close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Economic Adviser November 2014 deutsch

EinbettenHerunterladen
Economic Adviser
Economics & Strategy
24. Oktober 2014 • Ausgabe November 2014
Themenübersicht
Special: Rezessionsangst in Deutschland übertrieben!
übertrieben!
2
USA: USUS-Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs
3
Euroland: EZB startet Ankaufprogramme
4
Deutschland: Abschwung ja, Rezession nein!
6
Frankreich: EUEU-Kommission sieht Budgetplan kritisch
7
Italien: Renzi kündigt Konjunkturpaket an
8
Spanien: Aufschwung setzt sich fort
8
Schweiz:
chweiz: Arbeitsmarkt legt Verschnaufpause ein
9
Japan: BoJ in der Zwickmühle
10
Großbritannien: Kein Grund, die Zinswende abzubla
abzublasen
11
China: Verabschiedung vom Wachstumswahn?!
12
Kanada: Fallender Ölpreis drückt Loonie
13
Australien: RBA in der Zwickmühle
13
Norwegen: Rückgang des Ölpreises belastet
14
Total Returns: Unsicherheit lässt Renditen purzeln
15
Aktienmärkte: Stimmung heiter bis wolkig!
17
Übersicht Prognosen
18
Special: Rezessionsangst in Deutschland ist übertrieben!
Schlechte Zahlen aus der Industrie, geopolitische Konflikte, rückläufige Frühindikatoren und zuletzt deutliche ProgPrognoserevisionen der Wirtschaftsforschungsinstitute – die Nachrichten zur Konjunkturentwicklung in Deutschland
Die
e Rezessionsängste halten wir jedoch für übertrieben,
waren in den vergangenen Wochen meist wenig erbaulich. Di
die Definition „technische Rezession“ führt zudem in die Irre. Unsere Einschät
Einschätzung auf Seite 2.
Wir bitten um Beachtung der besonderen Hinweise auf den letzten Seiten dieser Studie.
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Special: Rezessionsangst in
Deutschland ist übertrieben!
Schwache Konjunkturdaten und
Prognoserevisionen beherrschen Nachrichten
Im letzten Monat kam es zu einer ganzen Serie
negativer Konjunkturmeldungen – auch in
Deutschland verdunkelte sich nach allgemeiner
Lesart der Konjunkturhimmel. Vor allem die rundweg sehr schlechten Zahlen zur Industrieproduktion (-4,0% M/M), den Auftragseingängen (-5,7%
M/M) und den Exporten (-5,8% M/M) für den Berichtsmonat August hatten Anfang Oktober für
erhebliche Unruhe gesorgt. In direkter zeitlicher
Nähe zur Meldung dieser Daten veröffentlichten
zudem der IWF und mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute ihre zum Teil deutlich nach unten
revidierten Wachstumsprognosen für Deutschland. Bereits seit einigen Monaten hielt zudem
schon der Abwärtstrend bei den Frühindikatoren
an. Es war somit nur eine Frage der Zeit, bis erste
Stimmen bereits wieder vor dem Rückfall in die
Rezession warnen sollten.
„Technische“ Rezession kein sinnvoller Begriff!
Zumeist erfolgte dies noch eher vorsichtig über
den Hinweis, dass die Rezessionswahrscheinlichkeit am aktuellen Rand wieder zugenommen habe.
Oder aber es wurde vor dem Risiko einer sogenannten „technischen Rezession“ gewarnt. Eine
„technische“ Rezession liegt dann vor, wenn zwei
Quartale in Folge das preis-, kalender- und saisonbereinigte BIP gegenüber der jeweiligen Vorperiode sinkt. Da bereits im Frühjahr das deutsche
BIP um -0,2% Q/Q gesunken war, wäre diese Definition erfüllt, wenn das BIP nochmals im III. Quartal schrumpfen würde.
Wie wenig sinnvoll aber die Bezeichnung „technische“ Rezession für die Beschreibung der aktuellen konjunkturellen Lage in Deutschland ist, wird
schnell deutlich beim Blick auf die BIPEntwicklung im ersten Halbjahr. So ist die Wirtschaftsleistung im Frühjahr nur deshalb gesunken,
weil der Output des ersten Quartals wegen der
sehr milden Witterung massiv überzeichnet ausgefallen war. Zudem gibt die Definition der „technischen Rezession“ kaum Informationen über das
Ausmaß des Rückgangs.
Wegen dieser Probleme verwendet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung eine komplexere Definition für Rezessionsphasen. Demnach ist eine rezessive Phase erst erreicht, wenn sich ein Rück-
gang der relativen Outputlücke um mindestens
zwei Drittel der Potenzialwachstumsrate (aktuell:
ca. 1,2%) ergibt. Die relative Outputlücke ist ein
Maß für die relative Abweichung des BIP vom Potenzialpfad, gemessen in Prozent des Produktionspotenzials. Die zweite Bedingung für eine
Rezession nach Definition des Sachverständigenrates lautet, dass gleichzeitig die Outputlücke
negativ sein muss – das BIP muss also vom Potenzialpfad nach unten abweichen.
Diese zweite Bedingung wird derzeit sicher erfüllt,
die erste Bedingung jedoch eindeutig nicht. Auf
Jahresbasis erhalten wir überhaupt keinen Rückgang der relativen Outputlücke. Trotz Prognoserevision erwarten wir schließlich immerhin für 2014
und 2015 mit je +1,3% eine Expansionsrate, die in
etwa der Höhe des Potenzialwachstums entspricht. Daher haben wir die Entwicklung der relativen Outputlücke noch einmal auf Basis von Quartalsdaten geschätzt. Als Ausgangspunkt für unsere
Analyse wählen wir die Jahresmitte, da hier die
Verzerrungen zwischen den ersten beiden Quartalen wieder ausgeglichen sind. Zudem prognostizieren wir für das zweite Halbjahr ein nur marginales Wachstum und erwarten im kommenden Jahr
eine allmählich wieder ansteigende konjunkturelle
Dynamik (vgl. Abbildung auf S. 1).
Abschwung ja – Rezession nein!
Hieraus ergibt sich in der Spitze ein Rückgang der
relativen Outputlücke um noch nicht einmal 0,5
Prozentpunkte, was selbst bei konservativer
Schätzung allenfalls zur Hälfte der aktuellen Potenzialwachstumsrate entspricht. Also warnen wir
weiterhin davor, das R-Wort zu bemühen.
Zugegebenermaßen hat auch uns der deutliche
Rückgang der Frühindikatoren in den vergangenen Monaten überrascht. Allerdings gab es zuletzt
erste zaghafte Signale, dass der Absturz ein Ende
finden könnte. Der Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe konnte im Oktober recht
deutlich zulegen, zudem verbesserte sich das
Verbrauchervertrauen wieder leicht. Sollte sich
dies in den kommenden Monaten verstetigen,
dürfte auch an den Märkten die aus unserer Sicht
übertrieben negative Grundstimmung der vergangenen Wochen korrigiert werden. Dies ist auch
aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wichtig: Ein
übermäßiger Pessimismus kann im Extremfall in
Form einer Self-fulfilling-prophecy die Wirtschaft
erst in die befürchtete Abwärtsspirale führen –
und zwar wenn sich Unternehmen und Verbraucher hiervon nachhaltig anstecken lassen.
Christian Lips
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 2 von 21
Economic Adviser
USA
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Tobias Basse, Bernd Krampen
•
US-Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs
•
Stützt der niedrige Ölpreis?
•
Wechselkurs in der Hand der Geldpolitik
US-Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs
Die US-Wirtschaft bleibt weiterhin auf Wachstumskurs. In 2014 rechnen wir mit einem realen
Wirtschaftswachstum von 2,2%. Für das Jahr 2015
prognostizieren wir einen Anstieg um immerhin
3,0%. Die zwischenzeitlich – vor allem nach den
schwächeren Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen – am Markt aufkommenden Sorgen um die
Robustheit des am aktuellen Rand zu beobachtenden Aufschwungs in den USA halten wir für
eindeutig übertrieben. Unserer Auffassung nach
sollte insbesondere der Konsument auch perspektivisch eine verlässliche Stütze bleiben.
Stützt der niedrige Ölpreis?
Für unsere Auffassung spricht – neben der anhaltend Besserung der Beschäftigungssituation – vor
allem auch der rückläufige Ölpreis. Dieser dürfte
insbesondere über niedrigere Kosten für Benzin
deutlich zur Verbesserung der Finanzsituation der
privaten Haushalte beitragen und somit einen
positiven Einfluss auf den Konsum haben. Noch
vor einiger Zeit hätte man an dieser Stelle einfach
einen Punkt setzen können. Mittlerweile sind die
USA aber wieder ein globales Schwergewicht in
der Ölförderung. Insofern kann der fallende Ölpreis auch eine dämpfende Wirkung haben. Sicherlich werden sich einige Förderprojekte beim
aktuellen Ölpreisniveau nicht realisieren lassen,
was in gewissem Umfang einen negativen Einfluss
auf die US-Wirtschaftsaktivität haben sollte. Während der stützende Effekt auf das Konsumverhalten im ganzen Land wirksam werden dürfte, müsste die dämpfende Wirkung des niedrigen Ölpreises stärker regional begrenzt bleiben. Da es
jüngst bereits gewisse Sorgen bezüglich möglicher Überhitzungstendenzen der Wirtschaft in
Texas und North Dakota gab, sollte dieser belastende Effekt im Hinblick auf die Stabilität des momentanen Aufschwungs in Nordamerika nicht
einmal zwangsläufig negativ interpretiert werden.
Schlechte Nachrichten können an dieser Stelle
ausnahmsweise also durchaus gut sein!
Wechselkurs in der Hand der Geldpolitik
Zwischenzeitlich konnte sich der Euro wieder etwas freundlicher gegenüber der US-Währung präsentieren. Am Devisenmarkt waren gewisse Sor-
gen bezüglich der Lage der nordamerikanischen
Wirtschaft aufgekommen. Diese wurden durch die
für den Berichtsmonat September veröffentlichten
etwas unfreundlicheren Zahlen zu den USEinzelhandelsumsätzen noch weiter verschärft.
Auch der Blick auf die Details der Daten hat in
gewissem Umfang negativ überrascht. Die Unterkomponenten der Umsätze in den Segmenten
Möbel und Baumaterialien, die eine starke Verbindung zum US-Immobilienmarkt aufweisen, mussten am aktuellen Rand jeweils sogar signifikante
Rückgänge hinnehmen. Weiterhin ist die Einführung des neuen iPhone 6 regelrecht verpufft. Zwar
präsentierten sich die Umsatzzahlen im Segment
Elektronik freundlich, mit Blick auf die Gesamtrate
ist der „Apple-Effekt“ aber überdeckt worden.
Ohne diesen Sonderfaktor hätte sich im September allerdings eine noch etwas schwächere Entwicklung der Einzelhandelsumsätze ergeben.
Nach einer Reihe von positiven Zahlen zur Lage
der US-Wirtschaft war jedoch schon mit negativen
Überraschungen an der US-Konjunkturfront, die
dann den Dollar belasten würden, generell zu
rechnen gewesen.
Wir glauben allerdings, dass der Devisenmarkt zu
heftig auf die jüngsten Angaben zu den USEinzelhandelsumsätzen reagiert hat. Die starken
Zahlen zum Verbrauchervertrauen der University
of Michigan sprechen unsere Auffassung nach für
diese Interpretation und haben auch im FXSegment wieder für etwas weniger Pessimismus
bezüglich der Lage der US-Wirtschaft gesorgt.
Eine Leitzinsanhebung der Fed anlässlich des
März-Termins ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen allerdings noch unwahrscheinlicher geworden, was die jüngste Gegenbewegung beim
Wechselkurs zwischen Dollar und Euro erklären
kann. Wir gehen weiterhin von einer zum Ende des
1. Halbjahres 2015 anstehende Leitzinsanhebung
durch die US-Notenbank aus, was dem Dollar in
gewissem Umfang helfen dürfte. Belastet haben
die Gemeinschaftswährung vom Main zudem zuletzt auch Spekulationen über eventuelle EZBKäufe von Unternehmensanleihen, welche am
Devisenmarkt nach entsprechenden Presseberichten aufgekommen waren. Ganz offensichtlich erhöht sich nach Auffassung des FX-Bereichs bei der
Suche nach Möglichkeiten, die Geldpolitik in Euroland noch expansiver zu gestalten, die Kreativität
der Notenbanker in Frankfurt zunehmend. Dieses
Marktumfeld stützt die US-Währung. Damit bleibt
der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar wohl
auch am aktuellen Rand im Zangengriff der Geldpolitiker aus Frankfurt und Washington.
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 3 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Fundamentalprognosen USA
Euroland
2013
2014
2015
2,2
2,4
-1,3
2,8
3,0
1,1
1,5
7,4
-6,4
-2,4
2,2
2,1
0,5
5,0
3,0
3,5
1,8
6,2
-4,4
-2,5
3,0
2,2
0,5
8,0
5,0
4,5
1,9
5,7
-3,4
-2,5
BIP
Privater Konsum
Öffentl. Konsum
Investitionen
Export
Import
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Quartalsprognosen USA
IV/13
I/14
II/14
III/14
IV/14
3,5
3,1
1,2
-2,1
1,9
1,4
4,6
2,6
2,1
2,8
2,2
1,8
3,4
2,2
1,9
BIP ann.
BIP Y/Y
Inflation Y/Y
Veränderung in %
Zinsen und Wechselkurs USA
Einlagensatz
3M-Satz
10J Treasuries
Spread 10J Bund
EUR in USD
23.10.
3M
6M
12M
0,25
0,23
2,27
137
1,26
0,25
0,25
2,50
160
1,29
0,25
0,30
2,70
170
1,26
0,75
0,80
3,00
190
1,24
Coming Up…
Datum
Indikator
27.10.
28.10.
28.10.
28.10
28.10.
31.10.
31.10.
01.11.
01.11.
03.11.
04.11.
05.11.
07.11.
11.11.
14.11.
18.11.
18.11.
Dallas Fed Index
Case-Shiller 20 City HPI
Richmond Fed Index
Orders langl. Güter m
Verbrauchervertrauen
Chicago PMI
ISM Milwaukee
ISM PMI
ISM Prices Paid
Ward Auto-Umsatz Inland
ISM NY
ISM PMI Non.-Manu.
Arbeitslosenquote
NFIB Index
Einzelhandelsumsätze m
Empire State Index
PPI m
m
vorh.
Wert
Okt
Aug
Okt
Sep
Okt
Okt
Okt
Okt
Okt
Okt
Okt
Okt
Okt
Okt
Okt
Nov
Okt
M/M, q Q/Q annualisiert, kursiv: vorl. Ergebnis
Aktuelle Prognosen in unserem Wochenkalender
10,8
173,34
14
-18,4%
87,2
60,5
63,18
56,6
59,5
12,9M
63,7
58,6
5,9%
95,3
-0,3%
6,17
-0,1%
Christian Lips
• Schwache Konjunktur im zweiten Halbjahr
• Neue Statistik erhöht BIP
• EZB startet Ankaufprogramme – Warten auf
Ergebnisse der Bankenüberprüfung
Schwache Konjunktur im zweiten Halbjahr
Die konjunkturelle Entwicklung bleibt in der Eurozone schwach. Die Industrieproduktion ist im August um -1,8% M/M nach einem Plus von 0,9%
M/M im Juli geschrumpft. Vor allem bei den Investitionsgütern kam es zu deutlichen Schwankungen
im Sommer. Auf der Ebene der Eurozone wirkten
sich vor allem die verzerrten Daten aus Deutschland aus. Mit einem Gewicht von gut 36% steuerte
die deutsche Produktion im Juli 0,6 Prozentpunkte
und im August -1,6 Prozentpunkte zur gesamten
Monatsrate bei. In den ersten beiden Monaten des
dritten Quartals lag die Industrieerzeugung 0,6%
unter dem Durchschnitt des Vorquartals.
Andererseits hat die Bauproduktion im August
kräftig um 1,5% M/M expandiert, der Vorquartalswert dürfte im dritten Quartal somit übertroffen
werden. Recht positiv wurden auch die Einzelhandelsumsätze gemeldet (+1,2% M/M). Allerdings
sind die deutschen Einzelhandelsumsätze zwischenzeitlich deutlich von +2,5% M/M auf +1,5%
M/M nach unten revidiert worden. Dies wirkt sich
auf Eurolandebene in Form eines um ca. 0,25 Prozentpunkte geringeren Zuwachses im August aus,
der Aufwärtstrend bleibt aber dennoch robust.
Bei den Frühindikatoren gab es bis Mitte Oktober
weitere Verschlechterungen zu vermelden. Allerding verbesserte sich der PMI Industrie (50,7
Punkte) im Oktober erstmals seit sechs Monaten.
Auch das Verbrauchervertrauen kletterte leicht auf
-11,1 Saldenpunkte und verharrt somit leicht über
dem langfristigen Mittelwert (-12,6 Saldenpunkte).
Neue Statistik erhöht BIP
Inzwischen hat auch Eurostat erste Ergebnisse der
volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gemäß des
neuen Standards ESVG 2010 veröffentlicht. Das
nominale BIP erhöhte sich (im Basisjahr 2010)
infolge der Revision im Euroraum um 3,5 Prozentpunkte – die Schuldenquote sank hierdurch insgesamt um 1,6 Prozentpunkte. Das höhere BIP ist
auf die Kapitalisierung von F&E-Ausgaben (1,9
Prozentpunkte) und statistische Verbesserungen
(1,3 Prozentpunkte) zurückzuführen. Bei den Mitgliedsländern fielen die Veränderungen jedoch
teilweise sehr unterschiedlich aus (vgl. Chart).
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 4 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
BIP-Anstieg durch ESVG 2010 im Euroraum
in % v. BIP
10
8
6
4
2
se Überlegungen spielten auch eine entscheidende Rolle bei dem nochmaligen Rückgang der Kapitalmarktrenditen. Die Rendite deutscher Bunds
(10J) erreichte Mitte Oktober ein neues Rekordtief
von rund 0,76%. Wir denken aber, dass inzwischen viel Skepsis eingepreist ist und mittelfristig
die Chance auf eine Rückkehr über 1,0% besteht.
Fundamentalprognosen Euroland
0
Zypern
Niederlande
Finnland
Irland
Portugal
Euroraum
Italien
Deutschland
Spanien
Frankreich
Österreich
Belgien
Malta
Slowenien
Slowakei
Griechenland
Estland
Luxemburg
Lettland
-2
Statist. Verbesserungen
Kapitalisierung F&E
And. Methodikwechsel
BIP-Änderung 2010 ges.
EZB startet Ankaufprogramme –
Warten auf Ergebnisse der Bankenüberprüfung
Am 26. Oktober will die EZB die Ergebnisse der
europaweiten
Bankenüberprüfung
inklusive
Stresstest veröffentlichen. Es ist zu hoffen, dass
das Vertrauen in die europäischen Banken
dadurch gestärkt wird. Die Ungewissheit über das
Ergebnis dürfte Banken zum Halten eines über
das regulatorisch erforderliche Eigenkapital hinausgehenden Vorsichtspuffers veranlasst haben.
Das Ende der Überprüfung könnte daher bei vielen Banken die Bereitschaft zur moderaten Ausweitung der Risikoaktiva wieder erhöhen. Allerdings stand einem dynamischeren Kreditwachstum auch die schwache Nachfrage entgegen.
Die EZB versucht derweil, die monetäre Dynamik
zu erhöhen. Im laufenden Quartal starten die Ankaufprogramme, Covered Bonds wurden bereits
angekauft. Das begrenzte potenzielle Volumen hat
Spekulationen genährt, dass der Ankauf von Unternehmensanleihen bald auf die Agenda rücken
könnte, auch weil bezüglich des Ankaufs von
Staatsanleihen noch rechtliche Fragen zu klären
sind. Am 14. Oktober fand eine erste Anhörung
beim EuGH zur Frage der Rechtmäßigkeit des
OMT-Programms der EZB statt. Wir vermuten,
dass die EZB erst ein klares Signal aus Luxemburg
abwarten möchte, bevor sie ein neues Ankaufprogramm (für Staatsanleihen) auflegt. Ein solches
Signal ist frühestens Anfang 2015 mit der Stellungnahme des Gutachters zu erwarten. Sehr
wahrscheinlich ist, dass der EZB ein hoher Ermessensspielraum beim Ankauf von Staatsanleihen
zugebilligt werden wird. Die Wahrscheinlichkeit für
ein echtes QE ist somit hoch, die Ausgestaltung –
Volumen, Länderschlüssel, Bedingungen, Laufzeitenspektrum, etc. – aber noch sehr ungewiss. Die-
BIP
Privater Konsum
Öffentl. Konsum
Investitionen
Außenbeitrag1
Inflation
Arbeitslosenquote2
Haushaltssaldo3
Leistungsbilanzsaldo3
2013
2014
2015
-0,5
-0,7
0,2
-2,4
0,4
1,4
12,0
-2,9
2,3
0,7
0,7
0,8
0,6
0,1
0,5
11,6
-2,7
2,1
0,8
0,7
0,6
1,0
0,2
0,9
11,3
-2,5
2,0
Veränderung gg. Vj. in %; 1 Wachstumsbeitrag;
2 in % der Erwerbstätigen; 3 in % des BIP
Quartalsprognosen Euroland
IV/13
I/14
II/14
III/14
IV/14
0,3
0,4
0,8
0,3
1,0
0,7
0,1
0,8
0,6
0,0
0,7
0,4
0,1
0,5
0,5
BIP Q/Q
BIP Y/Y
Inflation Y/Y
Veränderung in %
Zinsen und Wechselkurs Euroland
Tendersatz EZB
3M-Satz
10J Bund
23.10.
3M
6M
12M
0,05
0,09
0,90
0,05
0,10
0,90
0,05
0,10
1,00
0,05
0,10
1,10
Coming Up…
Datum
Indikator
27.10.
30.10.
30.10.
30.10.
31.10.
31.10.
04.11.
05.11.
06.11.
10.11.
12.11.
14.11.
18.11.
19.11.
Geldmenge M3 y
Economic Sentiment
Industrievertrauen
Dienstleistervertrauen
Arbeitslosenquote
HVPI Flash Estimate y
Erzeugerpreise y
Einzelhandelsumsätze m
EZB-Zinsentscheidung
Sentix-Investorenvertr.
Industrieproduktion m
BIP q, sb, vorl.
ZEW Erwartungen
Bauproduktion m
vorh.
Wert
Sep
Okt
Okt
Okt
Sep
Okt
Sep
Sep
Nov
Sep
Q3
Nov
Sep
2,0%
99,9
-5,5
3,2
11,5%
0,3%
-1,4%
1,2%
0,05%
-13,7
-1,8%
0,1%
4,1
1,5%
m
M/M, q Q/Q, y Y/Y, kursiv: vorl. Ergebnis
Aktuelle Prognosen in unserem Wochenkalender
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 5 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Deutschland
Christian Lips
•
„Ferieneffekt“ führt im Sommer wie
erwartet zu Verzerrungen
•
Abschwung ja – Rezession nein!
•
Mehr Investitionen in die Infrastruktur?
„Ferieneffekt“ führt im Sommer wie erwartet zu
Verzerrungen bei Konjunkturindikatoren
Bereits in der vergangenen Ausgabe hatten wir
vor einer Fehlinterpretation der harten Konjunkturindikatoren für die Sommermonate gewarnt. So
war die Euphorie nach Bekanntgabe kräftiger Zuwächse bei den Auftragseingängen und der Industrieproduktion im Juli genauso unangebracht
wie die Untergangsstimmung nach der Veröffentlichung der entsprechenden Werte für den Berichtsmonat August. Sicher, auf den ersten Blick
wirkten die Rückgänge bei den Neubestellungen
(-5,7% M/M), der Industrieproduktion (-4,0% M/M)
und den Exporten (-5,8% M/M) bedrohlich. Der
Output im produzierenden Gewerbe sank schließlich seit Anfang 2009 nicht mehr so stark zum
Vormonat wie im August. Allerdings müssen mögliche Sonderfaktoren berücksichtigt werden.
Solch ein Sonderfaktor hat in den Sommermonaten die Konjunkturdaten massiv beeinflusst. Im
Juli und August kam es zu erheblichen Verzerrungen durch eine ungewöhnlich späte Lage der
Sommerferien. Die Werksferien haben sich anders
als im Vorjahr im Monat August konzentriert. Derartige Verschiebungen werden bei der Bereinigung um Arbeitstageeffekte nicht berücksichtigt.
Dass der Ferieneffekt einen großen Einfluss hatte,
wird daran deutlich, dass vor dem heftigen Einbruch im August eine übermäßige Ausweitung bei
Aufträgen und Produktion zu verzeichnen war. Das
erhöhte Produktionsniveau im Juli wurde nicht
zuletzt durch deutlich mehr Arbeitstage als für
einen Juli üblich erzielt. Dieses erhöhte Niveau
musste im August korrigiert werden, zudem standen hier deutlich weniger Arbeitstage als üblich
zur Verfügung. Dies erklärt den übermäßigen
Rückprall im August.
Abschwung ja – Rezession nein!
Ein wichtiges Indiz dafür, dass sich nicht etwa der
erwähnte Sondereffekt und ein Absturz in die Rezession überlagert haben, ist die erratische Entwicklung der Jahresraten. Besonders drastisch
sind die Effekte bei der Herstellung von Kraftfahrzeugen zu erkennen, wo im Juli der Vorjahreswert
um 23,4% übertroffen wurde. Im August hingegen
fiel die Jahresrate auf -27,5% Y/Y ins Bodenlose
(vgl. Chart). Auch erste Nachrichten einer inzwischen weitgehend normalisierten Produktion im
Fahrzeugbau unterstützen unsere Erwartung einer
deutlichen Gegenbewegung im September. Gemäß den Daten des Verbands der Automobilwirtschaft (VDA) wurden im September fast doppelt
soviel PKW wie im August produziert – die Jahresrate normalisierte sich von -30% Y/Y auf +3% Y/Y.
„Ferieneffekt“ verzerrt Industriedaten in den
Sommermonaten erheblich
30
in %, Y/Y
20
10
0
-10
-20
-30
-40
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Herstellung von Kraftfahrzeugen
Industrieproduktion
Auftragseingänge
Im dritten Quartal dürfte es dank der Normalisierung in der Industrie und einer insgesamt recht
robusten Konsumentwicklung für eine schwarze
Null (beim Wachstum) gereicht haben. Bei den
Stimmungsindikatoren könnte sich zudem am
aktuellen Rand ein Boden bilden. Zwar haben die
Oktoberumfragen unter Finanzmarktexperten –
sowohl bei sentix als auch beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) – jeweils eine
Fortsetzung der Stimmungseintrübung ergeben.
Allerdings legte der Einkaufsmanagerindex im
Verarbeitenden Gewerbe kräftig auf 51,8 Punkte
zu. Kurzfristige Belastungen durch die Streiks der
GDL-Lokführer und Piloten bei der Lufthansa sind
zwar möglich, dies sollte aber nicht überbewertet
werden. Im Frühjahr 2010, als wegen des Ausbruchs des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull
mehrere Tage der Luftverkehr massiv beeinträchtigt wurde, ergab sich dennoch das höchste Quartalsplus beim BIP seit der Wiedervereinigung.
Mehr Investitionen in die Infrastruktur?
Mit der Abschwächung der Konjunktur sind Forderungen nach öffentlichen Investitionen und einem
Abrücken von dem Ziel der „Schwarzen Null“ aufgekommen. Deutschland hat seit rund 20 Jahren
eine um jährlich rund einen Prozentpunkt geringe-
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 6 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
re öffentliche Investitionsquote als die KernEurozone – auch dann, wenn Länder mit Immobilienblasen (Spanien, Irland) herausgerechnet werden. Mehrere Studien weisen inzwischen auf einen
immensen Investitionsstau hin. Die Forderung
nach stärkeren öffentlichen Investitionen ist im
Sinne einer nachhaltigen Konsolidierung und zur
Steigerung des Wachstumspotenzials zu unterstützen. Deutschland droht ansonsten mittelfristig
seine Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen.
Fundamentalprognosen Deutschland
BIP
Privater Konsum
Öffentl. Konsum
Investitionen
Exporte
Importe
Außenbeitrag1
Inflation2
Arbeitslosenquote3
Haushaltssaldo4
Leistungsbilanzsaldo4
2013
2014
2015
0,1
0,8
0,7
-0,7
1,6
3,1
-0,5
1,6
6,9
0,1
6,8
1,3
1,0
0,9
2,9
3,4
4,0
0,0
0,9
6,7
0,2
7,0
1,3
1,4
1,0
1,7
4,7
5,7
-0,1
1,4
6,7
0,2
6,8
Veränderung gg. Vj. In %; 1 Wachstumsbeitrag; 2 HVPI;
3
in % der ziv. Erwerbspersonen (BA-Definition); 4 in % des BIP
Quartalsprognosen Deutschland
BIP Q/Q
BIP (nsb) Y/Y
Inflation Y/Y1
IV/13
I/14
II/14
III/14
IV/14
0,4
1,0
1,3
0,7
2,5
1,0
-0,2
0,8
0,9
0,0
1,0
0,8
0,1
1,0
1,0
Veränderung in % ; 1 HVPI
Coming Up…
Datum
Indikator
27.10.
27.10.
27.10.
30.10.
30.10.
06.11.
07.11.
07.11.
07.11.
07.11.
07.11.
14.11.
18.11.
20.11.
ifo-Geschäftsklimaindex
Importpreise y
Einzelhandelsumsätze m
Arbeitslosenquote, sb
HVPI y, vorl.
Auftragseingänge m
Industrieproduktion m
Handelsbilanz (Mrd. €)
Leistungsbilanz (Mrd. €)
Exporte m
Importe m
BIP q, vorl.
ZEW Erwartungen
Erzeugerpreise y
m M/M, y
vorh.
Wert
Okt
Sep
Sep
Okt
Okt
Sep
Sep
Sep
Sep
Sep
Sep
Q3
Nov
Okt
104,7
-1,9%
1,5%
6,7%
0,8%
-5,7%
-4,0%
14,0
10,3
-5,8%
-1,3%
-0,2%
-3,6
-1,0%
Frankreich
Christian Lips
•
Konjunktur auch im Sommer schwach
•
EU-Kommission sieht Budgetplan kritisch
•
S&P warnt vor weiterem Downgrade
Die erhoffte konjunkturelle Erholung ist zumindest
bis zum nächsten Jahr verschoben. Nachdem die
Wirtschaftsleistung in Frankreich im ersten Halbjahr lediglich stagnierte, zeichnet sich auch für das
zweite Halbjahr ab, dass die Phase geringer wirtschaftlicher Dynamik vorerst anhält. Die Industrieproduktion verharrte im August saisonbereinigt
zwar auf dem Niveau des Vormonats, so dass für
die Monate Juli und August die Gesamtproduktion
0,6 Prozent über dem Durchschnittswert des
II. Quartals lag. Im Verarbeitenden Gewerbe bleibt
die Dynamik hingegen weiterhin schwach (-0,2%
M/M). Für das Sommerquartal ist mit einem leichten BIP-Zuwachs zu rechnen, auch weil sich die
Bauproduktion im August (+2,4% M/M) deutlich
erholen konnte. Allerdings hat sich das Geschäftsklima in allen Sektoren während der Sommermonate eingetrübt. Die Investitionstätigkeit dürfte
bis zum Jahresende schwach bleiben und von den
Nettoexporten im zweiten Halbjahr kein nennenswerter Wachstumsimpuls ausgehen.
Das schwache Wachstum und eine hartnäckig
hohe Arbeitslosigkeit belasten den gesamtstaatlichen Haushalt. Die Regierung Valls plant, erst ab
dem Jahr 2017 wieder mit einer Defizitquote unter
3% vom BIP – ursprünglich sollte nach dem Willen
der EU-Kommission diese Marke bereits im kommenden Jahr erreicht werden. Insofern steht
Frankreich derzeit in der Kritik. Es dürfte aber einen Kompromiss geben, um einen Konflikt insbesondere mit Deutschland zu vermeiden. Die Ratingagentur S&P warnt wegen der neuen Entwicklungen jedoch vor einem Verlust der Note AA.
Fundamentalprognosen Frankreich
BIP
Inflation (HVPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2013
2014
2015
0,3
1,0
10,3
-4,1
-1,4
0,4
0,7
10,3
-4,3
-1,5
0,7
0,9
10,4
-4,0
-1,2
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Zinsen und Spreads Frankreich
q
Y/Y, Q/Q, kursiv: vorl. Ergebnis
Aktuelle Prognosen in unserem Wochenkalender
10J
Spread 10J Bund
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
23.10.
3M
6M
12M
1,30
40
1,30
40
1,40
40
1,50
40
Seite 7 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Italien
Dr. Jens Kramer
Spanien
Mario Gruppe
•
„Technische“ Rezession wegrevidiert
•
Aufschwung setzt sich fort
•
Binnennachfrage bleibt fragil
•
Arbeitslosenquote gibt nach
•
Renzi kündigt Konjunkturpaket an
•
Moderater Renditeanstieg erwartet
Die Statistikbehörde Istat in Rom hat nun auch für
Italien die Angleichung an das neue Europäische
System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen
(ESVG 2010) vorgenommen und dabei zutage
gefördert, dass die drittgrößte Volkswirtschaft
doch nicht mehr in der Rezession steckt – zumindest in keiner „technischen“. Für das II. Quartal
wurde zwar auch nach der neuen Berechnungsmethode der Rückgang der Wirtschaftsleistung um
saisonbereinigt -0,2% Q/Q bestätigt, das erste
Vierteljahr weist nun aber gerundet auf eine
Nachkommastelle kein Minus mehr aus, sondern
ein Nullwachstum – wenn auch ein „rotes“. Der
vorliegende Konjunkturdatenkranz deutet nach
unserer Einschätzung allerdings darauf hin, dass
mit Bekanntgabe der BIP-Zahlen für das III. Quartal immerhin dann der Tatbestand der technischen Rezession – also zwei Quartale in Folge mit
einer negativen Veränderungsrate gegenüber der
Vorperiode – erfüllt sein wird. Während die zunehmende Aktivierung der Leistungsbilanz und
erste zarte Impulse von den Konsumausgaben
vage Hoffnungen begründen könnten, liegt die
Investitionstätigkeit weiterhin danieder und die
mittlerweile in negatives Terrain abgerutschte
Inflationsrate ist zugleich Ausdruck und Ursache
einer fragilen Binnennachfrage. In dieser Konstellation hat Ministerpräsident Renzi ein EUR 30 Mrd.
schweres Paket aus Steuererleichterungen und
zusätzlichen Ausgaben angekündigt, welches
bereits die EU-Kommission auf den Plan gerufen
hat, die Herrn Renzi hinsichtlich der prekären Verschuldungslage einen „blauen Brief“ ausstellte.
Die spanische Volkswirtschaft befindet sich nach
wie vor im Aufschwungmodus. Die Notenbank hat
mittlerweile ihre Schätzung für die Entwicklung
des BIP im III. Quartal vorgelegt. Diese im Allgemeinen recht treffsichere Prognose geht von einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 0,5%
Q/Q aus. Sollte die spanische INE am 30. Oktober
diesen Zahlenwert bestätigen, hätte sich das Wirtschaftswachstum auf sehr beachtlichem Niveau
behauptet. Von der durchaus als nachhaltig zu
bezeichnendem Entwicklung profitiert auch der
Arbeitsmarkt. Die quartalsmäßig veröffentlichte
Arbeitslosenquote hat sich im III. Quartal erneut
verringert. Mit 23,7% bleibt sie aber auf (zu) hohem Niveau. Hinzu kommt, dass für das IV. Quartal
mit einem leichten Rückschlag zu rechnen ist.
Entsprechend wird die angespannte Situation des
Arbeitsmarktes auch in den kommenden Jahren
das Wachstumsrisiko Nummer eins bleiben. Dennoch glauben wir daran, dass sich die gute konjunkturelle Entwicklung vorerst fortsetzen wird.
Die einschlägigen Stimmungsindikatoren signalisieren – anders als in anderen Ländern des Währungsraumes – weiterhin Optimismus. Die Verunsicherung an den Kapitalmärkten hat auch vor
spanischen Staatsanleihen nicht Halt gemacht. Wir
waren bereits seit längerem von einer Gegenbewegung ausgegangen, zumal Renditeniveaus von
unter 2% im längerfristigen Bereich aus unserer
Sicht keine angemessene Abbildung des „Länderrisikos“ Spanien darstellen. Auch für die kommenden Monate rechnen wir mit einem moderaten
Renditeanstieg.
Fundamentalprognosen Italien
Fundamentalprognosen Spanien
BIP
Inflation (HVPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2013
2014
2015
-1,9
1,3
12,2
-2,8
1,0
-0,2
0,3
12,5
-3,1
1,1
1,1
0,7
11,6
-3,0
1,2
BIP
Inflation (HVPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2013
2014
2015
-1,2
1,5
26,1
-6,8
0,8
1,3
0,0
24,6
-5,6
0,4
1,6
1,0
23,3
-4,7
0,8
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Zinsen und Spreads Italien
Zinsen und Spreads Spanien
10J
Spread 10J Bund
23.10.
3M
6M
12M
2,50
160
2,50
160
2,60
160
2,80
170
10J
Spread 10J Bund
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
23.10.
3M
6M
12M
2,19
128
2,40
150
2,50
150
2,60
150
Seite 8 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
•
ESVG 2010: BIP ist in Q2 doch gewachsen
•
Arbeitsmarkt legt Verschnaufpause ein
komponente sank zuletzt auf 47,8 Punkte (vgl.
Chart). Saisonbereinigt nahm die Zahl der Arbeitslosen in den beiden letzten Monaten moderat um
insgesamt knapp 1000 Personen zu.
•
SNB warnt vor der „Goldinitiative“
Ausblick für Arbeitsmarkt leicht eingetrübt
Schweiz
Christian Lips
ESVG 2010: BIP ist in Q2 doch gewachsen
Die Schweiz hat mit der Meldung vom 30. September erstmals Daten auf der Basis des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010) veröffentlicht. Die statistischen Anpassungen führten zu einer deutlichen
Erhöhung des nominalen Bruttoinlandsprodukts,
für die Jahre 1995 bis 2012 ergeben sich hierdurch um 5% bis 6% höhere Werte als nach dem
alten Standard. Ein Großteil (gut 60%) ist auf die
Einführung von ESVG 2010 zurückzuführen, wobei
die Kapitalisierung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben den Löwenanteil ausmacht.
Während die Niveauverschiebung auch im Vergleich zu den EU-Mitgliedsländern für die Schweiz
sehr hoch ausfällt, gibt es bei den Wachstumsraten lediglich einen marginalen Effekt von durchschnittlich +0,15 Prozentpunkten – vor allem, da
nun wachstumsstärkeren Branchen ein größeres
Gewicht beigemessen wird. Das Staatssekretariat
für Wirtschaft SECO hat im Zuge der Revision auch
die Quartalsschätzungen zum BIP angepasst.
Demnach stagnierte die Wirtschaftsleistung im
II. Quartal nicht, sondern legte moderat um 0,2%
Q/Q bzw. um 1,4% zur gleichen Vorjahresperiode
zu. Dieser Effekt geht auf stärkere Impulse vom
Außenhandel zurück, während für die Inlandsnachfrage auch nach ESVG 2010 eine Abschwächungstendenz bestehen bleibt.
Arbeitsmarkt legt Verschnaufpause ein
Jenseits der durch die Systemumstellung verursachten Einmaleffekte bleibt die weitere konjunkturelle Entwicklung im Fokus der Märkte. Die globalen Konjunktursorgen hatten auch den Schweizer Aktienmarkt in Mitleidenschaft gezogen. Der
SMI sank am 16. Oktober kurzfristig unter die Marke von 7.900 Punkten, kletterte aber in dieser
Woche bereits wieder über 8.500 Punkte. Zudem
haben sich die Frühindikatoren in den vergangenen Monaten abgeschwächt. Das KOF-Konjunkturbarometer notierte im September bei 99,1 Punkten, der PMI Industrie sackte im gleichen Monat
fast bis auf die Expansionsschwelle von 50 Punkten herab. Die vorsichtigere Haltung der Unternehmen spiegelt sich inzwischen auch am Arbeitsmarkt wider, die PMI-Beschäftigungs-
SNB warnt vor Annahme der „Goldinitiative“
Am 30. November entscheiden die Schweizer über
die Volksinitiative „Rettet unser Schweizer Gold“.
Sollte die Initiative angenommen werden, müsste
die SNB mindestens 20% ihrer Aktiva in Gold halten und dürfte nie Gold verkaufen – auch nicht,
wenn dies geldpolitisch geboten wäre. Zudem
müsste das Gold komplett in der Schweiz gelagert
werden. Vor allem die ersten beiden Vorgaben
würden massiv in die Steuerungsfähigkeit der SNB
eingreifen. Vom heutigen Stand aus müsste sie
den Goldanteil mehr als verdoppeln. Hätten die
Regeln bereits 2011 gegolten, wäre eventuell die
Mindestkurspolitik als wenig glaubwürdig betrachtet und daher am Markt massiv attackiert worden.
Fundamentalprognosen Schweiz
BIP
Inflation (CPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2013
2014
2015
1,9
-0,2
3,2
0,2
16,0
1,5
0,1
3,2
0,2
15,0
1,6
0,4
3,1
0,5
14,5
Veränderung gg. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen;
2
in % des BIP
Zinsen und Wechselkurs Schweiz
LIBOR-Zielsatz
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in CHF
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
23.10.
3M
6M
12M
0,00
0,01
0,44
-46
1,21
0,00
0,00
0,50
-40
1,21
0,00
0,00
0,50
-50
1,21
0,00
0,00
0,60
-50
1,22
Seite 9 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Japan
•
Eher positive Signale
•
Abe und die Steuer
•
BoJ in der Zwickmühle
Dr. Stefan Große
Eher positive Signale
Die japanischen Konjunktursignale im letzten
Monat waren eher gemischt. Der große globale
Wachstumseinbruch ist freilich nicht zu erkennen.
Insofern war die IWF-Warnung mit entsprechenden Folgen auf die Aktienmärkte vielleicht doch
etwas verfrüht. Auf der positiven Seite ist beispielsweise ein Rückgang der Arbeitslosenquote
im August auf 3,5% und eine wieder gute Entwicklung der Einzelhandelsumsätze zu melden. Auch
der Tankan Großproduzentenindex war mit 13
Punkten überraschend freundlich ausgefallen. Die
negativen Kaufhausumsätze im September deuten zwar an, dass die Einzelhandelsumsätze im
gleichen Monat auch einen Rückgang verzeichnet
haben könnten, dafür war jedoch die Exportentwicklung im September mit 6,9% Y/Y wieder sehr
erfreulich. Die Importe haben zwar mit 6,2% Y/Y
auch stark zugelegt, so dass sich das Handelsbilanzdefizit nicht wesentlich veränderte, allerdings
sind hohe Importe ja auch ein Indikator für die
Entwicklung der Binnenwirtschaft oder für Investitionen. Bei den Ausfuhren profitierten vor allem
die Transportmittelindustrie und der Maschinenbau von einer höheren Nachfrage. Aus den Zahlen
ergibt sich auch ein Rückgang der Exportnachfrage aus China und Europa was angesichts der dortigen Konjunktursituation auch nicht überraschen
sollte. Aus den Exportzahlen sollte auch ein Anstieg der Industrieproduktion für den September
resultieren.
Abe und die Steuer
Die nächste planmäßige Erhöhung der Konsumsteuer ist eigentlich für den Oktober 2015 geplant.
Zu diesem Zeitpunkt soll die Steuer von 8% auf
10% steigen. Der japanische Premierminister
sendet allerdings vermehrt Signale, dass er die
Erhöhung eher später durchführen will. So läuft
die Wirtschaftsentwicklung nicht so, wie sich der
Premier sich das vorgestellt hatte. Konkret äußerte er sich der Financial Times gegenüber, dass
eine solche Maßnahme sinnlos wäre, wenn sie der
Volkswirtschaft zu sehr schaden würde. Dies sicherlich unter dem Eindruck des starken Einbruchs im III. Quartal und natürlich auch in Verlust
an Wählerstimmen. Die Steuer ist sehr unpopulär
beim Wähler und Stimmungsmacher stoßen da
auf hellhörige Ohren. Allerdings wirken schwächeres Wachstum, als auch ein geringeres Steueraufkommen für ein weiteres Anschwellen des immensen Schuldenberges, der im Finanzjahr bei guten
245% des BIP liegen dürfte. Apropros Regierung:
Der Druck derselben führte dazu, dass der weltgrößte Pensionsfonds – der des japanischen Staates – seine Aktienquote erhöhen wird.
BoJ in der Zwickmühle
Die Bank of Japan hat auf ihrer regulären Sitzung
am 7. Oktober keinerlei Änderung ihres geldpolitischen Maßnahmenkatalogs beschlossen. Allerdings wird der Druck derzeit höher. Die anvisierte
Zielinflation von 2,0% ist, bereinigt um den Konsumsteuereffekt, noch in weiter Ferne. Das eher
weniger dynamische Wirtschaftswachstum macht
da derzeit auch wenig Hoffnung. Es scheint sich
langsam eine Mehrheit im Board abzuzeichnen,
die vor allem den Zeitplan abschaffen will. Dies
wurde von den Märkten leicht verschnupft aufgenommen, bedeutet es doch einen Glaubwürdigkeitsverlust für die Notenbank, wenn die BoJ dies
tatsächlich umsetzen sollte. Wir halten eine Ausweitung des Assetankaufprogrammes auf der
Sitzung am 31. Oktober oder auf der am 19. November für relativ wahrscheinlich, wenngleich es
sich hier eher um einen gewissen Aktionismus
handeln dürfte, vor allem wenn sekundierende
Maßnahmen der Regierung fehlen. Derweil zeichnen sich Liquiditätsengpässe zumindest im JGBMarkt ab. Dies ist vielleicht ein Hinweis, dass eine
Ausweitung auch andere Assetklassen stärker als
Ziel haben könnte.
Fundamentalprognosen Japan
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2013
2014
2015
1,5
0,4
4,0
-10,0
0,7
0,8
2,8
3,7
-8,0
0,4
0,9
2,3
3,9
-7,0
1,0
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Zinsen und Wechselkurs Japan
Call rate
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in JPY
USD in JPY
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
23.10.
3M
6M
12M
0,10
0,20
0,45
-45
137
108
0,10
0,22
0,52
-38
141
109
0,10
0,23
0,56
-44
137
109
0,10
0,24
0,61
-49
134
108
Seite 10 von 21
Economic Adviser
Großbritannien
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Norman Rudschuck
•
Kein Grund, die Zinswende abzublasen
•
Sorgenfalten und Wachstumspflänzchen
•
Inflation Report am 12. November
Kein Grund, die Zinswende abzublasen
Am 24. Oktober wurden BIP-Daten zur weiteren
Erholung der britischen Volkswirtschaft interessierten Marktteilnehmern zugänglich gemacht.
Die erste Vorausschätzung zum BIP-Wachstum im
III. Quartal vom Office for National Statistics traf
exakt die Erwartungen der Marktteilnehmer: Nach
0,9% Q/Q im Vorquartal hatten wir immer noch
starke 0,6% Q/Q prognostiziert, während der Konsens einen Zehntelprozentpunkt optimistischer
war. Letztere Schätzung (+0,7% Q/Q bzw. 3,0%
Y/Y) sollte sich als Punktlandung herausstellen.
Damit kam es seit dem volkswirtschaftlichen Absturz 2008 mittlerweile zur Expansion im siebten
(!) aufeinander folgenden Quartal. Die Bank of
England galt in den vergangenen Monaten als
großer Favorit auf die erste Zinswende – und somit noch vor der Federal Reserve. Die Briten fristen zwar ein Inseldasein, können sich aber weder
von ihrem größten Handelspartner – der schwächelnden Eurozone – noch der etwas schwächeren
Weltwirtschaft lossagen. Spätestens im November
wird mit der Pressekonferenz zur Veröffentlichung
des Inflation Reports klarer, ob die Zinswende
tatsächlich im Februar 2015, wie bisher von uns
erwartet, kommt. Die Chancen dafür werden derzeit am Markt mit „später“ gehandelt. Dafür gibt
es durchaus nachvollziehbare Gründe, aber mit
gewissen Entscheidungen sollte man nicht zu
lange warten. Die Verunsicherung ist bereits groß
und könnte weiter zunehmen!
Sorgenfalten und Wachstumspflänzchen
Während die Handelspartner schwächeln, was den
Briten sowie der Koalitionsregierung Sorgenfalten
bezüglich ihres zarten Wachstumspflänzchens bereitet, vermögen zwei der drei PMIs nicht zu überzeugen: Während das Bauwesen weiter äußerst positiv
gestimmt ist (64,2 Punkte), präsentierte sich die
stagnierende Industrie (51,6) deutlich mittelmäßiger
als der zuletzt auf hohem Niveau nachgebende
Dienstleistungssektor (58,7). Zudem können weder
der Nominallohnzuwachs (im August +0,7% Y/Y)
noch die Reallöhne überzeugen. Bei einer Inflationsrate im August in Höhe von 1,5% Y/Y sowie im September mit 1,2% Y/Y ist immerhin ein gewisser disinflationärer Trend zu verzeichnen. Dennoch scheint
2014 volkswirtschaftlich das Jahr der Briten zu werden: Durch das von uns erwartete stärkste BIPWachstum unter den Industrienationen (unsere
Prognose: 2,9% im Gesamtjahr) zahlen sich die Bemühungen der Koalitionsregierung gepaart mit
billigem Geld seitens der Bank of England langsam
aber sicher aus. Den Sparkurs haben Schatzkanzler
Osborne und Co. im September allerdings erneut
vernachlässigt und ein größeres Defizit angehäuft
als zu erwarten war. Dazu gesellen sich weitere EUR
2,13 Mrd. zahlbar an die EU binnen Wochen – quasi
als Strafe für zu rosiges Wachstum im Vergleich zu
Deutschland und Frankreich.
Inflation Report am 12. November
Während die BIP-Zahlen im Rahmen der Konsenserwartungen lagen, sehen wir weiterhin keinen
akuten Bedarf, schon vor der Pressekonferenz im
November zum Inflation Report unsere prognostizierte Zinswende für Februar weiter nach hinten
ins Jahr 2015 zu verschieben. Die positiven Rahmendaten sprechen für ein baldiges Anziehen der
Zügel seitens der BoE. Natürlich verkennen wir
keineswegs die aufgezeigten Faktoren (negative
Reallöhne, Wachstumsdellen bei Handelspartnern
etc.), die das Potenzial haben, die aktuell zu beobachtende Wachstumsstory zu gefährden. Jedoch stimmen seit Monaten zwei Mitglieder für
eine sofortige Leitzinsanhebung. Dieses Votum
wird sich auch nur unter hohem argumentativen
Aufwand umkehren bzw. zurücknehmen lassen.
Bis sich weitere Kollegen innerhalb des Gremiums
auf die Seite der beiden „Abweichler“ begeben,
werden jedoch noch mindestens vier Monate vergehen. Bis dahin: Abwarten und Tee trinken!
Fundamentalprognosen Großbritannien
2013
2014
2015
1,7
2,6
7,6
-5,8
-4,1
2,9
1,7
6,4
-5,1
-2,4
2,5
1,9
5,8
-4,3
-2,0
BIP
Inflation (CPI)
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen nach ILOKonzept; 2 in % des BIP
Zinsen und Wechselkurs Großbritannien
Reposatz
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in GBP
GBP in USD
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
23.10.
3M
6M
12M
0,50
0,55
2,24
134
0,79
1,60
0,50
0,60
2,50
160
0,79
1,63
0,75
0,70
2,70
170
0,78
1,62
1,25
1,00
2,90
180
0,78
1,59
Seite 11 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
China
Frederik Kunze
•
Verabschiedung vom Wachstumswahn?!
•
Arbeitsmarkt im Fokus
•
Aktuelles vom Renminbi
Verabschiedung vom Wachstumswahn?!
Chinas Zentralregierung hat die Öffentlichkeit
schon seit längerem darauf eingeschworen, dass
die Zeiten der extrem hohen Wachstumsraten
vorbei sind. Insofern durften die BIP-Zahlen zum
III. Quartal keineswegs als negative Überraschung
gewertet werden. Mit 7,3% Y/Y wuchs die weltweit
zweitgrößte Volkswirtschaft so langsam wie seit
mehr als fünf Jahren nicht mehr. Davon abgesehen hinaus ist das aktuelle Wachstumstempo
keineswegs als bedenklich einzustufen, wie der
Vorquartalsvergleich (+1,9% Q/Q) anzeigt. Auch
für das IV. Quartal sind die Vorzeichen mehr als
akzeptabel. Der HSBC Flash PMI für das verarbeitende Gewerbe kletterte für den Berichtsmonat
Oktober auf immerhin 50,4 Zähler und verbleibt
damit den fünften Monat in Folge im expansiven
Terrain – also oberhalb der 50-Punkte-Marke.
Allerdings zeichnet sich sowohl bei den BIPZahlen als auch bei den jüngsten HSBC-Angaben
ab, dass die aktuelle Dynamik eher durch den
Exportsektor als durch den Binnenmarkt getragen
wird, was die aktuelle Wirtschaftsaktivität durchaus krisenanfällig macht. Ein Einbruch bei den
Ausfuhren in Verbindung mit drastischen Verwerfungen am Immobilienmarkt könnte das Reich der
Mitte dann schon an den Rand einer harten Landung geführt werden. Beides sehen wir im aktuellen Umfeld aber nicht als realistisches Szenario an.
die Angaben aber eher auf vergleichsweise kleinen Stichproben und lassen keine direkten Rückschlüsse auf die Arbeitslosigkeit zu. Peking selbst
könnte hier nach eigenen Angaben „sehr bald“
Abhilfe schaffen. NBS-Sprecher Sheng Laiyun hatte jünsgt darauf hingewiesen, dass eine umfragebasierte, an den ILO-Standards angelehnte und
bisher insbesondere für die interne Steuerung in
Peking eingesetzte Zeitreihe zur Arbeitslosigkeit
bald in den zu veröffentlichenden Datenkranz der
offiziellen Statistikbehörden aufgenommen würde.
Dieser Indikator sollte bei regelmäßiger Bekanntgabe vergleichsweise schnell zu den bedeutendsten Indikatoren zur konjunkturellen Lage in der
weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft gehören.
Aktuelles vom Renminbi
Bei der Internationalisierung des Renminbi (RMB)
verfolgt die Zentralregierung weiterhin ehrgeizige
Ziele. Dabei geht es weniger um die Frage nach
dem fairen Wechselkurs, die außerhalb Chinas
häufig im Zentrum steht. Vielmehr geht es um den
Ausbau der Institutionen, die die Partizipation von
immer mehr Markteilnehmern am RMB-Geschäft
ermöglichen sollen. Auf dem chinesischen Festland wurde so jüngst das EUR/CNY-Direct-Trading
ins Leben gerufen, dass auf mittlere Sicht die
Konvertierungskosten für europäische und chinesische Handelspartner senken soll. Darüber hinaus
nehmen die RMB-Offshore-Zentren in Europa
Formen an. In Frankfurt fällt in naher Zukunft der
Startschuss für das RMB-Clearing. In London wurde zwischenzeitlich der erste Dim-Sum-Bond der
britischen Regierung emittiert, dessen Erlöse
direkt in die offiziellen Währungsreserven der
Bank of England Einzug erhalten sollen.
Fundamentalprognosen China
Arbeitsmarkt im Fokus
Mit Blick auf die Frage nach der konjunkturellen
Verfassung Chinas wird in der näheren Zukunft vor
allem dem Arbeitsmarkt eine zunehmende Bedeutung zukommen. Die Sicherstellung von Beschäftigung und Lohnentwicklung sind maßgebliche
Stützpfeiler für das angepeilte Wachstumsmodell,
welches sich zukünftig vor allem auf der inländischen Nachfrage und damit dem Aufstieg einer
chinesischen Mittelschicht stützen soll. Die offizielle Arbeitslosenstatistik, die quartalsweise durch
das National Bureau of Statistics (NBS) zur Verfügung gestellt wird, steht immer wieder in der Kritik
nur ein unzureichendes Bild wiederzugeben. Entsprechend liegt der Fokus vieler Marktteilnehmer
auf den in den Einkaufsmanagerumfragen enthaltenen „Employment“-Subkategorien. Hier fußen
2013
2014
2015
7,7
2,6
4,4
-2,0
2,0
7,4
2,5
4,3
-2,2
2,1
7,3
3,4
4,5
-2,3
2,0
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Zinsen und Wechselkurs China
Einlagensatz
3M-SHIBOR
10J
Spread 10J Bund
EUR in CNY
USD in CNY
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
23.10.
3M
6M
12M
3,00
4,48
3,82
292
7,74
6,12
3,00
4,50
4,05
315
7,85
6,08
3,00
4,48
4,10
310
7,64
6,06
3,00
4,45
4,20
310
7,45
6,01
Seite 12 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Kanada
Tobias Basse, Bernd Krampen
Australien
Tobias Basse, Bernd Krampen
•
BoC agiert nicht
•
Gemischter Datenkranz
•
Neueste Daten gemischt
•
RBA in der Zwickmühle
•
Fallender Ölpreis drückt Loonie
•
Australischer Dollar wertet weiter ab
Die Bank of Canada hat den Leitzins unverändert
bei 1,00% belassen. Für die Notenbanker halten
sich die Risiken sowohl für die Inflations- als auch
Wachstumsaussichten weiterhin die Waage. Wir
gehen auf Zwölfmonatssicht von keiner Anpassung aus, da die Inflationsentwicklung sehr moderat verläuft. Die konjunkturelle Datenlage ist zudem als gemischt zu bezeichnen: So kam es zu
einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 6,8%,
einem deutlichen Beschäftigungszuwachs, einem
Produktionsanstieg und einer massiven Stimmungsaufhellung beim Ivey PMI von 50,9 auf 58,6
Punkte. Andererseits waren bei den Einzelhandelsumsätzen und den Baugenehmigungen Rückgänge zu beklagen. Zuletzt wirkten die leicht geschmälerten Wachstumsaussichten der USA besonders auf die kanadische Wirtschaft, so dass es
zu einem starken Renditerückgang kam: Die zehnjährigen kanadischen Staatsanleihen fielen auf
unter 2%, wobei wir wie in den USA von einer
Gegenbewegung ausgehen. Als stark rohstoffexportierendes Land hängt das Wohl Kanadas besonders von der Entwicklung des Ölpreises ab, der
zuletzt im Zuge der globalen Verunsicherungen
deutlich nachgab. Der mittlerweile erreichte Stand
stellt einige Projekte bei den unkonventionellen
Energiequellen in Frage. Dies belastet sowohl den
Öl- und Gassektor als auch den kanadischen Dollar, der ein Fünfjahrestief markierte.
Die Reserve Bank of Australia scheint etwas in die
Zwickmühle zu geraten: Eine gemischte Datenlage
im Inland und ein starker Immobilienpreisanstieg
gehen einher mit rückläufigen Rohstoffpreisen. So
muss man die „richtige“ Balance zwischen gestiegenen externen Risiken und internen Notwendigkeiten finden. Derzeit gibt es anhaltend starke
Nachrichten vom heimischen Bausektor und einen
weiteren Anstieg der Immobilienpreise. Das Konsumentenvertrauen verbessert sich leicht. Dagegen verdunkelt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt – mit einer gestiegenen Arbeitslosenquote
auf 6,1% und einer Beschäftigung, die deutlich
niedriger als noch vor vier Wochen angegeben
wurde. Gleichzeitig geht das Unternehmensvertrauen sowohl im Dienstleistungsbereich als auch
im verarbeitenden Sektor zurück. Die mittelfristig
in Aussicht gestellte Zinsanhebung wird damit
wieder in Frage gestellt. Insofern rechnen wir frühestens im Sommer 2015 mit der ersten Zinsanhebung. Als unerfreulich hoch bezeichnet die RBA
den Kurs des australischen Dollars, der allerdings
zuletzt deutlich abwertete. Die hohe Bewertung
des A$ ist aber erst teilweise abgebaut. Mittelfristig rechnen wir mit einer Fortsetzung dieser Bewegung – in allerdings moderaterem Tempo. Bei
den Langfristzinsen sehen wir eine Gegenbewegung und damit eine Aufwärtsbewegung auf die
alten Niveaus voraus.
Fundamentalprognosen Kanada
Fundamentalprognosen Australien
2013
2014
2015
2,0
0,9
7,1
-3,0
-3,2
2,3
2,0
7,0
-0,5
-2,4
2,5
2,0
6,7
0,2
-1,9
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2013
2014
2015
2,3
2,4
5,7
-1,4
-3,3
3,0
2,6
6,1
-2,5
-3,0
2,9
2,5
6,0
-1,6
-2,5
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Zinsen und Wechselkurs Kanada
Zinsen und Wechselkurs Australien
O/N-Zielsatz
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in CAD
USD in CAD
23.10.
3M
6M
12M
1,00
1,17
2,00
110
1,42
1,12
1,00
1,00
2,10
120
1,47
1,14
1,00
1,10
2,20
120
1,45
1,15
1,00
1,20
2,50
140
1,44
1,16
Cash target rate
3M-Satz
10J
Spread 10J Bund
EUR in AUD
USD in AUD
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
23.10.
3M
6M
12M
2,50
2,96
3,30
240
1,44
1,14
2,50
2,60
3,40
250
1,48
1,15
2,50
2,70
3,60
260
1,46
1,16
2,75
3,00
4,00
290
1,45
1,17
Seite 13 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Norwegen
Dr. Jens Kramer
•
Robuste Binnenwirtschaft
•
Rückgang des Ölpreises belastet
•
Krone perspektivisch wieder fester
Die Indikatoren für die Entwicklung der norwegischen Volkswirtschaft im zurückliegenden III.
Quartal zeichnen ein Bild mit unterschiedlichen
Facetten. Sehr robust verlaufen weiterhin die binnenwirtschaftlich orientierten Aktivitäten wie etwa
die Bauproduktion, die Einzelhandelsumsätze und
auch die Erzeugung im verarbeitenden Gewerbe.
Insbesondere der von einigen Beobachtern äußerst kritisch beurteilte Immobilienmarkt hat zuletzt regelrecht Fahrt aufgenommen, sowohl was
die Fertigstellungen anbelangt als auch mit Blick
auf die Preisentwicklung. Demgegenüber hinterließ der merkliche Preisrückgang bei den für Norwegen so bedeutsamen Energierohstoffen erste
Bremsspuren. Alles spricht derzeit dafür, dass das
Wirtschaftswachstum bezogen auf das „Mainland“
GDP, also unter Ausklammerung der Schlüsselsektoren in der Offshore-Energieerzeugung und Aufbereitung erheblich stärker ausgefallen sein wird
als der Zuwachs in der breiten Abgrenzung. Unterdessen hat die Norges Bank auf ihrer letzten
Ratssitzung wie erwartet keine Adjustierungen
ihrer geldpolitischen Strategie vorgenommen. In
ihrer Stellungnahme zeigte sie sich allerdings
besorgt über die Ölpreisentwicklung, was mancherorts bereits schon wieder Zinssenkungsphantasien weckte. Der Wechselkurs der Krone hat in
diesem Umfeld einige Pirouetten gedreht, wir
sehen die Krone perspektivisch weiterhin fester.
Änderungen
Für die EU-Staaten haben wir die Datenbasis auf
ESVG 2010 umgestellt.
umgestellt Hierdurch haben sich zum
Teil leicht veränderte Werte für die Historie beim
BIP-Wachstum sowie den gesamtwirtschaftlichen
Quoten (Defizitquote in % vom BIP, Leistungsbilanzsaldo in % vom BIP) ergeben.
Fundamentalprognosen Norwegen
BIP
Inflation
Arbeitslosenquote1
Haushaltssaldo2
Leistungsbilanzsaldo2
2013
2014
2015
0,6
2,1
3,5
11,1
11,1
1,8
2,0
3,3
12,5
13,5
2,1
1,9
3,2
12,9
13,7
Veränderung ggü. Vj. in %; 1 in % der Erwerbstätigen; 2 in %
des BIP
Zinsen und Wechselkurs Norwegen
Einlagenzinsen
3M-Satz (NIBOR)
10J
Spread 10J Bund
EUR in NOK
USD in NOK
23.10.
3M
6M
12M
1,50
1,65
2,19
128
8,32
6,58
1,50
1,70
2,40
150
8,20
6,36
1,50
1,80
2,50
150
8,00
6,35
1,50
1,90
2,70
160
8,00
6,45
Hinweise
Alle Finanzmarktzeitreihen (Wechselkurse, Zinsen, Renditen) werden auf Schlusskursbasis
ausgewiesen.
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 14 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Portfoliostrategien
Zinsstrukturkurve Euroland
Renditen
(in %)
NORD/LB Prognose
auf Sicht von
Prognosen Zinsstrukturkurve
aktuell
3M
6M
12M
3M
0,08
0,10
0,10
0,10
1J
-0,06
-0,05
-0,05
0,00
2J
-0,05
-0,05
-0,05
0,00
3J
-0,02
0,00
0,00
0,00
4J
0,05
0,05
0,05
0,10
0,50
5J
0,17
0,15
0,15
0,25
0,25
6J
0,28
0,25
0,30
0,42
0,00
7J
0,41
0,41
0,46
0,60
-0,25
8J
0,60
0,58
0,63
0,77
9J
0,74
0,75
0,82
0,94
10J
0,90
0,90
1,00
1,10
1,50
%
1,25
1,00
0,75
3M
1
2
3
Aktuell
4
5
3M
6
7
8
9
6M
10
12M
Einschätzung: In den USA haben einige Kommentare ranghoher Notenbanker für Verunsicherung ge-
sorgt. Den Äußerungen folgend könnte die Zinswende der Fed womöglich doch noch ein wenig länger
auf sich warten lassen. Auf jeden Fall war zu vernehmen gewesen, dass die Fed-Offiziellen äußerste Vorsicht bei ihrem geldpolitischen Schwenk walten lassen werden. Entsprechend nervös reagierten die
Finanzmärkte. Die Rendite deutscher Bundesanleihen gab über die gesamte Kurve hinweg – teils deutlich – nach. Zehnjährige Bunds rentierten zwischenzeitlich bei unter 0,75%. In den letzten Handelstagen
zog die Rendite hingegen wieder etwas an, blieb aber bis zuletzt – bei Papieren mit zehnjähriger Restlaufzeit – unterhalb von 0,90%. Auch in den kommenden Monaten dürfte das Renditepotenzial äußerst
begrenzt bleiben. Die EZB wird auf Sicht an ihrem ultra-expansiven Kurs festhalten und bei Bedarf neue
kreative unkonventionelle Maßnahmen auf den Weg bringen. Offenbar wird sich der EBZ-Rat im Dezember mit möglichen Ankäufen von Unternehmensanleihen beschäftigen. Erst auf mittlere und längere
Sicht dürften sich die Renditen leicht oberhalb der derzeitigen Niveaus bewegen, was dann mit – wenn
auch überschaubaren – negativen Total Returns einhergehen würde.
Total Returns (in %)
auf Sicht von
3M
6M
12M
Erwartete Total Returns
in %
0,5
3M
0,0
0,0
0,1
1J
0,0
0,0
-0,1
2J
0,0
0,0
-0,1
3J
-0,1
-0,1
-0,1
0,0
0,0
-0,2
5J
0,1
0,2
-0,2
6J
0,2
0,0
-0,5
7J
0,1
-0,1
-0,8
8J
0,3
0,1
-0,6
9J
0,1
-0,2
-0,8
10J
0,2
4J
-0,4
-0,8
0,0
-0,5
-1,0
-1,5
3M
1
2
3
3M
4
6M
5
6
7
8
9
10
12M
Der Total Return misst den absoluten Ertrag einer Anlage im betrachteten Zeithorizont unter Berücksichtigung der zeitanteiligen Rendite
zuzüglich der aufgrund der prognostizierten Zinsstrukturkurvenveränderung zu erwartenden Kursgewinne bzw. -verluste.
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 15 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Portfoliostrategien
Zinsstrukturkurve international – 3-Monats- und 12-Monatssicht
Auf 3-Monatssicht
Erwartete Total Returns (in %)
in Euro
Erwartete Total Returns (in %)
in Landeswährung
EUR
USD
GBP
JPY
CHF
USD
GBP
JPY
CHF
3M
0,0
-1,9
0,0
-2,8
-0,3
3M
0,1
0,1
0,0
0,0
1J
0,0
-2,0
-0,2
-2,9
-0,2
1J
0,0
0,0
0,0
0,0
2J
0,0
-1,9
-0,2
-2,9
-0,3
2J
0,0
0,0
0,0
0,0
3J
-0,1
-1,9
-0,2
-2,9
-0,2
3J
0,1
-0,1
0,0
0,0
4J
0,0
-2,0
-0,5
-2,9
-0,2
4J
-0,1
-0,3
0,0
0,1
5J
0,1
-2,3
-0,5
-2,9
-0,2
5J
-0,3
-0,4
0,0
0,0
6J
0,2
-2,5
-0,3
-2,8
-0,3
6J
-0,6
-0,2
0,1
0,0
7J
0,1
-2,6
-0,6
-2,9
-0,2
7J
-0,6
-0,4
0,0
0,1
8J
0,3
-2,7
-0,4
-3,0
-0,3
8J
-0,7
-0,3
-0,1
0,0
9J
0,1
-2,6
-1,1
-3,2
0,0
9J
-0,7
-0,9
-0,3
0,3
10J
0,2
-2,7
-1,9
-3,4
0,1
10J
-0,7
-1,8
-0,5
0,4
Kurzfristige 3M-Strategie (in Euro): Auf 3-Monatssicht scheinen Investitionen in europäische Staatsanlei-
hen (Bunds) keine echten Renditechancen zu bieten. Die anzustrebende Portfoliodiversifizierung gestaltet sich allerdings ausgesprochen schwierig: Aktuell sind keine interessanteren Anlagealternativen zu
finden. Im Grunde fallen am aktuellen Rand alle anderen hier beobachteten Währungsräume als Alternativen aus.
Auf 12-Monatssicht
Erwartete Total Returns (in %)
in Euro
Erwartete Total Returns (in %)
in Landeswährung
EUR
USD
GBP
JPY
CHF
USD
GBP
JPY
CHF
3M
0,1
2,2
1,7
4,7
-1,1
1J
-0,1
2,1
1,6
4,5
-1,1
3M
0,3
0,7
0,2
0,0
1J
0,1
0,5
0,0
0,0
2J
-0,1
1,8
1,1
4,4
-1,1
2J
-0,2
0,0
-0,1
0,0
3J
-0,1
1,7
0,5
4,4
-1,2
3J
-0,3
-0,7
-0,1
-0,1
4J
-0,2
1,6
5J
-0,2
1,0
0,0
4,5
-1,1
4J
-0,4
-1,1
-0,1
0,0
-0,3
4,5
-1,2
5J
-0,9
-1,4
0,0
-0,1
6J
-0,5
0,6
-0,9
4,5
-1,3
6J
-1,4
-2,0
0,0
-0,2
7J
-0,8
8J
-0,6
0,4
-0,9
4,4
-1,3
7J
-1,6
-2,0
-0,1
-0,2
-0,2
-1,6
4,2
-1,3
8J
-2,2
-2,7
-0,3
-0,2
9J
-0,8
-0,8
-1,8
3,9
-1,2
9J
-2,7
-2,9
-0,6
-0,1
10J
-0,8
-1,0
-2,1
3,5
-1,2
10J
-3,0
-3,2
-1,0
-0,1
Langfristige 12M-Strategie (in Euro): Auf längerfristige Sicht sind die Aussichten auf positive Total Returns in
Euroland nochmals schlechter. Für eine Portfoliodiversifizierung bieten sich immerhin der US-Dollar und vor
allem der japanische Yen an, zudem scheinen die kurzen Laufzeitenbereiche des britischen Pfunds interessant zu sein. Der Schweizer Franken kommt dagegen im derzeitigen Umfeld nicht in Betracht.
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 16 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Portfoliostrategien
Aktienmarktstrategie – 3-Monats-, 6-Monats- und 12-Monatssicht
Wert am
23.10.2014
Vormonat
Stand
Jahresbeginn
Performance seit
Vormonat
Jahresbeginn
DAX
9.047,31
9.474,30
9.552,16
-4,51%
-5,29%
MDAX
15.693,79
15.994,96
16.574,45
-1,88%
-5,31%
EuroSTOXX50
3.044,30
3.225,93
3.109,00
-5,63%
-2,08%
STOXX50
2.930,54
3.067,29
2.919,42
-4,46%
0,38%
STOXX600
328,26
343,08
328,26
-4,32%
0,00%
Dow Jones
16.461,32
17.042,90
16.576,66
-3,41%
-0,70%
S&P 500
1.927,11
1.972,29
1.848,36
-2,29%
4,26%
Nikkei
15.138,96
16.173,52
16.291,31
-6,40%
-7,07%
Einschätzung: Der Aktienmarkt bleibt in Bewegung. Beim DAX ist wieder die psychologisch wichtige Marke
von 9.000 Punkten ins Blickfeld gekommen. Die Earnings-Season hat in den USA an Fahrt gewonnen. Es gab
bereits sowohl positive als auch negative Überraschungen. Schwache Quartalszahlen, die negative Auswirkungen auf den Gesamtmarkt hatten, kamen beispielsweise von IBM. Hier hat der Sonderaufwand durch den
Verkauf der Chip-Sparte belastet. Viele Investoren suchen noch immer gezielt die Sicherheit von Staatsanleihen aus Deutschland und den USA. Die Kurse der Dividendenpapiere unter Druck gesetzt hatten auch die für
den September gemeldeten schwächeren Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen. Diese Angaben hatten
die am Aktienmarkt ohnehin schon vorhandenen Sorgen um die Weltkonjunktur zwischenzeitlich noch weiter
verschärft. Wir glauben jedoch, dass man diese Zahlen nicht zu negativ interpretieren sollte. Diese Einschätzung scheint sich auch am Aktienmarkt durchgesetzt zu haben. Erfreuliche Angaben zum Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan deuten ebenfalls in diese Richtung. Entsprechend ist beim US-Leitindex
S&P 500 mittlerweile auch wieder Marke von 1.900 Punkten überboten worden. Die unserer Auffassung nach
weiterhin vorhandene relative Attraktivität der US-Aktien ist natürlich auch maßgeblich eine Folge des niedrigen Zinsniveaus. Die Dividendenrendite des S&P 500 liegt auf Basis der Dividenden-Konsensschätzung für
das Jahr 2015 bei um 2,2% - und damit im Bereich der Rendite von US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von
10 Jahren. In Tokio sorgt die Neuausrichtung des staatlichen Government Pension Investment Fund (GPIF) für
Bewegung. Auf japanische Aktien soll Medienberichten zufolge ein Anteil von 25% des verwalteten Vermögens entfallen. Das wäre mehr als einer Verdopplung. Die Verfassung Chinas lässt kaum Kursphantasien zu.
Das verlangsamte BIP-Wachstum wurde gemeinhin erwartet. Jedoch deutet die offen zur Schau gestellte
Gelassenheit Pekings an, dass es vorerst keine umfangreichen Stimuli geben wird.
Index
NORD/LB Prognose
auf Sicht von
3M
6M
12M
3400
2100
3300
2000
3200
1900
3100
DAX
9.200
9.400
9.600
3000
1800
MDAX
15.500
15.600
15.800
2900
1700
EuroSTOXX50
3.150
3.200
3.250
2800
1600
STOXX50
3.050
3.075
3.100
2700
STOXX600
330
335
340
2600
Dow Jones
16.800
17.100
17.250
S&P 500
1.950
1.980
2.000
Nikkei
15.000
15.100
15.300
1500
1400
2500
2400
24.10.2013
EuroSTOXX50
200-Tage-Linie
S&P 500 (r.S.)
200-Tage-Linie (r.S.)
1300
23.10.2014
Weitere aktuelle Informationen finden Sie im wöchentlich erscheinenden Strategy Weekly.
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 17 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Übersicht Prognosen
Fundamentalprognosen
BIP-Wachstum
in %
USA
Arbeitslosenquote1
Inflationsrate
2013
2014
2015
2013
2014
2015
2013
2014
Haushaltssaldo2
2015
2013
2014
2015
2,2
2,2
3,0
1,5
1,8
1,9
7,4
6,2
5,7
-6,4
-4,4
-3,4
-0,5
0,7
0,8
1,4
0,5
0,9
12,0
11,6
11,3
-2,9
-2,7
-2,5
Deutschland
0,1
1,3
1,3
1,6
0,9
1,4
6,9
6,7
6,7
0,1
0,2
0,2
Frankreich
0,3
0,4
0,7
1,0
0,7
0,9
10,3
10,3
10,4
-4,1
-4,3
-4,0
Italien
-1,9
-0,2
1,1
1,3
0,3
0,7
12,2
12,5
11,6
-2,8
-3,1
-3,0
Spanien
-1,2
1,3
1,6
1,5
0,0
1,0
26,1
24,6
23,3
-6,8
-5,6
-4,7
Japan
1,5
0,8
0,9
0,4
2,8
2,3
4,0
3,7
3,9
-10,0
-8,0
-7,0
Großbritannien
1,7
2,9
2,5
2,6
1,7
1,9
7,6
6,4
5,8
-5,8
-5,1
-4,3
Schweiz
1,9
1,5
1,6
-0,2
0,1
0,4
3,2
3,2
3,1
0,2
0,2
0,5
China
7,7
7,4
7,3
2,6
2,5
3,4
4,4
4,3
4,5
-2,0
-2,2
-2,3
Kanada
2,0
2,3
2,5
0,9
2,0
2,0
7,1
7,0
6,7
-3,0
-0,5
0,2
Australien
2,3
3,0
2,9
2,4
2,6
2,5
5,7
6,1
6,0
-1,4
-2,5
-1,6
Norwegen
0,6
1,8
2,1
2,1
2,0
1,9
3,5
3,3
3,2
11,1
12,5
12,9
Euroland
1
2
Veränderung ggü. Vj. in %; in % der Erwerbstätigen (Deutschland: BA-Definition); in % des BIP
Leitzinsen
in %
Wechselkurse
EUR
23.10.14
3M
6M
in...
12M
USD
EUR
JPY
GBP
CHF
CNY
CAD
AUD
AU
D
0,25
0,05
0,10
0,50
0,00
3,00
1,00
2,50
0,25
0,05
0,10
0,50
0,00
3,00
1,00
2,50
0,25
0,05
0,10
0,75
0,00
3,00
1,00
2,50
0,75
0,05
0,10
1,25
0,00
3,00
1,00
2,75
NOK
1,50
1,50
1,50
1,50
23.10.14
USD
JPY
GBP
CHF
CNY
CAD
AUD
NOK
1,26
137
0,79
1,21
7,74
1,42
1,44
8,32
3M
6M
1,29
141
0,79
1,21
7,85
1,47
1,48
8,20
12M
1,26
137
0,78
1,21
7,64
1,45
1,46
8,00
1,24
134
0,78
1,22
7,45
1,44
1,45
8,00
Zinsen (Staatsanleihen)
3M-Sätze
Renditen 2J
Renditen 5J
Renditen 10J
23.10.
3M
6M
12M
23.10.
3M
6M
12M
23.10.
3M
6M
12M
23.10.
3M
6M
12M
USD
0,23
0,25
0,30
0,80
0,39
0,50
0,60
0,80
1,49
1,70
1,90
2,10
2,27
2,50
2,70
3,00
EUR
0,09
0,10
0,10
0,10
-0,05
-0,05
-0,05
0,00
0,17
0,15
0,15
0,25
0,90
0,90
1,00
1,10
JPY
0,20
0,22
0,23
0,24
0,03
0,05
0,07
0,09
0,14
0,15
0,16
0,17
0,45
0,52
0,56
0,61
GBP
0,55
0,60
0,70
1,00
0,68
0,90
1,00
1,20
1,53
1,70
1,90
2,20
2,24
2,50
2,70
2,90
CHF
0,01
0,00
0,00
0,00
-0,08
-0,05
-0,05
-0,05
0,07
0,10
0,10
0,15
0,44
0,50
0,50
0,60
CNY
4,48
4,50
4,48
4,45
3,54
3,65
3,68
3,70
3,59
3,80
3,90
4,00
3,82
4,05
4,10
4,20
Spreads (Bp)
3M EURIBOR
23.10.
3M
6M
2J Bund
12M
23.10.
3M
5J Bund
6M
12M
10J Bund
23.10.
3M
6M
12M
23.10.
3M
6M
12M
USD
15
15
20
70
43
55
65
80
133
155
175
185
137
160
170
190
JPY
11
12
13
14
8
10
12
9
-3
0
1
-8
-45
-38
-44
-49
GBP
47
50
60
90
72
95
105
120
136
155
175
195
134
160
170
180
CHF
-7
-10
-10
-10
-4
0
0
-5
-10
-5
-5
-10
-46
-40
-50
-50
CNY
440
440
438
435
359
370
373
370
342
365
375
375
292
315
310
310
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 18 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Ihre Ansprechpartner
NORD/LB Economics & Strategy
Tobias Basse (USA, Kanada, Australien, Strategy): Tel. 0511/361-9473, E-Mail: tobias.basse@nordlb.de
Dr. Stefan Große (Japan): Tel. 0511/361-2365, E-Mail: stefan.grosse@nordlb.de
Mario Gruppe (Euroland, Deutschland, Spanien, Strategy): Tel. 0511/361-6379, E-Mail: mario.gruppe@nordlb.de
Dr. Jens Kramer (Euroland, Deutschland, Italien, Norwegen, Strategy): Tel. 0511/361-6083, Mail: jens_b.kramer@nordlb.de
Bernd Krampen (USA, Kanada, Australien, Strategy): Tel. 0511/361-9472, E-Mail: bernd.krampen@nordlb.de
Frederik Kunze (China, Strategy): Tel. 0511/361-5380, E-Mail: frederik.kunze@nordlb.de
Christian Lips (Euroland, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Strategy): Tel. 0511/361-2980, E-Mail: christian.lips@nordlb.de
Norman Rudschuck (Großbritannien): Tel. 0511/361-6627, E-Mail: norman.rudschuck@nordlb.de
Redaktionsschluss: 24. Oktober 2014
Der nächste Economic Adviser erscheint am 21.11.2014.
Kontakt
Dr. Jens Kramer:
Christian Lips:
jens_b.kramer@nordlb.de,
christian.lips@nordlb.de,
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Tel. 0511/361-6083
Tel. 0511/361-2980
Seite 19 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Wichtige Hinweise
Die vorstehende Studie ist erstellt worden von der NORDDEUTSCHEN LANDESBANK GIROZENTRALE („NORD/LB“). Die NORD/LB
untersteht der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
Diese Studie richtet sich ausschließlich an Empfänger in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Irland, Frankreich, Belgien,
Luxemburg, Griechenland, den Niederlanden, Spanien, Italien, Österreich, der Schweiz, Norwegen, Estland, Lettland und Litauen (alle vorgenannten Personen werden nachfolgend als „relevante Personen“ bezeichnet). Die in dieser Studie untersuchten
Werte sind nur an die relevanten Personen gerichtet und andere Personen als die relevanten Personen dürfen nicht auf diese
Studie vertrauen. Insbesondere darf weder diese Studie noch eine Kopie hiervon nach Japan, Kanada oder in die Vereinigten
Staaten von Amerika oder in ihre Territorien oder Besitztümer gebracht oder übertragen oder an Mitarbeiter oder an verbundene Gesellschaften in diesen Rechtsordnungen ansässiger Empfänger verteilt werden.
Diese Studie und die hierin enthaltenen Informationen wurden ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und werden
ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt. Es ist nicht beabsichtigt, dass die Studie einen Anreiz für Investitionstätigkeiten darstellt. Sie wird für die persönliche Information des Empfängers mit dem ausdrücklichen, durch den Empfänger
anerkannten Verständnis bereitgestellt, dass sie kein direktes oder indirektes Angebot, keine Empfehlung, keine Aufforderung
zum Kauf, Halten oder Verkauf sowie keine Aufforderung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Wertpapieren oder anderen
Finanzinstrumenten und keine Maßnahme, durch die Finanzinstrumente angeboten oder verkauft werden könnten, darstellt.
Alle hierin enthaltenen tatsächlichen Angaben, Informationen und getroffenen Aussagen sind Quellen entnommen, die von
uns für zuverlässig erachtet wurden. Da insoweit allerdings keine neutrale Überprüfung dieser Quellen vorgenommen wird,
können wir keine Gewähr oder Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen
übernehmen. Die aufgrund dieser Quellen in der vorstehenden Studie geäußerten Meinungen und Prognosen stellen unverbindliche Werturteile der unserer Analysten dar. Veränderungen der Prämissen können einen erheblichen Einfluss auf die dargestellten Entwicklungen haben. Weder die NORD/LB, noch ihre die Organe oder Mitarbeiter können für die Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der Informationen oder für einen Renditeverlust, indirekte Schäden, Folge- oder sonstige
Schäden, die Personen entstehen, die auf die Informationen, Aussagen oder Meinungen in dieser Studie vertrauen (unabhängig davon, ob diese Verluste durch Fahrlässigkeit dieser Personen oder auf andere Weise entstanden sind), die Gewähr, Verantwortung oder Haftung übernehmen.
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Währungskurse, Kursschwankungen der Finanzinstrumente und ähnliche Faktoren können den Wert, Preis und die Rendite der in dieser Studie in Bezug
genommenen Finanzinstrumente oder darauf bezogener Instrumente negativ beeinflussen.
Die vorstehenden Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Zeitpunkt der Erstellung dieser Unterlagen und können sich
jederzeit ändern, ohne dass dies notwendig angekündigt oder publiziert wird. Eine Garantie für die fortgeltende Richtigkeit
der Angaben wird nicht gegeben. Die Bewertung aufgrund der historischen Wertentwicklung eines Wertpapiers oder Finanzinstruments lässt sich nicht zwingend auf dessen zukünftige Entwicklung übertragen.
Diese Studie stellt keine Anlage-, Rechts-, Bilanzierungs- oder Steuerberatung sowie keine Zusicherung dar, dass ein Investment oder eine Strategie für die individuellen Verhältnisse des Empfängers geeignet oder angemessen ist, und kein Teil dieser
Studie stellt eine persönliche Empfehlung an einen Empfänger der Studie dar. Die in dieser Studie Bezug genommenen Wertpapiere oder sonstigen Finanzinstrumente sind möglicherweise nicht für die persönlichen Anlagestrategien und -ziele, die
finanzielle Situation oder individuellen Bedürfnisse des Empfängers geeignet und sollten daher nicht allein aufgrund diese
Studie erworben werden. Diese Veröffentlichung ersetzt nicht die persönliche Beratung. Jeder Empfänger sollte, bevor er eine
Anlageentscheidung trifft, im Hinblick auf die Angemessenheit von Investitionen in Finanzinstrumente oder Anlagestrategien,
die Gegenstand dieser Studie sind, sowie für weitere und aktuellere Informationen im Hinblick auf bestimmte Anlagemöglichkeiten sowie für eine individuelle Anlageberatung einen unabhängigen Anlageberater konsultieren.
Jedes in dieser Studie in Bezug genommene Finanzinstrument kann ein hohes Risiko einschließlich des Kapital-, Zins-, Index-,
Währungs- und Kreditrisikos, politischer Risiken, Zeitwert-, Rohstoff- und Marktrisiken aufweisen. Die Finanzinstrumente können einen plötzlichen und großen Wertverlust bis hin zum Totalverlust des Investments erfahren. Jede Transaktion sollte nur
aufgrund einer eigenen Beurteilung der individuellen finanziellen Situation, der Angemessenheit und der Risiken des Investments erfolgen.
Die Weitergabe dieser Studie an Dritte sowie die Erstellung von Kopien, ein Nachdruck oder sonstige Reproduktion des Inhalts
oder von Teilen dieser Studie ist nur mit unserer vorherigen schriftlichen Genehmigung zulässig.
Dieses Dokument wurde in Übereinstimmung mit den anwendbaren Bestimmungen des Wertpapierhandelsgesetzes und der
Verordnung über die Analyse von Finanzinstrumenten erstellt. Der Bereich Research der NORD/LB ist in organisatorischer,
hierarchischer, funktioneller und örtlicher Hinsicht unabhängig von Bereichen, die für die Emission von Wertpapieren und für
Investment Banking, für den Wertpapierhandel (einschließlich Eigenhandel) mit und Verkauf von Wertpapieren und für das
Kreditgeschäft verantwortlich sind.
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 20 von 21
Economic Adviser
November 2014 ____________________________________________________________
____________________________________________________________
Zusätzliche Informationen für Empfänger im Vereinigten Königreich
Diese Studie wird im Vereinigten Königreich durch NORD/LB London Branch verbreitet. NORD/LB untersteht der Aufsicht
der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und für die Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich der Aufsicht
durch die Financial Services Authority.
Diese Studie stellt „Financial Promotion“ im Sinne der Regelungen der Financial Services Authority dar. Relevante Empfänger im Vereinigten Königreich sollten sich mit jeglicher Anfrage an NORD/LB’s London Branch, Investment Banking Department, Telephone: 0044 2079725400 wenden.
Zusätzliche Informationen für Empfänger in der Schweiz
Diese Studie wurde nicht von der Eidgenössischen Bankenkommission (die am 1. Januar 2009 mit der Eidgenössischen
Finanzmarktaufsicht („FINMA“) fusioniert wurde) gebilligt.
Zusätzliche Informationen für Empfänger in Estland
Diese Studie wird in Estland durch die NORD/LB verbreitet. Die NORD/LB untersteht der Aufsicht der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Der Empfänger dieser Studie sollte alle maßgeblichen Bedingungen der von der
NORD/LB angebotenen Dienstleistungen vor einer eigenen Entscheidung eingehend überprüfen und, soweit erforderlich,
eigene dritte Berater hinzuziehen.
Zusätzliche Informationen für Empfänger in Griechenland
Die in dieser Studie enthaltenen Aussagen, Meinungen und Bewertungen geben die persönliche Ansicht der erstellenden
Analysten zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Studie wieder und sollten vom Empfänger daher nicht zur Grundlage einer
möglichen Anlageentscheidung gemacht werden, solange dieser sich nicht von der NORD/LB hat bestätigen lassen, dass
die hierin enthaltenen Aussagen, Meinungen und Bewertungen nach wie vor zutreffend und aktuell sind.
Vorkehrungen zur vertraulichen Behandlung von sensiblen KundenKunden- und Geschäftsdaten, zur Vermeidung von InteressenInteressenkonflikten und zum Umgang mit Interessenkonflikten:
Die NORD/LB hat Geschäftsbereiche, die Zugang zu sensiblen Kunden- und Geschäftsdaten haben können (Vertraulichkeitsbereiche), funktional, räumlich und/oder durch dv-technische Maßnahmen von anderen Bereichen (z.B. dem NORD/LBResearch) abgeschottet.
Die Weitergabe vertraulicher Informationen, die Einfluss auf Aktienpreise haben kann, wird durch die von den Handels-,
Geschäfts- und Abwicklungsabteilungen unabhängige Compliance-Stelle der NORD/LB überwacht. Diese neutrale Stelle
kontrolliert täglich die von der NORD/LB und ihren Mitarbeitern durchgeführten Transaktionen, um sicherzustellen, dass
diese den Marktbedingungen entsprechen. Die Compliance-Stelle kann evtl. erforderliche Handelsverbote und beschränkungen aussprechen, um sicherzustellen, dass Informationen, die Einfluss auf Aktienpreise haben können, nicht
missbräuchlich verwendet werden und um zu verhindern, dass vertrauliche Informationen an Bereiche weitergegeben werden die nur öffentlich zugängliche Informationen verwenden dürfen. Um Interessenkonflikte bei der Erstellung von Finanzanalysen zu verhindern, sind die Analysten der NORD/LB verpflichtet, die Compliance-Stelle über die Erstellung von Studien
zu unterrichten und dürfen nicht in die von ihnen betreuten Finanzinstrumente investieren. Sie sind verpflichtet, die Compliance-Stelle über sämtliche (einschließlich externe) Transaktionen zu unterrichten, die sie auf eigene Rechnung oder für
Rechnung eines Dritten oder im Interesse von Dritten tätigen. Auf diese Weise wird die Compliance-Stelle in die Lage versetzt, jegliche nicht-erlaubten Transaktionen durch die Analysten, wie Insiderhandel und Front- und Parallel Running, zu
identifizieren. Bei der Erstellung einer Finanzanalyse, bei der offen zu legende Interessenkonflikte innerhalb der NORD/LB
Gruppe bestehen, werden Informationen über Interessenkonflikte erst nach der Fertigstellung der Finanzanalyse von der
Compliance-Stelle verfügbar gemacht. Eine nachträgliche Änderung einer Finanzanalyse kommt nur nach Einbindung der
Compliance-Stelle in Betracht, wenn sichergestellt ist, dass die Kenntnis dieser Interessenkonflikte das Ergebnis der Studie
nicht beeinflusst. Weitere Informationen hierzu sind unserer Finanzanalyse bzw. Interessenkonflikt-Policy zu entnehmen,
die auf Nachfrage bei der Compliance Stelle der NORD/LB erhältlich ist.
Redaktionsschluss: 24. Oktober 2014
NORD/LB Economics & Strategy
Strategy
Seite 21 von 21
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
10
Dateigröße
620 KB
Tags
1/--Seiten
melden