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EFRE-Museumskalender 2014.pdf - Zurück - Bayern

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Bayern und Europa
als Partner
Museen 2014
Der EFRE fördert bayerische Museen
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Grußwort
Staatsminister Dr. Ludwig Spänle
Grußwort
Staatsministerin Ilse Aigner
Rund 1350 Museen im Freistaat laden uns ein, unser historisches und kulturelles Erbe auf vielfältige Weise
kennenzulernen. Über 20 Millionen Besucherinnen und Besucher folgen jedes Jahr dieser Einladung.
Damit hat Bayern nicht nur die meisten Ausstellungshäuser, sondern auch die meisten Museumsbesucher
in Deutschland vorzuweisen. Darüber freue ich mich sehr, denn unsere Museen sollen lebendige Orte des
Austauschs und der Begegnung sein.
Die Vision eines vereinten Europas ist mittlerweile für viele selbstverständlich geworden. Einheit bedeutet
aber keineswegs Vereinheitlichung. Kulturelle Vielfalt und regionale Unterschiede sind durchaus gewollt und
Ausdruck des gemeinsamen historischen Erbes in Europa. Aufgabe unserer Museen ist es, diese Vielfalt zu
erhalten, zu wahren und zugänglich zu machen. Sie sind ein wichtiges Instrument für gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen.
Der Museumskalender 2014 zeigt uns einen kleinen Ausschnitt aus diesem reichen Angebot und soll die
Lust darauf wecken, die vielfältige bayerische Museumslandschaft auch jenseits der großen Häuser und
ihrer berühmten Sammlungen zu entdecken. So können wir im Geschichtspark Bärnau eine Zeitreise in die
mittelalterliche Welt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag antreten und in Kulmbach die Tradition
des Backens und Brauens selbst ausprobieren. Im Römermuseum Passau erkennen wir, dass unsere Wurzeln
weit über Bayern hinausreichen, und im Dampflokomotivenmuseum Neuenmarkt lassen wir uns von den
Anfängen der modernen Mobilität faszinieren.
Europäische Strukturpolitik dient dazu, wirtschaftliche Divergenzen in und zwischen den verschiedenen europäischen Regionen zu beseitigen, indem sie wirtschaftliches Wachstum, länderübergreifende Kooperationen
und Verständigung über nationale Grenzen hinweg fördert. Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in den Zielen „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ und „Europäische Territoriale
Zusammenarbeit“ (INTERREG) in Bayern hilft insbesondere den wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen,
ihre eigenen spezifischen Stärken auszubauen. Ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Attraktivität dieser
Regionen ist die Förderung der hier vorgestellten Museen. Sie setzen Impulse, Orte und Gegenden jenseits
der touristischen Zentren kennen zu lernen, und schaffen so gerade für den ländlichen Raum einen wichtigen
kulturellen und wirtschaftlichen Mehrwert.
Die Museen, die dieser Kalender vorstellt, haben eines gemeinsam: Sie wurden aus Mitteln des Europäischen
Fonds für Regionale Entwicklung gefördert. Die Europäische Union unterstützt den Ausbau kultureller Einrichtungen, weil sie zum einen deren Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region kennt. Zum
anderen haben Kunst und Kultur zu allen Zeiten politische Grenzen überschritten und Menschen verbunden.
Wenn wir das erfahrbar machen, vermitteln wir unsere gemeinsame Identität bei aller Vielfalt im Einzelnen
und stärken das europäische Fundament.
Die Beispiele im neuen EFRE-Museumskalender 2014 zeigen sehr informativ einen Ausschnitt der hohen
Qualität und Heterogenität bayerischer Museumslandschaft. Sie vermitteln, jeweils auf ihre Weise, die eigene,
unverwechselbare Landesgeschichte. Lassen Sie sich davon inspirieren!
Allen, die dazu beigetragen haben, dass dieser Kalender auch heuer erscheinen konnte, danke ich sehr –
vor allem der Landesstelle für nichtstaatliche Museen für ihre fachkundige und engagierte Unterstützung.
Ilse Aigner
Bayerische Staatsministerin
für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Dr. Ludwig Spaenle
Bayerischer Staatsminister
für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Die Landesstelle für die nichtstaatlichen
Museen in Bayern
Europäischer Fonds für regionale
Entwicklung
Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern ist eine Service-Einrichtung des Freistaats für die
mehr als 1250 Museen Bayerns, die sich nicht unmittelbar in staatlicher Trägerschaft befinden, sondern von
Bezirken, Landkreisen, Städten und Gemeinden, kirchlichen Institutionen, Vereinen, Stiftungen, Firmen oder
Privatpersonen unterhalten werden.
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist einer der Strukturfonds der Europäischen Union.
Die aus dem EFRE finanzierten Maßnahmen sollen dazu beitragen, den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in Europa zu stärken, indem sie regionale Ungleichgewichte ausgleichen. Die wirtschaftliche Struktur in den Regionen soll weiter entwickelt und angepasst werden; das betrifft vor allem auch
die Industriegebiete mit rückläufiger Entwicklung und die weniger entwickelten Gebiete. Darüber hinaus wird
die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit unterstützt, um zu einer nachhaltigen räumlichen Entwicklung beizutragen. In Bayern werden aus dem EFRE Programme im Ziel „Europäische
territoriale Zusammenarbeit“ (INTERREG IV) und „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ (RWB)
finanziert.
Sie unterstützt die Museen bei Neuplanungen sowie in allen fachlichen Fragen des Museumsalltags. Dazu
gehören Erfassung und Dokumentation sowie Ausbau und Pflege der Sammlungen mit den damit verbundenen Aufgaben der Konservierung, Restaurierung und schadensfreien Verwahrung von Museumsgut.
Auch die Beratung der Museums- und Ausstellungskonzepte, weiterhin der Einrichtung und der Gestaltung
von Museen und nicht zuletzt auch der Vermittlung und der besucherorientierten Angebote gehört zum
Leistungsspektrum der Landesstelle.
Die Landesstelle versteht sich als Partner der Museen wie auch der Besucher. Ihr Auftrag gilt über die fachliche
Betreuung der einzelnen Projekte hinaus auch der Entwicklung einer gut strukturierten, lebendigen und
besucherfreundlichen Museumslandschaft in Bayern.
Im Alten Hof in München informiert die Landesstelle in ihrem „Infopoint Museen & Schlösser in Bayern“
aktuell und umfassend über das Museumsland Bayern. Die Ausstellung Münchner Kaiserburg im historischen
Gewölbekeller erläutert die Geschichte des Alten Hofs als mittelalterlicher Residenz der Wittelsbacher und
zeigt Stationen der Stadtentwicklung auf.
Vielfältige weitere Informationen zu den bayerischen Museen, der Landesstelle und dem Infopoint finden sich
auf der neu gestalteten gemeinsamen Internetseite:
www.museen-in-bayern.de
Das Operationelle Programm Bayern 2007 - 2013 im Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“
hat die Aufgabe, die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der Regionen zu stärken und trägt durch
die Vorwegnahme des Wandels in Wirtschaft und Gesellschaft zur Sicherung der Beschäftigung bei. Dafür
erhält der Freistaat Bayern von der Europäischen Union im Zeitraum 2007 - 2013 EU-Mittel in Höhe von rund
576 Mio. Euro. Diese Mittel werden auch in den Jahren 2014 und 2015 eingesetzt. Das grenzübergreifende
Programm Freistaat Bayern-Tschechische Republik 2007 - 2013 (INTERREG IV A) fördert die Weiterentwicklung
des bayerisch-tschechischen Grenzgebietes zu einem gemeinsamen Lebens-, Natur- und Wirtschaftsraum
sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen. Für die gesamte
Förderperiode stehen gut 115 Mio. Euro an EFRE-Mitteln zur Verfügung, die auch noch in den Jahren 2014 und
2015 abgerufen werden. Das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst fördert mit
6 Mio. Euro aus Mitteln des EFRE im Rahmen der Prioritätsachse „Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung
der Grenzregion“ die Errichtung und den Ausbau von Museen in der 1. und 2. Landkreisreihe zur Tschechischen
Republik. Damit soll die Schaffung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen unterstützt werden.
Museumskalender 2014
Die in diesem Kalender abgebildeten Museen wurden in den letzten Jahren aus Mitteln der Strukturfonds der
EU gefördert oder werden in Kürze eine Förderung erhalten. Der Kalender wurde als Publizitätsmaßnahme
aus Mitteln des EFRE sowie mit Unterstützung des Freistaats Bayern finanziert. Die kostenlose Verteilung des
Kalenders erfolgt über den Infopoint und die beteiligten Museen.
Impressum
Gesamtleitung: Helmut Potje, Hans-Joachim Scholz
Finanzmanagement: Georg Weilbach
Projektleitung: Dr. Michael Henker, Dr. Wolfgang Stäbler,
Christine Schmid-Egger M.A.
Koordination, Texte: Monika Dreykorn
Gestaltung: Michael Meinhardt
Druck: Gutenberg Druck + Medien GmbH
ISBN: 978-3-9807604-6-1
Bildnachweis:
01/14: Vorderseite, Rückseite Mitte, Rechts: Landesstelle für die
nichtstaatlichen Museen, Fotografin Lisa Söllner, Rückseite Links:
Burg-Museum Parsberg
02/14: Vorderseite, Rückseite Rechts: Porzellanikon Selb und Hohenberg
a. d. Eger, Fotograf Reinhard Feldrapp, Rückseite Links, Mitte:
Porzellanikon Selb und Hohenberg a. d. Eger, Fotograf Manfred Jahreiss
03/14: Brauerei- und Bäckereimuseum Kulmbach
04/14: Heimat.Museum Röhrnbach-Kaltenbach
05/14: Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen
06/14: Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach,
Fotografen cultheca/Regine Leipold, Gerhard Waldherr
07/14: Geschichtspark Bärnau-Tachov
08/14: Deutsches Dampflokomotiv Museum Neuenmarkt,
Fotograf: Michael Jungblut, Atelier Brückner
09/14: Adalbert-Stifter-Museum im Rosenberger Gut,
Fotograf Wolfgang Englbrecht
10/14: Waldmuseum Zwiesel, Fotografin: Frauke Oelbauer
11/14: RömerMuseum Boiotro, Rückseite Mitte: Fotograf Dionys Asenkerschbaumer,
Fotograf Jörg-Peter Niemeier
12/14: Museum Burg Falkenberg
Oberpfälzer Freilandmuseum
Neusath-Perschen
RömerMuseum Kastell Boiotro
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum
Oberviechtach
Museum Burg Falkenberg
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Gutschein
Gutschein
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Gutschein
Gutschein
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Der Besuch des Museums ist generell
kostenfrei.
HEIMAT.MUSEUM Röhrnbach.Kaltenbach
Waldmuseum Zwiesel
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Gutschein
Gutschein
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Museumspädagogisches Bildungszentrum
im Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseum Kulmbach
Adalbert-Stifter-Museum im
Rosenberger Gut
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Gutschein
Gutschein
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Porzellanikon in Selb und Hohenberg
a. d. Eger
Deutsches Dampflokomotiv Museum
Neuenmarkt
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Gutschein
Gutschein
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Burg-Museum Parsberg
Geschichtspark Bärnau-Tachov
Kostenloser Eintritt für 2 Personen
Gutschein
Gutschein
Gutscheine für Ihren
Museumsbesuch!
Machen Sie sich auf den Weg. Entdecken Sie in den rund 1360 bayerischen Museen die Vielfalt und
Einzigartigkeit Bayerns. Jedes Museum hält sehenswerte Objekte und spannende Geschichten für
Sie bereit. Die 12 Museen dieses Kalenders laden Sie mit einem besonderen Angebot ein.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei Ihrem Besuch!
Weitere lohnenswerte Ausflugsziele finden Sie unter:
www.museen-in-bayern.de
Burg-Museum Parsberg
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Vorderseite: In der Abteilung zur mittelalterlichen Stadtgeschichte finden sich viele Zeugnisse der Herren von Parsberg,
wie auch dieses aus dem 14. Jahrhundert.
Ein Schatzkästchen für Geschichtsliebhaber
In der malerischen Burg von Parsberg präsentiert das
Burg-Museum die Geschichte der Region durch die
Jahrhunderte.
Die erdgeschichtliche Abteilung behandelt
die Entstehung der Landschaft und zeigt
die jetzt vorherrschende Flora und Fauna.
Es ist ein Schatzkästchen, das Parsberger Burg-Museum.
In langjähriger Kleinarbeit ist eine Sammlung zusammengetragen worden, die das Leben und die Zeugnisse der
Menschen aus der Region Neumarkt-Parsberg-Regensburg
durch fast drei Jahrtausende repräsentiert. In drei Schwerpunkten sind diese nun in den Räumen der malerischen,
mittelalterlichen Burganlage in einer Ausstellung aufbereitet:
Im Erdgeschoss wird der Besucher durch die Entstehung
der regionalen Landschaft über die Frühzeit der menschlichen Besiedelung der Region bis hin zum mittelalterlichen
Rittertum der Herren von Parsberg und die Stadtgeschichte
geführt.
Hier gibt es Schätze zu sehen wie beispielsweise die Nachbildung der weltbekannten „Parsberger Maskenfibel“, ein Bronzeguss aus der Frühlatènezeit (500-400 v. Chr.), die in einem
vorgeschichtlichen Grabhügel bei Parsberg gefunden wurde.
Die wunderschöne Fibel gehört auf Grund ihrer künstlerisch
hochwertigen Verarbeitung und Aussagekraft europaweit zu
den bedeutenden Funden aus dem keltischen Kulturkreis.
Die Volkskundliche Abteilung im ersten Stockwerk stellt die
Themen Handwerk, Wohnen, Textil und Religionsausübung
in der Region in den Mittelpunkt der Präsentation. Ausgestorbene Erwerbszweige wie das Sattler- oder das Schmiedehandwerk werden in ihren Abläufen und Arbeitstechniken
erläutert. Zimmereinrichtungen, Möbel und Hausrat lassen
„Oberpfälzer Wohnkultur“ aufleben. Die Herstellung von
Stoffen sowie deren Färbung und Verzierung mittels Blaudruck sind hier von der Gewinnung des Fadens bis zur
getragenen Tracht dokumentiert. Neben dem religiösen
Das Parsberger Rittergeschlecht wurde 1224 erstmals
genannt. Einige Vertreter der Adelsfamilie erlangten
überörtliche Bedeutung.
Jahresablauf, der Liturgie und der Alltagsfrömmigkeit der
Menschen wird in der Abteilung Religion auch die Bedeutung
des Dorfpfarrers näher beleuchtet, der in ländlichen Gegenden
nicht nur die Funktion eines kirchlichen Seelsorgers inne hatte,
sondern als Lokalschulinspektor auch Staatsdiener war.
Einzelschicksale machen Geschichte lebendig
für ein kleinstädtisches Museum einzigartigen Detailfülle in
Bayern einmalig.
Und so ist das Burg-Museum Parsberg ein Schatzkästchen
regionaler Geschichte, das die Geschichte der Menschen, die
seit Jahrtausenden hier lebten, in einer Vielzahl von Facetten
zeigt.
In der Historischen Abteilung „Von Bismarck bis Hitler“ im
zweiten Obergeschoss werden schließlich die Reichsgeschichte und deren Auswirkung auf die Region behandelt.
In der Art eines „begehbaren Geschichtsbuchs“ stellt sie
den bekannten staats- und weltgeschichtlichen Ereignissen
von der Reichsgründung 1871 über den Ersten Weltkrieg, die
Weimarer Zeit, das Dritte Reich bis zum Ende des Zweiten
Weltkriegs komplementär die regionalen Begebenheiten
aus dem Raum um Parsberg gegenüber. In besonderer Weise
finden hier individuelle Schicksale der Bevölkerung aus der
sogenannten Provinz Berücksichtigung. Im Rahmen des historischen Gesamtzusammenhangs z.B. des Ersten Weltkriegs
oder des Dritten Reichs machen Einzelschicksale die jeweilige
Zeit greifbar.
Parsberg
So erhält beispielsweise der Erste Weltkrieg durch die
mehreren tausend Feldpostbriefe, Bildpostkarten, Zeichnungen und Fotos des einfachen Soldaten Peter Utz von der
französischen Front des Ersten Weltkriegs ein ganz persönliches Gesicht. Die Seelenlage und das Denken und Fühlen der
unmittelbar Betroffenen kommen hier in besonderer Weise
zum Ausdruck und ermöglichen einen emotionalen Zugang
zur Geschichte. Die Historische Abteilung des Museums ist in
ihrer Parallelität von Welt- und Regionalgeschichte und ihrer
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Die Erweiterung des Burgmuseums wurde
maßgeblich durch das EU-Förderprogramm
EFRE im Ziel RWB Bayern 2007-2013 gefördert.
Die bestehende Ausstellung im Burgmuseum Parsberg wurde durch neue Themen
erweitert und das Museumskonzept den
neuzeitlichen Anforderungen angepasst.
Themenschwerpunkt der neuen Ausstellung
ist die Zeit von der Erstbesiedelung bis zum
Ende des Zweiten Weltkrieges. Neben den
Daten der Reichs- und Landesgeschichte
wurden soweit möglich individuelle Schicksale berücksichtigt. Die Förderung erfolgte im
Zeitraum 2009-2011 und umfasste 155.000
EUR.
•Frühjahr 2014: Sonderausstellung zu
unbekannten oder in Vergessenheit
geratenen Parsberger Künstlern
• Führungen für Einzelbesucher, Gruppen
und Schulklassen durch das ganze
Haus oder einzelne Abteilungen
•Mai 2014: Mittelalterfest (Spectaculum
Nordgavia)
• Fachführungen zu speziellen Themen
Burg-Museum Parsberg
Burgstraße 24
92331 Parsberg
•Juli 2014: Parsberger Burgspiele
•Herbst 2014: „Der Beginn des Ersten
Weltkriegs“ (Sonderausstellung)
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
• Schüler können das Arsenal und das
Archiv des Museums unentgeltlich im
Rahmen der Erstellung von Facharbeiten
oder Vorträgen für die Recherche nutzen
Tel.: +49 (0) 94 92/15 05
burgmuseum-parsberg@t-online.de
www.parsberg.de
Öffnungszeiten:
Di.-Do. 10-12 u. 14-16 Uhr,
Fr. 10-12 Uhr
So. 14-16.30 Uhr
und nach Vereinbarung
Porzellanikon in Selb und Hohenberg a. d. Eger
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So So So So Vorderseite: Rund um den alten Brennofen
werden im Rosenthal Museum Highlights aus
der Geschichte der Weltmarke gezeigt.
Weißes Gold aus dem Brennofen
Das Europäische Museum für Technische Keramik
zeigt, wo Keramik überall eingesetzt wird: Hier Tauchformen für Gummihandschuhe.
Vorher ist es eine unscheinbare Masse aus Kaolin, Feldspat
und Quarz – durch die glühende Hitze des Feuers im Brennofen wird es zu Weißem Gold. Die Herstellung von Porzellan
ist eine unglaublich spannende Geschichte. Von der richtigen
Mischung der Porzellanmasse über den Bau von Formen aus
Gips, den Bränden unterschiedlicher Temperatur, der Weißfertigung bis hin zu Glasur und spezieller Bemalung – es sind
viele einzelne Schritte, bis ein Teller oder gar eine Teekanne
aus Porzellan in voller Pracht vor einem steht. Sie alle wurden
in den 300 Jahren seit der Wiedererfindung des Porzellans
in Europa immer wieder weiterentwickelt und technisch
optimiert.
Wie in einem Kaleidoskop brechen sich in der Geschichte der
Porzellanproduktion die verschiedensten Themen der vergangenen drei Jahrhunderte: Der Entdecker- und Erfindergeist
des 18. und 19. Jahrhunderts, technische Revolutionen wie
beispielsweise die Erfindung der Dampfmaschine, die soziale
Frage der Arbeiter oder auch der Strukturwandel und die
Globalisierung des 20. Jahrhunderts, die der Produktion von
Porzellan im alten Europa beinahe den Garaus gemacht hat.
Vier Museen, zwei Standorte, ein Thema: Porzellan
Dies und vieles mehr rund um das Thema Porzellan kann man
im Porzellanikon in Selb und Hohenberg a. d. Eger erfahren. In
einer 1969 stillgelegten ehemaligen Rosenthal-Fabrik in Selb
und einer ehemaligen Direktorenvilla in Hohenberg befindet
sich hier das mit 11.000 Quadratmetern europaweit größte
Museum für Porzellan. Es ist aufgeteilt in vier Spezialmuseen:
Philipp Rosenthal, der Begründer der
Weltmarke.
Im Europäschen Industriemuseum für Porzellan wird
nachvollziehbar, wie Porzellan entsteht und die Porzelliner
arbeiteten: Hier das Kontor der Porzellanfabrik.
Im Europäschen Industriemuseum für Porzellan wird von
der Masseaufbereitung über den Gipsformenbau bis hin
zur Weißfertigung und zur Dekoration nachvollziehbar, wie
Porzellangeschirr entsteht. Die Abläufe werden mit originalen Maschinen aus verschiedenen europäischen Fabriken
demonstriert. Zwei Dampfmaschinen mit Trafostation oder
das Kesselhaus mit eigenem Brunnen zeigen, wie die Energie
für die Produktion gewonnen wurde. Dabei steht neben den
Maschinen aber auch der Mensch im Fokus: Es wird deutlich,
wie die realen Arbeitsbedingungen der Porzelliner in Europa
waren und sind.
Dass ein zukunftsträchtiger Zweig der Branche mittlerweile
im Bereich der Technik liegt, zeigt das Europäische Museum
für Technische Keramik. Ob als Dichtungsring in der Kaffeemaschine, als Bremsscheibe im ICE, ob als Knie- oder Knöchelgelenk im menschlichen Körper, als Platine im Computer oder als
Hitzeschild im Space Shuttle – an vielen Stellen sind Porzellan
und Keramik mittlerweile unverzichtbar geworden.
Schließlich gehört zum Porzellanikon auch noch das Deutsche
PorzellanMuseum in Hohenberg. In der ehemaligen Direktorenvilla des Familienunternehmens C. M. Hutschenreuther
wird vor allem der kulturhistorische Aspekt des Jahrhunderte
alten Werkstoffs gezeigt. Die 2011 neu aufgestellte Ausstellung
bietet einen Rundgang durch 200 Jahre Porzellangeschichte.
Dabei werden die Erzeugnisse hier nicht nur in der Vitrine
präsentiert, sondern auch in lebendiger Atmosphäre: Der
Besucher begibt sich auf einen Gang durch die Geschichte
des Porzellans vom Barock bis zum Art déco. Die Kostbarkeiten
erzählen über die Menschen jener Epochen, ihre Wohn- und
Lebenswelt, ihre Ess- und Repräsentationskultur. Inszenierungen bereichern ebenso wie Medien die Präsentation der
ausgestellten Objekte in völlig neuer Architektur.
Selb
Hohenberg a. d. Eger
Im Rosenthal Museum ist man umgegeben von der legendären Produktpalette und zahlreichen Klassikern aus der mehr
als 125-jährigen Geschichte der Weltmarke. Im entkernten
Brennhaus der ehemaligen Porzellanfabrik werden unter
anderem als Highlight die Koproduktionen mit Künstlern der
Moderne präsentiert: Walter Gropius, Salvador Dalí oder Niki
de Saint Phalle – sie sind nur eine kleine Auswahl der Künstler,
die sich von Philip Rosenthal inspirieren ließen und nach Selb
kamen.
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Das EU-Förderprogramm EFRE im Ziel RWB
Bayern 2007-2013 förderte den Aufbau des
Europäischen Industriemuseums für Porzellan
und technische Keramik in Selb-Plößberg
maßgeblich. Der Zweckverband saniert seit
mehreren Jahren die ehemalige Zeidlersche
Porzellanfabrik in Selb-Plößberg und baute sie
zu einem Industriemuseum, dem heutigen
„Porzellanikon“ um. Mit dem 6. Bauabschnitt
wurden sowohl die Sanierung des Gebäudes 1 A
als auch ergänzende Maßnahmen, insbesondere
am sogenannten Pförtnerhaus, realisiert. Das
Nutzungskonzept sieht Sonderausstellungsflächen, ein Fotostudio, Schulungsräume und
die Werkstatt des Porzellanrestaurators vor. Mit
dem 6. Bauabschnitt wurde die Instandsetzung
des Fabrikareals als Industriemuseum abgeschlossen. Die Förderung erfolgte im Zeitraum
2009-2013 und umfasste 500.000 EUR.
•13.12.13-16.3.14: „Pracht der Farben –
Glanz der Kulturen“ (Ausstellung)
•Führungen und Spezialführungen
•Museumspädagogische Programme für
Kinder, Jugendliche und Schulklassen
•Kindergeburtstage
•Porzellanmal- und -modellierkurse
•Porzellanrestaurierung
•Porzellanexpertisentage
•Bibliothek
•Studiensammlung
•Zentralarchiv für die deutsche
Porzellanindustrie ZDAP
•Rosenthal-Archiv
•Hochzeiten
•Restaurant
•Konferenzzentrum und mietbare
Konferenzräume
•Eventlocation
•Das Museum ist barrierefrei.
Porzellanikon Selb
Europäisches IndustrieMuseum für Porzellan
Europäisches Museum für Technische Keramik
Rosenthal Museum
Werner-Schürer-Platz 1
95100 Selb
• Juli bis November: „Porzellan für die
Welt“ – 200 Jahre Porzellan der bayeri schen Fabriken (Ausstellung mit vielen
Veranstaltungen rund um dieses
Jubiläum an beiden Standorten)
• Anfang/Mitte August: Sommerfest
Hohenberg
• Sechs Porzellan-Expertisentage
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Tel.: +49 (0) 92 87/91 800-0
Porzellanikon Hohenberg
Deutsches PorzellanMuseum
Schirndinger Straße 48
95691 Hohenberg
Tel.: +49 (0) 92 33/77 22-11
Öffnungszeiten:
Di.-So. 10-17 Uhr
info@porzellanikon.org
www.porzellanikon.org
Museumspädagogisches Bildungszentrum
im Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseum Kulmbach
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So So So So So Vorderseite: Brot – eines der wichtigsten
Lebensmittel früher und heute. Das Bäckereimuseum
Kulmbach erzählt seine Geschichte.
Speis und Trank hält Leib und Seele zusammen
Die zwei bayerischen „Grundnahrungsmittel“ Brot
und Bier stehen im Mittelpunkt des Bayerischen
Brauerei- und Bäckereimuseums Kulmbach.
In der gläsernen Museumsbrauerei
kann man dem Braumeister bei seiner
Arbeit über die Schulter schauen.
„Man ist, was man isst.“ – Doch wie oft weiß man gar nicht
so genau, was in den Speisen, die man vor sich hat, alles drin
ist? Und wie oft hat man nicht die Zeit, sich die Zutaten des
Essens selbst auszuwählen oder zuzubereiten? Ob Wurstbrötchen, Döner oder Pommes – da nimmt man dann mal schnell
das, was sich auf dem Weg so anbietet. Das neue Museumspädagogische Zentrum (MUPÄZ) im Bayerischen Brauereiund Bäckereimuseum lädt dazu ein, sich etwas genauer und
dabei ganz praktisch mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen.
Probieren – das ist das Motto der Koch- und Backschule. Hier
dürfen die Gäste selbst den Kochlöffel schwingen. Kochaktionen für Jung und Alt stehen dabei ebenso auf dem
Programm wie Kochseminare für Gruppen, Vereine, Verbände,
Schulen und Unternehmen. Im „Kinderreich“ des MUPÄZ mit
seinen attraktiven Spielmöglichkeiten sammeln Kinder spielerisch eigene Erfahrungen rund ums Thema Ernährung. Eine
Mühle, die sie selbst in Bewegung versetzen und damit zum
Mahlen bringen können, eine Backstube, eine Küche und ein
Bäckerladen laden zum kindgerechten, entdeckenden Lernen
ein. In der Adalbert-Raps-Bibliothek finden Interessierte die
nahezu komplette deutschsprachige Literatur zur Gewürzgeschichte und eine umfassende Kochbuchsammlung vom
17. Jahrhundert bis in die Neuzeit.
Heute back’ ich, morgen brau’ ich
Dabei ist das MUPÄZ kein neues Museum, sondern es ergänzt
die beiden bereits seit Längerem bestehenden Museen im
Kulmbacher Mönchshof, die sich der Geschichte der beiden
bayerischen „Grundnahrungsmittel“ Bier und Brot widmen:
In den Bäckereien konnte man früher (fast) alles kaufen.
Im ehemaligen Kulmbacher Mönchshof können sich Besucher
in zwei mit zahlreichen Inszenierungen, interaktiven Stationen
und wertvollen Exponaten bestückten Erlebnisausstellungen
auf die Spur von Bier und Brot machen.
Im Brauereimuseum wird Historie und Bedeutung des „flüssigen Goldes“ in Bayern thematisiert. Von Vorläufern unserer
heutigen Bierkultur bei den Ägyptern, Römern und Kelten über
die Kunst des handwerklichen Bierbrauens um 1900 führt die
Ausstellung bis hin zum technisierten und computergesteuerten Bierbrauen heute. Nach dem Kessel- und Maschinenhaus der ehemaligen Mönchshof-Brauerei sieht der Besucher
eine Brauerei der Jahrhundertwende über vier Etagen. Glanzpunkt ist die kleine gläserne Museumsbrauerei, in der man
das Brodeln in den Bottichen erleben und dem Braumeister
bei seiner Arbeit über die Schulter schauen kann. Nach dem
Rundgang wartet ein „Probierschluck“ aus der Museumsbrauerei auf den Besucher.
antiken Rom oder zu den Auswirkungen von Kunstdünger und
Dampfmaschine auf die Versorgungssituation der Menschen
zu Zeiten der Industrialisierung. Der Besucher erfährt aber
auch mehr über die Essgewohnheiten im Wandel der Zeit,
über die Brotkulturen ferner Länder oder zur Rolle von Brot in
Brauchtum und Religion. Am Ende des Rundgangs wartet eine
funktionierende Backstube mit einem heißen Backofen, wo die
Besucher gleich probieren können, wie gut frische Backwaren
schmecken. Guten Appetit!
Kulmbach
Direkt neben dem Brauereimuseum zeigt das Bäckereimuseum anschaulich die Produktionswege und die Geschichte
des Brotes und des Bäckerhandwerks. Nach einer kurzen
Einführung bei einem alten Backhäuschen fällt der Blick auf
eine dreistöckige Mühle, die aus dem Landkreis Kulmbach
stammt. Der Hauptpfad der Ausstellung folgt dem Weg des
Getreidekorns vom Acker über die Mühle und die Backstube
bis hin zum Bäckerladen im Dorf, wo neben den Backwaren
auch viele andere Dinge des täglichen Bedarfs verkauft
wurden. Er endet direkt auf dem Frühstückstisch. Spannende
Seitenblicke gehen von hier aus auf Spezialthemen wie die
Brotkultur historischer Epochen, etwa zur Bedeutung des
Brotes im ägyptischen Totenkult, zu „Brot und Spielen“ im
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Um die Museumsbesucher noch besser
mit dem Thema „Lebensmittel“ vertraut zu
machen, errichtete das Bayerische Brauereiund Bäckereimuseum ein museumspädagogisches Bildungszentrum. Dieses besteht
neben Seminar- und Schulungsräumen auch
aus einer Übungs- und Schauküche, in der
auch größere Gruppen gemeinsam kochen
können. Die Einrichtung dieses museumspädagogischen Bildungszentrums wurde
maßgeblich durch das EU-Förderprogramm
EFRE im Ziel RWB Bayern 2007-2013 gefördert.
Die Förderung erfolgte im Zeitraum 2010-2011
und umfasste 500.000 EUR.
•5.1.14: Stärkantrinken
•Gruppen- und Themenführungen
•Mitmachaktionen für alle Altersstufen
•Kindergeburtstag im Museum
•Regelmäßige Brau- (i.d.R. mittwochs)
und Abfülltage (i.d.R. donnerstags)
•Vortragssaal und Schauküche
•Koch- und Backschule
•Kinderreich mit Mühle, Backstube,
Küche und Bäckerladen
•Gewürzbibliothek
•Bierseminare
•Bierkulturelles Wochenende
•Museumsbier und Museumsbrot
•Museumswirtschaft „Mönchshof Bräuhaus“
•Nostalgiefahrt zum Deutschen Dampf lokomotiv-Museum Neuenmarkt
•Das Museum ist größtenteils
barrierefrei.
Bayerisches Brauerei- und Bäckereimuseum
Kulmbach
Hofer Straße 20
95326 Kulmbach
•1. So. i. August: Konzert-Matinee
•letzter Do. im Sept.: Erntedankfest
•3. Advent: Weihnachtsmarkt und Tag
der offenen Tür mit Brau- und Backtag
und Weihnachtstombola für einen
karitativen Zweck
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Tel.: +49 (0) 92 21/805-14
info@bayerisches-brauereimuseum.de
www.bayerisches-brauereimuseum.de
Öffnungszeiten:
Di.-So. 10-17 Uhr
Heimat.Museum: Röhrnbach.Kaltenbach
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Vorderseite: Was ist Heimat? Darum geht es im Heimat.Museum: Röhrnbach.Kaltenbach. Definiert ein
Grenzstein – hier der von Röhrnbach – Zugehörigkeit?
Heimat verbindet
1974 übernahm der Markt Röhrnbach die Patenschaft
für die Heimatvertriebenen aus dem heute in
Tschechien liegenden Kaltenbach.
Was ist Heimat? Ein Ort, ein Gefühl? Kann man eine neue
Heimat finden, wenn man seine alte verlassen musste? Hat
man dann mehrere Heimaten? Diesen schwierigen Fragen
kann man im „Heimat.Museum Röhrnbach.Kaltenbach“
nachgehen. Schon im Namen des Museums prallen zwei
Heimaten – nur durch einen Punkt verbunden – aufeinander,
so wie es auch in der realen Geschichte war: Im Ort Röhrnbach
fanden nach dem Krieg 285 Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Unterkunft
und Versorgung. Darunter befanden sich auch viele ehemalige Bewohner aus dem böhmischen Kaltenbach.
Mit maximal 50 Kilogramm innerhalb von wenigen Stunden
zusammengesuchtem Hab und Gut hatten sie ihre Heimat
verlassen müssen, alles andere blieb zurück. In Röhrnbach
fanden sie nicht etwa optimale Startbedingungen vor,
sondern ebenfalls Not, denn viele Häuser im Ortskern waren
kurz vor Kriegsende zerstört worden. Nicht alle Einheimischen empfingen die Neuankömmlinge mit offenen Armen.
Das Zusammenwachsen war eine Aufgabe für alle. Doch die
neuen Mitbürger packten beim Wiederaufbau der Gemeinde
mit an: Sie ersetzten die fehlenden Arbeitskräfte, errichteten
Unternehmen und siedelten neue Wirtschaftszweige an.
Ein sichtbares Zeichen des gelungenen Zusammenwachsens
war schließlich 1974 die Übernahme der Patenschaft des
Marktes Röhrnbach für die Heimatvertriebenen aus Kaltenbach, dem heute in Tschechien gelegenen Nové Hutě, etwa
eine Autostunde von Röhrnbach entfernt. Zwei Jahre später
eröffnete in Röhrnbach die „Kaltenbacher Heimatstube“
in der alten Schule. 2010 wurde das Museum im Rahmen
Im roten Ausstellungsteil wird die
Geschichte von Röhrnbach...
…im blauen Teil die von Kaltenbach erzählt.
einer Museumskooperation mit der Stadt Prachatice (Tschechien) in der Touristinformation völlig neu gestaltet. Mit der
Patenschaft und der Einrichtung des Kaltenbacher Heimatmuseums wurde Röhrnbach für zahlreiche Kaltenbacher zur
zweiten Heimat.
Leben und Werk des gebürtigen Kaltenbacher Künstlers Otto
Herbert Hajek. In der gesamten Ausstellung erzählen kleine
Alltagsgegenstände wie eine Nähmaschine oder eine Zither
die Geschichten einzelner Menschen aus Kaltenbach oder
Röhrnbach.
Zwei Heimaten wachsen zusammen
Ziel der Ausstellung war es, den Erinnerungen an das alte,
verlorene Kaltenbach einen Raum zu geben, Einblick in das
Alltagsleben früherer Zeiten in den beiden Gemeinden zu
gewähren, aber auch Annäherung und Versöhnung zum
Ausdruck zu bringen.
Eine Art „roter Faden“ bzw. verbindendes Element der neuen
Ausstellung ist die [Klammer]. Sie begleitet die einzelnen
Ausstellungseinheiten und umschließt sie als Rahmen. Das
Museum widmet sich drei Themenbereichen: Der größere Teil
der Ausstellung befasst sich mit der Geschichte Kaltenbachs,
ein kleinerer mit Röhrnbach. Ein dritter Teil ist dem Künstler
Otto Herbert Hajek gewidmet. Jede der Ausstellungseinheiten
ist in einer anderen Farbe gehalten.
Zitate, Fotos und Videosequenzen zum Thema Heimat stehen
am Anfang der Ausstellung und stimmen den Besucher auf
das Kommende ein. Hausrat, Textilien, Schriftstücke, Fotos und
handwerkliche Geräte erzählen die Geschichte Kaltenbachs
bis zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Themen
sind dabei das damalige Berufs-, Freizeit- und Vereinsleben
in Kaltenbach genauso wie auch die örtliche Schule. Ergreifend ist die Darstellung der Vertreibung, traurig das Schicksal
einzelner Kaltenbacher.
Röhrnbach
Die Ankunft der Kaltenbacher in Röhrnbach bildet die
Klammer zur Marktgemeinde Röhrnbach. Die Ausstellung
erzählt die Geschichte des Marktes vom Mittelalter bis in die
Gegenwart. Der dritte Ausstellungsteil widmet sich schließlich
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Der Markt Röhrnbach in Niederbayern hat die
Heimatstube Kaltenbach in ein kleines Museum
mit dem neuen Namen „HEIMAT.MUSEUM
Röhrnbach.Kaltenbach“ umgewandelt, das
mit der Touristeninformation verbunden ist.
Die Heimatstube ist eine Einrichtung der
Gemeinde für die Sudetendeutschen aus
der böhmischen Gemeinde Kaltenbach, die
sich nach der Aussiedlung in Röhrnbach und
Umgebung angesiedelt haben. Die Exponate
der Heimatstube wurden inventarisiert und die
Sammlungspräsentation an moderne Standards angepasst. Die Förderung erfolgte in den
Jahren 2010-2012 aus dem EU-Förderprogramm
INTERREG IV A Bayern-Tschechische Republik
mit 106.680 EUR.
•18.5.2014: Aktionen zum Internationalen
Museumstag 2014
•Führungen
•Weitere Veranstaltungen mit dem
örtlichen Kulturverein. Genauere Infor mationen hierzu werden auf der
Website oder in der Tagespresse
bekannt gegeben.
•Das Museum ist barrierefrei.
Heimat.Museum: Röhrnbach.Kaltenbach
in der Tourist-Information Röhrnbach
Rathausplatz 1
94133 Röhrnbach
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
•Freier Eintritt
Tel.: +49 (0) 85 82/96 09-0
mail@roehrnbach.de
www.roehrnbach.de
Öffnungszeiten:
Mo.-Do. 8-12 u. 13-16.30 Uhr,
Fr. 8-15 Uhr
Juli-Sept.: Sa. 9-12 Uhr
Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen
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Vorderseite: Häuser erzählen Geschichten vom
Leben und Arbeiten – der Paulerverl-Hof im
Freilandmuseum Neusath-Perschen.
Leben und Wirtschaften auf dem Land
Heute erscheint es manchmal als Idylle: Doch dass
das Leben auf dem Land früher keineswegs leicht
war, zeigt das Freilandmuseum.
Im neuen Handwerkerhof lassen
sich Handwerker bei ihrer Arbeit
über die Schulter schauen.
Wie haben unsere Vorfahren in den vielen kleinen Weilern
und Dörfern auf dem Land früher gelebt? Wie sahen die
Häuser aus, in denen sie gewohnt haben, und wie haben
sie ihren Lebensunterhalt bestritten? Das sind die Fragen,
denen man in Freilandmuseum nachgehen kann. Anhand
der Häuser, die dort versammelt sind, können wir uns das
Alltagsleben ihrer Bewohner anschaulich erschließen. Durch
das zum Haus überlieferte Schrifttum, die vielleicht erhaltene Einrichtung, die sichtbaren und unsichtbaren baulichen
Veränderungen und auch aus mündlich weitergegebenen
Berichten erfahren wir viel über das Leben unserer Vorfahren.
Freilandmuseen sind Brücken in die Vergangenheit.
Das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen bietet
seinen Besuchern zahlreiche Einblicke in die Vergangenheit,
in das ländlich-bäuerliche Leben früherer Zeit. Die mittlerweile rund 50 wiedererrichteten Gebäude auf dem 30 Hektar
großen Museumsgelände zeigen das Bauen, Wohnen und
Wirtschaften der letzten 300 Jahre in ihrer regionalen und
sozialen Vielfalt. Die Häuser bewohnten einst Bauern, Söldner,
Häusler, Tagelöhner, Weber, Hirten, Müller, Jäger oder Adelige.
Als kulturgeschichtliche Zeugnisse wurden die Gebäude,
die an ihrem ursprünglichen Standort nicht mehr erhalten
werden konnten, in das Museum versetzt.
Landwirtschaft, Handwerk und Handel
Verschiedene Bauformen der Region wurden so am neuen
Standort bewahrt und in nachempfundenen Siedlungszusammenhängen wie dem „Stiftlanddorf“, dem „Waldlerdorf“,
dem „Mühlental“, dem „Naabtaldorf“ und dem „Juradorf“
nach ihrer regionalen Herkunft aufgestellt. Vom Vierseithof
Im neuen Zentraldepot sind die Zeugnisse des
Alltagsleben auf dem Land übersichtlich und gut
geschützt untergebracht.
über das Hirtenhaus zum Landsassengut, von der Kapelle zum
Wirtshaus sind hier die verschiedensten Bauformen zu sehen.
Eine eigene Baugruppe mit Häusern in der für die Oberpfalz
typischen Bauweise dokumentiert darüber hinaus ländliches
Handwerk und den Handel auf dem Land. Dazu gehört neben
einer Schmiede auch die Raiffeisenlagerhalle aus Floß aus
dem Jahr 1899. Die Keimzelle des Oberpfälzer Freilandmuseums ist der an Ort und Stelle erhaltene „Edelmannshof“ im
drei Kilometer entfernten Perschen. Diese ehemalige, 1605
ausgebaute Pfarrhofanlage wurde 1964 als „Oberpfälzisches
Bauernmuseum Perschen“ eröffnet und zählt somit zu den
ältesten Museen seiner Art in Bayern.
Das Oberpfälzer Freilandmuseum legt einen besonderen
Schwerpunkt auf die Vermittlung. Insbesondere Schulklassen
und Gruppen will es mithilfe von Führungen und speziellen
Unterrichtsprojekten ermöglichen, die Brücke in die Vergangenheit zu beschreiten. Ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm vor dem Hintergrund von Arbeit, Bräuchen und Festen
im Jahreslauf rundet das Angebot des Museums ab.
Die Häuser sind eingebunden in rekonstruierte historische
Landschaften, Wälder, Teiche, Weiden und Wiesen, die traditionell bewirtschaftet werden. So werden beispielsweise im
Rahmen der Dreifelderwirtschaft alte Pflanzen und Getreidesorten angebaut. Mit Pferden, Ochsen und Kühen und
altem landwirtschaftlichem Gerät bestellen die Museumsmitarbeiter Felder und Wald. Herkömmliche, inzwischen aber fast
ausgestorbene Haustierrassen machen das frühere ländliche
Leben erlebbar. Bei den Häusern sind Obst- und Wurzgärten
angelegt, die von der Notwendigkeit zeugen, sich weitgehend
selbst zu versorgen. In eigenen Streuobstwiesen wird der
Anbau heimischer Obstbaumsorten geöffnet.
Nabburg
Im neuen Handwerkerhof, in dem die Zimmerer und Mauerer
des Museums ihre Werkstätten haben, kann man den Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und bei
Vorführungen alte Handwerkstechniken kennenlernen.
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Das EU-Förderprogramm EFRE im Ziel
RWB Bayern 2007-2013 förderte die Erweiterung des Oberpfälzer Freilandmuseums
Neusath-Perschen durch den Neubau
einer Handwerkerhalle. Durch den Neubau
wurden zeitgemäße und effiziente Arbeitsbedingungen für die Museumshandwerker
geschaffen. Das Gebäude wird für eine starke
Einbindung des handwerklichen Bereichs in
die museumspädagogische Arbeit genutzt
werden. Vorgesehen ist die gezielte Öffnung
der Handwerkerhalle für interessierte
Museumsbesucher und fachliche Partner (z.B.
aus der Denkmalpflege), um mittels Vorführungen, Veranstaltungen und Kursen museumshandwerkliches Spezialwissen zu zeigen
und weiterzugeben. Die Förderung erfolgte
im Jahr 2013 und umfasste 250.000 EUR.
•Museumsmotto 2014: „Zum Eß’n mou
alles zamkumma“. Dazu gibt es
verschiedene Aktionen mit und zu
regionaltypischen Produkten.
•Jahresausstellung 2014: „Klosterfrauen
auf dem Land“.
•13.4.14: 3. Oberpfälzer Spinntreffen und
Frühjahrsmarkt
•1.5.14: Maibaumaufstellen
•1.6.14: Schafschur und „Von der Wolle zum Filz“
•28.-30.6.14: Perschener Kirchweih mit Kirch weihbaumaufstellen, Volksmusik und Tanz
•27.7.14: „Schnittarnt – Getreideernte“ und
Sommermarkt
•14.9.14: 22. Neusather Rosstag
•21.9.14: Kartoffeltag mit Oberpfälzer Gerichten
•5.10.14: Tag der alten Haustierrassen
•19.10.14: Abfischen der Teiche und Herbstmarkt
•23.11.14: Winterarbeiten in Flur und Stube
•Führungen und Sonderführungen wie
etwa Szenische Führung, Märchen führung oder zu Spezialthemen
•Spezielle Seniorenprogramme
•Spezielle Angebote für Besucher mit
Handicap
•Kinderferien- und Kindergeburtstags programme
•Kindertummelplatz
•Schulprogramme
•Kurse zu alten Handwerks- und
Haushaltstechniken
•2 Museumsgaststätten und Picknick Service
•Kegelbahn
•Museumsladen
•Das Museum ist barrierefrei: für
Rollstuhlfahrer/Kinderwagen geeignet.
Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen
Neusath 200
92507 Nabburg
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Tel.: +49 (0) 94 33/24 42-0
freilandmuseum@bezirk-oberpfalz.de
www.freilandmuseum.org
Öffnungszeiten:
22. März – 2. Nov. 2014
Freilandmuseum in Neusath
Di.-So. 9-18 Uhr (Einlass bis 17.00 Uhr)
Bauernmuseum in Perschen
Di.-So. 13-18 Uhr (Einlass bis 17.30 Uhr)
Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach
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Vorderseite: Mit kunstvoll geschnitzten, hölzernen
Modeln wurde der Stoff beim Blaudruck verziert. Die
Technik wird im Museum Schritt für Schritt erklärt.
Blaudruck – Die Kunst der armen Leute
In der denkmalgeschützten Marktmühle
hat das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach sein Zuhause gefunden.
Mit vielen Exponaten werden alte Handwerksberufe
illustriert: Hier eine Schusternähmaschine.
Mit feinen Stoffen aus aller Herren Länder und aufwändigen Stickereien zeigten früher wohlhabende Leute ihren
Reichtum. Das konnten sich die Menschen vom Lande nicht
leisten. Aber findig wie sie waren, erfanden sie eine Kunst,
ihre Kleidung zu schmücken: den Blaudruck. Mit ihm wurden
die handgewebten Leinenstoffe der ländlichen Bevölkerung
verziert. Man nannte ihn deshalb auch die Kunst der armen
Leute.
Beim Blaudruck handelt es sich um ein sogenanntes Reservedruckverfahren. Mit kunstvoll geschnitzten und manchmal
mit Messingnägeln versehenen hölzernen Modeln wurde
eine farbabweisende Masse, der „Papp“, auf den Leinenstoff
aufgedruckt. Anschließend tauchte man das Tuch je nach
gewünschter Farbintensität bis zu zwölf Mal in ein Bad mit
hochwertigem indischen Indigo, einem blauen Farbstoff, der
die intensive Färbung des Stoffes bewirkte. Zwischendurch
musste der Stoff immer wieder an der Luft hängen, weil
Indigo erst in Verbindung mit Sauerstoff seine tiefblaue Farbe
entwickelt. An den Stellen, wo der „Papp“ aufgetragen war,
blieb der Stoff weiß. Die „reservierten“ Muster verzierten die
Leinenstoffe der ländlichen Bevölkerung.
Diese und viele andere Handwerkstechniken kann man in
der Abteilung „Handwerk und Hausnamen“ des Museums
in Oberviechtach kennenlernen. Mit vielen Exponaten werden exemplarisch die Produktionsabläufe von früher häufig
vertretenen Handwerksberufen nachgezeichnet, die ihren
Niederschlag auch in den jeweiligen Hausnamen fanden.
Daneben gibt es in dem Museum Abteilungen zu weiteren
Aspekten der lokalen Geschichte. Eine Abteilung ist dem
Der legendäre Wund- und Wanderarzt
Johann Andreas Eisenbarth ist einer der
berühmtesten Söhne Oberviechtachs.
Thema „Gold“ gewidmet, da sich einer der ältesten urkundlich
erwähnten Orte, an denen in Bayern Gold abgebaut wurde, in
Gütting, einem Ortsteil der heutigen Stadtgemeinde Oberviechtachs, befindet. 1318 ist dieser Weiler in einer Urkunde von
Ludwig dem Bayern erwähnt. Ein nachgebauter „Goldstollen“
vermittelt einen Eindruck von der Arbeit der damaligen Bergleute.
Nach dem Rundgang durchs Museum kann sich der Besucher
im Museumshof an dem funktionsfähigen, mit Wasserkraft
betriebenen „Pochwerk“ in Originalgröße demonstrieren
lassen, wie im Mittelalter Golderz zerkleinert wurde oder er
kann in einem Kräutergarten die Arzneikräuter aus der Zeit
des Doktor Eisenbarth kennenlernen.
„Ich bin der Doktor Eisenbarth, widewidewitt, bum bum“
Ein weiterer wichtiger Teil des Museums ist dem 1663 in Oberviechtach geborenen Wund- und Wanderarzt Johann Andreas
Eisenbarth gewidmet. Was von ihm über die Jahrhunderte
geblieben ist, ist ein um 1800 entstandenes studentisches
Spottlied über einen Kurpfuscher und Quacksalber, der die
falschen Krankheiten heilt oder merkwürdige Operationsmethoden anwendet. Dass Johann Andreas Eisenbarth zu seiner
Zeit einer der bedeutendsten Vertreter seines Standes war, ist
gemeinhin eher unbekannt.
Leben und Wirken dieses geschickten und geschäftstüchtigen
Wanderarztes sind das Herzstück des Doktor-Eisenbarth- und
Stadtmuseums in Oberviechtach. Anhand von Texten, Exponaten und Rauminstallationen werden der Lebensweg der lange
verkannten Persönlichkeit nachgezeichnet und die Behandlungsmöglichkeiten der damaligen Chirurgie illustriert.
Oberviechtach
Weitere Schauräume sind der Hinterglasmalerei der „Winklarner Schule“ und dem Pflegamt Murach gewidmet. Das Andenken an die großen Gönner der Stadt, die Eheleute Dr. Max und
Margret Schwarz wird durch das gleichnamige Zimmer im
Museum aufrecht erhalten.
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Das EU-Förderprogramm EFRE im Ziel RWB
Bayern 2007-2013 förderte die Fertigstellung der Abteilung „Handwerk und Hausnamen“ und die Weiterentwicklung des
Vermittlungs- und Bildungsangebots für
das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum
Oberviechtach. Hiermit wurden die Themen
„Historischer Goldbergbau, Hinterglasbilder,
Doktor Eisenbarth und das Schwarz-Zimmer“
mit der Geschichte des Marktes und der Stadt
Oberviechtach verbunden. Die Förderung
erfolgte im Zeitraum 2011-2013 und umfasste
86.100 EUR.
•Frühjahr 2014: Vorträge zu heimat geschichtlichen Themen
•Führungen ganzjährig möglich
•18.5.14: Internationaler Museumstag
mit Museumsnacht
•Museumspädagogische Angebote für
Kinder und Erwachsene
Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum
Oberviechtach
Mühlweg 7
92526 Oberviechtach
•August 2014: Sonderausstellung
„Junge Künstler“
•„Begegnungen“ mit Doktor Eisenbarth
•14.9.14: „Tag des offenen Denkmals“ mit
Marktmühltag
•5.12.14: „Oberpfälzer Weihnacht im
Museum“
•Ganzjährig: Wechselnde Themen –
Ausstellungen
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
•Gruppenführungen
•Führungen auch kombiniert mit
Kirchen- und Stadtführung
•Goldwanderungen mit „Goldwaschen“
•Kräutergarten
•Das Museum ist barrierefrei.
Tel.: +49 (0) 96 71/3 07-16 (Tourist-Information)
eisenbarthmuseum@online.de
www.oberviechtach.de
Öffnungszeiten:
Mai-Okt.: Di., Do. 10-12 Uhr und 14-16 Uhr,
So. 14-17 Uhr
Geschichtspark Bärnau-Tachov
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Vorderseite: Die mittelalterliche Turmhügelburg, genannt Motte, ist das Wahrzeichen des
Geschichtsparks Bärnau-Tachov.
Mittelalter zum Anfassen
Der Geschichtspark wächst ständig. So können die
Besucher beim Bau weiterer Häuser mittelalterliche
Bautechniken kennenlernen.
Die Turmhügelburg ist ein mächtiges
Zeichen der sich ausbreitenden fränkischen Herrschaft.
Das Alltagsleben der Menschen im Mittelalter wird
durch Handwerksvorführungen und Mitmachkurse
nachvollziehbar.
Ein Wassergraben, in der Mitte ein Hügel und darauf ein von
Palisaden umgebener, hölzerner Wehrturm – fertig war die
mittelalterliche Turmhügelburg, auch Motte genannt. Solche
wehrhaften Gebäude gab es im Mittelalter häufig, sie dienten
dem niederen Adel als Militärposten und Verteidigungsbollwerke.
bei Veranstaltungen, Kursen und Aktionen selbst aktiv zu
werden: Ob Lehmwände bauen, Zäune flechten, Brot backen
oder Bogenschießen – der Alltag unserer Vorfahren wird hier
im wahrsten Sinne begreifbar.
Slawendorf und Mittelaltersiedlung
Blasebalg, Drei-Felder-Wirtschaft mit „modernen“ Pflügen und
am Gebäude der Schenke richtiges Fachwerk. Der Wirt konnte
sich ja auch leisten, am Puls der Zeit zu sein: Er profitierte vom
Verkehr auf der Goldenen Straße, die von Nürnberg nach Prag
verlief – Bärnau war beinahe genau in der Mitte der Strecke
und letzter Halt vor der Grenze.
Kaiser und Könige, steinerne Burgen und Kirchen, die sich zum
Himmel strecken, – das ist das Bild, das sich Menschen üblicherweise vom Mittelalter machen. Doch tatsächlich spielte
sich der viel größere Teil des mittelalterlichen Lebens nicht
in den wenigen großen Städten, sondern in den einfachen
Siedlungen auf dem Land ab. Allerdings blieben von dieser
anderen Seite des mittelalterlichen Alltags kaum Zeugnisse
erhalten.
Bei seinem Rundgang erreicht der Besucher zunächst ein
slawisches Dorf um das Jahr 800 nach Christus. Es zeigt
eine typische Siedlung, wie sie in der Grenzregion um Bärnau stehen hätte können, wo sich die germanische und die
slawische Bevölkerung jahrhundertelang begegnete. Neben
Wohnhäusern, wie einem zur Hälfte im Boden eingegrabenen
Grubenhaus oder großen ebenerdigen Holzhäusern, finden
sich notwendige Einrichtungen des Alltagslebens wie etwa
ein Lehmkuppelofen zum Brotbacken.
Bei den Gebäuden des Geschichtsparks handelt es sich um
museale Rekonstruktionen. Beim Aufbau der Häuser wurde
und wird darauf geachtet, dass ausschließlich Originalmaterialien und archäologisch belegte Holzverbindungen verwendet
werden. Durch die Handwerksvorführungen und Mitmachkurse, den Einsatz von Kostümen und Alltagsgegenständen und
das Nachstellen mittelalterlicher Lebenssituationen kann sich
der Besucher in die mittelalterliche Lebenswelt dieser Region
hineinversetzen.
Der Geschichtspark Bärnau-Tachov lässt diesen beinahe
verlorenen Teil des Mittelalters wieder aufleben. Das archäologische Freilandmuseum lädt zu einer Zeitreise in das
mittelalterliche Leben des 9. bis 13. Jahrhunderts ein. Die
Besucher können hier ein frühmittelalterliches slawisches
Dorf durchstreifen, die imposante Turmhügelburg aus dem
11. Jahrhundert erklimmen und eine hochmittelalterliche
Siedlung kennenlernen. In dem Museum wurden aussagekräftige Hausfunde aus dem westslawischen Siedlungsgebiet
zu „Idealdörfern“ zusammengestellt und anhand der Erkenntnisse der Mittelalter-Archäologen in 1:1-Modellen authentisch
rekonstruiert. Ziel ist es, das breite Spektrum der frühmittelalterlichen Baukunst zu zeigen.
Und weil der Geschichtspark stetig wächst, können die Besucher den Handwerkern beim Bau weiterer Häuser über die
Schultern schauen und so Einblick in mittelalterliche Bautechniken gewinnen. Dabei bieten sich auch viele Möglichkeiten,
Anschließend geht es zum Wahrzeichen des Geschichtsparks,
der Turmhügelburg aus dem frühen 11. Jahrhundert, die das
gesamte Gelände überragt. Sie ist ein mächtiges Zeichen der
neuen fränkischen Herrschaft, die sich seit dem 9. Jahrhundert
in der Region breit machte. Bereits unter Karl dem Großen wie
auch unter den Ottonen vergrößerte sich das Reich stetig nach
Osten hin. Hier an der Grenze des Machtgebiets entstand,
wie auch an vielen anderen Orten, die Turmhügelburg als
repräsentativer Verwaltungssitz. Die kleine Holzkirche eines
Ministerialen zeigt, wie sich zur gleichen Zeit das Christentum
ausbreitete.
Bärnau-Tachov
Im hochmittelalterlichen Dorf des 12. und 13. Jahrhunderts
schließlich hat sich die neue Zeit bereits Bahn gebrochen. Nun
sieht man den Häusern nicht mehr an, ob ein Slawe oder ein
Deutscher es bewohnen. Neue Technologien werden sichtbar: gesägte Bretter und Balken, eine Schmiede mit großem
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Die Errichtung des historischen Geschichtsparks Bärnau-Tachov wurde maßgeblich von
dem EU-Förderprogramm INTERREG IV A
Bayern-Tschechische Republik gefördert. In
dem Geschichtspark wurde die Besiedelung
der Region in einem früh- und einem hochmittelalterlichen Dorf nachgebaut. Dabei
kamen Bau- und Handwerkstechniken des
Mittelalters zur Anwendung. Die Förderung
erfolgte im Zeitraum 2009-2013 und umfasste
2.841.675 EUR.
•19.1.14: Winterfest im Geschichtspark
•Dauerausstellung zum
mittelalterlichen Alltag
Geschichtspark Bärnau-Tachov
Naaber Str. 5b
95671 Bärnau
•21.4.14: Osterfest im Geschichtspark
•21.-22.6.14: Marktspectaculum vor den
Toren des Geschichtsparks
•7.9.14: Kinder- und Familienfest im
Geschichtspark
•3.10.14: Großer Aktionstag Fisch im
Mittelalter
•Audioguides (deutsch, englisch,
tschechisch) im Eintrittspreis inklusive
•Erlebnisführungen
•Individuelle Gruppenführungen
•Mitmachaktionen
•Aktionstage
•Modernes Museumslokal Brot&Zeit
•Museumsshop
•Raumvermietung
•Ausgangspunkt für Wanderungen
und Radtouren
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Tel.: +49 (0) 96 35/9 24 99-75
info@geschichtspark.de
www.geschichtspark.de
Öffnungszeiten:
März-Oktober
Di.-So. 10-18 Uhr
Deutsches Dampflokomotiv Museum Neuenmarkt
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Vorderseite: „Schwarze Giganten“ – dieser
Begriff erschließt sich im Deutschen Dampflokomotiv Museum Neuenmarkt von selbst.
Heimat der „Schwarzen Giganten“
Verschiedene Inszenierungen geben Einblick in die
Arbeitswelt des ehemaligen Bahnbetriebswerkes.
Der Lehrpfad über den rekonstruierten Kohlenhof
und durch das Eisenbahnerdorf zeigt das Leben
und Arbeiten mit den „Schwarzen Giganten“.
Im Ringlokschuppen kommen Eisenbahnliebhaber voll auf
ihre Kosten. Verschiedene Dampflokomotiven und Darstellungen vermitteln die Technik der Schwarzen Giganten.
Als 1835 mit dem „Adler“ die erste Eisenbahn von Nürnberg
nach Fürth dampfte, war das mehr als die zügige Überwindung von ein paar Kilometern. Mit dem „Adler“ rollte Europa
in eine neue Epoche: In das Zeitalter der Dampflokomotiven.
Über den ganzen Kontinent fauchten bald die schwarzen
Dampfrösser und transportierten Menschen und Waren. Wo
die „Schwarzen Giganten“ der Schiene hinkamen, brach sich
die Modernisierung und Industrialisierung Bahn. Die Winkel,
die sie übersahen, waren abgehängt vom Fortschritt.
Ein Museum für die „fauchenden Ungeheuer“
Die erste staatlich betriebene Eisenbahnstrecke in Bayern war
die Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Lindau nach Hof. An ihrem
nördlichen Ende im Landkreis Kulmbach liegt der vielleicht
berühmteste Streckenabschnitt Deutschlands, die „Schiefe
Ebene“. Auf einer Länge von nur acht Kilometern mussten die
Dampfrösser hier vom tiefer gelegenen Maintal bis in die höher gelegenen Winkel des Fichtelgebirges 158 Meter Höhenunterschied überwinden. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigung von beeindruckenden 23 Promille. Wegen der
zahlreichen Stützmauern, Einschnitte und Steindämme gilt
die Strecke als technische Meisterleistung ihrer Zeit.
Auf einer Fläche von mittlerweile rund 100.000 Quadratmetern, dem neuerrichteten Depot und im 15-ständigen Ringlokschuppen mit der zugehörigen funktionsfähigen Segmentdrehscheibe werden mehr als 30 Dampflokomotiven der
Nachwelt erhalten und in einer historisch gewachsenen und
lebendigen Eisenbahnlandschaft präsentiert.
So viel sich die meisten Dampflokomotiven auch mühten,
so viel sie auch schnauften und ächzten, hier brauchten sie
noch Unterstützung: Die Züge, die über die Rampe fuhren,
benötigten meist noch eine zweite Lok, die am hinteren Ende
des Zuges schob und im Rhythmus des austretenden Dampfes mitächzte. Diese Hilfsloks waren im Bahnbetriebswerk
Neuenmarkt-Wirsberg stationiert. Die Schiefe Ebene war
schließlich auch eine der letzten Dampflokomotiv-Strecken
überhaupt: Erst im Oktober 1977 wurden die letzten Dampflokomotiven aufs Abstellgleis geschoben, das Zeitalter der
„Schwarzen Giganten“ war damit unwiderruflich zu Ende.
Das Ende der Dampflokzeit war zugleich die Geburtsstunde
des Deutschen Dampflokomotiv Museums. Im Herzen von
Oberfranken entstand auf dem Gelände des ehemaligen
Bahnbetriebswerkes Neuenmarkt, am Fuße der ersten europäischen Steilstrecke „Schiefe Ebene“, das Deutsche Dampflokomotiv Museum – das größte Spezialmuseum seiner Art in
Deutschland.
Der neugeschaffene Rundweg durch das Eisenbahnerdorf
Neuenmarkt bringt den Besucher zu den wichtigsten eisenbahnhistorischen Bauwerken im Ort und gibt zusammen mit
dem öffentlichen Lehrpfad den eindrucksvollen Einblick in das
Leben und Arbeiten der Eisenbahner und ihrer Familien.
Mit dem Ende der Arbeiten zur Sanierung und Neubeschilderung des Lehr- und Informationspfades entlang der „Schiefen
Ebene“ im Frühsommer 2014 findet das Gesamtprojekt einen
vorläufigen Abschluss und ein Eisenbahnerlebnis mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist geschaffen.
Im Jahr 2007 hat der Zweckverband Deutsches Dampflokomotiv Museum ein neues Museumsentwicklungskonzept
beschlossen. Nach über zweijähriger Bauzeit erstrahlt das
Deutsche Dampflokomotiv Museum seit Pfingsten 2013 in
völlig neuem Glanz und hat auch didaktisch und technisch
umfassend aufgerüstet: So vermitteln lebensgroße Figuren,
zahlreiche interaktive Medienstationen und Inszenierungen
die Faszination und das Wissen rund um die „Schwarzen Giganten“ und die Arbeit im Bahnbetriebswerk auf eine moderne, anschauliche Art und Weise.
Neuenmarkt
Ein besonderes Highlight ist zudem auch der ausgestellte
Salonwagen 10242, dessen Bedeutung als Zeitzeuge der
Deutschen Geschichte von 1937-1988 in einem extra erstellten
Dokumentarspielfilm erlebbar wird.
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Das EU-Förderprogramm EFRE im Ziel RWB
Bayern 2007-2013 förderte die Sanierung und
Umgestaltung des Ringlokschuppens und
die Errichtung eines Depots für das Deutsche
Dampflokomotiv Museum. Das Museum
setzte mit der Sanierung die museale Erweiterung und die didaktische Neu- und Umgestaltung des größten und bedeutendsten
deutschen Spezialmuseums seiner Art fort.
Die Förderung erfolgte im Zeitraum 20102012 und umfasste 1.000.000 EUR.
•7.-9.6.2014: Pfingstdampftage
•Geführte Rundgänge durch das Museum
•Mitfahrt auf dem Führerstand
•Kleinbahnfahrt im Freigelände
•Hobbylokführerkurs Marktgemeinde
Wirsberg
•Vermietung des Lokschuppens
•Speisewagen (bei schönem Wetter mit
Biergarten) im Freigelände des Museums
•Nostalgiefahrt zum Bayerischen Brauerei und Bäckereimuseum Kulmbach
•Geführte Wanderungen über die „Schiefe
Ebene“ (nach der Wiedereröffnung)
•Öffentlicher Rundgang durch das Eisen bahnerdorf Neuenmarkt
•Öffentliche Lehr- und Informationspfade
über den Kohlenhof des ehemaligen Bahn betriebswerkes und entlang der „Schiefen
Ebene“
•Das Museum ist barrierefrei.
Deutsches Dampflokomotiv Museum
Neuenmarkt
Birkenstr. 5
95339 Neuenmarkt
•20./21.9.14: Kohlenhoffest und großes
Treffen aller betriebsfähigen Dampf lokomotiven der Baureihe 01.
•Wiedereröffnung des „Lehr- und
Informationspfades Schiefe Ebene“
•(Dampf)Kulturnacht im Museum
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Tel.: +49 (0) 92 27/57 00
info@dampflokmuseum.de
www.dampflokmuseum.de
Öffnungszeiten:
Sommermonate (16.3.-1.11.)
Di.-So. 10-17 Uhr
Wintermonate (2.11.-15.3.)
Di.-So. 10-15 Uhr
Adalbert-Stifter-Museum im Rosenberger Gut
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Vorderseite: Ruhe und Entspannung suchte und
fand Adalbert Stifter im idyllisch gelegenen
Rosenberger Gut in Lackenhäuser.
Rückzugsort Adalbert Stifters
In den Räumen des „Ladenstöckls“ schrieb der Dichter
an seinen Romanen. Heute befindet sich hier das
Adalbert-Stifter-Museum.
Stifter-Widmung „Meiner verehrten Freundin Katharina Rosenberger zum Andenken an den Verfasser
Adalbert Stifter“
„Meine ganze Seele hängt an dieser
Gegend: Wenn ich irgendwo völlig genese,
so ist es dort ...“
und großen Waldgebieten geprägten Landschaft im Grenzbereich von Bayern, Böhmen, Mähren und Österreich. Hierfür
schöpfte er sicher auch aus dem Erfahrungsschatz, den er bei
seinen Besuchen auf dem Rosenberger Gut füllte.
In dem idyllisch gelegenen Rosenberger Gut in Lackenhäuser,
am Fuße des Dreisessels, fand der Dichter Adalbert Stifter die
Entspannung und Ruhe, die er anderswo vergeblich suchte.
Hier, im Dreiländereck Böhmen-Bayern-Österreich, betrieb
Franz Xaver Rosenberger ein Wirtshaus. Er überließ dem
Böhmerwalddichter wiederholt das Obergeschoss im Seitenflügel des Rosenberger Gutes, das sogenannte Ladenstöckl, als
Ferienwohnung. Aus der Vermieterbeziehung wurde bald eine
Freundschaft. Sechsmal nutzte Stifter zwischen 1855 und 1866
dieses Angebot und genoss mit seiner Frau und Ziehtochter
oft mehrere Monate des Jahres die reizvolle Landschaft und
die Ruhe des Ortes.
Leben und Werk Adalbert Stifters
Doch es war nicht nur die Erholung, die Adalbert Stifter hier
suchte: Hier konnte er vor allem auch sein dichterisches Werk
weiter vorantreiben. Der Schriftsteller schrieb im Ladenstöckl
beispielsweise große Teile des historischen Romans „Witiko“,
und auch die Erzählung des „Waldbrunnen“ verdankt diesem
Ort ihren Schauplatz.
Der am 23. Oktober 1805 im böhmischen Oberplan, dem
heutigen Horní Planá, geborene Adalbert Stifter zählt zu den
bedeutendsten Autoren des Biedermeier. Seine epischen
Natur- und Landschaftsbeschreibungen waren zu seiner Zeit
neuartig und trugen ihm Lob, aber auch Kritik ein. Man warf
ihm vor, die ländliche Lebenswelt zu idealisieren. Die meisten
seiner Erzählungen spielen im Waldviertel, einem von Dörfern
Büste des Dichters und Schriftstellers
Adalbert Stifter.
Das Adalbert-Stifter-Museum bietet für die einheimische
Bevölkerung genauso wie für die zahlreichen Touristen im
Grenzgebiet zu Österreich und Tschechien einen Zugang
zum Schriftsteller Adalbert Stifter und lädt zu einer aktiven
Beschäftigung mit seinen Werken, seinem Leben und seinem
Bezug zur bayerisch-böhmischen Grenzregion ein.
In den Räumen des Ladenstöckls im Rosenberger Gut, wo sich
schon früher die Adalbert-Stifter-Gedenkräume befanden,
erinnert ab Frühjahr 2014 das neue Adalbert-Stifter-Museum
in moderner Form an den Dichter. In den Gewölberäumen des
Erdgeschosses wird an Informationsterminals die Geschichte
des Rosenberger Gutes erzählt.
Im ersten Stock rückt dann der Mensch Adalbert Stifter in
seiner Zeit in den Mittelpunkt. Hier erfährt man im ehemaligen Wohnbereich Stifters Details aus seinem Leben: Hier
wird beispielsweise ein Überblick über seinen Schreibstil und
den Schreibprozess gegeben, hier erfahren die Besucher die
Geschichte seiner Liebe zu Fanny und seiner Ehe mit Amalia
oder die Leidensgeschichte der ihn immer wieder quälenden
Krankheiten. In einer Schreibwerkstatt können sich die Besucher selbst an der Sütterlinschrift versuchen.
Neureichenau
Im zweiten Obergeschoss zeigt eine Bildschau Stifters Tätigkeiten als Maler, ein großer Raum steht für Lesungen und die
Präsentation von Wanderausstellungen zur Verfügung. Eine
Bibliothek bietet Einblicke in historische Drucke von Stifters
Werken, Raum zum Durchatmen und zum Blättern in den
Werken des Böhmerwalddichters gibt es in einer gemütlichen
Lounge. In einem „Stifter-Kino“ können sich die Besucher auf
mediale Art und Weise mit dem Leben und dem Werk Stifters
auseinandersetzen.
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Das Rosenberger Gut in Lackenhäuser war ein
Urlaubsort des Dichters Adalbert Stifter. Der
Gebäudeteil Ladenstöckl, in welchem sich der
Dichter aufhielt, wurde in ein Adalbert-Stifter-Museum umgewandelt. Die historischen
Originalräume haben Stifters Leben und Werk
zum Thema. Darüber hinaus entstanden
ein Informations-, ein Veranstaltungs-, ein
Ausstellungsraum und eine Bibliothek. Die
Förderung erfolgte in den Jahren 2012-2013
aus dem EU-Förderprogramm INTERREG
IV A Bayern-Tschechische Republik mit fast
140.000 EUR. Im tschechischen Grenzraum
werden die Projektpartner das neue AdalbertStifter-Museum und das Geburtshaus des
Dichters in Horní Planá gemeinsam vermarkten. Das neue Museum stellt eine gute Ergänzung zu den Stifterstätten in Horní Planá, Linz
und Schwarzenberg dar.
Bis zur Eröffnung des Museums im Frühjahr 2014 sind noch keine Aktionen und
Veranstaltungen geplant.
Nach Eröffnung Frühjahr 2014 geplant:
Adalbert-Stifter-Museum im Rosenberger Gut
Lackenhäuser 146
94089 Neureichenau-Lackenhäuser
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
•Führungen
•Audioguides (in tschechischer Sprache)
•Museumsshop
•Touristischer Infopoint
•Teilweise barrierefrei (Erdgeschoss)
Bis zur Eröffnung Frühjahr 2014:
Tourismusbüro Neureichenau
Dreisesselstraße 8
94089 Neureichenau
Tel. 08583/9601-20
tourismus@neureichenau.de
www.neureichenau.de
Öffnungszeiten:
Noch nicht bekannt
Waldmuseum Zwiesel
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Vorderseite: Ein geschliffenes Schnupftabakglas aus Goldrubinglas aus
dem Bayerischen Wald – meist individuell und künstlerisch verziert sind
Schnupftabakgläser heute rare Liebhaber- und Sammlerstücke.
Grüße aus dem Bayerischen Wald
Viele Facetten des Lebens im Bayerischen Wald werden
im Museum in der ehemaligen Mädchenschule von
Zwiesel präsentiert.
Man nannte sie „Tabakbüchsl“ oder „Schmaiglas“ – die bunten
und häufig sehr individuell verzierten Schnupftabakgläser
waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein ganz besonderes Accessoire des bayerischen Mannes. Weil Schnupftabak
vor dem Aufkommen der Zigaretten in Bayern zum Alltag
gehörte, musste er auch in geeigneten Gefäßen „am Mann“
transportiert werden. Im Bayerischen Wald, wo sich besonders
im Raum Zwiesel, Frauenau und Spiegelau die Glasindustrie niedergelassen hatte, lag es wohl nahe hierfür gläserne
Fläschchen zu verwenden.
Die erste Erwähnung von „27 Stuckh kleine Tubackh Püxel“
findet sich im Jahr 1674 in einem Lieferbericht aus der Glashütte des Grafen Buquoy von Gratzen nach Wien. Die Hochzeit der Produktion von Schnupftabakgläsern liegt allerdings
zwischen 1800 und 1910. Mehrere Glashütten im Raum
Zwiesel und Frauenau führten diesen Artikel in ihrer Fertigung und belieferten zahlreiche private Schleiferei-, Gravurund Glasmalereibetriebe, die sich auf die Weiterverarbeitung
in verschiedensten Techniken, auch geschliffen oder bemalt,
spezialisiert hatten.
Ganz besondere Liebhaberstücke sind heute die Schnupftabakfläschchen, die auf Wunsch der Auftraggeber individuell
verziert wurden. Gravuren mit Namen oder Sprüchen geben
beispielsweise Auskunft über den Besitzer, Malereien zeigen
Interessen oder Berufe, Vereinsgläser machen Angaben über
den Verein oder geben Hinweise zum Herstellungsjahr. Daneben fertigten Glasmacher allerdings manchmal auch in ihren
Arbeitspausen besondere Einzelstücke, die ihre Kunstfertigkeit
belegen sollten. Hier findet sich die ganze Vielfalt der Glaskunst im Bayern des 19. Jahrhunderts.
Gezeigt wird auch die Vielfalt
der Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt
des Bayerischen Waldes.
Das „Glasmacherdorf anno 1750“ in Miniaturform
zeigt, wie ein Glashüttengut ausgesehen hat.
Das Waldmuseum Zwiesel beherbergt mit über 300 Schnupftabakgläsern von besonderer Qualität eine der größten
Sammlungen historischer Tabakgläser. Sie erzählen viele
Geschichten: von ihren Herstellern, den Auftraggebern oder
den Besitzern.
Lebensraum Bayerischer Wald
Eine weitere Abteilung bietet einen spannenden Einblick in
die Welt des Glaubens, der Volksfrömmigkeit und der Sagen
und Mythen des Bayerischen Waldes. Einer der Höhepunkte
der Zwieseler Stadtgeschichte ist die samt Kräuterkammer
erhalten gebliebene Stadtapotheke. Kunstwerke hochrangiger
Künstler runden das breite Spektrum an Themen ab.
Doch dies ist nur eine von vielen Facetten des Lebens im Bayerischen Wald, die in informativer und kurzweiliger Art in dem
neuen Museum präsentiert wird. In den neu eingerichteten
Räumen der ehemaligen Mädchenschule direkt oberhalb der
Zwieseler Stadtpfarrkirche werden diese interessant aufbereitet.
Ein imposantes Urweltdiorama bildet den Eingang in die
ersten Räume, in denen der Besucher in den Naturraum des
Waldgebirges eintauchen kann. Ausgehend von der Entstehung des Bayerischen Waldes und seiner Geologie widmet
sich die Abteilung der Vielfalt der Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt
des Bayerischen Waldes. Im Folgenden wird gezeigt, wie sich
der Mensch den Wald als Lebensraum aneignete und wie er
ihn genutzt hat.
Zwiesel
Untrennbar mit dem Bayerischen Wald sind auch die Glasproduktion und der Glashandel verbunden. Diese werden ausführlich dargestellt. Ein Glasmacherdorf in Miniaturform
macht anschaulich, wie das Leben und Arbeiten auf einem
Glashüttengut in der Mitte des 18. Jahrhunderts ausgesehen
hat.
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Die ehemalige Mädchenschule in Zwiesel
wurde 1889 als Schulgebäude mit angeschlossenem Kloster errichtet und 1926
erweitert. In den Jahren 2005/2006 wurde
das Gebäude mit öffentlichen Mitteln zu
einem Museumsgebäude umgebaut. 2013
wurde das 1966 eingerichtete Waldmuseum
Zwiesel neu konzipiert und in das renovierte
Gebäude verlagert. Das EU-Förderprogramm
EFRE im Ziel RWB Bayern 2007-2013 förderte
diese Maßnahme in den Jahren 2012-2013
mit 721.000 EUR. Mit der Neuaufstellung des
Museums bestand die Möglichkeit, die einzelnen Abteilungen durch im Depot lagernde
Exponate oder Neuankäufe zu ergänzen
bzw. neue Abteilungen einzurichten. Durch
das neue Konzept erhält das Waldmuseum
überregionale Bedeutung für den gesamten
bayerisch-tschechischen Grenzraum.
•Frühjahr 2014: Neueröffnung des Waldmu seums in der ehemaligen Mädchenschule
•Allgemeine und thematische Führungen
•Juni 2014: 25 Jahre „Glasauktion Dr. Fischer“
•Museumscafé
Waldmuseum Zwiesel
Kirchplatz 3
94227 Zwiesel
•August 2014: „Zwieseler Glastage“
(www.glastage-zwiesel.de)
•Hochzeit im Museum
•7.-9.11.14 „Zwieseler Fink“
(www.zwieseler-fink.de)
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
•Touristinfo Zwiesel im Museum
•Vermietung von Veranstaltungsräumen
•Das Museum ist barrierefrei.
Tel.: +49 (0) 99 22/84 05-83
waldmuseum@zwiesel.de
www.waldmuseum-zwiesel.de
Öffnungszeiten:
Die Öffnungszeiten 2014 stehen wegen des
Umzugs noch nicht fest.
RömerMuseum Kastell Boiotro
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Grabstein des Weinhändlers Publius Tenatius
Essimnus mit Figurine und Hörstation.
Ein Kastell im Grenzland
Reste der Kastellmauern und der Wachtürme des
ehemaligen römischen Kastells sind im Freigelände
des RömerMuseums sichtbar.
Diese Jupiterstatuette ist eines der
Wahrzeichen des Museums.
Passau – zu römischer Zeit war es ein Brennpunkt: Hier
am Inn stießen die beiden Provinzen Raetien und Noricum
zusammen. Darüber hinaus trennte der Fluss auch noch
den gallischen und den illyrischen Zollbezirk. Kein Wunder,
dass während der über 400-jährigen römischen Okkupation
Ostbayerns allein auf dem Stadtgebiet Passaus fünf römische
Kastelle existierten. Den raetischen Teil des heutigen Passau,
ungefähr mit der Altstadt identisch, sicherten die Römer mit
zwei mittelkaiserzeitlichen und einem spätantiken Kastell.
In Noricum wurden das mittelkaiserzeitliche Kastell Boiodurum und die umgebende Zivilsiedlung um 250 n. Chr. bei den
Alamanneneinfällen zerstört. Danach errichteten die Römer
innaufwärts das spätantike Kastell Boiotro. Es ist das einzige
in Passau heute noch sichtbare römische Kastell.
Um 375 n. Chr. räumten die römischen Soldaten den Stützpunkt. Allerdings gibt es in der Südostecke des Kastells einen
Einbau des späten 5. Jahrhunderts. Vielleicht ist dies jener
Ort, den Eugippius in der Lebensbeschreibung des Heiligen
Severin – der einzigen erzählenden Quelle aus der Zeit der
untergehenden Römerherrschaft auf bayerischem und österreichischem Gebiet – erwähnt: Die Vita Sancti Severini nennt
Boiotro als die Stelle, an der Severin ein kleines Kloster für
Mönche erbauen ließ.
Im 15./16. Jahrhundert wurde auf einem Teil der Fundamente
des ehemaligen Kastells Boiotro ein Gebäude errichtet, das
heute das RömerMuseum Kastell Boiotro beheimatet.
Das neue Römermuseum
Das 2013 vollständig neu gestaltete RömerMuseum erzählt
die Geschichte Passaus von der Steinzeit bis zum Ende des
Römischen Reiches. Im Mittelpunkt steht dabei das Kastell
In einer Vitrine des RömerMuseums werden TerraSigilata-Importe gezeigt.
Boiotro. Bereits im Freigelände kann der Besucher durch
Stereoskope aus unterschiedlichen Perspektiven einen Blick
auf das rekonstruierte Kastell werfen. Im Museum wird die
Baugeschichte des ehemaligen Militärlagers bis zum heutigen
Museum mit einer Lichtinstallation erläutert. Grabungsfunde,
mehrere Modelle und Zitate aus der Severinsvita versuchen,
ein verständliches Gesamtbild der Spätantike in Passau zu
geben.
Das Untergeschoss hat Wirtschaft und Handel von der Steinzeit bis zur Römerzeit zum Thema. Begünstigt durch seine
Lage ist Passau seit Jahrtausenden immer eine „Handelsstadt“
gewesen. Bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. wurde Feuerstein
exportiert. Die Kelten handelten mit Salz und Graphittonkeramik. Den Handel in der Römerzeit belegen Keramik-, Baustoffund Lebensmittelimporte wie etwa Öl, Wein und Südfrüchte.
Ein Raum beschäftigt sich mit der einstigen Zollstation „statio
Boiodurensis“. Der Zöllner Florianus erzählt in einer Hörstation
von seiner Arbeit.
schaulicht neben den Funden auch eine Figurine. Aus einem
Touchscreen kann man erfahren, was der Soldat alles anlegen
musste, bevor er in den Kampf zog. Statuetten römischer
Götter und Weihungen stehen als Beispiele römischer Religiosität. Ein Modell des Kastells und des umgebenden Lagerdorfes Boiodurum, veranschaulichen das militärische und zivile
Leben am Ort. Eine Hörstation mit dem Grabstein und der
Figurine eines Weinhändlers beleuchten zum Abschluss auch
das Thema Geselligkeit und Genuss der Römer – in Form von
römischem Wein.
In einem eigenen Kinoraum läuft ein Film mit der virtuellen
Rekonstruktion des römerzeitlichen Passau. Ein Römerquiz,
römische Spiele – mit entsprechenden Exponaten –, und Texttafeln zum römischen Erbe bilden einen nicht nur für Kinder
interessanten Übergang zum Obergeschoss.
Passau
Das Obergeschoss hat Passau in der mittleren Kaiserzeit
(70-280 n. Chr.) zum Thema. Hier gelangt der Besucher über
eine römische Straßenkarte aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., die
das gesamte Imperium Romanum zeigt, zu den einzelnen Vitrinen, die Funde aus dem mittelkaiserzeitlichen Passau zeigen.
Dabei wird das Leben der Römer in Boiotro in vielen Facetten
beleuchtet: Die Ausrüstung eines Hilfstruppensoldaten veran-
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Ziel der Neukonzeption der Dauerausstellung
von 2011-2013 war eine verständlichere und
anschaulichere Vermittlung des Themas
„Römer in Passau“, unter besonderer Berücksichtung der Funde und Befunde aus „dem
spätantiken Kastell Boiotro.“ Die Neukonzeption wurde von 2011-2013 im Rahmen des EUFörderprogramms EFRE im Ziel RWB Bayern
2007-2013 mit 450.353 EUR gefördert.
Derzeit noch keine besonderen Aktionen
in Planung.
•Führungen jeden 1. und 3. Mittwoch im
Monat um 17 Uhr
RömerMuseum Kastell Boiotro
Lederergasse 43-45
94032 Passau
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
•Texttafeln zweisprachig (deutsch und
englisch)
•Audioguide (deutsch, englisch,
italienisch, tschechisch)
•Museumsshop im Internet
•E-Mail-Newsletter
Tel.: +49 (0) 8 51/3 47 69
stadtarchaeologie@passau.de
www.stadtarchaeologie.de/museum/
Öffnungszeiten:
1. März-15. November Di.-So. 10-16 Uhr
Museum Burg Falkenberg
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So
So
So
So
Vorderseite: Erst Friedrich Werner Graf von der
Schulenburg machte aus einer Ruine wieder die
so mittelalterlich wirkende Burg Falkenberg.
Eine Burg mit Geschichte
Der deutsche Diplomat wollte auf der Burg eigentlich
seinen Lebensabend verbringen. Doch wegen seiner Kontakte zum NS-Widerstand wurde er 1944 hingerichtet.
Als der deutsche Diplomat Friedrich Werner Graf von der
Schulenburg 1936 die denkmalgeschützte Burg Falkenberg
vom Staat Bayern kaufte, hatte er große Pläne: Der damalige Botschafter in Moskau wollte die Ruine denkmalgerecht
wiederaufbauen und später als Altersruhesitz nutzen. Der
Wiederaufbau gelang in den Jahren bis 1939, doch die Geschehnisse der folgenden Jahre im Dritten Reich machten
seine privaten Pläne fürs Alter zunichte.
Der Botschafter hatte Hitler mehrfach vergeblich vor einem
Krieg gegen Russland gewarnt. Dennoch musste er Stalins
Regierung am 22. Juni 1941 die Kriegserklärung überbringen.
Danach wurde er politisch kaltgestellt. Im Sommer 1943
kam er mit dem Widerstand um Carl Friedrich Goerdeler in
Kontakt. Die Widerständler planten zeitweise, Graf von der
Schulenburg nach einem Staatsstreich zum deutschen Außenminister zu machen. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944
wurde er verhaftet und des Hochverrats beschuldigt. Vergeblich beteuerte Graf von der Schulenburg vor dem „Volksgerichtshof“, nichts von den Attentatsplänen gewusst zu haben:
Er wurde am 23. Oktober 1944 zum Tode verurteilt und am 10.
November 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Das Museum Burg Falkenberg
Die wechselvolle Geschichte der Burg Falkenberg seit ihrer
ersten Nennung im Jahr 1154, ihre Rekonstruktion 1936 bis
1939 durch Friedrich Werner Graf von der Schulenburg sowie
die dramatische Lebensgeschichte des prominenten Wiedererbauers werden im Museum Burg Falkenberg, das Mitte 2015
eröffnet wird, anschaulich dargestellt.
Falscher Pass, mit dem der Diplomat Graf
von der Schulenburg im Sommer 1915 unter
anderem Namen durch Kleinasien reiste.
In den Jahren 1936 bis 1939 wurde die Ruine der Burg
Falkenberg in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege
rekonstruiert und wiederaufgebaut.
Im Erdgeschoss geht es zunächst um Leben und Wirken des
Botschafters Friedrich Werner Graf von der Schulenburg und
seine Rolle im NS-Widerstand. Hierfür werden Dokumente
und Fotos aus dem Besitz der Familie gezeigt. Ergänzt mit weiteren zeitgeschichtlichen Quellen wird so ein beeindruckendes
Porträt von Graf von der Schulenburg gezeichnet.
Der große Themenbereich der historischen Entwicklung der
Burg Falkenberg wird im gesamten Burgbereich immer wieder
thematisiert. Die Burg Falkenberg ist eine klassische Felsturmburg. Die Festung wächst geradezu aus dem natürlichen
Fels heraus. Zunächst taucht die malerische Höhenburg, die
die engen Gassen des Ortes an der Waldnaab überragt, 1154
indirekt in der Nennung eines „Pilegrin de Valkenberg“ auf. Aus
dem Besitz des reichsfreien Geschlechts der Falkenberger geht
die Burg an die Leuchtenberger und schließlich 1300 in den
Besitz des reichsunmittelbaren Zisterzienserklosters Waldsassen über. In dieser Zeit wurde die Burg weiter ausgebaut. 1572
fiel sie an die protestantischen wittelsbachischen Pfalzgrafen.
Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg von
den Schweden belagert. Die Besatzung musste kapitulieren.
chen Entwicklungsetappen werden thematisiert. Insbesondere die Nahtstellen zwischen Original und Rekonstruktion
werden gezeigt.
Von der Verteidigungstechnik über die Bautechnik bis hin zum
Alltagsleben auf einer mittelalterlichen Burg – die Ausstellung
kann so entscheidende herrschafts-, sozial- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge verdeutlichen.
Im Eingangsbereich wird eine Informationsplattform die Geschichte der Burg Falkenberg in den größeren Zusammenhang
einordnen: Hier kann sich der Besucher über die reichhaltige
Burgenlandschaft Ostbayerns und Böhmens informieren.
Falkenberg
Anschließend wurde die Burg aufgegeben und als Steinbruch
genutzt. Sie schlief einen Dornröschenschlaf, aus dem sie erst
durch Graf von der Schulenburgs weitreichende Pläne wieder
erweckt wurde.
Wie er die Burg von 1936 bis 1939 in Zusammenarbeit mit der
Denkmalpflege und unter Federführung des Regensburger
Architekten Franz Günthner wiederaufbauen ließ, zeigt die
Präsentation im Museum ebenfalls. Die wesentlichen bauli-
EU-Förderung
Besondere Aktionen 2014
Service
Adresse
Die Burg Falkenberg wird umfassend saniert
und dadurch für Besucher erschlossen.
Angestrebt wird eine multifunktionale
Nutzung: Die vielfältigen Räume sollen für
Veranstaltungen, museale Präsentation sowie
Beherbergung dienen. Die museale Erschließung fördert das EU-Förderprogramm EFRE
im Ziel RWB Bayern 2007-2013 in den Jahren
2012-2015 mit 225.000 EUR. Sie orientiert sich
an drei Themenkomplexen: 1. Bauwerk und
Lebensraum Burg – Historische Entwicklung
der Burg Falkenberg, 2. Rekonstruktion einer
mittelalterlichen Burg – Friedrich-Werner
Graf von der Schulenburg und die Burg
Falkenberg, 3. Friedrich-Werner Graf von der
Schulenburg als historische Persönlichkeit.
Außerdem soll eine Informationsplattform
zum Thema „Burgenland Oberpfalz-Böhmen“
eingerichtet werden.
Wegen der Konzeption des Museums
sind bis zur Eröffnung des Museums
Mitte 2015 noch keine Aktionen und
Veranstaltungen geplant.
Nach Eröffnung Mitte 2015 geplant:
Museum Burg Falkenberg
Graf-Schulenburg-Weg
95685 Falkenberg
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
•Mehrsprachige Erschließung der Ausstellung
(deutsch, englisch, tschechisch)
• Heiraten in der Burg
•Veranstaltungsräumlichkeiten
•Tagungsmöglichkeiten
•Hotelbetrieb
Bis zur Eröffnung Mitte 2015:
Markt Falkenberg
Marktplatz 5
95685 Falkenberg
Tel. 09634/9200-0
poststelle@wiesau.de
www.markt-falkenberg.de
Öffnungszeiten:
Noch nicht bekannt
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Kunst und Fotos
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