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LEBE-Tagung im Zeichen des Wahnsinns

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école bernoise
5/ 2014
AZB 3001 Bern
berner schule
LEBE-Tagung
Im Zeichen des Wahnsinns
Mitgliedervergünstigungen
Warum Verbände Vorteile bieten
Kindergarten
Die Sache mit den Pausen
Projekt Malawi
Wie Afrika Schule macht
2
Inhaltsverzeichnis
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Editorial 3
berner schule / école bernoise 5 / 2014
1Titelbild
Punk-Rock-Kindergärtner Dominic Deville (Bild: zvg)
Ausgabe vom 22. Mai 2014
Impressum
berner schule
(vormals «Berner Schulblatt»)
147. Jahrgang/147e année
ISSN 1661-2582
Carte blanche
5
Muss die Krawatte sein?
6
Einfachere Kommunikation zwischen Schule und Eltern
7
Lehrplan 21 im Klee
Medienkompetenz
Workshop
Weiterbildung
8
CAS, DAS und MAS neu positioniert
9
In eigener Sache
Erscheint monatlich
Auflage / Tirage: 10 120 (WEMF/SW-beglaubigt 12-13)
Herausgeber/Editeur
Lehrerinnen und Lehrer Bern LEBE
Enseignantes et enseignants Berne LEBE
Adresse
berner schule
Lehrerinnen und Lehrer Bern LEBE
Monbijoustrasse 36
Postfach 7163
3001 Bern
Fax 031 326 47 48
E-Mail: bernerschule@lebe.ch
www.lebe.ch
Redaktion
Beat Wirz (BW)
Tel. 031 326 47 57
Layout
Fabian Kramer
Tel. 031 326 47 58
Traduction
Pierre Alain Chopard
Elisabeth Kleiner
Rolf Lüthi Übersetzungen AG
Transit TXT AG
Korrektorat
Renate Kinzl
Anzeigenmarketing
Publicitas Publimag AG
Seilerstrasse 8
Postfach
3001 Bern
Tel. 031 387 22 11
Fax 031 387 21 00
E-Mail: bern@publimag.ch
Druck
DZB Druckzentrum Bern AG
Abonnemente/Abonnements
Nichtmitglieder/Non-membres:
Fr. 65.– / Jahr plus MWSt.
Aufgrund einer Leistungsvereinbarung
mit der Vereinigung der Studierenden
der PHBern (VdS) wird die Zeitschrift auch
rund 1500 Studierenden zugeschickt.
Bestellungen und Adressänderungen
LEBE-Geschäftsstelle
Tel. 031 326 47 51
Nächste Ausgabe: 26. Juni
Prochaine édition: 26 juin
Redaktionsschluss: 13. Juni, 7.00 Uhr
Délai rédactionnel: 13 juin, 7.00 h
11 Mitgliedervergünstigungen
«Wir wollen Mitglieder gewinnen und behalten»
12 Verbandsinformationen
Delegiertenversammlung
Jahresbericht 2013
Kommentar zur Rechnung
13 Informations de l’association
Rapport annuel 2013 Commentaire sur les comptes
Assemblée des délégué-e-s
14 Gewerkschaft
Auf Ihre Antworten kommt es an
15
Weitere Schritte zur Stärkung der Schulleitungen unverzichtbar
16 Pädagogik
Wahnsinn in Burgdorf
18 Weniger Stoff, mehr Zeit
20 Kontroverse Diskussion am Podium zur Pädophilie-Initiative
21 Bildungspolitik
Der Kindergarten und die Pausen
22 LEBE-Beratung
Dem Kanton die Kindersituation korrekt melden
23 Offre de conseil de LEBE
Déclarer le nombre d’enfants au canton
26 Eine PH-Studentin erzählt
Der klassische Vorzeigestudent
27 Projekt Malawi
«Wie kann ich 60 bis 120 Kinder gleichzeitig unterrichten?»
31
Kurz und bündig
32
Echo
33
Agenda
35
Das letzte Wort
Beat Wirz ist Redaktor
der «berner schule».
Von Pelikan und
Sonnenaufgang
W
er ihn hatte, war stolz wie ein Maikäfer. Wer ihn
noch nicht hatte, erwartete ihn ungeduldig. Ich rede
vom ersten Pelikan, der den Beginn der Schulzeit zumindest meiner Generation wie kaum ein anderer Gegenstand
prägte. Es handelte sich dabei nicht um ein 15-KilogrammFedervieh, sondern um den Füller, mit dem man sich an
der Schnürlischrift versuchte und regelmässig die Finger
blau einfärbte. Kein Mensch redete vom Füller, auch die
Lehrerin nicht, sondern vom Pelikan. Warum? Der Name
des Herstellers hatte sich längst zum Synonym für den hergestellten Gegenstand gewandelt. Ein Phänomen, das bis
heute das höchste der Gefühle für Werber und Beworbene
darstellt. Meine Grosseltern redeten vom Stewi, wenn sie
den Wäscheständer im Garten meinten. Und heute spricht
man von googeln, wenn man im Internet nach etwas sucht –
das Verb ist deckungsgleich mit dem Namen der Suchmaschine. Der Beispiele sind viele. Auf die zahlreichen
Werbeslogans, welche zu geflügelten Worten geworden
sind, gehe ich an dieser Stelle gar nicht erst ein.
Die Kommerzialisierung der Sprache, der Gesellschaft
und der Schule ist also nichts Neues – und bis zu einem
bestimmten Punkt auch nicht wirklich ein Problem. Die
Frage ist, wo dieser Punkt überschritten wird. Für einige
Mitglieder von LEBE bei unserem Sunrise-Angebot, wie
uns zu Ohren gekommen ist. Sie fürchten eine Kommerzialisierung der Schule. Gerne möchten wir in dieser
Ausgabe das Thema noch einmal aufnehmen und erklären,
warum Verbände Vergünstigungen für Mitglieder anbieten. Lesen Sie dazu das Interview mit Regula A. Bircher.
Mich persönlich hat aber noch die Frage umgetrieben,
warum gerade das Sunrise-Angebot, welches keinerlei
Auswirkungen auf Schule und SchülerInnen hat, einzelne
derart emotionalisiert. Und warum man sich umgekehrt
beispielsweise weder am Programm «Schule ans Netz»
der Swisscom noch an Sponsorenläufen für den WWF
noch an Malwettbewerben von deutschen Grossverteilern
noch an jährlichen Veranstaltungen für Swissmilk inklusive Produktabgabe stört, die allesamt direkt in der Schule
stattfinden. Oder anders gesagt: warum ein kleiner Sonnenaufgang im Portemonnaie von Lehrpersonen stört, der
Pelikan in der Schule aber ohne Turbulenzen fliegen darf.
Le pélican et
le soleil levant
C
elui qui le possédait était fier comme Artaban. Celui
qui ne l’avait pas encore l’attendait avec impatience. Je
veux parler du premier pélican, qui a marqué le début de
la scolarité, pour ma génération du moins, comme aucun
autre accessoire. Il ne s’agissait pas d’un volatile de 15 kg,
mais d’un stylo-plume réservoir avec lequel on s’essayait
à l’écriture liée en se tachant les doigts. Personne ne parlait de porte-plume réservoir, chacun, même la maîtresse,
disait le Pelikan. Pourquoi ? Il y a longtemps que le nom
du fabricant avait déteint sur l’article : le phénomène représente jusqu’à aujourd’hui le nirvana pour les publicitaires et
leurs cibles. Mes grands-parents parlaient du stewi quand
ils pensaient à leur étendage de jardin. De nos jours, pour
dire « faire une recherche sur Internet «, on emploie en allemand le verbe googeln, sur le nom du moteur de recherche.
On trouverait de multiples exemples. Et il n’y a pas lieu
d’aborder ici les slogans publicitaires qui sont devenus des
formules célébres.
La commercialisation de la langue, de la société et de
l’école, le phénomène n’est donc pas nouveau, et jusqu’à un
certain point il n’a pas fait problème. La question est de
savoir où est la limite. Elle aurait été franchie avec notre
offre Sunrise, d’après ce qu’on nous a rapporté : de l’avis de
certains membres LEBE, il faut redouter une commercialisation de l’école. Nous souhaitons reprendre ce thème dans
ce numéro et expliquer pourquoi les associations offrent
des réductions à leurs membres. Vous lirez à ce propos
l’entretien avec Regula A. Bircher.
Ce qui m’a surtout interpellé en l’espèce, c’est l’intensité
des émotions soulevées chez certaines personnes justement
par l’offre Sunrise, qui n’a strictement aucune répercussion
sur l’école ou les élèves. Pourquoi alors personne ne trouve
à redire par exemple au programme « Internet à l’école «
de Swisscom ni aux courses sponsorisées du WWF, ni aux
concours de coloriage de grands distributeurs allemands, ni
aux visites annuelles de Swissmilk avec distribution de produits à la clé, événements qui ont tous lieu dans les classes
mêmes ? En d’autres termes: comment un petit lever de
soleil dans le portemonnaie des enseignants peut-il contrarier, tandis que le pélican a toute licence de poursuivre son
vol sans perturbations à l’intérieur de l’école ?
4Sandros Cartoon
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Carte blanche
5
berner schule / école bernoise 5 / 2014 Muss die Krawatte sein?
Von Urs Marti
Ganz am Anfang stellte sich die
Frage nicht. Ein Vorstellungsgespräch für die Stelle als Geschäftsführer bei einem Verein, welcher
das Wort Wirtschaft im Namen
trägt. Die Krawatte musste sein,
und den Anzug nahm ich gleich
dazu.
Danach wurde es etwas komplizierter. Was macht man als bereits
gewählter Geschäftsführer, aber
noch vier Monate vor Stellenantritt
als Gast an der Generalversammlung dieses Vereins? Die Krawatte
und der Anzug kamen wieder zum
Einsatz, der kürzeste Haarschnitt,
welcher mein Haupt über die letzten zehn Jahre verzierte, begleitete
den Auftritt.
Nun, nach vier Jahren Vernetzung
und Aufbauarbeit im Umfeld Bildung und Wirtschaft, bin ich in
dieser Frage eigentlich recht selbstsicher unterwegs. Die Krawatte
bleibt im Schrank, eine etwas schickere Hose und ein Hemd, eventuell ein einfacher Blazer und natürlich wieder etwas längere Haare.
Das passt dann meistens auf beiden
Seiten.
Doch genau jetzt beschäftigt mich
die Frage wieder. Unser nächster
Anlass bedeutet das Ende einer langen Aufbauphase, in welcher wir
gemeinsam mit den Bildungsverbänden, den Wirtschaftsverbänden
und den Arbeitnehmerverbänden
nach Möglichkeiten gesucht haben,
wie Kooperationen zwischen der
Bildung und der Wirtschaft aufgebaut werden können. Das dabei
entwickelte Angebot präsentieren
wir verschiedenen Entscheidträgern aus Bildung, Wirtschaft und
Politik. Dies ist an und für sich ein
schöner Moment und stellt kein
Problem dar. Vielmehr stellt sich
die Frage nach der Krawatte völlig
neuartig und bedingt einiger zusätzlicher Überlegungen.
Beim Zusammenstellen der Gästeliste ist mir bewusst geworden,
dass die für diesen Anlass vorgesehenen Bildungsvertreter meistens
auch Krawatte tragen und ich mit
meinem Standardprogramm unter
Umständen etwas abfallen könnte.
Dies hat wiederum verschiedene
Fragen mit unterschiedlich heiklen
Zusatzfragen ausgelöst.
Unproblematisch ist da noch die
Frage, ob ich für diesen Anlass Krawatte und Anzug wieder einmal
montieren sollte. Das werde ich mit
mir selbst ausmachen, die Tagesform und der passende Haarschnitt
werden da wohl den Ausschlag geben.
Schon etwas schwieriger ist die
Frage, ob die oben geschilderte
Problematik bedeutet, dass unsere
neue Ausrichtung als Vermittler
zwischen Bildung und Wirtschaft
honoriert wird und uns die wichtigen Entscheidträger der Bildungslandschaft mit einem Besuch beehren, um das Angebot genauer zu
studieren. Was gezwungenermas­
sen zur Frage führt, wer denn da
wichtig ist.
Und genau an diesem Punkt wird es
zum Glück wieder etwas einfacher:
Sie sind es. Lehrpersonen aller Stufen, welche sich täglich für unsere
Kinder und Jugendlichen einsetzen. Mit und ohne Krawatte.
Und genau an Sie richtet sich das
Angebot, welches wir entwickelt
haben. Aber keine Angst, wir haben
nicht die Welt neu erfunden. Wir
bringen einfach ein paar etablierte
Bildungsprojekte zusammen und
stellen Ihnen diese in einem neuartigen Setting zur Verfügung.
Im Vordergrund steht dabei die
Weiterbildung von Lehrpersonen am ausserschulischen Lernort
«Wirtschaft». Ich sage Ihnen jetzt
nicht, was wir da genau machen, das
finden Sie auf unserer Homepage.
Aber falls Sie demnächst einen
schulinternen Weiterbildungstag
planen, sollten Sie sich das vielleicht
anschauen.
Und natürlich ist da noch der Anlass
mit den Entscheidträgern. Auch wir
haben bemerkt, dass es nicht reicht,
einfach gute Projekte zu vermitteln
und fleissig im Hintergrund zu arbeiten. Deshalb gibt es nun auch ab
und zu etwas Show. Falls das aber
mithilft, dass einige Unternehmen
und Wirtschaftsverbände aufspringen und damit ein Teil des Engagements statt in PR-Agenturen bei
Lehrpersonen und auf diese Weise
auch bei Kindern und Jugendlichen
landet, kann ich persönlich sehr gut
damit leben.
Falls es hilft, auch mit Krawatte.
www.jugend-wirtschaft.ch
Urs Marti ist Geschäftsführer des Vereins Jugend und Wirtschaft. Er lebt
mit seiner Frau und drei Töchtern in
Zollikofen. Bild: zvg
6Medienkompetenz
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Einfachere Kommunikation
zwischen Schule und Eltern
Von Beat Wirz
Zahlreiche
Anwendungsmöglichkeiten
Mit Elan und neuen Medien bei
der Sache: Mittelstufenlehrerin
Rahel Wenger.
Bilder: zvg Wo ein Internetzugang ist, ist auch das Aufgabenbuch.
An der Klasse von Rahel Wenger
war es mit der Zuverlässigkeit in
Sachen Aufgaben genauso weit her
wie an vielen anderen Klassen auch:
nicht sehr weit nämlich. Manche
Kinder notierten die Dinge am
falschen Ort oder gar nicht, veranstalteten ein Durcheinander bei
den Daten oder vergassen schlicht
und einfach vieles. «Ich war nicht
zufrieden – es musste dringend
etwas gehen», erinnert sich Rahel
Wenger. Via «berner schule» sei
sie auf Helloclass aufmerksam geworden. Sie habe sich eine Testversion heruntergeladen, ein bisschen
geschnuppert am elektronischen
Klassenbuch und schliesslich einen
Zugang angefordert. Nachdem die
Eltern per Brief informiert, alle
Kinder registriert und die persönlichen Passwörter von allen angepasst worden waren, konnte es losgehen.
Gute Plattform fürs Training
der Medienkompetenz
Für die junge Lehrerin ist der Umgang mit neuen Medien und dem
Computer Routine. Erste Handlung am Morgen im Klassenzimmer: Laptop einschalten. So bereitete es ihr auch keine Mühe, sich
mit Helloclass vertraut zu machen.
Helloclass bietet verschiedene
Funktionen: Aufgaben und Tests
können übersichtlich erfasst werden. Die Einträge lassen sich über
jeden Computer mit Internet­
anschluss einsehen. Eine Kommentarfunktion für Kinder und Eltern
fördert den Austausch zwischen
Schule und Zuhause. Zudem bietet
Helloclass die Möglichkeit, Fotos,
Texte, Tondokumente und Videos
hochzuladen. Auch Administratives wie die Absenzenverwaltung
lässt sich online regeln. «Wenn die
Kinder am Mittag gegangen sind,
trage ich die Hausaufgaben ein»,
erklärt Rahel Wenger. Weil sie eine
Mischklasse habe, arbeite sie mit
verschiedenfarbigen Kästchen –
mit grünen für die Viertklässler,
gelben für die Fünftklässler und roten für alles, was beide Klassen angehe. «Mit Blau halte ich ausserdem
zum Beispiel Bibliotheksbesuche
fest, Exkursionen oder andere spezielle Dinge.»
Bessere Kommunikation, klare
Abgrenzung
Mit Helloclass haben die Eltern die
Möglichkeit, sich über Aufgaben,
Tests und andere schulische Aktivitäten aus erster Quelle zu informieren. Das komme gut an und werde
oft genutzt, weiss Rahel Wenger.
7
Lehrplan 21 im Klee
ELEKTRONISCHES KLASSENBUCH Aufgaben verwalten, Informationen austauschen, Erlebnisse festhalten: Dies sind die wichtigsten Funktionen von Helloclass, dem elektronischen Klassenbuch. Rahel Wenger,
Lehrerin an der 4./5. Klasse der Primarschule Uttigen, benutzt die Online-Plattform seit letztem Sommer.
Für sie persönlich habe das Thema
Medienkompetenz einen wichtigen Grund geliefert, die Arbeit mit
Helloclass aufzunehmen. «Es ist
mir wichtig, dass die Kinder den
Umgang mit neuen Medien lernen», sagt sie. Helloclass biete eine
gute Plattform dafür. «Wenn ich
etwas hochlade, schreibe ich zum
Beispiel immer dazu, was sie damit genau machen sollen und wie.»
Und: Sie thematisiere mit den Kindern immer wieder die Gefahren
des Internets.
Workshop
berner schule / école bernoise 5 / 2014 Helloclass erleichtere die Kommunikation zwischen ihr und den Eltern. Hingegen berge die Möglichkeit des Informationsaustauschs
auch eine Gefahr: Kinder und
Eltern können nämlich Kommentare verfassen und Rückmeldungen
geben, auf welche es zu reagieren
gilt. Das Thema Abgrenzung erhält
damit eine zusätzliche Dimension.
«Ich habe den Kindern deshalb gesagt, dass ich ab 18 Uhr und an Wochenenden keine Antworten mehr
verfasse.» Denn am Anfang hätten
einige das Gefühl gehabt, dass sie
nun überall und dauernd Fragen
stellen könnten. «Ich habe mit ihnen anschauen müssen, was eine
wichtige Frage ist», so Rahel Wenger. Klare Regeln haben geholfen,
die ausufernde Nutzung der Kommentarfunktion zu verhindern.
Nicht ohne Aufgabentafel
Die Ausrede, man habe einen Auftrag nicht ins Aufgabenbüchlein
eingetragen, verliert mit Helloclass
ihre Gültigkeit. Ungelöst ist aber
das Problem des vergessenen Materials: Konsultiert ein Kind erst zuhause die Aufgabenplattform und
hat dann alles nötige Material in
der Schule liegen gelassen, nützt die
bessere Information darüber, was
getan werden müsste, auch nicht
viel. Deshalb führt Rahel Wenger
immer noch eine Aufgabentafel, auf
welcher sie die Aufträge jeden Tag
mit ihrer Klasse durchgeht. Diese
Tafel möchte sie auch nicht missen.
Gemeinsam die Aufgaben rekapitulieren sei ein wichtiges Ritual in
der Schule. Und einzelne Kinder
führten nach wie vor ein Aufgabenbüchlein, was sie sehr unterstütze.
Helloclass kann das physische Klassenbuch also gänzlich ersetzen –
oder als Ergänzung helfen, dessen
Schwächen zu minimieren.
Weitere Informationen:
www.helloclass.ch
Denken und handeln neu verbinden. Zum Beispiel als Kollegium oder als Schulleitungsteam. Das ist im
Creaviva möglich. Die Langnauer Schulleitungen haben über die eigene Schule nachgedacht und darüber diskutiert, in welche Richtung sie sich entwickeln soll. Und kann. Gerade im Zusammenhang mit
dem Lehrplan 21. Im Workshop entstanden echte Bilder. Diese Kursform könnte auch anderen gefallen.
Von Franziska Schwab
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine Schule einer Reform
begegnen kann. Sie kann sich davon überrollen lassen. Das ist ungesund. Sie kann sie nicht so tragisch
nehmen. Das kann gesund sein.
Oder sie kann sich aktiv damit auseinandersetzen, bevor alle Umwälzungen schon ganz genau definiert
sind. Das kann spannend sein.
Die Schulleiterinnen und Schulleiter inklusive Gesamtschulleitung
aus Langnau haben genau Letzteres getan. An einem Nachmittag im
Kindermuseum Creaviva, im Zentrum Paul Klee. Der Kurs bestand
aus einem theoretischen Input­von
Kunst Unternehmen
«Kunst Unternehmen» ist
ein Format, das heiteres
Zusammenarbeiten,
gestalterische Neugier und
fachliche Weiterbildung
verschränkt. Das Creaviva
offeriert den ersten zehn
Teams, welche sich bei einer
Offertanfrage auf diesen Bericht
beziehen, gratis und franko die
kulinarische Aufwertung des
Besuchs im Zentrum Paul Klee.
Diese umfasst je nach Tageszeit
Kaffee und Gipfeli, Wasser und
Früchte in den Ateliers, einen
nahrhaften Lunchbag und/oder
einen Apéro aus den Restaurants
Schöngrün. Nähere Informationen
finden Sie auf www.kunstunternehmen.ch. Beratung und
eine unverbindliche Offerte
mit Blick auf die individuellen
Wünsche und Anliegen
Ihres Teams erhalten Sie bei
Creaviva-Leiter Urs Rietmann
unter 031 359 01 60 (61) oder
unter urs.rietmann@zpk.org
Malen wie Paul Klee: Etienne Bütikofer (r.) mit zwei Kursteilnehmerinnen. Etienne Bütikofer, Büro für Bildungsfragen, und einem gestalterischen Workshop, geleitet von
Franz Brülhart, seines Zeichens
Kunstmaler. Alles drehte sich um
Menschenbilder, und damit um
die Haltung, die dem Unterrichten
zugrunde liegt. Im Workshop wurden in Gruppen echte Bilder zum
Thema «Kompetenz» gestaltet,
welche die Schule Langnau in die
Ära des neuen Lehrplans begleiten
werden – und darüber hinaus.
Kursleiter Bütikofer munterte die
Teilnehmenden dazu auf, vorauszudenken und mitzusteuern. In Freiheit. Mit Verantwortung.
Mensch statt Maschine
So neu sei die pädagogische Grundlage des Lehrplans nicht, sagte Bütikofer, sondern nur eine Erweiterung von etwas, das man teilweise
bereits mache. Statt dass Schüler
auf Befehl Wissen reproduzieren,
werden sie in Zukunft, sofern der
neue Lehrplan und mit ihm das
geeignete Menschenbild in den
Unterricht einfliessen, erarbeitetes Wissen anwenden können.
Vor allem Unterstufe und Kindergarten seien schon sehr nah an der
neuen Unterrichtsweise dran. Dass
Schüler immer dann lernen, wenn
sie wollen, und dass Schule vom
Kind aus gedacht werden müsse, sei
nichts Neues und werde sich nicht
verändern. Wichtig ist Etienne Bütikofer, dass die Lehrpersonen die
Haltung mitbestimmen können.
«Es geht um Arbeit mit Menschen,
nicht mit Maschinen», so Bütikofer.
Er plädierte dafür, den Lehrplan
als Chance zu nutzen und die Freiräume, die der Schule gegeben sind,
selbst zu gestalten. Der Boden sei
vorhanden. Man müsse darauf säen.
«Keiner sagt euch, ihr müsst. Tut,
was ihr richtig und wichtig findet»,
so der Kursleiter.
Raus aus der Komfortzone
«Das Wichtigste ist, dass wir zusammen etwas praktisch gestalten
konnten», bilanziert Gesamtschulleiter Markus Brandenberger.
«Unsere Arbeit ist oft mehrheitlich
kopflastig. Die Verbindung von
Abstraktem und Kreativem gibt
zusätzliche Energie. Wir wurden
Bild: zvg
aus der Komfortzone herausgelockt
und mussten uns auf unbekanntes
Terrain einlassen. Das tat gut.»
Schulleiterin Corina Robbi bilanziert so: «Es war spannend, mit
jemandem an einem Bild zu arbeiten, den ich kenne und doch nicht
kenne. Wir mussten uns absprechen und einen gemeinsamen Weg
finden. Der theoretische Input
und das praktische Malen bildeten
eine gute Mischung. Mir wurde
klar, dass je mehr wir uns auf einen
Menschen, auf das Menschenbild,
einlassen, desto mehr verändert es
sich. Für die Schule eine wichtige
Erkenntnis.»
8Weiterbildung
berner schule / école bernoise 5 / 2014
In eigener Sache 9
berner schule / école bernoise 5 / 2014
CAS, DAS und MAS neu positioniert
PHBERN Seit der Gründung hat das Institut für Weiterbildung der PHBern über 800 CAS,
DAS- und MAS-Abschlüsse verliehen. Nun wurden die Profile dieser Weiterbildungslehrgänge geschärft, die Inhalte besser aufeinander abgestimmt und die Kombinationsmöglichkeiten flexibilisiert. Diese Optimierungen treten im Sommer 2014 in Kraft.
Von Cla Martin Caflisch
Nächste CAS ab Herbst 2014
Weiterbildungen auf Hochschulniveau der PHBern erweitern Kompetenzen und machen fit für neue
Funktionen. Bild: zvg
Weiterbildungslehrgänge an der
PHBern sind berufsbegleitende
Langzeitweiterbildungen, die zu
anerkannten
Abschlüssen
auf
Hochschul­
n iveau führen. Absolventinnen und Absolventen erweitern ihre Kompetenzen und können sich für neue Aufgaben und
Funktionen qualifizieren. Sie legen
damit einen wichtigen Grundstein für ihre berufliche Weiterentwicklung. Die PHBern hat die
Profile dieser Weiterbildungslehrgänge geschärft, inhaltlich über­
arbeitet, die Kombinationsmöglichkeiten flexibilisiert und aus
der Perspektive des Gesamtprogramms aufeinander abgestimmt.
Was verändert sich konkret mit dieser neuen Positionierung?
Fokus auf drei
Themenschwerpunkte
Alle Weiterbildungslehrgänge eines
Formats – CAS, DAS oder MAS –
sind nun gleich aufgebaut und weisen denselben Umfang auf, was die
Vergleichbarkeit vereinfacht. Der
Fokus liegt thematisch auf drei
Schwerpunkten: Zum einen geht
es um die Schulleitungsausbildung.
Weil die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Schulleitungen
in den letzten Jahren laufend erweitert wurden, gibt es einen grossen
Aus- und Weiterbildungsbedarf.
Zum anderen ist das Thema «Unterrichtsentwicklung» ein Schwerpunkt. Bei diesem geht es um das
Kerngeschäft der Lehrpersonen,
welches gerade in Hinblick auf die
Einführung von Lehrplan 21 sehr
aktuell ist. Der dritte Schwerpunkt
liegt auf der «Kulturvermittlung».
Dieser ist eingebettet in das Programm «Bildung und Kultur»
der Erziehungsdirektion. Bei den
DAS-Lehrgängen, welche die
PHBern als eine von wenigen pädagogischen Hochschulen anbietet,
sind mehr Wahlmöglichkeiten entstanden: Pro DAS-Abschluss existiert neu ein gleichnamiger CASLehrgang, der mit einem beliebigen
Wahl-CAS-Lehrgang vertieft und
kombiniert werden kann.
Von CAS über die DAS
zum MAS
Die PHBern bietet ihre Weiterbildungslehrgänge in drei aufeinander aufbauenden Formaten –
CAS, DAS und MAS – an. Alle
führen zu Qualifikationen mit einem klar ­definierten Thema und
Kompetenzprofil. Sie orientieren
sich einerseits am Arbeitsalltag
von Schulen und anderen Bildungsinstitutionen. Andererseits
verknüpfen sie wissenschaftliche
Erkenntnisse mit praktischem Erfahrungswissen. Die drei Formate
unterscheiden sich in Umfang und
Dauer. Alle sind in mehrere Module aufgeteilt, welche Präsenzveranstaltungen, Selbststudium und
Leistungsnachweise beinhalten.
Am Ende steht jeweils eine Abschlussarbeit auf dem Programm.
Interessierte können die Abschlüsse schrittweise von der CASüber die DAS- bis zur MAS-Stufe
erlangen. Sie bauen dabei auf bereits erbrachte Studienleistungen
oder Abschlüsse auf. Während bei
den drei DAS-Abschlüssen jeweils
die gleichnamigen CAS-Lehrgänge vorgegeben sind, bilden
beim einzigen MAS, dem MAS
Bildungsmanagement, zwei CAS
die verbindliche Basis: CAS Schule
leiten und CAS Schulqualität und
Schulentwicklung.
Die nächsten Weiterbildungslehrgänge starten im September 2014,
bei drei Angeboten gibt es noch
freie Plätze. Im CAS Gestalten
mit digitalen Medien behandeln
die Dozierenden digitale Kulturtechniken, welche die heutigen
Alltags- und Berufssituationen
und damit auch die Schule prägen.
Der CAS Unterrichten in der Basisstufe befasst sich mit der Basisstufe mit 4- bis 8-jährigen Kindern.
Der Umgang mit dieser alters- und
entwicklungsheterogenen Gruppe
stellt besondere Anforderungen.
Beim CAS Schulqualität und Schulentwicklung geht es um Schulleiterinnen und Schulleiter, die sich
funktionsbegleitend für die Steuerung der Entwicklung an ihrer
Schule weiterbilden. Anmeldungen
für diese Weiterbildungslehrgänge
sind bis 15. Juni 2014 möglich. Ist
die maximale Teilnehmendenzahl
erreicht, wird eine Warteliste geführt. Weitere Informationen gibt
es unter www.phbern.ch/weiterbil
dung/lehrgaenge
Weitere Infos
CAS: 15 ECTS-Punkte,
22 Präsenztage, 1–2 Jahre Dauer
DAS: 30 ECTS-Punkte,
44 Präsenztage, 2–5 Jahre Dauer
MAS: 60 ECTS-Punkte, zusätzlich
22 Präsenztage, zusätzlich 2 Jahre
(mit der MAS-Arbeit) Dauer
Bild: Fabian Kramer
Liebe Leserin, lieber Leser
Chère lectrice, cher lecteur,
Die Form muss der Funktion folgen. Diese Regel wird oft im Zusammenhang mit gutem Design ins Spiel gebracht. Aus ihr lässt sich
ableiten, dass ein Design dann gelungen ist, wenn man nichts mehr
weglassen kann, ohne die Funktion des Gegenstandes zu beeinträchtigen. Zwar sind unsere Verbandsstrukturen keine Designerware.
Doch auch sie haben einen Aufbau, ein Design – und eine klare
Funktion. Mit der Vorgabe aus der Delegiertenversammlung, die
Strukturen zu überdenken und wenn möglich zu vereinfachen, haben
sich die Mitglieder der Leitungskonferenz und einige Mitarbeitende
der Geschäftsstelle Anfang Mai in eine Retraite zurückgezogen.
La forme doit suivre la fonction. Ce principe est souvent invoqué en
relation avec une réussite graphique. Il est permis d’en déduire qu’un
design est abouti quand on ne peut plus rien en retrancher sans compromettre la fonction de l’objet représenté. Certes, les structures de
notre association ne sont pas précisément un article de design ; cependant elles aussi ont une articulation, un design – et une fonction clairement définie. Avec le mandat, donné par l’assemblée des délégués,
de repenser les structures et, si possible, de les simplifier, les membres
de la Conférence de direction et quelques collaborateurs et collaboratrices du secrétariat ont pris du recul pour y songer au début mai.
Ein schwieriger Auftrag, wie sich schnell gezeigt hat. Denn der
Ist-Zustand mit Regionen und Stufen lässt sich nicht einfach so
verschlanken, ohne dass Vorteile des bestehenden Modells wegbrechen. Oder, im Modell des guten Designs gesprochen: ohne
dass ein Teil der Funktion verloren geht. Denn die Regionen bieten dem Mitglied einen gewissen «Stallgeruch», über die Stufen
lassen sich thematische Interessengemeinschaften bilden – beide
Systeme haben ihre Berechtigung. Nach eineinhalb Tagen haben wir viel entwickelt, präsentiert, diskutiert und verworfen.
Und festgestellt, dass das Bestehende gar nicht so schlecht ist.
La tâche était tout sauf aisée, comme on l’a vite remarqué. En effet
il n’est pas simple de « dégraisser « une situation donnée englobant
régions et degrés sans que les atouts du modèle présent en fassent
les frais ou – pour reprendre la formule du graphisme réussi – sans
qu’une partie de la fonction soit perdue. Car les régions offrent au
membre le goût du familier, tandis que les degrés permettent de
dégager des communautés d’intérêts thématiques ; les deux options
se justifient. Après un jour et demi de travail, de réflexions poursuivies, présentées, discutées et mises de côté, nous sommes arrivés
au constat que le système existant n’est pas si mauvais que cela.
Die Leitungskonferenz hat die Geschäftsstelle nun beauftragt, zwei
neue Modelle auszuarbeiten und dem bestehenden gegenüberzustellen. Eine erste Information über die laufenden Arbeiten wird
an der Delegiertenversammlung vom 18. Juni 2014 möglich sein.
Wie sich die Delegierten nach der folgenden Vernehmlassung entscheiden werden, ist offen. So oder so darf man gespannt sein, ob
sich die wichtigen Funktionen des Verbandes tatsächlich mit einem einfacheren strukturellen Design aufrechterhalten lassen.
La Conférence de direction a chargé le secrétariat d’élaborer deux
nouveaux projets et de les confronter au modèle existant. Les délégués
recevront une première information sur les travaux en cours lors de
l’assemblée du 18 juin 2014. A la suite de la consultation qui sera lancée,
on ne peut savoir dans quel sens ira la décision des délégués. De toute
manière, il sera intéressant de voir s’il est possible de préserver les fonctions importantes de l’association avec un design structurel simplifié.
Herzliche Grüsse
Regula A. Bircher, administratrice de LEBE
Regula A. Bircher, Geschäftsführerin LEBE
Cordiales salutations,
10
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Mitgliedervergünstigungen 11
berner schule / école bernoise 5 / 2014
«Wir wollen Mitglieder
gewinnen und behalten»
LEBE
LEBE-Aktivmitglieder
telefonieren
dembisMobile bis
LEBE-Mitglieder
telefonieren
mit demmit
Mobile
zu
3 verschiedene
Abonnemente
zu 60%*
60%*günstiger.
günstiger.
3 verschiedene
Abonnemente
für
stehen
zur zur
Wahl.
für bis
biszu
zu33Familienmitglieder
Familienmitglieder
stehen
Wahl.
Sparen
auch
Sie
pro
Monat
bis
zu
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Sparen auch Sie pro Monat bis zu CHF 120.–*.
Alle Infos unter www.lebe.ch/sunrise
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*Angebot LEBE 3 im Vergleich zum Standardpreis des Abos Sunrise NOW relax.
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SUNRISE-ANGEBOT Sich für möglichst optimale Rahmenbedingungen der angesprochenen Berufsgruppen einsetzen,
die Interessen der Mitglieder wahren, Zusammenhalt und Stärke fördern, berufsspezifische Themen vorantreiben – dies sind
Kernaufgaben von Berufsverbänden. Finanziert werden diese
Aufgaben über die Mitgliederbeiträge. Was hat das mit zusätzlichen Dienstleistungen und Vergünstigungen wie dem SunriseAngebot zu tun? Lesen Sie das Interview mit Regula A. Bircher.
Interview: Beat Wirz
Welche Motivation haben deiner Meinung
nach jüngere Lehrpersonen, dem Verband
­beizutreten?
Wenn ich junge Leute frage, ob sie Mitglied
werden würden, oder wenn ich an einer Regionalversammlung von jemandem wissen will,
warum er oder sie Mitglied geworden ist, dann
wird oft das Zusammengehörigkeitsgefühl oder
das Interesse genannt, irgendetwas zu tun für
den eigenen Beruf oder seine Berufskollegin-
Was, ausser dem Mitgliedervorteil, hat LEBE
vom Mobilangebot?
Weder die Geschäftsstelle noch der Verband
ziehen aus dem Sunrise-Angebot Profit. Dieses dient einzig und allein den Mitgliedern. Es
ist auch nicht so, dass wir in irgendeiner Form
Sunrise unterstützen. Wir haben von Sunrise
einfach das beste Angebot erhalten.
Einzelne Mitglieder fürchten eine Kommer­
zialisierung von LEBE und der Schule. Was
sagst du dazu?
Das ist überspitzt. Natürlich wird das Angebot
zurzeit prominent dargestellt. Wie gesagt: Wir
wollen Mitglieder gewinnen. Im Kontext der gesamten Verbandsaktivitäten handelt es sich aber
um ein Detail. Und: Es kann keine Rede davon
sein, dass LEBE sich kaufen lässt oder dass wir
finden, Sunrise müsste in der Schule beworben
werden. Das Angebot richtet sich einzig und allein an unsere Mitglieder, an Lehrpersonen als
Privatmenschen.
Die Jahresrechnung 2013 sieht diesbezüglich
aber gut aus. Was hat der Verband unter­
nommen?
Wir haben uns vorgenommen, die Ausgaben in
den Griff zu bekommen und über die Mitgliederzahl die Einnahmen zu erhöhen. Das erste
der beiden Ziele haben wir erreicht.
Was bringt die Zukunft diesbezüglich?
Es wird in den nächsten Jahren viele Abgänge
durch Pensionierungen geben. Dieser Entwicklung können wir nicht tatenlos zuschauen. Deshalb wollen wir mehr jüngere Mitglieder gewinnen, die uns dann auch lange erhalten bleiben.
Dass LEBE Mitgliedervergünstigungen an­
bietet, ist nicht neu. Doch das Sunrise-Ange­
bot sticht heraus. Inwiefern unterscheidet es
sich von bisherigen Mitgliedervorteilen?
Mit diesem Angebot kann monatlich deutlich
mehr Geld gespart werden als mit vielen anderen. Und es deckt eine Dienstleistung ab, die
heutzutage alle nutzen.
Wie ist die Resonanz bis jetzt?
Die Resonanz ist gut. Bis heute haben rund 230
Mitglieder vom Angebot profitiert.
Regula, LEBE forciert in letzter Zeit
den Bereich der Vergünstigungen.
Was steht dahinter?
Der Verband soll seine Tätigkeiten aus den Einnahmen finanzieren. In den letzten Jahren hat
LEBE aber immer wieder Geld aus dem Vermögen abgezweigt, um finanzielle Löcher zu
stopfen. Es gab zu wenig Einnahmen und zu
hohe Ausgaben.
Und wie haben sich die Mitgliederzahlen in
den letzten Jahren entwickelt?
Sie sind ganz leicht gestiegen. Aber die bestehenden Mitglieder haben teilweise kleinere
Pensen als früher, ausserdem verdienen jüngere
Lehrpersonen weniger, ältere werden pensioniert. Unter dem Strich gehen unsere Einnahmen deshalb zurück.
Das eine schliesst das andere ja nicht aus. Für
mich ist dies ein zusätzliches Angebot, das die
gewerkschaftliche oder pädagogische Arbeit
stärkt, weil es Mitglieder anzieht und damit die
zur Verfügung stehenden Gelder vermehrt.
«Dieses zusätzliche Angebot stärkt die pädagogische und gewerkschaftliche Arbeit», hält LEBEGeschäftsführerin Regula A. Bircher im Gespräch
mit der «berner schule» fest. Bild: Fabian Kramer
nen und -kollegen. Ich glaube aber, dass jüngere
Menschen heute individueller unterwegs sind,
sich lockerer gruppieren und sich von einer
Gruppe je nachdem auch wieder lösen.
Und wie könnte man dem entgegenwirken?
Ich denke, dass wir mit attraktiven Dienstleistungen Mitglieder gewinnen und halten können, die sehr individuell unterwegs sind. Das
betrifft natürlich nicht nur den Bereich der
Vergünstigungen. Aber wenn man über Vergünstigungen den Mitgliederbeitrag fast wieder
reinholen kann, legt das die Schwelle für einen
Beitritt zum Verband sehr tief.
Man könnte nun sagen, der Verband solle sich
über Inhalte profilieren und nicht über Mit­
gliedervorteile wie das Mobilangebot.
Gibt es Reaktionen von anderen
Personal­verbänden?
Wir haben einige sehr interessierte Reaktionen
aus dem Kanton Bern. Andere Personalverbände würden uns sehr gerne nacheifern. Aber
im Moment schauen wir das Sunrise-Angebot
als unser Exklusivangebot an.
In kurzen Worten: Was will LEBE seinen
Mitgliedern sein und noch werden?
Ein Ansprechpartner in allen Fragen rund um
ihren Job. Wir wollen für unsere Mitglieder Bildungspolitik betreiben, für sie die besten Möglichkeiten punkto Anstellungsbedingungen
erringen und sie pädagogisch in ihrem Alltag
unterstützen.
Warum sollen junge Lehrpersonen
LEBE beitreten?
Weil es auch für junge Leute attraktiv ist, in ihrem Berufsfeld vernetzt zu sein. Je mehr Mitglieder wir haben, desto besser ist die Vernetzung
und desto grösser sind die Gruppierungen mit
ihren individuellen Interessen. Uns als Verband
gibt das wiederum die Möglichkeit, diese Interessen besser in der Öffentlichkeit zu vertreten.
Verbandsinformationen
12
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Informations de l’association 13
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Assemblée des délégué-e-s
Delegiertenversammlung
Mercredi 18 juin 2014
de 14 h 15 à 17 h 15,
salle du Grand Conseil,
Hôtel de Ville,
Rathausplatz 2, Berne
Mittwoch, 18. Juni 2014,
14.15 Uhr bis 17.15 Uhr
im Grossratssaal, Rathaus,
Rathausplatz 2, Bern
(Bus Nr. 12 Richtung Zentrum Paul Klee, Haltestelle Rathaus)
(bus no 12, direction Centre Paul Klee, arrêt Rathaus/Hôtel-de-Ville)
1. Teil
1re partie
Referat
Allocution
2. Teil
Traktandenliste
1. Begrüssung durch den Präsidenten
2. Wahl der Stimmenzählenden
3. Feststellen der Stimmberechtigten
4. Protokoll der DV vom 11. Dezember 2013
5. Jahresbericht und Rechnung 2013
a)  Antrag der Leitungskonferenz
b)  Bericht und Antrag der Rechnungsprüfungskommission
c)  Entwicklung der Mitgliederzahlen
d)  Genehmigung
6. Überprüfung der Produktegruppen
7. Gewerkschaftlicher Bereich
a)  Rückblende / Ausblick (Pensionskassengesetz,
Lohnentwicklung)
b)  Streikumfrage
8. Pädagogischer Bereich
a)  Lehrplan 21
9. Anträge der Leitungskonferenz
10.Anträge der Organe
11.Informationen aus der Geschäftsstelle
a)  Informationen aus der Retraite der Leitungskonferenz
vom 2./3. Mai 2014
12. Verschiedenes
Die Leitungskonferenz bittet die Delegierten, Anträge zu einzelnen Traktanden schriftlich bis spätestens am 19. Mai 2014 an die Geschäftsstelle
einzureichen.
Die Versammlung ist für die Mitglieder des Verbandes Lehrerinnen und
Lehrer Bern LEBE öffentlich. Für die Teilnahme ist der zuständigen Stelle
(Schulkommission oder -leitung) frühzeitig ein Gesuch für einen bezahlten
Kurzurlaub gemäss Art. 49 Abs. 3 Bst. d LAV einzureichen.
Die Delegierten werden gebeten, die ihnen zugestellten Ausweiskarten
und die Unterlagen zur Delegiertenversammlung mitzubringen. Vor der
Sitzung und während der Pause wird den Delegierten die Reiseentschädigung ausbezahlt.
Im Auftrag der Leitungskonferenz
Regula A. Bircher, Geschäftsführerin
2e partie
Ordre du jour
1.
2.
3.
4.
5.
Jahresbericht 2013:
Kommentar zur Rechnung
Von Regula A. Bircher, Geschäftsführerin
Das Ziel betreffend die Rechnung 2013 ist erreicht: Die Ausgaben und
die Einnahmen sind ausgewogen. Zwar wurden die Ausgaben schon im
Jahr 2012 ausbalanciert – dies jedoch grösstenteils durch den Verkauf
von Wertschriften. Die Miete der Geschäftsstelle konnte auch 2013 aus
dem Ertrag der Wertanlagen gedeckt werden, was die Rechnung entsprechend entlastet. Generell wurden die Ausgaben weiter optimiert.
Zu den Mitgliederzahlen: Obwohl die Anzahl der aktiven Mitglieder
ganz leicht zunahm, gingen die Einnahmen durch Mitgliederbeiträge
leicht zurück. Diesen Rückgang der Einnahmen führen wir auf die
steigende Anzahl Teilpensen und den Abgang von älteren Lehrpersonen durch Pensionierung zurück. Die Optimierung der Einnahmen
durch Mitgliederbeiträge bleibt also auch in diesem Jahr ein Thema.
Die Werbung von neuen Mitgliedern ist daher weiterhin prioritär.
Der Bericht der Rechnungsprüfungskommission und des Treuhänders
vom 5. März 2014 liegt vor.
Der Jahresbericht 2013 liegt dieser «berner schule» bei.
Ausserdem finden Sie ihn online unter www.lebe.ch/
downloads
Rapport annuel 2013 :
Commentaire sur les
comptes
Regula A. Bircher, administratrice LEBE
Notre but pour les comptes 2013 est atteint : les dépenses et les recettes
sont équilibrées. Certes, les dépenses avaient déjà été contrebalancées en
2012, mais elles l’avaient été en grande partie avec la vente de papiersvaleurs. En 2013, le loyer du Bureau a pu être de nouveau couvert avec
les recettes des placements, ce qui a déchargé efficacement les comptes.
Dans l’ensemble, les dépenses ont été optimisées. Quoique le nombre de
membres ait légèrement augmenté, les recettes des cotisations ont quelque
peu reculé. Cette baisse des recettes s’explique par le nombre croissant de
pensums partiels et le départ à la retraite de nombreuses personnes enseignantes. L’optimisation des recettes par les cotisations reste un thème
sensible. Le recrutement de nouveaux membres est donc prioritaire.
Le rapport des réviseurs aux comptes et de la société fiduciaire du 5
mars 2014 sont à disposition.
Le rapport annuel 2013 est joint à ce numéro d’école
bernoise. Vous pouvez aussi le consulter sur notre site Web
www.lebe.ch/downloads
Mots de bienvenue du président
Désignation des scrutateurs-trices
Appel des personnes ayant droit de vote
Procès-verbal de l’AD du 11 décembre 2013
Rapport annuel et comptes 2013
a)  proposition de la Conférence de direction
b) rapport et proposition de la Commission
de vérification des comptes
c)  développement du nombre de membres LEBE
d) approbation
6. Analyse des groupes de produit
7. Domaine syndical
a) Rétrospective / Perspective (caisse d’assurance,
développement salarial)
b)  Enquête sur la grève
8. Domaine pédagogique
a)  Plan d’étude 21
9. Propositions de la Conférence de direction
10.Propositions des organes
11.Informations du Bureau de LEBE
a) informations sur le séminaire de la Conférence
de direction du 2/3 mai 2014
12.Divers
La Conférence de direction prie les délégué-e-s d’adresser leurs propositions aux divers points de l’ordre du jour par écrit au Bureau jusqu’au 19
mai 2014.
L’assemblée est ouverte aux membres de l’Association des enseignantes
et des enseignants Berne LEBE. Faites votre demande en temps pour
pouvoir assister à cette assemblée (demande à la Commission scolaire
ou à la Direction de votre école), elle sera reconnue comme congé payé
conformément à l’art. 49 al. 3 lit. d OSE.
Les délégué-e-s sont prié-e-s de se munir de leur carte de légitimation et
d’apporter les documents qui leur ont été envoyés pour l’assemblée. Les
frais de déplacement seront remboursés avant la séance ou pendant la
pause.
Pour la Conférence de direction
Regula A. Bircher, administratrice
Gewerkschaft
14
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Auf Ihre Antworten kommt es an
Gewerkschaft 15
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Weitere Schritte zur Stärkung der
Schulleitungen unverzichtbar
BERUFSZUFRIEDENHEITSSTUDIE 70 Prozent der Lehrpersonen in der Schweiz würden ihren Beruf wieder wählen. Dies war im Jahr 2006 das Resultat einer Berufszufriedenheits­
studie des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH. Ob dem immer noch so ist,
soll nun eine Neuauflage der Befragung zeigen. Nehmen auch Sie an der Befragung teil.
LEBE begrüsst die Verstetigung der Anstellungsprozente und die Schaffung eines Pools für Spezialaufgaben. Doch die Ziele des Projekts «Stärkung der Schulleitungen» sind damit längst nicht erreicht.
Von Beat Wirz
Die Berufszufriedenheitsstudie 2014 ist bereits die vierte ihrer Art – die letzte liegt nun
acht Jahre zurück. Sie soll den Lehrpersonen
im Land den Puls fühlen und aufzeigen, ob
und wie sich die Veränderungen bei den Arbeitsbedingungen sowie Reformen bei der Zufriedenheit merkbar machen. Die Studie soll
eine aktuelle Sicht auf die Arbeitssituation der
Lehrpersonen ermöglichen und den kantona-
len Berufsverbänden helfen, ihre Arbeit auf
fundierten und repräsentativen Informationen
aufzubauen.
Ein Mail bis Ende Mai
Auch LEBE ruft die Mitglieder auf, möglichst
zahlreich an der Onlinebefragung mitzumachen
– je höher die Beteiligung, desto differenzierter die
Auswertung und desto grösser der Nutzen. Ende
Mai werden Sie vom Zürcher Forschungsbüro
Landert Brägger Partner ein Mail mit einem Link
zum Fragebogen erhalten. Füllen Sie diesen bis
zum angegebenen Datum aus und tragen Sie dadurch zu einem möglichst aufschlussreichen Bild
der aktuellen Situation und Befindlichkeit bei.
Die Ergebnisse der Berufszufriedenheitsstudie
werden anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des
LCH Ende 2014 präsentiert.
Von Christoph Michel
Das Projekt «Stärkung der Schulleitungen»
wurde seinerzeit mit folgenden Zielsetzungen
lanciert: den Berufsauftrag der Schulleitungen
klären sowie ausreichend Ressourcen und den
nötigen betrieblichen und administrativen Support zur Erfüllung dieses Auftrags zur Verfügung stellen. Die Gemeinden sollen zudem einen
sinnvollen Spielraum erhalten, um die Schulführung zu organisieren. Denn nur so können die
vom Kanton übertragenen Aufgaben im Interesse einer guten Schule wahrgenommen werden.
Änderungen noch ungenügend
Als konkrete Resultate werden neu die Anstellungsprozente der Schulleitungen teilweise verstetigt und es gibt eine Zusammenlegung des
werden. Dieses Szenario gilt es unbedingt zu
verhindern, indem die Ressourcen durch den
Kanton angepasst werden. Mit den bisherigen
Änderungen der Verordnung über die Anstellung der Lehrkräfte (LAV) sind für LEBE die
Ziele noch nicht erreicht. Die Erziehungsdirektion steht in der Pflicht, weitere Schritte
anzugehen.
Renforcement des directions d’école :
d’autres mesures sont indispensables
15% RABATT
FÜR SCHULEN
DIRECTIONS D’ÉCOLE LEBE salue la consolidation du pourcentage des emplois
et la création d’un pool chargé de tâches spéciales. Cela étant, les objectifs du projet « Renforcement des directions d’école » ne sont de loin pas encore atteints.
Als öffentliche Schule profitieren Sie von 15 % Grundrabatt
beim Kauf von Büchern und Medien.
Par Christoph Michel
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Le projet « Renforcement des directions d’école »
a été lancé à l’époque avec les objectifs suivants :
clarifier le mandat professionnel des directions
d’école et mettre à disposition suffisamment de
ressources et le support opérationnel et administratif nécessaire pour remplir ce mandat. Les
communes doivent par ailleurs se voir attribuer
une marge de manœuvre raisonnable pour organiser la gestion des écoles. C’est seulement ainsi
que l’on pourra assumer les tâches confiées par le
canton dans l’intérêt d’une école digne de ce nom.
Für mehr Informationen oder Bestellungen kontaktieren Sie bitte
unsere Abteilung Geschäftskunden: grosskunden@books.ch oder
Telefon 044 403 41 69 (Mo – Fr, 9.00 – 17.00 Uhr).
Des changements encore insuffisants
Parmi les résultats concrets, on mentionnera le
pourcentage des emplois des directions d’école
qui a été partiellement consolidé, ainsi que la
Ins_BernerSchulen_203x132.indd 1
Schulpools mit dem Informatikpool zu einem
Pool für Spezialaufgaben. LEBE begrüsst diese
Neuerungen. Doch die für den Berufsverband
zentralen Forderungen aus dem erwähnten Projekt – integraler Berufsauftrag und grundsätzliche Ressourcenerhöhung als Gegenleistung –
werden verschoben. Als Grund werden die aktuellen Kantonsfinanzen angegeben. Damit bleibt
es den Gemeinden überlassen, zusätzliche Entlastungen, sprich Anstellungen für die Schulleitungen, vorzunehmen. Chancengerechtigkeit
kann so nicht gewährleistet werden. Und die
Schulleitungen bleiben im Spagat zwischen Gemeinde- und Schulinteressen. Auf keinen Fall
sollen die Anstellungsbedingungen der Schulleitungen weiter schleichend kommunalisiert
08.04.14 11:49
fusion du pool école et du pool informatique en
un seul et même pool chargé de tâches spéciales.
LEBE salue ces innovations. Cela étant, force
est de constater que la satisfaction des revendications du projet en question, qui sont essentielles
pour l’association professionnelle – à savoir :
mandat professionnel intégral et augmentation
radicale des ressources comme contre-prestation – a été renvoyée à plus tard. Un retard qui
s’expliquerait par la situation que connaissent
actuellement les finances cantonales. On laisse
donc ainsi aux communes le soin de mettre en
place des décharges supplémentaires, à savoir des
emplois pour les directions d’école. Ce n’est pas
ainsi que l’on peut garantir l’égalité des chances.
A quoi s’ajoute le fait que les directions d’école
se retrouvent à devoir concilier les intérêts des
communes et leurs propres intérêts. Il ne faut en
aucun cas que les conditions d’engagement des
directions d’école se municipalisent davantage
de manière subreptice. Ce scénario doit absolument être empêché en faisant en sorte que les
ressources soient adaptées par le canton.
Les modifications apportées à ce jour à l’ordonnance sur le statut du personnel enseignant
(OSE) ne permettent pas encore, selon LEBE,
d’atteindre les objectifs fixés. La Direction de
l’instruction publique se doit de prendre d’autres
mesures.
LEBE-Weiterbildungstagung
16
berner schule / école bernoise 5 / 2014
berner schule / école bernoise 5 / 2014
LEBE-Weiterbildungstagung 17
Wahnsinn in Burgdorf
Dominic Deville führte 260 LehrerInnen in den ganz normalen Wahnsinn des Kindergarten­alltags
ein. Beat Wälti lieferte ein feuriges Plädoyer gegen den Vermessungs- und Standardisierungs­wahnsinn in der Bildung. Und: Es ist wahnsinnig schade, dass Christian Frey, der die Burgdorfer
Weiterbildungstagung stets wahnsinnig gut organisiert, mit dieser Arbeit auf­hören will.
LEBE sucht eine wahnsinnig gute, etwas wahnsinnige Nachfolge (siehe Kasten).
Von Franziska Schwab
gen spüren. Ganzheitlichkeit sei angesagt. Wälti
redete gegen die Arbeitsblattdidaktik an und
zeigte Folgen des Messbarkeits- und Standardisierungswahns am Beispiel der USA auf. «Dort
können Testergebnisse der Klasse im Internet
abgerufen werden.» Sanktionen für schwache
Klassenleistungen erfolgten über Leistungslohn
oder das Budget der Schule. 18 Staaten hätten
die Ergebnisse bereits an Sanktionen geknüpft.
Wahnsinn! LEBE sagt es schon lange: «Wir
wollen keine flächendeckende Bildungsmonitorings.» Weil sich die Lehrpersonen irgendwann
für schlechte Resultate rechtfertigen müssten
und an den Pranger gestellt würden.
Bezüglich Kompetenzorientierung scheint
Wälti es mit Professor Reusser zu halten: «Ein
schillernder Begriff mit wenig Tiefenschärfe.»
Es gehe um bildenden, erziehenden, guten Unterricht. Punkt. Diesen erreiche man, wenn die
Lehrpersonen grossen Gestaltungsraum haben,
die Schüler mitentscheiden und Fragen stellen
können, Theorie dann erklärt werde, wenn man
sie brauche, als Unterstützung und Kontrolle,
Aufgaben mit verschiedenen Lösungen gestellt
würden und die Lehrpersonen gerne unterrichteten.
Trotz kritischer Haltung gegenüber dem schulischen Tablet-Einsatz versuchten sich Teilnehmende an
iPads.
Bild: FS
Wider Vereinheitlichung und Sicherheitswahn
Drei Fragen an Christian Frey, Tagungsorganisationsleiter in Burgdorf.
Punk-Rock-Kindergärtner Dominic Deville spiegelte den ganz alltäglichen Wahnsinn im Kindergarten.
«Jedes Kind ist ganz individuell speziell», sagte
Punk-Rock-Kindergärtner und Künstler Dominic Deville in der Aula Gsteighof und schob
fortissimo nach: «Bullshit!!!» Er teilte die Kinder in vier Grundtypen ein und stellte sie gleich
dar: Den Typ Osim, dem man alles aus der Nase
ziehen muss, die Aurelia, deren Herz auf der
Zunge liegt und die keinen schwarzen Humor
versteht. Kevin, verhaltensoriginell, hyperaktiv,
mediengeschädigt – «Jede Klasse besteht zu 70
Prozent aus Kevins» – und Savanna-Cheyenne,
Typ neunmalkluger Dreikäsehoch. Einen fünften Charakter erwähnte er später. Denjenigen,
dessen Existenz ihm bisher nicht aufgefallen ist.
Deville spiegelte den ganz alltäglichen Wahnsinn im Kindergarten, dem er pädagogisch mit
«situativem Ansatz» begegne. Wahnsinnig lustig!
Gegen Arbeitsblattdidaktik
Beat Wälti, Dozent und Lehrmittelautor, sprach
über Heterogenität, Mathematik und Lehrplan
21. Er plädierte für einen fragend-entwickelnden Unterricht. «Die Schüler sollen zuerst Fragen stellen, bevor sie die Antworten geben, die
sie gar nicht haben.» Sie sollen Grössenordun-
Bild: zvg
Nachfolge für Christian Frey
Sind Sie interessiert an Kultur und Bildung?
Verhandeln Sie gerne mit KünstlerInnen
und ReferentInnen? Leiten Sie gerne ein
engagiertes Team (bestehend)? LEBE
sucht vielleicht Sie für die Leitung der
Tagungsorganisation (alle zwei Jahre) in
Burgdorf. Interessierte melden sich bitte
bei Franziska Schwab, Leiterin Pädagogik,
franziska.schwab@lebe.ch, 031 326 47 45.
Welchen Wahnsinn im Schulalltag würdest
du sofort verbieten, wenn du könntest? Und
welchen eher fördern?
Kann man auf diese Fragen eine echte Antwort
geben, ohne sich weit zum Fenster hinauszulehnen? Dazu haben wir einen Punk-Kindergärtner auf die Bühne geholt, der darf alles.
Verbote verbieten wäre noch lustig, aber ich
ginge lieber der Vereinheitlichung und dem Sicherheitswahn an den Kragen. Fördern würde
ich Steinerschulen; was die trotz permanenter
Unterdrückung für die Volksschule leisten, ist
der helle Wahnsinn. In ihrer Diskriminierung
liegt der Hauptgrund, weshalb ich LEBE und
LCH nie beigetreten bin.
Welches war dein persönliches Highlight
der Tagung?
Das Gefühl, die Tagung habe den Nerv recht
gut getroffen. Ausserdem gab es viele kleine,
glückliche Höhepunkte.
Du hast seit 2007 die Tagung in Burgdorf
organisiert. Nun willst du damit aufhören.
Gibt es in Zukunft noch eine Burgdorfer
Tagung?
Es steht ein ausgezeichnetes Team bereit. Es
braucht nur noch jemanden mit etwas Risikobereitschaft und Lust, dem pädagogischen Zeitgeist auf den Zahn zu fühlen.
Bild: zvg
Pädagogik
18
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Weniger Stoff, mehr Zeit
«Ich arbeite gerne mit Mille feuilles»
PASSEPARTOUT Grundsätzlich wollen die Lehrpersonen der Spiegelgruppe Passepartout den
Frühfremdsprachen eine Chance geben. Der Grossteil der Schülerinnen und Schüler könne
beide Sprachen meistern. Aber: Die Lehrpersonen beurteilen das Franz-Lehrmittel als zu überladen.
Weniger Stoff, mehr Zeit lautet das Fazit. Ausserdem sei die Beurteilung schwieriger. Dies
müsse den Eltern genau kommuniziert werden – vor allem im Hinblick auf Selektionen.
Von Stefan Wittwer und Franziska Schwab
richt mit «Mille feuilles» oder neu auch mit
«New World». Vor- und Nachteile des neuen
Fremdsprachenunterrichts wurden diskutiert.
Der folgende Kasten fasst die wichtigsten der
besprochenen Punkte zusammen.
Die Passepartout-Spiegelgruppe von LEBE,
bestehend aus Unter- und Mittelstufenlehrpersonen, hat sich Ende April getroffen und Erfahrungen ausgetauscht. Die Gruppenmitglieder
haben bis zu drei Jahre Erfahrung im Unter-
Eine unvollständige Zusammenfassung:
Chancen und Vorteile von Passepartout
•Die Schülerinnen und Schüler können
sich besser vernetzen. Im Franz gelernte
Strategien werden im Englisch einfacher
angewandt. Die Motivation fürs Englisch
ist gross, fürs Franz sehr unterschiedlich.
Im «Mille feuilles» sind die Themen
gut gewählt. «Entdecker lieben Mille
feuilles», sagte ein Gruppenmitglied.
•Die vorgegebenen Evaluationen
betrachtet die Gruppe als Vorteil
und gute Unterstützung.
Risiken und Nachteile von Passepartout
•Offenbar ist es gängige Praxis,
dass Mischklassen für den
Fremdsprachenunterricht wieder in
Jahrgangsklassen umgewandelt werden.
Weil es sich so einfacher unterrichten
lasse und weil das Lehrmittel nicht
mischklassenkompatibel sei. Dies
bedeutet eigentlich einen pädagogischen
Rückschritt, ist aber nachvollziehbar.
•Teilweise verteilen die InspektorInnen die
zusätzlichen Lektionen unterschiedlich.
Dies wird als Ungerechtigkeit empfunden.
•Die Beurteilung ist mit der neuen
Fremdsprachendidaktik klar schwieriger.
Gerade die überforderten Kinder wurden
als grosse Herausforderung genannt.
•Die Leistungsschere wird grösser. Gerade
im Französisch ist es schwierig, Kinder zu
riLzen, da
das Lehrmittel so
komplex ist. «Zwei Drittel
der Schüler können nicht selbständig
arbeiten», fasste ein Mitglied
zusammen. Wer in Deutsch Mühe
habe, habe bei den Aufträgen Mühe.
•Ganz kritisch stehen die Lehrpersonen zu
den Einweglehrmitteln, aus finanziellen
und ökologischen Gründen.
•Die Frage, wann das Schriftliche komme,
beschäftigt sehr. Lehrpersonen machen
offenbar zum Teil selber Wörter ab, die
die Schüler schreiben lernen müssen. Das
Bild des Wortes fehlt den Schülerinnen.
Nachschlagen wird zum Problem.
•Allgemein empfindet die Gruppe eine
grosse Belastung. Alles brauche mehr
Zeit: das Einrichten der technischen
Infrastruktur, das Planen, das Organisieren
der Abläufe, die Bewertung, das Festhalten
der Beobachtungen. Immer weniger Platz
bleibe für die Kür, für Repetitionen, fürs
Üben, dies vor allem im Französisch.
Weiterbildung
•Das Niveau, und so auch der Abstraktions­
grad der Weiterbildung, wird als sehr hoch
empfunden. Die Selektion als Thema
fehlt vollständig. Und: Die Kursleitung
hat teilweise keine Unterrichtserfahrung
auf der jeweiligen Stufe.
Aus der Sicht des Kindes 19
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Wünsche und Anliegen
•Dort, wo sie institutionalisiert sind, werden
die Praxistreffs sehr gelobt. Diese könnten
auch stufenübergreifend, zusammen mit
der Sek I, durchgeführt werden, verbunden
mit Unterrichtsbesuchen: «Die Sek I darf
nicht sagen, die Schüler könnten nichts.
Sie muss eine andere Haltung entwickeln
und bei uns Unterrichtsbesuche machen.»
•Einige in der Gruppe wünschen sich,
dass für die Selektion in Zukunft
auch Englisch berücksichtigt wird.
•Die neue Art der Beurteilung soll den
Eltern wirkungsvoller und prägnanter
erklärt werden, am besten auch
in der Dokumentenmappe.
•Die Weiterbildung muss
praxisnaher gestaltet werden.
•Weniger Fülle in den Lehrmitteln, so
dass mehr Kür und mehr Repetition
verbunden mit Üben möglich werden.
•Erwünscht ist, dass der «Fil rouge»
(5. und 6. Klasse) sowohl in Französisch
als auch in Deutsch angeboten wird,
damit man die Sprache wählen kann.
In loser Folge kommen in der «berner schule» Schülerinnen und Schüler zu Wort.
In dieser Ausgabe äussern sich die zehnjährige Sarah Walker und der elfjährige Mihajlo Dinic, 5. Klasse in Gümligen, zum Frühfremdsprachenunterricht.
Interview: Andrea Eichelberger
Bonjour, Mihajlo et Sarah, ça va bien,
le français?
Mihajlo: Oui, j’aime le français.
Sarah: Oui, très bien !
Was gefällt dir besonders gut am Fach
Französisch?
Mihajlo: Mir gefällt, dass wir Fichierkärtchen
machen und so neue Wörter lernen, dass wir viel
zeichnen, dass wir den anderen oft etwas präsentieren können und auch einfach, dass wir die
zweitwichtigste Landessprache lernen. Auch die
Witze und Comics in den Magazines machen
Spass.
Sarah: Meistens die tâches, die Schlussaufgaben
eines Parcours. Sehr lustig war, sich zu verkleiden und der Klasse einen Witz vorzuspielen.
Was gefällt dir überhaupt nicht?
Mihajlo: Hmmmm … eigentlich nichts. Die Tests.
Sarah: Die Franz-Wörtli zu lernen.
Denkst du, du wirst später im Leben Franzö­
sisch sprechen, im Beruf oder sonst?
Mihajlo: Nein, das denke ich nicht. Ich möchte
Fussballer werden. Ja, doch, dort brauche ich
vielleicht Französisch schon. Und sonst werde
ich vielleicht Zahnarzt, dort brauche ich Französisch weniger.
Sarah: Klar, vielleicht in den Ferien. Vielleicht
will ich Lehrerin werden, da brauche ich sicher
Französisch.
Könntest du dir vorstellen, Französischlehrer
zu werden? Weshalb oder weshalb eben nicht?
Mihajlo: Nein, weil ich nie geplant habe, Lehrer
zu werden. Ich habe andere Pläne.
CsBe
Sarah Walker
Mihajlo Dinic
Sarah: Wie gesagt, ja. Wenn man es kann, ist
Französisch toll, und es würde mir Spass machen, es jemandem beizubringen.
Arbeitest du gerne mit dem «Mille feuilles»?
Warum (nicht)?
Mihajlo: Ja, ich arbeite gerne mit Mille feuilles, ich freue mich auf die neuen Hefte, die es
immer gibt. Es hat viele interessante Themen,
zum Beispiel Witze, Comics, Sehenswürdigkeiten, Tiere, Menschen, und alles sieht sehr
schön aus in den Magazines, es hat viele Fotos
und Farben.
Sarah: Ja, die Aufgaben sind – meistens – spannend. Man kann viel mit Mille feuilles lernen,
man lernt auch andere Sachen als nur die Sprache, zum Beispiel über Sehenswürdigkeiten der
Schweiz und von Frankreich.
Bilder: zvg
Findest du es gut, dass man im Franz am
Compi arbeiten darf?
Mihajlo: Am PC arbeite ich gern, weil man dort
noch mehr Sachen lernen und erfahren kann und …
Sarah: … man kann sich zum Beispiel die Wörtli
und Texte anhören.
Angenommen, du wärst Chefin aller Schulen
und du könntest befehlen, wie der Französisch­
unterricht sein muss. Was würdest du befehlen?
Mihajlo (überlegt lange): Ich würde glaub’ ich
gar nicht viel ändern. Ich würde vieles so lassen,
wie es jetzt ist. Bei den Themen würde ich noch
Fussball, Natur und Frankreich dazunehmen.
Spiele sollte es geben, aber nur ab und zu. Und
Lieder auch, einfach ab und zu.
Sarah: Alles ist schon gut, so wie es ist, da kommt
mir nichts in den Sinn.
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Pädagogik
20
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Kontroverse Diskussion am Podium
zur Pädophilie-Initiative
Von Stefan Wittwer
Bildungspolitik 21
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Der Kindergarten und die Pausen
KINDERGARTEN Der Aufstieg der Kindergartenlehrkräfte in die Gehaltsklasse 6 ist nicht verknüpft
mit einer Übernahme der Pausenregelung der Schule. Die Pausen im Kindergarten sind wie schon seit
1999 gemäss Lehrplan zu organisieren. LEBE empfiehlt, vor Ort gemeinsam vernünftige Lösungen zu
suchen und dabei nicht zu vergessen, dass jüngere Kinder den Kindergarten besuchen als bisher.
Von Franziska Schwab
Thomas Minder
Am Mittwoch, 30. April, fand in der Aula des
Gymnasiums Kirchenfeld in Bern eine LEBEPodiumsdiskussion zur Pädophilie-Initiative
statt. Regula Rytz (contra) und Thomas Minder
(pro) buhlten auf dem Podium um die besseren
Argumente. Der stellvertretende Chefredaktor von Radio SRF, Peter Bertschi, moderierte
die kontroverse Diskussion, welche durch Fra-
Bilder: SW
Im Lehrplan für den deutschsprachigen Kindergarten steht auf Seite 69: «Der Unterricht im Kindergarten orientiert sich am didaktischen Grundsatz der Rhythmisierung und wird in verschiedene
Phasen (Übergangs-, Orientierungs-, Konzentrations-, Bewegungs- und Erholungsphasen) unterteilt und nicht in einzelne Lektionen. Längere
Pausen sind insbesondere am Vormittag anzusetzen (15 bis 30 Minuten). In den Pausen sollen die
Kinder Gelegenheit haben zu essen, zu trinken
und sich im Freien ausreichend zu bewegen. Wird
die Pausenordnung der Schule übernommen, gelten die Pausen nicht als Unterrichtszeit. Die Kinder sind auch in dieser Zeit zu beaufsichtigen.»
Dieser Lehrplan gilt so lange, bis der neue in Kraft
tritt. Das bedeutet, an der Pausenregelung im
Kindergarten hat sich seit 1999 nichts geändert.
Regula Rytz
gen aus dem Publikum immer wieder befeuert
wurde. Schnell zeigte sich, dass die Initiative
nur die Spitze des Eisbergs anspricht und dass
die Schule sich dem Thema nicht entziehen
kann. Prävention, Achtsamkeit und gemeinsame
Verantwortung sind nötig. Kinder sollen auch
in der Schule lernen, nein zu sagen, wenn ihnen
Beziehungen zu nahe gehen.
Keine Sparmassnahme
Dass die Pausenregelung der KindergärtnerInnen in Zusammenhang stehe mit dem Gehaltsaufstieg, stimmt nicht. Die nötigen Gelder für
die Lohnerhöhung sind vorhanden. Es muss
nicht über eine andere Pausenregelung indirekt
gespart werden, wie dies etwa befürchtet wird.
Pausenregelung muss Sinn machen
LEBE empfiehlt, folgendermassen mit der Pausenregelung umzugehen: Die Pausenregelung
muss für alle Sinn machen. Nur wenn der Kin-
dergarten räumlich in die Schulanlage integriert ist und die Kindergartenkinder die Pause
mit den Schulkindern verbringen können und
wenn eine entsprechend sensibilisierte Pausenaufsicht für die ganze Schule besteht, kann es
unter Umständen sinnvoll sein, die Pausenregelung der Schule zu übernehmen. In diesem Fall
gelten die Pausen der Kindergartenlehrpersonen nicht als Unterrichtszeit und werden gleich
gehandhabt wie die Pausen der Unterstufe. Es
ist aus Sicht von LEBE wichtig, dass die Schulleitung eine allfällige Änderung der Pausenregelung gemeinsam mit den KindergärtnerInnen
bespricht respektive die Beteiligten in den Prozess einbezieht.
Für Freiheit mit Verantwortung
Nicht vergessen werden darf dabei die Tatsache, dass jüngere Kinder den Kindergarten
besuchen als früher. Diese haben andere Bedürfnisse bezüglich Betreuung. Ein Beispiel:
Wenn der Kindergarten gleich über die Strasse
zur Schule liegt, ist es kaum möglich, dass die
Kinder­g artenkinder mit den SchülerInnen zusammen Pause machen. Man stelle sich vor, wie
lange es im Winter schon nur dauert, bis alle
angezogen und gemeinsam über die Strasse
gegangen sind. LEBE plädiert für gesunden
Menschenverstand oder für Freiheit mit Verantwortung.
Schulversuch «Teams
für starke Lern- und
Lehrbeziehungen»
Die Motion von GR Daniel Steiner Brütsch
«Schulversuch Reduktion der Anzahl
Lehrpersonen pro Klasse» ist vom Grossen
Rat im November 2013 angenommen worden.
Im Schuljahr 2014/15 wird der Schulversuch
unter dem Titel «Teams für starke Lern- und
Lehrbeziehungen» vorbereitet und von 2015
bis 2019 durchgeführt. Für den Schulversuch
werden acht unterschiedlich grosse Schulen
aus verschiedenen Regionen gesucht.
Weitere Informationen für interessierte
Schulen: Johannes Kipfer, Tel. 031 633 84 57,
Johannes.Kipfer@erz.be.ch
5000 Franken für Frühpensionierte –
aber nur unter bestimmten Bedingungen
5000 francs pour les préretraités –
mais seulement à certaines conditions
SOLIDARITÄTSSTIFTUNG Die Solidaritätsstiftung von LEBE bietet Entlastung in schwierigen finanziellen Situationen und unterstützt Massnahmen zur Förderung und Erhaltung der Berufsfähigkeit. Bei frühzeitiger Pensionierung leistet sie langjährigen Aktivmitgliedern eine einmalige Zahlung von maximal CHF 5000.–. Dies jedoch nur unter bestimmten Bedingungen.
FONDATION DE SOLIDARITÉ La fondation de solidarité de LEBE apporte son aide dans des
situations financières difficiles et soutient des mesures visant à promouvoir et à conserver les aptitudes professionnelles. En cas de retraite anticipée, elle accorde aux membres actifs de longe date
un montant unique de CHF 5000.– au maximum. Mais uniquement à certaines conditions.
In letzter Zeit sind vermehrt Anträge auf Unterstützung von Personen bei der Solidaritätsstiftung eingetroffen, welche leider kein Anrecht
auf besagte Leistung haben. Helfen kann die
Solidaritätsstiftung nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: So muss die frühpensionierte Lehrkraft auf mindestens zehn Jahre Aktivmitgliedschaft bei LEBE zurückblicken und
ihre Rente gekürzt worden sein. Sie müssen nach
dem 1. August 2008 in die frühzeitige Pension
gegangen sein. Liegt der Zeitpunkt der Pensionierung weiter zurück, besteht kein Anspruch.
Ces derniers temps, de plus en plus de demandes
de soutien ont été soumises à la fondation de solidarité par des personnes qui n’ont malheureusement aucun droit à ladite prestation. La fonda-
tion de solidarité ne peut aider que si certaines
conditions sont remplies : il faut en effet que les
enseignants préretraités aient été membres actifs
de LEBE pendant dix ans au moins et que leur
rente ait été réduite. Ils doivent avoir pris leur
retraite anticipée après le 1er août 2008. Si le
moment auquel ils ont pris leur retraite se situe
plus avant dans le temps, ils n’ont aucun droit.
LEBE-Beratung
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berner schule / école bernoise 5 / 2014
Offre de conseil de LEBE 23
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Dem Kanton die Kindersituation
korrekt melden
Déclarer le nombre
d’enfants au canton
BETREUUNGSZULAGEN In letzter Zeit wurde das Beratungsteam mehrmals
im Zusammenhang mit Problemen bezüglich der Rückerstattung von Betreuungszulagen kontaktiert. Wieso kommt es zu einer solchen Rückerstattung?
ALLOCATIONS D’ENTRETIEN Notre service a été consulté à plusieurs reprises ces derniers temps en rapport avec une demande de
restitution d’allocations d’entretien. Quel est exactement le problème ?
Von Roland Amstutz, Fürsprecher
Par Roland Amstutz, avocat
Durch die Vereinheitlichung der so genannten
Kinderzulagen auf Bundesebene (heute heissen
sie Familienzulagen, ich bleibe aber aus Gründen
der Verständlichkeit beim Begriff Kinderzulagen)
hat sich im Kanton Bern vor einiger Zeit auch die
Situation der durch den Kanton Bern freiwillig
ausgerichteten Betreuungszulagen verändert.
In Art. 79a Personalverordnung (PV) ist genau
festgehalten, wie viel die Betreuungszulage ausmacht. Sie beträgt bei einem kinderzulagenberechtigten Kind CHF 3000.– pro Jahr, bei zwei
Kindern CHF 2160.–, bei drei Kindern CHF
1320.– und bei vier Kindern CHF 480.–. Ab fünf
Kindern gibt es keine Betreuungszulage mehr.
Genau in dieser für viele unverständlichen Regelung, dass es desto weniger Betreuungszulage gibt,
je mehr Kinder man hat, liegt nun die Problematik. Man versteht diese Regelung ausschliesslich
unter dem Aspekt der ständigen Sparmassnahmen im Kanton Bern. So wird in einem Kommentar zur Regelung der Betreuungszulagen festgehalten, dass der Kanton durch die Erhöhung der
Kinderzulagen die (freiwillige) Betreuungszulage
Unsere Beratungszeiten
Mo,
Di,
Mi,
Do,
Fr,
9.00–12.00 / 14.00–17.30 Uhr
9.00–12.00 Uhr
9.00–12.00 / 14.00–17.30 Uhr
9.00–12.00 Uhr
9.00–12.00 / 14.00–16.15 Uhr
Roland Amstutz, Fürsprecher
Bild FK
kürzen kann, ohne dass die Mitarbeitenden finanzielle Einbus­
sen erleiden. Anders ausgedrückt:
Der Kanton spart auf diese Weise einfach Geld
ein, das neu durch die höheren Kinderzulagen finanziert wird. Auf diese Weise haben die Berechtigten zwar keine Schlechterstellung, aber eben
auch keine Verbesserung.
Probleme entstehen nun aber, wenn bisher
nur ein Kind zulagenberechtigt war und neu
ein zweites dazukommt. Meldet man dies dem
Kanton nicht und erfährt er es nicht automatisch (zum Beispiel, weil die Kinderzulagen
nicht durch den Kanton ausgerichtet werden,
sondern durch einen anderen Arbeitgeber, beispielsweise des Ehemanns), wird die Betreuungszulage zu Unrecht weiterhin auf der Basis
von einem Kind, also mit dem höheren Betrag
ausgerichtet. Kommt dies nun zufälligerweise
aus, kann der Kanton während fünf Jahren eine
Rückforderung verfügen, was teilweise zu hohen Beträgen führt.
Aus diesem Grund ist es wichtig, gegenüber dem
Kanton die Kindersituation korrekt zu kommunizieren, auch wenn man dadurch einen finanziellen Nachteil erleidet. Wichtig ist dies insbesondere auch, wenn über 16-jährige Kinder noch
in Ausbildung sind. In diesem Fall muss man,
solange mehrere Jugendliche Kinderzulagen
erhalten, auch von allen Jugendlichen die entsprechenden Ausbildungsbestätigungen (Immatrikulationsbestätigung, Lehrvertrag etc.)
jeweils semesterweise einreichen. Es mutet zwar
paradox an, wenn man Belege einreichen muss,
um weniger Zulagen zu erhalten, aber nur so
entgeht man einer allfälligen Rückforderung.
Auf diese Deklarationspflicht wird mit dem Zuspruch einer Zulage jeweils ausdrücklich hingewiesen.
Gerne steht das Beratungsteam für Fragen aus
diesem komplexen Bereich zur Verfügung, die
obenstehenden Ausführungen können nur sehr
summarisch auf die Problematik eingehen. In
dem Sinn: Je früher, desto Lösung.
L’harmonisation des allocations familiales au
niveau fédéral a également eu pour effet, il y a
quelque temps, un changement au niveau des
allocations d’entretien volontaires versées par le
canton de Berne.
L’art. 79a de l’ordonnance sur le personnel
(OPers) spécifie les montants des allocations
d’entretien : CHF 3000.– par année pour un
enfant donnant droit aux allocations, CHF
2160.– pour deux enfants, CHF 1320.– pour
trois enfants et CHF 480.– pour quatre enfants.
A partir du cinquième enfant, les parents ne
reçoivent plus d’allocation d’entretien.
Or c’est justement dans cette réglementation,
aberrante pour beaucoup (plus on a d’enfants,
moins on touche d’allocations d’entretien !), que
réside le problème. La disposition susmentionnée se comprend exclusivement dans le contexte
des efforts d’économie permanents du Canton
de Berne. Dans le commentaire sur la réglementation des allocations d’entretien, on peut
lire en substance que, comme les montants des
allocations familiales sont désormais plus élevés,
le canton peut réduire les allocations d’entretien
(volontaires) sans que le personnel en pâtisse
financièrement. Autrement dit : le canton prend
sur l’argent des allocations d’entretien pour financer le relèvement des allocations familiales.
De ce fait, les bénéficiaires ne sont pas désavantagés, certes, mais pas non plus avantagés.
Des problèmes peuvent se poser lorsqu’au premier enfant donnant droit à une allocation
s’ajoute un deuxième. Si les parents n’annoncent
pas la nouvelle constellation familiale au canton
et que celui-ci ne l’apprend pas automatiquement
(p. ex. parce que ce n’est pas le canton mais un
autre employeur, celui du mari, par exemple, qui
verse l’allocation familiale), l’allocation d’entretien continue d’être versée indûment sur la base
d’un seul enfant, d’un montant plus élevé. Si la
nouvelle situation familiale, avec deux enfants,
parvient à sa connaissance par hasard, le canton
peut pendant cinq ans demander la restitution
de l’argent versé en trop – et les montants correspondants à rembourser peuvent être élevés.
Pour cette raison, il est primordial de communiquer la situation familiale de manière correcte au canton, même s’il en résulte un désavantage financier. Tout particulièrement aussi
si les parents ont des enfants de plus de 16 ans
en formation. Dans ce cas, aussi longtemps que
les parents bénéficient d’allocations familiales
pour ces jeunes, ils doivent chaque semestre soumettre les attestations de formation correspondantes (confirmation d’immatriculation, contrats
d’apprentissage, etc.). Devoir fournir des documents pour obtenir moins d’allocations peut paraître paradoxal, mais c’est le seul moyen d’éviter
d’avoir à restituer les allocations perçues. L’obligation de déclarer est d’ailleurs à chaque fois explicitement mentionnée à l’octroi d’une allocation.
Nous répondons volontiers à vos questions sur
cette matière complexe ; l’exposé sommaire cidessus ne permet pas de faire le tour complet
de la problématique. Une chose est sûre : mieux
vaut prévenir que guérir.
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26Eine PH-Studentin erzählt
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Der klassische Vorzeigestudent
Man dürfte doch annehmen, dass die Anmeldung zum Studium an der päda­gogischen Hochschule ein gewisses Interesse an der Entwicklung der Kinder ­
sowie Engagement im Studienbetrieb mit sich bringt. Dem ist nicht immer so.
Von Michelle Bachmann
Mit der kecken Sporttasche von
der Bushaltestelle in Richtung Von
Roll stolzieren, im Gepäck die Unterrichtsmaterialien in Form eines
Tablets, die benötigten Vorlesungsfolien sind bereits heruntergeladen
und im entsprechenden Ordner
«das brauch ich heute zwinkersmiley» abgelegt. Weiter im Gepäck:
das vorbereitete Tupperware mit
den Resten von gestern und die
zusammenfaltbare, in allen Farben
erhältliche Öko-Trinkflasche, am
besten in violett. Während sich der
klassische Vorzeigestudent gestern
Abend Gedanken darüber machte,
was er morgen anziehen soll und
was er alles braucht, um den Tag
perfekt organisiert zu überstehen,
durchlebt der klassische Vorzeigelehrer die gleichen Vorbereitungen, jedoch abgestimmt auf seinen
Alltag im Klassen- wie im Lehrerzimmer. Der klassische Vorzeigestudent unterhält sich mit seinen
Mitstudenten über langweilige Dozenten, viel zu viele Leistungsnachweise, überrissenen Prüfungsstoff
und zu wenig Zeit. Der klassische
Vorzeigelehrer hingegen regt sich
über unmotivierte Schüler, schlampig erledigte Hausaufgaben, zu
geringe Wertschätzung für seine
Dekoration im Lehrerzimmer und
den zu grossen Stress rund um das
Schulabschlusstheater auf. Der
Vorzeigestudent, angehender Lehrer, soll die Zukunft bilden?
Projekt Malawi
27
berner schule / école bernoise 5 / 2014 «Wie kann ich 60 bis 120 Kinder
gleichzeitig unterrichten?»
Das IVP NMS führt in Kooperation mit der UNICEF und dem Erziehungs­ministerium in Malawi ein Projekt zur Verbesserung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung durch. Hintergrund: UNICEF Schweiz plant
und baut in Malawi ein Teachers’ Training College, in welchem jährlich vorerst gut 500, später rund 1000
Lehrpersonen für die Primarstufe ausgebildet werden sollen. In seinem Rahmen wird direkt mit Seminaren vor Ort zusammengearbeitet. Themen sind der Austausch von Studierenden und Dozierenden,
Fragen des Lehrens und Lernens, Unterrichten mit minimalsten Mitteln und Aufbau einer Sammlung
von Kinderliedern. Malina Büchler, Studentin am IVP NMS, berichtet über ihren Aufenthalt in Malawi.
Von Malina Büchler
Erfahrungen aus dem Praktikum
Michelle Bachmann
Wo bleiben die interessierten und
engagierten Studentinnen und
Studenten, welche sich wehren,
wenn Dozenten inkompetent sind,
welche sich wehren, wenn «Gast­
dozenten» rassistisch angehauchte,
undifferenzierte Aussagen über
Kinder machen, wenn die elenden Sitzungen und «Selbsthilfegruppen» wertvolle Zeit rauben?
Wo bleiben die Studentinnen und
Studenten, die sich ernsthafte Gedanken über ihre Zukunft machen,
die nach vorn denken und die ihren
Auftrag wirklich ernst nehmen?
Der Vorzeigestudent hat den Fokus aus den Augen verloren. Sich
ein Sammelsurium an Beschäftigungsaufträgen zu beschaffen,
Bestrafungssysteme «auf Lager»
zu haben, diszipliniertes und konsequentes Verhalten zu üben und
in kürzester Zeit möglichst viele
Lehrmittel aufzuzählen, macht eine
Lehrperson längst nicht aus. Mit
zahlreichen Ratgebern, Strafaufgaben-Repertoire, Tupperware, zusammenfaltbarer violetter Trinkflasche, Fungames und sehr viel
Druck startet der klassische Vorzeigestudent, der inzwischen zum
Lehrer wurde, in den Berufsalltag.
Was dabei herauskommt, sind
Kinder, welche in ihrer Individualität nicht gefördert werden, weder
Bild: zvg
geistig noch intellektuell, welche
in ihrer kreativen Entfaltung gehemmt werden. Im Unterricht werden im Studium in- und auswendig
gelernte Theorien und Modelle
umgesetzt, ohne Rücksicht auf die
Bedürfnisse der Kinder. Zu wissen,
was Symptome von Autismus und
Adipositas sind, reicht nicht aus, um
ein Kind zu verstehen. Vielmehr
sollten sich angehende Lehrpersonen damit auseinandersetzen, wie
sie die Kinder zu kritischem Denken anregen können. Um dies zu erreichen, wäre ebenfalls notwendig,
vernetztes Denken zu fördern und
aufzuzeigen, wie die Schüler das
Gelernte in Form eines Wissens­
transfers anwenden können.
Unterricht im Schatten der Bäume ist in Malawi keine Seltenheit.
Vier Uhr morgens, der erste Hahnenschrei, Zeit zum Aufstehen.
Eimer fassen, am Brunnen Wasser holen, dann im Hostel das Bett
machen, Zimmer, WCs und Gang
blitzblank sauber putzen und das
Gras um das Hostel mit Sicheln
schneiden, um das Zuhause der
gefährlichen
Malaria-Mücken
zu zerstören. Um sechs Uhr gibts
Frühstück in der grossen Cafeteria
– so beginnt der Tag am Teachers’
College in Liwonde, Malawi.
Schulbeginn ohne Dozent
Die Schule beginnt pünktlich um
7.30 Uhr. Doch der Dozent ist nicht
da. Die meisten Dozierenden, erklären mir die Studis, seien sowieso
immer zu spät oder erschienen
gar nicht. In diesen Fällen fällt die
Stunde entweder ganz aus, wird am
Mittag nachgeholt oder die Klassen
werden kombiniert: Anstatt 50 Studierende halten sich dann 100 bis
Bild: zvg
200 im gut 60 Quadratmeter grossen Klassenzimmer auf. Es kommt
auch vor, dass ein Freiwilliger die
Notizen aus dem Buch an die Tafel
abschreibt, damit sie alle Studierenden übertragen können. Weil die angehenden LehrerInnen später keine
Bücher zum Unterrichten mitnehmen dürfen, basiert das ganze Studium zu einem grossen Teil darauf,
abzuschreiben und auswendig zu
lernen. Der Unterricht ist demnach
frontal – die Dozierenden sprechen,
die Studierenden machen sich Notizen. Ab und zu gibt es Gruppendiskussionen. Als Unterrichtsmaterialien werden nebst der Tafel lediglich
ab und zu Flipcharts gebraucht. In
selteneren Fällen kommen selbst gemachte Unterrichtsmaterialien wie
eine gebastelte Lunge aus Plastikflaschen, ein Ball aus Plastiksäckchen
und Schnur, ein selbst entworfener
Papier­
polizeihut oder eine selbst
konstruierte Gitarre zum Einsatz.
Wohl noch nie zuvor musste ich
mich innerhalb von zwei Wochen
so vielen Herausforderungen
stellen wie im Praktikum an
der Primary School Machinga:
Wie kann ich mit einem bis
zwei Büchern pro Klasse 60 bis
120 SchülerInnen gleichzeitig
unterrichten? Wie lassen sich
Unterrichtsstörungen bei so
vielen Kindern verhindern? Wie
soll ich ohne Medien etwas
veranschaulichen? Wie kann
ich zugleich die schwachen
SchülerInnen unterstützen,
die Schnellen fördern, weitere
Aufgaben an die Tafel schreiben
und alle Aufgaben korrigieren?
Wie soll ich einen persönlichen
Bezug zu den Kindern herstellen,
wenn ich sie nicht einmal
unterscheiden kann? Wie
kann ich mit den Lernenden
kommunizieren, wenn sie
sich nicht trauen, Englisch zu
sprechen? Wie kann ich bei
Lernkontrollen überprüfen, wer
abschreibt, wenn die Kinder
eng nebeneinander am Boden
oder zu viert an einem Pult
sitzen? Wie ist es möglich, beim
Korrigieren der täglich 120 bis
200 Hefte Zeit zu sparen?
Die zwei Wochen forderten
meine ganze Kreativität, auch
wenn ich nur Musik, Englisch
und Mathematik unterrichtete.
Für mich war es immerhin
eine grosse Erleichterung,
dass die Kinder Respekt vor
den Lehrern hatten, damit
hielten sich zumindest die
Klassenführungsprobleme in
Grenzen. Gelernt habe ich viel,
nicht nur für meine weitere
zukünftige Schulpraxis: Die
Erfahrungen werden mich
mein Leben lang begleiten.
Der achtwöchige Aufenthalt
in Malawi war bereichernd,
abenteuerlich und toll. Ich bin
voller Eindrücke. Und schon nur,
um die warmherzigen, offenen
und hilfsbereiten Menschen
wieder anzutreffen, werde ich
zurück nach Malawi reisen.
28Multikulturelle Gesellschaft
Die Ausbildung dauert
zwei Jahre
Von den zwei Ausbildungsjahren
verbringen angehende Lehrpersonen das erste mit Studien am
Campus. Im zweiten wird bereits
an Schulen unterrichtet, natürlich
mit Unterstützung eines Mentors.
Studieneinhalte sind unter anderem Ackerbau, Viehzucht und Alltagskompetenz. Daneben werden
Themen wie AIDS, andere Krankheiten oder Unternehmertum, Sondererziehung, expressive Kunst, die
zweite offizielle Landessprache
Chichewa, Englisch, Religionswissenschaften,
Naturwissenschaften und Technologie, Didaktik,
Psychologie, Pädagogik, soziale
Wissenschaften und Umwelt unterrichtet. Schnell merke ich: Als
Lehrperson muss man kompetent
und breit ausgebildet sein, denn die
Schule soll auf ziemlich alle Berufe
vorbereiten, so dass die Kinder später ohne weitere Ausbildung ihren
Lebensunterhalt verdienen können – mit Stricken und Nähen von
Kleidern, Service im Restaurant,
Ackerbau, Viehzucht zum Beispiel.
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Dichtes Programm
Um 9.30 Uhr gibt es Tee und Brot
zur Stärkung für zwei weitere Unterrichtslektionen, danach hole
ich mein Mittagessen in der Cafeteria ab. Von 14 bis 16 Uhr findet
wieder Unterricht statt, entweder
in brütender Hitze in den Klassenzimmern, manchmal aber auch
draussen im Schatten der Bäume.
Nach einer weiteren Teepause folgen endlich zwei Stunden Freizeit,
wobei diese meistens für die Hausaufgaben genutzt werden. Abendessen ist auf 18 Uhr angesetzt.
Eine Stunde später widmen wir uns
bereits konzentriert dem Selbststudium, wiederholen den Stoff
des Tages und arbeiten an unseren
Aufgaben – Aufsätze schreiben, ein
Feld beackern, Speer werfen, Pudding herstellen etwa. Die Zeit muss
genutzt werden, schliesslich ist das
Studium ziemlich anspruchsvoll
und zeitintensiv. Um Mitternacht
gehe ich endlich zu Bett, schliesslich muss ich am nächsten Morgen
wieder um fünf Uhr aufstehen.
Weitere Informationen unter
www.ttip-malawi.ch
«anderswo daheim»
MULTIKULTURELLE GESELLSCHAFT Eine Giraffe, die sich im Land der Hunde nicht zurecht­
findet, ein kleines Mädchen, dem beim Besuch in einer äthiopischen Familie ein peinliches Missverständnis unterläuft, ein Patriot, der an seinen Überfremdungsängsten zu ersticken droht: Die neue
DVD mit Filmen und Unterrichtsmaterialien zu Chancen und Herausforderungen der multikulturellen Gesellschaft handelt von Erfahrungen im Spannungsfeld zwischen Heimat und Fremde.
Auf den Hund gekommen
Der Trickfilm «Eine Giraffe im
Regen» erzählt detailreich und mit
feinem Humor, wie eine Giraffe im
Land der Hunde überall aneckt.
Sie kämpft mit dem kalten Klima,
dem ungewohnten Essen und der
Ablehnung der Hunde. Niemand
will ihr eine Unterkunft und einen
Job geben, bis sie schliesslich zwei
Freunde findet. Aber die Freude
hält nicht lange an. Der Film bietet
Kindern ab 8 Jahren einen niederschwelligen Zugang zum Thema
Migration, Asyl und Solidarität.
Pinguine
Ebenfalls an die jüngsten ZuschauerInnen wenden sich die zwei Filme
mit der 6-jährigen Abi. Kindergerecht und erfrischend plädieren sie
für einen offenen und unvoreingenommenen Umgang mit fremden Menschen und Kulturen. Abis
Abenteuer nehmen Alltägliches wie
unterschiedliche Ess- oder Kleidungsgewohnheiten zum Anlass,
um über Verschiedenheit nachzudenken. So fürchtet sich Abi z. B.
vor ihren verschleierten Nachbarinnen, die sie an Pinguine erinnern. Als Abi dann aufgrund eines
Missgeschicks ihre Angst überwinden und bei den Frauen klingeln
muss, lernt sie hinter deren Wohnungstür eine neue Welt kennen.
Europa-Bilder und
Landesgrenzen
Zusätzliche Dimensionen bringen zwei Dokumentarfilme für
ältere SchülerInnen ein: «Euro-
paland» kehrt die Perspektive um
und zeigt uns, was für Bilder und
Vorstellungen junge Menschen
aus Kamerun von Europa haben und weshalb viele von ihnen
in europäische Länder auswandern möchten. «Wagah» greift
noch eine weitere Ebene auf, indem er grundsätzliche Fragen
zu Grenzen, Abgrenzung und
Inszenierung von Verschiedenheit aufwirft. Der Film führt an
die Grenze zwischen Indien und
Pakistan und dokumentiert augenzwinkernd und amüsant das
tägliche Spektakel am einzigen
Grenzübergang zwischen den beiden Ländern: Obschon Verschiedenheit und Abgrenzung zelebriert werden, gibt es offensichtlich
viele Gemeinsamkeiten.
Kompetenzen für die Zukunft
Das Zusammenleben in einer heterogenen Gesellschaft und die
Vermeidung von Ausgrenzung und
Rassismus sind wesentliche Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Welt. Die Filme regen dazu
an, sich mit Diversität auseinanderzusetzen, den Austausch zu fördern und das Potenzial kultureller
Vielfalt kreativ und konstruktiv zu
nutzen.
29
20 Durchführungen in 40 Jahren
JUBILÄUM 2014 feiert der Theaterfrühling, das Theatertreffen der Schulen des Kantons Bern, seine 20. Durchführung. Feiern Sie mit. Schnuppern Sie mit Ihrer Klasse vom 14. bis 20. Juni im Brückenpfeiler in Bern Theaterluft: Vorbereitungslektionen und zehn Stücke zum Thema «Das Fest»
erwarten Sie, gespielt von Schulklassen und einer Wahlfachgruppe vom 2. bis 10. Schuljahr.
Unzählige Klassen und Wahlfachgruppen haben seit dem ersten
Schultheatertreffen in den Siebzigerjahren teilgenommen und profitiert, als Zuschauende oder auf der
Bühne. Lehrpersonen schätzten die
Unterstützung bei ihrem Schultheaterprojekt durch eine Theaterpädagogin oder einen Tanzpädagogen.
Schülerinnen und Schüler sind
durch die Theaterarbeit selbstbewusster geworden und ihre Wahrnehmung hat sich verfeinert. In den
Klassen ist durch die Theaterprojekte der Zusammenhalt stärker
geworden.
Grosses Fest am 20. Juni
Braucht der Kanton Bern weiterhin
ein Schultheaterfestival? Was kann
es bewirken? Welche Inhalte und
Von Dorothee Lanz (éducation21 / Filme für eine Welt)
Wir leben in einer kulturell und sozial heterogenen Gesellschaft. Begegnungen mit anderen Menschen
und Kulturen gehören zu unserem
Alltag. Oft sind sie von Ambivalenz
gezeichnet: Das «Fremde» weckt
Neugier und Faszination, kann
aber auch Verunsicherungen und
Ängste auslösen. Neun Kurzfilme
für unterschiedliche Schulstufen
von Unterstufe bis Sek II greifen
verschiedene Aspekte des Zusammenlebens auf. Sie handeln von
Klischees und Vorurteilen und von
deren Überwindung. Sie zeigen,
dass man Begegnungen wagen und
miteinander sprechen muss, um
Missverständnisse zu vermeiden.
Sie greifen Themen wie Nationalismus und die Konstruktion von
«Heimat» auf und sie vermitteln
einen Eindruck von den Schwierigkeiten, mit denen Migrantinnen
und Migranten in einem fremden
Land konfrontiert sind.
Berner Schultheatertreffen
berner schule / école bernoise 5 / 2014 Formen waren vor bald 40 Jahren,
beim ersten Berner Schultheatertreffen, aktuell? Wie hat sich das
Schultheater seither entwickelt
und wohin könnte es gehen? Am
20. Juni ab 18.30 Uhr findet das
Jubiläumsfest statt: Teilnehmende,
Zuschauende und Organisierende
der Berner Schultheatertreffen erinnern sich und diskutieren. Ein
Referat von Ursula Ulrich, CoLeiterin des Theaterpädagogischen
Zentrums der PHLuzern und CoOrganisatorin der Luzerner Schultheatertage, öffnet den Blick über
den Tellerrand hinaus. Sie sind
herzlich willkommen.
bs
Weitere Informationen:
www.theaterfruehling.ch,
info@theaterfruehling.ch
Drei Mädchen und ein Poulet im Stück «Auf nach Hawaii!» der Klasse 2a, Schulhaus Muesmatt in Bern. Bild: zvg
Selbst kreierte statt pfannenfertige Stücke
Die DVD enthält neun Kurzfilme. Bild: zvg
Weitere Informationen
«anderswo daheim. Chancen
und Herausforderungen der
multikulturellen Gesellschaft»,
DVD-Video mit 9 Filmen (D/F,
teilw. untertitelt), DVD-ROM mit
Unterrichtsmaterialien (D/F)
Ab 6 Jahren / Unterstufe bis
Sek II, Berufsschulen
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Tel. 031 321 00 22,
verkauf@éducation21.ch
Informationen: www.
filmeeinewelt.ch /
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Susann Rieben und Luzius Engel, Mitglieder der Arbeitsgruppe­
rund um den «Theaterfrühling» äussern sich zur Frage, wie­
so­Schultheater auch heute noch aktuell ist und was Lehrpersonen und SchülerInnen vom Projekt profitieren können.
Von Christa Pfanner
20 Jahre hat der «Theaterfrühling» auf dem Buckel, doch von
Alterserscheinungen ist nichts
zu merken – im Gegenteil. Unter
der Leitung der Arbeitsgruppe,
bestehend aus Kathrin Brülhart
Corbat, Luzius Engel, Christoph
Hebing und Susann Rieben, findet das Theatertreffen nicht mehr
alle zwei Jahre, sondern alljährlich
statt. «Dies hat zu mehr Bekanntheit in den Schulen und grösserer
Professionalität in der Organisation geführt», ist Susann Rieben
überzeugt. Dadurch kommen immer mehr Kinder und Jugendliche in den Genuss der Kunstform
Theater.
Eigene Talente entdecken und
entwickeln, persönlichen Ausdruck schulen, gemeinsam einen
kreativen Prozess erleben und das
Resultat präsentieren sind nur einige der Erfahrungen, die SchülerInnen durch das Projekt sammeln
können. Der Austausch mit anderen Klassen und das Anschauen
von anderen Stücken zum gleichen
Thema zielen auf gemeinsames
Lernen ab statt auf Wettbewerb.
Im Gegensatz zu vielen Alltagsbereichen kommt es nicht auf die
Einzelleistung an. Team­
player
sind gefragt. Denn pfannenfertige Theaterstücke findet man
beim «Theaterfrühling» nicht –
alles, was am
Schluss auf der
Bühne zu sehen
ist, wird in der
Gruppe erarbeitet. «Es geht
darum, gemeinsam etwas auf
die Bühne zu
bringen, zusammen zu spielen,
Susann Rieben
persönliche Talente in ein gemeinsames Kunstwerk einzubringen», äussert sich
Susann Rieben dazu. Theaterpädagoginnen und Tanzpädagogen
unterstützen die Lehrpersonen
in diesem Prozess mit Ideen- und
Materialsammlungen,
coachen
sie in der Planung und Umsetzung des Theaters. Die Leitung
bleibt aber während des ganzen
Prozesses bei der Lehrkraft. Die
Rückmeldungen zu dieser Zusammenarbeit sind positiv, eine ausgezeichnete Weiterbildung.
Am Jubiläum bringen 15 Schulklassen und Wahlfachgruppen
an 10 Vorstellungen ihre eigenen
Stücke auf die Bühne. Passend
unter dem Motto «Das Fest».
Das Projekt läutet also fulminant
sein nächstes Jahrzehnt ein. Was
wünscht sich die Arbeitsgruppe
für diese nächste Etappe? «Innovativ bleiben – am Puls von
Themen, die junge Menschen
beschäftigen, und von theatralen
Formen, die zeitgemäss sind»,
lautet Riebens Antwort. Und natürlich noch bekannter werden.
So dass noch viele Schulen und
Klassen vom «Theaterfrühling»
profitieren können.
30Umwelterziehung
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Eine Chance für den Abfall und ein
Wald für das Faultier
Am 12. Juni 2014, um 17.00 Uhr MEZ, wird das Eröffnungsspiel Brasilien–
Kroatien angepfiffen. Dann endlich hat das Warten ein Ende. Bis es so weit
ist, fiebern unzählige Klassen in ihrem Schulzimmer der WM entgegen.
Mit ihrem neusten Werk überbrückt Cécile Hüppi die Wartezeit
auf kurzweilige Art. Die WM-Broschüre bietet nebst allen wichtigen
Informationen zum Turnierverlauf
vor allem eine Fülle spannender
und lehrreicher Unterrichtsideen,
die ohne grossen Vorbereitungsaufwand durch die Lehrperson in
motivierende Lektionen umgesetzt
werden können. Das Werk fördert
die Eigeninitiative der Schülerinnen
und Schüler und regt sie zu eigenen
Von Kai Landwehr
Neues Wissen direkt
angewendet
Vom Kindergarten bis in die
Oberstufe hat die Initiative Klimapioniere schon rund 10 000
Schweizer Schulkinder zu kleinen
Klimaschützern gemacht. Im ganzen Land haben Kinder nicht nur
viel über das Klima und die Be-
drohung durch den Klimawandel
gelernt. Sie konnten ihr Wissen
auch direkt anwenden und in ihrem unmittelbaren Umkreis kleine
Schritte hin zu einer klimafreundlicheren Welt realisieren. Der Kanton Bern gehört zu den Schwerpunktregionen der Klimapioniere.
Häufig spielt die Ernährung eine
zentrale Rolle bei den jungen Klimaschützern. Die Zubereitung eines klimafreundlichen Menüs mit
saisonalen und regionalen Zutaten
in der Küche von Spitzenköchen
steht ebenso auf dem Programm
wie klimafreundliche Znüni-Angebote im eigenen Schulhaus. Es
wurden allerdings auch schon Solargeneratoren gebaut, eine Wärmedämmung für das Schulhaus
installiert, mit Theaterstücken und
Klimahexenhäusern zum Thema
sensibilisiert oder klimafreundliche Veloeinkaufsservices für Eltern und Bekannte realisiert. Die
Bandbreite der umgesetzten Projekte ist erstaunlich gross. «Die
Begeisterung und der Einsatz der
teilnehmenden Schüler faszinieren
uns immer wieder aufs Neue», konstatiert denn auch Annette Vetsch,
Projektleiterin Klimapioniere bei
der Stiftung myclimate in Zürich,
die die Initiative inhaltlich verantwortet.
Grosses Klimafest als
Höhepunkt
Durch diese eigenen Klimaschutzprojekte werden die Schulkinder
zu Klimapionieren. Diese sind ein
zentraler Bestandteil der von Swiss­
com ins Leben gerufenen und von
myclimate und Solar Impulse unterstützten Initiative, die unter
dem Patronat des Bundesamts für
Umwelt (BAFU) steht: «Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der
Initiative Klimapioniere sind ein
31
Der Fussball-WM 2014
im Klassenzimmer entgegenfiebern
KLIMAPIONIERE Die Initiative Klimapioniere von myclimate zeigt auf eindrückliche Art auf, dass Gross
und Klein sich aktiv für die Umwelt einsetzen kann. Seit Beginn der Initiative beweisen Schülerinnen und
Schüler mit verschiedensten Projekten grosse Kreativität – vom klimafreundlichen Znüni über den Solargenerator bis zum Veloeinkaufsservice für Eltern. Die Schule Wimmis hat sich mit grossem Ideenreichtum des Themas Littering, der Kindergarten Alpenblick 2 in Thun des Themas Papier angenommen.
«Gib Abfall eine Chance» – das
klingt im ersten Moment merkwürdig. Das Projekt gegen das
Littering und für eine gesunde
Umwelt beschäftigte im Schuljahr
2013/14 alle Klassen der Schule
Wimmis vom Kindergarten bis zur
Oberstufe. Die Kinder lernten den
Weg vom Rohstoff zum Produkt,
aber auch die korrekte Entsorgung
und das Recycling kennen. Dabei
ging es nicht allein darum zu zeigen, dass man Sachen nicht einfach
wegwerfen soll, sondern auch um
das Bewusstsein für Wertstoffe und
Möglichkeiten, aus Altem Neues zu
basteln. «Der Ideenreichtum der
Kinder war dabei fast grenzenlos»,
sagte Marianne Morgenthaler, Primarschullehrerin an der Schule in
Wimmis. Unterstützt wurde das
Projekt durch die Initiative Klimapioniere.
Die Klimapioniere dienten auch als
Inspiration für ein weiteres Projekt,
das im Kindergarten Alpenblick 2
in Thun umgesetzt wurde. Dort
näherten sich Kinder mit Hilfe des
beliebten Kinderbuches «Das Faultier im Pop-up-Wald» dem Thema
Papier und damit verbunden dem
Thema Abholzung mit all ihren
Folgen. Auch durch dieses Projekt,
mit dem Lehrerin Katharina Vogel «einen Samen pflanzen wollte,
der hoffentlich in Zukunft Früchte
trägt», wurden Berner Schülerinnen und Schüler zu kleinen Klimapionieren.
Kurz und bündig
berner schule / école bernoise 5 / 2014 Projekten an. So gelingt es auch
Lehrpersonen, denen Fussball nicht
enorm viel bedeutet, die WM nicht
bloss zum Gespräch auf dem Pausenplatz, sondern auch zum aktuellen
Thema im Unterricht zu machen.
Die Kinder werden mit Begeisterung
und Spass bei der Sache sein und das
eigene Klassenzimmer in eine farbenfrohe Fanzone verwandeln.
Das Werk ist für Klassen der Mittel- und der Oberstufe geeignet und
garantiert spannende Schulstunden.
Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis
verrät die ganze Vielfalt: Porträt Brasiliens, WM-Stadien und
Spielorte, Wettbewerb zum WMBall, Porträt zu und Interview mit
Ottmar Hitzfeld, Spielpläne zum
Tippen, brasilianische Rezepte
zum Nachkochen, Rätsel und vieles
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Neues IdeenSet «Fussball-WM Brasil 2014» online!
Die Fussball-WM kann in der
Schule mehr sein als ein Album voller Pausenhof-Sticker! Das neueste
IdeenSet bietet eine Sammlung von
Medien und Ideen, wie die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler für die Fussball-WM schulisch
Die Schule Wimmis hat dem Thema Littering eine Bühne gegeben. Initiative Klimapioniere
Seit Beginn der Initiative haben
mehr als 9700 Schulkinder unter
anderem mehr als 240 Tonnen
Co2-Emissionen vermieden.
Kontakt: klimapioniere@
myclimate.org
www.klimapioniere.ch
genutzt werden kann. Im IdeenSet
«Fussball-WM Brasil 14» steht
nicht nur der Fussballsport im Fokus des Interesses, sondern die ausgewählten Medien, didaktischen
Hinweise, Werkstätten, Bücher
und Unterrichtsbeispiele zeigen
auch den brasilianischen Alltag und
somit den Kontrast auf zwischen
der inszenierten Glitzerwelt der
FIFA-Fussballmomente und dem
alltäglichen Leben der meisten
Brasilianerinnen und Brasilianer.
www.phbern.ch/ideenset-fussball
Bild: zvg
grossartiges Beispiel dafür, dass sich
jede und jeder, ob gross oder klein,
für das Klima und die Umwelt einsetzen kann. Die Kreativität und die
Motivation der Kinder haben mich
beeindruckt», sagt Françoise Aramendi, Programmleiterin Klima
Bildung des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Zum Start erhalten
Schüler und Lehrer eine kostenlose
Impulslektion von den Experten der
Klimaschutzstiftung
myclimate.
Als krönender Abschluss eines jeden Projektjahres wartet auf die
kleinen Pioniere das Highlight des
grossen Klimafestes. Dabei treffen
die Schulkinder aus Zürich und aus
der gesamten Schweiz am 25. November im Berner Kursaal auf ihr
grosses Vorbild, Solarflugpionier
Bertrand Piccard.
Die Initiative Klimapioniere läuft
über das gesamte Schuljahr. Eine
Teilnahme ist jederzeit möglich.
Interessenten können sich über
die Kontaktadresse direkt an my-­
climate wenden und die Impuls­
lektion vereinbaren.
SpotMyJob.ch – Berufswahlunterricht
und Medien­bildung in einem
Das Lehrmittel SpotMyJob geht
neue Wege bei der Schnupperlehrdokumentation. In zehn Umsetzungsschritten produzieren die
Schülerinnen und Schüler mit ihrem Handy ihren eigenen Schnupperlehrfilm. Dabei begleitet sie ein
persönliches Projektheft Schritt
für Schritt. Die Vor- und Nachbereitung der Filmaufnahmen führt
zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Schnupperlehrberuf. Daneben vermittelt SpotMyJob technische Tipps, Know-how
zum Erstellen eines Films und die
wichtigsten Grundsätze des Medienrechts. Didaktische Hinweise
im Kommentar für Lehrpersonen,
Filmbeispiele, Kopiervorlagen und
weiterführende Links zum Thema
geben Ideen für einen abwechslungsreichen Unterricht. Das Beste
kommt zum Schluss: Die Schulklassen haben die Möglichkeit, mit
ihren besten Handyfilmen am nationalen Wettbewerb SpotMyJob.ch
teilzunehmen. Zeitgleich entsteht
aus der Wettbewerbsplattform eine
attraktive Videothek zu den verschiedenen Berufsbildern.
SpotMyJob.ch ist eine gemeinsame
Initiative des AKVB der Erziehungsdirektion des Kantons Bern,
des PostDoc Schulservice sowie des
Instituts für Medienbildung der
PHBern.
bs
Weitere Informationen
Die Plattform und das Lehrmittel
stehen ab 1. Mai 2014 allen
Schulklassen kostenlos zur
Verfügung. Weitere Infos finden
Sie unter www.spotmyjob.ch.
Das Projektheft für Schülerinnen
und Schüler können Sie
kostenlos bestellen unter
www.post.ch/spotmyjob
32Echo
berner schule / école bernoise 5 / 2014
Unnötige Plattform
SwissSkills Bern 2014
Diese Seite
ist Ihre Seite.
Von Thomas Etter
lagen eine Verschlechterung für
uns Lehrpersonen bringen und
LEBE sie trotzdem unterstützt.
Oder auch das Argument mit
der Klassengrösse hält nur (zum
Teil), wenn man die Leistungen
der Schüler anschaut, aber nicht,
wenn man die Arbeit der Lehrkraft betrachtet (Stichwort «individualisierter Unterricht»). Nicht
umsonst wurden die zu grossen
Klassen als ein Hauptgrund für
einen Streik bei der LEBE-Umfrage genannt.
Und: Herr Hug scheint nicht begriffen zu haben, dass die Erhöhung
der Klassengrössen schlussendlich
nichts anderes ist als ein Stellenab-
33
Klassenevent der Berufsbildung
Zur Carte blanche von Michael Hug in der «berner schule» 4 / 2014
Ich bin empört, dass man einem
bekanntermassen rechtspopulistischen Journalisten an bester Stelle
in der «berner schule» eine ganze
Seite als Plattform für seine oberflächliche Anti-Lehrer-Haltung
einräumt.
Dass er darin LEBE vorwirft, nur
zu jammern, mit Blockaden und
Abwehr statt mit Argumenten zu
fechten und sogar, den Einsatz für
die Schwachen (sprich Schüler) nur
vorzutäuschen, um die eigenen Interessen zu wahren, ist eine absolute
Frechheit.
Herr Hug scheint absolut vergessen zu haben, dass zum Beispiel beide Pensionskassenvor-
Agenda
berner schule / école bernoise 5 / 2014 bau – gemäss seinen Aussagen sollte
sich LEBE ja nur hier zur Wehr setzen …
Fazit: Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass man einem solchen
rechten Populisten und «Lehrergewerkschaftshasser» eine «Carte
blanche» in der Verbandszeitung
gibt. Seine Nachfolger bei der Berner Zeitung haben dort schon genügend Platz zur Verfügung, um
gegen uns Lehrkräfte aus bürgerlicher Warte heraus zu schiessen!
Hier publizieren wir
Reaktionen, Aufsteller, Erfahrungen,
Meinungen, Hinweise,
Sorgen und Nöte.
Wir freuen uns auf
Ihre Zusendungen.
Gleichzeitig bitten wir
um Verständnis, dass
diese nicht immer
und auch nicht immer
vollständig abgedruckt
werden können und
dass wir uns vorbehalten, Texte zu kürzen.
Unabhängige Pensionsplanung
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und retour)
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SwissSkills Bern 2014
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Wettkämpfen,
Demonstrationen, Teilnehmenden, Shows und
Highlights
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17. bis 21. September 2014 die SwissSkills Bern 2014! 70 Meisterschaften
werden ausgetragen und über 130
Berufe stellen sich vor. Der ideale
Anlass also für alle, die sich praxisnah und kompakt über die Vielfalt
der Berufswelt und deren Karrieremöglichkeiten orientieren wollen.
Lehrpersonen, die mit ihrer Klasse
die SwissSkills Bern 2014 besuchen
möchten, werden optimal unterstützt. Das Angebot umfasst nicht
nur den kostenlosen Eintritt, son-
dern auch die Vorbereitung und
Organisation der An- und Rückreise. Das Projektteam und seine
Partner übernehmen die gesamte
Planung der Anreise mit ÖV und
des Eintritts zu den SwissSkills
Bern 2014. Erwartet werden rund
3600 Schulklassen.
Das Angebot in Kürze:
•Umfassendes Vorbereitungstool
zum Besuch der SwissSkills Bern
2014, welches in den Schulunterricht integriert werden kann.
Die Besucherzahl ist begrenzt. Die
Anmeldung via Website für einen
garantierten ÖV-Transport für
Schulklassen ist daher nur bis 15.
Mai 2014 möglich. Einfache Anmeldung unter www.swissskillsbern2014.ch
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14.615 Das Kreuz von Agadez: Schmuckgiessen
wie bei den Tuareg
In die selbst gemachten Formen giessen wir das
Metall, das wir im Holzkohlenfeuer geschmolzen
haben. Nach dem Abkühlen lösen wir die Schmuckstücke aus den Formen und bearbeiten sie.
Kursleitung: Luc Haltmeyer
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14.115 Street-Art
Street-Art, eine vergängliche Kunstform und kostenlos zugänglich. Wir arbeiten mit verschiedenen
Techniken, machen Tags, Bombing, gesprühte Stencils, Paste-Up, Sticker, Adbusting, Tape Art, Graffiti …
Kursleitung: Martina Kinzl
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Materialgeld: Fr. 50.–,
Kursgeld: für bernische Lehrpersonen kostenlos
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14.1517 Von Gips bis Plastik: Giessmassen
Welches Giessmaterial für welches Projekt? Die
Auswahl ist verwirrend. Im Kurs stehen 7 verschiedene Materialien bereit, die mit Pigmenten und
Farbpasten eingefärbt oder mit Füllstoffen verändert
werden können.
Kursleitung: Brigitta Biner King
Münsingen, Sa, 21.6.2014
14.310 Feuer und Flamme für Schrott
Grundlagen und Kompetenzerweiterung in der Metallbearbeitung. Schwerpunkt Schutzgas-, Lichtbogen-, Autogenschweissen sowie Hartlöten.
Kursleitung: Mark Rolli
Bern, ab 22.8.2014
Materialgeld: Fr. 165.–,
Kursgeld: für bernische Lehrpersonen kostenlos
Anmeldeschluss: 1.7.2014
34Agenda
PHBern IWB
Tagung: Der Kraft auf der Spur
Das bewährte Tagungsformat «Der Kraft auf der
Spur» steht dieses Jahr unter dem Motto «InfitOutfit». Mit dieser Wort- und Begriffsspielerei lassen sich vielfältige Aspekte, die im Berufsalltag zum
Tragen kommen, in einen Fokus setzen. Einblick in
die Arbeit von Kolleginnen und Kollegen erhalten,
Erfahrungen und Wissen austauschen und Ideen
für den eigenen Unterricht entwickeln ist der zweite
wichtige Bestandteil dieser Tagung.
Samstag, 30. August 2014, 8.45–15.00 Uhr, Bern
Mehr: www.phbern.ch/15.231.001
Regionalwoche Erlach
Im Sommer 2014 findet die Regionalwoche in Erlach
statt. In 20 Kursen erhalten Lehrpersonen des Kindergartens und der Volksschule während einer Woche neue Impulse für den Unterricht, setzen sich in
einem oder mehreren Kursen mit dem eigenen Unterricht auseinander und tauschen neue Ideen aus.
Montag bis Freitag, 7.–11. Juli 2014,
8.30–17.00 Uhr, Erlach
Mehr: www.phbern.ch/weiterbildung/regional
Kurs: Multimediale E-Books mit iBooks Author
Sie erhalten einen Überblick über E-Books und digitale Lehrmittel allgemein, lernen eigene multimediale E-Books mit iBooks Author selber herstellen
und erkennen die Möglichkeiten und Grenzen von
iBooks Author.
Mittwoch, 11. Juni 2014, 13.30–17.00 Uhr, Bern
Mehr: www.phbern.ch/14.631.030
Kurs Passepartout: Methodisch-didaktische
Weiterbildung Englisch 5./6. Klasse
Der Kurs informiert über die Didaktik der Mehrsprachigkeit, gibt Tipps zur Einführung und Planung
mit dem Lehrmittel «New World» und bietet Gelegenheit, die Ansätze der kompetenzorientierten
Englisch­didaktik kennen zu lernen.
Start Freitag, 22. August 2014,
13.30–17.00 Uhr, Bern
Mehr: www.phbern.ch/15.321.150
Kurs Passepartout: Methodisch-didaktische
Weiterbildung Französisch 5./6. Klasse
Der Kurs informiert über die Didaktik der Mehrsprachigkeit, gibt Tipps zur Einführung und Planung mit
dem Lehrmittel «Mille feuilles» und erläutert die
Ansätze der kompetenzorientierten Französisch­
didaktik.
Start Mittwoch, 27. August 2014,
13.30–17.00 Uhr, Bern
Mehr: www.phbern.ch/15.321.130.01
Weiterbildungslehrgang: CAS Unterrichten
in der Basisstufe
Sie spezialisieren sich für den Unterricht in der Basisstufe und setzen sich mit der Gestaltung von differenzierenden und integrierenden Spiel- und Lernumgebungen auseinander.
Anmeldungen sind möglich bis zum 15. Juni 2014
(solange freie Plätze).
Start im September 2014.
Mehr: www.phbern.ch/13.511.080
Kurs: E-Books
Der Kurs thematisiert den Medienwandel bei Büchern, gibt Einblicke in das Thema E-Books und EReader und informiert über Internetdienste, die auf
E-Books spezialisiert sind, sowie über Bibliotheksprojekte im Zusammenhang mit E-Books.
Mittwoch, 25. Juni 2014, 14.00–17.30 Uhr, Bern
Mehr: www.phbern.ch/14.632.006
Kluges Köpfchen
PHBern, IMB
Helvetiaplatz 2, 3005 Bern
Telefon 031 309 28 11
www.phbern.ch/medienbildung
5. Berner Kolloquium «ICT und Unterricht» 2014
iPad-Projekt in Spiez – ein ABC für den erfolgreichen
Einsatz von Tablets im Klassenzimmer.
Patrick Egli (Schulzentrum Längenstein, Spiez)
Mittwoch, 13. August 2014, 17.45–19.00 Uhr
Ort: Institut für Medienbildung
Info und Anmeldung: Es ist keine Anmeldung erforderlich
Mathematik mit dem Zahlenbuch
Differenzieren im Mathematikunterricht.
Mittwoch, 20. August 2014, 14.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Institut für Medienbildung
Anmeldung: Bitte mit Angabe der Stufe bis Mittwoch, 13. August 2014, an: marianne.hofer@
phbern.ch
Basics Begabtenförderung
Workshop Begabtenförderung für Einsteigende.
Mittwoch, 27. August 2014, 14.00–16.00 Uhr
Ort: Institut für Medienbildung
Anmeldung bis Freitag, 15. August 2014, an: hans.
ryser@phbern.ch
5. Berner Kolloquium «ICT und Unterricht» 2014
Social Media bei den SBB.
Eliane Tschudi (SBB)
Mittwoch, 27. August 2014, 17.45–19.00 Uhr
Ort: Institut für Medienbildung
Info und Anmeldung
Es ist keine Anmeldung erforderlich
Über Lehren und Lernen neu nachdenken.
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Dass im 1. Weltkrieg fast 1,5 Millionen Armenier
von osmanischen Truppen getötet wurden, sei kein
historischer Fakt, sondern eine «imperialistische
Lüge»: Das sagte der türkische Nationalist Dogu
Perinçek 2005 bei einem öffentlichen Auftritt in
Lausanne. Das trug ihm eine Verurteilung wegen
Verstosses gegen das Antirassismusgesetz ein – allerdings hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Urteil inzwischen kassiert und festgehalten: Das Recht, sich frei zu äussern, ist höher
zu gewichten als das Verbot, rassistisch zu hetzen.*
Einer, der dieses Verdikt der fremden Richter aus Strassburg ausdrücklich begrüsste, ist der
Walliser Bildungsdirektor Oskar Freysinger. Zum
einen, weil seiner Meinung nach in einem freien
Land wie der Schweiz alle alles sagen dürfen müssen – «auch wenn es der grösste Stuss ist». Zum
anderen, weil er im vorliegenden Fall persönlich
gar nicht sicher ist, ob es sich wirklich um Stuss
handelt: Was den angeblichen Völkermord an den
Armeniern angehe, seien die Historiker uneins,
liess er sich in einer türkischen Zeitung zitieren.
«Vielleicht ist es geschehen, vielleicht auch nicht,
da müsste ich zehn Bücher lesen», sagte Freysinger, und gerade weil die Angelegenheit nicht
restlos geklärt sei und man nicht «aus dem Bauch
heraus» darüber befinden dürfe, sei es übrigens
auch nicht opportun, das Thema in Schulbüchern
zu behandeln: zu gross die Gefahr, die Wahrnehmung der jungen Menschen zu beeinflussen.
Das sind interessante Überlegungen. Einerseits muss man nach Freysingers Aussagen vertieft
über das Wesen der direkten Demokratie nachdenken. Wenn man nämlich nur noch abstimmen darf, nachdem man «zehn Bücher gelesen»
beziehungsweise sich persönlich und umfassend
kundig gemacht hat; wenn plötzlich das dumpfe
Bauchgefühl keine hinreichende Legitimation für
den Urnengang mehr sein sollte, dann dürfte entweder die Stimmbeteiligung in der Schweiz noch
* Das Eidgenössische Justizdepartement hat das Strassburger Urteil inzwischen angefochten.
Eine abschliessende rechtliche Würdigung des Falls Perinçek durch die Grosse Kammer des
Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs steht noch aus.
12.03.14 12:39
weiter sinken oder das Volk
künftig nur noch dann zur
Abstimmung gebeten werden,
wenn die Vorlage nicht allzu
komplex ist. Ein SVP-Politiker, der
für die geduldige Sachdebatte der Informierten
plädiert, sanft die Grenzen der direkten Demokratie demonstriert und gar suggeriert, das Volk
habe nur dann Recht, wenn es auf den Kopf, aber
nicht auf den Bauch höre: So einer zeigt Mut!
Und Mut zeigt Freysinger, der ehemalige Gymnasiallehrer, auch, weil er letztlich einen radikalen
Vorschlag zur Sanierung der öffentlichen Finanzen präsentiert: Denn wenn in der Schule nur
noch das Unstrittige unterrichtet werden darf,
können die Stundenpläne gehörig ausgedünnt
werden. Geschichte etwa – siehe oben – könnte
man gänzlich streichen: viel Interpretation, viel
Ideologie, kaum etwas, was nicht von irgendwelchen Wirrköpfen angezweifelt wird, nicht einmal
der Holocaust. Biologie: Solange es noch Kreationisten gibt, könnte man mindestens die ganze
Evolutionstheorie aus dem Lehrplan kippen. Geografie: Vielleicht hat die Erderwärmung mit dem
Menschen zu tun, vielleicht ists auch bloss eine
Laune der Natur, man hat beim besten Willen
keine 100prozentige Sicherheit – also weg damit!
Ausser dem Kleinen Einmaleins und der Neuen
Rechtschreibung gibt es wenig, was keine An­
griffsfläche bietet – nicht einmal, dass die Erde
keine Scheibe ist (www.theflatearthsociety.org) –,
und so könnte man die Schulzeit massiv reduzieren und das Jungvolk entsprechend früher
(und zusammen mit den überflüssig gewordenen Lehrern) in den Arbeitsprozess integrieren,
was wiederum der Wirtschaft zupass käme.
So bräuchte man nämlich auch keine ausländischen Erdbeerpflücker mehr.
Martin Lehmann
Martin Lehmann ist Redaktor bei Radio SRF 2 Kultur
und Vater dreier Töchter. Kontakt: mlk@sunrise.ch
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Bezugsquellen
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Schulmuseum Bern in Köniz
Muhlernstr. 9, Haberhuus, Schloss Köniz, 3098 Köniz
Museum 031 971 04 07 | Kontakt K. Hofer 031 971 20 40
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Sonderausstellung 02.02.2013 bis 04.07.2014: Musik macht Schule
Historische Schreib- und Mathematiklektionen, Führungen
Ausleihe: historische Lehrmittel, altes Schulmobiliar usw.
Öffnungszeiten: Mi und Sa 14-17 Uhr / So 13-16 Uhr, Eintritt 5.-
www.schulmuseumbern.ch
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