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Vorlesung
Gesellschaftsrecht – Kapitalgesellschaften (2)
16. Oktober 2014
Herzlich Willkommen!
Univ.-Prof. Dr Johannes Reich-Rohrwig
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Zentrale Fachgebiete der CMS-Kanzleien
— Gesellschafts- und Unternehmensrecht
— Unternehmenskäufe, Mergers & Acquisitions
— Liegenschaftsrecht, Baurecht
— Öffentliches Vergaberecht
— Kartellrecht, Wettbewerbsrecht
— Arbeitsrecht
— Bankrecht
— Projektfinanzierung
— Steuerrecht
— Energierecht
— Schiedsgerichtsbarkeit
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von meiner Homepage
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9
Übersicht
I.
Kapitalgesellschaftsrecht: Rechtsgrundlagen,
europarechtliche Vorgaben
II.
Anwendungsbereich von AG u. GmbH
III. Aspekte der Rechtsformwahl
IV. Gründung von GmbH u. AG
V. Gemeinschaftsunternehmen (Kartellrecht)
VI. Öffentliches Angebot (Prospektpflicht)
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I. Rechtsgrundlagen für AG und GmbH
 AktG, GmbHG; SE-Gesetz u. SE-VO
 Nebengesetze wie SpaltG, UmwG, KapBG,
Gesellschafterausschlussgesetz (Ges AusG)
Übernahmegesetz (ÜbG)
 Firmenbuchgesetz (FBG)
 Unternehmensgesetzbuch (UGB)
 Eigenkapitalersatzgesetz (EKEG)
 Unternehmensreorganisationsgesetz (URG), Insolvenzordnung (IO);
(früher: „Konkursordnung“)
 branchenspez. Nebengesetze, wie BWG, VAG, WGG, RAO, ZTG
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I. Rechtsgrundlagen für AG und GmbH
 UGB
• Angabe auf Geschäftspapieren: § 14;
• Gutglaubensschutz der FB-Eintragung: § 15;
• Firma §§ 17 ff;
• Rechnungslegung §§ 189 ff, §§ 221 ff;
• Konzernabschluss §§ 244 ff;
• Prüfung v. Jahres- u. Konzernabschluss §§ 268 ff;
• Offenlegung v. Jahres- od. Konzernabschluss
§§ 277 ff.
• Prüfungspflicht d. Gerichts und Zwangsstrafen §§ 282, 283
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I. Rechtsgrundlagen
 für Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat (AR): § 110 ArbVG;
• Konzernvertretung im AR: §§ 88a und 88b ArbVG
• für SE: §§ 208ff ArbVG
 für Ges, an denen die öffentliche Hand beteiligt ist:
• Stellenbesetzungsgesetz
• Vertragsschablonen-Verordnung
 ÖIAG-G, ElWOG
 für Rechnungshof-Prüfung Art 121 ff B-VG
 landesgesetzlich: evtl Prüfung durch Landesrechnungshof
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I. Europarechtliche Vorgaben
wie zB
•
•
•
Kapital-RL (77/91/EWG)
Fusions-RL (78/855/EWG)
Spaltungs-RL (82/891/EWG)
(alle drei RL geändert durch 2009/109/EG)
•
•
•
Zweigniederlassungs-RL (89/666/EWG)
Einpersonen-GmbH-RL (89/667/EWG)
RL für Übernahmeangebote (04/25/EG)
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I. Europarechtliche Vorgaben
•
•
•
•
•
Jahresabschluss-RL (78/660/EWG)
Publizitäts-RL (68/151/EWG)
RL über den konsolidierten Abschluss (83/349/EWG)
Prüferbefähigungs-RL (84/253/EWG)
Aktionärsrechte-RL (2007/36/EG)
Die EG-Richtlinien wurden in Österreich umgesetzt:
• (vorweg) durch die Änderung des HGB durch das RLG
(„Rechnungslegungsgesetz“) (1990),
• das EU-GesRÄG (1996) und ARÄG 2009
• und durch spätere Novellen
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II. Anwendungsbereiche AG, GmbH, SE
 Gewerbe (Handel, Produktion, Dienstleistung)
 Industrie
 Beratung (WP, Stb, RA, ZT, Unternehmensberatung)
 Beteiligungs-Holding
 Liegenschaftsbesitz, Patent-, Markenrecht, MietR
 Projekt-Ges
 Komplementär einer GmbH & Co KG, AG & Co KG
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II. Anwendungsbereiche AG, GmbH
 Joint-Venture (auch gemeinsamer Einkauf, Vertrieb)
 Outsourcing
 Öffentliche Hand (zB BIG, Nationalpark, Spitäler,
Festspiele)
 PPP (Private Public Partnership)
 nur AG: Versicherung, Pensionskasse,
betriebliche Mitarbeitervorsorgekasse
 Banken: SE, AG, GmbH, nicht GmbH (AG) & Co KG
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III. Rechtsformwahl: Zwecke d. KapGes
 Haftungsbeschränkung
 Steuerersparnis
• beim Verkauf von Auslandsbeteiligungen
 geringere Ertragsteuern (ab 1.1.2005 25 % KöSt), bei
Gewinnausschüttung zusätzlich grds 25% KESt
 Gewinn- u. Verlustausgleich – Gruppenbesteuerung
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III. Rechtsformwahl: Zwecke d. KapGes
 für größere Unternehmen: Zugang zum Kapitalmarkt
 Aber auch bei OG und [GmbH & Co] KG: unmittelbare Zurechnung
der Gewinne u. Verluste an die Gesellschafter („Mitunternehmer“);
 Kapitalverlust + Bürgschaftshaftung für Ges-Verbindlichkeiten ist
beim Kommanditist (Mitunternehmer) durch Verlustzuweisung
idR steuerlich verwertbar [beachte jedoch Liebhaberei-VO] im
Gegensatz zum GmbH-Gesellschafter
s dazu näher J. Heinrich, Ertragsteuerrechtliche Konsequenzen der privaten
Haftungsübernahme für Verbindlichkeiten der Gesellschaft durch
Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft und Kommanditisten, in FS W. Jud
[2012] 231ff.
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III. Rechtsformwahl: Zwecke d. KapGes
 Vermeidung der bei AG geltenden Aufsichtsrats-Pflicht:
→ GmbH
 Outsourcing, Wechsel des Kollektivvertrages
 Ausgliederung von (Teil-)Betrieben: stärkere
Transparenz u. Ergebnisverantwortlichkeit der Gf bei
„kleineren Einheiten“
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III. Rechtsformwahl: Zwecke d. Gründung v. KapGes
 „Drittorganschaft“ angestellte Gf, VStd
 Attraktivität der AG für Führungskräfte
 Stock Options – Teilnahme der VStd-Mitglieder an der
Wertsteigerung der AG durch steigende Börsekurse
 Übertragbarkeit der Aktien und Vererbung leicht möglich,
 Anonymität bei Inhaberaktien (ist aber gesetzlich stark
eingeschränkt worden weil ejtzt grds Namensaktien
auszugeben sind, ausgen. bei börsenotierter AG)
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III. Rechtsformwahl: Zwecke d. Gründung v. KapGes
 Risikoabgrenzung (Bsp „Autokran“, „Taxi-GmbH“)
 „Betrüger-GmbH“ – Durchgriffshaftung?
X (Hauseigentümer)
100%
X-GmbH
verfällt
in Konkurs
beschäftigt
Professionisten,
die das Haus
renovieren
Professionisten
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Gesetzl. Mindestinhalt d. Gesellschaftsvertrags GmbH
•
•
•
•
•
•
Firma
Sitz
Gegenstand d. Unternehmens
Stammkapital (€ 35.000,-, aber „gründungsprivilegierte
GmbH“ – Haftung auf € 10.000,- für 10 Jahre
beschränkt – siehe die speziellen Folien!)
Stammeinlagen der Gesellschafter
[Gründungskosten]
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GmbH: Die einzelnen Gründungsschritte (1)
 Abschluss Gesellschaftsvertrag als Notariatsakt
• Ein-Mann-Gründung:
„Erklärung über die Errichtung der GmbH“
auch als Notariatsakt
 Die Gesellschafter bestellen den Geschäftsführer (Gf)
durch Ges-Beschluss oder bei Ges-Gf auch im
Gesellschaftsvertrag
 evtl. Bestellung des Aufsichtsrats (AR)
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24
GmbH: Die einzelnen Gründungsschritte (2)
 Musterfirmazeichnung d. Gf, Prokuristen
 Bankbestätigung
 Selbstbemessung der 1%igen Gesellschaftsteuer gem KVG
oder Bestätigung gem NeuFöG (Befreiung)
 evtl. Gründungsprüfung bei Sacheinlagen
 Anmeldung zum Firmenbuch (Gf)
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Tragende Grundsätze bei Kapitalgesellschaften
drei Säulen des Kapitalgesellschaftsrechts:

Kapitalaufbringung

Kapitalerhaltung
(Verbot der Einlagenrückgewähr = „verdeckte
Gewinnausschüttung“) *

Geschäftsführung mit ordentlicher Sorgfalt
jeweils mit zivilrechtl. Haftungs- und Strafsanktionen!
* Dazu s. Reich-Rohrwig, Grundsatzfragen der Kapitalerhaltung bei AG, GmbH
sowie GmbH & Co KG (2004); ders, ecolex 2013, 940ff.
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Leistung der Stammeinlagen – GmbH
 zulässig sind Bar- und Sacheinlagen, keine Dienstleistungen
•
•
Bareinlagen müssen zur freien Verfügung der Gf
auf Bankkonto geleistet werden
Umfang der Mindesteinzahlung gem § 10:
- „Viertelklausel“ (mind. ¼ der Bareinlagen)
- mindestens aber € 17.500,– (ausgenommen bei
gründungsprivilegierter GmbH – s. spätere Folien)
- oder den geringeren Betrag der Bareinlagen vollständig
(s § 10 Abs 1)
-
•
zB Mindesteinlage pro Gesellschafter € 70,-, diese vollständig
Kompensationsverbot (Aufrechnungsverbot)
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Sacheinlagen – GmbH
 sind sofort zur Gänze zu leisten
 Bei Überbewertung: Differenzhaftung des Sacheinlegers
(§ 10a) und auch (!)
 subsidiäre Ausfallshaftung aller übrigen Gesellschafter
im Falle der Überbewertung! (§ 70)
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Gründungsprüfung bei GmbH
 Gründungsprüfung: erforderlich, wenn mehr als die Hälfte
des Stammkapitals durch Sacheinlagen aufgebracht wird
(§ 6a)
 Ausnahmen
•
wenn mehr als 5-jährige Unternehmen eingebracht
werden und nur der letzte Inhaber, Mitinhaber u. nahe
Angehörige beteiligt werden (§ 6a Abs 2 u. 3)
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„verschleierte“ oder „verdeckte
Sacheinlage“
 GmbH kauft in zeitlicher Nähe zur Gründung Gegenstände von
Gesellschaftern ohne Festsetzung im GesV (statt Einbringung
als Sacheinlage, die im GesV festgesetzt wird)
 dem FB-Gericht wird faktisch die Möglichkeit der Prüfung
entzogen → bei verschleierter Sacheinlage Nichtigkeit d.
Geschäfts
• Gesellschafter muss erhaltenes Entgelt an GmbH
(Insolvenzverwalter) rückerstatten
zuletzt OGH 25.3.2014, 9 Ob 68/13k
Lit: Taufner, Verdeckte Sacheinlage (2010)
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GmbH: Gründungsprivilegierung (1)
 Zwischen 1.7.2013 und 28.2.2014: GmbH-light
• Mindeststammkapital 10.000,• Auch bestehende GmbH konnten ihr Kapital
herabsetzen
• Keine Zweiteilung wie in Deutschland mit Ansparmodell
- Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
- Verpflichtung Teile des Gewinnes Rücklagen
zuzuführen
- Eigene Firma
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GmbH: Gründungsprivilegierung (2)
 Rücknahme dieses Modells durch AbgÄG 2014
• Rein steuerlich motiviert
• Ausfälle an KöSt und KESt
• Einführung der Gründungsprivilegierung
- Versucht „Spagat“ zwischen Fiskalinteressen und
einer gewissen Erleichterung der Gründung
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GmbH: Gründungsprivilegierung (3)
 § 6 GmbHG:
• Mindeststammkapital beträgt wieder 35.000,-, mit
Mindesteinzahlungspflicht von insgesamt 17.500,- gem
§ 10 GmbHG
 § 10b GmbHG – Gründungsprivilegierung
• Gründungsprivilegierte Stammeinlagen von mindestens
10.000,• Darauf müssen 5.000,- eingezahlt werden
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GmbH: Gründungsprivilegierung (4)
 Jeder Gesellschafter hat eine Stammeinlage und eine
gründungsprivilegierte Einlage
• auch unterschiedliche Höhe der „übernommenen
Stammeinlage“ und der „gründungsprivilegierten Einlage“ ist
möglich
• zB A StE von 20.000,- und B StE von 15.000,• gründungsprivilegierte Einlage von A 2.000,- und B 8.000,- Mindesteinzahlung im Zweifel nach 63 Abs 2 GmbHG
- hier A 1.000,- und B 4.000, Das Stimmrecht der Gesellschafter richtet sich nach
„übernommener StE“
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GmbH: Gründungsprivilegierung (5)
 Keine gründungsprivilegierte Sachgründung
• § 10b Abs 3 S 2 GmbHG
 Nur gründungsprivilegierte Neugründung
• § 10b Abs 1 GmbHG
• nicht durch Änderung des Gesellschaftsvertrag möglich
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GmbH: Gründungsprivilegierung (6)
 Gründungsprivilegierung – Wirkungen
• § 10b Abs 4 und 5: für 10 Jahre Zahlungsverpflichtung
nur bis zur Höhe der gründungsprivilegierten Einlage
- zB € 5.000,- bezahlt, dann noch Zahlungsverpflichtung
für weitere € 5.000,-
• Gilt auch und gerade in der Insolvenz
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GmbH: Gründungsprivilegierung (7)
 Keine unterschiedliche Firma, keine Angabe auf
Geschäftsbriefen
• Aber: Eintragung im FB
- § 5 Z 2a und Z 6: Gründungsprivilegierung als solche
und bei jedem Gesellschafter die Höhe seiner
gründungsprivilegierten StE
 Keine Pflicht zur Dotierung von Rücklagen
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GmbH: Gründungsprivilegierung (8)
 Ende der Gründungsprivilegierung
• 10 Jahre nach Eintragung der GmbH: Game over
- dann Mindesteinzahlungen bis zu € 17.500,- fällig
• Sonst: Ende der Gründungsprivilegierung durch GVÄnderung
- Vorher: Erfüllung der Mindesteinzahlungsverpflichtungen
gem § 10b Abs 5 GmbHG
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IV. erforderliche Genehmigungen bei Gründung einer
GmbH oder AG
 Pflegschafts- oder Verlassenschaftsgericht bei
Beteiligung von mj. oder besachwalterten Personen
oder Verlassenschaft
 bei Zusammenschluss: Kartellgericht, EU-Kommission
 (Ausländer-) Grundverkehrsbehörde
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IV. erforderliche Genehmigungen bei Gründung einer
GmbH oder AG
 Bei Freiberufler-GmbH: Bescheid der zuständigen Kammer
 Bescheid der Konzessionsbehörde – FMA
(§ 5 Abs 2 BWG, § 4 Abs 9 VAG; BörseG)
 Eine gewerberechtl. Konzession oder Befähigung ist für
Gründung der GmbH nicht Voraussetzung; ebensowenig
Strafregisterbescheinigung der GF oder Gesellschafter
(wenngleich strafrechtl. Verurteilung des GF oder
maßgeblich beteiligter Gesellschafter ein Gewerbeausschließungsgrund sein kann)
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IV. Steuern bei der Gründung einer GmbH
 Bezahlung der 1 % Gesellschaftssteuer gem KVG
•
•
•
•
bei Liegenschaften GrESt
Ausnahmen nach KVG, UmgrStG
Ausnahme nach NeuFöG
steuerrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung oder
Selbstbemessungserklärung von RA oder Notar
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Anmeldung der GmbH zum Firmenbuch
 alle Gf (allein) haben die neu gegründete GmbH zum FB
anzumelden (beglaubigte Unterschriften der Gf)
 Gesellschafter wirken bei Anmeldung der GmbH nicht mit
(anders bei AG)
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IV. Gründung einer GmbH
 Prüfung der Anmeldung durch Firmenbuchgericht
• in förmlicher u.
• in materieller Hinsicht
- Nichtigkeiten des GesV
- Verstoß gg Gesetze (insb bei Umstrukturierungen)
- Überbewertung Sacheinlagen – Differenzhaftung
- freie Verfügung der Gf über Einlagen
 Ergebnis: „Vorerledigung“ oder FB-Eintragung
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V. Gründung einer AG
 Gründung in einem Vorgang („Simultangründung“)
 früher: „Stufengründung“ (ungebräuchlich) – wurde durch
ARÄG 2009 beseitigt
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V. Gründung einer AG
 Mindestinhalt d. Satzung d. AG
• (wie bei GmbH) zusätzlich:
• Namen der Gründer
• ob Namens- oder Inhaberaktien ausgegeben
• ob Nennbetrags- od. nennbetraglose Stückaktien,
Nennbetrag und Zahl
• Ausgabebetrag der Aktien (Agio?)
• Zahl der Vorstandsmitglieder
• Form der Veröffentlichung
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V. Gründung einer AG
 Feststellung der Satzung der AG durch die Gründer
(jetzt: Notariatsakt)
Die Gründer werden namentlich genannt!
 Einmann-Gründung seit 8.10.2004 zulässig
 Grundkapital mindestens € 70.000,–
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V. Gründung einer AG
 2 Arten von Aktien
• Nennbetragsaktien (€ 1,– oder ein Vielfaches)
• Nennbetragslose Stückaktien (seit 1. Euro-JuBeG)
 Namens- oder Inhaberaktien, Zwischenscheine
(vgl auch § 262 Abs 28 u. 29 AktG)
 stimmberechtigte Aktien („Stammaktien“) – stimmrechtslose
Vorzugsaktien
• Achtung: es kann auch stimmberechtigte Vorzugsaktien
geben
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V. Gründung einer AG
Nach Feststellung der Satzung:
 Wahl des ersten Aufsichtsrats (AR)
 erster AR bestellt ersten Vorstand
 Wahl des ersten Abschlussprüfers durch Gründer
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V. Gründung einer AG
 Leistung der Aktieneinlagen an den Vorstand
• Sacheinlagen (sofort zur Gänze)
• Bareinlagen (zu mindestens 1/4;
Agio = Aufgeld sofort zur Gänze)
• Bankbestätigung seit 8.10.2004 auch bei AG
obligatorisch
• Anrechnung von Dienstleistungen nicht zulässig
 „Sachübernahmen“ (d.i. entgeltl. Erwerb von Sachen durch AG in der
Gründungsphase; s auch § 45 zu Nachgründungsgeschäften)
 Kompensationsverbot (Aufrechnungsverbot, wie bei GmbH)
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V. Gründung einer AG
 Erstellung von Gründerbericht durch Aktionäre
• insb. hins. Bewertung von Sacheinlagen und Übernahmen
von Aktien durch VStd u. AR
 Gründungsprüfungsbericht zu erstellen von
•
•
Vorstand und
Aufsichtsrat
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V. Gründung einer AG
 evtl. Gründungsprüfungsbericht des gerichtlich
bestellten Gründungprüfers (WP), wenn
•
•
Sacheinlagen od. Sachübernahmen erfolgen oder
ein Mitglied d. VStd oder AR sich einen besonderen
Vorteil oder für die Gründung oder ihre Vorbereitung
eine Entschädigung oder Belohnung ausbedungen
hat.
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V. Anmeldung der AG zum Firmenbuch
Anmeldung der AG hat zu erfolgen
 sowohl durch alle Vorstandsmitglieder
 als auch durch alle AR-Mitglieder
 und alle Aktionäre
• beglaubigte Unterschriften aller Personen
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V. Vorlage an Firmenbuchgericht von
 Satzung der AG (Notariatsakt)
 Wahl d. ersten AR u. Abschlussprüfers







(notarielles Protokoll)
Protokoll d. AR über Bestellung d. Vorstands
bei Bareinlagen: Bankbestätigung über Einzahlung
Sacheinlage- u. Sachübernahme-Verträge
Gründungs- und Gründungsprüfungsberichte
evtl. erforderliche Genehmigungsbescheide
Musterfirmazeichnung des Vorstands + Prokuristen
Berechnung des Gründungsaufwandes
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V. Gründung einer AG
 Prüfung der Anmeldung durch Firmenbuchgericht
•
in förmlicher u. materieller Hinsicht
(wie bei GmbH)
 Ergebnis: „Vorerledigung“ oder FB-Eintragung
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V. Gründung einer AG
 Die Namen der Aktionäre werden bei AG grds nicht in das FB
eingetragen.
 bei Einpersonen-AG ist jedoch auch dieser Umstand samt
Namen, Geburtsdatum oder FB-Nummer d. Alleinaktionärs
anzumelden und einzutragen.
• Späterer Erwerb sämtlicher Aktien der Einpersonen-AG ist
vom Erwerber dem VStd zu melden; dieser hat diese
Angaben unverzüglich zum FB anzumelden.
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V. Gründung einer AG
 Bei Erwerb von Aktien durch eine weitere Person an einer
Einpersonen-AG – Verständigung des VStd – Löschung der
Eintragung der Eigenschaft als Einpersonen-AG
(§ 35 AktG, seit 8.10.2004)
 börserechtliche Meldepflicht des Erwerbers von Aktien bei
Erreichen/Überschreiten/Unterschreiten bestimmter
Beteiligungsschwellen an börsenotierter AG (4%, 5%, 10%, 15%,
20%, 25%, 30%, 35%, 40%, 45%, 50%, 75% und 90% gem § 91 BörseG)
• Frist: zwei „Handelstage“
• Andernfalls: Ruhen des Stimmrechts des betreffenden
Aktionärs in der HV (§ 94a BörseG)
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Zivil- u. strafrechtliche Haftung „Gründungsschwindel“
bei AG + GmbH
 Haftung für Richtigkeit der Erklärungen
• GF (VStd) befindet sich in freier Verfügung d. Einlagen und
ist nicht durch Gegenforderungen beschränkt;
• für Bewertung von Sacheinlagen
 Haftung der Bank für unrichtige Bankbestätigung
 strafrechtl. Haftung der GF für vorsätzl. falsche Erklärungen an
FB-Gericht (§ 122 GmbHG) oder in öffentl. Aufforderung zur
Beteiligung an AG (§ 255 AktG) oder bei einem unzulässigen
öffentlichen Angebot nach dem Kapitalmarktgesetz
(§§ 15 u. 16 KMG)
johannes.reich-rohrwig@cms-rrh.com
Tel.: +43 (1) 404 43 1250
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Haftung für Handeln vor Eintragung der GmbH/AG
 Wird vor Eintragung der GmbH/AG in deren Namen
gehandelt (Verträge abgeschlossen), so haftet der
Handelnde (GF, Vorstand) persönlich für Erfüllung
(§ 2 GmbHG, § 34 AktG)
 Übernahme solcher Verträge durch die Ges. ohne
Zustimmung des Gläubigers, indem die Ges. den
Gläubiger hievon binnen drei Monaten verständigt
• nach Rsp. auch „konkludente“ Übernahme möglich
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Tel.: +43 (1) 404 43 1250
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Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Die nächste Vorlesung findet am
23. Oktober 2014 um 17:00 Uhr
im U 14
statt!
Bitte rufen Sie die Unterlage für jede Vorlesung
von der Homepage www.cms-rrh.com ab
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Bildung
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