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Bericht zur Gleichstellung in der Verwaltung - Stadt Nienburg/Weser

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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Bericht des Bürgermeisters
und der Gleichstellungsbeauftragten
zur Gleichstellung in der Stadt
Nienburg/Weser
nach § 5a
Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO)
2008 bis 2010
Inhalt
Seite
Einführung
3
Einige statistische Daten der Stadt Nienburg
3
Ausstattung der Gleichstellungsbeauftragten
4
Anregungen der Gleichstellungsbeauftragten
4
Veröffentlichungen der Gleichstellungsbeauftragten
5
Aktuelle Frauenpolitik und Geschlechterdebatten
6
Wirtschaft, Arbeit, Einkommen, Berufsfindung
7
Wirtschaftsförderung
9
Equal-Pay-Day
10
Der Zukunftstag für Mädchen und Jungen
12
Mädchen und Jungen im Jugendhaus
13
Archiv als Lernort für Schülerinnen und Schüler
15
Integriertes Handlungskonzept (IHK) Fachbereich 6
15
Frauen und Männer in der Verwaltung
16
Arbeitsgruppe Personalentwicklung
20
Frauen & Recht
20
Aus aller Frauen Länder
21
Gewalt gegen Frauen
22
Frauen und Männer im Alter
23
Verankerung der Frauengeschichte in der Stadtgeschichtsschreibung
24
Kultur für Frauen und Männer
25
Ausgezeichnete Frauen und Männer in der Stadt Nienburg
27
Sportstadt Nienburg
28
Nienburger Bündnis für Familien
29
ELISABETH-WEINBERG-PREIS
29
Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen
30
Zuschüsse
30
Fazit, Gleichstellungspolitische Forderungen
31
Anhang
Schulentlassene und Schulbeste in den Jahren 2008 bis 2010
Auswertung der Wünsche, die anlässlich der Jubiläumsveranstaltung „125 Jahre Landkreis
Nienburg/Weser“ am 21. August 2010, von Frauen am Stand des Frauenzentrums / Notruf, schriftlich
geäußert wurden.
2
Gleichstellungsbericht der Stadtverwaltung für die Jahre 2008 bis 2010
Einführung
Der § 5a Absatz 9 der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) verpflichtet die
Bürgermeisterin oder den Bürgermeister gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten,
dem Rat alle drei Jahre über Maßnahmen zu berichten, die die Gemeinde zur Umsetzung
des Verfassungsauftrages aus Art. 3 Abs. 2 der Niedersächsischen Verfassung durchgeführt
hat, und über deren Auswirkungen.
Aus der Begründung zur Berichtspflicht geht hervor, dass Gleichstellung eine Aufgabe aller
im Rat und in der Verwaltung tätigen Männer und Frauen in Zusammenarbeit mit der
Gleichstellungsbeauftragten ist. So wie Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung als eine
Aufgabe verstanden wird, die die gesamte Verwaltung und Politik gemeinsam gestalten,
muss auch Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung von Frauen und Männern als
Gesamtaufgabe zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger verstanden werden. Gleichstellung
von Frauen und Männer ist die Grundbedingung einer demokratischen Gesellschaft.
In weiten Bereichen der Verwaltung und in der örtlichen Gemeinschaft ist eine geringere
Partizipation der Bürgerinnen an Einkommen, Status und Einfluss feststellbar. Die
kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sind darum in ihrer Tätigkeit überwiegend damit
befasst, Aktivitäten anzuregen oder zu entwickeln, die der weiblichen Bevölkerung eine
gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen.
Um Gleichstellung zu erreichen, ist eine positive Diskriminierung nicht ausgeschlossen,
sondern vom Gesetzgeber und von der Verfassung ausdrücklich zugelassen. Der Staat soll
aktiv auf die Gleichberechtigung von Männern und Frauen hinwirken. Siehe dazu Artikel 3,
(2) Grundgesetz (GG) und §5 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Demgemäß ist
"eine unterschiedliche Behandlung ... zulässig, wenn durch geeignete und angemessene
Maßnahmen bestehende Nachteile ... verhindert oder ausgeglichen werden sollen". In
Bereichen, in denen Männer aufgrund ihres Geschlechts Benachteiligungen erlitten haben,
trifft dies ebenfalls zu. Eine geringere Teilhabe an Einkommen, Status und Einfluss im
öffentlichen Bereich ist bei Männern aufgrund des Geschlechts nicht festzustellen.
Nachteile durch den Arbeitgeber beim Wunsch, familiäre Verantwortung zu übernehmen,
sind beispielsweise denkbar und wären selbstverständlich nicht zu tolerieren.
Ausstattung der Gleichstellungsbeauftragten
Das Büro der Gleichstellungsbeauftragten liegt gut erreichbar für Bürgerinnen und Bürger im
Erdgeschoss des Rathaus-Erweiterungsbaus. Die Gleichstellungsbeauftragte arbeitet in
einer Vollzeitstelle. Sprechstunden werden montags von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und
dienstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr angeboten. Daneben sind Termine nach Bedarf zu
jeder Zeit und an jedem gewünschten Ort möglich. An Haushaltsmitteln stehen 4.300 Euro
zur Verfügung. Dazu kommen die Ausgaben für die Miete des Büros mit Nebenkosten, das
Porto, die Kosten für Zeitschriften und Bücher, die Aufwendungen für die Fortbildung,
Reisekosten sowie die Kosten für die Nutzung des Baubetriebshofes. Die
Gleichstellungsbeauftragte ist seit 19 Jahren bei der Stadt Nienburg/Weser beschäftigt. Die
Stabsstelle Gleichstellung wird als „Eine-Frau-Betrieb“ geführt. Wegen allgemeiner
Arbeitsverdichtung in der Verwaltung ist eine Zuarbeit oder Unterstützung durch andere
Fachbereiche und Sachgebiete selten möglich.
Anregungen der Gleichstellungsbeauftragten
Die Gleichstellungsbeauftragte erarbeitete in 2010 eine Zielvereinbarung mit dem Inhalt, die
Führungskräfte der Stadtverwaltung in Gender-Kompetenzen zu trainieren (GenderTraining). Dazu wurden verschiedene Personen angeschrieben. Gender Trainings
sensibilisieren für die Vielfalt von Geschlechterrollen und die unterschiedlichen
Lebensrealitäten von Frauen und Männern. Um zu einer konstruktiven Zusammenarbeit
zwischen den Beschäftigten zu gelangen, ist es wichtig sich der eigenen Rollenklischees
und der Rollenerwartungen an das andere Geschlecht bewusst zu sein. Die tradierten
3
Vorurteile zwischen Männern und Frauen, Kollegen und Kolleginnen kollidieren mit den
heutigen Erfordernissen an eine effektive Arbeitsstruktur. Sie verhindern die Entstehung von
Synergieeffekten in den Arbeitsprozessen wodurch wertvolle Ressourcen ungenutzt bleiben.
Gender Schulungen zeigen Verhaftungen in Rollenklischees auf, erläutern die negativen
Auswirkungen und vermitteln Gender Kompetenz in der Zusammenarbeit unter den
Beschäftigten sowie in der Aufgabenerledigung für Bürgerinnen und Bürger. Dabei geht es
um die Akzeptanz des Andersseins und die Anerkennung der Stärken und des Wissens der
Anderen, aber auch um das Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse. Gender
Schulungen werden immer gemeinsam von einer Trainerin und einem Trainer durchgeführt.
Ein Ziel des Gender Trainings ist die Erlangung von Gender-Kompetenz für eine
geschlechtersensible Aufgabenerfüllung der Verwaltung, um Chancengleichheit und
Geschlechterdemokratie für alle Bürger und Bürgerinnen sowie den Mitarbeitenden der Stadt
Nienburg zu gewährleisten. Ein weiteres Ziel kann die Implementierung von Gender
Mainstreaming in der Verwaltung sein.
Die Schulung wurde vom Bürgermeister abgelehnt, da nach seiner Auffassung die
Gleichstellungsbeauftragte nicht bereit gewesen sei, das Training durchzuführen. Die
Gleichstellungsbeauftragte ist in der Methode „Gender-Training“ nicht ausgebildet, das
Training wird von den Anbietenden nur von einem aufeinander eingespielten Paar
durchgeführt.
Die Schulung soll nun doch in 2012 durchgeführt werden. Gelder sind eingestellt.
„Politik sucht Frauen“ heißt das Mentoring-Programm, das das Ministerium für Soziales,
Frauen, Familie und Gesundheit 2010 aufgelegt hat. Die Gleichstellungsbeauftragte gab die
Anregung an die Politikerinnen und Politiker in einer VA-Sitzung weiter, damit diese sich als
Mentorinnen und Mentoren für interessierte Frauen zur Verfügung stellen konnten aber auch
um interessierte Frauen anzusprechen und diese zu motivieren, sich um ein Mandat
bewerben.
Die Unterlagen zu einem Mentoring-Programm für Nachwuchsführungskräfte des
Niedersächsischen Studieninstitus „Fit für Führung“, gab die Gleichstellungsbeauftragte
2009 an das Sachgebiet Organisation, Personal und TUI und regte an, 2010 am MentoringProgramm teilzunehmen. Als Instrument der Personalentwicklung ist es Ziel des MentoringProgramms, Führungsqualitäten der weiblichen Beschäftigten sichtbar zu machen und
weiter zu entwickeln, um sie dann in entsprechenden Positionen einzusetzen und damit den
immer noch geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen in den niedersächsischen
Kommunalverwaltungen zu erhöhen. Da eine Personalauswahl unter den weiblichen
Beschäftigten zeitlich nicht mehr zu realisieren war, zudem keine Haushaltsmittel dafür zur
Verfügung standen, konnte diese Anregung nicht umgesetzt werden.
Auf Anregung der Gleichstellungsbeauftragten in der Personalentwicklungsgruppe wurde
damit begonnen, das Personalauswahlverfahren für alle Neueinstellungen in allen
Fachbereichen einheitlich zu gestalten.
Nachrichtlich: Im Mai 2006 wurde das Grab Luises Wynekens auf dem Friedhof
Bollmannstraße, auf Anregung der Gleichstellungsbeauftragten, durch den Rat der Stadt
Nienburg zum Ehrengrab erklärt.
Veröffentlichungen der Gleichstellungsbeauftragten
In den Jahren 2008 bis 2010 erarbeitet die Gleichstellungsbeauftragte 36 Veröffentlichungen,
zu gleichstellungsrelevanten Themen, darunter etliche Artikel zu den Veranstaltungen, vier
Unterstützungsschreiben (Letter of Intent) sowie diverse Grußworte und Kolumnen für die
Lokalzeitung.
4
Einige statistische Daten der Stadt Nienburg
Am 30.09.2010 lebten in der Stadt Nienburg 15.705 Männer und 16.282 Frauen. Am
30.06.2009 zählte das Statistische Landesamt 11.834 sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte am Arbeitsort. Davon waren 5883 bzw. 49,7% männlich und 5951 oder 50,3%
weiblich. (Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen,
LSKN-Online, Tabelle K 70H 5101). Im Vergleich zum vorherigen Bericht ist die Anzahl
versicherungspflichtig beschäftigter Frauen gestiegen.
Am Stichtag 24. März 2011 lebten in der Stadt Nienburg 33.007 Einwohnerinnen und
Einwohner (16.045 männlich, 16.962 weiblich), davon 30.774 mit deutscher
Staatsangehörigkeit, 2.233 Menschen mit anderer Staatsangehörigkeit (1.176 männlich,
1.057 weiblich), darunter 495 EU- Bürgerinnen und Bürger (297 männlich, 198 weiblich) und
3008 Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit (1.496 männlich, 1.512 weiblich).
(Fachbereich 3, Sachgebiet 34)
Dem Rat der Stadt gehören 13 Frauen und 26 Männer an (2006 bis 2011). Der
Ratsvorsitzende, der Bürgermeister, die Ortsbürgermeister sowie die ehrenamtlichen
Bürgermeister sind männlich.
Frauen in obersten Führungspositionen sind in der Stadtverwaltung noch immer
unterrepräsentiert. Auch wenn sich für die Fachbereichsleitung 5 in 2011 eine Frau
qualifiziert hat, werden sieben Fachbereiche von Männern geleitet.
Nachrichtlich
Unterhaltsvorschussleistungen – Empfänger/innen im Bereich Stadt Nienburg/Weser
Ausgaben
für Monat
weiblich
Kinder
männlich
gesamt
EmpfängerInnen
weiblich männlich gesamt
September 2008
41.629,50 €
152
139
291
206
14
220
September 2009
37.463,00 €
142
132
274
186
16
202
September 2010
40.070,00 €
124
137
261
180
18
198
September 2011
36.542,00 €
117
127
244
176
11
187
Landkreis Nienburg, FD Vertretung Minderjähriger, Unterhaltsvorschussstelle
5
Aktuelle Frauenpolitiken und Geschlechterdebatten
Vernetzung spielt in allen Bereichen politischen Handelns eine zentrale Rolle. In der
Gestaltung von Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung zählt Vernetzung zu den
wichtigsten Aufgaben. Über die Jahre sind durch Veranstaltungen und Zusammenarbeit
unter anderem mit dem Frauen-Stadthaus und der Koordinierungsstelle frau+wirtschaft, dem
Frauenzentrum mit dem Notruf für Frauen und Mädchen, dem Begegnungszentrum Sprotte,
dem
Kulturwerk,
der
Polizeiakademie,
der
Arbeitsagentur
und
den
Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Nienburg fruchtbare, vertrauensvolle und
tragfähige Netzwerke der Akteurinnen in Nienburg und im Landkreis aufgebaut worden. Das
schafft Synergieeffekte durch kurze Wege und schnelle Handlungsmöglichkeiten. So
konnten immer wieder Partnerinnen und Partner gewonnen werden, die sich untereinander
ebenfalls vernetzten und Kooperationen eingingen.
Informationen aus den Ministerien, dem Deutschen Städtetag, dem Niedersächsischen
Städtetag und anderen werden regelmäßig an das Netzwerk, die Vereine, Verbände und
Institutionen in der Stadt weitergegeben wie zum Beispiel Bewerbungen um Jugendpreise,
Fördermittel sowie neue Rechtsgrundlagen.
Seit dem Jahre 2006 wird jährlich am Internationalen Frauentag, dem 08. März, in
Zusammenarbeit
mit
örtlichen
Frauenvereinen,
ein
Frauenpolitischer
Vernetzungsempfang ausgerichtet. Der Internationale Frauentag ist in jedem Jahr der Tag,
an dem die aktuelle oder auch historische politische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf
Frauen einen besonderen Stellenwert bekommen. Die aktuellen Debatten um die
Frauenbewegung, den Feminismus, 90 Jahre Frauenwahlrecht und 60 Jahre Grundgesetz
sowie Gesetzesänderungen waren Anlass, sich 2009 mit den Veränderungen, Rückschritten
und Entwicklungen in den Frauenpolitiken auseinander zu setzen.
Zum Frauenpolitischen Vernetzungsempfang 2008, gab Dr. Antje Schrupp einen
Überblick über die Zukunft der Frauenbewegung, die sich verändernde Erscheinung und
über die Splittergruppen sowie über die feministische Bewegung in Deutschland und weltweit
und stellte die provozierende Frage: „Wie tot ist etwas, das sich vermehrt?“
Die Kosten für die Referentin inklusive Fahrtkosten und einem Imbiss für die Besucherinnen
betrugen 891 Euro. 160 Euro wurden eingenommen.
Rechtsanwältin Katja Keul stellte 2009 die Geschichte des Frauenwahlrechts und das
Ringen um den Gleichstellungsartikel im Grundgesetz vor.
Der Verein Frauen unter einem Dach erhielt für diese Veranstaltung einen Zuschuss von 200
Euro.
Die Autorin Beatrice von Weizsäcker, die aus ihrem Buch „Warum ich mich nicht für Politik
Interessiere“ lesen wollte, erkrankte kurzfristig, so dass in 2010 die Veranstaltung abgesagt
werden musste. Es wurde vom Frauenzentrum ein kleines Fest ausgerichtet. Kosten aus
dem Gleichstellungshaushalt entstanden nicht. (Stabsstelle 15)
6
Wirtschaft, Arbeit, Einkommen, Berufsfindung
Im Jahr 2008 standen von den 20.968 erwerbsfähigen Personen in der Stadt Nienburg
11.832 in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, darunter 5.857 (49,5°%)
Frauen. Die Zahlen haben sich in den folgenden zwei Jahren nur wenig, dafür aber positiv
verändert. 2009 lag der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen an den
Beschäftigten insgesamt bei 50,3% und überstieg damit den Niedersachsendurchschnitt von
45% und den Bundesdurchschnitt von 46,3% deutlich.
Die Anzahl der männlichen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist von 5.975 im Jahr
2008 auf 5.883 im Jahr 2009 zurückgegangen, dass sind 49,7% an den Beschäftigten
insgesamt und liegt unter der Quote von Land (55,0%) und Bund (53,7%). (Nienburg Daten –
Fakten, Hrg. Stadt Nienburg/Weser, 2011)
Die starke Erwerbsbeteiligung der weiblichen Bevölkerung hat unterschiedliche Gründe, die
hier
unbelegt
betrachtet
werden.
Viele
Frauen
arbeiten
in
atypischen
Beschäftigungsverhältnissen. Die in der Stadt sowie im Landkreis Nienburg zu
erwirtschaftenden Einkommen sind eher niedrig. Im Dienstleistungssektor arbeiteten im Jahr
2009 von den 5.906 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen 3.800 Frauen. Viele
weibliche Beschäftigte arbeiten in Teilzeit, um Familienarbeit und Berufstätigkeit in Einklang
zu bringen, andere haben zwar eine sozialversicherungspflichtige Anstellung, ihr Einkommen
deckt aber nicht den Lebensbedarf, so dass noch aufstockende Leistungen nach dem SGB
gezahlt werden müssen.
Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr informierte über den
Fortschrittsbericht 2010 für den Europäischen Sozialfonds - Förderperiode 2007 - 2013. Der
Bericht stellt die Umsetzung der beiden Operationellen Programme des Europäischen
Sozialfonds (ESF) in Niedersachsen in den Zielgebieten Konvergenz und Regionale
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung (RWB) dar. Ein Schwerpunkt wird dabei auf den
Fortschritt im Berichtsjahr 2010 gelegt.
Die Ziele zur zahlenmäßigen Beteiligung von Frauen am ESF wurden insgesamt erreicht.
Allerdings konnten in 2010 zur Erreichung des Ziels der "Erhöhung der Existenz sichernden
Erwerbsbeteiligung von Frauen" keine wesentlichen Fortschritte gemacht werden.
7
Statistiken der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosigkeit ausgewählter Personengruppen Nienburg/Weser Februar 2011
Anteil an allen Arbeitslosen in %
Männer
54,1
Frauen
45,9
15 bis unter 25 Jahre
11,0
50 bis unter 65 Jahre
31,6
Langzeitarbeitslose
Schwerbehinderte
26,0
4,5
Ausländer
9,7
Arbeitslosigkeit ausgewählter Personengruppen 2011
Veränderung gegenüber Vorjahr in %
Arbeitslose
-15,5
Männer
-20,3
Frauen
15 bis unter 25 Jahre
-9,0
-24,4
50 bis unter 65 Jahre
Langzeitarbeitslose
+1,0
-10,4
Schwerbehinderte
Ausländer
+4,3
-11,7
Die Statistiken zeigen, dass die Arbeitslosigkeit bei Männern höher liegt, ihre
Vermittlungschance ebenfalls.
8
Wirtschaftsförderung
Die Stabsstelle 17 - Wirtschaftsförderung führte im Berichtszeitraum folgende Maßnahmen
durch:
1. Ansiedlungs- und Gründungsvorhaben
2. Beteiligung an Informationsveranstaltungen und Fachmessen
3.Stadtmarketingkonzept 2015 - Bildungsstandort
4. Betriebskontakte zur Stärkung der Standortqualität
Grundsätzlich stehen bei allen Aktivitäten der Wirtschaftsförderung der Erhalt und die
Schaffung von Arbeitsplätzen für beide Geschlechter im Vordergrund.
1.
Im Rahmen der Gespräche mit Ansiedlungswilligen und Existenzgründerinnen und –
gründern wird auf die Gleichbehandlung der Geschlechter geachtet. Im Berichtszeitraum
sind mehr als 150 Personen beraten worden. Der Anteil der Gründerinnen war extrem
gering. Eine Einflussnahme auf die Geschlechter ist seitens der Wirtschaftsförderung nicht
möglich.
2.
An den Nienburger Informationsbildungstagen NIBIT 2008 wurden Schulabgängerinnen und
–abgänger gleichermaßen über aktuelle Ausbildungsberufe Nienburger Betriebe informiert
und mit Beispielen neuer Berufe in Industrie, die von Auszubildenden präsentiert wurden,
ergänzt. Im Rahmen des Neubürgertages im Jahre 2010 erhielten Interessierte
Informationen über die Unternehmensvielfalt in Nienburg und damit verbunden einen
Berufsquerschnitt.
3.
Der Wirtschaftsstandort Nienburg gilt in der Region mit seinen Bildungseinrichtungen als
Bildungs- und Ausbildungszentrum. Das Bildungsangebot für junge Menschen soll in
Verbindung mit den ansässigen Betrieben weiter ausgebaut und nutzbar gemacht werden.
Mit einer guten Wissens- und Bildungsqualität wird eine hohe soziale und wirtschaftliche
Lebensqualität der Menschen gesichert, um den beruflichen Wettbewerb bestehen zu
können.
4.
Im Rahmen der Betriebskontakte
und –besuche wird seitens der städtischen
Wirtschaftsförderung besonders auf die Schaffung von entsprechenden Ausbildungsplätzen
hingewirkt, um dem immer stärker gewordenen Facharbeitskräftemangel entgegenzuwirken.
Von den genannten Maßnahmen werden eine Steigerung von Erwerbsmöglichkeiten und
eine Wertschöpfung erwartet.
Kosten entstanden im Rahmen der Personalkosten lt. Produktplan für Wirtschaftsförderung
und Stadtmarketing sowie individuelle sächliche Aufwendungen bei der Teilnahme an
Messen und sonstige Marketingmaßnahmen. Ein besonderer Haushaltsansatz wird nicht
ausgewiesen.
Weiterhin haben Ansiedlung und Bestandspflege von Betrieben oberste Priorität.
Werbemaßnahmen werden ausgerichtet auf die Themen „Chancengleichheit
Qualifizierung, Ansiedlung, Gründung und Ausbildung“.
Verstärkte Zusammenarbeit im Rahmen von interkommunalen Projekten.
bei
9
Equal Pay Day – der Tag der Roten Taschen
„Der Gender Pay Gap, das heißt der prozentuale Unterschied im
durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen, lag in Deutschland mit
23,2% auch im Jahr 2009 deutlich über dem Durchschnitt der Europäischen Union (17,1%).
Von den 27 Ländern der europäischen Union wiesen lediglich Estland (letzter Wert für 2007:
30,3%), die Tschechische Republik (25,9%) und Österreich (25,4%) einen gegenüber
Deutschland höheren geschlechtsspezifischen Verdienstabstand auf“. (Statistisches
Bundesamt)
2008 hat der Verein Business and Professional Women (BPW) zum ersten Mal zu einer
Aktion der Roten Taschen aufgerufen und damit den Equal Pay Day in Deutschland bekannt
gemacht und etabliert. Der Tag der Roten Taschen markiert den Tag, bis zu dem Frauen
arbeiten müssen, um das durchschnittliche Jahresgehalt eines Mannes erreicht zu haben. In
Niedersachsen, wie auch in anderen Bundesländern hat sich ein breites Bündnis aus
Gleichstellungsbeauftragten, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, dem Bundesfrauenrat
und anderen Vereinen und Verbänden aufgestellt, um auf diese Diskriminierung hinzuweisen
und die Bundesregierung zum Handeln zu bewegen. Die Rote Tasche ist als Symbol der
Ungerechtigkeit zu verstehen.
„40 Prozent der Lohnkluft zwischen Männern und Frauen lassen sich weder mit
unterschiedlichen Qualifikationen noch mit frauen- oder männerspezifischer Berufswahl
erklären. Sie sind Ausdruck fortbestehender geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung.
Laut dem DGB Index „Gute Arbeit“ von 2009 verdiente ca. die Hälfte der jungen Männer über
2.000 Euro brutto im Monat, bei den jungen Frauen erreichten nur 40 Prozent solch ein
Einkommen. Dagegen lagen 39 Prozent der jungen Frauen mit einem Einkommen von unter
1.500 Euro brutto im bzw. nahe am Niedriglohnbereich. Bei den Männern waren es 30
Prozent. Kein anderes Land hat in den vergangenen Jahren ein so schnelles Wachstum des
Niedriglohnsektors erlebt, wie Deutschland. Laut dem Institut für Arbeit und Qualifizierung
(IAQ) arbeiten mittlerweile über 6,5 Millionen Menschen in Deutschland zu Niedriglöhnen.
Niedriglohnbeschäftigte sind meist weiblich (67,5%) und gut ausgebildet (72% haben einen
beruflichen Abschluss).
Junge Frauen sind etwas besser ausgebildet als junge Männer. Zwar liegt - laut Mikrozensus
2008 - der Anteil derjenigen ohne abgeschlossene Schulausbildung zwischen 25 und 30
Jahren bei beiden Geschlechtern bei 3 Prozent, geht es aber um den Berufsabschluss,
haben junge Frauen mit 24 Prozent seltener keinen als junge Männer (27%). Junge Frauen
erwerben außerdem öfter einen höheren Abschluss. 45 Prozent der jungen Frauen verfügen
über die Hochschulreife (Abitur) und 17 Prozent über eine akademische Ausbildung. Bei den
Männern besitzen 40 Prozent die Hochschulreife und 13 Prozent einen akademischen
Abschluss.
Der Bildungsvorteil gilt jedoch nicht für junge Frauen mit Migrationshintergrund. Sie sind
gegenüber allen anderen Gruppen im Nachteil. 40 Prozent der Frauen mit
Migrationshintergrund zwischen 25 und 35 Jahren haben keinen Berufsabschluss und 10
Prozent haben ihre Schulausbildung nicht abgeschlossen.“ (Studie des DGB in
arbeitsmarktaktuell, Nr. 10, Nov. 2010)
10
Die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht führt bereits zu einer Gehaltseinbuße
von 8,7°%.
Am 03. April 2009 stellte die erste Vorsitzende des Vereins Business and Professional
Women, Astrid Obermüller, während einer Veranstaltung die Hintergründe zum Tag der
Roten Taschen vor. In der Bundesrepublik, aber auch weltweit verdienen Frauen bei gleicher
Arbeitszeit, Ausbildung und in der gleichen Branche erheblich weniger als Männer. Der
Lohnabstand (Pay Gap) beträgt in Deutschland zwischen 22% und 24%. In der Banken- und
Versicherungsbranche ist er besonders ausgeprägt.
Ziel der Veranstaltung im Rahmen eines Vernetzungsempfangs war es, die
Wahrnehmung zu schärfen, dass Tätigkeiten, die hauptsächlich von Frauen verrichtet
werden, in den Tarifparteien und in der freien Wirtschaft unterbewertet werden. Zudem
arbeiten vermehrt Frauen in Teilzeit, um Familie, Beruf und Pflege zu vereinbaren.
Teilzeitarbeit ist ein Karrierehindernis und bedingt im Alter eine finanziell schlechtere
Absicherung und somit Altersarmut der weiblichen Bevölkerung.
Die Kosten betrugen insgesamt 403,50 Euro. (Stabsstelle 15)
„Perspektive Wiedereinstieg“ hieß das Projekt des Bundesministeriums für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, das im Jahr 2010 auslief. Die Gleichstellungsbeauftragte der
Stadt Nienburg führte mit den Kolleginnen aus Hoya, Rehburg-Loccum, Liebenau sowie der
Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Arbeitsagentur Nienburg im
Oktober 2009 einen Infotag Wiedereinstieg in Vestibül des Rathauses durch. Der erste
Infotag Wiedereinstieg mit 21 Beratungsständen von Bildungsanbietenden und
Zeitarbeitsfirmen, Rentenversicherung und Arbeitsagentur war ein sehr großer Erfolg.
Obwohl in erster Linie die weibliche Bevölkerung angesprochen war, ließen sich auch
Männer beraten. Die Veranstaltung ging bis 16.00 Uhr. Ab 13.30 Uhr wurde es merklich
leerer im Vestibül.
Das Ministerium stellte umfangreiches Informationsmaterial, Flyer und Plakate sowie
sogenannte Give-aways zur Verfügung. Die Arbeitsagentur Nienburg übernahm die
Verpflegung für die Ausstellenden. So konnten die Kosten gering gehalten werden. Neben
der Arbeitszeit für die Hausmeister für den Auf- und Abbau entstanden Ausgaben in Höhe
von 310,00 Euro für die Kinderbetreuung, die Beratung durch Gründerinnen Consult und
Getränke.
Der zweite Infotag Wiedereinstieg im September 2010 wurde von 20 Institutionen gestaltet
und hatte ebenso wie die Vorjahresveranstaltung eine sehr gute Resonanz. In den ersten
zwei Stunden wirkte das Vestibül des Rathauses überfüllt. Es änderte sich dann, als die
Vorträge gehalten wurden. Der zeitliche Ablauf wurde im Vergleich zum Vorjahr gekürzt, die
Veranstaltung nur noch bis zum Mittag durchgeführt, was sich positiv auf die Atmosphäre
auswirkte. Das Bundesministerium unterstützte zum letzten Mal auch diesen Infotag mit
Informationsmaterialen und Werbegeschenken.
11
Die Ausgaben betrugen, neben den Arbeitskosten für die Hausmeister für den Auf- und
Abbau, 171,49 Euro. Die Kinderbetreuung wurde von der Gleichstellungsbeauftragten der
Stadt Rehburg-Loccum übernommen, Flyer und Plakate stellte die Arbeitsagentur Nienburg
zur Verfügung.
Mit der Ausrichtung der Infotage wurde aufgezeigt, wie vielfältig das Beratungs- und
Informationsangebot für die Bevölkerung, insbesondere für arbeitsuchende Frauen in der
Kreisstadt Nienburg ist. Zudem konnten, durch die unterschiedlichen Angebote an einem Ort,
Schwellenängste niedrig gehalten werden. Das Rathaus wirkte wie ein großer, bunter
Marktplatz. Das wurde vom Publikum sehr geschätzt und deshalb auch so außerordentlich
gut angenommen.
Bedingt durch die in 2008 verabschiedeten Änderungen im Unterhaltsrecht, versuchen
Frauen aller Altersgruppen auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen oder sich neu zu
orientieren, da ihnen im Zweifelsfall kein nachehelicher Unterhalt mehr zusteht.
Junge Frauen sind zunehmend berufsorientiert. 71 Prozent der unter 30jährigen Frauen ist
beruflicher Erfolg wichtig. Inzwischen unterscheiden sich junge Frauen in der Orientierung
auf Beruf und Arbeitswelt kaum noch von den jungen Männern, bei denen 76 Prozent Erfolg
im Beruf für wichtig erachten (Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, August
2010). Doch viele junge Frauen haben von der Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt in
den letzten Jahren nur bedingt profitiert. Zwar ist ihre Arbeitslosigkeit gesunken, die Qualität
der Jobs lässt jedoch zu wünschen übrig. Unsichere Beschäftigung und Niedriglöhne sind für
viele der Preis für eine höhere Arbeitsmarktbeteiligung. (Stabsstelle 15)
Der Zukunftstag für Mädchen und Jungen
Der Zukunftstag wird in der Verwaltung von der Gleichstellungsbeauftragten koordiniert. So
auch in den Jahren 2008 bis 2010. Die Schülerinnen und Schüler sowie interessierte Eltern
erhalten Informationen rund um das Anliegen dieses Tages, Mädchen für technische Berufe
und Jungen für die sozialen Berufe zu interessieren zudem zu Möglichkeiten, den Tag in
einem Bereich der Stadtverwaltung zu verbringen. Beliebte Orte sind der Posthof, das
Hallenbad sowie Archiv und Theater aber auch das Klärwerk, der Baubetriebshof und die
Feuerwehr boten Mädchen und Jungen Plätze für den Zukunftstag an. Für einige
Fachbereiche bzw. Sachgebiete ist es schwer, Schülerinnen und Schüler gemäß der
Intention des Tages zu beschäftigen.
Das Stadt- und Kreisarchiv bietet prinzipiell zum alljährlichen Zukunftstag Plätze an. In
den Jahren vor 2008 meldeten sich jeweils Schülerinnen an, während in dem Zeitraum 20082010 insgesamt ein Junge teilnahm. Anliegen des Archivs ist es, insbesondere Mädchen für
den höheren Archivdienst zu interessieren, da in diesen Positionen mehr Männer vertreten
sind, generell aber Jungen und Mädchen stärker für Geschichte und damit verbundene
Berufe zu interessieren. Das Archiv wird auch weiterhin Plätze für den Zukunftstag
bereitstellen.
12
10 bis 15 jährigen Schülerinnen und Schüler wurde im Berichtszeitraum ermöglicht, den
Zukunftstag in der städtischen Bibliothek, dem Posthof, zu verbringen. Ziel und Zweck
war die Erkundung der Arbeitswelt und das Kennenlernen spezieller Berufe, was zu einer
Verbesserung der Berufsorientierung führen kann.
Teilnehmer/innen:
2008: 8 Mädchen, 1 Junge; 2009: 2 Mädchen, 6 Jungen; 2010: 8 Mädchen, 1 Junge
Personalkosten (1 Person, 1 Tag, TVÖD 9), keine weiteren Kosten.
Weitere Teilnahmen der Stadtbibliothek am Zukunftstag sind vorgesehen.
(Fachbereich 4, Sachgebiet 43)
Mit der Gleichstellungsbeauftragten der Polizeiakademie Frau Ute Raabe und dem Leiter der
historischen Sammlung der Polizei, Dr. Dirk Götting, ergab sich durch die Ausstellung „Von
der Polizeiassistentin zur Führungskraft“ eine konstruktive Zusammenarbeit. Auf Anregung
der Gleichstellungsbeauftragten konnte das Frauenzentrum mit dem Notruf für Mädchen und
Frauen als Kooperationspartnerin für die Ausstellung und das Rahmenprogramm in der
Polizeiakademie in Nienburg gewonnen werden. Da die Polizei bestrebt ist, die Anzahl der
Studierenden mit Migrationshintergrund zu erhöhen, wurde in 2010 eine
Informationsveranstaltung Berufe bei der Polizei mit Frau Raabe im Begegnungszentrum
Sprotte für Migrantinnen und Migranten durchgeführt. Kosten entstanden nicht.
Das Jugendhaus Nienburg bietet in Kooperation mit dem Jugendhaus Langendamm und
dem Streetworker seit Jahren Veranstaltungen zum Zukunftstag für Schülerinnen und
Schüler rund um das Thema Lebensplanung - Berufsplanung - Berufsfindung an, so auch im
Berichtszeitraum. Mit dabei ist auch die Bundesagentur für Arbeit sowie Referentinnen und
Referenten u. a. von der Bundeswehr, der Polizei und aus dem Handwerk. Dabei werden die
Möglichkeiten der alternativen Berufsfindung aufgezeigt und für Männer und Frauen
untypische Berufe vorgestellt. Es werden Bewerbungstrainings als Einzelhilfe und
Mitmachaktionen sowie Beratung zu verschiedenen beruflichen Werdegängen angeboten.
Ziel ist die Förderung der Eigenverantwortung und Entscheidungshilfen wie auch die
Vernetzung mit Gremien und Institutionen berufsbildender Schwerpunkte. Die
Veranstaltungen zeigen positive Auswirkungen bei der Förderung der Vermittlung
Jugendlicher in verschiedene Berufszweige, bei der Vernetzung mit dem
Berufsinformationszentrum (BIZ), in der Förderung von Elternarbeit und in der Förderung von
Aufklärung über untypische Berufe für Frauen und Männer. Die Jugendhäuser planen den
Zukunftstag weiter zu gestalten, entsprechend ihren personellen und materiellen
Ressourcen.
Mädchen und Jungen im Jugendhaus
Die Jugendhäuser Nienburg und Langendamm bieten beide geschlechtsspezifische
Jugendarbeit an. Die geschlechtsspezifische Jungenarbeit im Jugendhaus Nienburg wird
durch einzelne Angebote für Jungen ab 7 Jahren in den Ferienpassveranstaltungen,
einschließlich der Oster- und Herbstferien, abgedeckt. Im Jugendhaus Langendamm trifft
sich seit 2010 regelmäßig donnerstags die Jungengruppe (16.00 bis 18.00 Uhr) zu Sportund Spielangeboten. Einzelfallhilfe und Beratung werden bereitgestellt, Kreativ- oder
Kochaktionen sowie Ausflüge werden durchgeführt. Ziele der Maßnahmen sind das
Aufzeigen von alternativen Freizeitmöglichkeiten, die Schaffung von Aktionsmöglichkeiten für
Jungen (losgelöst vom offenen Treff der JH) mit verschiedenen sozialen und kulturellen
Herkünften, Bereitstellung altersgerechter spezifische Gruppenengebote, Bestärkung und
Reflektion des Handelns und Bewusstseins von Jungen und jungen Männern, Vermittlung
von Fähig- und Fertigkeiten im Umgang mit verschiedenen Medien, Förderung von sozialen
Kompetenzen im Umgang miteinander und in der Gruppe, Einzelhilfen z.B. bei
Bewerbungstraining, Beratung zu verschiedenen sozialen Hintergründen: Hilfe zur
Selbsthilfe, Förderung von Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein, Vernetzung mit
Gremien und Institutionen geschlechtsspezifischer Arbeit (z.B. Beratungsstellen,
Familienhilfe), Elternarbeit, Öffentlichkeitsarbeit.
13
Auswirkungen:
- Förderung der geschlechtsspezifischen Jungenarbeit in den Jugendhäusern und in
Gremien
- Vernetzung
- Förderung von Elternarbeit
- Förderung von Integration
- Kriminellen und verhaltensauffälligen Tendenzen bei Jungen im Rahmen der
Einzelhilfe entgegenwirken
- Bestärkung von Jungen und jungen Männern in ihren Fähigkeiten
Kosten: siehe Kosten der laufenden Arbeit,
Geschlechtsspezifische Mädchenarbeit wird ebenfalls in beiden Jugendhäuser
angeboten. In Nienburg mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr, einschließlich der Oster- und
Herbstferien, für Mädchen ab 7 Jahre. Im JH Langendamm trifft sich regelmäßig freitags die
Mädchengruppe (16.00 – 18.00 Uhr) ebenfalls für Mädchen ab 7 Jahre.
Dabei geht es um die Bereitstellung von Sport- und Spielangeboten, Einzelfallhilfe und
Beratung, Gruppenaktionen, z.B. Kreativ- oder Kochaktionen sowie Ausflüge, die regelmäßig
im Berichtszeitraum durchgeführt wurden. Daneben erfolgte eine Mitarbeit im Gremium
„Mädchenarbeitskreis“ (MAK) des Landkreises Nienburg, die Teilnahme von Mädchen der
JH Nienburg und Langendamm an Übernachtungswochenenden in Kooperation mit dem
MAK 2008 – 2010 (einmal jährlich) und die Teilnahme am Projekt „Mädchenkalender“ durch
Mädchen der JH jährlich (2008 – 2010) im Rahmen von Projekttagen und in Kooperation mit
dem MAK.
Ziele der Maßnahme sind das Aufzeigen von alternativen Freizeitmöglichkeiten, die
Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten für Mädchen verschiedener sozialer und kultureller
Herkünfte, die Bestärkung junger Mädchen und Frauen in ihrem Handeln und Bewusstsein,
Vermittlung von Fähig- und Fertigkeiten im Umgang mit verschiedenen Medien und die
Förderung von sozialen Kompetenzen im Umgang miteinander und in der Gruppe. Im
Rahmen von Einzelhilfen für jugendlicher Mädchen z.B. bei Bewerbungstraining, Beratung
zu verschiedenen sozialen Hintergründen: Hilfe zur Selbsthilfe, Förderung von
Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein, Vernetzung mit Gremien und Institutionen
geschlechtsspezifischer Arbeit (z.B. Beratungsstellen, MAK, Familienhilfe) Elternarbeit,
Öffentlichkeitsarbeit (z.B. durch Mädchenkalender).
Auswirkungen:
- Förderung der geschlechtsspezifischer Mädchenarbeit in den Jugendhäusern und in
Gremien
- Vernetzung und Entwicklung von „Produkten“ wie z.B. Mädchenkalender
- Kulturellen und sozialen Benachteiligungen von Mädchen und jungen Frauen
entgegenwirken
- Förderung von Elternarbeit
- Förderung von Integration
- Kriminellen und verhaltensauffälligen Tendenzen bei Mädchen im Rahmen der
Einzelhilfe entgegenwirken
- Bestärkung von Mädchen und jungen Frauen in ihren Fähigkeiten
Kosten: siehe Kosten der laufenden Arbeit, einmalige Kosten für z.B.
Übernachtungswochenende oder Mädchenkalender durch Spenden
Die geschlechtsspezifische Jugendarbeit in den Jugendhäusern soll entsprechend der
personellen und materiellen Ressourcen weitergeführt werden.
(Fachbereich 5, Sachgebiet 51)
14
Archiv als Lernort für Schülerinnen und Schüler
Im
Rahmen
von
Projektwochen,
Seminarfacharbeiten,
Teilnahme
an
Geschichtswettbewerben u.ä., besuchen viele Schülerinnen und Schüler das Archiv. Das
Geschlechterverhältnis in diesem Zusammenhang ist ausgewogen. Es fällt jedoch auf, dass
die Schülerinnen bei Prämierungen von Arbeiten insgesamt besser abschneiden. Ziel des
Archivs ist es, Lernort für Schülerinnen und Schüler gleichsam zu sein, um das Interesse für
Geschichte, insbesondere die Stadtgeschichte, zu wecken, die Identifikation mit der
Stadt/der Region zu fördern aber auch selbstständiges Recherchieren in Quellen und
wissenschaftliches Arbeiten zu üben und damit ein Lernort außerhalb der Schule zu sein.
Vom FB 6 wurden keine eigenständigen Maßnahmen durchgeführt.
Gegebenenfalls zuzuordnen wären aus dem Integrierten Handlungskonzept (IHK) des
Programms "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt
Lehmwandlung“ in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern die Projekte
5.5.2
5.5.3
5.6
5.15
5.20
5.21
5.22
5.23
5.24
5.25
Fit im Deutschen Alltag
Integration und Begegnung im Alltag
Nähwerkstatt
Qualifizierungstreff – Chancen
Fit für den Beruf
Jugend für Technik begeistern
Lets’s find my Job
Verbesserung außerschulischer Bildungschancen „aBc“
Fit für’s Leben
Jenseits der Lehmwandlung
Die detaillierten Beschreibungen können im Internet heruntergeladen werden.
15
Frauen und Männer in der Verwaltung
Für den Bericht des Bürgermeisters und der Gleichstellungsbeauftragten nach § 5a NGO
meldet das Sachgebiet 112 – Organisation, Personal und TuI folgende Maßnahmen, Daten
und Fakten:
Führungspositionen (Stand 31.12.2010)
Führungspositionen bei der Stadt Nienburg/Weser
Bürgermeister
Fachbereichsleitungen
Sachgebietsleitungen
sonstige Führungspositionen (Stabsstellen, RPA)
Führungspositionen ohne Personalverantwortung
Gesamt
gesamt davon weiblich
1
7
18
4
4
34
Führungspositionen gesamt
davon männlich
0
0
7
2
1
10
1
7
11
2
3
24
Fachbereichleitungen
weiblich
0
0%
weiblich
10
29%
männlich
24
71%
männlich
7
100%
Sachgebietsleitungen
sonstige Führungspositionen (RPA, Stabsstellen)
weiblich
7
39%
männlich
11
61%
männlich
2
50%
weiblich
2
50%
Bei der Stadt Nienburg/Weser sind Führungsstellen immer noch weit überwiegend mit
Männern besetzt. Allerdings steigt die Zahl der weiblichen Führungskräfte auf der unteren
Führungsebene kontinuierlich an.
Die Ursache dafür, dass im gehobenen Dienst noch keine Frau eine Führungsposition inne
hat, ist sicherlich darin zu sehen, dass die Fluktuation in diesem Bereich relativ gering ist.
16
Anteil der weiblichen Kräfte am Gesamtpersonalaufkommen in Prozenten
Bes.-Gruppen – Beamte
2008
2009
2010
B4
B3
A15
A13
A12
A11
A10
A9
A8
A7
A6
40,00%
75,00%
66,67%
33,33%
-
40,00%
75,00%
66,67%
33,33%
-
EG.-Gruppen – Beschäftigte
2008
2009
2010
15
14
13
12
11
10
09
08
07
06
05
04
03
02Ü
02
01
33,33%
41,18%
60,00%
76,74%
75,51%
46,15%
48,28%
100,00%
51,43%
100,00%
33,33%
41,18%
56,10%
73,53%
75,00%
39,29%
50,00%
100,00%
59,38%
100,00%
33,33%
41,18%
55,00%
72,22%
74,47%
35,19%
42,76%
100,00%
56,25%
92,86%
40,00%
60,00%
100,00%
33,33%
-
Hausinterne Stellenausschreibungen
Jahr
Bezeichnung
EG
2008 Verwaltungsangestellte/r FB 8
2008 Verwaltungsangestellte/r SG 21
2009 Verwaltungsangestellte/r SG 22
08
08
2009
2010
2010
2010
06
08
04
03
Verwaltungsangestellte/r SG 42
Verwaltungsangestellte/r SG 21
Arbeiter Beaubetriebshof
Schulhausmeister/in
Anteil weibl.
im Hause
76,74 %
76,74 %
Bewerbungen
Frauen
Männer
3
6
0
0
Einstellung
1 Frau
1 Frau
Personalauswahlverfahren wurde aufgrund unvorhersehbaren
innerbetrieblichen Entwicklungen abgebrochen
75,00 %
72,22 %
0,00 %
42,86 %
3
3
1
1
0
2
2
1
1 Frau
1 Frau
1 Mann
1 Mann
17
Externe Stellenausschreibungen
Jahr
Bezeichnung
EG
2008
2008
2008
2008
2008
Schwimmmeister/in SG 52
Erzieher/in SG 51
Schulsekretär/in SG 51
Sozialarbeiter/in SG 51
Mitarbeiter/in für den
zentralen Schreibdienst
Schreibkraft
Außendienstmitarbeiter/in
Sozialarbeiter/in SG 51
Sozialarbeiter/in SG 51
Mitarbeiter/in für das
Sekretariat des Bürgermeisters
Reinigungskraft
Kinderpfleger/in Sozialassistent/in
Fachangestellter für Bäderbetriebe
Erzieher/in
Kinderpfleger/in
Stadtplaner/in*
06
06
05
09
75,51 %
75,51 %
46,15 %
60,00 %
1
27
174
10
11
3
7
6
1 Mann
1 Frau
1 Frau
1 Frau
05
05
06
09
09
46,15 %
46,15 %
75,00 %
56,10 %
56,10 %
50
6
19
7
11
3
0
12
2
3
1 Frau
1 Frau
1 Mann
1 Frau
1 Frau
08 73,53 %
01 100,00 %
03 50,00 %
08 72,22 %
06 74,47 %
03 42,86 %
11 33,33 %
119
13
14
2
15
18
27
4
0
1
2
0
3
40
1 Frau
1 Frau
1 Frau
1 Mann
1 Frau
1 Frau
1 Mann
2008
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2010
2010
2010
2010
Anteil weibl.
im Hause
Bewerbungen
Frauen
Männer
Einstellung
* Da die Stadt Nienburg/Weser bestrebt ist, den Frauenanteil in diesem Vergütungsbereich zu erhöhen, fordern
wir Frauen mit entsprechender Qualifikation ausdrücklich auf, sich um diese Stelle zu bewerben.
Personaleinstellungen
Jahr
Bezeichnung
Frauen
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
FSJ – Freiwilliges soziales Jahr
Aushilfe Jugendhaus
Auszubildende
Erzieher/in
Fachkraft Abwasser
Geringfügig Beschäftigte
Jahrespraktikant/in
Kurzfristige Beschäftigte
Reinigungskraft
Schulsekretär/in
Sozialpädagoge/-pädagogin
Zivildienstleistender
Küchenhilfe
Gesamt
1
0
3
1
1
1
0
1
4
2
0
0
1
16
Männer
3
1
2
0
1
6
1
1
0
0
1
3
0
18
18
Jahr
Bezeichnung
Frauen
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
2009
Anerkennungspraktikant/in
Auszubildende
Erster Stadtrat/Erste Stadträtin
Fachkraft Abwasser
FSJ – Freiwilliges soziales Jahr
Geringfügig Beschäftigte
Friedhofsarbeiter/in
Diplom-Ingenieur/in
Jahrespraktikant/in
Kinderpfleger/in
Küchenhilfe
Kurzfristig Beschäftigte
Reinigungskraft
Sekretär/in
Sozialarbeiter/in
Verwaltungsfachangestellte/r
Vollzugsmitarbeiter/in Fb Sicherheit und Ordnung
Zivildienstleistender
Gesamt
1
2
0
1
2
1
0
0
1
1
2
1
6
1
2
1
0
0
22
Jahr
Bezeichnung
Frauen
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
2010
Anerkennungspraktikant/in
Arbeiter Baubetriebshof
Küchenhilfe
Auszubildende
Erzieher/in
Geringfügig Beschäftigte
Hilfskraft Jugendhaus
Jahrespraktikant/in
Kurzfristige Beschäftigte
Reinigungskraft
Saisonkraft Baubetriebshof
Schwimmmeister/in
Schwimmmeistergehilfe/-gehilfin
Sekretär/in
Verwaltungsangestellte/r
Zivildienstleistender
Gesamt
1
0
1
2
2
1
0
0
1
16
1
0
0
1
0
0
26
Männer
0
2
1
0
0
3
1
2
1
0
0
1
0
0
0
1
1
2
15
Männer
0
2
0
3
0
5
1
3
1
2
0
1
1
0
1
2
22
Elternzeit
Elternzeit wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Nienburg/Weser wie
folgt in Anspruch genommen:



Im Jahr 2008 traten neun Mitarbeiterinnen ihre Elternzeit an
Im Jahr 2009 traten drei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter ihre Elternzeit an
Im Jahr 2010 trat eine Mitarbeiterin ihre Elternzeit an
Insgesamt befanden sich in Elternzeit:



neun Mitarbeiterinnen im Jahr 2008,
sieben Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter im Jahr 2009 und
sieben Mitarbeiterinnen im Jahr 2010.
19
Telearbeit
Die Stadt Nienburg/Weser hat sich das Ziel gesetzt, als familiengerechte Arbeitgeberin die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu verbessern. Ein Beitrag dazu sollte die
Einrichtung von Telearbeitsplätzen sein. Im Dezember 2009 wurde mit dem Personalrat eine
Dienstvereinbarung zur Einrichtung und Ausgestaltung alternierender Telearbeitsplätze
vereinbart. In Kraft getreten ist die Dienstvereinbarung am 01.01.2010.
In Anspruch genommen wurde die Telearbeit in den Jahren


2008 und 2009 von einer Mitarbeiterin im Rahmen eines Pilotversuchs und im Jahr
2010, auf der Grundlage der Dienstvereinbarung, von einer weiblichen Beschäftigten
und zwei männlichen Beschäftigten. (Fachbereich 11, Sachgebiet 112)
Arbeitsgruppe Personalentwicklung
Im Rahmen der Verwaltungsreform wurde die Arbeitsgruppe Personalentwicklung
eingesetzt.
Diese
Arbeitsgruppe
entwarf
im
Jahr
1999
ein
erstes
Personalentwicklungskonzept für die Stadt Nienburg/Weser. Es wurden Handlungsfelder
erarbeitet, die, abgesprochen mit dem Bürgermeister, in der Verwaltung umgesetzt wurden.
Dazu zählen unter anderem die Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnengespräche, der
Frauenförderplan, die Führungskräftebeurteilung, die Rotation, die Arbeitszeit, Nachwuchsund Führungskräftequalifizierung, Personalauswahlverfahren, Telearbeit, Einarbeitung von
neuen Mitarbeitenden sowie Beistellung von Mentorinnen und Mentoren. Daraus entstanden
Dienstvereinbarungen und Dienstanweisungen zur Arbeitszeit, zu den Führungsgrundsätzen,
zur Leistungsorientierten Bezahlung (LOB) und anderen Themenfeldern. Waren in den
Anfangsjahren zunächst relativ viele städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der
Projektgruppe aktiv, hat sich in den letzten Jahren die Teilnahmemöglichkeit bei vielen durch
ein deutlich erhöhtes Arbeitsaufkommen spürbar verringert. Die Zahl der Mitglieder der
Arbeitsgruppe Personalentwicklung ist aus diesem Grunde immer mehr geschrumpft. Im
Jahr 2008 konnte keine Sitzung stattfinden. In den Jahren 2009 und 2010 traf sich die
Gruppe lediglich jeweils zwei Mal. Die Arbeitsgruppe kam im November 2010 zu dem
Schluss, dass etliche der Handlungsfelder überprüft und überarbeitet werden müssen. Das
Thema Gleichstellung ist in allen Handlungsfeldern präsent. Um Unterrepräsentanzen
feststellen zu können, bedarf es einer umfangreichen Datenerhebung. Für den bis zum
31.12.2011 zu erstellenden Gleichstellungsplan werden neben den ohnehin zu ermittelnden
Daten auch weitere Daten erhoben, die für die Personalentwicklung von Belang sind, wie
z.B. die Verteilung der Geschlechter bei Fortbildungsmaßnahmen, Personaleinstellungen,
Höhergruppierungen und Beförderungen sowie Teilzeitbeschäftigungen und Beurlaubungen.
Frauen & Recht
„Füllhorn – Waage – Schwert Justitia ist eine Frau“, so lautete der Titel der
Wanderausstellung aus dem Haus der Frauengeschichte e. V., Bonn, die vom 28.11. bis
10.12.2008 im Vestibül des Rathauses zu sehen war. Füllhorn – Waage – Schwert sind die
Symbole der Justitia. Menschen haben sich zu allen Zeiten gefragt: Was ist Gerechtigkeit?
Wie sieht Gerechtigkeit aus? Sie haben ihren Antworten durch die Justitia ein weibliches
Gesicht gegeben. In zwölf Zeiträumen begegneten die Besucherinnen und Besucher, in der
Sprache der Frauen, der Justitia in unterschiedlichsten Bildern und Symbolen. „Sie ist im
Kern Mütterlichkeit, Weisheit und Liebe. Sie sitzt auf dem Thron und lässt sich nicht
vertreiben. Sie ist von Anfang an Schöpferin und die Verkörperung unserer Erfahrungen und
Reflexionen. Justitia ist das Spiegelbild unserer Sehnsüchte und unserer Träume von einer
gerechten Ordnung unter den Menschen“, beschreibt Dr. Annette Kuhn vom Haus der
Frauengeschichte e. V., Bonn ihre Eindrücke Aufgezeigt wurde, wie im Zeitverlauf die
Rechtsprechung und Rechtssetzung geformt, geändert und angewendet wurde, wie sich
Rechtsprechung
in
Abhängigkeit
von
kulturellen
Einflüssen
auf
die
Geschlechterzugehörigkeit auswirkte und auswirkt.
20
Den Einführungsvortrag hielt die Ausstellungsmacherin Dr. Barbara Degen. Die Ausstellung
wurde von Männern und Frauen gut besucht.
Zwei Vorträge bildeten das Rahmenprogramm der Ausstellung:
„Das neue Unterhaltsrecht“, dass Anfang 2008 in Kraft trat und für kontroverse
Diskussionen sorgte, da der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt auch nach langer Ehe
und Kinderbetreuung entfiel, war Gegenstand eines Vortrages der Rechtsanwältin Dr. Edda
Meyer-Krapp.
„50 Jahre Gleichberechtigungsgesetz“ erläuterte die Rechtsanwältin Katja Keul und
zeigte auf, wie schwer es Ende der 1950er Jahre war, Chancengleichheit und
Geschlechtergerechtigkeit
zu
etablieren.
Kern
war
die
Abschaffung
des
Alleinentscheidungsrechtes des Ehemannes. Sein Recht, das Arbeitsverhältnis seiner
Ehefrau zu kündigen, bestand bis 1977.
Wenige Männer besuchten die Veranstaltungen, obwohl Frauen und Männer eingeladen
waren.
Die Kosten beliefen sich auf 1042, 90 Euro. (Stabsstelle 15)
Aus aller Frauen Länder kommen Besucherinnen nach Nienburg um sich über kommunale
Frauenpolitik zu informieren. Neben dem Besuch im Frauenhaus Nienburg, im FrauenStadthaus und im Frauenzentrum mit dem Notruf sind sie immer auch Gästinnen der Stadt.
Frauen aus Zentralasien und christliche Frauen aus dem Sudan waren in den Jahren 2008
bis 2010 in Nienburg. Sie kamen aus dem öffentlichen Dienst, wie die stellvertretende
Bürgermeisterin von Taschkent, den Bildungseinrichtungen, wie die stellvertretende
Direktorin der Universität Buchara. Professorinnen, Frauenrechtlerinnen und Juristinnen
sowie Kirchenfrauen freuten sich über die freundliche Aufnahme durch den Bürgermeister
der Stadt Nienburg. Dieser Empfang ist den Besucherinnen immer sehr wichtig. Der
Austausch hat schon erste Früchte getragen, indem die Stadt Taschkent ein Frauenhaus
eingerichtet hat und dieses finanziert. In anderen Städten wurden Notrufe für Mädchen und
Frauen installiert.
Die Gesamtkosten für drei Besuchsgruppen in den Jahren 2008 bis 2010 beliefen sich auf
563,90 Euro.
„Nichts ist gut in Afghanistan“, dieser Ausspruch der ehemaligen Bischöfin Margot Käsmann
spaltete 2008 die Gesellschaft. Das gab den Anlass, die Ausstellung „Blick hinter den
Schleier – Aus dem Leben der afghanischen Frauen“. und einen Film von der
Filmemacherin und Afghanistankennerin Elke Jonigkeit, eingebunden in einem
Rahmenprogramm, 2010 für 12 Tage in Nienburg zu zeigen. Als Ausstellungsort konnte die
Martinskirche gewonnen werden. Dort veranstaltete die Pastorin Frau Henrike Müller einen
Literaturgottesdienst zum Roman „Der Drachenläufer“ von Khaled Hosseini. Die St.
Martinsgemeinde war Kooperationspartnerin ebenso wie das Frauenzentrum mit dem Notruf
und Laila Ibrahim aus Nienburg, die mit vielen Exponaten aus ihrer Heimat Afghanistan und
fachkundiger Beratung die Ausstellung bereicherte. Ein Abend war den Frauen in der Bibel
und den Frauen im Koran gewidmet, zu dem ausdrücklich die Frauen der türkischislamischen Gemeinde eingeladen waren. Der Vorsteher der türkisch-muslimischen
Gemeinde besuchte die Veranstaltung, muslimische Frauen kamen nicht.
Die Internationale Gemeinschaft betonte lange, der Eingriff in die kriegerischen
Auseinandersetzungen diene (auch) dazu, die afghanischen Frauen aus ihrer Entrechtung
durch das Taliban- Regime zu befreien. Nur wenige wussten um das Leben der Frauen in
Afghanistan, so dass eine Aufklärung überfällig war. In „Spiegel online“ war am 15.06.2011
zu lesen: „Nirgendwo leben Frauen so gefährlich wie in Afghanistan - das ist das Ergebnis
einer neuen globalen Studie. Gezielte Gewalt, schlechte medizinische Versorgung und große
Armut sind demnach die größten Probleme für Frauen in dem Land. Hinzu komme, dass
21
Frauen, die sich für Gleichberechtigung stark machten, "oft eingeschüchtert oder getötet
werden", so Antonella Notari von der Hilfsorganisation Women Change Makers.“
Neben Ausstellung, Literaturgottesdienst und Film gab es noch eine Diskussionsrunde zum
Leben der Mädchen und Frauen in Afghanistan und zu den Unternehmungen des
Hilfsprojektes „NAZO“ der Filmemacherin Elke Jonigkeit. In einer Abendveranstaltung
berichtete zudem ein junger Soldat, mit afghanischen Wurzeln von seinem Militäreinsatz im
Herkunftsland seiner Eltern. Alle Veranstaltungen stießen auf reges Interesse und auf viel
Anteilnahme, gerade auch bei den Frauen und Männern, deren Partner und Partnerinnen in
Afghanistan stationiert waren/sind.
Die Gesamtkosten betrugen 2.795,20 Euro. (Stabsstelle 15)
Gewalt gegen Frauen kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor. Gewalt gegen
Frauen stellt eine grundlegende Verletzung der Menschenrechte und Menschenwürde dar.
„Auf internationaler Ebene besteht Einigkeit darüber und wurde in den vergangenen 15
Jahren vielfach formuliert, dass Gewalt gegen Frauen/gegen das weibliche Geschlecht einen
entscheidenden Faktor darstellt, der geschlechtshierarchische Strukturen aufrecht erhält und
somit insgesamt die Entwicklung zu einer Gesellschaft der Gleichwertigkeit und
Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern behindert (Weltkonferenz für
Menschenrechte Wien 1993; BMFSFJ 1994b für die Weltfrauenkonferenz Bejing 1995;
Bunch 1998; Unicef 1997; Expertengruppe des Europarates 1997; Heiliger/Hoffmann 1998).
Dies betrifft nicht nur die Situation von Frauen und Mädchen als Opfer vielfältiger Formen
männlicher Gewalt, sondern auch die von Männern, durch die Zuschreibung potenzieller
Gewalttätigkeit und Dominanz im vorherrschenden Männlichkeitsbild. Diese Zuschreibung
blockiert den Weg zu einer kollektiven Transformation männlicher Identität zu Gewaltfreiheit
und Gleichwertigkeit im Geschlechterverhältnis, wie neuere Männerforschung aufzeigt
(Dieckmann u.a. 1994; Kaufman 1998; Connell 1999; Pech 2002; Otten 2002).“ (Gender
Datenreport, Kommentierter Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der
Bundesrepublik Deutschland, Kapitel 10, Gewalthandlungen und Gewaltbetroffenheit von
Frauen und Männern, S. 582, im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend, 2005)
„In der Studie (des Bundesministeriums d. Verf.) zeigt sich eine deutliche Höherbelastung
durch schwere körperliche/sexuelle Gewalt vor allem bei Frauen mit türkischem
Migrationshintergrund, die auch, aber nicht nur, auf die schwierigen sozialen Lagen der
Betroffenen zurückzuführen ist und vor allem mit der intergenerationellen Vermittlung von
Gewalt und tendenziell traditionelleren Geschlechterverhältnissen in Verbindung steht.
Außerdem wurde eine Höherbelastung aller untersuchten Migrantinnenpopulationen durch
ausgeprägte psychische Gewalt des Partners sichtbar. Problematisch ist zudem, dass bei
den besonders hoch belasteten Frauen mit Migrationshintergrund der Kenntnisstand über
Unterstützungsmöglichkeiten gering ist und vor allem ältere Migrantinnen und solche, die
nicht in Deutschland geboren und/oder ausgewachsen sind, sowie Frauen mit
eingeschränkten deutschen Sprachkenntnissen durch Unterstützungssysteme schwieriger
erreichbar sind“. (Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen, Eine sekundäranalytische
Auswertung zur Differenzierung von Schweregraden, Mustern, Risikofaktoren und
Unterstützung nach erlebter Gewalt, Enddokumentation 2008, Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Das
am
01.01.2002
in
Kraft
getretene
Gewaltschutzgesetz
mit
seiner
Wegweisungsmöglichkeit ("Der Täter geht, das Opfer bleibt") und strafrechtlichen Sanktionen
bietet nicht für jede Frau ausreichende Sicherheit, gerade in besonders krassen und lang
andauernden Gewaltfällen sind die Opfer dermaßen verängstigt, aber auch real gefährdet,
dass die Frauenhäuser als Schutzräume nach wie vor unverzichtbar sind. Ca. 40.000 Frauen
suchen jährlich in Deutschland ein Frauenhaus auf. Ebenso sind Notrufe und andere
Beratungsstellen für die Betroffenen unentbehrlich. Die Stadt Nienburg trägt die
Personalkosten einer halben Stelle im Frauennotruf seit Jahren. Diese Anlaufstelle ist für die
städtische Gemeinschaft leider unentbehrlich. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch
22
Gewalt ausübende Partner entsteht, ist immens. Die Kosten allein für Medizin, Polizei, Justiz,
Arbeitsunfähigkeit gehen in die Milliarden.
In den Jahren 2008 bis 2010, wie in den Jahren zuvor, wurden am Internationalen Tag „Nein
zu Gewalt an Frauen“ die Fahnen „Frei leben “von Terre de Femmes am Rathaus und auf
der Langen Straße aufgestellt. An den Markttagen wurde Informationsmaterial zum Thema
verteilt. 2008 erhielten Männer eine Rose mit einem Fähnchen und der Aufschrift „Keine
Gewalt an Frauen“. Die Aktion wurde sehr positiv aufgenommen. 2009 und 2010 beteiligte
sich die Gleichstellungsbeauftragte an einer Kampagne des Frauenhauses Nienburg und
des Notrufs im Frauenzentrum „Gewalt kommt nicht in die Tüte“.
Die Kosten ca. 120 Euro. (Stabsstelle 15)
Frauen und Männer im Alter
Weniger – vielfältiger – weiblicher, so kurz könnte der Demografische Wandel beschrieben
werden. Was bedeutet das für die Bevölkerung in Nienburg?
Weniger: Die Bevölkerung in Nienburg wird bis zu Jahr 2050 um ca. 10% schrumpfen.
Vielfältiger: Bei den Familien mit Migrationshintergrund ist (noch) eine höhere Geburtenrate
zu verzeichnen. Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften werden öffentlicher und
nehmen zu, wie auch unverheiratete Paare mit Kindern und „Patchworkfamilien“.
Weiblicher: Durch die Änderungen im Familienrecht (Unterhaltsrecht) im Jahre 2008
drängen vermehrt geschiedene Frauen auf den Arbeitsmarkt, da sie auf eine
existenzsichernde Beschäftigung angewiesen sind. Bedingt durch den prognostizierten
Fachkräftemangel werden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verstärkt gut ausgebildete
Frauen einstellen müssen.
Es werden weniger (junge) Menschen hier leben, die Einwohnerinnen und Einwohner haben
häufiger einen Migrationshintergrund, es werden mehr (ältere) Frauen das Stadtbild prägen.
Das bedeutet, dass das Gros der Wählerinnen und Wähler im Jahre 2020 über 50 Jahre alt
sein wird und vermehrt in Singlehaushalten lebt. Dadurch werden sich die Ansprüche der
Bevölkerung an die Infrastruktur der Stadt verändern. Barrierefreiheit und Mobilität, Ruhe,
Gesundheit, Pflege und Naherholung sind die Schlagworte auf der Seite der alternden
Bevölkerung; Geschlechtergerechtigkeit, Kinderbetreuung, existenzsichernde Beschäftigung,
Aus-, Fort- und Weiterbildung, Kultur- und Freizeitangebote müssen für die jungen
Menschen vorgehalten werden. Wobei sich die Bedarfe und Bedürfnisse beider
Bevölkerungsgruppen durchaus überschneiden, insbesondere im Hinblick auf die Betreuung
und Pflege der alt gewordenen Elterngeneration. Für die politisch Agierenden ist diese
Entwicklung, angesichts knapper Haushaltsmittel, eine große Herausforderung. Denn es
stellt sich bei allen Projekten, die in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden
die Frage: „Ist das jetzt, wie wir es planen, auch in zehn bis zwanzig Jahren eine sinnvolle
Investition gewesen?“. Plätze für altersangepasste sportliche Betätigung, Räume für
Begegnungen von Jung und Alt sind zu schaffen. Die Erweiterung der Kindertagesstätten zu
Familienbegegnungszentren ist eine Alternative, jung und alt zusammenzubringen, Familien
und hier insbesondere die Frauen zu entlasten.
Mehr als 80 % der alten Menschen werden heute, im Jahr 2011, zuhause betreut, im
überwiegenden
Fall
durch
Töchter
oder
Schwiegertöchter,
stellte
die
Sachverständigenkommission zur Erstellung des ersten Gleichstellungsberichts der
Bundesregierung im Jahr 2011 fest. Die meisten Pflegebedürftigen sind weiblich. Durch
bundespolitische Umstrukturierungen werden soziale Aufgaben auch in der Altenbetreuung,
die vordem noch von Zivildienstleistenden erbracht wurden, nun an die Kommunen und
Familien delegiert. Für ehrenamtliche Betätigung haben Frauen nur noch wenig Zeit. Eine
gelingende Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf kann für eine Stadt ein
Standortvorteil sein. Die Entlastung der pflegenden Personen durch Ausbau der
Pflegeeinrichtungen, Qualifizierung der professionell Pflegenden, Unterstützungsangebot für
privat Pflegende und bessere Verzahnung der Bedürfnisse von privat Pflegenden mit dem
Angebot professioneller Dienste sind somit wichtige Aufgaben der städtischen Gemeinschaft
und der Politik. Der Bürgermeister plant im kommenden Berichtszeitraum ein Familien- und
Seniorinnenbüro in den Fraktionsräumen, Marktplatz 1, einzurichten.
23
(Gutachten der der Sachverständigenkommission an das Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend für den ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung,
Prof. Dr. Ute Klammer, 2011)
Die Übersicht der Alterjubiläen zeigt, dass in der Stadt Nienburg in den Jahren 2008 bis 2010
bedeutend mehr alte Frauen lebten. Die meisten alten Menschen leben im privaten Umfeld.
Übersicht Altersjubiläen
Jahr
2008
2009
2010
Gesamt
Frauen
47
52
67
166
Männer
8
11
23
42
Gesamt
55
63
90
208
Übersicht Altersjubilarinnen und -jubilare
in Altenheimen
Jahr
2008
2009
2010
Gesamt
Frauen
13
16
20
49
Männer
1
1
6
8
Gesamt
14
17
26
57
Tabellen: Stadt Nienburg, Fachbereich 4, Sachgebiet 41
„Männer sterben fünfeinhalb Jahre früher als Frauen. Dies ist auf eine Kombination von
biologischen, vor allem aber sozialen Faktoren zurückzuführen. Konsequenz der höheren
Lebenserwartung von Frauen ist, dass sie sehr viel häufiger als Männer im Alter
alleinstehend sind. Hochrechnungen für die Zukunft gehen davon aus, dass in den nächsten
Jahrzehnten der Anteil alleinstehender Männer stärker zunehmen wird als der von Frauen,
wodurch sich eine leichte Angleichung der Lebensformen im Alter ergeben wird. Die jetzt
bestehenden großen Unterschiede in der Wohn- und Lebensform alter Frauen und Männer
werden sich aber nicht grundsätzlich ändern.“ (Detlef Oesterreich, Eva Schulte, Frauen und
Männer im Alter, S. 18, edition sigma, Berlin, 2011)
Oesterreich und Schulte ziehen in ihrem Buch „Frauen und Männer im Alter“ das Fazit.
„…dass die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern im Alter fortbesteht. Verfestigte
Geschlechterstereotype und Rollenzuweisungen sind das Ergebnis lebenslanger
Lernprozesse. In manchen Lebensbereichen vergrößern sich Unterschiede sogar, weil neue
Differenzen wie bei der Lebenserwartung und der Pflegebedürftigkeit hinzukommen“ (a.a.O.
S. 80), dass gilt auch für Frauen und Männer mit Migrationshintergrund.
Verankerung der Frauengeschichte in der Stadtgeschichtsschreibung
Männer und Frauen haben gleichermaßen Stadtgeschichte geschrieben. Und doch findet
eine gleichberechtigte Berücksichtigung der Geschlechter nicht statt. Bis in die 1980er Jahre
erwähnten stadtgeschichtliche Werke ausschließlich die Leistungen von Männern: die
Grafen von Hoya, der Architekt Quaet-Faslem, Heinrich Albert Oppermann, Bürgermeister
Stahn, Ernst Thoms. Eine Identitätsfindung für Frauen, ohne dass sie um die Leistungen
ihrer Vormütter wissen, ist aber kaum möglich. Die überlieferten schriftlichen Quellen tragen
vornehmlich männlich bezogene Inhalte in sich und dokumentieren Ratsherren,
Bürgermeister, Ärzte, Soldaten, Zunftmeister, Architekten, Fabrikbesitzer, Schuldirektoren
etc. Die Verankerung der Frauengeschichte in der Stadtgeschichte ist daher eines der Ziele
des Stadt- und Kreisarchivs. In diesem Zusammenhang ergeben sich Kooperationen mir der
Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nienburg.
24
Um hier einen gewissen Ausgleich anzuschieben, erscheinen in der Schriftenreihe des
Stadt- und Kreisarchivs Nienburg „Beiträge zur Stadtgeschichte“ Publikationen, die den
frauengeschichtlichen Bestandteil der Historie Nienburgs beleuchten. 2008 wurde das
Tagebuch der Elisabeth Weinberg (Druckkosten: 3. 800 Euro) herausgegeben und 2010 der
Stadtrundgang „Von Gräfinnen, Bürgersfrauen und geschäftigen Witwen“ aufgrund der
starken Nachfrage überarbeitet und aktualisiert (Druckkosten: 1. 700 Euro). Die
Publikationen sind in der Liste der lieferbaren Bücher aufgenommen und werden über den
Buchhandel vertrieben. Vorrangig stammt das Lesepublikum aus dem Nienburger Raum,
jedoch kommen Buchbestellungen auch aus dem gesamten Bundesgebiet bzw. dem
Ausland. Ziel dieser Publikationen ist die Auswertung des vorhandenen Archivguts und die
Zugänglichmachung dieser Informationen an die Bevölkerung. Und es ist eine Maßnahme
des historischen Stadtmarketings. Auch fanden Vorträge und Führungen zur Nienburger
Frauengeschichte statt. Zwischen 2008 und 2010 waren es fünf Vorträge und in 2010
wurden zwei Schulklassen zum Thema „Auf den Spuren von Elisabeth Weinberg“ geführt
(Vorträge in dem Zeitraum insgesamt: 50). Thema einer Zielvereinbarung in 2010 war ein
Konzept für die Bewerbung der Stadt Nienburg um das Prädikat „frauenORTE
Niedersachsen“. Im Rahmen des Kulturtourismus wird mit dieser Initiative
niedersachsenweit Stadt- und Regionalgeschichte aus dem Blick historischer
Frauenpersönlichkeiten betrachtet.
Die wissenschaftliche Handbibliothek des Stadt- und Kreisarchivs, die den Benutzerinnen
und Benutzern, aber auch dem Archivpersonal zur Verfügung steht, wird auch um Werke mit
frauengeschichtlichem Hintergrund ergänzt. Dies geschieht mit dem Ziel, die Lücken, die die
allgemeinen Geschichtswerke bezüglich frauenrelevanter Themen aufweisen, zu schließen.
2008 bis 2010 wurden sechs Bücher (Kosten: 110 Euro) angeschafft. Zudem bezieht das
Archiv das Periodikum „Ariadne“ der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung
(Kosten: 50 Euro).
Bei der Benennung von Straßennamen, die auf Vorschlag von der Verwaltung durch die
politischen Gremien beschlossen werden, wirkt auch das Stadt- und Kreisarchiv mit. Da
bislang nur 17 Straßen nach Frauen benannt sind, hingegen über 100 nach Männern, gilt es,
verstärkt, weibliche Namen für die Benennung vorzuschlagen. 2009 wurde der Vorschlag
des Archivs, eine Straße nach Bertha Benz zu benennen, umgesetzt (Bereich TÜV –
Rudolph-Diesel-Straße). Ziel dabei ist es, die Verdienste von Frauen an der Entwicklung der
Stadt Nienburg zu dokumentieren, aber auch, wie in diesem Fall, weibliche Persönlichkeiten
bzw. Vorbilder aus der Geschichte bekannt zu machen und zu würdigen.(Fachbereich 4,
Sachgebiet Stadt- und Kreisarchiv 45)
Kultur für Frauen und Männer
Die städtischen Kulturveranstaltungen des Sachgebietes 42 richten sich generell an alle
Menschen, zumeist unabhängig vom Geschlecht. Zielgruppen werden nach dem kulturellen
Gehalt oder nach der Spielart (Musik, Musiktheater, Schauspiel etc.) eines Angebotes bzw.
für unterschiedliche Altersstufen berücksichtigt (Kinder- und Jugendtheaterstücke, Theater
für Seniorinnen und Senioren).
Frauen sind allerdings generell eine wichtige Zielgruppe, da ihr Anteil an den „Kunst- und
Kultur-Konsumenten“ sehr hoch ist.
Punktuell werden natürlich auch Themen aufgegriffen, die für Frauen eine besondere
Relevanz haben können: Schönheitswahn und sozialer Druck in „Fettes Schwein“
(Schauspiel, Komödien), die Geschichten starker Frauenpersönlichkeiten wie „Hildegard
Knef“ (Musik, Biografie) oder Frauen in Geschichte und Gesellschaft wie „Maria Stuart“ oder
„Anne Franck“ (Schauspiel, Historie), „Hedda Gabler“ oder „Minna von Barnhelm“ (Literatur).
Planungen für den kommenden Berichtszeitraum:
Das Thema „Essstörungen / Anorexie“ beispielsweise als Tanztheaterproduktion in der
Reihe „Theater für Schulen“, das Thema „Wechseljahre / Menopause“ in Form einer
preisgekrönten Komödie („Heiße Zeiten“), u.a.
25
Kulturveranstaltungen in 2008
Bilderausstellung Francois Perrin
Theater auf dem Hornwerk
Kunstmarkt „ars loci 2000 in 2008“
Regionale Veranstaltung mit Sonderöffnungszeiten an den Wochenenden und
Rahmenprogramm:
künstlerische Performances, musikalische Beiträge
Rathaus, auf allen 3 Etagen, und Kirche St.Martin
Osman Engin – deutsch-türkischer Satiriker
in Zusammenarbeit mit der Türkisch-Islamischen Gemeinde,
„miteinander-füreinander“, CJD Nienburg und WABE, Nienburger Kulturwerk
Bilderausstellung Kunstschule Stolzenau
Theater auf dem Hornwerk
Michael Jelden „Lieben Sie Klassik?“
Zusatzkonzert im Giebelsaal
Fotoausstellung Dähn
„Faszination Mühlen“, Theater auf dem Hornwerk
Kulturveranstaltung in 2009
Kunstausstellung „ars loci in 2009“
Jubiläum „10. ars loci - Ausstellung“
Regionale Veranstaltung mit Sonderöffnungszeiten an den Wochenenden und
Rahmenprogramm: künstlerische Performances, musikalische Beiträge.
Im Rathaus, auf allen 3 Etagen sowie in der Kirche St. Martin.
Theater- Plakate -Ausstellung
Werbe-Entwürfe im Kunst PK von MDG+ASS Nienburg
Theater auf dem Hornwerk
Belarussische Repräsentationsorchester, Konzert in der Innenstadt
In Memoriam Friedrich Deckner, Quaet-Faslem-Haus
Bilderausstellung Monika Kühtz, Bremen, Theater auf dem Hornwerk
Fotoausstellung „Kulturen begegnen sich im Städtenetz“
Vernissage vor STOP! (s´putnike) im Theater auf dem Hornwerk
Luther, St. Martinskirche
Kulturveranstaltungen 2010
Lichtgraphik / Dr. Steffen Kluge, Ausstellung, Theater auf dem Hornwerk
Kunstschau Landkreis Nienburg, Jugend-Kunstschule Stolzenau-Nienburg, anlässlich des
Festaktes 125 Jahre Landkreis Nienburg
Wanderausstellung - Abschluss
„Mühlen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg“
Hans-Jürgen Dehn, Dendermondesaal, Rathaus Nienburg
Platzkonzert Innenstadt, Militär-Blasorchester Witebsk, Eintritt frei!
26
Fotoausstellung „Grace Kelly“, Reichelt & Brockmann, Mannheim
Vernissage: Dr. Alfter, Schloss Bad Pyrmont
Comedy-Duo „The Lonely Husband“, Kooperation mit LUG Lounge
Beethoven Duo, Zusatzkonzert im Giebelsaal
Konzert im Kulturwerk, Kooperation mit Rockini Nienburg, (Sachgebiet 42)
Nutzerinnen und Nutzer der städtischen Bibliothek Der Posthof 2010
Anzahl aktive
StB Nienburg (BJ=2010)
Kundinnen/Kunden
Altersgruppe
Insgesamt
weiblich
männlich
Alter bis 5
144
73
71
Alter von 6 bis 12
1205
635
570
Alter von 13 bis 17
945
594
351
Alter von 18 bis 29
572
429
143
Alter von 30 bis 39
303
241
62
Alter von 40 bis 49
501
411
90
Alter von 50 bis 59
294
223
71
Alter von 60 bis 69
170
117
53
Alter ab 70
101
53
48
Total
4235
2776
1459
Tabelle: Stadt Nienburg, Sachgebiet 43,
Seit 1989 wird in zweijährigem Turnus der FrauenKulturKnall, heute Nienburger
KulturKnall als Frauenveranstaltung vom Verein Frauen lernen gemeinsam
(Frauenzentrum), seit 1993 in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten und seit
2001 auch in Kooperation mit dem Nienburger Kulturwerk ausgerichtet.
„Feuerzauber, Tanz und Träume“ bot das Jubiläum 20 Jahre Nienburger KulturKnall 2009.
Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2701,01 Euro. Bauhofskosten entstanden in Höhe von
39,60 Euro. (Stabsstelle 15)
Ausgezeichnete Frauen und Männer in der Stadt Nienburg
Übersicht Ehrenamtskarte
Jahr
2008
2009
2010
Gesamt
Frauen
25
3
7
35
Männer
16
9
4
29
Gesamt
41
12
11
64
Übersicht Verdienstorden
Jahr
2008
2009
2010
Gesamt
Frauen
0
0
0
0
Männer
1
0
1
2
Gesamt
1
0
1
2
Fachbereich 4, Sachgebiet 41
27
Sportstadt Nienburg
Im Vorfeld der Frauenfußball-Weltmeisterschaft, die 2011 in der Bundesrepublik ausgetragen
wurde, haben die Vereine auch in Nienburg im Berichtszeitraum
Frauen- und
Mädchenfußballteams aufgestellt. Zur Etablierung des Frauen- und Mädchenfußballs
wurden die städtischen Sportanlagen den Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt sowie
die Mietkosten, für die Anmietung von Sportanlagen Dritter, bezuschusst. Daneben
unterstützte die Stadt zwei NFV-Jugend-Fußballcamps in der Sportanlage Mußriede und im
Stadion in den Jahren 2008 und 2009, an denen zahlreiche Mädchen teilnahmen und in
2010 ein Mädchen-Fußballcamp, das jedoch vom Veranstalter kurzfristig abgesagt wurde.
Positiv ist festzuhalten, dass die Nienburger Vereine (wieder) Frauen- bzw. Mädchenteams
für den Spielbetrieb aufstellen und von sich aus den Fußballsport für Mädchen und Frauen
fördern. Am 01.08.2011 haben die folgenden Nienburger Fußball-Vereine Mädchen- bzw.
Frauenmannschaften aufgestellt, die am Spielbetrieb teilnehmen
 ASC Nienburg von 1911 e.V.
1 Frauenmannschaft
 FC Nienburg 49 e.V.
1 Frauenmannschaft
 SBV Erichshagen e.V.
1 Frauen- und 4 Mädchenmannschaften
Für den kommenden Berichtszeitraum plant der FC Nienburg 49 e.V. weitere Teams
aufzubauen und am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen (Fachbereich 5, Sachgebiet 52).
2002 wurde von der Stadt Nienburg/Weser erstmalig im Rahmen des Internationalen
Frauentages im Hallenbad ein Frauenbadenachmittag angeboten. Seit 2006 gibt es ein
regelmäßiges Angebot an Frauenbadezeiten, in denen ausschließlich Frauen, Mädchen und
männliche Kinder bis zum 3. Lebensjahr das Bad betreten dürfen. Die Frauenbadezeiten
wurden von Sonntag 13.30 – 15.30 Uhr auf derzeit jeden 1. Samstag von 13.30 bis 16.00
Uhr verlegt. In den letzten 5 Jahren fand der Frauenbadenachmittag jeweils 6 bis 10 Mal in
der Hallenbadsaison statt. Die Zahl der Besucherinnen ist zwischenzeitlich von
durchschnittlich 86 in 2006 auf 47 in 2010 pro Nachmittag zurückgegangen. Der Anteil an
Kindern betrug dabei 2010 im Durchschnitt 43%.
Mit dem Angebot an Frauenbadezeiten soll Frauen Gelegenheit gegeben werden,
unbeobachtet vom anderen Geschlecht das Angebot des Hallenbades kennen zu lernen und
zu nutzen. So bekommen auch Frauen, die besondere Bekleidungsregeln beachten, die
Möglichkeit, sich dem Schwimmsport zu nähern.
Das Sportangebot wurde um ein Angebot speziell für Frauen erweitert. Circa 10
Teilnehmerinnen an den Frauenbadezeiten haben zwischenzeitlich bereits an
Schwimmkursen teilgenommen und sind auch Besucherinnen des Bades zu normalen
Öffnungszeiten geworden. Darüber hinaus wurden bis zu 20 Kinder, die mit ihren Müttern an
den Frauenbadezeiten teilgenommen hatten, ebenfalls von ihren Müttern zu Schwimmkursen
begleitet.
Die Maßnahme ist insoweit kostenneutral. Es ist allerdings zu beobachten, dass die
Gesamtnutzung an Tagen mit Frauenbadezeiten im Durchschnitt um ca. 14% geringer (ca.
30 Personen) ist, als an Samstagen ohne Frauenbadezeiten (Grundlage: Saison 2010/2011).
Die Frauenbadezeiten werden weiterhin regelmäßig in der Hallenbadsaison angeboten.
Gegebenenfalls sollte eine Verlegung der Zeiten erfolgen, um Familien den
Samstagnachmittag wieder zur Nutzung anbieten zu können.
(Fachbereich 5, Sachgebiet 52)
Die Mitgliederzahl in den Nienburger Sportvereinen ist im Berichtzeitraum kontinuierlich
zurückgegangen. In drei Jahren um über 400 Personen. Wobei sich der Vereinsaustritt bei
Männern und Frauen etwa die Waage hält. Waren es im Jahr 2008 noch 5.626 Frauen und
6.360 Männer (insgesamt 11.986), so verringerte sich die Anzahl in 2009 auf 5.419 Frauen
und 6.257 Männer (11.676) und in 2010 auf 5.405 Frauen und 6.166 Männer (11.571).
(Vereinserhebung des Kreissportbundes Nienburg)
Im Berichtszeitraum erhielten die Sportvereinen Zuschüsse aus Sportfördermitteln in Höhe
von 183.300 Euro. Im Jahr 2009 kamen insgesamt 528.190,82 Euro an Sportförderung durch
die Stadt Nienburg den Vereinen zugute. (Fachbereich 5, Sachgebiet 52)
28
Nienburger Bündnis für Familien
Am 12. Juli 2006 gründete sich das Nienburger Bündnis für Familien. Seit 2008 koordiniert
die Gleichstellungsbeauftragte die Treffen, organisiert die Einladungen sowie den
Schriftverkehr aus dem Bündnis heraus. Das Bündnis ist ein freiwilliger Zusammenschluss
von Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und
Institutionen, die Anregungen an Politik und Verwaltung geben, um die Stadt
familienfreundlicher zu gestalten. Darüber hinaus nimmt das Familienbündnis Stellung zu
aktuellen Diskussionen und Entwicklungen in den Handlungsfeldern: Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, generationsübergreifende Zusammenarbeit, familienfreundliches
Lebensumfeld, bürgerschaftliches Engagement und anderen. Obwohl das Bündnis positive
Entwicklungen angeschoben und begleitet hat, ist in den Jahren 2009 und 2010 ist die
Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern stark zurückgegangen. Den Einladungen folgen
hauptsächlich Personen, die institutionell gebunden sind. (Stabsstelle 15)
Familienfreundliches Nienburg: Mit einem Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten auch
in den Sommerferien, dem Ferienpass in Oster-, Sommer- und Herbstferien und
insbesondere dem erweiterten Angebot an Krippenplätzen hat die Stadt Nienburg einen
wichtigen Schritt getan, damit Eltern Beruf und Familie miteinander vereinbaren können. In
2010 wurden für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren zusätzlich 60 Krippenplätze
eingerichtet. Die laufenden Betriebskosten für diese Plätze betragen jährlich circa 290.000
Euro bei einem Investitionsaufwand für die Krippen von 1.992.281,29 Euro. Vorgesehen sind
weitere 12 Krippenplätze in der Kita St. Michael. Damit hat die Stadt Nienburg einen
Versorgungsgrad von 32,87 % erreicht. An Kindergartenplätzen stehen in Nienburg 142
städtische Plätze und 1020 Plätze anderer zur Verfügung; neben einem
Waldorfkindergarten, einer Einrichtung einer Elterninitiative und der Lebenshilfe,
hauptsächlich kirchlicher Träger. Zudem arbeitet die Verwaltung an einem Gesamtkonzept
hinsichtlich des Umgangs mit freien Kitaplätzen. (Sachgebiet 51)
ELISABETH-WEINBERG-PREIS
Für ein gleichberechtigtes Miteinander
Für Zivilcourage
Gegen das Vergessen
Erstmalig zum 09. November 2001 schrieb der Runde Tisch gegen Rassismus und rechte
Gewalt gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis Nienburg, dem Evangelischlutherischen Kirchenkreis Nienburg und der Lokalzeitung DIE HARKE unter der
Schirmherrschaft von Landrat und Bürgermeister den ELISABETH-WEINBERG-PREIS, als
Jugendpreis in Stadt- und Landkreis Nienburg aus. Er erinnert an eine junge Frau aus
Nienburg, Elisabeth (Liesel) Weinberg, deren Schicksal stellvertretend für viele Opfer des
Nationalsozialismus steht. Seit geraumer Zeit ist DIE Harke nicht mehr Trägerin. Die WernerEhrich-Stiftung und die Bürgerstiftung haben neben der Stadt, dem Landkreis, dem Runden
Tisch und der Kirche die Trägerschaft übernommen.
Der ELISABETH-WEINBERG-PREIS zeichnet junge Menschen aus, die FÜR ein
gleichberechtigtes Zusammenleben und GEGEN Rassismus, Antisemitismus und
Diskriminierung von Menschen in Stadt und Landkreis Nienburg eintreten.
Er würdigt und ermutigt junge Menschen, die sich ungeachtet der persönlichen Folgen
couragiert gegen Gewalt, Unrecht und Ausgrenzung eingesetzt haben.
Er fördert junge Menschen, die Erinnerungsarbeit leisten und Spuren von Unmenschlichkeit
und vergangenem Unrecht in Stadt und Landkreis Nienburg sichtbar machen.
Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert, davon trägt die Stadt 300 Euro.
Die Sichtung der Bewerbungen, die Koordinierung der Jurysitzung und der Preisvergabe
liegen in den Händen der Gleichstellungsbeauftragten, die Mitfrau beim Runden Tisch gegen
Rassismus und rechte Gewalt ist.
29
Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros in Niedersachsen lag
Im Dezember 2007 wurde die Gleichstellungsbeauftragte in das Sprecherinnengremium der
Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen (lag) gewählt, aus
dem sie im November 2010 turnusgemäß ausschied.
Die lag ist ein Zusammenschluss hauptamtlicher, nebenamtlicher und ehrenamtlicher
kommunaler Gleichstellungsbeauftragter mit dem Ziel, eine offensive Gleichstellungspolitik in
Niedersachsen zu etablieren. Sie arbeitet zusammen mit verschiedenen Niedersächsischen
Ministerien, dem Landesfrauenrat Niedersachsen, den gleichstellungspolitischen
Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen, Verbänden, Vereinen und anderen.
Jedes Jahr führen die Sprecherinnen zwei Landeskonferenzen durch, die in der Regel in den
Heimatkommunen stattfinden. Im Jahr 2008 richtete die Gleichstellungsbeauftragte die
Landeskonferenz in Nienburg aus. Die Archivarin, Patricia Berger hielt einen Vortrag zu
den Aufgaben eines Stadt- und Kreisarchivs und zur Wichtigkeit der Archivierung der Arbeit
der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten.
Die Sprecherinnen treffen sich monatlich in der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, in
Hannover um die (frauen-)politische Entwicklung zu besprechen, sich mit dem Ministerium
für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration und der Vernetzungsstelle
auszutauschen. Die Zusammenarbeit mit anderen politischen Akteurinnen und Akteuren wird
koordiniert, Termine und Einladungen besprochen und verteilt. Eine Väterwerkstatt wurde
durch die lag ins Leben gerufen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt war zuständig für
das Interfraktionelle Gespräch mit den gleichstellungspolitischen Sprecherinnen und
Sprecher der Landtagsfraktionen. Ein Mal im Quartal treffen sich die Beteiligten unter der
abwechselnden Leitung der lag und des Landesfrauenrates im Landtag und tauschen sich
über die aktuelle Frauenpolitik in Niedersachsen aus. Wichtige Themen waren unter
anderem, die Änderung des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes, die
Abschiebung von Romafrauen aus Niedersachsen, Kürzung der Zuschüsse für
Frauenhäuser und Frauenprojekte, anonyme und kostenlose Beweissicherung nach
Vergewaltigung, Erstattung der Kosten für die Familienplanung bei SGB II Beziehenden. Es
wurden Stellungnahmen erarbeitet zur Einführung eines Mindestlohns, zum
Geschichtscurriculum an Gymnasien, zur Ausbildung schwer vermittelbarer Männer mit
handwerklicher Ausbildung zu Erziehern, zur Anerkennung von im Ausland erworbenen
Abschlüssen, den Veränderungen im Frauenministerium 2009 und anderen. Die
Gleichstellungsbeauftragte vertrat die Interessen der lag im Landesbegleitausschuss
PROFIL, Programm zur Förderung im ländlichen Raum für Niedersachsen und Bremen. Mit
dem neuen Förderprogramm PROFIL wird in der EU-Förderperiode für die Jahre 2007 bis
2013 die Förderung für die Landwirtschaft und die ländlichen Regionen zusammengefasst.
Die Gleichstellungsbeauftragte wurde durch den Landesfrauenrat in den Begleitausschuss
für das Projekt „frauenORTE Niedersachsen“ berufen und war Ansprechpartnerin für
Bündnis90/Die Grünen und für Die Linke im Landtag. In Zusammenarbeit mit dem
Europäischen Informationszentrum, dem Landespräventionsrat, dem Landessportbund und
dem Landesfrauenrat wurde am 22.01.2009 in Verden eine Veranstaltung mit dem Titel
„Rechtsextreme Frauen in Deutschland und Europa“ durchgeführt, an der die Stadt Nienburg
mit einem Informationsstand zum ELISABETH-WEINBERG-PREIS vertreten war.
(Stabsstelle 15)
Zuschüsse
Im Berichtszeitraum erhielt das Mütterzentrum Nienburg insgesamt 16.000 Euro an
Zuschüssen.
Im Frauenzentrum wird eine halbe Personalstelle für die Notrufarbeit durch die Stadt
Nienburg mit jährlich 22.267,57 Euro gefördert. (Fachbereich 5, Sachgebiet 52)
Für verschiedene Aktionen wie Wen-Do Kurse (Selbstverteidigung für Mädchen) an der
Friedrich-Fröbel-Schule, Mädchen- und Jungenkalender 2009, Amazonenprüfung an der
Nordertorschule, Aktivitäten des Nienburger Frauenchors und Lesungen über
Frauenpersönlichkeiten wurden Zuschüsse gewährt. (Stabsstelle 15)
30
Fazit:
Gleichstellungspolitische Forderungen
Ein Fazit zu ziehen, das den gleichstellungspolitischen Bemühungen der Stadt
Nienburg/Weser gerecht wird, ist sehr schwierig. Es fehlen in den Organisationseinheiten
belastbare Daten zur Beteiligung von Mädchen/Jungen und Männern/Frauen und zu den
Auswirkungen auf diese Personengruppen durch politisches und verwaltungsrechtliches
Handeln. Daten, getrennt nach Geschlechtern zu erfassen und zu pflegen, ist zeitaufwendig
und bei einer immer stärker werdenden Personalreduzierung kaum leistbar. In den
Fachbereichen und Sachgebieten ist wenig Gender–Kompetenz* vorhanden. Die
Mitarbeitenden gehen selbstverständlich davon aus, dass durch ihre Arbeit Bürgerin und
Bürger nicht benachteiligt werden.
Um die Auswirkungen von Verwaltungshandeln auf die männliche und weibliche
Bevölkerung in einem Bericht zur Gleichstellung darstellen zu können, ist eine
geschlechtersensible Datenerhebung in der Verwaltung einzuführen.
*Gender-Kompetenz ist das Wissen und die Fähigkeit, Geschlechterdifferenzen zu
erkennen und so damit umzugehen, dass benachteiligende Strukturen verändert und allen
Geschlechtern neue und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden. GenderKompetenz
umfasst
weiterhin
das
Wissen
über
Geschlechterpolitiken
und
geschlechterpolitische Strategien, über die Instrumente und Anwendung von GenderMainstreaming sowie das Verständnis von Gender als soziale Kategorie, als
Analysekategorie und als Handlungsaufforderung für alle Mitarbeitenden einer Organisation.
Gender-Kompetenz baut auf Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz
der Beschäftigten in der Verwaltung auf. Sie befähigt, erworbenes genderdifferenziertes
Fachwissen mit berufsspezifischem Fachwissen zu verbinden (Fachkompetenz), die
vielfältigen Gender-Analysen im eigenen Fachgebiet anzuwenden (Methodenkompetenz)
und
zur
konstruktiven
Gestaltung
von
Geschlechterverhältnissen
und
Geschlechterbeziehungen beizutragen (Sozialkompetenz).
Gender-Trainings sensibilisieren für die Vielfalt von Geschlechterrollen und die
unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern. Gender-Trainings zeigen
Verhaftungen in Rollenklischees auf, erläutern die negativen Auswirkungen und vermitteln
Gender-Kompetenz in der Zusammenarbeit unter den Beschäftigten sowie in der
Aufgabenerledigung für Bürgerinnen und Bürger. Dabei geht es um die Akzeptanz des
Andersseins und die Anerkennung der Stärken und des Wissens der Anderen, aber auch um
das Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse.
Um die Beschäftigten der Verwaltung für die unterschiedlichen Auswirkungen ihrer
Arbeit auf Bürger und Bürgerinnen der Stadt zu sensibilisieren, soll ein GenderTraining im Jahr 2012 durchgeführt werden.
In den schriftlichen Äußerungen wird auf eine geschlechtergerechte Schreibweise geachtet,
es ist Gesetz. In der Sprache wird aber nur selten hörbar, dass in unserem Gemeinwesen
neben Männern auch Frauen leben und am Wohlergehen der Stadt Nienburg mitwirken.
Da Sprache das Bewusstsein verändert, muss in der Verwaltung eine
geschlechtersensible Sprache gepflegt werden.
Die Bestrebungen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen
voranzubringen, sind sehr erfolgreich. Schon jetzt hat die Stadt die Vorgaben zur
Bereitstellung von Krippenplätzen nahezu erfüllt. Ein wichtiges, wenn auch schwieriges
Thema bleibt die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowohl für die Beschäftigten der
Verwaltung als auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Das novellierte
Niedersächsische Gleichberechtigungsgesetz (NGG) sieht vor, „Beschäftigten, die Kinder
unter zwölf Jahren oder pflegebedürftige Angehörige im Sinne des § 14 des Elften Buches
des Sozialgesetzbuches betreuen, ist auf Verlangen (…) eine individuelle Gestaltung der
31
täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit zu ermöglichen, soweit keine dringenden
dienstlichen Belange entgegenstehen Die Ablehnung des Verlangens ist schriftlich zu
begründen.“ (NGG § 5)
Um Familie, Sorge/Pflege und Beruf miteinander vereinbaren zu können, müssen
Beschäftigte, die Angehörige betreuen und pflegen oder sich um Betreuung und
Pflege kümmern, Beratung und Unterstützung durch die Arbeitgeberin erhalten.
Das NGG verpflichtet die Verwaltungen, sicherzustellen, dass in ihre Entscheidungen
weibliche und männliche Sichtweisen und Erfahrungen sowie die Erfahrungen aus einem
Leben mit Kindern einfließen können (§ 7 NGG). Darauf muss stärker eingegangen werden.
Der § 8 verpflichtet die Kommunen Kommissionen, Arbeitsgruppen, Vorstände, Beiräte und
gleichartige Gremien einschließlich Personalauswahlgremien jeweils hälftig mit Frauen und
Männern zu besetzten. Diese Verpflichtung muss umgesetzt werden. Der weitere Anspruch
des § 9 NGG: “Sollen in ein Gremium der öffentlichen Verwaltung durch eine Stelle
außerhalb der öffentlichen Verwaltung Personen entsandt werden oder werden Beschäftigte
der öffentlichen Verwaltung in Gremien außerhalb der öffentlichen Verwaltung entsandt, so
ist auf eine hälftige Besetzung der Gremien mit Frauen und Männern hinzuwirken“, wird in
der Praxis nicht umgesetzt.
Um verstärkt weibliche und männliche Sichtweisen in die Entscheidungen über die
Gestaltung des städtischen Lebens einzubeziehen, muss die Verwaltungsführung die
Einhaltung der Vorschriften des NGG durchsetzen. Die Führungskräfte haben eine
paritätische Besetzung von Arbeitsgruppen, Gremien, Beiräte usw. einzufordern.
Vereine, Verbände und andere Institutionen, werden von der Stadt Nienburg durch
Steuergelder, die von Bürgerinnen und Bürgern aufgebracht werden, finanziell unterstützt. In
den Verträgen mit den Institutionen soll festgelegt werden, dass die Gelder so
einzusetzen sind, dass sie Frauen und Männern in ausgewogenem Maße zugute
kommen.
Beispiele: Das Kulturwerk führt in seiner Jahresbilanz auf, wie viele Künstler und
Künstlerinnen bei Ihnen aufgetreten sind. Das Museum führt aus, wie sie das Thema
Frauengeschichte in ihren Räumen und Veröffentlichungen präsentiert hat, welche Künstler
und Künstlerinnen im Fresenhof und im Quaet-Faslem-Haus ausgestellt haben. Ohne diese
Ausführungen bliebe ein Bericht zur Gleichstellung unvollkommen.
Der Gleichstellungsplan (§ 15 ff NGG), Nachfolgebericht des Stufenplans, der nach dem
NGG vom 09.12.2010 bis zum 31.12. 2011 durch das Sachgebiet Organisation, Personal
und TUI erstellt sein soll, wird eingehender die Personalangelegenheiten darstellen sowie
gleichstellungsrelevante Maßnahmen der Verwaltung beschreiben, die geeignet sind, die
Unterrepräsentanz von Frauen und Männern in den jeweiligen Gehalts-, Vergütungsgruppen
und Führungspositionen abzubauen.
Erstellt Juli/August/September 2011
Flora Auf dem Berge
Gleichstellungsbeauftragte
32
Anhang
Schulabgänger/innen 2008/2009, Fachbereich 5, Sachgebiet 52
Schule
Hauptschule
Leintorschule
Hauptschule
Nordertorschule
Realschule
Nienburg
Realschule
Langendamm
MarionDönhoff-Gymn.
AlbertSchweitzerSchule
insgesamt
männlich
weiblich
62
31
31
68
31
37
Schulbeste/r
weiblich/männlich
9te Kl. weiblich
10te Kl. männlich
9te Kl. männlich
10te Kl. männlich
männlich
40
21
19
männlich
95
34
61
weiblich
101
47
54
weiblich
Schulabgänger/innen 2009/2010
Schule
Hauptschule
Leintorschule
Hauptschule
Nordertorschule
Realschule
Nienburg
Realschule
Langendamm
MarionDönhoffGymnasium
AlbertSchweitzerSchule
insgesamt
männlich
weiblich
66
34
32
74
37
37
Schulbeste/r
weiblich/männlich
9te Kl. männlich
10te Kl. weiblich
9te Kl. weiblich
10te Kl. männlich
weiblich
40
19
21
weiblich
103
33
70
männlich
119
54
65
männlich
Schulabgänger/innen 2010/2011
Schule
Hauptschule
Leintorschule
Hauptschule
Nordertorschule
Realschule
Nienburg
Realschule
Langendamm
MarionDönhoffGymnasium
AlbertSchweitzerSchule
insgesamt
männlich
weiblich
60
39
21
69
34
35
Schulbeste/r
weiblich/männlich
9te Kl. männlich
10te Kl. männlich
9te Kl. männlich
10te Kl. männlich
männlich
28
15
13
männlich
191
81
110
männlich
210
75
135
weiblich
33
Stabsstelle Gleichstellung -15Auswertung der Wünsche, die anlässlich der Jubiläumsveranstaltung „125 Jahre Landkreis
Nienburg/Weser“ am 21. August 2010, von Frauen am Stand des Frauenzentrums / Notruf,
schriftlich geäußert wurden. An den Bürgermeister, Herrn Onkes, überreicht durch
Vorstandsfrau Michaela Ecker vom Verein Frauen lernen gemeinsam, anlässlich des
Empfangs zu „30 Jahre Notruf im Frauenzentrum“ am 20. August 2011.
Hier finden die Wünsche Berücksichtigung, die die Stadt Nienburg/Weser betreffen:
Frauen:
1. mehr Frauen in die Gemeinderäte
2. mehr Bürgerinnen- Mitentscheidungen bei politischen Themen
3. mehr Frauen in die Politik
4. mehr Frauen in Führungspositionen und Vorstände
5. Mentoring Programme für Frauen
Kinderbetreuung:
6. Betriebskindergarten/Kinderbetreuung für Betriebsangehörige
7. mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren
8. flexible Betreuung für Kinder bis 12 Jahre
9. Ganztagskinderbetreuung auch über das Wochenende, um arbeiten zu können
(die Läden sind bis 22.00 Uhr geöffnet, wie sollen Frauen arbeiten, wenn es keine
Kinderbetreuung für diese Zeiten gibt)
10. bessere Unterstützung berufstätiger Frauen durch gute pädagogische und
sozialpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche
Eltern und Beruf
11. flexible Arbeitszeiten für Mütter und Väter
12. Unterstützung Alleinstehender mit Kindern
13. einen bezahlten freien Tag (Haushaltstag) für Mütter mit Kindern
14. Anlaufstelle für qualifizierte Haushaltshilfen mit einheitlicher Bezahlung z. B.
Stuttgarter Modell
15. gutbezahlte Arbeitsplätze für Frauen mit Kindern
16. mehr Arbeitsplätze für Frauen 50 + (Erfahrungsreichtum schätzen und nutzen)
17. gleiche Bezahlung für gleiche/gleichwertige Arbeit
18. Anerkennung im Beruf
19. Fortbildungen für Frauen
Frauen in besonderen Lebenslagen
20. Toleranz älteren Frauen gegenüber, die alleine ausgehen
21. strukturelle Unterstützung junger Frauen im Alltag, die keinen eigenen Alltag kennen
22. Gesprächskreis für Frauen mit seelischen Gewalterfahrungen
23. Anlaufstelle für vergewaltigte Frauen mit der Möglichkeit einer kostenlosen
anonymen Spurensicherung, ohne sofort Anzeige erstatten zu müssen
24. Mädchenschutzhaus
Stadtbild - Stadtplanung
25. mehr Bäume und Büsche in der Innenstadt
26. gefällte Bäume Ecke Bisquitstraße / Jahnstraße ersetzen
27. schuhfreundliches Pflaster für ältere Menschen
28. behindertengerechte Wege, Bürgersteige und Straßen, keine Stolperwege
29. Fahrradwege Nordertorstriftweg bei der alten OS
30. Parkbänke im Stadtbereich für SeniorInnen
31. saubere öffentliche Toiletten
32. keine Hundehaufen
34
33. „dass die Gassen zu den Spielplätzen sauber gehalten werden“
34. Bauten in der Innenstadt stehen lassen, bzw. neue aufstellen (sehbehinderte
Menschen)
35. mehr Wirtschaftsförderung für weniger Leerstände in den Geschäftsstraßen
36. Anleger im Hafen
37. Parkplätze an der Fußwegbrücke auf der anderen Weserseite
38. viel mehr kostenfreie Parkplätze sowie Parkplätze für Räder, innenstadtnah
39. einfaches Parken für gehbehinderte und alte Menschen in der Innenstadt
40. Stadtbusverkehr auch abends und am Wochenende
41. Erhalt des Frei- und Hallenbades
42. Verschönerung des Stadtgrabens
Sicherheit im öffentlichen Bereich
43. mehr Frauenparkplätze
44. Sicherheit in den sozial schwachen Gebieten am Scheibenplatz
45. Sicherheit in der Stadt abends und nachts
46. längere Beleuchtung in der Stadt, vor allem im Winter
47. Bekämpfung der sinnlosen Zerstörung von Gemeineigentum
48. Qualifizierung im Ehrenamt
49. Mut zu einsamen Entscheidungen für wirklich Bedürftige
Kinder und Schule
50. mehr Spielgeräte für Schulen auf den Pausenhöfen
51. mehr Wertschätzung der Kinder durch freie Busfahrten, Lehrmittelfreiheit
52. Anleitung für junge Eltern, ihre Kinder auf den richtigen Weg zu bringen
53. Schulleiterin am Gymnasium
Allgemeines
54. mehr Freundlichkeit
55. Wahrhaftigkeit
55 von insgesamt 129 Nennungen (darunter Mehrfachnennungen), der Rest betraf den
Landkreis oder andere Institutionen.
35
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