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Heft 01/2015 - ÖAS

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ÖAS
netzwerke
2014
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Editorial
Aus dem Vorstand - berufspolitische Informationen
Nachruf auf Rudi Kronbichler
fremd.gehen: Kongressnachlese und Stimmungsbilder
ÖAS Feministische Arbeitsgruppe
ÖAS „Lern“ambulanz
ÖAS Jour Fixe Termine
Rezensionen - Buchempfehlungen
diverse Termine
ÖAS
Österreichische
Arbeitsgemeinschaft
für systemische Therapie
und systemische Studien
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Medieninhaber und Herausgeber
ÖAS - Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien
Obmann: Mag. Andreas Höher, Redaktion: Mag. Susanne Klingan, Lika Trinkl
ZVR: 204223903, DVR: 595 161, UID-Nr.: ATU66226504
Diese Zeitschrift ist eine kostenlose und parteipolitisch unabhängige Mitgliederzeitschrift, die halbjährlich erscheint und über Vorgänge im Verein berichtet. Kommentare und Beiträge der Mitglieder müssen sich nicht
mit der Meinung der ÖAS oder der Redaktion decken.
Seite !2
Editorial
Die netzwerke „reloaded“ erscheinen wieder in der Printversion und kommen ab
sofort zwei Mal im Jahr zu Ihnen ins Haus!
Das allein wäre schon Grund genug, zu feiern. In diesem Heft gibt es allerdings
noch viele andere erfreuliche Dinge zu lesen. Beispielsweise über den siebenten
ÖAS-Kongress, der vom 16. bis 18. Mai 2014 stattgefunden hat. Eine Nachlese
und unterschiedliche Stimmungsbilder werden Sie darüber informieren. Andreas
Höher schreibt einen ersten Erfahrungsbericht über die ÖAS-„Lern“-Ambulanz,
die seit Dezember 2013 existiert und aufgrund des regen Interesses expandieren
wird. Der neue Vorstand stellt sich vor und informiert über gesetzliche Veränderungen und Neues zum Antragsformular der Wiener Gebietskrankenkasse.
Selbstverständlich wird auch dieses Jahr ein gewohnt fulminantes Herbstfest die
Räumlichkeiten der ÖAS beleben.
Das große Lehrbuch „Systemische Therapie und Beratung“ der Herausgeber
Tom Levold und Michael Wirsching wird in der vorliegenden Ausgabe besprochen
und Sabine Kirschenhofer berichtet über die Veränderungen und Zielsetzungen
in der feministischen Arbeitsgruppe.
Außerdem dürfen wir mit einer Rezension auf den eben erschienenen Roman
„Wie im Wald“ hinweisen – das Debüt der Autorin Elisabeth Klar ist allen Psychotherapeut_innen sehr zu empfehlen.
Wir haben viel vor und möchten mit den neuen netzwerken in Zukunft auch ein
Forum bieten, in dem Austausch stattfindet, das informiert und inspiriert. Wir, das
sind einstweilen Susanne Klingan, Andreas Höher und Lika Trinkl. Dieses „Wir“
darf jedoch größer werden und Sie sind hiermit herzlich eingeladen, uns
Beiträge, Rezensionen und zahlreiche Anregungen zu
schicken.
Das nächste Heft wird im Februar 2015 erscheinen.
Redaktionsschluss wird daher Ende Jänner sein.
Bis dahin wünschen wir Ihnen angenehme Tage und viel
Spaß beim Lesen.
Susanne Klingan, Lika Trinkl
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Aus dem Vorstand
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Bei der Ordentlichen Generalversammlung am 18.5.2014 wurde ein neuer ÖASVorstand gewählt. Nachdem das bisherige Vorstandsteam unter der Leitung von
Dominik Rosenauer von der Generalversammlung entlastet wurde und sich feierlich
von ihren Funktionen verabschiedet hat, wurden als neuer Obmann Andreas Höher,
als Obmann-Stellvertreterin Corina Ahlers, als Kassierin Susanne Klingan, als
Schriftführerin Elfriede Feichtinger, als AK-Leiterin Hedi Wagner und als
Vertreter_innen der Ausbildungen (Ost, West und SFU) Sabine Klar, Gerhard Walter und Gerda Mehta gewählt. Das neue Vorstandsteam bedankt sich für die Wahl,
für das entgegengebrachte Vertrauen, freut sich auf die spannende gemeinsame
Arbeit für die nächsten zwei Jahre und wird das Vorhaben des vorhergehenden Vorstandes, dass die ÖAS nicht nur ein Ausbildungsverein, sondern auch ein Verein für
Mitglieder und eine Interessensvertretung für psychotherapeutisches, systemisches
Denken ist, weiter verfolgen.
Das Protokoll zur ordentlichen Generalversammlung vom 18.5.2014 findet sich für
Mitglieder auf der neuen ÖAS-Homepage im Mitgliederbereich zum Nachlesen.
Neben der Führung der Vereinsgeschäfte, besteht eine Aufgabe des Vorstandes
auch darin, seine Mitglieder einerseits regelmäßig hinsichtlich berufspolitischer und
berufsrechtlicher Belange, Änderungen und Trends zu informieren und andererseits
ein Diskussionsforum über die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Systemische Therapie zu ermöglichen. Diesbezüglich bitten wir um bzw. freuen wir uns
über Ihre schriftlichen Meinungen und Positionierungen für die ÖAS-Netzwerke.
1) Was passiert mit der psychotherapeutischen Dokumentation von in privaten
Praxen selbständig tätigen Psychotherapeut_innen nach deren Ableben?
Wie bereits in einem ÖAS-Newsletter ausgeführt, finden sich im Psychotherapiegesetz nun auch neue Bestimmungen zur Dokumentationspflicht und -aufbewahrung.
Im §16a Abs. 4 des Psychotherapiegesetzes wird explizit darauf hingewiesen, dass
die Erben bzw. Rechtsnachfolger_innen eines/er selbständig tätigen, jedoch verstorbenen Psychotherapeut_in unter Wahrung des Datenschutzes verpflichtet sind, die
Dokumentation über psychotherapeutische Leistungen für die der Aufbewahrungspflicht entsprechenden Dauer (10 Jahre!) gegen Kostenersatz einem vom
verstorbenen Berufsangehörigen rechtzeitig dem BM für Gesundheit schrifltich benannten, außerhalb einer Einrichtung tätigen Berufsangehörigen, der
in diese Benennung und Pfichtübernahme schriftlich eingewilligt hat, zu überSeite !4
mitteln ist. D.h. das BM sieht vor, dass in den nächsten Monaten, alle selbständig
tätigen Psychotherapeut_innen eine entsprechende Meldung der Dokumentationsaufbewahrung nach Ableben bzw. Nennung eines fachlichen Erben, einer fachlichen Erbin an das Bundesministerium schicken.
Seitens des Bundesministeriums für Gesundheit wurde ein entsprechendes Formblatt zum Download erstellt. Zu finden unter: www.bmg.gv.at
2) Stellungnahme des BM zum neuen Antragsformular der WGKK und Frage
der Verschwiegenheitspflicht.
Seit Juli 2014 ist es für Wiener Psychotherapeut_innen verpflichtend, im Falle, dass
die Klient_in einen Antrag auf Kostenrefundierung oder auf volle Kostenübernahme
stellen möchte, das neue und umfangreiche Antragsformular der WGKK zu verwenden. Seitens des ÖBVP und vieler Psychotherapeut_innen entstand großer Unmut
und Empörung darüber, dass unter anderem nicht nur zu viele persönliche und
schützenswerte Informationen an die Kasse ergingen und somit in weiterer Folge
auch die Verschwiegenheitspflicht verletzt werden könnte, sondern auch die Hürde
für Klient_innen zu hoch werden würde, um diese Leistung seitens der
Krankenkasse einzufordern. Zusätzlich könnte man ein verstecktes Misstrauen uns
Psychotherapeut_innen gegenüber vermuten, da z.B. Psychiater_innen keine detaillierte Argumentation für das Verschreiben von Psychopharmka benötigen. Die
Krankenkasse argumentiert ihren Schritt einerseits damit, dass der bisherige Modus
vivendi nicht aussagekräftig genug gewesen wäre um einen psychotherapeutischen
Behandlungsbedarf festzustellen, oftmals Therapie nicht bewilligt, wo ein Bedarf
besteht bzw. vice versa. Andererseits hätten die Patient_innen gesetzlich gesehen
eine Informationsschuld gegenüber den Krankenkassen, weshalb sie die eine oder
andere Behandlung bzw. Krankenkassenleistung benötigen. Weiters verstehe die
WGKK die Aufregung der Psychotherapeut_innen nicht, da das neue Antragsformular einerseits rechtlich und ethisch verifiziert wurde und die WGKK andererseits
bereits Anfang 2012 die Psychotherapeut_innen sowie die psychotherapeutischen
Versorgungsvereine zu Vorgesprächen und Diskussionsrunden rund um ein neues
Antragsformular geladen hätten.
Anfang Juli 2014 erfolgte – auf Ansuchen des Wiener Landesverbandes für Psychotherapie – eine Stellungnahme des Bundesministeriums für Gesundheit zum
neuen Antragsformular der WGKK und zur Frage der Verschwiegenheit. Das BM
stellt zusammenfassend fest, dass 1) Patient_in und Psychotherapeut_in einvernehmlich festlegen, welche Informationen die Krankenkasse erhält, 2) diese Informationen daher gegenüber der Krankenkasse keine Geheimnisse sein können
und daher die Verschwiegenheitspflicht der Psychotherapeut_in nicht verletzt würde
Seite !5
und 3) dessen ungeachtet diese Informationen Geheimnisse sind, die der Verschwiegenheitspflicht der Psychotherapeut_in gegenüber anderen Personen unterliegen.
Es sieht so aus, als gäbe es von Seiten des Bundesministeriums keine Einwände.
Das heißt wohl, dass wir Psychotherapeut_innen scheinbar weiterhin lernen
müssen, mit dem neuen Antragsformular auszukommen. Was bedeutet das für die
Systemische Therapie und welche Auswirkungen hat es auf unser systemisches
Tun? Welche positiven/negativen Erfahrungen wurden bereits gesammelt? etc. Wir
bedanken uns für die Zuschriften.
Zum Abschluss möchte der Vorstand Sie noch über das Vereins-Herbstfest am
Freitag 5.12.2014 in der ÖAS-Gonzagagasse informieren. Info und Einladung werden noch folgen.
In der nächsten Ausgabe der Netzwerke im Frühjahr 2015 werden wir Sie gerne über
die neuesten Entwicklungen in Bezug auf das „Psychotherapiegesetz NEU“ und
die Veränderungen hinsichtlich der Ausbildungsrichtlinien der Psychotherapieausbildungen informieren.
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Bis dann und alles Liebe,
Andreas Höher / Obmann der ÖAS
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Nachruf auf Rudi Kronbichler (1951-2014) Mit dem Tod von Rudi Kronbichler, der nach langer
schwerer Erkrankung am 8. Mai 2014 verstorben
ist, haben wir nicht nur einen sehr wertvollen Kollegen und Freund verloren, sondern auch einen Experten für Geschichten. Wie erzählt man sich die
Geschichte eines lieben und wertgeschätzten Kollegen, der nicht mehr unser Wegbegleiter sein
kann?
Rudi wird jedenfalls in vielen unterschiedlichen
Geschichten weiterleben, die sich die Menschen,
die ihn gekannt und geschätzt haben, einander
über ihn erzählen werden. Und unsere therapeutische Arbeit wird er wohl auch zukünftig begleiten. Eine Fülle von Erinnerungen, von „sparkling moments“ die wir mit Rudi erleben durften, wird bleiben und es bleibt ein reichhaltiger Schatz, der Teil unseres
therapeutischen Selbstverständnisses geworden ist.
Rudi, geboren 1951, arbeitete zu Beginn seiner Berufslaufbahn als Sozialarbeiter in
Linz. Bereits zu dieser Zeit galt sein großes Interesse der Familientherapie und
dem in den frühen 80iger Jahren noch sehr neuen systemischen Denken. 1983 begann er seine therapeutische Arbeit an der damals jungen jugendpsychiatrischen
Station der Landesnervenklinik Salzburg, an der er noch bis vor kurzem gearbeitet
hat. Sein großes Interesse und seine intensive Beschäftigung mit systemischer
Therapie brachten ihn bald in Verbindung mit wichtigen Vertreter_innnen dieser sich
stürmisch entwickelnden Therapierichtung. Er leistete damals Pionierarbeit bei der
Einführung systemischen Denkens in die therapeutische Arbeit an der Jugendpsychiatrie Salzburg – diese Orientierung prägt bis heute nachhaltig die jugend- und
kinderpsychiatrische Arbeit in der Salzburger Psychiatrie.
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Mit Harry Merl, Gina Steininger und Ludwig Reiter war er einer der Wegbereiter Systemischer Therapie in Österreich. Er war Gründungsmitglied der ÖAS und Lehrtherapeut der 1. Stunde. Er hat gemeinsam mit Gerhard Walter die systemische Ausbildung in Salzburg aufgebaut und seit 1986 zahlreiche Ausbildungslehrgänge geleitet
und in 23 Curricula der ÖAS unterrichtet. Seine fachliche Kompetenz und seine
menschlichen Qualitäten waren für viele Studierende wichtige Orientierung auf ihrem
Weg zur Psychotherapeut_in.
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Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass wichtige Vertreter_innen systemischen
Denkens und systemischer Therapie in Österreich unterrichteten, wie z. B. Karl
Tomm, Steve de Shazer und Insoo Berg, Tom Andersen, Michael White und David
Epston um nur einige zu nennen. Er hat mit großer Energie, Neugierde und Interesse die Entwicklungen der systemischen Therapie verfolgt und viele Kolleg_innen
damit vertraut gemacht. Insbesondere die Begründer_innen und Vertreter_innen der
narrativen Therapie hat er durch seine persönlichen, oft auch freundschaftlichen
Kontakte und sein Engagement als Lehrende für unsere Seminare gewinnen können. Diese Vernetzungsarbeit stellt ein Merkmal der ÖAS Ausbildungen dar und hat
einen wesentlichen Beitrag zu unserer Identität als Ausbildungseinrichtung geleistet.
Rudi, Du fehlst uns als Freund, Kollege und Experte.
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Dr. Gerhard Walter
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Kongress-Nachlese und Stimmungsbilder:
fremd.gehen
Unter diesem Titel fand vom 16. bis 18. Mai 2014 der siebente internationale
Kongress der ÖAS statt. Die ÖAS hat sich und allen Teilnehmenden zum 25.
Geburtstag ein Event geschenkt, das ihrer Lebendigkeit und ihrer Offenheit für
Neues und Fremdes Rechnung trägt. „Fremdes war immer befruchtendes Wissen
und Impuls für die Psychotherapie. Inhaltlich Fremdes wird mit methodisch Fremdem
und Unerwartetem verknüpft. Der Kongress kann als Schnittstelle verstanden werden.“ Die Grußworte im Abstractbook, das den Teilnehmer_innen am Freitagmorgen
ausgehändigt wurde, waren nicht nur Wunsch und Vorhaben, sondern haben sich
rückblickend durchaus bestätigt. Tatsächlich war der Kongress ein sehr
buntes Ereignis.
In Zahlen dargestellt:
51 Referent_innen, 23 Vorträge, 22
Workshops, 19 Stunden gemeinsames
Arbeiten und Erfahren, 14 Pecha
Kucha-Präsentationen und 5 bzw. 6
Stunden Pause an 2,5 Tagen. Diese
absteigende Zahlenreihe ergibt eine
Summe von 136,5 oder 137,5. Die Differenz entsteht dadurch, dass jene Teilnehmer_innen, die die beiden Workshops zum Thema Körper und/oder zwei Workshops aus dem Themenbereich
Spiritualität besucht haben, eine
Stunde weniger Pause hatten als „…der berührendste Moment bei diesem die restlichen Besucher_innen. Kongress war der Vortrag von Eve Lipchik. Am Interessierten Leser_innen steht Beginn unserer Ausbildung haAen wir den ArBkel "Die Hast, kurz zu sein" von ihr gele-­‐
nun als kleinste Quersumme die
sen, der mich sehr begeisterte. Nun konnte Zahl 6 bzw. 7 zur Verfügung –
ich die Frau hinter diesen spannenden Zeilen was immer sie damit anfangen
endlich direkt mitbekommen. Es wäre schön, möchten.
wenn es ihren Vortrag irgendwann in Mathematik ist im Übrigen eine gedruckter Form zu lesen gäbe…. „ der wenigen Disziplinen, die in
das Programm des ÖAS-Kon-
Rosita Ernst Seite !9
gresses nicht explizit einflossen. Das ist nahezu verwunderlich, da die Themenschwerpunkte äußerst vielfältig waren. Kunst, Migration, Gender, Spiritualität, Neurobiologie, Altern, Medien und Körper – ein
breites Spektrum an Auseinandersetzungsund Inspirationsangeboten, deren thematische Strukturierung lediglich Orientierungshilfe sein sollte. Denn inhaltlich präsentierten die einzelnen
Vorträge und Workshops sehr viel mehr
unterschiedliche Zugänge und Einblicke in
Arbeitskontexte. „Tango und Paartherapie“,
„Welche Wissenschaft für welche Praxis?“, „Nutzbar machen literarischer Mittel“,
„Making Sex“, „Crossover“ und „Diskursives, kleines Philosophicum“ sind hier nur
e i n i g e B e i s p i e l e d a f ü r, w e l c h e
Querverbindungen zwischen Systemischer Psychotherapie und anderen, vielle- „….sehr gefa
llen hat mir am
ÖAS-­‐
icht „fremden“ Denkansätzen hergestellt Kongress, dass dem Blick über den
Teller-­‐
werden konnte. Was hat „Sister Act“ mit rand so viel Ra
um gegeben wur
de, ob-­‐
Therapie zu tun, und wie können wohl im Rückblick
aufgrund der groß
en „Schmuckdialoge“ geführt werden? Was Themenvielfalt und
der vielen Worksho
p-­‐
passiert beim „Rückwärtsspielen eines An ge bo te ei n bi
ss ch en da s G ef
üh l Films“, was machen wir mit den ge bl ie be n is t, et
w as ve rp as st zu „vergessenen Kategorien der Dekon- haben. Ich habe m
ich entschieden, de
m struktion“ und wie sieht es in der „het- Themenstrang "Migra
Bon" zu folgen. Die
erosexuellen Kiste“ aus? An den Workshops von Ahm
ed Kimil und Ingr
id Abenden des Kongresses durfte im Egger & Gerhard Wal
ter haben sich gu
t World Café und in interaktiven Reflex- ergänzt und ich habe ein paar neue An
-­‐
ionen laut über all diese Fragen regungen für meine Arb
eit mit Menschen nachgedacht werden und ein an- bis mit MigraBonshintergr
und mitgenom-­‐
men….“ aufregender Austausch stattfinden.
Bereits der Anfang der Veranstaltung Alexandra Mesensky
bot Gelegenheit, sich intensiv mit
sich selbst und den anderen auseinanderzusetzen. Alle Besucher_innen des Kongresses sollten gleich zu Beginn – nach Aushändigung des Programms und diverser
Schreibutensilien – entscheiden, für welche Vorträge oder Workshops sie sich anmelden möchten. Diese organisatorische Notwendigkeit brachte mit sich, dass MenSeite !10
schen, die einander kannten oder völlig fremd waren, sich unter räumlich und zeitlich
sehr begrenzten Umständen zwangsläufig darüber unterhielten, was sie interessiert,
oder was sie eher ablehnen, welche Referent_innen sie kennen oder kennenlernen möchten, wie schwierig es ist, vor
neun Uhr morgens derartige Entscheidungen zu treffen und
auch darüber, dass zwischen den parallel angebrachten und
mit Listen bespickten Stellwänden viel zu wenig Platz ist, um
nachzudenken, den eigenen Namen einzutragen und zu
kommunizieren: „Tschuldigung“, „Nein, bitte Sie zuerst“, „Ich
weiß noch nicht genau, aber das klingt spannend …“, „Wo
haben denn Sie sich …?“, „Echt, Sie sind also die Frau
Sowieso! Das ist ja witzig, so lernen wir uns endlich kennen!“
– solcherart angeregt, war es ein Leichtes, sich völlig entspannt und neugierig auf
die nachfolgenden Vorträge und Präsentationen einzulassen.
Den Beginn machte Eve Lipchik mit
ihrem Eröffnungsvortrag „Innere Dialoge über die lösungsorientierte Therapie – 1978 bis heute“. In ihrem sehr
anschaulichen und berührenden Vortag
erzählte sie über die Geschichte des
Brief Family Therapy Centers in Milwaukee und ihre persönliche berufliche
Entwicklung in der Zusammenarbeit mit
Steve de Shazer und Insoo Kim Berg.
Im Anschluss boten sieben Pecha
Kucha-Präsentationen einen Überblick
über das Programm, die Themenkreise
und die einzelnen Referent_innen an.
Danach starteten die einzelnen
Vorträge und Workshops, die parallel in
gestaffelten Blocks stattfanden. Die
Teilnehmenden konnten sich zu jeweils
drei Zeitblöcken pro Tag nur für jeweils
einen von sechs bis acht zeitgleich stattfindenden Workshops bzw. Vorträgen
entscheiden. Im Verlauf des Kongresses sind immer mehr Besucher_innen
„…ehrlich gesagt bin ich keine begeisterte Kongressbesucherin – die Fülle von gle-­‐
ichzeiBg staZindenden Workshops, Ple-­‐
narvorträge und vor allem auch die meist unüberschaubare Menge von Teil-­‐
nehmer_innen schrecken mich eher ab. Dementsprechend überrascht war ich, wie wohl und „involviert“ ich mich am ÖAS-­‐
Kongress gefühlt habe. Sehr dazu beige-­‐
tragen hat der wunderbare Workshop von Silvia Stoller und vor allem die Art, wie sie nach ihrem Vortrag mit uns Teil-­‐
nehmer_innen ins Gespräch gegangen ist und Dialoge gefördert und entstehen hat lassen. Diese dialogische Schiene hat sich für mich vor allem im Austausch mit Kol-­‐
leg_innen und Referent_innen zwischen den Workshops durchgezogen und mich sehr bereichert und inspiriert nach drei Tagen Kongress nach Hause gehen lassen..“ Seite !11
Susanne Klingan dazu übergegangen, die Einladung zum Fremdgehen wörtlich zu nehmen. Sie
„switchten“ zwischen den einzelnen Programmpunkten, wechselten Räume und
Angebote, um möglichst viele Inputs zu erhalten.
Der Begriff des Fremdgehens lässt sich jedoch nicht nur als ein woanders hin
Gehen, sondern auch als ein woanders Herkommen
verstehen. Die implizierte Vielfalt dieses Kongresses
wurde unter anderem dadurch gewährleistet, dass
die Referent_innen – wiewohl viele von ihnen als
Psychotherapeut_innen tätig sind – Erfahrungen aus
sehr unterschiedlichen Arbeits- und Interessensfeldern mitbrachten. Regisseur_innen, Journalist_innen, (Tanz-)Pädagog_innen, Gesundheits- und Krankenpfleger_innen,
Psycholog_innen, Sozialwissenschafter_innen,
Sozialarbeiter_innen, Fachärzt_innen, Soziolog_innen, Zoolog_innen,
Ethnolog_innen, Philosoph_innen, Wirtschaftswissenschafter_innen, Schauspieler_innen, Literaturwissenschafter_innen, Bildhauer_innen, u.v.m.
Plenumsvorträge wurden von Tom Levold, Sabine Klar,
Brigitte Schigl, Allan Guggenbühl und Cheryl White gehalten. Mit einem filmischen Rückblick, den Arno Aschauer
und sein Team ermöglicht haben, wurde der Kongress
beendet.
Am letzten Kongresstag wurden weitere sieben Pecha Kuchas unter dem Motto
„Interessantes aus der Praxis – Blick über den Tellerrand der Psychotherapie“
präsentiert. Sie stellten Projekte aus dem erweiterten Umfeld psychotherapeutischer
Arbeit vor.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kongress eine bereichernde Veranstaltung war. Wiedergeben und vermitteln lässt sich diese Reichhaltigkeit allerdings nur gefiltert und begrenzt. Allen, die nicht dabei waren, sei dementsprechend
empfohlen: Nächstes Mal unbedingt teilnehmen und selbst erleben!
Lika Trinkl
Seite !12
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Rosita Ernst
Seite !13
„…doll, wie die ÖAS-­‐Student_innen durch ihre Pecha-­‐Kucha-­‐Präsenta-­‐
Bonen den Kongress akBv, lebendig und bunt mitgestaltet haben und ihr PotenBal dadurch deutlich sicht-­‐
bar gemacht wurde.…“ Corina Ahlers
Seite !14
„…Freitag, müde von der Arbeitswoche, Re-­‐
meinen Armen oder auch ich in ihren und auf gen, an der Kreuzung werde ich von vor-­‐
einmal war vieles anders. Eine neue Erkennt-­‐
beifahrenden Autos nassgespritzt. Zwei Tage nis in der bisherigen vertrauten Beziehung zuvor berichtet ein Klient, dass eröffnete sich. Kurzum, wir ver-­‐
seine Frau ihn betrogen habe, er ließen irriBert verhalten die Tan-­‐
sich daher sehr verletzt und wie zarena und ich kann Ihnen ver-­‐
Noah Artner
ein begossener Pudel fühle. Ja. raten, wir „tanzen“ noch immer Ich schließe mich herannahenden herum. In der „heterosexuellen Kolleg_innen an. Wir suchen den Eingang Kiste“ wurde ein Blick über den Tellerrand und wie Therapeut_innen so sind, bleiben wir gewagt, für Gender-­‐ als auch LGBT-­‐
dran und finden uns letztlich innerhalb der Lebensweisen sensibilisiert, aufgestellt, re-­‐
historischen Mauern der Orangerie wieder. flekBert und auch das derzeit wieder sehr Die Anmeldung und das Gerangel um die aktuelle Thema Neurobiologie stand im begehrten Workshopplätze beginnen. Ein Zeichen des fremd.gehens. Manches passiert Wochenende voller Selbsterfahrungen und vieles ist bereits vorab durch mannig-­‐
kündigt sich an. Liebevoll und aufmerksam falBge Faktoren determiniert, wissen wir. werden wir vom Kongressteam umsorgt. Einerseits schockierend aber auch entspan-­‐
Ebenso ist reichlich Verpflegung vorhanden. nend und sehr hilfreich. Ein Für und Wider, Es schmeckt solide, nicht überraschend aber Auf und Ab der Eindrücke und Gefühle, man es macht saA und spendet Energie. Ein könnte es eine menage-­‐a-­‐trois nennen. Die Wiedersehen mit Kolleg_innen lässt Freude DriAen wären in dem Fall vermutlich die und Spannung aufflackern. Zwischendurch Vortragenden und Kolleg_innen anderer wird geplaudert, in den angebotenen Büch-­‐
Richtungen, die auch mit dabei waren. Ja, so ern geschmökert, sich angenähert. Ich habe offen sind wir und stolz darauf! Die Rückmel-­‐
mich unter anderem für die Vorträge dungen aus den anderen Lagern sind durch-­‐
„Neuigkeiten in der Paartherapie mit wegs posiBv: „muBg, spannend, anders, gut Älteren“, „Familienbilder“, einer äußerst organisiert“. Und so kehre ich am Ende des gelungenen kabaredsBschen Darstellung „Ausfluges“ heim. Vielleicht haAe Oma recht: über Burnout und Depression, die seinesgle-­‐
„AppeBt holt man sich woanders, gegessen ichen sucht, und „Tango und Paartherapie“ wird zuhause!“ Wir haAen wohl alles in entschieden. Wenn ich das eher gewusst einem. Angereichert, zufrieden, saA, häAe. Was folgte war ein Supergau aus Ein-­‐
lebendig, mit Lust auf zuhause, kehre ich drücken, Beobachtungen und Scham. Meine heim. Wenn Sie sich jetzt denken: “Schade, Kollegin und ich wollten sofort gehen, als wir da habe ich etwas verpasst“ und sich ärgern, erahnten was uns blühte, letztlich siegte die dann sage ich: „Gut so“ und zwinkere Ihnen Angst davor, einfach so zu gehen. Wir blieben zu. Ein Tipp: In spätestens 5 Jahren ist die und versuchten uns im Tango. Spannend die nächste Gelegenheit, da wird die ÖAS 30 Lehrtherapeut_innen und Kolleg_innen zu Jahre alt. Ihre nächste Chance lebt und zu-­‐
beobachten, diese Neugierde, Spaß, Lust, mindest einen Gedanken können Sie sicher Leidenschae und ...wir. Sie lag förmlich in wagen!“ Seite !15
ÖAS Feministische Arbeitsgruppe (femAG)
Wie kam es zur femAG?
Beim ÖAS-Kongress „Blinde Flecken“ im Jahr 2006 wünschten sich einige Teilnehmer_innen eines Workshops von Sabine Kirschenhofer und Verena Kuttenreiter
(zum Thema „Die Wirksamkeit des Unsichtbaren“) eine Fortsetzung bzw. kontinuierliche Auseinandersetzung mit Gender: So entstand die Idee einer Arbeitsgruppe von
systemischen Psychotherapeut_innen, die sich mit den Einflüssen der Strukturkategorie Geschlecht in unserer Praxis beschäftigen wollten.
Seit 8 Jahren treffen wir uns nun ca. alle 2 Monate – in wechselnden Besetzungen
und mit einer kleinen, stabilen Kerngruppe, deren Durchhaltevermögen die Gruppe
durch die Jahre getragen hat.
Was haben wir nun gewerkt und bewirkt in den letzten 8 Jahren?
Sehr oft und immer wieder haben wir uns mit theoretischen Texten beschäftigt und
diese gemeinsam diskutiert ... u.a. haben wir uns mit Erkenntnissen einflussreicher
feministischer Philosophinnen beschäftigt, Simone de Beauvoir, Luce Irigaray, last
but not least Judith Butler. Letztere hat uns wohl theoretisch am längsten
beschäftigt, vielleicht auch, weil ihr Dekonstruktions-Feminismus mit systemischkonstruktivistischem Denken gut zusammen passt. Eine Kollegin aus der Gruppe,
Angelika Grubner, hat dazu übrigens soeben ein Buch beim Carl-Auer Verlag publiziert: „Geschlecht therapieren“ ... wir gratulieren ganz herzlich, haben es schon
gelesen und finden: absolute Pflichtlektüre für jede systemische Therapeut_in, egal
ob Studierende oder Lehrtherapeut_in!
Apropos systemisch & feministisch: Wir glauben, dass die femAG auch ein Forum
geworden ist, wo frau sich persönlich und fachlich austauschen kann auf einer
Ebene, die politisches und emanzipatorisches Denken und Handeln beinhaltet ... ein
Austausch, den manche von uns in (ÖAS-)Ausbildungs- und Arbeitskontexten sehr
vermissen.
U.a. diskutierten wir auch herkömmliche systemische Konzepte und deren (aus unserer Sicht) problematische Implikationen für Praktiker_innen und vor allem Klient_innen.
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Eine sichtbare Auswirkung der femAG sind die von Michi Mühl entwickelten Richtlinien zur Verwendung von gendergerechter Sprache, für die sich der ÖAS-Vorstand
vor einigen Jahren entschieden hat ... der berüchtigte Unterstrich, z.B. bei den Therapeut_innen, ist in der ÖAS angekommen. Nachdem Sprache Wirklichkeit erzeugt
und nun etwas mehr Sichtbarkeit und Präsenz für beide Geschlechter (und denjenigen dazwischen und darüber hinaus) geschaffen wurde, sind wir gespannt auf die
Nebenwirkungen dieser „Intervention“.
Nochmals apropos, Sichtbarkeit: Diese ist uns beim ÖAS-Kongress fremd.gehen
2014 definitiv gelungen und wir freuen uns über das große Interesse an den 7 Workshops zu Themen wie Regenbogenfamilien, Polyamorie, Gender-Theorie, Judith
Butler, Transgender, der heterosexuellen Kiste und der gesellschaftlichen Herstellung des biologischen Geschlechts.
In Anerkennung der Differenz war der Titel des 2010 erschienen Jubiläumsbuches
der Frauenberatungsstelle Wien. Dies ist vielleicht ein passendes Motto für die
kommenden 8 Jahre und auch Interessen innerhalb der Gruppe, die sich im Laufe
der Jahre ausdifferenziert haben, es gibt Wünsche nach stammtischartigen Netzwerktreffen, feministischen Intervisionen, Theoriezirkel und jede Menge Inspirationen
von den 7 Kongressworkshops. Es wird weiter gearbeitet & es gibt noch viel zu tun!
Sabine Kirschenhofer & Hedi Wagner
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ÖAS-„Lern“ambulanz
Die SFU hat eine, die la:sf (Lehranstalt für systemische Familientherapie) hat schon
lange eine und seit Dezember 2013 hat die ÖAS-Wien auch eine. Die Rede ist von
einer eigenen psychotherapeutischen Lern- bzw. Lehrambulanz.
Seither können Curriculumsanfänger_innen und Student_innen des 1. Abschnittes
direkt in den Räumlichkeiten der ÖAS-Gonzagagasse über die Video-Anlage bei
Psychotherapien live dabei sein. So ist es den Student_innen möglich, ab dem ersten Abendseminar die systemische Methode kennenzulernen, als Reflecting Team
Hypothesen und Sichtweisen zu erstellen und zu besprechen. Auch als Repräsentant_innen bei einer Aufstellung haben sie bereits mitgemacht. Aber sie können auch
einfach nur zuschauen, um das in den Abend- und Wochenendseminaren Gelernte
anhand der Therapierealität zu überprüfen, die Theorie und systemische Haltung in
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sich setzen zu lassen, mit anderen Student_innen darüber zu diskutieren und letztendlich als Ausweichmöglichkeit zur „Praterstraße“ (Institut für Paar- und Familientherapie) oder anderen systemischen Institutionen das „systemische“ Praktikum in
diesem Rahmen absolvieren.
Mittlerweile hat die ÖAS-Ambulanz bereits an zwei Nachmittagen pro Woche zwischen 13.00 und 16.00 bzw. 17.00 Uhr geöffnet. An Dienstagen arbeitet Klaus
Schmidsberger und an Donnerstagen Andi Höher mit Klient_innen.
Pro Ambulanznachmittag werden 2-3 Psychotherapien im unterschiedlichen Setting
(Paar-, Einzel-, Kinder- und Familientherapie) gehalten. Bei den Klient_innen handelt
es sich um Kassenpatient_innen aus dem Krankenkassenkontingent von Andi Höher
und Klaus Schmidsberger (d.h. die Krankenkassen übernehmen die vollen Kosten).
Alle Klient_innen haben sich freiwillig und in einem informed consens bereit erklärt,
unter der Bedingung eines Reflecting Teams zu arbeiten. Das Wertvolle daran ist,
dass die Student_innen nebst den Therapien auch die formalen Abläufe und Rahmenbedingungen eines Praxisalltages, wie z.B. Besprechen der Diagnose mit Klient_innen, das Ausfüllen der neuen und aufwendigen Kassenformulare, was die GAFSkala ist, die Absageregelungen, das Ausfüllen des Psychotherapeutischen Status
u.v.m. direkt mitbekommen.
Bis zu sieben Student_innen können pro Ambulanznachmittag anwesend sein. Die
Klient_innen sind darüber informiert, dass u.U. jeweils andere Student_innen
zuschauen werden und somit wechseln einander inzwischen insgesamt 24 Student_innen in ihrer Teilnahme an den Ambulanznachmittagen ab. Manche Student_innen nützen die Ambulanz regelmäßig bzw. wöchentlich, andere wiederum schauen
nur sporadisch vorbei, um eventuell fehlende Praktikumsstunden einzubringen. Die
An- bzw. Abmeldung von Ambulanznachmittagen erfolgt über eine doodle-Terminumfrage per Internet bzw. Handy. D.h. die Student_innen können sich kurzfristig abmelden, andere sich kurzfristig anmelden und alle werden stets über den aktuellen
Stand informiert.
Zusätzlich werden, je nach Zustimmung der Klient_innen, die Therapien auf Video
aufgenommen und gespeichert. Der Vorteil daran ist, dass, wenn Klient_innen ausfallen, die dadurch frei gewordene Zeit genützt werden kann, um vorhergehende
Therapien nochmals anzuschauen, bestimmte Passagen zu besprechen und in Rollenspielen nachzustellen. Somit ist eine optimale Nutzung der Praktikumszeit
gewährleistet.
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Bisheriges Fazit: Das Ambulanzprojekt wurde von den neuen Student_innen von
Anfang an gut angenommen, sodass bereits nach vier Monaten ein zweiter Ambulanztag eingeführt wurde. Es herrscht ein gutes, offenes und respektvolles Arbeitsklima und viel Motivation, miteinander und voneinander zu lernen. Auch seitens der
Klient_innen gibt es bis dato nur positives Feedback und so manche Klient_in hat
die Student_innen nach anfänglicher Scheu und Überwindung sehr zu schätzen gelernt und deren Inputs und Ideen mit viel Dank entgegengenommen.
Erfreulich ist auch, dass mit geringen Kosten (die Therapien bezahlt die
Krankenkasse und eine Lehreinheit pro Ambulanztag für Fallbesprechungen mit den
Student_innen bezahlt die ÖAS) und ohne zusätzlichen räumlichen Aufwand (die
Räumlichkeiten der ÖAS-Gonzagagasse werden somit auch tagsüber genützt) viel
Nutzen für die Student_innen und die Ausbildung in Wien entstanden ist.
Wie wird es weitergehen? Die Ambulanz hat Expansionswünsche und das Ziel, nicht
nur zukünftig einen eigenen Krankenkassenvertrag bzw. externe Subventionen zu
erhalten, sondern insbesondere die Student_innen, die bereits in Ausbildung unter
Supervision sind, in die Ambulanz aktiv einzubinden, mitarbeiten zu lassen und den
Zugang zu Klient_innen für die 600 Protokolle zu ermöglichen bzw. zu erleichtern.
Zunächst wird jedoch im Dezember 2014, d.h. nach einem Jahr des Probelaufs ein
Resümee bzw. fachlicher und finanzieller Kassasturz gemacht, ob und wie sich der
Verein und die Ausbildung in Wien eine mögliche Erweiterung leisten kann und
möchte, oder die Ambulanz so bleibt, wie sie bereits ist.
Darüber und über die möglichen weiteren Pläne werden wir gerne in einer der nächsten Ausgabe der Netzwerke berichten.
Abschließend: Der „Lern“ambulanz fehlt ein eigener Name. Wir bitten daher alle
ÖAS Mitglieder darum, sich an der Namensgebung zu beteiligen und freuen uns auf
Ihre kreativen Vorschläge an das ÖAS Office (office@oeas.at). Alle Vorschläge, die
bis 30. November 2014 eingehen, werden berücksichtigt.
Andi Höher
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Jour Fixe Termine
Graz-Innsbruck-Kärnten-Salzburg-Wien
Jour Fixe-Verantwortliche:
Wien: Elfriede Feichtinger elfriede.feichtinger@wiso.or.at
Erik Zika zika@loesungsraum.at
Salzburg: Mag.a Gertraud Wiener-Schneider gertraud.wiener@aon.at
Steiermark: Mag.a Ursula Schober-Selinger u.schober@postfach.at
Christiane Degenhardt christiane@degenhardt.at
Kärnten: Dr. Claudia Scheiber scheiber.cl@a1.net
Mag.a Dr.in Petra Arnusch petra.arnusch@gmx.at
Tirol: Mag.a Griseldis Janetschek gris.jan@aon.at
Mag.a Gabriella Wegscheider gabriella.wegscheider@gmail.com
Donnerstag, 9. Oktober 2014
19.30 - 5020 Salzburg, TAF Besprechungsraum, 5. Stock, Linzergasse 2,
Mag.a Martina Gross
"Hypnosystemische Kompetenzzugänge bei Ängsten, Selbstwertdynamiken
und Zweifel“
Donnerstag, 23. Oktober 2014
19:00 - 1010 Wien, Gonzagagasse 11/19
Dr.in Rosita Anna Ernst, Noah A. Artner M.A.
Buchpräsentation: Systemisches Arbeiten mit älteren Menschen - Konzepte
und Praxis für Beratung und Psychotherapie
Im Unterschied zu früher, nehmen ältere Menschen heute häufiger und mit größerer Selbstverständlichkeit, Therapie und Beratung für sich in Anspruch. Naturgemäß stehen hier andere Themen im Vordergrund als bei jüngeren Ratsuchenden. Genau diesen widmet sich das
neue Buch, denn genau durch die Achtung dieser Besonderheiten können Therapie und Beratung dann helfen, Kraft für die anstehenden Lebensaufgaben zu gewinnen – bis hin zu
einem guten und würdevollen Abschied von allem, was das Leben bereitgehalten hat.
Die Autor_innen, berichten im Buch praxisnah im Kontext des Alterns von den unterschiedlichsten Erfahrungen, Arbeitsweisen und Erkenntnissen wie zB. Altersbilder, Konflikte,
Sexualität im Alter, das Aufwachsen in Kriegs- und Flüchtlingszeiten, Demenz, den Umgang
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mit Tod oder dem eigenen Altern als Psychotherapeut_in. Die Vortragenden möchten die
einzelnen Themen näher beleuchten, sowie über die Inhalte des Buches, als auch die
Entstehung des Buchprojektes berichten.
Zu den Referent_innen: Rosita A. Ernst, Dr. phil.: Klinische und Gesundheitspsychologin, Gerontopsychologin,
Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie, ÖAS).
Noah A. Artner, M.A.: Radio- und Fernsehjournalist, systemischer Therapeut und Coach, Psychotherapeut (Systemische Familientherapie, ÖAS), Hypnotherapeut, integrativer Supervisor.
Dienstag, 28. Oktober 2014
19:00 - Innsbruck, Haus der Begegnung, Rennweg 12,
Dr. Reinhold Bartl
Das Leben hat (k)ein Ziel - Wie hypnosystemische Konzepte dabei helfen können, einen Beitrag zum SINN-vollen Umgang mit dem ungeplanten IRR-SINN
"moderner" Gesellschaften zu leisten."
Zum Referenten: Dr. Reinhold Bartl
Klinischer und Gesundheitspsychologe,Psychotherapeut,Coach, Lehrtherapeut und Lehrsupervisor für Systemische
Therapie und Ericksonsche Hypnotherapie, Leiter des Milton Erickson Instituts Innsbruck, auch in freier Praxis tätig
Donnerstag, 30. Oktober 2014
19:00 - 1010 Wien, Gonzagagasse 11/19
Mag.a Angelika Grubner
Buchpräsentation: Geschlecht therapieren - Andere Erzählungen im Kontext
narrativer systemischer Therapie
Die theoretische Auseinandersetzung zum Thema Geschlecht ist im Kontext systemischer
Therapien seit den 1990er Jahren verstummt. Die zeitgleiche Weiterentwicklung feministischer Theorienbildung um dekonstruktivistische Ansätze wird weitgehend ignoriert. Das ist
insofern erstaunlich, als Konstruieren und Dekonstruieren von Wirklichkeiten und Vorannahmen Schwerpunkte systemischer Therapien darstellen. Die Dekonstruktion von Geschlecht
allerdings ist im systemtherapeutischen Diskurs noch nicht erfolgt. Damit verbleibt
Geschlecht in einem metaphysischen Bereich.
Diese Leerstelle greift das vorliegende Buch auf und zeigt, dass sowohl der radikale Konstruktivismus als auch der soziale Konstruktionismus als Grundlage des narrativen Ansatzes
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keine ontologischen Letztbezüge kennen.
Die Autorin führt den auf Michel Foucaults Überlegungen gründenden narrativen Ansatz mit
der politisch- philosophischen Gendertheorie Judith Butlers zusammen. Daraus wird eine
neue psychotherapeutische Haltung zu Gender entwickelt, die den systemischen Anspruch,
die Anzahl der Möglichkeiten zu vergrößern, erfüllt.
Zur Referentin: DSA Angelika Grubner: systemische Psychotherapeutin in freier Praxis, Akademische Referentin für
feministische Bildung und Politik, Mitglied in der österr. Gesellschaft f. Geschlechterforschung (ÖGGF), Obfrau des
Instituts feministischer Psychotherapiewissenschaften.
Dienstag, 18. November 2014 19.00 - 8010 Graz, Kindergarten Steingruber, Grabenstraße 117
Ingrid Egger, MSc
"Das Schweigen in der Traumatherapie - Bezogenes Schweigen - "Now-Moments" in der Traumatherapie"
An diesem Abend möchte Fr. Ingrid Egger MSc sich mit den Teilnehmer_innen der Frage
stellen, was Psychotherapeut_innen in therapeutischen Situationen machen, wo es nichts
mehr zu sagen oder zu tun gilt.
Zur Referentin: Sozialmedizinische Diplomkrankenschwester, systemische Psychotherapeutin, Lehrtherapeutin,
Debriefingtrainerin, Supervisorin, langjährige Erfahrungen in der psychotherapeutischen Arbeit mit traumarisierten
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Trainerin, Supervisorin und Psychotherapeutin in freier Praxis Arbeitsschwerpunkte: Interkulturelle Psychotherapie, Traumatherapie, Krisenintervention, EMDR, Hypnotherapie nach
Milton Erickson. Pferdeunterstützte Psychotherapie,.
Dienstag, 25. November 2014
19:30 - 5020 Salzburg, TAF Besprechungsraum, 5. Stock, Linzergasse 2,
Dr. Reinhold Bartl
"Diesseits und Jenseits von sex, drugs and Rock & Roll"
Hypnosystemisches zum Verständnis von Suchtphänomenen und den Bezügen zu
gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Prozessen der Gegenwart.
Zum Referenten: Dr. Reinhold Bartl
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Klinischer und Gesundheitspsychologe,Psychotherapeut,Coach, Lehrtherapeut und Lehrsupervisor für Systemische
Therapie und Ericksonsche Hypnotherapie, Leiter des Milton Erickson Instituts Innsbruck, auch in freier Praxis tätig
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Donnerstag, 27. November 2014
19:00 - 1010 Wien, Gonzagagasse 11/19
Dr.in Andrea Köhler-Ludescher, Mag. Stefan Geyerhofer
Buchpräsentation: Die Entdeckung des gegenwärtigen Augenblicks: Paul Watzlawik. Die Biografie.
Paul Watzlawicks bewegtes Leben in Kärnten, Wien, Venedig, Triest, Zürich, Rom, Bombay,
El Salvador, Philadelphia und Kalifornien und schließlich in der ganzen Welt; Schicksal,
Scheitern und Weltruhm; Einzelgänger und Massenstar; Wissenschaft und spirituelle Mystik.
Interpol und angefeindet; Wittgenstein und Weiberheld; Katzenaugen und Klavierkonzerte;
und Vieles mehr... ein intensiv gelebtes Abenteuer von Kommunikation über Konstruktivismus zum Koan.
Zu den Referent_innen: Dr.in Andrea Köhler-Ludescher: Juristin, Weltreisende, freischaffende Journalistin und Autorin. Ausgebildet als systemischer Coach, arbeitet als Marken- und Kommunikationsexpertin in Wien. Paul Watzlawick war ihr Großonkel.
Mag. Stefan Geyerhofer: Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut, Lehrtherapeut und
Lehrsupervisor in der ÖAS, Mitbegründer des IST in Wien und Co-Direktor am Zentral Europäischen Institut für
Systemische Therapie in Budapest, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des „European Network for Brief Stategic
and Systemic Therapy. www.geyerhofer.com
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Dienstag, 09. Dezember 2014
19:00 - Innsbruck, Haus der Begegnung, Rennweg 12
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Gemütliches Treffen zum Austausch von Geschichten, Ideen, Erfahrungen und
Anliegen.
Mag.ª Griseldis Janetschek und Mag.ª Gabriella Wegscheider führen durch den Abend.
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Rezensionen-Buchempfehlungen:
Systemische Therapie und Beratung – das große Lehrbuch
Tom Levold, Michael Wirsching (Hrsg.)
2014 Auer-System-Verlag Carl
ISBN: 3896705776
Der im Carl Auer-Verlag eben erst erschienene sehr umfangreiche
Band – er umfasst mehr als 600 Seiten – betitelt sich zurecht „das
große Lehrbuch“ und kann uneingeschränkt als Basiswerk für Systemische Psychotherapeut_innen und Berater_innen betrachtet
werden.
Wie die Herausgeber bereits im Vorwort erläutern, liegt ein Wesensmerkmal der wissenschaftlichen Grundlegung des systemischen Ansatzes darin, „dass Wissen nicht als einheitlicher, widerspruchsfreier Kanon theoretischer und praxeologischer Konzepte, sondern als sich selbst ständig infrage stellende
soziale und kommunikative Praxis verstanden wird, die sich in der Vielzahl von unterschiedlichen Facetten, Bezugnahmen und Entwicklungsrichtungen entfaltet“.
Dementsprechend finden sich neben der Darstellung von Geschichte, Strömungen und
Entwicklungen Systemischer Therapie und Beratung, den allgemeinen Grundlagen systemischer Praxis und der Arbeit mit speziellen Problemkonstellationen auch äußerst kritische Auseinandersetzungen, beispielsweise zu den Themen Medikalisierung, Ethik oder
Zwangskontexte.
76 Autor_innen aus dem Feld systemischer Psychotherapie und Beratung haben in
diesem Buch sehr unterschiedliche Beiträge verfasst und damit ein Lehrbuch mitgestaltet, das Antworten für eine Vielzahl an theoretischen und praxisrelevanten Fragen bereitstellt, die wiederum zu neuen Fragen anregen. Dies macht das vorliegende Lehrbuch
auch für jene Therapeut_innen zu einem interessanten Lesebuch, denen der systemische Zugang längst vertraut ist. Trotz des fachspezifischen Zugangs und der großen Anzahl an Themen und Themenkomplexen bleibt das Gesamtwerk gut lesbar: Fallbeispiele
lockern auf, Wissenschaft, Lehre und Forschung vertiefen.
Es ist hier gelungen, sowohl einzelne Interventionsformen und diverse Ansätze der Systemischen Therapie und Beratung zusammenzufassen und zu unterscheiden, als auch
ebendiese „Tools“ und Zugangsweisen im Hinblick auf einzelne Arbeitsbereiche oder
Problemthemen – wie zum Beispiel Elterncoaching, Süchte, Behinderung, Forensik,
Säuglinge und Kleinkinder, etc. – darzulegen. Wie gesagt: Ein Lehr- und Lesebuch. Wissensvermittlung und kritische Beleuchtung. Ein Buch zum Schmökern und ein NachSeite !24
schlagewerk. Sowohl als auch. Ein Mehr von alledem, nämlich die Erweiterung von
Möglichkeiten. Systemisch eben. Und sehr zu empfehlen.
Rezension von Lika Trinkl
Wie im Wald
Elisabeth Klar
2014 Residenz Verlag, Wien
ISBN 978 3 7017 1636 4
Lisa und Karin. Karin und Lisa. Die Identitäten der beiden Frauen
scheinen sich zu vermischen, ineinander zu tauchen um sich dann doch
wieder schmerzhaft voneinander zu lösen. Zeiten und Perspektiven
wechseln permanent in diesem Roman und werfen damit die Frage auf,
inwieweit Erinnerungen zu trauen ist.
Elisabeth Klar schreibt die Geschichte zweier Frauen, die einander von Kindheit an eng verbunden sind. Die verhaltensauffällige Lisa wird als kleines Mädchen in Karins Familie
aufgenommen und im Laufe des Lebens zu ihrer Schwester, Verbündeten, Feindin und
Geliebten. Was ist los mit Lisa? Von ICD-10-Erklärungen will Karin nichts wissen. Später
werden alle gewusst haben: Die war ja immer schon so verdreht wie ihre Mutter.
Die Erzählung nimmt ihren Anfang in der Gegenwart, als Karin Lisa aus der Wohngemeinschaft „für Behinderte“ zu sich nach Hause, in das ehemalige Elternhaus, in das Zuhause der
gemeinsamen Kindheit holt. Lisa braucht Hilfe beim Baden, Anziehen, Essen, muss versorgt,
kann nicht allein gelassen werden. Karin kommt kaum noch zu ihrer Arbeit als Übersetzerin.
Alexander, ihr Lebensgefährte, meint, dass sie sich überfordert und auch die Geschwister,
Grete und Peter, können nicht nachvollziehen, warum Karin sich das antut. Die Eltern, Inge
und August, leben nicht mehr. Vielleicht ist etwas gutzumachen oder etwas wiederherzustellen?
Inmitten des anstrengenden Alltags tauchen Erinnerungen auf und bohren sich kreisend immer tiefer in die Vergangenheit. Bilder entstehen, die – wie in einer Dunkelkammer – allmählich Kontur annehmen. Was sich entwickelt, ist keine farbenfrohe Darstellung einer Familiengeschichte. Düster und bedrohlich wirken auch die nach wie vor im Haus herumliegenden
Handpuppen, deren Gesichter der Vater geschnitzt und die Mutter mit lächelnden Mündern
bemalt hat.
„Und ich finde doch, Karin sollte auf meinem Bett nicht fehlen, und ich finde doch, ich sollte
auf dem anderen Bett liegen, und das andere Bett sollte bezogen sein. Ich finde doch, sie
sollte mit nackten Füßen über den Parkettboden tapsen, unter meine Decke kriechen, die
Taschenlampe anknipsen, und wir sollten unter der Decke mit den Handpuppen spielen, mit
den Kuscheltieren. Wir sollten unter der Decke Comics lesen. Unter der Decke Placebo aus
dem Disc-Man hören. Unter der Decke dich an mich drücken, sagen, ich bin da, spürst du
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mich nicht? Glaubst du, Karin, dieses Bett, dieses Zimmer, dieses Haus befände sich nicht
mehr im Wald? Ich will dich fragen, Karin.“
Es ist kein fröhliches Bild, das die Autorin nach und nach entstehen lässt, aber es ist bunt
und entbehrt jeglicher Larmoyanz. Vielmehr zeigt es auf, lässt zu Tage treten, überrascht,
weckt Zweifel. Der Roman erzählt von einem Spiel mit unterschiedlichen Wahrheiten. Ähnlich
dem Kartenspiel, das Lisa erfunden hat: Die Regeln kann nur sie verstehen und lassen sie
stets gewinnen. Das ist gut so. Denn Lisa war nie eine Gewinnerin. Karin auch nicht.
Gewonnen hat letztendlich niemand außer den Leser_innen, die Einblick erhalten in eine
Geschichte, die wie im Wald da und dort Lichtflecken schimmern lässt.
„Wie im Wald“ ist eine Lebenserzählung, die kunstvoll und berührend geschrieben wurde.
Psychotherapeut_innen tun gut daran, sie zu lesen, weil sie nahebringt, dass es weniger
darum geht, Ereignisse zu begreifen, sondern eher darum, nicht damit aufzuhören, sie erforschen zu wollen.
Rezension von Lika Trinkl
Buchpräsentation und Lesung:
Donnerstag, 23.10.2014 um 19:00 Uhr im Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070
Wien
Diverses - Schwarzes Brett:
Freie ÖAS-Seminarplätze
Bei folgenden Seminaren sind noch freie Plätze vorhanden – Anmeldung über die
ÖAS-Homepage www.oeas.at
24.-25.10.2014 – Schreiben in der Systemischen Psychotherapie
Carmen Unterholzer zeigt in diesem Seminar zum Einen, wie Schreiben in die systemische
Therapie integriert werden kann und führt zum anderen anhand ihrer therapeutischen Arbeit
vor, wie sich systemische Methoden schreibend umsetzen lassen.
21.-22.11.2014 - Gleich und/oder doch anders? – Über das Leben in
gleichgeschlechtlichen Beziehungen
Das Seminar von Susanne Klingan & Leo Walkner soll neue Perspektiven und Räume mit
vielfältigen Beziehungsgeflechten in ihrer Diversität eröffnen und heterozentristische
Sichtweisen hinterfragen.
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17. Oktober 2014 - Abschiedssymposium von Prof. Dr. Brigitte Hackenberg
„Pädiatrische Psychosomatik - quo vadis“ -- AKH Wien - Keine Kongressgebühr! 8 DFP Fortbildungspunkte sind beantragt. – www.meduniwien.ac.at
24. Oktober 2014 -
Follow up zum Workshop „Multifamilientherapie“ von
Asen – SFU 1030 Wien – Info und Anmeldung mehta@aon.at
Eia
7. - 8. November 2014 - „Praxisorientierte Psychotherapieforschung. Verfahrensübergreifende, patientenorientierte Aspekte und Kompetenzentwicklung“ – Internationale Expert_innen stellen anhand von Beispielen aktuelle Entwicklungen der praxisorientierten Psychotherapieforschung vor. Sie präsentieren verfahrensübergreifende und patientenorientierte Forschungsansätze sowie Studien über Kompetenzentwicklung in der Psychotherapieausbildung. Die Wissenschaftliche Fachtagung wird veranstaltet von der Koordinationsstelle für Psychotherapieforschung – BM für Gesundheit, 1030 Wien - Kosten: 90 € Nähere Info unter: www.goeg.at/de/PTHF_Veranstaltungen
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24.10.2015 (16h-21h) & 25.10. 2015 (9h-18h) -
Workshop mit Elke Sengmüller: „Kurzer Prozeß - Arbeit mit dem Familienbrett“ - Sigmund Freud
Privatuniversität, 1030, Schnirchgasse 9a - Organisation: Dr Gerda Mehta. Kosten: 150 €,Anmeldungen bei mehta@aon.at, tel 06766258252
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14. - 21. Februar 2015 - Tom Levold ist Mitorganisator einer einwöchigen Tagung in
Zagora/Marokko unter dem Motto „re-connect“. Tagungsfokus ist die (Wieder-)Herstellung der Verbindung zu verlorenen oder ungenutzten
Ressourcen, zu bedeutsamen Ideen, Themen und Erinnerungen sowie die Vernetzung mit
Kolleginnen und Kollegen aus dem professionellen Feld. Diese Verbindung wird nicht über
ein Lehrprogramm realisiert, sondern durch die gemeinsame Erfahrung in der Arbeit mit unterschiedlichen Medien und Gruppenkonstellationen. Workshops für Improvisationstheater
(Steve Clorfeine), Malerei (Maria Amon), Tanz (Elisabeth Clarke), Biografisches Erzählen
(Franz Breuer) und Musik&Rhythmus (Anke Böttcher) bieten beste Möglichkeiten für solche
Erfahrungen. Nähere Informationen und Anmeldung unter: http://www.trialogie.com
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Supervisions-Anfrage:
Liebe Kolleg_innen,
ich suche noch zwei Kolleg_innen, die mit mir bei Dr. Joachim Hinsch (Garbergasse 8, 1060
Wien) eine Kleingruppen-Supervision in Anspruch nehmen möchten. Beginnend mit
Oktober, Mittwoch oder Donnerstag nachmittags ab 14 Uhr für je 2-3 Einheiten/pro Monat.
Bei Interesse Rückmeldungen bitte an:
SYSTEMSPIEGEL - Lea SPIEGL - 0699/18880789 - office@systemspiegel.at
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Seele and Geist
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