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Beilage 1 - GrazMuseum

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Programm 2014
Programm 2014
Martin Bilinovac, Spiegel I, 2013
C-Print, 95 x 135 cm
17.06.2014
HAVE A LOOK
INTO MY LIFE!
Zeitgenössische Kunst der Roma _Seite 2
01.10.2014
graz – OFFENE STADT
Ordnungspolitik und Möglichkeitsräume – Dokumentations- und Kunstausstellung _Seite 8
03.11. – 05.11.2014
ANNA KIM:
Das Öffentliche
und das Private
UNRUHE BEWAHREN – Herbstvorlesung _Seite 10
Europa definiert sich als Solidargemeinschaft. Dennoch
richten, wie die Europawahl zeigt, immer mehr Menschen
ihre Wut infolge rasanter Veränderungen und nicht enden
wollender ökonomischer Krisen bevorzugt auf Randgruppen und Minderheiten. Ausgrenzung und Diskriminierung
sind allerdings nicht nur ein Problem für die Betroffenen.
Sie bestimmen die geistige Luft, die wir alle atmen. Es
macht einen Unterschied, ob wir auf Möglichkeitsräume
achten oder auf Ausschlusskriterien.
Seit längerer Zeit weisen KünstlerInnen und Intellektuelle auf einen schleichenden Wertewandel hin, der eine
Erosion des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der
Aushöhlung von Freiheit, Gleichheit und demokratischer
Rechte bewirkt – alles das, was Europa so lebenswert
macht. Wegen dieser Tendenz des „Rückgängigmachens“ sieht Slavoj Žižek bereits ein „neues finsteres
Zeitalter“ heraufziehen, das auf der schrittweisen Zerstörung der Substanz unserer Grundwerte beruhe, ungeachtet ihrer gegebenen formellen Existenz. Als Beispiel
nennt er auch die Situation der Roma in Europa – eine
sehr heterogene Gruppe, so verschieden oder gleich wie
alle EuropäerInnen. Gemeinsam ist ihnen vor allem die
Diskriminierung. Die Ausstellung „Have a look into my
life!“ gibt dazu Einblicke aus künstlerischer Perspektive.
Von der Mehrheit getragene Überzeugungen bestimmen
das Zusammenleben, ob in Europa insgesamt oder in
den Regionen und Städten. Das kann eine ausgeprägte
Verbots- und Sicherheitskultur sein – dem europäischen
Trend entsprechend –, oder eine Kultur der Offenheit, der
Solidarität. Wie solche „Metakulturen“ funktionieren, beschreibt die Ausstellung „Graz – Offene Stadt“ im Herbst.
Dr.in Astrid Kury
Präsidentin der Akademie Graz
HAVE A LOOK
INTO MY LIFE!
Ausstellungsansicht Straßburg © Nihad Nino Pušija, Ausstellungsdesign: ORTLOS Space Engineering
HAVE A LOOK INTO MY LIFE!
Europäische Roma-Kunstausstellung anlässlich des
Vorsitzes Österreichs im Ministerkomitee des Europarates
Aubette, Place Kléber, 67000 Straßburg
Ausstellungsdauer: 08.05. – 25.05.2014
GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz
Eröffnung: 17.06.2014, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 18.06. –14.07.2014
Öffnungszeiten: Mi – Mo 10.00 – 17.00
Robert Olaf Gabris (AT/SK), Gabi Jiménez (ES/FR), Damian
Le Bas (GB), Delaine Le Bas (GB), Mihails Kokarevics (LV/GB),
Kiba Lumberg (FI), Lidija Mirkovic´ (RS/DE), Denis Mustafa (KO),
Sami Mustafa (FR/KO), Nihad Nino Pušija (DE/BA), Roma Kale
Panthera (Veˇra Duždová & Tamara Moyzes) (CZ), Marina
Rosselle (FR), George M. Vasilescu (RO).
Eine Produktion von Akademie Graz auf Initiative der Stadt Graz, in
Kooperation mit Stadt Straßburg, Dosta!-Kampagne des Europarates,
Europäisches Forum der Roma und Fahrenden, Europäische Allianz der
Städte und Regionen für die Inklusion der Roma sowie mit Unterstützung
von Stadt Straßburg, Bundeskanzleramt Österreich, Dosta!-Kampagne /
Europarat, Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres,
Ständige Vertretung Österreichs beim Europarat.
2
Das Bild der Roma in der medialen Berichterstattung ist meist negativ, und die Stimmen
der Roma selbst finden kaum Gehör. Wissen
wir, wie es sich anfühlt, als Rom oder Romni
in Europa zu leben? Die Ausstellung „Have a
look into my life!“ lädt ein, sich selbst ein Bild
zu machen. Vierzehn Roma-KünstlerInnen aus
zwölf europäischen Ländern präsentieren dazu
neue Werke.
„Have a look into my life!“ erzählt individuelle Geschichten und Erfahrungen, und sie zeigt die Vielfalt der Sprache ebenso wie die Vitalität der zeitgenössischen Kunst
der Roma. Die Ausstellung ist zugleich ein politisches
Statement gegen die beständige und allgegenwärtige
Diskriminierung, mit der Roma überall in Europa seit
Jahrhunderten und bis heute konfrontiert sind. Auch in
der Kunstwelt sind sie, ebenso wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft, an den Rand verwiesen.
„Have a look into my life!“ beruht auf einer weitgehend
unbekannten Sprache, die von Millionen Menschen in
Europa gesprochen wird. Wir haben Roma gebeten,
uns ihre drei wichtigsten Worte in Romani zu schicken.
Mehr als 350 Beiträge sind eingelangt, aus allen Regionen Europas. Diese Sammlung ist getragen von exis-
tentiell wichtigen Werten wie Gesundheit, Glück, Familie, Liebe, Kinder, Arbeit und ein Zuhause. Diese Werte
teilen sie mit wahrscheinlich den meisten europäischen
BürgerInnen. Nur wird es Roma um vieles schwieriger
gemacht, diese Ziele auch zu erreichen. Gerade die Bereiche Wohnen, Gesundheit, Bildung und Beschäftigung
zeigen das wahre und dramatische Ausmaß der Diskriminierung von Roma in Europa.
Die Sprache ist ein zentrales Element jeder Kultur. Die
Romani Cˇhib als Teil der Roma-Kultur, in all ihren Dialekten und Varianten, ist eine bedrohte Sprache. Umso
wichtiger ist es, dass sie gesprochen, weitergegeben
und damit bewahrt wird. Integration soll nicht Assimilation bedeuten.
Unter den Roma bilden insbesonderen die KünstlerInnen und AktivistInnen eine europaweite, transnationale
und politisch aktive Gemeinschaft. Ziel der Ausstellung
ist es, diese zu fördern und ihre Wirkmacht zu unterstützen. Wir sehen gerade in der Kunst ein wirkungsvolles Medium der Selbstermächtigung, der Selbstdarstellung, der Auseinandersetzung mit Identität und zur
Sichtbarmachung politischer Forderungen.
© Nihad Nino Pušija
Katalog zur Ausstellung:
„Have a look into my life! Selbstdarstellung
der Roma in der zeitgenössischen Kunst“
Texte und Kunstwerke der 14 KünstlerInnen der
Ausstellung, mit einer Einführung von Ethel Brooks,
Kulturwissenschafterin an der Rutgers University New
York / Herausgeberinnen: Ursula Glaeser, Astrid Kury,
Delaine Le Bas / Redaktion: Heidi Oswald / Gestaltung:
Georg Liebergesell.
Drava Verlag Klagenfurt 2014
Hardcover / 216 Seiten / 16,6 x 22 cm
€ 17,80 / ISBN 978-3-85435-742-1
www.drava.at
3
CAP-ABC
CAP-ABC
Capacity Building Programme for Municipality
Co-operation in the Adria-Balkan-Countries
under the Europe for Citizens Programme
2014 – 2020
Ein Projekt des Landes Steiermark
Kulturprogramm: Akademie Graz
CAP-ABC hat die Durchführung von Informationsveranstaltungen zu den neuen Förderrichtlinien im
Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ zum
Inhalt. In zweitägigen Workshops werden in Graz sowie
in Ljubljana/Slowenien, Varaždin/Kroatien, Belgrad/
Serbien, Sarajevo/Bosnien-Herzegowina und Tolmezzo/
Italien allgemeine Projekt- und Einreichungsinformationen vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Präsentation ausgewählter transnationaler Kunstprojekte,
sowohl als Beispiele guter Praxis der Zusammenarbeit
zwischen Regionen, Gemeinden und KulturakteurInnen
als auch als Basis für die Ideenfindung und Anregung
zu neuen Projekten und Kooperationen.
© Christian Lapp , Internationale Bühnenwerkstatt Graz
Hitchhike the Wind © La Strada
programm:
CAP-ABC Graz
12.06.2014, 9.30 – 15.30 Uhr
13.06.2014, 9.00 – 13.00 Uhr
Großer Saal der Landesbuchhaltung,
Burggasse 11–13, Graz
Kulturprogramm: IN SITU – Europäisches
Netzwerk zur Förderung und Entwicklung von
Kunst im öffentlichen urbanen Raum: Werner
Schrempf, Intendant des Festivals La Strada.
CAP-ABC Sarajevo
19. – 20.05.2014
Sarajevska regionalna razvojna agencija,
Hamdije Cˇemerlic´a 2/11, Sarajevo
Präsentation des EU-Ausstellungsprojekts
„Mitgift“ des Sarajevo Center for Contemporary Art und des internationalen Zvono
Kunstpreises: Aida Hajro (BA), Kunsthisto­
rikerin.
4
CAP-ABC Varaždin
01. – 02.04.2014
Chamber of Commerce, Varaždin
Präsentation ausgewählter internationaler
Kooperationen im zeitgenössischen Tanz:
Internationale Bühnenwerkstatt Graz,
Claudia Gigler Gausterer (AT) und VRUM
performing arts collective Varaždin, Sanja
Tropp Fruehwald (HR).
CAP-ABC Belgrad
03. – 04.06.2014
SCTM, Makedonska 22/VIII, Beograd
Präsentation des internationalen Kunstprojekts „Generation Lost“/ „We are living in
a beautiful wOURld“ von diSTRUKTURA:
Milica Milic´evic´ (RS) und Milan Bosnic´ (RS).
CAP-ABC Ljubljana
23. – 24.04.2014
Austria Trend Hotel,
Dunajska cesta 154, Ljubljana
Präsentation von Connected – ein interaktives
Medienspiel: Michaela Zingerle (AT) und Cym
(Simone van Groenestijn, NL/AT).
CAP-ABC Tolmezzo
25. – 26.09.2014, O.n.V.
Lesung: Kenka Lekovich (Autorin, SI/IT)
Präsentation der internationalen Literatur­
kooperationen und Übersetzungsprojekte
der Literaturzeitschrift LICHTUNGEN:
Markus Jaroschka (AT).
lime_lab
Helmut Schranz
Kleiner Pelz StrichCode
lime_lab_1 (2013/14) –
Lime_lab
Zu Ehren von Emil Breisach und anlässlich
seines 90. Geburtstags haben Akademie Graz,
Forum Stadtpark, Literaturhaus Graz, ORF
Steiermark und steirischer herbst 2013 das
lime_lab – Labor für transdisziplinäres Hörspiel ins Leben gerufen.
Die Begleitung von KünstlerInnen in der Entwicklung
neuer Ausdrucksformen, die Emil Breisach im Bereich
der Neuen Musik, der Literatur und der bildenden Kunst
so konsequent betrieben hat, soll mit lime_lab, einem
Labor zur Auslotung künstlerischer Räume der Gegenwart und der Zukunft, seine Fortsetzung finden. Das
Hörspiel ist eine Kunstform, die per se viele künstlerische Genres in sich vereint. Es kann sich angesichts der
aktuellen Durchlässigkeit aller Kunstformen von einem
genuin literarischen Werk, eventuell in Kombination mit
Neuer Musik, zu einer akustischen Kunstinstallation
erweitern und gleichzeitig die Möglichkeiten zeitgenössischer Technologien und der Neuen Medien fruchtbar
machen.
Der Gewinner des ersten lime_lab Wettbewerbs für
transdisziplinäre Hörspiel-Konzepte ist Helmut Schranz.
Er erhielt den mit 5.000 Euro dotierten lime_lab Preis,
gestiftet von BMUKK und Steiermärkische Sparkasse.
Im Herbst 2014 wird das erste lime_lab Projekt im ORF
und im steirischen herbst präsentiert.
Die zwei lime_lab Förderpreise in der Höhe von je
1.800.- Euro, gestiftet von Energie Steiermark AG erhielten Kerstin Putz, Georg Reiter und Paul Reiter sowie
Sophie Reyer und A. J. Weigoni.
Die Ausschreibung zu lime_lab 2
erfolgt im Februar 2015.
Suada
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Lomo © H. Schranz (Portraitausschnitt hinten: B. Lenart jr.)
Helmut Schranz, geb. 1963 in Feldbach/Stmk., lebt
als Autor und Kultur-Arbeiter in Graz und Wien, u.a.
seit 1988 Mitherausgeber von perspektive - hefte für
zeitgenössische literatur. Verfasser von experimentellen Prosatexten und Hörspielen, darunter: BIRNALL.
Es ist unter der Haut (2009). Wortspenden. TendenzMontagen, Text/Sound-Performance mit Martin Pichler
(Komposition), Forum Stadtpark, Graz 2009.
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5
KUNST
VOR ORT
Martin Bilinovac
kunst vor ort
Plattform für (junge) Kunst in der Steiermark
Ausstellungsraum: Akademie Graz, Schmiedgasse 40/I, 8010 Graz
Öffnungszeiten: Mo – Do 08.00 – 16.00 Uhr
Fr 08.00 – 12.00 Uhr und nach Vereinbarung
KUNST VOR ORT eröffnet einen Raum der Auseinandersetzung mit
aktuellen Diskursen und Positionen in der steirischen Kunstszene.
Die Akademie Graz widmet sich mit dieser Reihe dem Auftrag, die
Kunstimpulse der Region fruchtbar zu machen und insbesondere junge
KünstlerInnen zu fördern. Ziel ist ein Netzwerk künstlerischer Aktivitäten,
das über den Raum Steiermark hinausreicht und Anknüpfungspunkte für
thematische Vertiefungen bietet.
Die Reihe wird von einer Dokumentation begleitet.
6
Eva-Maria Roi
XII
XIII
Ausstellung Martin Bilinovac
Ausstellung Eva-Maria Roi
Eröffnung: 05.06.2014, 17.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 06.06. – 18.07.2014
Eröffnung: 04.09.2014, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 05.09. – 26.09.2014
Martin Bilinovac, geboren
1981 in Graz, lebt und arbeitet in Wien und Linz. Er studierte an der Kunstakademie Münster, der Universität für angewandte Kunst
Wien und der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2010
Lehrbeauftragter für Fotografie an der Kunstuniversität
Linz, seit 2013 Workshops an der Schule für künstlerische Fotografie Wien Friedl Kubelka. Einzelausstellungen u.a.: Martin Bilinovac, Vesch Wien, 2013; Exposure
Solo II, Fotogalerie Wien, 2011; Solo – Martin Bilinovac,
Fotoforum West, Innsbruck, 2011; Im Inneren der Stadt,
Magazin Vienna, 2010; Innen und Außen, Universität für
angewandte Kunst, Wien, 2008.
Eva-Maria Roi, geboren 1987 in Bruck/Mur, lebt und
arbeitet in Graz. Sie studierte an der HTBLVA Ortweinschule Graz bei Irmgard Schaumberger. In ihrem künstlerischen Schaffen spezialisierte sie sich zunehmend auf
die Plattentechnik, die in konzeptuellen Kunstwerken
Anwendung findet. „Wir Menschen bilden ein Netzwerk, in dem jede Aktion eine Reaktion hervorruft. Mein
Kunstwerk stellt für diese Ausstellung ein solches Netzwerk dar.“
KETTENREAKTION
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Meisterschule für Kunst und Gestaltung (Stipendium der Akademie Graz für eine AbsolventIn der Meisterschule für
Kunst und Gestaltung).
Anneliese Schrenk
7
Gustav Troger, © Ingrid Vien
XIV
XV
Ausstellung Anneliese Schrenk
Ausstellung Gustav Troger
Eröffnung: 07.10.2014, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 08.10. – 07.11.2014
Eröffnung: 12.11. 2014, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 13.11. 2014 – 09.01.2015
Anneliese Schrenk, geboren 1974 in Weiz, lebt und
arbeitet in Wien. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Ausstellungen u.a.: 79, Quartier
Leech und Leechkirche, Graz, 2013 (solo); Coupé international Vol.One, 308at156 Project Artspace, New York,
2013; 77 (solo) und Material, Bechter/Kastowsky, Wien,
2013; some roads to somewhere, Hilger Brotkunsthalle,
Wien, 2013; Montag ist erst übermorgen, Kupferstichkabinett, Wien 2012; xposit, Akademie der bildenden
Künste, Wien, 2012.
Gustav Troger, geb. 1961 in Kohlschwarz/Stmk., lebt
und arbeitet seit 1989 in Los Angeles und Graz. Von
einem bildhauerischen Ausgangspunkt aus arbeitet er
in vielen verschiedenen Medien wie Performance, Aktion, Installation, Text, v.a. zum Thema Fragmentierung
und zu kunsthistorischen Referenzen. Mit der lebenden
Skulptur „Mirrorman“ z.B. sammelt er fragmentierte
Bilder seiner jeweiligen Umgebung und erzeugt gleichzeitig eine „animierte Leere“ im öffentlichen Raum (internationale Performances seit 2008, seit 2013 auch in
Zusammenarbeit mit der kanadischen Band „Arcade
Fire“). Weitere Werke (Auswahl): „gegen wart“, Fassadengestaltung St. Andrä Graz, 2011, „notlösung“, Fassadengestaltung LKH Graz/Dermatologie, 2008, „Vom
Fleck – Ort der Liebe“, Objekte und Aktionen zur Erzherzog Johann-Statue, Hauptplatz Graz, 2007-2013.
Knüller
Graz –
offene stadt
Graz – Offene stadt
Ordnungspolitik und Möglichkeitsräume
Die Ausstellung ist ein Plädoyer für eine Stadtkultur des Offenseins,
der Gastfreundschaft und der Menschenrechte. International wie auch
lokal ist eine zunehmende Reglementierung des Lebens im öffentlichen
Raum festzustellen – durch Verbotspolitik, Rücknahme demokratischer
Grundrechte, Raumbeschneidungen, gesellschaftliche Schließungstendenzen.
Die Ausstellung nähert sich diesen bedenklichen Entwicklungen von
der optimistischen Perspektive der „Offenen Stadt“ aus. Sie lädt die
Grazer Stadtbevölkerung dazu ein, sich über die im Gang befindliche
Werteverschiebung ein Bild zu machen, über die sich schließende oder
in manchen Aspekten schon geschlossene Stadt, und sie zeigt die
Ambivalenzen auf, die an diese Prozesse geknüpft sind. Denn was für
den einen Offenheit bedeutet, mag für den anderen möglicherweise
Schließung sein.
Wer bestimmt, wer wann und wie die Stadträume nützt? Die offene
Stadt ist mit ihrem steten Ausverhandeln divergierender Interessen keineswegs konfliktfrei, aber zugleich ist die heterogene und offene Kultur
einer Stadt ihre stärkste innovative Kraft.
Eine Kooperation von Akademie Graz, GrazMuseum und Institut für
Kulturanthropologie der Karl-Franzens-Universität Graz.
Eröffnung: 01.10.2014, 19.00 Uhr
GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz
Ausstellungsdauer: 02.10.2014 bis Jänner 2015
Öffnungszeiten: Mi - Mo, 10.00 - 17.00 Uhr
Kuratorinnen: Sybille Dienesch, Astrid Kury, Johanna Rolshoven
/ Wissenschaftliches Team: Ruth Dorothea Eggel, Robin Klengel,
Elisabeth Luggauer / Kunstbeiträge zur Ausstellung: kuratiert von
Martin Behr und Astrid Kury / Ausstellungsdesign: Nina Bammer
InterACT/GrazMuseum/Akademie Graz
Zusammensetzung. Mit Abstimmung
Das „Miteinander des Verschiedenen“ (Adorno) wird in einer partizipativen Kunstaktion im öffentlichen Raum von InterACT, Werkstatt für
Theater und Soziokultur, erlebbar: PassantInnen sind eingeladen, sich auf
öffentlichen Plätze zu treffen, sich zusammen zu setzen, gemeinsam zu
essen, ins Gespräch zu kommen und ihre Erfahrungen mit urbaner Konfliktkultur auszutauschen und abzustimmen. Ergebnisse der Abstimmungen werden von InterACT-BotschafterInnen im Rahmen der theatralen
Aktion in die Ausstellung „Graz - Offene Stadt“ überbracht.
Start: 03.10.2014, 15.00 – 17.30 Uhr
Ort und weitere Termine: www.interact-online.org
Ohne Titel, 2010 © Fritz Panzer
8
Die „Offene Stadt“ als
Gegendiskurs zu aktuellen
SchlieSSungstendenzen
Johanna Rolshoven
IG PUTZEN
Sauberkeit, Ordnung
und Sicherheit im
öffentlichen Raum
Programmsynthese und Kooperation
zur Praxis einer offenen Stadt von Akademie Graz, Elevate – Festival für zeitgenössische Musik, Kunst und politischen Diskurs,
ESC medienkunstlabor, ETC Europäisches Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie, Forum Stadtpark,
GrazMuseum, Institut für Kulturanthropologie
der KFU Graz, InterACT - Werkstatt für Theater
und Soziokultur, La Strada – Internationales
Festival für Straßen- und Figurentheater.
Start mit Podiumsdiskussion und
Programmpräsentation:
Forum Stadtpark
03.06.2014, ab 18.00 Uhr.
IG putzen ist ein offenes und langfristig
angelegtes Netzwerk von Kultur- und Bildungseinrichtungen in Graz, das sich gegen die
international boomende Gebots- und Verbotskultur im öffentlichen Raum richtet. Es geht
hier vor allem um Reglements des menschlichen Verhaltens, die in kleinen Schritten
die grundlegende Idee, was ein öffentliches
Gemeinwesen ist, verändern. Anstatt einer
Erosion der sozialen Kohäsion entgegen zu wirken, wird damit eine Kultur der gegenseitigen
Kontrolle gefördert. Sicherheit und Sauberkeit
sind die politischen Schlagworte dazu. Besonders bedenklich ist vor allem die Aufweichung
des Gewaltmonopols durch Beauftragung von
Firmen zur Überwachung dieser Ordnung. Der
öffentliche Raum wird zum „Fahndungsraum“
(W. Kaschuba).
Entgegen diesen restriktiven Tendenzen widmet sich die IG putzen der Reflexion und Vision
einer durchaus nicht konfliktfreien Kultur der
Offenheit, die es braucht, um den politischen,
kreativen und lebendigen Möglichkeitsraum
Stadt aufrecht zu halten. IG putzen ist eine Programmsynthese aus dem aktuellen Netzwerk
zum Thema und eine Plattform zur Vernetzung
von Strategien für eine Offene Stadt.
9
Wolfgang Kaschuba: Wer Stadt in ihrer Offenheit begreift, muss
sich an „sozialer Heterogenität, kultureller Vielfalt und symbolischer Vielsprachigkeit“ orientieren.1
Hartmut Häußermann, Detlev Ipsen: „Die offene Stadt ist ein
bewusstes Projekt der Bürger und der Politik. Sie fußt auf gemeinsamen Überzeugungen sehr allgemeiner Art, insbesondere
auch auf der Anerkennung der kulturellen Eigenständigkeit der
jeweiligen pluralen Kulturen einer Stadt und auf der Herausbildung von Regeln und Routinen, die das Aushandeln von Konflikten ermöglichen.“2
Rolf Lindner: Die große Stadt, das ist ihre Realität wie ihre Illusion zugleich, ist „ein Möglichkeitsraum, der Gelegenheiten zur
Verwirklichung von Ideen, Plänen, Wünschen bietet, ein individuelles, kulturelles und soziales Labor“.3
Was bedeutet „Offene Stadt“? Eine erste – freilich oberflächliche
– Recherche führt hin zu einem militärstrategischen Begriff: Eine
Stadt wurde den drohenden feindlichen Besatzern gegenüber für
offen zum Einmarsch erklärt, in der Absicht und Hoffnung seitens
der Besetzten und Anzugreifenden, die Zerstörung von wertvoller Architektur und Kunstwerken durch kriegerische Auseinandersetzungen zu verhindern. Roberto Rosselini hatte mit seinem
Film „Rom, offene Stadt“ (1945) diesem Begriffsverständnis ein
Denkmal gesetzt.
In zivilen stadtpolitischen Zusammenhängen wird Offenheit –
Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg – im Sinne von Toleranz
und Gastfreundschaft gegenüber Fremden ausgelegt. Es ist
nicht die Stadt, die sich „ergibt“, wie in Rosselinis Film, sondern
die Stadt, die sich friedlich dem Fremden gegenüber öffnet in
Zeiten, in denen Stadtmauern – ob mittelalterliche Ummantelung
oder Berliner Mauer – politisch nicht mehr nötig sind. Die amerikanische Urbanistin Jane Jacobs hatte den Begriff der Open City
als eine der ersten TheoretikerInnen ausgedeutet4 und damit
zahlreiche Konzepte in Architektur, Planung und Soziologie angeregt. Es sind also unterschiedliche Disziplinen in unterschiedlichen Kontexten, die sich mit dem theoretischen Konzept der
offenen Stadt auseinander gesetzt haben. Eine synthetisierende
Darstellung der Ansätze und eine empirische „Unterwanderung“
stehen noch aus.
Für den akteursorientierten kulturwissenschaftlichen Zugang
birgt das Motto der „Open City“ ein Potential besonderer Art in
der Auseinandersetzung mit den aktuellen Schließungstendenzen in den Städten der späten Moderne, in denen „die moderne
Öffentlichkeit“, wie Wolfgang Kaschuba schreibt, „zum öffentlichen Fahndungsraum mutiert“5 und in der sich neuerlich forcierte
Segregationen manifestieren – man denke an die beunruhigenden Entwicklungen des europaweiten antimuslimischen Klimas,
die Außengrenzbefestigungen der EU, den großen Stimmenzuwachs der Rechtsaußen-Parteien oder die Schweizer Abstimmung gegen „Masseneinwanderung“ und vieles mehr.
Die offene Stadt, das steht fest, ist kein pertinentes Konzept, das
reale Wirklichkeiten abbildet, sondern sie ist ein Konstrukt, das
zukunftsweisende Qualitäten einer idealen Stadt benennt. Der
Architekturtheoretiker Tim Rienits definiert Open City als sozialurbane Bedingung für Vermischung, Emanzipation und Partizipation.6 Er sieht die Bedingung von Offenheit historisch in einer
Stadt mit kleinräumigen, überschaubaren Strukturen, die städtische Vielfalt ermöglichen und „beherbergen“. Open City lebe, so
Rienits, von den Unterschieden, die sie unter ihrem „Dach“ vereinigt. Diese Unterschiede bedürfen der laufenden Vermittlung;
dabei sei der Umgang mit dem Fremden die größte Herausforderung der Offenen Stadt.
„Open City“ beim Wort genommen stellt sich als eine gastfreundliche Stadt dar, welche Zugang zu Raum, Netzwerken und
Infrastrukturen als Ressourcen des urbanen Lebensraumes gewährt – die Stadt als Möglichkeitsraum, der zur Partizipation einlädt und damit das kreative, dynamische und innovative Potenzial
der Stadt kultiviert.
Der amerikanische Raumplaner John Friedman beschreibt die
Offene Stadt als Gegendiskurs zu den massiven Schließungstendenzen, die sich in amerikanischen Städten in der Folge der terroristischen Anschläge „9/11“ beobachten lassen: „Wenn wir die
Welt aussperren und die Stadt abriegeln, dann schließen wir uns
im Gefängnis unserer eigenen Ängste ein.“7 Die „Open City“
wird von ihm als Idealbild einer gastfreundlichen Stadt entworfen, die zuwandernde Menschen und Gäste willkommen heißt
und für die Gleichheit aller StadtbewohnerInnen eintritt. Allen Ansätzen zur Open City gilt Differenz als Leitkategorie von Urbanität
und als Bedingung der Offenen Stadt.
Noch bergen die Städte der Spätmoderne die Möglichkeit zu Offenheit: im Sinne eines „kulturellen Pluralismus der Lebensstile“
sowie durchlässiger und differenter Räume.8 Diese Offenheit basiert auf demokratischen Grundrechten, die mit sozialen Bewegungen auf dem Weg in die Moderne erkämpft wurden und die
weiter erkämpft werden müssen.
Wenn die Städte ihre demokratische Disposition zu Offenheit
durch legislative Maßnahmen und diskursive und räumliche und
soziale Schließungen aufs Spiel setzen, dann verlieren sie, so
Kaschuba, „ihre wichtigsten Ressourcen: die freie Bewegung
von Menschen und Ideen, die besondere Atmosphäre urbaner
___
Räume, die Fähigkeit“ zu Nähe und Distanz zugleich.9 Johanna Rolshoven ist Professorin am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Karl-Franzens Universität Graz.
Im Fach Volkskunde/empirische Kulturwissenschaft arbeitet sie
seit vielen Jahren im Rahmen der kritischen Kulturwissenschaft
und in der Alltagskulturforschung zu den Bereichen Multilokalität,
Materielle Kultur und Technik, Biographie, Jugend-, Gender- und
Wissenschaftsforschung. Im Rahmen einer interdisziplinären
Stadt-Raum-Kulturforschung vertritt sie eine kulturwissenschaftliche Mobilitätsforschung (www.mobileculturestudies.com) sowie
die International Association for Cultural Studies in Architecture.
1
Vgl. Wolfgang Kaschuba: Urbanität und Identität zeitgenössischer europä-
ischer Städte. Dokumentation der Fachtagung vom 1.11.2003, ETHZ, Wüstenrot Stiftung 2005, 10-28, 10.
2
Hartmut Häußermann, Detlev Ipsen: Die Produktivkraft kultureller Komple-
xität. Migration und die Perspektiven der Städte (2004), 1-6, 5: http://www.
kommunale-info.de/index.html?/infothek/2328.asp (14.09.2013)
3
Rolf Lindner: Offenheit – Vielfalt. In: Handbuch der Kulturwissenschaften 2,
385-398, 388.
4
Jane Jacobs: The Death and Life of the Great American Cities. NY 1961.
5
Wolfgang Kaschuba: Offene Städte! In: Nils Grosch, Sabine Zinn-Thomas
(Hg.), Fremdheit – Migration – Musik. Kulturwissenschaftliche Essays für
Max Matter. Münster u.a. 2010, 23-34, 32.
6
Tim Rienits: Open City. In: workbook. Workshop 4th International Architec-
ture Biennale Rotterdam 17./18.07.2008. [Zürich 2008], 25-34; 29.
7
Friedman John 2002. Stadt in Angst oder Offene Stadt? http://www.sozi-
alestadt.de/veroeffentlichungen/zwischenbilanz/3-friedmann.phtml; http://
www.sozialestadt.de/veroeffentlichungen/zwischenbilanz/pdf/DF5689-3.pdf
(Zugriff 24.09.08), 282.
8
Kaschuba: Offene Städte!, 35.
9
Kaschuba: Offene Städte!, 32.
UNRUHE
BEWAHREN
PUBLIKATIONen ___
Die Frühlings- und Herbstvorlesungen antworten auf eine Gegenwartstendenz, die immer
ungemütlicher wird. Dem Fortschritt der
Moderne wohnt eine Verschleiß­unruhe inne.
Die Vergangenheit wird zunehmend entwertet,
die Zukunft ihrer Substanz beraubt. Wer gegen
diesen Strom schwimmen will, ermüdet rasch.
Die Frühlings- und Herbstvorlesungen sind vom
Prinzip Anachronie getragen, also von der Idee,
dass engagierte Zeitgenossenschaft mit dem
Mut zur Vorsicht ebenso wie der Leidenschaft
für das Unzeitgemäße verknüpft werden sollte.
Unruhe Bewahren
Frühlings- und Herbstvorlesungen/Grazer
Vorlesungen, Residenz-Verlag 2009 ff.
Redaktion: Astrid Kury, Claudia Romeder,
Harald Klauhs. Wissenschaft­liche Beratung:
Thomas Macho (Berlin), Peter Strasser (Graz).
Band 1: Dimitré Dinev
Barmherzigkeit 2010
Band 2: Thomas Macho
Das Leben ist ungerecht 2010
HERBSTVORLESUNG 2014
Band 3: Anneliese Rohrer
DAS ENDE DER GEHORSAMKEIT
Braumüller, Wien 2011
Anna Kim
Das Öffentliche und
das Private
Das Thema der Herbstvorlesung umfasst die
großen politischen Felder des Öffentlichen
und des Privaten, mit dem Fokus auf die Sprache und das Schreiben. Es wird einerseits
um Schattensprachen gehen, das heißt um
Sprachen, die der privaten Sphäre zugeteilt
sind, und um deren Verhältnis zur öffentlichen/
offiziellen Sprache. Dies macht einen Exkurs
über das Thema Sprache und Macht notwendig. Andererseits spricht Anna Kim über den
Prozess des Verhörens und das Verhör als
eine Sphäre jenseits des Öffentlichen und
Privaten.
Montag, 03.11.2014
Dienstag, 04.11.2014
Mittwoch, 05.11.2014
jeweils 19.00 Uhr im GrazMuseum,
Sackstraße 18, 8010 Graz
Band 4: Peter Bieri (Pascal Mercier)
WIE WOLLEN WIR LEBEN? 2011
© Roland Dreger
Anna Kim
Band 5: Peter Strasser
kein tag ohne erleichterung 2011
Band 6: Helwig Brunner,
Kathrin Passig, Franz Schuh
DIE KUNST DES ZWITSCHERNS 2012
geb. 1977 in Daejeon/Südkorea, ist eine österreichische Schriftstellerin, sie schreibt v.a.
erzählende Prosa und Gedichte. Anna Kim lebt seit 1983 in Wien, wo sie Philosophie und
Theaterwissenschaft studierte. Studienaufenthalte in London und Cambridge 2000 bis
2002. Sie veröffentlichte ihre Arbeiten ab 1999 in verschiedenen Literaturzeitschriften wie
unter anderem manuskripte, Zwischenwelt und VOLLTEXT. Sie ist Mitglied der Grazer
Autorenversammlung.
Ihr erster Roman „Die Bilderspur“ erschien 2004 im Droschl Verlag. Ihr zweiter Roman
„Die gefrorene Zeit“ (Droschl 2008) erzählt von der Suche eines Kosovaren nach seiner
verschwundenen Frau vor dem politischen Hintergrund des Balkankriegs. Aus intensiven
Recherchen in Grönland speisen sich die literarische Reportage „Die Invasion des Privaten“
zu Fragen von Postkolonialismus und Identität (Droschl 20110) ebenso wie der 2012 bei
Suhrkamp erschienene Roman „Anatomie einer Nacht“.
Auszeichnungen u.a.: Elias-Canetti-Stipendium 2009; Robert-Musil-Stipendium 2010;
Literaturpreis der Europäischen Union 2012 für „Die gefrorene Zeit“.
Band 7: Anna Mitgutsch
DIE GRENZEN DER SPRACHE 2012
Band 8: Ilija Trojanow
DIE ÜBERFLÜSSIGEN 2013
Band 9: Martin Pollack
KONTAMINIERTE LANDSCHAFTEN 2013
Band 10: Klaus Theweleit
Das Lachen der Täter:
Breivik u.a.
im Erscheinen
Segment, Sequenz, Konzept
Klaus Theweleit
Segmentierung, Sequenzierung und Konzeptualisierung
sind nicht ein Grundzug, sondern der Grundzug der eurasiatischen, dann euro-amerikanischen Kulturen.
Es beginnt mit der Domestikation von Wildtieren. Die
Suche nach angemessenen Wörtern für das große
Menschheitsunternehmen Tierdomestikation bringt
Jared Diamond auf sehr sprechende Formulierungen:
„Die Domestikation der großen Säugetiere war vor
4500 Jahren so gut wie abgeschlossen. Bis zu diesem
Zeitpunkt müssen praktisch alle der 148 großen Säugetierarten der Welt viele Male getestet worden sein, mit
dem Ergebnis, dass nur wenige die Prüfung bestanden
und keine geeigneten Kandidaten mehr übrig blieben.“1
Test, Prüfung, Kandidaten. Darin ist Präziseres angesprochen als die flotte Übertragung von Begriffen der
10
akademischen Prüfungskultur auf die Lebensorganisation der Menschen im eurasischen Raum um –8000
vermuten lässt. Die Formulierung zielt in der Tat auf gewisse Modernitäten der Verfahren unserer Vor-Vorfahren
im Tier-Umgang. Sucht man nach passenden Begriffen
für diese Vorgänge, ergibt sich: Auf das Verfahren der
Selektion oder auch Segmentierung folgt das Verfahren der Fortführung oder auch Sequenzierung der eigenen Erkenntnisse. In der Landwirtschaft der frühen
Ackerbauern kommen genau die gleichen Verfahren zur
Anwendung. Fortgeführt wird, was sich nachweislich
durchgesetzt hat – und eben nicht in sog. natürlicher
Auslese. Nein, diese Evolutionen sind menschengemacht. Segment und Sequenz sind ihre Grundpfeiler.
Es sind selbstgemachte, selbstgesteuerte Eingriffe in
die vorgefundene Welt. Menschen werden die Produzenten künstlich und kunstvoll erzeugter Lebenszusammenhänge; und das ist – zumindest in den eurasischen
Bereichen – so geblieben seitdem. In jedem Fall erfolgen aus dem Segmentieren weitere Verfahrensweisen,
ausgebaut zu Regeln: Sequenzen und Konsequenzen.
Und aus diesen dann Konzepte. Was sich bewährt, wird
fortgesetzt (und heißt irgendwann Tradition).
Überall auf der Welt? Keineswegs. Nach kurzem Überblick über verschiedene Kulturen der Welt ergibt sich
der „Verdacht“, dass gerade jene Kulturen sich erhalten
und durchgesetzt haben, die in ihren Wirtschafts- und
Erkenntnisprozessen auf die Grundverfahren von Segmentierung, Sequenzierung, Konzeptualisierung bauen;
und dass alle anderen, besonders jene, die sich auf „na-
türlichere“ oder „ganzheitlichere“ Verfahren, und das
heißt meist auch: religiösere Verfahren stützen, untergegangen sind.
Besonders deutlich wird das im nächsten kulturellen
Schritt, der Metallschmelze; aus dem Eisenerz das Eisen herauszuschmelzen, wo auf der anderen Seite die
Schlacke bleibt; welch wundervolle Segmentierung.
Ebenso mit dem Zinn: es verflüssigen und dann die
herausgeschmolzenen Segmente legieren: Bronze aus
Kupfer und Zinn; ergibt das Wort für das nächste Zeitalter: Bronzezeit. Diesen Schritt hat zum Beispiel keine
der nativen amerikanischen Kulturen unternommen;
trotz Vorhandensein aller nötigen Erzvorkommen und
aller nötigen Hochtemperaturschmelzöfen; von den Azteken beispielsweise nur genutzt für pottery; Keramiken
etc.; und auch keine nativen afrikanischen Kulturen.
Es ist die jahrtausendelang betriebene Kultur des Segmentierens und Sequenzierens aller wichtigen technosozialen Prozesse, die zur Erfindung des phonetischen
Vokalalphabets durch die Griechen führt = die Möglichkeit, zunächst alles sprachlich Tönende der Welt aufzuzeichnen mit einem Apparat aus 24 (bei den Römern
dann: 26) Segmenten; mit diesen Segmenten alles Bestehende zu erfassen (= Erfindung des Archivs) und alle
denkbaren oder nicht denkbaren zukünftigen Welten zu
entwerfen. Spätestens ab hier die absolute Überlegenheit dieser Kulturen über alle anderen der Welt gegeben. (Keine der nicht-alphabetischen Kulturen hat je ein
Gewehr gebaut.)
Nächster großer Einschnitt: die Mathematisierung des
Raums und die Kartografierung der Welt mit Koordinatensystemen. Gleichzeitig mit diesem Kartografieren
wird der Blick auf die Welt neu gerechnet und justiert
in der Erfindung der linearen Zentralperspektive. Perspektivisimus, ballistische Kurven etc. perfektionieren
den Waffenbau und die Anwendung der Waffen. Die
Vermessung des Himmels mit Teleskopen. Mikroskope
zur Erkennung von Molekular- und Bakterienstrukturen.
Atomstrukturen. Schließlich die unendliche Sequenzierung von 1 und 0, die zum Computer führt; die Suche
der Physiker der dem Immer-noch-kleineren Teilchen
(Quarks, Higgs. etc).
Die Auswirkungen der ständig weiter getriebenen Segmentierung, Sequenzierung und neuer Konzeptualisierung reichen in immer schnellerer Umsetzung in alle
lebensalltäglichen, industriellen, medialen wie militärischen Objekte hinein. Die technologisch-ideelle Überlegenheit der „westlichen“ (in ihrem Ursprung: euroasiatischen) Kulturen über den Rest der Welt seit spätestens
der Renaissance resultiert aus diesen Technologien und
der ihnen zugrunde liegenden Art und Weise, die Welt
wahrzunehmen und (immer neu) zu konstruieren. Weitere Sprünge, in Stichworten: Sezieren des Körpers in
der Anatomie. Architektur: Städte in Blocksegmenten.
Straßen nach Nummern. Buchseiten; Wissenssegmente. Das Umblättern als Vorstufe der Filmmontage. Kamera/Film: 16 bzw. 24 Bilder pro Sekunde. Blick aus dem
Flugzeug: parzellierte Landschaft. Im Innern der Häuser:
quadratische Segmente. Freizeitvergnügen: Puzzles
aus 1000 Segmenten. Taylorismus: Zerlegung der industriellen Arbeitsvorgänge in einzelne Arbeitsschritte.
Vermessen der einzelnen Segmente mit der Stoppuhr.
Gängiges Prinzip der Bündelung und Beschleunigung
aller Arbeitsvorgänge bis heute, ob in Fabrik oder Büro.
Die Segmente der involvierten Partikel werden immer
11
© Klaus Theweleit
Klaus theweleit
geb. 1942, studierte Germanistik und Anglistik. Aufbauend auf seiner Dissertation zur Freikorpsliteratur
entwickelte er das 1977/1978 erschienene zweibändige
Werk Männerphantasien – ein Bestseller, mit dem er
internationale Bekanntheit errang.
Er lehrte am Institut für Soziologie der Universität Freiburg und an der Staatlichen Akademie der Bildenden
Künste in Karlsruhe; zahlreiche internationale Lehraufträge. 2003 erhielt er den Johann-Heinrich-Merck-Preis
für literarische Kritik und Essay.
Publikationen u.a.: Männerphantasien 2 Bde., (1977,
1978), Buch der Könige (3 Bände,1988-1994), Objektwahl (All You Need Is Love …). Über Paarbildungsstrategien (1990), Der Knall: 11. September, das Verschwinden der Realität und ein Kriegsmodell (2002),
Der Pocahontas Komplex (3 Bände, 1999-2013).
kleiner: Nanotechnologie. Taylorimus übertragen auf
Lebensvorgänge der Gesellschaften führt zum Ausleseprinzip. Steigerung der Segmentierung: Selektionierung. Immer angewandt, wenn „es nicht für alle reicht“,
tatsächlich nicht oder angeblich nicht „reicht“ (Heiner
Müller).
Die Aufbau- sowie die Spalt- und Abspaltverfahren
der Psychophysis der beteiligten Menschen sind von
solchen Miniaturisierungs-, Vervielfältigungs- und Beschleunigungsverfahren nicht unberührt geblieben; das
heutige „Ich“ ist ein Produkt dieser technologischen Verfahren; es ist ein „Segment-Ich“. Über mehrere oder gar
viele „Ichs“ zu verfügen scheint zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine nicht weiter beunruhigende Alltäglichkeit.
Dies „Ich“ erscheint als ein Virtuose des Umschaltens:
Ein Mitmensch – vom Arbeitsplatz, aus der Nachbarschaft, aus dem öffentlichen Leben; ein Er oder eine Sie
mittleren Alters, mittelständisch – kann vom Frühstücks­
tisch die Kinder freundlich auf den Schulweg bringen,
(Ehe)Partner mit Kuss verabschieden, auf dem Weg zur
Arbeit Date mit anderem Liebespartner vereinbaren,
im 10:20 im Büro ein Aktiengeschäft tätigen, das seine Rendite u. a. über Waffenproduktionen einfährt; um
10:50 für eine Institution spenden, die sich um Kindersoldaten im Kongo kümmert; in der Mittagspause nett
zu allen Mitessern sein; für deren Entlassung er in der
Sitzung um 14:30 plädiert, da notwendig im Sinne der
Firma; zwischendrin das Blatt lesen, das alle Kriege und
soziale Ungerechtigkeiten geißelt; in der Diskussion für
eine Partei eintreten, die seine steuerlichen Bedürfnisse
am besten bedient, obwohl diese Partei in allen anderen
Punkten seinen „Ansichten“ widerspricht; etc. – nicht
sehr unähnlich den Gepflogenheiten schon des Eroberers Hernan Cortés in Mexico, der am Morgen betet,
um sich nach dem Morgenmahl als gutgelaunter Edelmann in einen militärischen Strategen zu verwandeln,
der in den nächsten Stunden 50 oder auch 500 Azteken
abschlachtet, wofür er seine Fähigkeiten als Degenführer, aber auch seine Kenntnisse als Mathematiker und
Geograph einsetzt; gegebenenfalls auch als Seemann.
Er wird als fähiger Handwerker tätig beim Brückenbau;
um gegen Abend, nach erfolgtem Sieg, vom Pferd zu
steigen, eine Aztekenfrau zu beschlafen, deren Mann er
gerade erschlagen hat; dann die Tagesereignisse auf einem Papier kartographieren; und anschließend in einer
Ansprache all jenen Frieden und Freundschaft anzubieten, deren von den Spaniern getötete Angehörige noch
nicht einmal begraben sind; und all dies im guten Glauben tun, er diene damit seinem Gott (und dessen pazifistischem Jesus-Sohn); wozu er mit seinem obersten
Priester das strategische Vorgehen bespricht, mit dem
am nächsten Tag die aztekischen Anführer religiös ins
Bockshorn gejagt werden sollen – lauter Dinge also, die,
würde man sie zusammen denken, als Handlungen eines integralen „Ich“ ziemlich unmöglich wären; zumindest aber als höchst widersprüchliche erscheinen müssten – sowohl diesem Ich selber wie auch allen äußeren
Betrachtern.
Genau dies ist aber bei der Mehrzahl der Heutigen (wie
schon bei Teilen des Renaissancetyps) nicht der Fall. Beide spalten den jeweils verlassenen Zustand ab; sie agieren konzentriert im nächsten Zustand; in angemessener
Erfüllung der jeweils zugehörigen Notwendigkeiten.
Der vorherige Zustand ist aber, wenn verlangt, sogleich
wieder einschaltbar, abrufbar, samt allen zugehörigen
Inhalten und Verfahrensweisen. Das Umschalten von einem Spaltzustand auf den anderen erscheint als absolut
„ich-konform“. Ohne dass eine Wand dafür überwunden
werden müsste. Es geht mit einfachen Türen. „Ich“ bewohnt viele Räume.
Heutiger Stand, eine Revolution: Die modernen elektronischen Technologien gelangen in die Hände aller Menschen aller Kulturen. Frage: Welche neuen Formen der
Psychophysis resultieren aus dem Zusammenstoß bzw.
der Vermischung der verschiedenen Zivilisationsstufen?
___
Gekürzter Auszug aus der Frühlingsvorlesung „Der
Körper ist das Schlachtfeld (A. Artaud)“ von Klaus
Theweleit vom 10. bis 11. März 2014; unter dem Titel
„Der große Schritt“ wurde auch ein Vorabdruck im
Spectrum/DIE PRESSE (08.03.2014) veröffentlicht.
1
Jared Diamond, Arm und reich. Die Schicksale menschlicher
Gesellschaften, Frankfurt 2000, S. 196.
Zugabe
Die Zukunft Der Unterschicht
Eine Zusammenarbeit von Akademie Graz,
Schauspielhaus Graz und
Karl-Franzens-Universität Graz.
Gesellschaftliche und politische Reflexionen bilden
den Hintergrund dramatischer Literatur. In der Reihe
ZUGABE beziehen ExpertInnen aus Wissenschaft,
Philosophie, Wirtschaft und Politik Stellung zu aktuellen Fragen, die in Produktionen des Spielplans aufgeworfen werden. Bisher waren u. a. die Autorin Maja
Haderlap, der Philosoph Robert Pfaller und der Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn zu Gast.
Die „Zugaben“ vor Vorstellungsbeginn bieten Hintergrundwissen und Statements zu gesellschaftspolitischen Brennpunkten. Nach den Vorstellungen wird
im Salon im 1. Rang zum Gespräch mit ExpertInnen,
KünstlerInnen und dem Publikum geladen.
© Wolfgang Engler
Mittwoch, 15.10.2014, 18.45 Uhr
Foyer 1. Rang, Schauspielhaus Graz.
Vortrag von Wolfgang Engler zu
„Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab
Angesichts andauernder ökonomischer Krisen und
sozialer Verwerfungen rückt die „Unterschicht“ neu in
den Fokus: als drohende Zukunftsperspektive für die
Mittelschicht, als neuer Platz für die arbeitslose Jugend
in Europa, als Motor politischer Umwälzungen.
Wolfgang Engler ist Philosoph und Soziologe und seit
2005 Rektor der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst
Busch“ in Berlin. Internationale Bekanntheit erlangte
er vor allem durch sein Plädoyer „Bürger, ohne Arbeit“
(2005), in dem er für ein Grundeinkommen eintrat, um
zivilbürgerliche Teilhabe vom Arbeitsmarkt unabhängig zu
machen. Weitere Publikationen: „Geistige Armut - kulturelle Amnesie“ (2008), „Lüge als Prinzip. Aufrichtigkeit
im Kapitalismus“ (2009) sowie „Verspielt. Schriften und
Gespräche zu Theater und Gesellschaft“ (2012).
steiermarks 1. erlebnis-Ausstellung rund um grüne energie:
Geheimnisse hinter
der steckdose!
Wie funktioniert Strom? Und wo kann man sparen? Gratis-Führungen für
Kinder und Erwachsene. Nähere Infos unter www.e-steiermark.com
Aktuelle Informationen und weitere Veranstaltungen unter www.akademie-graz.at und telefonisch unter +43 (0)316 837985 / Programmänderungen vorbehalten
Inhaltliche Gestaltung und Redaktion: Dr.in Astrid Kury und Mag.a Heidi Oswald / Grafisches Konzept & Gestaltung: taska.at / Druck: Druckerei Bachernegg GmbH
Eigentümer und Herausgeber: Akademie Graz – Vermittlung von Kunst, Kultur und Wissenschaft, Schmiedgasse 40/I, A-8010 Graz / © 2014 Alle Rechte bei den AutorInnen
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