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Der etwas andere Stadtspaziergang - Bündner Heimatschutz

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Bündner Heimatschutz 2013/2014
Jahresbericht Rapport annual Rapporto annuale
Umschlagbild:
Die vom Churer Ingenieur Walter Versell (1891–1989) entworfene, 1928 eröffnete Vorderrheinbrücke bei Tavanasa
(Foto: Thomas Riehle/ARTUR IMAGES).
Bündner Heimatschutz 2013/2014
Jahresbericht Rapport annual Rapporto annuale
Vorwort der Präsidentin
Liebe Mitglieder
Liebe Freundinnen und Freunde des Bündner Heimatschutzes
Wie im vorliegenden Jahresbericht auf S. 21–23 nachzulesen ist, wurden im vergangenen Jahr
auf dem Kantonsgebiet von Graubünden zum vierten Mal gute Bauten – wozu auch Infrastrukturbauwerke zählen – ausgezeichnet. Dabei hat die Jury erstmals entschieden, zwei Kategorien
auszuloben: eigentliche Auszeichnungen und besondere Erwähnungen. Denn es darf nicht
vergessen werden, dass Auszeichnungen von guten Bauten – die sich seit der Zeit nach dem
Zweiten Weltkrieg mehr und mehr schweizweit etabliert haben – in der Regel Bauherrenpreise
respektive Bauträgerschaftspreise sind! Obwohl grundsätzlich von den Architekten und Architektinnen eingereicht, soll das Bewusstsein für eine insgesamt gute Baukultur vor allem auf der
Seite der Auftrag- und damit Geldgeber gefördert werden.
Es geht folglich weniger um einzelne besonders herausragende Leistungen, sondern generell
um das sorgfältige und solide alltägliche Bauen. Entsprechend machen die erstmals vergebenen besonderen Erwähnungen auf Bauten oder Ensembles aufmerksam, die auf den ersten
Blick vielleicht fast ‹gewöhnlich› erscheinen mögen – bei näherer Betrachtung gleichzeitig aber
exemplarisch sind. Derlei Überlegungen standen bereits im Vordergrund, als mit der Prämierung guter Bauten in der Schweiz begonnen wurde. Als etwa der Vorstand der Ortsgruppe
Zürich des Bundes Schweizer Architekten BSA 1943 mit der Bitte an den Zürcher Stadtpräsidenten gelangte, einen Architekturpreis zu schaffen, schrieb er wörtlich, es gehe nicht darum,
«Bauten ausgesuchter Originalität herauszustellen, sondern solche zu prämieren, die sich
zwanglos und massstäblich richtig in eine gegebene Bebauung und in das Landschaftsbild
einfügen».1 In der Ausschreibung 2013 hiess dies sinngemäss: «Von einer prämierten Arbeit
wird erwartet, dass sie hohe gestalterische Ansprüche erfüllt, sich sorgfältig in ein bestehendes
Haus und/oder ortsbauliches Ensemble einbindet, die verwendeten Materialien adäquat einsetzt, den das Gebäude Nutzenden angenehme und lebenswerte Räume bietet und vor Ort
eine Identität bildende oder vertiefende Wirkung hat. Es geht generell weniger um die spontane
Bildwirkung als um charaktervolle Bauten mit dem Potenzial, auch längerfristig als kultureller
Beitrag wahrgenommen zu werden.»2
Nun zeigte sich im Laufe der dreitägigen Jurierungsarbeit, dass das Bauen im Bestand zu
einem Schwerpunkt wurde, wobei dazu sowohl Sanierungen und Umbauten als auch sensibel
in innerdörliche Situationen eingefügte Neubauten zählen. Schliesslich ist der Architekturalltag
gut 50 Jahre etwa nach The Death and Life of great American Cities von Jane Jacobs (1961)
oder Alexander Mitscherlichs Die Unwirtlichkeit unserer Städte (1964) vor allem ein wie auch
2
immer geartetes Weiterbauen. Die Tabula-rasa-Mentalität der architektonischen Moderne
demgegenüber hatte beispielweise auch der Basler Soziologe Lucius Burckhardt in einem
Aufsatz in der Fachzeitschrift Werk von 1975 kritisch hinterfragt. Dabei wehrte er sich insbesondere gegen die Zweiteilung des Baubestandes in einerseits schützenswerte Bauten – die
mit hohem wissenschaftlichem und finanziellem Aufwand instand gehalten, in ihrer Nutzung
aber eingeschränkt würden – und in auf Zeit geduldete Verschleissarchitekturen, wie er sie
nannte.3 Weiterbauen, bauen im Bestand, instandstellen oder baulichen Unterhalt leisten
schliesslich sind in der Regel unspektakuläre, aber notwendige – und meist nachhaltige –
Beiträge zur Architektur.
Nun tat sich im Laufe der Diskussionen der Juroren und Experten aber auch ein weisser Fleck
in der Architekturlandschaft des Kantons auf: So müssten fürs grossmassstäbliche, verdichtete
Wohnen – dauerhaft und ferienhalber – zeitgemässe Lösungen gefunden werden, meinte
Jurypräsidentin Ariane Widmer; auch neue, kreative, ja mutige.4 Es hat unter den in den letzten
Jahren realisierten, auch den eingereichten Ferienarchitekturen durchaus gute Beispiele. Doch
sind es meist kleine, frei stehende Volumen, exklusiv, formal ausgefeilt, für den gehobenen
Standard. Teils binden sie sich in den Kontext ein, teils wollen sie mit dem Ort nichts zu tun haben. Es sind private, singuläre Lösungen. Für Ferien breiterer Bevölkerungskreise aber können
sie kaum als vorbildhaft gelten. Dass es anders geht, zeigen mitunter Feriensiedlungen aus der
Zeit, als regelmässige, jährliche Ferien für Arbeitnehmende allgemein eingeführt und gesetzlich
geregelt wurden. Und dies ist nicht allzu lange her; mehrheitlich datieren ihre Anfänge in die
Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.5 Exemplarisch genannt sei hier die Reka-Siedlung Albonago bei Lugano, 1955 eröffnet und erbaut von Kaspar Baum. Oder, wiederum in Tessin, die
VPOD-Siedlung I Grappoli in Sessa (1957–60). Im Gegensatz zu Albonago, wo die einzelnen
Häuser noch frei stehen, verdichteten die Architekten Manuel Pauli und August Volland in
Sessa die 30 Reihenhäuschen zu sechs Clustern oder Hausgruppen. Schon 1969 verdichtete
auch die Reka ihre Siedlung in Wildhaus von Architekt Hans Hostettler: Je vier Geschosse türmen sich dort nunmehr unter mächtigen, alles zusammenbindenden Dächern zu veritablen
Ferien-Mehrfamilienhäusern auf. Warten wir also gespannt auf die nächste «Auszeichnung
Gute Bauten Graubünden».
Inge Beckel
1) «Zwanglos und massstäblich». Zur Chronologie der Auszeichnungen für gute Bauten in der Stadt Zürich, in: Bauamt II der
Stadt Zürich/art-ig, Büro für Kunstgeschichte Zürich (Hg.), 50 Jahre Auszeichnungen für gute Bauten in der Stadt Zürich,
Zürich 1995, S. 23; 2) Kriterien im Laufe der Zeit. Architektur zwischen Bildhaftigkeit und Ortsbezug, Einleitung, in: Auszeichnung Gute Bauten Graubünden 2013, Bündner Monatsblatt, 1/2014, S. 6; 3) Alte und junge Meister – und ihre Kritiker. Zur Rezeption von Schweizer Architektur im internationalen Kontext, in: Schweizer Ingenieur und Architekt SI+A, Nr. 37, 1998, S. 16;
4) 12 Jahre, 144 Eingaben, grosse Konstanz – und ein paar ‹weisse› Seiten, in: Auszeichnung Gute Bauten Graubünden 2013,
Bündner Monatsblatt, 1/2014, S. 9; 5) Ferien für alle. Zu den Anfängen eines sozialen Tourismus in der Schweiz, in: k + a (Kunst
+ Architektur), Nr. 2, 2011, S. 4ff.
3
Bericht der Geschäftsleitung
Aus der vielfältigen Tätigkeit der Geschäftsstelle werden im Sinne eines Überblicks nachfolgend die wichtigsten Projekte und Themen vorgestellt.
Architektur der Nachkriegszeit
Grosser Erfolg war der öffentlichen Tagung «Churer Konvikt: wie weiter?» beschieden, die
der BHS anlässlich seiner Mitgliederversammlung vom 26. Oktober 2013 organisiert hat.
Im Fokus der Veranstaltung stand die Frage nach dem Umgang mit dem architektonischen
Erbe der Nachkriegszeit. Wie sich am Tagungsort, dem zwischen 1967 und 1969 nach Plänen des Architekten Otto Glaus errichteten Konvikts eindrücklich demonstrieren liess, hat
die Nachkriegszeit auch in Graubünden bedeutende, ja einzigartige Bauwerke hinterlassen.
Sie tragen mit zu unserer Identität bei und verdienen die gleiche Beachtung und den gleichen Respekt wie die wertvollen Bauten früherer historischer Epochen. Entsprechend sollten sie auch möglichst authentisch als Dokumente ihrer Zeit überliefert werden. Die Realität
sieht leider anders aus: Der Weiterbestand auch der wertvollen Bauten aus den Jahrzehnten
nach dem Zweiten Weltkrieg ist gefährdet, sei es durch Abbruch oder durch unreflektierte
Neuerungen, etwa in Bezug auf energetischen Optimierungen: Statt die Bauwerke unter
Berücksichtigung ihrer planerischen und gestalterischen Intentionen zu bewerten und sie
in ihren konzeptionellen und baulichen Qualitäten zu bewahren, werden sie mit dogmatischen Vorgaben, sprich: Normen konfrontiert, die für Neubauten entwickelt worden sind –
und damit nicht selten «zu Tode saniert».
Gut 80 Personen folgten der Einladung des BHS ins Konvikt. Bereits der zum Auftakt
durchgeführte Hausrundgang bot Gelegenheit zum diskursiven Gedanken- und Meinungsaustausch. Es folgten drei interessante Fachvorträge. Der Kunsthistoriker Leza Dosch würdigte die Architektur des Gebäudes und dessen architekturgeschichtliche Bedeutung.
Bernhard Furrer, ehem. Denkmalpfleger der Stadt Bern und Präsident der Eidgenössischen
Kommission für Denkmalpflege EKD, erläuterte die denkmalpflegerischen Grundsätze im
Umgang mit Baudenkmälern der jüngeren Zeit. Er plädierte für eine Weiterführung der Inventare bis in die neuere Zeit hinein. Anhand von Beispielen aus seiner Praxis legte er dar,
wie wichtig es ist, ein Baudenkmal vorgängig seiner Renovation, Umnutzung oder gar Erweiterung in all seinen Aspekten seriös zu erforschen und auf der Grundlage einer solchen
eingehenden Analyse verbindliche Leitlinien für den Eingriff zu formulieren. Der Ingenieur
Eugen Brühwiler, Direktor des Labors Erhaltung und Sicherheit von Bauwerken an der
Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne EPFL, sprach sich in seinem Referat für ein generell zurückhaltendes Instandstellen von Sichtbetonbauten aus. Statt der vielfach üblichen
«Gesamtsanierung» wäre eine Beschränkung auf das sorgfältige Reparieren tatsächlich
4
3
Bekenntnis der Behörden lässt
den Heimatschutz aufatmen
Der Charakter des Konviktgebäudes in Chur soll auch
über die Sanierung hinaus
erhalten werden. Der Kanton
beruhigt den Heimatschutz.
Dieser hatte schon Alarm
geschlagen.
Vo Olivi r B r
r
Chur. – «Wir sind jetzt etwas weniger
besorgt als auch schon», sagt Ludmila
Seifert, Geschäftsführerin des Bündner Heimatschutzes. Am Samstag hatte der Heimatschutz ins Konviktgebäude der Bündner Kantonsschule in
Chur zur Mitgliederversammlung geladen. Der Standort war bewusst gewählt: Der Heimatschutz befürchtete,
dass bei einer Sanierung der Charakter des Betonbaus aus den späten
Sechzigern zerstört werden könnte.
Nach dem Anlass mit Vertetern von
Stadt und Kanton sieht Seifert einen
breiten Konsens. «Die Verantwortlichen sind sich des Werts des Konvikts
als Baudenkmal bewusst.»
Bau mi C arak r und Auss ra lung
Markus Dünner, Chef des kantonalen
Hochbauamts, welches für die geplante Sanierung verantwortlich
zeichnet, geht sogar noch einen
Schritt weiter. «Meiner Meinung nach
ist das Konvikt eines der architektonisch wertvollsten Gebäude in kantonalem Besitz», erklärt er. Dass der
Charakter und die Ausstrahlung des
Baus bei der Sanierung verändert
würden, sei für ihn «völlig ausgeschlossen».
Erbaut wurde das Konviktgebäude
in den Jahren 1967 und 1968 nach
Plänen des legendären Architekten
Otto Glaus. Der im Jahr 1914 geborene Ostschweizer war nach einer Lehre
als Tapezierer in Arosa und dem Besuch der Kunstgewerbeschule Zürich
unter anderem Mitarbeiter im Pariser
Architekturbüro von Le Corbusier
und Bauleiter für einzelne Bauten der
Arc i k nisc
w rd .
r v ll: D r Charak r d s Chur r Ko vik
Landesausstellung 1939 in Zürich gewesen. Architektur studierte Glaus
erst spät von 1941 bis 1945. Das Konviktgebäude gehört – neben dem
Flughafen in Lugano-Agno und dem
Jakobsgut in Zürich-Höngg – zu seinen wichtigsten Werken. Gleichzeitig
gilt es als eines der zentralsten Bauwerke des sogenannten Brutalismus
in der Schweiz.
Das K nvik is nic g sc
Trotz solcher von Fachleuten bestätigter nationaler Bedeutung: Unter
Schutz steht das Konvikt nicht. Der
Kanton hat kein eigenes Inventar der
schützenswerten Bauten, und im Verzeichnis der Stadt kommt das Gebäude aus drei übereinander gestaffelten
bäud s soll b i d r
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Sa i ru
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Bild Ya ik Bürkli
Betonkuben nicht vor. Damit teilt es
das Schicksal weiterer Bauten: Die
Zeit nach dem zweiten Weltkrieg wird
vom städtischen Inventar schlicht
nicht erfasst.
Die Lücke ist auch dem Heimatschutz nicht entgangen. Seit rund
sechs Jahren weckt er mit einer Kampagne auf nationaler Ebene Verständnis und Bewusstsein für die Bauten
der Nachkriegszeit. Der Bündner
Heimatschutz hat neu einen Architekturführer über diese Zeit aufgelegt.
Nac
i v r g frag
Kantonsbaumeister Dünner ist sich
nicht sicher, ob eine Unterschutzstellung des Konvikts wünschenswert
wäre. Zwar bestünde in diesem Fall
eine gesetzliche Grundlage, um beispielsweise Richtwerte für die Energiesanierung gegen architektonische
Gründe aufzuwiegen. «Eine Unterschutzstellung würde aber auch einschränken, falls man das Konvikt später einmal anders nutzen möchte.»
Eine Umnutzung des Glaus-Baus ist
vorläufig aber kein Thema. Umfragen
haben ergeben, dass das Konvikt als
Wohnheim für auswärtige Schüler
nach wie vor gefragt ist. Seit der Bau
seit einigen Jahren auch für Schülerinnen geöffnet worden ist, sind Nachfrage und Auslastung weiter gestiegen.
Und: Das Konvikt soll bleiben, wie es
ist. «Laut der Umfrage fühlen sich die
Schülerinnen und Schüler hier wohl»,
betont Dünner.
Bericht in der Südostschweiz vom 28. Oktober 2013 über die Tagung «Churer Konvikt: wie weiter?». Darin das Bekenntnis des Kantonsbaumeisters Markus Dünner, das Konvikt in denkmalpflegerischem Sinne sorgfältig renovieren zu wollen.
schadhafter Stellen angezeigt. Reduziert man Eingriffe in die Originalsubstanz auf das Notwendige, bleibt die Gesamtwirkung der Betonfassaden bestmöglich erhalten. Minimalinvasive Methoden sind in der Regel auch weniger kostenintensiv.
Abgerundet wurde der von engagierten Diskussionen begleitete Anlass mit einem Podium,
an dem neben Eugen Brühwiler der Bündner Kantonsbaumeister Markus Dünner und
Denkmalpfleger Giovanni Menghini sowie der Churer Stadtrat Tom Leibundgut teilnahmen;
5
Der etwas andere Stadtspaziergang
Der Bündner Heimatschutz hat
in seiner Reihe Architekturrundgänge in Graubünden eine
neue Publikation zur «Nachkriegsmoderne in Chur» herausgegeben. Das Büchlein lädt
ein, die Qualitäten jener Zeit
zu entdecken.
in seiner Publikationsreihe Architekturrundgänge in Graubünden nun der
Nachkriegsmoderne in Chur ein
handliches, 36-seitiges Büchlein gewidmet, das zu einem Stadtspaziergang der etwas anderen Art einlädt.
Bebildert mit Fotografien von Ralph
V n M hi s B lze
Chur. – Die Popmusik der Fünfziger-,
Sechziger- und Siebzigerjahre bildet
generationenübergreifend
immer
noch einen beachtlichen Fundus an
Ohrwürmern. Wir verbinden mit diesen Songs Rebellion, Aufbruch, Befreiung von konservativen Rollenmustern. Die Architektur aus dieser
Zeit hat es da als Kulturgut etwas
schwieriger. Gebäude aus den genannten Jahrzehnten werden zwar
mit dem Wirtschaftswunder, jedoch
eher mit dessen negativen Seiten verbunden, wie der Verschandelung der
Natur, dem Entstehen einer anonymen Massengesellschaft oder der Geringschätzung älterer Bauformen.
Der Heimatschutz Graubünden hat
R s f r r: Die Publik i n is eine
Einl dung zu Be ch ung eine
meis ve schmäh en Ep che.
Feiner geht der Churer Kunsthistoriker Leza Dosch der Geschichte von
20 Gebäuden auf dem Stadtgebiet
nach, die in der Zeit zwischen 1945
und 1972 erbaut worden sind.
Die am Wesentlichen orientierten
und trotz hoher fachlicher Dichte
leicht lesbaren Texte, zeichnen Aspekte einer Epoche nach, die als Churs
Boomjahre gelten. Damals wuchs die
Bevölkerung von 20 000 auf über
30 000 Einwohner an. Der Boom und
neue Bauformen waren in dieser Zeit
auch eine Herausforderung für die
Entwicklung neuer Regeln für das
Bauen. Dosch zeichnet im Vorwort
denn auch die Entwicklung des städtischen Baugesetzes seit 1896 nach.
D Qual ä d s Uns
nbar n
Die vom Grafiker Ramun Spescha
elegant gestaltete, handliche Broschüre versammelt 20 exemplarische und
markante Bauten aus jenen Jahrzehnten. Sie lenkt den Blick auf Fassaden
oder städtebauliche Situationen, die
jeder Churer zwar kennt, sie so aber
wahrscheinlich noch nie betrachtet
hat: die schön geschwungene Fassade
des Geschäftshauses Maron am Bahn-
hofplatz, die für heutige Augen so eigenwillig gestaltete Comanderkirche,
die grosszügige Leichtigkeit der Anlage Heroldschulhaus, die Qualitäten
des «Bananenblocks» am unteren Ende der Engadinstrasse, die konsequente und nachhaltige Gestaltung
eines Lebensraumes im Lacunaquartier oder die strenge Eleganz des
AHV-Gebäudes am Rosenweg.
Text und Bild gelingt es, scheinbar
Gewohntes und Unscheinbares ins
Blickfeld zu rücken und die Qualität
von Bauten hervorzuheben, die im
landläufigen Sinn kaum als «schön»
bezeichnet würden. Erst aus der zeitlichen Distanz und mit Beihilfe des
geübten Auges eines Kunsthistorikers
wird es möglich, einen ideologiefreien und unverstellten Blick auf diese
Epoche zu werfen und den Wert ihrer
Architektur zu schätzen. In diesem
Sinne ist das Büchlein ein Augenöffner und einladender Wanderführer
für eine kleine Zeitreise auf dem
Stadtgebiet.
Bündne Heim schu z: «N chk iegsm de ne in Chu ». Ve l g Dese in . 36 Sei en.
10 F nken.
Bericht in der Südostschweiz vom 1. November 2013 über den jüngsten, von Leza Dosch verfassten Architekturrundgang des Bündner Heimatschutzes.
die Moderation übernahm die Kulturwissenschaftlerin Cordula Seger. Man war sich einig:
Das Konvikt ist eine herausragende baukulturelle Leistung seiner Zeit, dem als solcher
auch ein sachgerechter und respektvoller Umgang gebührt. Der Politiker Leibundgut verweis aber auch auf die Notwendigkeit hin, diese rohe, auf den ersten Blick schroffe Architektur mittels Information und auf Führungen auch dem breiten Publikum zu erklären und
näherzubringen. Denn letztlich wirkten sich derlei Sensibilisierungen positiv auf die politischen Entscheide und mit ihnen die notwendigen Kredite aus.
Einen ersten, wichtigen Schritt in diese Richtung hat der BHS mit seiner Tagung, die ein positives Medienecho fand, getan. Auch der im Auftrag des BHS von Leza Dosch verfasste
und anlässlich der letztjährigen Mitgliederversammlung präsentierte Architekturrundgang
zur Churer Nachkriegsmoderne dient dazu, den Sinn für die Qualitäten der Bauwerke aus
der Nachkriegszeit zu schärfen und der weitverbreiteten Ablehnung der Bauten jener Epoche entgegenzuwirken (zu bestellen unter: www.casanova.ch oder über jede Buchhandlung). Der Führer präsentiert 20 Bauwerke aus der Zeit der «Churer Boomjahre» zwischen
1950 und 1972 quer durch alle Bauaufgaben. Ausserdem hat der BHS in der gross aufgelegten Zeitschrift Graubünden Exclusiv (Nr. 49, Sommer 2014) einen längeren Beitrag mit
dem Titel «Nachkriegsarchitektur im Blickpunkt des Heimatschutzes» platziert. Es sei hier
auch auf die jüngste Kampagne unserer Mutterorganisation hingewiesen: Im November
2013 gab der Schweizer Heimatschutz die Publikation Die schönsten Bauten 1960–75 her6
aus (zu bestellen unter: www.heimatschutz.ch/shop), die 50 Zeitzeugen der jüngeren Baukultur aus der ganzen Schweiz vorstellt. Weitere Bauwerke sowie viel Hintergrundinformationen sind auf der neu entwickelten Website www.heimatschutz.ch/1960-75 zu entdecken.
Im Nachgang zu unserer Tagung liess Stadtrat Leibundgut in der Schweiz am Sonntag vom
10. November 2013 verlauten, dass in seinem Departement nun über eine Ausweitung des
Churer Stadtinventars auf die Bauten der jüngeren Zeit diskutiert werde. Und in einer Besprechung mit der BHS-Geschäftsleiterin versicherte Regierungsrat Mario Cavigelli, dass
der Kanton den besonderen Wert des Konvikts anerkenne und um eine sorgsame Behandlung des Bauwerks bemüht sein werde. Nach Meinung des BHS gilt es nun, ein Restaurierungskonzept in Auftrag zu geben, das dem Denkmalcharakter des Gebäudes Rechnung
trägt – und zur Qualitätssicherung die Bauarbeiten dereinst von einem externen Fachgremium begleiten zu lassen, wie dies bei Restaurierungen besonders wertvoller und komplexer Gebäude üblich ist.
Aufbruch in Valendas
Am 28. Juni 2014 wurde im Beisein von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Ständerat
Martin Schmid und Regierungsrat Christian Rathgeb in Valendas das «Gasthaus am Brunnen» eröffnet. Der neue Gastbetrieb mit Dorfbeiz, Kleinhotel, Gourmet-Restaurant, Bar und
grossem Saal entstand aus Umbau und Erweiterung des zuvor seit geraumer Zeit verwaisten «Engihus» – in engem Dialog mit den Menschen vor Ort. Für die architektonische Planung zeichnete Gion A. Caminada verantwortlich. Sein Motto hiess: «Einen guten Ort für
die Gemeinschaft bauen». Wie sich schnell zeigen sollte, vermochte er diesem Anspruch
vollauf gerecht zu werden. Das Haus wurde von der Dorfbevölkerung auf Anhieb «akzep-
Blick in den grossen Saal des
«Gasthaus am Brunnen» in
Valendas
(Foto: Ralph Feiner, Malans).
7
Das Gourmet-Restaurant im Erdgeschoss des «Gasthaus am Brunnen»
(Foto: Ralph Feiner, Malans).
Rechts:
Das sorgfältig restaurierte «Türalihus», in dem die Stiftung Ferien im
Baudenkmal neu zwei Ferienwohnungen anbietet
(Foto: Ralph Feiner, Malans).
tiert» und erfreut sich bei Gästen aus nah und fern einer ausserordentlich grossen Beliebtheit. Ein Glücksfall ist (auch) das Pächterpaar Matthias und Elvira Althaus-Solèr, das nicht
nur im kulinarischen Bereich zu überzeugen weiss, sondern sich auch durch seine besondere Gastfreundschaft auszeichnet (www.gasthausambrunnen.ch).
Kaum drei Monate später, am 21. September 2014, konnte der Öffentlichkeit auch das
frisch restaurierte «Türalihus» präsentiert werden. Das markante Gebäude im Ortskern von
Valendas gehört unzweifelhaft zu den bedeutendsten Bürgerhäusern der Region und hat
durch die nun abgeschlossene sorgfältige Restaurierung noch an Wert gewonnen. In verwahrlostem Zustand ging es 2007 nach rund 60-jährigem Leerstand an die Stiftung «Ferien
im Baudenkmal» über und wurde in den letzten vier Jahren vom Ilanzer Büro Capaul &
Blumenthal Architects mit einem streng konservatorischen Ansatz subtil restauriert. Neu
stehen im herrschaftlichen Gebäude zwei grosszügige Ferienwohnungen mit einer sehr besonderen Atmosphäre zur Verfügung.
Die Wiederbelebung des «Engi-» und des «Türalihus» markiert den vorläufigen Höhepunkt
einer vorbildlichen Dorferneuerung, die 2004 durch den Verein Valendas Impuls lanciert
und vom BHS schon sehr früh finanziell wie auch ideell mitgetragen worden ist – so ist der
BHS auch im Stiftungsrat der Stiftung Valendas Impuls vertreten, der das «Gasthaus am
Brunnen» gehört (vgl. auch Jahresberichte 2006 und 2010/11). Die Valendaser Dorferneuerung ist ein Leuchtturmprojekt für die ganze Region: Das finanzschwache und von Abwanderung bedrohte Bergdorf hat mit beharrlichem Engagement und ausserordentlich geschicktem Netzwerken gezeigt, dass es fähig ist, seine Zukunft in die eigene Hand zu
nehmen. Hier wird vorgemacht, wie sich den «potenzarmen Räumen» oder «alpinen Brachen» durch eine Stärkung des Bestehenden zukunftsträchtige Perspektiven eröffnen lassen – dass es hierfür auch einer grossen Solidarität von «aussen» bedarf, versteht sich von
8
9
selbst (mehr zum Valendaser Dorfentwicklungsprozess und speziell zu Caminadas «Engihus»-Umbau findet sich im Beitrag von Ludmila Seifert: ‹Ein neuer Stammtisch›, in: Surselva:
Aufbruch im Dorf (Themenheft von Hochparterre, Oktober 2014), S. 4–11; zu beziehen
unter: www.hochparterre.ch/publikationen/themenhefte).
Vorderrheinbrücke Tavanasa
In den letzten Jahren hat sich der BHS wiederholt für den Erhalt und die sorgfältige Instandstellung bedeutender, vom Abbruch gefährdeter Brückenbauwerke eingesetzt. 2007 liess
er für die 1924/25 errichtete Landquartbrücke Dalvazza, die wohl einzige betonierte Vierendeel-Brücke in der Schweiz, vom Ingenieurbüro Conzett Bronzini Gartmann AG ein Instandsetzungskonzept erarbeiten, das auf die Wahrung des ursprünglichen Charakters
des Bauwerks und den grösstmöglichen Erhalt der originalen Bausubstanz hinzielte. Es
diente als Grundlage für die 2008 erfolgte Instandsetzung, die einen mustergültigen, ja
wegweisenden Umgang mit historisch wertvollen Ingenieurbauwerken zeigt.
Nach denselben Grundsätzen wurde 2013 auch die zwischen 1924 und 1926 errichtete
Valtschielbrücke am Schamserberg, die älteste noch bestehende Stabbogenbrücke des
Brückenpioniers Robert Maillart, instandgestellt; auch hier hat der BHS bei der Planung
und Finanzierung aktiv mitgewirkt.
Aktuell beschäftigt den BHS das ungewisse Schicksal der Vorderrheinbrücke bei Tavanasa
(vgl. Titelblatt). Sie dient der Überführung der Brigelserstrasse, einer 1904/05 erstellten Verbindung, die von Tavanasa her die auf der nördlichen Talflanke gelegenen Fraktionen der
Gemeinde Breil/Brigels erschliesst. Auch diese Brücke ist nach Meinung des BHS ein bedeutendes und schützenswertes Denkmal des Ingenieurbaus in Graubünden. Errichtet
1928 als Ersatz für die etwas flussabwärts gelegene alte Tavanasa-Brücke, die 1905 von
Robert Maillart entworfen und 1927 durch eine Rüfe zerstört worden war, ist sie ein Hauptwerk des bekannten Churer Ingenieurs Walter Versell (1891–1989). Bereits zur Bauzeit erregte die Versell’sche Brücke mit ihrem äusserst schlanken armierten Betonbogen Aufsehen. Der damalige EMPA-Direktor Mirko Roš, der die neue Rheinbrücke 1929 einem
Belastungsversuch unterzog, würdigte sie «als ein in jeder Beziehung sehr gut gelungenes
Bauwerk» (Schweizerische Bauzeitung, Bd. 93/Nr. 17, 1929, S. 208–210). Bis heute besticht
die Eisenbetonbrücke durch ihre Leichtigkeit und Eleganz. Die charakteristische Kombination von optisch leichten Betonelementen und schweren Bruchsteinpfeilern weist sie als einen Vertreter der vom «Heimatschutz» seinerzeit propagierten «gemässigten Moderne»
aus. In ihrem Erscheinungsbild präsentiert sich die Brücke heute weitgehend original – befindet sich aber in einem schlechten Zustand.
10
Die von Robert Maillart
entworfene erste Brücke über den
Vorderrhein bei Tavanasa,
die 1927 einer Rüfe zum Opfer fiel
(Foto: Carl Lang/Capauliana/
Fotostiftung Graubünden).
Rechts und unten:
Die Vorderrheinbrücke von
Walter Versell kurz nach ihrer
Fertigstellung 1928. Fotos aus der
Schweizerischen Bauzeitung,
Bd. 93/Nr. 17, 1929, S. 208 und
209.
11
Im Rahmen einer Neutrassierung der Brigelserstrasse plant der Kanton den Bau einer
neuen Vorderrheinbrücke rund 100 m weiter flussaufwärts. Das entsprechende Projekt
wurde im Mai dieses Jahres von der Regierung genehmigt. Nach Inbetriebnahme der
neuen Brücke wird die Versell’sche Brücke mit ihren Anschlusstrecken ihre Funktion als
Kantonsstrasse verlieren, wodurch dem kantonalen Tiefbauamt laut eigenen Angaben die
gesetzliche Grundlage fehlt, sie in ihrem Werkeigentum zu belassen. Falls das Bauwerk –
etwa als Fussgänger- und Radwegbrücke – erhalten werden soll, müsste es durch eine
neue Trägerschaft übernommen werden. Lässt sich eine solche nicht finden, wird der Kanton das historische Bauwerk – wie im Auflageprojekt vorgesehen – abbrechen lassen.
Die Erfahrung mit der Dalvazza- und der Valtschielbrücke zeigt, dass Baudenkmäler dieser
Art mit vernünftigen Mitteln instandgesetzt werden können und sich dafür auch die notwendige ideelle und materielle Unterstützung finden lässt. Eine vertiefte Diskussion über
Organisation und Finanzierung der Instandsetzung aber setzt eine seriöse Zustandsüberprüfung und -beurteilung und ein daraus abgeleitetes Massnahmenkonzept mit detaillierter
Kostenberechnung voraus – und zwar unter Berücksichtigung der künftigen Nutzung. Das
geltende Natur- und Heimatschutzgesetz verpflichtet den Kanton, seinen Kulturdenkmälern
Sorge zu tragen und diese, wo das öffentliche Interesse an deren Erhaltung überwiegt,
auch zu erhalten. Es ist vorderhand also primär Sache des Kantons, das Bauwerk im Hinblick auf eine mögliche Bewahrung untersuchen zu lassen. Die Aussage des Tiefbauamtes,
eine Instandsetzung der Versell’schen Brücke belaufe sich auf rund 1.5 Mio. Franken, ist zu
pauschal, als dass sie als brauchbare Grundlage für allfällige Übernahmeverhandlungen
akzeptiert werden könnte. Mit einer raschen, überschlagsmässigen Abschätzung lässt sich
der Finanzierungsbedarf nicht bestimmen.
Auf eine entsprechende Eingabe des BHS hin hat der Kanton nun in einem ersten Schritt
bei einem unabhängigen Fachmann ein Gutachten über die Schutzwürdigkeit des Bauwerks in Auftrag gegeben. Sollte die Expertise die vom BHS postulierte Schutzwürdigkeit
des Objekts bestätigen, wäre bei einem mit der Restaurierung historischer Brücken erfahrenen Ingenieurbüro die Ausarbeitung eines Instandsetzungskonzepts in der oben beschriebenen Form zu veranlassen. Bei einer Umnutzung des Bauwerks in eine Brücke für
den Langsamverkehr lassen sich die Massnahmen auf ein Minimum reduzieren. Dies wirkt
sich positiv auf die Kosten aus und hilft auch, den Denkmalwert des Bauwerks aufrechtzuerhalten.
Am Beispiel der Tavanasabrücke kristallisiert sich eine Frage, die sich künftig vermehrt stellen wird: Wie ist mit Brücken umzugehen, die ihre ursprüngliche Funktion verlieren, weil
sich der Kontext, in dem sie errichtet wurde, geändert hat? Die zur Beantwortung der Frage
notwendigen Grundlagen fehlen. Dazu gehört auch die Ausarbeitung eines Brückeninven12
tars, wie es der BHS dem Kanton anlässlich seiner Vorstösse im Zusammenhang mit der
Vorderrheinbrücke nahe gelegt hat. Nicht nur würde ein solches Inventar einen Überblick
über die schutzwürdigen und daher nach Möglichkeit zu erhaltenden Brücken im Kanton
geben – es würde auch die Planungssicherheit erheblich steigern.
«Olgiati-Quartier» in Flims-Unterwaldhaus
Alarmiert hat den BHS ein umfangreiches Strassensanierungsprojekt der Gemeinde Flims,
das auch die Via las Caglias und damit das sog. «Olgiati-Quartier» betrifft. Der Architekt Rudolf Olgiati (1910–1995) ist einer der markantesten Vertreter des schweizerischen Nachkriegsregionalismus und hat als solcher einen festen Platz in der schweizerischen Architekturgeschichte. Im Gebiet «La Hoia» und «Las Caglias» in Flims-Unterwaldhaus hat Olgiati
ab 1950 – Haus um Haus – ein eigenes Quartier errichtet. Das in rund 25 Jahren organisch
gewachsene Ensemble, das über ein Dutzend individuell gestalteter Häuser umfasst, gilt
heute als hervorragendes baukünstlerisches Gesamtkunstwerk. Im 2008 erschienenen
Das «Olgiati-Quartier» in Flims-Unterwaldhaus wird von einem kurvigen, präzis eingemessenen Weg erschlossen.
Dessen Ausbau zu einer normierten Quartierstrasse würde das wertvolle Ensemble nachhaltig beeinträchtigen.
13
Kunstführer durch die Schweiz etwa figuriert das «Ensemble von Bauten des Flimser Architekten Rudolf Olgiati» in der höchsten Kategorie (rotes Sternobjekt): «Olgiatis Bestreben,
die traditionelle Bündner Baukultur mit der Architektur Le Corbusiers und der griechischen
Antike zu einer Synthese zu führen, lässt sich hier in einem einzigartigen Zusammenhang
studieren».
Die Bewertung eines Bautenensembles erfolgt nie aufgrund der baulichen Substanz allein,
sie berücksichtigt immer auch den räumlichen Bezug der Häuser untereinander, zur Landschaft und zur Erschliessung. Die Einbindung der einzelnen Gebäude ins Gelände, die
Qualität der Umgebung und des zugehörigen Wegnetzes bestimmen den Wert eines Ensembles wesentlich mit. Die Via las Caglias, die den hier angesprochenen Ortsteil mittig
durchläuft, geht in Planung und Anlage auf Rudolf Olgiati selbst zurück. Wie sich der
schmale, punktuell nur 2.6 m breite Weg in kurvigem Verlauf durchs Quartier schlängelt und
mit breiteren und engeren Passagen, Ausstellplätzen und einer platzartigen Erweiterung im
Herzen der Baugruppe ausdifferenziert ist, zeugt von Olgiatis feinem Gespür für das Terrain.
Nach dem Willen der Gemeinde soll der durch Unebenheiten und Unregelmässigkeiten geprägte, im besten Sinne «unperfekte» Weg, dessen Asphaltbelag nahtlos ins Erdreich übergeht und mit der üppigen Vegetation am Wegrand «verwächst», nach Möglichkeit begradigt
und durchgehend auf Doppelspur-Breite mit flankierenden Banketten gebracht sowie beidseits durch Randabschlüsse mit Steinplatten und Schalensteinen eingefasst, also zu einer
eigentlichen Strasse ausgebaut werden. Es steht zu befürchten, dass damit dem Ensemble
in seiner Gesamtheit unwiderbringlicher Schaden zugefügt wird. Durch die uniforme Allerweltslösung würde die Via las Caglias in ein Korsett gezwängt, das mit dem malerischen
Charakter des Quartiers nicht in Einklang steht, es optisch und atmosphärisch banalisiert.
Das Vorhaben erscheint unverhältnismässig, zumal für eine Strasse im geplanten Ausmass
keine zwingende Notwendigkeit besteht; das doch nur sehr geringe Verkehrsaufkommen
von rund fünf Autos pro Stunde jedenfalls würde eine solche (im Sinne des Wortes) einschneidende Massnahme nicht rechtfertigen. Mit einer blossen Reparatur des schadhaften
Strassenbelags wäre den tatsächlichen Bedürfnissen wohl Genüge getan.
Der BHS hat seine Bedenken gegenüber dem geplanten Ausbau in einer kritischen Stellungnahme anlässlich der öffentlichen Auflage kundgetan. Statt auf eine unverantwortliche
Beeinträchtigung des wertvollen Aussenraums hinzuarbeiten, stände es der Tourismusgemeinde Flims gut an, das «Olgiati-Quartier» als Ganzes unter Schutz zu stellen, auf dass
die in die Jahre gekommenen Bauten nicht durch unbedachte Renovationen verdorben
werden und das noch stimmige Ensemble mitsamt der grosszügigen Freiflächen nicht zerstört wird.
14
Dieser Weg von Paspels nach Dusch soll ausgebaut werden.
Domleschg, Duscherstrasse
Als verfehlt und unverhältnismässig taxiert der BHS auch den geplanten Ausbau der Duscherstrasse. Hierbei handelt es sich um einen schmalen, von Bäumen, Hecken und
Trockenmauern gesäumten Fahrweg, der harmonisch in den sanft ansteigenden Wiesenhang eingebettet ist, der das Dorf Paspels mit der Fraktion Dusch zusammenbindet. Im
IVS, dem Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz, ist die Duscherstrasse regional bedeutend eingestuft als historischer Verlauf mit z.T. viel Substanz. Sie ist auch ein viel
begangener Wanderweg in einem beliebten Naherholungsgebiet und im Generellen Gestaltungsplan der Gemeinde als solcher eingetragen.
Das Strässchen wurde bei einem Unwetter im November 2002 stark beschädigt. Statt es
dem alten Zustand entsprechend als Naturstrasse mit einer Verschleissschicht aus örtlichem Strassenkies wiederherzustellen, wurde es mit einem doppelten Oberbelag mit Asphalt belegt, wie er sich für ein süd-westlich exponiertes Strässchen auf offenem Feld nicht
eignet, da Asphalt bei starker Sonneneinstrahlung auszublühen pflegt. Die Schäden liessen
denn auch nicht lange auf sich warten; durch die Schneeräumung und ungenügenden Unterhalt verschlechterte sich die Lage zusätzlich.
Mit der nun notwendig gewordenen Instandsetzung bestünde die Möglichkeit, das Strässchen wieder als Schotterweg herzurichten. Um Unterhaltskosten zu sparen, möchte die
15
Gemeinde die Duscherstrasse aber mit einem asphaltierten Schwarzbelag befestigen. Finanziert werden soll die Massnahme mit Meliorationsgeldern, wozu die bisher als Sammelstrasse klassierte Gemeindestrasse zur Hauptgüterstrasse umklassiert werden müsste.
Daraus wiederum folgert die Notwendigkeit der Normierung, sprich: der Ausbau der Strasse. Das hierzu vorliegende Projekt nimmt wenig Rücksicht auf die landschaftlich angepasste Dimensionierung und Gestaltung des Wegs.
Die Duscherstrasse ist nur 750 m lang, übersichtlich und hat ein sehr geringes Verkehrsaufkommen. Eine normal unterhaltene Naturstrasse würde den tatsächlichen Ansprüchen
Genüge tun und auch den Witterungseinflüssen standhalten. Seitens der Anwohnerschaft
(inkl. des Landwirtschaftsbetriebs Dusch) besteht kein Bedarf nach einer breiteren, asphaltierten Fahrbahn. Der BHS hat zusammen mit anderen Umweltorganisationen den Verantwortlichen nahegelegt, den kulturhistorischen, landschaftlichen, ökologischen und auch
touristischen Wert der Duscherstrasse zu respektieren und von einem Ausbau in der vorgesehenen Form abzusehen.
Ilanz, Spitalareal «Sontga Clau»
Wie im letzten Jahresbericht ausgeführt, hat der BHS in Vertretung des Schweizer Heimatschutzes im Juni 2013 Beschwerde eingelegt gegen den Genehmigungsentscheid der Regierung betreffend der Ortsplanungsteilrevision Spitalareal Ilanz. In einem Medienbericht
zur Sache bestätigte der neue Gemeindepräsident von Ilanz, Aurelio Casanova, die vom
Heimatschutz beanstandeten Unregelmässigkeiten: «Die Interessenabwägung wurde wohl
nicht sauber gemacht» (Die Südostschweiz, 27. März 2014, S. 3). In der Zwischenzeit haben
sich die involvierten Parteien zu aussergerichtlichen Verhandlungen getroffen und sich in
einer ersten Vereinbarung über das weitere Vorgehen geeinigt. Sofern die nächsten Schritte
vereinbarungsgemäss ausgeführt werden, wird der Heimatschutz die Beschwerde beim
Verwaltungsbericht zurückziehen. Bis dahin bleibt das verwaltungsrechtliche Verfahren sistiert.
Veranstaltungsreihe «Öffentlicher Raum»
Seit bald 70 Jahren verkaufen Jahr für Jahr rund 50 000 Schulkinder die Schoggitaler von
Schweizer Heimatschutz und Pro Natura. «Schokolade im Tausch gegen Geld, und Geld
im Tausch gegen Landschaftsschutz» – dies war das Konzept des ersten Schoggitalers,
den man 1946 zum Schutz des Silsersees im Engadin lanciert hatte. Bis heute wurden über
40 Millionen goldene Taler für den Natur- und Heimatschutz produziert. Mit dem Schoggi16
DER ÖFFENTLICHE RAUM IN BERGDORF,
TOURISMUSORT UND STADT – DIE
BEISPIELE VRIN, ST. MORITZ UND CHUR
Was fördert, was hindert die Schaffung einer identitätsstiftenden Umgebung? Im
Rahmen einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe stellt der Bündner Heimatschutz die
Bedeutung bewusst definierter und intelligent geplanter Aussenräume zur Debatte.
Der Fokus liegt auf drei für Graubünden repräsentativen Siedlungssituationen: dem
peripher gelegenen Bergbauerndorf, dem Tourismusort und der Stadt.
RESTAURANT MARSÖL – BAR
Süsswinkelgasse 25, Chur
Der Kauf eines Schoggitalers gilt als Eintritt. Keine Anmeldung erforderlich
Das Beispiel Vrin: 10. Juni 2014, 19 Uhr
Architekturkritiker Benedikt Loderer im Gespäch mit Architekt Gion A. Caminada
Das Beispiel St. Moritz: 17. Juni 2014, 19 Uhr
Architekturkritiker Benedikt Loderer im Gespäch mit Architekt Valentin Bearth
Das Beispiel Chur: 24. Juni 2014, 19 Uhr
Architekturkritiker Benedikt Loderer im Gespäch mit Architekt Thomas Domenig sen.
Plakat zu der vom BHS organisierten
Veranstaltungsreihe «Öffentlicher Raum».
SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ
PATRIMOINE SUISSE
HEIMATSCHUTZ SVIZZERA
PROTECZIUN DA LA PATRIA
BÜNDNER HEIMATSCHUTZ
PROTECZIUN DA LA PATRIA
PROTEZIONE DELLA PATRIA
taler gelang es nicht nur, ein unverkennbares Markenzeichen für den Natur- und Heimatschutz zu schaffen. Es konnten auch zahlreiche wertvolle Projekte zur Erhaltung von Naturräumen, Kulturlandschaften und Baudenkmälern sowie für die Förderung und Bewahrung der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt unterstützt werden.
Dieses Jahr werden mit dem Kauf des goldenen Talers Projekte des Schweizer Heimatschutzes zum Thema «Dorfplatz» unterstützt. Als Teil der Aktion waren die kantonalen Heimatschutz-Sektionen aufgerufen, Veranstaltungen zum aktuellem Thema «Öffentliche Räume» zu organisieren. In diesem Zusammenhang lud der BHS im Juni 2014 zu drei
Diskussionsrunden in die Marsöl-Bar in Chur ein, um eine breite Öffentlichkeit für die Bedeutung bewusst definierter und intelligent geplanter Aussenräume zu sensibilisieren. Ausgangspunkt waren die Fragen: Was fördert, was hindert die Schaffung einer identitätsstif17
«Ö f
h r
ms
sz
w
»
Wie wird öffentlicher Raum definiert, und wie soll er umbaut werden? Am Dienstagabend versuchten im
Restaurant «Marsöl» in Chur die Architekten Valentin Bearth und Dominik Loderer eine Antwort auf diese Fragen zu finden.
ze gte Bearth auf, w e n e nem we teren S hr tt e ne Vers hmelzung
von ö fentl hem Raum m t dem
Dorfkern gel ngen und Ze hen
gesetzt werden sollen –, wobe s h
d e be den Fa hleute über d e genaue Defin t on von ö fentl hem
Raum n ht mmer e n g waren.
▸ cORNELiUS RAEBER
S
«St. Mor tz st do h nur e ne
S hrumpf- und Blähstadt, wo das
Leben aus Ma land oder Zür h mport ert w rd», stellte der Journal st
und Ar h tekt Bened kt Loderer kr t s h fest. Das se halt das Wesen
von St. Mor tz und das Pr nz p des
heut gen Massentour smus, entgegnete Referent Valent n Bearth. Als
Ar h tekt, der n St. Mor tz mehrere
Projekte m t ö fentl hem charakter real s erte, ze gte er auf, w e das
städt s he Leben na h St. Mor tz
kam und der Tour smus m t se nen
Hotelbauten, Sportanlagen und infrastrukturprojekten d e Lands haft und den ö fentl hen Raum
na h und na h besetzte.
Das Dorf hat eine Zukunft
So bre t w e d e Defin t on über den
Begr f ö fentl her Raum war au h
d e we tere D skuss on. Von verd htetem Bauen und w rts haftl hem
Dru k n den Tälern war ebenso d e
Rede w e von Abwanderung und
wer denn n Zukunft n verd hteten
Orts haften wohnen soll. Dazu äusserte Bearth d e Me nung, das dörfl he Leben m t se ner Kultur habe Potenz al und darum e ne Zukunft –
wogegen Loderer e ne flex blere
Haltung forderte, wenn es darum
gehe, sterbende Dörfer aufzugeben.
Ort und Umgebung verschmelzen
«Der ö fentl he Raum hat s h verändert und muss heute anders gestaltet werden», erklärte Bearth.
War e nst das bäuerl he Leben auf
den Dorfplatz und das soz ale Zusammense n ausger htet, hat der
Tour smus m t se nen ar h tekton s hen Entw klungen n e nem
nä hsten S hr tt den «panoram s hen Bl k» ermögl ht, w e Loderer d es nannte – und spra h dabe
D e Ar h tekten Valentin Bearth (l.) und Benedikt Loderer d skut eren über
d e Bedeutung von ö fentl hen Räumen n St. Mor tz. (bild Marco HartMann)
sogar von e ner D ktatur des Panoramas. Dem entgegnete Bearth, dass
der Mens h d e Lands haft n Szene
setzen und au h brau hen wolle.
Dabe s eht er mmer no h das gle he Urbedürfn s der Mens hen w e
n den Anfängen des Tour smus.
E ne Aussage, d e Loderer so n ht
stehen lassen wollte: «D e ersten
Besu her hatten e nen anderen H ntergrund und andere Ansprü he als
d e heut gen.»
Anhand se ner St.-Mor tzer-Projekte (Bahnhof, Parkhaus und Bad)
Vrin, St.Moritz, Chur: Im Rahmen der
dreiteiligen Reihe will der Bündner
Heimatschutz die Nutzung des
öffentlichen Raumes zur Diskussion
stellen. Am Beispiel dieser drei Orte
diskutieren Architekten mit Benedikt
Loderer darüber, wie eine identitätsstiftende Umgebung geschaffen werden kann. Zum Abschluss der Reihe
wird am Dienstag, 24. Juni, Thomas
Domenig sen. in der Bar des Restaurants «Marsöl» über das Beispiel
Chur referieren. Beginn ist um 19 Uhr.
Benedikt Loderer im Gespräch mit Architekt Valentin Bearth, Bericht im Bündner Tagblatt vom 19. Juni 2014. Die
Diskussion fand im Rahmen der vom BHS veranstalteten Vortragsreihe zum «Öffentlichen Raum» statt.
tenden Umgebung? Wie müssen Plätze, Grünflächen und Ortskerne gestaltet und unterhalten werde, damit sie zum Wohlbefinden der Bevölkerung beitragen? Was sind intelligent
geplante Aussenräume und welche Prozesse stehen dahinter?
Der Fokus lag auf drei für Graubünden repräsentativen Siedlungssituationen: dem peripher
gelegenen Bergbauerndorf, dem Tourismusort und der Stadt. Als Referenten konnten die
Architekten Gion A. Caminada, Valentin Bearth und Thomas Domenig sen., als Moderator
der Architekturpublizist Benedikt Loderer gewonnen werden. Anhand ihres eigenen Werks
führten die Architekten jeweils ins Thema ein, anschliessend hat Loderer ihre Thesen im
Gespräch vertieft, abschliessend folgte jeweils eine öffentliche Diskussion. Die Veranstaltungsreihe war sehr gut besucht und wurde auch ausführlich in den Medien besprochen.
18
Europäische Tage des Denkmals 2014
Die diesjährigen Tage des Denkmals standen unter dem Motto «Zu Tisch – À table – A tavola». In Graubünden fand der vom BHS mit organisierte Anlass am 13. September 2014
in Disentis statt. Gezeigt wurden u.a. die aktuellen Umbau-Projekte im Kloster Disentis und
Gion A. Caminadas im Auftrag des Klosters errichteten Neubauten (Mädcheninternat, Klosterstall und Sennerei), daneben Ausstellungen zum «Disentiser Stuck» aus der Mitte des
8. Jahrhunderts und eine Sammlung historischer Kochbücher und Rezepte aus den Beständen des Staatsarchivs Graubünden. Der BHS bot unter dem Titel «Tafelrunde Baukultur: Dorf und Identität» eine interessante Podiumsveranstaltung an: Im Gespräch mit Planern, Denkmalpfleger, Baufachchef und Architekt ging der Architekturpublizist Daniel A.
Walser der Frage nach, wodurch eine im baukulturellen Sinne positive Dorfentwicklung gefördert oder verhindert wird. Als Einleitung ins Thema stellte Architekturprofessor Christian
Wagner das von ihm konzipierte «Baumemorandum Disentis» vor, mit dem, ergänzend zur
Ortsplanung, die Entwicklung des Dorfes gelenkt werden soll.
Tafelrunde Baukultur: Dorf und Identität. V.l.n.r.: Daniel A. Walser, Christian Wagner, Gion A. Caminada,
Esther Casanova, Iso Mazzetta, Johannes Florin (Foto: Hans Huonder).
19
Natur- und Heimatschutz in Graubünden
Seit 2003 ist der BHS Mitherausgeber des Bündner Monatsblatt. Seither bilden baukulturelle
Belange einen Schwerpunkt der traditionsreichen Zeitschrift für Bündner Geschichte, Lan-
deskunde und Baukultur, wie das Monatsblatt im Untertitel heisst. Der BHS nutzt das von
der Geschäftsführerin selbst redigierte Heft immer wieder auch zur Behandlung kulturpolitisch brisanter Themen. So erschien in der zweiten Ausgabe dieses Jahres ein bemerkenswerter Aufsatz des nach 16 Jahren abgetretenen Präsidenten der kantonalen Naturund Heimatschutzkommission, Markus Fischer, mit dem Titel «Natur- und Heimatschutz in
Graubünden – wo stehen wir heute?». Die Publikation blieb nicht ohne Resonanz. Rezipiert
hat sie etwa Hochparterre-Chefredaktor Köbi Gantenbein in seiner Schweiz am SonntagKolumne vom 13. Juli 2014 («Natur- und Heimatschutz geht es schlecht») und später auch
das Bündner Tagblatt, das Fischer gleich zweimal ausführlich zu Wort kommen liess: am
18. Juli 2014 in einem Gastkommentar und am 2. August 2014 in einem ganzseitigen Interview mit Kulturredaktor Julian Reich. So wurde Fischers im Monatsblatt geäusserte Kritik
auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Trotz neuer gesetzlicher Grundlagen stehe es, so Fischer, um den Natur- und Heimatschutz
in Graubünden schlecht bestellt. Obwohl der Tourismuskanton mit seinen schönen Ortsbildern und gepflegten Landschaften werbe – sobald konkrete Interessen im Spiel sind,
würden Schutzmassnahmen vehement bekämpft, grossspurige Projekte aufgegleist, massentouristische Angebote promoviert und Bedenkenträger als Ewiggestrige gebrandmarkt.
In wirtschaftlichen und politischen Kreisen sei die Erkenntnis zu wenig verankert, dass eine
intakte Kulturlandschaft in deren eigenem Interesse liegt. Sie ist identitätsstiftend und
erhöht die Lebensqualität, sie ist darüber hinaus, zumal in einem vom Tourismus abhängigen Kanton, aber auch von existentieller volkswirtschaftlicher Bedeutung. Fischer fordert
die Ausarbeitung einer Studie, welche die Wertschöpfung von schützenswerten Bauten
und Landschaften aufzeigt und darüber hinaus eine kantonale «Kulturpflegestrategie» mit
Antworten auf Kernfragen zur Zukunftsgestaltung unseres Kantons.
In besonderer Weise trifft der von Fischer konstatierte Missstand die Denkmalpflege, deren
Aufgabe es ist, den Umgang mit der wertvollen historischen Bausubstanz zu überwachen
und dafür zu sorgen, dass ihre Qualitäten auch für nachfolgende Generationen erkennbar
bleiben. Vor einigen Jahren zu einer blossen Fachstelle innerhalb des neu geschaffenen
Amtes für Kultur degradiert, muss sie sich mit vergleichsweise sehr bescheidenen personellen und finanziellen Ressourcen um ein ungewöhnlich reiches baukulturelles Erbe kümmern. Mit Giovanni Menghini legte Ende April 2014 der zweite kantonale Denkmalpfleger
in Folge sein Amt nach kurzer Zeit frustriert nieder. Bei beiden Abgängen wurde dem
Kanton ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Es fehle in Graubünden am Willen, die selbst
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auferlegten Gesetze einzuhalten. So sei die Ausarbeitung des vorgeschriebenen Inventars
der schützenswerten Objekte nach wie vor pendent – und mit den gegebenen Mitteln innert
nützlicher Frist auch nicht zu erreichen. Zudem wurde beide Male der Vorwurf laut, der
Denkmalpfleger könne sich bei seinen naturgemäss zuweilen unbeliebten Entscheiden
nicht auf die Rückendeckung seiner Vorgesetzten verlassen. Nicht selten schlägt sich die
Denkmalpflege mit Bauherren herum, deren Tun vor allem einen möglichst hohen finanziellen Gewinn und nicht den schonenden Umgang mit der wertvollen Bausubstanz zum Ziel
hat. Bauherren, die auf allfällige Einschränkungen denn auch reflexartig abwehrend reagieren. Da sind Probleme vorprogrammiert. Die Denkmalpflege kann ihre Anliegen letztlich nur
mit Hinweis auf das öffentliche Interesse rechtfertigen – und entsprechend ohne politischen
Rückhalt kaum etwas ausrichten.
Die Turbulenzen in der Denkmalpflege kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Die Energiewende, die im revidierten Raumplanungsgesetz festgehaltene Maxime der Verdichtung und die anstehende Ausgestaltung der Zweitwohnungsinitiative werden den
Druck auf die historische Bausubstanz massiv erhöhen – und der Denkmalpflege zusätzliche Arbeit bescheren. Ein Ausnahmeartikel im Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative etwa sieht vor: «Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von über
20 Prozent dürfen in geschützten Kulturdenkmälern sowie in ortsbild- und in landschaftsprägenden Bauten neue Wohnungen ohne Nutzungsbeschränkung […] bewilligen,
wenn die Baute in ihrem Schutzwert nicht beeinträchtigt wird, insbesondere die äussere
Erscheinung und die bauliche Grundstruktur des Gebäudes im Wesentlichen unverändert
bleiben […]».
Viele Baustellen warten also auf den neuen Denkmalpfleger, Simon Berger, der sein Amt im
September dieses Jahres angetreten hat. Wir wünschen Herrn Berger alles Gute für seine
verantwortungsvolle Aufgabe und freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.
Auszeichnung Gute Bauten Graubünden 2013
Die «Auszeichnung Gute Bauten Graubünden» ist ein wichtiges Instrument für die öffentliche Wahrnehmung zeitgenössischer Baukultur im Kanton Graubünden – nach 1987, 1994
und 2001 wurde sie im Jahre 2013 zum vierten Mal durchgeführt. Die «Auszeichnung» will
das Gespräch über Architektur fördern und eine breite Öffentlichkeit zur Auseinandersetzung mit baukulturellen Fragen anregen. Die jüngste Ausschreibung suchte beispielhafte,
zukunftsweisende Eingriffe in einen baulichen Bestand oder sensibel in den sie umgebenden (Landschafts-)Raum integrierte, auch architektonisch sehr gut gestaltete Neubauten.
Letztlich also Beiträge im Sinne einer nachhaltigen Siedlungs- und Landschaftsentwicklung.
21
«Auszeichnung Gute Bauten Graubünden 2013». Die ausgezeichneten und mit besonderer Erwähnung geehrten
Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Getragen wurde die «Auszeichnung 2013» von verschiedenen Bündner Fachverbänden
aus den Bereichen des Bauens, der Raumplanung und des Heimatschutzes; als Organisatoren fungierten neben dem BHS der Schweizerische Werkbund (Ortsgruppe Graubünden)
und das Institut für Bauen im alpinen Raum der HTW Chur.
Im Herbst 2013 konnten während zweier Monate über das Onlineportal www.gute-bautengraubuenden.ch Projekte eingereicht werden. Aus den insgesamt 144 eingegangenen Arbeiten hat die Jury 13 mit einer «Auszeichnung» bedacht und weitere neun mit einer «Besonderen Erwähnung» geehrt. Die Jury war mit der Architektin und Planerin Ariane Widmer
Pham, dem Ingenieur Aurelio Muttoni und dem Pritzker-Preisträger Peter Zumthor hochkarätig besetzt. Unterstützt wurde sie von den Experten (ohne Stimmrecht) Gerold Kurz,
Denkmalpfleger des Kantons Nidwalden, und Fabio Cortesi, Umweltwissenschafter aus
der Liestaler Firma IEU.
Sehr viel hat sich in den letzten zwölf Jahren seit der letzten Austragung in der Architektur
Graubündens getan. Die Anzahl und die Qualität der zur Prämierung eingegebenen Projekte
zeugen von einer engagierten Vitalität und von einem beachtenswerten «Savoir faire», wie
die Jury-Präsidentin Ariane Widmer Pham in ihrem Vorwort des Katalogs kommentiert, der
anlässlich der Preisverleihung am 25. Februar 2014 erschien (Bündner Monatsblatt 1/2014;
zu beziehen unter: www.casanova.ch). Die 144 Bauten sind inhaltlich, formal und program22
Das Bündner Monatsblatt 1/2014 ist als
Themenheft der «Auszeichnung Gute Bauten Graubünden 2013» gewidmet. Es enthält neben der Vorstellung aller prämierten
Werke und einer Einleitung die Laudatio
der Jury-Präsidentin Ariane Widmer sowie
den Aufsatz «Die Zukunft des Verschiedenen» von Urs Meister.
matisch weit gefächert, die Themenbereiche breit abgedeckt: Es finden sich öffentliche
Bauten, Infrastrukturen, Gewerbe- und Wohnhäuser. Auffallend ist, wie im Umgang mit der
Landschaft ein respektvolles Arbeiten gepflegt und wie mit bestehender Bausubstanz hohe
Sorgfalt, ja zuweilen Exzellenz erreicht wird. Es entfalten sich Dialoge zwischen Alt und
Neu, zwischen Natur und Bauwerk, die von vitaler Vielfalt zeugen.
Im Spätsommer/Herbst 2014 wurden die 13 ausgezeichneten Werke in einer Wanderausstellung auf verschiedenen öffentlichen Plätzen im Kanton einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Künftig soll die Auszeichnung im Vierjahresrhytmus stattfinden und von dem neu
zu gründenden Verein «Auszeichnung Gute Bauten Graubünden» organisiert werden.
Verdankung
Im Berichtsjahr wurde der BHS überraschend mit einer grosszügige Spende aus dem
Nachlass der verstorbenen Béatrice Keller (11.04.1942–28.05.2014) bedacht. Frau Keller
hatte in ihrer letztwilligen Verfügung zu Gunsten unseres Vereins ein Vermächtnis in der
23
Höhe von Fr. 10 000.- ausgesetzt. Die in Rorschach (SG) geborene Archäologin war von
1991 bis zu Ihrer Pensionierung im Jahre 2007 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Archäologischen Dienst Graubünden tätig gewesen. Trotz ihrer schweren Erkrankung hat sie
sich bis zu ihrem Tode unermüdlich und mit Erfolg der Erforschung archivalischer Quellen
zur Kultur- und speziell der Baugeschichte Graubündens gewidmet. Dem BHS war sie seit
Jahren als Mitglied verbunden.
Vorstand
Die Geschäftsleitung wurde in ihrer Arbeit stets unterstützt und getragen vom Vorstand des
Vereins. Seit der letzten Mitgliederversammlung am 26. Oktober 2013 fanden sieben Vorstandssitzungen sowie zahlreiche Besprechungen im kleineren Rahmen statt. Allen Vorstandsmitgliedern sei für ihr grosses und fachlich fundiertes Engagement gedankt.
Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen:
Inge Beckel (Präsidentin)
Silvan Blumenthal
Ramun Capaul
Peter Egloff
Patrick Gartmann
Claire Hauser Pult
Michael Hemmi
Urs Mugwyler
Georg Weisstanner (Kassier)
Chur, im September 2014
24
Ludmila Seifert
Protokoll der Jahresversammlung 2013
im Konvikt in Chur am Samstag, 26. Oktober 2013, 10.00 – 11.30 Uhr
(Rahmenprogramm: 13.00 –17.30 Uhr)
Anwesende Mitglieder:
Inge Beckel, Walter Bieler, Gordian Blumenthal, Silvan Blumenthal, Erwin Bundi, Ramun
Capaul, Esther Casanova, Rita Cathomas-Bearth, Leza Dosch, Johannes Etter, Patrick
Gartmann, Monika Geissler, Diego Giovanoli, Andreas Hagmann, Michael Hemmi, Pablo
Horvath, Heidi Husmann, Giovanni Menghini, Urs Mugwyler, Gian Linard Nicolay, Karin
Sander, Andre Sax-Schmid, Ulrike Sax, Ludmila Seifert-Uherkovich, Michele Vassella, Georg Weisstanner, Alfred Wyss, Madeleine Wyss
Anwesende Nicht-Mitglieder:
Sara Bonderer, Tom Leibundgut
Entschuldigte Mitglieder:
Robert Albertin, Sarah Benovici, Gian Caduff, Vincenzo Cangemi, Gion Caprez, Cavigelli
Ingenieure Ilanz, Margrit Contesse-Truog, Jürg Conzett, Ralph Feiner, Heinrich Figi, Johannes Florin, Maurus Frei, Köbi Gantenbein, Gabriela Gerber, Hansjürg Gredig, Kurt Hauenstein, Pavel Horvath, Brigitta Hunger, Georg Jäger, Ruedi Jecklin, Seraina Jenal, Verena
Keller, Heidi Kind, Yvonne Kocherhans, Rudolf Künzler, Daniel Ladner, Fabio Lanfranchi,
Markus Merki, Johannes Mosler, Silvia Nicol-Jourdan, Francisca und Christian Obrecht,
Thomas Ott, Georges Ragaz, Jürg Ragettli, Ivano Rampa, Gilbert Reber, Carl Rusch, Theo
Schaub, Erwin Schmid, Rainer Weitschies, Donata Willi, Robert K. Zschaler
Die Vereinspräsidentin begrüsst um 10.00 Uhr alle Anwesenden zur Jahresversammlung.
1. Protokoll der Jahresversammlung vom 27. Oktober 2012
Das Protokoll der Jahresversammlung vom 27. Oktober 2012 im Meilenerhaus in Obersaxen-Miraniga wird ohne Anmerkungen einstimmig genehmigt.
2. Jahresbericht 2012/13 der Geschäftsleitung
Der Jahresbericht liegt in gedruckter Form vor. Die Geschäftsleiterin hebt einzelne Punkte
hervor, so die Fertigstellung der Plaz Cadruvi in Sumvitg nach einem im Auftrag des BHS
entwickelten Gestaltungskonzepts des Architekten Pablo Horvath und die vom BHS unterstützte Instandsetzung der Valtschielbrücke; weiter referiert sie über den Stand der Arbeiten
25
am Valendaser «Engihus», das gegenwärtig zum «Gasthaus am Brunnen» erweitert wird,
und informiert über die Beschwerde gegen den Genehmigungsentscheid der Regierung in
Sachen Ortplanungsteilrevision Spitalareal Ilanz. Beschäftigt hat den BHS auch die Zukunft
der Badi Sand in Chur und die siedlungsbaulich und historisch wertvolle Genossenschaftssiedlung Fortuna in Chur, gegen deren Abbruch erfolglos Einsprache erhoben wurde. Opponiert hat der BHS auch gegen den Bau eines Torkels in der Grünzone von Malans. Die
Geschäftsführerin erläutert weiter, weshalb der BHS bei der Erweiterung des Bündner
Kunstmuseums auf Widerstand verzichtet hat, obwohl das vorliegende Projekt durchaus
Mängel aufweise.
Der Jahresbericht wird einstimmig genehmigt.
3. Jahresrechnung 2012 und Revisorenbericht
Kassier Georg Weisstanner erläutert die Jahresrechnung 2012. Das Vermögen erhöhte sich
um rund Fr. 28 000. Das Wertschriftendepot weist einen Mehrwert von Fr. 5500 aus.
Die Jahresrechnung 2012 sowie der Revisorenbericht 2012 werden einstimmig angenommen und dem Kassier wird Decharge erteilt.
4. Wahlen
Der in Chur wohnhafte Raumplaner und Architekt Urs Mugwyler sowie der Architekt und
Kulturwissenschaftler Silvan Blumenthal aus Morissen werden einstimmig als neue Vorstandsmitglieder gewählt.
Ebenfalls einstimmig für weitere drei Jahre bestätigt werden neben der Präsidentin Inge
Beckel auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Georg Weisstanner, Claire Hauser Pult,
Michael Hemmi, Peter Egloff, Ramun Capaul und Patrick Gartmann.
5. Varia
Walter Bieler kritisiert, dass mit Peter Zumthor ein in Graubünden tätiger Architekt in die
Jury der vom BHS mitgetragenen «Auszeichnung Gute Bauten Graubünden 2013» gewählt
worden sei. Es sei dies vollkommen unüblich und für ihn der Anlass gewesen, selber auf
eine Teilnahme zu verzichten.
Monika Geissler erkundigt sich nach einem allfälligen Einbezug des BHS bei der Renovation
des Kurhauses Bergün und fragt nach dem aktuellen Stand in Sachen Hotel Löwe Mulegns.
Ludmila Seifert sieht in Bergün keinen Handlungsbedarf, da die Arbeiten von der kantonalen
Denkmalpflege begleitet werden. In Mulegns möchte der Sohn des Mitbesitzers, Gastrokritiker Andrin Willi, mit einer neu formierten Arbeitsgruppe das Projekt «Vision Mulegns.
26
Das Posthotel und die Zukunft» weiterführen. Der BHS wird zusammen mit anderen zu den
konzeptionellen Diskussionen beigezogen und punktuell für fachliche Unterstützung angefragt.
Erwin Bundi regt an, künftig ein Jahresprogramm auszuarbeiten und sich konzeptionell mit
übergeordneten Fragestellungen zu beschäftigen. Handlungsbedarf sieht er etwa in der
anstehenden Erneuerung historischer Hotelbauten oder in der Frage, wie mit den leer stehenden Dorfställen umzugehen sei. Bundi selbst hat für beide Problemfelder bereits Vorarbeiten in Form von Diskussionspapieren geleistet und regt eine organisationenübergreifende Koordination an. Ludmila Seifert gibt zu bedenken, dass die Geschäftsstelle durch
das «Tagesgeschäft» schon vollauf ausgelastet ist. Andreas Hagmann sieht für die strategische Arbeit den Vorstand und nicht die Geschäftsleitung in der Pflicht.
Johannes Etter regt an, die Fusion mit der Heimatschutz-Sektion Engadin und Südtäler zu
forcieren. Wie Inge Beckel informiert, haben entsprechende Kontaktnahmen bereits stattgefunden.
Das Rahmenprogramm vom Nachmittag war mit rund 80 Anwesenden sehr gut besucht.
Er stand unter dem Titel «Churer Konvikt: wie weiter?» und war dem Umgang mit Bauten
der Nachkriegszeit gewidmet. Eingeleitet wurde der Anlass mit einem Rundgang durch das
der Öffentlichkeit sonst unzugängliche Gebäude; geführt wurden die Besucher von Konvikt-Leiter Oliver Wirz und Vertretern des Hochbauamtes Graubünden. In einem zweiten
Teil standen drei Referate an: Der Churer Kunsthistoriker Leza Dosch würdigte in seinem
Vortrag mit dem Titel «Das Konvikt – ein Baudenkmal der Nachkriegsmoderne» die architektonischen Qualitäten des Gebäudes und stellte es in den architekturgeschichtlichen Zusammenhang. Bernhard Furrer, ehem. Denkmalpfleger der Stadt Bern und Präsident der
Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege, sprach über den «denkmalpflegerischen
Umgang mit Bauten der Moderne», und zum Abschluss erläuterte der Ingenieur Eugen
Brühwiler, Direktor des Labors Erhaltung und Sicherheit von Bauwerken an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne EPFL, minimalinvasive Methoden zur/zum «Instandsetzung und Schutz von Sichtbeton». Abgerundet wurde der von engagierten Diskussionen
begleitete Anlass mit einem Podium, an dem neben Eugen Brühwiler der Bündner Kantonsbaumeister Markus Dünner und Denkmalpfleger Giovanni Menghini sowie der Churer
Stadtrat Tom Leibundgut teilnahmen; als Moderatorin fungierte die Kulturwissenschaftlerin
Cordula Seger.
Protokoll: Ludmila Seifert
27
Jahresrechnung 2013
Betriebsrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2013
Einnahmen:
Mitgliederbeiträge
Fr.
13’590.—
Talererlös
Fr.
8’946.50
Zinsen und Dividenden
Fr.
5'302.78
Bucherlös
Fr.
1’249.60
Beitrag aus Erbschaft Michel-Scotoni
Fr.
120'000.—
Brunnenstock Bergün
Fr.
3’170.—
Berichtigung Wertschriften
Fr.
1’583.—
Ausgaben:
Geschäftsstelle/Kassa/Vorstand
Fr.
63'759.15
Drucksachen/Internet
Fr.
5'572.40
Generalversammlung und Tagungen
Fr.
5’908.70
Vergabungen
Fr.
36'590.—
Allgemeine Unkosten
Fr.
10'088.77
Bücherdruck (Eigenverlag)
Fr.
25’078.75
Abschreibungen
Fr.
581.—
Rechtskosten
Fr.
4’735.70
Vorschlag 2013
Fr.
1'527.41
Fr.
153'841.88
Bilanz per 31. Dezember 2013
Aktiven
Kassa
Fr.
208.—
Postkonto 70-889-4
Fr.
15'913.44
Privatkonto UBS
Fr.
6'598.87
Wertschriften
Fr.
210’973.—
Verrechnungssteuer
Fr.
1’490.80
Inventar
Fr.
581.—
Debitoren
Fr.
500.—
Passiven
Rückstellungen für Vergabungen
Fr.
Vermögen am 1.1.2013
Fr. 207'962.70
Vorschlag 2013
Fr.
1’527.41
28
26'775.—
Fr. 209'490.11
Fr.
Chur, 14. Juli 2014
Fr. 153'841.88
236'265.11
Fr. 236'265.11
Der Kassier: G. Weisstanner
Offene Vergabungen
2007 Sanierung Soliserbrücke
Sanierung Burg Strassberg, Malix
Fr.
5'000.—
Fr.
5'000.—
2008 Krypta Kirche Nossa Donna im Bergell
Fr.
1'000.—
2009 Umbau Pfarrhaus, Sagogn
Fr.
3'000.—
2010 San Gaudenzio, Casaccia
Fr.
3'000.—
2011 Alpe Vazzola
Fr.
3’000.—
2012 Photovoltaikanlage Schlans
Fr.
1'000.—
Fr.
5'775.—
2013 Bündner Monatsblatt (2. Sem. 2013)
Fr. 26'775.—
2013 ausbezahlte Vergabungen
Pro Natura, RPG
Fr.
Andrea Badrutt, Fotoreportage
Fr.
540.—
HTW-Ausstellung*
Fr.
5’000.—
Spazierpark Filisur
Fr.
1'500.—
Hotel Löwe, Mulegns
Fr.
3'000.—
Bündner Monatsblatt
Fr.
5'275.—
Diego Giovanoli, Fotorep. Bergell
Fr.
1’000.—
Plaz Cadruvi Sumvitg
3'000.—
Fr. 15'000.—
Fr. 34'315.—
* «Wenn Haltung Raum bildet»
29
30
Erbschaft H. Michel-Scotoni
Jahresrechnung 2013
Erfolgsrechnung 1.1.2013–31.12.2013
Bankspesen und Depotgebühren
Courtagen und Stempel
Auszahlung an BHS ord. Rechnung
6'083.76
2’411.90
120'000.—
Berichtigung Wertschriften
144'503.40
Zinsen und Dividenden
47'725.39
Prämien
Vorschlag 2013
9'033.95
72'767.08
201'262.74
201'262.74
Aktiven
Passiven
Bilanz per 31. Dezember 2013
Privatkonto UBS
Wertschriften
Guthaben Verrechnungssteuer
8'538.18
1'930’141.—
15'591.60
Vermögen
1'954'270.80
1'954'270.80
1'954'270.80
Vermögensrechnung
Vermögen am 1. Januar 2013
Vorschlag 2013
Vermögen am 31. Dezember 2013
Chur, 14. April 2014
1'881'503.72
72'767.08
1'954'270.80
Der Kassier: G. Weisstanner
31
32
Bündner Heimatschutz
Protecziun da la patria
Protezione della patria
Geschäftsstelle:
Lürlibadstrasse 39
7000 Chur
Telefon 081 250 75 72
www.heimatschutz-gr.ch
E-Mail: info@heimatschutz-gr.ch
Spendenkonto PC 70-889-4
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Seele and Geist
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