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124781 - Pharmazie.com

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Citalopram Arcana 10 mg-Filmtabletten
2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung
Jede Filmtablette enthält Citalopramhydrobromid, entsprechend 10 mg Citalopram.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:
Jede Filmtablette enthält 26,64 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. Darreichungsform
Filmtablette.
Weiße, runde, normalkonvexe Filmtablette, mit Prägung „CM“| über „10“ auf einer Seite und „G“ auf der
anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung von Episoden einer Major Depression.
Behandlung von Panikstörungen mit oder ohne Agoraphobie.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Depression
Erwachsene:
Citalopram ist in einer Einzeldosis von 20 mg pro Tag oral zu verabreichen. Abhängig vom individuellen Ansprechen des Patienten kann die Dosis auf maximal 40 mg pro Tag erhöht werden.
Im Anschluss an die Initialbehandlung sollte eine antidepressive Wirkung frühestens nach 2 Wochen
erwartet werden. Die Behandlung sollte fortgesetzt werden, bis der Patient für 4 – 6 Monate symptomfrei ist, um einen adäquaten Schutz gegen die Möglichkeit eines Rezidives zu bieten.
Panikstörungen
Erwachsene:
In der ersten Woche wird eine orale Dosis von einmal 10 mg täglich empfohlen, dann wird auf 20 mg
pro Tag erhöht. Abhängig vom individuellen Ansprechen des Patienten kann die Dosis auf maximal 40
mg pro Tag erhöht werden. Die maximale Wirkung wird nach 3 Monaten erreicht. Es kann notwendig
sein, die Behandlung über mehrere Monate fortzusetzen.
Ältere Patienten (>65 Jahre)
Bei älteren Patienten ist auf die Hälfte der empfohlenen Dosis zu reduzieren (z.B. 10 – 20 mg pro
Tag). Für ältere Patienten liegt die empfohlene Maximaldosis bei 20 mg pro Tag.
Kinder und Jugendliche
Citalopram sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet
werden (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung wird für die ersten 2 Wochen eine
Anfangsdosis von 10 mg pro Tag empfohlen. Abhängig vom individuellen Ansprechen des Patienten
kann die Dosis auf maximal 20 mg pro Tag erhöht werden. Bei Patienten mit stark eingeschränkter
Leberfunktion ist Vorsicht und besonders sorgfältige Dosistitration angebracht (siehe Abschnitt 5.2).
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Für Patienten mit leichter bis mittelgradiger Nierenfunktionsstörung ist eine Dosisanpassung nicht
notwendig. Für eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <20 ml/min)
liegen keine Angaben vor.
Patienten mit verminderter CYP2C19-Metabolisierung
Bei Patienten mit einer bekanntermaßen verminderten Metabolisierung in Bezug auf CYP2C19 wird
während der ersten 2 Wochen der Behandlung eine Anfangsdosis von 10 mg pro Tag empfohlen.
Abhängig vom individuellen Ansprechen des Patienten kann die Dosis auf maximal 20 mg pro Tag
erhöht werden. (siehe Abschnitt 5.2).
Absetzreaktionen bei Beendigung der Behandlung
Ein plötzlicher Abbruch der Behandlung sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung
mit Citalopram sollte die Dosis über einen Zeitraum von mindestens 1 – 2 Wochen schrittweise reduziert werden, um das Risiko von Absetzreaktionen zu verringern (siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt
4.8). Wenn nach einer Dosisreduktion oder Beendigung der Behandlung stark beeinträchtigende
Symptome auftreten, sollte erwogen werden, die bisher verschriebene Dosis erneut einzunehmen.
Danach kann der Arzt fortfahren, die Dosis zu reduzieren, jedoch in kleineren Schritten.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Citalopram sollte als Einzeldosis entweder am Morgen oder am Abend oral verabreicht werden. Die
Tabletten können mit oder ohne Nahrung, jedoch mit Flüssigkeit, eingenommen werden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Monoaminoxidase-Hemmer (MAOH):
Fälle mit schwerwiegenden und manchmal tödlichen Reaktionen traten bei Patienten auf, die mit einem SSRI in Kombination mit einem Monoaminoxidase-Hemmer (MAOH) behandelt wurden, einschließlich des selektiven MAO-Hemmers Selegilin und des reversiblen MAO-Hemmers (RIMA) Moclobemid, sowie bei Patienten, die vor kurzem eine Behandlung mit einem SSRI beendet und eine Behandlung mit einem MAO-Hemmer begonnen hatten. In einigen Fällen ähnelten die Symptome einem
Serotonin-Syndrom.
Citalopram darf Patienten, die gleichzeitig MAO-Hemmer erhalten, einschließlich Selegilin in täglichen
Dosen, die 10 mg überschreiten, nicht gegeben werden. Eine Behandlung mit Citalopram Arcana darf
erst 14 Tage nach Absetzen eines irreversiblen MAO-Hemmers begonnen werden. Nach Absetzen
eines reversiblen MAO-Hemmers (RIMA), muss die in der entsprechenden Fachinformation des RIMA
vorgeschriebene Zeit eingehalten werden. Eine Behandlung mit MAO-Hemmern darf erst 7 Tage nach
dem Absetzen von Citalopram Arcana begonnen werden (siehe Abschnitt 4.5).
5-HT Agonisten:
Serotonerge Wirkungen von Sumatriptan stehen im Verdacht, durch SSRIs verstärkt zu werden. Bis
weitere Erkenntnisse vorliegen, wird geraten, Citalopram nicht gleichzeitig mit 5-HT Agonisten wie
z. B. Sumatriptan anzuwenden.
Citalopram ist kontraindiziert in Kombination mit Linezolid, es sei denn es besteht die Möglichkeit für
eine genaue Beobachtung und Überwachung des Blutdrucks (siehe Abschnitt 4.5).
Citalopram darf nicht in Kombination mit Pimozid angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.5).
Citalopram ist bei Patienten mit bekannter QT-Intervall-Verlängerung oder vererbten langem QT- Intervall-Syndrom kontraindiziert.
Die Kombination von Citalopram mit Arzneimitteln, die bekannterweise das QT-Intervall verlängern, ist
kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Ältere Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
Behandlung älterer Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, siehe
Abschnitt 4.2.
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
Citalopram sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet
werden. Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) sowie Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen Studien häufiger bei
Kindern und Jugendlichen beobachtet, die mit Antidepressiva behandelt wurden, als die in der Vergleichsgruppe mit Placebo behandelt wurden. Sollte aufgrund klinischer Notwendigkeit dennoch die
Entscheidung für eine Behandlung getroffen werden, ist der Patient im Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorgfältig zu überwachen. Darüber hinaus fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit bei
Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.
Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung
Depression ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken, selbstschädigendem
Verhalten und Suiziden (suizidalen Ereignissen) verbunden. Dieses Risiko dauert an, bis es zu einer
signifikanten Besserung der Symptome der Depression kommt.
Da die Besserung dieser Symptomatik nicht während der ersten Wochen der Behandlung auftritt, sollen Patienten bis zum Eintritt der Besserung engmaschig überwacht werden. Es ist eine generelle
klinische Erfahrung, dass das Suizidrisiko in den frühen Stadien der Besserung steigt.
Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Citalopram verschrieben wird, können ebenso mit einem
erhöhten Risiko für suizidale Ereignisse einhergehen. Zusätzlich können diese Ereignisse zusammen
mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten. Bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen sollen daher die gleichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden,
wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen.
Bei Patienten mit suizidalen Ereignissen in der Anamnese oder solchen, die vor Beginn der Therapie
stark suizidgefährdet waren, ist das Risiko von Selbstmordgedanken oder -versuchen erhöht. Diese
Patienten sollen daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden. Eine MetaAnalyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit Antidepressiva bei erwachsenen Patienten
mit psychiatrischen Erkrankungen zeigte bei Patienten, die jünger als 25 Jahre sind, ein erhöhtes Suizidrisiko verglichen mit Placebo.
Eine sorgfältige Überwachung der Patienten, vor allem bei jenen Patienten, die ein erhöhtes Risiko
aufweisen, sollte im speziellen bei Therapiebeginn und bei Dosisänderungen durchgeführt werden.
Patienten (und deren Betreuer) sollen auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht werden, jede klinische Verschlechterung, suizidales Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnliche Verhaltensänderungen sorgsam zu überwachen und bei Auftreten derartiger Symptome unverzüglich medizinischen
Rat zu suchen.
Diabetes
Bei Patienten mit Diabetes kann die Behandlung mit einem SSRI die Blutzuckerkontrolle beeinflussen.
Insulin und/oder orale Antidiabetika Dosierung müssen eventuell angepasst werden.
Krampfanfälle
Krampfanfälle sind ein potentielles Risiko bei Gabe von Antidepressiva. Citalopram muss bei jedem
Patienten mit Krampfanfällen sofort abgesetzt werden. Citalopram soll bei Patienten mit instabiler Epilepsie vermieden werden und Patienten mit kontrollierter Epilepsie sollen sorgfältig überwacht werden.
Citalopram soll abgesetzt werden, wenn es zu einem Anstieg der Anfallsfrequenz kommt.
EKT (Elektrokrampftherapie)
Zur gleichzeitigen Behandlung mit einem SSRI und Elektrokrampftherapie liegen nur wenige klinische
Erfahrungen vor, daher ist Vorsicht angebracht (siehe Abschnitt 4.5).
Manie
Citalopram muss bei Patienten mit einer Manie/Hypomanie in der Anamnese mit Vorsicht angewendet
werden. Bei manisch-depressiven Patienten kann ein Wechsel zur manischen Phase eintreten. Sollte
der Patient in eine manische Phase geraten, muss Citalopram Arcana abgesetzt werden.
Psychose
Die Behandlung von psychotischen Patienten mit depressiven Episoden kann die psychotischen Symptome verstärken.
Hämorrhagie
Es liegen Berichte über eine Verlängerung der Blutungszeit und/oder Abnormitäten wie Ecchymosen,
Purpura, gynäkologische Blutungen, Magen-Darm-Blutungen und andere Haut- oder Schleimhautblutungen bei SSRI Anwendung vor (siehe Abschnitt 4.8). Vorsicht ist geboten bei Patienten, die Citalopram einnehmen, besonders bei gleichzeitiger Anwendung von oralen Antikoagulantien, Wirkstoffen,
die bekanntermaßen die Thrombozytenfunktion beeinflussen oder anderen Wirkstoffen, die das Risiko
einer Hämorrhagie verstärken (z. B. atypische Antipsychotika, Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale Entzündungshemmer [NSARs], Ticlopidin und Dipyridamol) wie auch bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Blutungsstörungen (siehe Abschnitt 4.5).
Serotonin-Syndrom
In seltenen Fällen wurde ein Serotonin-Syndrom bei Patienten mit SSRI berichtet. Eine Kombination
von Symptomen wie Unruhe, Zittern, Myoklonie und Hyperthermie kann auftreten, welche einen Hinweis auf die Entwicklung dieses Zustandes geben. Die Behandlung mit Citalopram soll sofort abgesetzt werden und es soll eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
Serotonerge Arzneimittel
Die gleichzeitige Anwendung von Citalopram mit Arzneimitteln mit serotonerger Wirkung wie Tramadol, Tryptophan, Oxitriptan, Sumatriptan oder anderen Triptanen ist kontraindiziert (siehe Abschnitt
4.3).
Hyponatriämie
Hyponatriämie, wahrscheinlich aufgrund des Syndroms inadäquater ADH-Sekretion (SIADH) wurde
als seltene Nebenwirkung bei der Verwendung von SSRI berichtet und ist in der Regel nach Absetzen
der Behandlung reversibel. Ältere weibliche Patienten scheinen ein besonders hohes Risiko zu haben.
Johanniskraut
Nebenwirkungen werden möglicherweise durch die gleichzeitige Anwendung von Citalopram und Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthaltenden Phytotherapeutika verstärkt. Daher sollten Citalopram und Johanniskrauthaltige-Präparate nicht gleichzeitig eingenommen werden (siehe Abschnitt
4.5).
Akathisie/psychomotorische Unruhe
Bei der Anwendung von SSRIs/SNRIs wurde über das Auftreten von Akathisie, die durch eine subjektiv unangenehme und belastende Ruhelosigkeit gekennzeichnet ist und oft mit einem Bewegungsdrang mit dem Unvermögen ruhig zu sitzen oder zu stehen einher geht, berichtet. Diese Symptome
können sich am ehesten während der ersten Behandlungswochen entwickeln. Für Patienten, bei denen solche Symptome auftreten, kann eine Dosiserhöhung schädlich sein.
Absetzreaktionen bei Beendigung einer Behandlung mit einem SSRI
Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In einer klinischen Studie mit Citalopram
zur Rückfallprävention traten unerwünschte Ereignisse nach Beendigung einer Behandlung bei 40%
der mit Placebo weiterbehandelten Patienten gegenüber 20% bei Patienten, die Citalopram weiterhin
einnahmen, auf.
Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der
Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen
(einschließlich Parästhesien und ein Gefühl des Elektroschocks), Schlafstörungen (einschließlich
Schlaflosigkeit und intensive Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern,
Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Herzklopfen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit
und Sehstörungen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen nach Absetzen von SSRIs/SNRIs.
Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch
schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet.. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück
und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2 – 3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen, bei einer Beendigung der Behandlung mit Citalopram die
Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten entsprechend den Bedürfnissen des
Patienten schrittweise zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.2 „Absetzreaktionen bei Beendigung der Behandlung“).
Verlängerung des QT-Intervalls
Bei Citalopram wurde eine dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls gefunden.. Es wurden
Fälle von QT-Intervall-Verlängerungen und ventrikulärer Arrhythmie inklusive Torsade de pointes, während der Post-Marketing-Phase berichtet, vor allem bei weiblichen Patienten, Patienten mit Hypokaliämie oder Patienten mit vorbestehender QT-Verlängerung oder anderen Herzerkrankungen (siehe Abschnitte 4.3, 4.5, 4.8, 4.9 und 5.1).
Vorsicht ist angebracht bei Patienten mit signifikanter Bradykardie oder bei Patienten mit rezentem
akutem Myokardinfarkt oder dekompensierter Herzinsuffizienz.
Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie und Hypomagnesiämie erhöhen das Risiko für maligne Arrhythmien und sollten vor dem Beginn einer Behandlung mit Citalopram korrigiert werden.
Wenn Patienten mit stabiler Herzerkrankung behandelt werden, soll vor Behandlungsbeginn eine EKG
Untersuchung durchgeführt werden.
Wenn während der Behandlung mit Citalopram kardiale Arrhythmien auftreten, soll die Behandlung
beendet werden und ein EKG soll durchgeführt werden.
Engwinkelglaukom
SSRIs, einschließlich Citalopram, können eine Wirkung auf die Pupillengröße haben, die in Mydriasis
resultiert. Diese mydriatische Wirkung kann den Augenwinkel verengen, was in erhöhtem intraokulärem Druck und Engwinkelglaukom resultiert, vor allem bei prädisponierten Patienten. Daher sollte Citalopram bei Patienten mit Engwinkelglaukom oder Glaukom in der Vorgeschichte mit Vorsicht angewendet werden.
Paradoxe Angstsymptome
Bei einigen Patienten mit Panikstörung treten zu Beginn der Behandlung mit Antidepressiva verstärkt
Angstsymptome auf. Diese paradoxe Reaktion lässt normalerweise im Laufe von zwei Wochen bei
fortgesetzter Behandlung nach. Eine niedrige Anfangsdosis wird empfohlen, um die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines paradoxen anxiogenen Effektes zu vermindern (siehe Abschnitt 4.2).
Sonstige Bestandteile
Die Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit den seltenen hereditären Problemen einer Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel
nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Pharmakodynamische Interaktionen
Auf der pharmakodynamischen Ebene wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms von Citalopram mit
Moclobemid und Buspiron beschrieben.
Kontraindizierte Kombinationen
QT-Intervall-Verlängerung
Es wurden keine pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Studien über die gleichzeitige Anwendung von Citalopram und anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, durchgeführt.
Eine verstärkte Wirkung dieser Arzneimittel auf Citalopram kann nicht ausgeschlossen werden. Daher
ist die gleichzeitige Gabe von Citalopram mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, wie Klasse
IA und III Antiarrhythmika, Antipsychotika (z. B. Fentiazin-Derivate, Pimozid, Haloperidol), trizyklische
Antidepressiva, spezielle antimikrobielle Substanzen (z. B. Sparfloxacin, Moxifloxacin, Erythromycin IV,
Pentamidin, Anti-Malaria-Behandlung - vor allem Halofantrin), spezielle Antihistamine (Astemizol, Mizolastin) etc. kontraindiziert.
Pimozid
Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis von 2 mg Pimozid verursachte bei Patienten, die mit razemischem Citalopram in einer Dosis von 40 mg/Tag über einen Zeitraum von 11 Tagen behandelt wurden,
einen Anstieg der AUC und der Cmax von Pimozid, jedoch nicht durchgängig durch die gesamte Studie.
Die gleichzeitige Gabe von Pimozid und Citalopram führte zu einer durchschnittlichen Verlängerung
des QTc-Intervalls um ungefähr 10 msec. Aufgrund der bereits bei einer geringen Pimozid-Dosis beobachteten Wechselwirkung ist die gleichzeitige Gabe von Citalopram und Arzneimittel die Pimozid enthalten, kontraindiziert.
Monoaminooxidase-Hemmer (MAOH)
Die gleichzeitige Anwendung von Citalopram und MAO-Hemmern kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen, einschließlich eines Serotonin-Syndroms führen (siehe Abschnitt 4.3). Es wurden schwere
und manchmal tödliche Reaktionen bei Patienten unter einem SSRI in Kombination mit MAOHemmern einschließlich dem selektiven irreversiblen MAO-Hemmer Selegilin und den selektiven reversiblen MAO-Hemmern Linezolid und Moclobemid berichtet und bei Patienten die kürzlich eine SSRI
Therapie beendet haben und eine Therapie mit einem MAO-Hemmer begannen. Es wurden einige
Fälle mit Serotonin-Syndrom ähnlichen Symptomen bekannt. Zu Symptomen der Wechselwirkung mit
einem MAO-Hemmer gehören: Agitation, Zittern, Myoklonus und Hyperthermie.
Kombinationen, die besondere Vorsicht erfordern
Selegilin (selektiver MAO-B-Inhibitor)
Eine pharmakokinetische/pharmakodynamische Wechselwirkungsstudie mit gleichzeitiger Gabe von
Citalopram (20 mg täglich) und Selegilin (10 mg täglich) (ein selektiver MAO-B-Inhibitor) zeigte keine
klinisch relevanten Wechselwirkungen. Die gleichzeitige Anwendung von Citalopram und Selegilin in
Dosierungen über 10 mg täglich ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Alkohol
Die Kombination von SSRIs und Alkohol ist nicht ratsam.Es konnten jedoch keine pharmakodynamischen oder pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Citalopram und Alkohol gezeigt werden.
Arzneimittel, die eine Hypokaliämie/Hypomagnesiämie induzieren
Vorsicht ist geboten beim gleichzeitigen Gebrauch von Arzneimitteln die Hypokaliämie/Hypomagnesiämie hervorrufen, da diese Bedingungen das Risiko von malignen Arrhythmien erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).
Serotonerge Arzneimittel
Die gleichzeitige Verabreichung von Citalopram mit serotonergen Arzneimitteln (z. B. Tramadol, Tryptophan, Oxitriptan, Sumatriptan und andere Triptane) kann zu einer Verstärkung der mit 5-HT assoziierten Wirkungen führen. In Kombination mit Triptanen besteht ein potenzielles Risiko für eine koronare
Vasokonstriktion und auch eine Hypertonie. Bis zum Vorliegen weiterer Daten ist die gleichzeitige Anwendung von Citalopram und 5-HT Agonisten kontrainduziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Lithium und Tryptophan
Es wurden keine pharmakodynamischen Wechselwirkungen in klinischen Studien, in denen Citalopram
gleichzeitig mit Lithium gegeben wurde, gefunden. Doch es gab Berichte über verstärkte serotonerge
Wirkung, wenn SSRIs mit Lithium oder Trypthophan gegeben wurden. Die gleichzeitige Anwendung
von Citolapram mit diesen Arzneimitteln soll daher mit Vorsicht erfolgen. Eine routinemäßige Überwachung des Lithium-Spiegels soll wie gewohnt fortgesetzt werden.
Johanniskraut
Bei gleichzeitiger Anwendung von SSRIs und pflanzlichen Präparaten, die Johanniskraut (Hypericum
perforatum) enthalten, kann die Häufigkeit von Nebenwirkungen ansteigen (siehe Abschnitt 4.4).
Pharmakokinetische Wechselwirkungen wurden nicht untersucht.
Hämorrhagie
Vorsicht ist angebracht bei Patienten, die gleichzeitig mit Antikoagulantien, mit Arzneimitteln, die die
Thrombozytenfunktion beeinflussen - wie nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR), Acetylsalicylsäure, Dipyridamol und Ticlopidin - oder mit anderen Arzneimitteln (z. B. atypische Antipsychotika), die
das Risiko einer Blutung erhöhen können, behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).
EKT (Elektrokrampftherapie)
Es liegen keine Studien vor, die das Risiko oder den Nutzen einer gemeinsamen Anwendung von Elektrokrampftherapien (EKT) und Citalopram zeigen würden (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel, die eine Senkung der Krampfschwelle bewirken
Citalopram kann die Krampfschwelle senken. Vorsicht ist geboten, wenn es gleichzeitig mit anderen
Arzneimitteln verabreicht wird, die eine Senkung der Krampfschwelle hervorrufen können, wie z. B.
Antidepressiva SSRIs, Neuroleptika Thioxanthen und Butyrophenon, Mefloquin, Bupropion und Tramadol.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen
Die Biotransformation von Citalopram zu Demethylcitalopram erfolgt über das Cytochrom P450 System mit den Isoenzymen CYP2C19 (ca. 38%), CYP3A4 (ca. 31%) und CYP2D6 (ca. 31%). Die Tatsache, dass Citalopram durch mehr als ein Cytochrom metabolisiert wird, bedeutet, dass die Hemmung
seiner Biotransformation weniger wahrscheinlich ist, da die Inhibition eines Enzyms durch ein anderes
kompensiert werden kann. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von pharmakokinetischen Arzneimittelwechselwirkungen ist daher bei gleichzeitiger Verabreichung von Citalopram mit anderen Arzneimit-
teln in der klinischen Praxis sehr gering.
Nahrung
Eine Beeinflussung der Resorption und anderer pharmakokinetischer Eigenschaften von Citalopram
durch Nahrung wurde bisher nicht berichtet.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Citalopram
Die gleichzeitige Verabreichung mit Ketoconazol (potenter CYP3A4-Hemmer) verändert die Pharmakokinetik von Citalopram nicht.
Eine pharmakokinetische Wechselwirkungsstudie mit Lithium und Citalopram zeigte keine Wechselwirkung (siehe auch oben).
Die gleichzeitige Verabreichung von Escitalopram (dem aktiven Enantiomer von Citalopram) und 1mal täglich 30 mg Omeprazol (ein CYP2C19-Inhibitor) führte zu einem mäßigen (ungefähr 50%igen)
Anstieg der Escitalopram-Plasmakonzentration. Bei gleichzeitiger Anwendung mit CYP2C19- Inhibitoren (z. B. Omeprazol, Esomeprazol, Fluvoxamin, Lansoprazol, Ticlopidin) oder Cimetidin ist daher Vorsicht geboten. Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein.
Cimetidin
Cimetidin (potenter CYP2D6, 3A4 und 1A2-Inhibitor) bewirkt ein mäßiges Ansteigen der mittleren
Steady-State-Spiegel von Citaolpram. Bei der Verabreichung von Citalopram in Kombination mit Cimetidin ist Vorsicht geboten.
Einfluss von Citalopram auf die Pharmkokinetik anderer Arzneimittel
Metoprolol
Vorsicht ist geboten, wenn Citalopram gemeinsam mit Arzneimitteln verabreicht wird, die hauptsächlich durch das Enzym CYP2D6 metabolisiert werden und eine enge therapeutische Breite haben. Das
betrifft z. B. Flecainid, Propafenon und Metoprolol (bei der Therapie der Herzinsuffizienz) sowie verschiedene auf das ZNS-wirksame Arzneimittel, die vorwiegend über CYP2D6 metabolisiert werden, z.
B. Antidepressiva wie Desipramin, Clomipramin und Nortryptylin oder Antipsychotika wie Risperidon,
Thioridazin und Haloperidol. Es können Dosisanpassung erforderlich werden. Die gleichzeitige Anwendung mit Metoprolol führte zu einer Verdoppelung der Metoprolol-Plasmaspiegel, aber nicht zu
einer statistisch signifikanten Zunahme der Wirkung von Metoprolol auf Blutdruck und Herzrhythmus.
In einer pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Wechselwirkungsstudie führte die Co- Medikation von Citalopram und Metroprolol (ein CYP2D6-Substrat) zu einer Verdoppelung der Metoprololkonzentrationen, jedoch nicht zu einer statistisch signifikanten Steigerung der Wirkung von Metoprolol auf
den Blutdruck und die Herzfrequenz bei gesunden Probanden.
Citalopram und Demethylcitalopram sind vernachlässigbare Inhibitoren von CYP2C9, CYP2E1 und
CYP3A4, und nur schwache Inhibitoren von CYP1A2, CYP2C19 und CYP2D6 im Vergleich zu anderen SSRIs, die als signifikante Inhibitoren bekannt sind.
Levomepromazin, Digoxin, Carbamazepin
Es wurden keine oder nur sehr geringe Veränderungen ohne klinische Relevanz beobachtet, wenn
Citalopram gemeinsam mit CYP1A2-Substraten (Clozapin und Theophyllin), CYP2C9-Substraten
(Warfarin), CYP2C19-Substraten (Imipramin und Mephenytoin), CYP2D6-Substraten (Spartein, Imipramin, Amitriptylin, Risperidon) und CYP3A4-Substraten (Warfarin, Carbamazepin (und seine Metaboliten Carbamazepin-Epoxid) und Triazolam) verabreicht wurde.
Es wurden keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Citalopram und Levomepromazin
oder Digoxin nachgewiesen (dies deutet darauf hin, dass Citalopram P-Glykoprotein weder induziert
noch hemmt.
Desipramin, Imipramin
In einer pharmakokinetischen Studie konnte keine gegenseitige Beeinflussung von Citalopram und
Imipramin gezeigt werden, obwohl die Plasmakonzentration von Desipramin, des Haupmetaboliten von
Imipramin, erhöht war. Bei Kombination von Arzneimitteln, die Desipramin enthalten, mit Citalopram
wurde ein Anstieg der Desipramin-Konzentration im Plasma beobachtet. Eine Dosisreduktion von Desipramin kann notwendig sein.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Veröffentlichte Daten von schwangeren Frauen (mehr als 2500 Beobachtungen) zeigen keine malformative feto-/neonatale Toxizität. Dennoch soll Citalopram nicht während der Schwangerschaft bzw. bei
zwingender Indikation nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risikos verwendet werden.
Bei Anwendung von Citalopram durch die Mutter in der Spätschwangerschaft, insbesondere im dritten
Trimester, müssen die Neugeborenen überwacht werden. Ein abruptes Absetzen während der
Schwangerschaft sollte vermieden werden.
Folgende Symptome können beim Neugeborenen nach Einsatz von SSRI/SNRI bei der Mutter in einem späten Stadium der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Füttern, Erbrechen, Hypoglykämie, Muskeltonus (zu hoch
oder zu niedrig), Hyperreflexie, Tremor, Nervosität, Reizbarkeit, Lethargie, ständiges Schreien, Schläfrigkeit und Schlafstörungen. Diese Symptome können entweder auf eine serotonerge Wirkung zurückzuführen oder Symptome nach Absetzen sein. In der Mehrzahl der Fälle beginnen die Komplikationen
sofort oder bald (<24 Stunden) nach der Entbindung.
Epidemiologische Daten lassen darauf schließen, dass die Gabe von SSRIs in der Schwangerschaft,
besonders in der späten Schwangerschaft, das Risiko einer persistierenden pulmonalen Hypertonie
beim Neugeborenen erhöhen könnte. Das beobachtete Risiko betrug ca. 5 Fälle pro 1000 Schwangerschaften. In der Normalbevölkerung treten 1 bis 2 Fälle von persistierender pulmonaler Hypertonie
beim Neugeborenen pro 1000 Schwangerschaften auf.
Stillzeit
Citalopram geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Es wird geschätzt, dass der Säugling
etwa 5 % der gewichtsabhängigen mütterlichen täglichen Tagesdosis (in mg/kg) beim Stillen erhält.
Keine oder nur geringfügige Nebenwirkungen sind beim Säuglingen beobachtet worden. Allerdings ist
die vorhandene Information nicht ausreichend für die Bewertung des Risikos für den Säugling.
Vorsicht ist geboten.
Fertilität beim Mann
Daten aus Tierstuden haben gezeigt, dass Citalopram die Spermienqualität beeinflussen kann (siehe
Abschnitt 5.3). Bei einzelnen SSRIs zeigten Fallberichte von Menschen, dass dieser Effekt reversibel
ist. Ein Einfluss auf die Fertilität von Menschen wurde bisher nicht beobachtet.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Citalopram hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Psychoaktive Arzneimittel können die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und
auf Notfälle zu reagieren beeinflussen. Patienten sollen über diese Effekte informiert und gewarnt werden, dass ihre Fähigkeit ein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigt werden
könnte.
4.8 Nebenwirkungen
Die mit Citalopram beobachteten Nebenwirkungen sind im Allgemeinen leicht und vorübergehend. Sie
treten am häufigsten während der ersten ein bis zwei Wochen der Behandlung auf und lassen üblicherweise in der Folge nach. Die Nebenwirkungen werden gemäß der MedDRA Terminologie wiedergegeben.
Für die folgenden Nebenwirkungen wurde eine Abhängigkeit von der Dosierung festgestellt: vermehrtes Schwitzen, Mundtrockenheit, Insomnie, Somnolenz, Diarrhö, Übelkeit und Müdigkeit.
Die Tabelle zeigt die Häufigkeit der mit SSRIs und/oder Citalopram assoziierten Nebenwirkungen, die
bei ≥1% der Patienten entweder in doppelblind, placebokontrollierten Studien oder im Post- MarketingZeitraum beobachtet wurden.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (≥
1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr
selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Sehr häufig Häufig
Gelegentlich Selten
Nicht bekannt
ThrombozytopeErkrankungen
nie
des Blutes und
des Lymphsystems
Überempfindlich
Erkrankungen
keit, anaphylaktides Immunsyssche Reaktion
tems
Inadäquate ADHEndokrine ErSekretion
krankungen
Vermehrter
Hyponatriä Hypokaliämie
Gewichtsverlust,
StoffwechselAppetitverlust
Appetit, Gemie
und Ernähwichtszunahme
rungsstörungen
Euphorie, erPanikattacken
Schlafstörungen,
Psychiatrische
Konzentrationsstö- höhte Libido,
(diese Symptome
Erkrankungen
rungen, abnormale Aggression,
können der
Depersonalisat
Träume, Amnesie,
zugrundeliegend
Ängstlichkeit, verrin- ion, Halluzinaen Krankheit
gerte Libido, Appetit- tione n, Manie
zugeordnet werlosigkeit, Apathie,
den), Suizidgedanken und suiVerwirrtheit, Agitiertheit, Nervosität,
zidales Verhal-
weibliche Orgasmusstörungen
Erkrankungen- Kopfschmer- Migräne, Parästhedes Nervensys- zen, Somno- sien, Tremor,
lenz, Insomnie Schwindel, Störuntems
gen der Aufmerksamkeit
Synkope
Augenerkran- Akkomodationsstörungen
kungen
Tinnitus
Erkrankungen
des Ohrs und
des Labyrinths
Palpitationen
Herzerkrankungen
Mydriasis
Gefäßerkrankungen
Erkrankungen
der Atemwege,
des Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen Übelkeit, trodes Gastroin- ckener Mund
testinaltrakts
Leber- und
Gallenerkrankungen
Erkrankungen Vermehrtes
Schwitzen
der Haut und
des Unterhautzellgewebes
Hypotonie, Hypertonie
Rhinitis, Sinusitis,
Husten
Gähnen
Im EKG QT
verlängert, ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Torsade de
pointes
Hämorrhag Lagebedingte
ie
Hypotonie
Epistaxis
Dyspepsie, Erbrechen, Bauchschmerz, Flatulenz,
verstärkter Speichelfluss, Diarrhö, Verstopfung
Gastrointestinale
Blutungen (einschließlich rektale
Blutungen)
Hepatitis
Pruritus
Photosensibilis
ierung, Urtikaria, Alopezie,
Hautausschlag,
Purpura
Cholestase, abnorme
Leberfunktionstests
Angioödem, Ekchymosen
Myalgie, Arthralgie
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen
der Nieren und
Harnwege
Erkrankungender Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Allgemeine
Erkrankungen
und Be-
Bradykardie,
Tachykardie
ten1, nächtliches
Zähneknirschen,
Ruhelosigkeit
Grand mal Choreoathetose,
Krampfan- Krampfanfälle,
fall, Dyski- Serotonin- Synnesi n,
drom, extrapyraGemidale Störunschmacksst gen, Akathisie,
örungen
Bewegungsstörungen
Sehstörungen
Harnretention
Störungen beim
Harnlassen, Polyurie
Asthenie
Ausbleibende Ejaku- Frauen: Melation, weibliche
norrhagie
Anorgasmie, Dysmenorrhoe, Impotenz, Ejakulationsstörungen
Fatigue
Unwohlsein,
Ödeme
Männer: Priapismus, Galaktorrhö
Frauen:
Metrorrhagie.
Fieber
schwerden am
Verabreichungsort
1 Fälle von Selbstmordgedanken und suizidales Verhalten wurden während der Behandlung mit oder
kurz nach Beendigung der Behandlung von Citalopram berichtet (siehe Abschnitt 4.4)
Klasseneffekte (Knochenbrüche)
Epidemiologische Studien, die hauptsächlich an Patienten im Alter von 50 Jahren und älter durchgeführt wurden, zeigen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche bei Patienten, die selektive SerotoninWiederaufnahmehemmer (SSRIs) oder trizyklische Antidepressiva (TCAs) einnehmen. Der Mechanismus, der diesem Risiko zugrunde liegt, ist unbekannt.
QT-Verlängerungen
Seit Markteinführung wurden Fällen von QT–Verlängerung und ventrikulärer Arrhythmie inklusive Torsade de Pointes berichtet, jedoch hauptsächlich bei weiblichen Patienten, Patienten mit Hypokaliämie
oder mit vorbestehender QT-Verlängerung oder anderen Herzerkrankungen (siehe Abschnitte 4.3, 4.4,
4.5, 4.9 und 5.1).
Absetzreaktionen bei Beendigung einer Behandlung mit SSRI
Das Absetzen von Citalopram führt, insbesondere wenn es abrupt geschieht, häufig zu Absetzreaktionen. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien und Elektroschockgefühl),
Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensive Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit
und/ oder Erbrechen, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Diarrhö, Palpitationen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit und visuelle Störungen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen. Im
Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer und gehen von selbst zurück, bei einigen
Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein und/oder länger andauern. Es wird daher geraten,
wenn eine Behandlung mit Citolpram nicht mehr erforderlich ist, die Dosis schrittweise zu reduzieren
(siehe Abschnitte 4.2 und Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über
das aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
A-1200 Wien
Österreich
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Toxizität:
Umfangreiche klinische Daten zur Citalopram-Überdosierung sind begrenzt und viele Fälle betreffen
gleichzeitige Überdosis mit anderen Arzneimitteln bzw. im Zusammenwirken mit Drogen/Alkohol.
Fälle von Citalopram-Überdosierung mit tödlichem Ausgang wurden berichtet, die Mehrheit der Todesfälle ging jedoch mit Überdosierungen von Begleitmedikationen einher.
Symptome:
Die folgenden Symptome wurden bei Überdosierung mit Citalopram berichtet: Krämpfe, Tachykardie,
Somnolenz, Krampfanfälle, QT-Verlängerung, Koma, Erbrechen, Zittern, Hypotonie, Herzstillstand,
Übelkeit, Serotonin Syndrom (besonders dann, wenn andere Substanzen gleichzeitig eingenommen
wurden), Schwitzen, Agitation, Bradykardie, Schwindel, Schenkelblock, QRS-Verlängerung, Hypertonie, Mydriasis, Torsade de pointes, Stupor, Schweißausbrüche, Zyanose, Hyperventilation und atriale
und ventrikuläre Arrhythmie.
Behandlung:
Ein spezielles Antidot zu Citalopram ist nicht bekannt. Die Therapie muss symptomatisch und supportive sein. Eventuell können die Gabe von Aktivkohle, osmotisch wirksamer Abführmittel (zum Beispiel
Natriumsulfate) sowie eine Magenspülung in Erwägung gezogen werden. Wenn das Bewusstsein gestört ist, soll der Patient intubiert werden. EKG und Vitalparameter sind zu überwachen.
Bei Patienten mit Überdosierung und kongestiver Herzinsuffizienz/Bradyarrhythmien, bei Patienten die
gleichzeitig Arzneimittel erhalten die das QT-Intervall verlängern oder bei Patienten mit verändertem
Metabolismus z. B. Leberfunktionsstörungen, ist eine EKG-Überwachung angeraten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
ATC Code: N06AB04
Citalopram ist erwiesenermaßen ein starker Serotonin-(5-HT)-Wiederaufnahmehemmer. Langzeittherapie mit Citalopram induziert keine Toleranz auf die Hemmung der 5-HT-Wiederaufnahme.
Citalopram gilt bisher als der selektivste Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), mit minimaler
Wirkung auf die Wiederaufnahme von Noradrenalin (NA), Dopamin (DA) und Gamma-AminoButtersäure (GABA). Citalopram hat keine oder sehr geringe Affinität zu einer Reihe von Rezeptoren,
einschließlich 5-HT1A, 5-HT2, Dopamin D1- und D2- Rezeptoren, Alpha1-, Alpha2-, und Beta–
Adrenorezeptoren, Histamin H1-, muscarincholinerge, Benzodiazepin- und Opioid-Rezeptoren. Dies
steht im Gegensatz zu vielen trizyklischen Antidepressiva und einigen der anderen SSRIs. Der Mangel
an Rezeptoraffinität wurde durch Verwendung einer Reihe von funktionellen in vitro-Tests an isolierten
Organen als auch durch funktionelle in vivo-Tests bewiesen. Das Fehlen von Wirkungen auf die Rezeptoren könnte erklären, weshalb Citalopram eine geringere Anzahl der traditionellen Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Blasen- und Darm-Störungen, Verschwommensehen, Sedierung, Kardiotoxizität und orthostatische Hypotonie verursacht.
Wie trizyklische Antidepressiva, andere SSRIs und MAO-Hemmer unterdrückt Citalopram die REMSchlafphase und steigert die tiefe non-REM-Schlafphase. Die Unterdrückung des rapid eye movement-(REM)-Schlafes wird als Vorzeichen antidepressiver Aktivität angesehen. Obwohl Citalopram
nicht an Opioid-Rezeptoren bindet, verstärkt es den schmerzstillenden Effekt üblicherweise verwendeter Opioid-Analgetika. Es kommt zu einer Verstärkung der D-Amphetamin-induzierten Hyperaktivität
nach Verabreichung von Citalopram.
Die Hauptmetaboliten sind zur Gänze SSRIs, wenn auch ihre Wirkungs- und Selektivitätsverhältnisse
geringer als jene von Citalopram sind. Jedoch sind die Selektivitätsverhältnisse dieser Metaboliten von
Citalopram höher als jene vieler anderer SSRIs. Zur gesamten antidepressiven Wirkung tragen die
Metaboliten nicht bei.
In einer doppel-blinden, placebo-kontrollierten EKG-Studie an gesunden Probanden war die Veränderung des Ausgangswerts des QTc (Fridericia-Korrektur) 7,5 msec (90% CI; 5,9 – 9,1) bei einer Tagesdosis von 20 mg und 16,7 msec (90% CI; 15,0 – 18,4) bei einer Tagesdosis von 60 mg (siehe Abschnitt 4.3, 4.4, 4.5, 4.8 und 4.9).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption: Die Resorption erfolgt fast vollständig und ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme
(Tmax durchschnittlich/im Mittel 3,8 h). Die orale Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 80%.
Verteilung: Das apparente Verteilungsvolumen (Vd)ß liegt bei 12,3 l/kg. Die Plasmaproteinbindung für
Citalopram und seine Hauptmetaboliten liegt unter 80%.
Biotransformation: Citalopram wird zum aktiven Demethylcitalopram, Didemethylcitalopram, Citalopram-N-Oxid und einem inaktiven desaminierten Propionsäure-Derivat metabolisiert. Alle aktiven
Metaboliten sind ebenfalls SSRIs, wenn auch mit schwächerer Wirkung als die Mutterverbindung. Im
Plasma ist unverändertes Citalopram die vorherrschende Verbindung. Das Hauptstoffwechselenzym
ist CYP2C19, eine Beteiligung von CYP3A4 und CYP2D6 ist möglich.
Elimination: Die Eliminations-Halbwertszeit (T1/2ß) liegt bei 1,5 Tagen, die systemische CitalopramPlasmaclearance (CIS) bei 0,33 l/min und die orale Plasmaclearance (CIoral) bei etwa 0,41 l/min.
Citalopram wird hauptsächlich über die Leber (85%), der verbleibende Rest (15%) über die Nieren
ausgeschieden. Etwa 12 – 23% der täglichen Dosis werden als unverändertes Citalopram im Harn
ausgeschieden. Die hepatische (Rest-) Clearance beträgt etwa 0,35 l/min und die renale Clearance
etwa 0,068 l/min.
Die Kinetik ist linear. Steady-state-Plasmaspiegel werden nach 1 – 2 Wochen erreicht. Durchschnittliche Konzentrationen von 250 nmol/l (100 – 500 nmol/l) werden bei einer täglichen Dosis von 40 mg
erreicht. Es existiert kein klares Verhältnis zwischen Citalopram-Plasmaspiegeln und dem therapeutischen Ansprechen oder den Nebenwirkungen.
Ältere Patienten (≥65 Jahre): Längere Halbwertszeiten und verringerte Clearance-Werte wurden
infolge einer geringeren Metabolisierungsrate bei älteren Patienten nachgewiesen.
Eingeschränkte Leberfunktion: Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird Citalopram
langsamer ausgeschieden. Die Halbwertszeit von Citalopram ist etwa doppelt so lang und Steadystate-Konzentrationen bei einer bestimmten Dosis sind etwa doppelt so hoch wie bei Patienten mit
normaler Leberfunktion.
Eingeschränkte Nierenfunktion: Bei Patienten mit leichter bis mittlerer Nierenfunktionsstörung wird
Citalopram langsamer, ohne größeren Einfluss auf die Pharmakokinetik von Citalopram, eliminiert. Zur
Zeit gibt es keine Informationen über die Behandlung von Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <20ml/min).
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die Daten bei Labortieren keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe bei Ratten wurde bei verschiedenen Organen eine
Phospholipidose beobachtet. Dieser reversible Effekt ist bei verschiedenen lipophilen Aminen bekannt
und wurde nicht mit morphologischen und funktionellen Wirkungen in Zusammenhang gebracht. Die
klinische Relevanz ist nicht bekannt.
Studien zur Embryotoxizität bei Ratten zeigten Skelett-Anomalien bei maternalen toxischen Dosen.
Diese Effekte können mit der pharmakologischen Wirkung in Zusammenhang stehen oder können ein
indirekter Effekt aufgrund der maternalen Toxizität sein. Peri- und postnatale Studien zeigten eine
verringerte Überlebensrate des Nachwuchses während der Stillzeit. Das potenzielle Risiko für den
Menschen ist unbekannt.
Tierdaten haben gezeigt, dass Citalopram eine Reduktion der Fertilitäts- und SchwangerschaftIndexe, eine Reduktion der Implantationsanzahlen und abnorme Spermien bei einer Exposition, die
weit über der Exposition des Menschen liegt, hervorruft.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, mikrokristalline Zellulose, Povidon, Crospovidon,
Magnesiumstearat.
Tablettenüberzug: Titandioxid (E 171), Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Hypromellose (E 464).
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/PVdC-Blister, mit Aluminiumfolie versiegelt.
Packungsgrößen: 14, 20, 28, 50, 98 oder 100 Filmtabletten.
PVC/PVdC-Blister, mit Aluminiumfolie versiegelt.
Kalenderpackungsgröße: 28 Filmtabletten.
Polyethylen hoher Dichte (HDPE)–Behälter mit Polypropylen (PP)–Verschlusskappe.
Packungsgrößen: 14, 20, 28, 50, 100 oder 250 Filmtabletten.
Polypropylen-Tablettenbehälter mit Polyethylen-Verschlusskappe.
Packungsgrößen: 14, 20, 28, 50, 100 oder 250 Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. Inhaber der Zulassung
Arcana Arzneimittel GmbH
A-1140 Wien
8. Zulassungsnummer
1–24781
9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung
10. Dezember 2002 / 9. Jänner 2007
10. Stand der Information
Jänner 2014
Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht
Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.
Verfügbare Packungsgrößen in Österreich:
14 und 28 Stück in Blister.
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