close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

K ommentiertes V orlesungs V erzeichnis - Fachschaft Philosophie

EinbettenHerunterladen
Kommentiertes
VorlesungsVerzeichn
i s
Wintersemester 2014/15
Studiengang Philosophie
Bachelor of Arts
Master of Arts
Staatsexamen
ERASMUS
Alb e r t- Lu dw i g s - Un i v e r si t ä t
F r e i b ur g i m B r e isg a u
1804
je doute
j‘aime
i
n
h
a
l
t
V e ra n s ta lt u n g s ü b e r s i c h t .....................................................................
I n t e r p r e tat i o n s k u r s e ..........................................................................
V o r l e s u n g e n ......................................................................................
P r o s e m i n a r e ......................................................................................
H a u p t s e m i n a r e ...................................................................................
F o r s c h u n g s m e t h o d e n ........................................................................
V e r b u c h u n g s m ö g l i c h k e i t e n .................................................................
N o tat e ..............................................................................................
I m p r e s s u m .........................................................................................
11
20
26
34
56
74
79
82
90
préface
„Suche nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht
durch den Stillstand deiner Tätigkeit.“
Friedrich Schiller
Li e b ha b e r d e r We i s h e i t !
Willkommen zum neuen Semester. Auch in diesem Jahr steht euch wieder eine gedruckte Version des kommentierten Vorlesungsverzeichnis zur
Verfügung. Damit kommen wir dem Wunsch vieler Studierenden nach,
die sich die Kommentare gerne noch in analoger Form zu Gemüte führen
möchten. Wir empfehlen zusätzlich den Besuch der Homepage des Philosophischen Seminars (http://www.philosophie.uni-freiburg.de), sowie
eine Beachtung der Aushänge in der Seminarsbibliothek, da sich Orte und
Zeiten der Kurse in der ersten Semesterwoche ändern können. Eine Übersicht aller Veranstaltungen des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums findet ihr unter http://www.epg.uni-freiburg.de.
Vergesst bitte nicht, euch für die studienbegleitenden Prüfungsleistungen
online anzumelden.
Und vergesst niemals, dass institutionelle Verwaltung dem Leben dienen
soll, und nicht umgekehrt!
Bei allen Fragen rund ums Studium stehen wir euch gerne via eMail unter fachschaft@philo-freiburg.de zur Verfügung - oder besser noch: Ihr
kommt persönlich vorbei. Dienstags gegen 20h treffen wir uns zur Fachschaftssitzung in der Belfortstraße 24 (dem Studierendenhaus) im Raum
02 009. Während der Vorlesungszeit habt ihr zudem noch die Möglichkeit,
unsere Fachschafts-Sprechstunde zu besuchen: Montags von 12 bis 13h im
Raum 1065.
In diesem Sin n e wünsc h t eu c h eu r e Fa c h s c h a ft
ein lehrre i c h es u n d i n s p i r i er en d es
Wi n ter s emes ter 2 0 1 4 / 1 5 !
8
9
„Es ist nicht genug zu wissen man muss auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen man muss auch tun.“
J o h a n n Wo l f g a n g v o n Goethe
g e s a m t
ü
b
e
r
s
i
c
h
t
a
l
l
e
r
v
e
r
a n s t a l
t u n g e n
12
Der Begriff des Willens in der Philosophie von Schopenhauer, Nietzsche und Heidegger
• Proseminar • Wilhelmstr. 26 HS 000 016 • Dr. Baeza
16 - 18
18 - 20
Wahrnehmung und Erfahrung in der mittelalterlichen Philosophie • Vorlesung
3219 • PD Dr. König-Pralong
14 - 16
Normativität in Philosophie und Recht • Hauptseminar • HS 2574 • Prof. Dr. Freitag
Wort (lafẓ) und Bedeutung (maʿnā) • Hauptseminar • HS 1003 • JProf. Dr. Germann
HS
Einführung in die klassische arabische Philosophie • Proseminar • HS 1134 • JProf. Dr.
Germann
12 - 14
•
Einführung in die Philosophie des Mittelalters: Ein Überblick • Vorlesung • HS 1098 •
PD Dr. Uscatescu Barrón
08 - 10
M o n ta g
13
18 - 20
16 - 18
14 - 16
12 - 14
Platon, Theorie und Theater • Vorlesung • HS 11199 • Prof. Dr. Figal
Mensch, Natur, Technik. Philosophisch-ethische Antworten auf die Herausforderungen der modernen Lebenswelt • Forschungskolloquium • HS Breisacher Tor R 201 •
Prof. Dr. Kather
Freiheitsphilosophien im deutschen Idealismus • Vorlesung • HS 1010 • Prof. Dr. Hühn
Die Glückseligkeit des Philosophen: Thomas von Aquin, Boethius von Dacien und
Dante • Proseminar • Alte Uni HS 220 • Meliadò
Erziehung und Bildung (Kant, Schiller, Humboldt) • Proseminar • Breisacher Tor R 201
• Dr. Schwenzfeuer
Grundthemen der mittelalterlichen Philosophie: von der Natur und vom Ursprung des
Bösen • Proseminar • HS 1036 • Negri
Die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten und Die Metaphysik der Sitten •
Interpretationskurs • HS 1108 • Dr. Baesler
D i e n s ta g
14
16 - 18
14 - 16
•
Interpretationskurs
•
Breisacher Tor R205
•
Dr.
Mensch, Natur, Technik. Philosophisch-ethische Antworten auf die Herausforderungen der modernen Lebenswelt • Kolloquium • Bismarckallee 22 R4 • Dr. Kather
Kants politische Philosophie • Proseminar • HS 2121 • Dr. Baesler
Positionen der Ethik • Kolloquium • HS 1003 • Prof. Dr. Hühn
Kant: „Kritik der reinen Vernunft“
Schwenzfeuer
Augustinus: Die Größe der Seele • Interpretationskurs • Breisacher Tor R206 • PD Dr.
König-Pralong
D i e n s ta g
15
Platon: Politeia • Interpretationskurs • HS 1034 • Prof. Dr. Figal
14 -16
Positionen der Ethik • Forschungskolloquium • HS 1233 • Prof. Dr. Hühn
Wege der menschlichen Erkenntnis • Hauptseminar • Breisacher Tor R 204 • Negri
Die menschliche Entwicklung zwischen Natur und Kultur • Hauptseminar • HS 1019
• Prof. Dr. Kather
Erkenntnistheorie in der Antike • Proseminar • HS 1108 • JProf. Dr. Ulacco
Die Phänomenologie als erste Philosophie • Hauptseminar • Breisacher Tor R 204 • Dr.
Fraisopi
Heidegger liest Nietzsche • Hauptseminar • HS 1222 • Prof. Dr. Hühn
Phänomenologie des Nihilismus als Hermeneutik der Moderne und Gegenwart • Proseminar • Bismarkallee 22 R 2 • Dr. Rossini
Das leibliche Selbst • Proseminar • HS 1139 • Dr. Giuliani
12 - 14
10 - 12
M i t t wo c h
16
18 - 20
16 - 18
Zweiwöchig! • Neuere Forschungen zur Phänomenologie
HS 1004 • Prof. Dr. Figal
•
Forschungskolloquium
•
Die Entstehung der Welt: Platons Timaios und seine Wirkungsgeschichte in der Antike
• Hauptseminar • HS 1034 • JProf. Dr. Ulacco
Von Anfang der Zeit zur Zeit des Anfangs. Überlegungen zum Subjekt der Schöpfung
und zur Schöpfung des Subjekts bei Emmanuel Levinas • Proseminar • HS 1021 • Dr.
Viola
M i t t wo c h
17
Begriffspersonen in der Philosophiegeschichte • Hauptseminar • HS 1140 • Dr. Reichert
16 - 18
•
J.G. Fichte: Die Wissenschaftslehre • Interpretationskurs • Peterhof HS 2 • Dr. Schwenzfeuer
Hauptseminar
14 - 16
•
Der Mensch in Kants Philosophie - Anthropologie, Ethik und politische Philosophie •
Proseminar • Breisacher Tor R 201 • Dr. Baesler
12 - 14
Menschenbilder im 20. Jhdt.: China und der Westen im Vergleich
Breisacher Tor R 101 • Dr. Dornberg
William James‘ Pragmatismus • Hauptseminar • Peterhof HS 2 • Prof. Dr. Sommer
10 - 12
D o n n e r s ta g
18
Blockseminare
Glück bei Aristoteles und Kant (M15/23) • Hauptseminar • HS 1140 • Dr. Espinet
Sicherheit und/oder Freiheit • Hauptseminar • HS 1019 • Prof. Dr. Gander
Logische Untersuchungen I-VI • Interpretationskurs • HS 1231 • Dr. Fraisopi
Einführung in die Wirtschaftsethik • Proseminar • Vorbesprechung am 24/10/2014 um 14h im
HS 1134 • Merz
Ethik am Lebensende • Proseminar • Vorbesprechung am 20/10/2014 um 17h im Seminarraum
des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin (Stefan-Meier-Str. 26 - HS 02 009) • PD Dr.
Boldt
16 - 18
10 - 12
F r e i ta g
19
•
Hauptseminar
•
Ort und Zeit noch
Forschungskolloquium: Aktuelle Themen der Forschung • Forschungskolloquium • Einmal monatlich am Freitag um 18h und am Samstag um 10h • Prof. Dr. König-Pralong
Karl Marx • Hauptseminar • Ort und Zeit noch nicht bekannt • Prof. Dr. Hühn
Der Begriff des Lebens zwischen Philosophie und Biologie • Hauptseminar • Vorbesprechung
im Bernstein Center Freiburg, Hansastr. 9a. Termin des Seminars wird bei der Vorbesprechung
festgelegt. • PD. Dr. Müller
Die philosophischen Grundlagen der Wirtschaftsethik
nicht bekannt • Prof Dr. Figal
Husserl: Kartesianische Meditationen • Hauptseminar • Individuelle Vortreffen am 7. und
21/05/2014, sowie am 16. und 25/06/2014, jeweils von 10 bis 12h • Dr. Neuber
Kants Einleitung in die Kritik der reinen Vernunft • Proseminar • Vorbesprechung via eMail:
david.carus@philosophie.uni-freiburg.de • Carus
Blockseminare
i
n
t
r
e
p
e
r
u
k
„Entweder man lebt, oder man ist konsequent.“
Erich Kästner
a
t
t
i
e
s
r
o
s
n
i n t e r p r e tat i o n s k u r s e
D i e Gru n d le gu n g z u r Me taphysi k der Si tt en und
Die Me taph y s ik der Si t ten
Dienstags von 12 bis 14h im HS 1108
Dr. Martin Baesler
Tutorat am Donnerstag von 14 bis 16h im HS 1231
Die Metaphysik der Sitten behandelt nach Kant die Moral oder die Sittenlehre aus
Prinzipien der Vernunft a priori. Sie bildet damit den ersten und grundlegenden
Teil der Sittenlehre Kants, auf den die als empirische Wissenschaft entwickelte
Anthropologie folgt. Kant teilt die Philosophie in die Metaphysik der Natur und
die Metaphysik der Sitten – die Metaphysik der Sitten und ihre Grundlegung
behandelt also den Grundbau von Kants Ethik oder Sittenlehre. In diesem Interpretationskurs wollen wir uns im ersten Semester Schritt für Schritt in diesen
Grundbau einarbeiten: Was bedeutet Moral für Kant? Was ist unter seinen Begriffen Freiheit, Wille, kategorischer Imperativ versus hypothetischer Imperativ,
und Gesetz zu verstehen? Dazu werden wir uns in Kants Grundlegung der Metaphysik der Sitten und Kants Metaphysik der Sitten detailliert einlesen. Im zweiten
Semester werden wir Gelegenheit haben, Kants Aufbau der Sittenlehre kritisch zu
untersuchen.
Dabei werden sich folgende Fragen stellen: Was bedeutet es, dass wir uns nach
Vernunft selbst bestimmen können? Die Idee der Freiheit durch Selbstbestimmung nach Vernunft ist eine geniale Idee – aber wie verhält sich diese zu unserem
Begehren nach Glückseligkeit? Sind sie wirklich voneinander getrennt, wie bei
Kant, oder lässt sich doch eine Verbindung zwischen der Selbstgesetzgebung der
Vernunft und unserem natürlichen Streben nach Glückseligkeit finden?
22
Immanuel Kant: Werkausgabe in 12 Bänden. Hrsg. v. Wilhelm
Weischedel. Frankfurt: Suhrkamp, Bd. VII: „Grundlegung zur
Metaphysik der Sitten“ und Bd. VIII: „Die Metaphysik der Sitten“.
i n t e r p r e tat i o n s k u r s e
Platon : Polite ia
Mittwochs von 14 bis 16h im HS 1034
Prof. Dr. Günter Figal
Termin des Tutorats ist noch nicht bekannt.
Platons Politeia ist einer der Grundtexte der Philosophie überhaupt. Wesentliche
philosophische Fragen wie die nach den Möglichkeiten der Erkenntnis, des gerechten individuellen und gemeinsame Lebens und der Kunst, werden in diesem langen, erzählten Dialog in einer Weise verhandelt, die die philosophische Tradition
als solche geprägt hat.
Der Interpretationskurs wird der gründlichen Lektüre von Platons Werk gewidmet sein.
Es sollte nach Möglichkeit die Übersetzung von Friedrich
Schleiermacher benutzt werden.
23
i n t e r p r e tat i o n s k u r s e
J . G . Fich te : Die W is s e nschaf tsl ehre
Donnerstags von 14 bis 16h im Peterhof HS 2 (Beginn 30/10/2014)
Dr. Sebastian Schwenzfeuer
Tutorat am Montag (Beginn 03/11/2014) von 12 bis 14h im HS 1019
J.G. Fichte stellt sein philosophisches Projekt unter den Namen ‚Wissenschaftslehre‘. Hierunter versteht er die an Kants Transzendentalphilosophie anknüpfende Grundlegung der Philosophie im Horizont des menschlichen Wissens. Ausgangspunkt ist für den frühen Fichte (1793-1800), der hier im Seminar behandelt
werden soll, das Sich-Wissen der Subjektivität. In diesem Wissen liegt die Möglichkeit der Philosophie begründet. Fichtes Frühwerk ist das Initialmoment dessen, was als deutscher Idealismus bekannt geworden ist und Anstoß war zu zahlreichen kontroversen Diskussionen.
Die in Fichtes Schriften der Frühphase gegebene Grundlegung der Transzendentalphilosophie und die Durchführung des theoretischen und praktischen Weltbezuges soll in genauer Textlektüre und detaillierter Rekonstruktion des Gedankens
nachvollzogen und sowohl in das Gesamtwerk Fichtes als auch der näheren philosophiegeschichtlichen Konstellationen eingeordnet werden.
J.G. Fichte: Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre als Handschrift für seine Zuhörer (1794). Text nach Fritz Medicus. Einleitung und
Register von Wilhelm G. Jacobs. 4. Auflage, Hamburg 1997.
Zur Einführung geeignet: W.G. Jacobs: Johann Gottlieb Fichte.
Eine Biographie. Berlin 2012.
24
i n t e r p r e tat i o n s k u r s e
Lo gi s ch e U n te r s u ch u n gen I-VI
Freitags von 10 bis 12h im HS 1231
Dr. Fausto Fraisopi
Tutorat am Montag von 18 bis 20h im HS 1234
Das Wesen einer Phänomenologie als strenger Wissenschaft, die die Phänomene
als eigene Objekte hat, kann nur durch die genauere Textlektüre der Logischen
Untersuchungen erscheinen, die auch als Propädeutik für ein allgemeines Verständnis der phänomenologischen Bewegung (bei Husserl und nach Husserl) dienen kann. Die Logischen Untersuchungen erscheinen sowohl als eines der Hauptwerke der Philosophie Husserls als auch als Ausgangspunkt der Phänomenologie
und der sogenannten Arbeit an den Phänomenen, die die Phänomenologie methodisch skizziert. Die sechs logischen Untersuchungen aber entwickeln nicht nur die
Grundthemen und die Grundprobleme einer phänomenologischen Philosophie,
sondern helfen auch, die entscheidenden Themen der gegenwärtigen Philosophie
darzustellen und analytisch zu entwickeln: die Bedeutungslehre, die Theorie der
Abstraktion und der Genese von logischen Idealitäten, die Mereologie, die Theorie
einer reinen Grammatik, die Theorie der intentionalen Akte und, letztlich die Themen einer nicht-metaphysischen und metaphysisch neutralen Erkenntnistheorie.
Wir werden die Struktur des Werkes Husserls analytisch betrachten vom Standpunkt der Idee der Mathesis universalis, wie sie in der Prolegomena zur reinen
Logik dargestellt wird und versuchen, die Untersuchungen in ihrer thematischen
Einheit zu lesen und zu kommentieren.
E. Husserl, Logische Untersuchungen. Zweiter Band: Untersuchungen zur Phänomenologie und Theorie der Erkenntnis, in zwei Bänden,
Husserliana 19.
25
„Think lightly of yourself and deeply of the world.“
Miyamoto Musashi
LE
SUN
GEN
LE
V OR
GEN
vo r l e s u n g e n
E i n f ü h ru n g in die Ph ilos oph i e des Mi t tel al ters:
E in Ü be r bli ck
Montags von 08 bis 10h im HS 1098 - 3ECTS
PD Dr. Jorge Uscatescu Barrón
Zur philosophischen Ausbildung gehört ohne Zweifel eine Kenntnis der mittelalterlichen Philosophie, nicht als eine Verzierung oder als eine „zusätzliche
Qualifikation“ für den philosophischen Werdegang, sondern ein unverzichtbarer
Grundbestandteil des philosophischen Hintergrundes. Zudem ist das Mittelalter
Teil des abendländischen Erbe. Aber zuletzt geht es nicht um die Aneignung eines
abfragbaren Wissens, sondern um die Einführung in die Philosophie, so wie sie
in einer philosophiegeschichtlichen Gestalt ausgebildet worden ist, die sich über
tausend Jahre erstreckt hat. Statt den üblichen Bogen über das mittelalterliche
Denken, wie in vielen philosophischen curricula, zu machen, indem man von Augustinus bis Descartes oder sogar Kant springt, wird die Vorlesung die mittelalterliche Philosophie, insbesondere die Metaphysik in den Vordergrund rücken. Im
Mittelpunkt steht das Verhältnis von Christentum und Philosophie einerseits und
die Ausbildung einer von der Theologie unterschiedene Philosophie, insbesondere
der Metaphysik andererseits. Im ersten Teil der Vorlesung wird der Anlauf der
christlichen Philosophie in der Spätantike (Augustinus, Boethius) beschrieben
und ihre Fortsetzung im frühen Mittelalter (Scotus Eriugena) bis das 12. Jahrhundert (Anselmus, Abelardus) nur in großen Zügen verfolgt. Im zweiten Teil
soll die zweite, mit der Aristoteles-Rezeption einsetzende zweite Phase der mittelalterlichen Philosophie, die das hohe Mittelalter (13.- 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts) und den Ausgang des Mittelalters (2. Hälfte des 14. Jahrhunderts-15. Jahrhundert) umfasst, behandelt werden. Während im ersten Teil der Vorlesung das
Verhältnis von Gott und Geschöpf im Mittelpunkt steht, richtet sich im zweiten
Teil die Aufmerksamkeit auf die Ausbildung der Metaphysik als Ontologie nicht
ohne Spannung mit der Theologie. Dabei wird die Entstehung von Schulrichtungen (Thomismus, Scotismus, Nominalismus) im Ausgang von hervorragenden
Gestalten des mittelalterlichen Denkens: Thomas von Aquin, Duns Scotus und
andere, besonders beachtet.
28
vo r l e s u n g e n
AUGUSTINUS: Confessionum libri tredicim (CSEL 33), rec. Pius Knoll. Tempsky/Freytag, Prag/Vindobonae 1896 (es gibt deutsche
Übersetzungen)
-De doctrina christiana libri quattuor (CSEL 80), recensuit et praefatus est Guilelmus M. Green. Gerold, Vindobonae 1963 (es gibt deutsche Übersetzungen)
BOETHIUS: Die theologischen Traktate, lat.-deutsch, übersetzt,
eingeleitet und mit Anm. versehen von Michael Elsässer. Felix Meiner, Hamburg 1988.
JOHANNES DUNS SCOTUS: Duns Scotus on the Will and Morality. Selected and translated with an introduction by Allan B. Wolter. The
Catholic University of America Press, Washington 1986.
THOMAS VON AQUIN: Über das Sein und das Wesen. Deutschlateinische Ausgabe, übersetzt und erläutert von Rudolf Allers, WG, Darmstadt 1980.
Sekundärliteratur
GEYER, Bernhard: Die patristische und scholastische Philosophie, WBG, Darmstadt 1958.
KOBUSCH, Theo: Die Philosophie des Hoch- und Spätmittelalters,
Beck, München 2011.
LIBERA, Alain de: Die mittelalterliche Philosophie, Fink, München 2005.
PICKAVÉ, Martin (hg.): Die Logik des Transzendentalen (Miscellanea Mediaevalia 30). Festschrift für Jan A. Aertsen zum 65. Geburtstag.
Walter de Gruyter, Berlin/New York 2003.
29
vo r l e s u n g e n
Wa h r n e h mu n g u n d E r fahrung i n der
m itte lalte r lich e n Phi l osophi e
Montags von 14 bis 16h im HS 3219 - 3ECTS/10ECTS
Prof. Dr. Catherine König-Pralong
Tutorat am Donnerstag von 16 bis 18h im Breisacher Tor R 202 und für Studenten der Theologie am Mittwoch von 12 bis 14h in der Wilhelmstr. 26 HS 00 016
Welche Rolle spielt die Wahrnehmung in den Erkenntnisprozessen? Ist das Wissen auf das Wahrnehmen reduzierbar oder kann der Empirismus mit epistemologischen Argumenten widerlegt werden? Wie haben die antiken und mittelalterlichen Philosophen die verschiedenen Arten von Wahrnehmungsprozessen
beschrieben, unterschieden und theoretisch erklärt? In dieser Vorlesung werden
solche Themen auf den Ebenen der Erkenntnistheorie, der Epistemologie sowie
der Psychologie behandelt. Um diese Fragen geschichtlich zu erörtern, werden
wir philosophische Ausführungen von Platon, Aristoteles, Augustin, Avicenna,
Averroes, Albert dem Großen, Thomas von Aquin, Heinrich von Gent sowie von
Franziskanern des 13. Jahrhunderts in Betracht ziehen.
30
vo r l e s u n g e n
F r eih e i ts p h i l os oph ie n im de u ts chen Ideal i smus
Dienstags von 16 bis 18h im HS 1010 - 3ECTS/10ECTS - EPG1
Prof. Dr. Lore Hühn
Tutorat am Donnerstag von 16 bis 18h im HS 1234
Die Vorlesung gibt in ihrem ersten Teil einen Überblick über Struktur und Probleme des neuzeitlichen und insbesondere idealistischen Freiheitsbegriffs, um
darauf aufbauend die Grundzüge verschiedener Typen der geschichtlichen und
gegenwärtigen Auseinandersetzungen vorzustellen. Im Zentrum steht dabei zunächst die im Anschluss an Leibniz, Hume und Kant geführte Debatte um das
Verhältnis von Wollen und Freiheit, von Naturkausalität und Selbstanfänglichkeit
des handelnden Subjektes. Diese Debatte ist angesichts der Herausforderungen
durch die Entwicklung der Neurowissenschaften wieder aktuell geworden. Um
diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, ist es hilfreich, eine Heuristik zu
erarbeiten, um die verschiedenen Typen der philosophischen Reflexion zur Wahl, Handlungs- und Willensfreiheit, aber auch zur persönlichen Zurechenbarkeit
einer Handlung zu unterscheiden.
Ziel des zweiten Teils der Vorlesung ist es, ausgehend von diesen systematischen
Überlegungen zum neuzeitlichen Freiheitsbegriff einen Leitfaden zu erarbeiten,
mit dessen Hilfe man sich in der Geschichte der philosophischen Positionen zur
Frage des Verhältnisses von göttlicher und menschlicher Freiheit, der Frage nach
dem Bösen sowie der Frage nach dem Verhältnis von Wollen und Freiheit leichter zurecht findet. Behandelt werden einschlägige Grundlagentexte von Leibniz,
Kant, Fichte, Hegel, Schelling und Schopenhauer.
31
vo r l e s u n g e n
Platon , T h e or ie u n d Theat er
Dienstags von 18 bis 20h im HS 1199 - 3ECTS/10ECTS
Prof. Dr. Günter Figal und Prof. Dr. Bernhard Zimmermann
Termin des Tutorats ist noch nicht bekannt.
Platons Werke sind gleichermaßen grundlegende Texte der Philosophie und Meisterwerke der Weltliteratur. Mit seinen Dialogen hat Platon eine literarische Form
für die Art von Philosophie gefunden, wie sie nach wie vor verbindlich ist. In
der Vorlesung wollen wir das Werk Platons in den beiden genannten Aspekten
erschließen. Wir wollen klären, wie die Philosophie von literarischen Formen
abhängig ist, und wie eine spezifisch philosophische Literatur begriffen werden
kann. Im Mittelpunkt unserer Vorlesung wird die Frage nach dem Verhältnis von
philosophischer Betrachtung (Theorie) und dem Theater stehen. „Theater“ heißt
wörtlich „Schauplatz“; es ist der Platz, an dem etwas zu sehen ist. „Theorie“ ist
für Platon die Betrachtung dessen, was sich als das wahrhaft Seiende zeigt.
Die Vorlesung wird, ihrem Gegenstand entsprechend, selbst dialogisch sein. Die
Perspektive der klassischen Philologie und der Philosophie sollen einander ergänzen.
32
??
!!
PRO
„WESS? werde ich bezichtigt?“
s
e
m
n
i
a
r
e
zur praktischen Philosophie
p ro s e m i n a r e
E r z ie h u n g u n d Bi l dung
(Kan t, S ch ille r , H umbol dt)
Dienstags von 14 bis 16h im Breisacher Tor R 201 - Bereits voll!
Dr. Sebastian Schwenzfeuer
Erziehung und Bildung, oder als Figuration verstanden: der Erzieher und der Gelehrte, sind schon seit der Antike Probleme der Philosophie, d.h. seit ihrem Beginn. Als Themen der Philosophie werden sie zu Grundfragen umgeformt, d.h.
zu Fragen, die das Menschsein selbst betreffen. Es geht also nicht nur darum, wie
erzogen und gebildet werden soll, was die Inhalte und Ziele von Erziehung und
Bildung sind, sondern zunächst einmal darum, was Erziehung und Bildung überhaupt notwendig macht und wie beides mit unserem Verständnis des Menschen
zusammenhängt. Der Begriff vom Menschsein ist dabei von vornherein normativ
qualifiziert, so dass Erziehung und Bildung Teilgebiete der praktischen Philosophie, d.h. Ethik, darstellen. Sie stehen unter der Maßgabe eines gehaltvollen Begriffs des Menschen und müssen von ihm her bewertet werden. Warum muss der
Mensch erzogen werden? Wozu muss er erzogen werden? Wozu soll der Mensch
überhaupt etwas lernen? Wozu soll der Mensch etwas wissen? Eine derartige
Herangehens- und Frageweise versteht Erziehung und Bildung dabei zunächst
nicht als eine zu erlernende Technik und als mehr oder weniger kanonisierte sog.
Bildungsinhalte, sondern als Begriffe der Selbstverständigung über das, was uns,
unser Leben und unser Miteinander ausmacht.
Anhand der neuzeitlichen Auslegung des Menschseins als autonomes Subjekt, die
auch für uns Heutige noch gültig ist, soll dieses Themenfeld gesichtet und gezeigt
werden, dass es auf diese Fragen rational ausweisbare Antworten gibt. Maßgebliche Autoren sind dabei Kant, Schiller und Humboldt, die in genuiner und klassischer Weise den Begriff der Erziehung und Bildung geprägt haben. Durch genaue
Lektüre und detaillierte Interpretation der Quellentexte soll ein Verständnis dieser Konzepte erarbeitet werden, das es erst ermöglicht, zu den Bildungsdiskursen
unserer Tage, die unter anderen Voraussetzungen geschehen, gehaltvoll Stellung
zu nehmen.
36
p ro s e m i n a r e
W. v. Humboldt (1792): Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der
Wirksamkeit des Staats zu bestimmen. In: Gesammelte Schriften,
Bd. 1, 97-254.
I. Kant (1803): Über Pädagogik. In: TWA, Bd. 12, 691-761.
F. Schiller (1795): Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen. In: Werke und Briefe, Bd. 8, 556-676.
Forschungsliteratur (u.a.)
H.-U. Musolff: Bildung. Der klassische Begriff und sein Wandel in der Bildungsreform der sechziger Jahre. Weinheim 1989.
E. Schütz: Macht und Ohnmacht der Bildung. Weinheim 1992.
Das le iblich e S e lbst
Mittwochs von 10 bis 12h im HS 1139
Dr. Regula Giuliani
Einführung in Grundbegriffe phänomenologischer Beschreibung von Empfinden
und Wahrnehmen, raumzeitlicher Orientierung und leiblicher Bewegung. Behandelt werden die Vorgehensweisen von Helmuth Plessner, Max Scheler, Georg Herbert Mead, Maurice Merleau-Ponty und Bernhard Waldenfels.
Bernhard Waldenfels, Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur
Phänomenologie des Leibes, Frankfurt a.M.2000.
37
p ro s e m i n a r e
P h än ome n ologie de s Ni hi l i smus al s
H e rme ne u tik de r Mode r n e und Gegenwart
Mittwochs von 10 bis 12h in der Bismarckallee 22 R 2
Dr. Manuel Rossini
Mit „Nihilismus“ kann man einen Prozess der geistigen und normativen Auflösung des Abendlandes bezeichnen. Im 20. Jahrhundert endet dieser zerstörende
Prozess des Nihilismus sogar in den Abgrund zweier Weltkriege, die als Gipfel
des Nihilismus verstanden werden können. Absicht des Seminars ist es, durch die
Perspektive des Nihilisten selbst die Voraussetzungen dieser ungeheuren Zerstörung zu untersuchen. Der Nihilismus ist infolgedessen nicht nur eine typische Erscheinungsform der Moderne und Gegenwart, eher seiner Hermeneutik. Genauso
wie andere Kategorien der Moderne ist der Nihilismus Ergebnis und gleichzeitig
Anlass des 20. Jahrhunderts.
K. Löwith, Der europäische Nihilismus. Betrachtungen zur geistigen Vorgeschichte des europäischen Krieges (1940), in Sämtliche Schriften, Stuttgart 1981-1988, Band II, 1983, S. 473-540.
M. Heidegger, Der europäische Nihilismus, Pfullingen 1967.
W. Müller-Lauter, Nihilismus, in Historisches -Wörterbuch der
Philosophie, Band VI, Darmstadt 1984, Spalte 846-854.
38
p ro s e m i n a r e
Vo n A n f a n g de r Z e it z u r Z e it des Anf angs.
Üb e rl e gu n ge n z u m S u bje k t de r Schöpf ung und
z u r Sch öpfu n g de s S u bjekt s bei
E mman u e l Le vin as
Mittwochs von 16 bis 18h im HS 1021
Dr. Frederico Viola
Der Beginn (principium) des Seins mit der Schöpfung der Welt bedeutet zwar die
Überwindung des Nichts. Die Schöpfung des Menschen bedeutet aber die in der
Unpersönlichkeit des Seins erfolgende Einführung eines Seienden, das mit der Fähigkeit des Anfangens (initiare) ausgestattet ist, d.h. den Einbruch eines Seienden,
durch dessen Handeln das Aufscheinen des absolut Neuen als solches tatsächlich
wird. Ziel dieses Seminars ist es, diese anfängliche Dimension, die im Begriff der
Schöpfung mitimpliziert ist, anhand des ethischen Denkens von Emmanuel Levinas zu erforschen und gemeinsam darüber nachzudenken.
Es geht also darum, das Subjekt als initium, als Geburt, als Anfang im Rahmen
eines bestimmten Verständnisses der Gegenwart zu bestimmen. Dieser anfängliche Charakter der Subjektivität ist aber nicht mit der Identität der Freiheit als
Ursprung zu verwechseln. Das Subjekt ist tatsächlich nicht „frei wie der Wind”,
sondern es ist schon ein Schicksal, das ihm nicht aus der Vergangenheit oder der
Zukunft zukommt, sondern aus seiner Gegenwart. Die Gegenwart empfängt also
ihre Bedeutsamkeit nicht aus der absolut letzten, immer zukommenden Möglichkeit des Todes, wie bei Heidegger, sondern aus dem immer neu anfangenden Augenblick der Gegenwart. Das Schicksal des Subjekts wächst eben aus Gegenwart
heran.
Blum, R. P. (1985). Deconstruction and Creation. Philosophy and
Phenomenological Research, 46(2), 293–306.
Gaviria Alvarez, O. (1974). L’idée de création chez Levinas: une
archéologie du sens. Revue Philosophique de Louvain, 72(15), 509–538.
39
p ro s e m i n a r e
Wohlmuth, J. (1999). Emmanuel Lévinas: eine Herausforderung für die christliche Theologie. (J. Wohlmuth, Ed.). Paderborn; München; Wien; Zürich: Ferdinand Schöningh.
Wohlmuth, J. (1996). Im Geheimnis einander nahe. Theologische
Aufsätze zum Verhältnis von Judentum und Christentum. Paderborn; München; Wien; Zürich: Ferdinand Schöningh.
Levinas, E. (1997). Vom Sein zum Seienden. (A. M. Krewani & W. N.
Krewani, Trans.). Freiburg i.Br. / München: Karl Alber.
Levinas, E. (1992). Jenseits des Seins oder anders als Sein geschieht.
(T. Wiemer, Trans., A. (Hg. . Chucholowski, Ed.). Freiburg i.Br. /
München: Karl Alber.
Levinas, Emmanuel. Wenn Gott ins Denken einfällt. Diskurse über die Betroffenheit von Transzendenz. Vorwort von Casper, Bernhard.
Übersetzt von Wiemer, Thomas. Freiburg i.Br. / München: Karl Alber, 2004.
Bernet, R. (1983). Die ungegenwärtige Gegenwart. Anwesenheit und
Abwesenheit in Husserls Analyse des Zeitbewußtseins. In R. Bernet (Ed.), Zeit und Zeitlichkeit bei Husserl und Heidegger (pp. 16–57).
Freiburg i.Br.: K. Alber.
Husserl, E., & Bernet, R. (1985). Texte zur Phänomenologie des inneren Zeitbewusstseins (1893-1917). (R. Bernet, Ed.). Hamburg: Felix Meiner.
40
p ro s e m i n a r e
D e r M e n s ch in Kan ts Ph ilosophi e Anthro p o l o gi e, E th ik u n d politis c he Phi l osophi e
Donnerstags von 12 bis 14h im Breisacher Tor R 201
Dr. Martin Baesler
In diesem Seminar werden wir dem Begriff des Menschen in der Frage nach seiner
Glückseligkeit bei Kant nachgehen. Dies wird bei Kant in seiner Anthropologie
untersucht. In der Anthropologie behandelt Kant den Menschen in pragmatischer
Hinsicht, d.h. er behandelt die Ratschläge der Klugheit zum Zwecke der Glückseligkeit (Vgl. Kant: Grundlegung zur Metaphysik, W Bd 7, 45-46). Das Streben
nach Glückseligkeit im Menschen bildet nach Kant ein Naturgesetz: „Glücklich
zu sein, ist notwendig das Verlangen, jedes vernünfigten aber endlichen Wesens,
und also ein unvermeidlicher Bestimmungsgrund seines Begehrungsvermögens.“
(Kant: Kritik der praktischen Vernunft W Bd. 7, 133)
Kant behauptet in der Kritik der praktischen Vernunft, dass die Glückseligkeit
allein subjektiv nach Lust und Unlust bestimmt ist: „Worin nämlich jeder seine
Glückseligkeit zu setzen habe, kommt auf jedes sein Gefühl der Lust und Unlust an, und selbst in einem und demselben Subjekt auf die Verschiedenheit des
Bedürfnisses, nach den Abänderungen dieses Gefühls [...], das in Subjekten sehr
verschieden sein kann und muss, mithin niemals ein Gesetz abgeben kann […]“
(Kant: Kritik der praktischen Vernunft W Bd 7, 133-134)
Kann die Glückseligkeit als Zweckvorstellung überhaupt allgemein untersucht
werden, wenn sie allein nach der subjektiven Lust oder Unlust bestimmt wird?
Ist eine Wissenschaft der Anthropologie überhaupt möglich, wenn die Glückseligkeit nicht allgemein untersucht werden kann und der Zufälligkeit unterliegt? Um
diese Frage zu beantworten, werden wir versuchen eine Unterscheidung zwischen
dem Glück als subjektiver Triebfeder (bei Kant Glückseligkeit) und der Glückseligkeit, d.h. Erfüllung (eudamonia), die auch in der menschlichen Vernunft liegen
soll, aufzumachen. Ist die Zweckvorstellung eines jeden Menschen zur Erfüllung
seines Lebens nicht durch die Vernunft bedingt?
41
p ro s e m i n a r e
In diesem Seminar werden wir Kants Begriff des Menschen hinsichtlich seiner
Glückseligkeit untersuchen und in seinen Grundlagen hinterfragen. Dazu werden
wir Auszüge aus der Anthropologie, der Kritik der praktischen Vernunft und der
Metaphysik der Sitten, sowie der Grundlegung zur Metaphsyik der Sitten und der
Kritik der Urteilskraft lesen, um uns ein umfassendes Bild von Kants Begriff des
Menschen zu erarbeiten und es kritisch hinterfragen zu können.
Die Textausschnitte werden online über Ilias zur Verfügung gestellt.
Immanuel Kant:
• Kritik der praktischen Vernunft
• Anthropologie in pragmatischer Hinsicht
• Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
• Metaphysik der Sitten
• Kritik der Urteilskraft
42
p ro s e m i n a r e
Eth ik am Le be n s e n de
Blockseminar am 20. bis 21/01/2015 Ganztägig in der
Stefan-Meier-Str. 26 HS 02 009
PD. Dr. Joachim Bold und Claudia Bozzaro
Vobesprechung am 20/10/2014 von 17 bis 19h in der Stefan-Meier-Straße
Das Seminar wird sich auf ethische Probleme im Umgang mit sterbenden Patienten konzentrieren. Dieses Thema wird aktuell in verschiedenen Hinsichten
gesellschaftlich diskutiert (z.B. ärztlich assistierter Suizid und Patientenverfügungsgesetz). Im Seminar sollen unter Einbindung konkreter Fälle theoretische
Grundlagen des Themas erarbeitet und diskutiert werden. Themen: Vorstellungen
vom Sterben, Grundprinzipien der Medizinethik, Rolle des Patientenwillens bei
der Therapie am Lebensende, Rolle der Indikation und die Frage nach Leid und
Lebensqualität, Konfliktfeld assistierter Suizid, Rechtliche Regelungen zur Patientenverfügung sowie Umgang mit Patientenverfügungen in der Praxis.
Héctor Wittwer: Selbsttötung als philosophisches Problem, Paderborn 2003.
Carlo Grimm, Ingo Hillebrand: Sterbehilfe. Rechtliche und ethische
Aspekte, Freiburg 2009.
Norbert Elias: Über die Einsamkeit des Sterbenden in unseren Tagen, Frankfurt am Main 1982.
Anton Leist (Hrsg.): Um Leben und Tod: moralische Probleme bei
Abtreibung, künstlicher Befruchtung, Euthanasie und Selbstmord, Frankfurt 1992.
Ralf J. Jox: Sterben lassen – über Entscheidungen am Ende des Lebens, Bonn 2011.
43
p ro s e m i n a r e
E i n fü h r u n g in die W ir tschaf tsethi k
Blockseminar am 04/12/2014 von 14 bis 18h, sowie am 05 und
06/12/2014 von 09 bis 18h jeweils im HS 1134
Philippe Merz
Vorbesprechung am 24/10/2014 von 14 bis 18h im HS 1134
Die Wirtschaftsethik ist – wie die Medizin- oder die Naturethik – eine sogenannte
Bereichsethik, bei der die Grundlagenfragen der philosophischen Ethik auf die
spezifischen Probleme eines konkreten Gesellschaftsbereichs treffen. Sobald wir
uns den ethischen Herausforderungen des Wirtschaftslebens zuwenden, lassen
sich drei Ebenen philosophischen Fragens unterscheiden. Auf der Mikro-Ebene
fragen wir danach, welche individuelle Verantwortung wir als Konsumenten und
Verbraucher sowie als Arbeitnehmer und Vorgesetzte für ein gelingendes Wirtschaftsleben tragen und was wir unter einem „gelingenden Wirtschaftsleben“
eigentlich genauer verstehen. Die Meso-Ebene fragt primär nach der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verantwortung privatwirtschaftlicher Unternehmen
sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen. Auf der Makro-Ebene steht dann die
wirtschaftliche Gesamtordnung eines Gemeinwesens mit ihren Voraussetzungen,
Anreizstrukturen und Zielen im Blickpunkt.
Obwohl alle drei Ebenen eng zusammenhängen, konzentrieren wir uns im Seminar auf die ersten beiden. Dabei steht die Frage im Fokus, was die allgegenwärtige
Rede von „Verantwortung“ in Bezug auf Individuen und Unternehmen eigentlich
bedeuten kann und inwieweit sie sich theoretisch begründen lässt. Anschließend
rückt die Frage in den Vordergrund, welche konkreten wirtschaftsethischen Konsequenzen sich aus den prominenten normativen (tugendethischen, deontologischen, konsequenzialistischen) Ethiken ergeben. Dabei gehen wir von antiken
und neuzeitlichen Denkern aus (insbes. Platon, Aristoteles, Hobbes, Kant und A.
Smith) und widmen uns dann gegenwärtigen Autoren, die sich den Herausforderungen der Wirtschaftsethik in ihrer zeitgemäßen Komplexität stellen (bspw. K.
Bayertz, P. Koslowski, L. Heidbrink, P. Ulrich, J. Wieland).
44
zur praktischen &
zur theoretischen Philosophie
p ro s e m i n a r e
G ru n d t h e me n de r mitte lalte rl i chen Phi l osophi e:
v o n d e r N atu r u n d vom U r sprung des B ösen
Dienstags von 12 bis 14h im HS 1036
Silvia Negri
Was ist das Böse? Hat es eine ontologische Konsistenz oder besteht es aus bloßer
Mangelhaftigkeit? Ist es überhaupt fassbar? Woher kommt das Böse? Wie kann
man die Idee eines geordneten und vernünftig gelenkten Kosmos mit derjenigen einer Existenz des Bösen vereinbaren? Darüber hinaus: Kann man das Böse
wollen? Anhand einer Reihe von spätantiken und mittelalterlichen Quellen – es
seien hier Augustinus, Proklos, Boethius und Thomas von Aquin exemplarisch
genannt – werden wir uns im Seminar dem Problem des Übels, wie es das vormoderne Denken geprägt hat, aus einer metaphysischen und ethischen Perspektive
annähern.
Ein Reader mit Primärquellen wird von der Dozierenden zur Verfügung gestellt.
Sekundärliteratur
Colpe C./Schmidt-Biggemann [Hrsg.], Das Böse. Eine historische
Phänomenologie des Unklärlichen, Frankfurt a. M. 1993.
Stump E., „The problem of evil“, in: Pasnau E. (Hrsg.), The Cambridge history of medieval philosophy, B. 2, Cambridge 2010, S. 773-786.
46
p ro s e m i n a r e
Die G l ü c k s e l i g k e it de s Ph ilos ophen:Thomas von
A q u i n , B oe th iu s von Dacie n und D ante
Dienstags von 14 bis 16h in der Alten Uni HS 220
Mario Meliadò
Die philosophische Reflexion über die Glückseligkeit ist seit der Antike meistens
mit dem radikalen Versuch verbunden, ein Modell des philosophischen Lebens zu
definieren, das für den Philosophen die höchste Form der menschlichen Glückseligkeit beansprucht. Die lateinische Rezeption der Nikomachischen Ethik des
Aristoteles, in der paradigmatisch die Vollendung des Menschen als intellektueller Akt theoretischer Erkenntnis dargelegt wird, bildete im 13. Jahrhundert den
Ausgangspunkt einer ausschlaggebenden Debatte, die das philosophische Glücksideal einer christlichen Anthropologie gegenüberstellte, der zufolge der Status
der menschlichen Perfektion von der Idee einer überirdischen Rettung untrennbar ist. Im Laufe des Seminars wird die Glückseligkeitslehre dreier fundamentaler Autoren des Mittelalters untersucht, die jeweils eine eigene Auffassung der
Philosophie und ihrer Rolle verteidigen und eine spezifische Figur des Denkers
verkörpern: Boethius von Dacien († um 1284), kontroverser Philosophiemagister an der Pariser Artes-Fakultät; Thomas von Aquin (†1274), Dominikaner und
Theologieprofessor an der Universität und an den Studia des Ordens; und Dante
Alighieri (†1321), ein Laie ohne akademischen Grad, der in der Volkssprache für
ein breiteres Publikum sein intellektuelles Projekt entwickelte. Anhand einer Reihe von Grundfragen (Welche ist das letzte Ziel des menschlichen Lebens? Kann
der Mensch durch seine natürlichen Fähigkeiten das Glück erlangen oder ist er
auf göttliche Hilfe angewiesen? Ist das Glück eine Tätigkeit der Vernunft und
welche Form von Erkenntnis kann den Menschen glücklich machen?) werden drei
unterschiedliche Modelle philosophischer Ethik im Mittelalter rekonstruiert und
ihre metaphysischen und theologischen Implikationen veranschaulicht. Im Seminar werden die Quellen in deutscher oder englischer Übersetzung gelesen – Lateinkenntnisse sind nicht zwingend, aber mit Blick auf die Originalversionen der
Werke von Vorteil.
47
p ro s e m i n a r e
Thomas von Aquin, Über das Glück, hrsg. von J. Brachtendoft,
Hamburg 2012.
Boethius of Dacia, On the Supreme Good,hrsg. von J. Wippel,
Toronto 1987.
Dante, Das Gastmahl, hrsg. von R. Imbach, F. Cheneval und T. Ricklin, Hamburg 1996-2004.
Ein Reader mit der Sekundärliteratur wird zu Beginn der Veranstaltung im Semesterapparat und auf ILIAS bereitgestellt.
Zur Einführung in die Thematik vgl.
C. Steel, „Medieval Philosophy: an Impossible Project? Thomas Aquinas and the Averroistic Ideal of Happiness“: in: Was ist Philosophie im
Mittelalter?, hrsg. von J. Aertsen und A. Speer, Berlin 1998, S. 152-174.
Zur Orientierung in der mittelalterlichen Philosophiegeschichte vgl.
K. Flasch, Das philosophische Denken im Mittelalter, Stuttgart 2006.
48
p ro s e m i n a r e
Erk e n n tn is th e or ie in de r Anti ke
Mittwochs von 12 bis 14h im HS 1108
JProf. Dr. Angela Ulacco
Erkenntnistheorie (oder Epistemologie) ist einer der wichtigsten systematischen
Bereichen der Philosophie. Fragen wie „Was ist Erkenntnis?“ „Was können wir
erkennen?“ „Wie viele Forme des Wissens gibt und durch welche Fähigkeiten erreichen wir das Wissen?“ „Wo liegt das Kriterium der Wahrheit?“ finden allerdings ihren Ursprung in der antiken Philosophie. Die antiken Philosophen von
den Vorsokratikern bis zu Proklos haben diese Kernfragen der Erkenntnistheorie
gestellt und durch vielfältige Methoden untersucht.
In diesem Seminar sollen sowohl in systematischer als auch in historischer Hinsicht die Themen und die Begrifflichkeit der antiken Untersuchungen über die
Erkenntnistheorie analysiert werden. Wir werden uns auf die Zeitspanne vom 5.
Jh. v.Chr. bis zum 3. Jh. n.Chr. konzentrieren. Besondere Beachtung werden Platon, Aristoteles und vor allem die Hellenistische Philosophen (Stoiker, Epikureer,
Skeptiker) finden, welche sich zwischen dem 3. und 2. Jh. v.Chr. sehr spannende
Debatten über das Kriterium der Wahrheit und über die Grenzen der Erkenntnis
und der Wissenschaft geliefert haben.
(Auswahl von) Die hellenistischen Philosophen: Texte und Kommentare / A. A.
Long; D. N. Sedley. Übers. von Karlheinz Hülser, Stuttgart-Weimar 2000.
Ein Reader mit weiteren Primärquellen (Ausgewählte Texte von Platon, Aristoteles, Plotin, ecc.) wird von der Dozentin zur Verfügung gestellt.
Sekundärliteratur
Everson, S. Epistemology, Companions to ancient thought 1, Cambridge 1990.
Gerson, L.P, Ancient epistemology, Cambdrige 2009.
49
p ro s e m i n a r e
Rapp, Ch. - Corcilius, K., Aristoteles-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung, Stuttgart, 2011.
Horn, Christoph - Müller, Jörn - Söder, Joachim, Platon-Handbuch.
Leben-Werk-Wirkung, Stuttgart – Weimar 2009.
Weitere Sekundärliteratur zur Vertiefung der Thematik wird von der Dozentin
empfohlen werden.
Zur Einführung in die antike Philosophie
Bächli A., Graeser A., Grundbegriffe der antiken Philosophie. Ein
Lexikon, Stuttgart 2000.
Annas, J., Kurze Einführung in die antike Philosophie / Aus dem Engl. übers. von Cordula Bachmann, Göttingen 2009.
Horn Ch., Philosophie der Antike. Von den Vorsokratikern bis
Augustinus, München 2013.
Horn Ch.- Rapp, Ch., Wörterbuch der antiken Philosophie,
München 2008.
Sheffield, F.- Warren, J.,The Routledge companion to ancient
philosophy, New York 2014.
50
zur theoretischen Philosophie
p ro s e m i n a r e
E i n f ü h r u n g in die k las s ische arabi sche
Ph ilos oph i e
Montags von 12 bis 14h im HS 1134 (Beginn 27/10/2014)
JProf. Dr. Nadja Germann
„Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“ – Dass diese
drei Fragen die westliche Philosophiegeschichte nicht erst seit Immanuel Kant beschäftigen, ist hinlänglich bekannt. Bemerkenswert aber ist, dass sie auch im Zentrum anderer Philosophien stehen, unter anderen der arabisch-islamischen und der
asiatischen. Anders aber als etwa fernöstliche Philosophien stellt die arabisch-islamische einen interessanten Sonderfall dar: obwohl sie heute gemeinhin als eine
eigenständige Denktradition neben der asiatischen sowie der westlichen betrachtet wird, besitzt sie aufgrund ihrer besonderen Entstehungs- und Formierungsgeschichte zahlreiche Berührungspunkte insbesondere mit dem europäischen Denken. So ist auch sie tief in der antiken griechischen Philosophie verwurzelt und
hat ihrerseits wesentlich die Entwicklung modernen westlichen Philosophierens
beeinflusst.
Im Laufe des Semesters soll die Entstehungs- und Formierungsphase – die sogenannte klassische Periode – dieser philosophischen Tradition studiert und ins
Verhältnis zum den meisten SeminarteilnehmerInnen wahrscheinlich viel geläufigeren westlich-europäischen Denken gesetzt werden. Im Anschluss an eine
historisch-kulturelle und systematische Einführung in die Hintergründe und
Besonderheiten dieser Tradition erarbeiten sich die Studierenden durch Lektüre
ausgewählter Texte (in Übersetzung) einen Überblick über die wichtigsten Philosophen, Debatten und Entwicklungen. Im Zentrum soll dabei die Frage nach den
besonderen Charakteristika der klassischen arabischen Philosophie stehen, denen
wir am Beispiel der Metaphysik nachgehen werden.
52
P. Adamson und R.C. Taylor (eds.), The Cambridge Companion to
Arabic Philosophy, Cambridge et al.: Cambridge University Press, 2005.
p ro s e m i n a r e
H. Eichner et al. (eds.), Islamische Philosophie im Mittelalter. Ein
Handbuch, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2013.
U. Rudolph, Islamische Philosophie. Von den Anfängen bis zur
Gegenwart, 3., durchges. und erw. Auflage, München: C.H. Beck, 2013.
U. Rudolph (ed.), Philosophie in der islamischen Welt. Band 1: 8.-10. Jahrhundert, Basel: Schwabe Verlag, 2012.
De r B e gri f f d es W ille n s in de r Phi l osophi e von
Sc h o p e n h au e r , N ie tz s ch e u n d Hei degger
Montags von 16 bis 18h in der Wilhelmstr. 26 HS 00 016
Dr. Ricardo Baeza
Die zentrale Bedeutung, die Schopenhauer dem Willen als fundamentales Prinzip
des Lebens zuordnet, wird der spätere Nietzsche und der spätere Heidegger übernehmen. Das Proseminar wird ausgewählte Passagen aus Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung, Nietzsches Opus magnum Also sprach
Zarathustra und Heideggers Zur Erörterung der Gelassenheit analysieren. Ziel
des folgenden Seminars ist es, die verschiedenen Aspekten des Begriffs des Willens bei diesen drei Autoren der modernen und zeitgenössischen Philosophie zu
entdecken.
Schopenhauer, Arthur, Die Welt als Wille und Vorstellung,
Wiss. Buchges., Darmstadt 2004.
Nietzsche, Friedrich, Also sprach Zarathustra,
Dt. Taschenbuch-Verl., München 1999.
Heidegger, Martin, Zur Erörterung der Gelassenheit, in: Aus der
Erfahrung des Denkens 1910-1976, Klostermann, Frankfurt am Main 1995.
53
p ro s e m i n a r e
K a n t s E i n l e itu n g in die Kr itik der rei nen Vernunf t
Blockseminar am 11/12/2014 von 14 bis 18h, am 12. und
13/12/2014 ganztägig, jeweils im HS 1233
David Carus
Kontak via eMail an david.carus@philosophie.uni-freiburg.de
In diesem Seminar werden wir uns einen Überblick über Kants Vorhaben in der
Kritik der reinen Vernunft erarbeiten. Wir werden die Einleitung in sukzessiver
Abfolge zusammen lesen und die einzelnen Begriffsparadigmen nach den Hauptprinzipien der Kritik der reinen Vernunft entwickeln. Ziel des Seminars ist es,
Kants Anliegen in der Kritik der reinen Vernunft zu verstehen. Wir werden anhand des Verständnisses seines Anliegens, die Probleme der Philosophie in klarerem Licht besprechen können. Diese Probleme betreffen Begriffe wie Natur, Verstand, Objektivität, Apriori, Vernunft und Freiheit.
Liegt Kant mit seiner Behauptung richtig, dass es eine apriorische Bedingung
der Erkenntnis gibt? Oder stammt unser Wissen doch aus der Erfahrung? Ist der
Gegenstand der Philosophie tatsächlich die Frage nach den Grenzen unserer Naturerkenntnis? Ist die Frage der theoretischen Philosophie tatsächlich darauf begrenzt, die Bedingungen der Erkenntnis der sinnlichen Gegenstände aufzufinden?
54
Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft. Die Ausgabe sollte die
Pagination der B Ausgabe enthalten.
:
D
∆
••
„ W i e l ä c h e r l i c h u n d w e l t f r e m d i s t d e r, d e r s i c h ü b e r
irgend etwas wundert, das im Leben vorkommt.“
Marcus Aurelius
*
s
e
m
i
HAUPT
n
a
r
*
e
h a u p t s e m i n a r e
Wo r t (lafẓ ) u n d Be de u tung ( maʿnā)
Montags von 16 bis 18h im HS 1003 (Beginn 27/10/2014)
JProf. Dr. Nadja Germann
Die arabisch-islamische Kultur gilt als ‚sprachbesessen’: die Sprache des Korans
wird wegen ihrer Unnachahmlichkeit bewundert, und die Dicht- und Redekunst
der klassischen, zum Teil schon vorislamischen Beduinen sucht ihresgleichen –
so die allgemeine Überzeugung. Es kann daher kaum überraschen, dass Sprache
schon früh zum Gegenstand theoretischer Betrachtung wurde. Spätestens seit
dem 8. Jahrhundert setzten sich Gelehrte intensiv mit lexikographischen, linguistischen, hermeneutischen und literaturtheoretischen Fragen auseinander. Eine
Problematik, die sich in diesem Zusammenhang aufgrund ihrer Bedeutung für die
verschiedensten Wissenschaftszweige (Rechtstheorie, Koranexegese, Theologie)
als kritisch erwies, war die Frage nach dem genauen Zusammenhang von sprachlichem Ausdruck (lafẓ) und Bedeutung (maʿnā) – denn wie könnte man andernfalls
zum Beispiel zuverlässig herausfinden, was Gott den Menschen bei der Offenbarung des Korans eigentlich mitteilen wollte? Infolge dessen versuchten schon bald
nicht nur Philosophen im engeren Sinne, sondern auch und besonders Gelehrte
der Rechtstheorie, Theologie und Linguistik, sprachphilosophische und semantische Probleme in den Griff zu bekommen. Dreh- und Angelpunkt ihrer Analysen
und Theorien bildete dabei die Frage nach den Verweisverhältnissen (dalīla) zwischen Worten, Gedanken und Dingen.
Diese Thematik wird im Mittelpunkt des Seminars stehen. Anhand ausgewählter
Texte aus den verschiedenen sprachzentrierten Disziplinen soll untersucht werden, wie in der klassischen Periode über das Verhältnis von Wort (lafẓ) und Bedeutung (maʿnā) nachgedacht wurde. Die Seminararbeit wird sich in erster Linie
auf die Lektüre und Diskussion von Primärtexten konzentrieren, die in der Originalsprache gelesen werden. Daneben arbeiten sich die SeminarteilnehmerInnen
in die einschlägige Forschungsliteratur ein, die zur Einordnung und Interpretation
der Primärtexte mit herangezogen werden soll.
58
h a u p t s e m i n a r e
D.L. Black, Logic and Aristotle’s Rhetoric and Poetics in Medieval
Arabic Philosophy, Leiden: Brill, 1990.
R.M. Frank, „Meanings Are Spoken Of in Many Ways: The Earlier
Arab Grammarians“, in Le Muséon 94 (1981), pp. 259-319.
W. Heinrichs, „On the Genesis of the ḥaqīqa–majāz Dichotomy“, in
Studia Islamica 59 (1984), pp. 111-140.
K. Versteegh, „The Arabic Tradition“, in The Emergence of Semantics in four Linguistic Traditions: Hebrew, Sanskrit, Greek, Arabic, ed. W. van Bekkum et al., Amsterdam und Philadelphia: John Benjamins
Publishing, 1997, pp. 225-284.
No rm a t i vität in Ph ilos oph ie und Recht
Montags von 18 bis 20h in der Bibliothek des Instituts für Öffentliches Recht 2574
Prof. Dr. Wolfgang Freitag und Prof. Dr. Ralf Poscher
In diesem Seminar sollen Theorien der Normativität in Philosophie und Recht
untersucht werden. Im Fokus stehen dabei die Ontologie der Normen, Arten der
Normativität (moralisch, rechtlich), und die logische Struktur von Normsätzen.
Es werden unter anderem folgende Themen behandelt: Sein und Sollen (Humes
Gesetz), Normativität und Möglichkeit (‚Sollen impliziert Können‘), Die motivationale Struktur von Normen (Internalismus und Externalismus), Die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit einer Normlogik (Kelsen, Deontische Logik), Norm(begründungs)theorien (z.B. Expressivismus, Kontraktualismus, Sanktionstheorien),
Normative Ordnungen, Das Verhältnis von Normativität und Rationalität.
Im Seminar werden wir Texte zu diesen Themenkomplexen lesen und diskutieren
(z.B. D. Hume, H. Kelsen, P. Stemmer, J. Skorupski, J. Broom).
59
h a u p t s e m i n a r e
H e ide gge r lie s t N i etzsche
Mittwochs von 10 bis 12h im HS 1222
Prof. Dr. Lore Hühn
Martin Heidegger hat für seinen eigenen Denkweg wesentliche Anregungen von
Friedrich Nietzsche bezogen, der für sich in Anspruch genommen hatte, der Philosophie ein völlig neues Gesicht zu geben. In seinen international wirkmächtig
gewordenen Studien hat Heidegger Nietzsche freilich nicht zugestanden, die Metaphysik überwunden zu haben. Vielmehr begriff er ihn als letzte Denkergestalt
der metaphysischen Tradition, der mit seiner „Lehre“ vom Willen zur Macht bisherige metaphysische Prinzipien bloß substituiert habe. Bei seiner Suche nach
Nietzsches „eigentlicher Philosophie“ stellte Heidegger Nietzsches zu Lebzeiten
unveröffentlichten Nachlass als Ort der intellektuellen Kristallisation ins Zentrum.
Heute steht die Nietzsche-Forschung auf philologisch viel sichererem Fundament als zu Heideggers Zeiten. In diesem Blockseminar wird es deshalb darum
gehen, zu prüfen, ob Heideggers so einflussreiche Nietzsche-Deutung auch auf
diesem Fundament noch aussagekräftig ist, ja womöglich in die Zukunft weist.
Es soll auch versucht werden, Heideggers Nietzsche-Deutung im Kontext damals
konkurriender Nietzsche-Lesarten (z. B. von Ernst Bertram, Karl Löwith, Alfred
Baeumler und Karl Jaspers) zu beleuchten.
Heidegger, Martin: Nietzsche [1936/61], 2 Bde., 5. Auflage, Pfullingen 1989 u. ö.
Heidegger, Martin: „Nietzsches Wort „Gott ist tot“, in: ders.: Holzwege [1943], Frankfurt am Main 1972, S. 193-247.
Heidegger, Martin: Nietzsche: Der Wille zur Macht als Kunst
(Freiburger Vorlesung, Wintersemester 1936/37) = Gesamtausgabe, Abt. 2, Band 43, Frankfurt am Main 1985.
60
h a u p t s e m i n a r e
Heidegger, Martin: Nietzsches Lehre vom Willen zur Macht als
Erkenntnis (Freiburger Vorlesung, Sommersemester 1939) =
Gesamtausgabe, Abt. 2, Band 47, Frankfurt am Main 1989.
Heidegger, Martin: Nietzsche. Seminare 1937 und 1944. Nietzsches
metaphysische Grundstellung (Sein und Schein) 2. Skizzen zu
Grundbegriffe des Denkens = Gesamtausgabe, Abt. 4: Hinweise und
Aufzeichnungen, Bd. 87, Frankfurt am Main 2004.
Sekundärliteratur
Denker, Alfred / Heinz, Marion / Sallis, John / Vedder, Ben /
Zaborowski, Holger (Hg.): Heidegger und Nietzsche =
Heidegger-Jahrbuch 2, Freiburg im Breisgau / München 2005.
Gander, Hans-Helmuth (Hg.): „Verwechselt mich vor allem nicht!“
Heidegger und Nietzsche, Frankfurt am Main 1994.
Heinz, Marion / Kisiel, Theodore: Heideggers Beziehungen zum
Nietzsche-Archiv im Dritten Reich. In: Schäfer, Helmut (Hg.):
Annäherungen an Martin Heidegger, Frankfurt am Main / New York 1996, S. 103-136.
Müller-Lauter, Wolfgang: Heidegger und Nietzsche.
Nietzsche-Interpretationen III, Berlin / New York 2000.
Skowron, Michael: Nietzsche und Heidegger. Das Problem der
Metaphysik, Frankfurt am Main u. a. 1987.
Stegmaier, Werner: [Heideggers] Auseinandersetzung mit
Nietzscbe. I. - Metaphysische Interpretation eines Anti-Metaphysikers. In: Thomä, Dieter (Hg.): Heidegger-Handbuch, Stuttgart / Weimar, S. 202-210.
61
h a u p t s e m i n a r e
D i e P h än ome n ologie als erst e Phi l osophi e
Mittwochs von 10 bis 12h im Breisacher Tor R 204
Dr. Fausto Fraisopi
Ganz am Anfang des zweiten Buches von Edmund Husserls «Erste Philosophie.
Theorie der phänomenologischen Reduktion» charakterisiert Husserl die Phänomenologie als erste Philosophie, als Wissenschaft der transzendentalen Subjektivität und Urquellenwissenschaft, deren Aufgabe die Wiederherstellung der
Einheit zwischen Philosophie und Wissenschaft ist. Was bedeutet es für die Phänomenologie in ihrer metaphysischen Neutralität sich als «erste Philosophie» zu
präsentieren? Eine solche Behauptung ist nur ein Rückgang zur alten Metaphysik als «regina scientiarum». Um den Sinn und die Idee der Phänomenologie zu
verstehen, muss man unbedingt eine Fragestellung hinsichtlich der Verbindung
zwischen der Phänomenologie selbst und den anderen Wissensformen entwickeln. Das Seminar wird durch die Lektüre und die Interpretation des zweiten
Buches von Husserls Erste Philosophie, die Grundmotive und die Grundprobleme der Idee einer Phänomenologie als erster Philosophie unabhängig von einer
metaphysischen Wiederholung betrachten. Die Erklärung der Synonymie von
Phänomenologie als erster Philosophie einerseits und Urquellenwissenschaft bzw.
Wissenschaft der transzendentalen Subjektivität wird in den Bereich der phänomenologischen Arbeit einleiten, um die nicht- bzw. nach-metaphysische Idee einer prôte epistêmê zu denken.
E. Husserl: Die Idee der Phänomenologie. Fünf Vorlesungen,
Husserliana, Bd. 2, 1973 (Hua. 2).
E. Husserl: Erste Philosophie (1923/24). Zweiter Teil: Theorie der
phänomenologischen Reduktion, Husserliana Bd. 8, 1959.
M. Richir: «Métaphysique et phénoménologie: Prolégoménes pour
une anthropologie phénoménologique». In: E. Escoubas et B. Waldenfels (Hg.): Phénoménologie francaise et Phénoménologie allemande.
L‘Harmattan, París, S. 103-128.
62
h a u p t s e m i n a r e
C. Ierna et al. (eds.), Philosophy, Phenomenology, Sciences,
Phaenomenologica, 200, Springer, 2010, S. 1-151.
J.-L. Marion: The Other First Philosophy and the Question of
Givenness. In: Critical Enquiry, 1999, S. 784-800.
R. Bernet – I. Kern – E. Marbach: Husserl. Darstellung seines Denkens. Hamburg, 1989, Kap. X.
D i e me n s ch lich e E n t wick lu n g zwi schen
N atu r u n d Ku ltu r
Mittwochs von 14 bis 16h im HS 1019
Prof. Dr. Regine Kather und Prof. Dr. Ursula Wittwer-Backofen
Kein Kommentar.
63
h a u p t s e m i n a r e
We g e de r me n s ch lich en Erkenntni s
Mittwochs von 14 bis 16h im Breisacher Tor R 204
Silvia Negri
Auf welchen Wegen und durch welche Prozesse kann der Mensch Wissen erwerben? In welchen Fakultäten wird Wissen erarbeitet? Was kann der Mensch
überhaupt erkennen? Dergleichen noetische und erkenntnistheoretische Fragen
beschäftigten jene mittelalterlichen Autoren, die sich mit den Potentialitäten und
Grenzen des menschlichen Geistes im Rahmen von genuin philosophischen und
theologisch konnotierten Debatten auseinandersetzten. Im Seminar werden wir
uns insbesondere auf die Zeitspanne vom 13. bis zum 15. Jahrhundert – etwa von
Thomas von Aquin bis zu Cusanus – konzentrieren um verschiedene Positionen
und Argumente zu untersuchen. Dabei werden wir uns auch rückblickend den
antiken und spätantiken Quellen widmen; Aristoteles und Augustinus seien hier
exemplarisch genannt. Fachbegriffe wie „möglicher“ und „aktiver Intellekt“,
„Species“, „Intentionalität“, „intuitive“ und „abstraktive“ Erkenntnis, „Erleuchtung“, „natürliches“ und „übernatürliches“ Wissen, welche bis in die Moderne
den philosophischen Wortschatz geprägt haben, werden analysiert. Unterschiedliche Kognition- und Erkenntnismodelle werden somit anhand der Lektüre von
primären Texten und mithilfe von ausgewählter Sekundärliteratur verglichen.
Sekundärliteratur
Pasnau R., Theories of cognition in the later Middle Ages,
Cambridge 1997.
Perler D., Theorien der Intentionalität im Mittelalter,
Frankfurt a.M. 20042.
Spruit L., Species intelligibilis. From perception to knowledge,
vol. 1, Classical Roots and Medieval Discussions,
Leiden/New York/Köln 1994.
64
h a u p t s e m i n a r e
Die En ts t e h u n g de r We lt: Platons Ti mai os und
s e i n e W i rku n gs ge s ch ich te in der Anti ke
Mittwochs von 16 bis 18h im HS 1034
JProf. Dr. Angela Ulacco
Platons Timaios ist sowohl systematisch als auch in wirkungsgeschichtlicher Hinsicht einer der wichtigsten Dialoge Platons. In der Wirkungsgeschichte der antiken
philosophischen Texte hatte kein anderes Werk dieselbe Bedeutung und Verbreitung. Der Dialog gilt zu Recht als ein Hauptwerk der Kosmologie und der Naturphilosophie. In der platonischen Erzählung erschafft ein demiurgischer Intellekt
die Weltseele und den Kosmos mittels Zahlen und geometrische Verhältnissen.
Im Seminar werden wir diesen Dialog vor dem Hintergrund der Philosophie Platons untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Diskussion über die Kernprobleme des
Timaios, wie beispielsweise: Ist die Welt (und die Weltseele) real entstanden oder
nicht? Welches ist das Verhältnis zwischen den Demiurg und den Ideen? Was genau ist das Rezeptakel (chôra) der Formen, welches Aristoteles als Materie/Stoff
interpretiert hat? Welche Rolle spielen mathematische und geometrische Verhältnisse in der Erschaffung des Kosmos?
Daneben wird auf die Rezeption des Timaios und seiner Hauptfragen bei den antiken Interpreten eingegangen werden: die alte Akademie, die Kritik von Aristoteles, Plutarch, Plotin und Proklos seien hier exemplarisch genannt.
Platonis opera recognovit brevique adnotatione critica instruxit Ioannes Burnet, Tomus IV tetralogiam VIII continents (Scriptorum classicorum bibliotheca oxoniensis), Oxonii, 1902. - Übersetzung:
Platons Dialoge Timaios und Kritias übersetzt und erläutert von Otto Apelt (Philosophische Bibliothek, 179), Leipzig, 1922 (und Nachdr.).
65
h a u p t s e m i n a r e
Sekundärliteratur
Taylor, A.E., A Commentary on Plato’s Timaeus, Oxford 1928.
Cornford, F. Macdonald, Plato’s Cosmology. The Timaeus of Plato.
Translated with a Running Commentary, London 1956.
Baltes, M., Die Weltentstehung des Platonischen Timaios nach den
antiken Interpreten, Bd. 1, Leiden 1976.
Celia, F.- Ulacco, A., (ed.), Il Timeo. Esegesi greche, arabe, latine,
Pisa 2012.
Brisson, L. - Meyerstein, F. W., Inventing the Universe. Plato’s Timaeus, the Big Bang, and the Problem of Scientific Knowledge, Albany, NY, 1995.
Mohr, R.D.- Sattler, B.M. (ed.), One book, the whole universe : Plato’s Timaeus today, Las Vegas, Nev. 2010.
Görgemanns H., Platon, Heidelberg 1994.
Horn, Ch. - Müller, J. - Söder, J., Platon-Handbuch.
Leben-Werk-Wirkung, Stuttgart – Weimar 2009.
66
h a u p t s e m i n a r e
W i l l iam Jame s ‘ Pragmati smus
Donnerstags von 10 bis 12h im Peterhof HS 2
Prof. Dr. Andreas Urs Sommer
Der wesentlich von William James (1842-1910) inspirierte Pragmatismus hat die
philosophische Diskussion der angelsächsischen Welt stark beeinflusst. Seine Rezeption in Deutschland ist demgegenüber verhalten geblieben. Das Seminar stellt
James’ programmatische Schriften zum Pragmatismus ins Zentrum und fragt, in
welcher Weise gerade der umstrittene pragmatistische Wahrheitsbegriff heute
noch anschlussfähig ist. Sind wir in unserem philosophischen Tagesgeschäft pragmatistischer als wir es gemeinhin wahrhaben wollen?
William James: Pragmatism. A New Name for Some Old Ways of
Thinking, London / New York 1907 u. ö.
Willam James: Pragmatismus. Ein neuer Name für einige alte
Denkweisen. Übersetzt und mit einer Einleitung hg. von Klaus Schubert und Axel Spree, Darmstadt 2001.
William James: The meaning of Truth. A Sequel to Pragmatism, London / New York 1909 u. ö.
67
h a u p t s e m i n a r e
Me n s ch e n bilde r im 20. Jhdt.:
C h i n a u n d de r We s te n i m Vergl ei ch
Donnerstags von 12 bis 14h im Breisacher Tor R 101
Dr. Martin Dornberg und Prof. Dr. Nicola Spakowski
In dem interdisziplinär und interkulturell angelegten Hauptseminar im Rahmen
der Reihe „China als Methode“ sollen 3 Themenfelder bearbeitet und auf ihre
damit in Beziehung stehenden Menschenbilder befragt werden: 1. Mensch-Tier;
2. Mensch-Natur und 3. Mensch-(anderer) Mensch.
Dazu sollen nicht nur wissenschaftliche Texte herangezogen und selbst erstellt
werden, sondern in interdisziplinär/interkulturellen Arbeitsgruppen auch andere
mediale Artefakte/Erzeugnisse aus Europa und China (Videos; Bild-/Printmedien;
Performances) über die dahinterstehende bzw. dadurch generierte „Philosophie“
des Mensch-Tier/Mensch-Natur und des Mensch-Mensch Verhältnisses befragt
und das damit in Beziehung stehende Selbst- und Weltverständnis herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sollen im Seminar in der 2.
Seminarhälfte vorgestellt werden.
Zum Thema wird 2015 ein Workshop mit chinesischen und deutschen Teilnehmern zum Thema durchgeführt werden.
„China als Methode“ ist eine interdisziplinäre und interkulturelle Seminarreihe, die die Sinologie mit systematischen Fächern verbindet, um neue Zugänge
zu Schlüsselbegriffen der Gegenwart (Zukunft, Geschlecht, Kapitalismus, Glück
etc.) zu entwickeln. Auf der Grundlage eines interdisziplinären Team Teachings
und im Dialog mit chinesischen WissenschaftlerInnen und AktivistInnen soll ein
Verständnis der drängenden Problemlagen der Gegenwart generiert werden, das
theoretisch fundiert ist und eurozentrische Verzerrungen vermeidet. Dieses neue
Verständnis soll in die öffentliche Debatte eingebracht werden. Die Seminarreihe
wird in ihrer Pilotphase (August 2014 bis Juli 2015) mit Mitteln aus dem Innovationsfonds 2014 der Universität Freiburg finanziert. Beteiligt sind vorläufig die
Fächer Sinologie, Soziologie und Philosophie.
68
h a u p t s e m i n a r e
Be g r i f f s p e rs o n e n in de r Ph ilos ophi egeschi cht e
Donnerstags von 16 bis 18h im HS 1140
Dr. André Reichert
Gilles Deleuze und Félix Guattari entwerfen in ihrem letzten Buch („Was ist
Philosophie?“) einen Konstruktivismus, der die philosophische Tätigkeit als die
Erschaffung von Begriffen bestimmt. Um Begriffe zu erschaffen, müsse der Philosoph jedoch auch eine Begriffsperson ins Werk setzen. Die Begriffsperson ist eine
Maske, mit der man philosophiert. Erst diese Maskierung erlaube es dem Philosophen, auf eine andere Weise zu denken (anders als die herrschende Meinung,
mächtige Diskurse usw.), um neue Begriffe zu schaffen. Sie bezeichnet aber auch
den Bereich der Fürsprecher, die im Denken bestätigen. Und auch wenn D&G einen Unterschied zwischen Dialogfiguren und Begriffspersonen machen, so sind es
dennoch die philosophischen Dialoge, in denen die Begriffspersonen offenkundig
werden.
In den ersten Sitzungen werden wir uns der Theorie der Begriffspersonen bei
D&G sowie der Fürsprecher bei Deleuze widmen. Im Anschluss daran sollen dialogische Texte der Philosophiegeschichte gelesen werden, um die Rolle der Begriffspersonen für die jeweiligen Philosophien genauer zu bestimmen. Wir werden dann auf die Begriffsperson des Freundes bei Platon sowie des Einfältigen bei
Descartes treffen, uns die Diskussion von Theophilus und Philalethes bei Leibniz
genauer anschauen, das Maskentheater bei Nietzsche entfalten und schließlich der
Diskussion der ermüdeten Freunde bei Blanchot beiwohnen.
Ziel des Seminars wird es sein, das maskierte Philosophieren genauer zu fassen,
um es in seinen Variationen in den unterschiedlichen Dialogen zu analysieren.
Damit werden philosophische Dialoge von dem Problem der Vermittlung abgelöst
und in ihrer vollen Produktivität bestimmbar, wenn dann gefragt werden kann:
Was ist das Problem? Wer sind die Gegner? Worin besteht der Einsatz der Begriffsperson? Welchen Begriff erlaubt sie zu denken?
69
h a u p t s e m i n a r e
S ich e r h e it u n d/oder Frei hei t
Freitags von 10 bis 12h im HS 1019
Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander, Dr. Elisa Orrù und
Sebastian Volkmann
Anmeldung vie eMail beim Husserl-Archiv ist erforderlich:
husserlarchiv@philosophie.uni-freiburg.de
Das Seminar beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Sicherheit und
Freiheit bei öffentlichen Sicherheitsmaßnahmen. Neben klassischen Texten aus
philosophischer bzw. demokratietheoretischer Sicht soll in dem Seminar auch die
aktuelle wissenschaftliche Debatte über staatlichen Überwachungsmaßnahmen
behandelt werden. Zudem wird das Seminar in neuere Ansätze aus der angewandten Ethik zur Technikfolgenabschätzung einführen, die sich zur Bewertung von
Sicherheitstechnologien eignen. Zwei aktuelle Forschungsprojekte werden dabei
als Beispiele einer philosophischen Beschäftigung mit der Herstellung von Sicherheit dienen.
Zur Einführung in den oben genannten Themenkomplex wird ab dem 15. August
auf der Homepage (www.husserlarchiv.de) sowie im Sekretariat des Husserl-Archivs folgender Text als PDF bzw. Kopiervorlage bereitgestellt:
70
Conze, Werner (1984): »Sicherheit«, in: Otto Brunner; Werner Conze; Reinhard Koselleck (Hrsg.), Geschichtliche Grundbegriffe, Band 5,
Stuttgart, 831-862.
h a u p t s e m i n a r e
G l ü c k b e i A r is tote le s u n d Kant ( M15/ 23)
Freitags von 16 bis 18h im HS 1140
Dr. David Espinet und Dr. Thomas Jürgasch
Seit der Antike steht die Frage nach dem menschlichen Glück im Zentrum philosophischer Reflexion. Einigkeit besteht über das anthropologische Faktum, dass
Menschen nach Glück streben. Gegenstand andauernder Reflexion aber sind die
Fragen: Was macht tatsächlich glücklich? Und, eng damit verbunden, was ist
menschliches Glück überhaupt? Ist es identisch mit Lust, oder ist es eher ein bestimmtes Verhältnis zu dieser? Woran sollte man sich beim Streben nach Glück
orientieren? An der Lustmaximierung oder an einem anderen Gut? Im Seminar
antworten wir auf diese Fragen anhand von Aristoteles’ und Kants Konzeptionen von eudaimonia bzw. Glückseligkeit und des höchsten Guts. Wo bestehen
dabei Berührungspunkte zwischen Kant und Aristoteles? Wo unterscheiden sie
sich grundlegend? Und was lässt sich aus dieser Verhältnisbestimmung für gegenwärtige ethische Diskussionen gewinnen? Ausgehend von diesen Fragen arbeiten wir einige zentrale Unterscheidungskriterien heraus, die es erlauben, eine
grundlegende ethische Differenz innerhalb der Neigungsökonomie des Menschen
einzuziehen: der Unterschied zwischen einem Verhältnis zur Lust, die unglücklich
macht, und einer Verhältnis zur Lust, die glücklich macht.
Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, hrsg. von Heiner
Klemme und Rainer Brandt, Hamburg 2003.
Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kommentar von Christoph Horn u.a., Frankfurt/Main 2007.
Andrea Esser, Ethik für Endliche. Kants Tugendlehre in der Gegenwart, Stuttgart 2004.
Paul Guyer, Kant on freedom, law, and happiness, Cambridge 2000.
71
h a u p t s e m i n a r e
Aristoteles, Ethica Nicomachea, ed. Ingram Bywater, Oxford 1894
(repr. 1962).
Franz Dirlmeier, Aristoteles, Nikomachische Ethik, Übersetzung und Nachwort von Franz Dirlmeier, Anmerkungen von Ernst A. Schmidt, Stuttgart 2006.
Gabriel Richardson Lear, Happy Lives and the Highest Good. An Essay on Aristotle’s Nicomachean Ethics, Princeton 2004.
H u s s e r l: Kar te s ian is ch e Medi tati onen
Blockseminar, Termin noch nicht bekannt!
Prof. Dr. Günter Figal und Dr. Jacob Rogozinski
Husserls „Cartesianische Meditationen“ sind nach „Ideen 1“ der wichtigste Versuch des Begründers der Phänomenologie. Sein philosophisches Programm als
solches zu entwickeln. In äußerst komprimierter und deswegen äußerst interpretationsbedürftiger Weise geht Husserl in diesem Text, der auf an Sorbonne in
Paris gehaltene Vorträge zurückgeht, auf die Begründung und die Durchführung
der Phänomenologie ein. Besonders wichtige Fragen sind dabei unter anderem die
Frage nach dem Stellenwert des „Transzendentalen Ego“, das die Phänomene als
solche konstituiert, der Intersubjektivität und der Leiblichkeit.
Wir wollen die Cartesianischen Meditationen in unserem Hauptseminar vollständig als Programmschrift diskutieren und dabei die Möglichkeiten klären, an Husserls Entwurf gegenwärtig anzuschließen. Das Seminar wird als Kompaktveranstaltung stattfinden. Dabei sind Sitzungen in Straßburg und in Freiburg geplant.
Die Reisekosten von Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im Rahmen des
EUCOR-Programms unterstützt.
72
h a u p t s e m i n a r e
D e r Be gr iff de s Le bens
z w i s c h en Ph ilos oph ie u n d B i ol ogi e
Blockseminar, Termin noch nicht bekannt!
PD. Dr. Oliver Müller
Vorbesprechung am 30/10/2014 im 18 Uhr im Bernstein Center Freiburg, Hansastr. 9a
Seit der Antike wird versucht, Leben zu definieren, auf den Begriff zu bringen.
Was schon damals schwierig war, wird mit den neuzeitlichen Messmethoden und
Arbeitsweisen sowie der Etablierung der Labore zu einer erkenntnistheoretischen
und ontologischen Herausforderung: Der Begriff des Lebens soll den „harten“
Kriterien der biologischen Wissenschaften standhalten – und gleichzeitig nicht zu
reduktionistisch sein. Leben kann man nicht nur definieren und erklären, sondern
auch beschreiben und verstehen. Und dafür bedarf es philosophischer Methoden.
Darüber hinaus hat der Begriff des Lebens immer auch ethische Implikationen.
Wir behandeln Lebendiges anderes als Nicht-Lebendiges. Aber woher kommt
dieser Wert? Wie lässt er sich begründen? Wir wollen in dem Seminar die epistemologischen, ontologischen und ethischen Fragen um den Begriff des Lebens
systematisch untersuchen. Dabei wollen wir auch ein aktuelles Forschungsfeld
näher ansehen, die so genannte „Synthetische Biologie“, die sich zum Ziel gesetzt
hat, neue Lebensformen zu „kreieren“, „herzustellen“. Vor dem Hintergrund der
erarbeiteten Konzepte wollen wir die Sprache, die Hintergrundannahmen und die
ethischen Herausforderungen der Synthetischen Biologie erkunden und kritisch
reflektieren. Das Seminar ist zugleich Teil eines von der EU geförderten Projektes
am Theater Freiburg und an der Universität, das die Synthetische Biologie auch
mit den Mitteln und der Perspektive der Kunst in den Blick nehmen will. Das
Seminar ist Auftakt für einen künstlerischen Arbeits- und Probenprozess am Theater Freiburg, in dem wir die Fragen weiter drehen wollen: Was heißt es für uns
Menschen, wenn wir Leben „schaffen“ können? Sind wir dann „Schöpfer“? Was
haben die Lebensformen für einen Status, wenn sie technisch hergestellt sind –
sind es doch „Artefakte“ oder „Biofakte“? Und was heißt dies für unseren Begriff
des Lebens?
73
F o
r
s
c
h
u
„ D a s G r a s w ä c h s t n i c h t s c h n e l l e r, w e n n m a n d a r a n
zieht.“
Anonym
m e t
h o
n
g
s
n a r a d n a m n n e w ,r e l l e n h c s t h c i n t s h c ä w s a r G s a D „
“.theiz
mynonA
o d e n
f o r s c h u n g s m e t h o d e n
For s ch u n gs ar bei t
Editorische, historische und philosophiegeschichtliche Forschungen
zum deutschen Idealismus bei Prof. Dr. Lore Hühn
Bei Interesse meldet ihr euch bitte bei Frau Prof. Hühn vie eMail:
lore.huehn@philosophie.uni-freiburg.de
F or s ch u n gs k olloqui a
Forschungskolloquium: Aktuelle Themen der Forschung bei Prof. Dr.
Catherine König-Pralong
Einmal monatlich am Freitag um 18h und Samstag um 10h, Raum und Termin
der ersten Sitzung werden per Aushang und auf der Homepage des Philosophischen Seminars bekannt gegeben:
https://www.philosophie.uni-freiburg.de/seminar/lehrstuhl_hoenen/forschungskolloquium
Positionen der Ethik bei Prof. Dr. Lore Hühn
Mittwochs von 14 bis 16h im HS 1233
Mensch, Natur, Technik. Philosophisch-ethische Antworten auf die
Herausforderungen der modernen Lebenswelt bei Prof. Dr. Regine
Kather
Dienstags von 16 bis 18h im Breisacher Tor R 201, Anmeldung erwünscht:
regine.kather@philosophie.uni-freiburg.de
76
f o r s c h u n g s m e t h o d e n
Symposion: Vortragsreihe zur antiken Philosophie bei JProf. Dr. Angela Ulacco
Das Symposion wird immer mittwochs um 12h in der Universitätsstrasse 5, Raum
2 stattfinden. Weitere Informationen über die Veranstaltung und die Gastvorträge werden auf der Homepage des Philosophischen Seminars bekannt gegeben:
https://www.philosophie.uni-freiburg.de/seminar/lehrstuhl_hoenen/symposion
Neuere Forschungen zur Phänomenologie bei Prof. Dr. Günter Figal
Alle zwei Wochen Mittwochs von 18 bis 20h im HS 1003
Kan on le k tü r e
„Was ist Philosophie?“ von Gilles Deleuze und Felix Guattari
Anmeldung bei André Reichert:
anreichert@gmx.de
„Nietzsche“ von Martin Heidegger
Anmeldung bei Prof. Dr. Lore Hühn:
lore.huehn@philosophie.uni-freiburg.de
„Pragmatismus. Ein neuer Name für einige alte Denkweisen“ von
William James
Anmeldung bei Prof. Dr. Andreas Urs Sommer:
sommer@adw.uni-heidelberg.de
77
„Ohne ein gewisses Quantum von Mumpitz geht es
nicht.“
Theodor Fontane
verbuchungs
möglichkeiten
der
hauptseminare
v e r b u c h u n g s m ö g l i c h k e i t e n
P ra k t i s c h e Ph ilos oph ie
Normativität in Philosophie und Recht (Seite 59)
Die Entstehung der Welt: Platons Timaios und seine Wirkungsgeschichte in der
Antike (Seite 65)
William James‘ Pragmatismus (Seite 67)
Menschenbilder im 20. Jhdt.: China und der Westen im Vergleich (Seite 68)
Der Begriff des Lebens zwischen Philosophie und Biologie (Seite 69)
Sicherheit und/oder Freiheit (Seite 70)
Glück bei Aristoteles und Kant (M15/23) (Seite 71)
Ge s c h i c h t e de r Ph ilos oph ie
Wort (lafẓ) und Bedeutung (maʿnā) (Seite 58)
Heidegger liest Nietzsche (Seite 60)
Wege der menschlichen Erkenntnis (Seite 64)
Die Entstehung der Welt: Platons Timaios und seine Wirkungsgeschichte in der
Antike (Seite 65)
William James‘ Pragmatismus (Seite 67)
Begriffspersonen in der Philosophiegeschichte (Seite 69)
Glück bei Aristoteles und Kant (M15/23) (Seite 71)
80
v e r b u c h u n g s m ö g l i c h k e i t e n
The ore ti s c h e P h ilos oph ie
Wort (lafẓ) und Bedeutung (maʿnā) (Seite 58)
Heidegger liest Nietzsche (Seite 60)
Die Phänomenologie als erste Philosophie (Seite 62)
Wege der menschlichen Erkenntnis (Seite 64)
Die Entstehung der Welt: Platons Timaios und seine Wirkungsgeschichte in der
Antike (Seite 65)
William James‘ Pragmatismus (Seite 67)
Menschenbilder im 20. Jhdt.: China und der Westen im Vergleich (Seite 68)
Begriffspersonen in der Philosophiegeschichte (Seite 69)
Der Begriff des Lebens zwischen Philosophie und Biologie (Seite 73)
Husserl: Kartesianische Meditationen (Seite 72)
81
„ Ye s t e r d a y y o u s a i d t o m o r r o w. “
n
nnnn o
oooo ttttt aaaaa ttttt eee
n o t a t
n
nnnn o
oooo ttttt aaaaa ttttt eee
n o t a t
n
nnnn o
oooo ttttt aaaaa ttttt eee
n o t a t
n
nnnn o
oooo ttttt aaaaa ttttt eee
n o t a t
n
nnn o
ooo tttt aaaa tttt eee
n otat e
84
n otat e
85
n otat e
86
n otat e
87
n otat e
88
n otat e
89
Impressum
Herausgegeben
von der
Fachschaft Philosophie
Die Kommentare zu den Lehrveranstaltungen sind von den Lehrkräften
verfasst. Sie zeichnen persönlich für den Inhalt verantwortlich. Alle Angaben ohne Gewähr.
K o n ta k t
http://www.philo-freiburg.de • fachschaft@philo-freiburg.de
G e s t a lt u n g
∆O
90
Philosophisches Seminar
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Philosophisches Seminar
Platz der Universität 3
D - 79085 Freiburg i.Br.
Geschäftsführende Direktorin
Prof. Dr. Lore Hühn
S t u d i e n k o o r d i n at i o n
Markus Erne
Raum 1071, Telefon: 0761 203-5487, Fax: -6809
studienkoordination@philosophie.uni-freiburg.de
Sprechzeiten
Montag bis Donnerstag von 09 bis 11h,
Mittwoch von 14 bis 16h.
91
1872
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
59
Dateigröße
402 KB
Tags
1/--Seiten
melden