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Im Visier des Finanzamtes - Umsatzsteuer - Steuerberaterverband

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20.10.2014
Im Visier:
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Gesetzliche Grundlagen:
Ø Umsatzsteuergesetz (UStG)
Ø Umsatzsteuer–Durchführungsverordnung (UStDV)
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20.10.2014
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Der Umsatzsteuer unterliegen:
Die Lieferungen oder sonstige
Leistungen, die ein
Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen
seines Unternehmens ausführt.
Das Umsatzsteuersystem belastet nicht den Unternehmer, denn der
Unternehmer kann aus seinen Betriebsausgaben den Vorsteuerabzug
geltend machen.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Zum Leistungsaustausch gehören Zwei!
Leistender
und
Leistungsempfänger
Ausnahmen: Verwendet z.B. der Unternehmer einen
Gegenstand für private Zwecke - wie die private Nutzung des
betrieblichen PKW´s – ist das eine unentgeltliche
Wertabgabe
.
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20.10.2014
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Voraussetzung für einen „Unternehmer“
Ausübung einer gewerblichen oder
beruflichen Tätigkeit mit Nachhaltigkeit
und der Absicht, Einnahmen zu erzielen.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Ab wann bin ich Unternehmer?
Mit dem ersten nach außen erkennbaren auf
eine Unternehmertätigkeit gerichtetes
Tätigwerden.
Die Ausführung entgeltlicher Leistungen muss
beabsichtigt sein.
Die Ernsthaftigkeit dieser Absicht muss durch
objektive Merkmale nach außen nachgewiesen
und glaubhaft gemacht werden.
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20.10.2014
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Warum so kompliziert?
Das Gesetz unterscheidet zwischen
§ steuerbaren Umsätzen
§ nichtsteuerbaren Umsätzen
üumsatzsteuersteuerpflichtig und
üumsatzsteuerfrei
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Umsätze
Grundsatz:
Eine Lieferung oder auch die Erbringung einer
Dienstleistung im Inland sind steuerbar und
meistens auch steuerpflichtig!
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Ausnahmen vom Grundsatz
(kein steuerbarer Umsatz )
Ø die Geschäftsveräußerung im Ganzen
Ø echte Schadensersatzleistungen,
Ø Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück (im Ausland)
werden dort erbracht, wo das Grundstück liegt (z.B. die Leistungen
eines Notars, Architekten oder die Ingenieurleistungen)
Ø Ist der Empfänger der Leistung Unternehmer und im Ausland
ansässig, wird der Leistungsort in das Ausland verlagert
(Ausnahmen beachten!)
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Steuerbar, aber auch Steuerpflichtig ?
Wird die Steuerbarkeit bejaht, stellt sich die Frage ob eine
Steuerbefreiungsvorschrift Anwendung findet.
Die steuerfreien Umsätze sind abschließend im Umsatzsteuergesetz
geregelt.
Hierunter fallen insbesondere die Ausfuhrlieferungen an Nicht–EG–
Länder (z.B. Schweiz) oder innergemeinschaftlichen Lieferungen
(Lieferungen innerhalb der EG )
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Steuerbefreiung, u.a.
Ø die Umsätze aus der Tätigkeit als Versicherungsvertreter /
Versicherungsmakler
Ø die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken; hierunter fällt
also grundsätzlich die Vermietung von Wohnungen an
Privatpersonen
Ø => Aber: Nicht befreit ist die kurzfristige Vermietung von Wohnund Schlafräumen (Hotel- und Pensionsgewerbe)
Ø die Umsätze aus der Tätigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker,
Physiotherapeut etc. ( Heilberufe)
Ø => Aber: Nicht unter diese Befreiungsvorschrift fällt der Tierarzt
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Bildquelle: http://www.erfolg-als-fre ibe rufle r.de/images/Umsatz ste ue rbefre iung. jpg
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Steuerpflichtig, aber welcher Umsatzsteuersatz ?
Der Regelsteuersatz beträgt z.Zt. 19 %
Gewisse Lieferungen und sonstige Leistungen sind umsatzsteuerlich
begünstigt (Interesse des Allgemeinwohls) und unterliegen dem
ermäßigten Steuersatz von 7 %, wie z.B.
ü
ü
ü
ü
ü
Lebensmittel
Bücher, Zeitungen
Blumen
Kunstgegenstände
Hilfsmittel im medizinischen Bereich (z.B. Rollstühle etc.)
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Ermäßigter Steuersatz 7%
Eine abschließende Aufzählung der begünstigten Waren finden Sie in
der Anlage 2 zum UStG.
Mit dem ermäßigten Steuersatz werden z.B. die folgenden Umsätze
versteuert:
Ø Tätigkeit als Zahntechniker
Ø Theatervorführungen / Konzerte
Ø Einräumung und Übertragung von Urheberrechten
Ø Tätigkeit der gemeinnützigen Vereine im Rahmen Ihrer
Zweckbetriebe
Ø Schwimmbäder / Verabreichung von Heilbädern (Stichwort: Sauna)
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Ø Beförderungsleistungen
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Max Innovation, AB Str. 70, 10XXX Berlin
Frau Beate Mustermann
In der XY Str. 25
10XXX Berlin
Wie muss meine
Rechnung aussehen ?
Berlin, 24. Oktober 2013
Rechnungs– Nr.: 01 / 2013
Für die Bearbeitung des Layouts ihrer Internet – Seite www….., in der Zeit vom 16. bis 20. Oktober 2013 berechne ich
Ihnen:
25 Stunden x 50 €
Umsatzsteuer 19 %
1.250,00 €
237,50 €
Rechnungsbetrag
1.487,50 €
Bitte überweisen Sie den Betrag bis zum 07. November 2013.
Mit freundlichen Grüssen
Bankverbindung
XXXXXXXXXXXXX- Bank
BLZ
Kto – Nr.:
Steuer – Nummer.: 12 / 123 / 1234
alternativ: Umsatzsteuer - Identifikationsnummer
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
??
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Kleinunternehmerregelung § 19 UStG?
Keine Pflicht zur Entrichtung von Umsatzsteuer bei einem
Gesamtumsatz im
§ vorangegangenen Kalenderjahr von 17.500 € und im
§ laufenden Kj. voraussichtlich nicht über 50.000 €.
ÞAber: Damit auch keine Berechtigung
§ zum Vorsteuerabzug und
§ zum gesonderten Ausweis der Umsatzsteuer.
=> Im Ergebnis wird der Kleinunternehmer wie der
Endverbraucher mit der Umsatzsteuer belastet.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Kleinunternehmerregelung?
Keine Pflicht zur Entrichtung von Umsatzsteuer bei
einem Gesamtumsatz im
§ vorangegangenen Kalenderjahr von 17.500 € und
im
§ laufenden Kj. voraussichtlich nicht über 50.000 €.
Auf den Rechnungen muss nicht ausdrücklich auf den
Kleinunternehmerstatus hingewiesen werden. Es reicht die
Angabe: “Der Rechnungsbetrag enthält gemäß § 19 UStG
keine Umsatzsteuer.”
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Vorteile Kleinunternehmerregelung?
• Weniger Bürokratie und Zeitaufwand, denn
das monatliche Abführen der Umsatzsteuer
an das Finanzamt entfällt.
• Niedrigere Preise für Privatkunden, denn
diese brauchen nur den Netto-Betrag Ihrer
Leistungen zu zahlen.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Nachteile Kleinunternehmerregelung?
• Im Gegenzug kann keine Vorsteuer geltend
gemacht werden.
•
Der Vorsteuerabzug setzt u.a. voraus: Eine Lieferung oder sonstigen Leistung von
einem Unternehmer für sein Unternehmen und die Vorlage einer ordnungsgemäßen
Rechnung
• Image-Schaden: Bei Geschäftskunden hinterlässt
die Kleinunternehmerregelung ggfs. einen
schlechten Eindruck, weil niedriger Verdienst bzw.
Mini-Umsätze offenbart werden.
• Änderung des Umsatzsteuer-Status für
Privatkunden wegen höherer Umsätze: Die neue
Situation wird für private Bestandskunden teurer,
weil sie nun 19 % mehr für Ihre Leistungen zahlen
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müssen.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Optieren ist möglich!
Der Unternehmer kann auf die Anwendung der
„Kleinunternehmerregelung“ verzichten („Option“).
Þ ACHTUNG: Für Gründer kann die Erstattung hoher
Vorsteueransprüche als Eigenfinanzierung
interessant sein. Bei hohen Erstinvestitionen lohnt
sich das Rechnen.
Þ Aber: Der Verzicht auf die Anwendung der
Kleinunternehmerregelung bindet den Unternehmer
für fünf Jahre.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Prüfen: Wann USt anmelden und bezahlen?
1. Wurden umsatzsteuerpflichtige Lieferungen oder sonstige
Leistungen ausgeführt?
2. Wurde auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung
verzichtet?
3. Wenn ja, muss der Unternehmer seine Umsatzsteuerzahllast selbst
berechnen und zahlen! Ergeben sich Vorsteuerüberschüsse (mehr
Vorsteuer als Umsatzsteuer), wird vom Finanzamt dem Unternehmer
das Guthaben ausbezahlt.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Prüfen: Wo und wie USt anmelden?
•Nach § 18 Abs. 1. S. 1 UStG hat der Unternehmer nach Ablauf
jedes Voranmeldungszeitraums eine Umsatzsteuer-Voranmeldung
nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck auf elektronischem Weg
nach Maßgabe der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung (StDÜV)
zu übermitteln; auf Antrag kann das Finanzamt zur Vermeidung von
unbilligen Härten auf eine elektronische Übermittlung verzichten.
•Um die Umsatzsteuer-Voranmeldung, den Antrag auf
Dauerfristverlängerung, die Anmeldung der Sondervorauszahlung,
die Umsatzsteuererklärung elektronisch via Internet an Ihr
Finanzamt übermitteln zu können, benötigen Sie eine am Markt
verfügbare Software, in die die ELSTER-Schnittstelle implementiert
wurde.
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
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Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Voranmeldezeitraum ?
1. Grundsätzlich das Kalendervierteljahr.
2. Ist die Umsatzsteuerzahllast niedriger als 1.000 € kann der
Voranmeldezeitraum auch das Jahr umfassen.
3. Ist die Zahllast höher als 7.500 € ist der Voranmeldezeitraum
monatlich.
=> Aber:
Existenzgründer sind – unabhängig von der
Zahllast - verpflichtet ihre Umsatzsteuer–Voranmeldungen im
Gründungsjahr und im Folgejahr monatlich
anzumelden und abzuführen.
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Beispiel 1
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
a)Nicht im Inland ansässiger Unternehmer (§14 Abs.7 UStG)
Der französische Unternehmer F erbringt an den deutschen
Unternehmer D eine Unternehmensberatungsleistung. F hat seinen
Unternehmenssitz in Frankreich, von dem aus die Leistung erbracht
wird.
F erbringt an D eine sonstige Leistung, die nach § 3a Abs. 2 Satz 1
UStG im Inland steuerbar ist. Steuerschuldner für die steuerpflichtige
Leistung ist D als Leistungsempfänger nach § 13b Abs. 5 Satz 1 in
Verbindung mit Abs. 1 UStG.
1) F erteilt die Rechnung.
F hat eine Rechnung nach den in Frankreich geltenden Vorgaben zur
Rechnungserteilung auszustellen.
2) F und D vereinbaren, dass D mit Gutschrift abrechnet (§ 14 Abs. 2
Satz 2 UStG).
D hat die Gutschrift nach den in Deutschland geltenden Rechnungs28
erteilungspflichten zu erstellen.
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Beispiel 2
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Wie Beispiel 1. F weist in der Rechnung gesondert deutsche
Umsatzsteuer aus.
F hat deutsche Umsatzsteuer gesondert ausgewiesen,
obwohl er diese nach dem deutschen Umsatzsteuergesetz
nicht schuldet.
Solange F den unrichtigen Steuerbetrag gegenüber D nicht
berichtigt, schuldet er den gesondert ausgewiesenen
Steuerbetrag nach § 14c Abs.1 UStG.
Auch ohne Rechnungsberichtigung durch F wird D von der
Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach §
13b Abs. 5 Satz 1 in Verbindung mit Abs. 1 UStG nicht
entbunden.
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Beispiel 3
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
b) Im Inland ansässiger Unternehmer (§14a Abs. 1 Satz 1
UStG)
Führt ein im Inland ansässiger Unternehmer einen
Umsatz in einem anderen Mitgliedstaat aus, an dem keine
Betriebsstätte in diesem Mitgliedstaat beteiligt ist, und wird
die Steuer in diesem Mitgliedstaat von dem Leistungsempfänger geschuldet, ist der Unternehmer zur Ausstellung
einer Rechnung nach den §§ 14, 14a UStG verpflichtet (§
14a Abs.1 Satz 1 UStG).
Vereinbaren die am Leistungsaustausch Beteiligten, dass der
Leistungsempfänger über den Umsatz abrechnet (Gutschrift,
§ 14 Abs. 2 Satz 2 UStG), kommt § 14a Abs.1 Satz 1 UStG
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nicht zur Anwendung.
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Beispiel 4
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Zeitpunkt der Rechnungsausstellung (§14a Abs.1 Satz 2
und Abs.3 Sätze1 und 2 UStG)
Nach §14 Abs. 2 UStG ist eine Rechnung innerhalb von
sechs Monaten nach Ausführung der Leistung auszustellen,
sofern eine Verpflichtung zur Rechnungsausstellung besteht.
In den folgenden Fällen gilt nunmehr eine kürzere Frist:
Führt der Unternehmer eine innergemeinschaftliche Lieferung
im Sinne des § 6a UStG aus, ist er verpflichtet, spätestens
am 15. Tag des Monats, der auf den Monat folgt, in dem
die Lieferung ausgeführt worden ist, eine Rechnung
auszustellen (§ 14a Abs. 3 UStG). Die gleiche Frist gilt, wenn
der Unternehmer eine sonstige Leistung im Sinne des §
3a Abs. 2 UStG in einem anderen Mitgliedstaat ausführt, für
die der Leistungsempfänger die Steuer schuldet (§ 14a Abs.
31
1 Satz 2 UStG).
Im Visier des Finanzamtes: Die Umsatzsteuer
Bleibt die Frage, warum hat das Finanzamt die USt
so im Visier?
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Im Visier des Finanzamtes die USt, weil
Bayerischer Oberster Rechnungshof:
„Durch Umsatzsteuerhinterziehung mit
kriminellen Karussell- oder
Kettengeschäften gehen in Deutschland
jährlich mindestens 2 Mrd. € verloren.
Diese Machenschaften können im
derzeitigen Umsatzsteuersystem von den
Steuer- und Strafverfolgungsbehörden
nicht wirksam bekämpft werden.“
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Fazit
Bei der Umsatzsteuer ist jede Lieferung, jede sonstige
Leistung für sich zu betrachten und steuerlich zu
beurteilen.
Es ist daher für Gründer sinnvoll, sich zu Beginn Ihrer
Tätigkeit beraten zu lassen:
Ihre Steuerberater
Informationen:
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20.10.2014
Steuerberater-Suchservice unter …
http://www.stbkammer-berlin.de/?id=8
http://www.stbverband-berlinbb.de/suchservice/schnellsuche/
Download der Vorträge ab Montag unter
www.stbverband-berlin-bb.de
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Kunst und Fotos
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