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China-News 10/2014

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MBL China News
10/2014
#10
China News
Oktober 2014
Politik
Konjunktur
Veranstaltungen
Literatur
Sonstiges
Branchen
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
Automobil
Maschinenbau
Luftfahrt/Raumfahrt
Bau/Infrastruktur/Chemie/Healthcare
Erneuerbare Energien/Umwelt/Landwirtschaft/Nahrung
Konsumgüter/IT/Telekommunikation/Logistik
Finanzen
Rohstoffe/Energie
I. »Naivität im Umgang mit einem in seiner Stabilität bedrohten kommunistischen System ist
nicht nur gefährlich, sondern fast schon fahrlässig«.
Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, Forschungsdirektor der DGAP zu den Unruhen in Hongkong in: Die Zeit vom 30.09.2014
I. Politik
Chinas Führung sieht sich erneut mit einer massiven Demokratiebewegung konfrontiert. Am letzten September-Wochenende
ging die Polizei auch unter Einsatz von Tränengas und Pfefferspray gegen Tausende Demonstranten vor, die freie Wahlen in
Hongkong fordern (vgl. schon China-News 09/2014). Die Demokratiebewegung „Occupy Central“ hatte begonnen, den Finanzdistrikt zu besetzen und nach eigenen Angaben 80.000 Demonstranten mobilisiert (Handelsblatt vom 29.09.2014). Die
örtlichen Tochtergesellschaften von PricewaterhouseCoopers,
KPMG, Ernst & Young und Deloitte haben angesichts anhaltender Unruhen in Hongkonger Zeitungen Anzeigen geschaltet, in
denen sie die Demonstranten zu Besonnenheit aufrufen (Handelsblatt vom 30.09.2014).
Chinas Außenminister Wang Yi hat in einer Rede auf der 69.
UN-Vollversammlung die Ansichten seines Landes zu verschiedenen internationalen Fragen erläutert. In Bezug auf die Krise in
der Ukraine bekräftigte er die Hoffnung Chinas, dass die Ukraine von einer harmonischen Existenz verschiedener Nationalitäten geprägt werden könne. Zur Syrien-Krise erklärte Wang Yi,
ein Militäreinsatz sei auf keinen Fall ein Ausweg (DeutschChinesische Allgemeine Zeitung vom 28.09.2014).
Mit der Entsendung weiterer 59 Mediziner hat China nun insge-
MBL China Consulting GmbH
samt 174 Experten zur Bekämpfung der Ebola-Seuche nach
Sierra Leone geschickt. Sie unterstützen das Land in dem von
China gebauten Krankenhaus für die Freundschaft zwischen
Sierra Leone und China (Deutsch-Chinesische Allgemeine Zeitung vom 17.09.2014).
Der Foreign Correspondent´s Club of China hat ein Positionspapier zu der sich zunehmend verschlechternden Situation der
Arbeitsbedingungen ausländischer Korrespondenten in China
veröffentlicht (www.fccchina.org vom 12.09.2014).
Der am 05. November 2013 ins Leben gerufene Gerichtshof in
der Shanghai Free Trade Zone hat bislang 335 Fälle vorgelegt
bekommen, überwiegend aus dem Finanzbereich, den Bereichen Gewerbliche Schutzrechte und Real Estate. Jetzt wurde
eine englischsprachige Webseite gestartet
(www.ftzcourt.gov.cn), auf der Neuigkeiten, ein Prozessführer,
neue Gesetze und Regeln sowie andere relevante Sachverhalte
abgerufen werden können (www.ecns.cn vom 29.09.2014).
Das Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas hat verkündet, dass die vierte Plenarsitzung des 18. Zentralkomitees vom
20. Bis zum 23. Oktober 2014 stattfinden wird. Die „Rule of
Law“ wird das zentrale Thema der Sitzung sein (ChinaDaily vom
1
MBL China News
10/2014
30.09.2014).
II.
Wirtschaftspolitik/Konjunktur
*)
Juni
Jul i
A ugust
2, 30%
2, 30%
2, 00%
Jan- A ug
2014
I nf l at i onsr at e
GD P W achst um
E n t w . G e l d me n g e ( M 3 )
14, 70%
St a n d D e v i s e n r e s e r v e n
U S$ / Y u a n ( j e w .
6, 18
6, 16
6, 16
M onat sende)
E i n k a u f s ma n a g e r H SB C
51, 7
50, 3
51, 8
E i n k a u f s ma n a g e r - I n d e x
51, 0
51, 7
- ma n u f a c t u r i n g
50, 7
51, 7
- n o n ma n u f a c t u r i n g
55, 0
54, 2
54, 4
I ndust r i epr odukt i on
9, 20%
9, 00%
6, 90%
50, 2
f i x e d a s s e t i n v e s t me n t
17, 90%
16, 50%
17, 00%
E i nz el handel
12, 40%
12, 20%
11, 90%
12, 10%
0, 20%
-16, 95%
-14, 00%
-1, 80%
14, 4 M r d US$
7, 8 M r d US$ *)
7, 2 M r d US$
78, 3 M r d US$
84, 90%
112, 00%
15, 30%
9, 21 M r d US$
12, 6 M r d US$
65, 2 M r d US$
378, 5 M r d US$
367, 1 M r d US$
6, 90%
4, 00%
FD I i nt o C hi na
- absol ut
FD I out bound ( non
f i nanci al )
- absol ut
H a n d e l s v o l u me n
- V er änder ung y/ o/ y
E xpor t e
- absol ut
7, 20%
14, 50%
9, 40%
186, 79 M r d US$
212, 8 M r d US$
208, 0 M r d US$
I mp o r t e
- absol ut
H andel sbi l anz sal do
5, 50%
-1, 60%
-2, 40%
155, 22 M r d US$ %
165, 5 M r d US$
159 M r d US$
31, 56 M r d US$
47, 3 M r d US$
49, 8 M r d US$
200 M r d US$ %
H a n d e l mi t
- EU
404, 1 M r d US$
* I mpor t
12, 90%
- abs ol ut
* E x por t
162, 1 M r d US$
13, 10%
17, 00%
- abs ol ut
354 M r d US$
* I mpor t
4%
- abs ol ut
- abs ol ut
10, 90%
241, 9 M r d US$
- U SA
* E x por t
Am Rande des mehrtägigen Staatsbesuchs von Chinas Präsident
Xi Jinping in Indien wurden Wirtschaftsabkommen in zweistelliger Milliardenhöhe unterzeichnet. Mit dem östlichen Nachbarn hat Indien ein gewaltiges Handelsdefizit (35 Milliarden
Dollar), das fast die Hälfte des gesamten indischen Defizits
ausmacht. Für Indien ist es insbesondere wichtig, den heimischen Software- und Pharmaunternehmen den Zugang zum
chinesischen Markt zu erleichtern. Außerdem erhofft Indien
Unterstützung beim Ausbau seiner maroden Infrastruktur
(Handelsblatt vom 18.09.2014).
105 M r d US$
7, 50%
12, 30%
7, 00%
249 M r d US$
Nach einer Studie von Ernst & Young stieg die Zahl der chinesischen Direktinvestitionsprojekte binnen eines Jahres von 122
auf 153, Deutschlands Anteil lag mit 44 Prozent so hoch wie
noch nie. Beim Blick auf Städte und Regionen lag Düsseldorf mit
32 Projekten vor London auf Platz eins (Handelsblatt vom
02.09.2014).
Die Handelskammer der EU in China beziffert den Verlust, der
ihren 1.800 Mitgliedern jährlich durch protektionistische Maßnahmen in China entsteht, auf 23 Milliarden Euro. Da nicht alle
EU-Unternehmen Mitglied der Kammer sind, taxiert sie den Gesamtverlust europäischer Unternehmen deutlich höher (Süddeutsche Zeitung vom 10.09.2014).
Vietnam versucht derzeit, die wirtschaftliche Abhängigkeit vom
großen Nachbarn China vor dem Hintergrund nach wie vor ungelöster Territorialkonflikte zu reduzieren; dies geschieht vor
allem durch intensive Gespräche mit der EU und den USA im
Zusammenhang mit den derzeit laufenden Verhandlungen zu
den Freihandelsabkommen (Handelsblatt vom 10.09.2014).
Ausländische Unternehmen investieren weniger Geld in Chinas.
Im August sind die Direktinvestitionen zum Vorjahresmonat um
14 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen (Handelsblatt vom
17.09.2014).
Die chinesische Regierung baut weitere bürokratische Hürden
ab: Um den Unternehmen aus der Volksrepublik die Expansion
ins Ausland zu erleichtern, lässt sie künftig Direktinvestitionen
bis zu einer Milliarde US Dollar ohne Genehmigung der National
Development and Reform Commission (NDRC) zu. Vom 06.10.
an müssen die Firmen ihre Investitionen nur noch beim Handelsministerium anmelden (Süddeutsche Zeitung vom
12.09.2014).
Eine Analyse des Handelsblatts vergleicht die aktuellen Bilanzen
der 100 größten Unternehmen weltweit mit den Bilanzen der
100 größten Konzerne in den Schwellenländern. Ergebnis: bei
den weltgrößten firmen stagnierten 2013 die Umsätze, die Gewinne stiegen aber um fast 25 Prozent. Umgekehrt der Trend
bei den Unternehmen aus Schwellenländern: Sie steigerten ihre
Umsätze um 7,8 Prozent, erkauften sich das Wachstum aber mit
weniger Rendite (Handelsblatt vom 24.09.2014).
III. Unternehmens-/Branchennachrichten
1. Automobil
Der weltgrößte Automarkt bleibt auf Wachstumskurs. Aller-
MBL China Consulting GmbH
2
MBL China News
dings legten die PKW-Verkäufe im August mit einem Plus von
8,5 Prozent auf 1,47 Millionen Neuwagen weniger stark zu als
im bisherigen durchschnittlichen Jahresverlauf. Die deutschen
Autobauer wachsen weiterhin schneller als der gesamte PKWMarkt. Volkswagens Kernmarke VW kam zwischen Januar und
August auf gut 17 Prozent Wachstum, die Konzerntochter Audi
legte um mehr als 16 Prozent zu, BMW um fast 20 Prozent und
Daimler steigerte seine Verkäufe sogar um fast 30 Prozent (Automobilwoche vom 11.09.2014).
Der Export originär chinesischer Autos ist in den ersten acht
Monaten dieses Jahres um rd. 8 Prozent auf nur noch 585.000
Einheiten gefallen. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang
wird in einer nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit durch steigende Personalkosten und den aufgewerteten Yuan gesehen.
Einen Ausweg aus der Misere erwartet das Land durch eine verstärkte Bearbeitung des afrikanischen Kontinents, wo man mit
robusten Fahrzeugen gute Chancen sieht (www.ecns.cn vom
29.09.2014).
BMW hat am 21. September in Peking seine beiden neuen
Leichtbau-Elektrofahrzeuge i3 und i8 der chinesischen Öffentlichkeit vorgestellt. Die Preise liegen zwischen 449.800 und
516.800 für den i3 und bei 1,988 Mio RMB für den i8. BMW hat
sieben Händler in Beijing, Shenzen, Shanghai und Shenyang autorisiert, diese Fahrzeuge zu vertreiben. In einem Gemeinschaftsprojekt wurde im Frühjahr mit dem Bau von 50 Ladestationen begonnen (www.ecns.cn vom 29.09.2014).
10/2014
Firmenpräsenz auf dem chinesischen Festland auszubauen. Zusammen mit chinesischen Partnern soll ein Standard für die
Schadenskalkulation etabliert und verlässliche Gebrauchtfahrzeugwerte sowie Forecasts angeboten werden (Automobilwoche vom 16.09.2014).
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens diplomatischer Beziehungen zwischen Frankreich und China hat sich eine Delegation mit
dem Auto von Guangzhou auf den 18.000 km langen Weg nach
Frankreich gemacht. Der Konvoi ist mit einem GAC Motor GS 5
unterwegs; das Unternehmen nutzt die Tour zu PromotionsZwecken, nachdem die Firma bereits mehrere Jahre der erfolgreichen Expansion in Märkte in Nahost und Südasien erlebt hat.
Zwischenstopps sind in den Unternehmenszentralen von BMW
und Daimler vorgesehen (www.finanzen.net vom 12.09.2014).
Der chinesische Automobilhersteller Hawtai hat eine Vereinbarung mit der russischen Firma Derways geschlossen, nach der
die russische Gesellschaft die Fahrzeuge für den russischen
Markt in Russland zusammenbaut; zu diesem Zweck soll in
Russland ein Gemeinschaftswerk gebaut werden. Auf der Automechanika-Autoshow in Moskau wurde mittlerweile der Vertrieb des Fahrzeugs gestartet (www.ecns.cn vom 29.09.2014).
Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC)
hat die Volkswagen-Tochter AUDI wegen unerlaubter Preisabsprachen zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 31,5
Millionen Euro verurteilt (Handelsblatt vom 12.-14.09.2014).
Chinas Regierung hat eine Liste von Elektroauto-Modellen vorgestellt, die in den Genuss einer erheblichen Steuererleichterung kommen; dabei werden in auffälliger Weise einheimische
Hersteller bevorzugt. Unter 17 PKW-Modellen finden sich nur
zwei ausländische Koproduktionen: das gemeinsam mit BYD
entwickelte Denza-Projekt von Daimler und das Gemeinschaftsprojekt Springo von General Motors und SAIC. BMW hat
es mit seinen i-Autos nicht auf die Liste geschafft (Handelsblatt
vom 02.09.2014).
Nissan will an der Vormachtstellung der deutschen OberklasseMarken Audi, BMW und Mercedes Benz in China kratzen. Der
japanische Hersteller kündigte ein Gemeinschaftsunternehmen
mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng an, das Nissans Luxusmarke Infiniti in China bauen und vertreiben soll. Bis 2018
sollen 100.000 Infiniti-Fahrzeuge in China verkauft werden
(Süddeutsche Zeitung vom 24.09.2014).
Die ersten Fahrzeuge von Daimlers Elektroauto Denza sind bei
Shenzen BYD Daimler Technology (BDNT) in China vom Band
gelaufen. Vertrieben wird das Auto über ein eigenständiges
Händlernetz; eingeführt wurde es jetzt zum Einstiegspreis von
umgerechnet 45.700 Euro. Die Zuschüsse belaufen sich auf insgesamt 14.900 Euro und gehen direkt vom Fahrzeugpreis ab
(Automobilwoche vom 09.09.2014).
Bei seinem ersten Auftritt auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in
Hannover kündigte der Chef von Chinas Marktführer Dongfeng
am Mittwoch an, das Geschäft des Konzerns in Regionen wie
Osteuropa, Afrika und Südamerika gezielt auszubauen (Automobilwoche vom 24.09.2014).
2. Maschinenbau
Die chinesischen Investoren des Autozulieferers Boge Elastmetall haben ihr Versprechen erneuert, die gut 1.800 Arbeitsplätze
in Deutschland zu erhalten. „Wir werden keinen Arbeitsplatz
abschaffen“, sagte der Chef des chinesischen Bahntechnikkonzerns CSR bei einer Pressekonferenz im niedersächsischen Dinklage (Automobilwoche vom 22.09.2014).
Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat eine Tochtergesellschaft in Hongkong gegründet, um von dort aus die
MBL China Consulting GmbH
Die International Federation of Robotics (IFR) hat ihre neuesten
Prognosen für den chinesischen Markt veröffentlicht. Das
Wachstum der Roboterindustrie in China wird sich beschleunigen. Es wird erwartet, dass das Land im Jahre 2017 mit 400.000
Einheiten den weltweit höchsten Bestand an Industrierobotern
aufweisen wird. Beeindruckt zeigte sich die IFR von der großen
Anzahl an chinesischen Roboterherstellern, die in diesem Jahr
im Juli auf der China International Robot Show (CIROS) ausgestellt haben (www.ifr.org vom September 2014).
Der Pressenhersteller Schuler hat einen Großauftrag von FAW
Volkswagen bekommen. Das chinesische Gemeinschaftsunternehmen hat Pressenlinien mit ServoDirekt-Technologie und
3
MBL China News
drei Servopressen zur Werkzeugerprobung bestellt. Das Auftragsvolumen liegt bei mehr als 150 Millionen Euro (Automobilwoche vom 25.09.2014).
Internationalisierung ist „eines der wichtigsten strategischen
Ziele“ des weltgrößten Anbieters von Eisenbahnausrüstung
China South Locomotive & Rolling Stock Corporation (CSR). Xu
Houguang, Manager der Firma, erläuterte dazu, dass CSR nun
auch „der weltweit führende Anbieter“ werden wolle. In
Deutschland hat CSR vor kurzem den Bohrtechnikanbieter E+M
aus Hof erworben, um die Sparte Tunnelbau zu stärken. In
Großbritannien gehört der IT Spezialist Dynex, in Australien
der Schienenwagenausrüster Delkor Rail, eine ehemalige Tochtergesellschaft von Vossloh, den Chinesen. Im ersten Halbjahr
2014 lag der Auslandsumsatz bereits bei 2,2 Milliarden Euro; er
hat sich in den vergangenen Jahren jeweils verdoppelt. Pro Jahr
rollen rund 300 neue Hochgeschwindigkeitszüge aus den Hallen
von CSR, mehr als der gesamte Bestand an ICE-Zügen der Deutschen Bahn (Handelsblatt vom 23.09.2014).
Der Sägenhersteller Stihl bzw. die Vergaser-Tochter Zama hat
sich aus Gründen der Risikodiversifizierung entschieden, ein
weiteres Werk in Asien nicht in China (wo bereits eine Produktionsstätte in Shenzen besteht), sondern auf den Philippinen zu
errichten (Süddeutsche Zeitung vom 29.09.2014).
10/2014
(www.ecns.cn vom 26.09.2014).
5. Erneuerbare Energien/Umwelt/
Landwirtschaft/Nahrung
Die beiden forscher John Mathews und Hao Tan beschreiben in
der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Nature“, wie rasant China im Bereich der erneuerbaren Energieträger zulegt. In absoluten Zahlen stellt China längst mehr Öko-Strom her als alle anderen Länder. Die chinesische Produktion belief sich im Jahr
2013 auf 378 Gigawatt, das ist deutlich mehr als das Doppelte
der Vereinigten Staaten (172 Gigawatt) und mehr als das Vierfache der Bundesrepublik (82 Gigawatt). Damit kamen schon im
vergangenen Jahr rund 30 Prozent der Elektrizität in China aus
erneuerbaren Quellen. Bis zum Jahr 2017 soll die Kapazität auf
550 Gigawatt aufgestockt werden (www.faz.net vom
12.09.2014).
China will gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft
aktiv den Herausforderungen des Klimawandels begegnen. Der
stellvertretende chinesische Ministerpräsident Zhang Gaoli sagte in seiner Rede auf dem Weltklimagipfel in New York, in China
seien die Kohlendioxidemissionen im Jahr 2013 im Vergleich
zum Jahr 2005 um 28,5 Prozent gesunken. Sein Land werde die
Süd-Süd-Kooperation zur Bekämpfung des Klimawandels vorantreiben und dazu im Jahr 2015 einen Fonds auflegen (DeutschChinesische Allgemeine Zeitung vom 24.09.2014).
3. Luftfahrt/Raumfahrt
China unterhält ein Raumfahrtprogramm, das es an Ehrgeiz mit
den USA und der Sowjetunion zu ihren besten Zeiten aufnehmen kann. Präsident Xi Jinping hat die Raumfahrtbehörde des
Landes ausdrücklich dazu aufgefordert, das Reich der Mitte zu
einer Supermacht im All zu machen. In den kommenden Jahren
will China eine menschliche Besatzung auf den Mond schicken,
nachdem in diesem Jahr die erste unbemannte Mondlandung
gelungen ist (Handelsblatt vom 18.09.2014).
4. Bau/Infrastruktur/Chemie/Healthcare
Ein Gericht in der Stadt Changsha hat nun das britische PharmaUnternehmen Glaxo-Smith-Kline (GSK) wegen Bestechung zu
einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 380 Millionen Euro
verurteilt. Es ist die bislang höchste Strafe, die in China für Korruption verhängt wurde. Der ehemalige Landeschef von GSK,
Mark Reilly, und andere Führungskräfte wurden zu mehrjähriger Haft verurteilt. Der Brite wird allerdings abgeschoben und
muss nicht in China hinter Gittern büßen (Süddeutsche Zeitung
vom 19.09.2014).
Auf der China Smart Healthy City Conference sagte der Gründer Smart Healthy City Alliance, dass der Aufbau des chinesische Gesundheitssystems und die Einräumung des Zugangs der
Bevölkerung zu bezahlbaren Leistungen eine Herausforderung
sei, bei der es auch darum geht, die erfolgreichen System westlicher Länder mit den chinesischen Methoden zu kombinieren
MBL China Consulting GmbH
Premierminister Li Keqiang hat angekündigt, dass China mit
Wirkung ab dem 01. Dezember 2014 eine Steuer auf den Kohleverkauf erheben wird. Der Steuersatz wird bei 3-5% des Verkaufspreises liegen, was einer Mehrbelastung von etwa 1,6
US$/Tonne entspricht; die Steuer soll zu mehr Energieeffizienz
beitragen (ChinaDaily vom 30.09.2014).
Zum Start der Hopfenernte in Sachsen-Anhalt betonte Landwirtschaftsminister Onko Aeikens (CDU) die Bedeutung neuer
Märkte für den Hopfen aus Sachsen-Anhalt. „Mit dem Gütesiegel kann der Elbe-Saale-Hopfen auch in China, dem größten nationalen Biermarkt der Welt, auftrumpfen“ (www.welt.de vom
12.09.2014).
Die deutsche Brauindustrie spielt international kaum eine Rol-
4
MBL China News
le. „Dieses Geschäft haben wir verpasst“ sagt ein Brauwirtschaftsexperte der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
(NG). Exportweltmeister unter den deutschen Brauern ist
Paulaner aus München, fast jedes dritte ihrer Weizenbiere geht
ins Ausland. Der Exportanteil nach China beträgt fast sieben
Prozent (Handelsblatt vom 16.09.2014).
Die Hershey Company, ein global tätiger Hersteller von Süßigkeiten, hat bestätigt, dass die Firma über ihre niederländische
Tochter Hershey Netherlands BV für umgerechnet 394 Millionen US$ 80 Prozent der Anteile von Shanghai Golden Monkey
Food Joint Stock Co (SGM) erworben hat; die restlichen 20 Prozent sollen ein Jahr später für einen Preis von 604,2 Millionen
RMB erworben werden (www.ecns.cn vom 28.09.2014).
Der holländische Molkereikonzern Royal Friesland Campina hat
angekündigt, mit der chinesischen Firma Huishan Dairy ein Joint
Venture zu gründen. Es ist beabsichtigt, dass das JV die Rohmilch von Huishan und die Technologie und die ManagementSysteme von Campina nutzt (www.ecns.cn vom 29.09.2014).
6. Konsumgüter/IT/
Telekommunikation/Logistik
Das Transport- und Logistik-Unternehmen Gebrüder Weiss
GmbH verstärkt seine Präsenz in China und gründet mit der Jilin
International Transport Corporation (JIT) ein Joint Venture mit
Schwerpunkt Automotive Logistik. Das Unternehmen firmiert
unter dem Namen „Gebrüder Weiss Automotive Logistics“ und
ist nach Unternehmensangaben speziell auf die Bedürfnisse der
schnell wachsenden Automobil- und Automobilzulieferindustrie
in China abgestimmt. Die beiden Partner halten je 50 Prozent
der Anteile (www.verkehrsrundschau.de vom 03.09.2014).
7. Finanzen
Chinas Aufsicht will das Finanzsystem mit schärferen Regeln für
Banken stabilisieren. Viele Institute blähen zum Monatsende
ihre Einlagen auf, damit sie ihre Kreditvergabe erhöhen können.
Die Regulierungsbehörde hat dieser Praxis nun einen Riegel
vorgeschoben: Das Einlagevolumen darf künftig am Monatsende nicht mehr als drei Prozent über dem durchschnittlichen Tagesniveau des jeweiligen Monats liegen (Handelsblatt vom
16.09.2014).
Der Nationale Volkskongress in Peking machte jetzt den Weg für
die Ausgabe kommunaler Anleihen frei. Die Gesetzesänderung
war durch Pilotprojekte auf Praxistauglichkeit geprüft worden.
Künftig können örtliche Verwaltungen Geld am Kapitalmarkt
einsammeln, falls sie es für Projekte benötigen, die im öffentlichen Interesse liegen (Handelsblatt vom 02.09.2014).
Das Wall Street Journal berichtet, dass Präsident Xi Jinping darüber nachdenkt, den Notenbankchef Zhou Xiaochuan abzulösen. Grund sei interner Streit über Reformen in der weltweit
zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Notenbank widersprach dem
Medienbericht (Handelsblatt vom 26.-28.09.2014).
MBL China Consulting GmbH
10/2014
Bislang wurde der Handel zwischen China und den EuroLändern meist in US-Dollar abgewickelt. Ab sofort ist den Banken in China nun auch der direkte Handel zwischen der heimischen Währung Yuan und dem Euro erlaubt. Der Euro ist damit die sechste Währung, die auf dem Festland Chinas unmittelbar gegen den Yuan getauscht werden kann (Handelsblatt
vom 30.09.2014).
Das an der Frankfurter Börse notierte chinesische Unternehmen Ultrasonic vermisst den Chef und die Firmenkasse. Seit
Mitte September waren der Großaktionär und Vorstandsvorsitzende Qingyong Wu und der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Minghong Wu nicht auffindbar. Chi Kwong
Clifford Chan, der den Schuhersteller Ende September als Finanzvorstand verlassen will, erklärte, der ganz überwiegende
Teil der liquiden Mittel in Hongkong und China sei transferiert
worden und sei nicht mehr im Einflussbereich des Unternehmens (FAZ vom 18.09.2014). Die deutsche Holding verfüge
noch über einen größeren sechsstelligen Eurobetrag, weshalb
die Gesellschaft derzeit noch ihren Zahlungsverpflichtungen
nachkommen könne (www.n-tv.de vom 16.09.2014). Obwohl
Qingwong Wu inzwischen wieder ein Lebenszeichen gegeben
hat und ankündigte, er bereite seine Rückkehr zu Ultrasonic
vor, hat der Aufsichtsrat mittlerweile beide Herren als Vorstände abberufen (Süddeutsche Zeitung vom 24.09.2014).
Um den Club Méditerranée ist eine Bieterschlacht entbrannt.
Gemeinsam mit dem französischen Fond Ardian hat die chinesische Fosun-Gruppe ihr Gebot für den Ferienclub auf 22 Euro
pro Aktie erhöht. Damit übertrifft es das als extrem hoch eingestufte Gebot des italienischen Geschäftsmannes Andrea Bonomi um einen Euro pro Aktie. Die Gesamtbewertung des Unternehmens würde damit rund 900 Millionen Euro betragen.
Experten halten diesen Wert für stark überteuert. Fosun setzt
insbesondere auf eine Expansion in China (Handelsblatt vom
15.09.2014).
Der chinesische Onlinehändler Alibaba hat aufgrund der Mehrzuteilungsoption mit seinem rund 25 Milliarden schweren Börsengang einen neuen Weltrekord aufgestellt. Der Aktienkurs
legte beim Börsendebut bei einem Ausgabekurs von 68 Dollar
um fast 40 Prozent auf einen Eröffnungskurs von 92,70 Dollar
zu (Süddeutsche Zeitung vom 20./21.09.2014).
Die Finanzsparte des chinesischen Onlinehändlers Alibaba erhielt jetzt die Erlaubnis, eine Privatbank aufzubauen. Demnach
wird die Alibaba-Tochter Zhejiang Ant Small & Micro Financial
Services Group, die den Online-Bezahldienst Alipay sowie Finanzdienstleistungen umfasst, mit 30 Prozent an der Bank beteiligt sein (Handelsblatt vom 30.09.2014).
8. Rohstoffe/Stahl/Energie
Der Bloomberg-Rohstoff-Index, der 24 Rohstoffe wie Rohöl,
Sojabohnen, Nickel oder Gold abbildet, fiel Ende September
5
MBL China News
auf ein 5-Jahrestief. Allein seit Ende Juni hat der Index um gut
12 Prozent nachgegeben. Die Ursache für die auf breiter Front
fallenden Preise sind Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und vor allem China. Allein der Preis für Eisenerz
ist wegen der schwächeren Konjunktur in China um 40 Prozent
gefallen (www.deutsche-wirtschafts-nachrichten.de vom
26.09.2014).
IV. Sonstiges
10/2014
Kai Vogelsang: Kleine Geschichte Chinas, Reclam Verlag, 350 S.
(erscheint am 12.November 2014).
Patrick Alois Hübner: Rechtsschutz ausländischer Investoren
vor chinesischen Gerichten, de Gruyter Verlag, 390 S. (erscheint
am 20. Oktober 2014).
Rob Lilwall: Zu Fuß durch China, DuMont Reiseverlag, 450 S.
(erscheint am 14. Oktober 2014).
Die Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung (DCW) e.V.
hat sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Geschäftsführer Rainer Gehnen getrennt: zur Nachfolgeregelung wurde noch nichts
bekannt (www.ma-dialogue.de vom 18.08.2014).
Die MBL China Consulting GmbH wird noch in der ersten Oktober-Hälfte mit ihrem neuen Geschäftsfeld „ChinAcademy“ starten, über das Seminare, Workshops und Vortragsreihen angeboten werden. Die ersten Veranstaltungen zu den neuesten
Entwicklungen im chinesischen Steuerrecht finden bereits Mitte
November statt und können ab Mitte Oktober unter
www.chinAcademy.org gebucht werden.
Der Fußballclub Schalke 04 startete in diesem Jahr mit eigenen
Kanälen auf Sina Weibo sowie Tencent Weibo und belegt mit
fast einer Million Fans in China nach einer Studie der Agentur
Result Sports Rang 19 aller Fußballvereine weltweit (Handelsblatt vom 12.-14.09.2014).
V. Veranstaltungen/Delegationsreisen
Stephen Hung, im Immobiliengeschäft reich gewordener
Unternehmer hat für einen Hotel- und Kasinokomplex in Macao
30 extra lange und maßgeschneiderte Rolls Royce Phantom
für insgesamt 20 Millionen Dollar bestellt; das ist die größte
Einzelbestellung in der Geschichte des britischen
Traditionsherstellers (Süddeutsche Zeitung vom 18.09.2014).
Am Rande der Delegationsreise des Oberbürgermeisters von
Augsburg in die Partnerstadt Jinan/Shandong wurde die
Möglichkeit erörtert, ein Konfuzius-Institut in Augsburg zu
etablieren (Augsburger Allgemeine vom 04.09.2014).
Das Mercator Institute for China Studies (MERICS) veranstaltet
einen Media-Wettbewerb, in dem Journalisten/innen für die
verständliche Vermittlung von Chinas politischer,
wirtschaftlicher, kulturelller, gesellschatlicher und
technologischer Entwicklung mit dem MERICS China Media
award ausgezeichnet werden. Der 1. Preis ist mit 5.000 Euro
dotiert (merics.org/chinemediaaward) .
VI. China-Literatur:
Peter Nolan: Globalisation and Industrial Policy: The Case of
China in: The World Economy 37 (6) S. 747 – 764.
MBL China Consulting GmbH
6
MBL China News
10/2014
PS in eigener Sache:
Wir weisen noch einmal darauf hin, dass auch Sie Ihr Unternehmen mit Ihrem Logo zum Preis von 120 €
für ein Jahr (12 Ausgaben) im News-Letter präsentieren und dadurch Ihre Verbundenheit mit China und dem chinesischen Markt
zum Ausdruck bringen können. Ältere Ausgaben der China-News können Sie im
Internet unter www.mbl-china.com/DE/newsletter abrufen
Gerne übernehmen wir auch china-relevante Meldungen Ihres Hauses in unseren Newsletter
Redaktionsschluss 01.10.2014, 12:00
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MBL China News
10/2014
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