close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Endoskopisch-assistierte Mikroneurochirurgie (EAM) - Karl Storz

EinbettenHerunterladen
EndoWorld
NEURO 1-3-D/07-2011
Endoskopisch-assistierte Mikroneurochirurgie (EAM)
Dr. Renato J. Galzio
Endoskopisch-assistierte Mikroneurochirurgie (EAM)
Dr. Renato J. Galzio
Bei operativen Zugangswegen zu tiefergelegenen intracraniellen Läsionen kann
die Endoskopie eingesetzt werden, um
mikrochirurgische Eingriffe zu unterstützen
und ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Diese
Methode wird als »endoskopisch assistierte Mikroneurochirurgie« bezeichnet.
Das Operationsmikroskop ermöglicht eine
direkte Beleuchtung und eine Vergrößerung
des Operationsfeldes, erlaubt jedoch nur
eine Detaildarstellung von den oberflächlichen Strukturen. Um tiefergelegene anatomische Strukturen zu visualisieren und zu
dissezieren, müssen intakte anatomische
Bereiche an der Oberfläche manipuliert
und retrahiert werden, was unweigerlich zu
einer iatrogenen Traumatisierung führt. Dies
lässt sich umgehen, indem man mikrochirurgische Techniken mit Endoskopie kombiniert, da Letztere einen atraumatischen
Einblick in die Strukturen hinter und über
die Oberfläche erlaubt. Bei der EAM bahnt
das Operationsmikroskop den Weg zur
Einführung und Steuerung des Endoskops,
während das Endoskop bei der Dissektion
tiefer gelegener Strukturen eine optimale
Sicht sowie ein geringeres chirurgisches
Trauma des Operationsfeldes ermöglicht.
Um Endoskope wie alle anderen mikrochirurgischen Instrumente steuern zu können,
müssen diese starr sein. Da die endoskopische Sicht nur im präformierten Hohl­
raumsystem möglich ist, treten Wirksam­
keit und Vorteile der EAM erst während
der operativen Behandlung von lokalen
oder sich ausdehnenden Läsionen in den
Subarachnoidalzisternen und dem ventrikulären Raum (perforierende Äste) zu Tage.
Besonders hilfreich ist die EAM bei der
Behandlung neurovaskulärer Konflikte im
Kleinhirnbrückenwinkel, bei der Behand­
lung ausgedehnter sowie zystischer
Läsionen in den basalen und parapinealen
Zisternen und im dritten Ventrikel. Die
endoskopische Überwachung mikrochirurgischer Vorgehen ist auch bei einem
transsphenoidalen Zugang zu sellären und
parasellären Läsionen von großem Nutzen.
Die wichtigste Funktion der EAM besteht
in der Behandlung von Aneurysmen, insbesondere bei Läsionen in der Hinterwand
der Arteria carotis interna sowie in der
hinteren Zirkulation. In der Regel werden in
der EAM Endoskope mit einem um 0° und
30° abgewinkelten Objektiv eingesetzt. Bei
der Behandlung ausgedehnter und zystischer Läsionen erfolgt die endoskopische
Überwachung Schritt für Schritt, indem man
das Instrument im Verlauf der Operation
freihändig einführt. Bei zerebralen Aneurys­
men muss das Endoskop im Operations­
feld an einem geeigneten Haltesystem
befestigt werden, und zwar möglichst über
einen anderen Zugang als den, welcher
schon für das mikrochirurgische Verfahren
verwendet wird. Die einzige Möglichkeit,
Läsionen der wichtigen periläsionealen
vaskularen Strukturen (perforierende Äste)
zu vermeiden, liegt in der Kombination von
zeitgemäßer endoskopischer und mikrochirurgischer Überwachung. Entscheiden
für die Kombination von Endoskopie
und Mikrochirurgie ist eine qualifizierte
Ausbildung; eine strategisch gute Platzie­
rung endoskopischer Monitore ist notwendig. Die Verfügbarkeit spezifischer Endo­
skope und Haltesyteme ist entscheidend
für ein gutes Ergebnis nach der EAM.
Dr. Renato J. Galzio
Außerordentlicher Professor für Neurochirurgie,
Direktor der Abteilung für Neurochirurgie,
Stadtkrankenhaus L‘Aquila, Italien
2 3
1A
1B
Abb. 1
Mikrochirurgische (A) und endoskopische (B) Ansicht des 7. und 8. Hirnnervs
durch einen rechten retro-sigmoidalen Zugangsweg. Die Kompression durch eine
Schleifenbildung der A. cerebelli inferior anterior, der zu Gesichtskrämpfen und
Taubheit führt, ist gut sichtbar.
2B
2A
2C
Abb. 2
Resektion eines Kraniopharyngeoms im dritten Ventrikel: Mikroskopansicht der Läsion nach Eröffnung der
Lamina terminalis (A); endoskopische Ansicht der Läsion in der Ventrikelkammer zu Beginn der Resektion (B);
endoskopische Ansicht am Ende des Eingriffs nach vollständiger Entfernung der Läsion mit Sicht auf die distale
A. basilaris durch den verbliebenen Hohlraum (C).
3A
3B
Abb. 3
Endoskopische Ansicht der Sehnervenkreuzung (A) und des Hypophysenstiels (B)
nach transsphenoidaler mikrochirurgischer Resektion eines großen Adenoms.
4A
4B
4C
Abb. 4
Mikroskopische Ansicht eines kleinen Aneurysmas in der Hinterwand des rechten internen Karotissiphons (A);
endoskopische Ansicht der Läsion vor (B) und nach dem Klammern (C). Das Klammern erfolgte unter endoskopischer Kontrolle, um die in der reinen Mikroskopansicht nicht sichtbaren Perforatoren nicht zu schädigen.
5A
5B
5C
Abb. 5
Klammern eines mittelgroßen Aneurysmas, das posterior-inferior der Bifurkation der rechten A. carotis interna
liegt: mikroskopische und gleichzeitige endoskopische Ansicht vor dem Klammern (A); reine endoskopische
Ansicht durch eine 0°-Optik, wobei das Endoskop im Operationsfeld fixiert ist (B); mikroskopische und gleichzeitige endoskopische Ansicht nach dem Klammern (C). Es zeigt sich, dass das Endoskop Perforatoren klar
sichtbar macht, die in der mikroskopischen Ansicht nicht sichtbar waren, und dass sich mit diesem Instrument
die distalen Blätter der Klammer besser kontrollieren lassen.
4 5
6A
6B
6C
6D
Abb. 6
Klammern eines Basilarisspitzenaneurysmas durch einen rechten pterionalen
Zugangsweg: Die mikroskopische Abbildung dieser hochgelegenen, ausge­
dehnten Läsion wird durch die kurze A. communicans posterior (A) erschwert,
wohingegen in der endoskopischen Ansicht die Basis der Läsion und die periläsionalen Gefäße klar erkennbar sind (B). Während der proximale Teil der Klammer
in der mikroskopischen Ansicht gut sichtbar ist (C), sind die Klammer­blätter in der
endoskopischen Ansicht besser zu erkennen (D).
Endoskopisch-assistierte Mikroneurochirurgie (EAM)
Empfohlene Zusammenstellung n. GALZIO
1
2
4
3
5
q
w
7
6
e
8
9
0
r
t
Endoskopisch-assistierte Mikroneurochirurgie (EAM)
Empfohlene Zusammenstellung n. GALZIO
1 28162 AUA
2 28162 BOA
3 28162 AUS
4 28162 BOS
5 28164 XG
6
7
8
9
0
q
28164
28164
28164
28164
28164
28164
XM
XK
PUA
POA
HGB
BPA
w 28164 BPC
e 662362
r 662365
t 28272 RKB
H® Geradeausblick-Optik 0 °, Ø 2,7 mm, Länge 15 cm, autoklavierbar, Okular proximal
­ bgewinkelt und Lichtanschluss, mit eingebauter Fiberglas-Lichtleitung
a
H® Großbild-Vorausblick-Optik 30°, Ø 2,7 mm, Länge 15 cm, Blickrichtung nach 12 Uhr
gerichtet, autoklavierbar, Okular proximal abgewinkelt und Lichtanschluss, mit eingebauter FiberglasLichtleitung
Spül-Saugschaft 0°, oval, 3,5 x 4,7 mm, Nutzlänge 12 cm, zur Verwendung mit H® Optik
28162 AUA und KARL STORZ Linsenspülsystem CLEARVISION®II
Spül-Saugschaft 30°, oval, 3,5 x 4,7 mm, Nutzlänge 12 cm, zur Verwendung mit H® Optik
28162 BOA und KARL STORZ Linsenspülsystem CLEARVISION®II
Saugrohr, mit Griffplatte und Langloch-Unterbrecherloch, distale Löcher, LUER, außen Ø 9 Charr.,
Länge 15 cm
Deslgeichen, außen Ø 7 Charr.
Desgleichen, außen Ø 5 Charr.
Dissektor, bajonettförmig, abgebogen, Nutzlänge 13,5 cm
Dissektor, bajonettförmig, aufgebogen, Nutzlänge 13,5 cm
Mikro-Häkchen, bajonettförmig, stumpf, Nutzlänge 13,5 cm
Bipolare Koagulationspinzette, mit Außenisolation, bajonettförmig, stumpf, Spitze 0,7 mm, Nutzlänge
12 cm, Gesamtlänge 23 cm
Bipolare Koagulationspinzette, mit Außenisolation, bajonettförmig, stumpf, Spitze 0,3 mm, Nutzlänge
12 cm, Gesamtlänge 23 cm
Mikro-Federschere n. VANNAS, bajonettförmig, Spitze gerade, Gesamtlänge 20 cm
Desgleichen, Spitze nach oben gebogen
Haltesystem, autoklavierbar,
einschließlich:
Drehsockel, zur Befestigung am OP-Tisch
Gelenkstativ, verstärkte Ausführung
Klemmbacke, Metall, mit axialer Aufnahme
6 7 8
Hr Optiken
zur Verwendung in der endoskopisch-assistierten Mikroneurochirurgie
28162 AUA Hr Geradeausblick-Optik 0°, 2,7 mm ø, Länge 15 cm,
autoklavierbar, Okular proximal abgewinkelt und Lichtanschluss,
mit eingebauter Fiberglas-Lichtleitung.
Kennfarbe: grün
28162 BOA Hr Großbild Vorausblick-Optik 30°, 2,7 mm ø,
Länge 15 cm, Blickrichtung nach 12 Uhr gerichtet, autoklavierbar,
Okular proximal abgewinkelt und Lichtanschluss,
mit eingebauter Fiberglas-Lichtleitung.
Kennfarbe: rot
9
Haltesystem
28272 RKB Haltesystem, autoklavierbar,
bestehend aus:
28172 HR Drehsockel zur Befestigung am OP-Tisch, für Schienen mit europäischem und US Standard, mit seitlicher Klemmung für die Höhen- und Winkelverstellung des Gelenkstativs
28272 HB Gelenkstativ, verstärkte Ausführung, L-förmig, mit einer Zentralklemme für alle fünf Gelenkfunktionen,
Höhe 48 cm, Schwenkbereich 52 cm, mit
Schnellkupplung: KSLock (weiblich)
28272 UK Klemmbacke, metall, mit axialer Aufnahme zur Verwendung mit allen KARL STORZ Optiken mit Vierkant-Kopf, Klemmbereich 4.8 bis 12.5 mm, mit
Schnellkupplung: KSLock (männlich)
EndoWorld®
Karl Storz GmbH & Co. KG
Mittelstraße 8, 78532 Tuttlingen, Deutschland
Postfach 230, 78503 Tuttlingen, Deutschland
Telefon: +49 (0)7461 708-0
Telefax: +49 (0)7461 708-105
E-Mail: info@karlstorz.de
www.karlstorz.de
Karl Storz Endoskop Austria GmbH
Landstraßer Hauptstraße 146/1/G1
A-1030 Wien/Österreich
Telefon: +43 1715/60470
Telefax: +43 1715/60479
E-Mail: storz-austria@karlstorz.at
EW NEURO 1-3-D/07-2011
www.karlstorz.de
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
7
Dateigröße
465 KB
Tags
1/--Seiten
melden