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Codein - mediendb.hjr-verlag.de

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Codein
Opioidanalgetika
Stillzeit
Berichte über Intoxikationssymptome beim gestillten Säugling liegen
nicht vor. Wenn eine Therapie mit Paracetamol und/oder Ibuprofen
nicht ausreichend wirkt, ist eine kurzfristige Behandlung mit Tramadol möglich. Einzelne Gaben erfordern keine Einschränkung beim
Stillen. Bei langfristiger Tramadoleinnahme der Mutter sollte der gestillte Säugling insbesondere bei Apnoeneigung überwacht werden.
Beachte: In der Stillzeit gehören – je nach Indikation –
Fentanyl und Sufentanil zu den Opioidanalgetika der
Wahl.
Codein
Die Kombination von Codein mit anderen pharmakologisch aktiven
Substanzen kann zu einer Verstärkung der Codeinwirkung führen.
Zum Beispiel verstärkt Nikotinkonsum den Effekt von Codein. Codein
wird in analgetischen Kombinationspräparaten mit Paracetamol und
ASS angeboten. Genetisch determiniert, wird Codein interindividuell unterschiedlich schnell in der Leber hauptsächlich zu Morphin
metabolisiert.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Embryonalperiode (1. Trimenon)
Die Erhöhung des Fehlbildungsrisikos durch Codein scheint gering zu
sein. Eine einzelne retrospektive Studie mit methodischen Mängeln
diskutiert ein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen, Spina bifida und
Gastroschisis.
Fetalperiode (2.–3. Trimenon) und perinatal
Bei regelmäßiger Einnahme von Opioiden bis zur Geburt können
beim Neonaten Atemdepression und/oder schwere Entzugssymptome, wie Tremor, Zittrigkeit, Diarrhoe und Trinkschwäche, auftreten.
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Opioidanalgetika
Codein
Auch Krampfanfälle und zerebrale Perfusionsstörungen kommen
vor. Diese Effekte sind bei sporadischer Anwendung in analgetischer
Dosierung (bis 240 mg Tagesdosis) nicht zu erwarten.
Empfehlungen zur Anwendung in der Schwangerschaft
Wichtig für die Praxis: In Kombination mit Paracetamol
darf Codein in allen Phasen der Schwangerschaft kurzfristig verwendet werden, wenn Ibuprofen (nur bis 28. SSW)
nicht ausreichend wirkt. Bei regelmäßiger Anwendung bis zur Geburt muss beim Neugeborenen mit Atemdepression und teilweise
schweren Entzugssymptomen gerechnet werden. In diesen Fällen
sollte die Entbindung in einer Geburtsklinik mit Perinatalzentrum
erfolgen, um eine optimale Versorgung des Kindes zu ermöglichen.
Von den Opioidanalgetika sollten Tramadol oder auch Buprenorphin bevorzugt verwendet werden.
Stillzeit
Bei Müttern, die Codein schnell zu Morphin metabolisieren, können
für das Kind toxische Morphinkonzentrationen in der Muttermilch
erreicht werden. Meistens führen analgetische Dosierungen jedoch
nicht zu Intoxikationssymptomen beim gestillten Kind.
Codein sollte mit Paracetamol kombiniert und nicht länger als 2 bis
3 Tage hintereinander eingenommen werden. Ibuprofen (nicht im
3. Trimenon!) sollte bevorzugt verabreicht werden. Sollte die Gabe
eines Opioids notwendig sein, können Fentanyl oder Morphin primär appliziert werden, da hier die mütterliche Metabolisierungsrate
keinen wesentlichen Einfluss auf die Verträglichkeit beim Kind hat. Im
Allgemeinen sollten Opioidanalgetika in der Stillzeit nur kurzzeitig
angewendet werden. Kinder mit Apnoeneigung sollten überwacht
werden.
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Gesundheitswesen
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