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Chronik-Download - Deichelmaus

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Chronik
NZ Deichelmaus Spaichingen 1445 e.V.
Chronik
Die Wurzeln der Fastnacht
Die Wortwurzeln
Schon die Wortwurzeln von Fastnacht,
Fasnet oder Karneval sind skurril und
verworren: Die "Vastnacht" bzw. "Vasenacht" taucht einerseits um 1200 als
Vorabend des ersten Fastentages vor
Ostern auf. So war Fastnacht die
Bezeichnung für den Vorabend, später
für die Woche vor Aschermittwoch, mit
dem die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern
beginnt. In dem Begriff "Fastnacht"
steckt aber auch "faseln", was so viel
bedeutet wie: gedeihen, fruchtbar sein.
Beim rheinischen "Fasabend", "Fastelovend" hört man diese Wortwurzel heraus. Ehe die Fastnacht im 12. Jahrhundert durch die Kirche auf die Zeit vor
dem Fasten begrenzt wurde, feierte
man in ganz Deutschland die Fastnacht
als Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfest.
Fasching ist im süddeutschen und bayrischen-österreichischen Raum der Name
für Fastnacht. Fasching taucht im 13.
Jahrhundert als "vaschanc", "vastschang" auf. Das meint das Ausschenken des Fastentrunkes. Seit dem 17.
Jahrhundert ist Karneval das gleichbedeutende Wort für Fastnacht und
Fasching. Die gleiche Wortwurzel hat
das französische "carnaval" und das italienische "carnevale". Die genaue Herkunft ist letztlich unklar. Vermutet werden die Ableitungen vom lateinischen
"carnelevale" was "Fleischwegnahme"
bedeutet und dem lateinischen "carrus
navalis", dem Schiffskarren, der bei
feierlichen Umzügen zu Frühlingsbeginn
mitgeführt wurde.
Die Ursprünge
Zur Ausgestaltung von Fasnacht,
Fasching, Karneval…, wie sie sich heute zeigt, lassen sich viele Verbindungen
zu früheren Festen herstellen.
Für die Entstehung werden häufig die
Saturnalienfeste der Römer angeführt.
Dieses Fest wurde zu Ehren des griechischen Gottes Saturn gefeiert. Die - in
vielen Regionen noch heute praktizierte
- Verbrennung des Karnevals (in Gestalt
einer Strohpuppe) symbolisiert die
Tötung des Saturns und der jahreszeitliche Eintritt des Sonnengottes. Zu diesen Saturnalienfesten gehörte neben
üppigen Gelagen die Aufhebung der
Standesunterschiede - so wie der heutige Karneval keine Gesellschaftsunterschiede zwischen Narren macht (oder
machen sollte!). Für die Zeit des Festes
regierte ein hierfür gewählter Fürst, vergleichbar dem heutigen Prinz Karneval.
Während seiner Herrschaft wurde verdrehte Welt gespielt. So wurden beispielsweise Sträflingen die Ketten abgenommen, Herren und Diener tauschten
ihre Kleidung und die Herrscher bedienten ihre Sklaven… Die Römer, so heißt
es, sollen die Frühlingsbräuche in Meso-
Seite 2
potamien, dem Zweistromland kennen
gelernt haben. Hier wurde als Fruchtbarkeitskult der Göttin Isis mit rauschenden
Festen gehuldigt. Die alten Römer, wo
wird gesagt, sollen ihre Saturnalien mit
ihren Eroberungszügen an den Rhein
gebracht haben, als Vorläufer für den
späteren Karneval. Die Römer verließen
um das Jahr 400 wieder ihre germanischen Provinzen, doch der Karneval
blieb. Die Kelten feierten um diese Jahreszeit "Imbolc", das Fest der keltischen
Göttin Brigid. Es ist der Beginn des
Frühlings, Imbolc ist die Zeit des wiederkehrenden Lichtes, die Tage werden länger. Die Göttin Brigid, die den Winter
über die Herrin der Unterwelt war, kehrte mit diesem Fest symbolisch zurück.
Während des Festes verbrannten die
Menschen ebenfalls eine Strohpuppe,
die den Winter darstellen sollte. Mit viel
Lärm und Maskeraden wurden die
unfruchtbaren (bösen) Geister des Winters, der dunklen Jahreszeit vertrieben,
um den fruchtbaren (guten) Kräften
Platz zu machen. Auch die Germanen
feierten das Winteraustreiben. Auch sie
glaubten, dass während des Winters
böse Geister und Dämonen die Herrschaft führten. Um diese Mächte zu vertreiben und dabei nicht erkannt zu werden, versteckten sie ihre Gesichter hinter Masken. Sie schrieen und machten
Krach mit Lärminstrumenten - wie heute
noch Singen und Lärmen zur Fastnacht
gehören. Auch der germanischen Göttin
Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit, wurde gehuldigt. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtete in seinem
Werk "Germania" über einen Umzug zu
Ehren der Meeresgöttin Nerthus, der
Mutter der Erdgöttin Freya, die in einem
Kultwagen in Schiffsform mit Kuhgespann durch die Straßen gezogen wurde. Wo immer der Wagen mit der Göttin
vorbeikam, herrschten Freude und ausgelassenes Feiern. Im Karneval bleibt
dieses heidnische Überbleibsel erhalten
und wir alle kennen das Narrenschiff,
mit dem beim Straßenkarneval die organisierten "Jecken" herumziehen. Noch
im Jahre 1133, als Köln schon seit über
300 Jahren Sitz eines Erzbischofs war,
wird von ausufernden Festen zu Ehren
der Göttin Nerthus berichtet. Zwischen
Rom und dem Rheinland vertrieben die
Alemannen den Winter mit Maskenspiel,
Trommeln, Pfeifen, selbst geschnitzten
Masken und wilden urtümlichen Vermummungen und Tänzen. Sie ließen
sich von den Festen der Römer nicht
beeindrucken und hielten an ihrem alten
Brauchtum fest - und das ist noch heute
so!
Entwicklung
Auch im Mittelalter gab es während der
Fastnacht keine Standesunterschiede.
Das gediegene fette Essen vor der
Fastenzeit stand aber zu dieser Zeit im
Vordergrund und war wichtiger als eine
Maskierung. Reformation, Gegenreformation und der Dreißigjährige Krieg
unterdrückten das karnevalistische Treiben. Erst im 18. Jahrhundert feierten die
Kurfürsten wieder einen höfischen Karneval - in venezianischen Masken. Der
so erneut "importierte" Karneval war in
Venedig ebenfalls aus den Saturnalienfesten entstanden. Mindestens seit dem
11. Jahrhundert feiert man in Venedig
den Carnevale, die erste urkundliche
Erwähnung stammt aus dem Jahr 1094.
Mozart schwärmte 1771 vom Karneval
in Venedig, der durch das Tragen von
Masken keine Standesunterschiede
kennt und Jung und Alt vereint. Die
Maskenfreiheit starb unter napoleonischer Herrschaft. Erst 1979 belebten die
Venezianer die alte Tradition des
Maskentragens zu Carnevale wieder.
Unter Napoleon war das öffentliche Karnevalstreiben auch im Rheinland verboten! Als 1815 die Franzosen das Rheinland verließen und die Preußen kamen,
waren auch diese gegen Karneval eingestellt. Die Rheinländer parodierten die
preußischen Uniformen und verspotteten den preußisch-zackigen Militärgruß.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es
die Form des heutigen rheinischen Karnevals, damals entstanden auch die traditionellen Karnevalsvereine. Fastnachtsfeste und Faschingsbräuche im
süddeutschen und südwestdeutschen
Raum sind gleichfalls Ergebnis dieser
Wiederbelebung. Und auch wenn der
Rhein in seinem ganzen Lauf die Hochburgen der Narretei vereint, entstanden
auch weit entfernt von seinen Ufern, beispielsweise an der Isar und der Saale,
Faschingskomitees mit Elferräten und
Prinzenpaaren. Die Italiener waren es,
die schließlich im 19. Jahrhundert den
Karneval nach Brasilien brachten - wieder in einem Schiff voller Narren. Seither
wird auch dort zur "fünften Jahreszeit"
Karneval gefeiert, allerdings ist dort
dann Sommer. Weil nach Brasilien auch
versklavte Afrikaner verschleppt wurden, mischte sich unter das aus Europa
importierte Brauchtum der Rhythmus
von Afrika. Inzwischen hören wir die
Samba-Klänge schon aus den Schweizer Bergen wiederhallen, denn hier tauchen sie in der Guggenmusik wieder
auf. So kenne wir heute Fasnacht,
Fasching, Karneval als ein überschäumendes, multikulturelles Fest, das überaus salonfähig ist - schauen wir nur ein
wenig über dein eigenen Tellerrand!
Chronik
Spaichinger Fasnetslieder
Spaichinger Narrenmarsch
Ein Hoch der Spaichinger Fasnet
I. Wenn in Spaichingen die Zeit der frohen Fasnet ist,
wenn alles lustig ist, die Sorgen ganz vergisst,
kommt Prinz Karneval mit seinem hohen Elferrat,
alles lacht und singt von früh bis abends spat:
OHO ! Herbei ! Und singt die Melodei:
Refrain:
Fasnet, Fasnet, ist die schönste Zeit,
Fasnet, Fasnet, freut sich weit und breit.
Alt und Jung kommt in Schwung, OHO ! OHO !
Hoch leb‘ die goldne Fasnetszeit !
I. Was täten wir Narren, wenn d’Fasnet nicht wär,
einmal im Jahr
Wir fühlen, dass kaum uns was wichtiger wär,
einmal im Jahr
Drum geht es bei uns eben wieder mal rund,
einmal im Jahr
Die Spaichinger Fasnet in jeder Mund,
einmal im Jahr
Refrain: Ein Hoch der Spaichinger Fasnet heut......
Refrain:
Ein Hoch der Spaichinger Fasnet heut,
OHO, OHO, OHO
Wir Spaichinger Narren sind hoch erfreut,
OHO, OHO, OHO
Denn jedes Jahr zur Fasnetzeit
OHO, OHO, OHO
Tragen wir stolz unser Narrenkleid
OHO, OHO, OHO
II. Ja in unserem Städtchen ist es immer wunderschön,
wenn die Fasnet ist, musst auch Du hingeh’n,
Deine Sorgen, Deinen Kummer bist Du frei und los,
singst Du mit das schöne Liedchen bloß:
OHO ! Herbei ! Eins, Zwei, Drei:
Refrain
III. Freud‘ in Ehren zu verwehren, kann kein Mensch der Welt,
darum sei mir kein Philister, der sich nicht zu uns gesellt,
sing‘ und lache und genieße, Freud, und trink mit voller Kraft,
mit uns allen echte Narrenbrüderschaft
OHO ! Herbei ! In Lied und Treu:
Refrain
IV. Ist in Spaichingen die Zeit der frohen Fasnet um,
aller Lärm verrauscht und auch das BUM-BUM-BUM,
tönt und summt es immerfort das ganze Jahr im Ohr,
unser frohes Lied der Narrenchor:
OHO ! Herbei ! Die schöne Melodei:
Refrain
II. Drum freuen wir Narren uns, das ist ja klar,
einmal im Jahr
Besonders erfreut ist das Prinzenpaar,
einmal im Jahr
Wir Spaichinger wir haben Narrenblut,
einmal im Jahr
Refrain: Ein Hoch der Spaichinger Fasnet heut......
von Prinz Rudolf von Dur und Moll (Kampagne 83/84)
Seite 3
Chronik
Häsbeschreibung
1. Deichelmaus
Die Deichelmaus gibt unserer Zunft den Namen. Im Jahre
1825 hatten Spaichinger Zimmermannsleute den Auftrag "Deichel" herzustellen. Eine Deichel ist ein Wasserrohr aus Holz.
Und so kam es, daß zwei Zimmermannsleute, nachdem sie
von beiden Seiten einen Holzstamm durchgebohrt hatten, zur
Kontrolle eine Maus durch die gebohrte Deichel marschieren
ließen, um ja sicher zu gehen, daß sie eine durchgehende
Bohrung hatten. Somit war der Spitzname der Spaichinger entstanden. Dieses Maskenkleidle entstand 1965, als in Spaichingen zum zweiten mal nach dem Kriege, wieder eine Narrenzunft ins Leben gerufen wurde. Erklärung des Maskenkleides:
Das Kleid ist mausgrau. Es zeigt uns auf der Vorderseite das
Spaichinger Stadtwappen. Auf der Rückseite ist das Deichelbohren mit der Maus dargestellt. Im Hintergrund dieser Bemalung ist der Dreifaltigkeitsberg zu sehen. Die Deichelmaus trägt
graue Handschuhe und schwarze Schuhe.
Eigenschaft aufweist. Das Strohhansele trägt grundsätzlich
weiße Handschuhe und schwarze Schuhe. Das Rockhansele
trägt außerdem noch ein weißes Hemd unter der Pelerine und
eine rote Tallienschärpe. Dem Strohhansele wir heute noch
aus der Überlieferung folgender Narrenspruch aufgesagt:
Hansele du Lump, Hansele du Lump,
hoscht net denkt, daß d´Fasnet kumt!
Hetescht s´Maul mit Wasser griebe,
wär dr´s Geld im Beutel bleibe,
Hansele du Lump.
Dieser Spruch läßt sich bis ca. 1850 zurück verfolgen. Zur
damaligen Zeit wurde schon in Strohvermummungen von Wirtschaft zu Wirtschaft gezogen, um so Mitmenschen ihre
Schandtaten aufzusagen. Da auch schon damals so ein Streifzug durch die Wirtshäuser nicht ohne Geldeinbußen bieb, entstand eben von den Nichtmaschkerer dieser Narrenspruch auf
das Strohhansele.
2. Strohhansele
Die Entstehung des Strohhanseles läßt sich bis zum Anfang
des vorigen Jahrhunderts
(1800) zurück verfolgen. Es gibt
verschiedene Deutungen für die
Gestaltung dieses Maskenkleides. Eine Erklärung spricht
davon, daß das Kleid an die
Kinder erinnern soll, die einst
auf der Spaichinger Gänsweide,
beim Gänsehüten sich gegen
die Kälte mit Stroh von den Feldern schützten. Deshalb zeigt
eine Maske einen kindlichen
Gesichtsausdruck. Eine andere
Erklärung bringt das Strohhansele mit dem Spaichinger Funkensonntag (Baurefasnet) in
Verbindung. Der heute noch
erhaltene
Funkensonntag
(Sonntag nach Fasnet) geht auf almemannsiche Urkulte
zurück, bei denen auch Strohvermummungen getragen wurden. Es sei daran erinnert, daß an einem Funkensonntag eine
Strohpuppe als Winterhexe verbrannt wird (Winteraustreibung). Die Narrenzunft Deichelmaus führt zwei Maskenkleidle,
einmal in Rockausführung, zum anderen in Hosenausführung.
Beide Ausführungen sind unabhängig d.h. sie stellen kein Paar
dar. Das Strohhansele gibt es mit zwei verschiedenen Maskengesichtern: Einmal das kindliche Gesicht, das für Rock- und
Hosenausführung getragen werden kann, und das herbe Männergesicht, das nur zur Hosenausführung getragen wird. Die
Saubloter stellt das sogenannte Treibhilfsmittel dar, mit denen
man die Gänse auf die Weide und wieder heim getrieben wurden. Das Kleid wird mit 8cm zugeschnittenem, geflochtenen
Stroh auf rotem Untergrund hergestellt, bzw. genäht. Anschließend werden die aufgenähten Geflechte mit einem Spezialtransparent- Lack eingestrichen (imprägniert), damit das Strohgeflecht im getrocknetem Zustand eine besonders flexible
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3. Schellennarr
Der Schellennarr wurde in Anlehnung an die Urkunden von
1445 und 1513 aus dem staatlichen Archiv Karlsruhe nachgestaltet. Die Urkunde beinhaltet, daß zur Fasnetszeit ebenfalls
eine Naturaliensteuer an die Herrschaften der Obervogtei
Oberhohenberg der Bauersleute abgegeben werden mußte. In
Spaichingen und Umgebung war es üblich, daß als Fasnetssteuer eine Henne, sprich Gullä oder Eier, abgegeben wurde.
Deshalb nennt sich unser Schellennarr "Gulläziiser". Unser
Schellennarr (Weißnarr) ist an der Fasnet 1965 ins Leben
gerufen worden.
Die Maske selbst ist eine Glattmaske. Die Maske wird
umrahmt von zwei Fuchsschwänzen, wobei sie die Eitelkeit
und Schlauheit der Herrschaft darstellen. Auf der Maske ist die
Fasnetshenne, oder Gullä genannt, im sogenannten Steuerkörbchen befestigt. Das Maskentuch zieht rechts das Spaichinger Stadtwappen, links das Wappen der Grafschaft von der
Obervogtei Oberhohenberg. Die ringsum verlaufenden Pflan-
Chronik
Häsbeschreibung
zenornamente (Silberdistel und Enzian) am Maskentuch, als
auch am Ärmel links und rechts, symbolisieren die Kargheit
der dem Primtal umliegenden Landschaft. Die Vorderseite der
Jacke des Kleidles zeigt das Wappen von Vorderösterreich, wo
Spaichingen von 1381 bin Ende 1805 angehörte. Die Rückseite mit dem Gullä und der Mühle symbolisieren Wohlstand und
reges Geschäftstreiben. Die Hose des Schellennarr zeigt auf
der Vorderseite des rechten Beines die ziisende Bauersfrau
und auf der Vorderseite des linken Beines die Obrigkeitsfigur
des Vogtes oder Herrschaft. Auf der Rückseite des rechten
Beines wird der Zinseintreiber mit Eierkorb dargestellt. Die
Rückseite des linken Beines zeigt die Überwachung der Steuergesetze symbolisiert durch die Hellebarde. Das Geschell
symbolisiert aus den heidnischen Überlieferungen, die Vertreibung der bösen Dämonen, auch als Wintergeist. Der Schellennarr trägt grundsätzlich weiße Handschuhe und schwarze
Schuhe.
4. Andere Narrenfiguren
In den früheren Jahren (bis Ausgang der 60er Jahre) gehörten
zum Spaichinger Fasnetsbild auch die schwarzen Dominos.
Zeitweise hatte der Domino das Strohhansele fast verdrängt. 20er Jahre- Das Narrenkleid bestand aus einem schwarzen
Kapuzenmantel. Als Maske wurde eine schwarze Stoffmaske
verwendet. Vielleicht war dies eine Anlehnung an die früheren
Herrenfasneten. Der Narr war ganz in schwarz gekleidet. Es
war ein sehr bequemes Kleid und ganz besonders für die
Wirtshausbesuche geeignet. Die Dominos führten sich keines-
wegs als wilde Gesellen auf, sondern ließen aus ihren Dosen
Süßigkeiten (Pralinen, Bonbons) "schnupfen". Dabei wurden
den nicht verkleideten Mitmenschen ihre Schandtaten oder
nette Fasnetsspruch aufgesagt. "Maschkern" nannte man das
Ziehen von Wirtschaft zu Wirtschaft. In Spaichingen ist es ein
besonderer Brauch, den Mitmenschen in Form des "Maschkerns", der Moritatentafel oder der Narrenzeitung seine
"Schandtaten" vorzuhalten. Auch der Schellennar, das Strohhansele und die Deichelmaus verteilen Süßigkeiten und sagen
Sprüche auf. Leider ist der Domino fast gänzlich verschwunden. Die Träger waren auch nie durch die Zunft organisiert. Die
Kleidle gehörten Privatpersonen. Durch das schnelle Anwachsen unserer Stadt wurden die sogenannten Schandtaten nicht
mehr publik. In den früheren Jahrzehnten wurde so manches auf
den Hausbänkle einander erzählt und es kamen Streiche zutage,
die sich für die Fasnet verwenden ließen. Durch die starke Veränderung in unserer Gesellschaft wurde der Gesprächsstoff für
die Dominos immer weniger. Noch ein weiteres Maskenkleid
bevölkerte das Spaichinger Maskentreiben, das Fleckenhansel
(abfällig Lumpenhansele genannt). Diesen Narrenkleid wurde
auch von Privatpersonen hergestellt und war nicht der Zunft
angegliedert. Das Strohhansele war früher sehr teuer in der
Herstellung und auch sehr empfindlich in seiner Haltbarkeit.
Viele Mütter sind deshalb hingegangen und haben ihren Kindern das billigere und strapazierfähigere Fleckenhansel
genäht. Dieses Kleid soll es allerdings auch schon anfangs
des 19. Jahrhundert gegeben haben. (Aufzeichnung von 1938)
Seite 5
Chronik
Chronik der Narrenzunft Deichelmaus Spaichingen 1445 e.V.
Wenn wir heute auch nicht mehr mit
aller Bestimmtheit nachweisen können,
wann die Spaichinger Fastnacht eigentlich entstanden ist, so genügen uns
doch die wenigen Dokumente, die über
alle Schäden und Brände des 30-jährigen Krieges hinaus, uns bis heute überliefert sind. Insbesondere ist es hier das
Hohenbergsche Lagerbuch. Auf der
ersten Seite dieses Archivbuches ist
eine Abschrift daraus aus dem 15. Jahrhundert festgelegt. Eine Urkunde des
gleichen Inhalts wurde ferner aus dem
Jahre 1518 im Landesarchiv zu Innsbruck gefunden. Beide Dokumente
geben Zeugnis davon, dass die Spaichinger Fastnacht oder besser gesagt
„Fasnet“, sehr alt ist. Zwar sind uns
Berichte über die nächsten 200 - 300
Jahre zum Teil durch die Schäden des
30-jährigen Krieges und teilweise auch
durch die Folgen des Bauern- und des
Spanischen Erbfolgekrieges verloren
gegangen. Die Tatsache aber, dass die
Fasnet in Spaichingen heute noch existiert und so die Zeiten der Aufklärung
glorreich überstanden hat, beweisen
uns zur Genüge, dass sie dem Wesen
unserer Bevölkerung entspricht und
arteigen gut ist. Dies wird durch den
Funkensonntag der gerade in Spaichingen sich bis auf den heutigen Tag in
Seite 6
einer Reinheit und Schönheit erhalten
hat, wie kaum irgendwo, noch weiter
erhärtet. Nicht mehr erklären lässt sich
die Art der Spaichinger Fastnacht. Ob
eine ausgesprochene Fastnachtsgestalt
vorhanden gewesen ist, wissen wir nicht
mehr. Ausgehend von der oben genannten Urkunde kann man aber zu folgender Deutung kommen, ohne dabei allerdings den Anspruch auf Richtigkeit zu
stellen: Zurück schließend aus den heute noch in Spaichingen herrschenden
Gebräuchen erscheint die Deutung der
Herrenfastnacht dahin richtig, dass die
damals noch lehenrechtlich gebundenen Spaichinger und Hofener Einwohner
eine „Herrenfastnacht“ veranstaltet
haben d.h. sie haben als weltliche oder
geistliche Herren verkleidet deren Sitte
und Gebrauch nachzuahmen versucht.
Zu dem allen Sinn der Fasnet scheint
also noch ein politisches Moment
gekommen zu sein. An dieser Deutung
würde auch die Richtigkeit der anderen
Ansicht, dass obige Urkunde lediglich
von einer Tributpflicht an der Fastnacht
sprechen will, nichts ändern, es würde
sich dann nur über das Alter unserer
Fastnacht streiten lassen. Auf alle Fälle
aber hat sich die Sitte, in Dominos und
Larven jährlich ein Narrenlaufen zu veranstalten, bis auf den heutigen Tag
erhalten. Allerdings scheinen zum mindesten die Gesichtslarven insofern eine
Wandlung erfahren zu haben, als die
früheren Holzlarven, die nachweislich
hier in Spaichingen angefertigt worden
sind, heute aber in Wellendingen sein
sollen, im Laufe der Jahre immer mehr
in leichtere Larven hinübergewechselt
haben. Auf alle Fälle steht fest, dass im
alten Sternen in Hofen noch vor 100
Jahren derartige Holzmasken angefertigt worden sind. Uralt ist hier ferner der
Brauch, an diesen Tagen durch sogenannte Moritatentafeln die Fehler der lieben Mitmenschen zu geiseln. Auf dieser
Tafel werden diese Begebenheiten bildlich dargestellt. Dazu gehören ein oder
zwei Ansager und ein Chor. Die Vortragensweise ist so:
Ansager: Ischt dös it der...?
Chor: Doch dös ischt der...!
Ansager: Hätt der it...?
Chor: Doch der hätt...!
und so geht's bis zum Ende!
Diese Tafel ist das Erbstück der Hofener, die ihr Erbe bis auf den heutigen
Tag erhalten haben.
Chronik
1445
Erste urkundliche Erwähnung (Staatsarchiv Karlsruhe)
1513
Urkundliche Erwähnung im Urbar 248/I
Seite 141 der Grafschaft Hohenberg
(Landesarchiv Innsbruck). Die Urkunden
berichten: „Die von Spaichingen geben
ein jedes Haus jährlich ein Fastnachtshuhn“ (an die Herrschaft - Herrenfasnet).
1577
Urkundliche Erwähnung im Lagerbuch
der Grafschaft
1864
Verschiedene
Vereins-Fastnachten,
anscheinend aber kein Umzug, jedenfalls erwähnt der Chronist nichts davon.
1865
Am Fastnachtsmontag 1 Uhr Umzug vom
Hirschen in Hofen bis zum Waldhorn in
Spaichingen: „Die Eisenbahn des oberen
Schwarzwaldkreises nach neuester Konstruktion“. Der abschließende Bericht (Nr.
25) lautet über das Jahr 1865: „Gegen die
Vorjahre war der heurige Fasching ziemlich belebt. Die Reihe der Bälle eröffnete
schon 14 Tage vor der Fastnacht der
Musikverein dem am Fastnachtssonntag
der Ball des Turnvereins folgte. Nebenbei
fanden an diesem Tage in zwei weiteren
Wirtshäusern Tanzveranstaltungen statt,
so dass für die tanzlustige Welt Gelegenheiten genug geboten waren. Der Glanzpunkt der Fastnacht bildete aber die am
Montag gegebene Schwarzwaldbahn, der
am Dienstag ein „Gewerbeverein“ - beide
von einer größeren Gesellschaft von
Hofen aufgeführt - folgte. Sodann war ferner ein Moritat bemerkenswert. In einer bei
der letzteren zur Verteilung gebrachten,
gedruckten Beschreibung war auch manches Vergangene in satyrischer Weise
gegeißelt. Abends bereitete das tolle Treiben der Masken manches Vergnügen“.
1582 (22.5.)
Hohenberg (Staatsarchiv Stuttgart).
1825 (19.2.)
Der Stadtrat von Spaichingen erlässt folgende Verordnung:
„Das Maskenlaufen über die bevorstehende Fastnachtszeit wird dahin
beschränkt, dass dasselbe am Montag
und Dienstag von vormittags 10.00 Uhr
bis abends 6.00 Uhr erlaubt sein solle
und für die Übertretung dieser Anordnung wird eine Strafe von 1 Gulden festgesetzt“.
1848
Mit Gründung des Heuberger Boten sind
auch fortlaufend Zeitungsberichte über
die Spaichinger Fasnet vorhanden. Es
wird über Fasnetsfeiern und -umzüge
berichtet. Mitte des 19. Jahrhunderts
erschien an den Fasnetstagen keine
Tageszeitung in Spaichingen. An den
Vortagen wurde darauf hingewiesen.
1849
Das Stadtschultheißamt gibt bekannt,
dass Masken, die sich unanständig
benehmen, arretiert werden. Regelmäßige Berichte aber haben wir auch vom
Spaichinger Heimatblatt, dem „Heuberger Bote“. Insbesondere fallen bei dem
sehr kleinen Umfang der damaligen Zeitung die grossen Annoncen über Kostüme aller Art auf.
1863
Am Fastnachtsmontag vormittags ein
großer Umzug zu Pferd mit Musik an der
Spitze. Am Aschermittwoch im Waldhorn
„Fastnachtsbegrabung“ bei Katzenjammersalat, Heringen, Schnecken, Stockfischen und Sauerkraut. Hierzu ladet
ein: Bernhard Bühler. Dazu ein Vermerk
in der 19/1863: Wegen der Fastnacht
erscheint nächsten Mittwoch kein Blatt.
Seite 7
Chronik
1866
In Jahre 1866 gab es noch größere
Anzeigen über Kostüme. Ferner konnte
man viele Anzeigen lesen über Veranstaltungen. Jedoch wurde nichts berichtet über einen Umzug.
eines Kollegiums, das aber jedes Jahr
zusammengestellt wurde. Eine feste
Bindung war also noch nicht vorhanden,
weshalb auch viele Feiern bzw. Umzüge
manchmal nichts besonderes dargestellt
haben.
1867/1868
Ähnlich ist es in den Jahren 1867 und
1868. Hier verweist der Chronist erstmals auf neue Kostüme. Er preist an:
(1867) „Maskenkleider in allen Trachten
aus feinstem Seidensamt, wie sie bis
dahin in Spaichingen noch nie gesehen
wurden, verziert mit Gold- und Silberorden“.
1899
Der Chronist aus dem Jahre 1899
scheint also Recht gehabt zu haben,
wenn er am 16.02.1899 geschrieben
hat:
„Die Töne der Musik sind verstummt, der
Mummenschanz ist vorüber und die
Herrschaft des Prinzen Karneval hat ein
jähes Ende gefunden. Auch diesmal
lässt sich die Tatsache konstatieren,
dass der Fasching auf der Strasse sich
überlebt hat und allmählich völlig
abstirbt. Die Ursachen liegen auf der
Hand: Es sind das hochentwickelte Vereinswesen, der solchen Dingen abholde
Zeitgeist und - in manchen Fällen wenigstens - die großen Opfer an Geld, welche die Veranstalter und Teilnehmer
öffentlicher Umzüge bringen müssen,
wenn wirklich etwas Sehenswertes zu
Stande kommen soll. Während die Huldigungen für den Prinzen Karneval in
den einzelnen Vereinen gut ausfielen
und getanzt, musiziert und gefestet wurde, dass es eine Art hatte, boten die
Strassen fast durchweg den alltäglichen
Eindruck und nur wenige Masken wag-
1869
Hier fanden wieder sehr viele VereinsFastnachten statt. Dann: "Bekanntmachung! Am Dienstag Nachmittag 9.
Februar erfolgt die feierliche Eröffnung
der Bahnstrecke Balgheim - Hofen!
Die Narrenkommission."
1870/1871
Infolge des Krieges waren keine Feierlichkeiten.
1872 - 1898
Diese Jahre brachten mit großer Regelmäßigkeit neben den vielen VereinsFastnachten Umzüge aller Art. Die
Organisation lag meist in den Händen
Seite 8
ten sich schüchtern hervor, so dass die
beiden Faschingstage ohne Ausschreitungen, und Unfälle vorübergingen und
am Morgen des Aschermittwoch für
mancher, sich nur zwei unangenehme
Nachwehen sich einstellten: Ein schwerer Kopf und ein leeres Portemonnaie.
Schäden die sich wieder gut machen
lassen“. Ein besserer Geist scheint aber
bereits wieder mit dem folgenden Jahre
eingekehrt zu sein, auf alle Fälle hat der
damalige Chronist unsere Fastnacht mit
mehr Liebe behandelt als der von 1899,
der in der Fastnacht fast nur eine Ausschreitung sah.
1900
Heuberger Bote vom 27.02.1900: „Mit
den Huldigungen für den Prinzen Karneval machte gestern Abend der Gesellenverein den Schluss, nachdem die übrigen Vereine in der früher gemeldeten
Reihenfolge dem Herrscher in der Narrenkappe Ihren Tribut gezollt. Von diesen Festivitäten von der ersten bis zur
letzten zeigte sich frische, fröhliche Heiterkeit und teilweise ein urwüchsiger
Humor, der jedoch für niemand, der
einen Scherz vertragen kann, verletzend
war, so dass alles in schönster Ordnung
und Harmonie verlief. Auch „der
Fasching auf der Strasse“, nach langer
Unterbrechung durch einen großen
öffentlichen Umzug und verschiedenen
Chronik
zur Aufführung gebrachte Darstellungen
gefeiert, nahm bei prachtvollem Wetter
einen ganz hübschen Verlauf. Am heutigen letzten Tage wird jedoch in der
Öffentlichkeit nicht mehr viel zu sehen
sein: Ein Paar Dutzend Masken, die
Hauptsache wird sich heute Abend noch
in etlichen Wirtschaften abspielen, denn
Fasching - fare well!
Am Fastnachtsmontag findet hier ein
großer Masken-Umzug statt. Derselbe
setzt sich präzis 1 Uhr von der Bahnhofstrasse aus in Bewegung und enthält
folgende Gruppen:
I. Die Deutschen in Kiautschau
II. Dreifuss vor Gericht
III. Gefangennahme der Engländer
durch die Bauern
IV. Einführung des Bürgerlichen
Gesetzbuches
V. Eine Zigeunergesellschaft.
Das Comite
1901
Die Kälte des Jahres 1901 mit teilweise
über 20° hat auch der Fastnacht
Abbruch getan. „Freilich macht man
auch hier schon seit Jahren die Beobachtung, dass öffentliche Fastnachtsaufführungen immer seltener werden
und der karnevalistische Geist fast ausschließlich in den Vereinen sich geltend
macht. Der heutige Hauptnarrentag wird
uns, wie bereits erwähnt, von der Fastnacht auf der Strasse wenig vorführen,
abgesehen von den alljährlich, in teils
verbesserter, teils verböserter Auflage
erscheinenden größeren und kleineren
Gruppen von narrechten Männelein und
Weiblein - Prinz Karnevals letzten
Getreuen“!
1902
Die Fasnet wird erstmals von einem
Elferrat organisiert. Dann erscheint im
Jahre 1902 ein Vorbericht, der erstmals
auf den tiefen Sinn der Fastnacht eingeht. Es heißt: „Den Winter zu bannen
und Frühlingshoffnungen in der Menschenbrust zu wecken, dürfte wohl überhaupt die Grundlage sein, auf welche
diese alten Volksbräuche zurückzuführen sind“. Das sind Worte, die dem
Munde unseres Präsidenten von 1938
aus dem Munde genommen sein könnten. Dann fährt das Jahr 1902 wie folgt
fort:
Anzeige:
Narretei Spaichingen
Gründung im 20. Jahrhundert
Am Fastnachtssonntag den 10. Februar
1902 im Rösslesaal:
Am Samstag erschien auch eine Narrenzeitung unter dem Titel „Der Scherenschleifer“, die gute und schlechte
Witze in einem Kunterbunt brachte.
Gelungen waren unter anderem auch
die Satiren gegen den Heuberger Boten,
über die wir selbst herzlich lachen mussten, obwohl eine auf einem Missverständnis beruht. Von durchschlagendem
Erfolg aber wäre gegenüber unserem
Scherz in Nr. 15 die Erwiderung. „Der
Scherenschleifer“ ist die einzige Zeitung
welche jedermann alles recht zu
machen versteht, gewesen, wann die
Redaktion des Narrenblattes in den
Grenzen des harmlosen Spaßes geblieben wäre. Nun aber musste, wie wir
hören, von den Herausgebern die Restauflage infolge von anderer Seite eingelaufener Beschwerde vernichtet werden
und jene Bemerkung wurde so zu einer
bitteren Ironie. Für ein Narrenblatt gibts
eben auch keine unbeschränkte Narrenfreiheit und auch manche dort veröffentlichten Inserate müssen wegen ihrer
Anstößigkeit eine scharfe Verurteilung
erfahren“.
1906-1910
Die Jahre 1906-1910 sahen die Spaichinger Fastnacht wiederum in keinem
günstigen Licht.
Im Jahre 1907 führte der Turnverein vor
dem Rathaus einen Spanischen Stierfechterreigen vor.
Im Jahr 1908 verlief sie ebenso ruhig.
Die Öffentlichkeit verlor immer mehr das
Verständnis.
Das Jahr 1909 brachte allerdings eine
sehr gelungene Tafel, sonst aber wenig
Sinn für die eigentliche Fastnacht.
1911-1926
Wie in den bisherigen Jahren konzentrierte sich die Fastnacht auch in diesem
Abschnitt mehr auf die Vereinsfeierlichkeiten. Das Jahr 1911 bildete insofern
eine Ausnahme, als sich hier eine
Gesellschaft unter Leitung von Direktor
Müller zusammenschloss und einen gut
durchgeführten und sehr erfolgreichen
„Bunten Abend“ veranstaltete, dessen
Programm allerdings zum Teil von auswärtigen Künstlern bestritten wurde. Die
Spaichinger Fasnet näherte sich dem
Fasching. Der Betrieb auf der Strasse
beschränkte sich auch im Jahre 1911
auf das übliche Maskentreiben ohne
jegliche einheitliche Ordnung und Leitung. Im Jahre 1912 wurde versucht,
eine einzige große Volksfastnacht
durchzuführen; geeinigt aber haben sich
nur der Militärverein und der Arbeiterbil-
dungsverein, die zusammen eine gute
Veranstaltung aufgezogen haben. Der
Betrieb auf der Straße war der Übliche.
Ähnlich lagen die Verhältnisse 1913.
Das Jahr 1914 brachte als Erlebnis den
Alpenball des Liederkranzes. Der Turnverein führte sogar einen Maskenball
mit Prämierung durch. Der Umzug war
dagegen wie früher, klein und uneinheitlich. Dann kamen die Kriegsjahre 19141918. Nach dem Kriege wurde erstmals
wieder im Jahre 1921 versucht, die
Feiern wieder aufzunehmen. Kriegsfolgen, Leid, Tod und Elend und dazu noch
die drohende Inflation ließen aber keine
Fastnachtsstimmung aufkommen.
Etwas lebendiger war die Fastnacht des
Jahres 1922. In den Jahren 1923 - 1926
ging es aber vollends bergab. Zuerst die
ungeheure Entwertung und dann im
Gefolge die Arbeitslosigkeit mit ihrem
Elend für Millionen und Abermillionen
ließen Fastnachtsfeiern nicht mehr aufkommen. Statt Freude - Verzweiflung!
Die Spaichinger Fastnacht schien langsam aber sicher dem Aussterben preisgegeben. Trotzdem wurde 1924 ein
neuer Elferrat gebildet.
1925-1930
Durch eine Verordnung des Württembergischen Innenministeriums wurde
das Fasnetstreiben weiter eingeschränkt.
1927
Motto: „Spaichingen ist ein Narrennest
schon seit vielen Jahren gewest“
Präsident: Conrad Mayer
Weitere Mitglieder des 11-er Rates:
Josef Engesser, Paul Schumacher,
Gustav Bühler, Franz Merkt z. Engel,
Karl Schmid z. Schlüssel, Leopold
Merkt, Gregor Hamma z. Hasen, Oskar
Groner, Stadtbaumeister Gartmaier,
Paul Späth
Narrenvater: Paul Bertsch
Prinz: Fritz Güntner
„Spaichingen ist ein Narrennest schon
seit vielen Jahren gewest“. Unter diesem Motto fand am 05.02.1927 im Engel
die Gründungsversammlung der Narrenzunft statt.
Das Ziel bestand darin, dem hier
üblichen Dominowesen entgegenzutreten und die öffentlichen Fastnachtsfeiern in geordnete Bahnen zu lenken.
Dies suchte man zu erreichen durch
einen alljährlichen Umzug. Die Generalversammlung der Narrenzunft Spaichingen fand am 12.02.1927 im Engel statt:
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Chronik
Tagesordnung
1. Bericht über die Gründungsversammlung
2. Statutenberatung
3. Wahlen
4. Verschiedenes
Der Einladung des provisorischen
Arbeits- und Werbeausschusses haben
die hiesigen Narren und solche die es
werden wollen, recht zahlreich Folge
geleistet, so dass sich die Zahl der
Anwesenden auf fast 100 Personen
belief. Stadtschultheiß Dr. Winker betonte in seinen Eröffnungsworten, dass der
Gedanke, mehr Organisation, Ordnung
und Kultur in unsere Fastnacht zu bringen, in der Stadt lebhaften Anklang
gefunden habe und dass sich bis jetzt
200 Personen als Mitglieder der Narrenzunft angeschlossen haben. Er dankte
dem Arbeits- und Werbeausschuss und
gab dem provisorischen Schriftführer
Conrad Mayer das Wort zu Erstattung
des Berichtes über die seitherige Tätigkeit des Ausschusses. Dann trat man in
die Beratung der Statuten ein. Nach
denselben macht es sich die Narrenzunft zur Aufgabe, alljährlich am Fastnachtsdienstag einen Umzug in Verbindung mit einer Kinderbescherung zu
veranstalten. Die wichtigste Institution
ist der Elferrat, in dessen Hand die
Organisation der Fastnachtsveranstaltung gelegt ist. Dadurch sollte es möglich sein, eine Fastnachtsfeier auf der
Strasse zu erhalten, an der alt und jung
eire Freude hat. Wahlberechtigt sind alle
Mitglieder, die 24 Jahre alt sind. Auch
sollte es soweit kommen, dass Auswüchse durch die Zunft selber verhütet
werden können. Damit Hofen eine stärkere Vertretung erhält, wurden Josef
Röhrer und Karl Bühler Malermeister
beigewählt und werden zu den Beratungen des Elferrates beigezogen. Dem
Elferrat wurde eine Narrenzunft angegliedert. Zum Schluss der Versammlung
ergab sich ein Mitgliederstand von 242
Personen. Mit dem Schlachtruf „OHO“
wurde die Versammlung geschlossen.
Die Fastnacht selbst trug einen ganz
anderen Charakter als die bisherigen.
Der Bericht dazu lautet: „Der gestern
Nachmittag von der neu gegründeten
Narrenzunft Spaichingen veranstaltete
große Fastnachtsumzug nahm in allen
Teilen einen großartigen Verlauf und zog
eine sehr große Menge Zuschauer an.
Der Elferrat hat mit dieser Veranstaltung
seinen Befähigungsnachweis auf das
Beste erbracht und dürfen wir von ihm
für die Zukunft Großes erwarten. Die
Seite 10
einzelnen Gruppen waren originell und
der Humor kam vor allem sehr ausgiebig
zur Geltung. Die Aufstellung erfolgte am
Bahnhof, von wo sich der Zug in Bewegung setzte. Er wurde eröffnet durch
kostümierte Reiter, denen ca. 200 Kinder größtenteils in kleidsamen Kostümen folgten, die den neuen Narrenspruch sangen, wobei der Refrain
„OHO“, der mehrstimmig gesungen wurde, am besten gefiel. In der Mitte der
Kinder bewegte sich Dr. Unblutig, der
die respektable Länge von 4 - 5 m aufwies. Es folgte unsere schneidige Stadtkapelle, dann die Fahne mit dem Wagen
des Elfferrates. Hier müssen besonders
die prächtigen Kostüme des letzteren
hervorgehoben werden, die das imponierende Äußere dieser würdigen hohen
Herren noch mächtig erhöhte. Der
Wagen der Deichelmaus zeigte die
Durchbohrung des Stammes durch zwei
stämmige Zimmerleute, die vor dem
Rathaus mit der Maus die glückliche
Vollendung des Werkes ausprobierten.
Damit es an Material zu solchen Proben
nicht fehlte, folgten vier wandernde
Kisten mit Deichelmäusen. Ihnen
schloss sich eine Gruppe Tiroler, die
ebenfalls vor dem Rathaus auf einer Tribüne durch einen Schuhplattler ihre
Echtheit zu dokumentieren suchten an.
Auf stolzem Schiffe segelte eine Gruppe
Turner an, die in Kamerun ein Gauturnfest besuchten und dort ihre große
Überlegenheit über die Schwarzen in
glänzestem Lichte zeigten. Ein überlebensgroßer Elefant, aufgebaut auf
einem durch Elektrizität betriebenen
Wagen, zog den noch in angenehmer
Erinnerung stehenden Wagen des Kommunalverbandes, auf dem zwei stämmige Bauern arbeiteten, es aber nur zur
Produktion von Spreu brachten, dabei
aber weidlich über die hohen Steuern
loszogen. Große Aufmerksamkeit fanden die beiden Wagen, welche die Verhandlungen vor und nach dem Primwasserverkauf zur Schau brachten. Im Zug
marschierte auch einestattliche Gruppe
der Narrenzunft Aixheim, der wir an dieser Stelle für ihre Mitwirkung ihren Dank
aussprechen. Es folgte weiter eine Biedermaiergruppe, eine Gruppe mit den
notwendigen Bedarfsartikeln für die Skifahrer, ein Motorradfahrer, eine Schleudermaschine von Leckereien für die
Jungen etc. Mit besonderem Glück und
Humor war ein von zwei Pferden gezogenes Auto zusammengestellt. Der Zug
machte vor dem Rathaus Halt. Es folgte
die Begrüßung und Ehrung des Prinzen
Karneval durch ein Kind, Überreichung
von Blumen, eines Hampelmannes und
einer Deichelmaus unter entsprechenden Ansprachen. Der Prinz dankte und
verlieh Orden an die verdientesten Mitglieder vorab an den Elferrat. Danach
folgte die Fortsetzung des Umzuges bis
nach Hofen. Dann wurde in der Festhalle das weitere Programm abgewickelt.
Mit Darbietungen der Stadtkapelle und
einigen weiteren Vorführungen fand der
gelungene Umzug ein Ende.
1928
Die freudige Mitarbeit weitester Kreise
scheint in diesem Jahr schon etwas
nachgelassen zu haben. Laut einer
Notiz im Heuberger Boten, beklagt sich
der Elferrat darüber, dass die Gebefreudigkeit der Spaichinger Bevölkerung
eine sehr Kleine sei und dass die
Sammler und Kassierer fast überall
abgewiesen werden. Nicht einmal die
Wirte haben Verständnis für die Sache
und suchen sich darauf zu verkapseln,
dass der Elferrat sie auch nicht in seiner
Wirtschaft besucht habe.
Oh Spaichinger! Am 22.02.1928 schreibt
der Chronist: „Mit dem gestrigen Tage
haben die Fastnachtsveranstaltungen
nun ihren Abschluss gefunden, um es
gleich zu sagen, einen guten. Das
Niveau der Darbietungen hat sich entschieden gehoben. Alles Verletzende ist
unterblieben, auch in der „Hechel“. Die
Maßregel des Elferrates, alles Vorzuführende zu prüfen, hat sich bewährt, so
dass in der Art der Darbietungen gegen
letztes Jahr ein entschiedener Fortschritt zu verzeichnen war. Der Zug wurde durch ein sinnreich konstruiertes
Flugzeug und prächtig kostümierte Reiter eröffnet. Ihnen folgten die Stadtkapelle, Narrenvater mit Kindergruppe, Dr.
Unblutig, Frau Dr. Unblutig, Rokokogruppe (Wagen), Lokomotive mit
Geschenkwagen, Fahne mit Prinz Karneval, Elferrat, Deichelmaus, Liederkranz mit Tischlergruppe, Arbeiterbildungsverein, Altweibermühle etc. Vor
dem Rathaus wiederum die Zeremonien
und Begrüßung durch den Prinzen.
Dann folgte die Aufführung eines Kriegertanzes durch eine Indianergruppe
des Turnvereins. Vor dem Kreuz wurden
die Kinder durch den Narrenvater
beschenkt. Dann folgte die Preisverteilung in der Turnhalle.
1929
Die diesjährige Fastnacht litt unter der
fürchterlichen Kälte (über 30 °C) so dass
sich der Umzug auf schnellstem Wege
in die Turnhalle begeben musste. Dort
Chronik
wickelte sich dann ein buntes Programm
ab, das durch die Anwesenheit des
Elferrates von Aixheim seinen Höhepunkt fand. Die Aixheimer Narrenzunft
wurde dann zum Ehrenmitglied der
Spaichinger Narrenzunft ernannt und so
ist zu hoffen, dass das gute Verhältnis
mit Aixheim noch dadurch bestärkt wurde. Als Präsident fungierte diesmal Fritz
Güntner.
1930
In diesem Jahr beschränkte sich der
Elferrat darauf, eine Saalveranstaltung
durchzuführen. Der Grund lag darin,
dass die Kosten für einen Umzug, der
etwas gleich sehen sollte, jedes Jahr
eben nicht aufgebracht werden könne.
Die Redoute im Kreuz war erstklassig,
man kann ruhig sagen, sie stellte alles
bisher Gebotene weit in den Schatten.
Auch der Besuch war hervorragend; insbesondere wurden sehr viele auswärtige
Besucher gezählt. Im ganzen kann die
Fastnacht als sehr gut gelungen und als
auf einem künstlerisch sehr hohen
Niveau stehend bezeichnet werden.
1931
Dieses Jahr brachte wieder den alten
Kampf zwischen Hofen und Spaichingen. Hofen gründete eine eigene Narrenzunft und zieht eine eigene Fastnacht auf. Dazu kam das ministerielle
Verbot jeglicher Veranstaltungen auf
den Straßen, so dass sich nur einzelne
Masken sehen ließen. Lediglich Hofen
bekam durch das energische Einschreiten von Hans Fath z. Sternen die
Genehmigung, in Hofen bis an die Grenzen von Spaichingen, aber ja nicht darüber hinaus, einen Umzug zu veranstalten. Allerdings hat sich Fath an dieses
Verbot nicht gehalten, sondern zog auch
nach Spaichingen, so dass auch wir hier
eine Fastnacht hatten. Von Bedeutung
war diese Fastnacht allerdings nicht,
dazu war die Arbeitslosigkeit viel zu
groß, als dass eine entsprechende Stimmung aufkommen konnte.
1932
Die Bedeutung der Spaichinger Narrenzunft sank immer tiefer herab. Allerdings
trugen die fürchterlichen wirtschaftlichen
Zustände und die große Verbitterung und
Verzweiflung mehr dazu bei als die
Müdigkeit des Elferrates. So sah die Fastnacht in diesem Jahr sehr klein aus. Zwar
herrschte auch hier das übliche Maskentreiben, auch fanden eine Anzahl von Bällen statt; es fehlte aber überall das pulsierende Leben. Mit zum Fasnetsbrauchtum
von Spaichingen gehört auch die BaureFasnet (Funkensonntag - früher auch
Scheibensonntag genannt). Der Brauch
ist in einer Reinheit hier vererbt (siehe
Niederschrift des Rundfunk-Interviews
von 1932), wie sonst kaum irgendwo
anzutreffen ist. Hierbei wurde der Winters
durch die Verbrennung einer Winterhexe
(Strohpuppe) vertrieben.
1933
Nicht viel besser war die Fastnacht des
Jahres 1933. Zwar brachte der Umbruch
neue Hoffnungen, für die Fastnacht aber
konnte sich dies noch nicht auswirken.
Von kleineren Feiern abgesehen,
geschah daher nichts Rechtes. Auch die
„Hechel“ erschien in diesem Jahr nicht.
1934
Erst das Jahr 1934 brachte wieder einen
Aufschwung. Die Spaichinger und Hofener Zünfte schlossen sich wieder
zusammen. Hofen erhält eine stärkere
Vertretung im Elferrat und damit war ein
alter Fehler ausgeglichen worden. Es
wurde wiederum ein Umzug veranstaltet, der allerdings die Eleganz der früheren noch nicht erreichte. Am Fastnachtssonntag war ein großer Lumpenball im
Kreuz, was allerdings die Höhe der
Spaichinger Fastnacht nicht entsprochen hat. Gegenüber den letzten Jahren
dagegen war die Stimmung viel besser.
Im Großen und Ganzen aber zeigte es
sich, dass der bisherige Elferrat durch
Tod einiger Mitglieder geschwächt nicht
mehr recht lebensfähig war.
1935
Motto: „Originalität und Schönheit“
Präsident: Ivo Honer
Weitere Mitglieder des 11-er bzw. „9-er“
Rates:
Anton Bühler, Albrecht Bühler,
Hans Faht, Hans Reiser, Hans
Osswald, Josef Merkt, Ochsenwirt,
Alfred Kupferschmid, Ernst Steidle,
Arthur Keilbach
Narrenvater: Theodor Grimm
Prinz Karneval: Bernhard Renk
Im Januar des Jahres 1935 gab daher
nach Abdankung des bisherigen Elferrates der damalige Bürgermeister Thurner
unserem nunmehrigen Präsidenten Ivo
Honer den Auftrag, die Spaichinger
Fastnacht weiterzuführen und einen
neuen, jüngeren Elferrat zu bilden.
Eines aber muss hier gesagt werden,
wenn der damalige Elferrat im Jahre
1927 nicht eingegriffen hätte, so wäre
die Spaichinger Fastnacht wahrscheinlich nicht mehr entstanden. Dieser Ver-
dienst gebührt unbedingt jenen Herrn.
Sie sind es gewesen, die zum ersten
Male den Mut aufgebracht haben, im
Interesse eines geordneten Ganzen
gegen den Einzelnen vorzugehen, der
oft die Fastnacht letztlich als Gelegenheit zu Ausschweifungen und zur Rache
betrachtet hat, und dem Spaichinger
Fasnetstreiben seinen alten Sinn
wiederzugeben. Nach verschiedenen
Sitzungen kam folgender Elferrat oder
besser gesagt 9-er Rat zu Stande: Präsident: Ivo Honer, Anton Bühler, Albrecht
Bühler, Hans Fath, Hans Reiser, Hans
Osswald, Josef Merkt, Ochsenwirt,
Alfred Kupferschmid, Ernst Steidle,
Arthur Keilbach, Narrenvater: Theodor
Grimm, Prinz Karneval: Bernhard Renk,
Motto der Veranstaltung: „Originalität
und Schönheit“.
Schwer war für diese Leute die Aufgabe,
aber sie gingen mit frischem Mute ans
Werk. Was an Erfahrung fehlte, wurde
durch doppelten Fleiß wieder wettgemacht. Der Höhepunkt bildete die
Redoute im Kreuzsaal. Einen schönen
Verlauf nahm am Sonntagabend die große Redoute der Narrenzunft Spaichingen im Kreuzsaal. In ein entzückendes
Festgewand war der große Saal gehüllt:
Ein tiefes Blau mit glitzernden Sternen
und Monden und warmes Rot waren die
Farbtöne, in denen der Saal gehalten
war. Deshalb war auch der Besuch ein
sehr guter, besonders war er von auswärts überraschend groß. Mit dem Einzug des Elferrates und unter den Klängen des Büttenmarsches wurde der Reigen eröffnet. Dann erfolgte die Begrüßungsrede und die Ordenszeremonie.
Zur Verschönerung des Abends war
noch ein Sängerquintett von Schwenningen verpflichtet worden. Dann kam die
Prämierung: Frederezianische Trommler, Rottweiler Narren etc. waren die
höchsten Preisträger. Ein hohes Gericht
gab weisen Spruch. Mit Tanz endete die
gut gelungene Veranstaltung. Der
Dienstag brachte den Umzug. Allenthalben traf man lustige Darbietungen: Prinzenwagen, Riesenpaar, Elferratswagen,
Hamburger Zimmerleute, Deichelmäuse, die letzte Fahrt auf den Autofriedhof,
Flugzeug, Kindergruppe, Zirkus, Zigeuner, Bärentreiber, Rennfahrer und dann
der Narrenvater. Beim Lamm in Hofen
war Preisverteilung und dann noch der
übliche Spaichinger Rummel. Auch die
„Hechel“ erschien wieder, doch hat sie
uns selber auch nicht ganz befriedigt. Im
Grossen und Ganzen brachte das Jahr
1935 eine Fastnacht, die über die bisherigen wenn nicht gerade hinaus ragte,
Seite 11
Chronik
dieselben jedoch erreichte.
1936
Prinz: Bernardo II., Ritter vom Kreuz
Schlimmer war die Arbeit des Elferrates
im Jahr 1936. Ein Teil der Elferräte ließen die anderen 7 im Stich. Doch sie
haben es wieder geschaukelt. Wieder
stieg eine Saalveranstaltung, diesmal
allerdings nur in Form eines Balles:
„Spaichinger Jahrmarkt“. Der Kreuzsaal
war gesteckt voll. Die Stimmung erstklassig. Ein farbenfrohes Bild, belebt
stimmten die vielen Ballons, die verkauft
worden sind. Weniger bot dagegen der
Umzug. Es ging eben über die Kräfte
der paar Leute hinaus, ferner fehlte
überall die erforderliche Unterstützung.
Abends in den Gaststätten herrschte
das gewohnte Bild und überall war gute
Stimmung.
1937
Motto: „Im Märchenland“
Präsident: Ivo Honer
Vizepräsident: Anton Bühler
Zeremonienmeister: Albrecht Bühler
Schatzmeister: Arthur Keilbach
Büttelmeister: WilhelmFrey
Stockmeister: Franz Rees
Vergnügungsmeister: Eduard Kristall
Zugmeister: Hans Faht
Hechelmeister: Karl Kraft
Ordensmeister: Josef Bühler
Archivmeister: Josef Bühler
Narrenvater: Theodor Grimm
Prinz Karneval: Albert Rees (Alberto I.)
Nach vielen Misserfolgen gelang es
anfangs 1937 neue Kräfte zu begeistern. Man fand neue Narren als Elferratsmitglieder. Mit frischem Mute ging es
an die Arbeit. Zunächst wurde der Versuch gemacht, Anschluss an die Schwäbisch - Alemannische Narrenzunft zu
bekommen. Bestrebungen führten
schließlich zum Erfolg. Bei der Generalversammlung dieser Zunft im Sommer
1937 in Waldshut wurde die Narrenzunft
Spaichingen als Mitglied aufgenommen.
Nach dem Krieg wurde die Mitgliedschaft nicht mehr aufrecht erhalten. In
Spaichingen selbst stieg als erste Feier
die Krönung des Prinzen im Oswald:
Alberto I. trat seine Regentschaft an und
damit war für das Gelingen der Spaichinger Fastnacht alle Gewähr gegeben. Ein wirklich würdiger Auftakt war
der Ball mit Prämierung, der unter dem
Motto „Im Märchenland“ stieg. Ein
Glanzstück war ohne Zweifel die Redoute im Kreuzsaal. In dem dekorativ, einzigartig ausgebauten Saal stieg die
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Stimmung Stunde um Stunde. Ganz
besonders effektvoll gestaltete sich der
Einmarsch des Prinzen. Anschließend
an die Prämierung folgte Tanz mit zwei
Musikkapellen bis in die früher Morgenstunden. Einen Fehler hatte diese Veranstaltung: Der Kreuzsaal war viel zu klein.
Viele Fremde mussten wieder abziehen,
da der Saal geradezu beängstigend voll
war. Ein nettes Bild boten diesmal die
neuen Talare, die die Narrenzunft angeschafft hat. Die alten wurden in Westen
für die Stadtkapelle umgearbeitet, so
dass auch die Hofkapelle einen fastnachtsmäßigen Aufzug hatte. Der Umzug
mit Gruppen und Wagen war originell und
zeigte viel Humor. Vor dem Rathaus fand
in originellster Weise die Vorlesung der
Tafel sowie die Großreinigung des Rathauses vom Taubendreck statt. Nach
Beendigung des Umzuges wurde die
Preisverteilung im Kreuzsaal in würdiger
Weise durch den neu gebildeten 9-er Rat
durchgeführt, der seines Amtes als Richter fungierte. Mit großer Freude und
Dankbarkeit wurde von den Kleinsten und
Allerkleinsten der Tribut in der Turnhalle
entgegen genommen. Ferner war die
„Hechel“ wieder gut gelungen. Sie konnte
in fast 1000 Exemplare verkauft werden.
Wenn die Fasnet 1937 einen so netten
und gelungenen Verlauf nahm und wenn
sie den Rahmen der früheren so weit
überboten hat, so nur deshalb weil der
11-er und 9-er-Rat keine Opfer und keine
Arbeit gescheut hatten. Den Löwenanteil
am Erfolg aber hatte Wilhelm Frey sich
zuzuschreiben. Wäre er in seiner Freigebigkeit nicht dauernd hinter der Zunft
gestanden, so wäre der Erfolg fraglich
gewesen. In guter Erinnerung wird diese
Fastnacht bleiben.
1938
Prinz: Alberto II.
Eidesstattliche Erklärungen von älteren
Bürgern berichten, dass die Spaichinger
Maskenkleidle bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts in großer Zahl vorhanden waren. Die Kleidle wurden in der
Regel vom Gasthaus Becher, Angerstraße 5, gegen eine geringe Gebühr ausgeliehen (Strohhansele). Bereits damals
rannten die Kinder den Narren nach und
sagten folgenden Spruch auf:
„Hansele du Lump! Hansele du Lump!
Hoscht net denkt, dass d´Fasnet
kummt!
Hättest s´Mul mit Wasser grieba!
Wär dr´s Geld im Beutel blieba!
Hansele du Lump! Hansele du Lump!“
1939-1940
Infolge des ausgebrochenen Krieges
wurde von sämtlichen Fastnachtsveranstaltungen Abstand genommen.
1941
Zur Fastnachtszeit war noch keine Entspannung in der Kriegslage eingetreten,
sodass an eine Fastnachtsstimmung
nicht zu denken war. An Feiern war deshalb nicht zu denken.
1942
Der Krieg nimmt härtere Formen an. Die
Not der Zeit lässt keinen Gedanken an
Fastnacht aufkommen.
1943
Härtere und immer härtere Formen
nimmt der unglückselige Krieg an. Die
Sorgen um die „draußen“ stehenden
Söhne verdrängt selbst den innersten
Gedanken an die Fastnachtszeit.
1944
Kriegselend im höchsten Grade. Ständige Fliegerangriffe halten die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Die Verluste mehren sich. Von Fastnacht kann
keine Rede sein.
1945
Das Jahr der „Befreiung“. Die Zeit ist
unsicher und härter denn je. Kein
Mensch denkt an Fastnacht. Im April
kommen die feindlichen Panzer. Dann
beginnt eine Fastnacht wie noch nie.
Uniformen in allen Sorten. Menschen
aller Farben: rot, braun, gelb schwarz,
wirklich herrliche Fastnachts - Redoute.
1946
Im Jahre 1946 kann das erste Mal seit
1939 wieder so etwas wie von einer Fastnacht berichtet werden. Noch viele, viele
befinden sich in Gefangenschaft in allen
Ländern der Erde, aber die Jugend verlangte ihr Recht. Prinz Karneval scheint
sich von den Schrecken des Krieges einigermaßen erholt zu haben. Man hört
überall, „es goht d’r gega“. Als die Fasnetzeit herankommt spürt so manches
Männlein und Weiblein so ein bekanntes
„Jucken“. Nur ganz wenige Lokale standen den Untertanen seiner Majestät zur
Verfügung. „Rad“, „Waldhorn“, „Berg“,
„Ratsstube“ und außerdem noch einige
unbedeutende Lokale waren frei, die
anderen waren alle von der Besatzung in
Beschlag genommen. Einige Vereine,
Liederkranz und Sportverein haben
bereits wieder ihre Mitglieder zu Vereinsfeiern eingeladen. Beim Liederkranz soll
es ganz fasnetsmäßig hergegangen sein.
Chronik
Kein Wunder, denn an Stelle von Wein,
Sekt und Likör organisierte man Oberländer Most und Branntwein. Auch beim
Sportverein ging es ganz gemütlich her.
An den bestorganisierten Tischen war die
höchste Stimmung. Der Fasnetsdienstag
endete bei gemeinsamen Tanz und Fasnetstreiben im „Waldhorn“. Die Stimmung
erreichte nie, auch nicht annähernd, den
Grad früheren Humors und Scherzes, wie
in den Jahren vor dem Kriege. Die Zeit
war noch viel zu ernst und schwer, als
dass man sich in sorgloser Übermütigkeit
„hineintreiben“ lassen konnte, wie früher.
Da kaum Papier für Tageszeitungen vorhanden war, konnte auch keine „Hechel“
gedruckt werden. Überhaupt war keine
Narrenzunft vorhanden, die für ein solches Unternehmen unentbehrlich ist. Aus
diesem Grunde entfiel auch jedes öffentliche Narrentreiben auf den Straßen.
Bemerkt werden muss noch, dass die
Stadtkapelle unermüdlich arbeitete und
am Fastnachtssonntag das traditionelle
Hofkonzert im Kreuzsaal, der zu diesem
Zwecke freigegeben wurde, abhielt.
1949
Präsident: Fritz Güntner
Tintenmeister: Anton Bühler
Hechelmeister: Albert Rees
Schatzmeister: Josef Bühler
Zugmeister: Eugen Schwärzer
Vergnügungsmeister: Werner Liebetrau
Archivmeister: Wilhelm Frey
Ordensmeister: Josef Bühler
Stockmeister: Hans Faht
Büttel: Franz Rees
Zeremonienmeister: Karl Kraft
Prinz: Emilio II.
Erstmals fanden wieder Fasnetsveranstaltungen in Spaichingen statt.
1950
Präsident: Fritz Güntner
Tintenmeister: Anton Bühler
Hechelmeister: Bruno Bühler
Schatzmeister: Josef Bühler
Zugmeister: Wolfgang Güntner
Vergnügungsmeister: Emil Schmid
Archivmeister: Eugen Schwärzer
Ordensmeister: Josef Bühler
Stockmeister: Hans Faht
Büttel: Franz Rees
Zeremonienmeister: Karl Kraft
Prinz: Fredo I. der Modekönig
1951
Motto: „Wiener Prater“
Präsident: Fritz Güntner
Tintenmeister: Anton Bühler
Hechelmeister: Bruno Bühler
Schatzmeister: Eugen Schwärzer
Zugmeister: Emil Schmid
Vergnügungsmeister: Wolfgang Güntner
Archivmeister: Otto Maier
Ordensmeister: Josef Bühler
Stockmeister: Max Seeburger
Büttelmeister: Hans Faht
Zeremonienmeister: Manfred Ulmer
Prinz: Ernesto I.
(Ernst Hagen, Waldhorn)
Am 30.11.1950 trafen sich der Elferrat in
Gasthaus „Sternen“ in Hofen zu ihrer
ersten Sitzung. Die Wahl des Präsidenten fiel auf den Obernarren Fritz Güntner der das Amt als Ehrenpräsident und
als Präsident gleichzeitig übernahm. Die
Wahl des Prinzen Ernesto Ritter vom
Goldenen Horn, erfolgte ebenso einstimmig wie die des Präsidenten.
Veranstaltungen:
Samstag, 27.01.:
„Redoute“ im Kreuz
Dienstag, 30.01.:
Bass des Orchestervereins unter dem
Motto: „Wiener Blut“ im Kreuz
Mittwoch, 31.01.:
Tisch-Tennis- und Eisklub-Kappenabend im Rössle
Donnerstag, 01.02.:
Ball des Radfahrvereins im Kreuz
Samstag, 03.02.:
Zunftball der Narrenzunft im Kreuz
Sonntag, 04.02.:
Hofkonzert der Stadtkapelle im Kreuz
Sonntagabend:
Ball des Sportvereins im Kreuz
Montag, 05.02.:
Ball des Turnvereins im Kreuz
Dienstag, 06.02.:
Kehraus in sämtlichen Lokalen
1952
Motto: „Das Land des Lächelns“
Präsident: Fritz Güntner
Tintenmeister: Wolfgang Güntner
Hechelmeister: Josef Herrmann
Schatzmeister: Eugen Schwärzer
Zugmeister: Eugen Bucher
Vergnügungsmeister: Josef Martin
Archivmeister: Otto Maier
Ordensmeister: Josef Bühler
Stockmeister: Max Seeburger
Büttelmeister: Hans Faht
Zeremonienmeister: Manfred Ulmer
Prinz: Ernesto II., Ritter vom goldenen
Horn
Prinzessin: Elfi I. die Liebliche
(Ernst Hagen, Waldhorn und Elfriede
Heinemann)
Am 11. November 1951 fand im Cafe
„Rössle“ die Generalversammlung mit
Berichten der Funktionäre und Neuwahlen statt. Der bisherige Prinz Ernesto I.
wird auch in der kommenden Kampagne
als Prinz Ernesto II. wieder sein närrisches Zepter schwingen. Zum ersten Mal
in der Geschichte der Spaichinger Fasnet
erhält der Prinz auch eine Prinzessin
(Elfi I.). In Presseaufrufen wurden noch
humorvolle Berichte für die Hechel, und
Mädchen im Alter von 17 – 21 Jahren für
die Prinzengarde gesucht. Unter großem
Jubel zog die Prinzessin an der Seite
ihres Ritters, bekleidet mit einem bunten
Modekostüm aus weißem und rotem
Samt, mit Marabu-Fell besetzt, entworfen
von Frau Ulmer, in die Narrhalla „Kreuzsaal“ zur Redoute ein. Der Saal war in
eine reizvolle Landschaft mit zahllosen
bunten Bändern, Spaichinger-Chinesischen Inschriften und Transparenten, blühenden Bäumen und einer großen Anzahl
Lampions, Made in China, in tage- und
nächtelanger Arbeit von Dekorateur Dorn
aus Rottweil verwandelt worden. Von der
Veranstaltung eines Kinderballes nahm
die Narrenzunft in diesem Jahr Abstand.
1953
Motto: „Im Märchenland“
Präsident: Manfred Ulmer
Tintenmeister: Eugen Sauter
Hechelmeister: Melchior Keller
Schatzmeister: Erich Elsner
Zugmeister: Ernst Hagen
Vergnügungsmeister: Paul Weiss
Archivmeister: Richard Weber
Ordensmeister: Josef Martin
Stockmeister: Max Seeburger
Büttelmeister: Hans Kirchmaier
Zeremonienmeister: Josef Hermann
Prinz: Orloff
Prinzessin: Farina
(Eugen Fetzer und Helga Fahrner)
An der Generalversammlung am 11.
November 1952 im „Waldhorn“ gab es
im Elferrat größere Veränderungen. Für
den nicht mehr kandidierenden bisherigen Präsidenten Fritz Güntner wurde
Manfred Ulmer zum neuen Präsidenten
gewählt. Für die am 07. Februar 1953
stattfindende Redoute ist der Kreuzsaal
in einen Märchensaal verwandelt worden. Neben den üblichen Maskenprämierungen wurden „Berliner Pfannkuchen“ verkauft, in die Lose gebacken
waren. Haupttreffer war ein lebendiges
Ferkel. Der Fasnetumzug am 15. Februar
an dem unter anderem die Musikkapellen aus Mahlstetten, Deilingen und Hausen teilnahmen war wieder einmal
gelungen wie selten zuvor. Ein köstliches Bild boten die Elferräte, die auf
einem Baustamm hintereinander sitzend
in einem Vierspanner gezogen wurden.
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Chronik
1954
Motto: „Feuerwerk“
Präsident: Ernst Hagen
Tintenmeister: Eugen Sauter
Hechelmeister: Melchior Keller
Schatzmeister: Erich Elsner
Zugmeister: Kurt Merkt
Vergnügungsmeister: Paul Weiss
Archivmeister: Eugen Fetzer
Ordensmeister: Josef Martin
Stockmeister: Max Seeburger
Büttelmeister: Hans Kirchmaier
Zeremonienmeister: Josef Hermann
Prinz: Alexander I.
Prinzessin: Sigrid
(Alex Brodbek und Sigrid Thumm)
Zur Redoute 1954 kamen sehr viele auswärtige Gäste. Vor dem „Kreuz“ wurden
nahezu 70 Kraftwagen gezählt. Bei trüben Witterungen und leichtem Nieselregen schlängelte sich am Fasnetmontag
ein über ein Kilometer langer Umzug
durch die Spaichinger Hauptstrasse.
Nach dem Kinderumzug am Fasnetdienstag fand die Fasnet 1954 mit dem
Kehraus in allen Gasthäusern ihr Ende.
Die Stadtverwaltung Spaichingen erhielt
am 03. Dezember 1954 von einem Gosheimer Bürger ein Schreiben, in dem sich
der Heuberger aufregt, dass in Spaichingen bereits am 11.11. die „Närrische Zeit“
wieder eröffnet sei. Zum Schluss des
Briefes heißt es: „Anfangs war es nur die
Narrenzunft Spaichingen, welche in der
näheren Umgebung sich am helllichten
Sonntag einen Narrenumzug leistete. In
den darauf folgenden Jahren glaubten
nach und nach einige Heuberggemeinden es den Spaichingern gleichtun zu
müssen und wenn sich die Entweihung
des Sonntags durch Narrenumzüge über
alle Heuberggemeinden ausbreitet, dann
wird man dies nach wenigen Jahrzehnten
uneingeschränkt auf das Konto der Narrenzunft Spaichingen setzen müssen,
weil von dort aus der Anfang gemacht
würde“. (Albert Hauser, Lembergstrasse,
Gosheim / Württemberg)
1955
Motto: „Es war einmal“
Präsident: Fritz Güntner
Tintenmeister: Albert Grieshaber
Hechelmeister: Helmut Brehm
Schatzmeister: Hans Hermle
Zugmeister: Hans Kirchmaier
Vergnügungsmeister: Otto Schmid
Archivmeister: Wolfgang Güntner
Ordensmeister: Alfons Bühler
Stockmeister: Kurt Merkt
Büttelmeister: Hans Faht
Zeremonienmeister: Alfons Blessing
Seite 14
Prinz: Günter I.
Prinzessin: Elsbeth die Bezaubernde
Auf sämtlichen Positionen wurde der
Elferrat gegenüber dem Vorjahr verändert. Von der 54-er Besetzung blieben nur
Hans Kirchmaier und Kurt Merkt dem
Elferrat treu. Bei der Redoute am 12.
Februar 1955, die nicht ganz ausverkauft
war, wurden die auswärtigen Gäste, die
Narrenzünfte Wellendingen, Deilingen,
Möhringen, Schömberg und Villingen mit
ihren Schellen- und Fransennarren stürmisch gefeiert. Die Dekoration des Kreuzsaales, Weinlauben mit bunten Laternen,
ein mächtiger Baldachin in hellem Farbton, erweckten schon heitere Stimmung
und gaben einen frohen Rahmen. Der
Fasnetsonntag-Umzug, den ca. 5000
Zuschauer sahen, wurde von der Jury
des Elferrates bewertet. Bei der Prämierung erhielt der SVS für seine Arabergruppe (Ali Baba und die 40 Räuber) den
1. Preis. Der närrische Hofstaat mit Stadtkapelle besuchte in diesem Jahr mit
schwungvoller Fasnetmusik ihren „Kreisnarrenvater“ Landrat Dr. Geiger in Tuttlingen. Vor dem Tuttlinger Landratsamt
stauten sich die Massen um sich diese
einmalige Zeremonie nicht entgehen zu
lassen. Am Schmotzigen Donnerstag
erschien wieder eine 16-seitige Hechel.
1956
Motto: „Südliche Nächte“
Präsident: Fritz Güntner
Tintenmeister: Albert Grieshaber
Hechelmeister: Helmut Brehm
Schatzmeister: Hans Hermle
Zugmeister: Hans Kirchmaier
Vergnügungsmeister: Otto Schmid
Archivmeister: Wolfgang Güntner
Ordensmeister: Alfons Bühler
Stockmeister: Kurt Merkt
Büttelmeister: Hans Faht
Zeremonienmeister: Alfons Blessing
Prinz: Günter II.
Prinzessin: Ulla das Schlüsselblümchen
(Günter Hagen und Ursula Schmid)
Ende 1955 fand keine Generalversammlung statt, da sich sämtliche Elferratsmitglieder wieder zur Verfügung
stellten. Zur Fasnetseröffnung am
11.11.1955 wurde im Vereinsheim ein
Bunter Abend veranstaltet, bei dem
Horst Uhse vom SWF auftrat. Der Eintritt betrug 1,- DM. In einer Sitzung am
20. Januar 1956 beschloss der Elferrat
eine Satzung über die rechtliche Stellung der Narrenzeitung „D’Hechel“ und
des Hechelmeisters. Ein Auszug aus
dieser Satzung lautet: „Die Narrenzeitung „D’Hechel“ wird herausgegeben
von der Narrenzunft Spaichingen, deren
rechtlicher Vertreter der Elferrat ist. Die
Narrenzunft und damit der Elferrat in
seiner Gesamtheit (nicht nur der
Hechelmeister) zeichnet für die Narrenzeitung verantwortlich. Die Einsendungen für die „Hechel“ müssen die Unterschriften des Einsenders tragen. Einsendungen, die offensichtlich eine
Gehässigkeit oder unsittliche Tendenzen ausweisen, werden von vorn herein
von der Veröffentlichung ausgeschlossen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung,
auch der übrigen einwandfreien Manuskripte, besteht nicht. Die Einsender tragen die Verantwortung für die Wahrheit
ihrer Einsendungen. Die Namen von
Einsendern dürfen nicht bekannt gegeben werden. Wenn jemand glaubt,
wegen einer Veröffentlichung in der
Narrenzeitung Anzeige erstatten zu
müssen, so kann er dies nur gegen die
Narrenzunft tun. In solchen, besonders
gelagerten Fällen, namentlich wenn sich
herausstellt, dass ein Einsender die
Unwahrheit geschrieben hat, behält sich
der Elferrat die Angabe des Einsendernamens vor, damit dieser sich selbst
verantworte. Die Bekanntgabe eines
Namens kann nur durch geheime
Abstimmung, an der sämtliche Elferratsmitglieder beteiligt sein müssen,
beschlossen werden. Dem Hechelmeister fällt die Aufgabe zu, die „Hechel“ zu
gestalten und Zuschriften zu redigieren,
sowie eigene Beiträge zu verfassen. Es
seht ihm frei, Einsendungen abzuändern
und zu verbessern, auch dieselben in
eine andere Form zu bringen, soweit
dadurch der Inhalt nicht geändert und
verdreht wird“. Bei der Redoute am 04.
Februar 1956 waren Gruppen der Narrenzunft Villingen, Schömberg, Frittlingen, Bad-Dürrheim, Deilingen, Wellendingen und Villingen anwesend. Der
Spaichinger Elferrat besuchte in diesem
Jahr eine Jubiläum - Abendveranstaltung der Villinger Narren. Am Schmotzigen Donnerstag fand im Saalbau
„Kreuz“ ein Zunftball mit Maskenprämierung statt und es wird wieder eine 16
Seiten umfassende „Hechel“ herausgebracht. „Wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse – Großer Narrenumzug mit
Kinderumzug verlegt auf Dienstag 14.00
Uhr! Der Spaichinger Narrenzunft ist der
Entschluss, den Umzug für Sonntag
abzusagen, sehr schwer gefallen, und
erst nach langem Warten, ob Frau Holle
und St. Petrus nicht doch bessere Miene
zum Fasnetspiel machen würden, fiel
Samstagnachmittag die Entscheidung.
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die
Chronik
„bittere Kunde“ unter den Spaichinger
Narren und den wenigen Normalgebliebenen. Nun der tröstliche Sonnenschein
am gestrigen Sonntag lässt erhoffen,
dass nun am morgigen Dienstag bei
Frostmilderung das große Revue passieren der alten Narren und des Narrensamens in gewohnter Weise vor sich
gehen kann. Da heute und morgen
Schulen und auch viele Betriebe
geschlossen halten, steht einem guten
Besuch der dienstäglichen Fasnetveranstaltung nichts mehr im Wege. Wie wir
erfahren, sollen auch Betriebe in den
Gemeinden des Spaichinger Bezirks
zugesagt haben, am Dienstag so rechtzeitig zu schließen, dass der jeweiligen
Belegschaft die Sonderfahrt per Zug und
Bus nach Spaichingen möglich ist. Auf
alle Fälle, so sind wir befugt, mitzuteilen,
wird der Zug an voller Größe und Länge
durchgeführt.“ Und so kam es: „Die Fasnet hot a Loch“ – „Ein Wort das gestern
zutraf und doch nicht, trotz aller Kälte.
Denn nirgendwo sah man in den Spaichinger Straßen gestern etwa missmutig
gelaunte Leute, obwohl in der Mittagszeit ein starkes Schneetreiben einsetzte
und der Wind auffrischte. Zu prächtig
waren doch Gruppen und Wagen gestaltet, als dass der diesjährige Spaichinger
Fasnetsumzug hätte seinen guten Eindruck verfehlen können. Die Zahl der
Zuschauer am Straßenrand war kaum
geringer als im Vorjahr. Erfreulich groß
war die Anteilnahme aus den Gemeinden des Bezirks; rd. 3000 auswärtige
Gäste konnte man zählen! Insgesamt
waren nahezu 5.000 Personen auf den
Beinen. Gegen 15 Uhr setzte dann das
Schneetreiben aus, der Wind vergaß zu
blasen und man genoss das bißle mildere Temperatur…“. Der Umzug war ein
voller Erfolg.
1957
Motto: „Frühlingstraum“
Präsident: Fritz Güntner
Tintenmeister: Albert Grieshaber
Hechelmeister: Helmut Brehm
Schatzmeister: Hans Hermle
Zugmeister: Karl Braun
Vergnügungsmeister: Otto Schmid
Archivmeister: Günter Hagen
Ordensmeister: Hans Weiß
Stockmeister: Kurt Merkt
Büttelmeister: Hans Faht
Zeremonienmeister: Hans Kirchmaier
Neunerräte: Knapp, Merkt, Roos, Bühler,
Martin, Hauser, Burkhard, Schmid
Prinz: Theo I.
Prinzessin: Christa la viola
(Hr. Mayer und Fr. Elsner)
Die Kampagne 1957 wurde am 11.
November 1956 mit einem großen Bunten Abend im dicht besetzten Kreuzsaal
eröffnet. Über eine Konzertagentur wurden Künstler, wie z. B. das Schwarzwald-Trio Seitz, verpflichtet. Eine Abordnung der Schwenninger Narren war bei
diesem dreistündigen Programm zu
Gast. In Anbetracht der gesamten weltpolitischen Lage in Ungarn und Ägypten
hatte die Narrenzunft eigentlich
beschlossen, ihren Bunten Abend abzusagen und hätte nach deren Überlegung
auf den 12.01.1957 verschoben werden
sollen. Die Konzertagentur jedoch
bestand auf Einhaltung der entsprechenden Verträge. Aus diesem Grunde
wurde auch das Prinzenpaar erst bei der
eigentlichen Fasnets - Eröffnung am
12.01.1957 im Kreuzsaal inthronisiert.
Die Redoute am 23. Februar 1957 war
im „Kreuz“ mit über 600 Besuchern ausverkauft. Diese Prunksitzung wurde am
Sonntag 24. Februar wiederholt und um
neue Pointen bereichert. Die Empfangsverhältnisse für den erstmals eingesetzten Deichelmaussender waren offensichtlich bei der zweiten Veranstaltung
am Sonntag besser, denn diese musste
bei der Premiere am Samstagabend
wegen technischer Defekte ausfallen.
Bei strahlendem Frühlingswetter fand
am 03. März 1957 ein überaus farbenprächtiger Narrenumzug statt, bei dem
ca. 10.000 Menschen die Strassen
säumten. Der große närrische Umzug,
als Höhepunkt, wie auch die gesamte
Fasnet 1957 lief unter dem Motto „400
Jahre Spaichinger Fasnet!“ Der Kinderumzug am Fasnetdienstag fand diesen
Abschluss bei Wurst und Wecken in der
Turnhalle.
1958
Im Jahre 1958 gab es in Spaichingen
keine Fasnet. Ein Elferrat konnte nicht
gebildet werden. Lediglich im Stadtteil
Hofen wurde Fasnet gefeiert.
1959
Motto: „Ball der Nationen“
Präsident: Wolfgang Güntner
Tintenmeister: Friedrich Schumacher
Hechelmeister: Helmut Brehm
Schatzmeister: Alex Brodbeck
Zugmeister: Richard Schmid
Vergnügungsmeister: Helmut Splichal
Archivmeister: Hans Weiß
Ordensmeister: Fabian Schmid
Stockmeister: Eugen Merkt
Büttelmeister: Alfons Bühler
Zeremonienmeister: Albert Merkt
Neunerräte: Georg Merkt,
Gerhard Holzbecher, Hans Roos,
Hans Kirchmaier, Karl Weizenegger,
Raimund Martin, Manfred Burkhardt,
Franz Mey, Otto Schmid
Prinz: Carem
Prinzessin: Rosy von Soranien
(Hermann Kraft und Rose Ulmer)
Narrenvater: Josef Sailer
Gardegeneral: Günther Braun
Nach einjähriger Fasnets – Abstinenz in
Spaichingen wurde am 11.11.1958 im
„Waldhorn“ der Versuch unternommen,
einen neuen Elferrat zu gründen. Nach
zweieinhalbstündiger Diskussion war
Architekt Wolfgang Güntner auf Drängen bereit, das Amt des Präsidenten zu
übernehmen. Eine Woche später fand
im Gasthaus „Sternen“ in Spaichingen –
Hofen eine weitere Sitzung statt. In
einem Pressebericht ist zu lesen: „Im
Gasthaus „Sternen“ in Spaichingen –
Hofen kamen am Dienstagabend eine
Reihe von Leuten zusammen, die nach
Möglichkeit die Fasnetstradition fortführen wollen. Es ging in dieser Versammlung darum, ob nun ein Elferrat zusammenkommen würde oder nicht. Wie
berichtet, hatte sich Architekt Güntner
bereit erklärt, das Amt des Präsidenten
der Narrenzunft zu übernehmen, sofern
es im gelänge, innerhalb einer Woche
einen funktionsfähigen, arbeitswilligen
Elferrat zusammenzustellen. Es war ihm
nicht gelungen. Von zwanzig Personen,
an die er diesbezüglich herangetreten
war, hatten nur zwei zugesagt. Auch die
Versammlung bot kein besonders erfreuliches Bild, da in der Hauptsache Hofener, aber nur sehr wenige Spaichinger
anwesend waren. Es ergab sich eine
zweistündige Debatte, in deren Verlauf
Architekt Güntner klarstellen musste,
dass er unter solchen Voraussetzungen
nicht in der Lage sei, weiteres für die Fortführung der Spaichinger Narrentradition
zu tun. Schließlich raffte sich die Versammlung doch zu einer förderlichen Tat
auf. Man machte eine Reihe von Anwesenden namhaft, ohne allzu viel Rücksicht auf nicht immer stichhaltige Einwendungen zu nehmen, und bestätigte
schließlich die Vorgeschlagenen in einer
Wahl als Elferräte. Mancher wusste nicht
richtig, wie ihm geschah, und fand sich in
Amt und Würden wieder. Nun, mit einem
Elferrat versehen, musste, entsprechend
seiner Zusage, Architekt Güntner die Präsidentschaft übernehme“. Die Narrenzunft bemühte sich bisher immer ihre
Strohhansele zu hegen und zu pflegen
und in Schuss zu halten. Da die zunftei-
Seite 15
Chronik
genen Strohhansele durch das Verleihen
Schaden litten, wurde beschlossen, diese
privat zu verkaufen. In einer Pressenotiz
ist zu lesen: „Wir haben bereits mitgeteilt,
dass die Narrenzunft Spaichingen die
„Strohhansele“ – Kostüme zu recht günstigen Preisen zum Verkauf stellt. Sehr
viele Interessenten sind schon bei Hans
Weiß (Fa. Weiß – Benne) gewesen und
haben sich ein Kostüm erstanden. Es
sind
noch
einige
Strohhansele,
besonders für Kinder, dort erhältlich“. Bei
der am 31. Januar 1959 stattfindenden
Redoute im „Kreuz“ fand wieder eine
Maskenprämierung statt, bei der keine
Dominos zugelassen wurden. Der Umzug
war wieder sehr originell und abwechslungsreich. Viele auswärtige Musikkapellen waren in Spaichingen zu Gast.
Anschließend veranstaltete die Stadtkapelle ihr großes närrisches Hofkonzert,
das durch zwerchfellerschütternde Darbietungen des Humoristentrio der Stadtkapelle Knöpfle – Gärtner – Wissmann
aufgelockert wurde. Mit dem Kinderumzug am Fasnetdienstag fand die Kampagne 1959 ihren Abschluss.
1960
Motto: „1.000 rote Rosen blühen“
Präsident: Wolfgang Güntner
Tintenmeister: Friedrich Schumacher
Hechelmeister: Otto Schmid
Schatzmeister: Alex Brodbeck
Zugmeister: Richard Schmid
Vergnügungsmeister: Helmut Splichal
Archivmeister: Hans Weiß
Ordensmeister: Fabian Schmid
Stockmeister: Eugen Merkt
Büttelmeister: Alfons Bühler
Zeremonienmeister: Albert Merkt
Prinz: Walter I. von Sattlershausen
Prinzessin: Beatrice von Thermowellien
(Walter Weiß und Beatrice)
Die Fasnet 1960 wurde wieder am
11.11.1959 mit einem bunten Abend im
Kreuzsaal eröffnet. Herrscher über die
tollen Tage war der in die Uniform von
Napoleon Bonaparte geschlüpfte Prinz
Walter I. (Walter Weiss). Im frühlingshaften mit tausend roten Rosen dekorierten
Kreuzsaal wurde wiederum eine glanzvolle Redoute gefeiert. Der verschwenderisch ausgeschmückte Raum war mit
einer bunten Menge von Gästen gefüllt.
Eine Stunde lang dauerten die närrischen Zeremonien, dann war das
humorgespickte Programm und zum
Abschluss die Prämierung phantasievoller Masken zu sehen. Am Rosenmontag
lud der Turnverein in die Narrhalla ein
unter dem Motto: „Ein Bordfest auf der
Seite 16
Bremen“. Ein großer Umzug am Sonntag und der traditionelle Kinderumzug
am Dienstag waren weitere Höhepunkte
der Fasnet 1960.
1961-1964
In den Jahren 1961 – 1964 wurde die
Fasnet von den Bürgern weiter geführt.
Ein Elferrat konnte allerdings nicht
gegründet werden. Somit wurde auch
keine offizielle Fasnet organisiert.
1965
Motto: „In Spaichingen ist der Teufel los“
Präsident: Ivo Honer
Tintenmeister: Hubert Klöck
Hechelmeister: Hans Sachsenmeier
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Wilfried Wenzler
Vergnügungsm./Vizepr.: Erwin Klink
Archivmeister: Helmut Brehm
Ordensmeister: Rolf Kopp
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Alfred Hummler
Zeremonienmeister: Klaus Merkt
Prinz: Norbert I. vom Grund
Prinzessin: Renate die Gaudige
Narrenvater: Helmut Riedmiller
Nach fünfjähriger Pause wurde die Narrenzunft Deichelmaus wieder zum Leben
erweckt. Nach mehreren Anläufen fanden
sich elf Idealisten zusammen und bildeten den neuen Elferrat. Dieser Erfolg war
einem von Heimat- und Brauchtumsliebe
zeugenden Aufruf von Friseurmeister Ivo
Honer zu verdanken. Die Kampagne
1965 verlief dann wieder im gewohnten
Rahmen mit Redoute und Umzug. Am
Dienstag den 04.05.1965 versammelte
sich in der Gaststätte „Rössle“ die an der
Gründung einer Narrenzunft Spaichingen
interessierten Elferräte der Fastnacht
1965. Ivo Honer eröffnete die Versammlung und gab die Tagesordnung bekannt.
Die bereits vorbereitete Satzung zur
Gründung der „Narrenzunft 1577 Deichelmaus Spaichingen“ wurde einer Prüfung
unterzogen und von den anwesenden
Personen für gut befunden, so dass die
Zunftgründung durch Unterschriftsleistung der später gewählten Räte vollzogen werden konnte. In geheimer Abstimmung wurde Ivo Honer zum Präsidenten
gewählt. Die Zunftratsmitglieder Erwin
Klink, Theo Bader, Hubert Klöck und Helmut Brehm wurden für 3 Jahre in ihre
Ämter gewählt. Die restlichen Räte wurden satzungsgemäß vom Zunftrat für 1
Jahr ernannt. Am 25.05.1965 wurde die
Zunft bei Amtsgericht Spaichingen in’s
Vereinsregister eingetragen als „NZ Deichelmaus 1577 Spaichingen e. V. Sitz
Spaichingen“. In diesem Jahr fand die
Neuschaffung eines Deichelmaus –
Kostüms (Maskenkleid) statt. Ebenfalls
neu geschaffen wurde der Spaichinger
Schellennarr. Beides fand großen
Zuspruch!
1966
Motto: „Primtals Erwachen“
Präsident: Ivo Honer
Tintenm./Vizepr.: Hubert Klöck
Hechelmeister: Hans Sachsenmeier
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Wilfried Wenzler
Vergnügungsmeister: Erwin Klink
Archivmeister: Helmut Brehm
Ordensmeister: Rolf Kopp
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Alfred Hummler
Zeremonienmeister: Klaus Merkt
Neunerräte:
Hans-Franz Rees, Josef Hagen, Frieder
Schumacher, Josef Winker, Robert
Bretschneider, Karl Honer, Hugo Renk,
Gerhard Holzbecher, Manfred Hagen
Prinz: Reinhold von Baldenberg
Prinzessin: Edith von Rosenthal
(Reinhold Pronet)
Narrenvater: Helmut Riedmiller
Um die Elferräte zu entlasten wurde
1966 zusätzlich ein Neunerrat, wie
schon erstmals vor 30 Jahren im Jahre
1936, gegründet. In schwarzem Talar
mit neuen Perücken präsentierte er sich
den Besuchern. Der Verfasser zitiert:
„Eine prächtige Gruppe lauter Narren
denen der Schalk aus den Augen blitzt.“
Neu war auch der Spaichinger Orden 1.
Klasse, den der Ordensmeister hütet
und nur sparsam verteilt. Ein Orden aus
Chronik
nass gewordenen auch innen gleichmäßig benetzte….Der Abtransport im Heulader mit Blaulicht und Martinshorn rundete
die Sache ab.“ Am Sonntag fand der große Umzug statt. 20.000 Zuschauer erlebten ca. 50 Wagen, Gruppen und Kapellen
bei herrlichem Wetter. Alle Beteiligten
wurden wie das Jahr zuvor mit einer
Urkunde und einer Geldprämie belohnt.
„Ein schöner Erfolg war die Ausschreibung eines Zeichen- und Malwettbewerbs. Nach den närrischen Tagen zeigte
sich der Erfolg. Ca. 130 Einsendungen
bewiesen, dass die Schüler regen Anteil
am Umzug und Fasnet genommen hatten. Alle bekamen eine Tafel Schokolade.
Die 19 Besten durften nach Ostern einen
Ausflug mitmachen der gut gelang.“
Bronzeguss mit Spaichinger Deichelmauskopf und Inschrift. Mit großem Aufwand wurde die Fasnetseröffnung am
11.11.65 vorbereitet. Die Festsitzung
selbst stand unter dem Motto: Freie
Fahrt für frohe Laune. Die Besucher
waren begeistert. Zum ersten Mal wurden die Spaichinger Figuren, im besonderen die Deichelmaus mit einer neu
entwickelten Maske den Besuchern vorgeführt. Außerdem konnte eine präzise
Kleiderordnung, welche immer mehr
verwirklicht werden sollte, verlesen werden. Ein großer Erfolg war auch die
Redoute. Am schmotzigen Donnerstag
erschien zum ersten Mal wieder die
Spaichinger Hechel. Der Verfasser
zitiert: „Wie warme Wecken wurden die
Exemplare verkauft.“ „Etwas vom
schönsten war für 11er und 9er Rat der
Abend mit dem Sturm aufs Rathaus.
Konnten wir doch feststellen, dass in
Verwaltung und Stadtrat Leute mit
Humor und Witz die Narretei tatkräftig
unterstützten. Wie hätte es sonst sein
können, dass 3 Neunerräte und der
Prinz in Handschellen gelegt wurden.
Erinnern Sie sich an die waaghalsige
Befreiungsaktion des Prinzen mit der Leiter aus dem 3. Stockwerk? Die Befreiung
de 9er Räte wurde durch die Stadtpflegerakrobatik durchs Telefonloch vereitelt.
Der eigentliche Sturm war keine Kleinigkeit. Mit Wasserschlauch und Pistolenschüssen würde das Rathaus verteidigt.
Mit Leiter und Enterbeil ungeachtet der
Fensterscheiben kämpfte sich der 11er
und 9er Rat zum Sitzungssaal durch, wo
der erste Versöhnungsschluck die außen
1967
Motto: „Und wieder lacht die Deichelmaus“
Präsident: Ivo Honer
Tintenm./Vizepr.: Hubert Klöck
Hechelmeister: Frieder Schumacher
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Wilfried Wenzler
Vergnügungsmeister: Erwin Klink
Archivmeister: Helmut Brehm
Ordensmeister: Rolf Kopp
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Alfred Hummler
Zeremonienmeister: Klaus Merkt
Neunerräte:
Reinhold Pronet, Gerhard Holzbecher,
Robert Bretschneider, Helmut Häsler,
Hugo Renk, Manfred Merkt, Manfred
Dreher, Josef Hagen, Karl Honer
Prinz: Erwin von der Deichelhalde
Prinzessin: Gretel von der Verena
(Erwin und Gretel Mey)
Narrenvater: Helmut Riedmiller
Die Kampagne 1967 verlief dann wieder
im gewohnten Rahmen mit Redoute und
Umzug, jedoch sind genauere Aufzeichnungen nicht aufzufinden. Einblick zeigt
nur der Terminplan für 11er, 9er Rat und
Prinzenpaar:
ab 10.01.67
Dekoration und Vorbereitung der Wagen
für 11er und 9er Rat
27.01.67
Generalprobe zur Redoute im Kreuz
27.01.67
Redoute im Kreuz
02.02.67
Schmotziger Donnerstag: 10.00 Uhr
vorm. Kreuz, 10.30 Uhr Abfahrt mit Bus
zur Schillerschule, Verhaftung der Lehrer - Frühschoppen im Rößle, nachmittags 15.00 Uhr Kindergärten, Krankenhaus und Altersheim mit Bus - Abfahrt
Rößle, 18.45 Uhr pünktlich Treffpunkt
Schwarzwälder Bote, 19.00 Uhr Aktion
Rathaus
03.02.67
Treffpunkt 20.00 Uhr Rößle: Abfahrt mit
Bus nach Balgheim
04.02.67
Liederkranzfasnet nur Prinzenpaar
05.02.67
Umzug…
06.02.67
Abends 20.00 Uhr Prinzenpaar - Garde
Einmarsch Turnverein, 11er und 9er Rat
noch offen
07.02.67
Kinderumzug, 20.00 Treffpunkt Rößle,
Beerdigung der Fasnet
1968
Motto: „In den Sternen steht’s
geschrieben“
Präsident: Ivo Honer
Tintenm./Vizepr.: Hubert Klöck
Hechelmeister: Frieder Schumacher
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Wilfried Wenzler
Vergnügungsmeister: Erwin Klink
Archivmeister: Erwin Mey
Ordensmeister: Rolf Kopp
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Alfred Hummler
Zeremonienmeister: Klaus Merkt
Neunerräte:
Reinhold Pronet, Gerhard Holzbecher,
Robert Bretschneider, Helmut Häsler,
Hugo Renk, Manfred Merkt, Manfred
Dreher, Josef Hagen, Karl Honer
Prinz: Konrad der fidele Musikus
Prinzessin: Christine die Mondprinzessin
Narrenvater: Helmut Riedmiller
Seite 17
Chronik
Da durch Nachforschungen im Archiv
Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem
Kloster St. Georgen die Spaichinger
Fasnet bereits schon im Jahre 1445
erwähnt wird, wurde an der Generalversammlung am 21.09.1968 beschlossen,
die Jahreszahl in der Anschrift von 1577
auf 1445 zu ändern.
1969
Motto: „Die Maus pfeift aus dem letzten
Loch“
Präsident: Ivo Honer
Tintenm./Vizepr.: Hubert Klöck
Hechelmeister: Frieder Schumacher
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Wilfried Wenzler
Vergnügungsmeister: Erwin Klink
Archivmeister: Erwin Mey
Ordensmeister: Helmut Riedmiller
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Alfred Hummler
Zeremonienmeister: Klaus Merkt
Neunerräte:
Reinhold Pronet, Gerhard Holzbecher,
Robert Bretschneider, Helmut Häsler,
Hugo Renk, Manfred Merkt,
Manfred Dreher, Josef Knapp,
Josef Hagen
Prinz: Frieder vom Geißenmarkt
Prinzessin: Renate, das Kätchen von
Heilbronn
(Frieder und Renate Schumacher)
Narrenvater: Jürgen Würth
Die Fasnetseröffnung fand am 11.11.68
im „Cafe Rose“ statt. Zu dieser Veranstaltung wurden die Freunde und Förderer der Narrenzunft eingeladen. Neben
einem Rahmenprogramm, Tanz usw.
Seite 18
wurde das Motto verkündet und das
Prinzenpaar vorgestellt. Zur Fasnet
1969 stiftete Christian Link der Narrenzunft eine neue Bütt, die vom Spaichinger Mitbürger Stefan Winker kunstvoll
geschnitzt wurde. Für die Fasnet 1969
wurde für die Elferräte ein prachtvolles
Wikingerschiff aus massivem Holz, verziert mit einem prächtigen Drachenkopf,
Schutzschilder und Segel gebaut, das
alljährlich am Fasnetsonntag zu bestaunen war. Der Umzug begann am
16.02.69 wie üblich um 13.30 Uhr. Die
Strecke nahm folgenden Verlauf: „Aufstellung in der Alleenstrasse, Umzugsabmarsch ist in der Hauptstrasse Gasth.
z. Sternen, dann entlang der Hauptstrasse bis Gasth. z. Ochsen, von dort
Einmündung in die Obere Bahnhofstrasse, durch die Wilhelmstrasse, Bahnhofstrasse bis zurück in die Hauptstrasse,
die Hauptstrasse entlang bis Gasth. z.
Kreuz. Hier löst sich der Zug auf.“
1970
Motto: „Von damals bis heute“
Präsident: Ivo Honer
Tintenm./Vizepr.: Hubert Klöck
Hechelmeister: Frieder Schumacher
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Wilfried Wenzler
Vergnügungsmeister: Erwin Klink
Archivmeister: Erwin Mey
Ordensmeister: Helmut Riedmiller
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Alfred Hummler
Zeremonienmeister: Klaus Merkt
Neunerräte:
Reinhold Pronet, Josef Knapp, Robert
Bretschneider, Willi Reiser, Hugo Renk,
Herbert Däuble, Helmut Häsler,
Karl Reiser, Manfred Merkt
Prinz: Klaus
Prinzessin: Carla vom Primtal
(Klaus und Carla Schmid)
Narrenvater: Jürgen Würth
Die Narrenzunft feierte in diesem Jahr
das 525 - jährige Jubiläum. Der 11.11.69
startete traditionsgemäß mit einem bunten Abend im „Cafe Rose“. Beim Frühschoppen wurde dann auch am
06.01.70 die Fastnacht 1970 eröffnet.
Am 31.01.70 fand die traditionelle
Redoute im Gasthaus „Kreuz“ statt.
„Zum Umzug am Fasnet - Sonntag hatte das Fernsehen zugesagt. Des weiteren berichtete der Südwestfunk und der
Süddeutsche Rundfunk in Direkt Reportagen
1971
Motto: „Ob Mini oder Maxilook, am
schönsten ist’s im Narrenrock“
Präsident: Ivo Honer
Tintenm./Vizepr.: Hubert Klöck
Hechelmeister: Frieder Schumacher
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Wilfried Wenzler
Vergnügungsmeister: Erwin Klink
Archivmeister: Erwin Mey
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Alfred Hummler
Zeremonienmeister: Klaus Merkt
Neunerräte:
Reinhold Pronet, Josef Knapp, Robert
Bretschneider, Willi Reiser, Hugo Renk,
Herbert Däuble, Helmut Häsler,
Chronik
Karl Reiser, Manfred Merkt
Prinz: Alfred vom Hohenkarpfen
Prinzessin: Anne - Maria von Katalonien
(Alfred und Anne - Maria Martin)
Narrenvater: Jürgen Würth
In diesem Jahr wurde der langjährige
Präsident Ivo Honer zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Die Redoute fand wiederum im Kreuzsaal statt und sollte auch in diesem Jahr
wieder ein voller Erfolg werden.
Der große Umzug hatte insgesamt 44
teilnehmende Wagen oder Gruppen und
war ein Großereignis der abgelaufenen
Fasnetsaison.
Mit dem Kinderumzug und dem Kehraus
ging die Kampagne 1971 zu Ende.
1972
Motto: „Olympia der Narretei, in
Spaichingen die Losung sei.“
Präsident: Erwin Mey
Tintenm./Vizepr.: Helmut Riedmiller
Hechelmeister: Karl Sturm
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Helmut Häsler
Vergnügungsmeister: Ludwig Geipel
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Alfred Martin
Neunerräte:
Reinhold Pronet, Herbert Däuble,
Robert Bretschneider, Karl Reiser,
Hugo Renk, Rudolf Kaiser, Manfred
Merkt, Frieder Kauth, Willi Reiser
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Wolfgang von Berlichingen
Prinzessin: Herta von Hohenlohe
Vor der närrischen Zeit hatte die Zunft
Arbeitseinsätze bei anderen Vereinen.
„So half der 11er und 9er Rat beim Gauchorfest des Liederkranzes und hatte
die Bewirtung beim Oktoberfest des
Schwimmfördervereines übernommen.“
In diesem Jahr veranstaltete die Narrenzunft, in Zusammenarbeit mit den Schulen, einen Schüler - Malwettbewerb.
Nach der Kampagne wurde ein Teil der
Arbeiten in der Schalterhalle der Volksbank ausgestellt. An 10 Abenden wurde
der Kreuzsaal zur Narrhalla dekoriert.
Die Narrenzunft Spaichingen veranstaltete dann am Samstag, den 05.02.72
ihre traditionelle Redoute. Während der
Fasnetzeit, zwischen Redoute und
Aschermittwoch, ist das Prinzenpaar,
Präsident, 11er und z.T. der 9er Rat insgesamt 11 mal aufgetreten, um bei den
Vereinsfasneten und bei den Umzügen
mitzuwirken. Die Garde wirkte mit 10
Gardemädchen an der Kampagne mit.
Am 13.02.72 fand der große Spaichinger Umzug statt. 14 Musikkapellen sorgten für die Unterhaltung der Zuschauer.
Insgesamt stellten sich 38 Wagen bzw.
Gruppen zum Umzug auf. Dieser wurde
dann pünktlich 13.30 Uhr gestartet. Der
Umzug nahm folgenden Verlauf: „Aufstellung in der Aleenstraße, Umzugsabmarsch ist in der Hauptstr. Gasth. z.
Sternen, dann entlang der Hauptstraße
bis Gasthaus z. Ochsen, von dort Einmündung in die Obere Bahnhofstr.,
durch die Wilhelmstraße, Bahnhofstraße
bis zurück in die Hauptstraße, die
Hauptstraße entlang bis zum Kreuz.
Hier löst sich der Zug auf.“ Zwei Tage
später fand der Kinderumzug statt.
1973
Motto: „Wer hätt`s gedacht, dass ein
Teufel weitermacht.“
Präsident: Erwin Mey
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Pronet
Hechelmeister: Albert Knüfer
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Helmut Häsler
Vergnügungsmeister: Ludwig Geipel
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Alfred Martin
Neunerräte:
Manfred Merkt, Frieder Kauth, Willi
Reiser, Robert Bretschneider, Herbert Däuble, Peter Haag, Karl Reiser, Franz Mauch, Rudolf Kaiser
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Wolfgang II. vom Anger
Prinzessin: Rosi von Harmonica
Tintenmeister Helmut Riedmiller und
Neunerrat Hugo Renk schieden aus.
Peter Haag und Franz Mauch wurden
für den Neunerrat gewonnen. Der
11.11 startete bei schlechter Witterung. Trotzdem waren viele Spaichinger anwesend und beschlossen den
Abend bei einem guten Tropfen in der
Rose. Am 06.01.73 wurde im vollbesetzten Zunftlokal Rose einer großen
Zahl von Freunden und Gönnern
gedankt. Zum ersten Mal wurde der
neu geschaffene Jahresorden verliehen und ebenfalls zum ersten Mal bei
diesem Frühschoppen wurden zwei
Frauen geehrt. Um sich bei den
Umzugsteilnehmern erkenntlich zu
Seite 19
Chronik
zeigen, lud man alle Wagenbauer und
Umzugsteilnehmer am 26.01. ins katholische Gemeindehaus ein. Über 100
erschienene Umzugsteilnehmer dankte
man für ihre Teilnahme. Bei Vesper,
Getränken und der Kapelle „Martin“
erhielt die Fasnetsveranstaltung eine
Stimmung wie kaum eine zuvor. Man
beschloss diesen Abend in den folgenden Jahren zu wiederholen. Der Verfasser zitiert: „Wir hatten noch nie in der
neueren Geschichte der Narrenzunft
einen Umzug, der soviel Programmpunkte enthielt, wie der diesjährige und
erfreulicherweise dazu auch kaum
jemals soviel Zuschauer wie heuer. Diesen Erfolg des Umzuges haben wir nicht
zuletzt dem gelungenen Abend für die
Wagenbauer zu verdanken.“ Am
Schmotzigen fand das gleiche Programm wie im Vorjahr statt. Bei dem
Besuch der Kindergärten kam es zu
einem Gespräch zwischen dem Präsidenten und eines kleinen Jungen, der
Verfasser zitiert: „In einem Kindergarten
fragte unser Präsident die Kinder, ob sie
uns ein Lied vorsingen können. Selbstverständlich sagte ein kleiner Kerl, und
als der Präsident sagte, was für ein,
sagte der kleine Kerl, „der Mai ist
gekommen.“ Nach dem Kehraus am
Fasnetdienstag traf man sich am
Aschermittwoch zum gemeinsamen
Schneckenessen.
1974
Motto: „Dia Deichelmaus ischt it vu heit,
trotzdem ischt se ap tu deit.“
Präsident: Erwin Mey
Tintenmeister: Reinhold Pronet
Hechelmeister: Albert Knüfer
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Helmut Häsler
Vergnügungsmeister: Ludwig Geipel
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Alfred Martin
Neunerräte:
Manfred Merkt, Frieder Kauth, Willi
Reiser, Robert Bretschneider,
Herbert Däuble, Peter Haag, Karl
Reiser, Franz Mauch, Rudolf Kaiser
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Harry von Hofen
Prinzessin: Theresia von der Oberstadt
(Harry und Theresia Unterberger)
Der Beginn der närrischen Zeit war
geprägt von Verhandlungen. Es sollte
ein Weg gefunden werden, wie die Fasnet in Zukunft verlaufen sollte. Dies
Seite 20
konnte ohne Ausscheiden eines Rates
in angriff genommen werden. Es begann
jedoch mit kleinen Schwierigkeiten
bereits bei der Fasnetseröffnung. Da die
Bevölkerung am Samstagabend besser
zu motivieren ist, und weil das alte, wie
auch das neue Prinzenpaar am Sonntag
terminlich gebunden waren, wurde die
Fasnetseröffnung vom 11.11.73 auf den
10.11.73 vorverlegt. Am 06.01.74 wurde
die heiße Fase der 5. Jahreszeit beim
Frühschoppen im Zunftlokal Rose eingeleutet. Dies geschah mit Ehrungen
und der Überreichung von 30 Jahresorden, 4 Zunftorden und 6 Ehrenmützen.
Am 11.01.74 wurde das „Wagenbauer Festle“ im katholischen Vereinshaus
(Saal) ein weiteres mal wiederholt.
Jeder Besucher erhielt, als Dank eine
Portion warmen Fleischkäse zuzügl. 2
Plaketten a 1,- DM Wert für Getränke
(Die meisten Getränke kosteten damals
1,- DM). Wie in all den vergangenen
Jahren trat auch während dieser Fasnet
die Prinzengarde bei allen offiziellen
Veranstaltungen auf. Unter der Leitung
der Tanzmeisterin Monika Merkt waren
dies folgende Veranstaltungen: 16.02.
Redoute, 19.02. Polizeifasnet, 20.02.
Kolping, 21.02. Absetzung des Bürgermeisters und Skiball, 23.02. Liederkranz
- Fasnet, 24.02. Fasnetumzug und SVS
- Fasnet, 25.02. Turnerball, 26.02. Kinderumzug und Kehraus! Die Narrenzunft
zählte im Jahr 1974 insgesamt 253 Mitglieder.
1975
Motto: „Trotz Umweltschutz und Wirtschaftskrise, die Deichelmaus schafft
frische Brise.“
Präsident: Erwin Mey
Tintenmeister: Reinhold Pronet
Hechelmeister: Albert Knüfer
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Helmut Häsler
Vergnügungsmeister: Reiner Beißel
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Karl Dreher
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Alfred Martin
Neunerräte:
Manfred Merkt, Harry Unterberger,
Peter Haag, Franz Nickl, Franz Mauch,
Hans - F. Grießhaber, Karl Reiser,
Wolfgang Hauser, Rudolf Kaiser
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Manfred der Postillion
Prinzessin: Erika vom Zimmerplatz
(Manfred und Erika Scheffler)
Bei einer Sitzung am 17.09.74 wurde die
Narrenecke (ein Narrenstammtisch)
geboren. Das Fest der Wiederkehr dieser Geburt sollte an jedem 1. Freitag im
Monat im Spaichinger Ochsen gefeiert
werden.
Der Verfasser zitiert:
„Ein Ereignis, wovon die Damen und
Herren der Narrenzunft lange sprechen,
war das Kellerfest in den Räumen der
Firma Rudolf Kaiser. Um den Ablauf des
Festes närrischer zu gestalten, musste
der Schatzmeister Theo Bader den
Schlachtruf der Spaichiner Narren OHO - mit den Anwesenden einstudie-
Chronik
ren. Nach einigen missglückten Versuchen war der Schatzmeister mit seinen
Zöglingen zufrieden. Es war ein rauschendes und berauschendes Fest, von
dem man sich erst in den frühen Morgenstunden trennte. Man kann das Kellerfest auch als Trainingsabend für die
anstrengenden Tage der Fasnet ansehen.“
Die Redoute am 01.02.75 wurde als
glanzvolles Ereignis eingestuft. „Den
Höhepunkt erlebte Spaichingen im großen Fasnet - Umzug am Sonntag. Gäste
aus Nah und Fern waren sich in der Meinung einig, dass das der beste Umzug
seit Jahren war.
Am Dienstag danach fand dann der traditionelle Kinderumzug statt.“
Beim 2. Spaichinger Flohmarkt am
10.05.75 hat die Narrenzunft mit ihrem
Stand an zweiter Stelle, aller am Markt
beteiligten Vereine, abgeschlossen. Es
wurden selbst gemachte Stelzen, Greisel und Reifen verkauft.
In diesem Jahr zählte die Narrenzunft
Spaichingen 218 Mitglieder.
1976
Motto: „Fasnet ist Trumpf, hol’s Geld
aus’m Strumpf.“
Präsident: Reinhold Pronet
Tintenmeister: Reinhold Bühler
Hechelmeister: Karl - Heinz Laukart
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Helmut Häsler
Vergnügungsmeister: Reiner Beißel
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Albert Knüfer
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
Neunerräte:
Manfred Merkt, Harry Unterberger,
Peter Haag, Manfred Scheffler, Franz
Mauch, Walter Merkt, Karl Reiser,
Karl - Heinz Maurer, Rudolf Kaiser
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Gebhard von der Primquelle
Prinzessin: Margret vom edlen Holz
(Gebhard und Margret Wenzler)
In diesem Jahr führte zum ersten Mal
Reinhold Pronet als Präsident durch die
Fasnetskampagne. Das Wagenbauerfestle erlebte in diesem Jahr einen
Besucherrekord. Man dankte somit wieder denen, welche mit viel Idealismus
irgend etwas zum Umzug beitrugen. In
der Zeit zwischen 06.01. und Redoute
fand eine Mitgliederwerbung im „Teil Stadtgebiet von der Bundesstrasse
Richtung Dreifaltigkeitsberg, also links
der B14 in Richtung Tuttlingen, vom
Neubaugebiet Schwampenbühl bis zur
Balgheimer Strasse“ statt. Ziel war es,
passive oder aktive Mitglieder zu werben, welche den Grundstock bilden sollten, dass es bei der Spaichinger Fasnet
weiterginge. Diese Aktion verdoppelte
mit einem Schlag die Mitgliederanzahl
auf 440 Narren und brachte der Zunft
viel Zustimmung für ihre Arbeit von den
Spaichinger Bürgern. Die Redoute war
wiederum bis zum letzten Platz gefüllt.
In diesem Jahr wollte man sich
besonders anstrengen, musste aber
einige Fehler eingestehen. Das Hauptprogramm lief bis nach Mitternacht und
war somit viel zu lange. Wie die Jahre
zuvor wurde auch dieses Jahr geprägt
von einigen Obernarren. Der Verfasser
zitiert: „Was wäre die Fasnet ohne die
Hofermerbäs und die Oberstadttante,
ohne unsere Aktiven mit den 3 Namen
Knöpfle, Rees, Wissmann.“ Nicht zu vergessen ist hierbei Hugo Gulden. Begleitet wurde die Narrenzunft über die
gesamte Fasnet hinweg von Fanfarenzug und Stadtkapelle. Viel Lob und Anerkennung erhielten in diesem Jahr die
Schellennarren! Diese wurden dann
auch vom Präsidenten während der
Jahreshauptversammlung speziell hervorgehoben: „Wir konnten im vergangenen Jahr und bei der diesjährigen Fasnet mit einer Gruppe einen Durchbruch
erzielen, die eines besonderen Wortes
wert ist. Es sind dies unsere Schellennarren, unsere Schellengruppe mit
ihrem Hanselführer, unserem Narrenbruder Tarzan Dreher. Er und vor allem
auch seine Frau Gertrud, haben uner-
müdlich für die Gruppe der Schellennarren geworben und gearbeitet. So war es
möglich, dass in diesem Jahr über 20
Schellennarren gemeinsam auftreten
konnten und wir jetzt den Grundstock
einer Gruppe haben, die sich bestimmt
unter Leitung unseres Hanselführers
weiter gut entwickeln wird…..Wir dürfen
also damit rechnen, dass die Zahl der
Schellennarren zur kommenden Fasnet
weit über 30 liegen wird…“ Diese neue
Gruppe bewirkte auch einen weiteren
Zulauf bei den Deichelmauskleidle.
1977
Motto: „Trimm Dich fit, mach d’ Fasnet
mit.“
Präsident: Reinhold Pronet
Tintenmeister: Reinhold Bühler
Hechelmeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsmeister: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
Neunerräte:
Manfred Merkt, Karl - Heinz Maurer,
Peter Haag, Manfred Scheffler, Franz
Mauch, Walter Merkt, Karl Reiser, Rudi
Steidle, Rudolf Kaiser
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Wolfram der Figaro
Prinzessin: Margot von der Allee
(Wolfram und Margot Honer)
Seite 21
Chronik
Das Fasnetsjahr begann bereits am
08.05.1976 mit der Teilnahme am Flohmarkt der Stadt Spaichingen. Mit einem
Eisstand, einer Wurfbude, verschiedenen Suppengerichten und kleinen Antiquitäten, sowie einer kleinen Gartenwirtschaft trug man zum Flohmarkt bei. Die
Aktivitäten während des Jahres wurden
weitergeführt beim Gauturnfest. Hier
sorgte die Zunft mit einem Stand für kühle Getränke und für ein gutes Vesper.
Jeden Dienstag trainierte die Deichelmaus auf dem Michelfeld für das gleichnamige Laienturnier. Der Verfasser
zitiert: „Unsere Asse gaben das Training
und es stellte sich heraus, wer mit den
Lungentorpedos und dem Bierbauch auf
Kriegsfuß stand.“ In der Endabrechnung
belegte man dann den 2. Platz beim Turnier. Am 11.11.76 begann dann die närrische Zeit mit dem alljährlichen Programm. Zwischen dem 10. und 22.01.77
fand dann die 2. Hälfte der Mitgliederwerbung statt. Der Erfolg wurde mit 825
Mitgliedern bestätigt. Die Zunft beantragte bei der Stadt Spaichingen die
Überlassung, der 4 ehemaligen Munitionsbunker im Waldgebiet „Tannen“. Es
wurde ein Mietvertrag vereinbart.
Wagenbauer hatten die Möglichkeit, ihre
Vehicle, welche sie sonst auseinander
bauen mussten, unterzustellen. Der Liederkranz nutzte diese Möglichkeit als
erster. Am Abend des Schmotzigen
Donnerstag wurden zum ersten Mal die
Gaststätten besucht, welche einen Tanz
boten. Die Resonanz war positiv. Der
Versuch, die Fasnet wieder etwas unter
die Leute zu bringen, galt als gelungen.
Nach dem Kehraus, der bis in die frühen
Morgenstunden ging, fand am 26.03.77
noch ein Fass - Bier - Abend im Gasthaus Ochsen in der Oberstadt statt.
Dieses Bier wurde vom Stadtoberhaupt
gespendet und dieser nahm auch an
dem lustigen Abend teil.
1978
Motto: „Jeder sei im Jubeljahr, lustig mit
der Narrenschar.“
Präsident: Reinhold Pronet
Tintenmeister: Reinhold Bühler
Hechelmeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsmeister: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
Neunerräte:
Seite 22
Manfred Merkt, Karl - Heinz Maurer,
Peter Haag, Manfred Scheffler, Franz
Mauch, Walter Merkt, Karl Reiser, Rudi
Steidle, Rudolf Kaiser
Ersatzrat: Wolfram Honer
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Julius I. von der Pusta
Prinzessin: Isolde vom Land der
schönen Düfte
Das Jahr 1977 wurde genutzt, um Fahrzeug - Chassis für den Aufbau der Zunftwagen zu finden. Ein neuer Neunerratwagen konnte in ca. 170 Arbeitsstunden
gebaut werden. Unterstellmöglichkeiten
hatte man in den angemieteten Munitionsbunkern im Waldgebiet „Tannen“.
Um in den Bunkern elektrische Energie
zu haben, mussten 400 m lange Erdkabel verlegt werden. Des weiteren wurden alle Bunker einbruchsicher gemacht. Auch in diesem Jahr wurde sehr
stark für das Michelfeldturnier trainiert.
Dies zahlte sich mit der Verteidigung
des 2. Platzes wieder aus. Vor der Kampagne schied die bisherige Tanzmeisterin der Garde, Monika Merkt, aus. Als
Nachfolgerin konnte die Lehrerin Frau
Magg gewonnen werden. Der Schmotzige Donnerstag gehörte 1978, genauso
wie in den Jahren zuvor, zu den schönsten Tagen der Spaichinger Fasnet. Das
Programm dieses Tages lief ab wie folgt:
08.00 Uhr Treffpunkt im Cafe Rose,
gegen 08.30 Abfahrt gemeinsam mit
dem Fanfahrenzug nach Balgheim zum
Besuch der Sonderschule, nach erneutem Eintreffen in Spaichingen wurde die
Schillerschule befreit und die Lehrer am
Seil abgeführt. Von der Schillerschule
ging es mit dem Seil zur Real- sowie zur
Rupert - Mayer - Schule. Die Lehrer aller
Schulen wurden am Seil ins „Gefängnis“
Rose abgeführt. Es folgte eine Sitzung
bei Wasser und Brot mit einem kleinen
Unterhaltungsprogramm der Lehrer.
Nachmittags wurden die Kindergärten
St. Raphael, St. Franziskus, Ev. Kindergarten und St. Michael - Vorschule
sowie das Altersheim besucht. Gegen
17.45 Uhr wurde mit dem Fanfarenzug
der Narrenbaum von der Kreissparkasse bis auf den Marktplatz, auf einem
fahrbaren Untersatz, gefahren. Dort bildeten die Maskenträger einen großen
Sicherheitskreis und die Feuerwehr
begann mit dem Narrenbaumsetzen.
Nach der Schlussansprache durch den
Präsidenten folgte der Abmarsch zu den
Lokalbesuchen. Nach Ablauf einer erfolgreichen Kampagne fand am 05.03.78
zum ersten Mal ein Deichelmaus Skirennen auf dem Hirnbühl statt! Mit 806 Narren konnte auch 1978 die Mitgliederzahl
über der Wunsch - Mindestanzahl von
800 Deichelmäusen gehalten werden.
1979
Motto: „Vergesst den Alltagsmist,
wenn `79 Fasnet ist.“
Präsident: Reinhold Pronet
Tintenmeister: Reinhold Bühler
Hechelmeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Theo Bader
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsmeister: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Josef Knapp
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
Neunerräte:
Manfred Merkt, Manfred Scheffler,
Peter Haag, Walter Merkt, Franz
Mauch, Rudi Steidle, Karl - Heinz
Maurer, Wolfram Honer, Rudolf Kaiser
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Edgar vom Gänsebühl
Prinzessin: Anni vom Lemberg
(Edgar und Anni Mezger)
In einer außerordentlichen Sitzung am
06.10.78 wurde eine Satzungsänderung
einstimmig beschlossen. „Die geänderte
Satzung wurde von den Finanzbehörden anerkannt und unser Verein für
gemeinnützig erklärt.“ Diese war und ist
für die Narrenzunft eine wichtige Grundlage für eine ausgewogene Finanzierung. Die Spaichinger Masken erfuhren
auch in 1979 einer sehr großen Beliebt-
Chronik
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
(Teppich)
Neunerräte:
Manfred Merkt, Rudi Steidle, Peter
Haag, Wolfram Honer, Franz Mauch,
Armin Maier, Rudolf Kaiser, Bernhard
Magg, Walter Merkt (Holz)
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Josef I. vom Farbenland
Prinzessin: Gabi von Tannen
(Josef und Gabi Dorn)
heit. Für die Zunft waren damals schon
die Maskengruppen eine wichtige Bereicherung. „Das Kleidle“ konnte sowohl
selbst genäht, als auch fertig von der
Zunft bezogen werden. Jedoch wurde
die Gestaltung der Spaichinger Masken von der Narrenzunft überwacht.
Ziel war es, eine einheitliche Linie zu bilden, da die Zunft an den Umzügen als
eine geschlossene Gruppe auftrat. Bei
den Strohhanselen fand eine Verbesserung der Kostüme mit der Imprägnierung des Strohs statt. Als weitere
Zusatzarbeit baute man einen zunfteigenen Umzugswagen. „Hierzu wurde ein
gebrauchter Anhänger gekauft. Der Aufbau wurde in Massivbauweise mit dem
Wagen verbunden.“ Somit entstand der
neue Prinzenwagen. Der Wagen wurde
nach dem Umzug nicht mehr abgebaut
sondern im aufgebauten Zustand im
Archiv abgestellt. Während der Fasnet
war die Zunft auch bei Umzügen in der
Umgebung vertreten. Die Umzüge in
Denkingen, Reichenbach und die Jubiläumsveranstaltung in Kolbingen wurden besucht.
1980
Motto: „Denkt nicht an Geld und
Energie, feiert Fasnet wie noch nie.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleimeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsm./Hechelm.: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Das Geschäftsjahr 79/80 war ein Jahr
das zu Beginn einen Generationswechsel in der Führung gebracht hat. Nach 4
jähriger Amtszeit verabschiedeten die
Mitglieder der Narrenzunft ihren Präsidenten Reinhold Pronet. Edgar Mezger,
Prinz der Fasnet 78/79, wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Neben dem
Präsidenten schieden auch Theo Bader
und Josef Knapp aus dem Rat aus. Die
Deichelmaus nahm am 25./26.08.79
wiederum am Michelfeldturnier teil.
Nach hartem Kampf konnte ein 3. Platz
erreicht werden. Ein dritter Hänger wurde angeschafft, dieser wurde für das
11er - Schiff benötigt. Ca. 120 Arbeitsstunden wurde für den Umbau des
Wagen aufgebracht. Am 11.11.79 wurde
pünktlich um 20.11 Uhr die Fasnetkampagne mit der Bekanntgabe des neuen
Prinzenpaares und des Mottos eröffnet.
Der Schmotzige Donnerstag erhielt in
diesem Jahr neue Akzente. Er stand
ganz im Zeichen des Brauchtums,
Maskentreibens und der Straßenfasnet.
Das Rathaus wurde wieder gestürmt
und die Stadtväter mit samt dem Bürgermeister zum Moritatenvortrag ihrer
Schandtaten verurteilt. Der Verfasser
zitiert: „Mit der Aktion Straßenfasnet
glaube ich sagen zu können, haben wir
einen Teilerfolg erzielen können. Denn,
es waren etliche Gasthäuser sehr gut
besucht und zum anderen waren wieder
sehr viele Masken unterwegs, was
eigentlich insgesamt gesehen, unsere
Absicht ist die wir verfolgen.“ Die Narrenzunft hat 95 organisierte Maskenträger (52 Schellennarren, 38 Strohhansele, 5 Deichelmäuse). Diese Maskengruppen wollte man auch außerhalb von
Spaichingen präsentieren. Die Narrenzunft nahm am 75-jährigen Jubiläumsumzug in Immendingen sowie am Narrentreffen in Wilflingen teil. „Am Rosenmontag besuchte der Elferrat zusammen mit den Schellennarren den Wurmlinger Umzug. Der Neunerrat nahm mit
dem Prinzenpaar und den Strohhansele
am Umzug in Denkingen teil.“
1981
Motto: „Narrentreiben unterm Berg,
Deichelmäuse sind am Werk.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleimeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsm./Hechelm.: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
(Teppich)
Neunerräte:
Manfred Merkt, Wolfram Honer,
Peter Haag, Armin Maier, Franz Mauch,
Bernhard Magg, Rudolf Kaiser,
Josef Dorn, Rudi Steidle
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Paul I. vom Heilix - Blechle
Prinzessin: Margret vom Allgäu
(Paul und Margret Wedam)
Der bisherige Schellennarrenobmann
Tarzan Dreher schied aus dem Amt aus.
Bis 1981 stieg die Anzahl der Maskenträger bis auf 52 Schellennarren an.
14.11.1980 wurde die Narrenzunft Deichelmaus, als 22. Zunft im Ring, in den
Freundschaftsring „Schwarzwald - Baar
- Heuberg“ aufgenommen. Die Ringversammlung fand in der Aula des Gymnasiums von Tuttlingen statt. Das Abstimmungsergebnis: 52 Ja-Stimmen, 13
Seite 23
Chronik
Nein-Stimmen! Der Verfasser zitiert:
„Die Spaichinger Kostüme gefielen den
schwäbisch - alemannischen Narren.
Weniger gefiel ihnen, dass es in Spaichingen ein Prinzenpaar, sowie einen
Elfer- und Neunerrat gibt. Ringpräsident
Hauser aus Heimstetten bemerkte hierzu, dass der Freundschaftsring
Schwarzwald - Baar - Heuberg das
Brauchtum dieser Gegend pflegen will
und kein Sammelplatz für karnevalistische Vereine sei.“ Der Präsident Edgar
Mezger erklärte daraufhin, dass man,
trotz einer stärkeren Annäherung an das
Brauchtum der Gegend, am Elfer- und
Neunerrat wie auch am Prinzenpaar
festhalten will. Edgar Mezger, dessen
Ziel es bei Amtsantritt gewesen ist, die
Spaichinger Narrenzunft in diesen Verband einzugliedern, erklärte weiter: „Der
Freundschaftsring nimmt keinen direkten Einfluß auf das Brauchtum in einer
Narrenstadt wahr.“ Durch die Mitgliedschaft im Freundschaftsring können die
Hästräger an jedem Narrentreffen teilnehmen. Darauf wird Mezger zitiert:
„Wer ein teures Narrenkleid anschafft,
der will es auch zeigen.“ Genauso wie
das Brauchtum, bleibt auch weiterhin
der Narrenruf „OHO“ bestehen! Rechtzeitig zur Fasnetszeit wurde am
27.01.1981 für die Maskenträger eine
Narren- und Häsordnung erlassen.
Während des Schmotzigen Donnerstag
wurde das historische Deichelbohren
wieder neu in das Fasnetsprogramm
aufgenommen. Das neu gestaltete Programm sah vor, das zuvor die Schüler
befreit und die Lehrer verhaftet werden
sollten. Die Schüler und Lehrer begaben
sich gemeinsam, unter der Obhut der
Seite 24
Elfer- und Neunerräte, auf den Markplatz. Je zwei Lehrer einer Schule
musten in Form des Deichelbohrens
den Frondienst leisten. Danach wurden
sie ins fidele Gefängnis (Zunftlokal
Rose) abgeführt, wo sie, bei Wasser und
Brot, durch närrische Beiträge die Freilassung erkämpfen musten. Die beiden
siegreichen Lehrer erhielten Hafterleichterung: Wein und Brot! Eine weitere
Neuerung war das Schmücken des
Marktplatzes. Neue Narrenfahnen,
gezeichnet von Kunstmaler Wedam,
stellen die drei Spaichinger Narrenkleider dar. Ebenfalls neu war das auszeichnen der Gasthäuser mit einer Narrenfahne. Diese wurde am Schmotzigen
von den Gasthäusern aufgehängt, welche einen Hausball oder Kappenabend
oder z.B. einfach Narrentreiben mit
Musikunterhaltung veranstalteten. Auf
anhieb wurden 11 Gasthäuser ausgezeichnet.Der Verfasser zitiert: „Durch
eine Aufteilung der närrischen Gremien
konnten wir so auch jedes ausgezeichnete Gasthaus am Abend des Schmotzigen besuchen. Der Gästebesuch der
Gasthäuser war unterschiedlich, aber
dennoch kann man sagen, es war ein
Erfolg.“ Neue Sicherheitsbestimmungen
für die Umzugswägen hatte zur Folge,
dass Polizeibeamte der Stadt Tuttlingen
alle Umzugswägen kontrollierten. Es
wurde an fast allen Wägen etwas beanstandet, jedoch kam es in diesem Jahr
noch nicht zu einer Anzeige. Nach dem
Umzug wurden die Gastzünfte, welche
in Spaichingen mitgewirkt haben, zum
ersten Mal im Kreuzsaal bewirtet.
1982
Motto: „Feiert d`Fasnet mit Schwung,
denn Narren bleiben jung.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleimeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsm./Hechelm.: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Klaus Schmid
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
(Teppich)
Neunerräte:
Manfred Merkt, Armin Maier,
Franz Mauch, Bernhard Magg,
Rudolf Kaiser, Josef Dorn, Rudi Steidle,
Paul Wedam, Wolfram Honer
Ehrenpräsident: Ivo Honer
Prinz: Helmut I. vom Hohen Firste
Prinzessin: Renate von der Baar
(Helmut und Renate Merkt)
Am 24.04.1981 fand eine Wahl statt, bei
welcher Vertrauensleute für die Strohhansele - und Schellennarrengruppe (je
2 Personen) festgelegt wurden. Für die
Schellennarren waren dies: Christel
Eyrich und Dr. H. - U. May! Die Strohhansele wurden vertreten von: Birgit
Bader und Waltraud May! Für die Gruppe der Deichelmäuse wurden noch keine Vertreter bestellt. Weitere Neuerungen waren: „Ab 1982 erhält jeder Hästräger eine von der Zunft ausgegebene
Nummer, die auf der rechten Unterseite
des Maskentuches (vom Träger aus
gesehen) angebracht sein muß. Die
Nummer ist Bestandteil des Häs. Der
Hohe Rat kann dieselbe bei Nichteinhaltung der Häsordnung einziehen.“ Am
23.01.1982 fand im Kreuz - Saal ein
Üben der neuen Schrittfolge statt. Hierfür mussten die Schellennarren mit
Maske und Geschell zur Übung erscheinen. In Denkingen fand am 06.02.82,
unter der Mitwirkung der Deichelmauszunft, das Narrenbaumsetzen durch die
Haugiebelzunft statt. Am darauffolgenden Sonntag nahm die NZ Spaichingen
dann am Ringtreffen in Denkingen teil.
Eine weitere Möglichkeit sich zu Präsentieren war am 14.02.82 das Freundschaftstreffen in Ammerbuch - Poltringen. Mit einem großen Aufgebot an Mitwirkenden fand am 13.02.82, in der närrisch beflaggten Turnhalle, die Redoute
statt. Der Verfasser zitiert: „Nach dem
fast vierstündigen Programm der
Redoute wird so mancher den vielen
Chronik
dreifachen „Oho-Ohos“ nicht nur still für
sich ein „Oha“ angefügt haben.“ Hierbei
gehörte natürlich das Traditionspaar der
Redoute, die Hofener Bäs (Arthur
Knöpfle) und die Oberstadttante (Herbert
Wissmann), zu dem Phänomen der
Spaichinger Fasnet, fast schon wie
Schellennarr, Deichelmäuse und Strohhansele. Bereits bei der Fasnetseröffnung befürchtete der Präsident Schwierigkeiten, durch die gesetzlichen Sicherheitsauflagen, für die Umzugswägen.
Falls diese Auflagen nicht entschärft
werden würden, müsse in Zukunft mit
ernsten Folgen gerechnet werden. Der
große Spaichinger Umzug fand dann am
21.02.82 mit 50 Wagen und Gruppen, 8
Musikkappellen und Fanfarenzügen,
dem Prinzenpaar, der Garde und mit
den Elfer- und Neunerräten statt. Die
Sicherheitsauflagen hatten sich insofern
ausgewirkt, dass manche Gruppen nun
statt auf Rädern zu Fuß daher kamen.
Das Hauptproblem war die Hinterräder Verkleidung der Zugmaschinen. Jedoch
waren diese einmal gemacht, konnen
sie immer wieder verwendet werden.
Zwei weitere Auswärtsumzüge fanden
am Rosenmontag statt. Hier trennte sich
die Zunft. Die Schellennarren und die
Deichelmäuse fuhren mit dem Elferrat
nach Reichenbach. Zur gleichen Zeit
waren die Strohhansele mit dem Prinzenpaar und den Neunerräten beim
Umzug in Denkingen.
1983
Motto: „An dr Fasnet, goat`s rund, trags
Narrehäs zu jeder Stund.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleimeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsm./Hechelm.: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Josef Dorn
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
(Teppich)
Neunerräte:
Manfred Merkt, Armin Maier,
Franz Mauch, Bernhard Magg,
Rudolf Kaiser, Paul Wedam, Rudi
Steidle, Helmut Merkt, Wolfram Honer
Ehrenpräsident: Ivo Honer
(bis zu seinem Tode am 26.03.1983)
Prinz: Jochen I. vom Siebenmeilenstiefel
Prinzessin: Bärbel vom Unterland
(Jochen und Bärbel Merkt)
Die Spaichinger Narren stellten eine
Mannschaft für das Hofener – Fußball –
Laienturnier auf dem Michelfeld. Gleich
darauf, am 14./15.08.1982, fand das 2.
Landesgardefest von Vorarlberg in Koblach statt. Nebenbei lief ein Landesfußballturnier für Narrenräte. Der Sieger
dieses Turniers, Narrenbezirk Bludenz,
spielte dann gegen eine Auswahl der
Deichelmauszunft. Diese ging mit 1:0 in
die Halbzeit und gewann dann das Spiel
mit leichter technischer Überlegenheit
2:0! Für diesen Sieg über den Turniersieger erhielten die Spaichinger vom
Landeshauptmann von Voralberg,
Schöch, einen Ehrenpreis. Am Abend
fanden die Gardeaufführungen statt. Die
Spaichinger Garde bestach durch ihre
gute Körperhaltung, Ausdruck sowie
Ausstralung. Sie kam nach tosendem
Beifall nicht um eine Zugabe herum.
Einen großen Anteil an dieser Anerkennung hatte die letztjährige Tanzmeisterin
Frau Novosad. Frau Novosad wurde
jedoch ab November von der Tanzmeisterin Frau Ritzi aus Trossingen abgelöst. Ein Umzug und ein weiterer Auftritt
rundeten den Ausflug ab. „Mit drei kräftigen, närrischen „Oho’s“ haben die Spaichinger Narren dann am Dreikönigstag
die närrischen Tage 1983 bei ihrem traditionellen Frühschoppen im Zunftlokal
„Rose“ verkündet.“ Der Präsident dankte allen, die im letzten Jahr aktiv bei der
Fasnacht mitgemacht haben. Die aktive
Mitarbeit aller sei notwendig, um ein
Gelingen der närrischen Tage zu garantieren. Nach dem gelungenen Wagenbauerfestle und der erfolgreichen
Redoute ging es mit dem Schmotzigen
Donnerstag am 10.02.83 in die heiße
Phase. „Schon den ganzen Morgen
über hatten die Schüler, teils in braver
normaler Kleidung, oft aber lustig
geschmikt und mit alten Anzügen und
bunten Hüten gekleidet, auf den
befreienden Ruf gewartet, der das Heraustürmen aus den Klassenräumen signalisierte und einer Atmosphäre erlöster
„Oho“ Rufen Platz machte.“ Gegen zehn
Uhr waren alle Schulen befreit und die
Lehrer, bis auf die Abgesanten, ins
Zunftlokal „Rose“ eingesperrt. Das beste
Zweierteam im Deichelbohren konnte
ermittelt werden. Anschließend ging es
für Lehrer ins Gefängnis, wogegen sich
die kleinen Narren Schreckschußpistolen – Duelle lieferteten. Die Älteren Narren machten sich auf die Suche nach
einem noch nicht überfüllten Lokal. Am
Nachmittag widmete sich die Zunft den
Besuchen in der Tuttlinger Lebenshilfe
und in den Kindergärten. Bevor die Narren das Rathaus stürmten machten sie
noch einen Abstecher ins Altersheim.
Am Abend dann mußte Bürgermeister
Teufel abdanken und die Herrschaft des
Prinzen konnte beginnen. Ein Siegesfeuer und das Setzen des Narrenbaumes waren das Siegeszeichen. Bei sehr
viel Schnee und kaltem Wetter fand der
große Fasnetssonntagsumzug statt.
Auch in diesem Jahr konnten wieder viele Zuschauer den bunten Fasnetswurm
geniesen. „Am Fasnetsdienstag tutete
das Heuberbähnle, die Stadtkapelle
blies, Clows, Cowboys, Indianer und
Hexen wetteiferten mit den „Profis“, den
Hästrägern der Narrenzunft.“ Der Narrensamen versammelte sich auf dem
Marktplatz in der Nähe des Narrenbaumes. Zu einigen Fasnetsmelodien tanzten die Narren mit den Kleinen im
Kreis.Dann war die Fasnetskampagne
1983 auch schon bald zu Ende. Leider
starb in diesem Jahr unser Ehrenpräsident Ivo Honer. Bereits in den 30 – iger
war der der Zunft vorgestanden. Als die
Fasnet in den Sechzigern zum erliegen
kam, ergriff er die Initiative und gründete eine neue Zunft. Von 1964 bis 1971
war er Präsident.
Seite 25
Chronik
1984
Motto: „Froh und närrisch sollt Ihr
leben, so wird es immer Fasnet geben.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleimeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsm./Hechelm.: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Josef Dorn
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
(Teppich)
Neunerräte:
Manfred Merkt, Armin Maier,
Franz Mauch, Bernhard Magg,
Rudolf Kaiser, Paul Wedam, Rudi
Steidle, Helmut Merkt, Wolfram Honer
Ersatzrat: Jochen Merkt
Prinz: Rudolf I. von Dur und Moll
Prinzessin: Margret vom Neckartal
(Rudolf und Margret Schöndienst)
Am Dreikönigstag begrüßte der Präsident die Narren zum alljährlichen Häsabstauben mit den Worten: „Die Zunft
könne nur Initiator der Fasnetkampagne
sein. Sie mit Leben zu erfüllen, sei
Sache der Bürger.“ „Der Narrenmarsch
und ein kräftiges Oho! Beendeten den
Frühschoppen.“ Die Spaichinger Narren
konnten in diesem Jahr die Maske des
Strohhansele zum aufhängen das erste
Mal erwerben. Von dieser Maske wurden auch gleich 300 Stück verkauft. Das
Strohhansele folgte der bereits 1983
eingefürten Schellennarrmaske, von
welcher 200 Stück verkauft wurden.
10.02.1984: „Freitag 20.00 Uhr findet
erstmalig für die Hästräger ein Kappenabend im Spaichinger Gasthof „Ochsen“
statt. Dieser närrische Abend soll uns
alle einstimmen auf die närrische Fasnetzeit, wobei es eine närrische Pflicht
sein wird, mit einer Kopfbedeckung
(Kappe) zu erscheinen. Jeder Teilnehmer erhält ein Vesper und für musikalische Unterhaltung spielt die bekannte
Kapelle „Staubieges Häß.“ Der 25.02.84
brachte dann einen Höhepunkt der Spaichinger Fasnet, die „REDOUTE“. Als
Gradmesser für dieses Narrenfest konnte man diesen Abend wie folgt zitieren:
„Es war eine feine, hübsche, nette
Redoute, keine von denen die die Narren auf die Stühle treibt und die Fenster
klirren läßt, aber eine, die „hoamelig“
war, „allefanzig“ und gut moussierend
närrisch garniert.“ Auch in diesem Jahr
war die Zunft wieder Auswärts unterwegs. Beim Jubiläumsumzug (60 Jahre)
in Deißlingen sowie beim Ringtreffen in
Heinstetten wahren zahlreiche Hästräger dabei. Es folgten am Fasnetssamstag der Umzug in Tuttlingen und am
Rosenmontag 2 Umzüge in Denkingen
und / oder Deilingen. Natürlich durfte der
eigene Umzug nicht fehlen. 250 aktive
Hästräger konnten somit Ihr Narrenkleid
zur Schau stellen. Wie jedes Jahr war
auch die Garde wieder sehr stark angagiert. Unter der Leitung der Tanzmeisterin Annegret Witte wurde wieder ein tänzerischer Augenschmaus aufs Parkett
gezaubert. Beim NF – Ring erhielt Spaichingen einen Sitz. Prinz Rudolf I. von
Dur und Moll (Rudolf Schöndienst)
schrieb folgenden Fasnet – Hit, welcher
bei den Spaichinger Mitbürgern Anklang
fand:
Refrain:
Ein Hoch der Spaichinger Fasnet heut’,
OHO, OHO, OHO
wir Spaichinger Narren sind hoch
erfreut,
OHO, OHO, OHO
denn jedes Jahr zur Fasnetszeit,
OHO, OHO, OHO
tragen wir stolz unser Narrenkleid,
OHO, OHO, OHO
1. Strophe:
Was täten wir Narren, wenn d’Fasnet
nicht wär’,
einmal im Jahr
wir fühlen, dass kaum uns was
wichtiger wär,
einmal im Jahr
drum geht es bei uns eben wieder mal
rund,
Seite 26
einmal im Jahr
die Spaichinger Fasnet ist in jeder
Mund,
einmal im Jahr
Refrain:
2. Strohpe:
Drum freuen wir Narren uns, das ist ja
klar,
einmal im Jahr
besonders erfreut ist das Prinzenpaar,
einmal im Jahr
wir Spaichinger, wir haben Narrenblut,
einmal im Jahr
darum geht es uns halt besonders gut,
einmal im Jahr
Refrain:
1985
Motto: „Die Narrenfahne gibt uns kund,
d`Fasnet ist in aller Mund.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleimeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsm./Hechelm.: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Josef Dorn
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
(Teppich)
Neunerräte:
Manfred Merkt, Paul Wedam,
Franz Mauch, Helmut Merkt, Rudolf
Kaiser, Jochen Merkt, Wolfram Honer,
Willi Hermann, Armin Maier
Prinz: Johann I. vom Wanger
Prinzessin: Angelika von Werenwag
(Hans und Angelika Bertsche)
Der 11.11.84 begann gegen 19.10 Uhr
mit einem Platzkonzert des Fanfarenzuges auf dem Marktplatz. Gegen 19.20
Uhr machte sich der Fanfarenzug auf
den Weg zum Zunftlokal „Rose“ um die
Elfer- und Neunerräte abzuholen. Während dieser Zeit spielten die „Fidelen
Primtäler“ zur Unterhaltung auf. Nach
gemeinsamen Eintreffen auf dem Rathausbalkon wurde das Motto und der
neue Prinz vorgestellt. Die Kampagne
1985 war eröffnet. Der Kappenabend
hatte ein Jahr zuvor einen großen Erfolg
und wurde am 18.01.1985 um 20.00 Uhr
im Ochsen in dieser Kampagne wiederholt. Der dritte im Bunde, die Deichelmausmaske zum umhängen, wurde, wie
in den Jahren zuvor geplant, in dieser
Kampagne eingeführt. Damit konnte ab
diesem Jahr der komplette Spaichinger
Chronik
Maskensatz in Kleinformat erworben
werden. Das Ringtreffen fand 1985 in
Tuttlingen statt. Beim Brauchtumsabend, am Freitag, führte die Deichelmaus den Narrenfreunden das Deichelbohren vor. Hierzu wurden Ringpräsident G. Hauser, Landrat Volle und der
Tuttlinger Zunftmeister Jung zum
schweißtreibenden Bohren aufgefordert.
Auch in diesem Jahr hatte die Redoute
einen guten Eindruck hinterlassen. Bei
diesem Anlass feierten die beiden Originale der Spaichinger Fasnet „Die Hofener Bäs und die Oberstadttante“, in
Gestalt von Arthur Knöpfle und Herbert
Wißmann, ihr 20 – jähriges Jubiläum.
Leider traten sie nach dieser Kampagne
zum letzten mal auf! Wie es zu diesen
Originalen kam erzählt folgende kleine
Geschichte: „Auf die Idee, dass man
Tante und Bäs eigentlich auch auf der
Bühne spielen könnte, kam Arthur Knöpfle im Jahr 1964, als Erwin Teufel in
Spaichingen Bürgermeister wurde.“ Dieser wollte die Fasnet in Schwung bringen und lud alle Vereinsvorsitzenden ein
zu einem Gespräch. Es kamen jedoch
nur vier: Arthur Knöpfle, Ivo Honer, Luigi
Campolongo und Hubert Klöck. „Bei dieser Besprechung wurde dann definitiv
vereinbart, dass Arthur Knöpfle und Herbert Wißmann bei künftigen Karnevalsveranstaltungen die Hofener Bäs und
die Oberstadttante spielen sollten. Auf
Walter Rees ist seither ständiger musikalischer Begleiter der beiden.“ In den
ersten beiden Jahren traten die beiden
bei Veranstaltungen aller Vereine auf.
„Später, als die meisten Vereine bei
ihren Veranstaltungenden größten Teil
des Programmes selbst auf die Beine
stellten, traten Knöpfle, Wißmann und
Rees nur noch bei der „Redoute“ und
beim Hofkonzert der Stadtkapelle auf.“
Am Fasnetsonntag wurden die Spaichinger Bürger schon morgens in Ihren Häusern überrascht. Franz Mauch fuhr mit
seinem Lautsprecherwagen durch die
Stadt um für den großen Umzug am
Nachmittag zu werben. Dazwischen
unterhielt er die Narren mit den aktuellsten Liedern der Hitparade. Der Fasnetsumzug erlebte in diesem Jahr ebenfalls eine Neuigkeit. Beim Umzug in Tuttlingen gefiel den Spaichingern eine
Schweizer Guggenmusik. Diese wurde
dann sofort für den Spaichinger Sonntag
engagiert. Die auswärtigen Umzüge in
Reichenbach und am Rosenmontag in
Kolbingen oder Dietingen wurden, von
den Hästrägern, wieder gern besucht.
Am Rosenmontag teilte man sich auf,
der Neunerrat, die Schellennarren, das
Prinzenpaar und die Jungmusiker fuhren nach Kolbingen. Unter den Klängen
des Lautsprecherwagens von Franz
Mauch genossen die Elferräte, die
Strohhansele und die Deichelmäuse
den Umzug in Dietingen.
1986
Motto: „Fasnet, Fasnet überall, wir
feiern in der neuen Hall.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleimeister: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsm./Hechelm.: Karl - Heinz
Laukart
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Josef Dorn
Stockmeister: Gebhard Wenzler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Walter Merkt
(Teppich)
Neunerräte:
Manfred Merkt, Paul Wedam, Franz
Mauch, Helmut Merkt, Rudolf Kaiser,
Jochen Merkt, Wolfram Honer, Hans
Bertsche, Armin Maier
Prinz: Bernd I. von Tatütata
Prinzessin: Anette von Akkordia
(Bernd und Anette Klaiber)
13 Personen und 10 Gardemädchen
nahmen an der Narren – Olympiade in
Koblach (Vorarlberg) teil. Die Mannschaft wurde von der Belegschaft von
Paul Wedam, diese machte einen
Betriebsausflug, lautstark unterstützt. 11
Tage nach dem Beginn der 5. Jahreszeit
wurde die neue Spaichinger Festhalle
von Freitag den 22.11.85 bis Sonntag
24.11.85 eingeweiht. Zur Einweihung
fand, am Samstagabend, ein grandioses
Konzert der Stadtkapelle Spaichingen
vor 1.000 Besuchern statt. Eine Premiere feierte hierbei die Narrenzunft. In der
Küche und als Bedienungspersonal
waren die Obernarren aktiv tätig. Der
10.01.1986 war der Tag des alljährlichen
Wagenbauerfestle. Die Narrenzunft bat
alle, die am letztjährigen Umzug mitgeholfen hatten, sich für diesen Abend freizuhalten. „Etwa 350 Wagenbauer waren
der Einladung der Narrenzunft gefolgt,
unter ihnen erstmals von Anfang an
dabei die Stadtkapelle…Schon traditionell galt dieser Abend nicht nur der Einstimmung und Vorschau (Zugführer Harry Unterberger stellte ca. 25 Umzugsthemen zur Auswahl), sondern war in
erster Linie als Dankeschön für’s Mitmachen beim letztjährigen Umzug
gedacht….Konkret spendierte die Zunft
jedem ein Vesper und dazu zwei
Getränke nach Wahl. Für Rhythmus und
Stimmung sorgten die „Moonlight – Shadows.“ Beim diesjährigen 19. Ringtreffen in Frittlingen bot die Narrenzunft,
aus Platzgründen in Frittlingen, ihre Hilfe an. Die NZ lief während des Umzuges
an 4. Position. Im Anschluß daran wurde
in Spaichingen die alte Turnhalle geöffnet. Die Tuttlinger, Wurmlinger und Spaichinger Zünfte wurden von den Elferund Neunerräten bzw. Ratsfrauen bewirtet. Während des Brauchtumsabend,
zwei Tage zuvor, wurde wiederum das
Deichelbohren vorgestellt. Den Bohrwettstreit gewann das Duo Landrat
Volle und Schirmherr Erwin Teufel. Sie
Seite 27
Chronik
besiegten die vier Kontrahenten Festpräsident Anton Stier, Ehrenpräsident
Paul Wenzler und die Mannschaft des
Ringpräsidiums. Da die Redoute bei der
kommenden Kampagne in der neuen
Halle stattfinden sollte, wurde schon früh
in 1985 ein Dekorationsausschuß (Manfred Merkt, Rudolf Kaiser, K.-H. Maurer,
Reinhold Bühler, Walter Merkt, Franz
Mauch, Rudi Wenzler, Edgar Mezger
und Josef Dorn) gebildet. Dieser hatte
es sich zur Aufgabe gemacht, eine
geeignete Dekoration in der Stadthalle
für das Großereignis Redoute zu entwerfen. Ein neues Bühnenbild, eine
neue Deckenverkleidung und die Krönung, ein sich drehender, leuchtender
Deckenkranz waren das glänzende
Ergebnis dieses Ausschusses. Die Narrentreffen in Wehingen, Denkingen und
Neufra bildeten das Paket der auswärtigen Umzüge. Der Schmotzige war
wiederum ein gelungener Start in die
heiße Phase. Von früh morgens, den
ganzen Tag über bis zum nächsten Morgen feierten die Narren bei Gesang und
Tanz. Tausende von Zuschauern säumten die Straßen beim Spaichinger
Umzug. Grimmige Kälte setzte Narren
wie Publikum zu und trieb manchen vorzeitig in die warme Wirtschaft. Wer
durchhielt konnte mehr als 52 Gruppen
mit Scharen von Narren, viel Musik,
Prinzenpaar, Garde, Neuner- und Elferrat, phantasievolle Wägen oder Fußgruppen zu sehen. Nach dem Kinderumzug und dem Kehraus im Zunftlokal
ging die Fasnet 1986 zu Ende –
„O jerum, O jerum, dia Fasnet het al
Loch“ Während dieser Kampagne hatte
die Zunft 800 Mitglieder, davon waren
312 Hästräger aktiv.
1987
Motto: „Jubelt, tanzt und singt, wenn
der Narrenmarsch erklingt.“
Präsident: Edgar Mezger
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleim./Hechelm.: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Manfred Scheffler
Zugmeister: Harry Unterberger
Vergnügungsmeister: Wolfram Honer
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Josef Dorn
Stockmeister: Walter Merkt (Teppich)
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Hans Bertsche
Neunerräte:
Franz Mauch, Bernd Klaiber, Armin
Maier, Karl Hermle, Paul Wedam,
Walter Merkt, Helmut Merkt,
Walter Lorenz, Jochen Merkt
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Gerold I. der Felsenbeck
Prinzessin: Cornelia von Heubergshöhen
(Gerold und Cornelia Hermle)
Die Elfer- und Neunerräte erhielten nach
15 Jahren ein neues Ornat. Es wurde in
alter Form mit den Farben rot und blau
gefertigt. Nach der Kampagne 1986
schiet Manfred Merkt aus dem Neunerrat aus. Nach 20 Jahren Ratstätigkeit
wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.
Am 03.05.86 nahm die Narrenzunft am
Flohmarkt teil. Während des Stadtkapellenjubiläum vom 13. bis 16.06.86 stellte
die Narrenzunft im 1.500 Mann Zelt das
Bedienungspersonal. Wiederum nahm
am 05.07.86 eine Spaichinger Abordnund an der 2. Koblacher Narren – Olypiade teil. Beim Fußball – Laienturnier
auf dem Michelfeld erreichte die NZ
Spaichingen mit ihren Gastspielern den
4. Platz. In gewohnter Art und Weise
fand am 11.11.86 die Fasnetseröffnung
statt. Nach der Bekanntgabe des Prinzenpaares und des Motto’s zog die
Gesellschaft fröhlich in das Zunftlokal
„Rose“, um den erlebten Fasnetsauftakt
gebührend zu feiern. Bei der Fasnetseröffnung dankte der Präsident allen Gönnern und Freunden. „Unter den Klängen
des Narrenmarsches und mit munteren
Versen „staubte“ Edgar Mezger alsdann
Deichelmaus, Strohhansele und zwei
Schellennarren ab und entließ sie gereinigt in die beginnende fröhliche Saison.“
Am 13.02.87 fand der Brauchtumsabend des Narrenfreunschaftsring
Schwarzwald – Baar - Heuberg in einem
großen Zelt in Sulz statt. Der große Jubiläumsumzug mit 5.000 Narren war wieder ein schönes Erlebnis für unsere
Hästräger. Die weiteren Umzüge fanden
am 22.02.87 in Böttingen und am
Rosenmontag in Aichalden statt. Bei der
Redoute wurde ein närrisches Menü,
das auch gehobenen Gaumenansprüchen vollauf genügte, serviert. „Und
dann ging es in die Vollen. Tanz bis in
die frühen Morgenstunden war nicht nur
angesagt, bei schmissigen Klängen von
Primtal – Bigband und Missouri – Sextett.“ Am Schmotzigen Donnerstag regnete es den ganzen morgen. „Es mußten wohl Lachtränen gewesen sein, die
der Himmel gestern morgen über die
Spaichinger vergoß!“ Dem Himmelnaß
gesellten sich beim Deichelbohren dann
auch Schweißtropfen. Die Lehrergespanne der 5 Schulen geizten nicht mit
ihren Kräften. Einen trockenen Aufenthalt fanden die Lehrer dann endlich im
„fidelen Gefängnis“ dem Zunftlokal
„Rose“. Am 01. März, schlag 13.30 fand
der große Fasnet – Umzug in Spaichingen statt. Wiederum bei regnerischem
Wetter schlängelte sich der Zug durch
die Stadt. „Nicht nur als (beinahe) ein
„Zug ohne Ende“, sondern wohl auch als
Lindwurm der Extraklasse geht der diesjährige Fasnetumzug in die Annalen der
Spaichinger Narren – Geschichte ein.“
1988
Motto: „Unser Narrenschiff ist fit, setzt
die Segel und fahrt mit.“
Präsident: Helmut Merkt
Tintenm./Vizepr.: Reinhold Bühler
Kanzleim./Hechelm.: Rudi Wenzler
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Paul Wedam
Vergnügungsmeister: Wolfram Honer
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Josef Dorn
Stockmeister: Hans Bertsche
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Bruno Bühler
Neunerräte:
Franz Mauch, Walter Merkt, Armin
Maier, Gerold Hermle, Jochen Merkt,
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Chronik
ein Schrittfolgelehrgang in der alten Turnhalle abgehalten. Das alljährliche Wagenbauerfestle fand am 15.01.1988 in der
alten Turnhalle statt. Mit sechs Teilnahmen an auswärtigen Veranstaltungen war
die Zunft ebenfalls wieder sehr aktiv.
Neben dem Brauchtumsabend und dem
Ringtreffen in Dotternhausen fanden ein
Jubiläumsumzug in Bad Imnau, sowie
weitere Umzüge in Gosheim, Tuttlingen,
Horb und Denkingen statt. Als Zugabe zur
närrischen Zeit, fand ein Umzug, nach
der Kampagne, am 20.02.88 mit Spaichinger Narren in Thayngen (Schweiz)
statt.
Albrecht Wenzler, Bernd Klaiber,
Ulrich Rack, Karl Hermle
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Gerhard I. der Medicus
Prinzessin: Sabine vom Faulenbachtal
(Gerhard und Sabine Aicher)
Vor der närrischen Zeit nahm die Narrenzunft wieder, am 27.06.87, beim Fußballturnier in Koblach teil. Beim 2. Laienturnier auf dem Michelfeld belegte man
einen sportlichen 12. Rang. Beim Flohund Martinimarkt waren wieder Deichelmausstände mit Essen und Trinken vertreten. Der Heimatverein richtete ein Heimatmuseum ein. Es wurde von der Narrenzunft gewünscht, hierfür drei Maskenkleidle zur Verfügung zu stellen. Die Mitgliederzahl stieg in dieser Kampagne um
105 weitere Narren auf knapp unter 1.000
Personen (962), davon sind aktiv dabei
178 Schellennarren, 167 Strohhansele
und 16 Deichelmäuse. Die Narrenzunft
erfuhr in diesem Jahr einen regelrechten
Aufwind. Nicht nur die Mitgliederzahlen
stiegen, es wurde auch eine Menge gearbeitet. In 196 Stunden wurden vor der 5.
Jahreszeit die Wagen wieder hergerichtet. Dabei wurden die Umzugswagen
abgeschliffen und mit einer Grundierung
versehen. Für die Dekoration der „Narrhalla“ benötigten die ca. 26 Helfer mit
insgesamt 326 Stunden den größten
Anteil an Arbeitsaufwand. Bei einem
„Abend für Hästräger – Neulinge“ wurden
die neuen aktiven Narren am 09.01.88 im
Gasthaus „Ochsen“ empfangen und in die
Zunft eingeführt. Damit auch in Zukunft
alles klappen sollte wurde am 23.01.88
1989
Motto: „Setz auf die Narrekapp, no
machst a d’FASNET nimme schlapp.“
Präsident: Helmut Merkt
Tintenm./Vizepr.: Josef Dorn
Kanzleim./Hechelm.: Jochen Merkt
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Paul Wedam
Vergnügungsmeister: Wolfram Honer
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Bernd Klaiber
Stockmeister: Hans Bertsche
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Bruno Bühler
Neunerräte:
Franz Mauch, Albrecht Wenzler,
Armin Maier,Ulrich Rack, Karl Hermle,
Dr. Gerhard Aicher, Walter Merkt,
Manfred Hafen, Gerold Hermle
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Gerhard II. vom Scharfen Eck
Prinzessin: Helga von Samt und Seide
(Gerhard und Helga Hauser)
Die Narrenzunft Spaichingen übernahm,
zum Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr, den Bedienungsdienst im Festzelt.
Das Bedienungspersonal, mit vielen
Hästrägern, erhielt das Prädikat „Super
– Truppe“. Beim Michelfeld – Turnier
nahm die NZ mit einer Top – Mannschaft
wieder teil. Der absolute Durchbruch
sollte, nach wochenlangem Training und
einem 4. Platz in Koblach, in diesem
Jahr gelingen. Ein Informationsabend
der Hästrägervertrauensleute fand am
09.09.88 im Rollschuhheim statt. Zum
Programm gehörte ein Videofilm über
die letzte Fasnet sowie Informationen
über die kommende Kampagne. Häsbestellungen wurden angenommen und
zum ersten Mal wurden drei Vertrauensleute gewählt. Arbeitsdienste wurden
auch in diesem Jahr geleistet. In 30
Arbeitsstunden wurde der Aufbau der
Narrhalla geschreinert. Die Kampagne
1989 war sehr kurz! Der Naffenfahrplan
der Narrenzunft Deichelmaus sah wie
folgt aus und soll als Beispiel für die Jahre zuvor diehnen:
05.01.89
Einführung der neuen Hästräger im
Ochsen
06.01.89
Ordensverleihung mit Häsabstauben
der Narrenzunft im „Cafe Rose“
07.01.89
Wagenbauerfestle in der alten Turnhalle
14.01.89
Schrittfolgelehrgang der neuen Hästräger in der alten Turnhalle
20.01.89
Brauchtumsabend des NFR in
Schörzingen
21.01.89
Hästrägerkappenabend mit buntem
Programm und Musik im Waldhorn
22.01.89
Ringtreffen in Schörzingen
28.01.89
Zunftball REDOUTE
01.02.89
Kolpingfasnet
02.02.89
Schmotziger Donnerstag mit Schülerbefreiung, Straßenfasnet und Sturm
aufs Rathaus
04.02.89
Umzug in Tuttlingen, Abends: Liederkranz - Fasnet
05.02.89
Spaichinger Umzug, Abends: SVS Fasnet
06.02.89
Umzug in Pfullendorf, Abends: TV Fasnet
Seite 29
Chronik
07.02.89
Kinderumzug, Kehraus und Fasnetsverbrennung
Die Mitgliederzahl stieg in diesem Jahr
auf 1.023 Narren. Die Eintrittsnummern
999, 1.000 und 1.001 erhielten Martin
Pfeiffer, Barbara May sowie Gisela
Schmolack. Barbara May erhielt als
1.000 – stes Mitglied einen Geschenkkorb sowie 2 Freikarten für die Redoute.
416 Hästräger teilten sich auf 211 Schellennarren, 183 Strohhansele und 22
Deichelmäuse auf.
1990
Motto: „Wenn der Prinz das Zepter
schwingt, jeder Narr in’s Häs nei springt.“
Präsident: Helmut Merkt
Tintenm./Vizepr.: Josef Dorn
Kanzleim./Hechelm.: Jochen Merkt
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Paul Wedam
Vergnügungsmeister: Wolfram Honer
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Bernd Klaiber
Stockmeister: Hans Bertsche
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Bruno Bühler
Neunerräte:
Franz Mauch, Albrecht Wenzler,
Armin Maier, Ulrich Rack, Karl Hermle,
Dr. Gerhard Aicher, Walter Merkt,
Manfred Hafen, Gerold Hermle
Ersatzrat: Gerhard Hauser
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Wolfgang von Putz und Stuck
Prinzessin: Gudrun von Heller und
Pfennig (Wolfgang und Gudrun Winker)
Seite 30
Die Fasnetsaison wurde als „Campagne
der Superlative“ bezeichnet. Der 1.100
Mitglieder starke Verein verfügte über
452 Hästräger und erhielt auch in diesem Jahr einen Zuwachs. Sehr viele
Arbeitsstunden prägten auch dieses
Jahr die Zunft. „389 Stunden brauchte
man zum Herrichten der Stadthalle
sowie 62 Stunden zum Schmücken der
Wagen.“ Beim ersten großen Spaichinger Familienfest organisierte die Zunft
eine Narrenolympiade. Hierzu wurde ein
Weinbrunnen gefertigt, welcher in
Zukunft den Interessierten zur Anmietung zu Verfügung stehen sollte. Die
kickenden Deichelmäuse belegten bei
einem Turnier in Koblenz den neunten
und auf dem Michelfeld Spaichingen
den fünften Platz. „Von einem der
„schönsten Rückblicke“, einer „überaus
glanzvollen Redoute“ und einem „Große
– Klasse – Umzug“ sprach Bürgermeister Teufel.“ Der Brauchtumsabend und
das Ringtreffen fand 1990 in Deilingen
Delkhofen statt. Zahlreiche Hästräger
besuchten die Auswärtsumzüge in Bad
Buchau, Tuttlingen, Wurmlingen oder
Denkingen.
gen am Golf begannen und die Medien
laufend Stimmung gegen die Fasnet
machten, wurden in vielen deutschen
Städten Krisensitzungen abgehalten, so
auch in Lörrach. Man wollte sich u. a.
auch an dieser Lörracher Entscheidung
orientieren. Es wurde aber an diesem
Abend beschlossen die Vorbereitungen
zu diesem Ringtreffen weiterlaufen zu
lassen und die weitere Kriegsentwicklung
bzw. die Lörracher Entscheidung abzuwarten. Als dann am Freitag den 18.01.91
von Lörrach die Absage kam, hat dann
die NZ Spaichingen das 24. Ringtreffen
ebenfalls abgesagt. In einem Vorgespräch mit den Narrenfreunden aus Deißlingen hat die NZ Spaichingen und das
Präsidium bei der NZ Deißlingen angefragt, ob sie bereit wären ihr 25. Ringtreffen von 1992 auf 1993 zu verschieben um
der NZ Spaichingen Gelegenheit zu
geben ihr ausgefallenes Narrentreffen
nun im Jahre 1992 nachzuholen.“ Dies
wurde von der NZ Deißlingen bestätigt.
Die Garde erhielt in diesem Jahr eine
neue Tanzmeisterin. Daniela Wedam
übernahm, nach 3 – jähriger Mitwirkung
als Gardemädchen, die Choreographie
der Gardetänze.
1991
Motto: „Die Maske ist der Narren
Pracht, drum trage sie bei Tag und
Nacht.“
Präsident: Helmut Merkt
Tintenm./Vizepr.: Josef Dorn
Kanzleim./Hechelm.: Manfred Hafen
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Paul Wedam
Vergnügungsmeister: Dr. Gerhard
Aicher
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Bernd Klaiber
Stockmeister: Hans Bertsche
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Bruno Bühler
Neunerräte:
Franz Mauch, Albin Kustermann, Armin
Maier, Wolfgang Duda, Karl Hermle,
Walter Schmid, Albrecht Wenzler,
Rolf Gutmann, Wolfgang Winker
Ersatzrat: Wolfram Honer
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Markus I. Barbier von Baier
Prinzessin: Antje vom Wehinger Bürgle
(Markus und Antje Baier)
1992
Motto: „Letscht Jahr war D’ Jammer
gross, jetzt ist wieder D’Teufel los.“
Präsident: Helmut Merkt
Tintenm./Vizepr.: Josef Dorn
Kanzleim./Hechelm.: Manfred Hafen
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Wolfgang Duda
Vergnügungsmeister: Dr. Gerhard
Aicher
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Bernd Klaiber
Stockmeister: Bruno Bühler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Dieter Ulrich
Neunerräte:
Franz Mauch, Albin Kustermann, Armin
Maier, Walter Schmid, Karl Hermle, Rolf
Gutmann, Albrecht Wenzler, Rudi
Hauser, Wolfgang Winker
Ersatzrat: Wolfram Honer
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Berti von Grund und Boden
Prinzessin: Helma vom Scheibenbühl
(Berthold und Helma Gulden)
Geprägt wurde dies Fasnacht durch den
Golfkrieg. Dieser war auch der Grund
dafür, dass das Ringtreffen abgesagt wurde. Wie der genaue Ablauf hierfür war,
kann wie folgt zitiert werden: „Die NZ
Spaichingen war bereits dabei ihr Festzelt
aufzubauen. Als dann die Kampfhandlun-
Im Juli 91 besuchte eine Abordnung die
Österreichischen Freunde in Koblach.
Beim Hofener Michelfeld waren die Farben der Narrenzunft vertreten.
Die Kicker belegten einen hervorragenden 3. Platz. Mit einem Umzugswagen
und 35 Personen beteiligte sich die Nar-
Chronik
renzunft im September ‘91 bei Stadtfest.
Mit dem 06.01.92 wurde die Fasnetskampagne nach schwäbisch - allemanischem Brauch eröffnet und das Maskentreiben freigegeben. Das Wagenbauerfest und ein Hästräger - Kappenabend
folgten noch im Januar. Die Tanzgarde
beteiligte sich am 08.02.92 an einem
Tanzwettbewerb in Frittlingen. Eine große Abordnung nahm beim Narrentreffen
in Seitingen - Oberflacht und nach der
Redoute am Umzug in Poltringen Ammerbuch teil. Die weiteren Auswärtsumzüge am Fasnachtssamstag in Wernau, sowie am Rosenmontag in Freiburg
fanden Anklang bei den Hästrägern.
„Zweifellos ein Höhepunkt in der
Geschichte der Deichelmauszunft war
das große 24. Ringtreffen des NFR
SBH, das vom 14.-16. Februar 1992
stattfand. Ein Zelt (75 x 32 m zuzüglich
Barzelt) konnte über 3.000 Personen
fassen. Ein Brauchtumsabend am Freitagabend kam bei den Besuchern und
den teilnehmenden Ringzünften sehr
gut an. Für den Samstagabend wurden
die „Zillertaler Schürzenjäger“ verpflichtet, was sich im Nachhinein als Glücksgriff erwies. Der Verfasser zitiert:
„Bereits am Samstagnachmittag kamen
schon die ersten Ombnibusse mit „Zillertaler“-Fans aus ganz Deutschland angereist. Wie Wühlmäuse schlüpften diese
bereits nachmittags unter den Zeltplanen ins Zelt hinein. Die vermutlich größte Menschenansammlung, die Spaichingen je in einem Festzelt erlebt hat.“ Der
Festgottesdienst am Sonntag wurde
überraschend von der Stadtkapelle
umrahmt. Diese spielte anschließend
zum Frühschoppen auf. Punkt 13.30
Uhr setzte sich bei trockenem Wetter
(Schneeschauer begannen erst nach
dem Umzug) der mit 5.000 Akteuren
große Umzug in Bewegung. Die Organisation und die 5 Umzugskommentatoren
erhielten Lob in den höchsten Tönen. 4
Personen der Zunft wurden beim närrischen Staatsempfang in Stuttgart, in der
Villa Reizenstein, von Ministerpräsident
Erwin Teufel empfangen. Bei sonnigem
Wetter fand der 2. Umzug in diesem
Jahr, der große Umzug am Fasnachtssonntag, statt. Dieser war überraschenderweise trotz des Ringtreffens ein
Anziehungsmagnet und verfehlte das
Rekordergebnis nur knapp. „Die Resonanz bei Kinderumzug am Fasnets Dienstag war wieder riesengroß und die
kostümierten Kinder wurden, bevor sie
zum RVS - Kinderball gingen, mit Schokolade belohnt.“ Nach dem Kehraus im
Zunftlokal „Rössle“ fand ein Helferfest
am 03.04.92 in der alten Turnhalle statt.
Mit diesem Fest bedankte man sich bei
allen Helfern vom Ringtreffen.
1993
Motto: „Europa lacht, Europa weint, wir
Narren sind längst vereint.“
Präsident: Helmut Merkt
Tintenm./Vizepr.: Josef Dorn
Kanzleim./Hechelm.: Manfred Hafen
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Wolfgang Duda
Vergnügungsmeister: Dr. Gerhard
Aicher
Archivmeister: Karl - Heinz Maurer
Ordensmeister: Bernd Klaiber
Stockmeister: Bruno Bühler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Dieter Ulrich
Neunerräte:
Franz Mauch, Walter Schmid, Karl
Hermle, Rudi Hauser, Albrecht Wenzler,
Berthold Gulden, Wolfgang Winker,
Steffen Oberist, Albin Kustermann
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Michael von Maske und Häs
Prinzessin: Doris vom Hofener Rain
(Michael und Doris Greidenweis)
Im Juli 1992 beteiligte sich eine Abordnung der Zunft an der Tradition gewordenen Narrenolympiade bei den österreichischen Narrenfreunden in Koblach.
„Mit Platz 23 und 31 von insgesamt 31
Mannschaften, trieben unsere Athleten
die restlichen Teams tüchtig vor sich
her.“ In 1992 beteiligte sich die Zunft
ebenfalls, wie jedes Jahr, am Floh- bzw.
Martinimarkt. Prickelnde Auswärtsumzü-
ge erlebten unsere Hästräge in Pfullendorf, beim Ringreffen in Deißlingen, in
Nusplingen, in Ahldorf und zu guter letzt
am Rosenmontag in Horb. Große
Arbeitseinsätze forderten die selbst
gefertigten Fetzengirlanden an der
Hauptstrasse und die aufwendige Dekoration und Neugestaltung der großen
Bar in der Stadthalle. Diese Aufgaben
wurden mit ca. 389 Arbeitsstunden
bewältigt. Nach Dekorationsarbeiten
und einer gelungenen Generalprobe
fand am 13.02.96 der „Zunftball Redoute“ statt. Ein super Programm der Akteure und ein glänzend aufgelegter Vergnügungsmeister, waren wohl der Garant
für einen vollen Erfolg. Die beiden
Musikkapellen „CARO“ und „Primtal Bigband“ ließen im Wechsel das Tanzbein schwingen und erhielten dafür sehr
viel Lob. Am Schmotzigen Donnerstag
wurde das übliche Programm etwas
geändert. Die Schüler wurden erst
gegen 11.00 Uhr befreit. Geschlossen
ging es dann, mit den Lehrern im
Schlepptau, Richtung Marktplatz zum
Deichelbohren. „Damit wollten wir dem
übermäßigen Alkoholkonsum auf dem
Marktplatz entgegentreten, was uns mit
Hilfe der örtlichen Polizei auch sehr gut
gelungen ist.“ Auf Wunsch der Lehrer
wurde das „Fidele Gefängnis“ in das
Zunftlokal „Rössle“ verlegt. Die Spaichinger Bürger gestalteten in diesen
Jahren ebenfalls die Spaichinger Fasnet
außerhalb der offiziellen Programme.
Als Beispiel darf der Verfasser folgende
Geschichte zitieren: „Eines schönen
Fasnettages anno domini 1993 traf es
Seite 31
Chronik
sich, dass die beiden Liebermänner
Carina und Tanja, des Weges schlenderten und die Spuren von Wolfgang
Riedmiller (nicht nur im Häs ausschließlich „Willi“ genannt), kreuzten. Alle drei
waren natürlich gehüllt in Narrenkleider,
denn gar freudig juckten sie in der fünften Jahreszeit stets über die Straßen,
vor allem beim großen Umzug. Man
palaverte, die Gruppe wuchs, und als
sie dann letzendlich 10 Köpfe stark war,
flanierte sie den Batschkaerweg entlang. Dabei zwitscherte jedes Häs vergnügt den Narrenmarsch, denn Musikgruppen marschierten nicht mit. Die
Geburtsstunde einer Idee hatte geschlagen.“ Der Batschkaer - Weg - Umzug
wurde geboren! Der alljährliche Begleiter der Zunft, der Fanfarenzug, wurde
am Freitag bei seinem Trommlerball
besucht. Der Umzug, bei schlechtem
Wetter, sowie der Rosenmontag und der
Fasnets - Dienstag wurde in gewohnter
Weise ausgetragen.
1994
Motto: „Und geht die ganze Welt bankrott, die Fasnet macht sie wieder flott.“
Präsident: Josef Dorn
Tintenm./Vizepr.: Albin Kustermann
Kanzleim./Hechelm.: Manfred Hafen
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Wolfgang Duda
Vergnügungsmeister: Dr. Gerhard
Aicher
Archivmeister: Bernd Klaiber
Ordensmeister: Walter Schmid
Stockmeister: Bruno Bühler
Büttelmeister: Jürgen Würth
Zeremonienmeister: Dieter Ulrich
Neunerräte:
Franz Mauch, Steffen Oberist,
Seite 32
Karl Hermle, Arthur Nestel,
Wolfgang Winker, Berthold Maurer,
Rudi Hauser, Norbert Geiger,
Berthold Gulden
Ehrenmitglied: Manfred Merkt
Prinz: Herbert vom klingenden Holze
Prinzessin: Andrea von Wallenburg
(Herbert und Andrea Hafen)
Nach einer Änderung im Vorstand, übernahm Josef Dorn im Mai 1993 die Führung des Vereins. Auf dem Hofener
Michelfeldturnier waren im August die
Farben der Zunft vertreten. Unter der
Obhut von Charly Maurer belegte die
Zunft einen guten Platz im ersten Viertel.
Am 16.11. trafen die Räte, Prinzenpaar,
Hästräger und Gardemädchen sich zum
alljährlichen Kameradschaftsabend auf
der Bleiche. Während eine Abordnung
von Hästrägern und Räten am 08. Januar
1994 die Fasnetseröffnung in Kornwestheim besuchten, ertanzten sich die Gardemädchen, mit Ihren neuen Kostümen,
beim Gardewettbewerb in Heinstetten
den 3. Platz. Bereits am 14.01.94 veranstaltete man das traditionelle Wagenbauerfestle für die Umzugsteilnehmer
und Wagenbauer in der alten Turnhalle.
Ein Infoabend am 07.01.1994, sowie bei
einem Springerlehrgang am 15. 01.1994
wurden die neuen Hästräger in die Verhaltensweise in der Öffentlichkeit unterwiesen. Ebenfalls hatte man Gelegenheit, Fahrkarten für Auswärtsumzüge zu
erwerben. Am Samstagabend fand der
Hästräger - Kappenabend im Waldhorn
statt. Die Spaichinger Garde war zur selben Zeit in Frittlingen beim Gardewettbewerb. Das Narrentreffen in Ostrach,
das Ringtreffen, mit ca. 400 Spaichinger
Narren, in Wurmlingen, sowie die Umzü-
ge in Eberzell, Tuttlingen und am
Rosenmontag in Gottmadingen fanden
großen Zuspruch bei den Spaichinger
Hästrägern. Am Freitagabend besuchte
eine Abordnung der Zunft den Trommlerball des Fanfarenzuges sowie die
Schulwerksfasnet der Rupert-MayerSchule. Bei klirrender Kälte und eisigem
Wind durften wir am Sonntag dennoch
eine große Anzahl Besucher begrüßen.
Ein farbenfroher Umzug mit über 50
Gruppen, davon 25 Gastzünfte mit über
1700 Mitwirkenden, ergab ein sehenswertes und närrisches Bild. Nach einem
närrischen und kurzweiligen Kehraus in
unserem Zunftlokal “Rössle”, wurde um
24.00 Uhr die Fasnet 1994 verbrannt.
Beistand leisteten uns dabei die Bächleshupfer und die Funkenhexen. Trotz
der beendeten Fasnetssaison folgten
wir am 12. u. 13. März 1994 der Einladung zum Karneval nach Sallanches. In
verschiedenen Darbietungen wurde der
Partnerstadt gezeigt, was die Narrenzunft Spaichingen für die Pflege von Tradition und Brauchtum unternimmt.
1995
Motto: „Die Deichelmaus ruft hurra,
d’Hechel, die ist wieder da!“
Präsident: Josef Dorn
Tintenm./Vizepr.: Albin Kustermann
Kanzleim./Hechelm.: Manfred Hafen
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Berthold Gulden
Vergnügungsmeister: Dr. Gerhard
Aicher
Archivmeister: Wolfgang Duda
Ordensmeister: Walter Schmid
Stockmeister: Bruno Bühler
Chronik
Büttelmeister: Norbert Geiger
Zeremonienmeister: Dieter Ulrich
Neunerräte:
Franz Mauch, Berthold Maurer,
Karl Hermle, Arthur Nestel, Wolfgang
Winker, Herbert Hafen, Rudi Hauser,
Jochen Preuß, Steffen Oberist
Ehrenmitglied: Manfred Merkt, Jürgen
Würth
Prinz: Bernd von Holz- und Deichelbau
Prinzessin: Elke vom Nettenbergle
(Bernd und Elke Hauser)
Die Deichelmauszunft war am 11. Juni
1994 mit einer Abordnung Räte, der
Garde und einigen Hästrägern zu Gast
beim Jubiläum der Guggenmusik „Bächles Hupfer“ in der Stadthalle. Eine komplette Mannschaft konnte auch in diesem Jahr beim Hofener Laienturnier
gestellt werden. Unter der Leitung des
Hechelmeisters Manfred Hafen wurde
der 1. Termin für eine Hechelsitzung
festgelegt. Dies war der erneute Startschuss der Narrenzeitung „D’ Hechel“!
Diese Zeitung war wieder ein voller
Erfolg.
1996
Motto: „Narrensamen bunt und heiter,
so lebt unsere Fasnet weiter.“
Präsident: Josef Dorn
Tintenm./Vizepr.: Albin Kustermann
Kanzleim./Hechelm.: Manfred Hafen
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Berthold Gulden
Vergnügungsmeister: Dr. Gerhard
Aicher
Archivmeister: Wolfgang Duda
Ordensmeister: Jochen Preuß
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelmeister: Norbert Geiger
Zeremonienmeister: Dieter Ulrich
Neunerräte:
Franz Mauch, Berthold Maurer, Karl
Hermle, Arthur Nestel, Wolfgang
Winker, Herbert Hafen, Rudi Hauser,
Bernd Hauser, Steffen Oberist
Ehrenmitglied: Manfred Merkt,
Jürgen Würth
Prinz: Peter vom königlichen Bilde
Prinzessin: Beate vom Fotoland
(Peter und Beate Mey)
Für das Amt des ausgeschiedenen
Stockmeisters Bruno Bühler konnte der
neue Elferrat Michael Greidenweis
gewonnen werden. Für Ordensmeister
Walter Schmid rückte Jochen Preuß
nach. In den Neunerrat wurde Bernd
Hauser neu aufgenommen. Wie jedes
Jahr, beteiligte man sich im Mai am
Flohmarkt und sorgte mit besonderen
Angebot für das leibliche Wohl der
Besucher. Mit dem Dreikönigstag, am
06. 01. 1996, wurde die Fasnetskampange nach schwäbisch - allemanischem Brauch mit dem Abstauben eröffnet und das Maskentreiben freigegeben.
An diesem Tag wurden verdiente Freunde und Gönner, welche die Zunft großartig unterstützen, geehrt. Der Verfasser
zitiert: „Ohne diese finanzielle und materielle Zuwendung wäre unsere Spaichinger Fasnet, wie wir sie heute feiern,
nicht durchführbar.“
Beim Hästrägereinführungsabend am
13.01.1996 im Waldhorn stellte man die
neuen Hästräger vor. Die Kleidungsstücke und ein Narrenvesper wurden
durch Stockmeister Michael Greidenweis überreicht. Die ersten Auswärtsumzüge folgten: Am 14.1.96 in Niedereschach, am 21.1.1996 in Denkingen,
beim Umzug am 28.1.96 war man in
Sigmaringen Hanfertal, beim Ringtreffen
am 4.2. 1996 waren die Spaichinger
Narren mit ca. 400 Teilnehmern in Neufra, am 11.2.96 besuchte man an einem
Tag die Umzüge in Binsdorf und Bubsheim, am Fasnetsamstag war man in
Tuttlingen und am Rosenmontag schließlich besuchte eine stattliche Anzahl Narren den Umzug in Trochtelfingen. Schon
die Generalprobe für die Redoute am
8. 2. 1996 ließ erkennen, dass es ein
unterhaltsamer und kurzweiliger Abend
sein sollte. Am Samstag, den 10. 2. 1996
war es dann endlich soweit. Ein abwechslungsreiches und vielseitiges Programm
erhielt die Zustimmung der Gäste. Fast
übergangslos verstand es der Vergnügungsmeister Gerd Aicher die einzelnen
Darbietungen zu verknüpfen und alle
waren sich klar, dass es eine erfolgreiche
und gelungene Redoute war! An diesem
Abend hatte die neu gegründete Junggarde ihren ersten offiziellen Auftritt. Nach
langen Proben durften die jungen Mädchen zum ersten mal das blaue Kostüm,
unter der Leitung von Daniela Wedam,
der Narrenzunft und Ihren Gästen, präsentieren. Beim traditionellen Kinderumzug am Dienstagnachmittag konnten
wieder viele kleine Narren begrüßt werden, welche anschließend mit einer
Tafel Schokolade belohnt wurden. Für
großen Anklang sorgte der anschließende Kinderball vom RVS, unter der Leitung von Lui Campolongo, der ein Höhepunkt für die kleinen Narren war.
1997
Motto: „Besser an der Fasnet lustig
leben, als das Geld dem Waigel
geben.“
Präsident: Josef Dorn
Tintenm./Vizepr.: Albin Kustermann
Kanzleim./Hechelm.: Manfred Hafen
Schatzmeister: Walter Lorenz
Zugmeister: Berthold Gulden
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Wolfgang Duda
Ordensmeister: Jochen Preuß
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelmeister: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Norbert Geiger
Neunerräte:
Franz Mauch, Bernd Hauser,
Karl Hermle, Peter Mey, Wolfgang
Winker, Peter Bockmüller, Rudi Hauser,
Hermann Früh, Arthur Nestel
Ehrenmitglied: Manfred Merkt,
Jürgen Würth
Prinz: Jürgen von Diskont und Lombard
Prinzessin: Conny vom Schloßäcker
(Jürgen und Conny Köhler)
Seite 33
Chronik
wurde von so vielen Besuchern wie
noch nie zuvor besucht. Der anschließende Kehraus im Zunftlokal „Rössle“
beendete die Fasnet 1997 um 24.00
Uhr.
Die Farben der Narrenzunft wurden auf
dem Hofener Michelfeld durch einen
närrischen 11. Platz vertreten. Das
Wagenbauerfest wurde am 10.01.97
veranstaltet. Der 25.01.97 feierte man,
„dank eines gut aufgelegten Steckenmeister“ einen super Hästrägerkappenabend im Gasthaus „Waldhorn“. Die beiden Spaichinger Garden, unter der Leitung der Tanzmeisterin Daniela Wedam,
fanden einen hervorragenden Anklang
bei der Redoute und allen anderen Auftritten. Am Abend des Schmotzigen
Donnerstag wurde das Rathaus gestürmt. Der Gemeiderat und der Schultes wurden trotz erbittertem Widerstand
abgesetzt und verurteilt. Nach dem Narrenbaum setzen besuchten Abordnungen der Zunft die mit einer Fahne
gekennzeichneten Gaststätten. Der Verfasser zitiert: „Die Straßenfasnet am
„Schmotzigen“ war wohl eine der schönsten seit vielen Jahren.“ 29 Austritte und
ein stolzer Zuwachs von 77 Neuen
hoben den Mitgliederstand der Deichelmaus auf 1.383. Davon waren 306
Schellennarren, 214 Deichelmäuse und
276 Strohhansele. Der Umzug am Fasnetssonntag brachte 10.000 Menschen
auf die Beine. Bei den Auswärtsumzügen in Strassberg, Frittlingen oder Owingen, Ringtreffen in Schörzingen,
Schwenningen / Heuberg, Dietingen und
Denkingen waren zahlreiche Hästräger
mit dabei. Beim Umzug in Frittlingen
kam der neue Lautsprecherwagen zu
seinem ersten, wenn auch kurzen,
Einatz. Das Ringtreffen wurde mit einer
imposanten Zahl Spaichinger Hästräger
besucht. Der Kinderumzug am Dienstag
Seite 34
1998
Motto: „Und wenn die Koalition auch
bricht, wir wechseln unsere Farben
nicht.“
Präsident: Josef Dorn
Tintenm./Vizepr.: Norbert Geiger
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Hermann Früh
Zugmeister: Berthold Gulden
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Wolfgang Duda
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelm./Hechelm.: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Thomas
Meilhammer
Neunerräte:
Franz Mauch, Bernd Hauser, Karl
Hermle, Peter Bockmüller, Wolfgang
Winker, Jürgen Köhler, Rudi Hauser,
Reinhold Hagen, Arthur Nestel
Ehrenmitglied: Manfred Merkt,
Jürgen Würth
Prinz: Egon von Holz und Span
Prinzessin: Heike von Nadel und Faden
(Egon und Heike Kupferschmid)
Für das Amt des ausgeschiedenen
Schatzmeisters Walter Lorenz wurde
der Neunerrat Hermann Früh gewonnen. Tintenmeister und Vizepräsident
wurde anstelle von Albin Kustermann
nun Norbert Geiger. Als Nachfolger des
Postens des Ordensmeisters löste
Xaver Bernhard Jochen Preuss ab. Das
Amt des Zeremonienmeisters übernahm
Peter Mey von Norbert Geiger. Im Neunerrat wurde Jürgen Köhler und Reinhold Hagen neu aufgenommen. Der
Fairnesspreis war auch in diesem Jahr
das einzige, was die Spaichinger - Narrenkicker beim Michelfeldturnier gewinnen konnten. Der Kameradschaftsabend in der Skihütte fand am
21.11.1997 gemeinsam mit den Hästrägern und den Gardemädchen statt. Am
Nachmittag des Dreikönigstages fand
ein besonderes Ereignis statt. Die Ausstellung über das Spaichinger Narrentreiben wurde im Gewerbemuseum
eröffnet. Hier fand ein Vortrag von Heinrich Rehm statt: „Was ist ein Narr?“
Nach der Hästrägereinführung nahmen
diese am 24.01.98 beim Männertanzwettbewerb in Denkingen teil. „Nachdem in den vergangenen Jahren der
Publikumszuspruch
bei
unserem
Wagenbauerfest merklich nachgelassen
hatte, führten wir mit großem Erfolg am
30.01.98 zum ersten Mal das Fasnets Opening im Kreuzsaal durch.“ Der Hästräger veranstalteten einen gelungenen
Hästräger - Kappenabend im Waldhorn.
In diesem Jahr wurde die Leitung der
beiden Garden aufgeteilt. Für die große
Prinzengarde war wiederum Daniela
Wedam zuständig. Die Leitung der
Junggarde übernahmen zum ersten Mal
Elke Zwurtschek und Heike Schmidt.
„Es war eine Freude, mit welchem Eifer
alle beim Üben und Tanzen waren.“ Folgende Auswärtsumzüge wurden von der
Zunft besucht: Markelfingen und Dögingen, Rintreffen in Wurmlingen, Scheidegg / Allgäu, Tuttlingen und Trochtelfingen sowie Dornhan. „Einem vielseitigen
Wunsch entsprechend, führten wir unseren Kehraus dieses Jahr im Kreuzsaal
durch. Damit war es einem wesentlich
größeren Publikum möglich, die Fasnet
gemeinsam mit uns ausklingen zu lassen. Um 24.00 Uhr wurde dann die Fasnet 1998 verbrannt. In diesem Jahr
betrug der Mitgliederstand 1.462 Narren.
Chronik
1999:
Motto: „Gefeiert wird wie jedes Jahr, mit
Garde, Rat und Prinzenpaar!“
Präsident: Josef Dorn
Tintenm./Vizepr.: Norbert Geiger
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Hermann Früh
Zugmeister: Berthold Gulden
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Wolfgang Duda
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelm./Hechelm.: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Thomas
Meilhammer
Neunerräte:
Franz Mauch, Jürgen Köhler,
Karl Hermle, Egon Kupferschmid,
Wolfgang Winker, Alfons Mattes,
Arthur Nestel, Rainer Trepesch,
Bernd Hauser
Ehrenmitglied: Manfred Merkt,
Jürgen Würth
Prinz: Hans - Jürgen der I. vom Heuberg
Prinzessin: Andrea vom teuflischen Hofe
(Hans - Jürgen und Andrea Sauter)
Für die ausgeschiedenen Neunerräte
Rudi Hauser, Reinhold Hagen und Peter
Bockmüller konnte der letzt jährige Prinz
Egon Kupferschmid, Alfons Mattes und
Rainer Trepesch gewonnen werden.
Beim Michelfeldturnier erspielten die
Narrenzunftkicker zu mindest den Fairness Preis. „Am 20.11.1998 fand im
Spaichinger Kreuz - Saal die Jahreshauptversammlung des Narrenfreundschaftrings Schwarzwald Baar Heuberg
statt. Dieser Abend wurde von der Deichelmauszunft ausgetragen und bewirtet. Nach schwäbisch - allemannischem
Brauch wurde am 06. Januar 1999 die
Fasnet eröffnet und somit das Maskentreiben freigegeben. An diesem Tag wurde, wie jedes Jahr, den Freunden und
Gönnern für die Unterstützung und die
Hilfe gedankt. Beim Hästräger-Einführungsabend am 15.01.99 wurden die
neuen Hästräger feierlich in die Zunft
aufgenommen. Ihnen wurden die Utensilien sowie ein Narrenvesper überreicht. Die Hästräger ertanzten beim
Männertanzwettbewert in Denkingen
einen beachtlichen 2. Platz. Viele Hästräger präsentierten Ihre Schellennarren, Strohhansele und Deichelmäuse
bei den Auswärtsumzügen in Gottmadingen, Gerlingen, Kolbingen, Großengstigen, Horb und beim Ringtreffen in
Nusplingen. Der Verfasser zitiert: „Unsere Auswärtsumzüge stießen bei allen
Beteiligten auf eine sehr gute Resonanz. Mit Sicherheit sind wir regional
und auch überregional ein guter und
„preisgünstiger“ Werbeträger für die
Stadt Spaichingen. Die Prinzengarde
wurde wieder trainiert von Daniela
Wedam. Jedoch studierten die Gardemädchen erstmals einen Showtanz ein.
Hier wurde Daniela Wedam von Tania
Boschanowitsch unterstützt. Die Junggarde war auch dieses Jahr wieder,
unter der Leitung von Elke Zwurtschek
und Heike Schmidt, mit Eifer dabei. „Am
Fasnetsdienstag waren dann die kleinen
Naren am Zuge. Ein bunter Kinderumzug bewegte sich durch die Spaichinger
Hauptstraße. Anschließend feierten die
kleinen Narren in der Stadthalle ihren
Kinderball. Nach einem närrischen
Kehraus im Kreuzsaal, bei toller Stimmung und hervorragenden Programmpunkten, wurde dann die Fasnet um Mitternacht verbrannt. Die Mitgliederzahl
stieg in diesem Jahr wieder um 49 Personen auf insgesamt 1.511 Personen.
Die Anzahl der registrierten Hästräger
betrug 824 (327 Schellennarren, 182
Deichelmäuse und 315 Strohhansele).
2000
Motto: „Fasnet 2000 grandios, die
Deichelmaus legt kräftig los.“
Präsident: Josef Dorn
Tintenm./Vizepr.: Norbert Geiger
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Hermann Früh
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Wolfgang Duda
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelm./Hechelm.: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Thomas
Meilhammer
Neunerräte:
Karl Hermle, Jürgen Köhler, Wolfgang
Winker, Egon Kupferschmid, Berthold
Gulden, Alfons Mattes, Arthur Nestel,
Martin Boschanowitsch, Bernd Hauser
Ehrenmitglied: Manfred Merkt,
Jürgen Würth, Franz Mauch
Prinz: Michael vom Kolping
Prinzessin: Daniela vom Drosselbach
(Michael und Daniela Wientges)
Die Fasnet 2000 brachte für alle Beteiligten wieder eine Reihe an Höhepunkten, wobei die Redoute und der Fasnetumzug besonders hervorzuheben sind.
Neuer Zugmeister wurde Rainer Trepesch der das Amt von Berthold Gulden
übernahm. Berthold wechselte, und das
ist bisher einmalig, wieder in den Neunerrat zurück. Für das Amt des nach 27
Jahren Neunerratstätigkeit ausgeschiedenen Neunersprechers Franz Mauch
wurde Neunerrat Arthur Nestel gewonnen. In den Neunerrat wurde ebenfalls
Seite 35
Chronik
Martin Boschanowitsch neu aufgenommen. Auf dem Hofener Michelfeldturnier
waren auch im August die NZ-Farben
vertreten. Unter der Obhut von Arthur
Nestel belegte die Zunft einen guten
Platz. Am Martinimarkt wurden viele
Besucher von Nah und Fern am Weinbrunnen bewirtet.
Am 26.11. fand der Kameradschaftsabend mit den Hästrägern und den
Alträten in der Skihütte statt. Mit dem
Dreikönigstag, am 06.01.2000, wurde
die Fasnetskampange nach schwäbisch-alemanischem Brauch mit dem
Abstauben eröffnet und das Maskentreiben freigegeben. Beim Hästrägereinführungsabend am 14.01.2000 im Rössle
wurden die neuen Hästräger vorgestellt.
Das Fasnets-Opening im Kreuzsaal, das
am 28.01.2000 stattfand, war wiederum
ein großer Erfolg. Der Publikumszuspruch war so groß wie noch nie seit der
Umgestaltung des Wagenbauerfestes.
Die Garde nahm bei Wettbewerben in
Heinstetten und Frittlingen teil. An den
Narrentreffen in Bisingen und Hattingen
wirkte die Narrenzunft mit. Spaichinger
Narren, mit ca. 450 Teilnehmern, nahmen beim Ringtreffen in Tuttlingen teil,
welches vom SWR 3 live übertragen
wurde. Die Narrenzunft Deichelmaus
konnte sich in dieser Fernsehübertragung hervorragend präsentieren und
konnte den Ruf von Spaichingen als
Narrenhochburg ein weiteres mal unterstreichen. Umzüge in LudwigsburgNeckarweihingen, Wernau und Dekingen rundeten die Auswärtsumzüge ab.
Die aufgetretenen Kritikpunkte, der
Redoute, wie schlechte Beschallung,
unzureichende Bewirtung, und das für
manche Besucher zu lange Programm
wurde in einer separaten Elfer-Neuersitzung behandelt. Der “Schmotzige” beinhaltete das Deichelbohren, die Schülerbefreiung, der Besuch der Kindergärten,
der Lebenshilfe in Tuttlingen und des
Altenwohnheims. Am Abend wurde das
Rathaus gestürmt und die Straßenfasnet begann. Nach 2 Jahren, in denen es
Petrus mit dem Wetter nicht gut meinte,
war man sehr über die Witterungsumstände erfreut. Einen farbenfroher Umzug
mit über 70 Gruppen, davon 43 Gastzünfte, konnte von den Spaichingern erlebt
werden. Der Umzug mit über 3000 Mitwirkenden bedeutete einen neuen Rekord.
Der Kehraus fand auch dieses Jahr wieder im Kreuzsaal statt. Wiederum ein voller Erfolg, war auch dieses Jahr das närrische Amtsblatt „Hechel“.
Seite 36
2001
Motto: „www.deichelmaus.de,
nur live isch’t Fasnet schee.“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Norbert Geiger
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Hermann Früh
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelm./Hechelm.: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Thomas
Meilhammer
Neunerräte:
Berthold Gulden, Michael Wientges,
Arthur Nestel, Ralf Heim,
Bernd Hauser, Jürgen Gäckle,
Egon Kupferschmid, Josef Ilg,
Martin Boschanowitsch
Ehrenmitglied: Josef Dorn, Manfred
Merkt, Jürgen Würth, Franz Mauch
Prinz: Joachim vom planenden Brett
Prinzessin: Christa von den Sinkinger
Höhen (Joachim und Christa Bühler)
Unter neuer Führung des Präsidenten
Jürgen Köhler wurde einiges bewegt.
Als Präsident übernahm Jürgen Köhler
das Amt von Josef Dorn. Das Amt des
Archivmeisters übernahm der Neunerrat
Alfons Mattes. In den Neunerrat gelangten der Ex-Prinz Michael Wientges, Jürgen Gäckle, Josef Ilg sowie Ralf Heim.
Unter der Obhut von Artur Nestel und
Martin Boschanowitsch war die Narrenzunft beim Michelfeldturnier wieder vertreten. Am Martinimarkt, beim Flohmarkt
und dieses Jahr auch am Stadtfest wur-
den wieder viele Besucher am Weinbrunnen bewirtet. Der Kameradschaftsabend in der Skihütte wurde erstmals in
einem größeren Rahmen abgehalten
und war ein großer Erfolg. Am Freitag,
den 12. Januar, wurden zuerst die neuen
Hästräger der Zunft vorgestellt. Anschließend stieg das gut besuchte Opening im Kreuzsaal. Wiederum nahm die
Garde am Gardewettbewerb in Heinstetten teil. Beim Gardewettbewerb am
03.02. in Frittlingen landeten sie beim
Showtanz auf den 1. Platz. Die Auswärtsumzüge führte die Hästräger nach
Weigheim, zum Ringtreffens nach Denkingen, zum Narrentreffen nach Böttingen, zum Umzug in Waiblingen und
nach Dornhan. Beim Brauchtumsabend
in Denkingen war leider die Teilnehmerzahl begrenzt, da die NZ Denkingen
kein Zelt aufstellen konnte. Alternativ
dazu gab es dann einen Brauchtumsabend im Waldhorn, welcher von den
restlichen Spaichinger Narren sehr gut
angenommen wurde. Nach dem Ringtreffen übernahm man die Bewirtung für
einen Teil der Denkinger Gastzünfte.
Diese wurden in der alten Halle untergebracht. Am Samstag den 17.02. fand die
Redoute statt. Beim Einmarsch der närrischen Gremien wurde der Vorhang
geöffnet und dem närrischen Publikum
erstmals das hervorragend gelungene
neue Bühnenbild präsentiert. Das Bühnenbild wurde komplett neu geplant und
in tagelanger Arbeit gebaut. Mit einem
Holzgerüst aus verschiedenen einzelnen Bauteilen wurde nicht nur ein schönes, sondern auch ein praktisches Bühnenbild gebaut. Für dieses Bild waren
die Räte Bernd Hauser, Egon Kupferschmid und Berthold Gulden verantwortlich. Auch die Bewirtung wurde in neue
Hände übergeben und von den Gästen
sehr positiv angenommen. Das Unterhaltungsprogramm war kurzweilig gehalten und das Vergnügungsmeister Team Steffen Oberist und Michael
Wientges führten souverän durch das
Programm. Es hat sich gezeigt, dass es
sich gelohnt hat diese Veranstaltung
gründlich zu überarbeiten. Diese Redoute konnte wieder an frühere Glanzzeiten
anknüpfen und war ein voller Erfolg.
Während der Fasnet wurden zum ersten
mal wieder Lumpenhansele in der Stadt,
bei Veranstaltungen und Umzügen
gesehen. Diese wurden von Klaus
Schmid (Sohn des ehemaligen Rates
Otto Schmid), Ursula und Martin Boschanowitsch ins Leben gerufen. Bei der
Straßenfasnet waren auch wieder etliche Dominos gesehen. Dank der Initiati-
Chronik
ve des Stockmeisters Michael Greidenweis wurden diese wieder in Erinnerung
gerufen. Der Fasnetssonntag begann
mit Schneefall, zum Umzug selber zeigte sich doch noch die Sonne, jedoch war
es kalt. Es zog sich dann ein bunter
Lindwurm mit über 50 Gruppen, davon
ca. 2500 Hästräger, durch die Spaichinger Hauptstrasse. Die Narrenzunft ist
endlich auch für die ganze Welt im Internet erreichbar.
Unter www.deichelmaus.de ist auch im
Internet d’Fasnet schee! Die Kampagne
endete wieder mit einem Kehraus im
Kreuzaal.
2002
Motto: „Werft die letzte DM raus, für
d’Fasnet mit der Deichelmaus.“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Norbert Geiger
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Hermann Früh
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelm./Hechelm.: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Thomas
Meilhammer
Neunerräte:
Arthur Nestel, Ralf Heim, Bernd
Hauser, Jürgen Gäckle, Egon
Kupferschmid, Josef Ilg, Martin
Boschanowitsch, Joachim Bühler,
Michael Wientges
Ehrenmitglied: Josef Dorn, Manfred
Merkt, Jürgen Würth, Franz Mauch
Prinz: Wolfgang II. von der Burg
Weibertreu
Prinzessin: Daniela II. vom Heilix Blechle
(Wolfgang Kirbach-Wedam und Daniela
Wedam)
Für den ausgeschiedenen Neunerrat
Berthold Gulden, konnte der Vorjahresprinz Joachim Bühler gewonnen werden. Wie die Jahre zuvor wirkte die
Zunft auch dieses Jahr wieder am Flohmarkt, am Hofener Michelfeldturnier
sowie am Martinimarkt mit. Mit dem 11.
11.2001 wurde traditionell die närrische
Zeit, am Rathaus mit der Vorstellung
des neuen Prinzenpaares und anschließend im Zunftlokal „Rössle“, eingeleitet.
Ende November fand der Kameradschaftsabend in der Skihütte statt. Unter
der langjährigen Leitung der Tanzmeisterin Daniela Wedam belegte die Garde im Marschteil in Heinstetten und in
Frittlingen jeweils den 1. Platz. Noch nie
war es der Fall, dass unsere Garde sich
so erfolgreich präsentieren konnte. Bei
folgenden Auswärtsumzügen nahm die
Narrenzunft Deichelmaus in diesem
Jahr ebenfall teil: Fackelumzug in Beffendorf, Ringtreffen in Dietingen, Umzug
in Seelbach, Ettlingen-Schöllbronn und
Wurmlingen. Für die Redoute musste die
Stadthalle wie jedes Jahr dekoriert werden. Noch nie konnten die Arbeiten so
schnell zum Abschluss gebracht werden
wie in diesem Jahr. Dies wurde durch
die hervorragende Arbeit des Archivmeister Alfons Mattes erreicht. Dieser hatte
es verstanden den Aufbau in verschiedene Arbeitsgruppen zu unterteilen.
Beim traditionellen Kinderumzug am
Dienstagnachmittag wurden wieder viele kleine Narren begrüßt, welche
anschließend mit einer Tafel Schokolade
belohnt wurden. Zum Kehraus zitiert der
Verfassers: „Nachdem uns dieses Jahr
der Kreuzsaal nicht zur Verfügung
stand, führten wir unseren Kehraus in
der Stadthalle durch. Im Vorhinein, das
geben wir zu, hatten wir deswegen einige Bauchschmerzen. Aber der Mitarbeit
des Hausmeisters Ivan Stahl, dem RVS
für den schnellen Abbau nach dem Kinderball, dem TV dass er uns seine Bar
zur Verfügung stellte und natürlich den
Hästrägern die bei der Bestuhlung mithalfen, haben wir es zu Verdanken, dass
der Kehraus eine gelungene Sache war.
Nach übereinstimmender Aussage vieler Gäste war es ein Kehraus, wie wir ihn
noch nie erlebt hatten.“ Um 24.00 Uhr
wurde dann die Fasnet 2002 unter der
bewährten Regie von Berthold Maurer
und seines Ministranten Wolfgang Duda
verbrannt.
2003
Motto: „Der Elferrat ist 75 Jahr, es ruft
OHO die Narrenschar.“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Wolfgang Kirbach Wedam
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Hermann Früh
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Michael Greidenweis
Büttelm./Hechelm.: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Thomas
Meilhammer
Neunerräte:
Arthur Nestel, Ralf Heim, Bernd
Hauser, Jürgen Gäckle, Egon
Kupferschmid, Josef Ilg, Martin
Boschanowitsch, Joachim Bühler,
Michael Wientges
Ehrenmitglied: Josef Dorn, Manfred
Merkt, Jürgen Würth, Franz Mauch
Prinz: Ralf I. vom schwingenden Brett
Prinzessin: Kerstin I. vom Neckartal
(Ralf und Kerstin Häsler)
Geprägt wurde das Jahr durch den
Erwerb und Ausbau des neuen Archivs.
Dieses Projekt forderte manchen
Arbeitseinsatz. Mit vereinten Kräften
wurde am neuen Archiv gearbeitet, so
dass es rechtzeitig fertiggestellt werden
konnte. Mit einem großen Sitzungsbzw. Festraum, einem geeigneten Lager
für die notwendigen Fasnachtsutensilien
und genügend Stellfläche für die
Umzugswägen konnte eine Halle im
ehemaligen Bundeswehrdepot erwor-
Seite 37
Chronik
ben werden. Der Verfasser zitiert hierzu:
„Dieses Archiv war sicher eine gute
Investition in die Zukunft unserer Zunft.“
Das Amt des Vize Präsidenten und
Tintenmeisters übernahm Wolfgang
Kirbach - Wedam von Norbert Geiger.
Der Jahresausflug führte dieses mal ins
Breisgau. Die Reisenden erlebten einen
geselligen Abend in einer Besenwirtschaft, fuhren am anderen Tag in einem
Kahn durch die Alt Rhein Auen und dann
weiter in die Vogesen. Am Martinimarkt
wurden wieder viele Besucher am Weinbrunnen bewirtet. Die Hästrägervorstellung mit dem anschließenden Opening,
in der alten Turnhalle, war ein voller
Erfolg. Wieder nahm die Garde, am
Samstag 18.01, beim Gardewettbewerb
in Heinstetten teil. Mit Ihrem Showtanz
„Schuh des Manitou“ landeten sie auf
dem ersten Platz. Der erste Auswärtsumzug führte am 19.01.03 nach Nordstetten. Es folgten Umzüge in Freiamt
am 26.01, in Gosheim am 09.02., beim
Ringtreffen in Aixheim am 16.02., beim
Narrentreffen in Mahlstetten am 23.02.
und in Tittisee Neustadt am Rosenmontag. Der Tag begann mit Sonnenschein,
jedoch zum Umzug selber fing es an zu
Regnen. Es zog sich dann ein bunter
Lindwurm mit über 50 Gruppen, davon
ca. 1400 Hästräger, durch die Spaichinger Hauptstrasse. Zum Endspurt wurde
am Dienstag noch mal richtig eingeheizt,
bis dann um 24.00 unter lautem Jammern und Wehklagen die Fasnet 2003
verbrannt wurde. Für ein paar Räte,
Gardemädchen und Hästräger war
damit noch nicht alles zu Ende. Am
Samstag / Sonntag 8./9. März war die
Narrenzunft turnusgemäß wieder in Sallanches beim Carneval zu Gast. Allen,
die dabei waren, hatte es gut gefallen.
Seite 38
2004:
Motto: „So heiß wie der Sommer war,
ist die Fasnet dieses Jahr.“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Wolfgang Kirbach Wedam
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Josef Ilg
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Thomas Meilhammer
Büttelm./Hechelm.: Berthold Maurer
Zeremonienmeister: Christof Winker
Neunerräte:
Arthur Nestel, Ralf Heim,
Bernd Hauser, Jürgen Gäckle,
Egon Kupferschmid, Joachim Bühler,
Martin Boschanowitsch,
Dietmar Knapp, Michael Wientges
Ehrenmitglieder: Josef Dorn, Manfred
Merkt, Jürgen Würth, Franz Mauch
Prinz: Uli von Jagd und Gesang
Prinzessin: Martina vom Zimmerner
Schulberg
(Uli und Martina Jäggle)
Die Jahre 2003 / 2004 brachte für alle
Beteiligten wieder eine Reihe von Arbeiten und an Höhepunkten. Wir sind vollends ins neue Archiv umgezogen. Die
„Bunker vor Tannen“ sind geräumt und
konnten somit der Stadt zur weiteren
Verwendung zurückgegeben werden.
Ebenso wurde das Archiv in der Realschule geräumt. Am Freitag den
09.01.2004 wurden in der städtischen
Turnhalle die neuen Hästräger vorgestellt. Das anschließende Fasnets-Ope-
ning war wiederum ein großer Erfolg. Als
Gastzunft konnte man Deilingen-Delkhofen begrüßen. Mit einer kleinen
Abordnung nahm die Narrenzunft Deichelmaus in Deisslingen beim Narrenbaumstellen teil. Am nächsten Tag, ging
es mit 2 Bussen nach Murrhardt zum
Narrensprung. Das darauffolgenden
Wochenende begann am Freitag, den
06.02.2004 mit dem Brauchtumsabend
des NFR in Heinstetten. Beim Ringtreffen waren die Spaichinger Narren mit
ca. 200 Teilnehmern in Heinstetten vertreten. Es wären sicherlich mehr Spaichinger gekommen, aber die widrigen
Wetterbedingungen machten selbst die
Anreise zur Mutprobe. Ein Schneesturm
brachte den ganzen Verkehr um Heinstetten zum erliegen. Dennoch konnte
sich die Narrenzunft Deichelmaus wieder hervorragend präsentieren. Am
Sonntag nach der Redoute waren wir
beim Umzug in Aldingen. Bei prächtigem Sonnenschein fand ein schöner
Umzug statt. Unser Kanzleimeister
Peter Mey eröffnete kurzerhand eine
Besenwirtschaft wo sich die Narren für
den Umzug stärken konnten.
Eine stattliche Anzahl Narren besuchte
den Umzug in Großengstingen am
Fasnachtssamstag.
Der Rosenmontag folgte mit einem
Umzug in Gottmadingen.
2005:
Motto: „Bei 111 Jahren Narretei, war
das Narrenblatt stets dabei.“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Wolfgang Kirbach Wedam
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Josef Ilg
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Thomas Meilhammer
Büttelm./Hechelm.: Jürgen Gäckle
Zeremonienmeister: Christof Winker
Neunerräte:
Arthur Nestel, Ralf Heim, Bernd
Hauser, Joachim Bühler, Egon
Kupferschmid, Dietmar Knapp, Martin
Boschanowitsch, Uli Jäggle, Michael
Wientges
Ehrenmitglieder: Josef Dorn, Manfred
Merkt, Jürgen Würth, Franz Mauch
Prinz: Stefan I. von Turn und Taxe
Prinzessin: Annette II. von Feder und
Papier (Stefan und Annette Reuther)
Chronik
tragischen Mordfall wurde die Fasnet
auf dem Heuberg abrupt beendet. Ganz
neu gestaltet wurde der Schmotzige
Donnerstag Abend. Auf der neu erbauten Narrenschaukel kämpften erstmals
ein „Mann aus dem Volk“ ( Altbürgermeister Teufel ) und der amtierende Bürgermeister Schumacher um die Macht und
das Rathaus. Der Schüssel wurde vom
Mann aus dem Volk erkämpft und den
Narren übergeben, welche dann die
Macht über die Primstadt übernahmen.
Von da an regierte Prinz Stefan der I.
von Turn und Taxe mit Ihrer Lieblichkeit
Prinzessin Annette von Feder und
Papier über die Narren der Primstadt.
In diesem Jahr wurde das Narrenbaumstellen und das „Stürmen“ des Rathauses neu gestaltet. Mit einer Narrenschaukel (Stahlgerüst mit einem pendelnden Baumstamm) wurde der Rathausschlüssel, in einem Wettbewerb,
zwischen einem Mann aus dem Volk
und einem Vertreter des Rathauses
erkämft. Als Vertreter des Volkes trat, bei
diesem ersten Wettstreit, Albert Teufel
(Bürgermeister a. D.) gegen den amtierenden Bürgermeister Hans Georg
Schumacher an. Wie es sich für einen
Vertreter der Narrenzunft gehört, errang
Hr. Albert Teufel den Schlüssel für die
Spaichinger Narren. Der Narrenbaum
fand erstmals seinen Platz in der Mitte
des Spaichinger Marktpatzes. Die Narren konnten somit trockenen Fusses um
den Baum tanzen. Elferrat Berthold
Maurer schied aus dem Amt des Büttel
und Hechelmeisters aus. 1995 wurde
unter seiner Regie die Hechel wiederbelebt. Seither schaffte er es jedes Jahr,
Ereignisse und besondere Vorkommnisse von Land und Leuten aufs Papier
zu bringen. Sein Amt hat Jürgen Gäckle
übernommen. Neu in den Neunerrat
wurde der ex Prinz Uli Jäggle ernannt.
Beim Flohmarkt sorgte die Prinzengarde
für das leibliche Wohl unserer Gäste
und konnte so für die neuen Gardekostüme ihren Beitrag leisten. Mit dem
neuen Kostüm glänzte die Garde in
Heinstetten mit einem 2. Platz im Gardetanz. Noch besser klappte es in Frittlingen, hier belegte man Platz 1 im Gardetanz und Platz 3 im Showtanz. Am
Sonntag 31.01. hätte der Umzug in Irndorf stattfinden sollen, doch durch einen
2006:
Motto: „Bevor an der WM die Tore
fallen, lässt die Deichelmaus die
Korken knallen.“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Wolfgang Kirbach Wedam
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Josef Ilg
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Thomas Meilhammer
Büttelm./Hechelm.: Jürgen Gäckle
Zeremonienmeister: Christof Winker
Neunerräte:
Egon Kupferschmid, Dietmar Knapp,
Martin Boschanowitsch, Uli Jäggle,
Michael Wientges, Stefan Reuther,
Ralf Heim, Harald Schimanski,
Joachim Bühler
Ehrenmitglieder: Josef Dorn, Manfred
Merkt, Jürgen Würth, Franz Mauch
Prinz: Stefan II. von Feuer und Flamme
Prinzessin: Alena vom Silbersee
(Stefan und Alena Keck)
verleihung. Diese enwickelte sich durch
den Ex - Deilinger Xaver Bernhard in
den vergangenen Jahren zur ersten Büttenrede der Kampagne. Auf Grund von
Umbauarbeiten der alten Turnhalle wurde das Opening, ehemals Wagenbauerfest genannt, in die Stadthalle verlegt.
Bei einer der alljährlichen Häsbörsen im
Archiv wechselten einige Häs ihre Besitzer. Diese konnten bei den anstehenden
Auswärtsumzügen in Rechberghausen,
Aldingen, beim Jubiläumsumzug in
Weigheim, beim Ringtreffen in Deilingen
- Delkhofen, in Hirrlingen sowie in Horb
ihr neues Häs präsentieren. Am Fasnachtssamstag erhielt die Spaichinger
Fasnet durch eine gelungene Premiere
einen weiteren Höhepunkt. Unter der
Leitung der Hästrägervertrauensleute
fand ein kleines Programm vor und auf
einer aufgestellten Bühne statt. Mit Deichelbohren, Karaokewettbewerb, Tanz,
Guggenmusik und dem Verkauf von
Glühwein trotzte man der Kälte. Ein
Umzug mit ca. 2.300 Hästrägern, Musikgruppen und Umzugswägen schlengelte
sich einer der größten Umzüge der
Region durch Spaichingen. Der Radiosender SWR 1 übertrug live vom Spaichinger Fasnetstreiben. „Weg von der
sterilen Stadthalle, hin zum heimeligen
Kreuzsaal“ hieß es dann am Kehraus.
Dieser begann chaotisch, impulsiv und
spontan und endete dann doch mit großem Wehklagen draußen am Feuer.
Am 01.März 2006 verstarb durch ein tragisches Unglück unser Ehrenmitglied
Manfred Merkt mit seiner Frau Ida. Sie
werden uns immer in guter Erinnerung
bleiben
In diesem Jahr wurde zum ersten Mal
ein Hästräger der ersten Stunde für 33
Jahre Häs geehrt. Als Schellennarr war
Roland Mayer jahrelang Vorspringer,
Täfelebua und Narrenleitbild der Schellennarrengruppe und der Narrenzunft.
Die langjährigen Räte „Holz- und Deichelbauer“ Bernd Hauser und der Neunersprecher Artur Nestel schieden aus
dem Rat aus. Als Nachfolger wurde der
letztjährige Prinz Stefan Reuther und
Harald Schimanski gewonnen. Schon
der 11.11.2005 startete mit einer langen
und fröhlichen Nacht in die neue Fasnachtszeit. An diesem Tag wurden ebenfalls die langjährigen Hästräger geehrt.
Der 06.01.2006 fand seinen Höhepunkt
im Häsabstauben und bei der Ordens-
Seite 39
Chronik
2007:
Motto: „Ringtreffen 2007 - Zu Gast bei
Narrenfreunden“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Wolfgang Kirbach Wedam
Kanzleimeister: Peter Mey
Schatzmeister: Josef Ilg
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Thomas Meilhammer
Büttelm./Hechelm.: Jürgen Gäckle
Zeremonienmeister: Christof Winker
Neunerräte:
Egon Kupferschmid, Dietmar Knapp,
Martin Boschanowitsch, Uli Jäggle,
Michael Wientges, Stefan Reuther,
Ralf Heim, Harald Schimanski,
Joachim Bühler, Stefan Keck (Ersatzrat)
Ehrenmitglieder: Josef Dorn, Jürgen
Würth, Franz Mauch
Prinz: Karsten vom frechen Klang
Prinzessin: Ulrike I. vom badischen
Land
(Karsten und Ulrike Frech)
2007 begann schon furios am 06.01
beim Häsabstauben, welches durch den
redegewandten Ordensmeister Xaver
Bernhard immer mehr den Charakter
eines politischen Aschermittwochs
erhielt. Er verteilte munter Verbesserungsvorschläge an die Stadt. Bereits in
den Startlöchern des Ringtreffens wurde
dann auch noch das Fasnetsopening
durchgeführt, zum ersten Mal seit langem wieder mit einer Altersbegrenzung.
Dies sorgte beim Einlass zwar bei einigen Jüngeren für Unmut, tat der guten
Stimmung jedoch keinen Abbruch. Ab
jetzt drehte sich alles um das Ringtreffen, welches vom 01.-04.02 in Spaichingen stattfand. In mehreren Teams wurden die umfangreichen Aufgaben verteilt
und organisiert. Auf dem Areal des sich
im Bau befindlichen Primtalcenters entstand das bisher größte Narrenzelt der
Ringgeschichte. Mit tatkräftiger Unterstützung aller Spaichinger Vereine und
vielen Freunden und Gönnern der Narrenzunft wurde der Auf- und Abbau problemlos gemeistert. Mit dem ersten Kindernarrentreffen startete die Großveranstaltung am Do. Am Freitag fand wie
gewohnt der Brauchtumsabend für
Ringzünfte statt. Ihm folgte am Samstag
ein Brauchtumsabend für Gastzünfte.
Höhepunkt war das Ringtreffen am
Seite 40
Ehrenmitglieder: Josef Dorn, Jürgen
Würth, Franz Mauch
Prinz: Helmut vom Freistaat Bleiche
Prinzessin: Manuela I. vom kleinen Einmaleins
(Helmut und Manuela Dreher-Hager)
Sonntag um 13:30 mit ca. 15.000
Zuschauern. Das I-Tüpfelchen erfuhren
die Narren in der Bar an einer Großbildleinwand. Hier wurde das Handball WMFinale übertragen, bei welchem
Deutschland die Goldmedallie holte.
Nach einem kraftaufreibenden Zeltaufbau ging es in die “normale” Kampagne
über. Auch hier bildete die Redoute und
der Fasnetsumzug einen Höhepunkt.
Aufgrund des ebenfalls herrlichen Wetters war auch dieser sehr gut besucht.
Ein guter Schluss ziert alles. Und somit
war auch Berthold Maurer mit seinem
Gehilfen Wolfgang Duda nach dem
Kehraus wieder ein Erlebnis der Fansnetsverbrennung.
2008:
Motto: „11 Jahre schon ein Augenschmaus, die Junggarde der Deichelmaus“
Präsident: Jürgen Köhler
Tintenm./Vizepr.: Wolfgang Kirbach Wedam
Kanzleimeister: Thomas Meilhammer
Schatzmeister: Josef Ilg
Zugmeister: Rainer Trepesch
Vergnügungsmeister: Steffen Oberist
Archivmeister: Alfons Mattes
Ordensmeister: Xaver Bernhard
Stockmeister: Christof Winker
Büttelm./Hechelm.: Jürgen Gäckle
Zeremonienmeister: Martin Boschanowitsch
Neunerräte:
Egon Kupferschmid, Dietmar Knapp, Uli
Jäggle, Michael Wientges, Stefan Reuther, Ralf Heim, Harald Schimanski,
Joachim Bühler, Stefan Keck, Karsten
Frech (aufgrund familiärer Umstände
pausierte Uli Jäggle 2008 - Ersatzrat)
Prinz Helmut vom Freistaat Bleiche war
der erste nicht-reimende Prinz in der
Geschichte der Narrenzunft. Alle Reden
wurden in Prosaform vorgetragen. Prägend für die Fasnet war die sehr kurze
Kampagne, welche bereits am 06.02 mit
dem Aschermittwoch endete. Bereits am
05.01. fand der erste Gardewettbewerb
statt, bei dem die Garde im Marschteil
den 1. Platz belegte. Dies schaffte sie
auch im 2. Gardewettbewerb in Frittlingen. Das diesjährige Ringtreffen fand in
Dotternhausen statt. Weitere Auswärtsumzüge waren in Pfullingen, Nachtumzug Heinstetten, Dittishausen-Löffingen
und Wurmlingen. Wohl bedingt durch
die kurze Kampagne war die Redoute
mit 450 Gästen nur mäßig besucht.
Basierend auf einer Idee von Markus
Zimmerer (Hästräger) war der “Bahnhofs-juck” am Abend des Schmotzigen.
ein voller Erfolg. Bei diesem wurde der
Narrenbaum vom Gemeinderat über die
Bahnhofsstr. bis zum Marktplatz gezogen. Neben den Spaichinger Masken
und der Stadtkapelle beteiligten sich
auch die anderen Spaichinger Narrenvereine: Funkenhexen, Primtalteufel,
Bächles Hupfer, Krawalla Guggis und
die Lumpenhansele. Am Sonntagsumzug waren eine geringe Anzahl Gastzünfte zu verzeichnen, jedoch stellten
die “Lokalmatadoren” (vor allem auch
aus Denkingen) wieder herrliche Wägen
auf die Beine. Das sonnige Wetter tat
ein übriges zur guten Stimmung, so daß
auch in diesem Jahr ca. 8-10.000
Zuschauer den Umzug besuchten. Für
11 Jahre Ratszugehörigkeit wurden
Egon Kupferschmid und Xaver Bernhard
geehrt.
Chronik
Die fünfte Jahreszeit
Die fünfte Jahreszeit ist die Zeit, in der
der Winter vorbei sein könnte, es aber
noch lange nicht ist! Es ist die Übergangszeit zwischen Winter und Frühling,
in der schon immer mit viel Krach und
Radau der Winter vertrieben wurde,
damit endlich, endlich der Frühling Einzug halten kann.
Der Elfte im Elften um Elf Uhr Elf!
Die Zahl 11 ist von jeher eine närrische
Zahl. Hat die Zahl 10 ihre Ordnung zum
Beispiel in den 10 Geboten, weist die
Zahl 11 über diese Ordnung hinaus. So
sind der 11.11. als närrisches Datum um
11 Uhr 11 als närrische Uhrzeit genau
richtig für den Fasnachtsbeginn! Jeder
Karnevalist, Jeck, Geck oder Narr legt egal wo er gerade ist - zumindest eine
Gedenkminute ein. In allen Fasnachtshochburgen wird zu diesem Termin in
irgendeiner Form die Fasnacht zum
Leben erweckt. Meist wird eine Strohpuppe hervorgeholt, ausgegraben oder
Ähnliches: der Kölner "Nubbel", die
"Lazarusse Strohmannusse", "Jokilis"
und wie sie alle heißen! In Düsseldorf
wird z. B. auf dem Marktplatz vor dem
Rathaus der Hoppeditz am 11.11. zum
Leben erweckt. Der Hoppeditz ist ein
hier sehr geehrter Narr, verwandt mit Till
Eugenspiegel und Nachfahre des deutschen Hanswurstes. Der Hoppeditz
genoss ein so hohes Ansehen bei den
Düsseldorfern, dass sie ihm 1841 sogar
ein prächtiges Denkmal setzten. Es
blieb dort zwar nur bis 1860, doch auch
heute noch kehrt er alljährlich auf dem
Marktplatz zu den Düsseldorfern zurück.
In Spaichingen wird am 11.11. ebenfalls
der Fasnachtsbeginn gefeiert. Der
"Hohe Rat" zieht mit seinem Hofstaat
zum Rathaus um die Fasnachtszeit einzuläuten. Der letzt jährige Prinz hält seine Abschiedsrede und verschwindet
wieder in der Masse des närrischen Volkes. Das neue Prinzenpaar wird durch
den Zeremonienmeister aus der Menge
der versammelten Narren herausgeholt
und dann den närrischen Untertanen mit
seinem neuen Namen präsentiert. Er
hat sodann die Gelegenheit, seine
ersten Worte an das närrische Volk zu
richten. Mit seinem ersten Auftritt präsentiert der neue Prinz zudem sein Motto, welches während der ganzen Kampagne in irgend einer Weise wieder zum
Vorschein kommt. Der feierlichen Eröffnungszeremonie folgt dann ein gemütlicher Abend mit Tanz und guter Stimmung.
Zur Auferweckung der Fasnacht oder
Karneval, strömen natürlich die Massen.
Es folgen die ersten Reden, es wird
geschunkelt und die ersten närrischen
Lieder schallen lautstark durch die Gassen. Die fünfte Jahreszeit hat begonnen,
Maskenbälle, Umzüge und sonstigen
närrischen Treffen beginnen immer 11
Minuten nach der vollen Stunde!
Dreikönigstag (06. Januar)
Die Fasnacht begann früher und beginnt
auch heute noch erst so richtig laut und
heftig nach Weihnachten am Dreikönigstag. An diesem Tag wurde im Mittelalter in weiten Teilen Europas das Bohnenfest gefeiert. Bei diesem Fest war
der Brauch, in einem Kuchen, dem
"Königskuchen", ein Bohne zu verstekken. Der Finder der Bohne wurde zum
König des Festes, zum "Bohnenkönig"
ernannt. Sobald er das Glas ergriff, riefen alle Gäste aus "Der König trinkt!"
und tranken mit. Dieses "Reich auf Zeit"
des närrischen Bohnenkönigs mit seinem unechten Hofstaat und den leiblichen Genüssen enthält bereits die
wesentlichen Elemente, die der Karneval im 19. Jahrhundert in gewandelter
Form wieder aufnimmt.
Auch die Spaichinger Fasnet nimmt ab
dem 06. Januar so richtig Fahrt auf! Mit
dem Häs - Abstauben und den Ehrungen der verdienten Spender und Gönner
der Narrenzunft kann die "heiße Fase"
beginnen. Das Prinzenpaar hat an diesem Tag seinen ersten großen Auftritt
und präsentiert mit den Ehrungen den
neu geschaffenen Jahresorden.
Schmutziger Donnerstag
Der "Schmutzige Donnerstag", "Schmotzige Donnschdig", "Fette Donnerstag"
oder "giovedi grasso", wie er in Italien
genannt wird, ist der Donnerstag vor
Aschermittwoch. In allen Pfannen echter
Karnevalistinnen wird Fettgebackenes
gebrutzelt. Das Ausbacken geschah früher in Schmalz, daher stammt auch der
Name. "Schmutzig" hat hier eben nichts
mit Dreck zu tun, sonder bedeutet
"schmalzig".
Mit dem Schmutzigen Donnerstag
beginnt die heiße Phase der närrischen
Zeit. Es ist der traditionelle Tag der Weiberfasnacht. Auch sonst ganz unauffällige, achtbare Frauen bewaffnen sich mit
Scheren und schneiden wahllos den
Männern die Krawatten ab. Früher wurden die Männer ihrer Hüte und Jacken
beraubt, die sie in irgendeiner Form wieder auslösen mussten… Aus Westfalen
wird berichtet, dass die närrischen Weiber den Männern sogar die Stiefel auszogen, um ihnen in die Zehen zu beißen!
Begleitet von derben Weiberreden stürmen die Frauen vielerorts die Rathäuser
und verschreckte Bürgermeister rücken
den "Stadtschlüssel" heraus, treten
damit symbolisch alle Macht den Narren
ab - zumindest für die folgenden närrischen Tage.
Die so genannte Weiberfasnacht hat
ihren Ursprung angeblich in Beuel, heute der rechtsrheinische Teil von Bonn.
Beuel war früher ein Wäscherdorf. Hierhin schickten große Haushalte von nah
und fern ihre Wäsche zum Waschen und
Bleichen. Auf großen Wiesen am Rheinufer wurde die nasse Wäsche zum
Trocknen und Bleichen ausgebreitet.
Die Arbeit ging von Montag bis Donnerstag. Dann hatten die Frauen ihr Werk
getan. Auf großen flachen Kähnen wurde die Wäsche dann von den Männern
rheinabwärts gefahren, bis nach Köln.
Die Frauen machten sich während der
Abwesenheit der Männer einen schönen
Tag… Daraus ist die Tradition entstanden am Schmutzigen Donnerstag, der
Weiberfasnacht, über die Straßen
Wäscheleinen zu ziehen und sie mit
möglichst altmodischer Wäsche zu
behängen, als Ulk auf sonst übliche
Fahnen und Wappen und als Zeichen
der närrischen Machtübernahme.
Der Schmutzige Donnerstag eignet sich
bestens, um auch in Kindergarten und
Schule die "Machtverhältnisse" auf den
Kopf zu stellen! Ab diesem Zeitpunkt
gibt es keinen richtigen Unterricht mehr.
Das einzige Vernünftige ist, Fasnetsküchle oder Nonnenfürzchen zu backen,
damit für die folgenden närrischen Tage
eine gute Essensgrundlage vorhanden
ist!
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Chronik
Diese Traditonen werden auch in Spaichingen sehr stark gepflegt. Mit der
Schülerbefreiung und den Besuchen in
den Kindergärten möchte die Narrenzunft die "Machtverhältnisse" in diesen
Bereichen klären. Die Lehrer müssen
zur Strafe, dass sie die Schüler das ganze Jahr "knechten", öffentlich Fronarbeit
leisten. Hierfür findet nach der Schülerbefreiung ein offizielles Deichelbohren
statt. Am Abend wird das Rathaus
gestürmt und der Rathausschlüssel,
zwischen einem Rathausangestellten
und einem "Mann aus dem Volke", von
der Narrenzunft erkämpft. Der Narrenbaum wird aufgestellt! Anschließend
beginnt die Fasnet mit einer langen närrischen Nacht!
Rosenmontag
Woher der Name "Rosenmontag"
kommt, ob von "Rosen" oder "rasen",
dem aus dem Mittelniederdeutschen
stammenden Wort für toben und lärmen,
weiß niemand.
Am Rosenmontag herrscht jedenfalls im
ganzen Rheinland, von Ober- bis
Niederrhein, der Ausnahmezustand! Der
Rosenmontag kam zwar erst 1823 als
vierter zu den drei tollen Tagen
(ursprünglich: Weiberfasnacht, Karnevals-/Faschingssonntag und Fasnachtsdienstag) dazu, als in Köln der Rosenmontagszug eingeführt wurde, ist aber
seither der Tag, an dem die Karnevalsumzüge in den rheinischen Hochburgen
stattfinden, der klassische Tag des Straßenkarnevals.
Fasnachtsdienstag
Am Fasnachtsdienstag, früher auch
nach dem schüchternen Frühlingsblüher
"Veilchendienstag" genannt, wird tagsüber noch gefeiert, was das Zeug hält.
Auch hier gibt es noch Straßenumzüge,
Maskenbälle und Ähnliches, doch am
Abend ist Schluss mit Lustig!
Kehraus!
Am Abend des Fasnachtsdienstag wird
die Fasnacht in Form einer Puppe
begraben oder verbrannt. In Köln wird
der Nubbel beerdigt, in Düsseldorf der
"Hoppeditz" und in Zürich der "Böögg",
ganz wie bei den Saturnalienfesten der
alten Römer, den Imbolcfesten bei den
Kelten… In manchen Regionen lassen
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die Dorfbewohner noch heute Feuerräder über die Felder rollen, damit nach
dem langen Winter die Erde fruchtbar
werde.
Die Spaichinger Narren pflegen auch
hier, wie oben beschrieben, das Brauchtum. Tagsüber sind wieder die Kleinsten
und Kleinen mit einem Kinderumzug im
Mittelpunkt. Der Kehraus am Abend
gestaltet sich immer wieder anders.
Jeder Spaichinger Narr kann mit einem
spontanen Programmpunkt nochmals
einige Szenen der vergangenen Kampagne, auf Lustige Weise, in Erinnerung
rufen. Um Mitternacht wird dann ebenfalls die Fasnacht, in Gestalt einer Strohpuppe, verbrand.
Aschermittwoch
Der Aschermittwoch, der Tag, mit dem
die Fastenzeit beginnt, liegt zwischen
Anfang Februar und Anfang März genau 40 Tage vor dem Osterfest. Das
wiederum fällt auf den Sonntag nach
dem ersten Vollmond im Frühling. So ist
der Aschermittwoch wie der Ostersonntag also ein beweglicher Festtag. So
kommt es, dass die fünfte Jahreszeit in
manchen Jahren kurz, in anderen lang
ist. Am Aschermittwoch "ist alles vorbei".
Gläubige lassen sich zum Zeichen der
Buße vom Pfarrer reinigende Asche
aufs Haupt geben, manche waschen
zum Zeichen, dass sie "alles gegeben"
haben, ihre leeren Geldbeutel heulend
am Dorfbrunnen und ganz Mutige essen
Hering! Damit ist der Fasching oder die
Fasnet zu Ende! Überall? Nein!!!!
Montag nach Aschermittwoch
Bei den Alemannen geht es Montag
nach Aschermittwoch erst richtig los: mit
Narrensprung und Bauernfasnacht! Als
1091 die Fastenzeit neu geordnet und
eine Woche nach vorn verschoben wurde, hielt sich im Badischen und Alemannischen die alte Tradition. Sie blieben
bei ihrer "alten Fasnacht" oder auch
"Bauernfasnacht" und ignorierten den
neu verordneten Termin, den sie auch
"Herrenfasnacht" schimpften! Drum
beginnt in diesen Gegenden die Fasnacht erst, wenn sie woanders längst
rum ist.
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Seele and Geist
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