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Gesucht sind innovative Ideen - Standpunkt

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SCHWEIZERISCHE
17. OKTOBER 2014
Nr. 19 – 131. Jahrgang
DIE ZEITUNG FÜR KMU
Regionalbund
AZA 4410 Liestal
Standpunkt-Ausgabe Nr. 394 – 17. Jahrgang
«SWISSINNOVATION CHALLENGE» –
DIE MEINUNG
Die Anmeldephase für den Innovationswettbewerb läuft.
Gesucht sind innovative Ideen
Von Christoph Buser,
Landrat, Direktor
Wirtschaftskammer
Baselland.
Publicity für
innovative KMU
E
s gibt hunderte von innovativen Ideen
in der Geschäftswelt – jedes Jahr. Einige
schaffen es bis zur Marktreife – gerade
auch in der ausserordentlich dynamischen
KMU-Wirtschaft. Aber viele Ideen werden
über Jahre verfolgt, ohne je einen Durchbruch
zu erzielen und die Mehrzahl der guten Ideen
verschwindet leider irgendwann in einer
Schublade. Das liegt nicht am Unvermögen
der Beteiligten oder gar an bösem Willen.
Vielmehr fehlt oftmals schlichtweg ein einfacher Zugang zu Rat, Ressourcen und auch
finanzieller Unterstützung – oder einfach
auch die nötige Publicity, um allfällige Förderer und Interessenten aufstöbern zu können.
Wenn Sie jetzt feststellen, dass diese Beschreibung auch auf Ideen in Ihrem Umfeld oder
Betrieb zutrifft, dann sind Sie prädestiniert,
an der «SwissInnovation Challenge» teilzunehmen. Der von der Wirtschaftskammer
Baselland in Partnerschaft mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) und der
Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)
lancierte Innovationswettbewerb füllt genau
diese Lücke.
W
er an der «SwissInnovation Challenge» teilnimmt, dem wird mit auf
den Weg gegeben, wie die eigene
Idee bzw. Innovation richtig verkauft wird.
Der Fokus liegt dabei auf der Erstellung
erstklassiger Businesspläne und Verkaufs­
dokumentationen – bis hin zum Drehen eines
Kurzfilms. Und den Besten winkt der ganz
grosse Auftritt mit der Preisverleihung am
«Tag der Wirtschaft».
Ob Produktinnovation, Geschäftsidee oder
Organisations- und Managementinnovation:
Zögern Sie nicht, sich für den Wettbewerb
anzumelden. Die «SwissInnovation Challenge» bringt ihrer Innovation die benögte
Publizität. Sie ist deshalb eine echte Chance
für innovative KMU.
TEXT RECHTS UND SEITE 3
HEUTE IN DER
BILLAG-MEDIENSTEUER1
Jetzt läuft
die Unterschriftensammlung.
PAUSCHALBESTEUERUNG 1
Alle Steuerabzüge sind
ernsthaft in Gefahr.
EUROSKILLS 2014 13
Die Schweiz holt
sieben Medaillen.
Der Countdown läuft: Interessentin­
nen und Interessenten für eine Teil­
nahme am Innovationswettbewerb
«SwissInnovation Challenge» können
sich seit Anfang Monat anmelden.
Die ersten Anmeldungen mit vielver­
sprechenden Innovationsideen sind
bereits eingetroffen.
Der Wettbewerb ist für alle Unterneh­
merinnen und Unternehmer und ih­
re Firmen gedacht, die einer innova­
tiven Idee zum Durchbruch verhelfen
wollen. «Das müssen keineswegs nur
Unternehmen aus einer technischen
Branche oder aus den Life Sciences
sein, und es muss sich auch keines­
wegs um riesige Firmen handeln»,
unterstreicht Christoph Buser.
Auch in kleinen, handwerklich ge­
prägten KMU oder in Dienstleistungs­
unternehmen gibt es laut dem Direk­
tor der Wirtschaftskammer Baselland
viel Innovationspotenzial. «Leider ge­
langen viele ausgesprochen zukunfts­
weisende Ideen niemals zur Markt­
reife», so Buser.
Das Problem: «Sowohl junge als auch
gestandene Unternehmerinnen und
Unternehmer bräuchten oft einen
einfacheren Zugang zu Rat, Ressour­
cen und auch finanzieller Unterstüt­
zung, damit sie ihre Innovationen an
den Markt bringen können». Doch
genau diese Unterstützung gebe das
bestehende «unternehmerische Öko­
system» nicht so ohne weiteres her,
sagt Buser.
Erstklassige Verkaufsunterlagen
Vom Innovationswettbewerb «Swiss­
Innovation Challenge» profitieren
laut dem Wirtschaftskammerdirektor
alle Beteiligten: «Nach dem Wettbe­
werb haben alle Teilnehmenden et­
was Konkretes in der Hand, mit dem
sie ihre Innovation weiterbringen.»
Öffentlichkeitswirksam: Wirtschaftskammerdirektor Christoph Buser, Dr. Beat Oberlin, Präsident der Geschäftsleitung der BLKB und
Prof. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der FHNW (v.l.), lancieren am «Tag der Wirtschaft» 2014 zusammen mit Moderator
Rainer Maria Salzgeber die «SwissInnovation Challenge». Präsentiert werden die besten Projekte im kommenden Jahr.
FOTO LÄSER
Am Ende des Wettbewerbs verfüge
man über eine erstklassige Verkaufs­
dokumentation.
Bei den Projekten, die es bis in die
Endphase schaffen, beinhalte diese
einen «Video-Pitch» als Grundlage
für eigene Präsentationen und die
Öffentlichkeitsarbeit rund um den
Wettbewerb.
PR und Preisgeld
Diese PR sei ein zentraler Bestandteil
des Wettbewerbs, sagt Christoph Bu­
ser. So werden die Preise beispiels­
weise in feierlichem Rahmen am viel­
beachteten «Tag der Wirtschaft» der
Wirtschaftskammer Baselland verge­
ben. Der Grossanlass mit mehr als
2000 Besucherinnen und Besuchern
aus Wirtschaft, Politik und Verwal­
tung findet auch im kommenden
Herbst wieder in der St. Jakobshalle
in Münchenstein statt.
Da es sich bei der am vergangenenen
«Tag der Wirtschaft» lancierten
«Swiss­Innovation Challenge» um ei­
nen Wettbewerb handelt, wurde auch
ein entsprechender Preis ausgeschrie­
ben: Für das Gewinnerprojekt steht
ein Preisgeld von 20 000 Franken be­
reit, für die Ränge zwei und drei gibt
es je 5000 Franken.
In vier Schritten zur Teilnahme
Interessierte können sich bequem auf
der Internetseite in vier einfachen
Schritten anmelden. Dabei sind die
Eckpfeiler des Projekts gefragt (Um­
setzungsstand, Art/Kategorie, Kurz­
beschrieb, Personenangaben).
Daniel Schindler
SEITE 3
LINK
www.innovation.swiss-challenge.org
Am nationalen Zukunftstag verbringen Jugendliche einen Tag in
der Arbeitswelt. Sie sollen sich vor allem geschlechtsuntypische Berufe genauer anschauen.
GENDERTAG – ZUKUNFTSTAG –
Seitenwechsel zeigt neue Perspektiven
Einen Blick in das vielfältige Berufs­
leben: Das ermöglicht der Nationale
Zukunftstag am kommenden 13. No­
vember. Der Sensibilisierungstag
steht unter dem Motto «Seitenwech­
sel für Mädchen und Jungs».
Auch in den Baselbieter Sekundar­
schulklassen befassen sich die Schü­
lerinnen und Schüler an diesem Tag
unter dem Motto «Gendertag – Zu­
kunftstag» noch intensiver als sonst
mit Ihrer Zukunft.
Frauen- und Männerdomänen
In den siebten Klassen der Baselbie­
ter Sekundarschulen verbringen alle
Jugendlichen diesen Tag in der Ar­
beitswelt. Sie sollen dabei vor allem
Standpunkt der Wirtschaft: Offizielles Informationsorgan der
Erfahrungen
in
geschlechts­
untypischen Berufsfeldern sammeln.
Die Arbeitswelt charakterisiere sich
nämlich nach wie vor durch ausge­
sprochene Frauen- und Männer­
domänen, heisst es in der Medien­
mitteilung der Geschäftsstelle des
Natio­nalen Zukunftstags.
Mädchen und Jungen würden des­
halb am Nationalen Zukunftstag da­
zu eingeladen, die Seiten zu wech­
seln. Wenn sie an diesem Tag ihren
Vater, ihre Mutter oder eine andere
erwachsene Bezugsperson an die Ar­
beit begleiteten, würden sie neue Ar­
beitsfelder und Lebensbereiche er­
kunden, schreibt die Geschäftsstelle
weiter. Damit alle Jugendlichen einen
solchen Schnuppertag in der Wirt­
schaft absolvieren können, braucht
es eine grosse Unterstützung seitens
der Schulen, der Eltern und nicht zu­
letzt der Unternehmen.
Nachwuchsförderung für KMU
Allerdings profitieren auch die Un­
ternehmen selbst von einer solchen
qualifizierten Nachwuchsförderung.
Ein Schnuppertag kann nämlich bis­
lang unentdecktes Potenzial zu Tage
bringen. Dies ist gerade in Zeiten, in
denen Lernende nicht mehr so ein­
fach zu rekrutieren sind, besonders
wichtig. Die Jugendlichen werden ih­
rerseits ermutigt, ein breites Spekt­
rum beruflicher und persönlicher Per­
spektiven zu entdecken. «Sie lernen
gesellschaftliche Klischees zu hinter­
fragen», schreibt der Nationale Zu­
kunftstag. Heranwachsende be­
schränkten sich bei der Berufswahl
nämlich auf wenige geschlechts­
typische Berufe. Sie liessen viele Be­
rufe ausser Acht, weil sie diese dem
anderen Geschlecht zuordnen.
«Dieses Verhalten verhindert, dass
junge Menschen ihre Talente entfal­
ten», schreibt die Geschäftsstelle des
Nationalen Zukunftstags weiter. Der
Zukunftstag und der «Gendertag –
Zukunftstag» im Baselbiet sensibili­
sieren Schulkinder deshalb früh für
eine offene Berufswahl. Reto Anklin
SEITE 3
Redaktion: Telefon 061 927 64 64 – Fax 061 927 65 50 – Internet: www.kmu.org – E-Mail: standpunkt@kmu.org
BL 2
HAUS DER WIRTSCHAFT
17. Oktober 2014 – Schweizerische Gewerbezeitung
Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
ARBEITSMARKT – Die
Baselbieter Sozialpartner haben Vertretern des SECO ihre Anstrengungen
zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und zum Vollzug der flankierenden Massnahmen vorgestellt.
Hoher Besuch aus Bundesbern
Rolf Gerspacher und Boris Zürcher (3. und 4. von links) vom SECO an der Sitzung mit (von links) Daniel Joos von der Wirtschafts­
kammer, Nationalrat Christian Miesch sowie Michael Bogucki und Adrian Sameli von IWF web solutions. FOTO ZVG
le, ZAK; e. Landrat Daniel Münger,
Präsident Zentrale Paritätische Kon­
trollstelle, ZPK, und Vizepräsident
ZAK; Landrat Markus Meier, Stv. Di­
rektor Wirtschaftskammer und Vize­
präsident ZPK; Daniel Joos, Mitglied
der Geschäftsleitung Wirtschafts­
kammer, Leiter Finanzen und Cont­
rolling; Adrian Sameli, Mitglied der
erweiterten Geschäftsleitung Wirt­
schaftskammer, Leiter Business Unit
web solutions IWF AG; Patrick Breitenstein, designierter Bereichsleiter
Zentrale Paritätische Kontrollstelle,
ZPK.
Reto Anklin
POLIT-KOLUMNE
Das Kreuz mit dem Schweizerkreuz
S
A
chweizer Produkte und Dienstleistungen
geniessen weltweit zu Recht einen hervorragenden Ruf. Die Kehrseite der
schönen Medaille: Schweizer Herkunfts­
angaben werden auch von Trittbrettfahrern
missbraucht. Um dies zu verhindern, haben
die eidgenössischen Räte am 21. Juni 2013
nach fast vier Jahre dauernden Debatten die
«Swissness»-Gesetzgebung (Revision des
Bundesgesetzes über den Schutz von Marken
und Herkunftsangaben; Totalrevision des
Bundesgesetzes zum Schutz öffentlicher Wappen und anderer öffentlicher Zeichen) verabschiedet.
Worum geht es? Die Gesetze bezwecken einen
besseren Schutz der Bezeichnung Schweiz und
des Schweizerkreuzes und sollen deren Missbrauch verhindern, um den Wert der Marke
Schweiz auch langfristig zu erhalten. Denn
der wirtschaftliche Wert von Schweizer Produkten und Dienstleistungen ist beträchtlich.
In einer zunehmend globalisierten Welt
genies­sen sie daheim und im Ausland einen
hervorragenden Ruf: Schweizer Produkte und
Dienstleistungen werden mit Exklusivität,
Tradition und Qualität in Verbindung gebracht.
D
ieser gute Ruf schafft Vertrauen, beeinflusst den Kaufentscheid und stellt für
Produzenten und Dienstleister einen
klaren Wettbewerbsvorteil dar. Sie können mit
der Schweiz in Verbindung gebrachte Angebote in einem höheren Preissegment positionieren. Herzstück der künftigen Gesetzgebung
sind Regeln im Markenschutzgesetz, gemäss
denen ein Produkt oder eine Dienstleistung
als schweizerisch bezeichnet werden darf.
Werden diese Regeln eingehalten, so dürfen
neu auch Waren – und nicht mehr nur
Dienstleistungen – mit dem Schweizerkreuz
versehen werden. Mit der Möglichkeit auch
geografische Angaben (z.B. Genève für Uhren)
als Marke einzutragen, erhalten interessierte
Branchen einen offiziellen Schutztitel in der
Schweiz. Das vereinfacht die Durchsetzung
des Schutzes im Ausland.
Was steht auf dem Spiel? Der wirtschaftliche
Mehrwert von Produkten und Dienstleistungen dank schweizerischer Herkunft ist be-
IMPRESSUM
standpunkt
gütern sogar bis zu 50 Prozent des Verkaufspreises ausmachen.
Peter Amstutz, ehemaliger
Leiter der BundeshausRedaktion der «Basler Zeitung»
trächtlich. Umgekehrt zeigt die Erfahrung:
Kunden, die einmal durch die missbräuchliche Verwendung des Labels Schweiz getäuscht
wurden, verlieren das Vertrauen in diesen
Brand und suchen zuverlässigere Alternativen
(siehe Marco Casanova «Die Marke Schweiz
– Gefangen in der Mythosfalle zwischen Heidi
und Wilhelm Tell: Aktuelle Herausforderung
im Zusammenhang mit der Verwendung der
Marke Schweiz als Co-Branding-Partner»;
Arndt Florack/Martin Scarabis/Ernst Primosch (Hrsg.), Psychologie der Markenführung, Vahlen, München 2007).
D
ie Schweiz steht im Nation-BrandIndex über Durchschlagskraft und
Ansehen des Länder-Brands von rund
50 Staaten neben den grossen westlichen
Industrienationen unter den besten zehn
Ländern. Ende 2005 lag die Marke Schweiz
hinter Grossbritannien auf Platz zwei, 2009
belegte sie den achten Rang. Diese Konstanz
bestätigt auch eine Studie der Universität
St. Gallen aus dem Jahr 2010. Wie viel ist
diese Swissness wert? Bei typisch schweizerischen Produkten und bei landwirtschaftlichen
Naturprodukten kann der Mehrwert gemäss
neusten Studien bis zu 20 Prozent, bei Luxus-
Herausgeber/Verlag:
Schweizerischer Gewerbeverband sgv,
Schwarztorstrasse 26, Postfach 8166, 3001 Bern,
Tel. 031 380 14 14 – verlag@sgv-usam.ch
Redaktion sgz: Schwarztorstrasse 26, 3007 Bern
Tel. 031 380 14 14 – redaktion@sgv-usam.ch
llein die Branchen Uhren, Schokolade,
Schmuck und Maschinen erzielen so
zusammen bereits heute einen Mehr­
erlös in der Höhe von 5,8 Milliarden Franken,
was gut einem Prozent des Bruttoinland­
produkts (Summe aller Erträge aus Produk­
tion und Dienstleistungen) entspricht. Die
neue Bundesgesetzgebung soll deshalb für alle
– Produzenten und Konsumenten – Klarheit
schaffen über die Frage, wie viel Schweiz drin
sein muss, damit Schweiz draufstehen darf.
Bei pflanzlichen Erzeugnissen muss der Ort
der Ernte in der Schweiz liegen. Für Industrieprodukte müssen mindestens 60 Prozent der
Herstellungskosten (inklusive Forschung und
Entwicklung) in der Schweiz anfallen. Unternehmen können schweizerische Dienstleistungen anbieten, sofern sich der Sitz und ein
tatsächliches Verwaltungszentrum in der
Schweiz befinden.
Das Wappenschutzgesetz erlaubt die Verwendung des Schweizerkreuzes auf Schweizer
Produkten und stellt den Produzenten einen
wichtigen Werbeträger zur Verfügung. Das
Schweizer Wappen im Dreiecksschild bleibt
hoheitlichen Zwecken der Eidgenossenschaft
vorbehalten.
Zum erfreulichen Gesamtbild gehört schliesslich die Gewissheit, dass die «Swissness»-Regeln keinen zusätzlichen administrativen
Aufwand für KMU bringen. Es bleibt bei der
innerbetrieblichen Abklärung, ob ein eigenes
Produkt den Anforderungen genügt. Insgesamt geht es darum, den von Schweizer
Unternehmen über Jahrzehnte geschaffenen
Wert und damit zugleich ein Stück der nationalen Identität zu erhalten.
Die Inkraftsetzung des Swissness-Gesamt­
pakets ist auf den 1. Januar 2017 vorgesehen.
Den Unternehmen bleibt bis längstens
31. Dezember 2018 (Lageraufbrauchsfrist)
Zeit, sich an die neuen Swissness-Regeln
anzupassen.
Der Autor gibt seine eigene Meinung wieder. Diese muss sich
nicht mit jener der Wirtschaftskammer decken.
Regionalbund «Standpunkt»
Herausgeber: n Wirtschaftskammer Baselland
n Arbeitgeber Baselland n Unabhängiges
Podium für eine liberale Wirtschaft und
Gesellschaft, Haus der Wirtschaft,
Altmarktstrasse 96, 4410 Liestal
Die H2-Konsultativkommission
zieht ein durchwegs positives Fazit.
Kommission ist
zufrieden mit A22
Die im Baselbiet geschaffenen sozial­
partnerschaftlichen Institutionen im
Bereich der Schwarzarbeitsbekämp­
fung und des Vollzugs der flankie­
renden Massnahmen zur Personen­
freizügigkeit finden schweizweite Be­
achtung.
Ende vergangenen September liessen
sich Boris Zürcher, Leiter Direktion
für Arbeit des Staatssekretariats für
Wirtschaft, SECO, und Rolf Gerspacher, Ressortleiter Arbeitsmarktauf­
sicht des SECO, im Haus der Wirt­
schaft in Liestal über bewährte Ins­
titutionen wie die Zentrale Paritäti­
sche Kontrollstelle (ZPK) informieren.
Wirtschaftskammer gut vertreten
Die Baselbieter Delegation bestand
aus Landrat Christoph Buser, Direk­
tor Wirtschaftskammer Baselland
und Mitglied Zentrale Paritätische
Kontrollstelle, ZPK; Nationalrat
Christian Miesch, Projektberater
Wirtschaftskammer; e. Nationalrat
Hans Rudolf Gysin, Delegierter AMS
Arbeitsmarkt-Services AG und Prä­
sident Zentrale Arbeitsmarktkontrol­
H2 PRATTELN–LIESTAL
Tel. 061 927 64 64, Fax 061 927 65 50
Internet: www.kmu.org
E-Mail: standpunkt@kmu.org
Verantwortung: Christoph Buser, Direktor
Redaktion/Umbruch: Reto Anklin (ra)
Produktion: IWF, Postfach 633, 4410 Liestal
Gut neun Monate nach der Eröffnung der H2
Pratteln – Liestal, die nun A22 heisst, zeigt sich
die H2-Konsultativkommission sehr zufrieden.
Es habe viele positive Rückmeldungen von Ver­
kehrsteilnehmenden gegeben, heisst es in einer
von der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdi­
rektion (BUD) verschickten Mitteilung. Die
Rhein­strasse sei erwartungsgemäss massiv vom
Duchgangsverkehr entlastet worden.
An ihrer Sitzung vom vergangenen 25. Septem­
ber unter dem Präsidium von e. Nationalrat
Hans Rudolf Gysin habe die Kommission mit
Genugtuung zur Kenntnis genommen, «dass die
Bau- und Umweltschutzdirektion und die Pro­
jektleitung HPL gute Arbeit geleistet haben».
Die letzten ergänzenden Arbeiten rund um den
Aldi- und Hülftenkreisel befänden sich derzeit
in der Abschlussphase. Betroffen sind die Krum­
meneichstrasse, die Mühlerain- und die Park­
strasse. Bei der Ausfahrt Liestal seien zudem
zusätzliche Schranken montiert worden. Sie sol­
len sicherstellen, dass die Sicherheitsfahrzeuge
im Ereignisfall freie Fahrt haben.
Stau wegen zu langsam fahrender Autos
Ausstehend sind auch noch letzte technische
Tests auf dem Tunnelteilstück. Diese könnten
erst nach einer gewissen Betriebszeit durch­
geführt werden. Einige Sicherheitschecks müs­
sen in der Nacht durchgeführt werden, was
Sperrungen zur Folge haben wird.
Nach der Einfahrt auf die A22 in Pratteln wird
ausserdem auf dem Teilstück vor dem Tunnel
eine zusätzliche Hinweistafel angebracht mit
der Aufschrift «Fahren Sie bitte 80 km/h. Aber
nicht schneller». Die Automobilisten werden so
zu einer zügigeren Fahrweise angehalten. «Da­
mit sollte der eigentlich unbegründete, abend­
liche Rückstau vom Tunnelportal her Richtung
Autobahn vermieden werden können», wie es
in der Mitteilung der BUD heisst. Nach Ab­
schluss der letzten Abklärungen werde auch der
Veloweg auf dem Deckel des A22-Tunnels wei­
ter ausgebaut und fertig­gestellt.
Die Kosten liegen im Budget
Erfreulich ist nach Ansicht der Konsultativ­
kommission auch die Kostenentwicklung. «Nach
wie vor kann davon ausgegangen werden, dass
die Gesamtkosten inklusive der nötigen Umbau­
arbeiten der Rheinstrasse nicht über 470 Mil­
lionen Franken zu liegen kommen», heisst es in
der Mitteilung.
Die Einzahlung des Verkehrssteuerrabatts in die
Spezialfinanzierung der HPL dauert noch wie
beschlossen bis 2016. Die Automobilisten be­
zahlen damit direkt insgesamt rund 200 Millio­
nen Franken an das Bauwerk. Der Bund beteiligt
sich über den nationalen Infrastrukturfonds mit
zirka 170 Millionen Franken. Die effektive Be­
lastung des Baselbieter Staatshaushalts liege
somit bei rund 100 Millionen Franken, wie die
BUD mitteilt.
Reto Anklin
Der Verkehr auf der A22 rollt nun schon seit fast einem
Jahr – ohne grosse Probleme.
FOTO ARCHIV
Abonnement im Mitgliederbeitrag inbegriffen
Adressänderungen:
Bitte an Wirtschaftskammer Baselland
E-Mail: standpunkt@kmu.org
Der Abdruck von Textbeiträgen mit vollständiger
Quellenangabe ist erlaubt.
INNOVATIONSWETTBEWERB
Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
GENDERTAG – ZUKUNFTSTAG
Sekundarschulklassen befassen sich
mit Berufswahl und Lebensplanung.
Mädchen und
Jungs schauen
in die Zukunft
Berufswahl, Lebensplanung, die Entdeckung
geschlechtsuntypischer Berufe für Mädchen wie
für Jungs, die Auseinandersetzung mit der Viel­
falt möglicher Lebensentwürfe sowie praktische
Erfahrungen in der Wirtschaft und im Haushalt:
Das sind die Themen des alljährlichen Gender­
tags – Zukunftstags, der dieses Jahr am 13. No­
vember an den Baselbieter Schulen auf Sekun­
darstufe I (vom 6. bis zum 9. Schuljahr) durch­
geführt wird.
Der Gendertag – Zukunftstag hat die gleichen
Zielsetzungen wie der «Nationale Zukunftstag
– Seitenwechsel für Mädchen und Jungs», der
am gleichen Tag schweizweit stattfindet. Die
Sekundarschulen verteilen die Themen des Gen­
dertags – Zukunftstags über die gesamten vier
Schuljahre, so dass sich Mädchen und Jungs
stets mit einem anderen Schwerpunkt ausein­
andersetzen.
Stufengerechtes Programm
Die Mädchen der sechsten Klassen besuchen an
diesem Tag eine Bezugsperson an deren Arbeits­
platz, während die Buben in der Schule darauf
sensibilisiert werden, dass Lebensplanung nicht
vordergründig die Berufskarriere beinhaltet, son­
dern auch die Vereinbarung von Wunschberuf,
Kinderbetreuung und Hausarbeit.
In den siebten Klassen verbringen alle Schülerin­
nen und Schüler den Tag in der Arbeitswelt.
Dabei sammeln sie Erfahrungen in geschlechts­
untypischen Berufsfeldern.
In der achten Klasse wird mit ihnen die Haus­
arbeit und deren Stellenwert behandelt. Sie ler­
nen, dass diese ebenfalls eine wesentliche
Grundlage zur Lebensgestaltung darstellt.
In den neunten Klassen schliesslich setzen sie
sich auf Grund ihrer Erfahrungen zum Gender­
tag – Zukunftstag mit verschiedenen Formen
von Familie und Zusammenleben auseinander.
KMU profitieren von Seitenwechsel
Damit alle Jugendlichen die Möglichkeit haben,
einen solchen Schnuppertag in der Wirtschaft
zu absolvieren, ist eine grosse Unterstützung
seitens der Schulen, der Eltern und nicht zuletzt
der Unternehmen nötig. Dabei darf nicht ver­
gessen werden, dass auch die Unternehmen
selbst von einer solchen qualifizierten Nach­
wuchsförderung profitieren. Ein Schnuppertag
kann nämlich bislang unentdecktes Potenzial
zu Tage bringen. Interessierte Unternehmen kön­
nen sich auf der Webseite des Baselbieter Amts
für Volksschulen (AVS) und jener des nationa­
len Zukunftstags informieren (Adressen siehe
unten).
Corinne Champion
LINK
www.avs.bl.ch
www.nationalerzukunftstag.ch
Schweizerische Gewerbezeitung – 17. Oktober 2014
Wer eine
Innovation lancieren will, sollte dabei sein.
«SWISSINNOVATION CHALLENGE» –
«Grenzen
gibt es keine»
Der Innovationswettbewerb «Swiss­
Innovation Challenge» ist lanciert.
Wer teilnimmt, profitiert von einem
umfangreichen Mentoringprogramm,
erhält Zugang zu potenziellen Förde­
rern und verfügt danach über eine
erstklassige Verkaufsdokumentation.
Das sagt Christoph Buser, Direktor
der Wirtschaftskammer Baselland, im
Interview. Wer einer Innovationsidee
zum Durchbruch verhelfen will, soll­
te sich beeilen: Die Anmeldefrist läuft
noch bis zum 20. November 2014.
Der Kanton Basel-Landschaft und die Wirtschafts­
kammer Baselland haben gemeinsam einen Flyer zum
Gendertag – Zukunftstag herausgegeben.
BILD ZVG
BL 3
Standpunkt: Herr Buser, wer kann
an der «SwissInnovation Challenge» teilnehmen?
Christoph Buser: Die «SwissInno­
n vation Challenge» ist ein Wettbewerb
für alle, die einer innovativen Idee
zum Durchbruch verhelfen wollen.
Getragen wird dieser Innovations­
wettbewerb von der Basellandschaft­
lichen Kantonalbank, der Fachhoch­
schule Nordwestschweiz und der
Wirtschaftskammer Baselland.
In welchen Bereichen sollen die
Innovationen stattfinden?
Das ist im Grundsatz offen. Das
n kann eine Produktinnovation sein,
eine völlig neue Geschäftsidee oder
die Konkretisierung einer bestehen­
den Idee. Auch im Bereich Organisa­
tion oder Management sind immer
wieder neue Ansätze gefragt.
Können Sie Beispiele nennen?
Ich kann natürlich nur fiktive Bei­
n spiele machen, da wir ja konkreten
Ideen im Wettbewerb eine Plattform
geben wollen – Ideen, die wir derzeit
noch nicht kennen. Aber denkbar
wäre zum Beispiel, dass ein Hand­
werksbetrieb eine effizientere Metho­
de für die Herstellung seiner Produk­
te entwickelt hat und diesem Verfah­
ren zum Durchbruch verhelfen will.
Vielleicht hat ein anderer Betrieb
ganz neue Produkte entwickelt, von
denen man bisher nichts weiss. Oder
jemand hat ein Verfahren entwickelt,
wie er Synergien in einer Unterneh­
mensorganisation nutzen kann. Wie
INTEGRATION –
gesagt, das sind fiktive Beispiele.
Grenzen gibt es keine.
Wie profitieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?
Nach dem Wettbewerb haben alle
n Teilnehmenden etwas Konkretes in
der Hand, mit dem sie ihre Innova­
tion weiterbringen. Am Ende des Un­
terstützungsprogramms sollen die In­
novationsideen ausgereift und mit
einem «state-of-the-art» Businessplan
unterlegt sein. Zudem werden sie
nach dem Wettbewerb über eine
erstklassige Verkaufsdokumentation
verfügen – bei den besten Projekten
wird diese als Kernelement einen so­
genannten «Video-Pitch» beinhalten.
Wozu dienen den Teilnehmenden
diese «Video-Pitches», von denen
Sie gesprochen haben?
Diese Videos dienen den Unterneh­
n merinnen und Unternehmern für ei­
gene hochprofessionelle Präsenta­
tionen, beispielsweise bei möglichen
Geldgebern. Sie sind aber auch für
die Öffentlichkeitsarbeit rund um den
Wettbewerb von grossem Wert.
«NACH DEM WETTBEWERB
HABEN ALLE
ETWAS KONKRETES
IN DER HAND.»
Welche weiteren Vorteile haben
Teilnehmende?
Sie profitieren von einem umfang­
n reichen Mentoring- und Unterstüt­
zungsprogramm. Dazu gehören auf
sie zugeschnittene, themenspezifi­
sche Ausbildungsmodule. Ergänzt
werden diese mit Vorträgen und Pa­
nels von Fachexperten und gestan­
denen Unternehmerinnen und Un­
ternehmern, welche die wichtigsten
Erfolgskriterien praxisnah vermitteln
können. Die Teilnehmenden erhalten
Zugang zu praxisnahen Kursen, die
ihnen aufzeigen, wie sie eine Idee in
Christoph Buser stellte am «Tag der Wirtschaft» 2014 den Innovationswettbewerb vor.
2015 erhalten die Gewinner an dem Event ein grosse Plattform.
FOTO LÄSER
ein Geschäftsmodell umwandeln und
ihre Businessideen erfolgreich am
Markt platzieren können. Und nicht
zuletzt ist der Kontakt zu Experten
und zu potenziellen Geldgebern von
grösstem Nutzen für die Teilnehmer.
Wie läuft der Innovationswett­
bewerb konkret ab?
Der Wettbewerb ist in drei Phasen
n geteilt: In der ersten wird die Ge­
schäftsidee geschärft und eine Kurz­
präsentation erstellt. In der zweiten
wird die Geschäftsidee in einen Busi­
nessplan umgesetzt und die Präsen­
tation wird erweitert. In der dritten
Phase schliesslich wird die Präsenta­
tion finalisiert. Nach jeder Phase hal­
biert sich die Teilnehmerzahl – von
zuerst 100 auf 50 und schliesslich auf
25. Am Schluss bleiben drei Projekte
im Rennen. Aber in jeder Phase pro­
fitiert man trotzdem. Gewinner sind
bei diesem Wettbewerb alle, nicht
nur die Wettbewerbsgewinner.
Wann geht es los?
Der Start ist im Januar 2015. Am
n «Tag der Wirtschaft» im kommenden
Herbst werden dann die besten Ideen
vorgestellt. Der Wettbewerb dauert
also insgesamt acht Monate.
Welches KMU kann sich diese Zeit
nehmen?
Der Wettbewerb absorbiert das Un­
n ternehmen nicht. Er läuft daneben
und trägt dazu bei, die Innovations­
ideen in die Praxis umzusetzen. So
unterstützt «SwissInnovation Chal­
lenge» die Teilnehmer und hilft unter
dem Strich sogar, wertvolle Zeit ein­
zusparen von einer Idee bis zur
Marktreife.
Interview: Daniel Schindler
SO EINFACH GEHT ES
Auf der Webseite
innovation.swiss-challenge.org
melden Sie sich in vier kurzen
Schritten an. Das wollen wir über
Ihre Idee/Innovation wissen:
1) Bezeichnen Sie den Umsetzungsstand.
2) Wählen Sie die Art/Kategorie aus.
3) Verfassen Sie einen Kurzbeschrieb (max. 400 Zeichen).
4) Geben Sie uns Ihr/e Profil-/Personenangaben
Und «Absenden»-Knopf drücken!
Wirtschaftskammer fördert die Integration leistungsbeeinträchtigter Menschen.
worktrain bietet viele Vorteile für KMU
Als Gründungsmitglied von work­
train (ehemals Soziale Stellenbörse)
engagiert sich die Wirtschaftskam­
mer Baselland seit 1993 für die Inte­
gration leistungsbeeinträchtigter
Menschen in den Arbeitsmarkt.
An der 20. Mitgliederversammlung
hat worktrain seinen Vorstand erneu­
ert. Als Vertreterin der Wirtschafts­
kammer Baselland wählten die Mit­
glieder neu Alexandra Mächler, Pro­
jektleiterin KMU-Förderung bei der
Wirtschaftskammer. Andreas Meier
vertritt ebenfalls neu die Handels­
kammer beider Basel.
Im Vorstand von worktrain sind als
Gründungsmitglieder neben der
Wirtschaftskammer Baselland, der
Arbeitgeberverband Basel, der Ge­
werbeverband Basel-Stadt, die Han­
delskammer beider Basel sowie die
Stiftung für Hilfeleistungen an Arbeit­
nehmende vertreten.
Mit dem Personalwechsel im Vor­
stand möchte sich die Wirtschafts­
kammer Baselland wieder verstärkt
bei worktrain einbringen.
Der von Barbara Siegenthaler und
Cristoforo Graziano geführte Verein
setzt bei der von der Politik im Rah­
men der IV-Sanierung geforderten be­
ruflichen Integration leistungsbeein­
trächtigter Menschen auf die Stellen­
vermittlung und den Personalverleih.
Die beiden Programme bieten den
Arbeitnehmenden Unterstützung bei
der Stellensuche. Gleichzeitig ermög­
lichen sie es den Arbeitgebenden,
Menschen mit einer Leistungsbeein­
trächtigung zu beschäftigen.
worktrain trägt Arbeitgeber-Risiko
Beim Personalverleih trägt worktrain
das Arbeitgeberrisiko. Für die Ein­
satzfirmen ergeben sich daraus viele
Vorteile:
n Fällt die arbeitnehmende Person
krankheitshalber aus, übernimmt
worktrain als Arbeitgeberin die Lohn­
fortzahlungspflicht. Der Einsatzfirma
wird während dieser Zeit der Lohn
nicht in Rechnung gestellt.
n Die Einsatzverträge sind seitens der
Firmen leicht auflösbar, während
worktrain als Arbeitgeberin den ge­
setzlichen Kündigungsvorschriften
unterliegt.
n worktrain ist als Ansprechpartnerin
für Einsatzfirma und Arbeitnehmen­
de jederzeit erreichbar und sucht un­
bürokratische Lösungen.
Der Verein worktrain bietet auch ein
Programm, bei dem Praktikantinnen
und Praktikanten Schritt für Schritt
ins Arbeitsleben zurückfinden. So
bietet der «Office Shop» Bürodienste
wie Administrations- oder Versand­
arbeiten an. Der «FiBu Shop» erledigt
für KMU die Finanzbuchhaltung. Da­
neben betreibt worktrain den
Geschenk­laden «papaya gift shop»,
der mit dem «papaya web shop» im
Internet vertreten ist. Mitsprache
wird gross geschrieben. «Wir berück­
sichtigen die Ideen und Fähigkeiten
der Praktikantinnen und Praktikan­
ten. So werden ihr Selbstvertrauen
und ihre Eigenverantwortung ge­
stärkt», so Barbara Siegenthaler. Dies
sei wichtig für den Wiedereinstieg
ins Berufsleben.Alexandra Mächler
LINK
www.worktrain.ch
BL 4
KMU-ORGANISATIONEN
17. Oktober 2014 – Schweizerische Gewerbezeitung
Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
UNSERIÖSE FIRMEN – Mit
einer Kampagne in den regionalen Medien warnt suissetec nordwestschweiz vor unseriösen Entkalkungsfirmen. Opfer der Gaunereien sind meist ältere Leute.
Kampf den Boiler-Gaunern
suissetec nordwestschweiz mahnt zur Vorsicht, wenn Handwerker unangekündigt an der Haustür klingeln und behaupten, der Boiler
müsse entkalkt werden.
FOTO ZVG
Hausbesitzern, denen eine Boilerent­
kalkung aufgeschwatzt wurde, ob­
wohl sie gar nicht nötig gewesen wä­
re», sagt er. Wohneigentümerinnen
und -eigentümer sollten nicht vor­
schnell auf ein Angebot eingehen.
Alle drei bis fünf Jahre
Bei Unsicherheiten rät er, suissetec
nordwestschweiz zu kontaktieren
(siehe Text rechts). Wehrli ist froh,
wenn ihm aggressive oder hartnäcki­
ge Versuche, einen Boilerentkalkungs-
Auftrag zu erhalten, gemeldet wer­
den. Zweifellos müsse der WasserBoiler regelmässig gewartet, gereinigt
und entkalkt werden, sagt Wehrli.
Die Häufigkeit hänge vom Härtegrad
des Wassers, dem Warmwasserver­
brauch sowie der Betriebstemperatur
des Boilers ab. Ideal seien 55 bis 60
Grad Celsius. Je höher die Kalkbelas­
tung des Trinkwassers, desto öfter
sollte der Boiler entkalkt werden. Die
Intervalle lägen zwischen drei und
fünf Jahren.
Reto Anklin
ANZEIGE
KMU Podium 2014
Wohnen im Laufental – Eine Chance für die Region
30. Oktober 2014, Aula, Gymnasium Laufen
18.00 Uhr
Türöffnung
18.30 Uhr
Begrüssung Promotion Laufental
Walter Jermann
18.40 Uhr
Regierungspräsident Isaac Reber
«Die Zukunft des Laufentals»
19.00 Uhr
Podiumsdiskussion
zu den Chancen des Laufentals als Wohnregion
Isaac Reber
Regierungspräsident BL
Stefan Marbach
Senior Partner Herzog de Meuron
Alexander Imhof
Stadtpräsident Laufen
Lukas Richterich
Verwaltungsratspräsident Ricola Familienholding
Josef Zindel
ehem. Kommunikationsleiter FC Basel, Freier Texter, Blauen
Podiumsleitung Thomas Kübler, Wirtschaftsförderer
20.00 Uhr
Apéro riche
Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.
r
Das KMU Podium diskutiert über
das Laufental als Wohnregion.
Wohnen
als Chance
Die diesjährige Ausgabe des KMU Podiums des
Gewerbevereins KMU Laufental und der Wirt­
schaftsförderorganisation Promotion Laufental
befasst sich mit den Chancen des Laufentals als
Wohnregion. Nach der Begrüssung durch e. Na­
tionalrat Walter Jermann wird der Baselbieter
Regierungsrat Isaac Reber über «Die Zukunft
des Laufentals» referieren. Regierungsrat Reber
wird auch an der Podiumsdiskussion teilneh­
men, die von Thomas Kübler geleitet wird. Küb­
ler ist Wirtschaftsförderer für das Laufental und
das Schwarzbubenland, beauftragt von Promo­
tion Laufental und Forum Regio Plus. Die Dis­
kussion steht unter dem Motto «Wohnen im
Laufental – Eine Chance für die Region».
Es klingelt, und an der Tür steht ein
Handwerker. Er müsse den Boiler ent­
kalken. Die betagte Hausbesitzerin
oder die unwissende Mieterschaft
fühlen sich überrumpelt, denn sie
wissen von nichts. «Aber wir haben
letztes Jahr doch einen Termin ver­
einbart, erinnern Sie sich nicht?», sagt
der Mann, und die ein­geschüchterte
Dame lässt ihn rein.
Mit diesem Beispiel aus der Praxis
beginnt der Bericht, den suissetec
nordwestschweiz in verschiedenen
regionalen Medien platziert hat. Mit
der Kampagne warnt der Verband
Wohneigentümerinnen und -eigen­
tümer vor unseriösen Entkalkungs­
firmen, die mit dem eingangs er­
wähnten und ähnlichen Tricks ver­
suchen, in der Nordwestschweiz Auf­
träge zu ergattern.
Der Verband distanziert sich
Der Verband der Gebäudetechniker
distanziert sich klar von solchen
betrügerischen Geschäftspraktiken,
die in letzter Zeit vermehrt vorge­
kommen sind. Die Kampagne gibt
Wohneigentümerinnen und Wohnei­
gentümern auch Tipps, wie sie sich
in einem solchen Fall verhalten sol­
len. Sie erfahren zudem, wo sie fach­
männischen Service erhalten, wenn
ihr Boiler tatsächlich entkalkt werden
muss.
«Unsere Mitglieds-Betriebe würden
niemals auf solch unlautere Art Auf­
träge erschleichen», sagt Rolf Wehrli,
Geschäftsführer von suissetec nord­
westschweiz. «Wir erhalten immer
wieder Anrufe von Mietern und
KMU PODIUM LAUFEN
IM ZWEIFEL ANRUFEN
Wer unsicher ist, ob hinter einem
Angebot zur Boilerentkalkung eine
Gaunerei steckt, kann bei suissetec
nordwestschweiz um Rat fragen.
Der Verband ist unter der Telefonnummer 061 926 60 30 erreichbar. Auf der Website des Verbands
sind alle seriösen GebäudetechnikFachbetriebe aufgelistet.
ra
www.suissetec-nws.ch
Podium mit ehemaligem FCB-Sprecher
Auf dem Podium sitzt auch Stefan Marbach, Se­
nior Partner des Basler Architekturbüros Herzog
de Meuron, das in Laufen im Auftrag der Rico­
la AG mehrere vielbeachtete Bauten erstellt hat.
Ebenfalls an der Diskussion teilnehmen werden
Alexander Imhof, Stadtpräsident von Laufen,
Lukas Richterich, Verwaltungsratspräsident der
Ricola Familienholding, sowie Josef Zindel, frei­
er Texter und ehemaliger Kommunikationsleiter
des FC Basel. Zindel kann aus eigener Erfahrung
über das Wohnen im Laufental berichten, wohnt
er doch seit einiger Zeit in der Laufentaler Ge­
meinde Blauen.
Das KMU Podium 2014 findet am kommenden
30. Oktober um 20 Uhr in der Aula des Gymna­
siums Laufen statt. Am Schluss der Veranstal­
tung bietet ein Apéro riche Gelegenheit zu wei­
teren Gesprächen mit den Referenten und den
übrigen Gästen.
Die Veranstaltung wird von der Ricola, der Stadt
Laufen, der Basellandschaftlichen Kantonalbank
und dem Hauseigentümerverein Laufen und
Umgebung unterstützt. Sie ist öffentlich und
kostenlos (siehe Inserat unten). Reto Anklin
INTEGRATION
Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
PSYCHISCHE PROBLEME
Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft
lädt zur Fachtagung ein.
Von belasteten
und belastenden
Mitarbeitenden
Die Fachtagung der Psychosozialen Arbeitsgruppe lehrt
den Umgang mit Mitarbeitenden, die psychische Prob­
leme haben. FOTO FOTOLIA
Der Umgang mit psychisch bedingten Proble­
men am Arbeitsplatz stellt für alle Beteiligten
eine Herausforderung dar. Einfache Rezepte gibt
es nicht. Mit der Fachtagung «Führung und Be­
handlung von Mitarbeitenden mit psychischen
Problemen» will die Psychosoziale Arbeitsge­
meinschaft (psag) Orientierung anbieten.
In ihrer Einladung zur Tagung vom 30. Oktober
in den Räumen der Basler Versicherung in Basel
schreibt die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft,
dass die Zusammenarbeit zwischen Arbeitge­
benden und Psychiaterinnen und Therapeuten
sehr hilfreich sein könne. Aus verschiedenen
Gründen finde sie aber selten statt.
Typische Alltagsprobleme
Dabei habe die Thematik noch an Bedeutung
gewonnen: «Immer mehr wird erkannt, dass Ar­
beit für die psychische Gesundheit wichtig ist,
und dass viele Mitarbeitende psychisch belastet
und manchmal auch belastend sind», schreibt
die psag. Dementsprechend würden auch die
Krankschreibungen aus psychischen Gründen
zunehmen. Die Referate und Workshops setzen
bei den typischen Problemen im Alltag von
Führungskräften, Therapeuten und Case-Mana­
gern an. Die gemischt zusammengesetzten
Workshops befassen sich mit schwierigen Mit­
arbeitersituationen, die mit einer psychischen
Belastung zusammenhängen.
Die Teilnehmenden erfahren, wann und wie
Probleme angesprochen werden; ob Mitarbei­
tende aufgefordert werden sollen, professionel­
le Hilfe zu holen oder wie Arbeitsplätze an Mit­
arbeitende mit einer psychischen Belastung an­
gepasst werden können.
Fragen ums Arbeitsunfähigkeitszeugnis
Andere Workshops befassen sich mit Fällen, in
denen Mitarbeitende krankgeschrieben wurden.
Dabei geht es auch darum, wann ein Verbleib
am Arbeitsplatz die bessere Lösung wäre. The­
matisiert wird ausserdem das differenzierte Ar­
beitsunfähigkeitszeugnis Nordwestschweiz so­
wie die Zusammenarbeit mit Case-Managern,
Versicherungen und Job-Coaches. Geklärt wer­
den zudem Fragen zur Transparenz: Was dürfen
Mitarbeitende gefragt, was darf von ihnen ver­
langt werden? Und wie sag ichs meinem Team?
Zu den Mitorganisatoren der Fachtagung gehö­
ren neben der Wirtschaftskammer Baselland
und Arbeitgeber Baselland auch der Arbeitge­
berverband Basel, die psychiatrischen Fachver­
bände beider Basel, Psychiatrie Baselland, die
Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel,
die Basler Versicherungen als Arbeitgeber und
Versicherer. Unterstützt wird der Anlass von
der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesund­
heitsdirektion und vom Gesundheitsdeparte­
ment Basel-Stadt.
Reto Anklin
Donnerstag, 30. Oktober, 17 – 20 Uhr inkl. Apéro;
Basler Versicherungen, Aeschengraben 21, Basel;
50 Franken pro Person; Anmeldung an:
Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft
E-Mail: geschaeftsstelle@psag.ch
Telefon: 061 335 92 20
LINK
www.psag.ch
BL 5
Schweizerische Gewerbezeitung – 17. Oktober 2014
Der Ausländerdienst Baselland hilft seit 50 Jahren den Ausländerinnen und Ausländern bei der Integration. Im Vorstand arbeitet auch die Wirtschaftskammer mit.
INTEGRATION –
Der Ausländerdienst
feierte seinen 50. Geburtstag
An der 50-Jahr-Feier des Ausländer­
diensts Baselland (ald) war Regie­
rungsrat Isaac Reber voll des Lobes.
Er dankte dem ald, in dessen Vor­
stand auch die Wirtschaftskammer
Baselland mitarbeitet, für die uner­
müdliche Arbeit im Integrations­
wesen und die gute Zusammenarbeit
mit dem Kanton.
Vor rund 170 Personen aus Politik
und Wirtschaft, von Amts- und Fach­
stellen sowie zahlreichen ald-Mitar­
beiterinnen und -Mitarbeitern über­
brachte Reber die besten Grüsse der
Baselbieter Regierung.
Beratung und Sprachkurse
Franz Vogel, Geschäftsleiter des ald,
wies darauf hin, dass der Ausländer­
dienst nicht nur berate, sondern auch
eine grosse Zahl an Deutschkursen
anbiete. Als weitere Dienstleistung
erwähnte er den Dolmetsch- und
Übersetzungsdienst für rund 60 Spra­
chen. Für die Kleinsten sei mit der
Frühförderung der deutschen Spra­
che in Spielgruppen gesorgt. Vogel
präsentierte auch die für das Jubilä­
umsjahr erarbeitete Festschrift.
Unter dem Motto «Ausländer und
Ausländerinnen – unverzichtbare
Partner in Gesellschaft und Arbeits­
markt» stand das Referat von Kurt
Rohner, Vizedirektor des Amts für
Migration in Bern. Migrantinnen und
Migranten seien in der heutigen Ar­
beitswelt unverzichtbar. Wegen des
PROJEKT –
Zum 50-Jahr-Jubiläum des ald sprachen: Franz Vogel, ald-Geschäftsführer; Kurt Rohner, Vizedirektor Bundesamt für Migration; Regie­
rungsrat Isaac Reber; Adriano Zanoni, Präsident ald, und Prattelns Gemeindepräsident Beat Stingelin.
FOTO ZVG
oft spürbar rauen Gegenwinds sei es
wichtiger denn je, auf den positiven
Nutzen einer guten Integration hin­
zuweisen, sagte Rohner. Der ald leis­
te seit 50 Jahren sehr wertvolle Ar­
beit, die in den Anfangstagen sogar
Pioniercharakter gehabt habe. An
diese Tage erinnerte auch ald-Präsi­
dent Adriano Zanoni. Er sprach in
Italienisch über den Werdegang des
Ausländerdiensts ald.
Von seinen eigenen Erfahrungen bei
der Integration von Mitmenschen in
seiner Gemeinde berichtete der Pratt­
ler Gemeindepräsident Beat Stingelin. Diese Erfahrungen hätten ihm
gezeigt, wie wichtig die Arbeit des
ald sei. Für Auflockerung sorgte das
Kaberett-Duo Rosetta Lopardo, das
süditalienisches Temperament ver­
sprühte. Lachend und klatschend
verabschiedete sich das Künstlerduo,
bevor die Gäste mit Speis und Trank
verwöhnt wurden.
Reto Anklin
Die angehenden Geomatiker der Jermann AG arbeiteten an der Furka-Bergstrecke.
Lernende sorgen für sichere Dampfbahn
Die Züge der Dampfbahn Furka-Berg­
strecke (DFB) winden sich auf ihrer
Fahrt durch die spektakuläre Gebirgs­
landschaft zwischen dem urneri­
schen Realp und Oberwald im Wallis
entlang steiler Talflanken über Stütz­
mauern und Viadukte. Um einen si­
cheren Bahnbetrieb zu gewährleis­
ten, müssen sämtliche Bauwerke pe­
riodisch auf Zustand und Stabilität
überprüft werden.
Genau hier war die Unterstützung
aller zehn Geomatiklernenden der
Jermann Ingenieure + Geometer AG
aus Arlesheim gefragt. Im vergange­
nen August organisierte ihr Betrieb
erstmals ein Lernendenprojekt: Wäh­
rend zweier Einsatztage in an­
spruchsvollem Terrain erarbeiteten
die angehenden Berufsleute Mess­
konzepte, richteten Fixpunkte und
Beobachtungspunkte ein und führten
die Messungen selbständig durch.
Arbeiten in alpinem Gelände
Für Fabian Frei, Geschäftsführer der
Jermann AG, war das Projekt ein vol­
ler Erfolg: «Das Wetter hat mitge­
spielt. Wir konnten unsere Arbeit un­
fallfrei, im Trockenen und meist bei
Sonnenschein erledigen.»
Die Lernenden hatten erstmals in ih­
rer insgesamt vierjährigen Ausbil­
dungszeit die Möglichkeit, ein Ver­
messungsprojekt in schwer zugäng­
lichem, alpinem Gelände und unter
Bahnbetrieb zu bearbeiten. Ein Ein­
satz, der neben einer intensiven Vor­
bereitung auch einiges an Flexibilität
und körperlicher Anstrengung abver­
Eine Lokomotive der Dampfbahn FurkaBergstrecke beim Halt auf offener Strecke.
Die Geomatik-Lernenden der Jermann AG und ihre Begleitpersonen posieren auf dem
Gleis der Dampfbahn Furka-Bergstrecke.
FOTOS ZVG
langte. Unter anderem mussten die
Lernenden die Bauwerke auf allfälli­
ge Deformationen prüfen. Eine be­
sondere Herausforderung stellte da­
bei die Steinstaffel-Brücke auf der
Urner Seite dar. Die aus Kalkstein
erbaute Brücke besteht aus fünf etwa
sechs Meter breit gespannten Gewöl­
ben, die auf vier bis zu 15 Meter ho­
hen Pfeilern liegen. Die Überwa­
chungspunkte auf Höhe der Gewölbe
konnten nur durch Abseilen einge­
richtet werden. «Gut gesichert und
mit der nötigen Portion Mut lösten
die Lernenden auch diese Aufgabe
bravurös», schreibt die Jermann AG
in einer Mitteilung.
Die Messresultate wurden von den
Lernenden im Büro ausgewertet und
in Plan- und Tabellenform dokumen­
tiert. In einer Schlussbesprechung
präsentierten und beurteilten sie die
Messergebnisse. Manfred Willi, Leiter
Bahntechnik und Stv. Leiter Bau der
Dampfbahn Furka-Bergstrecke, wer­
den die Resultate eine grosse Hilfe
sein.
Weiteres Projekt im Sommer 2015
Geschäftsführer Fabian Frei ist über­
zeugt: «So ein gemeinsam erarbeite­
tes Projekt fördert den Zusammen­
halt und Teamgeist der angehenden
Berufsleute. Es gibt ihnen die Mög­
lichkeit, ihr Können unter Beweis zu
stellen und ihr Verantwortungsbe­
wusstsein zu stärken.» Auch bei den
Lernenden selbst sei das Projekt aus­
nahmslos auf Zustimmung gestos­
sen. Lernende wie Betreuer freuten
sich schon heute auf das nächste Pro­
jekt im Sommer 2015. Reto Anklin
FURKA-BERGSTRECKE
Die Furka-Bergstrecke ist eine
der schönsten Bahnlinien in den
Schweizer Alpen. Nach dem Bau
des Furka-Basistunnels 1982 wurde die Strecke nicht mehr genutzt.
Doch bereits ein Jahr nach der
Tunneleröffnung ging der Verein
«Dampfbahn Furka Berg­strecke»
daran, die Strecke für touristische
Zwecke wieder in Betrieb zu nehmen. Heute setzen sich 500 Bahnbegeisterte aus ganz Europa ehrenamtlich für die Strecke ein.
Die historischen Dampfzüge befördern jeden Sommer während
gut 70 Betriebstagen rund 30 000
Passagiere­über die Furka.
ra
BL 6
BRANCHENVERBÄNDE
17. Oktober 2014 – Schweizerische Gewerbezeitung
Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
Der Gärtnermeisterverband beider Basel war 1890 der erste seiner Art in der Schweiz. Auch heute
sind die Gärtnermeister beider Basel oft Pioniere, sei es in der Berufsbildung, der Werbung oder bei den Gesamtarbeitsverträgen.
GÄRTNERMEISTER BEIDER BASEL –
Immer einen Schritt voraus
IN KÜRZE
Um das Jahr 1265 erhielten die da­
maligen Gärtnermeister vom Basler
Bischof das Recht, sich in einer Zunft
zusammenzuschliessen. Die noch
heute bestehende «E.E. Zunft zu
Gartnern» blieb bis zur Mitte des
19. Jahrhunderts die einzige Standes­
organisation der Gärtner, wobei im
Lauf der Jahrhunderte verschiedene
weitere Berufe wie zum Beispiel Sei­
ler, Oeler, Köche, Wursthersteller
oder Fuhrleute dazu kamen.
Als sich in den Jahren von 1850 bis
1875 die Handels- und Gewerbefrei­
heit durchsetzte, verloren die städti­
schen Zünfte ihre politische und wirt­
schaftliche Bedeutung. Im Zuge die­
ser Entwicklung entstanden nicht nur
lokale und regionale Gewerbevereine,
Gärtnermeister beider Basel
Gegründet:
1890
Anzahl Mitgliedsfirmen:
64
Vorstandsmitglieder:
n Thomas Schulte, Oberwil,
Präsident und Kassier
n Heiner Senn, Binningen, Vizepräsident
n Luzius Gschwind, Binningen, Ressort
Öffentlichkeitsarbeit
n Beat Breitenstein, Liestal, Obmann ÜK
n Anselmo Renz, Basel, Ressort Projekte
n Caspar Kerdijk, Basel, Beisitzer
auch die einzelnen Handwerke und
Berufe schlossen sich zu eigenstän­
digen Interessenorganisationen zu­
sammen.
Dem Gärtnermeisterverband beider Basel ist auch die Berufsbildung wichtig. Hier gratulieren Vizepräsident Heiner Senn (links) und
Präsident Thomas Schulte an der Lehrabschlussfeier im vergangenen Juli einem erfolgreichen Lehrabgänger.
FOTO ZVG
Grundstein für Berufsbildung
Bereits im Jahr 1856 entstand die
Basler Gartenbaugesellschaft, die gut
zwanzig Jahre später einen Berufs­
unterricht einführte und so den
Grundstein für eine nachhaltige Be­
rufsbildung legte.
Im Jahr 1890 gründeten zehn regio­
nale Gärtner ihren eigenen Meister­
verband, den Gärtnermeisterverband
beider Basel. Es handelte sich hierbei
übrigens um den ersten solchen Ver­
band in der Schweiz. Die Basler Gärt­
nermeister erwiesen sich in diesem
Sinne als eigentliche Pioniere. Erst
acht Jahre später – 1898 – erfolgte
dann die Gründung des «Schweize­
rischen Handelsgärtnerverbandes»,
des heutigen nationalen Dachver­
bands «JardinSuisse».
Die Gärtnermeister beider Basel er­
wiesen sich aber nicht nur bei der
Gründung eines Berufsverbands als
Pioniere, sie verhielten sich im Ver­
lauf ihrer Verbandsgeschichte wie­
derholt innovativ und waren in der
Regel den Berufskollegen in der üb­
rigen Schweiz einen Schritt voraus.
So beteiligten sie sich 1914 an der
Landesausstellung in Bern, und drei
Jahre später traten sie an der damals
noch sehr jungen Schweizer Muster­
messe gemeinsam auf und machten
für ihr Handwerk und ihren Berufs­
stand aktiv Werbung.
Später halfen die Gärtnermeister ak­
tiv bei der Verwirklichung der Basler
Markthalle mit. Und im Jahr 1938
schlossen die Basler Gärtnermeister
mit den damaligen Arbeitnehmeror­
ganisationen den ersten schweizeri­
schen Gesamtarbeitsvertrag für die
Branche ab.
Die Verbandsgeschichte der letzten
Jahrzehnte wird vor allem mit einem
Grossereignis in Verbindung ge­
bracht: der Grün 80. Dass die zweite
landesweite Gartenausstellung in der
Region Basel stattfinden konnte, war
der Initiative und dem hartnäckigen
Wirken des damaligen Basler
Gewerbe­direktors Eduard Frei und
des Gärtnermeisters Wolf Hunziker
zu verdanken.
Lobbying für die Grün 80
Als Sekretär des Gärtnermeister­
verbands beider Basel lobbyierte Frei
im nationalen Dachverband für den
Standort Basel. Nach dem positiven
Entscheid der nationalen Gärtner er­
wirkten die Gärtnermeister beider Ba­
sel eine Defizitgarantie, die neben
dem Bund und dem nationalen Be­
rufsverband auch von den beiden
Basler Regierungen sowie von den
damaligen Gewerbeverbänden BaselStadt und Baselland getragen wurde.
Nur so konnte dieses Grossprojekt
überhaupt realisiert werden.
Am 12. April 1980 eröffnete der da­
malige Bundespräsident Georges-André Chevallaz als Schirmherr die
denkwürdige Gartenschau. Und mit
dem Besuch der englischen Königin
Elisabeth am 1. Mai wurden die An­
strengungen der regionalen Gärtner­
meister regelrecht geadelt.
Geblieben sind von der Grün 80 der
Park im Grünen und die Brüglinger
Ebene als beliebte und gut besuchte
Erholungsräume, worauf der regio­
nale Gärtnermeisterverband nach
wie vor zu Recht stolz sein darf – ge­
nauso wie auf die Tatsache, dass er
nächstes Jahr sein 125-Jahr-Jubiläum
feiern kann.
Marcel W. Buess
Der Standpunkt der Wirtschaft präsentiert
in einer Serie alle Branchen­verbände, die
der Wirtschaftskammer Baselland
angeschlossen sind.
Als nächstes Porträt erscheint:
Gastro Baselland.
Berufsbilder:
n Gärtner/in Fachrichtung Garten- und
Landschaftsbau EFZ
n Gärtner/in Fachrichtung Garten- und
Landschaftsbau EBA
n Gärtner/in Fachrichtung Produktion EFZ
n Gärtner/in Fachrichtung Produktion EBA
n Gärtner/in Fachrichtung Zierpflanzen EFZ
n Gärtner/in Fachrichtung Zierpflanzen EBA
n Baumschulist/in EFZ
n Baumschulist/in EBA
Davon profitieren Mitglieder:
n Breitgefächerte Mitgliederdienste
n Kollektivmitgliedschaft bei Wirtschafts‑
kammer Baselland und Gewerbeverband
Basel-Stadt
n Regelmässige Fachveranstaltungen
n Organisation von Lehrlingsprojekten
n Branchenspezifische Öffentlichkeitsarbeit
n Erfahrungsgruppen und Einkaufspools
LINKS
www.gmbb.ch
INTERVIEW – Thomas Schulte, Präsident Gärtnermeister beider Basel, ist stolz, dass der Dachverband JardinSuisse den von den Gärtnermeistern beider
Basel entwickelten Slogan «Hier wächst Zukunft» als nationalen Claim übernommen hat. Zukunftsgerichtet ist auch die Pflanzen-App für die Lernenden.
«Wiederum haben wir eine Vorreiterrolle übernommen»
Mit dem Claim «Hier wächst Zu­
kunft», einem allgemeinverbindlich
erklärten Gesamtarbeitsvertrag und
einer Pflanzen-App hat sich der Gärt­
nermeisterverband beider Basel auch
in jüngster Zeit als Pionier erwiesen
und für die gesamtschweizerische
Branche Massstäbe gesetzt. Präsi­
dent Thomas Schulte ist stolz darauf.
Standpunkt: Herr Schulte, seit gut
einem Jahr profilieren sich die
Gärtnermeister gesamtschweizerisch mit dem Slogan «Hier wächst
Zukunft». Nicht zufällig fragen
wir: Wer hats erfunden?
n Thomas Schulte: Für einmal war es
nicht Ricola. Doch auch in diesem
Fall kann unsere Region die Urheber­
schaft für sich reklamieren. Dieser
nun schweizweit eingesetzte Claim
wurde von unserer Regionalsektion
entwickelt. Wir wollten unsere Öf­
fentlichkeitsarbeit verbessern und
haben deshalb vor vier Jahren einen
Thomas Schulte,
Präsident
Gärtnermeister
beider Basel.
Markenentwicklungsprozess durch­
geführt. Daraus ist dann der Slogan
«Hier wächst Zukunft» entstanden.
Unser schweizerischer Dachverband
war auf Anhieb begeistert von dem
Slogan und hat ihn schliesslich als
nationalen Claim übernommen. Wie­
derum haben die Gärtnermeister bei­
der Basel – wie so oft in ihrer Ge­
schichte – eine Vorreiterrolle über­
nommen. Darauf bin ich sehr stolz.
Was wollen Sie mit diesem Claim
konkret aussagen?
n Mit den drei Worten «Hier wächst
Zukunft» wollen wir Gärtnermeister
kommunizieren, dass wir mit der
vielfältigen Wirkung unserer Arbeit
eine positive Zukunft gestalten. Dass
eine grüne Lebensumgebung – sei es
im privaten oder im öffentlichen
Raum – das allgemeine Wohlbefin­
den steigert. Sie verbessert die Qua­
lität der Luft, fördert die körperlichen
und sozialen Aktivitäten der Men­
schen sowie deren Gesundheit und
wirkt entspannend. All das kann man
nicht kürzer und treffender zusam­
menfassen als mit unserem Claim.
Wie läuft die von Ihrem Verband
angeregte Öffentlichkeitsarbeit ab?
n Im laufenden Jahr wird der Claim
unter den JardinSuisse-Betrieben ver­
breitet. Alle Verbandsmitglieder ha­
ben bereits Anfang Jahr ein StarterPackage erhalten. Es stehen verschie­
dene Werbemittel zur Verfügung. Im
nächsten Jahr findet eine grosse Ak­
tion für die breite Öffentlichkeit statt.
In der Region Basel planen wir – auch
in diesem Zusammenhang – eine spe­
zielle, kundenbezogene Fachsendung
auf Telebasel, die künftig viermal im
Jahr ausgestrahlt werden soll. Wir
wollen uns als regionale Gärtnermeis­
ter und unsere vielfältigen grünen
Angebote auch auf diesem Wege be­
kannter machen.
Auch in der Berufsbildung beschreitet der Verband Gärtner­
meister beider Basel mit der Pflanzen-App neue, innovative Wege.
n Das ist richtig. Das «Grundlagen­
werk Pflanzen» ist eine speziell auf
den Lehrplan unseres Verbands und
der Gewerblich-industriellen Berufs­
schule GIB ausgerichtete Pflanzenlis­
te, die als Ausbildungsgrundlage für
die Pflanzenkenntnisse in unserer Re­
gion dient. Neu ist dieses Grundla­
genwerk nun auch als App für Smart­
phones, Tablets und als Desktop-Ver­
sion erhältlich. Die von unserem
LAP-Obmann Andreas Oser ent­
wickelte App steht allen unseren Ler­
nenden an der GIB Muttenz ab dem
Schuljahr 2012 zur Verfügung.
Wozu dient die Pflanzen-App?
n Die Datenbank bereitet optimal auf
die Lehrabschlussprüfungen vor. Sie
berücksichtigt die individuellen Lehr­
pläne jedes Lehrjahrs nach den ein­
zelnen Fachrichtungen. Besonders
nützlich sind das in der Pflanzen-App
enthaltene Pflanzenlexikon und der
ausgeklügelte Lernmodus, mit dem
sämtliche in unserer Region vorhan­
dene Pflanzen verinnerlicht werden
können. Auch in der Berufsbildung
ist es unerlässlich, mit der Zeit zu
gehen und die modernen Kommuni­
kationsmittel möglichst optimal ein­
zusetzen.
Interview: Marcel W. Buess
KMU-ORGANISATIONEN
Haus der Wirtschaft –-– DienstleistungsDienstleistungs- und
und Kompetenz-Zentrum
Kompetenz-Zentrum für
für KMU
KMU aus
aus Gewerbe,
Gewerbe, Handel,
Handel, Dienstleistung
Dienstleistung und
und Industrie
Industrie
REGIONALMEISTERSCHAFTEN
Die Vertreter des VBLEI belegten
den zweiten und dritten Rang.
Zwei Baselbieter
auf dem Podest
Die siegreichen Elektriker (von links nach rechts): Silber
für Lukas Burkhardt, Gold für Pascal Schneider und
Bronze für Roman Wirz.
FOTO ZVG
An den Regionalmeisterschaften der Elektro­
installateure schafften es beide Vertreter des
Verbands Basellandschaftlicher Elektro-Instal­
lationsfirmen (VBLEI) aufs Siegerpodest: Lukas
Burkhardt von der Hasler & Reinle AG in Gel­
terkinden schaffte es auf Platz zwei, und der im
gleichen Lehrbetrieb tätige Roman Wirz belegte
Platz 3. Sieger wurde Pascal Schneider von der
Elektro Strub AG aus dem aargauischen Kölli­
ken. Die drei Erstklassierten sicherten sich so
die Teilnahme an den nationalen Berufsmeister­
schaften, den SwissSkills Bern 2014. Pascal
Schneider wurde dort im vergangenen Monat
hervorragender Fünfter, Lukas Burkhardt und
Roman Wirt belegten beide Rang 7.
Die Regionalmeisterschaften in Basel wurden
vom Verband Basler Elektroinstallateure (VBEI)
organisiert; teilgenommen haben auch Berufs­
leute aus dem Kanton Aargau. Die Siegerehrung
fand am vergangenen 21. August in den Räumen
des VBEI statt.
Spannender Wettkampf
Der Wettkampf sei einmal mehr spannend ge­
wesen, «gerade so, wie man es sich wünscht»,
teilt der VBEI mit. Die sieben jungen Elektro­
installateure mussten unter anderem eine Schalt­
gerätekombination anfertigen sowie die Instal­
lation für ein Gewächshaus mit Wasserdruck­
erhöhungspumpe, Belüftung, Bewässerung und
Beleuchtung sowie Bewegungsmelder und Zen­
trale ausführen. Zu den Aufgaben gehörte auch
die Erstellung einer universellen Kommunika­
tionsverkabelung (UKV) für die Logo-Fernwar­
tung. Die Regionalmeisterschaften finden alle
zwei Jahre statt. Die Organisatoren rufen alle
Installationsfirmen dazu auf, gut in ihre Lernen­
den zu investieren. Es sei eine Investition, die
sich lohne.
Reto Anklin
BL 7
17. Oktober 2014
Schweizerische
Gewerbezeitung
– Schweizerische
– 17.
Gewerbezeitung
Oktober 2014
Die Raiffeisenbank Aesch-Pfeffingen wird von drei jungen Familienvätern geleitet. Sie profitieren von der Familienfreundlichkeit ihrer Arbeitgeberin.
FAMILIENFREUNDLICHKEIT IN KMU –
Das Individuum steht im Mittelpunkt
Die Raiffeisen Gruppe hat in der
Schweiz eine über hundertjährige
Tradition. So blickt die Raiffeisen­
bank Aesch-Pfeffingen auf eine
111-jährige Geschichte zurück. Nicht
nur das genossenschaftliche Denken
und Wirken, sondern auch ein men­
schen- und familienfreundliches Ver­
halten bilden seit je her wesentliche
Grundpfeiler der Geschäftspolitik der
Raiffeisen Gruppe.
Laut ihrem Selbstverständnis als Ar­
beitgeberin steht in der Raiffeisen
Gruppe das Individuum im Mittel­
punkt des Handelns: «Wir respek­
tieren die Persönlichkeit jedes Ein­
zelnen, ungeachtet des Geschlechts,
des Alters, der Nationalität, der
Haut­farbe, der religiösen Überzeu­
gung oder der Weltanschauung. Per­
sönliche und soziale Fähigkeiten
sind uns ebenso wichtig wie fachli­
che Erfahrung.» In diesem Sinne will
sich auch die Raiffeisenbank AeschPfeffingen als attraktive Arbeitge­
berin profilieren.
Investition in die Weiterbildung
Raiffeisen versteht sich ausdrücklich
als familienfreundliche Bank. So ist
die Gleichstellung von Mann und
Frau im Arbeitsumfeld sowieso eine
Selbstverständlichkeit und die Ver­
einbarkeit von Familie und Beruf bil­
det in diesem Kontext ein Schlüs­
selthema.
Mit Teilzeitlösungen für Mütter wird
die Weiterbeschäftigung nach der Ba­
by-Pause aktiv umgesetzt. Mit Teil­
zeitmodellen für Kader und Job-Sha­
ring oder einem Vaterschaftsurlaub
von drei Wochen bestehen gegen­
über den Bank-Mitarbeitenden wei­
tere grosszügige Regelungen.
Zusätzlich wird auch in die Weiter­
bildung investiert. Bei einer hundert­
prozentigen Anstellung können Mit­
arbeitende bis zu zwanzig Prozent
ihrer Arbeitszeit für die Weiterbil­
dung nutzen. Dabei trägt Raiffeisen
bis zu siebzig Prozent der Kosten.
Je nach den betrieblichen Möglich­
keiten ermöglicht die Bank ihren Mit­
arbeitenden auch unbezahlte Urlau­
be. Und im Falle von privaten Prob­
Bankleiter Michael Dreier (links) und Brian Kirmess mit dem Zertifikat, das die Raiffeisenbank Aesch-Pfeffingen als familienfreundli­
ches Unternehmen auszeichnet.
FOTO MWB
lemen existiert eine «Sozialberatung
Raiffeisen», die jeweils von einer un­
abhängigen externen Stelle wahrge­
nommen wird. Um die Privatsphäre
der Betroffenen zu gewährleisten,
erfolgen keine inhaltlichen Rückmel­
dungen an den Arbeitgeber.
Auch Raiffeisenbank profitiert
Die Raiffeisenbank Aesch-Pfeffingen
unterhält 15,5 100-Prozent-Stellen,
die sich auf 19 Mitarbeitende vertei­
len. Die Bank beschäftigt gegenwär­
tig elf Frauen und acht Männer. Bei
der dreiköpfigen Bankleitung handelt
es sich um drei junge Familienväter.
Bankleiter Michael Dreier absolviert
neben seiner anspruchsvollen beruf­
lichen Tätigkeit ein Masterstudium
und profitiert dabei von den erwähn­
ten Weiterbildungsregeln der Bank.
Das Beispiel seines Kollegen Brian
Kirmess zeigt, dass auch auf der Stu­
fe Geschäftsleitung Teilzeit-Lösun­
gen möglich sind. Kirmess hat ein
90-Prozent-Pensum. In der Regel ar­
beitet er pro Woche einen halben Tag
weniger.
Grundsätzlich herrschen bei den Teil­
zeit-Jobs keine starren Regeln, son­
dern auch in diesem Bereich gilt eine
hohe Flexibilität, indem jeweils auf
die Bedürfnisse von Geschäft und
Familie Rücksicht genommen wird.
Teilnahme hat sich gelohnt
Die Teilnahme am Projekt Familien­
freundliche KMU hat Michael Dreier
einerseits bestätigt, dass die Raiffei­
senbank hinsichtlich Familienfreund­
lichkeit bereits sehr gut unterwegs
ist. Andererseits hat das Projekt da­
zu geführt, dass die Familienfreund­
lichkeit in den Mitarbeitergesprächen
neu ausdrücklich thematisiert wird.
Aufgrund der häufigen Sitzungen
über Mittag, vieler Abendverpflich­
tungen und Sponsoring-Einsätze aus­
serhalb der normalen Arbeitszeit
wurde das Reglement bezüglich der
zeitlichen Kompensationen ange­
passt.
Mit anderen Worten: Das kantonale
Projekt Familienfreundliche KMU hat
auch der schon ausgesprochen fami­
lienfreundlichen Raiffeisenbank et­
was gebracht.
Marcel W. Buess
Der Standpunkt der Wirtschaft stellt in
loser Folge jene KMU vor, die am kantonalen Programm «Familien-Check-up»
teilgenommen haben.
LINK
www.familienfreundliche-kmu.bl.ch
RATGEBER RECHT – Ist die Freiheit über den Wolken tatsächlich grenzenlos? Das Cloud Computing
eröffnet viele Möglichkeiten, birgt aber für KMU auch einige Gefahren, die es abzuschätzen gilt.
Die Freiheit in der Cloud hat ihre Grenzen
Als Reinhard Mey 1974 seinen Schla­
ger «Über den Wolken» sang, dachte
man wohl nicht einmal im Traum
daran, dass 40 Jahre später die Mög­
lichkeit bestehen würde, die gesam­
te Kommunikation und Administra­
tion über Cloud Computing – zu
deutsch: Rechnen in den Wolken –
abzuwickeln. Was ist unter dem Be­
griff eigentlich zu verstehen? Cloud
Computing bedeutet die Beanspru­
chung von IT-Dienstleistungen, wel­
che von Cloud-Serviceprovidern
(Dienstleistungsanbietern) über ein
Netzwerk angeboten werden.
Vorteile liegen auf der Hand
Die Serviceprovider stellen Speicher­
kapazität, Rechenleistung oder Soft­
ware, zum Beispiel über das Internet,
zur Verfügung und der Nutzer kann
diese Dienstleistungen bedarfsorien­
tiert mieten. Die Vorteile des Cloud
Computing liegen auf der Hand: Ge­
ringere Kosten für IT-Infrastruktur
und Software, höhere Rechenleis­
tung, dynamischer Speicherplatz,
Christoph
Mettler,
Rechtsanwalt,
Legal-Team
Wirtschafts­
kammer.
Mobilität, schnelle und einfache Ver­
fügbarkeit, Skalierbarkeit sowie ver­
besserte und erhöhte Sicherheit.
Durch die Auslagerung entfallen zu­
dem Aufwendungen für Wartung und
Pflege sowie IT-Personal. Es erstaunt
daher wenig, dass immer mehr Un­
ternehmen auf Cloud-Computing-Lö­
sungen setzen.
Da sich die Anwendungen und Daten
nicht mehr im eigenen Netzwerk be­
finden, birgt das Cloud Computing
aber auch nicht unerhebliche Risi­
ken: Kontrollverlust über Daten, feh­
lende oder mangelnde Abgrenzung
der verschiedenen Datenverarbeitun­
gen, Zugriff von ausländischen Be­
hörden auf Daten, Lock-in-Effekte
oder schlicht Datenverlust können
zu erheblichen datenschutzrechtli­
chen Problemen führen.
Provider sorgfältig auswählen
Fazit: Cloud Computing stellt insbe­
sondere für KMU eine prüfenswerte
Option dar. Jedes Unternehmen, wel­
ches auf Cloud-Computing-Lösungen
setzt, muss aber auch sicherstellen,
dass der Serviceprovider die Daten
nur so bearbeitet, wie es das Unter­
nehmen selbst tun dürfte, und dass
die Datensicherheit gewährleistet ist.
Es tut somit gut daran, den Service­
provider sorgfältig auszuwählen, zu
instruieren und zu überwachen. Es
sollte auch eingehend prüfen, welche
Daten am eigenen Standort behalten
werden sollten und welche der Cloud
übergeben werden können. Generell
gilt: Je vertraulicher die Daten, desto
eher ist von einer Auslagerung der
Daten in die Cloud abzusehen bzw.
desto strikter und umfassender müs­
sen die organisatorischen und ver­
traglichen Sicherheitsvorkehrungen
und deren Kontrolle sein.
Als Folge der NSA-Affäre in Amerika
wird der Ruf nach einer rein Europä­
ischen Cloud laut. Eine solche Ent­
wicklung würde nicht nur das Spek­
trum valabler Cloud-Computing-Lö­
sungen erweitern, sondern könnte
auch Anbietern von schweizerischen
Cloud-Dienstleistungen Möglichkei­
ten eröffnen.
LEGAL-TEAM
Der Rechtsanwalt Christoph
Mettler ist Mitglied des LegalTeams der Wirtschaftskammer Baselland (siehe ­Inserat links). Das
Legal-Team steht den Mitgliedern
der Wirtschaftskammer für Auskünfte zur Verfügung. Es ist erreichbar unter­­der Telefonnummer
061 927 66 70 oder via E-Mail an
dessen Leiterin, Fürsprecherin Barbara Gfeller: b.gfeller@kmu.org.
BL 8
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17. Oktober 2014 – Schweizerische Gewerbezeitung
Haus der Wirtschaft – Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrum für KMU aus Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
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REWAG Recycling & Entsorgung,
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921 94 37 Oristalstrasse 87, 4410 Liestal
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Roth AG Lausen
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Industriestrasse 12, 4415 Lausen
www.roth.ch
Briefkästen
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Fünfschilling AG Metallbau
426 91 41 Hauptstrasse 20, 4102 Binningen
Grubenstrasse 20, 4303 Kaiseraugst
www.fuenfschilling.ch
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MARX.AG Gebäudehüllen
466 70 00Herrenmattstrasse 25, 4132 Muttenz
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Fenster
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Gerber-Vogt AG
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www.gerber-vogt.ch
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Schreinerei Schneider AG
826 90 90Meierhofweg 9,
4133 Pratteln
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Ausländerdienst Baselland
827 99 00Bahnhofstrasse 16
4133 Pratteln
www.ald-bl.ch info@ald-bl.ch
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381 70 004102 Binningen/Basel
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371 52 90Presse/PR/Reportagen/Internetbilder
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406 95 95Sägestrasse 7
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STÖCKLI WADESCO AG
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4123 Allschwil
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717 82 60 Logo-, Print- & Webdesign
www.newsign.ch
061
WENGER Carrosserie/Fahrzeugbau
686 99 00Klingentalstrasse 77, 4057 Basel
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061
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927 65 25Erwin Schönholzer, Grafik-Atelier,
Altmarktstrasse 96, 4410 Liestal
info@esch.ch
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061
Gottlieb AG, Facility Services
689 91 91Markgräflerstrasse 50
4057 Basel, www.gottlieb.ch
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061
M. Wagner & Co AG
821 11 12 Schlossstrasse 21, 4133 Pratteln
www.wagnerhaushalt.ch
061
ImproWare AG – Breitband.ch
826 93 07Zurlindenstrasse 29, 4133 Pratteln
www.breitband.ch
Internet/Webdesign
061
CS2 – Creative Solutions GmbH
333 22 22Gerbegässlein 1, 4450 Sissach
www.cs2.ch info@cs2.ch
Isolation
061
indivisuell Identity Communication
911 11 44 Packaging, Benzburweg 30a,
4410 Liestal, www.indivisuell.ch
061
Transoft GmbH – gegr. 1982
301 33 36Hard- und Softwaredienstleister
transoft@magnet.ch
061
ICSystems + Support AG
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www.icsystems.ch
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061
Gundeli-Carrosserie AG
711 44 35 Duggingerstrasse 18, 4153 Reinach
www.gundeliag.ch
Computer
061
CSF AG
467 99 33Sorgenfreie IT
www.csf.ch info@csf.ch
061
SOWACOM «Your all-in-one IT-Partner»
406 14 14 Schönmattstrasse 4, 4153 Reinach
www.sowacom.ch
061
MEVO-Fenster AG
717 10 10 Chr. Merian-Ring 25, Reinach
www.mevo.ch
Carrosserie & Fahrzeugbau
061RE/MAX Commercial
855 98 71Nordwestschweiz
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084
Aerni Fenster AG
811 55 66 Hauptstrasse 173, 4422 Arisdorf
www.aerni.com
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061
Uniship AG
205 44 51Peter Merian Strasse 58, 4052 Basel
uniship@uniship.ch
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Roth AG Lausen
926 77 20Malerei/Brandschutz/Isolation
Industriestrasse 12, 4415 Lausen www.roth.ch
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ISBA AG
761 33 44Tageslichtsysteme, 4222 Zwingen
www.isba.ch
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554 13 11 Ringstrasse 13, 4123 Allschwil
www.dasmarkenrecht.ch
Mulden-Transport
061
Brunner Mulden GmbH
411 03 33 Pumpwerkstr. 39, 4142 Münchenstein
www.brunner-mulden.ch
Parkettbeläge
Patent- und Markenanwälte
061
BOHEST AG, ehemals
295 57 00A. Braun Braun Héritier Eschmann AG
Holbeinstrasse 36–38, 4051 Basel
www.bohest.ch mail@bohest.ch
061
Braunpat Braun Eder AG
307 90 30Reussstrasse 22, 4054 Basel
www.braunpat.ch, info@braunpat.ch
Qualifizierung-Kalibrierung
061
und Validierung
826 97 26Pharmatronic AG, 4133 Pratteln
www.pharmatronic.ch
Rechtsschutz
061
AXA ARAG Rechtsschutz AG
841 06 66Reinhard Stahlke
Esterliweg 10, 4464 Maisprach reinhard.stahlke@axa-arag.ch
Schreinereien
061
Schreinerei Schneider AG,
841 06 66Wannenweg 6, 4133 Pratteln
Schriften & Reklame
061
Donelli Schriften, Basel
302 30 50Grafik, Schrift und Gestaltung
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Software-Entwicklung/SPS
061
und Visualisierungen
826 97 26Pharmatronic AG, 4133 Pratteln
www.pharmatronic.ch
Stellenvermittlung
061
Personal Contact Group AG
685 91 11 St. Jakob-Strasse 110, 4132 Muttenz
www.personal.ch
061
Personal Contact Liestal AG
926 93 93Rathausstrasse 34, 4410 Liestal
061
Personal Contact Laufen AG
765 91 00 Bahnhofstrasse 16, 4242 Laufen
Storen/Rollladen
061
Storen Fust AG,
716 98 98 Seewenweg 3, 4153 Reinach
www.storenfust.ch
Transport
061
Felix Transport AG
766 10 10 Talstrasse 47, 4144 Arlesheim
www.felixtransport.ch
Treuhand
061 BANDO TREUHAND AG
406 62 62 Brühlmattweg 5, 4107 Ettingen
www.bandotreuhand.ch
061
ONLINE TREUHAND AG
717 81 91 Nenzlingerweg 5, 4153 Reinach
www.onlinetreuhand.ch
Treuhand/Revision
061
BDO AG
927 87 00Gestadeckplatz 2, 4410 Liestal
www.bdo.ch
061
BDO AG
317 37 77 Münchensteinerstr. 43,4052 Basel, www.bdo.ch
061
BDO AG
766 90 60Baselstrasse 160, 4242 Laufen
www.bdo.ch
061
Testor Treuhand AG
205 45 45Holbeinstrasse 48, 4002 Basel
www.testor.ch
061
TRETOR AG
926 83 83Industriestrasse 7, 4410 Liestal
www.tretor.ch
Vermessung
061
Geoprat AG,
827 98 98Ingenieurbüro für Geomatik
4133 Pratteln, www.geoprat.ch
061
Jermann Ing. + Geometer AG
706 93 93Arlesheim, Binningen, Sissach
Zwingen, www.jermann-ag.ch
Versicherungen
061
Die Mobiliar, 4147 Aesch
756 56 56Generalagentur Stephan Hohl,
www.mobiaesch.ch
Weine und Destillate
061
Siebe Dupf Kellerei AG
921 13 33 Kasernenstr. 25, 4410 Liestal
www.siebe-dupf.ch
Werbeanlagen & Beschriftungen
061
Neonwidmer AG Werbeanlagen
751 44 55 Weidenweg 18, 4147 Aesch
www.neonwidmer.ch
Wintergärten/Verglasungen
061
Furrer Metallbau AG
921 58 80Kanalstrasse 1, 4415 Lausen
www.furrer-metallbau.ch
061
Glatt & Vettiger AG
921 94 37 Oristalstrasse 87, 4410 Liestal
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