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Das Ausbildungsprogramm (Stand November 2014) - Zentrum für

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Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung
Aachen
Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen
Robert-­‐Schuman-­‐Straße 51
52066 Aachen
Ausbildungsprogramm
Stand: November 2014
Vorwort
Dieses Ausbildungsprogramm ist die Grundlage für das gemeinsame Handeln aller an der
Gestaltung der Zweiten Phase der Lehrerausbildung beteiligten Personengruppen. Es verdeutlicht
die Zielsetzungen der Ausbildung an unserem Seminar, legt rechtliche Grundlagen offen,
erläutert das seminardidaktische Vorgehen sowie die Struktur der Ausbildung und gibt allen
Beteiligten Hinweise und Empfehlungen. Es richtet sich daher primär an die
Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA).1 Soweit nicht anders angegeben, gelten
alle Hinweise des Ausbildungsprogramms grundsätzlich für beide unter der Bezeichnung LAA
zusammengefassten Personengruppen. Im Hinblick auf Ausführungen, die ausschließlich für die
Lehrerinnen und Lehrer in Ausbildung (LiA) relevant sind, verweisen wir auf die Ausführungen
in der OBAS.2 Außerdem richtet sich das Ausbildungsprogramm an alle Seminarausbilderinnen
und Seminarausbilder sowie an die zahlreichen Personen an den Ausbildungsschulen, mit denen
das Seminar kooperiert.
Die LAA, die an unserem Seminar mit ihrem Vorbereitungsdienst beginnen, verfügen über
vielfältige Lebenserfahrungen innerhalb und außerhalb des Systems Schule. Für sie stellt der
Eintritt in den Vorbereitungsdienst eine Übergangsphase dar, die sie auf der Basis der eigenen
Erfahrungen und Erwartungen wahrnehmen und individuell gestalten. Unser Ziel ist es, die LAA
in den 18 Monaten der Ausbildung kompetent zu begleiten und auf dem Weg zur Entwicklung
ihrer professionellen Lehrerpersönlichkeit zu unterstützen.
Die wichtigsten Grundlagen für die Ausbildung der LAA haben wir in unserem Ausbildungsprogramm, das kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt wird, festgelegt und mit den
Ausbildungsschulen abgestimmt. Wir möchten alle an der Ausbildung Beteiligten dazu einladen,
sich in diesen Prozess der Weiterentwicklung aktiv mit einzubringen.
Informationen zu Verwaltungsabläufen und zu den an der Ausbildung beteiligten Personen
finden Sie auf der Homepage des ZfsL Aachen in der Rubrik „Ausbildungsprogramm“
(http://www.zfsl-aachen.nrw.de/Seminar_GyGe/Ausbildungsprogramm/index.html).
Wir wünschen allen LAA einen guten Start in die schulpraktische Lehrerausbildung und freuen
uns auf die gemeinsame Arbeit.
Die Ausbilderinnen und Ausbilder des Seminars Gymnasium/Gesamtschule im ZfsL Aachen.
November 2014
1
2
Die Dienstbezeichnungen der LAA lauten entweder Studienreferendarin (StRef’) bzw. Studienreferendar (StRef) oder Lehrerin bzw. Lehrer in Ausbildung (LiA). Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern und
der Staatsprüfung (OBAS) v. 10.04.2011.
1
Inhaltsverzeichnis
1. Als Lehrkraft an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule tätig sein
3
2. Elemente des Vorbereitungsdienstes
5
2.1. Rechtliche Grundlagen
5
2.2. Das Kerncurriculum
7
2.3. Prinzipien der Ausbildung
8
3. Struktur der Ausbildung
9
3.1. Rahmenbedingungen für die Ausbildung in Schule und Seminar
9
3.2. Schulpraktische Ausbildung
11
3.3. Ausbildung im Seminar für Gymnasium und Gesamtschule
12
3.3.1. Ausbildung im Kernseminar
13
3.3.2. Ausbildung in den Fachseminaren
14
3.4. Das Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG)
4. Leistungskonzept
14
15
4.1. Grundzüge des Leistungskonzepts
15
4.2. Beobachtungselemente
16
4.2.1. Unterrichtsbesuche
16
4.2.2. Mitarbeit im Fachseminar
17
4.2.3. Organisation der eigenen Ausbildung
18
4.2.4. Dokumentation im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld 3
18
5. Empfehlungen und Regelungen zur Ausgestaltung der Ausbildung
20
5.1. Das Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG)
20
5.2. Ausbildungsberatung und personenorientierte Beratung mit Coachingelementen
21
5.3. Unterrichtsbesuche durch die Fachleitungen
22
5.3.1. Allgemeine Regeln zu den Unterrichtsbesuchen
22
5.3.2. Schriftliche Planungen zu Unterrichtsbesuchen
23
5.3.3. Unterrichtsnachbesprechungen und fachliche Beratung
25
5.4. Ausbildung und Staatsprüfung
26
5.5. Weitere Hinweise zur schulischen Ausbildung
27
6. Portfolio
29
7. Evaluation
30
Stichwortverzeichnis
32
Frequently Asked Questions (FAQ)
33
Anhang: Kerncurriculum
2
1. Als Lehrkraft an einem Gymnasium oder einer
Gesamtschule tätig sein
Mit dieser Überschrift ist schon das übergeordnete Ziel wiedergegeben, mit dem die LAA bei
uns ihre schulpraktische Ausbildung beginnen. Im Verlauf der Ausbildungszeit werden sie an
den Ausbildungsorten Seminar und Schule vielen unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten
begegnen, die darauf bedacht sind, den ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schülern
fachliches, soziales und personales Lernen zu ermöglichen. Die Lehrkräfte üben dabei unterschiedliche Funktionen in verschiedenen Handlungsfeldern aus,3 die leitend für die Ausbildung
der LAA sind:
Dabei sind die einzelnen Funktionen der unterschiedlichen Handlungsfelder nicht isoliert zu
betrachten oder im Berufshandeln voneinander getrennt zu sehen, sondern sie sind
interdependent. Ein zielorientiertes Unterrichtsgespräch zu führen hat z. B. viel mit Kenntnissen
von Gesprächsführung zu tun, wie sie im Bereich des Beratens genutzt werden. Nur wenn die
LAA professionell auf die unterschiedlichsten Anforderungen im Schulleben reagieren können,
werden sie auch in der Lage sein, die schulischen und lebensorientierten Entwicklungsschritte
der Schülerinnen und Schüler erfolgreich zu begleiten.
3
Vgl. Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst für Lehrämter in den Zentren für
schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen. Hrsg.: MSW NRW. Siehe Anhang. 3
Zielsetzungen der Bildungsgänge an Gymnasien und Gesamtschulen
„Das Gymnasium vermittelt seinen Schülerinnen und Schülern eine vertiefte allgemeine
Bildung, die sie entsprechend ihren Leistungen und Neigungen durch Schwerpunktbildung
befähigt, nach Maßgabe der Abschlüsse in der Sekundarstufe II ihren Bildungsweg an einer
Hochschule, aber auch in berufsqualifizierenden Bildungsgängen fortzusetzen.“4 „Die Gesamtschule ermöglicht in einem differenzierten Unterrichtssystem Bildungsgänge, die
ohne Zuordnung zu unterschiedlichen Schulformen zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe I
führen. (Sie) umfasst die Klassen 5 bis 10 (Sekundarstufe I) und die gymnasiale Oberstufe
(Sekundarstufe II).”5
„Die gymnasiale Oberstufe fördert den Bildungsprozess der Schülerinnen und Schüler in seiner
personalen, sozialen und fachlichen Dimension. Bildung wird dabei als Lern- und
Entwicklungsprozess verstanden, der sich auf das Individuum bezieht und in dem kognitives
und emotionales, fachliches und fachübergreifendes Lernen, individuelle und soziale
Erfahrungen, Theorie und Praxis miteinander verknüpft und ethische Kategorien vermittelt und
angeeignet werden. (...) Die Schülerinnen und Schüler sollen zunehmend befähigt werden, für
ihr Lernen selbst verantwortlich zu sein, in der Bewältigung anspruchsvoller Lernaufgaben ihre
Kompetenzen zu erweitern, mit eigenen Fähigkeiten produktiv umzugehen, um so dauerhafte
Lernkompetenzen aufzubauen. Ein solches Bildungsverständnis zielt nicht nur auf
Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit, sondern auch auf die Entwicklung von
Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit.“6
In beiden Schulformen unterstützen Lehrerinnen und Lehrer den Kompetenzerwerb der
Schülerinnen und Schüler. Die Lehrkräfte vermitteln ihnen grundlegende Kenntnisse,
unterstützen sie bei ihrem Erwerb von Fertigkeiten und Fähigkeiten, die die Schülerinnen und
Schüler flexibel und situationsadäquat anwenden, anpassen und kombinieren können.7 Das
Bildungsziel beider Schulformen ist es, dass die Heranwachsenden sich zu mündigen und sozial
verantwortlichen Persönlichkeiten entwickeln, die in der Lage sind, im privaten Leben, in
Gesellschaft, Staat und Beruf verantwortlich zu handeln.
Es gehört zu den Aufgaben der Lehrkräfte, diese Entwicklungsprozesse systematisch und
strukturiert anzubahnen und beratend zu unterstützen. Dies geschieht im Rahmen didaktischer
Szenarien, denen Prinzipien zugrunde liegen, die in wechselnder Gewichtung miteinander
interagieren: Die Schülerinnen und Schüler verfügen über individuelle Voraussetzungen und
Möglichkeiten des Lernens, beschreiten unterschiedliche Lernwege und entwickeln ihre
4
§16(1) Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW - SchulG) vom 15. Febr.
2005 zuletzt geändert durch Gesetz vom 13. November 2012. 5
Ebd., §17(1 u. 2) 6
Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II – Gymnasium/Gesamtschule in NordrheinWestfalen. S. XI. 7
Vgl. den Kompetenzbegriff bei Franz E. Weinert. Weinert, Franz E. (Hrsg.): Leistungsmessungen in
Schule. Weinheim und Basel, 2001, S. 27f.
4
Kompetenzen auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Lernen
vollzieht sich anhand relevanter Gegenstände im Rahmen anregender Lernsituationen, die
dadurch gekennzeichnet sind, dass sie sowohl zukunftsrelevante Frage- und Problemstellungen
als auch unmittelbar aktuelle Relevanz für die Kinder und Jugendlichen aufweisen.
Herausfordernde Aufgabenstellungen strukturieren komplexe individuelle und soziale Arbeitsund Lernprozesse und bieten den Schülerinnen und Schülern Unterstützung und diagnostisches
Feedback an. Da Lernen ein individueller Konstruktionsprozess ist, wird der Förderung von und
Erziehung zum eigenständigen Lernen von Anfang an Bedeutung beigemessen. Da Lernen aber
auch soziale Ko-Konstruktion ist, werden die Lernprozesse von sozialen und kooperativen
Kommunikationsprozessen begleitet. Eine Unterrichtsgestaltung, die diese Orientierungspunkte
beachtet, fördert ganzheitliche Lernprozesse und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, in
aktiver Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand neue Informationen und Reflexionen mit
vorhandenen Handlungskompetenzen zu verknüpfen.
Die komplexe Bildungs- und Erziehungsaufgabe erfordert kompetente Lehrerinnen und Lehrer,
die nicht nur Fachleute in einer Lerngruppe sind und Sachinhalte vermitteln, sondern die
nachhaltige individuelle und soziale Lernprozesse initiieren und zur umfassenden
Zusammenarbeit im Kollegium, zum gemeinsamen Entwickeln von Bildungsinhalten und zur
Kooperation bei der Erziehung in unterschiedlichen Lerngruppen bereit und fähig sind. Für eine
verantwortungsbewusste Wahrnehmung und Ausgestaltung der vielfältigen schulischen
Aufgaben ist es wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrer ihre Tätigkeiten in der Schule als kreativ
und innovativ verstehen und über eine hohe Kompetenz in ihren Fachwissenschaften sowie in
ihren Fachdidaktiken und in den Bildungswissenschaften verfügen.
2. Elemente des Vorbereitungsdienstes
2.1 Rechtliche Grundlagen
Die schulpraktische Lehrerausbildung in unserem Seminar erfolgt auf der rechtlichen Grundlage
von Rechtsverordnungen, die von dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes
Nordrhein-Westfalen erlassen werden. Das sind
• für die Studienreferendarinnen und Studienreferendare die „Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Zweiten Staatsprüfung für Lehrämter an Schulen - OVP vom
10.04.2011“
• für die Lehrerinnen und Lehrer in Ausbildung (LiA) die „Ordnung zur
berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern und der
Staatsprüfung (OBAS) vom 10.04.2011“.
Diese beiden Rechtsverordnungen stellen die verbindliche Grundlage der Ausbildung und
Prüfung dar. In ihnen werden die Ausbildung und die Zweite Staatsprüfung organisatorisch und
rechtlich geregelt, es werden das Ziel der Ausbildung, die beteiligten Personen, wesentliche
strukturierende Elemente der Ausbildung und die Teile der Staatsprüfung dargestellt.
Wesentliches Kennzeichen der schulpraktischen Ausbildung ist es, dass sie gemeinsam vom
Seminar und von der Schule gestaltet wird. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung trägt
5
2
1
Vereinbarung zu den Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften der Leiter des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung; die Verantwortung für die
lehramtsbezogene Ausbildung trägt der Seminarleiter. Die Verantwortung für den Unterricht der
LAA trägt die Schulleiterin oder der Schulleiter. Die Leitungen des Zentrums für schulpraktische
Lehrerausbildung und der Schule arbeiten im Interesse der Ausbildung eng zusammen.
In der Anlage 1 der OVP werden für die sechs Handlungsfelder die Kompetenzen und
Standards genannt, die die Zielperspektive der schulpraktischen Lehrerausbildung darstellen.
Auf der Basis der Anlage 1 der OVP strukturiert das ebenfalls vom Ministerium für Schule und
Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlichte Kerncurriculum die
Ausbildung im Vorbereitungsdienst für Lehrämter in den Zentren für schulpraktische
Lehrerausbildung (ZfsL) und in den Ausbildungsschulen. Es orientiert sich auch an der
Vereinbarung zu den Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (Beschluss
der Kultusministerkonferenz vom 16.12.2004). Unser Seminar hat auf der Grundlage des
Kerncurriculums
das
vorliegende
Ausbildungsprogramm
entwickelt,
in
dem
seminarspezifische Ziele und Handlungskonzepte der Ausbildung festgelegt werden und das
kontinuierlich fortgeschrieben wird. Auf der Basis des Kerncurriculums und des
Ausbildungsprogramms werden überfachliche und fachliche Curricula entwickelt.
Die Grafik veranschaulicht die Beziehung zwischen den grundlegenden Vorgaben für die
schulpraktische Ausbildung der LAA.
OVP bzw. OBAS OVP Anlage 1: Handlungsfelder, Kompetenzen, Standards (Schulministerium NRW 2011) Kerncurriculum: Handlungsfelder Handlungssituationen, Erschließungsfragen, inhaltliche Bezüge Kompetenzen, Standards (Schulministerium NRW 2011) Ausbildungsprogramm des Seminars Gy/Ge des ZfsL Aachen (Seminar Gy/Ge 2014, wird fortgeschrieben) Curricula für die überfachliche und fachliche Ausbildung des Seminars Gy/Ge des ZfsL Aachen (Seminar Gy/Ge 2014, wird fortgeschrieben). Aufgrund seiner Relevanz wird das Kerncurriculum im Folgenden genauer dargestellt.8
(
8
Das Kerncurriculum ist im Anhang beigefügt. Darüber hinaus finden Sie die genannten Dokumente auf
der Homepage des MSW: http://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/LAusbildung/index.html 6
2.2 Das Kerncurriculum
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen geht in dem
Kerncurriculum von einem Lehrerleitbild aus, in dem die Qualität und die Wirksamkeit von
Unterricht entscheidend durch das professionelle Wissen und Können sowie das Berufsethos der
Lehrerinnen und Lehrer geprägt sind:
• „Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen. Ihre Kernaufgabe ist
die gezielte und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Planung, Organisation
und Reflexion von Lehr- und Lernprozessen sowie ihre individuelle Bewertung und
systemische Evaluation. Die berufliche Qualität von Lehrkräften entscheidet sich an der
Qualität ihres Unterrichts.
• Lehrerinnen und Lehrer sind sich bewusst, dass die Erziehungsaufgabe in der Schule eng
mit dem Unterricht und dem Schulleben verknüpft ist. Dies gelingt umso besser, je enger
die Zusammenarbeit mit den Eltern gestaltet wird. Beide Seiten müssen sich verständigen
und gemeinsam bereit sein, konstruktive Lösungen zu finden, wenn es zu
Erziehungsproblemen kommt oder Lernprozesse misslingen.
• Lehrerinnen und Lehrer üben ihre Beurteilungs- und Beratungsaufgabe im Unterricht und
bei der Vergabe von Berechtigungen für Ausbildungs- und Berufswege kompetent, gerecht
und verantwortungsbewusst aus. Dafür sind hohe pädagogisch-psychologische und
diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften erforderlich.
• Lehrerinnen und Lehrer entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter und nutzen wie in
anderen Berufen auch Fort- und Weiterbildungsangebote, um die neuen Entwicklungen und
wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihrer beruflichen Tätigkeit zu berücksichtigen. Darüber
hinaus sollen Lehrerinnen und Lehrer Kontakte zu außerschulischen Institutionen sowie zur
Arbeitswelt generell pflegen.
• Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich an der Schulentwicklung, an der Gestaltung einer
lernförderlichen Schulkultur und eines motivierenden Schulklimas. Hierzu gehört auch die
Bereitschaft zur Mitwirkung an internen und externen Evaluationen.“9
Dieses im Kerncurriculum festgeschriebene Lehrerleitbild findet sich in den sechs
Handlungsfeldern wieder. Das Kerncurriculum ordnet den sechs Handlungsfeldern insgesamt
37 praxisrelevante Handlungssituationen zu, die durch exemplarische Erschließungsfragen
strukturiert werden. Durch die Benennung von inhaltlichen Bezügen wird u.a. deutlich, in
welcher Form Gegenstände der universitären Ausbildung in der schulpraktischen Ausbildung
aufgenommen und akzentuiert werden können. So wird eine theoriegeleitete Analyse von
Handlungssituationen und die Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten angestrebt. Dadurch,
dass das Kerncurriculum konsequent die zentralen Handlungsfelder von Lehrerinnen und
Lehrern in den Blick nimmt und exemplarische Handlungssituationen sowie fachliches und
überfachliches Wissen und Können auf sie bezieht, stellt es ein pragmatisches Werkzeug dar,
das sowohl die Ziele der Ausbildung verdeutlicht als auch Wege zum Kompetenzerwerb und zur
Professionalisierung eröffnet.
9
Kerncurriculum, S. 2. 7
2.3 Prinzipien der Ausbildung
Der Vorbereitungsdienst möchte die LAA vor dem Hintergrund ihrer erfolgreich
abgeschlossenen Hochschulausbildung als eigenverantwortliche Lernende unterstützen und
fördern. Daher basiert er auf vier Prinzipien:
Standardorientierung:
Die Standards werden in der Anlage 1 der OVP dargestellt. Sie beschreiben die Ziele der
Ausbildung und sollen eine landes- und bundesweite Vergleichbarkeit sichern.
Personenorientierung
Die Unterstützung der LAA als eigenverantwortlich Lernende erfolgt u.a. durch
• das Format des Eingangs- und Perspektivgesprächs (vgl. Kapitel 3.4 und 5.1)
• die individuelle fachbezogene und überfachliche Ausbildungsberatung
• die personenorientierte Beratung mit Coachingelementen durch die Ausbilderinnen und
Ausbilder im Kernseminar (vgl. Kapitel 3.3.1 und 5.2).
• das Portfolio Praxiselemente des MSW NRW10
Handlungsfeldorientierung
Die Ausbildung in Seminar und Schule ermöglicht einen fortschreitenden Kompentenzaufbau in
den sechs Handlungsfeldern, wobei diese nicht isoliert betrachtet, sondern in ihrer engen
wechselseitigen Beziehung wahrgenommen werden (vgl. Kapitel 2.2). Die Orientierung an
konkreten Lehreraufgaben, also an typischen Situationen des Handelns von Lehrkräften stellt
10
https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/msw/portfolio-einlagen-fuer-denvorbereitungsdienst/1649 8
daher ein grundlegendes seminardidaktisches Prinzip in den Seminarveranstaltungen dar. Im
Mittelpunkt der Arbeit in Kern- und Fachseminaren stehen Handlungssituationen, in denen
Theoriewissen (Unterrichtslehre, Lerntheorie, Schulrecht, Fachdidaktik,...) zu Handlungswissen
verdichtet werden kann. Erst die Übung kann Teilkompetenzen anbahnen, die sich in der Praxis
zu Handlungsstrategien und Handlungsroutinen zusammenfügen und so zur Professionalisierung
der LAA beitragen.
Wissenschaftsorientierung
Die Ausbildung in Seminar und Schule ist wissenschaftlich orientiert und reflektiert.
Vermittlungsprozesse und Lerngegenstände sind am aktuellen Stand der Bildungs- und
Fachwissenschaften, an deren Didaktiken und an den Ergebnissen der Unterrichts- und Bildungsforschung ausgerichtet. Im Lehramtsstudium ging es vorrangig um den Erwerb konzeptionellanalytischer Kompetenzen, die schulpraktische Lehrerausbildung baut darauf auf und zielt vor
allem auf den Erwerb von reflexiv gesteuerten Handlungskompetenzen. Es hat sich gezeigt, dass
langfristig nur diejenigen Lehrerinnen und Lehrer einen guten Unterricht gestalten, die ihre
Handlungskompetenzen nicht nur routiniert einsetzen, sondern darüber hinaus auch sich selbst
und ihr Handeln einer theoriegeleiteten und kontinuierlichen Reflexion unterziehen. Hohe
Professionalität und dauerhafte Berufszufriedenheit hängen von diesen Fähigkeiten ab. Um eine
fortschreitende Professionalisierung in der schulpraktischen Lehrerausbildung nachhaltig
anzulegen, wird die Ausbildung von Beginn an praxisorientiert und reflektierend angelegt. Damit
ist gemeint, dass die LAA eine Haltung und Befähigung zur kritischen Reflexion von der Theorie
in die berufliche Praxis und von der erlebten beruflichen Praxis in die Theorie entwickeln.
3. Struktur der Ausbildung
Die Ausbildungsstruktur des Seminars für Gymnasien und Gesamtschulen ist darauf
ausgerichtet, die LAA auf der Grundlage der rechtlichen Vorgaben als eigenverantwortliche
Lernende in ihrer Ausbildung zu unterstützen. Die Ausbildung findet in Schule und Seminar mit
dem Ziel statt, die berufsbezogenen Kompetenzen aufzubauen und zunehmend zu
professionalisieren.
3.1 Rahmenbedingungen für die Ausbildung in Schule und Seminar
Aus der OVP vom 10.04.2011 ergeben sich für alle an der Ausbildung Beteiligten u.a. folgende
Rahmenbedingungen, die in den folgenden Unterkapiteln näher erläutert werden:
• Für die Ausbildung im Seminar stehen durchschnittlich sieben Wochenstunden zur
Verfügung.
• Die Ausbildung an der Schule umfasst durchschnittlich 14 Wochenstunden (Hospitationen,
Unterricht unter Anleitung und selbstständiger Unterricht).
• Der selbstständige Unterricht von insgesamt 18 Wochenstunden wird in der Regel im
zweiten bis fünften Ausbildungsquartal erteilt.
9
• Die Zweite Staatsprüfung findet im letzten Halbjahr der Ausbildung als integrierte Prüfung
(unterrichtspraktische Prüfungen und Kolloquium) an einem Tag statt.
• Die Zweite Staatsprüfung ist nicht Schlusspunkt der Ausbildung, sondern sie ist in die
Ausbildung integriert. Das bedeutet, dass Ausbildung bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes stattfindet.
Schule 14 WS
UBe und Beratung
durch FSL
UBe und Beratung
durch KSL
Seminar 7 WS
Zeitleiste Ausbildungsjahrgang 01.11.2014 – 30.04.2016
1. Quartal
1.11.2014 – 31.1.2015
2. – 5. Quartal
1.2.2015 – 31.1.2016
6. Quartal
1.2.2016 – 30.4.2016
Kernseminar
Kernseminar
Kernseminar
Fachseminar 1
Fachseminar 2
Fachseminar 1
Fachseminar 2
Fachseminar 1
Fachseminar 2
Weitere
Ausbildungsangebote
Weitere
Ausbildungsangebote
Weitere
Ausbildungsangebote
EPG mit ABB und KSL
gem. §15 OVP
bis Ende 2. Quartal:
bis Ende 4. Quartal:
bis Ende 6. Quartal:
einmal überfachliche
Ausbildungsberatung
einmal überfachliche
Ausbildungsberatung
einmal überfachliche
Ausbildungsberatung,
ggf. EPG mit ABB und
FSL gem. §15 OVP
Beratungsangebote,
z.B. beratende UBe
durch FSL
FSL 1: UB 1
FSL 2: UB 1
FSL 1: UB 2-5
FSL 2: UB 2-5
UuA
mind. 10 WS
Hospitation max. 2 WS
ABP
max. 2 WS
----------------------------Dienstl. Veranstaltungen
Weitere schulische
Angebote
Unterricht unter Anleitung min. 3 WS
Selbstständiger Unterricht
9 WS
Hospitationen
max. 2 WS
---------------------------------------------Ausbildungsprogramm
Dienstliche Veranstaltungen
Mitarbeit bei schulischen
Veranstaltungen
Vereidigung
31.10.2014
Meldung zur Prüfung
Oktober 2015
LZB
Jan 2016
UuA
min. 12 WS
Hospitation max. 2 WS
-----------------------------Ausbildungsprogramm
Dienstl. Veranstaltungen
Staatsprüfung
Zeugnisausgabe
30.4.2016
Abkürzungen:
ABB: Ausbildungsbeauftragte; ABP: Ausbildungsprogramm; EPG: Eingangs- und Perspektivgespräch; FSL: Fachseminarleitung; KSL: Kernseminarleitung; LZB: Langzeitbeurteilungen;
UB: Unterrichtsbesuch; UuA: Unterricht unter Anleitung; WS: Wochenstunden à 45 Minuten.
10
3.2
Schulpraktische Ausbildung
Der Unterricht ist ein Teil der schulpraktischen Ausbildung. Diese beträgt gem. § 11(5) OVP
durchschnittlich 14 Wochenstunden und umfasst
• Hospitationen im Unterricht der eigenen Fächer (auch bei LAA im selbstständigen
Unterricht),
• Unterricht unter Anleitung (bei Lehrkräften, die die Lehrbefähigung für das jeweilige Fach
besitzen),
• selbstständigen Unterricht.
Zur schulpraktischen Ausbildung gehören auch die Teilnahme an Veranstaltungen im Rahmen
des Schulprogramms sowie Tätigkeiten in anderen außerunterrichtlichen Aufgabenfeldern der
Schule. Weitere Hinweise zur schulpraktischen Ausbildung siehe Kapitel 5.5.
Im ersten Ausbildungsquartal kann die Zeit für die schulische Ausbildung folgendermaßen
verteilt sein:
• mindestens zehn Wochenstunden Unterricht unter Anleitung in beiden Fächern unter
Berücksichtigung der beiden Sekundarstufen (Sekundarstufe I / Sekundarstufe II),
• ca. zwei Wochenstunden Hospitationen bzw. außerunterrichtliche Tätigkeit im Rahmen des
Schulprogramms,
• zwei Wochenstunden schulisches Ausbildungsprogramm können auf die 14
Wochenstunden, die die Ausbildung an Schulen durchschnittlich umfasst, angerechnet
werden.
Die 14 Wochenstunden der schulpraktischen Ausbildung
verteilen sich ab dem zweiten bis zum fünften Ausbildungsquartal in der Regel wie folgt:
• durchschnittlich mindestens 3 Stunden Unterricht unter Anleitung
• 9 Stunden selbstständiger Unterricht
• höchstens 2 Stunden Hospitationen
• Veranstaltungen des schulischen Ausbildungsprogramms werden nicht mehr auf die 14
Wochenstunden angerechnet.
Im sechsten Ausbildungsquartal konzentriert sich die Ausbildung an den Schulen wieder auf
den Unterricht unter Anleitung. Der Unterricht findet bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes,
also auch noch nach der Zweiten Staatsprüfung statt.
Eine durchschnittliche Verteilung der schulischen Ausbildung im Laufe der sechs
Ausbildungsquartale kann somit wie folgt aussehen:
11
Ausbildungsquartal
1
2-5
6
schulische
Ausbildungsveranstaltung
Unterricht unter Anleitung
Hospitationen
schulisches Ausbildungsprogramm
Unterricht unter Anleitung
selbstständiger Unterricht
Hospitationen
Unterricht unter Anleitung
Hospitationen
Wochenstundenzahl
pro Quartal
mind. 10
max. 2
max. 2
mind. 3
9
max. 2
mind. 12
max. 2
Bei der Organisation des Unterrichts ist darauf zu achten, dass sowohl die beiden Sekundarstufen als auch die Fächer angemessen berücksichtigt werden. Die LAA müssen gemeinsam mit
den Ausbildungsbeauftragten sowie der Leitung ihrer Schule beachten, dass in den Fächern, die
in beiden Sekundarstufen unterrichtet werden, möglichst die Hälfte, jedoch mindestens ein
Drittel des Unterrichts in der Sekundarstufe II stattfindet.
An den Ausbildungsschulen findet eine Beratung und Unterstützung der LAA im Rahmen des
schulischen Ausbildungsprogramms in Kooperation mit dem Seminar statt. Im Unterricht unter
Anleitung werden die LAA durch Ausbildungslehrerinnen und Ausbildungslehrer unterstützt,
beraten und beurteilt. Für den selbstständigen Unterricht stellen die Ausbildungsbeauftragten
sicher, dass ein angemessenes Angebot an Beratung und Unterstützung in der Schule vorhanden
ist. Es ist sinnvoll, dabei auch auf die Mitwirkung von Seminarausbilderinnen und
Seminarausbildern zurückzugreifen.
Die LAA geben im Einvernehmen mit der Leitung der Ausbildungsschule und ggf. den Ausbildungslehrerinnen und Ausbildungslehrern die Stundenpläne bekannt. Sie händigen der
Schulleitung und den zuständigen Fachleiterinnen und Fachleitern (nicht den
Kernseminarleiterinnen und Kernseminarleitern) bei Änderungen im Ausbildungsunterricht
Exemplare des Stundenplans aus. Ein Stundenplanformular befindet sich im Downloadbereich
der Seminar-Homepage.11 Auf diesem Formular tragen die LAA den Unterricht ein und geben
die Anzahl der Ausbildungsstunden (Hospitationen, selbstständiger Unterricht, Unterricht unter
Anleitung, schulisches Ausbildungsprogramm nur für das erste Ausbildungsquartal) an.
3.3 Ausbildung im Seminar für Gymnasium und Gesamtschule
Die im Anhang 1 der OVP genannten Kompetenzen und Standards konkretisieren sich in sechs
für den Lehrerberuf typischen Handlungsfeldern des Kerncurriculums:
1. Unterricht gestalten und Lernprozesse nachhaltig anlegen
2. Den Erziehungsauftrag in Schule und Unterricht wahrnehmen
3. Leistungen herausfordern, erfassen, rückmelden, dokumentieren und beurteilen
11
http://www.zfsl-aachen.nrw.de/Seminar_GyGe/Service_fuer/service_auszubildende/index.html 12
4. Schülerinnen und Schüler und Eltern beraten
5. Vielfalt als Herausforderung annehmen und Chancen nutzen
6. Im System Schule mit allen Beteiligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten.
Aufgabe der überfachlichen Ausbildungsgruppen (Kernseminare) ist es vor allem, auf der
Grundlage des obligatorischen Kerncurriculums die Handlungsfelder unter einem
überfachlichen Blickwinkel zu erschließen. In den fachbezogenen Ausbildungsgruppen
(Fachseminare) werden die Handlungsfelder unter primär fachdidaktischen und -methodischen
Gesichtspunkten bearbeitet. Überfachliche und fachliche Seminarausbilderinnen und -ausbilder
stimmen ihre Programme in Grundzügen miteinander ab.
Die Kern- und Fachseminare finden am Mittwoch (Seminartag) statt.
3.3.1 Ausbildung im Kernseminar
Die Zusammensetzung der Kernseminare orientiert sich an Schulgruppen. Diese können, z.B. an
Thementagen oder für Modulveranstaltungen, auch temporär aufgelöst werden. Im ersten
Quartal findet im Rahmen der Kernseminarausbildung eine auswärtige zweieinhalbtägige
Veranstaltung (pädagogische Halbwoche) statt.
Im Kernseminar werden überfachliche Fragestellungen, die allen Handlungsfeldern des
Kerncurriculums zugeordnet werden können, an Hand geeigneter Handlungssituationen
theoriegestützt und praxisorientiert bearbeitet. Die Ausbildung im Kernseminar berücksichtigt
dabei durchgängig alle vier Prinzipien des reformierten Vorbereitungsdienstes: Personen-,
Handlungsfeld-, Standard- und Wissenschaftsorientierung (vgl. Kap. 2.3). Daher können die
LAA von den Kernseminarleitungen auch jederzeit Auskunft über ihren Ausbildungsstand im
überfachlichen Bereich erhalten (vgl. §10(5) OVP). Die Kernseminarleitungen beteiligen sich
nicht an der Benotung der Leistungen der LAA (vgl. §10(4) OVP), wenngleich die von den
LAA im Rahmen der überfachlichen Ausbildung erworbenen professionsbezogenen
Kompetenzen benotungsrelevant sind.
Die Kernseminarleitungen üben ihre Funktion als überfachliches Ausbildungspersonal sowie die
damit verbundenen Rollen und Aufgaben im Rahmen der Seminarveranstaltungen, in
Unterrichtsbesuchen und -nachbesprechungen und in unterschiedlichen Beratungskontexten aus.
Die Kernseminarleiterinnen und Kernseminarleiter führen mit den LAA im Laufe der
Ausbildung in der Regel drei Beratungsgespräche durch, das erste bis spätestens zum Ende des
zweiten Ausbildungsquartals, das zweite bis spätestens zum Ende des vierten
Ausbildungsquartals und das dritte bis zum Ende des sechsten Ausbildungsquartals. Die
Durchführung der Beratungsgespräche wird auf einem Formblatt dokumentiert. Mindestens
eines der beiden ersten Beratungsgespräche findet auf der Grundlage eines Unterrichtsbesuchs
durch die Kernseminarleitung statt. LAA müssen rechtzeitig vor dem Unterrichtsbesuch
mögliche Beobachtungsschwerpunkte mit der Kernseminarleitung vereinbaren. Auf Wunsch der
LAA können Kern- und Fachseminarleitungen gemeinsame Unterrichtsbesuche sowohl mit als
auch ohne gemeinsame Nachbesprechungen von Unterricht durchführen. Die
13
Kernseminarleiterinnen und Kernseminarleiter beteiligen sich auch hier grundsätzlich nicht an
der Benotung (vgl. §10(4) OVP), können aber in der Nachbesprechung bewertende Aussagen im
Sinne der standardorientierten Ausbildung vornehmen. Die unterschiedlichen Formen von
Beratung, die von den Kernseminarleitungen durchgeführt werden, sind in Kapitel 5.2 dargelegt.
3.3.2 Ausbildung in den Fachseminaren
Zu den zentralen Lehrerfunktionen zählt die professionelle und lernfördernde Gestaltung von
Fachunterricht. Entsprechend kommt der Akzentuierung und Ausschärfung fachlicher und
fachdidaktischer Konzepte für die Unterrichtsarbeit ein besonderer Stellenwert im
Vorbereitungsdienst zu. Hier liegt das wichtigste Aufgabenfeld der Ausbildung in den
Fachseminaren. Grundsätzlich ist auch die Ausbildung in den Fachseminaren an den durch die
OVP und das Kerncurriculum vorgegebenen Kompetenzen und Standards für die Ausbildung im
Vorbereitungsdienst orientiert. Fachseminare sind Lernorte, in denen in didaktischer und
methodischer Hinsicht Modelle entwickelt, erprobt und reflektiert werden können, die auf die
Unterrichtspraxis der LAA übertragbar sind. Sie sind zugleich Orte des kollegialen Austauschs,
der Beratung und der wechselseitigen Anregung von LAA eines Faches über die Grenzen
einzelner Ausbildungsschulen hinweg.
Schließlich werden die LAA durch die Ausbildung in den Fachseminaren praktisch angeleitet,
sachgerechten und lernwirksamen Fachunterricht zu gestalten bzw. andere Praxisaufgaben zu
bewältigen, wozu die Seminarausbilderinnen und -ausbilder als erfahrene Lehrkräfte ihr
Professionswissen zur Verfügung stellen.
Neben den pro Fach fünf obligatorischen Unterrichtsbesuchen durch die Fachleiterinnen und
Fachleiter können über diese Anzahl hinausgehende Hospitationen unter Beteiligung mehrerer
Personen der weiteren Ausbildung im Zusammenhang mit Unterricht dienen.
Die LAA fertigen in jedem Fachseminar eine Dokumentation im Zusammenhang mit dem
Handlungsfeld 3 „Leistungen herausfordern, erfassen, rückmelden, dokumentieren und
beurteilen“ an. Die Dokumentation dient der reflektierten Auseinandersetzung mit Fragen ihres
beruflichen Handelns sowie der eigenen Konzeptentwicklung. Sie bezieht sich auf eine
Klassenarbeit oder Klausur, die aus dem selbstständigen Unterricht erwachsen ist. Die
Dokumentation bildet eine Grundlage für die Beurteilungsbeiträge der Fachleiterin bzw. des
Fachleiters (siehe Kap. 4).
3.4 Das Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG)
Das Eingangs- und Perspektivgespräch wird zu Beginn der Ausbildung zwischen dem oder der
LAA und Vertreterinnen bzw. Vertretern des Seminars und der Schule geführt. Der oder die
LAA hat beim EPG die Möglichkeit, seine bzw. ihre berufsbezogenen Erfahrungen aus dem
Studium und aus Praktika mit den ersten Erfahrungen an der Ausbildungsschule und in der
Seminarausbildung zu verknüpfen und zu reflektieren. Ziel des Gesprächs ist es,
Arbeitsschwerpunkte und konkrete Handlungsschritte für den ersten Ausbildungsabschnitt zu
vereinbaren und dadurch die individuellen Lernprozesse und die professionelle Entwicklung der
oder des LAA zu unterstützen.
Weitere Details der Gestaltung des EPGs werden im Kapitel 5.1 dargestellt.
14
4. Leistungskonzept
Das Leistungskonzept des Seminars für Gymnasien und Gesamtschulen beschreibt Grundsätze
der Beobachtung und Beurteilung von Leistungen, die die LAA in unterschiedlichen
Ausbildungskontexten erbringen. Das Leistungskonzept wird kontinuierlich evaluiert und
weiterentwickelt. Das Primat der OVP sowie der Grundsatz der Unabhängigkeit des Gutachters
werden durch das Leistungskonzept des Seminars nicht in Frage gestellt.
In den folgenden Abschnitten werden zunächst Grundlagen des Konzeptes beschrieben,
anschließend erfolgt eine Beschreibung der für die Beurteilung der LAA maßgeblichen
Ausbildungs- bzw. Beobachtungselemente.
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4.1 Grundzüge
des Leistungskonzepts
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Grafik in Anlehnung an Seminar Koblenz.
15
Qualität:
Ausgangspunkt für das Leistungskonzept sind die im Kerncurriculum bzw. in der Anlage 1 zur
OVP 2011 verankerten Kompetenzen und Standards, die die LAA im Vorbereitungsdienst
erwerben sollen. Diese bilden auch die Kriterien für die kontinuierliche Bewertung sowie
abschließende Beurteilung und Benotung der Leistungen der LAA.
Erwerb:
Die im Kerncurriculum benannten Kompetenzen können in den Ausbildungsformaten des
Seminars und der Schule erworben und entwickelt werden. Die Ausbildungsformate des
Seminars sind im Kapitel 3 des Ausbildungsprogramms ausführlich dargestellt.
Performanz:
Unter anderem in den folgenden Ausbildungskontexten, im Leistungskonzept als
„Beobachtungselemente“ bezeichnet, können die erworbenen Kompetenzen in ihrer qualitativen
Ausprägung gezeigt und durch die fachlichen Ausbilderinnen und Ausbilder beobachtet und
beurteilt werden:
• Unterrichtsbesuche
• Mitarbeit im Fachseminar
• Organisation der eigenen Ausbildung
• Dokumentation im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld 3
Die zuvor genannten Beobachtungselemente werden nicht isoliert benotet noch einzelnen
Kompetenzen oder Handlungsfeldern zugeordnet.
Auch im Kernseminar erwerben LAA Kompetenzen und zeigen Leistungen, die durch das
überfachliche Ausbildungspersonal bewertet, aber nicht benotet werden. Die dort erworbenen
Kompetenzen manifestieren sich aber durchaus auch in benotungsrelevanten Kontexten.
Das Kerncurriculum definiert anhand von Kompetenzen und Standards die Ziele der
Ausbildung. Der Prozess der Kompetenzentwicklung verläuft individuell unterschiedlich.
4.2 Beobachtungselemente
Im Hinblick auf die Beurteilung kommt den Unterrichtsbesuchen eine zentrale Bedeutung zu,
gefolgt von der Arbeit im Fachseminar. Aber auch die Organisation der eigenen Ausbildung
sowie die Dokumentation einer Leistungsbeurteilung können den Grad erreichter Kompetenzen
sichtbar machen.
4.2.1 Unterrichtsbesuche
Die Unterrichtsbesuche der Fachleiterinnen und Fachleiter sind ein zentraler Bestandteil der
Ausbildung im Vorbereitungsdienst. Sie dienen neben der Anleitung, Beratung, Unterstützung
gerade auch der Beurteilung (§ 11 (3) OVP).
16
Die Unterrichtsbesuche sind in besonderem Maße Grundlage der Beurteilungsbeiträge der
Fachleiterinnen und Fachleiter und geben Auskunft über Leistung und Eignung der LAA.
Zu den Unterrichtsbesuchen werden nach OVP § 11(3) „kurzgefasste Planungen“ erwartet. Der
Unterrichtsentwurf stellt keine gesondert zu bewertende Leistung dar. Er ist als ein integrativer
Bestandteil der Planung zu sehen, deren Niveau die Qualität des Unterrichts maßgeblich
mitbestimmt.
Auch die Nachbesprechung, in der die LAA u.a. die Qualität eigenen Lehrens überprüfen, kann
beurteilungsrelevant sein, stellt aber keine gesondert zu bewertende Leistung dar.
Die Beurteilung eines Unterrichtsbesuches erfolgt auf der Grundlage der im Kerncurriculum
festgelegten Kompetenzen und Standards, ggf. unter Berücksichtigung fachspezifischer
Konkretisierungen.
„Ab dem zweiten Unterrichtsbesuch wird die Unterrichtsstunde durch die Fachleiterin oder den
Fachleiter in Relation zum Ausbildungszeitpunkt und den zu erreichenden Standards und
Kompetenzen bewertet und benotet. Die Mitteilung der Note erfolgt vertraulich durch die
Fachleitung, d.h. ohne Anwesenheit Dritter.“12
Für die Beurteilung der Unterrichtsbesuche ist der Prozess der Professionalisierung leitendes
Prinzip; eine Verrechnung oder arithmetische Mittelung der Noten aus den Unterrichtsbesuchen
ist nicht vorgesehen.
4.2.2 Mitarbeit im Fachseminar
Fachseminare sind wesentliche Bestandteile der Ausbildung, in denen LAA ihre Kompetenzen
entwickeln und erweitern.
Wie in Kapitel 3 des Ausbildungsprogramms ausgeführt, sind „Fachseminare (...) Lernorte, in
denen in didaktischer und methodischer Hinsicht Modelle entwickelt, erprobt und reflektiert
werden können, die auf die Unterrichtspraxis der LAA übertragbar sind. Sie sind zugleich Orte
des kollegialen Austauschs, der Beratung und der wechselseitigen Anregung von LAA eines
Faches über die Grenzen einzelner Ausbildungsschulen hinweg. Schließlich werden die LAA
durch die Ausbildung in den Fachseminaren praktisch angeleitet, sachgerechten und
lernwirksamen Fachunterricht zu gestalten bzw. andere Praxisaufgaben zu bewältigen, wozu die
Seminarausbilderinnen und -ausbilder als erfahrene Lehrkräfte ihr Professionswissen zur
Verfügung stellen.“13
Ergänzend zu der hier beschriebenen Funktion als Ausbildungselement bieten Fachseminare den
LAA auch die Gelegenheit, erworbene Kompetenzen zu zeigen. Vor allem die langfristige
Qualität und Quantität der Mitarbeit im FS ist daher ein Indikator für den Kompetenzaufbau
und somit beurteilungsrelevant.
12
13
Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 26.
Vgl. ebd., S. 14.
17
Einzelheiten zu den Anforderungen werden von den jeweiligen fachlichen Ausbildern
transparent gemacht. In begründeten Fällen (z.B. bei fachspezifisch notwendigen Ausbildungsund Bewertungsaspekten) und unter Berücksichtigung der Arbeitsbelastung der LAA können im
Fachseminar weitere spezifische benotungsrelevante Leistungssituationen zur Beurteilung
herangezogen werden.
Die Fachseminararbeit steht in besonderer Weise im Spannungsfeld von Ausbildung und
Beurteilung. Ein konstruktiver und transparenter Umgang mit den daraus resultierenden
Ansprüchen ist gemeinsame Aufgabe von Ausbildern und Auszubildenden.
Die Ausbildung im FS berührt alle Handlungsfelder, so dass auch ein weites Spektrum an
Kompetenzen in diesem Zusammenhang aufgebaut und gezeigt werden kann. Insbesondere
können im Zusammenhang mit diesem Element auch die Kompetenzen 9 und 10 des
Kerncurriculums und die diesen zugewiesenen Standards eine Rolle spielen.
4.2.3 Organisation der eigenen Ausbildung
Eines der vier im Ausbildungsprogramm ausgewiesenen Ausbildungsprinzipien ist die
Personenorientierung (vgl. Ausbildungsprogramm S. 8).
Ziel ist es u. a., die LAA darin zu unterstützen, ihre Ausbildung gemäß ihrer individuellen
Bedürfnisse eigenverantwortlich aktiv zu gestalten und so u.a. auch ihre Fähigkeiten bezüglich
der im Handlungsfeld 6 ausgewiesenen Kompetenz 10 „Lehrerinnen und Lehrer verstehen ihren
Beruf als ständige Lernaufgabe“ auszubauen.
Der Grad der im Handlungsfeld 6 „Im System Schule mit allen Beteiligten
entwicklungsorientiert zusammenarbeiten“ erreichten Kompetenzen kann unter anderem im
Beobachtungselement „Organisation der eigenen Ausbildung“ erfasst werden.
Insbesondere können im Zusammenhang mit diesem Element auch die Kompetenzen 9 und 10
des Kerncurriculums und die diesen zugewiesenen Standards eine Rolle spielen.
Einzelheiten zu den Anforderungen werden von den jeweiligen fachlichen Ausbildern
transparent gemacht.
4.2.4 Dokumentation im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld 3
Das Ausbildungsprogramm des Seminars GyGe sieht vor, dass die Auszubildenden in jedem
Fachseminar eine Dokumentation im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld 3 anlegen.
Grundlage ist eine Klassenarbeit oder Klausur, die aus dem selbstständigen Unterricht
erwachsen ist, ausgenommen sind zentrale Klausuren (vgl. Ausbildungsprogramm, S. 14). Diese
„Dokumentation im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld 3 Leistung dokumentieren und
beurteilen“ bildet eine Grundlage für die Beurteilungsbeiträge der Fachleitungen (vgl. ebd.),
wird aber nicht als eigenständiges Element benotet. Sie dient darüber hinaus aber auch der
Unterstützung der LAA im Handlungsfeld 3 und ggf. anderen Handlungsfeldern und ist auch
Gegenstand der Beratung. Damit diese Beratung rechtzeitig erfolgen kann wird empfohlen, dass
18
LAA die Dokumentation bis spätestens zum Ende des ersten Halbjahres des selbstständigen
Unterrichts verfassen und einreichen. Individuelle Absprachen zwischen LAA und den
Fachleitungen zum Abgabetermin sind möglich. Absprachen der Fachleitungen eines Faches zur
inhaltlichen Ausgestaltung sind ebenfalls möglich und sollen mit den folgenden Anforderungen
vereinbar sein:
Anforderungen an Inhalt und Umfang
Die Dokumentation im Zusammenhang mit dem HF 3 umfasst:
1. einen Überblick über den Zusammenhang zwischen der Unterrichtssequenz und der
Leistungsmessung, z.B.
•
Bereiche des Fachs/Kompetenzbereiche, die in der Sequenz abgedeckt wurden
•
fachspezifische/überfachliche Schwerpunkte und zentrale Zielsetzungen, die in der
Sequenz verfolgt wurden (inkl. Progression)
•
Zusammenhang dieser Kompetenzbereiche und Schwerpunkte (exemplarisch)
•
falls vorhanden: Besonderheiten der Lehr-/Lernsituation
2. ein komplettes Exemplar der Klassenarbeit bzw. Klausur inkl.
•
Ausgangstext/Materialien und Aufgabenstellungen
•
Erwartungshorizont sowie Punkteverteilung zu den Aufgaben
•
Zuordnung Punktzahl–Note
•
ggf. Klassenspiegel
•
Kopie von bis zu drei korrigierten, anonymisierten Schülerlösungen (ggf. je eine
Arbeit aus dem unteren/mittleren/oberen Leistungsdrittel)
3. Reflexionen (i.d.R. Fließtext) zu diesen Bereichen:
•
Begründung der Wahl des Ausgangstextes/Materials
•
Begründung der Aufgabenauswahl sowie deren Zuordnung zu Anforderungsbereichen
•
falls vorhanden: Besonderheiten bei der Korrektur der Klassenarbeit bzw. Klausur
•
Vorgehensweise bei Rückgabe und Berichtigung der Klassenarbeit bzw. Klausur
•
Reflexion über Konsequenzen, die aus dem Ergebnis der Klassenarbeit bzw. der
Klausur gezogen werden, z.B. hinsichtlich Unterrichtsinhalten, -methoden,
diagnostische Erkenntnisse, Förderung, Vorbereitung und Durchführung einer
zukünftigen Leistungsmessung
•
...
Weitere Regelungen:
•
•
•
Der Umfang der Ausführungen zu 1 und 3 beträgt insgesamt nicht mehr als 3-4 Seiten.
Die Beurteilung erfolgt auf der Basis der Kompetenzen und Standards des Kerncurriculums.
Die Fachleitungen geben den LAA eine mündliche oder schriftliche standardorientierte
Rückmeldung zur Dokumentation.
19
5. Empfehlungen und Regelungen zur Ausgestaltung der
Ausbildung
5.1 Das Eingangs- und Perspektivgespräch
Die OVP formuliert den rechtlichen Rahmen zur Durchführung des EPG:
Auszug aus der OVP § 15
„Die Lehramtsanwärterin oder der Lehramtsanwärter führt zu Beginn der Ausbildung ein
Eingangs- und Perspektivgespräch mit einer Seminarausbilderin oder einem Seminarausbilder
unter Beteiligung der Schule. Es dient dazu, auf der Grundlage der bereits erreichten
berufsbezogenen Kompetenzen weitere Perspektiven zu entwickeln und Beiträge aller
Beteiligten dazu gemeinsam zu planen. Das Gespräch soll in den ersten sechs Wochen der
Ausbildung geführt werden. Es beruht auf einer von der Lehramtsanwärterin oder dem
Lehramtsanwärter gehaltenen Unterrichtsstunde. Die Lehramtsanwärterin oder der Lehramtsanwärter dokumentiert die Gesprächsergebnisse schriftlich. Die Dokumentation kann von den
anderen Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmern ergänzt werden. Eine Benotung erfolgt
nicht. Die Planungen sollen im Verlaufe der Ausbildung fortgeschrieben werden.“
Für die Organisation des EPG gelten in unserem Seminar die folgenden Vereinbarungen:
• Es ist empfehlenswert das EPG möglichst früh durchzuführen. Es soll in der Regel
innerhalb der ersten sechs Wochen der Ausbildung stattfinden.
• Ein von der oder dem LAA gewählter Seminarausbilder (in der Regel die Kernseminarleiterin bzw. der Kernseminarleiter) und ein Schulvertreter (in der Regel die oder der
Ausbildungsbeauftragte) besuchen die oder den LAA im Unterricht und führen anschließend mit ihr oder ihm das Gespräch durch. Das EPG ist als vernetzendes Element der
Ausbildung von Seminar und Schule zu verstehen.
• Für den Unterrichtsbesuch im Rahmen des EPG wird nur eine einfache Unterrichtsskizze
(Thema, Ziele, Verlaufsplan) erwartet. Der Unterrichtsbesuch ist benotungsfrei und kann als
Ausgangspunkt für die personenorientierte Beratung dienen.
• Zur Vorbereitung und Strukturierung des Gesprächs dient die Vorlage „Dokumentation des
Eingangs- und Perspektivgesprächs EPG“ (zu finden auf der Homepage des Seminars).
Vorbereitung des EPG:
• Die LAA vereinbaren einen geeigneten Termin mit den Beteiligten.
• Die LAA füllen vor dem EPG die Abschnitte I – III der Vorlage „Dokumentation des
Eingangs- und Perspektivgesprächs EPG“ so weit wie möglich aus.
20
Durchführung des EPG (etwa 60 Minuten):
• Im Anschluss an die gezeigte Stunde wird eine Reflexionsphase von ca. 15 Minuten
eingelegt, in der die LAA ihre Notizen zu den Abschnitten I – III ergänzen können.
• Das Gespräch wird von der Seminarausbilderin oder vom Seminarausbilder moderiert. Die
Abschnitte I – III können hierbei als Gesprächsleitfaden dienen.
Nachbereitung des EPG :
• Der Abschnitt IV der Vorlage wird von den LAA ausgefüllt und dient als Dokumentation
des EPG. Er wird an die weiteren Beteiligten am EPG weitergegeben und kann von ihnen
bei Bedarf ergänzt werden.
• Die Unterlagen zum EPG können als Bestandteil eines Portfolios geführt werden.
• Ein Protokollvermerk zum EPG erfolgt auf einem eigenen Formblatt und dient der
Dokumentation, dass das EPG stattgefunden hat. Dieses wird von allen Beteiligten
unterschrieben und in der Verwaltung abgegeben sowie im Dokumentationsteil des
Portfolios eingefügt.
Ergebnisse des EPG sollen im weiteren Verlauf der Ausbildung, z.B. im Rahmen eines
Bilanzgespräches, aufgegriffen werden.
5.2 Zwei Formen der Beratung durch Kernseminarleitungen:
Ausbildungsberatung und personenorientierte Beratung mit Coachingelementen (PoBC)
Beratung durch die Kernseminarleitungen findet in unterschiedlichen Zusammenhängen (z.B.
EPG, Kernseminarsitzungen, Unterrichtsbesuche, PoBC) statt und ist immer frei von Benotung.
Diese Formen der Beratung sind verpflichtend (vgl. § 10 (4) OVP) und richten sich von Beginn
des Vorbereitungsdienstes an auf die Ausbildung, Begleitung und Unterstützung der LAA im
beruflichen Professionalisierungsprozess. Grundsätzlich gilt: Es gibt keine klar definierten
Grenzen zwischen den unterschiedlichen von den Kernseminarleitungen durchgeführten Formen
von Beratung. In der überfachlichen Ausbildung kommen alle vier Prinzipien der Ausbildung im
Vorbereitungsdienst „Personen-, Handlungsfeld-, Standard- und Wissenschaftsorientierung“
(vgl. Kap. 2.3) in situationsbedingt unterschiedlichen Gewichtungen zum Tragen.
Die Kernseminarleitungen führen daher unter anderem Ausbildungsberatung durch, die sich an
den Kompetenzen und Standards der Anlage 1 der OPV orientiert und die in der überfachlichen
Ausbildung auch, aber nicht ausschließlich, im Zusammenhang mit Unterrichtsbesuchen erfolgt
(vgl. §10(5) OVP). LAA können Kernseminarleitungen auch gemeinsam mit
Fachseminarleitungen zu Unterrichtsbesuchen einladen. Gemeinsame Nachbesprechungen
zwischen Fach- und Kernseminarleitungen und LAA sind möglich, wenn dies von den LAA
gewünscht wird. Die LAA können jederzeit von den Kernseminarleitungen Auskunft über ihren
Ausbildungsstand im überfachlichen Bereich erhalten (vgl. ebd.).
21
Neben dieser Form der Ausbildungsberatung führen die Kernseminarleitungen
personenorientierte Beratung mit Coachingelementen (PoBC) durch, die auch im
Zusammenhang mit Unterricht stehen kann. Die LAA nutzen sie zur bestmöglichen Entfaltung
ihrer individuellen Potentiale für die berufliche Aufgabe als Lehrerinnen oder Lehrer.
Personenorientierte Beratung mit Coachingelementen ist deshalb nicht vorrangig oder allein als
Krisenintervention oder Konfliktberatung zu verstehen. Ziel ist vielmehr, gedankliche Horizonte
zu erweitern, Lösungsmöglichkeiten in bestimmten, unter Umständen belastenden Situationen
zu reflektieren oder das Spektrum möglicher Handlung zu erweitern.
Mögliche Anlässe für eine personenorientierte Beratung mit Coachingelementen können aus
Sicht des oder der LAA sein:
• Meine Rolle im Kollegium und im Seminar
• Bewältigung meines schulischen Alltags
• Entwicklung meiner berufsbezogenen Ziele und Perspektiven
• Meine Rolle als Berater von Schülern und Eltern
• ...
Die Kernseminarleiterinnen und Kernseminarleiter begleiten und beraten die LAA rollen- und
ressourcenorientiert in ihrem Professionalisierungsprozess. Die Beratung ist benotungsfrei,
dialogisch und vertraulich. Die personenorientierte Beratung mit Coachingelementen findet
vorzugsweise im Seminargebäude in den dafür ausgewiesenen Räumen statt und dauert in der Regel
ca. 60-­‐90 Minuten. Als Beratungsergebnis können z.B. auch Folgetermine vereinbart werden.
5.3 Unterrichtsbesuche durch die Fachleitungen
5.3.1 Allgemeine Regeln zu den Unterrichtsbesuchen
Die Unterrichtsbesuche der Fachleiterinnen und Fachleiter sind ein wichtiger Bestandteil der
Ausbildung im Vorbereitungsdienst. Sie dienen der „Anleitung, Beratung, Unterstützung und
Beurteilung“ (§ 11 (3) OVP):
„(3) Die Ausbildung umfasst Hospitationen und Ausbildungsunterricht (Unterricht unter
Anleitung und selbstständiger Unterricht). Sie erstreckt sich auf alle Handlungsfelder des
Lehrerberufs. Die Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder besuchen die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter im Unterricht. Die Besuche dienen der Anleitung,
Beratung, Unterstützung und Beurteilung. Die Ausbildung umfasst auch Unterrichtshospitationen bei Seminarausbilderinnen und Seminarausbildern sowie bei Lehramtsanwärterinnen
und Lehramtsanwärtern. Die Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder legen im
Benehmen mit der Lehramtsanwärterin oder dem Lehramtsanwärter die Termine für die
Besuche fest. In den beiden Fächern finden, auch im Rahmen des selbstständigen Unterrichts,
in der Regel insgesamt zehn Unterrichtsbesuche statt, zu denen die Lehramtsanwärterin oder
der Lehramtsanwärter eine kurzgefasste Planung vorzulegen hat.“
22
In jedem Fach finden im Laufe der Ausbildung in der Regel fünf Unterrichtsbesuche der
Fachleitungen statt. Sie dienen der Beratung und Unterstützung und werden auch unter dem
Aspekt der Beurteilung durchgeführt.
Gemäß OVP legen die Fachleiterinnen und Fachleiter die Termine für die Unterrichtsbesuche im
Benehmen mit den LAA fest. Ein Benehmen im rechtlichen Sinn ist dann hergestellt, wenn den
LAA der Termin mitgeteilt und Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wurde. In der Regel
aber laden die LAA die Seminarausbilder ein und es wird ein Termin vereinbart. Die
Fachleiterinnen und Fachleiter sind für eine möglichst gleichmäßige und vergleichbare
Verteilung der Unterrichtsbesuche über die Ausbildungszeit verantwortlich. Dies sollten auch
die LAA bei der Terminierung der Unterrichtsbesuche berücksichtigen, wobei auf vorhersehbare
Unterrichtsausfälle (z.B. Klassenfahrten, Klassenarbeiten) geachtet werden muss.
Da die Unterrichtsbesuche auch Grundlage der Beurteilungsbeiträge der Fachleiterinnen und
Fachleiter sind und Auskunft über Leistung und Eignung der LAA geben sollen, ist es
notwendig, dass beide Sekundarstufen angemessen berücksichtigt werden. Dies wird erreicht,
wenn in jeder Sekundarstufe mindestens zwei Unterrichtsbesuche stattfinden, wobei in der
gymnasialen Oberstufe möglichst zwei verschiedene Jahrgangsstufen berücksichtigt werden
sollten. Eine darüber hinausgehende Festlegung von bestimmten Kurstypen oder
Jahrgangsstufen kann durch die Ausbilderinnen und Ausbilder nicht vorgenommen werden.
Es ist Aufgabe der Ausbildungsschule, im Hinblick auf den Unterricht unter Anleitung und den
selbstständigen Unterricht sicherzustellen, dass Unterricht der LAA in einem für die Ausbildung
und die Eignungsfeststellung angemessenem Umfang stattfindet (vgl. auch §13(2) OVP).
Die LAA informieren die Schulleitung ihrer Schule im Voraus schriftlich über die Unterrichtsbesuche der Seminarausbilderinnen oder Seminarausbilder.
Zu den Unterrichtsbesuchen werden nach OVP §11(3) „kurzgefasste Planungen“ erwartet (vgl.
hierzu den folgenden Abschnitt 5.3.2).
5.3.2 Schriftliche Planungen zu Unterrichtsbesuchen
1. Vorbemerkung
Die schriftliche Planung der Unterrichtsstunde dient zum einen der Verständigung zwischen den
am Unterrichtsbesuch Beteiligten und zum anderen der Selbstvergewisserung der LAA. In ihr
begründen die LAA die für ihre Unterrichtsplanung relevanten Entscheidungen und
Vorgehensweisen. Die im Weiteren angegebenen formalen und inhaltlichen Hinweise sollten bei
der Ausgestaltung berücksichtigt werden. Wie im Kapitel 4 „Leistungskonzept“ dargelegt, stellt
die schriftliche Planung keine gesondert zu benotende Leistung, sondern einen integrativen
Bestandteil der Stundenplanung dar.
2. Umfang
Eine kurzgefasste schriftliche Planung sollte zu Beginn der Ausbildung nicht mehr als drei bis
vier, später nicht mehr als fünf Seiten umfassen. Hinzu kommen das Deckblatt sowie ein
Anhang mit den verwendeten Unterrichtsmaterialien.
23
3. Elemente der schriftlichen Planung
Zu einer kurzgefassten schriftlichen Planung gehören folgende Elemente:
- Deckblatt
- Ziele
- Didaktischer Schwerpunkt bzw. didaktische Schwerpunkte
- Verlaufsplan
- Literaturangaben und Quellen
- Anhang
Das Deckblatt enthält neben dem Namen der oder des LAA und der Schule folgende Angaben: Fach, Lerngruppe, Unterrichtszeit, Unterrichtsraum, teilnehmende Personen, das Thema
der Unterrichtsreihe und das Thema der Unterrichtsstunde sowie die Themen der
vorausgehenden und der nachfolgenden Unterrichtsstunde.
Eine entsprechende Vorlage ist auf der Homepage des Seminars zu finden.
Das den Lernprozess in der Stunde bestimmende Ziel wird als Lernziel der Stunde angegeben.
Darüber hinaus können Formulierungen von Teillernzielen hilfreich sein. Auch anzustrebende
Kompetenzen können benannt werden. Näheres regeln die Fachleitungen der Fächer.
Der didaktische Schwerpunkt bzw. die didaktischen Schwerpunkte und die daraus
abgeleiteten wesentlichen Entscheidungen sind in einem Fließtext zu erläutern und zu
begründen. Diese Darstellung sollte in jedem Fall verdeutlichen, welche Progression in Bezug
auf die Unterrichtssequenz und den Lernprozess in der geplanten Stunde angestrebt wird. Die in
der schriftlichen Planung dargestellten Schwerpunkte, die die Stunde akzentuierend prägen,
können sich orientieren an
- den besonderen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler (z.B. Vorwissen,
Interessen, Leistungsvermögen, erwartete Schwierigkeiten),
- fachdidaktischen Überlegungen (z.B. Ziele, Themen, Methoden des Faches),
- fachwissenschaftlichen Begründungen (z.B. relevante fachwissenschaftliche Kontroversen).
Die argumentative Aussagekraft kann u. U. erhöht werden, wenn die Schwerpunkte und
Entscheidungen im Zusammenhang mit möglichen Alternativen dargestellt werden. In jedem
Fall ist zu vermeiden, den Stundenverlauf bzw. die Lernziele lediglich zu paraphrasieren. Es
gehört auch zur Begründung der Stunde, dass verdeutlicht wird, welche in den Kernlehrplänen
genannten Kompetenzen mit dem geplanten Unterricht angebahnt werden sollen. Die geltenden
Richtlinien, Lehrpläne und Kernlehrpläne werden als Grundlage der Unterrichtsplanung
vorausgesetzt.
Der tabellarische Verlaufsplan enthält mindestens folgende Angaben:
- Phaseneinteilung,
- Unterrichtsschritte / Unterrichtsgeschehen,
- Lernorganisation (Unterrichtsmethodik, Medien und Hilfsmittel).
24
Die Quellen aller für die Planung und Durchführung der Stunde verwendeten Materialien
müssen angegeben werden.
Im Anhang werden Kopien aller Materialien, die im Unterricht eine Rolle spielen (z.B.
vorbereitende Hausaufgabe, Textblätter, Bilder, geplante Tafelbilder, Präsentationen, Auszüge
aus Schulbüchern und Lektüren etc.) beigefügt.
5.3.3 Unterrichtsnachbesprechungen und fachliche Beratung
Wesentliches Element des Professionsaufbaus der LAA ist die konkrete Begleitung durch die
fachliche Ausbildung. Hierbei sind die Unterrichtsbesuche und die damit verbundene fachliche
Beratung in den Unterrichtsnachbesprechungen herausgehobene Lernanlässe, bei welchen die
Standard-, Personen-, Handlungsfeld- und Wissenschaftsorientierung eine konkrete Umsetzung
erfahren. Für die Nachbesprechung von Unterricht kann zur Förderung der
professionsbezogenen Reflexion und zur Annäherung an eine symmetrische Kommunikation die
folgende Vorgehensweise als Modell dienen:
Vorbereitungsphase
Alle Beteiligten des Unterrichtsbesuchs bereiten sich auf die Nachbesprechung vor. Die LAA
strukturieren ihre Reflexion.
1. Reflexionsphase
Die LAA geben eine zunehmend strukturierte Reflexion zur Unterrichtsstunde. Dabei wird die
Entwicklung seit dem letzten Unterrichtsbesuch einbezogen und aktuelle Entwicklungsschritte
und Ziele formuliert.
2. Feedbackrunde
Zu Beginn der Beratung geben die Beobachter ein personenorientiertes, konstruktives Feedback
zur Unterrichtsstunde, auch im Hinblick auf die Entwicklungsaufgaben und ggf.
Zielvereinbarungen.
3. Phase der Festlegung der Beratungsschwerpunkte
Die LAA und die Beobachter formulieren Beratungsschwerpunkte, aus denen eine
entwicklungsbezogene, personenorientierte Auswahl erfolgt. Die LAA legen im Einvernehmen
mit den Beobachtenden eine Reihenfolge fest.
4. Phase der Beratung
Die Beratungsaspekte werden dialogisch aufgearbeitet.
Im Anschluss an die Beratung erfolgt eine gemeinsame Formulierung einer oder mehrerer
Entwicklungsaufgaben und/oder Zielvereinbarungen, dabei werden die bisherigen
Vereinbarungen in den Blick genommen und eventuell erweitert.
25
5. Phase der Bewertung / Benotung
Ab dem zweiten Unterrichtsbesuch wird die Unterrichtsstunde durch die Fachleiterin oder den
Fachleiter in Relation zum Ausbildungszeitpunkt und den zu erreichenden Standards und
Kompetenzen bewertet und benotet. Die Mitteilung der Note erfolgt vertraulich durch die
Fachleitung, d.h. ohne Anwesenheit Dritter. (vgl. hierzu die Ausführungen im Kap. 4
„Leistungskonzept“)
6. Abschluss
Die LAA ziehen ein Resümee über Ablauf, Inhalte und Atmosphäre der
Unterrichtsnachbesprechung im Hinblick auf ihre persönliche Professionsentwicklung und
Ausbildungssituation. Schriftliche Dokumente im Zusammenhang mit der Nachbesprechung
können ins Portfolio übernommen werden. (Vgl. Kap. 6 „Portfolio“)
5.4 Ausbildung und Staatsprüfung
In diesem Abschnitt werden Informationen zu häufig gestellten Fragen im Zusammenhang mit
der Staatsprüfung zusammengefasst, sofern diese die Ausbildung am ZfsL berühren.
Bezüglich Informationen zur Staatsprüfung sei auf die OVP vom 10. April 2011 verwiesen,
außerdem auf die sehr detaillierten und umfangreichen Hinweise zu diesem Thema auf der
Website des Prüfungsamtes Dortmund.
(Link: http://www.pruefungsamt.nrw.de/AB2/Staatspruefung/OVP2011/index.html)
Beurteilungsbeiträge und Langzeitbeurteilungen
In das Gesamtergebnis der Staatsprüfung fließt unter anderem die Note der
Langzeitbeurteilungen des ZfsL ein, das auf der Grundlage der Beurteilungsbeiträge aus beiden
Fächern erstellt wird.
Die Fachleiterinnen oder Fachleiter erstellen am Ende der Ausbildung für jedes Fach einen
Beurteilungsbeitrag, der mit einer ganzen Note abschließt. Die Grundlagen für die Beurteilung
bilden die Unterrichtsbesuche, die Mitarbeit im Fachseminar, die Organisation der eigenen
Ausbildung sowie die Dokumentation im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld „Leistung
dokumentieren und beurteilen“. (Vgl. Kap. 4 „Leistungskonzept)
Auf der Basis der Beurteilungsbeiträge formulieren die beiden Fachleitungen dann einen
Vorschlag für die Langzeitbeurteilung, der mit einem Notenvorschlag abschließt. Die
Endfassung der Langzeitbeurteilung samt Note wird vom Leiter des ZfsL verantwortet.
Die Leiterinnen und Leiter der überfachlichen Ausbildungsgruppen (Kernseminare) benoten die
Leistungen der LAA nicht.
26
Unterschiede zwischen den Anforderungen am Prüfungstag im Rahmen der Staatsprüfung
und denen im Rahmen der Ausbildung
Die Anforderungen am Prüfungstag im Rahmen der Staatsprüfung unterscheiden sich unter
anderem in Format und Umfang von den Ansprüchen während der Ausbildung. So werden am
Prüfungstag beispielsweise Schriftliche Arbeiten erwartet, den gezeigten Unterrichtsstunden
folgt ein 15-minütiges Reflexionsgespräch, außerdem wird ein Kolloquium durchgeführt.
Eine Übertragung der Prüfungsformate auf die Unterrichtsbesuche würde zu einer unnötigen
Belastung führen. Deshalb gelten folgende Vereinbarungen:
Schriftliche Arbeit
Während der Ausbildung werden als schriftliche Planungen für die Unterrichtsbesuche
ausschließlich die in 5.3.2 beschriebenen, kurzgefassten Planungen erwartet und keine
Schriftliche Arbeiten.
(Vgl. §11(3) OVP und http://www.pruefungsamt.nrw.de/AB2/Staatspruefung/OVP2011/index.html)
Es empfiehlt sich, gegen Ende der Ausbildung eine Verschriftlichung im Format der
Schriftlichen Arbeit aus der Staatsprüfung anzufertigen und diese zum Gegenstand der Beratung
zu machen.
Reflexionsgespräch
Die in 5.3.3 beschriebene Nachbesprechung im Anschluss an die Hospitation ermöglicht eine
Reflexion der Unterrichtsdurchführung und -planung auf hohem Niveau. Die Durchführung
eines 15 minütigen Reflexionsgespräches im Format des Prüfungstages scheint nicht
erforderlich und sollte lediglich zu Übungszwecken gegen Ende der Ausbildung geführt werden,
sofern von den LAA gewünscht.
Kolloquium
Das Kolloquium wird auf der Basis des Kerncurriculums (siehe Anhang) durchgeführt. Die
Ausbildung im Kern- und Fachseminar bereitet entsprechend darauf vor. Ein Training der
Prüfungssituation (u. a. durch Simulationen) erfolgt zum Ende der Ausbildung.
5.5 Weitere Hinweise zur schulischen Ausbildung
Neben den unterrichtlichen Verpflichtungen umfasst die Ausbildung in der Schule ausdrücklich
„… alle Handlungsfelder des Lehrerberufs“ (§11.3 OVP), die im Kerncurriculum ausgewiesen
werden.
In der „Allgemeinen Dienstordnung für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und
Schulleiter an öffentlichen Schulen (ADO)“ vom 18.6.2012 werden die weiteren Aufgaben der
Lehrkräfte im §10 definiert:
27
„(1) Zu den Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer gehören auch die üblichen mit Unterricht
und Erziehung zusammenhängenden Arbeiten. Sie überwachen z. B. die Teilnahme der
Schülerinnen und Schüler am Unterricht, beaufsichtigen und korrigieren Schülerarbeiten,
achten auf die Erledigung der Hausaufgaben, erteilen Noten, fertigen Zeugnisse aus und
führen Unterrichtsnachweise in Klassenbüchern bzw. Kursheften. Sie wirken mit bei der
Vorbereitung und Durchführung von schulischen Prüfungen, Konferenzen und
Schulveranstaltungen außerhalb des Unterrichts (z. B. außerunterrichtlicher Schulsport,
Schulwanderungen, Schulfahrten, Schulfeste).
(2) Die Lehrerinnen und Lehrer führen im Rahmen der Aufsichtspflicht der Schule Aufsicht.
(3) Zu den Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer gehört es auch, Vertretungsaufgaben zu
übernehmen, an Konferenzen und Dienstbesprechungen teilzunehmen sowie an der
Vorbereitung des neuen Schuljahrs mitzuwirken.“
Für LAA gilt diese Maßgabe ebenfalls in einem Umfang, der ihrer Tätigkeit an der Schule
angemessen ist. In jedem Fall sind aber die Belange der Ausbildung zu berücksichtigen.
Auf dieser Grundlage gelten in unserem Seminar folgende Regelungen und Empfehlungen:
LAA können zu Aufsichten und gelegentlichen Vertretungen grundsätzlich herangezogen
werden, wenn die Ausbildung dadurch nicht gefährdet wird. Zu berücksichtigen ist dabei, dass
diese Aufgaben dem Umfang der schulischen Ausbildung (14 Wochenstunden) entsprechen.
Regelmäßiger Vertretungsunterricht ist bis zum Ablegen der Prüfung im Umfang von bis zu
zwei Wochenstunden mit Zustimmung der LAA gegen Mehrarbeitsvergütung möglich. Nach
erfolgreich abgelegter Prüfung ist Vertretungsunterricht neben dem von der OVP
vorgeschriebenen Ausbildungsunterricht bis zu sechs Wochenstunden statthaft, ebenfalls mit
Zustimmung der LAA gegen Mehrarbeitsvergütung (§11.3 OVP).
Im §62.9 SchulG heißt es zu den Grundsätzen der Mitwirkung in der Schule:
„Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sind Lehrerinnen und Lehrer im Sinne dieses
Teils des Gesetzes.“ Die Teilnahme an Konferenzen und Dienstbesprechungen in der Schule
gehört damit zu den Dienstpflichten der LAA, wenn sie nicht am Seminartag stattfinden.
Vorrang vor Seminarveranstaltungen haben lediglich Konferenzen, die in unmittelbarem
Zusammenhang mit dem selbstständigen Unterricht der LAA stehen (z.B. Zeugniskonferenzen).
Die Mitarbeit an außerunterrichtlichen schulischen Veranstaltungen ist Bestandteil der
schulischen Ausbildung, die wahrzunehmen ist. Insbesondere sollten die LAA an einer Klassenoder Studienfahrt teilnehmen. Eine Genehmigung ist mit dem entsprechenden Formblatt
(Download auf der Homepage des Seminars) bei der Seminarleitung zu beantragen. Angesichts
der kurzen Ausbildungszeit wird allerdings vor Ablegung der Prüfung nicht mehr als eine
mehrtägige Fahrt genehmigt.
Die Erstellung, Beaufsichtigung und Korrektur von Klassenarbeiten und Klausuren ist im
selbstständigen Unterricht von den LAA eigenverantwortlich zu erledigen.
Im Unterricht unter Anleitung partizipieren die LAA in allen Phasen der
Leistungsüberprüfung (Konzeption, Korrektur, Rückgabe) an den damit verbundenen
28
Tätigkeiten, sie übernehmen jedoch im Unterricht unter Anleitung keine davon in eigener
Verantwortung und unter alleiniger Durchführung. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das
Seminar für Gymnasien und Gesamtschulen folgende Vorgehensweise:
• Die schriftliche Leistungsüberprüfung zu der Unterrichtseinheit, während der der oder die
LAA im Rahmen der Ausbildung unter Anleitung den Unterricht durchführte, wird mit ihr
bzw. ihm gemeinsam konzipiert.
• Die Durchführung der Leistungsüberprüfung erfolgt im Regelfall in Anwesenheit der
Fachlehrerin bzw. des Fachlehrers sowie der LAA.
• Die LAA fertigen eine Vor- oder Parallelkorrektur von max. fünf Klassenarbeiten oder
Klausuren auf der Grundlage der erarbeiteten Kriterien und des Bewertungsmodells an. Von
der Korrektur der Klassenarbeit oder Klausur einer gesamten Lerngruppe ist ausdrücklich
Abstand zu nehmen.
• Die Korrekturen seitens der LAA sind Bestandteil eines Beratungsgesprächs mit der
ausbildenden Fachlehrerin bzw. dem ausbildenden Fachlehrer im Rahmen der
Gesamtkorrektur der Klassenarbeit bzw. Klausur.
• Die Besprechung und Rückgabe der Leistungsüberprüfung findet, wenn möglich,
gemeinsam statt.
• Die kollegiale Zusammenarbeit mit den LAA findet Erwähnung in den schriftlichen
Beurteilungsbeiträgen der Ausbildungslehrerinnen bzw. Ausbildungslehrer (gemäß OVP
2011, §16(2)).
6. Portfolio
Das Portfolio als individuelles Instrument der Reflexion und Dokumentation der
berufspraktischen Kompetenzentwicklung bildet einen „roten Faden“ durch die Ausbildung. Es
unterstützt die dialogische Steuerung und den individuellen Kompetenzaufbau im Sinne des
Lehrerausbildungsgesetzes.
„Alle Praxiselemente werden in einem Portfolio dokumentiert.“ (LABG § 12 Absatz 1)
Die Portfolioarbeit erfolgt auf der Grundlage der Portfolio-Einlagen des Schulministeriums für
den Vorbereitungsdienst. Das Portfolio kann bei Bilanzgesprächen und bei der
Examensvorbereitung eine wertvolle Stütze sein.
Es enthält
• einen Dokumentationsteil (öffentlich)
• einen Reflexionsteil (nicht öffentlich)
• materialgebundene Dokumentationen (nicht öffentlich)
29
Das Führen des Portfolios ist verpflichtend. In der Kernseminarausbildung wird der
Portfolioarbeit ein eigenes Zeitfenster zur Verfügung gestellt.
Das Portfolio wird nicht bewertet.
Das Format des Portfolios ist freigestellt. Es kann z.B. digital oder in Papierform geführt
werden.
7. Evaluation
Evaluation dient der internen Qualitätssicherung und soll eine standardorientierte und
nachhaltige Ausbildung gewährleisten. Dazu werden die Inhalte und Methoden der Ausbildung
einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen. Diese Überprüfung bezieht sich darauf, in
welchem Umfang und auf welcher Qualitätsstufe die LAA die erforderlichen Standards erreicht
haben und inwieweit die Ausbildung für sie persönlich erfolgreich gewesen ist. Die
Organisation und das Format, in denen die Überprüfung bestimmter Standards stattfindet, sowie
die Gütekriterien, an denen sie sich ausrichtet, müssen für alle Beteiligten transparent und
nachvollziehbar sein. Die aus den Ergebnissen der Evaluation gezogenen Konsequenzen werden
veröffentlicht und mit allen Beteiligten beraten. Dieses Kapitel wird entsprechend
fortgeschrieben.
Eine seminarübergreifende Arbeitsgruppe, in der auch LAA vertreten sind, ist an der
inhaltlichen Ausgestaltung der Evaluation beteiligt, die von der Leitung des ZfsL wie folgt
festgelegt wurde:
Das vorliegende Evaluationskonzept versteht sich als Angebot an die Kolleginnen und Kollegen
des ZfsL Aachen, die Ausbildungsarbeit im Kernseminar nach einheitlichen Kriterien
auszuwerten.
Es ist entstanden aus der Kooperation der Kernseminarvertretungen der drei Seminare des ZfsL
Aachen, wobei die entwickelten Items und die Grundstruktur des Basisbogens mit den
Sprechern und Sprecherinnen aller LAA des ZfsL abgestimmt wurden.
Die so entstandene Struktur orientiert sich an den Handlungssituationen des Kerncurriculums,
aus denen dann entsprechend passende Items entwickelt worden sind.
Um in der Ganzheit dieses Basisformats allen Kompetenzen des Kerncurriculums zu
entsprechen, wurden weitere Aspekte durch die Integration ausgewählter Standardbezüge und
Elemente weiterer Ausbildungsbereiche ergänzt.
Dieser Minimalkatalog (36 Items) ist so im Kernseminar für die Evaluation einsetzbar. Er kann
allerdings ergänzt werden durch zusätzliche lehramtsspezifische Items, die von jedem der drei
Seminare selbst verantwortet werden.
Der Evaluationsbogen für die Kernseminare bildet die Basis für die analoge Entwicklung eines
Fragebogens für die Fachseminare.
30
Die Zielsetzung des seminarübergreifenden Evaluationskonzepts liegt in der kontinuierlichen
Auswertung der Ausbildungsarbeit in allen Bereichen der Ausbildung und sichert so ein
gemeinsames Grundverständnis über die Grenzen des einzelnen lehramtsbezogenen Seminars
hinaus.
Hiermit wird nicht nur dem Anspruch des §10(6) OVP Rechnung getragen; gleichzeitig
repräsentiert das Konzept auch einen wesentlichen Baustein eines in der Entwicklung
befindlichen ZfsL-Programms, das die übergreifenden Gemeinsamkeiten der drei Seminare
konzeptionell bündelt.
Hinsichtlich der in diesem Zusammenhang notwendigen datenschutzbezogenen Aspekte
legt das Konzept folgende Richtlinie fest:
•
Die Datenerhebung bezieht sich auf die Arbeit in den Kernseminaren, den
Fachseminaren und auf das Ende der OBAS-Eingangsphase.
•
Die Zeitpunkte der Erhebung liegen in der Mitte und in den letzten beiden Monaten der
Ausbildung. Dies ermöglicht immer wieder auch den reflektierenden Austausch mit den
befragten LAA.
•
Die Einsicht in die Erhebung obliegt den zuständigen Leiterinnen und Leitern der
jeweiligen Kern- und Fachseminare. Im Sinne der Transparenz werden die
Auswertungsergebnisse in den jeweiligen Ausbildungsgruppen den LAA zugänglich
gemacht.
•
Auf der Grundlage des § 9 OVP bzw. des § 10(2) OBAS (Gesamtverantwortung für die
Ausbildung) können die jeweiligen Seminarleitungen und die ZfsL-Leitung das
Gesamtergebnis der jeweils erhobenen Daten einsehen.
•
Die Evaluationsergebnisse einzelner Gruppen bleiben in der Hand der jeweiligen
Gruppenleitung und werden nur auf deren Wunsch in Personalgesprächen mit der
Seminar- oder ZfsL-Leitung genutzt.
•
Eine Reflexion der Evaluationsergebnisse erfolgt einmal gruppenintern, ein zweites Mal
intern im Kreis der jeweiligen Leitungen der Kernseminare bzw. Fachleitungen eines
Faches in dem jeweiligen Lehramt, wobei die hier erzielten Ergebnisse dokumentiert
werden.
•
Die Löschung der Daten erfolgt drei Monate nach Verabschiedung des jeweiligen
Ausbildungsjahrgangs.
31
Allgemeine Dienstordnung für Lehrerinnen und
Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter an
öffentlichen Schulen (ADO) ................................ 27
Anlage 1 zur OVP ................................ 6, 8, 12, 16, 21
Anlässe für eine personenorientierte Beratung mit
Coachingelementen.............................................. 22
Aufgaben der Lehrkräfte ...................................... 4, 27
Aufgabenstellungen ................................................... 5
Aufsichten und gelegentlichen Vertretungen ........... 28
Ausbildung an der Schule .......................................... 9
Ausbildung im Kernseminar .................................... 13
Ausbildung im Seminar ............................................. 9
Ausbildung in den Fachseminaren ........................... 14
Ausbildungsbeauftragte ........................................... 12
Ausbildungsberatung ........................................... 8, 21
Ausbildungslehrerinnen und Ausbildungslehrer 12, 29
Ausbildungsprogramm ........................................... 1, 6
Ausbildungsquartale................................................. 12
Ausbildungsschulen ................................................. 12
Ausbildungsstruktur ................................................... 9
Auskunft über den Ausbildungsstand ................ 13, 21
außerunterrichtliche Aufgabenfelder ....................... 11
außerunterrichtliche schulische Veranstaltungen 11, 28
Beobachtungsschwerpunkte ..................................... 13
Beratung ........................................... 13, 14, 17, 18, 21
Beurteilungs- und Beratungsaufgabe ......................... 7
Beurteilungsbeitrag der Fachleitungen14, 17, 18, 23, 26
Bildungs- und Erziehungsaufgabe ............................. 5
Das Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG) .. 14, 20
didaktischer Schwerpunkt ........................................ 24
Dienstbezeichnung ..................................................... 1
Dienstpflichten ......................................................... 28
Dokumentation im Zusammenhang mit dem
Handlungsfeld 3 ....................................... 14, 16, 18
Downloads ......................................................... 12, 28
Eigenverantwortung ................................... 8, 9, 18, 28
Eingangs- und Perspektivgespräch ................ 8, 10, 20
Elemente der schriftlichen Planung ......................... 24
Eltern .......................................................................... 7
Empfehlungen und Regelungen zur Ausgestaltung der
Ausbildung ........................................................... 20
Erschließungsfragen ................................................... 7
Erziehungsaufgabe ..................................................... 7
Evaluation ............................................................ 7, 30
Fachleitungen ............................................... 17, 19, 24
Fachseminare ............................................... 13, 14, 17
gemeinsame Nachbesprechungen ...................... 13, 21
gemeinsame Unterrichtsbesuche .............................. 13
Gesamtschule ............................................................. 4
Gymnasium ................................................................ 4
Handlungsfelder ..................................... 3, 6, 8, 12, 18
Handlungsfeldorientierung......................................... 8
Handlungskompetenzen ............................................. 9
Handlungssituationen ............................................. 7, 9
Homepage des Seminars .................. 20, 24, 28, 33, 34
Hospitationen ....................................................... 9, 11
inhaltliche Bezüge ...................................................... 7
Kerncurriculum ............................................ 3, 6, 7, 12
Kernseminare ........................................................... 13
Kernseminarleitungen .................................. 13, 20, 21
Klassenarbeiten und Klausuren .............. 14, 18, 28, 29
Kolloquium ........................................................ 10, 27
Kompentenzaufbau .................................................... 8
Kompetenzen und Standards ... 6, 7, 12, 14, 16, 17, 21
Konferenzen und Dienstbesprechungen .................. 28
kurzgefasste Planungen ........................................... 17
Langzeitbeurteilungen ....................................... 10, 26
Lehrerleitbild ............................................................. 7
Leistungskonzept ............................................... 15, 23
Leiter des ZfsL ..................................................... 6, 26
Lernen ........................................................................ 5
Mehrarbeitsvergütung .............................................. 28
mehrtägige Fahrten .................................................. 28
Mitarbeit im Fachseminar .................................. 16, 17
Mitteilung der Note............................................ 26, 36
Nachbesprechung von Unterricht ...................... 17, 25
OBAS ..................................................................... 1, 5
Organisation der eigenen Ausbildung ............... 16, 18
OVP ................................................................. 5, 9, 15
pädagogische Halbwoche ........................................ 13
personenorientierte Beratung mit Coachingelementen
(PoBC) ....................................................... 8, 21, 22
Personenorientierung ................................................. 8
Portfolio Praxiselemente ................................ 8, 26, 29
Prinzipien der Ausbildung ................................... 8, 21
Professionalisierung ............................................. 7, 17
Prüfungsamt Dortmund ........................................... 26
Rechtliche Grundlagen .............................................. 5
Reflexionsgespräch .............................................. 9, 27
Regelmäßiger Vertretungsunterricht ....................... 28
Schriftliche Arbeit ................................................... 27
Schriftliche Planungen zu Unterrichtsbesuchen ...... 23
Schulentwicklung ...................................................... 7
Schulgruppen ........................................................... 13
schulisches Ausbildungsprogramm ................... 11, 12
Schulleitung ................................................... 6, 12, 23
Schulpraktische Ausbildung ................................ 9, 11
Schulprogramm........................................................ 11
Schulveranstaltungen ............................................... 28
Sekundarstufe II ....................................................... 12
selbstständiger Unterricht ........................ 9, 11, 12, 28
Seminarleiter .............................................................. 6
Seminartag ......................................................... 13, 28
Seminarveranstaltungen ........................................... 28
standardorientierte Ausbildung ............................ 8, 14
Stundenpläne............................................................ 12
Termine für die Unterrichtsbesuche ........................ 23
Terminierung der Beratung durch Kernseminarleitungen
............................................................................. 10
Terminierung der Unterrichtsbesuche .................. 10, 23
Unterricht unter Anleitung ............................. 9, 11, 28
Unterrichtsausfälle ................................................... 23
Unterrichtsbesuche ................................ 14, 16, 21, 22
Unterrichtsentwurf ................................................... 17
Unterrichtsnachbesprechungen ................................ 25
unterrichtspraktische Prüfungen .............................. 10
Unterrichtsqualität ..................................................... 7
Vertretungsaufgaben ................................................ 28
Verwaltungsabläufe ................................................... 1
Wissenschaftsorientierung ......................................... 9
Zeitleiste .................................................................. 10
zentrale Klausuren ................................................... 18
Zeugniskonferenzen ................................................. 28
Ziel der Ausbildung ................................................... 5
Zweite Staatsprüfung ......................... 5, 10, 11, 26, 27 32
Frequently Asked Questions (FAQ)
November 2014
Themenfeld Ausbildung:
Was ist der Dienstweg?
• Alle Schreiben, die Sie an Behörden wie Bezirksregierung Köln, Landesprüfungsamt
Dortmund (LPAD), Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NordrheinWestfalen (MSW) oder andere dienstliche Stellen richten (außer Anträge auf Beihilfe und
Korrespondenz mit dem LBV), müssen auf dem Dienstweg versendet werden. Das
bedeutet, dass Sie Ihre Schreiben neben der entsprechenden Anschrift mit dem
Vermerk „auf dem Dienstweg“ versehen müssen und unverschlossen in der
Verwaltung des ZfsL abgeben. (Vgl. „Allgemeine Informationen“. Die Datei finden Sie
auf der Homepage im Bereich „Ausbildungsprogramm“ sowie im Servicebereich).
Wer ist mein Vorgesetzter / meine Vorgesetzte?
• Dienstvorgesetzte Stelle für Sie als LAA (Studienreferendar/-in) ist die Bezirksregierung
Köln. Vorgesetzter ist der Leiter des ZfsL Aachen, LD Gerhard Retterath (§6(1)OVP).
Wen muss ich wann und in welcher Form informieren, wenn ich krank bin?
• Im Krankheitsfall müssen Sie umgehend das ZfsL und die Ausbildungsschule benachrichtigen, auch wenn Sie an dem betreffenden Tag keine Seminarveranstaltung oder keinen
Unterricht haben. Sie müssen sich auch dann krankmelden, wenn Sie an Wochenenden
oder während der Schulferien erkranken, da Ihnen ansonsten Nachteile entstehen können.
• Für akute Erkrankungen bis zu drei Arbeitstagen bedarf es keines Attestes. Stattdessen
müssen Sie sich in solchen Fällen telefonisch, per Fax oder E-Mail für 1, 2 oder 3 Tage
krankmelden. Die Krankmeldung muss allerdings umgehend am ersten Tag Ihrer
Erkrankung erfolgen. Sofern Sie länger erkrankt sind als zunächst gedacht, müssen Sie
dies erneut umgehend anzeigen.
• Wenn Sie länger als drei Arbeitstage erkrankt sind, müssen Sie spätestens ab dem vierten
Tag ein ärztliches Attest vorlegen (Original an das ZfsL, Kopie an die Schule).
Dauert Ihre Erkrankung über den vom Arzt voraussichtlich angenommenen Termin
hinaus an, müssen Sie beim ZfsL und in der Schule ein Anschlussattest einreichen. Eine
gesonderte Gesundmeldung ist nicht erforderlich; wir gehen davon aus, dass Sie an
Tagen, für die Sie nicht krankgemeldet sind, Ihren Dienst planmäßig verrichten.
• Neben der grundsätzlich notwendigen Benachrichtigung des ZfsL und der
Ausbildungsschule müssen Sie auch Ihre fachlichen und überfachlichen Ausbilderinnen
und Ausbilder benachrichtigen, wenn Sie aufgrund Ihrer Erkrankung Fach- und
Kernseminarsitzungen nicht besuchen bzw. vereinbarte Unterrichtsbesuche oder
Beratungsgespräche krankheitsbedingt nicht wahrnehmen können. (Vgl. „Allgemeine
Informationen“. Die Datei finden Sie auf der Homepage in den Bereichen
„Ausbildungsprogramm“ sowie im Servicebereich).
Bei wem reiche ich im Seminar meine Stundenpläne ein?
• Nach jeder wesentlichen Änderung überreichen Sie beiden Fachleitungen zeitnah Ihren
Stundenplan. Die Verwaltung und die Kernseminarleitungen erhalten keine
Stundenpläne. (Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 12)
Muss ich den Umfang der von mir abgeleisteten Stunden im Ausbildungsunterricht dem
Seminar gegenüber nachweisen?
33
• Nein. Die frühere Regel, 180 bzw. 150 Stunden Ausbildungsunterricht mithilfe eines
Formulars dem Seminar gegenüber zu belegen, gilt nicht mehr. Sie müssen keine
Nachweise über den Umfang des von Ihnen durchgeführten Ausbildungsunterrichts
erbringen, die über das regelmäßige Einreichen Ihres jeweils aktuellen Stundenplans
hinausgehen. Die in §11(5) OVP vorgeschriebenen und im Ausbildungsprogramm näher
erläuterten 14 Stunden Ausbildung müssen Sie erfüllen.
Ich möchte neben dem Referendariat noch eine Nebentätigkeit ausführen. Was muss ich tun,
damit sie genehmigt wird?
• Das Referendariat ist eine Vollzeitbeschäftigung. Unter bestimmten Umständen können
sie allerdings Nebentätigkeiten ausüben. Eine Nebentätigkeit ist entweder anzeige- oder
genehmigungspflichtig. Das Antragsformular finden Sie auf der Homepage im
Servicebereich. Die Genehmigung bzw. Stellungnahme durch den Leiter des ZfsL ist
grundsätzlich erforderlich. (§§ 6 und 10 Nebentätigkeitsverordnung (NtV))
• Unterrichtstätigkeiten an anderen Schulen als Ihrer Ausbildungsschule (z.B. Vertretungsunterricht an einer anderen Schule) sind grundsätzlich nicht genehmigungsfähig.
Mein/e ABB möchte Unterrichtsbesuche in meinem Unterricht machen. Darf sie bzw. er das?
• ABB können Einblick in Ihren Unterricht nehmen. Die Anzahl von Besuchen durch
den / die ABB ist in der OVP nicht festgelegt. Vgl. §§13(2) u. 16(3) OVP.
Muss ich einen UB im LK anbieten?
• Nein, Sie sind nicht verpflichtet Ihre Unterrichtsbesuche in bestimmten Kursformen
durchzuführen. (Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 23)
Wie viele Unterrichtsbesuche muss ein LAA in der SII machen?
• Sowohl in der SI als auch in der SII sind mindestens 2 UB pro Fach durchzuführen. In
der SII sollten möglichst 2 verschiedene Jahrgangsstufen berücksichtigt werden. Eine
Verpflichtung, Unterrichtsbesuche in bestimmten Klassen, Jahrgangsstufen oder Kursen
durchzuführen, besteht nicht. (Ausbildungsprogramm, S. 23)
Wie müssen die Unterrichtsbesuche in der Sek II verteilt sein?
• Es gibt keine Vorgabe der OVP, allerdings sollen in der gymnasialen Oberstufe möglichst zwei verschiedene Jahrgangsstufen berücksichtigt werden. (Vgl. §11(3 u. 4)
OVP, sowie Ausbildungsprogramm, S. 23).
Ich bin im ersten Ausbildungsquartal und möchte an einer Klassenfahrt teilnehmen. Geht
das? Wen muss ich informieren?
• Sie müssen Teilnahmen an Fahrten grundsätzlich im Vorfeld durch die Seminarleitung
genehmigen lassen. Das Antragsformular finden Sie auf der Homepage im
Servicebereich. In der Regel wird Ihnen die Teilnahme an einer Fahrt genehmigt, im
ersten Ausbildungsquartal wird die Genehmigung i.d.R. aber nicht ausgesprochen. Mit
der Genehmigung ist auch die Freistellung von Seminarveranstaltungen für diesen
Zeitraum ausgesprochen. (Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 28)
Muss ich im Verlauf der Ausbildung an einer Klassen- oder Studienfahrt teilnehmen?
• Nein, Sie müssen nicht. Es ist empfehlenswert, an einer mehrtägigen Klassen- oder
Studienfahrt teilzunehmen. (Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 28)
34
Meine Schulleitung möchte als schulische Vertretung am EPG teilnehmen. Ist das erlaubt?
• Das ist grundsätzlich erlaubt. Das EPG ist ein bewertungsfreies Ausbildungselement.
Daher ist es ratsam, dass die Schule durch die / den ABB oder in Ausnahmefällen
durch eine Fachlehrkraft im EPG vertreten ist. (Vgl. §§13(2) u. 15 OVP, sowie
Ausbildungsprogramm, S. 20).
Ich möchte in der ersten Unterrichtsstunde einen UB im Rahmen meines Ausbildungsunterrichts durchführen. Von der zweiten bis einschließlich vierten Unterrichtsstunde habe ich
selbstständigen Unterricht (sU). Kann ich einen Teil davon ausfallen lassen, um mit meiner
Fachleitung die Nachbesprechung zum UB durchzuführen?
• Nein, Ihre Unterrichtsverpflichtungen gehen vor. Weisen Sie bei der Vereinbarung des
Termins für den Unterrichtsbesuch die Fachleitung darauf hin, dass die
Nachbesprechung nicht im Anschluss stattfinden kann.
Am Seminartag findet an meiner Schule eine pädagogische Konferenz statt. Soll ich dorthin
gehen oder ins Seminar?
• Der Seminartag hat als Ausbildungsveranstaltung Vorrang vor Ihrer Teilnahme an der
pädagogischen Konferenz Ihrer Schule. Sollte es sich bei der Konferenz jedoch um eine Zeugnis-/Notenkonferenz für eine Lerngruppe handeln, in der Sie selbstständig unterrichten, ist Ihre Anwesenheit bei der Konferenz vorrangig zu sehen. Informieren Sie die
betroffene Fach- bzw. Kernseminarleitung und die Seminarleitung rechtzeitig über den
Grund Ihrer Abwesenheit. (Vgl. §10(2 u. 3) OVP, sowie Ausbildungsprogramm, S. 28)
Am Seminartag findet eine wichtige Lehrerfortbildung für mein Fach statt. Kann ich mich
dafür von der Teilnahme am Fach- oder Kernseminar beurlauben lassen?
• Nein. Der Seminartag hat als Bestandteil Ihrer Ausbildung Vorrang vor externen
Weiterbildungsveranstaltungen. (Vgl. §10(2 u. 3) OVP).
Muss jeder UB in einem Fach in unterschiedlichen Lerngruppen stattfinden, oder kann ich
ein- und denselben Kurs auch zweimal zeigen?
• Sie müssen die Unterrichtsbesuche möglichst gleichmäßig auf verschiedene Jahrgangsstufen und Kursformen verteilen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass zwei
UBe in ein- und derselben Lerngruppe stattfinden können. (Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 23)
Ich schaffe es nicht, neben meinem selbstständigen Unterricht und dem Ausbildungsunterricht
auch noch Hospitationen innerhalb der 14 Stunden schulischer Ausbildung unterzubringen.
Was soll ich machen?
• Sie können phasenweise die 14 Stunden über- oder unterschreiten, müssen Ihre Ausbildungsverpflichtung insgesamt aber erfüllen. Den vorgeschlagenen Umfang von 2
WS Hospitationen während des 2. bis 5. Ausbildungsquartals können Sie ebenfalls
phasenweise über- oder unterschreiten. Die Ausbildungsverpflichtung von 14 Stunden
kann auch vollständig durch selbstständigen Unterricht und Unterricht unter Anleitung
abgedeckt werden. (Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 9-12).
Darf der bzw. die ABB an Unterrichtsbesuchen und Nachbesprechungen der Fachleitungen
teilnehmen?
35
•
Eine verbindliche Regelung besteht nicht, vgl. §§13(2) u. 16(3) OVP. Wenn die
Unterrichtsstunde allerdings durch die Fachleiterin oder den Fachleiter in Relation zum
Ausbildungszeitpunkt und den zu erreichenden Standards und Kompetenzen bewertet
und benotet wird, erfolgt dies vertraulich durch die Fachleitung, d.h. ohne Anwesenheit
Dritter. (vgl. hierzu die Ausführungen im Kap. 4 „Leistungskonzept“)
Ich bin von der Schulleitung zu einer Bereitschaftsstunde, die auch im Stundenplan festgelegt
ist, eingeteilt worden. Kann ich diese Stunde auf meine 14 Stunden Ausbildung an der
Schule anrechnen?
• Nein. (Vgl. Ausbildungsprogramm, S. 10-12)
Muss ich Vertretungsunterricht leisten?
• Die Übernahme gelegentlicher Vertretungsstunden gehört zu Ihren schulischen Aufgaben. Regelmäßiger Vertretungsunterricht ist allerdings mit Ihrer Zustimmung bis
zur abgelegten Prüfung nur im Umfang von max. zwei Wochenstunden möglich. (Vgl.
Ausbildungsprogramm, S. 28 sowie ADO §12(4)).
Meine Schulleitung hat mir eine AG als Teil des selbstständigen Unterrichts zugeteilt. Kann
ich meine AG auch für einen Unterrichtsbesuch nutzen?
• Die Leitung einer AG im Rahmen des selbstständigen Unterrichts können Sie nur
übernehmen, wenn der Fachbezug garantiert ist. Ein (bewerteter) Unterrichtsbesuch ist
in einer solchen AG grundsätzlich möglich.
Kann ich eine AG, die keinen eindeutigen Fachbezug hat, in die 14 Stunden Ausbildungsverpflichtung an der Schule mit einrechnen?
•
Nein. Die Ausbildung findet in den beiden Fächern der Ersten Staatsprüfung statt. (Vgl.
§§8 und 11 OVP)
Kann ich einen UB an einem Tag durchführen, an dem an meiner Schule ein Examen stattfindet?
• Das ist grundsätzlich möglich. Achten Sie aber auf gegebenenfalls veränderte Rahmenbedingungen an diesem Tag.
Wie viele Beratungsgespräche durch die Kernseminarleitung muss ich wahrnehmen?
• Sie müssen insgesamt mindestens drei Beratungsgespräche führen. Davon muss mindestens
eines in Zusammenhang mit einem Unterrichtsbesuch stehen. (Vgl. Ausbildungsprogramm,
S. 10, 13f und 22f)
Muss ich mich durch die Kernseminarleitung beraten lassen, auch wenn ich keine Probleme in
der Ausbildung habe?
• Die personenorientierte Beratung ist ein verpflichtendes Element Ihrer Ausbildung.
Sie ist nicht defizitorientiert. (Vgl. §10(4 u. 5) OVP, sowie Ausbildungsprogramm, S.
10, 13f und 22f)
Ich kann aus einem wichtigen Grund nicht an den Ausbildungsveranstaltungen des Seminartags
teilnehmen. Kann ich einfach fernbleiben oder mich im Nachhinein entschuldigen?
• Nein. Kontaktieren Sie rechtzeitig die Verwaltung bzw. die Seminarleitung. Die Seminarleitung kann unter bestimmten Umständen eine Beurlaubung oder Freistellung aussprechen.
36
Themenfeld Prüfung: Wichtiger Hinweis:
Beachten Sie unbedingt die auf der Internetseite des Landesprüfungsamts für Zweite Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen
http://www.pruefungsamt.nrw.de/AB2/Staatspruefung/index.html
veröffentlichten „Hinweise für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter“ in ihrer derzeit
gültigen Fassung.
Die unten aufgeführten Antworten stellen keine Rechtsauskunft dar.
Wie melde ich mich zur 2. Staatsprüfung an?
• Die Anmeldung erfolgt grundsätzlich anhand eines Formulars (zwingend: OVP 2011),
das Sie auf der Homepage des Landesprüfungsamts NRW (LPA NRW) downloaden
und ausgefüllt zurücksenden müssen. Zwei Kopien des ausgefüllten Formulars reichen
Sie in der Verwaltung des Seminars ein. (Vgl. §29(2) OVP).
Muss ich eine/n bekannte/n Prüfer/in für den Prüfungstag wählen?
• Nein. Falls Sie keine Person benennen, wählt das LPA die Prüfer für Ihre Prüfung.
Unter den vom LPA bestimmten Prüfern kann auch eine an Ihrer Ausbildung beteiligte
Fachleitung sein. (Vgl. §31(1 u. 2) OVP).
Kann ich die Kernseminarleitung als bekannte/n Prüfer/in für meine Staatsprüfung wählen?
• Nein, das ist grundsätzlich ausgeschlossen. (Vgl. § 10(4) OVP).
Wie viele Tage vor meiner Prüfung muss ich meine Themenmitteilung in der Verwaltung
abgeben?
• Sie müssen die Themenmitteilungen spätestens 10 Kalendertage vor Ihrer Prüfung in
der Verwaltung des Seminars abgeben. (Vgl. § 32(4) OVP).
Muss ich gemeinsam mit der Themenmitteilung eine Anfahrtsskizze zu meiner Schule einreichen?
• Diese Verpflichtung besteht nicht. Hinweise auf Parkmöglichkeiten und eventuelle
straßenbauliche Maßnahmen in der Nähe Ihrer Schule sind hilfreich.
37
Ministerium für Schule und Weiterbildung
des Landes NordrheinNordrhein - Westfalen
Kerncurriculum
für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst für Lehrämter in den
Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und in den
Ausbildungsschulen
Entwurf für ein Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen
-1-
Das vorliegende Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst in den Zentren
für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen orientiert sich am
Berufsbild der Lehrerinnen und Lehrern, wie es in den Standards für die Lehrerbildung:
Bildungswissenschaften (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.12.2004) zusammengefasst dargestellt ist. Dieses Leitbild geht zurück auf die gemeinsame Erklärung
des Präsidenten der Kultusministerkonferenz und der Vorsitzenden der Lehrerverbände
vom 5. Oktober 2000:
Leitbild für Lehrerinnen und Lehrer
1. Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen. Ihre Kernaufgabe ist
die gezielte und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Planung, Organisation
und Reflexion von Lehr- und Lernprozessen sowie ihre individuelle Bewertung und systemische Evaluation. Die berufliche Qualität von Lehrkräften entscheidet sich an der Qualität
ihres Unterrichts.
2. Lehrerinnen und Lehrer sind sich bewusst, dass die Erziehungsaufgabe in der Schule
eng mit dem Unterricht und dem Schulleben verknüpft ist. Dies gelingt umso besser, je
enger die Zusammenarbeit mit den Eltern gestaltet wird. Beide Seiten müssen sich verständigen und gemeinsam bereit sein, konstruktive Lösungen zu finden, wenn es zu Erziehungsproblemen kommt oder Lernprozesse misslingen.
3. Lehrerinnen und Lehrer üben ihre Beurteilungs- und Beratungsaufgabe im Unterricht
und bei der Vergabe von Berechtigungen für Ausbildungs- und Berufswege kompetent,
gerecht und verantwortungsbewusst aus. Dafür sind hohe pädagogisch-psychologische
und diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften erforderlich.
4. Lehrerinnen und Lehrer entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter und nutzen wie in
anderen Berufen auch Fort- und Weiterbildungsangebote, um die neuen Entwicklungen
und wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihrer beruflichen Tätigkeit zu berücksichtigen.
Darüber hinaus sollen Lehrerinnen und Lehrer Kontakte zu außerschulischen Institutionen
sowie zur Arbeitswelt generell pflegen.
5. Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich an der Schulentwicklung, an der Gestaltung einer lernförderlichen Schulkultur und eines motivierenden Schulklimas. Hierzu gehört auch
die Bereitschaft zur Mitwirkung an internen und externen Evaluationen.
Entwurf für ein Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen
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Kerncurriculum
für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst in den Zentren für
schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen
Informationen zum Aufbau
Der Erziehungs- und Bildungsauftrag von Schule konkretisiert sich in typischen, den Lehrerberuf kennzeichnenden Handlungsfeldern:
1
Unterricht gestalten und Lernprozesse nachhaltig anlegen
2
Den Erziehungsauftrag in Schule und Unterricht wahrnehmen
3
Leistungen herausfordern, erfassen, rückmelden, dokumentieren und beurteilen
4
Schülerinnen und Schüler und Eltern beraten
5
Vielfalt als Herausforderung annehmen und Chancen nutzten
6
Im System Schule mit allen Beteiligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten.
In diesen Handlungsfeldern erwerben Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA) im Vorbereitungsdienst professionelle Handlungskompetenzen und entwickeln diese bis zur Berufsreife. Das neue, verbindliche Kerncurriculum
konturiert und strukturiert die Ausbildung im Vorbereitungsdienst. Dabei sind die schulischen Handlungsfelder ausbildungsdidaktisch leitend. Alle Handlungsfelder stehen untereinander in einer engen wechselseitigen Beziehung: sie sind
mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung in allen schulischen Bildungs- und Erziehungsprozessen relevant. Mit dem Begriff Vielfalt sind im Weiteren alle Formen individueller Besonderheiten einbezogen (Behinderung, Geschlecht, kultureller
und sozialer Hintergrund, etc.). Damit die LAA diese Kompetenzen erwerben können, verfolgt der reformierte Vorbereitungsdienst einen darauf abgestimmten ganzheitlichen Ansatz: auf die einzelnen Handlungsfelder wird fokussiert, sie
werden jedoch nicht isoliert, sondern mit kontinuierlichem Blick auf das Ganze erschlossen.
Handlungssituationen
Erschließungsfragen
Inhaltliche Bezüge
Den obligatorischen Handlungsfeldern (s. o.) sind praxisrelevante
Handlungssituationen zugeordnet.
Den LAA dienen die Erschließungsfragen zur Orientierung in den Handlungsfeldern und in den Handlungssituationen.
Das für den Vorbereitungsdienst in
Nordrhein-Westfalen gültige Kerncurriculum ordnet den Handlungsfeldern zentrale Ausbildungsinhalte
zu.
In
diesen
Handlungssituationen
erwerben und vertiefen LAA im Vorbereitungsdienst die Kompetenzen,
die sie benötigen, um in ihrem Berufsfeld professionell zu agieren.
LAA haben gegenüber Schule und
ZfsL den Anspruch, im Bezug auf
alle Handlungssituationen ausgebildet zu werden.
Handlungsfelder
und
Handlungssituationen sind Basis für die Ausarbeitung praxisbezogener und standortrelevanter
Ausbildungsprogramme
durch die Ausbilderinnen und Ausbilder
an ZfsL und Schule.
Diese Ausbildungsinhalte sind zu
einem großen Teil bereits Gegenstand
der universitären Lehrerausbildung
(siehe KMK-Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften
für die theoretischen Ausbildungsabschnitte/ 2004 und Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die
Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung/ 2008).
Sie werden im Vorbereitungsdienst
unter schulpraktischer Perspektive
aufgenommen und neu akzentuiert.
Kompetenzen und Standards
Die im Kerncurriculum aufgeführten Kompetenzen und Standards beschreiben die Ziele des Vorbereitungsdienstes in
Nordrhein-Westfalen. Vor dem Hintergrund der KMK-Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (2004)
wurden die für die Ausbildung obligatorischen Handlungsfelder entwickelt und entsprechend Handlungssituationen beschrieben.
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Unterricht gestalten und
Lernprozesse nachhaltig anlegen
Handlungsfeld 1
Handlungssituationen
Erschließungsfragen
Inhaltliche Bezüge
Unterricht schülerorientiert planen
(die Lehr- und Lernausgangslage
ermitteln, Erkenntnisse der Entwicklungs- und Lernpsychologie
anwenden)
Was muss ich im Hinblick auf jede
Schülerin/ jeden Schüler wissen
und können, um individuell fördernden Unterricht planen und
angemessen durchführen zu können?
•
Pädagogische Diagnostik
•
Richtlinien, Kernlehrpläne,
Schuleigene Curricula
•
Welche fachlichen und überfachlichen Ziele verfolge ich im Hinblick
auf den Kompetenzaufbau meiner
Schülerinnen und Schüler?
Qualitätskriterien von Unterricht/ systematische Qualitätsentwicklung
•
Wie kann ich alle Schülerinnen
und Schüler motivieren und befähigen, Zusammenhänge herzustellen und Gelerntes zu nutzen?
Didaktische Begründungen,
Kompetenzorientierung, Aufgabenkultur auf verschiedenen Lernniveaus
•
Kognitive Lernstrategien
•
Individuelle Förderung
Wie kann ich die Fähigkeiten zum
selbstständigen Arbeiten auf verschiedenen Lernniveaus fördern?
•
Barrierefreies Lernen
•
Aufbau von Wissen, Können
und Haltungen
Was muss ich tun, damit alle
Schülerinnen und Schüler Wissen
aufbauen, vertiefen und vernetzen
können?
•
Vernetztes Lernen
•
Rhythmisierung
•
Erweitertes Bildungsverständnis
•
Evaluation (Selbst- und
Fremdevaluation, onlinebasierte Evaluationsverfahren),
Schulisches Evaluationskonzept
Unterrichtsziele lerngruppenbezogen und fachdidaktisch begründet bestimmen
Lerngegenstände für die spezifische Lerngruppe differenziert
aufbereiten und Medien begründet einsetzen
Motivierende Lernsituationen in
heterogenen Lerngruppen schaffen
Unterschiedliche Formen der
Lerninitiierung und Lernsteuerung
binnendifferenziert umsetzen
Auswertung von Unterricht im
selbstständigen Unterricht, Unterricht unter Anleitung, Unterricht
im Team, Gruppenhospitationen.
Chancen des Ganztags nutzen
und gestalten.
Wie kann ich die Wirksamkeit meines Unterrichts im Hinblick auf
fachliche und/ oder erzieherische
Ziele überprüfen?
Wie kann ich die erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten des Ganztags für die Unterstützung des
Lernens nutzen?
Kompetenzen und Standards
Kompetenz 1: Lehrerinnen und Lehrer planen Unterricht fach- und sachgerecht und führen ihn sachlich und fachlich korrekt
durch.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
verknüpfen fachwissenschaftliche und fachdidaktische Argumente und planen und gestalten Unterricht.
•
wählen Inhalte und Methoden, Arbeits- und Kommunikationsformen aus.
•
integrieren moderne Informations- und Kommunikationstechnologien didaktisch sinnvoll und reflektieren den eigenen Medieneinsatz.
•
überprüfen die Qualität des eigenen Lehrens.
Kompetenz 2: Lehrerinnen und Lehrer unterstützen durch die Gestaltung von Lernsituationen das Lernen von Schülerinnen
und Schülern. Sie motivieren Schülerinnen und Schüler und befähigen sie, Zusammenhänge herzustellen und Gelerntes zu
nutzen.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
regen unterschiedliche Formen des Lernens an und unterstützen sie.
•
gestalten Lehr-Lernprozesse unter Berücksichtigung der Erkenntnisse über den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten.
•
wecken und stärken bei Schülerinnen und Schülern Lern- und Leistungsbereitschaft.
•
führen und begleiten Lerngruppen.
Kompetenz 3: Lehrerinnen und Lehrer fördern die Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern zum selbstbestimmten Lernen
und Arbeiten.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
vermitteln und fördern Lern- und Arbeitsstrategien.
•
vermitteln den Schülerinnen und Schülern Methoden des selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und kooperativen Lernens und
Arbeitens.
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Den Erziehungsauftrag in Schule
und Unterricht wahrnehmen
Handlungsfeld 2
Handlungssituationen
Erschließungsfragen
Inhaltliche Bezüge
Unterricht als erziehenden Unterricht langfristig anlegen
Wie konkretisiert sich der Erziehungsauftrag an meiner Schule?
•
Rechtliche Vorgaben und dienstliche Pflichten
Lernsituationen in den Lerngruppen orientiert an Werten und
Erziehungszielen kontinuierlich
individuell lernförderlich gestalten
Wie erfülle ich den Erziehungsauftrag im Unterricht?
•
Wie kann ich durch mein eigenes
Verhalten vorbildhaft wirken?
Menschenbild, Berufsethos,
Rollenübernahme und –klarheit,
Vorbildfunktion
•
Wie kann ich gestörtem Unterricht wirkungsvoll begegnen?
Wertevermittlung - Erziehung zur
Toleranz und Demokratie
•
Behindertenrechtskonvention
VN-BRK
•
Schuleigene Vereinbarungen
(z.B. Schul- und Hausordnung,
Konferenzbeschlüsse, Schulprogramm)
•
Classroom-Management
•
Soziales Lernen, Mädchen- und
Jungenförderung
•
Konfliktdiagnose (z.B. Zusammenhang von Störung, Unterrichtsplanung, Lehrerperson und
externen Ursachen), Konfliktmanagement
•
Unfallverhütung und Sicherheitserziehung
Störungen im systemischen Kontext reflektiert wahrnehmen und
darauf eindeutig und angemessen reagieren
In Gewalt- und Konfliktsituationen deeskalierend handeln
Außerunterrichtliche Situationen
erzieherisch wirksam werden
lassen (z.B. bei Pausenaufsichten, Klassenfahrten, Schulfesten,
Unterrichtsgängen, Hausbesuchen, informellen Gesprächen)
Den Erziehungsauftrag und das
Erziehungskonzept der Schule
vertreten (z.B. auf Elternabenden, Tagen der offenen Tür)
Mit außerschulischen Partnern
kooperieren (z.B. Jugendhilfe)
Welche erzieherischen Herausforderungen stellen sich mir außerhalb von Unterricht?
Wer unterstützt mich bei meiner
Erziehungsarbeit?
Welche Vorschriften zur Unfallverhütung und Sicherheitserziehung muss ich kennen und beachten?
Wie kann ich Vielfalt erzieherisch
nutzen?
Wie kann ich die Wirksamkeit
erzieherischen Handelns überprüfen?
Kompetenzen und Standards
Kompetenz 4: Lehrerinnen und Lehrer kennen die sozialen und kulturellen Lebensbedingungen von Schülerinnen und Schülern und nehmen im Rahmen der Schule Einfluss auf deren individuelle Entwicklung.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
erkennen Benachteiligungen und realisieren pädagogische Hilfen und Präventionsmaßnahmen.
•
unterstützen individuell.
•
beachten die kulturelle und soziale Vielfalt in der jeweiligen Lerngruppe.
Kompetenz 5: Lehrerinnen und Lehrer vermitteln Werte und Normen und unterstützen selbstbestimmtes Urteilen und Handeln
von Schülerinnen und Schülern.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
reflektieren Werte und Werthaltungen und handeln entsprechend.
•
üben mit den Schülerinnen und Schülern eigenverantwortliches Urteilen und Handeln schrittweise ein.
•
setzen Formen des konstruktiven Umgangs mit Normkonflikten ein.
Kompetenz 6: Lehrerinnen und Lehrer finden Lösungsansätze für Schwierigkeiten und Konflikte in Schule und Unterricht.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
gestalten soziale Beziehungen und soziale Lernprozesse in Unterricht und Schule.
•
erarbeiten mit den Schülerinnen und Schülern Regeln des Umgangs miteinander und setzen sie um.
•
wenden im konkreten Fall Strategien und Handlungsformen der Konfliktprävention und -lösung an.
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Leistungen herausfordern, erfassen,
rückmelden, dokumentieren und
beurteilen
Handlungsfeld 3
Handlungssituationen
Erschließungsfragen
Inhaltliche Bezüge
Rechtliche Vorgaben und Konferenzbeschlüsse zur Leistungserziehung und -bewertung im
Schulalltag umsetzen
Was muss ich über die Rechtslage
wissen?
•
Vorgaben des Schulgesetzes und der Ausbildungsund Prüfungsordnungen,
Lehrpläne und Richtlinien
und schuleigene Festlegungen
•
Herausfordernder und individualisierender Unterricht
•
Wissenschaftlich fundierte
diagnostische Verfahren zur
Leistungsfeststellung (Lernstand, Lernfortschritte und
ggf. Probleme) und zur individuellen Förderung
•
Anforderungsmaßstäbe und
Kriterien für Leistungsbewertung
•
Lernerfolgskontrollen und
Feedbackgespräche als
Evaluationsinstrumente des
eigenen Handelns
Diagnostische Verfahren einsetzen, Ergebnisse auswerten und
die individuelle Förderplanung
sachgerecht gestalten und fortschreiben
Leistungen als Resultat vielschichtiger Bedingungsfaktoren
verstehen, analysieren und für
Lernberatung nutzen.
Mit welchen diagnostischen Verfahren objektiviere ich meine Wahrnehmungen vom Lernerfolg/ Lernzuwachs meiner Schülerinnen und
Schüler?
Wie motiviere und unterstütze ich
meine Schülerinnen und Schüler
dazu, ihren Ressourcen entsprechende Leistungen zu erbringen?
Herausfordernden Unterricht planen und durchführen
Wie stelle ich eine transparente Leistungsbewertung und eine adressatengerechte Leistungsrückmeldung
sicher?
Schülerinnen, Schüler und Eltern
zu Leistungsanforderungen, Beurteilungskriterien zu erbrachten
Leistungen und Lernfortschritten
beraten
Welche Rückmeldung geben mir
Lernerfolgskontrollen über die Stärken und Schwächen meines Unterrichts und wie nutze ich die Rückmeldung?
Die Kompetenz zur kriteriengeleiteten Selbsteinschätzung der
Schülerinnen und Schüler ausbilden
Welche Faktoren beeinflussen die
Leistungen meiner Schülerinnen und
Schüler?
Leistungserziehung und
–bewertung evaluieren und Ergebnisse zur systematischen Weiterentwicklung des eigenen Unterrichts nutzen
Kompetenzen und Standards
Kompetenz 7: Lehrerinnen und Lehrer diagnostizieren Lernvoraussetzungen und Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern; sie fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und beraten Lernende und deren Eltern.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
erkennen Entwicklungsstände, Lernpotentiale, Lernhindernisse und Lernfortschritte.
•
erkennen Lernausgangslagen und setzen spezielle Fördermöglichkeiten ein.
•
erkennen Begabungen und kennen Möglichkeiten der Begabungsförderung.
•
stimmen Lernmöglichkeiten und Lernanforderungen aufeinander ab.
•
setzen unterschiedliche Beratungsformen situationsgerecht ein und unterscheiden Beratungsfunktion und Beurteilungsfunktion.
•
kooperieren mit Kolleginnen und Kollegen bei der Erarbeitung von Beratung/Empfehlung.
•
kooperieren mit anderen Institutionen bei der Entwicklung von Beratungsangeboten.
Kompetenz 8: Lehrerinnen und Lehrer erfassen Leistungen von Schülerinnen und Schülern auf der Grundlage transparenter
Beurteilungsmaßstäbe
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
konzipieren Aufgabenstellungen kriteriengerecht und formulieren sie adressatengerecht.
•
wenden Bewertungsmodelle und Bewertungsmaßstäbe fach- und situationsgerecht an.
•
verständigen sich auf Beurteilungsgrundsätze mit Kolleginnen und Kollegen.
•
begründen Bewertungen und Beurteilungen adressatengerecht und zeigen Perspektiven für das weitere Lernen auf.
•
nutzen Leistungsüberprüfungen als konstruktive Rückmeldung über die eigene Unterrichtstätigkeit.
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Schülerinnen und Schüler und
Eltern beraten
Handlungsfeld 4
Handlungssituationen
Erschließungsfragen
Inhaltliche Bezüge
Schulische Beratungsanlässe
erkennen und angemessen gestalten (Schülerinnen und Schüler
beraten zu Lernen, Leisten, Erziehen, Schullaufbahn, Prävention,
Konflikte)
Welche Beratungsanlässe ergeben
sich im schulischen Alltag?
•
Rechtliche Vorgaben zur
Beratung in der Schule und
schuleigene Konkretisierungen
•
Beratungsspezifische kommunikative Kompetenzen und
Grundlagen der Gesprächsführung
•
Konzepte für anlassbezogene Beratung in der Schule
(z.B. zur Prävention von
Sucht, Mobbing, sexueller
Gewalt etc.)
•
Beratung im Rahmen individueller Förderung
•
Besonderheiten der Beratung
von Erziehungsberechtigten
und schulischen Partnern
Eltern anlass- und situationsbezogen beraten
Beratungssituationen kollegial
reflektieren
Mit externen Beratungseinrichtungen kooperieren (Jugendhilfe,
schulpsychologischer Dienst, etc.)
Welche Beratungsangebote macht
meine Schule?
Wie führe ich ein gutes Beratungsgespräch?
Wie kann ich durch Beratung Schülerinnen und Schüler individuell
unterstützen und fördern?
Wie kann ich meine eigene Beratungskompetenz überprüfen und
systematisch weiterentwickeln?
Wie können die verschiedenen an
der Schule vertretenen pädagogischen Professionen in der Beratung
kooperieren?
Kompetenzen und Standards
Kompetenz 7 (siehe auch Handlungsfeld 3): Lehrerinnen und Lehrer diagnostizieren Lernvoraussetzungen und Lernprozesse
von Schülerinnen und Schülern; sie fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und beraten Lernende und deren Eltern.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
setzen unterschiedliche Beratungsformen situationsgerecht ein und unterscheiden Beratungsfunktion und Beurteilungsfunktion.
•
kooperieren mit Kolleginnen und Kollegen bei der Erarbeitung von Beratung/Empfehlung.
•
kooperieren mit anderen Institutionen bei der Entwicklung von Beratungsangeboten.
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Vielfalt als Herausforderung
annehmen und Chancen nutzen
Handlungsfeld 5
Handlungssituationen
Erschließungsfragen
Inhaltliche Bezüge
Heterogenität in den Lerngruppen in ihren vielfältigen Ausprägungen (genderbezogen, begabungsdifferenziert, interkulturell,
sozial, behinderungsspezifisch,
etc.) wahrnehmen und diagnostizieren
Welche Kenntnisse aus dem
Bereich der interkulturellen Pädagogik kann ich für qualifizierte
Erziehungs- und Bildungsarbeit
an der Schule nutzen?
•
Rechtliche Vorgaben und schuleigene Konkretisierungen
•
Diagnostische Verfahren in der
Schulpraxis
•
Sonderpädagogische Förderung, gemeinsamer Unterricht
und Inklusion
•
Individuelle Förderung im
System Schule bei
Heterogenität als Potential für
Unterricht und Schulleben nutzen
Konflikte in ihren heterogenen
Ursachen differenziert wahrnehmen und bearbeiten
Sprachstand differenziert erfassen und Schülerinnen und Schülern sprachlich individuell fördern
Sprachentwicklung der Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung von Unterricht in allen
Fächern berücksichtigen
Gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und
ohne Behinderung/sonderpädagogischem Förderbedarf gestalten
Welche Gemeinsamkeiten und
Unterschiede weisen die Schülerinnen und Schüler auf?
Wie erkenne ich die interkulturellen, sozialen bzw. sonstigen
Komponenten eines Konfliktes?
Wie erfasse ich die sprachliche
Entwicklung der Schülerinnen
und Schüler und welche Konsequenzen und Chancen ergeben
sich für die Gestaltung der Unterrichtsarbeit in allen Fächern?
Welches Grundwissen über behinderungsspezifische Ausgangslagen benötige ich?
•
o
Lernschwierigkeiten
o
besonderen Begabungen
o
Schulmüdigkeit
o
Behinderung
o
Förderung von Schülerinnen
und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte
o
Jungen- und Mädchenförderung
Förderung in der deutschen
Sprache in allen Fächern
Kompetenzen und Standards
Kompetenz 4 (siehe auch Handlungsfeld 2): Lehrerinnen und Lehrer kennen die sozialen und kulturellen Lebensbedingungen
von Schülerinnen und Schülern und nehmen im Rahmen der Schule Einfluss auf deren individuelle Entwicklung.
Die Absolventinnen und Absolventen...
•
erkennen Benachteiligungen und realisieren pädagogische Hilfen und Präventionsmaßnahmen.
•
unterstützen individuell.
•
beachten die kulturelle und soziale Vielfalt in der jeweiligen Lerngruppe.
Entwurf für ein Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen
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Im System Schule mit allen
Beteiligten entwicklungsorientiert
zusammenarbeiten
Handlungsfeld 6
Handlungssituationen
Erschließungsfragen
Inhaltliche Bezüge
Berufliche Erfahrungen in multiprofessionellen Zusammenhängen
gemeinsam reflektieren und Konsequenzen ziehen (Hospitieren,
Beraten, Unterstützen)
Wie kann ich in Zusammenarbeit
mit an Schule Beteiligten zu
schulischen Entwicklungsprozessen beitragen?
• Rechtliche Grundlagen und
Grundsätze der Mitwirkung
Sich an Planung und Umsetzung
schulischer Projekte und Vorhaben
kontinuierlich beteiligen und Neues
in kollegialer Zusammenarbeit
erproben
Kollegiale Beratung als Hilfe zur
systematischen Unterrichtsentwicklung und Arbeitsentlastung
praktizieren
Sich an internen und externen
Evaluationen beteiligen und die
Ergebnisse für die systematische
Unterrichts- und Schulentwicklung
nutzen
In schulischen Gremien aktiv mitwirken
Schulinterne Zusammenarbeit und
Kooperation mit schulexternen
Partnern (u.a. Jugendhilfe, Kultur
und Sport) praktizieren
Wie kann ich in Kooperation mit
Kolleginnen und Kollegen Unterricht und Beratung kontinuierlich
und systematisch weiterentwickeln?
Welche Ressourcen des Systems Schule kann ich nutzen, um
mit Belastungen angemessen
umzugehen und Arbeitszeit und
Arbeitsmittel zweckdienlich und
ökonomisch einzusetzen?
Wie kann ich die Qualität meiner
eigenen Arbeit ermitteln und
verbessern?
• Arbeiten in multiprofessionellen
Teams
• Kollegiale (Fall-) Beratung
• Unterrichtsentwicklung und
Elemente von Schulentwicklung
• Selbst- und Ressourcenmanagement, effektives Verwaltungshandeln
• Instrumente zur Selbst- und
Fremdevaluation (z.B. Feedbackverfahren, Qualitätsanalyse
an Schulen)
Welche Organisationsmittel kann
ich zur routinierten Handlungsentlastung ökonomisch einsetzen?
Kompetenzen und Standards
Kompetenz 9: Lehrerinnen und Lehrer sind sich der besonderen Anforderungen des Lehrerberufs bewusst. Sie verstehen ihren
Beruf als ein öffentliches Amt mit besonderer Verantwortung und Verpflichtung.
Die Absolventinnen und Absolventen…
•
lernen, mit Belastungen umzugehen.
•
setzen Arbeitszeit und Arbeitsmittel zweckdienlich und ökonomisch ein.
•
praktizieren kollegiale Beratung als Hilfe zur Unterrichtsentwicklung und Arbeitsentlastung.
Kompetenz 10: Lehrerinnen und Lehrer verstehen ihren Beruf als ständige Lernaufgabe.
Die Absolventinnen und Absolventen…
•
reflektieren die eigenen beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen und deren Entwicklung und können hieraus Konsequenzen
ziehen.
•
nutzen Ergebnisse der Bildungsforschung für die eigene Tätigkeit.
•
dokumentieren für sich und andere die eigene Arbeit und ihre Ergebnisse.
•
geben Rückmeldungen und nutzen die Rückmeldungen anderer dazu, ihre pädagogische Arbeit zu optimieren.
•
nehmen Mitwirkungsmöglichkeiten wahr.
•
kennen und nutzen Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrkräfte.
•
nutzen formelle und informelle, individuelle und kooperative Weiterbildungsangebote.
Kompetenz 11: Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich an der Planung und Umsetzung schulischer Projekte und Vorhaben.
Die Absolventinnen und Absolventen…
•
wenden Ergebnisse der Unterrichts- und Bildungsforschung auf die Schulentwicklung an.
•
nutzen Verfahren und Instrumente der internen Evaluation von Unterricht und Schule.
•
planen schulische Projekte und Vorhaben kooperativ und setzen sie um.
•
unterstützen eine Gruppe darin, gute Arbeitsergebnisse zu erreichen.
Entwurf für ein Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen
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