusuhren wie Lange & Söhne
heute mitteilte. Im Vorjahr
war das Wachstum doppelt
so stark gewesen.
„Die Verkäufe in China sanken im ersten Halbjahr um
vier Prozent und es gibt noch
keine wirkliche Änderung
des Trends“, sagte Finanz-
chef Gary Saage. Im Oktober
habe sich die Situation in
Hongkong noch verschlechtert. Richemont erzielt in
Hongkong und China rund
einen Viertel des Umsatzes.
Seit Sommer demonstrieren Tausende Menschen für
mehr Demokratie in Hongkong. Zudem spürt Riche-
mont Chinas Kampf gegen
Korruption. Die Regierung
geht seit einiger Zeit gegen
das Verschenken von Luxusartikeln vor. Der Gewinn von
Richemont brach um fast einen Viertel auf 907 Millionen
Euro ein. Gegensteuern will
der Konzern unter anderem
mit einem Einstellungstopp.
Amazon präsentiert
eigenen Lautsprecher
„Candy Crush“-Erfinder
schlägt Spiele-Vorreiter Zynga
dpa I Seattle Amazon ist überraschend unter die Lautsprecher-Hersteller gegangen. Der weltgrößte Onlinehändler stellte ein vernetztes Gerät namens Echo vor, das nicht nur
Musik abspielen, sondern auch als
persönlicher Assistent fungieren
kann. Der Lautsprecher hört auf
Sprachkommandos und kann etwa
auch den Wecker stellen, die Einkaufsliste ergänzen und verschiedene Fragen mit Hilfe von InternetQuellen wie der Wikipedia beantworten.
Um Echo zu aktivieren, muss der
Nutzer den Namen „Alexa“ ausspre-
dpa I San Francisco So unterschiedlich kann es laufen im Geschäft mit
Online- und Smartphone-Spielen:
Der „Farmville“-Erfinder Zynga
schreibt einen hohen Verlust nach
dem anderen – und beim jungen Rivalen hinter „Candy Crush“ klingeln
die Kassen. Die Firma King Digital
Entertainment verdiente auch nach
einem Gewinnrückgang von 38 Prozent noch knapp 141,7 Millionen Dollar. Bei Zynga lief dagegen ein Verlust
von gut 57 Millionen Dollar auf. Seit
Jahresbeginn häufte der Branchenpionier damit ein Minus von fast 181
Millionen Dollar an.
chen, erläuterte Amazon gestern.
Das setzt voraus, dass die sieben Mikrofone des Geräts ständig angeschaltet sein müssen, um das CodeWort nicht zu verpassen. Echo könne
einen Nutzer auch verstehen, während der Lautsprecher gerade Musik
abspielt. Diese Always-On-Funktion
dürfte den Datenschützern Kopfschmerzen bereiten. Durch die sozialen Netzwerke schwappte auch
schnell eine Woge der Kritik. Krautreporter Richard Gutjahr stufte auf
Twitter Echo als „super creepy“ (gruselig) ein. Auch die Musikauswahl
kann man mit der Stimme vorgeben.
Der Unterschied liegt vor allem darin, dass es King gelingt, das sinkende
Interesse an seinem großen Hit „Candy Crush“ mit Erlösen aus neuen Games abzufedern. Zynga gelingt es
hingegen seit Jahren nicht, an den Erfolg des Facebook-Spiels „Farmville“
anzuknüpfen. Zwar sank der Umsatz
bei King im Jahresvergleich um 17
Prozent auf 514 Millionen Dollar. Auslöser waren die Einbußen bei „Candy
Crush“. Zugleich wuchsen die Erlöse
aus anderen Spielen binnen eines
Jahres von knapp 100 auf 264 Millionen Dollar, wie King nach US-Börsenschluss gestern mitteilte.
Finanzzeitung
8
FINANZZEITUNG
NEWS AM ABEND
FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
MÄRKTE HEUTE
Freitag, 7.11.2014
Eurokurs
Vortag: 1,2393 US-Dollar
1,2392 US$
1,242
1,239
1,236
13:00
0:00
dpa
Tops & Flops
Veränderung z. Vortagesschluss
HDax
Allianz
+4,97 %
Dt. Annington
+3,13 %
LPKF Laser
+2,46 %
Hochtief
-3,91 %
Lanxess
-3,31 %
Nemetschek
-3,20 %
Indizes & Kennzahlen
Aktuell
Vortag
FTSE 100 6 588,26 Pkt. 6 551,15
Nikkei
16 880,38 Pkt. 16 792,48
E-Stoxx 50 3 076,79 Pkt. 3 102,07
Umlaufrendite 0,70 %
Brentöl
Gold
Handelsblatt
82,37 US$
0,69
82,16
1 143,5 US$ 1 141,85
Quelle: Bloomberg
BÖRSE AKTUELL
Der Dax hat heute einen Teil
seiner Vortagesgewinne abgegeben. Es war eine gewisse Zurückhaltung vor der
Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Oktober zu spüren. Gegen Mittag
stand der deutsche Leitindex
0,3 Prozent tiefer bei 9345
Punkten. Der Euro-ZonenLeitindex Euro Stoxx 50 fiel
um fast ein Prozent.
Marktanalyst Kornelius
Barczynski vom Broker GKFX
sieht in den US-Arbeitsmarktdaten ein mögliches
Risiko. Sollten diese deutlich
besser ausfallen als erwartet,
könnte bei den Anlegern
wieder die Angst vor einer
frühen Leitzinswende in den
USA aufkommen. Das könnte
den Aktienmarkt belasten.
Auf Unternehmensseite
überzeugte die Allianz die
Anleger mit der Aussicht auf
eine höhere Gewinnbeteiligung. Der Versicherer will
seinen Aktionären statt 40
Prozent künftig die Hälfte
des Überschusses als Dividende ausschütten. Die Aktien verteuerten sich an der
Dax-Spitze um fast fünf Prozent.
Allianz verwöhnt Aktionäre
Versicherungsriese erhöht Ausschüttungsquote – Kapitalpolster wird abgebaut
HB I Frankfurt Den Allianz-Aktionären
winken in den nächsten Jahren deutlich
steigende Dividenden. Europas größter
Versicherungskonzern will künftig die
Hälfte des Nettogewinns an die Anteilseigner ausschütten, sinkende Dividenden soll es nicht mehr geben, wie das
Unternehmen am Donnerstagabend in
München mitteilte. Bisher hatte der Versicherer in der Regel 40 Prozent des Gewinns ausgeschüttet, 2013 waren das
5,30 Euro je Aktie. Außerdem sollen für
Zukäufe reservierte Gelder, für die der
Konzern keine Verwendung findet, alle
drei Jahre ebenfalls an die Aktionäre
ausgekehrt werden. Die Allianz reagiert
damit auf ständige Forderungen von
Fondsmanagern und Analysten, eine
forschere Dividendenpolitik zu betreiben.
Selbst wenn der Nettogewinn bei
6,3 Milliarden Euro stagnieren würde, ergäbe sich aus der neuen Marschroute für
2014 eine Dividende von mindestens
6,60 Euro. Das ist deutlich mehr als von
Analysten erwartet. Nach neun Monaten
lag der Gewinn mit 5,0 Milliarden Euro
um 260 Millionen über dem Vorjahreswert. Für das operative Ergebnis, an dem
die Allianz ihren Erfolg misst, geht Finanzvorstand Dieter Wemmer weiter davon aus, dass 10,5 Milliarden Euro in diesem Jahr in Reichweite sind. Das wären
400 Millionen mehr als 2013. „Unser unveränderter Ausblick sowie die neu eingeführte, mehrjährige Dividendenpolitik
sind sichtbarer Ausdruck der Zuversicht
des Managements für die Zukunft der Allianz“, betonte Wemmer. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren
viel Kapital angehäuft, weil es im Zuge
der neuen Kapitalvorschriften der EU
für die Branche („Solvency II“) strengere
Auflagen fürchtete. Nun hat es weitgehend Klarheit, wie die neuen Regeln aussehen. Ende September lag die sogenannte Solvabilitätsquote der Allianz mit
184 Prozent deutlich über den Anforderungen, der Konzern saß auf 58,2 Milliarden Euro Eigenkapital.
Im dritten Quartal machten kräftige
Zuwächse im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft die Einbußen im
Fondsgeschäft um den gebeutelten Vermögensverwalter Pimco mehr als wett.
Von Juli bis September verdiente die Allianz operativ 2,65 Milliarden Euro, ein
Plus von gut fünf Prozent. Der Umsatz
stieg um 14,5 Prozent auf 28,8 Milliarden
Euro.
Swiss Re verdient im dritten Quartal mehr
rtr I Zürich Der Rückversicherer Swiss Re hat den Gewinn
im dritten Quartal überraschend gesteigert. Der Konzern aus Zürich profitierte
von der ungewöhnlich niedrigen Anzahl schwerer Naturkatastrophen. Geholfen hat
auch, dass Rückstellungen
für Steuern aufgelöst werden
konnten. Der Reingewinn
stieg im dritten Quartal um 14
Prozent auf 1,23 Milliarden
Dollar (986 Millionen Euro),
wie die Schweizer heute mitteilten. Damit übertraf der
Konzern die Erwartungen
der Analysten, die im Schnitt
lediglich mit 891 Millionen
Dollar gerechnet hatten.
Auch an den Kapitalmärkten
verdienten die Schweizer gut.
Swiss Re sieht sich auf Kurs
zu seinen Finanzzielen. Ange-
strebt wird im Schnitt ein Gewinnanstieg je Aktie von
zehn Prozent und eine Eigenkapitalverzinsung, die 700
Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz liegt.
In der Branche tobt seit einiger Zeit ein Preiskampf, seit
Finanzinvestoren und Pensionskassen das Rückversicherungsgeschäft für sich entdeckt haben. Branchenpri-
mus Münchener Rück ortete
jüngst aber erste Anzeichen
für eine Entspannung.
Die Prämieneinnahmen
steigerte Swiss Re im abgelaufenen Vierteljahr um elf Prozent auf 8,31 Milliarden Dollar. Vor allem die größte Geschäftssparte Sachversicherung glänzte mit einem Gewinnbeitrag von 842 Millionen Dollar.
Noyer denkt laut über Staatsanleihe-Käufe nach
HB I Paris Zentralbanken sollten nach Einschätzung des
französischen NotenbankGouverneurs Christian Noyer
vorsorglich auf den Kauf von
Staatsanleihen vorbereitet
sein. Damit könnten sie auf
Deflationsrisiken oder auf
stark steigende Zinsen von
Staatsanleihen reagieren, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB)
heute in Paris. Die Bemerkung lässt aufhorchen. Denn
EZB-Chef Mario Draghi hatte
erst gestern mitgeteilt, dass
der Stab der Zentralbank vorsorglich den Einsatz weiterer
unkonventioneller Mittel vorbereite. Um die Geldschleusen weiter zu öffnen, hält sich
Draghi bei Bedarf den Ankauf
privater oder staatlicher Anleihen in großem Stil offen –
um so die Wirtschaft mit billigem Geld anzuschieben.
Der Rat hat zudem die gemeinsame Erwartungshaltung, dass die Bilanz der Notenbank auf das Niveau von
Anfang 2012 aufgebläht werden kann. Dies entspricht einer Ausweitung um rund eine
Billion Euro. Mit den Käufen
von Pfandbriefen und bald
auch Kreditverbriefungen
wird diese Summe nach Ansicht von Experten jedoch bei
weitem nicht erreicht werden. Die EZB stemmt sich mit
den Maßnahmen gegen das
unerwünscht niedrige Preisniveau in der Euro-Zone. Die
Inflationsrate lag zuletzt nur
bei 0,4 Prozent und damit
weit unter dem Ziel der Notenbank von knapp zwei Prozent.
9Auszeit
AUSZEIT
Silk Road 2.0: FBI verhaftet
mutmaßlichen Betreiber
Die US-Bundespolizeibehörde FBI hat den mutmaßlichen Betreiber der InternetDrogenplattform Silk Road
2.0 verhaftet. Wie das FBI
mitteilte, handelt es sich bei
dem Mann um einen 26-jährigen Programmierer. Auf
Silk Road 2.0 konnten Drogen, aber auch illegale
Dienstleistungen gekauft
werden. Der Festgenommene wurde wegen Drogenhandels, Computer-Hacking,
Geldwäsche und Handels mit
gefälschten Ausweisen angeklagt, wie das FBI erklärte.
Nach Angaben der Ermittler
brachte ihm Silk Road 2.0 im
Monat 400 000 Dollar ein.
6
7
1
8
Das 5:1 gegen den FK Krasnodar in der Europa League ist der siebte Pflichtspiel-Sieg in Folge.
dpa I Wolfsburg Da war sogar die englische Stürmer-Legende Gary Lineker
baff. Der Doppelpack von Wolfsburgs
Angreifer Nicklas Bendtner beim 5:1-Erfolg in der Europa League gegen den FK
Krasnodar sorgte beim früheren Nationalspieler für großes Erstaunen.
„Bendtner hat gerade zwei Tore in den
letzten Minuten für Wolfsburg erzielt.
Das ist kein Witz. Ich wiederhole: Das ist
KEIN Witz“, twitterte Lineker. In England genießt Bendtner wegen seiner
vielen vergebenen Chancen nicht den
besten Ruf, und auch in Wolfsburg benötigte der Dänen eine lange Anlaufzeit. Der eingewechselte Bendtner markierte in der 89. Minute per Foulelfmeter seinen ersten Pflichtspieltreffer für
die Niedersachsen und legte zwei Minuten später zum 5:1-Endstand nach.
Durch den siebten Pflichtspielsieg in
Folge, der gleichzeitig Vereinsrekord bedeutet, haben die Niedersachsen nun
beste Chancen im Kampf um die Zwischenrunde. „Wir haben einen tollen
Lauf “, erklärte Geschäftsführer Klaus
Allofs. Beim Kantersieg gegen Krasnodar überzeugte neben Bendtner vor al-
Wolfsburgs Nicklas Bendtner (li.) bejubelt seinen Treffer zum 4:1 gegen den FK Krasnodar.
dpa
lem ein zweiter bislang wenig in Erscheinung getretener Sommer-Neuzugang. Mit zwei Toren und einem herausgeholten Elfmeter sorgte Aaron Hunt
für die perfekte Eigenwerbung vor dem
Nordderby am Sonntag gegen den HSV.
Hunt küsste nur 98 Sekunden nach seiner Einwechslung den zuvor schwachen VfL wach. Erst köpfte der Ex-Bremer die Wolfsburger in Führung (47. Minute), dann legte er mit seinem Treffer
zum 2:0 (57.) die Grundlage für den Erfolg.
dpa I Wellington AC/DCSchlagzeuger Phil Rudd
muss sich doch nicht wegen
versuchten Anheuerns eines
Auftragskillers vor Gericht
verantworten. Der Staatsanwalt in Tauranga in Neuseeland, Greg Hollister-Jones,
zog die spektakulären Vor-
würfe heute zurück. Sein Büro verweigerte allerdings
weitergehende Angaben, da
drei weitere Anklagepunkte
gegen Rudd anhängig seien.
„Rudd wird sich gegen den
Vorwurf verteidigen, eine
Morddrohung ausgesprochen zu haben“, teilte sein
2
8 4
4 7
7 9
3
5 2
5 1
4 2
6
2 4
4
6
7
2
5 2
4
8
6
3
5
8
Anwalt Paul Mabey mit. „Anklagen wegen Besitzes von
Drogen sind unbedeutend.“
Der Schlagzeuger war nach
einer Durchsuchung seines
Hauses am Donnerstag
in Tauranga vor Gericht geladen worden. Ihm wurde vorgeworfen, er habe versucht,
einen Auftragskiller anzuheuern, um zwei Menschen
ermorden zu lassen. Um wen
es sich dabei gehandelt haben soll ging aus der Anklageschrift nicht hervor. Rudd
war dann gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß
gesetzt worden.
JUST A MINUTE
Zahlenspiel für Kreuz- und Querdenker
5 3 6
6
9
Auch Allofs lobte die Leistung des ExBremers: „Aaron hat toll gespielt. Er hat
den Schwung gebracht, den wir benötigt haben.“ Bislang stand der offensive
Mittelfeldspieler in der Bundesliga lediglich zweimal in der Anfangsformation und wurde fünfmal eingewechselt.
Die gute Leistung gegen Krasnodar hat
auch VfL-Trainer Dieter Hecking registriert. „Er hat ein Ausrufezeichen gesetzt und gezeigt, dass er es mir schwer
machen möchte, ihn draußen zu lassen“, erklärte der Wolfsburger Coach.
Klage gegen AC/DC-Schlagzeuger zurückgezogen
Schwer
Mittel
SUDOKU
VfL Wolfsburg wie im Rausch
1
1
7 9
2
8
9
4
5 6
2
3
4 7
3
5 4
6
7 9
Anleitung: Füllen Sie die Matrix mit Zahlen von 1 bis 9. Jede Ziffer darf nur einmal in
jeder Spalte, Reihe und den 3x3-Feldern vorkommen. Doppelungen sind nicht erlaubt.
Die Lösungen zum Sudoku finden Sie in der nächsten Ausgabe des Handelsblatts.
Testen Sie Ihr Englisch!
„Well, I wouldn’t say that I’m ___ it in, but
I’m doing alright.“
a) raking
b) scraping
c) taking
Antwort a): rake sth. in – sehr gut verdienen
Kölner Hector erstmals
im Nationalteam
Bundestrainer Joachim Löw
hat den Kölner Jonas Hector
als einzigen Neuling in das
Aufgebot der Nationalmannschaft berufen. Der 24 Jahre
alte Verteidiger gehört zum
23-köpfigen Kader des Fußball-Weltmeisters für die
letzten beiden Länderspiele
des Jahres am Freitag kommender Woche in der EMQualifikation in Nürnberg gegen Gibraltar und den Test
vier Tage später in Vigo gegen Spanien. Im DFB-Kader
stehen auch die zuletzt verletzten Weltmeister Sami
Khedira und Benedikt Höwedes sowie der Dortmunder
Marco Reus. Keine Berücksichtigung fanden Mario Gomez, Kevin Großkreutz sowie
die als Kandidaten gehandelten Gladbacher Patrick Herrmann und André Hahn.
NEWS AM ABEND
FREITAG, 7. NOVEMBER 2014
Lernen Sie das Englischmagazin für den beruflichen Erfolg jetzt kennen:
www.business-spotlight.de/hb © Business Spotlight, Spotlight Verlag
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
23
Dateigröße
2 342 KB
Tags
1/--Seiten
melden