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17. Pflegesymposium des AKTX - AKTX-Pflege eV

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Fachgesellschaften
17. Pflegesymposium des AKTX
Rückschau auf den 24./25.10.2013
Das 17. Pflegesymposium des AKTX-Pflege e. V. fand Ende Oktober in Frankfurt am
Main parallel zur Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft statt. Die
Themen rund um die Transplantation fanden großen Anklang bei den Teilnehmern.
Am 24./25. Oktober fand in Frankfurt am
Main das Pflegesymposium des Arbeitskreises Transplantationspflege (AKTXPflege e. V.) statt. Zum 17. Mal trafen sich
Pflegende aus den Transplantationszentren Deutschlands, um neue Aspekte in
der Transplantationspflege und -medizin
vorzustellen und zu diskutieren. Die Resonanz auf die vergangenen Symposien
zeigt, wie groß das Interesse immer wieder ist, sich über diese Transplantationsthemen mittels dieses Forums auszutauschen. Einer sehr guten Tradition folgend
fand das Symposium parallel zur Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG) statt.
Erster Symposiumstag
Begrüßung
Prof. Ingeborg Hauser, Leiterin der Nierentransplantation am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, sprach die ersten
Grußworte ans Auditorium. Die Aufgabe
als verantwortungsbewusste Transplantationsmediziner und Pflegekräfte in der
Transplantationsmedizin kann es nur sein,
durch Qualität und Transparenz in der täglichen Arbeit das Vertrauen der Bevölkerung
und unserer Patienten trotz der Folgen des
Transplantationsskandals zurückzugewinnen und zu festigen. Gemeinsam wird das
gelingen.
Ein gut eingearbeitetes Transplanta­
tionsteam mit Spezialisten in jedem Bereich, im OP, auf den Stationen, in den
Ambulanzen und im Transplantationsbüro, sichert das Wohl der Patienten und
Geschäftsstelle
Arbeitskreis Transplantationspflege e. V.
Petra Hecker
Gregoroviusweg 12
10318 Berlin
Tel.: 030/5030814
Fax.: 030/50176800
E-Mail: info@aktxpflege.de
Internet: www.aktxpflege.de
ermöglicht neben einer umfassenden
medizinischen Versorgung auch eine psychologische und ganzheitliche Betreuung. Es gilt, das Langzeit-TransplantatÜberleben weiter zu verbessern. Hierfür
sind Programme zur Schulung der Patienten bezüglich der Lebensführung und
Medikamenteneinnahme essenziell.
Kampagnen für die Organspende
Die Organspende verdient Vertrauen. Das
hat sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihre Fahnen geschrieben. In ihrem Vortrag stellte
Dr. Daniela Watzke die neuen BZgA-Kampagnen vor. Die BZgA ist per Gesetz mit
der Aufklärung der Allgemeinbevölkerung
zur Organ- und Gewebespende beauftragt
und steht vor der Herausforderung, das
verloren gegangene Vertrauen der Bevölkerung durch geeignete Maßnahmen zurückzugewinnen. Zurzeit werden Informationsfilme zur Organspende produziert.
Die Maßnahmen werden flankiert von
aktualisierten
Informationsmaterialen
sowie informativen und interaktiven Internetauftritten. Diese holen die Menschen bezüglich ihres Informationsstandes dort ab, wo sie sich gerade befinden.
Sowohl die Darstellung der getroffenen
Maßnahmen zur Verhinderung von Manipulation bei Organvergaben als auch
die Möglichkeit der kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik im Internet
soll den Transplantationsprozess für die
Bürger transparenter machen und somit
das verlorengegangene Vertrauen wiedergewinnen.
Intensivpflege und Kommunikation
Wie positiv Besuche von nahestehenden
Angehörigen die Genesung der Patienten
auf der Intensivstation beeinflussen,
wurde im nächsten Vortrag von Alexander Forster, Heidelberg, dargestellt. Zu
diesem Thema passend war auch der folgende Beitrag von Prof. Christiane Kugler,
Witten/Herdecke, der sich mit dem Erleben der eingeschränkten verbalen Kommunikation aus Sicht des erwachsenen,
beatmeten Intensivpatienten befasste.
Die eingeschränkte Kommunikation während der Beatmung wird von Patienten als
problematisch erlebt. Es bedarf im Vorfeld,
wenn möglich, einer ausführlicheren Erklärung und Vorbereitung auf den möglichen
Zustand der Sprachlosigkeit. Aus Sicht des
Patienten spielen Pflegekräfte bei der Kommunikation eine bedeutende Rolle, Zeitressourcen werden als kritisch erlebt. Kontinuierlich besteht ein vermehrtes Bedürfnis
an Information, um den Zustand von Stress
und Angst zu mindern. Die konstante Betreuung durch erfahrene und emphatische
Pflegekräfte ist zu empfehlen.
Pflegevisite, Praxisanleitung
und Fortbildung
Im Folgenden wurde die Einführung der
Pflegevisite als wichtiges Instrument zur
Qualitätssicherung besprochen. Auch die
Praxisanleitung in der Pädiatriepflege
nach Lebertransplantation wurde thematisiert. Mit der Wichtigkeit der ständigen
Fortbildung in der Transplantationspflege
beschäftigte sich der Beitrag von Evelin
Homburg, Aachen. Die Organtransplantation verändert sich dauernd. Leider gilt
das auch für die Pflegeteams auf den Stationen.
Es besteht ein anhaltender Fortbildungsbedarf – vor allem für neue Teammitglieder, aber auch für Fortbildungen mit neuen Inhalten für erfahrene Pflegende.
Idealerweise sollten für Intensivstationen,
Allgemeinstationen, ambulante Nachsorge, Krankengymnasten, Ernährungsberater und andere beteiligte Gruppen jeweils
bedarfsgerechte Inhalte angeboten werden. Nach regen Diskussionen fand der
erste Symposiumstag seinen Abschluss.
Zweiter Symposiumstag
Posterbegehung
Mit der Posterbegehung wurde das Symposium am nächsten Tag fortgesetzt. Insgesamt 10 Poster zu vielfältigen Themen
der Transplantationspflege und -medizin
konnten angeschaut werden und wurden
eingehend im Rahmen der Posterbegehung besprochen. Der Vorstand des AKTX-Pflege e. V. war sehr erfreut, dass so
viele Poster eingereicht wurden.
Arbeitssituation und -zufriedenheit
sowie Ablaufstandards
Die Arbeitssituation und -zufriedenheit in
der deutschsprachigen Transplantationspflege hat Kugler mittels einer Umfrage
untersucht und stellte die Ergebnisse in
ihrem Vortrag vor. Mithilfe eines QuerDialyse aktuell 2014; 18 (1): 26–27
Fachgesellschaften
schnittdesigns wurde die Arbeitssituation
und -zufriedenheit in der Transplantationspflege beschäftigter Pflegender im
deutschen Sprachraum mittels standarisierter Fragebögen gemessen. Die Arbeitssituation wurde insgesamt als gut
eingeschätzt, jedoch ist die Arbeitszufriedenheit kritisch im internationalen
Vergleich. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind zentrumsspezifische Lösungsansätze notwendig, mit
denen der Bedarf an qualifiziertem und
leistungsfähigem Pflegepersonal für die
Zukunft gesichert werden kann.
Lara Marks, Köln, zog in ihrem Vortrag
ein Resümee zur 2-jährigen Erfahrung
mit der Einführung von Ablaufstandards
zur Versorgung von Patienten vor und
nach Nierentransplantation als Spender
und Empfänger. In der heutigen Zeit der
Zusammenlegung von kleineren Stationen zu größeren Abteilungen, wo die
Pflegekraft Patienten verschiedener Fachgebiete zu versorgen hat, bieten Ablaufstandards die Möglichkeit, eine professionelle Versorgung der Patienten zu
gewährleisten.
Dialyse aktuell 2014; 18 (1): 26–27
Jugendliche Patienten
Die pflegerischen Unterschiede Jugendlicher
zu Erwachsener nach Nierentransplantation
thematisierte der folgende Beitrag. Heranwachsende Patienten im Stadium zwischen
Kind und Erwachsensein sind geprägt von
den verschiedensten Entwicklungen. Sie
entwickeln eine gewisse Unabhängigkeit
von den Eltern und eine Akzeptanz des eigenen Erscheinungsbildes, reifen emotional
und sozial. Die Nierenerkrankung bringt
eine Unruhe in den Entwicklungsprozess:
Durch Dialyse, Diät und stetige Medikamenteneinnahmen unterscheidet sich das Kind/
der Jugendliche von seinen Altersgenossen,
muss zurückstecken und kann nicht immer
in der Gruppe mithalten.
Und auch nach der Transplantation gibt
es „To-Dos“, die befolgt werden wollen.
Bei einer Lebendspende, meistens von einem Elternteil, kommt zudem die Dankbarkeit gegenüber dem Elternteil hinzu.
Und gerade dieses erwartet einen pfleglichen Umgang mit dem geschenkten Organ. Aufgabe der Pflegekräfte ist es,
• einen Zugang zum Transplantierten zu
erreichen, um ihm das nun ihm gehö-
•
•
•
•
rende Organ nahezubringen, es zu akzeptieren und zu pflegen – nicht, weil
andere es von ihm erwarten, sondern
aus einem eigenen Antrieb heraus,
ihm Wege aufzuzeigen, die Medikamenteneinnahme in den Griff zu bekommen,
die kurz nach der OP noch geforderten Trinkmengen zu schaffen,
die hygienischen Richtlinien zu befolgen und
nicht zuletzt mit dem Wundschmerz
umzugehen.
Fazit und Ausblick
Das Auditorium diskutierte rege und stellte viele Fragen an die Referenten, sodass
das Symposium wieder ein voller Erfolg
wurde. Die kompletten Vorträge werden
zeitnah auf der Homepage des AKTX-Pflege e. V. (www.aktxpflege.de) erscheinen.
Der Vorstand des AKTX-Pflege e. V. lädt
alle an der Transplantationspflege Interessierten schon jetzt zum 18. Pflegesymposium Mitte Oktober 2014 nach Mannheim
ein.
Esther Wichmann, Berlin
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