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BILANZIERUNG

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BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
_____________________________________________________
BILANZIERUNG
Univ. Lektor
Dr. Andreas Breschan
Wirtschaftsprüfer - Steuerberater
allg. beeid. und gerichtl. zertifizierter
Sachverständiger
BRESCHAN & Partner WP/StB-GMBH, Kardinalschütt 9, 9020 Klagenfurt
Folie 1
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Übersicht
_____________________________________________________
 Grundlagen der Rechnungslegung
 UGB
 Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
 Bilanz und GuV
 Grundsätze der Bewertung
 Bewertung von AV, UV und Passivposten
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Folie 2
BRESCHAN &
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Grundlagen zur
Rechnungslegung
_____________________________________________________
Die Vorschriften des Rechnungslegungsgesetzes (3. Buch des
UGB: §§ 189 ff) sind untergliederbar:
Erster Abschnitt
Vorschriften für alle Unternehmen
(§§ 189 – 216 UGB)
 Allgemeine Vorschriften (formell,
materiell)
 Ansatzvorschriften
 Bewertungsvorschriften
Zweiter Abschnitt
Besondere Vorschriften für
Kapitalgesellschaften
(§§ 221 ff UGB)
 Gliederungsvorschriften
 Vorschriften über Anhang und
Lagebericht
 Größenmäßige Erleichterungen
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Folie 3
Grundlagen zur
Rechnungslegung II
BRESCHAN &
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_____________________________________________________
Größenmäßige Kriterien der Kapitalgesellschaften (vgl. § 221 UGB):
Merkmale
Kleine KapGes
Mittelgroße KapGes
Große KapGes
Bilanzsumme
bis € 4,84 Mio.
über € 4,84 Mio.
bis 19,25 Mio.
über € 19,25 Mio.
Umsatzerlöse
bis € 9,68 Mio.
über € 9,68 Mio.
bis 38,5, Mio.
über € 38,5 Mio.
Arbeitnehmer
bis 50
über 50 bis 250
über 250
 Einordnung an Hand zweier Merkmale
 Bei Überschreitung von mindestens 2 der 3 Kriterien an 2 aufeinander folgenden
Abschlussstichtagen wechselt das Unternehmen seine Größenklasse
 Börsenotierte Kapitalgesellschaften: jedenfalls „groß“
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Folie 4
Grundlagen zur
Rechnungslegung III
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_____________________________________________________
Vollkaufleute
Kleine
GmbH
Kleine
AG
Mittl.
GmbH
Mittl.
AG
Große
GmbH
Bilanz
ja
ja – in bestimmter Kontenform § 223 f
GuV
ja
ja – in bestimmter Staffelform § 231
Anhang
nein
stark
verkürzt
Lagebericht
nein
nein
(§ 243 (4))
in verkürzter
Form
(§ 242 (1))
Große
AG
ja
ja
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Folie 5
BRESCHAN &
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Funktionen des UGB –
Informationsfunktion
_____________________________________________________
Der Jahresabschluss
 … hat „dem Unternehmer ein möglichst getreues Bild der
Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln“ (§
195 UGB)
bzw.
 … hat „ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln“ (§ 222 Abs. 2 UGB)
„allgemeine Informationsfunktion“
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Folie 6
BRESCHAN &
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Funktionen des UGB –
Informationsfunktion II
_____________________________________________________
Wie hoch ist das Vermögen (bzw. sind die Schulden)
des Unternehmens?
Bilanz
Wie profitabel ist das Unternehmen?
GuV
Welche Angaben der Bilanz und der GuV sind
erklärungsbedürftig?
Anhang
Wie sieht der Geschäftsverlauf und die Lage des
Unternehmens aus?
Lagebericht
Wie steht es um die Zahlungsfähigkeit des
Unternehmens?
Kapitalflussrechnung
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Folie 7
BRESCHAN &
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Funktionen des UGB –
Ausschüttungsfunktion
_____________________________________________________
Unternehmensrecht (UGB):
 Gläubigerschutz
 Kapitalerhaltung
(möglichst) „geringer“
Gewinn =
Aufwandsausweis früh und
hoch, Ertragsausweis spät und
gering
Steuerrecht (EStG):
Gewinnfeststellungsfunktion
+/- MWRe
Ermittlung des steuerpflichtiges
Gewinns als Bemessungsgrundlage für eine gleichmäßige
Besteuerung
(Fiskus: möglichst) „hoher“
Gewinn =
Aufwandsausweis spät und
gering, Ertragsausweis früh und
hoch
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Folie 8
BRESCHAN &
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Generalnorm des
§ 195 UGB
_____________________________________________________
 „Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung“
 „klar und übersichtlich“
 „Getreues Bild der Vermögens- und Ertragslage“
Gegensätzliche
Funktion! (?)
 Grundsätze:
Neben dem Grundsatz der Vorsicht (siehe § 201 UGB) auch
abgeleitete (z.T. nicht kodifizierte) Grundsätze bspw. GS der
Bilanzwahrheit bzw. –richtigkeit, Bilanzklarheit, Willkürfreiheit,
Vollständigkeit u.a.m.
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Folie 9
BRESCHAN &
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Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung (GoB)
_____________________________________________________

Grundsatz der Bilanzwahrheit/-richtigkeit
 Der materielle Gehalt ist in keinem Gesetz geregelt
 Entspricht der Forderung nach getreuer und gewissenhafter Rechenschaftslegung
 Die Vermögensgegenstände und Geschäftsfälle sind wahrheitsgemäß auszuweisen
und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu bewerten
 Richtig ist ein Bilanzansatz dann, wenn die Abbildung der wirtschaftlichen Sachverhalte
den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht.

Grundsatz der Bilanzklarheit
 Während der GS der Bilanzwahrheit die materielle Richtigkeit der Bilanz postuliert,
strebt dieser GS nach formeller, klarer und übersichtlicher Gestaltung des
Jahresabschlusses (bspw. für KapGes: zwingend einzuhaltende GliederungsVo für
Bilanz und GuV - §§ 224 und 231 UGB)
 Saldierungsverbot § 196 Abs. 2 UGB
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Folie 10
BRESCHAN &
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Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung (GoB) II
_____________________________________________________

Grundsatz der Bilanzkontinuität
 Teilgrundsatz Bilanzidentität (Identität der Schlussbilanz eines
Geschäftsjahres mit der Eröffnungsbilanz des folgenden Geschäftsjahres)
 Teilgrundsatz formelle Bilanzkontinuität (Beibehaltung einmal gewählter
Gliederungsansätze und Kontenbezeichnungen)
 Teilgrundsatz materielle Bilanzkontinuität (Beibehaltung der Bewertungsmethoden –
s. auch Bewertungsstetigkeit § 201 UGB)

Grundsatz der Vollständigkeit
Danach hat der JA sämtliche





Vermögensgegenstände
Rückstellungen
Verbindlichkeiten
Rechnungsabgrenzungsposten
Aufwendungen und Erträge
zu enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. (§ 196 Abs. 1 UGB)
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Folie 11
BRESCHAN &
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Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung (GoB) III
_____________________________________________________

Grundsatz der Wesentlichkeit
 Danach sind nur all jene Sachverhalte und Umstände zu berücksichtigen, die
wesentlich sind und damit Einfluss auf die Entscheidungen der Bilanzadressaten haben
könnten.
 Als Orientierung könnten hierbei Art und Höhe der Jahresabschlusspositionen sowie
ihre Bedeutung für andere Positionen dienen.

Grundsatz der Periodizität
 Dient der periodengerechten Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen, unabhängig
vom Zeitpunkt der entsprechenden Zahlung.
 Sämtliche Aufwendungen und Erträge sind „pro rata temporis“ (dh zeitproportional) zu
periodisieren.
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Folie 12
BRESCHAN &
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Struktur der Bilanz
_____________________________________________________
Aktiva
Passiva
 Aufwendungen für das Ingangsetzen und Erweitern
eines Betriebes
 Eigenkapital
 Anlagevermögen
I.
Entgeltlich erworbene immaterielle
Vermögensgegenstände
II.
Sachanlagen
III.
Finanzanlagen
 Umlaufvermögen
(bei KapGes: Mindestgliederungsschema)
 Unversteuerte Rücklagen
(gesetzliche Gliederungsvorschriften)
 Rückstellungen
 Abfertigungen
I.
Vorräte
 Pensionen
II.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
 Sonstige (Aufwandsrückstellungen)
III.
Wertpapiere und Anteile
IV.
Kassa, Scheck, Bank
 Rechnungsabgrenzungsposten
 Verbindlichkeiten
(gegliedert nach wesentlichen Gruppen)
 Rechnungsabgrenzungsposten
Damnum/Disagio
 Ansatzvorschriften gem. § 198 UGB (für alle Unternehmen)
 Gliederungsvorschriften gem. §§ 223 f UGB (für alle Kapitalgesellschaften)
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Folie 13
BRESCHAN &
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Struktur der GuV
_____________________________________________________
Gesamtkostenverfahren § 231 (2) UGB
Umsatzkostenverfahren § 231 (3) UGB
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse
+/- Bestandsveränderungen
- Herstellungskosten
+ Aktivierte Eigenleistung
= Bruttoergebnis vom Umsatz
+ Sonstige Erträge
- Materialaufwand
+ Sonstige betriebliche Erträge
- Personalaufwand
- Vertriebskosten
- Abschreibungen
- Verwaltungskosten
- Sonst. betriebliche Aufwendungen
- Sonstige betriebliche Aufwendungen
= Betriebserfolg
= Betriebserfolg
 Freie Wahl des Verfahrens gem. § 231 Abs. 1 UGB (für alle KapGes)
 Gliederungsvorschriften gem. § 231 Abs. 2 und 3 UGB (für alle KapGes)
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Folie 14
BRESCHAN &
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Zusammenhang GuV und
Bilanz
_____________________________________________________
Betriebserfolg
Ergebnisspaltung
Bilanz
AV
UV
ARA
+ Finanzerfolg
= Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Endeigenkapital
Unverst. RL
Rückstellungen
Verbindlichkeiten
PRA
+ a.o. Ergebnis
+/- Steuern vom Einkommen und Ertrag
= Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
+/- Gewinnverwendung
+/- Gewinnvortrag/Verlustvortrag Vorjahr
= Bilanzgewinn/Bilanzverlust
Eigenkapitalkonto
Saldo Privat
Anfangskapital
Endeigenkap.
Bilanzgewinn
Privatkonto
Privatentnahmen
Privateinlagen
Saldo
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Folie 15
BRESCHAN &
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Funktionen des UGB –
Ausschüttungsfunktion
_____________________________________________________
Unternehmensrecht (UGB):
 Gläubigerschutz
 Kapitalerhaltung
(möglichst) „geringer“
Gewinn =
Aufwandsausweis früh und
hoch, Ertragsausweis spät und
gering
Steuerrecht (EStG):
Gewinnfeststellungsfunktion
+/- MWRe
Ermittlung des steuerpflichtiges
Gewinns als Bemessungsgrundlage für eine gleichmäßige
Besteuerung
(Fiskus: möglichst) „hoher“
Gewinn =
Aufwandsausweis spät und
gering, Ertragsausweis früh und
hoch
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Folie 16
Die Verbindung zum Steuerrecht über
Partner WP/StB-GMBH
die Gewinnermittlung gem. § 5 EStG
_____________________________________________________
BRESCHAN &
 Maßgeblichkeit der
Handelsbilanz für die
Steuerbilanz
 außer: das
Steuerrecht sieht
zwingend einen
anderen Ansatz vor
Mehr-Weniger-Rechnung bei:
 Geldbeschaffungskosten (§ 198 Abs. 7 UGB und §
6 Z 3 EStG):
UR: Aufwand; StR: ARA und verteilen
 Pauschale Verbindlichkeitsrückstellungen, RSt für
Firmenjubiläum; Aufwandsrückstellungen (§ 198
Abs. 8 UGB und § 9 EStG):
UR: Aufwand durch Passivierungsgebot bzw.
–wahlrecht; StR: Pass.verbot
uU bei:
 Damnum (§ 198 Abs. 7 UGB und § 6 Z 3 EStG):
UR: uU Aufwand; StR: ARA und verteilen
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Folie 17
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Wertansätze der Höhe nach
_____________________________________________________
 Für Vermögensgegenstände des Anlage- oder
Umlaufvermögens:
§§ 203 und 206: Anschaffungs- oder Herstellungskosten
 Für Passivposten:
§ 211: Rückzahlungsbetrag; Schätzung nach „vernünftiger
unternehmerischer Beurteilung“,
versicherungsmathematisch,…
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Folie 18
BRESCHAN &
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Anschaffung Anschaffungskosten
_____________________________________________________
 Charakteristika des Vorganges (Abgrenzung zur Herstellung): Übergang
wirtschaftlichen Eigentums eines bereits bestehenden
Vermögensgegenstandes; eher zeitpunktbezogen
 Komponenten der Anschaffungskosten (§ 203 Abs. 2):
Kaufpreis/Anschaffungspreis
+ Anschaffungsnebenkosten
+ nachträgliche Anschaffungskosten
Kein
laufender
Betriebsaufwand!
- Anschaffungspreisminderungen
= Aktivierungspflichtige Anschaffungskosten
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Folie 19
BRESCHAN &
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Sonderfälle der
Anschaffungskosten
_____________________________________________________
 Anschaffung eines KFZ ohne Vorsteuerabzug (nicht bei LKW; PKW mit
bestimmter Nutzung bzw. PKWs lt. VO)
 Vorsteuer gehört zu den Anschaffungsnebenkosten
 Anschaffung bebautes Grundstück
 Keine USt, sondern aktivierungspflichtige Grunderwerbsteuer (2 bzw. 3,5 %
von der Gegenleistung)
 Aufteilung der gesamten aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten im
Verhältnis der Teilwerte GuBo und Gebäude; Gebäude ist abzuschreiben
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Folie 20
BRESCHAN &
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Herstellung Herstellungskosten
_____________________________________________________
 Charakteristika des Vorganges (Abgrenzung zur Anschaffung: ein nach der
Verkehrsauffassung „neuer“ Gegenstand wird hergestellt; eher
zeitraumbezogen)
 „Neutralisierungsfunktion“ durch die Ertragsbuchung
 Unterjährig: Aufwand; am Jahresende: Aufwand zur Herstellung durch
korrigierende Ertragsbuchung umbuchen!)
 Komponenten der Herstellungskosten (§ 203 Abs. 3 und 4):
 Einzelkosten  Pflicht
 Fertigungsmaterial
 Fertigungslöhne
 Sonderkosten der Fertigung
= Mindestansatz der
Herstellungskosten
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Folie 21
BRESCHAN &
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Herstellung –
Herstellungskosten II
_____________________________________________________
 Aktivierungsverbote (§ 203 Abs. 3):






Sondereinzelkosten des Vertriebs (Ausnahme: § 206 UGB)
Allgemeine Vertriebs- und Verwaltungskosten (Ausnahme: § 206 UGB)
Steuern vom Gewinn
Außerplanmäßige Abschreibung
Eigenkapitalkosten
…
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Folie 22
BRESCHAN &
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Herstellung –
Herstellungskosten III
_____________________________________________________
Schema zur Ermittlung der HSK:

Ausgangspunkt: Daten aus der Kostenrechnung
 Herausnahme jener Kostenarten, für die ein generelles Einbeziehungsverbot besteht
 Ersatz von kostenrechnerischen Wiederbeschaffungswerten durch buchhalterische
(historische) Anschaffungswerte
 Herausnahme kalkulatorischer Kostenarten und Ersatz durch das buchhalterische
Pendant (maximal in Höhe der ausgeschiedenen kalk. Kosten!)

Sonderregelung bei Unterbeschäftigung (< 80 %): Verringerung der
aktivierungsfähigen fixen Gemeinkosten durch Anpassung der fixen GK an den
Auslastungsgrad (variable Kosten bleiben unberührt!)
Kosten: 100.000 FK; 10 var/Stk.  Ansatz bei 1000 Stk./700 Stk.?
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Folie 23
BRESCHAN &
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Beispiel
_____________________________________________________
Herstellung Produkt X (Unterbeschäftigung: 70 %):


Fertigungsmaterial: € 100.000,-MatGKo: 50 % (70 % fix; 30 % variabel)
Darin enthalten:
Kalk. Wagnisse: € 10.000.– (70 % fix, 30 % variabel)
Buchhalterische Schadensfälle:
1) 10.000,-2) 15.000,-3) 5.000,--
Bewerten Sie das Produkt mit dem
a) Mindestansatz
b) Höchstansatz
und leiten Sie mit der MWRe auf den steuerlichen Ansatz über.
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Folie 24
BRESCHAN &
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Grundsätze der Bewertung
_____________________________________________________


Grundsatz der Bewertungsstetigkeit
Grundsatz der Unternehmensfortführung


Grundsatz der Stichtags- und Einzelbewertung


„going concern“
Werterhellung / Wertbeeinflussung
Grundsatz der Vorsicht
Realisationsprinzip
Imparitätsprinzip
Ansatz von Gewinnen erst, wenn
diese realisiert werden
Ansatz von Verlusten, sobald sie drohen
bzw. Risken erkennbar sind
NWP bei AV / UV
HWP bei Verbindlichkeiten
Anschaffungswertprinzip
Dotation von Rückstellungen
… iV mit den konkreten Bewertungsvorschriften der §§ 202 bis 211 UGB.
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Folie 25
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Grundsätze der Bewertung
des Anlagevermögens
_____________________________________________________
 Nicht abnutzbares Anlagevermögen (§§ 203, 204 UGB)
 Wertobergrenze: Anschaffungskosten
 Vergleichswert: „Beizulegender Wert“: Wiederbeschaffungsneuwert
 Bewertungsprinzip: gemildertes Niederstwertprinzip
 Wertminderung dauerhaft: außerplanmäßige Abschreibung zwingend
 Wertminderung nicht dauerhaft: außerplanmäßige Abschreibung nur zulässig bei
Finanzanlagevermögen
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Folie 26
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Grundsätze der Bewertung
des Anlagevermögens II
_____________________________________________________
 Abnutzbares Anlagevermögen (§§ 203, 204 UGB)
 Wertobergrenze: fortgeschriebene Anschaffungs- oder Herstellungskosten
 Vergleichswert: „Beizulegender Wert“: Wiederbeschaffungswert;
Reproduktionswert
 Bewertungsprinzip: gemildertes Niederstwertprinzip
 Wertminderung dauerhaft: außerplanmäßige Abschreibung zwingend
 Wertminderung nicht dauerhaft: außerplanmäßige Abschreibung nicht zulässig
BRESCHAN & Partner WP/StB-GMBH, Kardinalschütt 9, 9020 Klagenfurt
Folie 27
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Grundsätze der Bewertung
des Anlagevermögens III
_____________________________________________________
 Planmäßige Abschreibungen gem. § 204 Abs. 1 UGB:
 Nutzung ist zeitlich begrenzt
 planmäßig
Viele mögliche Abschreibungsmethoden sind zulässig (bspw. die lineare,
degressive, progressive oder leistungsabhängige Abschreibung)
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Folie 28
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Grundsätze der Bewertung
des Umlaufvermögens
_____________________________________________________
 Umlaufvermögen (§§ 206, 207 UGB)
 Ermittlung und Bewertung des Lagerbestandes: Ermittlung der
Herstellungskosten bzw. Anwendung von Wareneinsatzermittlungsverfahren
 Vergleichswert: „Beilzulegender Wert“: Börsenkurs, Marktpreis,
Reproduktionswert, retrograde Ermittlung des Vergleichwertes
 Bewertungsprinzip: strenges Niederstwertprinzip
BRESCHAN & Partner WP/StB-GMBH, Kardinalschütt 9, 9020 Klagenfurt
Folie 29
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Grundsätze der Bewertung
des Umlaufvermögens II
_____________________________________________________
 Zuschreibungen (§ 208 UGB):
 Wertobergrenze: Anschaffungskosten / Herstellungskosten
 Regel: § 208 Abs. 1: Zuschreibungspflicht
 Ausnahme: § 208 Abs. 2: umgekehrtes Maßgeblichkeitsprinzip: wenn
Zuschreibungswahlrecht im Steuerrecht, dann Wahlrecht auch im
Unternehmensrecht
 Steuerrecht: § 6 Z 13: für Umlaufvermögen: stets Wahlrecht
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Folie 30
Grundsätze der Bewertung des
Partner WP/StB-GMBH
Passivvermögens - Verbindlichkeiten
_____________________________________________________
BRESCHAN &
 Verbindlichkeiten (§§ 211 Abs. 1 UGB)
 Vergleichswert: Rückzahlungsbetrag
 Bewertungsprinzip: strenges Höchstwertprinzip  zwingend aufwerten
(Imparitätsprinzip)
insbes. bei Auslandsgeschäften: Kurs im Zeitpunkt der Entstehung verglichen
mit dem Kurs am Bilanzstichtag  wenn der Wert der Verbindlichkeit
gestiegen ist: aufwerten über Kursverlust (u.U. weiterer Kursverlust bzw.
–gewinn bei Bezahlung)
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Folie 31
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Charakteristika von
Rückstellungen
_____________________________________________________







Rückstellungen sind Aufwendungen, die durch einen Geschäftsfall vor dem
Bilanzstichtag verursacht sind und in der/n Folgeperiode/n zu Gewinnminderungen
führen
Ihre Besonderheit liegen in den „Ungewissheit“: die Zahlungswirkung des
Geschäftsfalles ist ihrem Grunde oder ihrer Höhe oder ihrem Zeitpunkt nach
ungewiss
Dynamischer Rückstellungsbegriff: Hauptaufgabe liegt in der richtigen
Periodenabgrenzung der Aufwendungen
Basis: Imparitätisches Realisationsprinzip
Zum Teil Einzelbewertung (bspw. ProzesskostenRSt); zum Teil
Pauschalbewertung (bspw. GarantieRSt)
Grundsätzlich nur bei Verpflichtungen gegenüber Dritten; Ausnahme:
Aufwandsrückstellungen, die Aufwendungen der vergangenen Perioden an
künftige Perioden berücksichtigen (bspw. unterlassene Instandhaltung bzw.
Großreparaturen; Rekultivierung ohne rechtliche Verpflichtung…)
Finanzierungs- und Steuerspareffekt
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Folie 32
Grundsätze der Passivierung dem
Partner WP/StB-GMBH
Grunde nach von Rückstellung UR/STR
_____________________________________________________
BRESCHAN &
§ 198 Abs. 8 UGB: Muss – soweit nicht
von untergeordneter Bedeutung
§ 9 EStG
Anwartschaften und Abfertigungen
Laufende Pensionen und Anwartschaften
auf Pensionen
Sonstige ungewisse Verbindlichkeiten
Drohende Verluste aus schwebenden
Geschäften
Aufwandsrückstellung, wenn nach den
GoB geboten: (sonst: Wahlrecht)
Wahlrecht – aber Maßgeblichkeit
Wahlrecht – aber Maßgeblichkeit
Verbot: Keine pauschalen RSt – es
müssen konkrete Umstände vorliegen
Verbot: RSt für die Verpflichtung einer
Zuwendung anlässlich eines
Firmenjubiläums
Verbot
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Folie 33
Grundsätze der Bewertung des
Partner WP/StB-GMBH
Passivvermögens - Rückstellungen
_____________________________________________________
BRESCHAN &
 Grundsätzlich (Imparitätsprinzip): Ansatz in der Höhe, der „nach
vernünftiger unternehmerischer Beurteilung notwendig ist“
 Im Besonderen:
Alternativ:
Pensionskasse
oder
Abfertigungskasse
 Pensionsrückstellung: versicherungsmathematisch (finanzmathematisch)
(Diskontierung; Eintrittswahrscheinlichkeit)
 Abfertigungsrückstellung: versicherungsmathematisch (finanzmathematisch)
oder bestimmter Prozentsatz der fiktiven Abfertigungsansprüche
 Verbindlichkeitenrückstellung: Erwartungswert; voraussichtliche Zahlungshöhe
 Drohverlustrückstellung: Höhe des erwarteten Verlustes (Differenz zwischen
vereinbartem Wert und geschätztem Wert am Bilanzstichtag)
 Aufwandsrückstellung: voraussichtlicher Zahlungsaufwand
BRESCHAN & Partner WP/StB-GMBH, Kardinalschütt 9, 9020 Klagenfurt
Folie 34
Grundsätze der Passivierung der Höhe
Partner WP/StB-GMBH
nach von Rückstellungen UR/STR
_____________________________________________________
BRESCHAN &
§ 211 UGB: „nach vernünftiger
unternehmerischer Beurteilung“
§ 9 iVm § 14 EStG
Anwartschaften und Abfertigungen:
versicherungsmathematisch oder bestimmter
Prozentsatz der fiktiven Ansprüche
Ab 2003: max. 45 % der fiktiven
Abfertigungsansprüche (bei Arbeitnehmern über
50 J: max. 60 %
Laufende Pensionen und Anwartschaften auf
Pensionen: versicherungsmathematisch
versicherungsmathematisch
Sonstige ungewisse Verbindlichkeiten:
Erwartungswert
Drohende Verluste aus schwebenden
Geschäften: Erwartungswert
Aufwandsrückstellung wenn nach den GoB
geboten: (sonst: Wahlrecht): Erwartungswert
Keine pauschale Bildung – es müssen konkrete
Umstände Vorliegen (nur EinzelRSt)
Bei einer Laufzeit länger als 1 Jahr: 80 % des
Wertes
Null
BRESCHAN & Partner WP/StB-GMBH, Kardinalschütt 9, 9020 Klagenfurt
Folie 35
BRESCHAN &
Partner WP/StB-GMBH
Funktionen des UGB Informationsfunktion
_____________________________________________________
Wie hoch ist das Vermögen (bzw. sind die Schulden) des
Unternehmens?
Bilanz
Wie profitabel ist das Unternehmen?
GuV
Welche Angaben der Bilanz und der GuV sind
erklärungsbedürftig?
Anhang
Wie sieht der Geschäftsverlauf und die Lage des
Unternehmens aus?
Lagebericht
Wie steht es um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens?
Kapitalflussrechnung
BRESCHAN & Partner WP/StB-GMBH, Kardinalschütt 9, 9020 Klagenfurt
Folie 36
Die Bewertung des UGBs iZm seinen
BRESCHAN &
Funktionen – Informationsfunktion –
Partner WP/StB-GMBH
Exkurs: Die Struktur des Anhanges
_____________________________________________________




Der Anhang ist Teil des Jahresabschlusses (nur) bei Kapitalgesellschaften (§ 222
Abs. 1 UGB)
Eine besondere Gliederung ist nicht vorgeschrieben
Allgemein: § 236 UGB:
„Im Anhang sind die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die darauf
angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden so zu erläutern, daß ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Unternehmens vermittelt wird“.
Dazu finden sich ergänzend bestimmte Pflichtangaben
 § 236 Z 1 – 4, § 239, § 240: bspw. Abweichungen von Bilanzierungs- und
Bewertungsmethode; ein ev. Betrag gem. § 203 Abs. 4; Beträge bei Langfristfertigung;
best. Pflichtangaben über Organe und Arbeitnehmer u.a.m.
und ergänzende Angaben zur Erläuterung
 § 237, § 238: bspw. Verbindlichkeitenspiegel; Finanzinstrumente; u.a.m.
sowie einige größenmäßige Erleichterungen gem. § 242 UGB.
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Folie 37
Die Bewertung des UGBs iZm seinen
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Funktionen – Informationsfunktion –
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Exkurs: Die Struktur des Lageberichts
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Der Lagebericht ist nicht Teil des eigentlichen Jahresabschlusses
Verpflichtend für alle Kapitalgesellschaften mit Ausnahme der kleinen GmbH (§ 243 Abs. 4
UGB)
Eine besondere Gliederung ist nicht vorgeschrieben
Allgemein: § 243 Abs. 1 und 2 UGB:
(ReLÄG 2004) „Im Lagebericht sind der Geschäftsverlauf, einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Vermögens so darzustellen, dass ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt wird,
und die wesentlichen Risken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen
ausgesetzt ist, zu beschreiben.
Der Lagebericht hat eine ausgewogene und umfassende, dem Umfang und der
Komplexität der Geschäftstätigkeit angemessene Analyse des Geschäftsverlaufs,
einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Unternehmens zu
enthalten. Abhängig von der Größe des Unternehmens und von der Komplexität des
Geschäftsbetriebes hat die Analyse auf die für die jeweilige Geschäftstätigkeit
wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren einzugehen und sie unter Bezugnahme
auf die im Jahresabschluss ausgewiesenen Beträge und Angaben zu erläutern.“
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