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Aktion Selbstbesteuerung e.V. Rundbrief 03/ 2014 Oktober 2014

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Aktion
Selbstbesteuerung e.V.
Friede durch gerechte
Entwicklungspolitik
Rundbrief 03/ 2014
Oktober 2014
kontakt@aktion-selbstbesteuerung.de
www.aktion-selbstbesteuerung.de
Konten:
GLS Bank Frankfurt/M,
IBAN: DE48 4306 0967 8004 9655 00, BIC: GENODEM1GLS
Sparkasse Schaumburg,
IBAN: DE50 2555 14 80 0320 2222 92, BIC: NOLADE21SHG
Dieser Pick up, mit dem hier Fotovoltaik-Paneele transportiert werden,
wurde mit Unterstützung der asb angeschafft
(Zum Projektbericht auf Seite 21)
1
Rundbrief 03/2014
Inhalt
Einladung zur Mitgliederversammlung vom 25. bis 26. Oktober 2014 in Mannheim
Projektanträge zur MV
Inlandsprojekte
Auslandsprojekte
Projektberichte
A.11/ 2012 F: Neuer Ausbildungsgang für Lehrwerkstatt in Waoundé/ Senegal
A.15/ 2013 H: Rinderwirtschaft in Ludilu/ Tansania
A.16/ 2013 H: Schulbücher für die Grundschule in Fontsa-Touala/ Kamerun
I.02/ 2014 F: Alle oder nirgends! BoKo_36
I.09/ 2014 F: Diskussion um Konfliktlösung und Versöhnung
VS.I.03/ 2014: Mitgliedschaft im Welthaus Stuttgart e.V.
Artikel und Informationen
Arbeiterinnen in Bangladesch seit drei Monaten ohne Lohn
Mehrheit der UNO-Generalversammlung für ein Insolvenzverfahren für Staaten
Mensch, Macht, Milch - eine Ausstellung im Saarland
MISEREOR kritisiert Rohstoffabkommen mit Peru
Stuttgart Open Fair 2014
Wirtschaftsministerium schafft Atombürgschaften ab
Entwicklungsbank der BRICS-Staaten
Entwicklungshilfe für Agrar-Konzerne
KIK verzögert Entschädigungen
Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP von EU-Kommission abgelehnt
Ein anderes Meer ist möglich!
Projektanträge zur Herbst-MV in Mannheim
Hinweise für AntragstellerInnen, Wege zur asb
Termine, Adressen, Impressum
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04 - 07
07 - 17
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Liebe asb-lerin, lieber asb-ler,
Im Frühjahr beschlossenen wir die Unterstützung eines iz3w-Sonderhefts zum Thema „Uranabbau und
Atomwirtschaft“. Das Heft wurde unter maßgeblicher Mitarbeit unseres Projektpartners uranium network/ Menschenrecht 3000 e.V. (Projekt A.19/ 2012 H) erarbeitet und uns gratis zum
Versand an unsere Mitglieder zur Verfügung gestellt. Außerdem liegt diesem
Rundbrief eine Werbung für „Stichwort BAYER“ bei. Im Gegenzug versendet die
CBG im Frühjahr 2015 eine große Auflage unseres neuen Werbefaltblatts.
Im Sommer 2014 nutzten meine Frau Astrid und ich einen Verwandtenbesuch in den USA, um anschließend Madre Tierra in Mexiko zu besuchen. Wir
konnten dabei viele der von uns unterstützten Projekte kennen lernen und
hatten auch die Gelegenheit, das Gesundheitszentrum SADEC in Palenque zu
besuchen, das wir unter A.17/ 2011 H über die Freunde Südmexikos unterstützt
haben. Einen Bericht über unsere Reise und unsere Erfahrungen werde ich im
nächsten Rundbrief veröffentlichen. Schon jetzt zeigen sich aber die Folgen:
Madre Tierra hat uns gleich 4 neue Projektanträge gesandt!
Außer den Projektanträgen für die Herbst-MV und einigen Projektberichten findet Ihr einen Bericht von der
asb-Mitwirkung am Open Fair 2014, Beiträge von der „Kampagne für Saubere Kleidung“, von erlassjahr.de, von
Inkota, von attac, von Misereor, Brot für die Welt und weitere Informationen, die in den öffentlichen Medien
meist zu kurz kommen. Ich wünsche wie immer eine interessante Lektüre und würde mich freuen, in Mannheim
auch Mitglieder zu treffen, die nicht zur „Stammbesetzung“ unserer Mitgliederversammlungen gehören.
Euer
Ernst Standhartinger
2
Rundbrief 03/2014
Einladung zur Mitgliederversammlung
vom 25. bis 26. Oktober 2014 in Mannheim
Beginn der MV:
Samstag, 24.November 2014 um 10.00 Uhr.
Ende:
Sonntag, 25. November 2014 mit dem Mittagessen
Ort:
bei Reinhard Beeker, Fischerstr. 36, 68199 Mannheim. Die Sitzung findet im
Gemeindehaus der ev. Matthäusgemeinde statt, Rheingoldstr., Ma-Neckarau
(5 Min. Gehweg)
Unterkunft:
Privatunterbringung, teilweise Fußbodenquartier.
Bei Reinhard Beeker stehen ca. 8 Übernachtungsplätze zur Verfügung. Weitere Privatquartiere oder Hotel können auf Anfrage ggf. organisiert werden.
Verpflegung:
Selbstverpflegung
Anmeldung:
Für die Organisation der MV ist Reinhard Beeker zuständig,
Anmeldungen oder Anfragen bitte direkt an ihn: Fischerstr. 36, 68199 Mannheim
(Ortsteil Neckarau), Tel. 0621-8414505, e-Mail: Reinhard.Beeker@t-online.de.
Wegbeschreibung
Mit der Bahn
Bis Mannheim Hbf., von dort mit der Regionalbahn Richtung Schwetzingen-Karlsruhe (stündlich) oder mit der
Straßenbahn Linie 1 vom Bahnhofsvorplatz Richtung Rheinau (alle 10 Min.). Aussteigen mit beiden Verkehrsmitteln Bahnhof Neckarau. Wer von Karlsruhe kommend mit der Regionalbahn über Schwetzingen kommt,
braucht nicht bis zum Hbf. zu fahren, sondern steigt eine Station vorher in Neckarau aus.
Vom Bahnhof oder Straßenbahnhaltestelle aus überquert man die Neckarauer Straße und biegt in ein kleines
Sträßchen ein paar Meter rechts von der Fußgängerampel ein (Katharinenstraße). Die 1. Straße rechts ist dann
die Fischerstr., rechts bis Nr. 36.
Mit dem PKW
Von Süden A6 bis Schwetzingen Nord/Brühl, Rheinau, dort die B 36 Richtung Mannheim nehmen. Man folgt ihr
in einem langen Bogen um den Ortsteil Rheinau und danach etwa 3km gerade, bis man über eine Bahnüberführung kommt. Nach der Bahnüberführung kommen 2 Ampeln kurz nacheinander, man nimmt die 2. (ausgeschildert Rheingoldhalle, Rheingoldcenter, Sportanlagen, Polizei) und biegt dort links in den Stadtteil Neckarau ein.
Die erste wieder rechts abbiegen (=Fischerstraße) und ihr etwa 300 m geradeaus folgen. Nach der ersten von
rechts kommenden Querstraße (=Katharinenstr.) kommt auf der rechten Straße bald die Nr. 36.
Von Norden A 6 bis AB-Kreuz Mannheim, abbiegen Richtung Mannheim Zentrum. Erste Abfahrt wieder runter
Richtung Neckarau. Wenn man den Rangierbahnhof überquert hat, biegt man ab Richtung Gewerbegebiet Neckarau. Am Ende der Abfahrtsrampe rechts abbiegen, an der nächsten Ampel links. Dann kommt nach ca. 300
m ein Kreisel. Ca. ¾ des Kreisels fahren bis Alle Richtungen, danach rechts halten. Man wird in einem Rechtsbogen über eine Eisenbahnüberführung und an einer Ampel auf die B 36 geführt. Nach der Bahnüberführung
kommen 2 Ampeln kurz nacheinander, man nimmt die 2. (ausgeschildert Rheingoldhalle, Rheingoldcenter,
Sportanlagen, Polizei) und biegt dort links in den Stadtteil Neckarau ein. Die erste wieder rechts abbiegen
(=Fischerstraße) und ihr etwa 300 m geradeaus folgen. Nach der ersten von rechts kommenden Querstraße
(=Katharinenstr.) kommt auf der rechten Straße bald die Nr. 36.
Tagesordnung
Samstag:
1. 10.30 Uhr: Beginn der MV (Begrüßung, bei Bedarf: Vorstellung)
2. Berichte des Vorstands/ der Kassenführerin/ der Geschäftsführung/ der Regionalgruppen Darmstadt- Mainz
und Stuttgart.
3. Aussprache über die Berichte
4. Vorstellung und Beratung der neuen Projektanträge
Sonntag:
5. Projektbeschlüsse
6. Verschiedenes, u.a.: nächste Mitgliederversammlung, Rundbrief etc.
Rundbrief 03/2014
3
Projektanträge zur MV
Inlandsprojekte
I.12/ 2014 H
Kampagnentraining für
AktivistInnen
UAEM e.V.
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
2.000,- €
Reinhard Beeker
www.uaem-europe.org
Die AntragstellerInnen sind uns bereits bekannt
aus 2013, wo wir das Europa-Treffen der Universities Allied for Essential Medicines mit 1.000,- € unterstützt hatten (I 9/2013 F im asb-RB 1/2013 S.16,
Bericht 4/2013 S.11).
Ihr Themengebiet ist die Forderung nach einem
verbesserten globalen Zugang zu Medikamenten,
eine Verankerung sozial verantwortlicher Technologietransfer-Praxis in den Leitbildern von öffentlichen
Forschungseinrichtungen, damit die Ergebnisse
öffentlich finanzierter biomedizinischer Forschung
auch für alle zugänglich sind. Zudem fordern sie,
dass sich Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen am globalen Bedarf orientieren sollen
statt nur an finanzieller Verwertbarkeit der Ergebnisse, damit armutsassoziierte Krankheiten ausreichende Aufmerksamkeit gewidmet wird.
Das Netzwerk wächst rasch, und inhaltlich sieht
UAEM sich und seine Mitglieder gut gewappnet.
Bedarf besteht aber bei Handwerkszeug für erfolgreiche Kampagnenarbeit. Dazu zählen grundlegende
Techniken der Strategieentwicklung und Aktionsplanung, des Argumentierens, der Organisationsentwicklung und Pressearbeit.
„So entstand die Idee, ein mehrtägiges europäisches „Training Camp“ für unsere studentischen
„Access to Medicines“ AktivistInnen zu organisieren.
Bei diesem Training soll explizit nicht der inhaltliche
Aspekt unserer Arbeit im Vordergrund stehen, sondern die Methodik politischen Handelns. Im Gegensatz zu allgemein gehaltenen Trainings haben wir
den unschätzbaren Vorteil, dass unsere Teilnehmenden alle in das Thema „Medikamentenzugang“
bereits eingearbeitet sind und die methodischen
Kompetenzen daher immer anhand konkreter, für
alle nachvollziehbarer Beispiele ausprobieren können.
Wir erhoffen uns, dass die erarbeiteten Ideen und
die vermittelten Fähigkeiten die Arbeit unserer Lokalgruppen befruchten und voranbringen werden.
4
Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden wir
ein besonderes Augenmerk darauf legen, wie die
erworbenen Kenntnisse an die einzelnen Lokalgruppen weitergegeben werden können, damit sich ein
Multiplikator-Effekt einstellt. Außerdem soll das Training dazu ermuntern, kreative (und manchmal
durchaus auch provokante) Kampagnentechniken zu
nutzen. Dazu werden wir mit erfahrenen ReferentInnen aus der Praxis zusammenarbeiten.“
Bis zu unserer MV hat das Camp bereits stattgefunden (7.9.-12.9.2014 in Berlin). 15 TeilnehmerInnen aus 8 Ländern sind geplant. Die Gesamtkosten
betragen 7.472 €, davon 1.600 € Honorar für 3 ReferentInnen, Unterkunft
und
Verpflegung im
Pfadfinderheim
(2.625 €),
Fahrtkostenzuschuss
für
Studierende,
Miete Seminarräume
und
Technik u.a. Da
wenige
Tage
vor Beginn des
Camps
die
Finanzierung
noch nicht komplett gesichert
war, das Camp
aber auf jeden
Fall stattfinden
soll, ist für die
OrganisatorInnen ein asb-Zuschuss wichtig, um das
Defizit in Grenzen zu halten. Bis zur MV sollte eine
Abrechnung und möglichst ein inhaltlicher Bericht
vorliegen.
I.13/ 2014 H
Informationsclip zum Thema
Tourismus und Nachhaltigkeit
e-politik e.V.
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
2.500,- €
Reinhard Beeker
www.e-politik.de
Die Antragsteller schreiben:
Der Film wird Teil der WissensWerte Reihe, welche der Verein seit Anfang 2010 betreibt. Die WissensWerte Reihe ist mittlerweile zu einer festen
Marke in der entwicklungspolitischen Bildung geworden und ist eines der reichweitenstärksten OnlineAngebote in diesem Bereich.
Rundbrief 03/2014
In der Reihe sind bisher 20 Filme erschienen
(teilweise auch in fremdsprachigen Versionen, u.a.
arabisch). Mit Filmen zu Themen wie UNO, Globalisierung, Klimawandel, Welthandel oder Menschenrechte liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf dem weiteren entwicklungspolitischen Themenbereich und
dem Globalen Lernen. Beispielclip zu den Produktionsbedingungen von Smartphones:
https://www.youtube.com/watch?v=EwPS2m0ZW_o
Der beantragte Film ergänzt die Reihe der frei
verfügbaren (alle WissensWerte Medien sind Creative Commons) Filme für die (entwicklungspolitische)
Bildungsarbeit. Die Erfahrung zeigt, dass viele Institutionen in diesem Bereich die Filme in ihrer Arbeit
einsetzen.
Die Projektumsetzung gliedert sich in die Bereiche
Konzeption: Recherche und inhaltliches Konzept,
Erstellung des Sprechtextes.
Animation: Hier werden Bilder für den Sprechtext
entworfen und animiert.
Sounddesign: Musik und Soundeffekte werden
für den Film produziert und eingearbeitet.
Einsprechen des Sprechtextes mit einem professionellen Sprecher im Tonstudio.
Postproduktion: Bild und Tonebene werden verbunden und feingeschliffen
Veröffentlichung des Films auf der Webseite des
Vereins und auf seinem YouTube Kanal.
Analyse: Im Nachgang der Veröffentlichung analysieren wir die Nutzung des Films.
Grafik zu e-politik-Beitrag „Digitale Revolution im
Kinderzimmer“
Die Zielgruppe ist nicht die klassische asbKlientel: es sollen junge Menschen zwischen 15 und
30 Jahren angesprochen werden, die wenig eigenes
Interesse für entwicklungspolitische Themen mitbringen. Für diese Altersgruppe ist das Internet ein wesentlicher Ort der Informationsaufnahme, -verarbeitung, -diskussion und -weitergabe. Durch die konsequente Ausrichtung der Materialien auf die Sehgewohnheiten der Zielgruppe werden wir eine erhöhte
Nutzermotivation erzeugen. Durch die konsequente
Nutzung der internetspezifischen Verbreitungsmechaniken (Social Media Marketing, Suchmaschinenoptimierung) bringen wir die Inhalte zu dieser Zielgruppe. YouTube Videos sind für diese Zielgruppe
Rundbrief 03/2014
ein fruchtbares Medium, das besser angenommen
wird, als Printpublikationen oder Veranstaltungen.
Als zweite Zielgruppe sollen Multiplikatoren aus
dem Bildungsbereich (Lehrer, Dozenten, entwicklungspolitische Bildner etc) angesprochen werden.
Bei dieser Zielgruppe besteht großer Bedarf an
hochwertigen Materialien. Durch die gute Auffindbarkeit im Netz und durch die Verbreitung über unser
dichtes Netzwerk in diesem Bereich bringen wir das
Angebot zu dieser Zielgruppe. Durch die vorangehenden WissensWerte Filme haben wir gute Kontakt
zu den Institutionen und NGOs der deutschen entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.
Der Film soll den Zuschauern ein Faktengerüst
und Zusammenhangswissen vermitteln. Er soll aber
die Zuschauer auch zu einer weiteren Beschäftigung
anregen und ihnen Handlungsoptionen aufzeigen.
Gerade bei dem Thema "Nachhaltiger Tourismus“
gibt es viele Möglichkeiten im Verhalten jedes Einzelnen etwas zu ändern. Die Zielgruppe soll sich
durch die Filme ermuntert und in die Lage versetzt
fühlen dies auch zu tun. Wir rechnen aus den bisherigen Erfahrungen mit mindestens 20.000 Zuschauern pro Clip und Jahr.
Bei der Verbreitung des Clips greifen wir auf eine
Reihe fester Partner im Online Bereich zurück, die
unsere Clips verbreiten und auf ihren Seiten einbetten. Dazu gehören u.a. reset.to, daara, Lizzynet,
Lehrer Online und TeachersNews. Auch Datenbanken wie EWIK oder die Landes- und Bundesbildungsserver nehmen unsere Clips als Ressourcenanregung auf.
Der Clip beginnt mit einer Einordnung von Tourismus als einer der bedeutendsten globalen Wirtschaftssektoren mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Für viele Entwicklungsländer ist der Tourismussektor eine der wesentlichen Einkommensquellen. Neben der Funktionsweise der weltweiten
Tourismusindustrie werden auch die Probleme angesprochen wie Ausbeutung, Emissionen bei Fernreisen oder ökologische Zerstörungen.
In einem längeren Abschnitt wird erklärt, wie ein
nachhaltiger Tourismus aussieht, in Hinblick auf
soziale, ökologische und ökonomische Aspekte der
Nachhaltigkeit. Hierbei werden auch immer konkrete
Handlungsoptionen für den Zuschauer aufgemacht.
Ein abschließender Abschnitt fasst die Erkenntnisse
zusammen und rundet den Film ab.
Die Gesamtkosten von 9.363 € entstehen hauptsächlich durch Arbeitsleistung (insgesamt 30 Arbeitstage bei einem Tagessatz von 250 € + MWSt.
4.363 € sind bewilligt von Engagement Global (FEB),
beantragt sind je 2.500 € bei Stiftung Umverteilen!
und asb.
5
I.14 / 2014 H
Renovierung Weltladen
Weltladen Tauberbischofsheim
beantragt:
Bearbeitung:
500,- €
Elisabeth Schober
Der Weltladen Tauberbischofsheim besteht seit
1991 in der Tauberbischofsheimer Innenstadt.
30 ehrenamtlich Tätige arbeiten dort und erwirtschaften jährlich einen Umsatz von 80.000 bis 90.000 €.
Der Träger des Ladens ist der gemeinnützige Verein
Partnerschaft „Dritte Welt“, der 108 Mitglieder zählt.
Die Renovierung des Ladens sei dringend nötig,
da man es den Handelspartnern schuldig sei, ihre
Waren ansprechend zu präsentieren. Auch hofft
man, mit einem freundlicheren Ambiente andere Personengruppen anzusprechen. Da der Verein Gewinne des Ladens für Projekte in den Entwicklungsländern verwendet hat, seien die Rücklagen begrenzt.
Die Kosten für die Renovierung (16.400 €) sollen
einerseits durch zinslose Darlehen von Vorstandsmitgliedern als auch durch Beiträge von Kirchengemeinden und der Stadt Tauberbischofsheim sowie
der asb finanziert werden.
I.15/ 2014 H
YOW-Workshop-Reihe
„Im Einklang leben“
Vepik e.V. Göttingen
beantragt:
Bearbeitung:
500,- €
Maren Pauselius-Gallon
Youth on the world – Junge Menschen bewegen
die Welt (YOW) ist ein seit 2006 aktives interkulturelles Projekt in Bremen und Kamerun. Die
bremer Gruppe ist organisatorisch angebunden an
das Hermann-Böse-Gymnasium (HBG), einer Schule, die Wert auf eine aktive Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit legt. Die Gruppe von
HBG-Oberstufenschülern und Schülerinnen (offen
auch für Teilnehmer/innen anderer Schulen) beginnt
jeweils nach den Sommerferien des Jahres mit wöchentlichen Treffen und binationalem Mailaustausch
(sowie Blog und Podcasts) zu selbst gewählten
Themen wie Gender, Schule, Kultur, internationale
Politik, Presse- und Meinungsfreiheit. Angeleitet
werden diese Schulclubs von Alumnis, aus der früheren Projektarbeit hervorgegangenen jungen Leuten, oft Studentinnen.
Auch Öffentlichkeitsarbeit zur Präsentation bisheriger Projektergebnisse und zum Fundraising gehören zu den Aktivitäten des Clubs. Von Vepik
6
in Göttingen werden die Alumni bei ihrer partizipativen Projektarbeit einerseits durch Supervisionstreffen unterstützt, andererseits planen und realisieren
Alumni und Vepik gemeinsam die Workshops zur
thematischen Vorbereitung der binationalen Begegnungen.
Ziel des Gesamtprojekts ist es, durch die Entwicklung der Vision der EINEN Welt zu einer Veränderung der beteiligten Personen, der Formen des
sozialen Miteinanders und der gesellschaftlichen,
staatlichen und globalen Zusammenhänge beizutragen. Diese Politisierung funktioniert nicht allein über
den Kopf: „Reines Wissen oder kurzfristige emotionale Betroffenheit reichen nicht aus, um anders zu
handeln. Wissen tun wir oftmals genug. Dennoch
machen wir so weiter, wie bisher, weil alte Gewohnheiten wider allen gedanklichen Überzeugungen
stärker sind. Es braucht das emotionale Empfinden,
dass wir alle miteinander verbunden sind, voneinander abhängen, mit- und voneinander lernen können,
gemeinsam etwas ändern können.“
Aus dieser Grundüberlegung leitet sich auch das
Thema der Workshopreihe (Im Einklang leben) ab.
Die Richtung der angestrebten Veränderung wird
durch Zieldimensionen des YOW-Projekts verdeutlicht: „soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, gute Regierungsführung, politische
Stabilität, ökologische Verträglichkeit und Suchen
nach neuen Wegen. Nachhaltigkeit ist nur dann
möglich, wenn alle Ebenen mit einbezogen werden –
und daher ein komplettes Umdenken, ein Neues
denken, gewagt wird.“
Die sechs zweitägigen
Workshops werden in der
Zeit von Oktober 2014 bis
Mai 2015 stattfinden.
Teilnehmer sind 10-15
YOW-Club-Mitglieder,
weitere Interessierte und
in Bremen lebende Kameruner/innen. Die Themen
der fünf allgemeineren Seminare sind: Partzipation
und Gemeinschaft, vernetztes Denken – gemeinschaftlich Arbeiten, Natur (Schwerpunkte dabei
Wasser und Erde mit den konkreten Beispielen Abfall, Chemiedüngung, Fracking und OffshoreAnlagen), Gender – weibliche und männliche Seinsweise und Kamerun – historische und aktuelle Situation. Das sechste Seminar dient der konkreten Vorbereitung der 10 nach Kamerun reisenden Jugendlichen.
Zur Finanzierung (insges. 6.000,-€) werden nur
Honorarkosten (500,-€ pro Tag) für das jeweilige
Leitungsteam benötigt, wovon 2.500,-€ bereits durch
Teilnehmerbeiträge und eigene Einnahmen des
Schulclubs gedeckt sind. Weitere Fördermittel sind
bei Bingo Umweltbildung und dem Katholischen
Fonds beantragt.
Rundbrief 03/2014
I.16/ 2014
Auslandsprojekte
Vernetzungstreffen mit integrierter Mitgliederversammlung
A.13/ 2014 H
Zugvögel interkultureller Süd-NordAustausch e.V.
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
2.000,- €
Andreas Schüßler
www.zugvoegel.org
Der „Verein Zugvögel interkultureller Süd-Nord
Austausch e.V. versteht sich als politische Organisation, die postkoloniale Machtungleichgewichte thematisiert. Er hat sich den Abbau von institutionellem
Rassismus und globalen Ungleichgewichten zum
Ziel gesetzt.
Sie organisieren einjährige Freiwilligendienste für
Menschen aus dem „Globalen Süden“ in Deutschland, um die gängige Praxis auf dem Freiwilligenmarkt auf den Kopf zu stellen.
Junge Erwachsene aus Lateinamerika, Afrika und
Asien sollen die Möglichkeit erhalten, selbstbestimmt
und unabhängig interkulturelle Erfahrungen zu machen, die sie persönlich sowie ihr Umfeld in ihrem
Herkunftsland und in Deutschland bereichern.
Der Verein „Zugvögel, ...“ plant vom 20. - 23.11.
2014 ein Vernetzungstreffen in dessen Rahmen
auch eine Mitgliederversammlung stattfindet. Zu
diesem Treffen kommen Mitglieder und die Freiwilligen, die z.Zt. in der BRD leben.
Es werden 1.000 € aus der Mitgliederkasse übernommen. Außerdem zahlt jede*r Teilnehmer*in einen Beitrag in Höhe von 25 €.
Insgesamt würden so vom Verein 3.000 € der
Gesamtkosten von 7.000 € übernommen. Von der
asb beantragen sie 2.000€. Weitere Anträge sind
gestellt.
Das Reisen der Reichen in die Welt der Armen ist
eine moderne Form des Kolonialismus. Die Forderung nach einem umgekehrten „Freiwilligen“-programm wurde schon immer – jetzt auch von weltwärts-Teilnehmer_innen – formuliert.
Zu diskutieren bleibt, ob dieses „Reverse-Reisen“
wirklich die adäquate Antwort auf postkoloniale Fragen ist.
Rundbrief 03/2014
Masifunde Summercamp 2014
„Lessons from Mandela”
Masifunde Bildungsförderung e.V.
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
2.000,- €
Andreas Schüßler
www.masifunde.de
Sie schreiben selbst über sich:
Masifunde Bildungsförderung e.V. fördert sozial
benachteiligte Kinder und Jugendliche in Walmer
Township, einem Armenviertel in Port Elizabeth,
Südafrika. Durch umfassende schulische wie außerschulische Bildungsprogramme bilden wir die jungen
Südafrikanerinnen und Südafrikaner zu Vorbildern
ihrer Gesellschaft aus. Sie geben ihr Wissen an die
Gemeinschaft weiter und übernehmen selbstbestimmt Verantwortung für ihre Mitmenschen. Die
Arbeit in Südafrika wird maßgeblich durch das ehrenamtliche
Engagement der Mitarbeitenden des gemeinnützig
anerkannten Vereins in
Deutschland getragen.
Kern unserer Bildungsarbeit in Südafrika ist
das
außerschulische
„Learn4Life!“-Programm. In „Learn4 Life!“ werden 130 Kinder
und Jugendliche zu verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürgern
ihrer Gesellschaft ausgebildet.
Nelson Mandela
Lavel’ilanga Bildungszentrum
Das „Lavel’ilanga“ („Sonnenaufgang“) Bildungszentrum, das sich zurzeit im Bau befindet, wird eine
Anlaufstelle für alle Kinder und Jugendlichen des
Townships werden. Das Zentrum wird in die Themenbereiche Bibliothek, Computer, Musik, Kunst,
Theater und Sport unterteilt sein und versorgt das
Township mit vielfältigen Bildungsangeboten. Auch
unsere Bildungsprogramme „Learn4Life!“ und HomeworkClub finden im Bildungszentrum ein Zuhause. Darüber hinaus stellt das Bildungszentrum einen
Ort der informellen Bildung dar, der bisher im Township fehlt: In einer sicheren, gewalt- und alkoholfreien
Umgebung können sich die jungen Südafrikanerinnen und Südafrikaner kreativ entfalten und miteinander wie voneinander lernen.
7
A.14/ 2014 H
Beratungsstelle für Frauen
in Nagpur (Indien)
Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ)
beantragt:
Bearbeitung:
3.000,- €
Beate Schmucker
Die Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ) ist
ein in Frankfurt am Main beheimateter Verein zur
Förderung entwicklungswichtiger Vorhaben sowie
entwicklungspolitischer Bildungsarbeit mit dem
Schwerpunkt Indien. Zudem entsendet die DIZ im
Jahr bis zu 40 Freiwillige für mindestens sechsmonatige Freiwilligendienste im Rahmen des weltwärtsund des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes.
Die Zusammenarbeit mit Comprehensive Rural
Tribal Development Programme (CRTDP) auf
Projektebene besteht seit 2011 und ist von großer
Zuverlässigkeit und Vertrauen geprägt. Bisher konnte ein Vorhaben zur Rehabilitierung von Jugendlichen, die von HIV/AIDS betroffen sind, im Verlaufe
von drei Jahren erfolgreich durchgeführt werden, in
dem junge Menschen durch die Intervention von
CRTDP die Möglichkeit erhielten, berufsqualifizierende Handwerkskurse zu besuchen (Motorreparatur, Elektrotechnik, Pflege).
Durch die Beratung sollen Frauen Wissen darüber erlangen, wie sie im Falle häuslicher Gewalt,
sexueller Übergriffee und sonstigen familiären
Zwangslagen agieren können. Zusätzlich sollen sie
die Ihnen unveräußerlich zustehenden Menschenrechte kennen und lernen, diese auch einzufordern.
Das beabsichtigte Vorhaben rückt die Konflikte ins
öffentliche Forum, was einerseits denjenigen Frauen,
die zur Beratung gehen, hilft, andererseits aber auch
Frauen in ähnlichen Situationen ermuntert, gegen
das ihnen zugemutete Unrecht anzugehen.
Das Projektvolumen beträgt insgesamt 11.910 €,
außer bei uns ist noch beim Hessischen Ministerium
für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Geld
beantragt. Die eingeplante Eigenleistung ist mit
3.810 € recht hoch.
A. 15/ 2014 H
Berufsbildungszentrum für technischhandwerkliche und Büroberufe
in Bobo Dioulasso/Burkina Faso
Werkhof Darmstadt
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
Das bei der Aktion Selbstbesteuerung beantragte
Vorhaben in Nagpur (Indien) soll durch das Angebot
von Beratungsstellen für Frauen, die unter häuslicher
Gewalt leiden, das Selbstbewusstsein von Frauen
stärken, die meist ohne eigenes Verschulden in eine
häusliche Zwangslage geraten sind, in der sie durch
den eigenen Ehemann und/oder die eigene Schwiegerfamilie bedroht oder moralisch und körperlich
unter Druck gesetzt werden, sei dass der Mann seiner Frau gegenüber keinen Respekt entgegenbringt,
sie nicht am Familieneinkommen teilhaben lässt, die
Vergrößerung der Familie, vor allem mit der Geburt
eines Sohnes oder schlicht eine Aufstockung der
Mitgift fordert. In der Beratungsstelle können sich in
Not geratene Frauen in einem sicheren Umfeld in
einer Polizeistation, die die Beratungsstelle unterstützt, von Mediatorinnen beraten und begleiten
lassen, um familiäre Konflikte zu entschärfen, um
einen friedlichen Ausgleich innerhalb der Familie
herbeizuführen, ohne strafrechtliche Maßnahmen
ergreifen zu müssen.
8
1.500,- €
Ernst Standhartinger
www.werkhof-darmstadt.de/
Burkina Faso zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC/LLDC) und befindet sich nach
dem HDI-Ranking (Human Development Index) der
Vereinten Nationen auf dem Platz 183 von 187 Ländern (Stand 2012). Es ist deshalb von allen Millenniumszielen der Vereinten Nationen in elementarer
Weise betroffen. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt
in extremer Armut. Das Bruttonationaleinkommen
pro Kopf und Jahr beträgt 670 US-$. (Quelle: BMZ).
Die Analphabetenquote in Burkina Faso liegt bei
über 75%.
Hauptzielsetzung des Projekts ist die berufliche
Integration von arbeitslosen Jugendlichen mit und
ohne Schulabschluss. Hierzu soll eine praxisorientierte berufliche Bildung im Rahmen des lokalen
Bildungswesens in verschiedenen Berufsfeldern
etabliert werden. Hintergrund ist die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit in Burkina Faso. Die Arbeitslosenquote liegt bei 77%. Daneben sollen noch Handwerker aus dem "informellen Sektor" eine berufliche
Weiterbildung erhalten. Allgemein gesagt, soll für die
Zielgruppen die Sicherung des Lebensunterhalts
verbessert werden, da die Einkommenssituation in
Rundbrief 03/2014
Burkina Faso mit durchschnittlich ca. 250 €/Jahr pro
Person im internationalen Vergleich mit am schlechtesten ist.
Begünstigte des Projekts
Direkt begünstigt sind arbeitslose Jugendliche mit
Schulabschluss, aber auch insbesondere solche
ohne Schulabschluss (Schulabbrecher/innen). Besondere Berücksichtigung sollen Mädchen finden.
Insgesamt sollen während der Projektlaufzeit ca. 450
Jugendliche gefördert werden. Daneben werden voraussichtlich ca. 150 bisher wenig oder nicht vorqualifizierte Handwerker/innen eine Weiterbildung erfahren. Nach dem Ende der geförderten Projektlaufzeit
sollen regelmäßig jährlich weitere 150 Jugendliche
und 50 Handwerker/innen durch eine berufliche Bildung begünstigt werden. Der Werkhof Darmstadt
arbeitet für das Projekt mit dem lokal ansässigen
gemeinnützigen Verein ATSD (Association Tuma
pour la Solidarité et le Développement) zusammen.
Es bestehen langjährige positive Kooperationserfahrungen zum lokalen Partner. Das Projekt hat schon
begonnen und es soll 2017 abgeschlossen sein.
Insgesamt sollen während der Projektlaufzeit 450
Jugendliche und 150 Handwerker/innen praxisorientiert in verschiedenen Berufsbildern qualifiziert ausgebildet werden, so dass sie nach der Ausbildung
beruflich erfolgreich tätig werden können. Hierzu
tragen praktische Werkstattarbeiten, Produktionsmodule mit Auftragsanteilen zur Verbesserung der
Einkommenssituation des Zentrums, sowie betriebliche Praktika in lokal ansässigen Betrieben bei. Die
Jugendlichen ohne Schulabschluss sollen in einfachen Berufen qualifiziert werden (Schneider, Frisörberufe) und anschließend bei der Existenzgründung
unterstützt werden. Jugendliche mit schulischer Vorbildung sollen in entsprechend anspruchsvolleren
Rundbrief 03/2014
Berufen (Büroberufe, Elektroberufe, PC-Instandsetzung, Kältetechnik) ausgebildet werden, Handwerker
sollen befähigt werden, Betriebe zu führen. Insgesamt soll zum Abbau der Arbeitslosigkeit und zur
Anhebung des Einkommensniveaus dieser in besonders prekärer Situation befindlichen Zielgruppe
beigetragen werden. Neben diesen Zielsetzungen
spielen der Umweltgedanke und die Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsaufgabe eine begleitende
Rolle.
Nach Projektabschluss soll die Berufsbildungseinrichtung in nachhaltig tragender Weise weiterhin
für den genannten Zweck in vollem Umfang betrieben werden. Langfristig getragen werden soll das
Berufsbildungszentrum durch eigene produktive
Aktivitäten, staatlich geregeltes Schulgeld und Beiträge des Erziehungsministeriums und des Arbeitsministeriums.
Das Vorgängerprojekt 2010-2013 hat den immensen Bedarf an beruflicher Bildung gezeigt. Daran
knüpft das geplante Projekt an mit partieller Verschiebung der Zielgruppe auf Jugendliche ohne
Schulabschluss.
Es wird erwartet, dass die Jugendlichen mit einem Berufsabschluss die Ausbildung absolvieren
und sich anschließend mit Unterstützung selbständig
machen (Existenzgründungsberatung), oder einen
qualifizierten Arbeitsplatz finden, oder im Einzelfall
eine Weiterbildung machen. Der Berufsabschluss
am Berufsschulzentrum kann dabei verschiedene
Niveaus aufweisen: CQP (einfache Handwerkerausbildung ohne schulische Vorbildung), CAP (Facharbeiterniveau), BEP (Technikerniveau), Baccalauréat
Technique (techn. Abitur). Das Berufsbildungszentrum wird auf Dauer eingerichtet und soll langfristig
jährlich ca. 150 bis 200 Absolvent/innen hervorbringen.
Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei
435.184 € für lokales Personal, Baukosten, Einrichtung des Ausbildungszentrums, Container für technisches Equipment aus Europa, zuzüglich Grundstück.
Davon trägt das BMZ 391.665 € (= 90%), der Werkhof Darmstadt e.V. muss 43.519 € (= 10%) aufbringen, der lokaler Partner ATSD finanziert die Kosten
für das Grundstück (= 96.043 €). Die bei der asb
beantragten 1.500 € sollen dem Werkhof helfen, den
Eigenbeitrag aufzubringen.
9
A.16/ 2014 H
Symposium in Indien zu
Korruption im Gesundheitswesen
MEZIS e.V.
beantragt:
Bearbeitung:
siehe auch:
1.000,- €
Caroline Aicher
www.mezis.de
Die gemeinnützige Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte MEZIS e.V. "Mein Essen zahl ich
selbst" existiert seit 2006 und zählt aktuell 550 Mitglieder. MEZIS als deutschsprachige No Free Lunch
Initiative wehrt sich gegen die allgegenwärtigen Beeinflussungen der Pharmaindustrie und setzt sich für
Integrität und Transparenz bei Zuwendungen im
Gesundheitswesen ein. Die Initiative hat das Ziel
ärztliche KollegInnen, Medizinstudierende und die
Allgemeinbevölkerung durch Vorträge,
Publikationen, Presse- und Advocacyarbeit zu sensibilisieren: Wer sich
Kulis, Essen, Studien und Reisespesen finanzieren lässt, wird in seinem
Verschreibungsverhalten beeinflussbar. MEZIS tritt sowohl illegalen wie
auch illegitimen Gesichtern der Korruption im Gesundheitswesen entgegen.
Vom 11.-13.12.14 findet in Bangalore/ Indien die National Bioethics
Conference (NBC) mit ca. 300 indischen und internationalen TeilnehmerInnen statt, in deren Rahmen
MEZIS in Kooperation mit indischen
PartnerInnen die Organisation und
Durchführung des Internationalen
Symposiums "Corruption in Health
Care und Medicine" übernimmt.
Ziele und Zielerreichung
Das Thema und Korruption im Gesundheitswesen werden aus Nord- und Südperspektive analysiert und als globale entwicklungspolitische
Herausforderung herausgearbeitet. Delegierte
aus Nord und Süd tragen dazu bei, das Thema
als Nord-Süd und Süd-Süd-Dialog zu diskutieren
und die Thematik multiplikatorisch in ihren eigenen Kontexten zu übertragen.
Durch das internationale Symposium wird das
Bewusstsein dafür geschärft, dass die Problematik keine isolierte Problematik armer Länder,
sondern ein globales Phänomen ist, welches
gemeinsamer Lösungsstrategien bedarf.
Durch gezielte Advocacyarbeit von MEZIS und
weiterer Key Opinion Leaders werden Politikempfehlungen entwickelt, die in nationale Gesetzgebungen und internationale Verträge münden sollen.
10
Bundesweite und globale Öffentlichkeitsarbeit; die Presse wird in Deutschland durch einen bestehenden Presseverteiler von ca. 250
etablierten Pressekontakten erreicht. MEZIS
begleitet die Vorbereitung und Durchführung
der NBC und insbesondere des Symposiums
mit intensiver Pressearbeit.
MEZIS beteiligt sich an der Vorbereitung und
Durchführung des Symposiums als Teil des
Organising Committees, hierdurch wird die
wichtige Thematik multipikatorsch in einen internationalen und globalen Kontext gestellt.
MEZIS zeigt im ärztlichen Kontext Lösungen
auf, wie global eine unbestechliche Medizin
im Sinne einer Integrität im Gesundheitswesen erreicht werden kann. Durch die neuen
Zielgruppen werden bisher weitgehend unbeteiligte Zielgruppen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit erschlossen.
Kritische Gegeninformation im
Bereich der Globalisierung findet durch das Symposium, die
NBC und den Nord-Süd-Dialog
statt.
Der Zusammenhang zwischen
wirtschaftlicher Globalisierung
und den Gesundheitsproblemen von Menschen in den
Ländern des Südens (und
Nordens) wird auf Workshops,
in Plenumsveranstaltungen, auf
dem Podium und Berichten
(PM,
MEZIS
Nachrichten)
herausgearbeitet.
Das Menschenrecht auf Gesundheit soll wieder in den
Mittelpunkt
der
politischen
Agenden gerückt werden.
MEZIS-Mitglieder sowie weitere
MultiplikatorInnen der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit werden die
Themen in ihre eigene Arbeit aufnehmen und
so dazu beitragen, die Veränderungen zu bewirken.
Außerdem werden die LeserInnen (550 MEZIS-Mitglieder sowie JournalistInnen, die die
MEZIS Nachrichten online lesen, Universitäten, sozial Engagierte in Gesundheits- und
Weltläden und deren Netzwerke) über Berichte in den MEZIS Nachrichten erreicht.
Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf ca.
1.800,- €, davon ca. 1.500,- € für Flug- und Fahrtkosten inkl. Visa, 100,- € Teilnahmegebühren, 4 Tage x
50,- € für Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung der Konferenz. MEZIS bittet um die Übernahme
von 1,000,- € durch die asb, da sie ohne diese Zusage an dieser wichtigen Veranstaltung nicht teilnehmen können.
Rundbrief 03/2014
A.17/ 2014 F
Trinkwasserprojekt in Tamugh/ Kenia
Ulrich Rein, Rüsselsheim
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
5.520,- €
Torsten Rink
www.afrikahilfe-tamogh.de
Tamugh liegt im Westen Kenias an der Grenze
zu Uganda. Es ist eine kleine christliche Gemeinde
mit etwa 800 Einwohnern, einer Schule mit 600 Kindern aus der Umgebung und zwei Kirchen. Das Dorf
entstand vor 40 Jahren, als dem vormals nomadisierend lebenden Stamm der komplette Viehbestand
durch eine Seuche starb. Die Menschen waren mittellos und erhielten von der Provinzverwaltung ein
Stück schwer bebaubares Land, das vorher niemand
haben wollte.
Während einer Keniareise 2010 kam Ulrich Rein
und seine Tochter Miriam in Kontakt mit Martin Temoywala, dem Diakon von Tamugh. Gemeinsam
beschlossen sie die Initiierung eines Projektes, um
die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Zurück in Deutschland setzte Ulrich Rein eigene Finanzmittel ein. Damit erhielt das SelbsthilfeKomitee von Tamugh die Möglichkeit, Maßnahmen
zur Entwicklung des Dorfes und zur Linderung akuter
Not mit technischer Unterstützung aus Deutschland
durchzuführen.
In Tamugh gibt es eine ganze Reihe bettelarmer
Menschen, deren Situation man stellvertretend am
Schicksal von Frau Chepeitui Sekwang verstehen
kann.
Nach dem Malariatod ihres Mannes versuchte sie
ihre Kinder und sich selbst mit Holzsammeln und
Almosen ihrer Nachbarn durchzubringen. Das Grasdach der Lehmhütte leckte während der Regenzeit.
Wegen des Grasdachs konnte sie kein Regenwasser
sammeln. Weil sie kein Regenwasser sammeln
konnte, blieb ein eigener Garten ein unerfüllbarer
Wunsch. Ohne die Möglichkeit, aus eigener Anstrengung Lebensmittel anzubauen, war die Ernährung der Familie immer abhängig von den geringen
Zuwendungen anderer Familien. Die prekäre Lage
erlaubte nur den Schulbesuch eines einzigen Kindes.
Im Frühjahr 2014 hat Herr Rein aus Rüsselsheim
gemeinsam mit seinem lokalen Projektpartner Frau
Sekwang in das Programm zur Unterstützung von
Witwen und besonders armen Familien in Tamugh
aufgenommen. Mit diesem Programm helfen wir den
betroffenen Menschen, den Kreislauf von negativen
Abhängigkeiten zu durchbrechen:
Mit Unterstützung des Selbsthilfekomitees von
Tamugh hat Frau Sekwang mit ihren Kindern ein
neues Haus gebaut. Holzträger und Lehmsteine
Rundbrief 03/2014
werden kostenlos aus Naturmaterial hergestellt. Das
Dachfachwerk und die Blechbedachung wurden von
uns gekauft und von den Baufachleuten des Selbsthilfekomitees erstellt. An das Blechdach wurde ein
von dem Projekt finanzierter 5000 L Regenwassertank angeschlossen. Damit steht der Familie erstmals Trink- und Gießwasser vor Ort zur Verfügung
und muss nicht mehr in feuchten Bodensenken ergraben und über mehrere km nach Hause getragen
werden. Die eingesparte Zeit kann die Familie nun in
die Anzucht von Gemüse und Früchten investieren.
Zur Anlage eines eigenen Gartens wurde Frau Sekwang 2 Rollen Maschendrahtzaun, Samen und eine
Gießkanne finanziert. Sie baut in ihrem Garten nun
Kohl, Spinat, Karotten, Zwiebeln und Süßkartoffeln
an.
Zusätzlich wurde ihr das Material zum Bau eines
großen Hühnerstalls finanziert. Aus dem zukünftigen
Verkauf von Eiern und Hühnern kann sie erstmals
ein kleines Einkommen erzielen.
Insgesamt konnte seit Initiierung unseres Unterstützungs-Programms für Witwen 37 Familien in
der beschriebenen Weise geholfen werden. Die Investitionskosten pro Familie betragen 920€ für ein
neues Lehmhaus mit dichtem Dach, einen 5000 L
Regenwassertank, einen Gemüsegarten und einen
Hühnerstall.
Das Material wird ausschließlich aus lokaler Produktion gekauft. Die begünstigten Familien werden
verpflichtet, nach 1 Jahr mindestens 2 Hühner an
eine neue Familie mit Hühnerstall abzugeben.
Auf der Warteliste stehen derzeit noch 21 Witwen
und arme Familien, die sich in der eingangs beschriebenen Lebenssituation von Frau Sekwang
befinden. Mit Unterstützung der asb würde Herr Rein
gerne die nächsten 6 Witwen und armen Familien
aus Tamugh in das oben beschriebenes Programm
aufnehmen. Dafür wird ein Betrag von 6 x 920€ =
5.520€ benötigt.
11
A.18/ 2014 H
A.18 b/ 2014 H
4 Anträge von Madre Tierra
Hilfe für MigrantInnen
Madre Tierra für COADHECH
A.18 a/ 2014 H
Material für Öffentlichkeitsarbeit
Madre Tierra Mexico
beantragt:
Bearbeitung:
3.500,- €
Ernst Standhartinger
„Auf unserem langen Weg in der Begleitung von
Basisorganisationen von Campesin@s, ArbeiterInnen und unabhängigen Indigenen war es wichtig,
beständig das Unrecht anzuklagen, sowohl das der
Regierung als auch das der transnationalen Konzerne. Dieses Anklagen, das durch Aktionen wie Manifestationen, Blockaden, Märsche usw. verwirklicht
wurde, wurde umgesetzt und wird auch in Zukunft
umgesetzt gegen Minengesellschaften, gegen die
„Reformen“, die das Land zu Privatbesitz machen,
gegen Unternehmen wie Monsanto etc.
Außerdem ist
es uns wichtig,
öffentlich auf
unsere Rechte
hinzuweisen,
weil in den privaten Kommunikationsmedien nicht auf
sie verwiesen
wird. Es ist
wichtig, Kampagnen gegen
Diskriminierung und Vorurteile
jeder
Art wie Rassismus,
Gewalt, Homophobie, Standesdünkel durchzuführen um
unsere wichtigsten Werte zu verbreiten, die es uns
erlauben gesellschaftlichen Fortschritt zu erreichen.
Konkret geht es darum: Um Unrecht anzuprangern und unsere Rechte und neuen sozialen Werte
zu verbreiten brauchen wir Materialien wie
Transparente, Faltblätter, Broschüren, Kärtchen,
T-Shirts, Planen usw., die uns erlauben unseren
Kampf sichtbar zu machen, um ihn in der Zivilgesellschaft zu verbreiten und noch mehr innerhalb
unserer Organisationen. Wir hoffen, dass wir
Euer Logo auf allen Materialien, die wir erarbeiten und verbreiten wollen, benutzen dürfen.“
Für dieses Kampagnen- und Werbematerial
beantragt Madre Tierra Mexico insgesamt
40.000,- Pesos = ca. 3.500,- €
12
beantragt:
Bearbeitung:
2.000,- €
Ernst Standhartinger
„Durch die Armut, die das gegenwärtige ökonomische Modell auslöst, sind Tausende oder sogar
Millionen gezwungen, ihr Land zu verlassen und
anderswo eine bessere Zukunft zu suchen. Das ist
eine weltweite Realität und Zentralamerika bildet
da keine Ausnahme. Aus wirtschaftlichen Gründen
unternehmen Männer, Frauen und manchmal sogar
Kinder eine gefährliche Reise, um in die USA zu
gelangen. Dort hoffen sie Arbeit zu finden, von der
sie überleben können. Wegen dieses Durstes nach
Gerechtigkeit investieren die Vereinigten Staaten in
große Mauern, in die Militarisierung der Durchgangswege, statt ihre Außenpolitik zu ändern und
mehr Gerechtigkeit für alle zu suchen.
Chiapas ist ein solcher strategisch wichtiger
Durchgangsweg und die USA finanzieren die Ausländerbehörden, die Polizei und das Militär, die das
Durchkommen der Migrant_innen verhindern und
sie sammeln organisierte Banden, die die MigrantInnen überfallen und berauben. Wegen dieses
Unrechts,
haben
wir,
die
Mitglieder
von
COADHECH, die Verpflichtung gesehen, unseren
durchreisenden Brüdern und Schwestern zu helfen.
Indem wir das wenige, das wir haben (weil auch
wir ausgebeutet und ausgeschlossen sind) teilen,
haben wir Solidaritätshäuser gegründet, von denen
Astrid und Ernst eines gesehen haben.
Unser konkretes Projekt in diesem Zusammenhang ist es, dass wir eine würdige Toilette für die
Transmigrant_innen bauen wollen. Außerdem wollen wir ein Faltblatt zusammenstellen und verteilen, damit die Transmigrant_innen über ihre Rechte
innerhalb des mexikanischen Staatsgebiets informiert sind. „
Die Kosten sind 20.000,- Pesos für das Material
und den Bau der Toilette und 15.000,- Pesos für
das Flugblatt., zusammen also 35.000,- MXN (=
ca. 2.000,- €)
Rundbrief 03/2014
A.18 c/ 2015 H
A.18 d/ 2014 H
Demonstrations-Parzellen
in Viva Ley
Modellprojekt Pilzzucht in Chej’bal
Madre Tierra für La Jornada
beantragt:
1.750,- €
Bearbeitung:
Ernst Standhartinger
„Als Organisation regen wir Demonstrations-Parzellen in Permakultur an, die uns Ernährungs-Souveränität ermöglichen und Anregungen für die umliegenden Regionen und Dorfgemeinschaften zu geben.
Außer der Herstellung von Lebensmitteln (Pilze,
Fische, Obst, Gemüse, Hühner usw.) ist es uns
wichtig, dass wir so alternative Techniken ausprobieren können, die es uns erlauben, unsere Behausungen zu verbessern oder Einnahmen zu ermöglichen,
weil die Campesin@s diese Produkte nicht kaufen
müssen und sie auch, verglichen mit den Preisen an
der Börse von Chicago, keine Realkosten haben. Wir
meinen, nur wenn wir Autarkie auf allen Ebenen
erreichen, werden wir auch unser Selbstbestimmungsrecht als Volk zurückgewinnen.
Beim konkreten Projekt geht es um die Konstruktion einer „integrierten Bauernküche“ in unserer Demonstrations-Parzelle „Viva Ley“, die Astrid und
Ernst kennen. Diese „integrierte Bauernküche“ soll
aus einem Ökologischen Herd und einem Ofen zum
Brotbacken bestehen, die in einem Schuppen geschützt sind. Das würde es uns ermöglichen, mit
dem Herd und dem Ofen unser eigenes Brot zu produzieren. Ein Teil davon würde verkauft und das
Geld in eine Art revolvierenden Fonds fließen.“
Die Kosten für die Konstruktion einer ModellAnlage sind 30.000,- MXN (= ca. 1.750,- €)
Hintere Reihe 2. und 3. von links: Julio und Helana
von Madre Tierra, ganz rechts: Ernst und schräg
davor Astrid
Rundbrief 03/2014
Madre Tierra für UCCIS (Guatemala)
beantragt:
2.300,- €
Bearbeitung:
Ernst Standhartinger
„Das Modell der kapitalistischen Produktion, wie
es unsere Regierung bevorzugt, zwingt uns Produkte
für den Export anzubauen (Ölpalmen, Kaffee, Eukalyptusbäume usw.). Das führt dazu, dass wir als
Land unsere Nahrungsmittelsouveränität verlieren
und dadurch auch unsere Unabhängigkeit. Außerdem zwingt uns diese Produktionsweise dazu, Geld
zu verdienen, damit wir davon das kaufen können,
was wir vorher selbst gepflanzt hatten, nämlich unser
Essen.
Als UCIIS möchten wir eine Alternative zum kapitalistischen Produktionsmodell verwirklichen, nämlich
die Diversifikation des Angebauten und die Produktion unseres Essens frei von Chemikalien und genmanipulierten Pflanzen. Diese Arbeit stößt aber an
Grenzen: Es fehlt an Land. In Guatemala gab es nie
eine Landreform. Deshalb befindet sich das Land in
den Händen Weniger und den Campesin@s stehen
nur durchschnittlich 100 Quadratmeter Land zum
Anbau zur Verfügung.
In diesem Jahr ist die Situation besonders kritisch: Durch eine Krankheit gingen etwa 80% der
Kaffeeproduktion verloren und damit die jährliche
Haupt-Geld-Einnahmequelle und jetzt ging, weil der
Regen ausblieb, auch noch 80% des Maises kaputt.
Wir stehen vor einer Hungersnot. Aus diesen drei
Gründen wollen wir unsere Projekte weiter verstärken, die uns Lebensmittelsouveränität geben sollen einerseits für den Eigenverbrauch und andererseits
für den Verkauf, damit unsere Projekte nachhaltig
funktionieren.
Konkret geht es um eine Projekt
zur Pilzzucht im Dorf Chej’bal in
Guatemala. Wir haben schon
Erfahrung mit dem Züchten von
Pilzen und jetzt haben wir dafür
auch einen Platz gefunden. Als
Organisation haben wir uns verpflichtet das Land zu geben, auf
dem das Modell errichtet wird und
die nötigen Handwerksarbeiten zu
finanzieren. Außerdem übernimmt
UCIIS die Garantie für die
Nachhaltigkeit, denn durch den
Verkauf von Pilzen wird der Kauf
neuer Pilzkulturen finanziert und so sichergestellt,
dass die Produktion weiter geht.“
Die Kosten betragen 20.000 Quezales für den
Bau der Pilzzuchtanlage und 3.000 Q für die Pilzsaat, (= 23.000,-. GTQ [= ca. 2.300,- €]).
13
A.19/ 2014 H
YOW Begegnungsworkshops
in Kamerun und Bremen
Vepik e.V. Göttingen
beantragt:
Bearbeitung:
siehe auch:
1.000,- €
Maren Pauselius-Gallon
www.vepik.de
und Antrag I.15/ 2014 H
Das binationale Jugendprojekt Youth on the world
(YOW) arbeitet kontinuierlich seit 8 Jahren daran, bei
Jugendlichen aus Bremen und aus Kamerun deren
Perönlichkeit zu stärken, gegenseitige Vorurteile
abzubauen, eine bewusste, nachhaltige Lebensweise zu fördern und die jungen Leute zur aktiven Gestaltung von Gesellschaft und Politik zu motivieren
und zu befähigen. „Jugendliche werden Leuchttürme
einer integrativen, nachhaltigen und globalen Haltung und Handlung.“
Die Jugendlichen in Kamerun sind – wie die
Schüler in Bremen - auch in Schulclubs organisiert.
Der Club der Partnerschule „Lycée Bilingue de Bafoussam“ beschäftigt sich mit selbst gewählten Themen und betreibt mail-Austausch etc., zusätzlich
veröffentlichen die YOW-Aktiven aber ihre Ergebnisse seit 2010 wöchentlich in einer selbständig gestalteten Radiosendung in crtv Bafoussam. Insgesamt
sind derzeit 25 Jugendliche im Rahmen von YOW in
Kamerun aktiv, außer in Bafousam noch in vier anderen Städten des Landes. Weiterhin ist ein Mädchen-Wohnprojekt (TDS girls) aus der YOW-Arbeit
entstanden: dort wohnen auch Ehemalige, die weiter im Projekt mitarbeiten. Die Alumnis wurden in
partizipativem Projektmanagement ausgebildet und
leiten jetzt die Schulclubs an. Die konkreten Inhalte
der Arbeit bestimmen jedoch die Gruppen-Mitglieder
eigenständig. „Das Projekt ist weitgehend dadurch
… selbstgesteuert und zielt auf langfristiges Engagement.“
Gerade in Kamerun ist solch ein Ernstnehmen
der Jugendlichen wichtig, da sie in ihrer von Patriarchat und Hierarchien geprägten Gesellschaft keine
Stimme haben. Auch die Erfahrung von früherer und
andauernder Fremdbestimmung hat sich festgesetzt
und u.a. zu der Haltung des „attentisme“ (des Abwartens) in Kamerun geführt. „In Deutschland ist die
Erfahrung, vereinnahmt zu werden oder pseudopartizipieren zu dürfen, weit verbreitet und führt zu Wut,
Agonie, Resignation, Anpassung und/oder Abspaltung in Parallelwelten.“ Das YOW-Projekt will jungen
Menschen andere Erfahrungen ermöglichen und so
zu deren Bewusstseinsbildung und Aktivwerden
beitragen.
Das Oberthema der Begegnungsreisen 2015
nimmt das soziale Miteinander, aber auch unsere
Beziehung zur Natur in den Blick. Dabei gibt es
14
kulturelle Unterschiede: In Kamerun wird Natur häufig als Lebewesen begriffen, in Deutschland eher als
Objekt wahrgenommen. Gerade die Beschäftigung
mit solchen kulturellen Differenzen erweitert den
Blick und vertieft die Auseinandersetzung.
Die Begegnungsreisen sind für Pfingsten (Besuch
in Kamerun) und für Sommer (Besuch in Deutschland) geplant. Zehn Reisende werden sich jeweils 14
– 17 Tage in dem Partnerland aufhalten. Das Programm in Kamerun findet mit der jeweiligen Partnergruppe in drei verschiedenen Orten statt. Der
Schwerpunkt liegt dabei bewusst auf gemeinsamer
inhaltlicher Arbeit (Workshops) an den vorbereiteten
Themen z.B.in Form von Interviews in der Stadt und
deren Auswertung oder Gruppenarbeit in binationaler Zusammensetzung. Dabei werden oft auch kreative Arbeits- und auch Präsentationsformen verwendet, zudem können diese Ergebnisse dann auch gut
der Öffentlichkeit vorgeführt werden.
Beim Besuch in Bremen sind Workshops zur gemeinsamen Visionsarbeit (u.a. mit Schreibwerkstatt
und abschließendem Aktionsplan) sowie Übungen
zu verschiedenen Möglichkeiten, wie es gelingen
kann, auch in belastenden Situationen ein Leben im
Einklang zu wahren. Am Schluss wird ein öffentliches Kulturfest in Bremen vorbereitet und veranstaltet mit den Ergebnissen der Workshoparbeit der
Reise. Nach Beendigung findet jeweils eine kritische
Auswertung der Begegnungsreisen statt sowie das
Festhalten der Erfahrungen der Gruppe in unterschiedlichen Formen (Projektbuch, Radiosendungen,
Filme etc.).
Die Gesamtkosten beider
Begegnungsreisen sind mit
39.300,- € veranschlagt,
wobei durch Teilnehmerbeiträge und zugesagte Drittmittel bereits 14.400,- €
gesichert sind. Förderanträge sind bei 5 weiteren
Organisationen gestellt. Von der asb wird ein Zuschuss für die Begegnungsworkshops erbeten.
A.20/ 2014 H
Interkulturelles Festival
in Kolumbien
minkalab e.V., Köln
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
2.500,- €
Reinhard Beeker
www.minkalab.org
Minkalab e.V ist ein Verein, der 2014 in Köln gegründet wurde von Kunst- und Kulturschaffenden in
Zusammenarbeit mit engagierten KolumbianerInnen
aus der Projektregion Risaralda im Westen Kolumbiens. Minka bedeutet auf Quetchua „in und für die
Gemeinschaft“.
Rundbrief 03/2014
Ziel des Vereins ist die Unterstützung eines Prozesses, der seit 2013 in der Region Risaralda am
Entstehen ist. Dabei geht es um Austausch zwischen
unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Gruppen in der Region: Menschen afrikanischen Ursprungs, Indigenas, campesinos und junge kreative
Menschen aus den Städten kommen zusammen und
tauschen Wissen, Erfahrungen und Kommunikationsstile aus. Im Januar 2014 hat bereits ein 3tägiges Festival auf einer Finca in der Nähe von
Santa Rosa de Cabal stattgefunden mit ca. 65 TeilnehmerInnen. Zu den Themen Erinnerung, gutes
Leben und nachhaltige Technologien fanden
workshops, Seminare, Vorträge, Konzerte, Performances und Bauaktionen statt.
Vor diesem Hintergrund ist eine Verständigung
und Vernetzung unterschiedlicher Gruppen von großer Bedeutung. Es kann dabei nicht um unmittelbare
„Ergebnisse“ gehen, sondern um einen Austausch
von mehr oder weniger isoliert nebeneinander existierender Kulturen in einer Atmosphäre von gegenseitiger Achtung und Respekt.
Die Gesamtkosten von knapp 11.000 € für die
Logistik (3.600 €), workshops wie den Bau einer
maloka = traditionelle Hütte, den Bau eines traditionellen Webstuhls, Bau einer Saatgutbibliothek, Bau
einer Wasserfilteranlage, u.a. (4.500 €), und für
Kommunikation und Aufarbeitung der Informationen
(2.900 €) sollen durch Anträge bei Stiftung Umverteilen, Goethe-Institut, asb und Lush-Fördertopf gedeckt werden.
Arbeiterinnen in Bangladesch sind seit
drei Monaten ohne Lohn
Minkalab 2014
Auch im Januar 2015 soll wieder solch ein Festival stattfinden, für das bereits die Vorbereitungen
laufen. Die Themen dieses Jahr sind Autonomie und
Nachhaltigkeit, traditionelle und moderne Techniken,
Spiritualität und Dingkultur, Subjektivität und Objektivität. Eine Woche vor Festivalbeginn wird eine Vorbereitungsgruppe die Infrastruktur auf der Finca für
die Vorhaben einrichten. Die einzelnen workshops
werden anhand von Ton- und Videoaufnahmen dokumentiert und auf einer Internetplattform veröffentlicht, aber auch eine Druckversion wird herausgegeben. Hierfür gibt es eine Kooperation mit der autonomen Universität in Pereira. Es bestehen gute Kontakte sowohl zu indigenen Organisationen wie auch
zu staatlichen Stellen.
Die Situation in Kolumbien ist gekennzeichnet
durch langjährige bewaffnete Konflikte, ein großes
Misstrauen zwischen den verschiedenen sozialen
Gruppen. Die wirtschaftliche Lage der Landbevölkerung gestaltet sich nach dem Abschluss von Freihandelsabkommen mit den USA 2012 und EU 2013
zunehmend schwieriger. Einheimische Lebensmittel,
die aus kleinbäuerlicher Erzeugung stammen, werden zunehmend durch billigere Importe verdrängt.
Gleichzeitig besteht ein erheblicher Druck auf kleinbäuerlichen Landbesitz von Seiten großer Investoren, die Land für monokulturelle Exportproduktion
nutzen wollen.
Rundbrief 03/2014
Rund 1000 Textilarbeiterinnen von vier Fabriken
der Tuba Gruppe, zu der auch die Tazreen Fabrik
gehört, in der am 24.11. 2012 in einem Brand 112
Arbeiterinnen umkamen und über Hundert teilweise
schwer verletzt wurden, protestieren, weil sie seit 3
Monaten keinen Lohn mehr erhalten haben.
Eine im siebten Monate schwangere Textilarbeiterin kann nicht einmal mehr in ihre Wohnung, denn
der Besitzer hat die Tür verriegelt und öffnet sie erst
wieder, wenn sie mit einem Scheck kommt und die
Miete der letzten Monate zahlt.
Am 28.7.2014 besetzten rund 500 Fabrikarbeiter_innen ihre Fabrik, rund 200 Beschäftigte, vor
allem Frauen, begannen einen Hungerstreik, sechs
wurden schon wegen ihrer kritischen Situation in ein
Krankenhaus eingeliefert.
Der Managing Direktor der Tuba Gruppe, Delowar Hossain, sitzt wegen des Brandes in der Tazreen Fabrik im Gefängnis. Er wurde über ein Jahr
nicht zur Rechenschaft gezwungen, kam dann aber
auf Kaution frei und erst wegen der allgemeinen
Empörung wurde er am 9.2.2014 erneut festgenommen. Gerüchte gehen um, dass er bzw. seine
Familie, die die Geschäfte der Tuba Gruppe führt,
den Lohn für die Arbeiter_innen von fünf Fabriken
bewusst zurückhält, um die Freilassung auf Kaution
von Delowar Hossain zu erpressen. Es heißt: Sobald er frei wäre, würden die Arbeiterinnen ihren
Lohn erhalten.
Es liegen Fotos von Kleidungsteilen aus einer
der Fabriken vor, die zeigen, dass dort für Lidl produziert wird. Wieder einmal ist der Discounter in
einen Skandal verwickelt.
15
A. 21/ 2014 H
Spanische Filmfassung
„Über den Tellerrand“
„Zwischenzeit“e.V.
beantragt:
Bearbeitung:
Siehe auch:
850.- €
Beate Schmucker
www.zwischenzeit-muenster.de
Der gemeinnützige Verein Zwischenzeit e.V. produzierte im Zeitraum 2012-13 den Dokumentarfilm
„Über den Tellerrand – Ernährungssouveränität
in Zeiten des Klimawandels“ (D/Bangl. 2013, 85
Min.). Das Projekt wurde zum großen Teil durch
Stiftungsgelder ermöglicht. Auf Grundlage der deutschen Sprach- und Untertitelfassung soll nun eine
spanische Fassung des Filmes für Bildungs- und
Vernetzungszwecke erstellt werden. Siehe auch:
Filmtrailer: www.zwischenzeit-muenster.de
Filminhalt:
Ernährungssouveränität ist die zentrale Forderung der kleinbäuerlichen Bewegungen in Bangladesch. Angesichts von Klimawandel, Flächenknappheit
und Landkonflikten setzen sie
sich für eine gerechte Landverteilung und eine selbstbestimmte Agrarproduktion ein.
Eigene Parzellen sowie kulturell und ökologisch angepasstes Saatgut sehen sie als
Basis für die Nahrungsmittelversorgung. Die Bewegungen
verfolgen ihre Ziele gegebenenfalls mit radikalen Mitteln:
Sie besetzen und bewirtschaften Land, das ihnen laut
Gesetz zusteht, aber zumeist
aufgrund von Korruption nicht
übertragen wird.
Der Anbau für den Eigenbedarf und die lokalen
Märkte wird durch die Kapitalisierung des Agrarsektors stark gefährdet. Seit der “Grünen Revolution” in
den 1960er Jahren nimmt der Einfluss von Saatgutund Chemiekonzernen beständig zu. Die Abhängigkeit von Dünger, Pestiziden und modifizierten Samen
sowie die infrastrukturellen Eingriffe durch Staat und
Weltbank haben die Lebensbedingungen der Kleinbäuerinnen und -bauern verändert. Höhere Produktionskosten und sinkende Bodenfruchtbarkeit sind die
Schattenseiten der gesteigerten Ernten, die viele in
die Verschuldung treibt. Heute gelten drei Viertel
aller Bangladeschis offiziell als landlos und haben
laut “Kash-Land-Gesetz” Anspruch auf eigene Parzellen. Doch Korruption in Politik und Verwaltung
verhindern die Enteignung von Großgrundbesitz und
die Übertragung von Staatsflächen.
16
Der Klimawandel trifft Bangladesch mit am
stärksten. Während der Meeresspiegelanstieg die
Anbauflächen verknappt, gefährden Stürme, Bodenversalzung und Dürre die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Dennoch hält der Staat am Konzept der “Ernährungssicherheit” fest. So soll der transnationale
Agrarsektor die Versorgung garantieren und die
eigene Landwirtschaft den Weltmarkt beliefern. Exemplarisch steht für dieses Konzept die abgeholzte
Küstenregion mit den profitablen Shrimps- und
Fischbecken.
Das Filmteam begleitete die internationale „Karawane für Ernährungssouveränität, Klimagerechtigkeit und Frauenrechte“ durch Bangladesch. In den
folgenden Monaten wurden die zentralen Themen
vertieft: Folgen der Erderwärmung, Einkommen und
Eigentum von Kleinbäuerinnen und -bauern, die
„Grüne Revolution”, Unterschiede zwischen den
Konzepten „Ernährungssouveränität” und „Ernährungssicherheit”, „Land Grabbing” und Landkonflikte
sowie Strategien und Kämpfe der LandlosenBewegung. Im Film kommen Kleinbäuerinnen und bauern, landlose Tagelöhner_innen, Aktivist_innen
verschiedener südasiatischer Bewegungen sowie
Mitarbeiter_innen von NGOs, PolitikerInnen
und Wissenschaftler_innen zu Wort.
Diente das deutschsprachige Video der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland, so war die englischsprachige Version
zentral in der Vernetzungsarbeit mit den Bewegungen und Organisationen der internationalen
„Karawane für Ernährungssouveränität, Klimagerechtigkeit und Frauenrechte“ durch Bangladesch im Jahr 2011. Viele Videos wurden
nach Bangladesch verschickt an die Bewegungen BKF und BKS, die die Karawane organisiert haben, für ihre Öffentlichkeits-Kampagnen. Daneben erhielt jede teilgenommene
Bewegung und Organisation aus Indien,
Pakistan, Nepal, Sri Lanka und Philippinen je 4
englischsprachige Videos kostenfrei.
Ein aktueller Anlass, der die spanischsprachige
Version strategisch wichtig macht, stellt die nächste
Runde der Klimaverhandlung (COP20) in Lima,
Peru, im Dezember 2014 dar. Die weitgefächerte
Mobilisierungsarbeit in Lateinamerika (z.B. über
eine Klimakarawane aus Mexiko, aus der Zivilgesellschaft in Brasilien und Argentinien, von indigenen
Bewegungen aus Ecuador, Peru und Bolivien) kann
durch den Einsatz des Videos unterstützt werden.
Der Wissenstransfer über die Situation und Kämpfe
in Bangladesch wird in diesem Kontext sicher auf
großes Interesse stoßen.
Außer bei uns wurde bei Stiftung Umverteilen und
bei der Rosa Luxemburgstiftung beantragt. Das Gesamtvolumen beträgt insgesamt 3.400.- € inklusive
valorisierter Eigenleistung.
Rundbrief 03/2014
A. 22/ 2014 H
Historische UNO-Abstimmung
Bananenanbau in San Hilario
Überwältigende Mehrheit für ein
Staateninsolvenzverfahren
PROCARES, El Salvador
beantragt:
Bearbeitung:
offen
Reinhard Beeker
Auf den allerletzten Drücker vor Fertigstellung
dieses Rundbriefs kam diese Anfrage von Procares.
Ihre späte Antragstellung entschuldigte Berta damit,
dass sie alle Hände voll zu tun hatten, um mit den
verheerenden Ernteausfällen fertig zu werden, die
das fast völlige Ausbleiben von Niederschlägen mit
sich brachte: Ernteausfälle bei Mais ca. 85%, 65%
bei Bohnen usw. Nun geht es darum, Mittel für die
Aussaat für 220 Familien zu suchen, bei 120 geht es
um Diesel zum Betreiben der Bewässerungspumpen, bei anderen um Lebensmittelpakete.
Für all diese akuten Notfälle sucht Procares Hilfen, wäre auch dankbar, wenn wir etwas dazu beisteuern würden, weil die Not so groß ist. Auf der
anderen Seite weiß Procares auch, dass wir uns
nicht als Nothilfsfonds sehen, und stellt einen Antrag
für den kooperativen Anbau von Bananen und Gemüse.
Saline von San Hilario. Am Auto: Berta Aguirrez
27 Mitglieder (und ihre Familien) der Gemeinde
San Hilario wollen eine neue Kooperative bilden und
dort Bananen anbauen. Auf einem kleineren Teil des
Landes wollen sie verschiedenes Gemüse anpflanzen wie Tomaten und Paprika. Es ist vorgesehen,
dass die Kooperative die aus früheren Anträgen
bekannte und offenbar mittlerweile bewährte Herstellung organischer Dünger ebenfalls betreiben will.
Eine Ausbildung in Rechnungswesen zur Kalkulation
von Kosten und Einnahmen ist im Rahmen des Antrags geplant.
Das gesamte Volumen des Vorhabens beläuft
sich auf 11.400 US$, 2.400 davon sind Eigenleistung, 9.000 $ werden beantragt. Da Procares aus
der Vergangenheit weiß, dass das unsere Möglichkeiten übersteigen würde, aber aus den vorhandenen Zuschüssen das Beste macht, habe ich die Antragssumme als offen bezeichnet.
Rundbrief 03/2014
Am 09.09.2014 entschied die UN-Generalversammlung über eine Resolution, die die Schaffung
eines geordneten Staateninsolvenzverfahrens fordert. Die von der Gruppe der Entwicklungs- und
Schwellenländer in der UNO (G77 und China) zur
Abstimmung gestellte Resolution wurde mit 124
gegen 11 Stimmen bei 41 Enthaltungen angenommen.
Damit verpflichtet sich die UNO, im Lauf der 69.
Sitzungsperiode bis zum Ende des Jahres ein rechtlich verbindliches Entschuldungsverfahren zu entwickeln. erlassjahr.de arbeitet im Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung an einem entsprechenden Konzept mit.
Hintergrund des Vorschlags der G77 ist die
jüngste Erfahrung Argentiniens, das von einem USGericht zur Zahlung von 1,3 Milliarden US-Dollar
auf Altschulden aus den neunziger Jahren an den
Geierfonds NML Capital verurteilt worden war. Anders als Unternehmen haben Staaten nicht die
Möglichkeit, bei Zahlungsunfähigkeit ein geordnetes Insolvenzverfahren zu durchlaufen, sondern
unterliegen der Rechtsprechung durch die Gläubiger.
Im Vorfeld der Abstimmung hatte erlassjahr.de
zusammen mit Partnerbewegungen in 22 europäischen Ländern einen Appell an die europäische
Regierung gerichtet, die Initiative der ärmeren Länder aufzunehmen und ein geordnetes Entschuldungsverfahren mitzugestalten. Umso enttäuschender ist, dass Deutschland zu den 11 Industrieländern
gehört, die gegen die Resolution gestimmt haben.
Damit isoliert die Bundesregierung sich nicht nur
selbst im weiteren Prozess, sondern verliert auch
ihre Glaubwürdigkeit als Gestalterin einer künftigen
Entwicklungsagenda.
Diese aktuellen Entwicklungen werden natürlich
auch bei der am 31.10. und 1.11.2014 stattfindenden
erlassjahr.de-Mitträgerversammlung in Nürnberg
Thema sein.
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Projektberichte
Bericht I.02/ 2014 F
Alle oder nirgends!
Internationalistischer Kongress
BUKO Hamburg
asb-Zuschuss:
Bearbeitung:
500.- €
Beate Schmucker
Der diesjährige Bundeskongress fand vom 29.
Mai bis 1.Juni in Leipzig statt. Es kamen über 500
Teilnehmende zusammen, die an den rund 90 Workshops, Veranstaltungen und Vernetzungstreffen teilgenommen haben.
Auf der Podiumsdiskussion wurden mit der Frage „Wessen Recht auf Stadt?“ gemeinsame Themen
von Recht-auf-Stadt und Antirassistischen Bewegungen beleuchtet. Es gab viele Veranstaltungen, in
denen der transnationale Austausch und die Vernetzung zwischen Gruppen, Aktivist_innen und Arbeitszusammenhängen im Vordergrund standen. Auch
das Thema der transnationalen Vernetzung selber
und eines zeitgemäßen Internationalismus wurde in
verschiedenen Veranstaltungen aufgegriffen und
diskutiert.
Über 30 internationale Referent_innen aus 16
verschiedenen Ländern waren angereist, um von
ihren jeweiligen sozialen Kämpfen zu berichteten.
Auch ist es gelungen, viele People of Colour und
Menschen mit Flucht-Erfahrungen als ReferentInnen
und Teilnehmende zu gewinnen, was besonders im
Themenspektrum Antirassismus/ Migration ein wichtiger Schritt ist, paternalistische und StellvertreterInnen-Politik zu vermeiden. Leider ist es jedoch nicht
gelungen, migrantische und Flüchtlingsgruppen systematisch in die Vorbereitung mit einzubinden. Außerdem konnte auch das Ziel der Vorbereitungsgruppe nicht realisiert werden, viele ost-europäische
Referent_innen und Teilnehmende zu gewinnen,
was aufgrund der geographischen Lage und politischer Dringlichkeit ein Wunsch gewesen ist.
Die beiden Panels des BUKO 36 waren „Recht
auf Stadt und „Rassismus/ Migration.
Der Kongress wurde sehr bereichert durch eine
heterogene Altersstruktur und viel internationale
Beteiligung. Von sehr jungen und studentischen Teilnehmenden hin zu erfahrenen Aktivist_innen aus
verschiedenen Kontexten und sozialen Bewegungen
gab es eine große Bandbreite an Teilnehmer_innen.
Die Mehrheit der Teilnehmenden war weiß und
deutsch, wir freuen uns jedoch, dass es gelang eine
große Vielzahl an internationalen Gästen und Referent_innen von People of Colour und mit Flucht-Erfahrungen einzubinden. In den nächsten Jahre müs-
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sen diese Versuche migrantische und internationale
Aktivist_innen einzubinden weiter verstärkt werden.
Das Geschlechterverhältnis der Teilnehmenden
war paritätisch 50% weiblich- 50% männlich, bei den
Referent_innen kam es jedoch zu einem deutlichen
Ungleichgewicht im Recht-auf-Stadt- Panel, während
bei dem Migrations-/ Rassismus-Panel die ReferentInnen-Struktur nahezu ausgeglichen war. Auch in
Zukunft
muss
auf
BUKO-Kongressen
weiter das Geschlechterverhältnis bei Referierenden im Auge behalten werden und auf
weibliche Expertise gedrungen werden.
Fazit und Ausblick:.
Bezüglich des Recht-auf-Stadt- Themas hat sich
nach dem BUKO eine lokale Vernetzung von Gruppen, Akteur_innen und Aktivisti_innen in Leipzig
gegründet und die bundesweite RaS-Vernetzung hat
auch noch mal einen Auftrieb bekommen. Es bleibt
abzuwarten, wie sich diese Vernetzung in der Zukunft entwickelt und ob die Schwierigkeiten einer
bundesweiten und transnationalen Vernetzung überwunden werden können.
Als konkrete Ergebnisse der Vernetzung sind neben dem Recht-auf-Stadt-Arbeitskreis in Leipzig
auch Ansätze eines Lateinamerika-Arbeitskreises mit
Themenschwerpunkt Extraktivismus und Repression
entstanden; ein Critical Whiteness-Seminar, ein Seminar zur Frage nach einem zeitgemäßen Verständnis von Internationalismus und ein Seminar zur Frage der internationalen Klimaverhandlungen und zum
Stand der Klimabewegung sind in Planung.
Mensch, Macht, Milch
- eine Ausstellung im Saarland „Verrückte Welt: Milch ist billiger als Wasser und
Menschen verhungern, obwohl genügend Nahrungsmittel produziert werden. Alleine mit den in
Europa und Nordamerika weggeworfenen Lebensmitteln könnten alle Hungernden satt werden. Dreimal. Mich regt das auf.“ - so steht es in einem
Newsletter von Christian Hirsch von der Aktion 3.
Welt Saar. Und deshalb zeigt die Aktion 3. Welt ab
16.09. gemeinsam mit Freunden und Freundinnen
vom Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter
die Ausstellung „Mensch. Macht. Milch“ im saarländischen Merzig.
Milch-Überproduktion soll nicht weiter als Milchpulver und Kondensmilch auf den westafrikanischen
Markt geworfen werden und dort bäuerliche Existenzen zerstören, nur damit die Bilanzen der AgrarKonzerne stimmen.
Rundbrief 03/2014
Bericht I. 09/ 2014 F
Diskussion um
Konfliktlösung und Versöhnung
Church and Peace
asb-Zuschuss:
Bearbeitung:
250,- €
Ernst Standhartinger
„Für den Zuschuss in Höhe von 250 € zu unserer
Jahrestagung vom 23. - 25. Mai 2014 in Baarlo, Niederlande bedanken wir uns sehr herzlich. Mit Teilnehmenden aus Belgien, Deutschland, Frankreich,
Großbritannien, dem Kosovo, Litauen, Mazedonien,
den Niederlanden, Russland, der Schweiz, Serbien
und USA entwickelten sich spannende Diskussionen
zum Tagungsthema „Just Policing" und dem vom
ÖRK bei der Vollversammlung in Busan angeregten
„Pilgerweg für Gerechtigkeit und Frieden".
Das Ziel, über das Konzept „Just Policing" zu informieren, sehen wir durch die beiden Vorträge gut
erreicht. In der Diskussion über den Standpunkt
unseres Netzwerks hierzu war die Tagung für die
Teilnehmenden ein Einstieg, der weiterer Vertiefung
bedarf, insbesondere bei der Suche nach Alternativen zu militärischen Interventionen. Mit Blick auf die
Debatte um ISIS sind diese Fragen aktueller denn je.
Auch das weitere Ziel, das Gespräch zur Frage der
„Responsibility to Protect" mit dem Ökumenischen
Rat der Kirchen (ÖRK) weiterzuführen, konnte erreicht werden.“
Mit herzlichen Grüßen,
Martin Schuler
Geschäftsführer
Aus dem beigefügten Bericht:
Die Staatengemeinschaft hat auf die Frage: „Wie
können Menschen vor schweren Menschenrechtsverletzungen und dem Bruch des humanitären Völkerrechts geschützt werden?“ das Konzept der
Schutzverantwortung mit den drei Säulen Prävention, Reaktion und Wiederaufbau formuliert und in den
letzten Jahren angewandt. Umstritten ist dabei die
„Pflicht zur Reaktion“, die auch militärische Interventionen und Gewalt als ‚letztes Mittel‘ vorsieht. Fraglich scheint, ob die Motivation hierfür allein auf der
Schutzverantwortung basiert oder ob damit weitere
immense Rüstungs- und Militärausgaben legitimiert
werden.
Church and Peace folgt dieser Kritik und fragt:
Wenn wir an unserem Zeugnis der Gewaltlosigkeit
festhalten, welches sind dann geeignete Mittel einer
Intervention? Kann „Just Policing“ eine Option sein?
„Just policing“ bedeutet, dass Internationale Polizeieinheiten dafür sorgen, dass gefährdete Bevölkerungsgruppen geschützt und dass Recht, öffentliche
Sicherheit und Ordnung wieder hergestellt werden,
Rundbrief 03/2014
während weitere Verantwortungsträger und Einrichtungen Lösungen für die Konfliktursachen suchen.
Die 10. Vollversammlung des ÖRK hat - nicht zuletzt aufgrund der Intervention der Vertreter der Friedenskirchen - empfohlen, dieses Konzept der
Schutzverantwortung, besonders dessen Missbrauch
für bewaffnete Interventionen, kritisch zu hinterfragen. Dazu gehört der friedenskirchliche Beitrag, für
unbewaffnete, friedenssichernde und -erhaltende
Einsätze einzutreten, diese mit zu entwickeln und
sich daran zu beteiligen.
Jonathan
Frerichs
machte in einem Vortrag deutlich, dass es
ein weites Feld von
Engagement gebe, um
Gewalt in Form von
Menschenrechtsverletzungen, Armut oder
Krieg zu begegnen.
Dazu gehörten auf der Ebene der konkreten Solidarität die Friedenseinsätze zum Schutz gefährdeter
Bevölkerungsgruppen oder die konkrete Versöhnungsarbeit wie etwa in Serbien, von der Mitglieder
von Church and Peace berichteten. Dazu gehörte
aber auch die politische Anwaltschaft und Lobbyarbeit für Menschen oder Menschengruppen und nicht
zuletzt die Intervention zugunsten von Normen und
Verträgen auf UN-Ebene, wie sie zu den ständigen
und immer wieder erfolgreichen Arbeitsgebieten des
ÖRK gehört.
Jakob Fehr stellte besonders die ‘Spiritualität der
Versöhnung’ in den Mittelpunkt. „Solange Menschen
ihren Nachbarn (bzw. der benachbarten sozialen
oder politischen Gruppe) misstrauen oder sie hassen, werden sie sich nicht auf Frieden einlassen.“ Er
verwies zum einen auf die historischen und aktuellen
Beispiele gewaltfreier politischer und gesellschaftlicher Transformationsprozesse, zum andern auf die
Arbeit kleiner, engagierter Gruppen in Konfliktregionen, etwa der Christian Peacemaker Teams. Gut
geschult in gewaltfreier Konfliktbearbeitung, gehen
sie in brisante Situationen hinein und bewirken, dass
Konfrontationen aufgelöst und Menschen geschützt
und gestärkt werden. Fehr betonte, dass bisher noch
gar nicht alle möglichen Formen von friedlicher Konfliktintervention erfunden worden seien. Daher sei er
sicher, dass es ein großes Potential gebe, das erst
noch entwickelt werden müsse.
In der Diskussion wurde auch an die von der
Weltgesundheitsorganisation WHO stammende Metapher erinnert: „Gerechter Frieden verhält sich zu
Krieg und bewaffneten Konflikten so wie sich eine
robuste Gesundheit zu Krankheit verhält.“
Die Tagung (einschließlich Mitgliederversammlung) kostete rund 23.000,- €. Davon mussten die
Veranstalter ungefähr die Hälfte selbst aufbringen.
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Bericht A.15/ 2013 H
Rinderwirtschaft
in Ludilu/ Tansania
viel Geld einbringen. Die 2000 Setzlinge von 2012
sind im Herbst 2013 am Hang ausgepflanzt worden,
Nord-Süd-Partnerschaften e.V.
asb-Zuschuss:
Bearbeitung:
1.500,- €
Reinhard Beeker
Das Projekt ist zwar bei weitem nicht abgeschlossen, dennoch kommt an dieser Stelle bereits
ein Bericht (Antragsdarstellung s. asb-RB 03/ 2013
S. 10). Man muss schließlich das Projekt als Teil der
gesamten Dorfentwicklung sehen, die ein fortlaufender Prozess ist.
Zwei Landwirte waren von der Dorfgemeinschaft
mit dem Aufbau einer Rinderwirtschaft beauftragt
worden. Siegfried Kurzewirtz, der im Mai 2014 wieder in Tansania war, schreibt über die Entwicklung:
„Edlove und Gideon arbeiten seit Sommer 2012
hier täglich. Das Haus für die Arbeiter ist im Rohbau
(7 x 4) fertig: Wohnzimmer, Schlafraum, Küche, Lagerraum. Fenster- und Türrahmen lagern bereits.
Fertigstellung Juni. Noch fahren die Arbeiter täglich
nach Hause. Das Motorrad ist notwendig. Fahrzeit
beträgt 1/2 Stunde.
Für den Kuhstall liegen die Felsbrocken für das
Fundament und die Ziegel für die Mauern bereit.
Geplante Fertigstellung zum August. 1. Bauabschnitt
4 x 12 m für 8 Kühe, später Verdoppelung geplant.
Auf der Weide sind 5 Kühe, drei sind trächtig. Gewünschte Erweiterung: 1 Bulle und zwei Ochsen
zum Ziehen eines Pfluges.
Es ist keine Medizin und kein Bassin zum Eintauchen als Prävention gegen Ungeziefer vorhanden,
Das ist schnellstens erforderlich, um keine Verluste
zu erleiden.
Es sind bereits 10 Bienenstöcke gebaut worden.
Neben dem Gewinn von Honig sollen sie nützlich
sein gegen das Eindringen von Tieren. Edlove möchte später auch Hühner-, Ziegen- und Schweinezucht
betreiben, die Gemeinde hat eine Fläche von 240
acres zur Nutzung zugeteilt bekommen
Diese Fläche ist aufgeteilt:
1. Ein Bergabhang zum Anbau von Pinienbäume.
Das Holz könnte in 20 Jahren verkauft werden und
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2. Ein anderer Bereich dient als Baumschule, für
die Avokado- und die Apfelplantage. Von den 2000
Apfelbaumpflanzen haben 1.600 den Mangel an
Wasser und Dung überlebt. Im Herbst 2013 sind 600
Avokadobäume gepflanzt worden. Jetzt können sie
regelmäßig mit Kuhmist gedüngt werden, was unbedingt erforderlich ist.
3. Ein großer Bereich dient als Weide. Die Elefantengraspflanzen aus 2012 sind aus Mangel an Bewässerung eingegangen bzw. von den Kühen aus
Ilungu abgefressen worden.
Ein weiterer Bereich dient zum Anbau von Nutzpflanzen, insbesondere für die Fütterung der Kühe in
der Trockenzeit.
Das Problem der Wasserzufuhr ist noch nicht gelöst. Das 2012 errichtete Wasserleitungssystem hat
sich als unzureichend erwiesen. Der Höhenunterschied ist zu groß und der Wasserdruck zu gering.
Durch das Areal fließt ein kleiner Fluss. Er dient jetzt
als Tränke für die Kühe. Dieser Fluss soll gestaut
werden, das Wasser dann mit Hilfe einer Pumpe zu
einem hoch gelegenen Tank gepumpt und dann zu
den Pflanzen geleitet werden. Das soll vor der endgültigen Erstellung zunächst erprobt werden. Diese
Maßnahme muss schnellstens erfolgen, denn die
Trockenzeit steht unmittelbar bevor.“
Rundbrief 03/2014
Bericht A.16/ 2013 H
Liebe Mitglieder der Aktion Selbstbesteuerung!
Bücher für die Grundschulen
in Fontsa-Touala/ Kamerun
Im Frühjahr 2012 haben Sie uns mit 1.000 Euro
unterstützt für ein wichtiges und schönes Projekt: die
Einrichtung eines Ausbildungsgangs in Kälte- und
Klimatechnik am Ausbildungszentrum in Waoundé,
Senegal. Sie haben uns damit geholfen, den Eigenanteil des Ausbildungszentrums an diesem Projekt
aufzubringen, ohne den es nicht zu dem Projekt
gekommen wäre.
Susila Dharma e.V.
asb-Zuschuss:
Bearbeitung:
2.000,- €
Reinhard Beeker
Hier ein Auszug aus dem Halbjahresbericht von
Mariwal über Schulbücher für mehr als 1000 GrundschülerInnen in Fontsa-Touala:
„Auch dieses Projekt konnte dank Finanzierung
durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und
Entwicklung (NUE) und den Verein Aktion Selbstbesteuerung sowie zahlreiche Spenden von Einzelpersonen wie geplant verwirklicht werden.
Im September 2012 fand der erste Spatenstich
für das neue Ausbildungsgebäude statt. Die Bauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen, die Einrichtung ist angeliefert und zum Teil schon aufgestellt.
Das Ministerium hat zwei Berufsschullehrer ernannt.
Sie werden spätestens im Herbst (Schuljahr 2013/
2014) mit dem Unterricht beginnen.
Unsere Projektreisegruppe bestehend aus Laura
Verbeek, Denise Ntoukam, Sigrid Grigo und mir,
nahm als Ehrengäste an den feierlichen Zeremonien
der Übergabe der Bücher teil, immer dabei die Majestät des jeweiligen Ortsteils. Versammelt waren
jeweils die gesamte Schülerschaft sowie zahlreiche
Bewohner des Ortes und vorgeführt wurden Tänze
mit Gesang von Frauen, Maskentänze von Männern,
kleine Darbietungen von SchülerInnen.
Empfänger der Bücher mit der Aufgabe, sie am
Schuljahresende sicherzustellen und am Schuljahresbeginn für die Verteilung zu sorgen, waren jeweils
die örtlichen Majestäten und nicht die Schulleiter,
weil die Majestäten Ortsansässige sind, während die
schlecht bezahlten Schulleiter aus anderen Gegenden kommen und möglicherweise nach den Ferien
bereits woanders tätig sind.“
Ich habe das Ausbildungszentrum im Januar besucht und war begeistert, wie sich das Zentrum seit
seiner Gründung im Jahr 2005 entwickelt hat. (Es
war die Selbsthilfegruppe, die das Zentrum gründete.) Ich habe auch mit einigen Schülern gesprochen,
die sich im letzten Ausbildungsjahr für Elektrik befinden. Sie zeigten sich sehr dankbar über die Existenz
des Zentrums!
Bericht A.11/ 2012 F
Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen,
Neuer Ausbildungsgang
für Lehrwerkstatt in Waoundé
Ihr Bilaly Cissé
Selbsthilfegruppe der Bürger Waoundés in Europa
Dieser Bericht ist damals nicht im aktuellen
Rundbrief erschienen. Mittlerweile ist der Ausbildungsgang am Laufen und hat sich auch am „Tag
der Exzellenz“ am 29.5.2014, einer Art Tag der offenen Tür am Ausbildungszentrum, präsentiert mit
einem selbst gebauten Spender für gekühltes Wasser.
Selbsthilfegruppe der Bürger Waoundes in
Europa e.V.
asb-Zuschuss:
1.000,- €
Bearbeitung:
Reinhard Beeker
Im Mai 2013 erreichte uns das folgende ( leicht
gekürzte) Schreiben unseres Partners, Bilaly Cisse.
Rundbrief 03/2014
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Bericht VS.I.03/ 2014
Mitgliedschaft im
Welthaus Stuttgart e.V.
Jahresbeitrag:
Bearbeitung:
50,- €
Caroline Aicher
In Stuttgart soll es ab Spätsommer 2014 in den
frei gewordenen Räumen im Institut für Auslandsbeziehungen am Charlottenplatz ein Welthaus geben
und die Aktion Selbstbesteuerung wird Mitglied im
Verein Welthaus Stuttgart e.V.
Das Welthaus Stuttgart steht für soziale Gerechtigkeit und Ressourcengerechtigkeit. Es möchte zur Bewahrung unserer Lebensgrundlagen beitragen und
setzt sich für Chancengleichheit und Solidarität mit den
Menschen in allen Teilern der Welt ein. Die OrganisatorInnen arbeiten in zivilgesellschaftlicher Selbstverwaltung und verstehen sich als unabhängig, überparteilich
und überkonfessionell. Das einigende Element ist das
Bewusstsein über globale Zusammenhänge und das
Handeln in globaler Verantwortung.
Das Welthaus Stuttgart soll dazu beitragen, dass
von Stuttgart und der Region Impulse für die Verwirklichung der Menschenrechte, globale Gerechtigkeit, Armutsüberwindung, eine ökologisch nachhaltige Entwicklung und das friedliche und solidarische
Zusammenleben der Völker und Kulturen ausgehen.
Das Welthaus ist dafür eine zentrale InfrastrukturMaßnahme, mit der folgende Teilziele erreicht werden sollen:
Fair Handeln
BürgerInnen sollen zu einem konsumkritischen, sozial verantwortlichen und nachhaltigen Lebensstil angeregt werden.
Globales Lernen
Menschen aller Altersstufen sollen die heute
notwendigen Lernprozesse für das Erkennen
globaler Zusammenhänge und die Entwicklung global verantwortlicher Handlungsfähigkeit - auch als KonsumentInnen - ermöglicht
werden.
Zukunft der Einen Welt mitgestalten
Gemeinsam mit allen Menschen ungeachtet
ihrer kulturellen und sozialen Herkunft soll der
öffentliche Dialog über die global verantwortungsvolle Entwicklung der Region Stuttgart
in der Einen Welt gefördert werden.
Die vier Säulen des Welthauses Stuttgart werden
sein:
Weltladen an der Planie
Globales Klassenzimmer
WeltRaum - Treffpunkt und Veranstaltungsraum
WeltWerkstatt - Büro-Arbeitsgemeinschaft mit
Seminarbetrieb.
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MISEREOR
kritisiert Rohstoffabkommen mit Peru
MISEREOR kritisiert die Unterzeichnung des
Rohstoffabkommens zwischen Deutschland und
Peru. „Die Unterzeichnung der Rohstoffpartnerschaft kommt zu einem Zeitpunkt, wo die peruanische Regierung gerade ein großes Gesetzespaket
auf den Weg gebracht hat, das die ohnehin schwache Regulierung des Rohstoffsektors weiter aufweicht. Die peruanischen Partnerorganisationen
von MISEREOR kritisieren dieses Gesetzespaket
aufs Schärfste, denn es senkt die jetzt schon ohnehin schwachen Umweltstandards im Bergbausektor.
Mit der Unterzeichnung des Rohstoffabkommens
sendet die Bundesregierung ein Signal an die peruanische Regierung, das einer Ausweitung des Rohstoffsektors Vorrang gibt vor der dringenden Regulierung. Wir befürchten daher eine Verschärfung der
sozialen Konflikte rund um die Bergbauprojekte
sowie eine Zunahme der gefährlichen Abhängigkeit
Perus vom globalen Rohstoffhandel", erklärt Susanne Friess, MISEREOR-Expertin für Bergbau in
Lateinamerika.
Rohstoffe aus Peru spielen für die deutsche
Wirtschaft eine wichtige Rolle. Fast 25 % der deutschen Kupferkonzentratimporte kommen aus Peru.
Auch Blei, Zinn, Silber und andere Mineralien importiert Deutschland aus dem Andenland. Bereits
jetzt stellt der Rohstoffsektor in Peru mehr als die
Hälfte aller Exporte. 25 % aller ausländischen Direktinvestitionen erfolgen im Bergbausektor. Ein
Rückgang der globalen Rohstoffpreise wirkt sich
direkt auf die Wachstumsraten des Landes aus. Die
peruanische Zivilgesellschaft fordert deshalb den
Aufbau nachhaltiger Industriezweige und eine Abkehr von der Rolle Perus als globalem Rohstofflieferant.
Mit den großen Tagebauminen ist auch die Zahl
der Menschenrechtsverletzungen und sozialen Konflikte in Peru in die Höhe geschnellt. Durch das harte Durchgreifen der Polizei bei friedlichen Protesten
gegen Bergbauprojekte, kommt es immer wieder zu
Toten und Verletzten. Die Umwelt wird mit Schwermetallen massiv belastet, dies gefährdet die Gesundheit von Menschen und Tieren. Darüber hinaus
kommt es immer wieder zu gravierende Unfällen mit
giftigen Chemikalien.
„Obwohl die Bundesregierung immer wieder betont, wie wichtig Transparenz im Rohstoffbereich ist,
wurde das Rohstoffabkommen mit Peru ohne Einbeziehung des peruanischen Kongresses oder der
peruanischen Zivilgesellschaft verhandelt. Auch
eine menschenrechtliche Folgenabschätzung wurde
nicht unternommen", kritisiert Friess.
Rundbrief 03/2014
Stuttgart Open Fair 2014 - „Festung EU oder solidarisches Europa?"
Höhepunkt des 9. Stuttgart Open Fair Festivals am 10. Mai 2014 beim WeltSTATTMarkt
Am 10. Mai fand auf dem Stuttgarter Schlossplatz
zum 9. Mal das Stuttgart Open Fair (SOFa) statt.
Unter dem Motto "Festung EU oder solidarisches
Europa?" zeigten rund 60 Gruppen und Initiativen
ihre Vorstellungen eines anderen Europa in der
EINEN Welt. Dank des mehrheitlich guten Wetters
verweilten etwa 12.000 Besucherinnen und Besucher an den Infoständen, ließen sich eine vegane
Curry-Wurst schmecken oder lauschten dem bunten
Programm auf der Weltbühne.
Insbesondere vier Schülergruppen aus Balingen,
Backnang, Rottenburg und von der Stuttgarter
Heusteigschule begeisterten ihr Publikum mit Theaterimprovisationen zur Flüchtlingspolitik. Die Rhythmus-Gruppe Banda Maracatù brachte brasilianischen Samba auf die Stuttgarter Königstraße, die
Liedermacherin Chansonedde besang die Rettung
von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer durch Kapitän
Schmidt von Cap Anamur und die Kleingeldprinzessin Dota Kehr zog das Laufpublikum mit ihren eigenen Liedern ins große Zelt.
Auf einer zwei mal vier Meter großen Wand schuf
er im Verlauf des Nachmittags ein eindrückliches
Bild, wie unsere Demokratie und ihre Errungenschaften durch Lobbyverbände und ihre Kapitalinteressen
bedroht sind.
Bereits am Freitagabend war der Vortrag der Sozialwissenschaftlerin Elke Schenk zum Freihandelsabkommen im Jugend- und Kulturzentrum Forum3
sehr gut besucht. Unter dem Titel „TTIP – die große
Unterwerfung“ erklärte sie, wie beispielsweise eine
derzeit laufende Klage des Energiekonzerns Vattenfall gegen die Bundesrepublik auf 3,7 Milliarden Euro
Schadenersatz wegen des Atomausstiegs zur Normalität werden könnte. Eindrücklich und mit mehreren praktischen Beispielen zeigte sie die Tricks auf,
wie wir getäuscht werden sollen und welche Möglichkeiten bestehen, das Abkommen zu verhindern.
Pressemitteilung vom 14. Mai 2014
Und auch die Aktion Selbstbesteuerung war in
diesem Jahr wieder mit einem Infostand dabei - dieses Mal im großen Eine-Welt-Zelt.
Mehr Infos unter www.sofa2014.de.
Caroline Aicher
Wirtschaftsministerium schafft
Atombürgschaften ab
Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und der USA machte der Sprayer
"BlazeOne" zum Thema einer Kunstaktion.
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Im März startete urgewald die Kampagne "Keine
Exportbürgschaften für Atomkraftwerke", die unter
anderem von erlassjahr.de unterstützt wurde. Nun
teilte das Wirtschaftsministerium mit, dass zukünftig
keine Bürgschaften für Atomexporte vergeben werden. Bei allem Grund zur Freude über diesen längst
überfälligen Schritt, weist urgewald jedoch auch auf
weiterhin existierende Schlupflöcher hin.
Rundbrief 03/2014
Entwicklungsbank der Brics-Staaten
Mit der "“ew Development Bank" geben
sich die Brics-Staaten erstmals eine gemeinsame Institution. Offiziell soll diese für Weltbank und IWF keine Konkurrenz sein. Doch
der Unwillen des Westens zur Reform könnte
genau dies bewirken.
Christine Lagarde, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) erklärte zwar in einem
Brief Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff: „Die
IWF-Belegschaft wäre erfreut, mit dem Brics-Team
zusammenzuarbeiten". Doch das war wohl eher
diplomatische Höflichkeit. Denn die Gründung der
ersten Institution des bisher nur lose verbundenen
Staaten-Klubs bedeutet nicht weniger als den Beginn
einer alternativen Finanzstruktur zur weltweiten Entwicklungsfinanzierung, die an der Vorherrschaft der
Bretton-Woods-Institutionen (IWF und Weltbank)
rütteln könnte.
Die aufstrebenden Schwellenländer setzten zwar
viel daran, dass dieser Eindruck nicht entsteht. „Wir
haben nicht das geringste Interesse daran, den IWF
aufzugeben", hieß es. Doch die grundlegende Kritik
an Zustand und Perspektive der UN-Organisation,
die sich an die versöhnlichen Worte anschloss, war
überdeutlich. Zu groß sei die Dominanz der westlichen Industriestaaten, allen voran der USA, in den
beiden Einrichtungen, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Spielregeln des globalen Wirtschaftsgeschehens festlegen, heißt es.
Seit der Gründung 1946 hat sich das relative
Gewicht der einzelnen Mitglieder tatsächlich drastisch verschoben. Stellten Westeuropa und Nordamerika damals gemeinsam noch über 55 Prozent
des globalen Handelsvolumens, so ist dieser Anteil
mittlerweile auf nur noch gut 35 Prozent geschrumpft. Die fünf Schwellenländer stemmten zudem in den vergangenen Jahren rund ein Fünftel des
weltweiten Wachstums, während ihr Stimmanteil
beim IWF unverändert 11 Prozent beträgt. Der Tradition, dass dem IWF ein Europäer und der Weltbank
ein US-Amerikaner vorsteht, tat der schwindende
relative Einfluss ebenfalls keinen Abbruch.
24
Überdies blockiert der US-amerikanische Kongress
seit Jahren eine Reform des Stimmrechts innerhalb
des Währungsfonds, welche der gewachsenen Bedeutung der Schwellenländer Rechnung tragen würde. In ihrer Erklärung beklagen die fünf Staaten diese Unwilligkeit, den neuen Verhältnissen ins Auge zu
sehen. Daraus ergäben sich „negative Auswirkungen
auf die Legitimität, die Glaubwürdigkeit und die Effektivität" des Fonds.
Mit der Finanzkrise wuchs seit 2008 neben dem
Ungemach über ihre geringe Einflusskraft überdies
rapide die Besorgnis der Brics-Staaten, dass die
tonangebenden westlichen Länder ihre eigenen Finanzen nicht nur unzureichend im Griff haben, sondern im Ernstfall die Strukturen zu ihren eigenen
Gunsten nutzen würden. Denn nicht nur die Bedingungen zur Kreditvergabe des IWF - die von Russlands Finanzminister Siluanow als „inakzeptable Einmischung" bezeichneten marktliberalen „Strukturanpassungsprogramme" - blieben trotz zweifelhaftem
Erfolg, wie zuletzt in Argentinien zu beobachten, und
auch angesichts steter Kritik namhafter Ökonomen
weiter unangetastet. Viele Argentinier sehen den
drohenden Staatsbankrot ihres Landes wegen eines
Streits mit US-Gläubigern als direkte Folge einer
wirtschaftlichen Knebelpolitik Washingtons.
Die Ausstattung der beiden neuen Institutionen
NDB und CRA-Fonds mag sich im Vergleich zu
Weltbank und IWF noch bescheiden ausnehmen.
Schätzungen zufolge wird die NDB den Mitgliedstaaten vorerst jährlich rund 3,4 Milliarden Dollar zur
Verfügung stellen können, während die Weltbank
2014 voraussichtlich Kredite in Höhe von mehr als
60 Milliarden Dollar bereitstellen wird. Ähnlich verhält
es sich mit dem CRA-Fonds, der Währungsreserven
von 100 Milliarden Dollar vorsieht. Der IWF bringt es
mit Ressourcen von beinahe 950 Milliarden Dollar
fast auf das Zehnfache.
Auch gemessen am Finanzbedarf zur Deckung
benötigter Infrastrukturvorhaben fällt das Budget
gering aus. Die Brics-Staaten gaben an, dafür in den
kommenden Jahren 4,5 Billionen Dollar zu benötigen. Das ist viel Geld, das die Schwellenländer wohl
nur mit Unterstützung von IWF und Weltbank aufbringen können. Das spricht dafür, dass die Staaten
tatsächlich keinen Ausstieg aus den Bretton-WoodsInstitutionen planen.
Der jeweilige Antrieb zur Teilnahme ist ebenso
verschieden wie die Mitglieder der Brics selbst. Brasilien und Südafrika sind beim dringend benötigten
Ausbau ihrer Infrastruktur auf jede mögliche Finanzierungsquelle angewiesen, so dass die neuen
Rundbrief 03/2014
Organe für sie finanziell von Interesse sind. Die Tatsache, dass diese bei ihrer Kreditvergabe ausdrücklich keine Auflagen verlangen, macht NDB und CRA
dabei noch einmal attraktiver.
Den drei übrigen Staaten dürfte hingegen vielmehr die politische Dimension Anreiz sein. Indien
drängt seit Jahren nicht nur auf eine Reform des
IWF, sondern auch des UN-Sicherheitsrates. NeuDelhi betrachtet es als Affront, dass der Milliardenstaat in dem Gremium nach wie vor keinen festen
Sitz hat, weshalb eine größere Mitsprache in anderen globalen Institutionen einen gewissen Ausgleich
verspricht.
Für Russland stellen die Brics nach dem faktischen Ausschluss aus der G8 gewissermaßen auf
der internationalen Bühne eine neue Heimat dar.
Eine Ausgrenzung muss Putin in diesem Forum vorerst nicht fürchten; in ihrer letzten Erklärung sparten
sich die Brics mit Blick auf die Ukraine jedes kritische
Wort in Richtung Moskau. Hinzu kommt: Gegen einen plötzlichen Abzug ausländischer Devisen, wie
zuletzt etwa nach der Annektierung der Krim, besteht
ein weiterer Puffer, wenn es eine eigene wohlgesinnte Entwicklungsbank auf der Welt gibt.
Für China schließlich bedeutet die Gründung einen enormen Erfolg darin, seinen künftigen Führungsanspruch auch auf finanzpolitischer Ebene zu
untermauern. Dem Ziel, dem US-Dollar mittelfristig
durch den eigenen Yuan den Status als alleinige
Leitwährung zu entziehen, bringt die Neugründung
Peking einen Schritt näher - und das bei überschaubarem Risiko. Während die 10 Milliarden Startkapital
der NDB beispielsweise für Südafrika eine erhebliche Investition darstellen, sind solche Summen für
Peking geradezu Peanuts. Entsprechend stammen
auch 41 Prozent der Ausstattung des Fonds aus
China, dessen Volkswirtschaft größer ist als die der
vier übrigen Staaten zusammen.
Indien befürchtete daher, dass die Volksrepublik
in den neuen Organen früher oder später eine ähnlich dominierende Rolle spielen würde, wie die USA
in Weltbank und IWF und bestand auf verschiedene
Mechanismen zur Eindämmung ihres Einflusses.
Chinas Präsident Xi Jinping versicherte hingegen,
dass sein Land keine Autorität in den neuen Organen anstrebe und stattdessen als „Stimme der Entwicklungsländer" diesen mehr Gewicht verleihen
wolle.
Wenngleich davon auszugehen ist, dass es allen
Beteiligten vornehmlich um ihre eigenen Belange als
die der ärmsten Staaten geht, so können NDB und
CRA doch entwicklungspolitisch ein bedeutendes
Gegengewicht zu den bisherigen Strukturen bilden.
Auch bei geringerem Gesamtvolumen können die
Rundbrief 03/2014
Brics-Institutionen gerade bei im Westen strittigen
Einzelfällen, wie zuletzt wegen des Anti-Homo-Gesetzes in Uganda, als Kreditgeber einspringen. Denn
da die beiden neuen Institutionen keine Auflagen
einfordern, besteht auch mit den begrenzten Ressourcen ein Störpotenzial für die ordnungspolitischen
Absichten Europas und der USA.
Trotz der jüngsten wirtschaftlichen Probleme Brasiliens und vor allem Russlands dürfte sich der finanzielle Spielraum der Organe in den kommenden
Jahren erweitern – vor allem dank des Hauptakteurs
China. In jedem Fall stellen sie die bislang konkurrenzlos dominierenden Staaten Nordamerikas und
Westeuropas vor die Frage, ob sie sich Reformen
ihrer Institutionen, die den Interessen der BricsStaaten entgegen kommen, aus Angst vor Machtverlust weiterhin verschließen. Dank NDB und CRA
könnte es passieren, dass sich die Welt um sie herum verändert, auch wenn sie auf ihrem Status quo
beharren.
Quelle: n-tv.de, Benjamin Wehrmann
Zivilgesellschaftliche Position
Soziale Bewegungen, Gewerkschaften und
NGOs haben einerseits begrüßt, dass Länder des
Südens eine Initiative ergreifen, um die ungerechten
Weltwirtschaftsstrukturen zu benennen und zu verändern. Dies beinhaltet die Hoffnung, dass der
Kampf gegen Armut und die Folgen des Kolonialismus einen machtvollen Bündnispartner gewinnt. Für
viele Aktivisten ist es aber ein zweischneidiges
Schwert. Die Methoden, mit denen Indien oder China
ihre Wirtschaftsmacht ausbauen, gleichen den klassischen Rezepten der Industriestaaten: Raubbau an
der Natur, niedrige Löhne, mangelhafte Sozialpolitik.
Statt nachhaltig zu wirtschaften werden Rohstoffe
exportiert und die monokulturelle Landwirtschaft
forciert. Hinzu kommt ein Demokratie-Defizit insbesondere in Russland, das
Zweifel an einer fortschrittlichen Rolle der BRICS
aufkommen lässt.
Das Gewicht der BRICSStaaten in der Weltwirtschaft nimmt rasant zu. Als
Gruppe haben sie keinen formalen Status, es gibt
auch kein Gründungsdokument. Erste interne Absprachen begannen 2006, jährliche Gipfeltreffen
werden seit 2009 veranstaltet. Erst 2011 wurde Südafrika in die Gruppe aufgenommen. Drei Millionen
Menschen leben in den fünf Ländern, 40 Prozent der
Weltbevölkerung. Sie haben ihren Anteil am weltweiten BSP in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt
und kommen jetzt auf knapp 20 Prozent. Auch geopolitisch haben alle BRICS-Staaten eine große Bedeutung.
Quelle: Presseerklärung von Brot für die Welt
25
Entwicklungshilfe für Agrar-Konzerne
98 Prozent der weltweit an Hunger leidenden
Menschen wohnen in armen Ländern.
und die Hälfte davon sind Kleinbäuerinnen
und Kleinbauern.
Dabei ist die kleinbäuerliche Landwirtschaft erwiesenermaßen in sozialer, ökonomischer und
ökologischer Hinsicht sinnvoller und wäre bei entsprechender Förderung durchaus in der Lage genügend Nahrung für alle heute Hungernden zu erzeugen und gleichzeitig Armut in ländlichen Räumen zu
bekämpfen. Was fehlt ist
Zugang zu Wasser
ausreichend Land
Beratung
Lokale Vermarktungsmöglichkeiten
Faire Kredite.
Doch die deutsche Entwicklungshilfe setzt völlig
andere Prioritäten. Weltweit ist der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe für die Landwirtschaft von 17
Prozent im Jahr 1980 auf 6 Prozent im Jahr 2010
gefallen.
Statt den Kleinbauern zu helfen, werden vom
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Transnationale Konzerne als „Entwicklungspartner“ in der Hungerbekämpfung angeworben. Sie erhalten im Rahmen von
Public-Private Partnerships (PPP) Projekten öffentliche Mittel, um angeblich entwicklungsrelevante Vorhaben zu realisieren.
Das BMZ fördert damit gezielt ein industrielles
Agrarmodell, das weder den Bedürfnissen der
Mehrheit der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern
noch den ökologischen Herausforderungen gerecht wird.
Denn Konzerne wie BASF, Yara, Syngenta oder
Bayer, die hier als Entwicklungspartner auftreten,
stehen natürlich für eine industrielle, einseitig auf
Pestizide, zertifiziertes Saatgut, chemischen
Dünger basierende Landwirtschaft. Damit zusammenhängende Probleme wie der Verlust der
Biodiversität durch Monokulturen oder die erhöhte
Abhängigkeit der Landwirte/innen etc. werden einfach ignoriert. Außerdem werden durch die Konzerne
Schulungen durchgeführt. Obwohl dies den Unternehmen dazu dient, ihre Produkte, also ihre Maschinen, ihr Saatgut, ihre Pestizide etc. oder ihre von
diesen Produkten abhängige Anbaumethoden zu
vermarkten, wird das als Beitrag des Unternehmens
zur Entwicklungshilfe gewertet und entsprechend
durch Steuermittel gefördert.
26
Es geht offensichtlich nicht um ernst gemeinte Entwicklungszusammenarbeit, sondern um
ihren Missbrauch zugunsten der Geschäftsinteressen von Konzernen der Agrar- und Lebensmittelindustrie. Dafür will das BMZ Steuermittel von
rund 360 Millionen einsetzen und damit Konzerne
wie Bayer, BASF und Monsanto mit öffentlichen
Entwicklungshilfegeldern fördern. Angesichts von
840 Millionen hungernder Menschen weltweit ist das
eine Ungeheuerlichkeit.
German Food Partnership
Die German Food Partnership (GFP), im Jahr
2012 gegründet, ist ein Bündnis von etwa 35 deutschen und internationalen Unternehmen und Verbänden der Agrar- und Lebensmittelindustrie unter
Schirmherrschaft des BMZ. Mit dem Ziel, die Ernährungssicherheit in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verbessern, bringt sie öffentliche und private Partner für die Umsetzung von Projekten zusammen. Durch den Aufbau von Wertschöpfungsketten für Grundnahrungsmittel sowie die Erhöhung
der landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sollen
Bäuerinnen und Bauern einen besseren Zugang zu
Betriebsmitteln, Märkten und Nahrungsmitteln erhalten.
Beteiligt an der Initiative sind Konzerne wie Bayer,
BASF, Mars, Syngenta und Metro. Im November
2013 wurden die ersten vier Projekte der GFP öffentlich präsentiert: Dazu gehört ein Projekt zur
Förderung des Kartoffelsektors in Kenia und Nigeria
(Potato Initiative Africa – PIA), ein Projekt zum
Thema Ölsaaten und Vitaminanreicherung in Mosambik (Oilseeds Initiative Africa – OIA), ein umfassendes Reisprojekt in Burkina Faso, Ghana und
Nigeria (Competitive African Rice Initiative – CARI)
sowie eine strategische Allianz zu Qualitätsreis in
den asiatischen Staaten Thailand, Indonesien, Vietnam und den Philippinen (Better Rice Initiative Asia
– BRIA). Bayer ist an drei, BASF und Syngenta sind
an zwei der Vorhaben beteiligt. Die Projekte haben
bisher ein finanzielles Gesamtvolumen von 71 bis
87 Millionen Euro. Das BMZ hat bereits 6,3 Millionen Euro zugesagt; insgesamt plant die Bundesregierung die Bereitstellung von 20 Millionen Euro.
Dasselbe gilt für Saatgut: In den meisten Ländern Subsahara-Afrikas werden derzeit zwischen 80
und 90 Prozent des Saatguts informell gezüchtet und
gehandelt.
Die Reformierung der Saatgutgesetzgebung, die
die Bundesregierung ihren Partnerländern aufzwingt,
Rundbrief 03/2014
will dem nun einen Riegel vorschieben. So verpflichtet sich beispielsweise Mosambik, die Verteilung
von freiem Saatgut zu beenden; dem Privatsektor
soll es ausdrücklich erlaubt werden, dies eigenhändig zu kontrollieren.
Die kleinbäuerlichen ProduzentInnen werden
damit gezwungen, teures Hybridsaatgut bei registrierten Saatguthändlern zu kaufen und geraten so in die Abhängigkeit von Konzernen. Wer
weiterhin eigenes
Saatgut züchtet
und vertreibt, wird
kriminalisiert.
Für Konzerne
wie Monsanto,
DuPont und Syngenta, die schon
heute rund 53
Prozent des
weltweiten
kommerziellen
Saatgutmarktes
kontrollieren, ist
dies ein einträgliches Geschäft.
Die Kleinbäuerinnen und -bauern werden bei
der Erstellung
solcher Verträge
übergangen.
Und bei der Beurteilung des Erfolgs dieser Agrarpolitik geht es weder um den Rückgang der Zahl
unterernährter Menschen noch um den Anstieg der
Einkommen von Kleinproduzent/innen, weder um die
Umsetzung nachhaltiger Produktionsmethoden noch
um die Verbesserung des Zugangs zu Land für
Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Stattdessen geht
es um den Aspekt „Lebensmittelmärkte“, um „Marktverbindungen“ und erst dann um den Bereich „landwirtschaftliche Produktion“.
Natürliche Interessengegensätze zwischen den
Anforderungen an eine ernst gemeinte Hunger- und
Armutsbekämpfung und den ökonomischen Interessen der Konzerne werden einfach ignoriert.
Der Weltagrarbericht schlägt dagegen z.B. für
den Reisanbau ein System vor, das bei einem
niedrigeren Saatgut- und Wasserverbrauch (90
Prozent bzw. 50 Prozent) und einem reduzierten
Einsatz chemischer Düngemittel erhebliche Ertragssteigerungen bei Reis ermöglicht. Dieses
System wäre für Kleinbauern und Kleinbäuerinnen
Rundbrief 03/2014
mit geringeren Produktionskosten verbunden und
daher auch ökonomisch nachhaltiger. Nur davon
hätten Bayer, BASF & Co nichts und deshalb sind
solche Vorschläge nicht Teil der deutschen Entwicklungspolitik.
Quelle: Inkota-Positionspapier (April 2014)
Jan Urhahn
Stark gekürzt. Kompletter Text mit Quellenangaben
über www.www.inkota.de.de
KiK verzögert weiter Entschädigungen
Betroffene bereiten Klage in Deutschland vor
Soforthilfe: Ja; Entschädigung auf lange Sicht:
immer noch nicht – das ist der Stand der Verhandlungen zwischen KiK und den Überlebenden und
Hinterbliebenen des Brandes in der pakistanischen
Textilfabrik Ali Enterprises vor zwei Jahren. Bei der
Brandkatastrophe am 11. September 2012 starben
254 Menschen, 55 wurden verletzt. Der deutsche
Textildiscounter KiK, Hauptauftraggeber der Fabrik,
zahlte zwar eine Soforthilfe, verzögert seither aber
die Verhandlungen über langfristige Entschädigung.
Im Dezember 2012 hatte sich KiK aufgrund des
hohen öffentlichen Drucks vertraglich u.a. zu Verhandlungen über langfristige Entschädigungen verpflichtet. Damit soll beispielsweise der dauerhafte
Verdienstausfall des Haupternährers einer Familie
kompensiert werden. „KiK verschleppt diese Verhandlungen seit fast einem Jahr“, so Frauke Banse
von der Kampagne für Saubere Kleidung, die an
den Verhandlungen beteiligt ist. „Bleibt es dabei,
müssen juristische Schritte zur Einhaltung des Vertrags folgen.“
Dabei geht es nicht nur um Geld. „Den Betroffenen geht es um Gerechtigkeit. Sie wollen, dass KiK
sich endlich der Verantwortung für seine ausländischen Zulieferbetriebe stellt“, sagte Miriam SaageMaaß vom European Center for Constitutional and
Human Rights (ECCHR). „Sollten die Verhandlungen erneut scheitern, sind sie bereit, KiK vor einem
deutschen Gericht zu verklagen.“ Das ECCHR und
die Frankfurter Hilfsorganisation medico international unterstützen sechs Familien bei der juristischen
Aufarbeitung des Brandes und bei der Vorbereitung
einer Klage auf Schadensersatz in Deutschland. Sie
trafen sich vergangene Woche in Pakistan mit den
Betroffenen, die sich in der Baldia Factory Fire Affectees Association organisiert haben.
Zum zweiten Jahrestag des Brandes haben die
Vorsitzenden des DGB, von ver.di und der IG Metall
deshalb die Unterschriftenkampagne „Wir stehen
am Anfang“ initiiert. In Berlin gab es vor der KiKFiliale in Neukölln eine Mahnwache zum Gedenken
an die Toten. Weitere Gedenkveranstaltungen fanden in Köln, Amsterdam und in Karatschi statt.
27
Der neue Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte angekündigt, sich für mehr Transparenz und demokratische Teilhabe bei den Freihandelsgesprächen einzusetzen. „Es liegt nun an Herrn Juncker, seinen Worten Taten folgen zu lassen und die Fehlentscheidung der scheidenden Kommission zu revidieren“, sagte ein
Sprecher der Europäischen Bürgerinitiative „Stop TTIP. „Statt im Geheimen über die Köpfe der Bevölkerung
hinweg zu operieren und sich damit demokratischen Prozessen zu entziehen, muss die EU-Kommission endlich
akzeptieren, dass die Menschen in Europa keine Freihandelsabkommen mit Investitionsschutz und einer möglichen Absenkung von Standards wollen und brauchen.“
Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP abgelehnt / Bündnis kündigt Widerstand an
Pressemitteilung des Bündnisses Stop TTIP
Das Bündnis Stop TTIP für eine Europäische
Bürgerinitiative (EBI) gegen die internationalen Handels- und Investitionsverträge TTIP und CETA hat
Widerstand gegen die Entscheidung der EU-Kommission angekündigt, die EBI nicht zuzulassen.
„Jetzt geht die Auseinandersetzung erst richtig los“,
erklärt Michael Efler, Kontaktperson der Europäischen Bürgerinitiative, für das mittlerweile knapp 230
Organisationen aus 21 EU-Ländern umfassende
Bündnis. „Die Ablehnung der Bürgerinitiative reiht
sich ein in die Strategie der EU-Kommission, Bevölkerung und Parlamente aus den Verhandlungen um
CETA und TTIP rauszuhalten. Statt Bürgerinnen und
Bürgern werden hier lieber Lobbyisten gehört.“
Die Ablehnung der EBI wird damit begründet, die
Verhandlungsmandate zu TTIP und zum CETA seien keine Rechtsakte, sondern interne Vorbereitungsakte zwischen den EU-Organen und insofern
durch eine Bürgerinitiative nicht anfechtbar. „Die
Auffassung der Kommission, dass nur Rechtsakte
mit Wirkung auf Dritte durch eine EBI berührt werden
dürfen, ist offensichtlich rechtsfehlerhaft. Das Verhandlungsmandat der Kommission ist ein förmlicher
Beschluss des Rats und ein Rechtsakt. Würde die
Rechtsauffassung der Kommission Bestand haben,
hieße das im Klartext: Der Bevölkerung sind bei der
Entwicklung internationaler Verträgen jeder Art die
Hände gebunden – eine Auskunft, die ebenso erschreckend wie skandalös ist“, so Efler.
Darüber hinaus, so die Begründung, könne die
Kommission keine negativen Ratifizierungsvorschläge machen und insofern der EBI-Forderung, die
Verhandlungen über CETA und TTIP nicht abzuschließen auch nicht nachkommen. „Im Umkehrschluss heißt das, internationale Verhandlungen der
Kommission dürfen durch Bürgerinnen und Bürger
nur bejubelt, nicht aber kritisiert werden“, fasst Efler
28
zusammen. Das EBI-Bündnis, das vor Einreichung
der Bürgerinitiative ein eigenes Rechtsgutachten
eingeholt hatte, erwägt nun rechtliche Schritte und
will den für diesen Fall vorgesehenen Weg vor dem
Europäischen Gerichtshof prüfen.
„Statt auf die Bedenken angesichts einer bürgerfernen Handelspolitik einzugehen, verweigert die
Kommission die Auseinandersetzung“, so Efler. „Das
erscheint aus Bürgersicht als Akt der Willkür, verprellt engagierte Menschen in Europa und ist Wasser
auf die Mühlen der Europa-Gegner.“ Vor diesem
Hintergrund fordert das Bündnis auch den neuen
Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker auf,
den undemokratischen Kurs der EU-Kommission zu
korrigieren und sein Versprechen wahrzumachen,
Demokratie und Transparenz herzustellen. „Offenbar
fürchtet die Kommission diese EBI, die das Potential
hat, zur bisher erfolgreichsten Bürgerinitiative zu
werden“, sagt Efler. „Wenn die Brüsseler Bürokratie
glaubt, die Bürgerproteste gegen die Investitionsverträge mit dieser Ablehnung stoppen zu können, hat
sie sich geirrt. Wir werden es nicht auf sich beruhen
lassen, dass die Kommission versucht, Bürgerinnen
und Bürgern die Hände zu binden.“
Begründung der EU-Kommission zur Ablehnung:
http://ec.europa.eu/citizens-initiative/public/initiatives/nonregistered/details/2041.
Rechtsgutachten von Prof. Dr. Bernh. Kempen.
http://stop-ttip.org/wp-content/uploads/2014/09/EBIGutachten20140430.pdf
Das Bündnis „Stop TTIP“ hat entschieden,
Rechtsmittel gegen die Ablehnung der Europäischen Bürgerinitiative zu TTIP und CETA durch
die Europäische Kommission einzulegen. Die
Organisatoren kündigten außerdem an, dass die
Europäische Bürgerinitiative wie geplant durchgeführt werde, auch ohne Anerkennung durch
die EU-Kommission.
Anders als von der Kommission behauptet, kann
sich eine EBI auch auf das Verhandlungsmandat
zu TTIP und CETA beziehen. Das Bündnis will
vor dem Europäischen Gerichtshof dafür streiten, dass internationale Handelsabkommen in
Zukunft nicht mehr im Geheimen und ohne jede
Interventionsmöglichkeit verhandelt werden.
Rundbrief 03/2014
Ein anderes Meer ist möglich!
Erklärung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zivilgesellschaftlichen Konferenz
zum Europäischen Tag des Meeres 2014
Für eine gerechte und umweltschonende Meerespolitik sind die folgenden Forderungen vordringlich
(stark gekürzt):
Ende der Überfischung
Trotz immer zerstörerischerer Fangtechniken
sinkt die Menge des global gefangenen Fischs, weil
die Bestände unter der Überfischung zusammenbrechen. Der Preis dafür sind der Verlust an Stabilität
der marinen Ökosysteme, an handwerklicher Fischerei und Ernährungssicherheit in den Ländern des
Südens.
Wir wollen eine umfassende Reform der Fischerei hin zur Nachhaltigkeit. Fangmengen dürfen allein
nach wissenschaftlichen Kriterien festgelegt werden.
Ebenso wichtig ist der Abbau schädlicher Subventionen bis 2020, die umweltschädliche Fischereitechnologien und Fischereimethoden fördern. Unter anderem gilt es ein Verbot für Tiefsee- und Bodenschleppnetze umzusetzen und in diesem Kontext die
entsprechende UNGA-Resolutionen, welche u.a.
Bodenschleppnetze auf Seebergen verbieten, zu
unterstützen. 2030 muss in einem zweiten Schritt
eine Bewirtschaftung der Bestände von 20% unter
dem MSY etabliert werden, um damit die illegale
Fischerei mit in die Berechnungen einzubeziehen,
den Schutz der marinen Biodiversität zu berücksichtigen sowie natürlichen Bestandsschwankungen
besser Rechnung zu tragen.
Anstelle des dominierenden Zugriffs der Industrieländer und der industriellen Fangflotten auf die
weltweiten Fischbestände fordern wir parallel zum
Abbau in den Industrieländern die Entwicklung eigenständiger Fischerei-Kapazitäten im globalen
Süden bis 2020 zur Sicherstellung des Rechts auf
Nahrung und ein Umschwenken auf die Bevorzugung der handwerklichen Fischerei bei strukturellen
Entscheidungen.
Meeresschutz ausbauen
Wir wollen die Ausweitung der Meeresschutzgebiete im offenen Meer und an der Küste. Die Forderung der „Biodiversitäts-Konvention“ (CBD) im Strategischen Plan nach 10% Meeresschutzgebieten im
offenen Meer und an der Küste bis 2020 ist als Meilenstein einer neuen Zukunftsagenda zu setzen. Bis
2030 soll sich die Fläche der Meeresschutzgebiete
auf 20% vergrößert haben. Meeresschutzgebiete
müssen unter Berücksichtigung von Transparenz
und naturschutzfachlichen Grundlagen festgelegt
werden. Die Schutzgebiete müssen auf einem ausreichend finanzierten Management beruhen, das auf
einer partizipatorischen und gerechten Grundlage
fußt, die Rechte der lokalen Bevölkerung berücksich-
29
tigt sowie Betroffene in die Umsetzung der gebietsspezifischen Schutzziele und -regeln einbezieht.
Damit der Meeresumweltschutz eine Chance hat,
muss die Versauerung und Erwärmung der Meere
durch den Klimawandel eingedämmt werden. Eine
konsequente Umsetzung der Vereinbarungen zum
Klimaschutz ist hierfür die Voraussetzung.
Schluss mit der Vermüllung
Die Mülleinträge ins Meer sollen bis 2020 um
mindestens 50% reduziert werden. Bis spätestens
2035 muss das Problem der „Müllkippe Meer“ endgültig gelöst sein, das heißt der Eintrag muss auf
Null reduziert werden. Um den Eintrag von Land zu
verringern, müssen effektive Maßnahmen im Bereich
der Ressourceneffizienz, des Produktdesigns und
der Abfall- und Recyclingwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten
Nationen entwickelt und mit den regionalen Meeresschutzübereinkommen vorangetrieben werden.
Tiefsee unangetastet lassen
Wir fordern ein
internationales
Moratorium
für
den Abbau von
Erzen aus der
Tiefsee.
Wir
fordern die Durchsetzung
eines
internationalen
Verbots zur Förderung von Öl und Gas aus der Tiefsee und der Arktis bis 2020. Die Ölförderung in der
Tiefsee (ab 200 m) und in der Arktis ist besonders
riskant, wie sich beim Untergang der „Deepwater
Horizon“ bereits gezeigt hat. Unter der Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und ökonomischen
Kriterien müssen stattdessen alternative Rohstoffstrategien entwickelt werden, die vorrangig auf eine
Einsparung und ein effektives Recycling setzen. Von
vornherein muss der Abbau von Methan aus der
Tiefsee aufgrund der extrem klimatreibenden Auswirkungen des Gases verboten werden.
Menschen- und Arbeitsrechte auf See durchsetzen
Die Rettung von Menschen aus Seenot, eines der
ältesten Gesetze auf See, muss verbindlich durchgesetzt werden. Obwohl sie im Seerechtsübereinkommen der UN ... und Internationalen Konventionen verankert ist, wird sie immer öfter missachtet,
vor allem wenn es um die Seenotrettung von Flüchtlingen geht.
Rundbrief 03/2014
Projektanträge
zur Mitgliederversammlung am 25. und 26. Oktober 2014 in Mannheim
Inlandsprojekte
Nr.
Inhalt
I.12
Kampagnentraining für Aktivis- UAEM e.V.
tInnen
Informationsclip zum Thema
e-politik e.V.
Tourismus und Nachhaltigkeit
Renovierung Weltladen
Weltladen Tauberbischofsheim
YOW-Workshop-Reihe „Im
Vepik e.V., Göttingen
Einklang leben“
Vernetzungstreffen mit integ- Zugvögel interkultureller
rierter Mitgliederversammlung Süd-Nord-Austausch
I.13.
I.14
I.15
I.16
Antragsteller
beantragt Bearbeitung Seite
2.000,- € Reinhard
04
2.500,- € Reinhard
04
500,- € Elisabeth
06
500,- € Maren
06
2.000,- € Andreas
07
Auslandsprojekte
A.13
Masifunde Summercamp 2014
„Lessons from Mandela“
A.14 Beratungsstelle für Frauen in
Nagpur (Indien)
A.15 Berufsbildungszentrum in Bobo Dioulasso (Burkina Faso)
A.16 Symposium in Indien zu Korruption im Gesundheitswesen
A.17 Trinkwasserprojekt in Tamugh/ Kenia
A.18a Material für Öffentlichkeitsarbeit
A.18b Hilfe für MigrantInnen
A.18c Demonstrations-Parzellen in
Viva Ley
A.18d Modellprojekt Pilzzucht in
Chej’bal (Guatemala)
A.19 YOW-BegegnungsWorkshops in Kamerun und
Bremen
A.20 Interkulturelles Festival in Kolumbien
A.21 Spanische Filmfassung „Über
den Tellerrand“
A.22 Bananenanbau in San Hilario
(El Salvador)
30
Masifunde Bildungsförderung e.V.
Deutsch-indische Zusammenarbeit (DIZ)
Werkhof Darmstadt
2.000,- € Andreas
07
3.000,- € Beate
08
1.500,- € Ernst
08
Mezis e.V.
1.000,- € Caroline
10
Ulrich Rein, Rüsselsheim
5.520,- € Torsten
11
Madre Tierra Mexico
3.500,- € Ernst
12
Madre Tierra Mexico für
COADHECH
Madre Tierra Mexico für La
Jornada
Madre Tierra Mexico für
UCIIS, Guatemala
Vepik e.V., Göttingen
2.000,- € Ernst
12
1.750,- € Ernst
13
2.300,- € Ernst
13
1.000,- € Maren
14
minkalab e.V., Köln
2.500,- € Reinhard
14
Zwischenzeit e.V., Münster
Procares, El Salvador
850,- € Beate
offen Reinhard
Rundbrief 03/2014
16
17
Hinweise für AntragstellerInnen:
Projektanträge sind an kontakt@aktion-selbstbesteuerung.de zu senden.
Die Aktion Selbstbesteuerung fördert mit finanziellen Zuschüssen entwicklungspolitische Projekte. Es werden sowohl Projekte im Ausland, als auch Projekte im Inland unterstützt.
Die inhaltlichen Kriterien, nach denen die entwicklungspolitische Bedeutung eines Antrages beurteilt wird,
sind einem ständigen Diskussionsprozess unterworfen und lassen sich daher nicht leicht beschreiben.
Grundsätzlich werden überwiegend Projekte gefördert, die zum Verständnis entwicklungspolitischer Zusammenhänge beitragen (sogenannte „bewusstseinsbildende“ Projekte) oder direkt unterprivilegierte Menschen
im Ausland bei der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen.
Kleine Projekte haben eher Chancen auf Förderung durch die asb als Mammut-Projekte.
Die Mittel der asb werden durch die Mitgliederversammlungen vergeben, die regelmäßig im Mai und im
Herbst stattfinden. Für die Mitgliederversammlung im Frühjahr gilt als Antragsschluss der 1. März, für
die Mitgliederversammlung im Herbst der 1. September, damit Rückfragen geklärt und die Anträge zur
Vorbereitung der Diskussion im Mitgliederrundbrief dargestellt werden können. Später eintreffende Anträge
können in der Regel erst in der darauffolgenden Mitgliederversammlung berücksichtigt werden.
Anträge müssen neben einer inhaltlichen Beschreibung einen Kostenplan, einen Finanzierungsplan und die
Angabe enthalten, bei welchen Stellen weitere Anträge für das Projekt gestellt wurden.
Von der Mitgliederversammlung bewilligte Projektzuschüsse müssen innerhalb eines Jahres abgerufen werden, sonst verfallen sie und werden an andere Projekte vergeben.
Wir erwarten von den Projekt-PartnerInnen einen Bericht und eine Abrechnung. Auszüge aus dem Bericht werden eventuell zur Information der Mitglieder im asb-Rundbrief veröffentlicht.
Unsere Projektdarstellungen und –berichte sind auch über das Internet zugänglich.
Wege, die Sie zur Aktion Selbstbesteuerung führen
Hiermit trete ich dem eingetragenen Verein „Aktion Selbstbesteuerung“ bei.
Meine freiwillige Entwicklungssteuer überweise ich auf eines ihrer Konten.
Der Richtwert für die Selbststeuer beträgt 2-3% des Nettoeinkommens. Der Mindestbeitrag pro Jahr, wenn
z. B. kein regelmäßiges Einkommen vorhanden ist, beträgt 30,- €. Spenden und Zuwendungen an die asb
sind steuerlich absetzbar!
Ich zahle voraussichtlich:
Euro vierteljährlich halbjährlich
Ich werde nicht Mitglied, möchte aber, gegen eine jährliche Spende,
die asb-Rundbriefe erhalten.
jährlich
Bitte senden Sie mir weitere Informationen über die „Aktion Selbstbesteuerung“ zu.
Bitte nehmen sie telefonisch Kontakt mit mir auf.
Ich unterstütze die asb durch eine einmalige Spende von __________ €
auf das Konto 800 496 55 00 bei der GLS Bank Frankfurt, BLZ 430 609 67.
Ich kann zur Zeit keine Selbstbesteuerung leisten, möchte die Aktion Selbstbesteuerung aber auf andere
Weise aktiv unterstützen
Name
E-Mail
Straße
Wohnort
Telefon
Fax
Datum
Unterschrift
Bitte ankreuzen, ausfüllen und an die Kassenführerin der asb senden (Adresse siehe Rückseite).
Ein Eintrittsformular finden Sie auch auf unserer Webseite http://www.aktion-selbstbesteuerung.de
Rundbrief 03/2014
31
Termine:
Herbst-Mitgliederversammlung 2014:
25. bis 26. Oktober 2014 in Mannheim
Antragsschluss für Frühjahrs-MV 2015: 1. März 2015
Redaktionsschluss für den Rundbrief 04/2014 ist der 30.11.2014
Beiträge bitte frühzeitig(!) möglichst per eMail im OpenOffice oder Rich Text-Format
an Ernst Standhartinger schicken (Adressangaben unten)
www.aktion-selbstbesteuerung.de
Projektanträge an: kontakt@aktion-selbstbesteuerung.de
Adressen:
Vorsitzende
( Telefonische
Anfragen)
Stellvertretender
Vorsitzender
( Rundbriefbeiträge)
Beate Schmucker,
Am Kaufmannskamp 27
21354 Bleckede-Barskamp
Ernst Standhartinger,
Grüner Weg 18a,
64331 Weiterstadt
Beisitzende:
( Geschäftssitz)
Caroline Aicher
Jägerhalde 87,
70327 Stuttgart
Tel.: 07 11 – 459 59 02
Mail: Aicher@aktion-selbstbesteuerung.de
Reinhard Beeker,
Fischerstr. 36,
68199 Mannheim
Tel.: 06 21 - 841 45 05
Mail: Beeker@aktion-selbstbesteuerung.de
Lisa Franzen
Großherzog-Friedrich-Str. 114
66121 Saarbrücken
Tel. 06 81 - 688 340 70
Mail: Franzen@aktion-selbstbesteuerung.de
Elisabeth Schober,
Eichenweg 20,
71394 Kernen-Stetten
Tel.: 071 51 - 432 86
Mail: Schober@aktion-selbstbesteuerung.de
Andreas Schüßler
Stapenhorststr. 75
33615 Bielefeld
Margarete Rölz,
Carl-Schurz-Straße 55,
63225 Langen
Tel.: 05 21 - 130469
Mail: schüssler@aktion-selbstbesteuerung.de
Gertrud Daube,
Mongshof 31,
41199 Mönchengladbach
Tel.: 021 66 – 60 33 05
Mail: Daube@aktion-selbstbesteuerung.de
(
Projektanträge)
Kassenführerin
( Eintrittsantrag)
Verwaltung des
Mailverteilers
32
Tel.: Tel.: 058 54 96 97 1 96
Mail: Schmucker@aktion-selbstbesteuerung.de
Tel.: 061 51 - 86 03 82,
Fax: 0 32 22 - 1182 800
Mail: Standhartinger@aktion-selbstbesteuerung.de
Tel.: 061 03 - 97 60 23
Mail: Roelz@aktion-selbstbesteuerung.de
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