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Dr. Bettina Kaibach - Slavisches Institut

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SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Kommentare zu den Lehrveranstaltungen
Bitte entnehmen Sie Tage, Uhrzeiten und Räume sowie die Anzahl der Leistungspunkte und die
Einordnung der Lehrveranstaltungen der Übersicht.
Achtung: Folgende Lehrveranstaltungen beginnen bereits am Montag, dem 13. Oktober 2014:
Russisch 1, Russisch 2, Russisch 3, Russisch 3 für Muttersprachler, Russisch 4
Am Dienstag, dem 14. Oktober finden nur Vorbesprechungen und Einstufungen statt.
Dr. Dorota Biadala
Spracherwerb Polnisch: Morphologie des Polnischen, 1. Teil (Polnisch 2), Ü, 4st.
Die Teilnahme an der Fortsetzungsübung Polnisch 2 setzt den erfolgreichen Abschluss der Veranstaltung Polnisch 1 voraus. Ziel dieser Übung ist die weitere Vermittlung der polnischen Grammatik, vor allem der grundlegenden morphologischen Kategorien der flektierbaren Wörter, Aufbau des
Grundvokabulars und die Vermittlung der Fähigkeiten, eine einfache Kommunikation in der polnischen Sprache zu beherrschen. Zielsetzung des Kurses ist die aktive und sichere Beherrschung des
erarbeiteten Materials in Wort und Schrift.
Wie im vorigen Semester wird im Unterricht das Lehrbuch „Hurra!!! Po Polsku 1“ benutzt. Das
Lehrbuch und das Übungsbuch sollen entweder in der Institutsbibliothek (jeweils nur 10
Exemplare vorhanden!) ausgeliehen oder in einer Buchhandlung rechtzeitig erworben werben.
Darüber hinaus werden im Unterricht zusätzliche Übungstexte sowie Arbeitsblätter mit dem
Schwerpunkt auf den besprochenen Problemfeldern der Grammatik und des Wortschatzes verteilt.
Lehrwerke:
 Lehrbuch: Małolepsza, M. / Szymkiewicz, A.: Hurra!!! Po Polsku 1: Podręcznik studenta.
Prolog Verlag, Kraków 2006.
 Übungsbuch: Małolepsza, M. / Szymkiewicz, A.: Hurra!!! Po Polsku 1: Zeszyt ćwiczeń.
Prolog Verlag, Kraków 2007.
Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben, aktive Mitarbeit und Klausur.
Beginn: Donnerstag, 16. Oktober 2014
Spracherwerb: Syntax des Polnischen und Übersetzung Deutsch- Polnisch (Polnisch 4), Ü, 4st.
Dieser Kurs richtet sich an Studierende, die bereits den Kurs Polnisch 3 erfolgreich absolviert haben. Ziel des Kurses Polnisch 4 ist die Vervollständigung der polnischen Grammatikkenntnisse, vor
allem die Vermittlung der Syntaxtheorien und der Syntaxbegriffe, die in den polnischen Schulgrammatiken vorkommen. In Form von Übungen werden u. a. folgende Themen behandelt: Wortverbindung, syntaktische Verbindungsarten (z.B. Kongruenz), Satz, Satzäquivalent, Satzglieder,
Satztypen. Darüber hinaus werden weitere Themen aus dem Lehrwerk „Hurra!!! Po Polsku 2“ behandelt sowie Übersetzungen aus dem Deutschen in das Polnische eingeübt.
Lehrwerke:
 Lehrbuch: Burkat, A. / Jasińska, A.: Hurra!!! Po Polsku 2: Podręcznik studenta. Prolog
Verlag, Kraków 2007.
 Übungsbuch: Burkat, A. / Jasińska, A.: Hurra!!! Po Polsku 2: Zeszyt ćwiczeń. Prolog Verlag, Kraków 2007.
Grammatikempfehlung:
 Kotyczka, J.: Kurze polnische Sprachlehre. Berlin 1976.
 Madelska, L.: Polnisch entdecken. Eine Lerngrammatik. Kraków 2007.
 Nagórko, A.: Zarys gramatyki polskiej. Warszawa 1998.
Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben, aktive Mitarbeit, Klausur., ab 16.10.2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Dorota Biadala
Regionale Sprachdifferenzierung in Polen, PS, 2st.
Das Proseminar vermittelt grundlegende Einsichten in die Dialekte und regionale Sprachen in Polen. Zielsetzung dieser Veranstaltung ist u. a. Klärung der Begriffe „Dialekt“, „Mundart“, „Jargon“,
„Slang“, „Argot“, „Regionalsprache“.
Die dialektale Differenzierung der polnischen Sprache der Gegenwart nach geographischen und
territorialen Kriterien reicht bis tief in die Sprachgeschichte zurück. Die historischen Wurzeln werden daher in der vorliegenden Veranstaltung verfolgt und umfassen neben den großen Dialekten
(Großpolnisch, Kleinpolnisch, Masowisch, Schlesisch) auch die kleineren Mundarten (gwary) und
die Regionalsprachen (Kaschubisch). In der Veranstaltung werden die Hauptmerkmale dieser Dialekte / Mundarten / Regionalsprachen auf einer phonologischen, morphologischen und lexikalischen
Ebene untersucht.
Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, Referat (als PowerPointPräsentation), Klausur und schriftliche Ausarbeitung des Referates bzw. Hausarbeit.
Literatur:
 Mazur, J.: Dialekty. In: Język polski. Najnowsze dzieje języków słowiańskich. Hrsg. S.
Gajda. Opole 2001.
 Bąk, P.: Gramatyka języka polskiego. Warszawa 1989.
 Dejna, K.: Dialekty polskie. Wrocław, Warszawa, Kraków, Gdańsk 1975 / 1993.
 Urbańczyk, S.: Zarys dialektologii polskiej. Warszawa 1953.
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
Fachliche Kommunikation im Polnischen, WÜ/Ü, 2st.
Die Veranstaltung vermittelt grundlegende Einsichten in die polnische fachliche Kommunikation
und beschäftigt sich mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Texten. Ziel der Veranstaltung ist die
Befähigung der Studierenden zur Rezeption und Produktion von Fachtexten (mündliche und schriftliche Fachkommunikation) zu den ökonomischen Bereichen (z.B. Personaldaten, Planung eines
Arbeitstages, Gespräch mit einem Bankangestellten, Telefongespräch in der Firma, Kundengespräch, Vorstellungsgespräch u.a.).
Literatur: Referatsthemen und Literatur werden in der ersten Lehrveranstaltung bekannt gegeben.
Teilnahmevoraussetzungen: erfolgreicher Abschluss des Kurses Polnisch 4.
Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben, aktive Mitarbeit, Referat und
schriftliche Ausarbeitung des Referats.
Beginn: Donnerstag, 16. Oktober 2014
Polnische Konversation für Fortgeschrittene, SÜ, 2st.
Anhand polnischer Originaltexte soll in der Veranstaltung die mündliche Ausdrucksfähigkeit geübt
und entwickelt werden. Das Ziel dieses Kursangebotes ist die Förderung des freien dialogischen
und monologischen Sprechens im Polnischen. Gesprächsanlässe liefern vor allem Artikel aus polnischen Zeitungen und Zeitschriften, wie z.B. „Gazeta Wyborcza“, „Rzeczpospolita“, „Polityka“,
„Wprost“, die einen Einblick in die aktuelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse und
Debatten in Polen geben. Die Texte werden den Teilnehmern während der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
Literatur: Textquellen und Referatsthemen werden in der ersten Lehrveranstaltung bekannt gegeben.
Teilnahmevoraussetzungen: erfolgreicher Abschluss des Kurses Polnisch 4. Diese Veranstaltung ist
nicht für polnische Muttersprachler mit polnischem Abitur.
Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, Referat und schriftliche Ausarbeitung des Referats.
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Priv.-Doz. Dr. Christoph Garstka
Der russische Roman im 20. Jahrhundert, VL/WÜ/Ü Landeskunde, 2st
Weltliterarische Bedeutung erlangte die russische Literatur vor allem durch die Romankunst des 19.
Jahrhunderts. Diese machtvolle Tradition steht im Hintergrund der Gattungsgeschichte des russischen Romans im 20. Jahrhundert. Allerdings nimmt die historische Entwicklung nach der Oktoberrevolution einen entscheidenden Einfluss auf das Romanschaffen. Fortan müssen die einzelnen
Werke vor allem auf der Grundlage ihrer ideologischen Prämisse gedeutet und eingeordnet werden.
Die Vorlesung stellt nach einer anfänglichen Einführung in Geschichte und Theorie des europäischen Romans zentrale Werke des (Sowjet-) russischen Romans – vom Symbolismus über die frühe
Sowjet- und Stalinzeit bis zum Untergang der UdSSR – und ihre Autoren vor, diskutiert ihren Gehalt und zeigt den jeweiligen Forschungsstand auf. Es geht vor allem aber um eine Einbettung des
literarischen Kunstwerks in die kulturelle Tradition Russlands und seine wechselvolle Geschichte
im 20. Jahrhundert
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
Polnische Geschichte und polnische Literatur im Spielfilm der Volksrepublik, HS/OS/WÜ,
3st.
Polen gilt als ein „geschichtsbesessenes Land“ (Gombrowicz). Seit der Romantik geht dabei die
Diskussion um Sinn und Deutung der Nationalgeschichte einher mit einer Mythisierung der eigenen
Vergangenheit, die nur zu oft für machtpolitische Zwecke funktionalisiert wurde. In dem Seminar
werden repräsentative Nachkriegsverfilmungen historischer Stoffe aus der polnischen Geschichte
durch verschiedene Regisseure (Wajda, Ford, Majewski, Holland, Kawalerowicz u.a.) vorgestellt
und diskutiert. Bis auf wenige Ausnahmen liegen diesen Filmen literarische Vorlagen zu Grunde,
die ebenfalls herangezogen werden. Neben formalen, filmtechnischen Analysen soll der Schwerpunkt auf einer inhaltlichen Interpretation der Bildsprache vor dem jeweiligen politischen Hintergrund liegen. Dabei geht es darum, narrative Strukturen und ihre suggestive Umsetzung im Medium
Film erkennen und beurteilen zu können.
Empfohlene Literatur zur Vorbereitung:
Kuchenbuch, Thomas: Filmanalyse. Theorien – Methoden – Kritik. Wien 2005; Bostnar,
Nils/Pabst, Eckard/ Wulff, Hans Jürgen: Einführung in die Film- und Fernsehanalyse. Konstanz
2002; Faulstich, Werner: Grundkurs Filmanalyse, München 2002; Coates, Paul: The Red and the
White. The Cinema of People’s Poland. London 2005; Ford, Charles/Hammond, Robert: Polish
Film. A Twentieth Century History. Jefferson 2005; Haltof, Marek: Polish National Cinema. New
York 2002; Hendrykowska, Malgorzata: Widziane po latach. Analizy i interpretacje filmu
polskiego. Poznan 2000; Dies.: Kronika kinematografii polskiej 1895-1997. Poznan 1999; Slodowski, Jan: Leksikon polskich filmów fabularnych. Warszawa 1997. Klejsa, Konrad/ Schahdat,
Schamma/ Wach, Margarete (Hg.): Der Polnische Film. Von seinen Anfängen bis zur Gegenwart.
Marburg 2013.
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
Professor Dr. Jadranka Gvozdanović
Examenskolloquium slavistisch-linguistische Forschungsmethoden, 1st.,
In dieser Lehrveranstaltung werden Prüfungsthemen und Abschlussarbeiten sowie allgemeine methodische
Probleme besprochen. Die konkreten Inhalte werden in Abstimmung mit den Teilnehmern näher bestimmt.
Das Examenskolloquium ist besonders für die Studierenden gedacht, die aktuell an ihrer Abschlussarbeit
arbeiten. Allgemeine Richtlinien werden durch die Beantwortung spezifischer Fragestellungen vermittelt.
Beginn: Donnerstag, 16. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Professor Dr. Jadranka Gvozdanović
Auswirkungen von Sprach- und Kulturkontakten auf grammatische, phonologische und lexikalische Eigenschaften von slavischen Sprachen, HS/OS/WÜ, 2st. (für alle Slavinen)
Kontaktphänomene prägen alle Sprachen. Sie können durch die interne und vergleichende Rekonstruktion mit großer Wahrscheinlichkeit festgestellt werden. Durch Kontakte mit Sprachen unterschiedlichen Typus wurden die slavischen Sprachen auch in unterschiedlichem Maße modifiziert. In
diesem Hauptseminar werden wir uns mit Themen befassen wie Offenheit für den Wandel bzw.
Resistenz dagegen, sowie mit den Faktoren, die diese Effekte beeinflussen.
Leistungsnachweis: Referat (WÜ), Referat und Hausarbeit (HS), Referat und Hausarbeit mit empirischer Anwendung (OS).
Literaturhinweise

Balto-slavjanskie etnojazykovye kontakty (1980) Institut Slavjanovedenija i Balkanistiki
<Moskva>
Moskva: Nauka.

Besters-Dilger, Juliane et al. (Hrsg.) (2014) Congruence in contact-induced language
change: language families, typological resemblance, and perceived similarity. Berlin: De Gruyter.

Etnolingwistyczne i kulturowe związki Słowian z Germanami (1987) Polska Akademia
Nauk, Instytut Słowianoznawstwa. [Red. nauk. Irena Kwilecka] Wrocław [u.a.]: Ossolineum

Gvozdanović, Jadranka (2009) Celtic and Slavic and the Great Migrations : reconstructing
linguistic prehistory. Heidelberg: Winter, 2009.

Moser, Michael (Hrsg.) (2013) Slavic languages in migration. Zürich ; Münster: LIT-Verl.

Newerkla, Stefan Michael (2004) Sprachkontakte Deutsch - Tschechisch - Slowakisch :
Wörterbuch der deutschen Lehnwörter im Tschechischen und Slowakischen: historische Entwicklung, Beleglage, bisherige und neue Deutungen. Frankfurt am Main ; Berlin ; Bern ; Wien
[u.a.]: Lang

Stern, D. & Chr. Voss (2006) Marginal linguistic identities : studies in Slavic contact and
borderland varieties. Wiesbaden: Harrassowitz.

Walsleben, Albrecht (1997) Romanische Lehnwörter in polnischen Texten des 17.
Jahrhunderts. München: Sagner.

Wiemer, Björn (Hrsg.) (2012) Grammatical replication and borrowability in language contact. Berlin [u.a.]: de Gruyter Mouton.
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Professor Dr. Jadranka Gvozdanović
Slavische Texte und Textkulturen seit dem Mittelalter, HS/OS/WÜ, 2st. (für alle Slavinen)
Seit dem Mittelalter hatten Textsorten in den slavischen Kulturen ihre eigenen sprachlichen und
stilistischen Regeln, auf die z.B. in Lomonossovs Theorie der drei Stile verwiesen wurde. Erst mit
der Kodifizierung der Nationalsprachen wurden die Textsorten neu überdacht und ihre Grenzen
relativiert. Mit diesen Prozessen wollen wir uns im Hauptseminar aktiv befassen.
Leistungsnachweis: Referat (WÜ), Referat und Hausarbeit (HS), Referat und Hausarbeit mit empirischer Anwendung (OS).
Literaturhinweise

Appel, Daniela (1996) Textsortenbedingter Aspekt-Tempus-Gebrauch im Russischen.
München: Sagner.

Krause, Wolf-Dieter (Hrsg.) (2000) Textsorten : kommunikationslinguistische und konfrontative Aspekte. Frankfurt am Main ; Berlin ; Bern ; Wien [u.a.]: Lang.

Kreß, Beatrix (2010) Kooperation und Konflikt : Äußerungsstrukturen in Konflikten und
Konfliktlösungen auf der Grundlage russischer und tschechischer literarischer Texte / Beatrix
Kreß. München ; Berlin: Sagner.

Kuev, Kujo M (1979): Sădbata na starobălgarskite răkopisi prez vekovete. Sofija: Nauka i
Izkustvo.

Language policy and language education in emerging nations : focus on Slovenia and Croatia and with contributions from Britain, Austria, Spain, and Italy / edited by Robert de
Beaugrande ...
Stamford, Conn. [u.a.]: Ablex.

Lipczuk, Ryszard (Hrsg.) (2010) Diskurslinguistik - Systemlinguistik : Theorien - Texte –
Fallstudien. Hamburg: Kovač

Rehder, peter (Hrsg.) (2006) Einführung in die slavischen Sprachen -5., durchges. Aufl.
Darmstadt: WBG, Wiss. Buchges., [Abt. Verl.].

Slavische Sprachgeschichte Münster ; Berlin ; Hamburg ; Wien [u.a.]: LIT.

Sperl, Katharina (2008) ¬Der¬ Werbetext im Russischen : eine kontrastiv-pragmatische Analyse. Hamburg: Kovač

Tornow, Siegfried (2011) Handbuch der Text- und Sozialgeschichte Osteuropas : von der
Spätantike bis zum Nationalstaat

Venohr, Elisabeth (2007) Textmuster und Textsortenwissen aus der Sicht des Deutschen
als Fremdsprache : textdidaktische Aspekte ausgewählter Textsorten im Vergleich DeutschFranzösisch-Russisch. Frankfurt am Main ; Berlin ; Bern ; Wien [u.a.]: Lang
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Prof. Dr. Urs Heftrich / Dr. Bettina Kaibach
Homosexualität in der russischen Literatur, HS/OS, 2st.
„Nirgends, weder im Osten noch im Westen“ wurde (männliche) Homosexualität „so leicht genommen wie in Russland“, schrieb der berühmte russische Historiker Sergej Solov’ev 1910 in seiner Istorija Rossii. Tatsächlich herrschte Reiseberichten zufolge im vorpetrinischen Russland eine
bemerkenswerte Offenheit gegenüber dem, was Solov’ev als „widernatürliche Sünde“ empfand. Es
ist daher nicht ohne historische Ironie, dass der Kampf gegen „Homosexuellen-Propaganda“ im
heutigen Russland eine zentrale Rolle bei der Abgrenzung gegen die Kultur des Westens spielt.
Spätestens seit den olympischen Winterspielen in Soči ist klar: die Einschränkung von Bürgerrechten für die russische LGBT-Community ist ein Politikum von internationaler Tragweite, das unmittelbar an das jeweilige Selbstverständnis der russischen bzw. westlichen Gesellschaft rührt.
In der russischen Literatur erlebte das Thema Homosexualität seit dem 19. Jahrhundert eine wechselhafte Präsenz, von seiner Blüte im „Silbernen Zeitalter“ bis hin zur völligen Tabuisierung und
Kriminalisierung im Stalinismus.
Im Seminar werden nach einer allgemeinen, theoretischen und historischen Einführung (Begriffsgeschichte, queer theory) folgende Themenblöcke schwerpunktmäßig behandelt:
1. Homosexuelle Themen in der Literatur des 19. Jh. (Michail Lermontov, Simon Karlinsky’s Gogol’-Deutung, Lev Tolstoj, Konstantin Leont’ev)
2. Schlüsseltexte zum Thema Homosexualität in der Literatur des Silbernen Zeitalters bis zu den
1930er Jahren (Lidija Zinov’eva-Annibal, Vjačeslav Ivanov, Michail Kuzmin, Marina Cvetaeva,
Sofija Parnok, Nikolaj Kljuev & Sergej Esenin)
3. Das Spiel mit Geschlechterrollen bei Fedor Sologub und Isaak Babel und die unbehagliche Präsenz des Themas Homosexualität bei Vladimir Nabokov
4. Das Thema Homosexualität vom Gulag bis zur poststalinistischen Stagnation (Varlam Šalamov,
Evgenija Ginsburg, Evgenij Charitonov)
5. Homosexualität seit der Perestrojka zwischen Tabubruch, Coming Out und neuer Diffamierung
Von den Studierenden wird die Bereitschaft zur Bewältigung eines umfangreichen Lesepensums erwartet. Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die aktive Beteiligung am Unterricht, die Übernahme eines Kurzreferats sowie die fristgerechte Abgabe einer Hausarbeit.
Hauptstudium Literaturwissenschaft für Magister, Master, Lehramt, 8 LP, als OS für Master 10 LP
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Prof. Dr. Urs Heftrich
Russische Literatur als Inspirationsquelle des internationalen Kinos, HS/OS/WÜ, auch Ü
Medienkunde, 2st.
Immer wieder hat die russische Literatur inspirierend auf das Kino der Welt gewirkt. Verfilmungen von
„Anna Karenina“, ob mit Greta Garbo oder Sophie Marceau in der Hauptrolle, oder „Doktor Živago“ mit
Omar Sharif gehören sicher zu den Titeln, die einem in diesem Kontext zuerst einfallen. Im Seminar wird es
aber gerade nicht um Kassenschlager gehen, die mit großem Kostümaufwand ein schneeglitzerndes Russland
auf die Leinwand zaubern, sondern um Filme, die es wagen, ihre Vorlage in ein neues, dem Original fremdes Milieu zu übertragen – ob dieses nun in Finnland, Frankreich, den USA, wenn nicht gar Japan oder Australien liegt. Gerade für eine Würdigung solch freier Verfilmungen ist eine gründliche Kenntnis ihrer literarischen Quelle unabdingbare Voraussetzung. Im Seminar soll daher jeweils beiden Genres, dem Text und dem
Film, zunächst unabhängig voneinander Rechnung getragen werden, bevor sie im Vergleich diskutiert werden.
Die Titel der Filme werden zu Seminarbeginn bekanntgegeben. Zur Vorbereitung wird jedoch dringend empfohlen, bereits in der vorlesungsfreien Zeit die folgenden Werke zu lesen:
1. Dostoevskij: Prestuplenie i nakazanie; 2. Turgenev: Mesjac v derevne; 3. Čechov: Tri sestry; 4. Čechov:
Djadja Vanja; 5. Čechov: Roman s kontrabasom; 6. Gorkij: Na dne
Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines Kurzreferats und/oder das Bestehen von Textkenntnisklausuren, sowie die fristgerechte Abgabe einer Hausarbeit.
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
Prüfungswissen: Klassiker der russischen Literatur II, WÜ, 2st.
Die auf insgesamt zwei Semester angelegte Übung trägt einem immer wieder geäußerten Wunsch der Studierenden Rechnung: Sie bietet in komprimierter Form einen Überblick über bedeutende Werke der neueren
russischen Literatur, deren Kenntnis bei allen Examenskandidaten der Russistik selbstverständlich vorausgesetzt werden darf. Dabei ist erklärtermaßen nicht beabsichtigt, einen „Kanon“ aufzustellen - zum einen halte
ich das prinzipiell für fragwürdig, zum andern müsste ein solcher Kanon weit mehr umfassen, als sich in
einer zweisemestrigen Veranstaltung je unterbringen lässt. Es kann hier also nicht darum gehen, das schier
uferlose Meer der russischen Literatur auszuschöpfen. Doch soll immerhin eine gewisse Navigationshilfe
geboten werden, um denjenigen, die auf die Abschlussprüfung zusteuern, das immer wieder beklagte Gefühl
ziellosen „Schwimmens“ zu nehmen.
Dazu werden exemplarisch ausgewählte Werke sowohl literarhistorisch und gattungspoetisch eingeordnet,
als auch in ihrem Eigenwert als künstlerische Gebilde interpretatorisch gewürdigt. Im kommenden Semester
findet der zweite Teil der Übung statt, dazu sind folgende Werke zu lesen:
1. Deržavin: Lyrik; 2. Lermontov: Geroj nasego vremeni; 3. Puškin: Pikovaja dama;
4. Tjutčev: Lyrik; 5. Gogol': Mertvye duši (Klausur); 6. Turgenev: Mesjac v derevne;
7. Gončarov: Oblomov; 8. Dostoevskij: Besy; 9. Tolstoj: Voskresenie;
10. Čechov: Djadja Vanja; 11. Sologub: Melkij bes (Klausur);
12. Nabokov: Priglašenie na kazn’; 13. Šalamov: Kolymskie rasskazy;
14. Tolstaja: Somnambula v tumane.
Ich empfehle dringend, bereits in der vorlesungsfreien Zeit mit der Lektüre der - teils sehr umfangreichen Werke zu beginnen (zu den Übungssegmenten, die das lyrische Genre behandeln, werden die, in der Regel ja
recht kurzen, Texte erst im Lauf des Semesters bekanntgegeben).
Von allen, die an der Übung teilnehmen möchten, wird nicht nur die Lektüre sämtlicher behandelter Werke
erwartet, sondern auch die Bereitschaft zur wiederholten Übernahme von Kurzreferaten.
Beginn: Donnerstag, 16. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Professor Dr. Urs Heftrich
Tschechische Lyrik der letzten Jahrzehnte, HS/OS/WÜ, 2st.,
Die tschechische Lyrik der zwanziger Jahre ist von der Avantgardeströmung des Poetismus geprägt, die 1924
mit der Losung antrat, aus dem Leben »ein großartiges Unterhaltungsunternehmen« zu machen, einen »exzentrischen Karneval«. »Dem Pessimismus hat man aufrichtig abgeschworen«, hieß es im Manifest der Poetisten. Doch schon gegen Ende des Jahrzehnts greift eine Ahnung von Aschermittwoch um sich: 1929
kommt es in New York zum Börsensturz. Zwar brauchen die Schockwellen noch drei Jahre, bis sie die
tschechoslowakische Wirtschaft erfassen, doch die Atmosphäre ungebrochenen Optimismus ist dahin. In der
tschechischen Dichtung entsteht eine deutlich anti-avantgardistische Strömung, die auf expressionistische,
symbolistische oder gar barocke Modelle zurückgreift. Bald wirft auch bereits die Katastrophe von 1938/39,
die Gefährdung und schließliche Zerstörung der tschechoslowakischen Demokratie durch Nazideutschland,
ihre Schatten voraus. In den Gedichten ab 1936 beginnen sich jene Motive, die an der Schwelle der dreißiger
Jahre langsam Einzug in die Lyrik hielten, regelrecht zu drängen: Trauer, Unsicherheit und Bedrohung. Anders als man vielleicht erwarten würde, erweist sich die Ära der deutschen Okkupation jedoch als eine Blütezeit der tschechischen Poesie. Dank eines wagemutigen Mitarbeiters im Amt für Presseaufsicht gelingt es
bedeutenden tschechischen Lyrikern, Werke durch die Zensur zu schmuggeln, die aus deutscher Sicht eigentlich nie erscheinen dürften. Das Publikum weiß es den Dichtern zu danken. Während Lyrikbände in der Ersten Republik durchschnittlich eine Auflagenhöhe um die 1.000 Exemplare hatten, schnellen die Zahlen nun
bis in den fünfstelligen Bereich; Jaroslav Seiferts Macht die Lichter aus! hält mit einer Auflage von 26.000
den Rekord. Mitten im Krieg formiert sich eine der wirkungsmächtigsten Dichtungsschulen, die »Gruppe
42«, die nicht nur Dichter, sondern auch Maler und Fotografen einschließt.
Nach der Befreiung 1945 kommt es zu einer kurzen Phase der Freiheit, die von der Aufbereitung der in den
letzten sechs Jahren in Untergrund und Exil entstandenen Werke und der Ausrufung neuer literarischer
Gruppen geprägt ist. Doch diese aufkeimende Vielfalt bringt der ›Siegreiche Februar‹, der kommunistische
Putsch von 1948, wieder zum Erstarren. Gegen Künstler, die sich der ideologischen Normierung verweigern,
folgen bald Schauprozesse und langjährige Haftstrafen. Gleichwohl entsteht selbst unter diesen Bedingungen
weiterhin tschechische Lyrik von Weltrang – allerdings muss sie zum Teil jahrzehntelang ihrer Veröffentlichung harren. Viele Werke der fünfziger Jahre können erst im Prager Frühling erscheinen. Auch diese Phase
der Liberalisierung endet abrupt – durch den Einmarsch Truppen des Warschauer Paktes. Mit den Panzern
kommt es zur dritten Planierung der gesamten Kulturlandschaft Böhmens und Mährens innerhalb von nur
drei Jahrzehnten. Wie schon nach 1938 und 1948, teilt sich auch nach 1968 die Literatur in drei Ströme: einen im Ausland, sowie einen öffentlichen und einen untergründigen im Land selbst. Ein weiteres Mal kann
sich die Literatur also nicht mehr »im offenen Raum und in sich natürlich stratifizierenden Schichten« entwickeln, sondern nur noch in »getrennten Welten mit unterschiedlichen Kommunikationssystemen« (Michael
Špirit). Und ein weiteres Mal erstaunt es, wie viel herausragende Werke die tschechischen Lyriker im Inund Ausland auch dieser schwierigen Situation wieder abgewinnen. Mag das Regime auch versuchen, sie
totzuschweigen – zuletzt behält Jan Skácel recht mit seinen Versen: »Ja einst gefriert sogar der Lethefluss /
wer zweimal stirbt wird ewig leben / dann überqueren sie die Bucht zu Fuß / die Dichter die man lebenslang
verbot // Die Schwäne ziehen hoch vor ihnen her / am Strand wiehert ein Pferd wie schwarzer Wind / im
Fluss das Wasser des Vergessens schwer / und abgrundtief gefriert bis an den Grund«
Im Seminar wollen wir gemeinsam einen Überblick über die Entwicklung der tschechischen Lyrik von den
dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart erarbeiten. Die Auswahl der Texte folgt im wesentlichen der von Michael Špirit und mir herausgegebenen Anthologie Höhlen tief im Wörterbuch. Tschechische Lyrik der letzten Jahrzehnte. Tschechische Bibliothek, Stuttgart-München: Deutsche Verlags-Anstalt,
2006 (€ 22,90).
Voraussetzungen für den Erwerb eines Hauptseminarscheins sind die Bereitschaft zur Übernahme von Kurzreferaten und/oder die Anfertigung von Hausaufgaben sowie die Abfassung einer Hausarbeit.
Beginn: Donnerstag, 16. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Bettina Kaibach
Isaak Babel im literarischen Kontext, PS, 2st.
"Es gibt für mich keinen größeren Genuß als den, leidenschaftslos das Spiel der Leidenschaft auf fremden
Gesichtern zu beobachten" - mit diesem Satz aus der Prosaskizze "Durch die Rizze" formuliert Isaak Babel'
(1894-1940) seine eigene Poetik. Ob er in besagter Erzählung pikante Details aus dem Arbeitsalltag einer
Prostituierten kolportiert oder in seinem Hauptwerk "Die Reiterarmee" die Schrecken des russisch-polnischen Krieges schildert: Babel' zeigt sich in seinem Werk stets als neutraler Beobachter, als unbestechlicher Zeuge, der sich mit einer an Flaubert geschulten impassibilité jeglichen Urteils enthält und es
seinem Publikum anheimstellt, Schlüsse aus dem Gelesenen zu ziehen.
Leben und Werk Isaak Babel's widersetzen sich eindeutigen Zuordnungen: der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Odessa macht seine ersten literarischen Gehversuche auf französisch, bevor er sich endgültig für das Russische entscheidet; er beruft sich auf Gogol' und Tolstoj, Flaubert und Maupassant, und bleibt
doch der jüdischen Literaturtradition zutiefst verhaftet. Als sowjetischer Schriftsteller und vorübergehender
Mitarbeiter der eka genießt er alle Privilegien seines Standes, pflegt intimen Umgang mit den neuen
Machthabern und schildert zugleich mit scharfem Blick für das Leiden der Opfer Sinnlosigkeit und Grausamkeit einer Revolution, der er schließlich selbst zum Opfer fallen wird.
Das Seminar bietet eine Einführung in Babels Œuvre und betrachtet seine Texte zugleich im Dialog mit der
russischen und jiddischen Literatur (Gogol’, Turgenev, Kuprin, Scholem Alejchem).
Babels Werk wird unter folgenden Schwerpunkten behandelt:
1) Kindheit und Initiation: "Die Geschichte meines Taubenschlags"
2) Jüdische Übermenschen: Die "Geschichten aus Odessa"
3) Fakten und Fiktion: Das "Tagebuch 1920" und die "Reiterarmee"
4) Poetik der Abwesenheit: Das Drama "Marija"
Primärliteratur:
Isaak Babel: Sobranie sočinenij v 4-ch tomach. Hg. v. Igor’ Suchich. Moskva 2006.
Isaak Babel: Mein Taubenschlag. Sämtliche Erzählungen. Hg. v. Urs Heftrich u. Bettina Kaibach. München:
Carl Hanser [erscheint im September 2014].
Voraussetzungen für den benoteten Leistungsnachweis sind die regelmäßige und aktive Teilnahme am Seminar und die vorhergehende Lektüre der behandelten Texte, regelmäßige Hausaufgaben sowie die Anfertigung einer kurzen Hausarbeit bis zum Ende der Semesterferien.
Beginn: Di, 21. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Bettina Kaibach
Der „gewöhnliche Mensch“ in der tschechischen Literatur, PS, 2st.
„Ich verstehe zwar nichts von Weltpolitik, aber auch ich habe, obwohl ich nicht weiß, warum, das
Wahlrecht, und das berechtigt mich, Ihnen meine Meinung zu sagen.“ Diese Worte des „Unbekannten Menschen“ aus Milada Součkovás gleichnamigem Roman sind symptomatisch für die Situation
vieler Helden der tschechischen Literatur.
Der Händler Pohorák in Jan Nerudas Erzählung „Wie es kam, dass Österreich am 20. August 1849,
mittags um halb eins, nicht zerstört wurde“, Jaroslav Hašeks braver Soldat Švejk, das Ehepaar
Povondra aus Karel Čapeks „Krieg mit den Molchen“, der Tischler Brtko aus Ladislav Grosmans
Roman „Der Laden auf dem Korso“, der junge Miloš Hrma in Bohumil Hrabals „Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht“ und Součkovás Ich-Erzählerin selbst: sie alle führen die Verstrickung des vermeintlich unbedeutenden Individuums in die Weltgeschichte vor Augen. In dieser
Erfahrung des „gewöhnlichen Menschen“ bündelt sich wie in einem Brennspiegel eine prägende
Erfahrung der Tschechen als Nation. Von den Kreuzzügen gegen die Hussiten über den Dreißigjährigen Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg und der Niederschlagung des Prager Frühlings geriet dieses
kleine Volk immer wieder ins Räderwerk der großen Geschichte.
Von den Studierenden wird die Bereitschaft erwartet, ein umfangreiches Lesepensum zu bewältigen. Mit der Lektüre der u.g. Texte sollte unbedingt bereits während der vorlesungsfreien Zeit begonnen werden. Alle Texte liegen auch in deutscher Übersetzung vor.
Voraussetzungen für den benoteten Leistungsnachweis sind die regelmäßige und aktive Teilnahme
am Seminar und die vorhergehende Lektüre der behandelten Texte, regelmäßige Hausaufgaben
und/oder Textkenntnisklausuren sowie die Anfertigung einer kurzen Hausarbeit bis zum Ende der
Semesterferien.
Primärtexte:
 Jaroslav Hašek: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Berlin & Weimar: Aufbau-Verlag,
1985.
 Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen. Berlin: Aufbau, 2009.
 Milada Součková: Der unbekannte Mensch. Stuttgart: DVA, 1999. [= Tschechische Bibliothek]
 Weil, Jiří: Leben mit dem Stern. Stuttgart: DVA, 2000. [= Tschechische Bibliothek]
 Bohumil Hrabal: Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht. In: ders.: Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht. Neue Erzählungen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1968, S. 23-108.
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Natalia Lakman, Tatjana Steiz, Helena Wolf
Propädeutikum: Kyrillische Schrift und Grundlagen der russischen Aussprache
2wöchige Blockveranstaltung: 29.09.- 10.10.2014, 9.30 – 13.00 Uhr, in 3 Gruppen
Für Studierende, die Russisch lernen wollen und noch keine Vorkenntnisse haben, oder nur Russisch sprechen, nicht aber lesen und schreiben können, führt das Slavische Institut unmittelbar vor
Semesterbeginn einen gebührenfreien zweiwöchigen Vorkurs mit täglich vier Unterrichtsstunden
durch; dieser umfasst: Aneignung des kyrillischen Alphabets (Lesen und Schreiben), Übung der
Aussprache, erste Bekanntschaft mit der Grammatik. Der nächste Vorkurs beginnt am 29.09.2014.
Teilnehmer melden sich bitte bis spätestens 26.09.2014 bei Frau Natalia Lakman unter Lakman@stud.uni-heidelberg.de an. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Teilnahme am Propädeutikum für Sie notwendig ist oder ob Sie die dort vermittelten Grundkenntnisse bereits besitzen, klären
Sie diese Frage bitte im Vorfeld mit Frau Lakman ab.
Ekaterina Lüdke, M.A.
Textsorten im Russischen und ihre Anwendung (für Nichtmuttersprachler), SÜ/Ü, auch als Ü
Medienkunde, 2st.
Ob Gebrauchsanweisung, Antrag oder E-Mail – wenn sie verfasst werden, wird bewusst oder unbewusst auf bereits vorhandene Textmuster zurückgegriffen. Diese Textmuster weisen häufig erhebliche Unterschiede in Abhängigkeit von dem verwendeten Idiom auf. Daher unterscheidet sich
auch die formale und sprachliche Gestaltung der Textsorten in der jeweiligen Sprache. Im Mittelpunkt dieser Sprachübung stehen Textsorten im Gegenwartsrussischen. Es wird ein Überblick der
gängigen Textsorten gegeben und am Beispiel einzelner Textsorten ihr Verständnis und ihre Anwendung eingeübt.
Für diejenigen, die diese Lehrveranstaltung als Sprachübung belegen möchten (3 LP), besteht der
Leistungsnachweis aus der regelmäßigen Teilnahme am Unterricht und an einem Gruppenprojekt,
Mitarbeit, Hausaufgaben und Bestehen der Abschlussklausur. Diejenigen, die diese Lehrveranstaltung als eine Übung im Rahmen der Medienkunde wählen (4 LP), bekommen eine zusätzliche
schriftliche Aufgabe.
Die Sprachübung ist für Nichtmuttersprachler bestimmt, die bereits den Sprachkurs Russisch 4 absolviert haben.
Beginn: Freitag, 17. Oktober 2014
Schwierigkeiten der russischen Rechtschreibung und Interpunktion (für Muttersprachler),
SÜ, 2st.
Das Russische verfügt über ein umfangreiches Regelsystem in Bezug auf Rechtschreibung und Interpunktion. Die Regeln werden während der Schulbildung gelernt und eingeübt. Es besteht allerdings auch nach dem Ende dieses Trainings Bedarf, die entsprechenden Kompentenzen durch Wiederholung und Übung aufrechtzuerhalten und auszubauen. In dieser Sprachübung werden Aspekte
der Rechtschreibung und Interpunktion behandelt, die besonders häufig russischen Muttersprachlern
Schwierigkeiten bereiten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anleitung zur Korrektur des Geschriebenen.
Voraussetzungen für die Anerkennung der Übung sind regelmäßige Teilnahme und Hausaufgaben,
Mitarbeit, Verfassen einer individuellen schriftlichen Arbeit und Bestehen der Abschlussklausur.
Beginn: Montag, 20. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Darja Miyajima, M.A.
Einführung in die slavische Sprachwissenschaft, diachroner Teil (siehe auch Dr. Katrin Schlund)
In dieser Veranstaltung wird in erster Linie der historischen Herausbildung der modernen slavischen Sprachen nachgegangen. Dabei sollen solche Fragen wie die Urheimat der Slaven, das Verhältnis der slavischen Sprachen zur indogermanischen Sprachfamilie, die Art der Verwandtschaft
der slavischen Sprachen u. a. behandelt werden.
Nachdem wir in den ersten Sitzungen die Grundlagen der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft kennengelernt haben, widmen wir uns den frühen sprachlichen Entwicklungstendenzen des
Urslavischen auf dem Weg zu den einzelnen Slavinen. Außerdem werden die einzelnen modernen
slavischen Standardsprachen kurz aus synchroner Sicht behandelt und in Referaten vorgestellt. Daher empfiehlt es sich, als Vorbereitung auf die erste Sitzung Informationen über die jeweiligen slavischen Sprachen zu sammeln Die Referatsthemen werden in der ersten Sitzung vergeben.
Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: Regelmäßige und aktive Mitarbeit, die Übernahme
eines mündlichen Referates und dessen schriftliche Ausarbeitung sowie die erfolgreiche Teilnahme
an der Abschlussklausur (gemeinsame Klausur für den synchronischen und den diachronischen
Teil).
Empfohlene Literatur:
1. Bruns, Thomas (2007): Einführung in die russische Sprachwissenschaft. Mit einem historischen Teil. Tübingen;
2. Okuka M. (Hg.) (2002): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt. Online: http://eeo.uni-klu.ac.at/index.php/Sprachenlexikon
3. Panzer, Baldur (1996): Die slavischen Sprachen in Gegenwart und Geschichte. Sprachstrukturen und Verwandtschaft. Frankfurt/M.
4. Rehder, Peter (Hrsg.) (1998, 2009): Einführung in die slavischen Sprachen. Darmstadt;
5. Townsend, Charles E. / Janda, Laura A. (2002, 2003): Gemeinslavisch und Slavisch im
Vergleich. Einführung in die Entwicklung von Phonologie und Flexion vom Frühurslavischen über das Spätgemeinslavische bis in die slavischen Einzelsprachen mit bes. Berücksichtigung des Russischen, Polnischen, Tschechischen, Serbischen/Kroatischen, Bulgarischen. München: Sagner.
6. Weber, Ursula (2003): Kleine Geschichte der Sprachwissenschaft. Tübingen: Narr.
BASISMODUL SPRACHWISSENSCHAFT, für B.A., Lehramt, zusammen mit dem diachronischen Teil: 6 LP
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
Dr. Aleš Půda
Grundlagen d. tschechischen Grammatik u. Lexik (Tschechisch 1), Ü, 4st.
Dieser Sprachkurs richtet sich an Anfänger und behandelt die Phonetik des Tschechischen sowie
die Grundlagen der tschechischen Grammatik und Lexik.
Leistungsnachweis: 3 Klausuren
Unterrichtsmaterialien:
25
 Havránek, B., Jedlička, A. (1998 ): Stručná mluvnice česká. Praha.
2
 Maidlová, J; Nekula, M. (2010 ): Tschechisch 1 - kommunikativ. Stuttgart.
Beginn: Montag, 20. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Aleš Půda
Morphologie des Tschechischen, 2. Teil, (Tschechisch 3), Ü, 4st.
Dieser Sprachkurs knüpft vertiefend an die Morphologie des Sprachkurses Tschechisch 2 an und
umfasst des Weiteren tschechisch-deutsche Übersetzungsübungen sowie Übungen zum schriftlichen
Ausdruck.
Leistungsnachweis: 3 Klausuren
Unterrichtsmaterialien:
25
 Havránek, B., Jedlička, A. (1998 ): Stručná mluvnice česká. Praha.
 Maidlová, J; Nekula, M. (2007): Tschechisch 2 - kommunikativ. Stuttgart.
Beginn: Montag, 20. Oktober 2014
Lektüre zeitgenössischer tschechischer Kurzprosa, SÜ, 2st.
„Als ich ‚Má veselá jitra‘ nun nach vielen Jahren wiederlas, stellte ich mit Erstaunen fest, dass sie
bei weitem mehr das Bild von den Menschen als das ihrer Zeit sind, und weil sich Menschen bei
weitem weniger ändern als ihre Regime, lässt sich die Mehrheit der Erzählungen durchaus kontemporär wahrnehmen.“
Ivan Klíma (*1931) schrieb seine Erzählungen in den siebziger Jahren nieder, in einer Zeit, in der er
sie als verbotener Autor lediglich im Samizdat, in Toronto beim Schrifstellerpaar Škvorecký und in
London bei A. Tomský verbreiten konnte. Es handelt sich um sieben Kurzgeschichten aus dem bizarren Alltag (von Montag bis Sonntag Morgen), die die unliebsame Tristesse der Zeit der Normalisierung mit sanftem Humor einfangen.
Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: regelmäßige und aktive Mitarbeit; erfolgreiche Teilnahme an einer Abschlussklausur.
Literatur: Klíma, Ivan (2011): Má veselá jitra. Spisy/4. Academia. Praha.
VERTIEFUNGSMODUL SPRACHERWERB B.A. UND ÜBUNGSBEREICH MASTER, 3 LP
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
Ausgewählte Fragen zur Semantik und Pragmatik der Modalität im Tschechischen, PS, 2st.
Da Modalität und seine Typen verschiedentlich typologisiert und bezeichnet werden, ist es erforderlich darzulegen, wie die einzelnen Termini gebraucht werden. Klassisch wird der Begriff der Modalität mit semantischen Domänen, die eine Möglichkeit oder eine Notwendigkeit beinhalten, in Verbindung gebracht. Auwera&Plungian (1998) unterscheiden vier Typen: (1) die partizipant-interne
Modalität, die entweder eine interne Fähigkeit oder ein internes Bedürfnis eines Partizipanten darlegen; (2) die partizipant-externe Modalität referiert auf externe Redehintergründe, die einen Sachverhalt für den Partizipanten möglich oder notwendig gestalten; (3) die deontische Modalität realisiert die permissiven oder stringenten Redehintergründe extern zum Partizipanten als eine Person(engruppe), oft den Sprecher, bzw. als eine soziale oder ethische Norm, die dem Partizipanten
erlaubt oder verbietet, sich an einem Sachverhalt zu beteiligen. Die letzte Domäne ist die epistemische Modalität. Sie referiert auf ein Urteil des Sprechers: eine Proposition wird als unsicher oder als
relativ wahrscheinlich zu einer Einschätzung beurteilt. Ein epistemisches Beispiel wäre auf das
Tschechische übertragen: „Ten, kdo viděl naše jarní utkání, muselo se mu líbit.“ – Demjenigen, der
unsere Begegnung im Frühling gesehen hatte, musste sie gefallen. Ziel des Proseminars ist es, diese
Klassifizierung am sprachlichen Material des Tschechischen zu erproben.
Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: regelmäßige und aktive Mitarbeit; Übernahme eines
Referats; erfolgreiche Teilnahme an einer Hausarbeit oder einer Abschlussklausur.
Literatur: Auwera, J. van der; Plungian, V. A. (1998): Modality’s semantic map. – In: Linguistic Typology 2, S. 79-124.
Beginn: Montag, 20. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Aleš Půda
Ausgewählte Kapitel aus der russischen Grammatik, PS, 2st.
Dieses Seminar richtet sich an Russisten. Gegenstand des Hauptseminars wird die Vorstellung verschiedener Modelle zur Beschreibung der Syntax des Russischen sein. Dabei wird anhand neuerer
Literatur auf dependenzgrammatische Syntaxmodelle eingegangen. Besondere ausgewählte Problembereiche (Subjekt-Prädikat-Kongruenz, Satzglieder u. a.) werden in Referatsthemen durch die
Kursteilnehmer vorgestellt.
Referatsthemen sollten bereits im Voraus in der vorlesungsfreien Zeit bearbeitet werden (ales.puda@slav.uni-heidelberg.de).
Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind eine regelmäßige und aktive Mitarbeit; die Übernahme eines Referats bzw. auch die erfolgreiche Teilnahme an einer Hausarbeit.
Literatur:
Jones C.; Levine, J. (2010): Conditions on the Formation of Middles in Russian. – In: Journal of
Slavic Linguistics 18, S. 1-44.
Padučeva, E.V. (2001): “Kauzativnyj glagol i dekauzativ v russkom jazyke”. – In: Russkij jazyk v
naučnom osveščenii. No. 1. Moskva: Jazyki slavjanskix kul’tur, S. 52–79.
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
Studien zur Reflexivität im Slavischen, HS/WÜ, 2st.
Reflexivverben gehören zur Subklasse der Wortart Verb, während verbale Reflexivformen eine
grammatische Kategorie des Verbs kennzeichnen. Ihre formale Kennzeichnung erfolgt durch ein
Reflexivpronomen bzw. eine Reflexivpartikel bzw. ein Reflexivmorphem, je nach Sprache und in
Abhängigkeit von der syntaktischen Funktion im Satz: Identifizierung, Permutation oder Ellision
eines Arguments im Vergleich zum nichtreflexiven Basisverb. Ist die formale Setzung des Reflexivmarkers obligatorisch, spricht man von Reflexiva tantum (echte Reflexivverben, r. смеяться),
bei partimreflexiver Kennzeichnung spricht man auch von unechten Reflexivverben (r. мыть und
мыться - sich waschen). Während die ersteren die Intransivität als tragendes Merkmal aufweisen,
kommt bei den letzteren die Koreferenz der Satzglieder zum Tragen. Jenseits der Koreferenz können ca. 15 weitere Funktionen mittels Reflexivierung ausgedrückt werden. Von den Reflexivverben
müssen semantisch-syntaktische Reflexivkonstruktionen unterschieden werden («К счастью,
именно в этот месяц написалась у меня легко «Кречетовка» - прямо для журнала, первый
раз в жизни» (А. Солженицын. Бодался теленок с дубом).
Das Seminar richtet sich an keine spezielle Slavine und steht somit allen Slavistikstudierenden offen. Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind eine regelmäßige und aktive Mitarbeit; die
Übernahme eines Referats bzw. auch die erfolgreiche Teilnahme an einer Hausarbeit. Referatsthemen sollten bereits im Voraus in der vorlesungsfreien Zeit bearbeitet werden (ales.puda@slav.uniheidelberg.de).
Literatur: Goto, K.V.; Saj, S.S. (2009): Častotnye charakteristiki klassov russkich refleksivnych glagolov. – In: Kiseleva, K.L. u.a. (Eds.): Korpusnye issledovanija po russkoj grammatike. Moskva, S. 184223.
VERTIEFUNGSMODUL SPRACHWISSENSCHAFT, SPRACHWISSENSCHAFT MASTER
UND MAGISTER, 4/8 LP
Beginn: Montag, 20. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Svetlana Ressel
Terminvereinbarungen für alle Lehrveranstaltungen von Frau Dr. Ressel:
Dienstag, 14. Oktober 2014, 10.30 Uhr, Komensky-Raum
Kroatische und serbische Wortbildung, PS, 2st, n.V.
Die Thematik dieses wissenschaftlichen Proseminars erstreckt sich auf die Untersuchung derjenigen
spezifischen linguistischen Prozesse (Komposition, Derivation) und ihrer morphologischsemantischen Resultate, die bei der Bildung von Wörtern der serbischen und kroatischen Sprache
von besonderer Wichtigkeit sind. Neben den einschlägigen Grammatiken dienen vor allem als
Grundlage:
S. BABIĆ: Tvorba riječi u hrvatskom književnom jeziku. Zagreb2 1991
J. KLAJN: Tvorba reči.1/2 Beograd 2002/2003
Dalmatien als literarische Landschaft, PS, 2st., n.V.
Dalmatien ist ein Teil des Mittelmeerraumes, der die „Wiege Europas“ genannt wird, da die Geschichte des Abendlandes von dort ihren Ausgang genommen hat. Die mediterrane Welt zeigt in
geographischer und ebenso in politischer wie geistesgeschichtlicher Hinsicht sowohl ein „westliches“ als auch ein „östliches“ Gesicht. Dabei bildet Dalmatien in besonderer Weise ein über die
Jahrhunderte hin immer wieder umkämpftes Übergangsland und somit einen wichtigen Teil der
berühmten „Grenze zwischen Ost und West“. Der in seiner spezifischen Vielfalt geradezu einmalige europäische Mikrokulturraum Dalmatien stellt sich als ein ethnologisch wie historisch faszinierendes Grenzgebiet dar, das seine regionale und kulturelle Identität dem spannungsvollen Gegensatz
wie fruchtbaren Austausch von Rom und Byzanz, von Romanen und Slaven, von Festland und Küste, von adriatischer Urbanität und balkanischer Patriarchalität, von europäischem Humanismus und
südslavischer Volkskultur verdankt.
Diesen und weiteren Problemen und Fragestellungen wird das ebenso kulturhistorisch wie literaturwissenschaftlich ausgerichtete Seminar nachgehen, wobei die besondere Rolle von DubrovnikRagusa für das Entstehen der spezifisch dalmatinischen Literatur eine gebührende Berücksichtigung
erfahren wird.
Zeitgenössische kroatische und serbische Literatur, HS/OS/WÜ, 2st., n.V.
In der kroatischen und serbischen Moderne und Postmoderne kommt es – wie zeitgleich auch in
anderen europäischen Literaturen – zur Entfaltung eines breiten Spektrums unterschiedlicher Themen und Stile. Das vor allem in den Prosawerken der Postmoderne literarisch präsentierte Weltund Menschenbild erscheint dabei oft in inhaltlicher Hinsicht diffus, während gleichzeitig der
sprachliche Duktus nicht selten metalinguistische Ausdrucksmittel aufweist, die eine Wechselwirkung zwischen dem Autor und dessen Leser herstellen. Je nach den Interessen der TeilnehmerInnnen sollen sowohl literarisch prominente wie weniger bekannte Werke verschiedener zeitgenössischer Autoren gemeinsam gelesen, analysiert und interpretiert werden, um so einen Aufschluss über
die Grundideen, Formprinzipien und wichtigsten Strömungen der serbischen und kroatischen Moderne und Postmoderne zu erhalten.
Übersetzung: Deutsch - Kroatisch/Serbisch, SÜ, 2st., n.V.
Neben einer Wiederholung und Vertiefung der bisher erworbenen grammatischen und lexikalischen
Kenntnisse soll in dieser Übung besonders die schriftliche Übersetzung deutscher Texte aus verschiedenen Sachbereichen geübt werden, wobei ein besonderes Augenmerk der Frage einer adäquaten Wiedergabe phraseologischer und stilistischer Spezifika gilt.
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Katrin Schlund
Einführung in die slavische Sprachwissenschaft, synchroner Teil, 2st. (siehe auch Darja
Miyajima, M.A. diachroner Teil)
Was ist Sprache? Welche Funktionen erfüllt sie? Wie ist Sprache strukturiert, wie kann man sie
beschreiben und was sind strukturelle Besonderheiten der slavischen Sprachen? In der Veranstaltung wird versucht, durch einen Überblick über die wichtigsten Arbeitsbereiche und Methoden der
modernen Linguistik Antworten auf diese Fragen zu finden. Zunächst werden die terminologischen
und methodischen Grundlagen der strukturalistischen Sprachbeschreibung erarbeitet und auf die
Kernbereiche der Sprachwissenschaft (Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Lexikologie)
angewendet. Die so erworbenen Kenntnisse dienen als Basis für die im späteren Teil des Seminars
anstehende Beschäftigung mit den interdisziplinären linguistischen Forschungsbereichen Pragmatik
und Soziolinguistik.
Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit und Vorbereitung der Sitzungen,
Referat mit Thesenpapier und dessen Ausarbeitung als Hausarbeit (entweder im synchronen oder im diachronen Teil der Einführung), Klausur. Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in
der ersten Sitzung.
Vorbereitende Lektüre:
Für alle Slavinen:

Franz, Norbert (1994): Einführung in das Studium der slavischen Philologie: Geschichte,
Inhalte, Methoden. Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft, 1-47.

Okuka Miloš, Hg. (2002): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt et al.:
Wieser. [= Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens 10].

Smirnova, Elena/Mortelmans, Tanja (2010): Was ist Sprache?, in: Dies., Funktionale
Grammatik. Konzepte und Theorien. Berlin/New York: de Gruyter, 1-8. [Kopiervorlage ab
01.10.2014 im Seminarordner in Institutsbibliothek]
Für Russisten außerdem zu empfehlen:

Bruns, Thomas (2007): Einführung in die russische Sprachwissenschaft. Mit einem historischen Teil. Tübingen: Narr.

Lehmann, Volkmar (2013): Linguistik des Russischen: Grundlagen der formalfunktionalen Beschreibung. Berlin/München et al.: Sagner. (=Slavolinguistica 17)
BASISMODUL SPRACHWISSENSCHAFT, für B.A., Lehramt, zusammen mit dem diachronischen Teil: 6 LP
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Bettina Sieber, Studienrätin
Fachdidaktik II: Russisch in Mittel- und Oberstufe, Ü, 2st.
Blockseminar mit Vorbesprechung am Dienstag, den 21.10.14, 14.15-15.45 Uhr
„Ключ сильнее замка“ –
„Der Schlüssel ist stärker als das Schloss“
(russisches Sprichwort)
Wir werden in dieser Übung die Erfahrungen der Fachdidaktik I vertiefen und erweitern. Dabei soll
die Reflexion eigener Erlebnisse aus dem Praxissemester breiten Raum einnehmen: „Was lässt
sich gut umsetzen, wo gibt es Probleme – und warum?“
Weitere Schwerpunkte werden auf die Bereiche Literatur- und Filmdidaktik im RussischUnterricht sowie auf landeskundliche Themen und interkulturelles Lernen gelegt.
Im Bereich der Methodik sollen verstärkt methodische Großformen (Projekt, Fallstudie, Gruppenpuzzle u.a.) sowie Möglichkeiten des PC-Einsatzes im Russisch-Unterricht besprochen werden.
Zentrale Fragen wie die Planung und Dokumentation einer kompetenzorientierten Unterrichtseinheit, die Auswahl geeigneter (auch literarischer) Texte, Medien und handlungsorientierter Methoden, Ergebnissicherung und Leistungsmessung werden uns durchgehend beschäftigen.
Leistungsnachweis:
Praktische Übungen während des Kurses, Impulsreferate, regelmäßige Hausaufgaben. Eine Hausarbeit kann in Form der Ausarbeitung einer didaktischen Einheit zu einem selbstgewählten Thema
aus Literatur, Kultur oder Landeskunde erstellt werden. (5 LP für das Lehramt, 3-5 LP für „Übergreifende Kompetenzen“)
Die Veranstaltung richtet sich vorwiegend an Lehramts-Studierende. Da die konzeptuelle Aufbereitung und Vermittlung von komplexen Sachverhalten in der modernen „Wissensgesellschaft“ jedoch
zu den „Schlüsselkompetenzen“ im Berufsleben gehören, sind auch Bachelor-, Magister- oder
Masterstudierende herzlich willkommen - sofern noch Plätze frei sind.
Beginn der Veranstaltung: Dienstag, 21.10.2014, 14.15-15.45 Uhr im Komenský-Raum
Voraussichtliche Wochenenden (freitags von 14-18.30 mit einer halben Stunde Pause und samstags
von 9.30-17.30 Uhr mit eineinhalb Stunden Pause): 21.11./22.11.14 und 9.1./10.1.15. Die Termine
werden in der Einführungsveranstaltung am 21.10. gemeinsam besprochen ; leichte Verschiebungen
sind möglich.
Bitte melden Sie sich direkt bei mir an: bettina.sieber@gmx.de. Auch für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. Karoline Thaidigsmann
Trauma. Beispiele aus der polnischen und russischen Literatur des 20. / 21. Jahrhunderts, PS,
2st.
Als Anna Achmatova in den 1930er Jahren vor den Toren des Leningrader Gefängnisses von einer
Frau gefragt wurde, ob sie in der Lage sei ihrer aller Leid zu beschreiben, antwortete sie: „Ja, das
kann ich“. Die selbstbewusste Haltung der russischen Dichterin verdeckt nicht die Schwierigkeiten,
auf die Versuche stoßen traumatisierenden Erlebnissen literarisch Ausdruck zu geben. Traumatische
Erfahrungen haben gemein, dass sie in eine Wirklichkeit führen, die für Außenstehende meist fremd
und für diejenigen, die sie erlebt (haben), oftmals nur schwer in Worte zu fassen ist. Solche Erfahrungen liegen am Rande des Darstellbaren und es bedarf besonderer literarischer Mittel um ihnen
Ausdruck zu verleihen.
Im Seminar werden anhand der Texte polnischer und russischer Autoren Möglichkeiten und Grenzen der literarischen Darstellung traumatisierender Erfahrungen analysiert, theoretisch reflektiert
und diskutiert. Die im Seminar behandelten Texte stehen vor dem Hintergrund der polnischen und
russischen Geschichte des 20./21 Jhs und umfassen prägende Erfahrungen wie den stalinistischen
Terror und den Gulag, die Leningrader Blockade, den Holocaust, den Warschauer Ghettoaufstand
sowie den Warschauer Aufstand bis hin zu den Tschetschenienkriegen der 1990er-2000er Jahre.
Eine Liste der Seminarlektüre ist ab Mitte September einsehbar.
Das Seminar richtet sich an Studierende mit Polnisch und / oder Russisch als einer der gewählten
slavischen Sprachen sowie an interessierte Studierende anderer Fachrichtungen. Die behandelten
Texte sind im Original wie auch in deutscher Übersetzung zugänglich. Teilnahmevoraussetzung ist
die Bereitschaft zur Lektüre aller zu behandelnden Texte sowie regelmäßige Teilnahme und aktive
Mitarbeit (inklusive Hausaufgaben). Für den Erwerb eines benoteten Leistungsnachweises ist zudem die Übernahme eines Kurzreferats und wahlweise die Anfertigung einer Hausarbeit oder das
Bestehen einer Klausur obligatorisch.
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
Übersetzung kurzer literarischer Texte Polnisch-Deutsch, SÜ, 2st.
Je nach Kenntnisstand der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden kürzere literarische Texte
leichteren und mittleren Schwierigkeitsgrads aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzt und dabei
auftretende sprachliche und grammatikalische Probleme besprochen.
Voraussetzungen für den Erwerb eines benoteten Leistungsnachweises sind regelmäßige und aktive
Teilnahme, die Erledigung von Hausaufgaben und das Bestehen einer Klausur.
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
Ana Valjan, M.A.
Konversation Kroatisch/Serbisch, SÜ, 2st., n.V.
Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit alltägliche und je nach Interesse der Studierenden ausgewählte Konversationssituationen in kroatischer bzw. serbischer Sprache zu üben. Die Studierenden haben dabei die Gelegenheit ihr grammatisches Wissen anzuwenden und ihr Vokabular zu wiederholen und zu erweitern. Konkrete Gesprächsthemen und Diskussionen werden dabei von den
Studierenden je nach Affinität aus dem kulturellen und gesellschaftlich-politischen Kontext Kroatiens und Serbiens ausgewählt.
Terminvereinbarung: Dienstag, 14. Oktober 2014, 10.30 Uhr, Komensky-Raum
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. habil. Blagovest Zlatanov Velichkov
Bulgarischer Symbolismus, PS, 2st.
Diese Veranstaltung wird der zweiten Phase des bulgarischen literarischen Modernismus (als erste
gilt der postromantische Individualismus des literarischen Kreises „Misal“) gewidmet. Das Proseminar befasst sich mit der Entstehung, Durchsetzung, Entwicklung und den wesentlichen Merkmalen des bulgarischen Symbolismus, welcher sich als eine der wichtigsten literarischen Strömungen
in der zweiten und dritten Dekade des 20. Jahrhunderts in Bulgarien zu behaupten vermag. Anhand
von Interpretationen verschiedener literarischer und kritischer Texte werden in der Veranstaltung
sowohl die werkimmanenten, stilistischen und kunstideologischen Charakteristiken des bulgarischen Symbolismus, als auch dessen fremde, westeuropäische ästhetische Wurzeln und Vorbilder
zur Diskussion gestellt. Dabei werden die Beiträge dessen bedeutendster Vertreter - Dimčo Debeljanov, Teodor Trajanov, Pejo Javorov, Emanuil Popdimitrov, Hristo Jasenov, Ivan Andrejčin, u. a. zur künstlerischen Gestaltung und der philosophisch-kritischen Bearbeitung von zahlreichen Themen der Kunst, Ästhetik, Kultur und Gesellschaft behandelt.
Literatur:
 Bluždaešta estetika: Bǎlgarskite simvolisti za simvolizma. Sastavitelstvo i vstapitelna studija
Stojan Iliev, Sofija: Izdat. na Bǎlgarskata Akademija na Naukite, 1992.
 Dakova, B. Der unanthologische Trajano. Die getilgte Dekadenz .Über die Verwandlungen
der poetischen Sprache, Hamburg: Kovač, 2009.
 Udolph, L. Teodor Trajanov: die Entwicklung seiner Lyrik 1904 bis 1941. Eine philologische Studie, Köln [u.a.]: Böhlau, 1993.
 Teodor Trajanov (1882 - 1945), Geo Milev (1895 - 1925) und die deutschsprachige Literatur. Christo Choliolčev (Hrsg.), Wien: Verein Freunde des Hauses Wittgenstein, 1989.
Beginn: Dienstag, 21. Oktober 2014
Die bulgarischen Vergangenheitstempora, PS, 2st.
Die bulgarischen Vergangenheitstempora weisen eine breite strukturelle Vielfalt und zahlreiche
Bedeutungs- und Verwendungsvariationen auf. In der Veranstaltung werden die sechs bulgarischen
Vergangenheitstempora unter Berücksichtigung mehrerer Fragestellungen dargestellt. Mit besonderer Aufmerksamkeit werden die verschiedenen Modelle der Erfassung der einzelnen Tempora in
einem einheitlichen System analysiert. Des Weiteren werden sowohl die wichtigsten grammatischen Aspekte – Redemoment, Referenzinterval, Taxis usw., - als auch die möglichen Typologien
– z. B. durative vs. resultative Tempora – anhand zahlreicher konkreter Beispiele erörtert.
Literatur:
 Nicolova, R. Bălgarska gramatika. Morfologija. Sofija: Universitetsko izd. Sv. Kliment
Ochridski, 2008.
 Walter, H. Temporale aspektliche und modale Semantik des Verbum finitum im modernen
Bulgarischen: Akademie-Verl., 1977.
 Nicolova, R.; Pašov, P. Pomagalo po bălgarska morfologija. Glagol. Sofija: Izdat. Nauka i
Izkustvo, 1976.
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2014/2015
Dr. habil. Blagovest Zlatanov Velichkov
Der „problematische“ Bulgare. „Baj Ganju“ von Aleko Konstantinov, HS/OS/WÜ, 2st.
Durch seinen Aufsatz „Der problematische Bulgare. Zur Charakterogie der Slaven“, veröffentlicht
in der Zeitschrift „Slavische Rundschau“, 1931, № 6, löst der deutsche Slavist Prof. Gerhard Gesemann eine heftige Debatte um die Charakterologie der Bulgaren aus, an der sich in den folgenden
Jahren zahlreiche bulgarische und ausländische Literatur- und Kulturwissenschaftlicher beteiligen.
Im Zentrum der Diskussion steht das im Jahre 1895 in seiner vollständigen, überarbeiteten Endfassung erschienene Werk von Aleko Konstantinov „Baj Ganju“ mit dem Untertitel „Neverojatni
razkazi za edin săvremenen bălgari“ (Unglaubliche Erzählungen über einen zeitgenössischen Bulgaren). In der Veranstaltung werden die wichtigsten Themen und die einzelnen Positionen und
Thesen in der Debatte rekonstruiert und besprochen. Gleichzeitig werden sowohl immanente gattungs-, erzähl- und strukturtheoretische Fragestellungen als auch inhaltliche und kultur-ideologische
Momente im „Baj Ganju“ diskutiert.
Literatur:
 Konstantinov, Al. Bai Ganju, der Rosenölhändler. [aus d. Bulgar. Georg Adam]. 1. Aufl.
Leipzig: Reclam (Reclams Universal-Bibliothek, 568), 1974.
 Gesemann, G. Der problematische Bulgare. Zur Charakterogie der Slaven. // Slavische
Rundschau, Berlin-Leipzig, 1931, № 6.
 Peleva, Inn. Aleko Konstantinov. Biografija na četeneto, Prosveta, 2002.
 Witschew, D. A. K.s „Bai Ganiu“, in: Zeitschrift für Slawistik 30, 1985, 5, 710–718.
 Georgiev, N. Imeto na rozata i tjutjuna, Sofija, 1992.
Beginn: Mittwoch, 15. Oktober 2014
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Kunst und Fotos
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