close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Dokument herunterladen - NetTeam

EinbettenHerunterladen
Lokale Entwicklungsstrategie 2014-2020
DONAU NÖ-MITTE
30.10.2014
Regionalentwicklungsverein Donauland-Traisental-Tullnerfeld
in Kooperation mit Kleinregion Wagram
leader@conplusultra.com
3100 St. Pölten, Fuhrmannsgasse 3-7
1. Beschreibung der Lokalen Aktionsgruppe (max. Seitenanzahl: 2)
1.1. Festlegung des Gebiets und Beschreibung der Gebietscharakteristik
Mit einer gemeinsamen Lokalen Aktionsgruppe bewerben sich 32 Gemeinden der Regionen
Donauland, Tullnerfeld, Traisental sowie Wagram unter dem gemeinsamen Namen Donau NÖ-Mitte
für die Teilnahme an LE 2020.
Die Zusammensetzung der LAG spiegelt einen über mehrere LEADER-Perioden vorangetriebenen
Entwicklungsprozess wider. Beginnend mit der Teilnahme der Region Traisental-Donauland an
LEADER+ (2000-2006) mit 7 Gemeinden, über die Erweiterung der Lokalen Aktionsgruppe durch die
Teilregion Tullnerfeld auf insgesamt 21 Mitgliedsgemeinden in der Periode 2007-2013 ist es nun
gelungen, durch die Einbeziehung der Kleinregion Wagram den Aktionsradius der LAG im Zentrum
Niederösterreichs zu vervollständigen.
Gebietskarte der LEADER Region
Donau NÖ-Mitte
Die LEADER Region Donau NÖ-Mitte umfasst den mittleren Abschnitt der Donau in Niederösterreich
und schließt südlich der Donau das untere Traisental, das südliche Kremstal und das Tullnerfeld ein
sowie nördlich der Donau die Region Wagram samt der Stadt Tulln als Bindeglied zwischen den
beiden Donauufern. Mit ihrem Einzugsgebiet vom Dunkelsteiner Wald im Westen bis zu den
Ausläufern des Wienerwalds in östlicher Richtung, vom Wagram als nördlicher Abgrenzung zu Waldund Weinviertel bis zum südlich anschließenden Voralpenraum spannt die neuformierte LEADERRegion den Zentral- raum des Bundeslandes Niederösterreich auf.
Die LAG umfasst 32 Mitgliedsgemeinden aus den Bezirken St. Pölten-Land, Tulln, Krems und
Korneuburg mit einer Fläche von insgesamt ca. 935 km2, das entspricht etwa 5 % der Gesamtfläche
von Niederösterreich. In diesem Raum leben mit annähernd 96.000 EinwohnerInnen etwa 5,9 % der
Niederösterreichischen Bevölkerung. Etwa die Hälfte der LAG-Bevölkerung lebt in kleineren und
mittleren Gemeinden mit ca. 1.000 bis 3.000 EinwohnerInnen. Gemeinden dieser Größenordnung
machen mehr als drei Viertel der Mitgliedsgemeinden der LAG aus.
Die größte Mitgliedsgemeinde ist sowohl von ihrer Fläche als auch von der Bevölkerungszahl her die
Stadt Tulln mit ca. 15.000 EinwohnerInnen. Mit Herzogenburg, Sieghartskirchen, Traismauer,
Zwentendorf und Kirchberg am Wagram sind mehrere größere Stadt- und Marktgemeinden über alle
Teilgebiete der LEADER-Region verteilt. Die vielfältigen regionalen Siedlungsstrukturen schaffen eine
solide Basis für ein gemeinsam getragenes Regionalentwicklungsprogramm und wechselseitige
Lernprozesse zwischen den LAG-Mitgliedergemeinden.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 2 / 68
LAG Mitgliedsgemeinden: Fläche und Einwohnerzahl
Quelle: Statistik Niederösterreich, endgültige Bevölkerungszahl 2014, eigene Darstellung
1.2. Angaben zur Bevölkerungsstruktur
Im letzten Jahrzehnt ist die Bevölkerung in der LEADER-Region insgesamt mit einer moderat über
dem Niederösterreich-Durchschnitt liegenden Zuwachsrate gewachsen.
Bevölkerungsentwicklung Niederösterreich / LAG Region im Vergleich
Quelle: Statistik Niederösterreich, eigene Darstellung
Im NÖ-Vergleich der Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen wird ersichtlich, dass die Region
besonders bei der Gruppe der Erwachsenen im Erwerbsalter zwischen 20-64 Jahren überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen hat.
Bevölkerungsentwicklung NÖ/Donau NÖ-Mitte, nach Altersgruppen, 2004-2014
Quelle: Statistik Niederösterreich, eigene Darstellung
Die Bevölkerungsprognosen der ÖROK gehen davon aus, dass sich dieser Bevölkerungszuwachs in
den für die LEADER-Region relevanten Bezirken weiter fortsetzen wird. Bei unterschiedlichen
Wachstumsraten in den Teilregionen der LAG ist im kommenden Jahrzehnt insgesamt mit einem im
NÖ-Durchschnitt liegenden Bevölkerungszuwachs zu rechnen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 3 / 68
2. Analyse des Entwicklungsbedarfs (max. Seitenanzahl: 10)
2.1. Beschreibung der Region und der sozioökonomischen Lage
Die Erwerbstätigenzahl von Donau NÖ-Mitte hat sich im Einklang mit dem Bevölkerungszuwachs
zwischen 2001 und 2011 insgesamt um 11% auf ca. 47.500 Erwerbstätige erhöht.
Erwerbstätige von Donau NÖ-Mitte nach Sektoren, 2001-2011
Quelle: Statistik Niederösterreich, eigene Darstellung
Während die Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, aber auch in der Güterproduktion im
letzten Jahrzehnt deutlich abgenommen hat, sind mit Stand 2011 um 23% mehr Erwerbstätige im
tertiären Sektor beschäftigt als ein Jahrzehnt davor. Bereits etwa drei Viertel der Erwerbstätigen der
Region sind heute in einem Dienstleistungsberuf tätig. Die regionale Wirtschaft hat sich in den
abgelaufenen Programmperioden in Richtung eines verstärkten Dienstleistungsangebots weiterentwickelt, ohne dabei ihre traditionellen Wurzeln in der Landwirtschaft sowie im produzierenden
Gewerbe zu vernachlässigen.
Landwirtschaft: Der Weinbau stellt ein wichtiges verbindendes Element im Selbstverständnis der
Region dar, Weingärten und Kellergassen prägen in weiten Teilen der Region das Landschaftsbild. Mit
den Weinstraßen Traisental und Wagram und dem Weinbaugebiet um das Weltkulturerbe Stift
Göttweig im südlichen Kremstal sind drei der acht NÖ-Weinstraßen zur Gänze oder teilweise in der
Region Donau NÖ-Mitte gelegen.
Generell macht ihre klimatische Gunstlage die Region „Donau NÖ Mitte“ zu einem ausgezeichneten
Anbaugebiet aller Arten von Feldfrüchten, neben Wein insbesondere Obst, Gemüse.
Der Raum Tulln ist als Anziehungspunkt für natur- und garteninteressierte BesucherInnen mit der
„Garten Tulln“ und zahlreichen Gärtnereibetrieben weit über die Regionsgrenzen hinaus bekannt.
Ferner kann Donau NÖ-Mitte auch in der Viehzucht und Lebensmittelverarbeitung auf namhafte
Betriebe (Schinkenherstellung, Fruchtsaft, etc.) verweisen.
Von den etwa 2.370 landwirtschaftlichen Betrieben in der Region werden etwas mehr als die Hälfte
als Haupterwerbsbetrieb geführt, die übrigen sind Nebenerwerbsbetriebe (Quelle: Agrarstrukturerhebung 2010, Statistik Austria). Hier konnten in den vorangegangenen LEADER-Perioden wichtige
Impulse zur Qualifizierung, Modernisierung und Diversifizierung der Betriebe gesetzt werden.
Gewerbliche Wirtschaft: Eine zunehmende Dynamik zeichnet sich in der gewerblichen Wirtschaft ab,
nämlich mit zwei Drittel mehr aktiven Betriebsstandorten zwischen 2003 und 2013. Der Produktionssektor ist mit mehr als 3.000 aktiven Gewerbe- und Industriebetrieben ein wichtiges wirtschaftliches
Standbein der Region. Mit etwa 2.000 Handelsunternehmen, über 660 Tourismusbetrieben und einer
großen Zahl an IT- und Beratungsunternehmen präsentiert sich Donau NÖ-Mitte zudem als vielfältiger Wirtschaftsstandort im Sekundär- und Tertiärsektor.
Neben einer Vielzahl an Klein- und Mittelbetrieben ist in etwa bei einem Drittel der LAG-Gemeinden
zumindest ein Betrieb mit mehr als 100 MitarbeiterInnen angesiedelt. Die neun Großunternehmen
der Region haben in Tulln, Herzogenburg, Michelhausen und Sieghartskirchen ihren Standort (Quelle:
Arbeitsstätten 2011, Registerzählung Statistik Austria).
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 4 / 68
Die räumliche Nähe zu den NÖ Zentralorten St. Pölten, Krems und Tulln wie auch zu den Wirtschaftszentren Wien bzw. Linz, sowie ihre gute Verkehrsanbindung an die zentraleuropäischen Nachbarstaaten per Straße, Bahn und über die Donauschifffahrt schafft ausgezeichnete Potenziale für die
zukünftige Entwicklung der regionalen Wirtschaft. Mit der Hochleistungsbahnstrecke samt Bahnhof
Tullnerfeld sowie der Donaubrücke Traismauer wurden während der abgelaufenen Programmperiode zudem neue, hochrangige Verkehrsinfrastrukturen geschaffen, die die Attraktivität von
Donau NÖ-Mitte weiter erhöhen.
Der Handel stellt die wichtigste Dienstleistungsbranche in der Region Donau NÖ-Mitte dar. Die
aktuelle Einzelhandelsstrukturanalyse KANO 2013 (Quelle: WKNÖ) konstatiert für die Bezirke Tulln
sowie St. Pölten (inkl. Stadt St. Pölten) ein weitgehend gleichbleibendes Kaufkraftniveau seit Mitte
der 2000er Jahre. Einhergehend mit dem Bevölkerungszuwachs hat das Kaufkraftvolumen, d.h. die
Kaufkraft aller Personen und Haushalte in der Region, kräftig zugenommen und liegt im Bezirk Tulln
bei ca. 390 Mio € bzw. bei 775 Mio € im Bezirk St. Pölten. Beide Bezirke konnten seit 2005 auch ihre
Kaufkraft-Eigenbindung steigern. Die größten Kaufkraft-Abflüsse gehen in den Internet-Handel. Die
Kaufkraftverflechtungen innerhalb der Region, mit anderen Bezirken, Bundesländern und mit
ausländischen Einkaufsdestinationen zeigt die folgende Darstellung.
Quelle: KANO 2013, Regionalbericht NÖ Mitte
Das steigende Einkaufvolumen in der Region und weitere Handelsentwicklungen, wie der Trend zu
regionalen Produkten und Direktvermarktung im Lebensmittelbereich, bieten Ansatzpunkte für die
Entwicklung von Nischenstrategien für den Handel in Donau NÖ-Mitte.
Tourismus: Mit über 660 Betriebsstandorten im Bereich Tourismus und Freizeitwirtschaft im Jahr
2013 bietet diese Branche zahlreichen BewohnerInnen der Region einen Arbeitsplatz und zählt - vor
dem Hintergrund gemeinsam getragener Vermarktungsstrategien in den relevanten touristischen
Angebotsbereichen - zu den wichtigsten Potenzialfeldern der Regionalentwicklung.
In der NÖ Tourismusstatistik sind Daten für etwa die Hälfte der LAG-Mitgliedsgemeinden erfasst.
Demzufolge ist die Zahl der Ankünfte in den Gemeinden der Region von 2004 bis 2012 in Summe um
knapp 10% auf rund 86.000 Ankünfte im Jahr 2012 gestiegen. Die Zahl der Nächtigungen hat im
gleichen Zeitraum um über 26 % auf knapp 195.000 Nächtigungen im Jahr 2012 zugenommen.
Daraus errechnet sich auch ein kontinuierlicher Anstieg der Nächtigungsdauer in der Region von
1,96 Nächtigungen im Jahr 2004 auf 2,26 Nächtigungen im Jahr 2012.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 5 / 68
Mit diesen Statistikdaten sind allerdings die für die Region besonders wichtigen Bereiche des Tagestourismus nur bedingt erfasst. Die Potenziale von Donau NÖ-Mitte im Segment der Kurzurlauber,
Ausflugstouristen und des sanften Tourismus (Radfahren, Wandern, Pilgern) erfordern gut qualifizierte Betriebe mit maßgeschneiderten Angeboten für diese angepeilten Zielgruppen. Bereits in den
abgelaufenen LEADER-Perioden wurden hier Schwerpunktmaßnahmen gesetzt, darauf aufbauend
sollen im vorliegenden Aktionsprogramm weitere zielgerichtete Maßnahmen gesetzt werden.
Bildung, Innovation und Forschung: Durch die Neuaufstellung des Regionsgebiets präsentiert sich
Donau NÖ-Mitte mehr denn je als Bildungs- und Innovationsregion. Die Stadt Tulln ist als TechnopolStandort einer der Brennpunkte in der Niederösterreichischen Forschungs-, Technologie- und
Innovations-Strategie und fungiert mit etwa 650 wissenschaftlichen MitarbeiterInnen am Campus
und einer Reihe in der Nähe angesiedelter, hochinnovativer Produktionsbetriebe als „Wissensmotor“
der Region mit den Kernthemen Bioanalytik, Umwelttechnik, Pflanzenzüchtung und nachwachsende
Rohstoffe. Ein weiterer akademischer Ausbildungs- und Forschungsstandort ist das als Universitätskrankenhaus geführte Donauklinikum Tulln.
Neben der Bezugnahme auf innovationsstarke Institute und Betriebe im Raum Tulln ist es der LAG
ferner ein wichtiges Anliegen, auch jene überall in der Region vorhandenen zukunftsorientiert
arbeitenden Kleinbetriebe in die Programmaktivitäten einzubinden, die oft mit kleineren Beratungen,
Vernetzungs- und Unterstützungsmaßnahmen wichtige Unterstützung erfahren und so zu einer
soliden wirtschaftlichen Basis in allen Teilen der Region beitragen.
Im Schulbereich steht die LAG bereits seit der Vorperiode in einer ausgezeichneten Kooperationsbeziehung mit der HBLA Sitzenberg, die u.a. in die Green Care Pilotmaßnahmen der Vorperiode
eingebunden war (siehe AF3/T1/P1).
Durch die Gebietserweiterung ist nun mit der Stadt Tulln auch eine der wichtigsten Schulstädte im
NÖ Zentralraum mit einem kompletten Bildungsangebot von der Primär- über die Sekundar- stufe bis
hin zum Hochschulabschluss in der Region Donau NÖ-Mitte gelegen.
Pendlerströme in Donau NÖ-Mitte: Die Attraktivität der LAG-Region als Wohngebiet, die gute
Erreichbarkeit des Wiener Raums und der Städte des NÖ Zentralraums, und nicht zuletzt auch der
Zustrom von SchülerInnen in die Schulstädte innerhalb und außerhalb der Region, haben seit Beginn
der 2000er Jahre zu einer markanten Zunahme der Pendlerströme in Donau NÖ-Mitte geführt.
Mit Ausnahme der Stadtgemeinde Tulln weisen sämtliche LAG-Mitgliedsgemeinden einen negativen
Pendlersaldo, d.h. einen Auspendlerüberschuss, auf. Das gesamte Pendleraufkommen (Einpendler +
Auspendler), das von der Region zu bewältigen ist, beläuft sich zurzeit auf über 52.000 Erwerbstätige.
Innerregionale Pendlerzielorte sind die wirtschaftlich starken Gemeinden im Tullnerfeld wie auch im
Traisental. Regionsüberschreitend sind St. Pölten, Krems und Wien die wichtigsten Pendlerdestinationen. Hinzu kommt noch eine beträchtliche Zahl an SchulpendlerInnen, die eine der Schulen am
Standort Tulln - mit über 1.800 einpendelnden SchülerInnen und Studierenden (Quelle: Statistik
Austria) - oder in einer der umliegenden Schulstädte außerhalb der LEADER-Region, wie St. Pölten
oder Krems, besuchen.
Dieser kurze Einblick in die sozioökonomischen Rahmenbedingungen zeigt, dass die Erweiterung der
LAG eine wichtige Chance für die Gesamtregion bedeutet. Regionale Fragestellungen, die bisher nur
im Außenverhältnis zu den umliegenden Städten des NÖ Zentralraums angesprochen werden
konnten, können nun innerhalb der Region Donau NÖ-Mitte bearbeitet und gemeinsam weiterentwickelt werden.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 6 / 68
2.2. Reflexion/Erkenntnisse aus der Umsetzung LEADER Periode 2007–2013
Gegenüber dem LEADER+ Förderzeitraum, in dem die Region mit 7 Gemeinden beteiligt war, erfolgte
2007-2013 eine Erweiterung auf 21 Gemeinden mit 58.000 Einwohner/Innen bzw. zu Ende der
Periode bereits etwa 60.000 Personen mit Hauptwohnsitz in der Region. Im Hinblick auf die neue
Periode ist es gelungen, die Region unter dem Namen Donau NÖ-Mitte gemeinsam mit der Region
Wagram und nun etwa 96.000 EinwohnerInnen neu zu formieren und gemeinsam ein Aktionsprogramm mit erweitertem Wirkungsradius zu erarbeiten. Die Leistungen und Programmwirkungen
der zu Ende gehenden Förderperiode 2007-2013 sollen hier anhand der Ergebnisse der ursprünglichen Region Donauland-Traisental-Tullnerfeld kurz erläutert werden:
 256 Projekte wurden aus den 21 Mitgliedsgemeinden zur Förderung eingereicht.
 12 Millionen Euro an Fördermittel wurden dafür beantragt.
 41 Millionen Euro an Investitionen lösten diese Projekte aus.
Viele der umgesetzten Projekte, u.a. aus dem Umfeld der Wein- & Energieproduktion, der gewerblichen Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten sowie zahlreiche Buschenschankprojekte,
fielen in der Periode 2007-2013 in den sog. „Mainstreaming-Bereich“ und werden zukünftig nicht
mehr über LEADER, sondern direkt über ELER abgewickelt werden. Damit wird für die kommende
Periode eine stärkere Fokussierung auf die eigentlichen Regionalentwicklungsziele des LEADER
Programms möglich sein - ein Anliegen, das von der LAG bereits bei ihren langfristigen strategischen
Überlegungen in den Vorperioden verfolgt wurde und das in den geplanten Projekten des neuen
Aktionsprogramms klar zum Ausdruck kommt.
Wesentliche Erkenntnisse zu den oft gegensätzlichen Herausforderungen der Regionalentwicklung
konnten aus den verschiedenen Projekterfahrungen der Periode 2007-2013 gewonnen werden:
So gelang es z.B. bei der Attraktivierung des regionalen Jakobsweg-Abschnitts, der durch die Hälfte
der damaligen Mitgliedsgemeinden führt und identitätsstiftend wahrgenommen wird, relativ rasch,
ehrenamtliche MitarbeiterInnen zu gewinnen. Der Versuch, ein gemeindeübergreifendes Projektmanagement aufzusetzen, stellte sich jedoch letztlich als nicht zu bewältigende Herausforderung
heraus, sodass Aufgaben tlw. wieder an das LAG Management zurückverwiesen werden mussten.
Ein weiteres Beispiel ist die gute Annahme von inhaltlich klar ausgerichteten Informationsveranstaltungen / Workshops in den LAG-Gemeinden - während sich andererseits beim allgemeinen
Informationstransfer und bei Beteiligungsprozessen Verbesserungsbedarf zeigt. In einer Umfrage
unter Gemeinderatsmitgliedern bezeichneten sich diese zu mehr als 50% als sehr gut bzw. gut über
LEADER informiert. Nach Einschätzung der Befragten haben jedoch nur 5% der Bevölkerung einen
„sehr guten“ Wissenstand zu LEADER. Mit dem neuen Themenschwerpunkt „Bürgerbeteiligung“ soll
diese Diskrepanz nun im neuen Aktionsprogramm bearbeitet werden.
Abschließend sollen hier wesentliche Verbesserungspotenziale zusammengefasst werden, die aus
zahlreichen Gesprächen mit regionalen MultiplikatorInnen erkannt und in den regelmäßigen
Sitzungen des Qualitätssicherungsteams erarbeitet wurden:




Bessere Vermittlung der Ziele und Möglichkeiten von LEADER
Stärkere Ausrichtung auf die Umsetzung und Wirkung der Projekte
Mehr Beteiligungsmöglichkeiten für größere Teile der LAG-Bevölkerung inkl. Ehrenamtliche
Mehr sektorenübergreifende Themen bearbeiten
Die LAG ist überzeugt, dass durch die neue Aufstellung von Donau NÖ-Mitte ein optimaler Rahmen
geschaffen werden konnte, um die genannten Verbesserungspotenziale aufzugreifen und
gemeinsam, getragen von langfristigen Visionen für die Entwicklung der Region, die regionsrelevanten Zukunftsthemen in einem abgestimmten Maßnahmenprogramm für die kommende
Programmperiode zur Entwicklung zu bringen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 7 / 68
2.3. SWOT-Analyse der Region („Spezielle Aspekte“ siehe 2.3.3)
Zur Ausarbeitung der regionalen Entwicklungsstrategie für die Region Donau NÖ-Mitte wurden
BewohnerInnen und EntscheidungsträgerInnen aus allen Gemeinden der Region in einen
mehrstufigen Strategieentwicklungsprozess einbezogen (siehe dazu Pkt. 8).
 In Stufe 1 wurden die Herausforderungen der Regionalentwicklung für die kommende Programmperiode anhand der SWOT-Methodik analysiert. Die Bearbeitung erfolgte auf der Ebene mehrerer
regionsrelevanter Themenfelder, die im Rahmen eines Beteiligungsprozesses identifiziert und
ausgearbeitet sowie in Reflexionsschleifen zwischen den LAG-Gremien und den Prozessbeteiligten
weiter entwickelt wurden. Durch diesen iterativen Zugang wurde eine bestmögliche Abstimmung
zwischen den Anliegen einzelner AkteurInnengruppen angestrebt.
 In Stufe 2 wurden basierend auf der Zusammenschau der erarbeiteten „Themen-SWOTs“
insgesamt drei regionsübergreifende Kernkompetenzen von Donau NÖ-Mitte definiert und eine
Formulierung dieser Kompetenzen als Referenz und Leitlinie für die Strategieentwicklung
erarbeitet. Auf diese regionalen Kernkompetenzen wird bei der Vertiefung und Priorisierung der
zahlreichen Projektvorschläge Bezug genommen.
2.3.1. Strategieentwicklung Stufe 1: Themen-SWOTs von Donau NÖ-Mitte
Das in Punkt 3 vorgeschlagene Aktionsprogramm im Bereich der Regionalen landwirtschaftlichen
Produkte zielt ab auf den Ausbau der bestehenden regionalen Kompetenzen durch Qualifizierungsund Zertifizierungsmaßnahmen, auf die Entwicklung und Vermarktung nachhaltiger und innovativer
Produkte sowie auf den verstärkten Einsatz ausgebildeter, regionaler „BegleiterInnen“ in der
Präsentation der regionalen Produkte und Vermittlung der regionalen Spezialitäten an TouristInnen
und innerregionale BesucherInnen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 8 / 68
Im Bereich des Tourismus sollen mit Blick auf die Nische der Ausflugstouristen und Kurzzeiturlauber
die bereits entwickelten Konzepte umgesetzt und bestehende Angebote weiter attraktiviert werden.
Bisherige Schwächen in der touristischen Inwertsetzung sollen durch eine klare Positionierung der
LEADER-Region und ihrer Angebote sowie eine verbesserte Koordination im Tourismus-Marketing
überwunden werden.
Im Themenfeld Energie kann auf eine starke Ausgangslage aufgebaut werden. Das Alleinstellungsmerkmal von Donau NÖ-Mitte liegt in der Tatsache, dass sämtliche Energieressourcen sowie jede Art
von Anlagen zur Energiegewinnung in der Region existieren und auch die historische Entwicklung der
Energieerzeugung in der Region nachvollziehbar ist. Diese Kernkompetenz von Donau NÖ-Mitte soll
in der neuen Programmperiode verstärkt in Wert gesetzt werden. In der Vorperiode wurden zudem
mit Unterstützung der LAG drei Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) zur Gestaltung der
Energiewende in der Region etabliert. In der neuen Periode können so die Kräfte neu gebündelt und
ein Schwerpunkt auf die nachhaltige Energienutzung in der gesamten LEADER-Region gelegt werden.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 9 / 68
Starke Gewerbe- und Industriebetriebe stellen ein wichtiges Standbein der Region dar. Im regionalen
Handel ergeben sich durch die Nähe zu umliegenden Städten Chancen in der Direktvermarktung
regionaler Produkte.
Die geplanten LEADER-Aktivitäten werden sich einerseits auf die Unterstützung von Unternehmenskooperationen zur Erhöhung der gewerblichen Wertschöpfung konzentrieren und andererseits auf
die Stärkung der Direktvermarktung und auf die Entwicklung innovativer Konzepte in der internetbasierten Vermarktung abzielen. Eine weitere Zielsetzung ist auf eine verstärkte Interaktion und
Bindung zwischen regionalen Unternehmen und der Bevölkerung in der Region ausgerichtet.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 10 / 68
Den funktionierenden, von den sozialen Traditionen einer ländlichen Region geprägten Formen des
Zusammenlebens und der nachbarschaftlichen Hilfe stehen massive Herausforderungen aufgrund
der demografischen Entwicklung (Bevölkerungszuwachs, Anteil älterer Menschen, Entwicklungspotenziale für die Jugend) gegenüber. Zielsetzung des Aktionsprogramms von Donau NÖ-Mitte wird
es sein, durch die Umsetzung neuer Konzepte, wie Green Care, tragfähige Lösungen für die
Bewältigung des gesellschaftlichen Wandels in der Region zu etablieren.
Darüber hinaus werden Maßnahmen gesetzt, um eine Balance zwischen gelebten Traditionen und
kulturellem Erbe und neuen, zeitgemäßen Angeboten für die Lebenssituation verschiedener
Bevölkerungsgruppen (wie zB Jugendliche, ältere Menschen, ZuwanderInnen, Menschen mit
besonderen Bedürfnissen) herzustellen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des nachbarschaftlichen und familiären Charakters des Zusammenlebens in der Region Donau NÖ-Mitte geleistet.
2.3.2. Strategieentwicklung Stufe 2: Kernkompetenzen von Donau NÖ-Mitte
Als Orientierung in der Fülle strategisch relevanter Themenbereiche wurde im Rahmen des
Beteiligungsprozesses an der Identifikation und Formulierung regionsübergreifender
Kernkompetenzen gearbeitet. Das Ergebnis dieser Kernkompetenzanalyse bildet sich als
Bezugsrahmen für die Strategieentwicklung und –umsetzung in allen geplanten Aktivitäten ab.
Abb3: Kernkompetenzen
von Donau NÖ-Mitte
Jede der drei hier formulierten Kernkompetenzen leistet einen konstituierenden Beitrag sowohl zur
materiellen als auch ideellen Verfassung der Region Donau NÖ-Mitte. Auf die Aktivierung der
einzelnen Kompetenzen im Rahmen der Strategieschwerpunkte und Projektvorschläge wird an
entsprechender Stelle im Aktionsprogramm in Punkt 3 eingegangen.
2.3.3. Spezielle Aspekte der Strategieentwicklung
Diversitätsperspektive (Frauen, Männer)
Die unterschiedlichen Perspektiven und Bedarfslagen von Frauen und Männern wurden bereits in der
Vorperiode in Verbindung mit den Schwerpunktthemen der Region in der Gestaltung und Umsetzung
von Projekten angesprochen.
Im nunmehrigen Aktionsfeld 1 wurde mit Aktionen zur Diversifizierung der Landwirtschaft, wie dem
Ausbau von Buschenschanken in der Vorperiode (ab 2015: über ELER) die Voraussetzung für eine
eigenständige Tätigkeit von Frauen im landwirtschaftlichen Umfeld geschaffen. Einen ähnlichen
Ansatz verfolgen im neuen Aktionsprogramm u.a. die geplanten Aktivitäten zur Stärkung der
Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Produkten.
Im Aktionsfeld 2 wurden bereits in der Vergangenheit im Bereich Energie Bewusstseinsbildungsmaßnahmen durchgeführt, die Frauen in diesem stark von technischer Expertise bestimmten
Fachgebiet direkt ansprechen. Eine Fortführung und Weiterentwicklung dieser Maßnahmen ist
geplant.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 11 / 68
Im Aktionsfeld 3 wird für die kommende Periode die Umsetzung von Green Care Projekten als
wichtige Maßnahme im Bereich der Daseinsvorsorge geplant. Gleichzeitig zielt das Green Care
Konzept auf die Aktivierung der beruflichen Kompetenzen von Frauen mit sozialberuflicher
(Vor-)Bildung ab und bietet eigenständige, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in der sozialen
Landwirtschaft an. Auch die geplante Umsetzung von Green Care Projekten baut auf die
Bewusstseinsbildungsarbeit der Vorperiode auf.
Jugendliche
Die Anliegen und Lebensperspektiven der Jugendlichen in der Region werden in vielerlei Hinsicht im
geplanten Aktionsprogramm angesprochen. Großes Augenmerk wird in mehreren Projekten auf die
beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten in der regionalen Wirtschaft gelegt. Der geplante Dialog
zwischen den regionalen Unternehmen und der Bevölkerung und ein darauf abgestimmtes
Informationsprogramm im Bildungsbereich soll das Bewusstsein für die Ausbildungsmöglichkeiten
und Zukunftspotenziale für junge Menschen in der Region stärken.
Mit der geplanten Fortführung des Projekts „Jugend.Regio.Aktiv“ wird die Mitwirkung und
Einbindung der Jugendlichen in der Gemeindearbeit thematisiert. Im Aktionsplan wird zudem ein
Jugendkleinprojekte-Fonds vorgesehen, um punktuelle Anliegen und kurzfristige Projektideen mit
dieser Programmzielgruppe umsetzen zu können.
Daseinsvorsorge (Nahversorgung, Mobilität, Energie, soziale Dienstleistungen, etc.)
Im Aktionsfeld 3 wird mit mehreren Themenschwerpunkten die Umsetzung von Maßnahmen der
Daseinsvorsorge durch Zusammenwirken aller Bevölkerungsgruppen der Region thematisiert.
Angesprochen werden die in der SWOT „Zusammenleben“ herausgearbeiteten Herausforderungen:
die Versorgung und Betreuung älterer RegionsbewohnerInnen sowie das generationenübergreifende
Zusammenleben, die Umsetzung des Green Care Konzepts in der Betreuung von Senioren und
Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
In einem eigenen Projektcluster wird die Regionalentwicklung im Bereich „Beteiligung und
Integration“ angesprochen, mit dem Ziel, das Erlernen methodischer Herangehensweisen für ein
besseres Zusammenleben mit neuen GemeindebürgerInnen und MigrantInnen zu ermöglichen.
Die Themen Energie und Mobilität werden, wie zuvor beschrieben, in Zusammenarbeit mit den
einschlägigen, in der Region aktiven Institutionen und Initiativen bearbeitet. Die LAG wird vorrangig
dort unterstützend wirken, wo auf den Regionsbedarf zugeschnittene Lösungsansätze unter
Beteiligung der regionalen Bevölkerung erprobt und ausgerollt werden sollen (z.B. im Bereich der
Elektromobilität – siehe Aktionsfeld 2).
Lebenslanges Lernen
Bildungs- und Qualifizierungsangebote für unterschiedliche regionale Zielgruppen bis hin zu
niederschwelligen Maßnahmen werden im geplanten Aktionsprogramm als Querschnittthema in
allen strategischen Aktionsfeldern umgesetzt und sind in den Projektbeschreibungen an
entsprechender Stelle ausgewiesen.
Darüber hinaus befasst sich im Rahmen von Aktionsfeld 3 ein eigener Themencluster mit der
Vernetzung der Bildungsakteure in der Region. In diesem Zusammenhang sind eigene Ressourcen für
Bildungs-Kleinprojekte reserviert, sodass bedarfsorientiert und kurzfristig auf LLL-Anliegen der
Region eingegangen werden kann.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 12 / 68
2.4. Darstellung der lokalen Entwicklungsbedarfe
Die im Aktionsprogramm der LEADER-Region Donau NÖ-Mitte enthaltenen Maßnahmenvorschläge
bauen auf den Entwicklungsbedarfen auf, die im Rahmen des Strategieprozesses identifiziert und
ausgearbeitet wurden. Dementsprechend schließt die nachfolgende Übersichtsdarstellung an den
strategischen Stoßrichtungen gemäß der SWOT-Methodik an.
Um den in LEADER adressierten Herausforderungen der Regionalentwicklung gerecht zu werden,
wurde dabei die „klassische“ Gegenüberstellung von INTERNEN Stärken (Strength) und Schwächen
(Weakness) mit EXTERNEN Chancen (Opportunity) und Risken (Threat) erweitert, um den Bedarf zur
Aktivierung INTERNER Ressourcen für die INTERNE Entwicklung der Region abzubilden.
Die Option einer Defensivstrategie (siehe WT-Strategie am Ende der Übersichtstabelle) widerspricht
dem Commitment der LAG-Gruppe ebenso wie den Intentionen des LEADER-Programms und wird
daher ausgeschlossen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 13 / 68
3. Lokale Entwicklungsstrategie (max. Seitenanzahl: 12 je Aktionsfeld)
3.1. Aktionsfeld 1: Wertschöpfung
3.1.1. Auswahl der Aktionsfeldthemen / Beschreibung der Ausgangslage (Status quo)
Im Aktionsfeld „Wertschöpfung“ wurden im Rahmen des strategischen Beteiligungsprozesses der
LEADER-Region Donau NÖ-Mitte folgende drei Aktionsfeldthemen definiert:
 Regionale Lebensmittel nachhaltig und innovativ produzieren
 Touristische Schwerpunkte der Region Donau NÖ-Mitte entwickeln und vermarkten
 Regionale Wirtschaft im Dialog mit der Bevölkerung entwickeln
Alle drei Themen behandeln Schwerpunkte, bei denen die LAG in der neuen Programmperiode auf
den Aktivitäten und Ergebnissen der vorangegangenen LEADER-Perioden aufbauen kann.

Regionale Lebensmittel nachhaltig und innovativ produzieren – Status quo
Die nachhaltige Produktion regionaler Lebensmittel, von Wein, über Obst bis hin zur Produktion und
Verarbeitung von (Schweine-)Fleisch, stellt eine der regionsübergreifenden Kernkompetenzen der
Region Donau NÖ-Mitte dar. Von kleinen Familienbetrieben, die ihre Produkte, wie Fleisch, Wein,
Obst und Gemüse, zum Teil ab Hof verkaufen, bis hin zu Leitbetrieben der Lebensmittelproduktion,
die im überregionalen Lebensmittelhandel mit ihren Spezialitäten (Schinken, Säfte, etc.) vertreten
sind, werden regionale Produkte in Donau NÖ-Mitte in großer Vielfalt und hoher Qualität erzeugt.
Das für eine nachhaltige Produktion erforderliche Verständnis und Wissen wurde bei zahlreichen,
hoch engagierten Betrieben in den letzten Jahren durch gezielte Bewusstseinsbildungs- und
Schulungsmaßnahmen in der Vorperiode aufgebaut. Diese Vorarbeiten sollen in der neuen Periode
im wahrsten Sinne des Wortes „Früchte tragen“ und in der Region breite Anwendung finden.
Erfolgreiche Qualifizierungsprogramme, wie die Ausbildung zum/zur WeinbegleiterIn bzw. zum/r
Kellergassenführerin, wie sie in allen Teilregionen der nun zusammengeschlossenen Region
Donau NÖ-Mitte entwickelt wurden, haben wesentlich zur Wertschätzung der eigenen Produkte und
regionalen Identitätsbildung beigetragen und zugleich Möglichkeiten für verbesserte Dienstleistungsangebote für die Gäste der Region eröffnet. Sie sollen nun in abgestimmter Form gemeinsam
weitergeführt und innovativ weiterentwickelt werden.
Auch zur Weiterentwicklung der Produktpalette bzw. Einführung innovativer landwirtschaftlicher
Produkte wurden in der vorangegangenen Periode bereits Sondierungen vorgenommen, die nun –
vor dem Hintergrund zahlreicher Projektideen aus der Bevölkerung sämtlicher Teilregionen – weiter
konkretisiert werden sollen. Ansätze, wie z.B. die Aufwertung von Früchten aus Wildsammlung oder
zur Nutzung der Früchte alter Kulturformen, wie Streuobstwiesen, haben durch Bewusstseinsbildungsmaßnahmen der vorangegangenen Programmperiode zahlreiche Befürworter gefunden und
können mithilfe der geplanten Aktivitäten nun zu einem Beitrag zur Regionalentwicklung an der
Schnittstelle zwischen landwirtschaftlicher Wertschöpfung und Erhaltung der regionalen
Biodiversität weiterentwickelt werden.
Durch die Nähe zu den Ballungsräumen der NÖ Zentralregion sowie zum Großraum Wien weist die
Region hohe Potenziale für die Direktvermarktung ihrer regionalen Produkte direkt ab Hof oder auf
regionalen Märkten auf. Bereits in der vorigen LEADER-Periode haben verschiedene Betriebe diese
Chancen genutzt, allerdings meist in Form von Einzelinitiativen. Das Fehlen regionaler Verkaufsstellen
wurde immer wieder als Manko angeführt. Ein Zusammenführen der verschiedenen Aktivitäten in
den Teilregionen von Donau NÖ-Mitte soll nun dem Thema Direktvermarktung regionaler Produkte
direkt ab Hof sowie über ein Netzwerk von Regions-Läden mehr Gewicht und Sichtbarkeit verleihen.
Darüber hinaus sollen neue Initiativen zur Präsentation und Vermarktung der regionalen Produkte
über das Internet veränderten Konsumgewohnheiten Rechnung tragen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 14 / 68
Zudem soll durch ein verstärktes Öffnen der Betriebe („Offene Stalltür“) für die Bevölkerung der
Region wie auch für interessierte Konsumenten ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung für die
Leistungen der landwirtschaftlichen Produktion erbracht werden.

Tourist. Schwerpunkte von Donau NÖ-Mitte entwickeln und vermarkten – Status quo
Die landschaftlichen Qualitäten von Donau NÖ-Mitte in Verbindung mit ihrer Nähe zu den Ballungsräumen der NÖ Zentralregion und zum Großraum Wien machen die Region zu einem attraktiven
Naherholungsgebiet mit großem Potenzial im Ausflugs- und Kurzurlaubstourismus und bei „sanften“
Tourismusangeboten, wie Wandern, Radfahren oder Pilgern. Diese aussichtsreichen TourismusNischen wurden bereits in den vorangegangenen LEADER-Perioden erkannt und entwickelt, wobei
der Schwerpunkt damals in erster Linie bei der Errichtung und Attraktivierung der regionalen
Tourismusinfrastruktur lag. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die in der LEADER-Periode 2007-13
durchgeführte Attraktivierung des regionalen Abschnitts des Jakobswegs, der mit seinen beiden
Ästen nördlich und südlich der Donau durch die gesamte LEADER-Region verläuft und seit jeher als
eine der identitätsstiftenden Gemeinsamkeiten von Donau NÖ-Mitte verstanden wurde und wird.
Bereits in den Vorperioden wurden aber auch Schritte gesetzt, um von der Durchführung punktueller
Aktionen zugunsten einzelner regionaler Ausflugsziele abzugehen und zu durchgängigen, regionalen
Konzepten zu kommen, die als gemeinsamer Rahmen einen Mehrwert für alle eingebundenen
Tourismusangebote der Region schaffen. Ein zentrales Ergebnis dieses regionalen Ansatzes der
Tourismusentwicklung stellt das Konzept „Bewegungsraum Tullner Donauraum“ dar, das in der
LEADER-Periode 2007-2013 entwickelt wurde und eine Gesamtentwicklungsstrategie für die
Tourismusnischen Wandern, Radfahren und regionaler Anziehungspunkte im Tullnerfeld beinhaltet.
Es ist ein wichtiges Anliegen für die neue Programmperiode, das aus der Vorperiode vorliegende
Umsetzungshandbuch zur Umsetzung zu bringen. Dieses umfasst eine abgestimmte Entwicklung des
Rad- und Wander- Wegenetzes in diesem Teil der Region sowie die Errichtung und Attraktivierung
zahlreicher Aussichtspunkte und –Warten unter dem Überbegriff „Balkone ins Tullnerfeld“.
Durch den Zusammenschluss mit der Region Wagram wird es zudem nun möglich werden, die Stadt
Tulln und die nördlich der Donau gelegenen Regionsgebiete direkt in die Konzeptumsetzung
einzubinden und damit die Wirkung der Konzeptumsetzung auf die Gesamtregion weiter zu erhöhen.
Die Bekanntheit der Stadt Tulln als Gartenstadt mit Attraktionen wie der „Garten Tulln“ und zahlreichen größeren und kleineren Gärtnereibetrieben eröffnet in diesem Zusammenhang zusätzliche
Potenziale bei der Ansprache naturbegeisterter, touristischer Zielgruppen.
Die LAG-Gruppe geht ferner davon aus, dass von den Umsetzungserfahrungen im Zusammenhang
mit dem „Tullner Bewegungsraum“ in der neuen LEADER-Periode ein wichtiger Impuls für die
Attraktivierung weiterer regionaler Wander- und Radfahrangebote für Besucher der Region ebenso
wie für die eigene Bevölkerung von Donau NÖ-Mitte ausgehen wird.
Weitere Schwerpunkte der Tourismusentwicklung haben bereits in den letzten Jahren das regionale
Stärkefeld „Wein“ in den Mittelpunkt gestellt. Das Traisental als kleines, feines Weinbaugebiet für
Kenner; die Winzervereinigung „Vinum Circa Montem“ um den Göttweiger Berg im südlichen
Kremstal und der Wagram als Weinregion mit ausgeprägter, eigenständiger Identität entlang der
Donau wurden ebenso wie die Weinbauorte im Tullnerfeld mit regionaler Gastlichkeit rund um den
Wein beworben. Während in der Vergangenheit als Basis dafür die Modernisierung und Diversifizierung von Weinbaubetrieben mit Errichtung/Ausbau zahlreicher Buschenschanken im Rahmen von
LEADER einen wichtigen Stellenwert einnahm (zukünftige Abwicklung über ELER), gilt es nun, die
Vorzüge der Weinbauregionen von Donau NÖ-Mitte verstärkt über hochwertige Dienstleistungen für
die TouristInnen und einheimischen Gäste in die Vermarktung einzubringen.
Eine wichtige Funktion sollen dabei zukünftig Begleitungen und Führungen durch regionale
WeinbegleiterInnen / KellergassenführerInnen bzw. ausgebildete Weinfachleute einnehmen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 15 / 68
Mehrere Qualifizierungskurse zum Thema Wein fanden bereits in der abgelaufenen LEADER-Periode
in allen Teilen der Region statt. Für die neue Periode ist eine Fortführung bzw. Erweiterung der
Ausbildung um naheliegende regionale Themen, wie Fruchtsaft und Obst, geplant, sodass die
ausgebildeten Personen als rundum informierte „BotschafterInnen“ die Genussangebote von Donau
NÖ-Mitte an Touristen sowie interessierte RegionsbewohnerInnen umfassend vermitteln können.
Wie bereits in der Vergangenheit werden die weintouristischen Marketingaktivitäten einen wichtigen
Stellenwert einnehmen, wobei von der Zusammenarbeit in der Gesamtregion Traisental, südl.
Kremstal, Wagram und Tullnerfeld in der weintouristischen Vermarktung eine verstärkte Sichtbarkeit
der Weinregion Donau NÖ-Mitte erwartet werden kann.
Zur regionalen Umsetzung des Genussregionen-Ansatzes wurden in den letzten Jahren mehrere
Aktivitäten gesetzt, beginnend mit der Zertifizierung einer Reihe von Tourismusbetrieben
(Gastronomie, Buschenschanken, Beherbergung) als Qualitätspartnerbetriebe, über die Entwicklung
mehrerer regional-saisonaler Menüs in Kooperation mit der regionalen Gastronomie bis hin zur
Herausgabe eines regionalen Genussführers. Damit wurden in der Vorperiode wichtige Ansätze und
Werkzeuge in der Region verankert, die allerdings teilweise ihre Wirkung noch nicht im gewünschten
Umfang entfalten konnten. Für die neue LEADER-Periode hat sich die LAG-Gruppe das Ziel gesetzt,
fokussiert an der Inwertsetzung der regionalen Kulinarik und an weiteren Zertifizierungen von
Qualitätspartnerbetrieben zu arbeiten, um dadurch ein Komplettangebot für Ausflugstouristen und
Kurzurlauber präsentieren zu können.
Mit der im regionalen Tourismusmarketing ausgesprochenen Einladung an Gäste, die sich wandernd
und radfahrend Zeit nehmen, die Region kennenzulernen, hat bereits in den vergangenen Jahren die
Inwertsetzung der kulturellen Sehenswürdigkeiten und regionalen Traditionen von Donau NÖ-Mitte
einen wichtigen Stellenwert eingenommen. In der abgelaufenen LEADER-Periode haben in diesem
Zusammenhang die Aktivitäten rund um „900 Jahre Herzogenburg“ einen Höhepunkt dargestellt, aus
dem sich Ansatzpunkte für eine weitere Intensivierung der Kooperation in der Teilregion Traisental
im kommenden Aktionsprogramm ergeben.
An die christliche Tradition der Region schließt das Projekt der Wiederbelebung und Inwertsetzung
des Wallfahrtsorts Maria Ellend (bei Kuffern/Paudorf) unter Einbindung weiterer Kultur- und
Genussregion-Projekte im Umkreis des Weltkulturerbes Stift Göttweig an. Das in der Vorperiode
erarbeitete Konzept soll in der kommenden Programmperiode zur Umsetzung kommen.
Zahlreiche Maßnahmen wurden ferner in den abgelaufenen LEADER-Perioden in den verschiedenen
Teilregionen von Donau NÖ-Mitte gesetzt, um die Kultur und Geschichte der Region der eigenen
Bevölkerung und Gästen der Region zugänglich zu machen. Durch die Erweiterung der LAG werden
diese Einzelprojekte der Vergangenheit nun in einen gemeinsamen Rahmen gestellt, der es
ermöglicht, die gesamte geschichtliche Entwicklung von Donau NÖ-Mitte über einen Siedlungszeitraum von 8000 Jahren hinweg an verschiedenen Orten verteilt über die gesamte Region
darzustellen. Die Palette reicht vom Urzeitmuseum Nussdorf über die Spuren der Römerzeit in Tulln
und Zeiselmauer (als Teil eines zukünftigen Donaulimes-Konzepts) und die Thematisierung der
Völkerwanderung am Wagram bis hin zu zeitgeschichtlichen Themen und Persönlichkeiten. Für die
kommende LEADER-Periode ist die Inwertsetzung dieses historischen Erbes ein wichtiges Anliegen.
Abschließend soll ein weiterer geplanter Schwerpunkt der künftigen LEADER-Periode angeführt
werden, bei dem die Region das Thema „Energie“ als eine der Kernkompetenzen an die touristische
Inwertsetzung heranführen will. In diesem Fall kann ebenfalls auf die Aktivitäten vergangener
LEADER-Perioden und auf historische Traditionen der Region zurückgegriffen werden, diese beziehen
sich jedoch nicht auf die touristische Vermarktung des Energie-Themas. Insofern ist hier von der
Neuentwicklung des Themas Energietourismus als Nische in der regionalen Tourismusvermarktung zu
sprechen - eine genauere Beschreibung der geplanten Aktivitäten ist in Punkt 3.1.5 enthalten.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 16 / 68

Regionale Wirtschaft im Dialog mit der Bevölkerung entwickeln – Status quo
Eine prosperierende Wirtschaftsstruktur mit zahlreichen gewerblichen und handwerklichen Kleinund Mittelbetrieben und einer Reihe von innovativen Leitbetrieben an verschiedenen Standorten
stellt das wirtschaftliche Rückgrat und einen der Wachstumsfaktoren von Donau NÖ-Mitte dar. Mit
dem Technopol am Standort Tulln und seinen wissenschaftlichen und industriellen Netzwerken ist
zudem eines der strategischen Forschungszentren des Landes NÖ in der LEADER-Region gelegen.
Zur Unterstützung der regionalen Wirtschaft wurden in den Vorperioden in enger Zusammenarbeit
mit der Wirtschaftskammer NÖ zahlreiche einzelbetriebliche Unternehmensberatungen über LEADER
abgewickelt. Diese Unterstützungsleistungen für die Betriebe in der Region sollen weiterhin über die
WKNÖ fortgeführt werden.
Im Rahmen des Aktionsplans wird der Schwerpunkt stärker auf jene Unterstützungsaktivitäten
gelegt, die Mehrwert durch Unternehmenskooperationen entlang der regionalen Wertschöpfungsketten schaffen. Bereits in der letzten Periode wurde mit der „Meisterstrasse“ eine Kooperation von
Handwerksbetrieben aufgesetzt, die bei den teilnehmenden Betrieben gute Ergebnisse hinsichtlich
Umsatzentwicklung, Sicherung von Arbeitsplätzen und langfristig tragfähiger reg. Unternehmensnetzwerke erbrachte. Auf diesen Erfahrungen aufbauend wird die Anbahnung sektorenübergreifender Unternehmenskooperationen regionaler Betriebe einen wichtigen Platz in den geplanten
Aktivitäten der künftigen LEADER-Periode einnehmen.
Ein weiteres Thema, das die Region bereits seit Jahren zunehmend beschäftigt, ist die Nachfrage der
regionalen Wirtschaft nach Fachkräften bzw. insbesondere nach Lehrlingen. In diesem
Zusammenhang waren mehrere Betriebe der Region in der Vorperiode u.a. an Projekten der
Hauptregion NÖ Mitte beteiligt, die sich die Verbesserung der Kommunikation zwischen
Unternehmen und Jugendlichen zum Ziel gesetzt haben. Dennoch bestehen in der Bevölkerung nach
wie vor zahlreiche Wissenslücken und Unverständnis für die Leistungen und Anforderungen der hier
angesiedelten Unternehmen. Deshalb hat die LAG die Absicht, in der kommenden Programmperiode
einen speziellen Fokus auf bewusstseinsbildende Maßnahmen zu setzen, um einen längerfristigen
Dialog zwischen der regionalen Wirtschaft bzw. den in der erweiterten Region befindlichen
Forschungseinrichtungen und der Regionsbevölkerung in Gang zu setzen. Die Zielsetzungen sind
dabei nicht ausschließlich auf die Beschäftigungsmöglichkeiten in den Unternehmen ausgerichtet,
sondern sollen zu einem gemeinsam erarbeiteten Wandel im regionalen Selbstverständnis von
Donau NÖ-Mitte hin zu einer Technik- und Innovationsregion beitragen.
3.1.2. Grundstrategie bzw. strategische Stoßrichtung in den Aktionsfeldthemen
Mit den drei Themenschwerpunkten im Aktionsfeld „Wertschöpfung“ werden vorrangig die Kernkompetenzen „Alles wächst“ und „Für alle nah“ im Aktionsprogramm von Donau NÖ-Mitte aktiviert.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 17 / 68
Die strategische Ausrichtung der in den Themenschwerpunkten des Aktionsfelds „Wertschöpfung“
geplanten Aktivitäten ist in der nachfolgenden Tabelle gemäß SWOT Strategie, Pkt. 2.4, im Überblick
dargestellt. Detailbeschreibungen der angeführten Einzelprojekte sind in Pkt. 3.1.5, enthalten.
Das Aktionsprogramm der Region Donau NÖ-Mitte im Aktionsfeld Wertschöpfung setzt in seiner
strategischen Stoßrichtung massiv auf den Einsatz der regionalen Stärken zur Nutzung externer
Wertschöpfungspotenziale in der Vermarktung regionaler Produkte und im Ausflugstourismus
(SO-Strategie Intern-Extern).
Durch den Aufbau sektorenübergreifender Unternehmenskooperationen, durch die Verbesserung
des Marktauftritts bei der Vermarktung regionaler Produkte sowie durch die Entwicklung von
Tourismusangeboten in der Nische Energietourismus sollen weitere Stärken aufgebaut werden, um
externe Wertschöpfungspotenziale zu realisieren (WO-Strategie Intern-Extern).
Ein weiteres Ziel der LAG für die kommende Periode ist es, einen Dialog zwischen Wirtschaft /
F&E-Einrichtungen und der Regionsbevölkerung in Gang zu setzen, um die regionsinternen Kräfte für
eine Weiterentwicklung des Selbstverständnisses der Region in Richtung einer Technik- und
Innovationsregion zu bündeln und damit die innerregionalen Zukunftspotenziale zu stärken
(WO-Strategie Intern-Intern).
Um Kaufkraftabflüssen in den Internet-Handel entgegenzuwirken und die Potenziale der Direktvermarktung auch in den neuen Medien zu realisieren, ist geplant, eine Online-Plattform zur
Vermarktung regionaler Produkte zu etablieren (ST-Strategie Intern-Extern).
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 18 / 68
3.1.3. Angestrebte Resultate am Ende der Periode (2023)

AF1/T1: Regionale Lebensmittel nachhaltig und innovativ produzieren – angestr. Resultate
Die Zahl der geschulten ExpertInnen für regionale Produkte, insbesondere Wein und Obstsäfte, hat
sich mehr als verdoppelt. Diese „BegleiterInnen“ vermitteln die landwirtschaftlichen Kompetenzen
von Donau NÖ-Mitte an TouristInnen sowie an die Regionsbevölkerung. Zudem hat Donau NÖ-Mitte
seine landwirtschaftlichen Produktions- und Verarbeitungsbetriebe durch Betriebsführungen
vermehrt interessierten Konsumenten zugänglich gemacht.
Im nachhaltigen Weinbau hat die Region ihren hohen Qualitätsanspruch weiter gestärkt und neue
Qualitätsstandards entwickelt und umgesetzt. Die Region wird ihrer Kernkompetenz „Alles wächst“
gerecht, indem sie mindestens zwei innovative landwirtschaftliche Produkte entwickelt und in das
regionale Angebot aufgenommen hat.
Die Zahl der in der Direktvermarktung aktiven Betriebe hat sich mehr als verdoppelt und das Angebot
regionaler Märkte dadurch in allen Teilregionen wesentlich erweitert. Ebenso sind in allen Teilen der
LEADER-Region Regionsläden etabliert sowie ergänzend dazu ein Webshop für regionale Weine und
landw. Produkte. Die eingebundenen landw. Betriebe erzielen ein Umsatzplus von mind. 10%.
Der Genussregionen-Ansatz wurde in Donau NÖ-Mitte weiterentwickelt. Die Zahl der kooperierenden Unternehmen aus landw. Produktion, Verarbeitung und Gastronomie hat sich um 150% erhöht.

AF1/T2: Tourismusschwerpunkte „Donau NÖ Mitte“ entwick./vermarkten – ang. Resultate
In abgestimmten Aktivitäten mit den Destinationen „Mostviertel“ und „Donau NÖ“ werden die
Tourismusschwerpunkte von Donau NÖ-Mitte, die bereits in der Vorperiode entwickelt wurden,
sowie die in dieser Periode neuentwickelten Tourismusattraktionen im Marktauftritt der Region
gezielt vermarktet.
Donau NÖ-Mitte setzt in allen regional relevanten Tourismussegmenten geschulte BegleiterInnen
(Wein+Fruchtsaft, Pilger, Energie) als VermittlerInnen der tourist. Attraktionen der Region ein und
kann die Zahl der begleiteten Besichtigungen und Events mehr als verdoppeln.
In sämtlichen regionalen Tourismusnischen (Wein, Radeln, Wandern, Kultur) hat sich Donau NÖ
Mitte als Ziel für Ausflüge und Kurzurlaube verstärkt positioniert. Die Nische Energietourismus wird
im Bustourismus erfolgreich angeboten. In diesen Tourismussegmenten wird in Summe eine
Erhöhung der Touristenzahl von mind. 20% erzielt. Die Zahl der Qualitätspartnerbetriebe steigt um
mehr als 150%. Der Umsatz dieser Betriebe kann um 10% erhöht werden.

AF1/T3: Regionale Wirtschaft im Dialog mit der Bevölkerung entwickeln – ang. Resultate
Das Netz an Handwerks- und Gewerbekooperationen wird im Umfang verdreifacht, sodass am Ende
der Programmperiode mindestens fünf Kooperationen mit ca. 150 beteiligten Unternehmen in der
Region aktiv sind.
Mindestens fünf leerstehende Gebäude in Ortszentren der Region werden für Bürogemeinschaften
oder Startups wirtschaftlich genutzt.
Ein Dialog zwischen Unternehmen, in der Region tätigen Forschungseinrichtungen und der
LAG-Bevölkerung wird mit Beteiligung von insges. ca. 80 Unternehmen in Gang gesetzt. Dadurch hat
die Bevölkerung Einblick in die Tätigkeit der lokalen Unternehmen gewonnen sowie die Ausbildungsund Beschäftigungsmöglichkeiten der regionalen Wirtschaft besser kennengelernt. Dadurch wurde
eine Basis für einen Wandel des Selbstverständnisses der Region in Richtung einer „Technik- und
Innovationsregion“ geschaffen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 19 / 68
3.1.4. Erfolgsindikatoren (messbare Indikatoren mit Angabe der Basiswerte und Sollwerte)

#
AF1/T1: Regionale Lebensmittel nachhaltig und innovativ produzieren –Erfolgsindikatoren
Erfolgsindikatoren – AF1/T1
Basiswert 2014
Sollwert 2023
4
Zahl der geschulten ExpertInnen für Wein / reg.
Produkte (Wein, Säfte, Obst)
Nach zertifizierter Methode nachhaltig
bewirtschaftete Weinbaufläche im Traisental
Anzahl innovativer lw. Produkte
Anzahl der teilnehmende Betriebe an Direktvermarktungs- aktivitäten (Regiothek, Ab Hof, etc.)
5
Anzahl Betriebsführungen, „Offene Stalltür“, etc.
0
200
Anzahl d. teiln. Betriebe an Online-Vermarktungsaktivitäten (Weinverkaufs-Webshop, etc.)
Zugriffe auf Web-Plattform
0
20
0
20.000
1
2
3
6
7
8
9
10

Anzahl teilnehm. Betriebe an Kooperationen /
Vernetzung „Genussregion“
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* Regionale lw. Betriebe
* LAG Bevölkerung
* Zielgruppe Vermarktung (Ost-Ö, Nachbarländer)
Geschaffene Arbeitsplätze
Erhaltene Arbeitsplätze
Erfolgsindikatoren – AF1/T2
1
Anzahl RadfahrerInnen
auf regionalen Abrundungsradwegen
2
WandertouristInnen auf regionalen Wander- und
Pilgerwegen
4
5
6
7
8
9
145
Schulungs-Doku
0%
20% = ca. 160 ha
(zu erheben)
0
30
2-3 (LAG-M)
70
Recherche „Gutes vom
Bauernhof“
Erhebung Regiothek,
Gutes vom Bauernhof
20
50
LAG-M
LAG-M
2.000
56.000
1.000.000 (NÖ)
0
ca. 75
3.000
100.000
4.000.000
ca. 10
ca. 75 Erheb.Betriebe
AF1/T2: Tourismusschwerpunkte Donau NÖ-Mitte entwickeln/vermarkten – Indikatoren
#
3
90
LAG-Management
TeilnehmerInnen Tullner Bewegungsraum /
„Erlebnisreiches Tulln“
Anzahl WeintouristInnen
Anzahl Kulturtouristinnen bei bestehenden +
neuen regionalen Zielen / Events
Anzahl Touristische Begleitungen (Wein/Saft,
Kellergassen, Pilger, Energie)
Anzahl tourist. Qualitätspartnerbetriebe
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* TouristInnen in der Region
* Zielgruppe Vermarktung (Ost-Ö, Nachbarländer)
Geschaffene Arbeitsplätze
Erhaltene Arbeitsplätze
Basiswert 2014
Sollwert 2023
100%
130%
Befragung Betriebe
Radfahrerbefrag. NÖ
Befragung Betriebe
Radfahrerbefrag. NÖ
100%
120%
Befragung Betriebe
Destinationsstatistik
zu erheben /
Stadtgem. Tulln
Befragung Betriebe
Destinationsstatistik
100% Befrag.Heurigen
100%
110% Befrag Heurigen.
140%
500.000
zu erheben
Befr.Kultur-Veranst.
500
1200
Schätzung LAG
Befrag. BegleiterInnen
30 (Schätz. LAG-M)
90 (LAG-M)
100%
120%
zu erheben, Destinat.
zu erheben
4.000.000
0
ca. 70
ca. 35
ca. 70 Erheb. Betriebe
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 20 / 68

AF1/T3: Reg. Wirtschaft im Dialog mit der Bevölkerung entwickeln - Erfolgsindikatoren
#
Erfolgsindikatoren – AF1/T3
1
2
3
An Gewerbe-Kooperationen beteil. Unternehmen
Neu im online-Handel aktive Unternehmen
In Dialog einbezog. Unternehmen / F&E Institute
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* reg. Unternehmen
* LAG Bevölkerung
Geschaffene Arbeitsplätze
Erhaltene Arbeitsplätze
4
5
Basiswert 2014
Sollwert 2023
50
0
0
150
15
80
50 bereits involv. U..
56.000
0
ca. 155
320 Erheb. Untern.Koop.
100.000
ca. 100
ca. 175 Erheb.Betriebe
3.1.5. Aktionsplan (Maßnahmen) zur Erreichung der Resultate

AF1/T1: Regionale Lebensmittel nachhaltig und innovativ produzieren – Aktionsplan
AF1/T1/P1
(Aktionsfeld 1 /
Thema 1 /
Projekt 1)
Fortführung bzw. Weiterentwicklung der Ausbildungen
zu Wein und weiteren regionalen Produkten
* In allen Weinbaugebieten der LAG wurden in der Vorperiode Ausbildungen zu „WeinbegleiterInnen“, „KellergassenführerInnen“ sowie „Fachleuten für nat./internat. Weine“ durchgeführt.
* Diese Ausbildungsprogramme werden fortgeführt, Zusatzmodule für weitere regionale Produkte,
wie Säfte, Obst und Gemüse, werden entwickelt und in der gesamten LAG angeboten werden.
* Die geschulten Personen werden anschließend in die regionalen Tourismusangebote, zB für
begleitete Weinführungen und Verkostungen, integriert.
Umsetzung ab: 2016
Projektträger: Weinbegleiter-/Kellergassenführer-Vereine
Folgeprojekt Nachhaltiger Weinbau Traisental
(Internationales LEADER Kooperationsprojekt)
* Aufbauend auf den Grundlagenuntersuchungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit im Weinbau
sollen im Folgeprojekt Pilotflächen nachhaltig bewirtschaftet und ein Standard zur Zertifizierung im
nachhaltigen Weinbau entwickelt werden.
* Internat. Vorreiterprojekt / Zertifizierungsprogramm!
* Anschließende Durchführung von Ausbildung lokaler Weinbetriebe zur Zertifizierung im
Nachhaltigen Weinbau und Etablierung des Standards im lokalen Weinbau.
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Weinbauverband Traisental
AF1/T1/P2
AF1/T1/P3
Entwicklung innovativer landwirtschaftlicher Produkte
Im Bottom-up Prozess wurde eine Reihe von Vorschlägen eingebracht, u.a.:
* Verarbeitung von zuwachsenden Früchten aus Wildsammlung, * Anbau und Veredelung von Safran
/ Lavendel (Sondierung in Vorperiode), * Verwertung von Marillenkernen zur Herstellung von
Marzipan, * Traubenkernverwertung / Herstellung von Traubenkernöl, * Streuobstverwertung (siehe
dazu auch AF2/T2/P3), * Kulturpflanzen zur kaskadischen Nutzung, * Nachhaltige Schweineproduktion
* Mit lokalen Projektträgern sollen mehrere Sondierungen / Pilotaktionen durchgeführt werden, um
2-3 innovative Produkte zur Marktreife zu entwickeln. Ggf. ist die Einbeziehung von Partnern aus den
einschlägigen F&E-Einrichtungen des Technopols Tulln vorgesehen. * In diesem Zusammenhang kann
ggf. die in der Vorperiode geschützte Marke „Aromatal“ aktiviert/in der Vermarktung genutzt werden.
Umsetzung ab: 2015/2016
Projektträger
Weinbauverband, einzelbetriebliche Projektträger
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 21 / 68
AF1/T1/P4
Direktvermarktung regionaler landwirtschaftlicher Produkte
* Verkaufsstellen für regionale Produkte (Regionsläden / Regiotheken) sollen flächendeckend in allen
Teilen der LEADER-Region umgesetzt werden.
* Zur besseren Nutzung der Potenziale in der Direktvermarktung werden von der LAG regionale
Märkte und Markttage in allen Teilen der Region unterstützt. * Im Rahmen von „Wagram isst
regional“ werden fahrende Wochenmärkte an drei Stützpunkten umgesetzt. * Die Bewusstseinsbildung bei den lw. ProduzentInnen für Direktvermarktung ab Hof bzw. über Märkte wird fortgeführt.
* „Schau in die Region / Offene Stalltür“: Ein Konzept für die Öffnung der lw. Produktions- und
Verarbeitungsbetriebe für KonsumentInnen und TouristInnen wird ausgearbeitet und umgesetzt.
* Die Entwicklung und Vermarktung regionaler Marken für den gemeinsamen Marktauftritt von
Donau NÖ-Mitte vorangetrieben (Querschnittsaufgabe zu AF1/T1/P3 und AF1/T1/P4).
Umsetzung ab: 2015/2016
Projektträger
Wirtschaftskooperationen, Kleinregion Wagram, Direktvermarkter-Verbände
AF1/T1/P5
Online-Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Produkte
* Ein Web-Shop für regionale Weine wird umgesetzt.
* Im Rahmen von „Wagram isst regional“ wird ein Angebotskatalog aller regionalen Produkte
entwickelt und für die Direkt- und Online-Vermarktung genutzt.
*Eine „Lebensmittel-Herkunftsplattform“ wird entwickelt und online bzw. über eine Handy-App zur
Information und Vermarktung der regionalen Produkte bereitgestellt.
* Regionale Marken als Querschnittsaufgabe: siehe AF1/T1/P3
Umsetzung ab: 2015/2016
Projektträger
Wirtschaftskooperationen, Kleinregion Wagram, Direktvermarkter-Verbände
AF1/T1/P6
Anbahnung und Umsetzung landwirtschaftlicher Kooperationen
* Die regionale Vernetzung landw. Produzenten / Vermarktung bzw. Lebensmitteleinzelhandel /
Gastronomie zur Weiterentwicklung des Genussregionen-Ansatzes in Donau NÖ-Mitte wird von der
LAG kontinuierlich unterstützt mit dem Ziel, die Zahl der kooperierenden Unternehmen zu steigern
und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen. (Etablierte Genussregionen: Traisentaler Fruchtsäfte,
Wagramer Nuss, Tullnerfelder Kraut, Tullnerfelder Schwein)
Umsetzung ab: 2017
Projektträger
Landw. Kooperationen

AF1/T2: Tourist. Schwerpunkte Donau NÖ-Mitte entwickeln/vermarkten - Aktionsplan
AF1/T2/P1
Tourismus-Marketing allgemein
* Die Tourismus-Marketing Projekte in Kooperation mit „Mostviertel Tourismus“ und „Donau NÖ“
werden weitergeführt und die tourist. Angebote von Donau NÖ-Mitte gemeinsam weiterentwickelt
* Die in der Vorperiode entwickelten Tourismusangebote, u.a. "Urlaub am Bauernhof", "Urlaub am
Winzerhof" werden in den Werbeauftritt von Donau NÖ-Mitte integriert.
* Der in der Vorperiode attraktivierte, regionale Jakobsweg Abschnitt wird in den Werbeauftritt von
Donau NÖ-Mitte integriert.
* Tourist. Leitsystem für das Tullnerfeld wird umgesetzt (Bahnhof Tullnerfeld als Empfangsraum).
* Konzept zur Integration der regionalen Museen in den Werbeauftritt wird entwickelt/umgesetzt.
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Tourismus-Destinationen „Donau NÖ“, „Mostviertel Tourismus“
AF1/T2/P2
Umsetzung „Tullner Bewegungsraum“
* Das in der Vorperiode von der LAG Donauland-Traisental-Tullnerfeld erarbeitete Umsetzungshandbuch „Tullner Bewegungsraum“ wird realisiert (siehe dazu AF1/T2/P3 , AF1/T2/P4)
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 22 / 68
* Die Umsetzung des „Tullner Bewegungsraum“ erfolgt in der erweit. Region Donau NÖ-Mitte unter
Einbindung der tourist. Entwicklungsziele der Region Wagram, insb. der Stadt Tulln (siehe AF1/T2/P5)
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Tourismus-Destination „Donau NÖ“
AF1/T2/P3
Vermarktung Radwege
* Vermarktung der Hauptradwege (Traisental-Radweg, Donau-Radweg) wird im Werbeauftritt von
Donau NÖ-Mitte umgesetzt.
* Die Vermarktung der touristischen Abrundungsradwege in der Region (Fladnitztal-Radwanderweg
St. Pölten – Krems, Schiele-Radweg Tulln, Weinrieden-Radweg Paudorf, Nussdorf, 6 Routen „Radln
am Wagram“) wird im Werbeauftritt von Donau NÖ-Mitte umgesetzt.
* Die Vermarktung des Abrundungsradwegs zur Donau (Tulln – Tulbing –Königstetten - MuckendorfWipfing) zur Verbindung der Naturerholungs- und Freizeitangebote der Region wird im Werbeauftritt
von Donau NÖ-Mitte umgesetzt.
* Als Ergebnis sind alle genannten Radwege beschildert, Rastplätze hergestellt, gastronom. Qualitätsangebote sind vorhanden (siehe dazu AF1/T2/P7). Infomaterial dazu ist produziert und disseminiert.
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Tourismus-Destinationen „Donau NÖ“, „Mostviertel Tourismus“
AF1/T2/P4
Vermarktung Wandern und Pilgern
* Die Vermarktung des Wanderwegenetzes im Tullnerfeld einschließlich „Balkone-Konzept“ zur
Inwertsetzung von Aussichtswarten und Aussichtspunkten wird umgesetzt (siehe auch AF1/T2/P2).
* Weitere Wanderwege in der gesamten LEADER-Region werden attraktiviert und beworben (u.a.
Fragnerweg, Wanderweg Tempelbergwarte – Figl Warte, Wanderweg Burgruine Ried – Klosterruine)
* Eine Aussichtsplattform („Balkon“) am „Parapluiberg“ / Nussdorf an der Traisen wird umgesetzt.
* Verstärkte Vermarktung der „Erlebniswege zum „Mittelpunkt von NÖ“ / Kapelln, sowie zum
Korkenziehers-Wein- & Weitblick / Traismauer / Sitzenberg-Reidling
* Fortführung der Ausbildung zum/zur „PilgerbegleiterIn“
* Weiterentwicklung der regionalen Dienstleistungsangebote am Jakobsweg-Abschnitt
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Tourismus-Destinationen „Donau NÖ“, „Mostviertel Tourismus“
AF1/T2/P5
Vermarktung „Erlebnisreiches Tulln“
* Unterstützung Vermarktung der Gartenfestwochen Tulln
* Unterstützung Vermarktung Skulpturensymposium Tulln
* Einbindung von Tulln in die Umsetzung des „Tullner Bewegungsraums“ (siehe AF1/T2/P2, P3, P4)
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Tourismus-Destination „Donau NÖ“ in Koop. mit Städteverein
AF1/T2/P6
Vermarktung Weintourismus
* Umsetzung von weintouristischen Marketingmaßnahmen und Ausweitung auf Fruchtsäfte / Obst als
„alkoholfreie Alternative“
* Weitere Umsetzung und Auswertung des in der Vorperiode entwickelten weintouristischen
Leitsystems Traisental, bei positiver Rückmeldung Ausweitung in die Gesamtregion der LAG
* Verstärkte Vermarktung von begleiteten Weinführungen durch geschulte WeinbegleiterInnen /
KellergassenführerInnen (siehe dazu AF1/T1/P1) und fachkundigen Weinverkostungen unter
Einbindung der ausgebildeten „Weinfachleute“ (siehe dazu AF1/T1/P1)
* Touristische Etablierung der „Traisentaler Fruchtsaftbegleiter“ (siehe dazu AF1/T1/P1)
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Tourismusdestinationen in Koop. mit regionalen Weinstraßenorganisationen
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 23 / 68
AF1/T2/P7
Inwertsetzung regionaler Gastlichkeit / Kulinarik
* Ausweitung / verstärkte Vermarktung der zertifizierten Qualitätspartnerbetriebe
* Verstärkte Etablierung und Vermarktung der in der Vorperiode entwickelten saisonal-regionalen
Menüs in Kooperation mit der regionalen Gastronomie
* Herausgabe des „Genussführers“ für alle Teilregionen von Donau NÖ-Mitte als Printausgabe
* Bereitstellung des „Genussführers“ als Handy-App
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
Tourismusdestinationen in Koop. mit regionaler Gastronomie / Direktvermarktern
AF1/T2/P8
Inwertsetzung des kulturellen Erbes von Donau NÖ-Mitte
* Verstärkte Inwertsetzung der regionalen Kellergassen (Kellergassen-Konzept, Gründung
Kellergassen-Vereine und Renovierungen erfolgten in der Vorperiode)
* Wiederbelebung von Maria Ellend (inkl. Skulpturenweg Paudorf) und Etablierung als Ausflugsziel
* Umsetzung von Folgeaktivitäten zu „900 Jahre Herzogenburg (2012)“
* Vermarktung reg. Museen, zB Urzeit-Museum Nussdorf, Reither-, Figl-Museum (siehe AF1/T2/P1)
* Inwertsetzung der Geburtsorte „großer Töchter und Söhne“ aller Teilregionen von Donau NÖ-Mitte
* Adaptierung Schiele-Geburtshaus Tulln für Jugendliche
* Unterstützung für Relaunch Römermuseum / Römerpfad Tulln sowie Vermarktung Römermuseum
Traismauer, beides im Hinblick auf geplantes Kooperationsprojekt „Donaulimes“ (siehe AF2/T3/P4)
Umsetzung ab: 2017
Projektträger
Tourismusdestinationen in Koop. mit regionalen Museumsträgern
AF1/T2/P9
Entwicklung Energietourismus
* Entwicklung und Vermarktung von Angeboten in der Nische „Energietourismus“ zur Inwertsetzung
der regionalen Kernkompetenz „Energie“
* Entwicklung und Vermarktung von Angebotspackages für Bustourismus unter Einbindung der
geschulten „EnergiebegleiterInnen“ (siehe dazu AF2/T1/P1)
* Entwicklung und Umsetzung von Themen-Veranstaltungen für touristische Zielgruppen
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
Tourismusdestinationen in Koop. mit EnergiebegleiterInnen

AF1/T3: Regionale Wirtschaft im Dialog mit der Bevölkerung entwickeln - Aktionsplan
AF1/T3/P1
Anbahnung / Umsetzung von sektorenübergreifenden Unternehmenskooperationen
* Entwicklung und Umsetzungsbegleitung von Handwerkskooperationen entlang der regionalen
Wertschöpfungsketten (auf Basis der Projekterfahrungen mit der „Meisterstraße“ in der Vorperiode)
* Entwicklung / Umsetzungsbegleit. von Handwerkskooperationen als LEADER-Kooperationsprojekt
* Entwicklung von Qualitätskriterien & -Kennzeichnungssystemen (z.B. Goldener Schneebesen)
* Entwicklung und Umsetzungsbegleitung neuer Nutzungskonzepte für alte, leerstehende Gebäude in
Ortszentren, z.B. als Bürogemeinschaften für KMU, Startups
* Entwicklung / Umsetzungsbegleitung von Kooperationen regionaler Lieferanten zur Revitalisierung
von lokalen Kleinbetrieben (Fleischer, Gasthof, ..)
* Konzeptentwicklung und Beratung für gemeinsame Vermarktung von Kunsthandwerk regionaler
HandwerkerInnen/HeimwerkerInnen/Kreativer
* Unterstützung innerstädtische Wirtschaft Tulln
Umsetzung ab: 2015/2016
Projektträger
Regionale Wirtschaftskooperationen in Zusammenarbeit mit Gemeinden
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 24 / 68
AF1/T3/P2
Entwicklung von Donau NÖ-Mitte zur Online-Handelsregion
* Analyse der Potenziale für Online-Handel mit Produkten der reg. Wirtschaft (siehe auch AF1/T1/P5)
* Bewusstseinsbildung bei den regionalen Unternehmen
* Qualifizierungsmaßnahmen zum Aufbau von Online-Handelskompetenz in den regionalen Betrieben
Umsetzung ab: 2017
Projektträger
LAG
AF1/T3/P3
Dialog regionale Wirtschaft / F&E / Bevölkerung
* Bewusstseinsbildungs- und Vernetzungsmaßnahmen als Impuls für einen Dialog zwischen den
regionalen Unternehmen, F&E-Einrichtungen und der LAG-Bevölkerung mit dem Ziel, die technologischen Potenziale der Region für innovative Betriebe bekannt zu machen und eine Weiterentwicklung des regionalen Selbstverständnisses der Region als "Technik- und Innovationsregion"
anzuregen. Umsetzung prozessorientiert in Abstimmung mit den involvierten AkteurInnengruppen
Umsetzung ab: 2015/2016
Projektträger
LAG
3.1.6. Beschreibung von Kooperationsaktivitäten
AF1/T1: Im Bereich der nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion ist das internationale LEADERKooperationsprojekt „Nachhaltiger Weinbau Traisental“ geplant. Aufbauend auf den Ergebnissen aus
einem Vorprojekt der Periode 2007-2013 wird ein international einmaliges Zertifizierungsprogramm
für nachhaltigen Weinbau entwickelt und auf Pilot-Weinbauflächen im Traisental umgesetzt werden.
Bei der Entwicklung innovativer landw. Produkte werden wesentliche Impulse durch den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit der einbezogenen landwirtschaftlichen Betriebe sowie ggf.
weiterer PartnerInnen aus den regionalen F&E-Institutionen gesetzt.
Die regionale Vernetzung und Kooperation zwischen landw. Produzenten / Vermarktung und den
Abnehmern der Produkte aus Lebensmitteleinzelhandel / Gastronomie zur Weiterentwicklung des
Genussregionen-Ansatzes in Donau NÖ-Mitte stellt einen weiteren Aktionsschwerpunkt dar.
AF1/T2: Die wichtigsten Kooperationspartner der LAG im Bereich des regionalen Tourismus sind die
Destinationen „Mostviertel Tourismus“ und „Donau NÖ“. Hier stellt die gemeinsame Weiterentwicklung der Angebotspackages von Donau NÖ-Mitte sowie die Bewerbung der in der Vorperiode
und in der Periode 2014-2023 entwickelten Tourismusangebote im Mittelpunkt.
AF1/T3: Die Anbahnung und Umsetzungsbegleitung von Unternehmenskooperationen im
Regionsgebiet wird von der LAG als zentrale Aufgabe für die Ausschöpfung aller regionalen
wirtschaftlichen Potenziale verstanden. Es sind ferner Kooperationsaktivitäten mit anderen LEADERRegionen geplant, um die Etablierung Regionen übergreifender Wertschöpfungsketten zu initiieren.
Ein weiteres, Langfristziel hat sich Donau NÖ-Mitte mit der Initiierung eines regionalen Dialogs aller
wirtschaftlich relevanten Akteure gesetzt. Hiermit sollen langfristige Vernetzungs- und
Kooperationsbeziehungen zwischen den regionalen Unternehmen, den in der Region angesiedelten
F&E-Einrichtungen und der Regions-Bevölkerung angestoßen werden. Das Ziel dieser Kooperation ist
es, gemeinsam mit allen Akteuren der Region einen langfristigen Wandel im Selbstverständnis der
Region in Richtung einer „Technik- und Innovationsregion“ in Gang zu setzen.
3.1.7. Zusammenfassende Darstellung in der Wirkungsmatrix gemäß Vorlage
In Übereinstimmung mit der Anfragenbeantwortung des BMLFUW (Weiterleitung per Mail von
DI. Eichinger-Kollermann vom 6.10.2014) wird an dieser Stelle auf die zusammenfassende
Darstellung in der Wirkungsmatrix, Anlage 4, verwiesen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 25 / 68
3.2. Aktionsfeld 2: Natürliche Ressourcen und kulturelles Erbe
3.2.1. Auswahl der Aktionsfeldthemen/Beschreibung der Ausgangslage (Status quo)
Im Aktionsfeld „Natürliche Ressourcen/Kulturelles Erbe“ wurden im Rahmen des strat. Beteiligungsprozesses der LEADER-Region Donau NÖ-Mitte folgende drei Aktionsfeldthemen definiert:
 Regionale Energieressourcen nachhaltig nutzen
 Naturraum gemeinsam erhalten
 Regionale Kultur und Geschichte sichtbar machen
Alle drei Themen behandeln Schwerpunkte, bei denen die LAG in der neuen Programmperiode auf
den Aktivitäten und Ergebnissen der vorangegangenen LEADER-Perioden aufbauen kann.

Regionale Energieressourcen nachhaltig nutzen – Status quo
Es ist ein österreichweit einzigartiges Alleinstellungsmerkmal, dass in der Region Donau NÖ-Mitte
sämtliche Energieressourcen sowie Energieerzeugungsanlagen in der Region vorhanden sind sowie
die Entwicklungsgeschichte aller Formen der Energieerzeugung regional anschaulich nachvollziehbar
ist (z.B. 600 Jahre Wasserkraft). Dementsprechend wurde seit dem Beginn der Programmaktivitäten
dem Thema Energie großes Gewicht beigemessen. Mit starker Unterstützung seitens des jeweils
involvierten LAG-Managements der vergangenen Programmperiode konnten in der LEADER-Periode
2007-2013 drei Klima- und Energie-Modellregionen in Donau NÖ-Mitte etabliert werden, die nun in
Umsetzung sind: KEM „Alternatives Zwentendorf - Tullnerfeld West“, KEM „Energiezukunft Wagram“
und KEM „Wasserkraft unteres Traisental“. Mit der Etablierung dieser KEMs konnte die
Umsetzungsstärke für die gesamte Energiethematik in der LEADER-Region deutlich erhöht werden.
Zugleich hat sich auch die Aufgabenstellung für die LAG im Zusammenspiel mit diesen in Teilen der
Region tätigen Energieinitiativen sowie weiteren fachlich zuständigen Programmen und Agenturen
auf Landes- und Bundesebene gewandelt, da viele regionale Projekte nun unter einer anderen
Trägerschaft umgesetzt werden können. Während die KEMs ihre Aktivitäten jedoch immer nur lokal
in der jeweiligen KEM Region umsetzen, spricht die LAG die gesamte Region Donau NÖ-Mitte an und
kann so die flächen- deckende Umsetzung aller Energie-Maßnahmen koordinieren. Eine wichtige
Aufgabe der LAG für die kommende LEADER-Periode wird es sein, durch regionsweite
Bewusstseinsbildung und Schulungen verschiedener regionaler Zielgruppen in der gesamten LEADERRegion wichtige Impulse für die nachhaltige Energienutzung zu setzen und so die Energie-Kompetenz
der Gesamtregion auf allen gesellschaftlichen Ebenen zur praktischen Umsetzung zu bringen.
Als Referenz für die Regionalentwicklung im Energiebereich wird dabei weiterhin das regionale
Energiekonzept dienen, das in der Vorperiode bereits unter Einbeziehung eines regelmäßigen
Monitoring erarbeitet wurde. Hier soll „zur Halbzeit bis 2020“ eine Evaluierung des Zielerreichungsgrades und Fortschreibung des regionalen Energiekonzepts erfolgen, um die vorgesehenen
Maßnahmen für die kommenden Jahre nachzuschärfen.
Bei einer Reihe von regionsrelevanten Themen, die in der Umsetzung bei den KEMs und weiteren
regionalen und überregionalen Institutionen angesiedelt sind, beabsichtigt die LAG, die Rolle des
Impulsgebers und Thementreibers zu übernehmen, um den Anliegen der Regionsbevölkerung
entsprechenden Nachdruck zu verleihen, wie z.B. bei diversen im Strategieprozess eingebrachten
Projektansätze im Bereich der E-Mobilität. Hier bietet sich die LAG als Struktur für die Umsetzung von
regionalen Pilotprojekten an.
Ein weiterer neuer Ansatz, der aus der Kombination der Kernkompetenzen von Donau NÖ-Mitte
heraus entwickelt wurde, schließt am erfolgreichen Aufbau von Kapazitäten zur Präsentation der
regionalen Schwerpunktthemen in den entsprechenden Tourismusnischen an. Die Erfahrungen, die
in der Vorperiode mit der Schulung von regionalen ExpertInnen für die Tourismusthemen Wein bzw.
Pilgern gemacht wurden, sollen nun genutzt werden, um mit speziellen „EnergiebegleiterInnen“ eine
neue, regionsspezifische Tourismusnische aufzubauen (siehe A1/T2/P7, Aktionsfeld Wertschöpfung).
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 26 / 68

Naturraum gemeinsam erhalten – Status quo
Die Erhaltung einer vielfältigen Natur-und Kulturlandschaft in der Region Donau NÖ-Mitte war seit
jeher ein tief in der Bevölkerung verankertes Anliegen. Am Wagram, der mit seinen fruchtbaren
Lößböden das Tullnerfeld nördlich der Donau einrahmt, wurde mit „Wagram pur“ bereits vor Jahren
ein weit über die Region hinaus wirkendes Vorzeigeprojekt ins Leben gerufen, dessen Bemühungen
zur Schaffung und Erhaltung von intakten Naturräumen und Artenvielfalt weit über die Region hinaus
viel Beachtung gefunden haben. Weitere Initiativen, wie z.B. „FUER Königstetten“, engagieren sich in
allen Teilen der LEADER-Region und geben wichtige Impulse für den Naturschutz in Donau NÖ-Mitte.
Ausgehend von den Erfahrungen der regionalen Projektträger bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen sowie in der Vermittlung der Naturschutzthematik an die Bevölkerung soll in der
kommenden Periode das Projekt „Natur und wir“ als Leitprojekt mit einer Vielfalt an Informationsund Bewusstseinsbildungsmaßnahmen in allen Teilen von Donau NÖ-Mitte umgesetzt werden.
Im besten Sinne des „Voneinander Lernens“ sollen auch die Ergebnisse weiterer erfolgreicher
Projekte aus allen Teilregionen in der neuen Programmperiode fortgeführt und nach Möglichkeit in
der LEADER-Region ausgeweitet werden. So wurde in der abgelaufenen LEADER-Periode im Rahmen
des Projekts „Kompost.tut.gut“ in der LEADER-Teilregion Donauland-Traisental-Tullnerfeld
gemeinsam mit ARGE Kompost & Biogas NÖ und mehreren Umweltverbänden der Region das
Bewusstsein für die Sammlung und Kompostierung von Bioabfällen gestärkt und die Bedeutung von
Kompost für eine kleinräumige Kreislaufwirtschaft thematisiert. Auch bei diesem Projekt werden für
die kommende Programmperiode eine Fortführung im Rahmen eines internationalen Kooperationsprojekts und die Implementierung der bereits vorliegenden Ergebnisse angestrebt.
Darüber hinaus soll eine Reihe kleinerer, aber nicht weniger wichtiger Initiativen den Boden für ein
lebendiges Naturschutz-Bewusstsein der Regionsbevölkerung bereiten und verstärktes regionales
Engagement für den Erhalt eines intakten Ökosystems in der Region anregen. Es konnten mehrere
Projektansätze aus der LAG-Bevölkerung, z.B. Aktivitäten zur Erhaltung und Nutzung von Streuobstwiesen oder die Umsetzung eines Obsterlebnisgartens zur Präsentation alter Kultivierungsformen ins
Aktionsprogramm für die neue Periode aufgenommen werden.

Regionale Kultur und Geschichte sichtbar machen – Status quo
Lokale und regionale Traditionen und Kulturdenkmäler wurden bereits bisher von allen Gemeinden
der LAG gepflegt. Sie werden als wichtiges Element der regionalen Identität verstanden, das weit
über das Ziel der Inwertsetzung des kulturellen Erbes im Rahmen von kulturtouristischen Aktivitäten
(siehe Pkt. 3.1.5, Projekt A1/T2/P8) hinausgeht. Die Erweiterung der LEADER-Region wird deshalb
zum willkommenen Anlass genommen, um die bisher wenig koordinierten Bestrebungen einzelner
Akteure und Gemeinden zum Erhalt des regionalen Kulturguts auf eine neue gemeinsame Plattform
zu stellen, die Vernetzung bestehender Kulturplattformen der LAG-Gemeinden zu initiieren und alle
weiteren Gemeinden einzuladen, sich dieser Plattform anzuschließen.
Mit dem Stift Göttweig ist in Donau NÖ-Mitte ein kulturelles und spirituelles Zentrum gelegen, das
als Weltkulturerbe nicht nur weit über die Region hinaus bekannt ist, sondern seit jeher auch eine
starke Ausstrahlungskraft auf sein Umland ausübt. Die Kooperation mit der LAG im kulturellen
Bereich soll in der kommenden Periode im engen Dialog mit dem Stift fortgeführt werden.
Darüber hinaus konnte in den letzten Jahren eine Reihe von kulturhistorischen Projekten, zum Teil
verbunden mit geplanten Installationen und Demonstrationsobjekten, angebahnt und in die
Konzeptphase gebracht werden. Ziel der kommenden Programmperiode wird es sein, durch die
Unterstützung von Studien und mittels Förderberatung eine Initialzündung zu bewirken, um diverse
kulturhistorische Projekte zur Umsetzung zu bringen und so 8000 Jahren Siedlungsgeschichte der
Region Donau NÖ-Mitte mehr Sichtbarkeit zu verleihen (u.a. durch Anbahnung einer überregionalen
Initiative „Donaulimes“), damit dieses kulturelle Erbe identitätsstiftend im Bewusstsein der
Regionsbevölkerung verankert wird.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 27 / 68
3.2.2. Grundstrategie bzw. strategische Stoßrichtung in den Aktionsfeldthemen
Im geplanten Aktionsprogramm von Donau NÖ-Mitte zum Aktionsfeld „Natürliche Ressourcen /
Kulturelles Erbe“ wird auf alle drei Kernkompetenzen von Donau NÖ-Mitte Bezug genommen.
Die strategische Ausrichtung der in den Themenschwerpunkten des Aktionsfelds „Natürliche
Ressourcen / Kulturelles Erbe“ geplanten Aktivitäten ist in der nachfolgenden Tabelle gemäß SWOT
Strategie, Pkt. 2.4, im Überblick dargestellt. Detailbeschreibungen der angeführten Einzelprojekte
sind in Pkt. 3.2.5 enthalten.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 28 / 68
Das Aktionsprogramm der LEADER-Region im Aktionsfeld „Natürliche Ressourcen / Kulturelles Erbe“
ist vorrangig auf die Entwicklung der regionseigenen Potenziale sowie auf ein gemeinsames
Verständnis der Region Donau NÖ-Mitte als wertvollen und schützenswerten Natur- und Kulturraum
ausgerichtet.
Die geplanten Aktivitäten zur nachhaltigen Nutzung von Energieressourcen sollen die regionsinternen Potenziale für umweltgerechtes Verhalten bei der Bevölkerung und den Unternehmen der
Region freisetzen (SO Strategie Intern-Intern) und damit auch einen Beitrag zu nationalen und
europäischen Energie- und Klimaschutzstrategien leisten (ST Strategie Intern-Extern).
Das vornehmliche Ziel bei der geplanten Unterstützung von Naturschutz-Leitprojekten in der Region
besteht darin, das Bewusstsein der RegionsbewohnerInnen für die Wichtigkeit intakter Natur- und
Kulturlandschaften zu stärken und dadurch die natürlichen Lebensgrundlagen der Region Donau NÖMitte für die Zukunft zu erhalten (WO / ST Strategie Intern-Intern).
Durch die Vernetzung der innerregionalen Kulturarbeit sowie durch die Unterstützung verschiedener
kulturhistorischer Projekte in allen Teilen von Donau NÖ-Mitte soll das Bewusstsein für die gemeinsame geschichtliche Identität (WO Strategie Intern-Intern) und die Einbindung in überregionale
historische Zusammenhänge (WO Strategie Intern-Extern) bei der Bevölkerung gestärkt werden.
3.2.3. Angestrebte Resultate am Ende der Periode (2023)

AF2 / T1: Regionale Energieressourcen nachhaltig nutzen – Angestrebte Resultate
Mind. 50 EnergieexpertInnen aus der LAG-Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft sind
hinsichtlich der Energie-Kernkompetenzen der Region geschult. Sie vermitteln ihr Energie-Wissen
innerhalb der regionalen Unternehmen bzw. an die BewohnerInnen und TouristInnen (siehe AF1/T2)
und treiben die Umsetzung der regionalen bzw. betrieblichen Energieziele voran.
Als Ergebnis einer Reihe von Bewusstseinsbildungsmaßnahmen und Veranstaltungen zu Energiethemen sind verschiedene, regionale Bevölkerungsgruppen , insbesondere Frauen, Landwirte,
VertreterInnen lokaler Vereine und zivilgesellschaftlicher Institutionen sowie MitarbeiterInnen der
regionalen Wirtschaft über Maßnahmen zum nachhaltigen Einsatz von Energieressourcen informiert.
Sie haben ihr Verhalten in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen entsprechend angepasst, tragen
damit zur Erfüllung der regionalen Energieziele bei und wirken zudem als MultiplikatorInnen für
nachhaltige Energienutzung in ihrem persönlichen Umfeld.
Basierend auf der Erfolgskontrolle und Fortschreibung des bestehenden regionalen Energiekonzepts
und der Umsetzung der darin vorgesehenen Maßnahmen erreicht die Region Donau NÖ-Mitte den
angestrebten Energie-Eigenversorgungsgrad lt. den Zielen des Energiekonzepts bis 2020.
Alle LAG-Gemeinden haben sich an Maßnahmen zur Einführung von e-Tankstellen mit regenerativer
Energiegewinnung (PV) beteiligt und im eigenen Gemeindegebiet eine oder mehrere derartige
Tankstellen errichtet.
Das bereits in der Vorperiode entwickelte e-carsharing Leitprojekt „e-move“ (Herzogenburg) ist von
mindestens fünf weiteren LAG-Gemeinden übernommen und implementiert worden.
Das Konzept einer „Mobilen e-Tankstelle“ für Heurigenregionen wurde im Pilotversuch erprobt, die
Ergebnisse des Projekts liegen für die Übernahme in andere Teile der LEADER-Region bzw. andere
Regionen vor.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 29 / 68

AF2/T2: Naturraum gemeinsam erhalten – Angestrebte Resultate
Mit Unterstützung durch die LAG haben Naturschutzinitiativen am Wagram und in allen anderen
Teilen von Donau NÖ-Mitte entsprechend den Projektzielen unter „Natur und Wir“ mit ihren
Naturschutzprojekten die Artenvielfalt der Region erfolgreich geschützt und wiederbelebt. Die
Bevölkerung aus allen Teilen der LEADER-Region, insbesondere Kinder und Jugendliche, sind durch
Informationsveranstaltungen und Sensibilisierungsmaßnahmen an die Thematik der Erhaltung
intakter Naturräume herangeführt worden und haben Wissen und Bereitschaft zum Erhalt ihrer
natürlichen Umwelt erlangt. Interessierte BewohnerInnen und BesucherInnen von Donau NÖ-Mitte
wurden über Flora und Fauna der Region informiert und haben dadurch Wissen über die
naturräumlichen Zusammenhänge gewonnen.
Im Rahmen des internationalen LEADER-Kooperationsprojekts „Kompost.tut.gut“ sowie des
Pilotprojekts BioChar haben die beteiligten Akteure der Region im Erfahrungsaustausch mit anderen
Regionen Wissen über kleinräumige Kreislaufwirtschaft, Kompostierungsmethoden und die dafür
erforderlichen Anlagen erarbeitet. Die Projektergebnisse wurden an Betriebe in der gesamten Region
weitergegeben und diese Betriebe zu weiteren Umsetzungs- und Fördermöglichkeiten beraten.
Durch die Ausarbeitung und Verteilung einer Broschüre über die Erhaltung und Nutzung von
Streuobstbeständen ist die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Erhaltung von Streuobstwiesen
gestiegen und die regionalen Streuobstbestände werden in allen Teilen von Donau NÖ-Mitte
erhalten und nachhaltig genutzt. Im frei zugänglichen Obsterlebnisgarten haben sich BewohnerInnen
und BesucherInnen der Region, insbesondere Kinder und Schulklassen, über alte Obstsorten und
Kultivierungsformen informiert. Dieses Wissen wird im privaten Bereich weitergegeben und genutzt.
Die Projektträger mehrerer Naturerhaltungsvorhaben wurden bei der Konzeptentwicklung
unterstützt und hinsichtlich Fördermöglichkeiten für die Umsetzung ihrer Projekte beraten.

AF2/T3: Regionale Kultur und Geschichte sichtbar machen – Angestrebte Resultate
Die Kulturplattform Donau NÖ-Mitte führt regelmäßige Abstimmungstreffen der bei Kulturprojekten
aktiven Gemeinden durch und involviert projektbezogen weitere Gemeinden der LEADER-Region.
Eine Brauchtumserhebung für die Region Wagram wurde durchgeführt und anschließend auf alle
anderen Teilregionen der LAG ausgeweitet. Die Ergebnisse liegen für die Gesamtregion Donau NÖMitte zur weiteren Anwendung in kultur- und brauchtumsbezogenen Aktivitäten vor. Kulturvereine
aller Teilregionen wurden anlassbezogen bezüglich der Projektentwicklung und Fördermöglichkeiten
solcher Projekte beraten.
Unter Einbeziehung bereits vorliegender Museumsstudien aus der Vorperiode und des geplanten
touristischen Museumskonzepts (siehe AF1/T2/P1) wurde eine Machbarkeitsstudie für das
Bezirksmuseum Tulln erstellt. Bei positiver Projektevaluierung liegt ein Museumskonzept zur
Umsetzung durch den Museumsverein vor.
Eine Vorstudie für ein internationales Kooperationsprojekt „Donaulimes“ liegt vor. Das
Projektkonzept mit Einbindung österreichischer sowie internationaler LEADER-Partner ist
ausgearbeitet und wurde/wird zur Förderung eingereicht (nach Maßgabe verfügbarer
Einreichmöglichkeiten).
Im Perschlingtal ist eine mittelalterliche Holz-Erde-Burg mit wissenschaftlicher Anleitung unter
Mitwirkung von Freiwilligen und mit Unterstützung der LAG errichtet worden. Es liegt ein
Förderkonzept für die weitere Inwertsetzung (im Rahmen von AF1/T2) vor.
In Sieghartskirchen wurden die Reste der Burg Ried archäologisch gesichert.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 30 / 68
3.2.4. Erfolgsindikatoren (messbare Indikatoren mit Angabe der Basiswerte und Sollwerte)

AF2 / T1: Regionale Energieressourcen nachhaltig nutzen - Erfolgsindikatoren
#
Erfolgsindikatoren – AF2/T1
1
Zahl der regionalen Veranstaltungen zu
Energiethemen / Zahl der TeilnehmerInnen
2
Zahl der ausgebildeten EnergiebegleiterInnen
5
Zahl der durchgeführten Energieausbildungen für
Unternehmen
Zwischenbericht zum reg. Energiekonzept
umgesetzt, Ziel Energie-Eigenversorgungsgrad lt.
reg. Energiekonzept erreicht
Teiln. Betriebe Pilotprojekt „mobile e-Tankstelle“
6
Anzahl LAG-Gemeinden mit e-carsharing
3
4
Basiswert
2014
ca. 16 / 320
Sollwert
2023
ca. 32 / 750
LAG-Mgt., KEM-Mgmt.
LAG-Mgt., KEM-Mgt.
0
10
LAG-M
14
Min. 40
LAG-M
LAG-M
Lt. reg.
Energiekonzept
Lt. Fortschreibung
reg. Energiekonzept
0
min. 8
LAG-M
1
5
LAG-M
7
Angesprochene reg. Akteure:
* Regionale Vereine
* LAG-BewohnerInnen
8
Erhaltene Arbeitsplätze

Erfolgsindikatoren – AF2/T2
1
Zahl der Veranstaltungen zu Naturschutzthemen /
Zahl der TeilnehmerInnen
3
4
1.200
100.000
ca. 20
(Basis 5/2015)
Befragung Betriebe
AF2 / T2: Naturraum gemeinsam erhalten - Erfolgsindikatoren
#
2
800
56.000
0
Basiswert
2014
ca. 40 / 2270
Sollwert
2023
ca. 48 / 4000
KR Wagram,
LAG-M
Veranstaltungsdoku,
LAG-M
In Ergebnisdisseminierung des internat. LEADERKoop.-Projekts „Kompost.tut.gut“ einbezogene
Betriebe
Anzahl disseminierter Informationsbroschüren
„Wagram pur“
Zahl BesucherInnen Obsterlebnisgarten
BioChar Pilotprojekt: Anzahl involv. Betriebe
0
60
Konzept- und Förderberatungen Projekte
Naturraumerhaltung
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* Kompost produzierende Unternehmen
* TeilnehmerInnen Naturschutz/Obsterlebnis
(davon ca. 2/3 Kinder/Jugendliche)
* BesitzerInnen Streuobstbestände
* LAG-BewohnerInnen
Geschaffene Arbeitsplätze
Erhaltene Arbeitsplätze
2
5
LAG-M
LAG-M
0
2270 (KR Wagram)
60 (Projekt-Doku)
9000 (Veranstalter)
0
56.000
0
20
1000 (Schätz. LAG)
100.000
ca. 3
ca. 20
LAG-M
0
2000
Lag-M
0
0
5000
5
Projekt-Doku
5
7
8
Befragung Betriebe
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 31 / 68

#
AF2 / T3: Regionale Kultur und Geschichte sichtbar machen – Erfolgsindikatoren
Erfolgsindikatoren – AF2/T3
Anzahl der vernetzten Gemeinden der
Kulturplattform
Erhebung Brauchtum LAG-Teilregionen
1
Basiswert
0
Sollwert
20
LAG-M
LAG-M
0
2
4
Doku Brauchtum
LAG-M
3
4
5
6
Museumskonzept Tulln
Vorstudie / Kooperationsprojekt Donaulimes
Demo-Bau mittelalterliche Burg
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* LAG-BewohnerInnen
7
Erhaltene Arbeitsplätze
0
0
0
1 (LAG-M)
1 (LAG-M)
1
56.000
100.000
ca. 3
0
Befragung Projektträger
3.2.5. Aktionsplan (Maßnahmen) zur Erreichung der Resultate

AF2/T1: Regionale Energieressourcen nachhaltig nutzen – Aktionsplan
AF2/T1/P1
Energieausbildungen
Geplante
Aktivitäten
* Eine Schulungsmaßnahme für „EnergiebegleiterInnen“ wird als Upgrade für
regionale Energie-ExpertInnen konzipiert und durchgeführt.
* Fortführung der Ausbildungen im Energiebereich für Betriebe
in Abstimmung mit Ausbildungsangeboten anderer regionaler Einrichtungen
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
LAG, tlw. in Kooperation mit regionalen Energie-Institutionen
AF2/T1/P2
Fortschreibung regionales Energiekonzept
Geplante
Aktivitäten
* Fortführung der lfd. Erfolgskontrolle des regionalen Energiekonzepts sowie
Maßnahmenüberprüfung und –anpassung zur „Halbzeit bis 2020“
* Vorschläge für Maßnahmenanpassungen zur Zielerreichung 2020 werden
umgesetzt
Umsetzung ab: 2016 bzw. 2018
Projektträger
LAG
AF2/T1/P3
Bewusstseinsbildung zu regional relevanten Energiethemen
Geplante
Aktivitäten
Infoveranstaltungen / Workshops, z.B.
* zur Ökologisierung von Vereinsgebäuden
* zu Diversitätsaspekten der nachhalt. Energienutzung
* zu nachhaltige Energienutzung in der Landwirtschaft, u.a.
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
LAG, in Abstimmung mit regionalen Institutionen (zB LFS, KEMs)
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 32 / 68
Kooperation mit KEMs in der LEADER-Region
und weiteren regionalen / überregionalen Energie-Initiativen
Geplante
* Mind. 15 gemeinsame Veranstaltungen mit den regionalen KEMs konzipiert,
Aktivitäten
beworben und durchgeführt.
* Voraussichtlich 2-4 gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Energie-Initiativen
werden anlassbezogen durchgeführt.
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
LAG in Kooperation mit regionalen KEMs
AF2/T1/P4
AF2/T1/P5
Förderberatung / Unterstützung für e-Mobility Projekte
Geplante
Aktivitäten
* Pilotprojekt Mobile e-Tankstelle für Heurige/Kellergassen wird durchgeführt und
ein Umsetzungshandbuch für Roll-out erstellt.
* Ein Konzept für e-scooter Verleih wird erstellt, Info auf Homepage abrufbar.
* E-carsharing Leitprojekt Herzogenburg wird ausgerollt auf LAG-Gemeinden.
* Eine Studie „PV für e-Tankstellennetz“ wird erstellt / Umsetzung durch KEM
* E-Tankstelle bei Wohnmobilabstellplatz – Förderberatung für Gemeinde
Herzogenburg wird durchgeführt.
Die investive Umsetzung erfolgt im Rahmen verfügbarer, einschlägiger
Förderprogramme.
Umsetzung ab: 2015/2016
Projektträger
LAG in Kooperation mit regionalen Betrieben und Gemeinden

AF2/T2: Naturraum gemeinsam erhalten – Aktionsplan
AF2/T2/P1
„Natur und wir“
Geplante
Aktivitäten
* Unterstützung von Projekten zum Schutz der Kulturlandschaft, Schaffung und
Wiederbelebung von Naturräumen, u.a. für Niederwild und Bodenbrüter (Wagram),
Wildblumen und Bienen (FUER Königstetten), und weitere lokale Initiativen in allen
Teilregionen
* Publikation zu Fauna / Flora am Wagram im Rahmen von „Wagram Pur“
* Umsetzung von Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen sowie Freizeitangeboten, insb. für Kinder/Jugendliche/Familien in der gesamten LEADER-Region.
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Kleinregion Wagram und lokale Naturschutzvereine, zB Verein FUER Königstetten
AF2/T2/P2
Pilotprojekte Kompost / lw. Kreislaufwirtschaft
Geplante
Aktivitäten
*Kompost.tut.gut: Internationales LEADER-Projekt zur Implementierung der
Ergebnisse aus Vorprojekt wird eingereicht und implementiert. Ziel:
Erfahrungsaustausch zwischen den Partnerregionen hinsichtlich Kompostierungsverfahren und Auslegung von Kompostieranlagen.
* Auf Basis der Projektergebnisse: Durchführung von Bewusstseins- und
Informationsmaßnahmen für Kompost produzierende Betriebe in der Region.
* BioChar: Pilotprojekt für kleinräumige Kreislaufwirtschaft: Verwertung von
Rebschnitt zur Herstellung von Pflanzenkohle und Humusanreicherung im Weinbau.
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
LAG in Kooperation mit ARGE Kompost und Weinbauverbänden
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 33 / 68
AF2/T2/P3
Bewusstseinsbildung Streuobst / Alte Obstsorten
Geplante
Aktivitäten
* Eine Informationsbroschüre über Erhaltung und Nutzung von Streuobstwiesen
wird produziert und disseminiert.
* Ein Obsterlebnisgarten (frei zugänglich) zur Präsentation alter Obstsorten und
Kultivierungsformen wird angelegt und beworben.
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
LAG in Kooperation mit Einzelbetrieben und Obst-/Weinbauvereinen
AF2/T2/P5
Beratungen für Projekte zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Naturraum
Geplante
Aktivitäten
Die LAG unterstützt die Umsetzung von naturraumrelevanten Projekten durch
Begleitung der Konzeptentwicklung und Förderberatungen, u.a.:
* Renaturierung / Wiederbefüllung Mühlbach Absdorf-Stetteldorf
* Naturbad Perschlingtal, u.a.
Die investive Umsetzung erfolgt im Rahmen von NÖ Dorf- & Stadterneuerung.
Umsetzung ab: 2017
Projektträger
zu gründende Trägervereine

AF2/T3: Regionale Kultur und Geschichte sichtbar machen – Aktionsplan
AF2/T3/P1
Erhaltung von regionaler Kultur und Brauchtum
Geplante
Aktivitäten
* Vernetzung der Kulturplattformen der LAG-Gemeinden mit regelmäßigen
Abstimmungstreffen mit Beteiligung aller im Kulturbereich aktiven Gemeinden
sowie projektbezogener Einbindung weiterer LAG-Gemeinden
* Erhebung des materiellen / immateriellen Brauchtums des Wagram
* Austausch der Ergebnisse /Ausweitung der Erhebungen auf die and. Teilregionen
* Etablierung eines gemeindeübergreifenden Weinlesefestes
* Unterstützung bei Projektdefinition / Förderberatung für Kulturvereine als Träger
von Projektumsetzungen
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
Tourismusverbände in Kooperation mit Kulturvereinen und Gemeinden
AF2/T3/P2
Aufbereitung der Geschichte von Donau NÖ-Mitte
Geplante
Aktivitäten
* Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie für die Wiederherstellung des
Bezirksmuseums Tulln unter Berücksichtigung der Ergebnisse der „Museumsstudie“ aus LEADER+ sowie des geplanten touristischen Gesamt-Museumskonzepts
(siehe A1/T2/P1), bei positiver Projektevaluierung: Förderberatung Trägerverein.
* Vorstudie für Entwicklung eines Donaulimes-Konzepts für den Abschnitt Donau
NÖ-Mitte unter Einbeziehung der LAG-Gemeinden Tulln, Traismauer, Zeiselmauer,
Zwentendorf, inkl. Themenentwicklung „Germanen“ am Wagram.
* Abstimmung mit überregionalen Partnergemeinden (u.a. Mautern) und
internationalen Partnergemeinden bezüglich LEADER-Kooperation „Donaulimes“.
* Holz-Erde-Burg „Bersnica“: Bau des Demonstrationsobjekts einer mittelalterlichen Holz-Erde-Burg mit Beteiligung von Freiwilligen unter wissenschaftlicher
Anleitung (AWÖ, Dr. Einwögerer) im Perschlingtal, weiterführende Unterstützung /
Förderberatung des Trägervereins
* Archäologische Ausgrabungen bei Burg Ried Sicherung und Dokumentation
* Weiterentwicklung „Verteidigungsweg 1914“ am Göttweiger Berg
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Tourismusverbände in Kooperation mit Kulturvereinen und Gemeinden
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 34 / 68
3.2.6. Beschreibung von Kooperationsaktivitäten
AF2/T1: Die wichtigsten Kooperationspartner der LAG im Energiebereich sind die drei regionalen
Klima- und Energie-Modellregionen: KEM „Alternatives Zwentendorf - Tullnerfeld West“, KEM
„Energiezukunft Wagram“ und KEM „Wasserkraft unteres Traisental“. Mit weiteren fachlich
zuständigen Agenturen und Institutionen auf regionaler und nationaler Ebene wird anlassbezogen im
Rahmen von Veranstaltungen und Ausbildungen zusammengearbeitet.
AF2/T2: Als Nachfolgeprojekt für „Kompost.tut.gut“ soll ein internationales LEADER-Projekt mit
mindestens 2 internationalen Partnerregionen beantragt und umgesetzt werden. Ziel ist der
Erfahrungsaustausch zwischen den Regionen und der Wissenstransfer zur Kompostherstellung und
-nutzung in der LEADER-Region. Damit soll das Thema „Kompost“ regional und überregional
promotet werden und zugleich das Engagement der Region für dieses wichtige
Naturerhaltungsthema sichtbar gemacht werden.
AF2/T3: Der Aktionsplan sieht die Ausarbeitung einer Vorstudie für ein internationales LEADERKooperationsprojekt zum Thema „Donaulimes“ mit österreichischen und internationalen
Partnergemeinden entlang der Donau vor. Die weitere Projekteinreichung hängt vom Status der
Konzeptentwicklung für ein potenzielles Weltkulturerbe „Donaulimes“ sowie von den gegebenen
Fördermöglichkeiten ab. Ggf. wird die Umsetzung dieses geplanten Kooperationsprojekts bereits in
der zweiten Hälfte der Programmperiode erwogen.
3.2.7. Zusammenfassende Darstellung in der Wirkungsmatrix gemäß Vorlage
In Übereinstimmung mit der Anfragenbeantwortung des BMLFUW (Weiterleitung per Mail von
DI. Eichinger-Kollermann vom 6.10.2014) wird an dieser Stelle auf die zusammenfassende
Darstellung in der Wirkungsmatrix, Anlage 4, verwiesen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 35 / 68
3.3. Aktionsfeld 3: Gemeinwohl Strukturen und Funktionen
3.3.1. Auswahl der Aktionsfeldthemen/Beschreibung der Ausgangslage (Status quo)
Im Aktionsfeld „Gemeinwohl Strukturen und Funktionen“ wurden im Rahmen des strategischen
Beteiligungsprozesses der Region Donau NÖ-Mitte folgende drei Aktionsfeldthemen definiert:
 Füreinander sorgen
 Vielfalt gemeinsam leben
 Miteinander und voneinander lernen
Alle drei Themen behandeln Schwerpunkte, bei denen die LAG in der neuen Programmperiode auf
den Aktivitäten und Ergebnissen der vorangegangenen LEADER-Perioden aufbauen kann.

AF3/T1: Füreinander sorgen – Status quo
Donau NÖ-Mitte ist in weiten Teilen des Regionsgebiets von kleinen und mittleren Gemeinden
geprägt, in denen sich die dort lebenden Menschen ungeachtet des voranschreitenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels einen nachbarschaftlichen und familiären Umgang bewahren
konnten. Dieses Grundverständnis, füreinander da zu sein und füreinander zu sorgen, schafft eine
solide Grundlage, um für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, allen voran
den demografischen Wandel, regional tragfähige Lösungsansätze und Maßnahmen zu entwickeln, die
dem Bedarf an Daseinsvorsorge unter den aktuellen Rahmenbedingungen heutiger Familienstrukturen und einer veränderten Arbeitswelt Rechnung tragen. Bereits in der Vorperiode wurden in
diesem Zusammenhang umfangreiche Bewusstseinsbildungsmaßnahmen zur Verankerung des
„Green Care“ Ansatzes in der Region gesetzt. Der regionale Bedarf im Bereich der Betreuung von
älteren Menschen, in der Umsetzung naturnaher Pädagogik- und Therapieangebote sowie in der
Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist erkannt worden. Das Ziel für die neue
Programmperiode wird es sein, eine Reihe landwirtschaftl. Betriebe in der Region für die soziale
Landwirtschaft zu befähigen und bei der Umsetzung von konkreten Green Care Projekten zu
unterstützen. Zugleich soll mit der Implementierung des Green Care Ansatzes in der LAG-Region auch
ein wichtiger Beitrag zur Schaffung eigenständiger Berufsfelder für – oft in Sozialberufen vorqualifizierte - Frauen aus einem landwirtschaftlichen Umfeld geleistet werden.
Auch jenseits des durch Green Care abgedeckten Betreuungsbedarfs ist in der LAG, wie auch in vielen
anderen ländlichen Gebieten, die Situation der Daseinsvorsorge in den Gemeinden in den letzten
Jahren oft schwierig geworden, insbesondere für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte
Personen. Die Problematik der immer schlechter werdenden Nahversorgung mit der Schließung von
Einkaufsmöglichkeiten und oftmals auch mit dem Verlust eines medizinischen Grundversorgungsangebots in gut erreichbarer Nähe in den Ortszentren reicht weit über die Grenzen der Region hinaus
und hat leider ungeachtet aller Bemühungen auch vor Donau NÖ-Mitte nicht Halt gemacht. Im neuen
Aktionsprogramm will sich die LAG deshalb insbesondere auf solche Maßnahmenvorschläge zur
Entwicklung zeitgemäß angepasster Ansätze in der Nahversorgung konzentrieren, die erneut an den
Stärken und Kompetenzen der Region ansetzen. Geplant ist ein Maßnahmenschwerpunkt zur
Etablierung mobiler Nahversorgungssysteme, der auf die Nähe hochwertiger regionaler Produkte
und die Stärke in der Direktvermarktung Bezug nimmt. Als weiterer Schwerpunkt soll die Unterstützung von Initiativen für betreutes Wohnen und Mehrgenerationen-Projekte durch Erfahrungsaustausch und Beratung im Rahmen der LEADER-Aktivitäten dazu beitragen, dass Donau NÖ-Mitte
für Menschen in allen Lebensphasen ein Zuhause sein und bleiben kann.
Schließlich wurde aus der Bevölkerung mehrfach die Sorge geäußert, dass angesichts steigender
Bevölkerungszahlen der frühere nachbarschaftliche Umgang verloren gehen und von einer
zunehmenden Anonymität verdrängt werden könnte. Eine Reihe von Vorschlägen, die in das neue
Aktionsprogramm von Donau NÖ-Mitte aufgenommen wurden, bezieht sich deshalb auf unterAufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 36 / 68
schiedliche Formen des nachbarschaftlichen Austauschs, von der Idee einer Reparaturbörse über ein
nachbarschaftliches Ernteservice bis hin zum Austausch von Produkten aus dem eigenen Garten. Die
LAG wird diese Ansätze als Ausdruck der wechselseitigen Sorge der miteinander lebenden Menschen
um den sozialen Zusammenhalt mit ihren Aktivitäten unterstützen.

AF3/T2: Vielfalt gemeinsam leben – Status quo
Die unterschiedlichen Lebenswelten und Entwicklungsperspektiven von Frauen und Männern in der
Region sind im Rahmen von LEADER immer direkt im konkreten Zusammenhang mit themenbezogenen Aktivitäten angesprochen worden. In Aktionsfeld 1 wurde in der Vorperiode mit
zahlreichen Aktionen zur Diversifizierung der Landwirtschaft, wie dem Ausbau von Buschenschanken,
eine wichtige Erwerbsmöglichkeit für Frauen in einem landwirtschaftlichen Umfeld geschaffen
(zukünftige Projekte werden über ELER abgewickelt). Ähnliche Potenziale beinhaltet im neuen
Aktionsplan die geplante Stärkung der Direktvermarktung. In Aktionsfeld 2 wurden bereits in der
Vergangenheit im Bereich Energie Bewusstseinsbildungsmaßnahmen durchgeführt, die Frauen in
diesem stark von technischer Expertise bestimmten Fachgebiet direkt adressieren und „abholen“.
In Aktionsfeld 3 ist es vor allem die geplante Green Care Offensive, die einen (Wieder-)Einstieg
zahlreicher, in sozialen Berufen vorqualifizierter Frauen ermöglichen soll. Neben diesen sehr
konkreten Projekten, die insbesondere für Frauen neue berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
schaffen, wurde und werden regelmäßig niederschwellige Bildungsmaßnahmen (wie Kochseminare
zur Verarbeitung regionaler Produkte und Entwicklung regionaler Spezialitäten) angeboten, die
Wissensgewinn und Erfahrungsaustausch bieten.
Die LAG Donau NÖ-Mitte hat sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, eine Reihe weiterer regional
relevanter Diversitätsaspekte im Hinblick auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Region in
ihrem Aktionsprogramm zu erarbeiten. Dabei wird weitgehend auf Erfahrungen und Bedarfe
zurückgegriffen, die bereits in der Vorperiode zutage getreten sind:
Die gute Anbindung von Donau NÖ-Mitte an die umliegenden Ballungsräume und die Attraktivität
von Donau NÖ Mitte als Wohnort stellt sowohl einen Standortvorteil als auch eine gesellschaftliche
Herausforderung dar. Die einfache und rasche Erreichbarkeit vom Großraum Wien und den Ballungszentren des Niederösterreichischen Zentralraums aus gesehen, insbesondere seit dem Ausbau der
Bahnverbindung durch das Tullnerfeld, und der dadurch hervorgerufene, kontinuierliche Zuwachs
der Bevölkerung haben nicht erst seit der abgelaufenen LEADER-Periode Veränderungen in der
Region hervorgerufen, die sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen. Aus diesem Grund hat
die LAG bereits in der zu Ende gehenden LEADER-Periode einen Erfahrungsaustausch mit der
Gemeinde Weyarn (bei München) u. a. Regionen initiiert, um Anregungen für die gesellschaftliche
Weiterentwicklung von Donau NÖ-Mitte zu gewinnen. Aus den Aktivitäten der Vorperiode sowie
einer Reihe von Vorschlägen im Rahmen des durchgeführten Bottom-up Prozesses gestaltet sich der
Themenschwerpunkt „Bürgerbeteiligung und Integration“ im geplanten Aktionsprogramm. Ziel
dieses Themenschwerpunkts ist es, die Praxiserfahrungen der Partnerregionen mit der Durchführung
unterschiedlicher Bürgerbeteiligungsprozesse kennenzulernen und auf dieser Basis neue Ansätze für
eine verstärkte Einbindung der LAG-Bevölkerung in Entscheidungen zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung der Region zu gewinnen. Dies betrifft beispielsweise die Herausforderungen im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Integration der ZuwandererInnen aus dem In- und Ausland. Mit dieser
Initiative und weiterer geplanten Aktivitäten auf Gemeindeebene setzt sich die LAG das dezidierte
Ziel, die zunehmende Vielfalt, die durch neue MitbürgerInnen in die Region eingebracht wird, als
Chance zu begreifen und für die Weiterentwicklung der Gesamtregion positiv zur Wirkung zu
bringen.
Die Einbindung aller Bevölkerungsgruppen beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Frage der
Zuwanderung. Eine wichtige, immer wieder neu zu bearbeitende Herausforderung wurde und wird in
der erforderlichen Einbindung der Jugend der LEADER-Region auf allen gesellschaftlichen Ebenen
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 37 / 68
erkannt. Hier wurde in der letzten LEADER-Periode ein wichtiger Schritt mit dem Projekt „Jugend
Regio Aktiv“ gesetzt, dessen Ziel es ist, Jugendliche und ihre Anliegen aktiv in die Gemeindearbeit
einzubinden. Eine Fortführung dieses wichtigen Projekts in der kommenden Periode soll die
Ergebnisse der Projektarbeit sichern und in den Gemeinden implementieren.
Wie sich im Rahmen des Strategieprozesses erneut gezeigt hat, wird von den Jugendlichen von
Donau NÖ-Mitte auch ein Gestaltungsspielraum für eigene Ideen eingefordert. Für dieses berechtigte
Anliegen jeder heranwachsenden Generation wurde bereits in der Vorperiode auf das Instrument
eines Umbrella-Projekts zugegriffen, wodurch die Möglichkeit für die flexible und unkomplizierte
Umsetzung von Jugend-Kleinprojekten geschaffen werden konnte. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dieser Methode der Jugendeinbindung in die LEADER-Aktivitäten soll diese Möglichkeit auch
in der kommenden Programmperiode zur Verfügung gestellt werden.
Die Vielfalt im Zusammenleben der Generationen in Donau NÖ-Mitte geht über die reine Daseinsvorsorge (siehe „Füreinander sorgen“) weit hinaus. Die Vorschläge, die beim LAG-Management in
Vorbereitung der Antragstellung eingetroffen sind, belegen, dass der Bedarf an neuen Formen und
Gelegenheiten zur Interaktion zwischen jungen und älteren Menschen, zwischen Menschen im
Berufsleben, in Ausbildung oder im Ruhestand wie auch das Zusammenleben mit Menschen mit
speziellen Bedürfnissen die Bevölkerung der Region in den letzten Jahren zunehmend beschäftigt
hat. Zum Teil sind Projekte bereits weit gereift, wie etwa ein generationenübergreifendes
Vereinshaus. Hier wird das LAG-Management in der neuen Periode die Projektumsetzung beratend
und durch die Initiierung von Erfahrungsaustausch zwischen ähnlich gelagerten Projekten
unterstützen. Andere Vorschläge, wie z.B. die Einrichtung generationenübergreifender und inklusiver
Musikschulgruppen, führen vor Augen, wie vielfältig die Lebensbereiche sind und wie aus den
vielfältigen Erfahrungen der Regionsbevölkerung Mehrwert für das Zusammenleben in der Region
generiert werden kann. Aus dem laufenden LAG-Management heraus wird in der kommenden
Periode, wie auch in den Vorperioden, Beratung, Bewusstseinsbildung und Vernetzungsarbeit für
diese und ähnliche Initiativen geleistet werden.

AF3/T3: Miteinander und voneinander lernen – Status quo
Alle Teilregionen der heutigen LAG Donau NÖ-Mitte haben bereits in den vorangegangenen
Programmperioden mit großem Engagement Bildungsaktivitäten zu verschiedenen regionsrelevanten
Themen durchgeführt (u. a. zu regionalen Produkten / Spezialitäten oder zum Thema Natur).
Aufbauend auf diesen wertvollen Erfahrungen bietet die Zusammenarbeit in der erweiterten
LEADER-Region in der neuen Programmperiode die Möglichkeit, erfolgreiche Bildungsaktivitäten
unter dem Motto „Regionale Kompetenzen kennenlernen“ zwischen den Teilregionen auszutauschen
und im Gesamtgebiet von Donau NÖ-Mitte anzubieten. Das zukünftige LAG-Management wird die
Aufgabe haben, die Vernetzung und Umsetzung der diversen Bildungsschwerpunkte entsprechend
dem konkreten Bedarf der Regionsbevölkerung zu unterstützen.
Einen wichtigen Stellenwert wird auch das Kennenlernen der regionalen Wirtschaft und ihrer
Ausbildungsmöglichkeiten einnehmen. Wie bereits im Aktionsfeld 1 ausgeführt, wurden bereits in
der letzten Periode wichtige Projekte zur Öffnung der regionalen Unternehmen für Jugendliche und
potenzielle zukünftige Lehrlinge / MitarbeiterInnen durchgeführt. Projektvorschläge für Bildungsmaßnahmen greifen diese Vorleistungen auf und zielen darauf ab, in einem breiten Ansatz Kinder,
Jugendliche und deren Eltern an die Potenziale der regionalen Wirtschaft heranzuführen.
Als weiterer Punkt wurde im aktuellen Strategieprozess der Vorschlag formuliert, dass von der LAG
ausgehend in Zukunft auch regelmäßig Informationen zu aktuellen, für die Region relevanten
Entwicklungen auf EU-Ebene stattfinden sollten. Eine entsprechende Maßnahme wurde ins
Aktionsprogramm aufgenommen. Als Grundlage für diese und weitere bedarfsgerechte
Bildungsmaßnahmen in allen Teilen von Donau NÖ-Mitte soll das bereits in Teilregionen aufgebaute
Bildungsnetzwerk unter Beteiligung aller Gemeinden von Donau NÖ-Mitte neu aufgestellt werden,
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 38 / 68
ein reserviertes Budget für Bildungs-Kleinprojekte soll die Gestaltung flexibler, bedarfsorientierter
Bildungsangebote während der kommenden Programmperiode ermöglichen.
3.3.2. Grundstrategie bzw. strategische Stoßrichtung in den Aktionsfeldthemen
Im geplanten Aktionsprogramm von Donau NÖ-Mitte zum Aktionsfeld „Gemeinwohl Strukturen und
Funktionen“ wird die Kernkompetenz, „nah für alle“ LAG-BewohnerInnen zu sein, mit den Akteuren
im ländlichen Raum („alles wächst“) vernetzt.
Die strategische Ausrichtung der in den Themenschwerpunkten des Aktionsfelds „Gemeinwohl
Strukturen und Funktionen“ geplanten Aktivitäten ist in der nachfolgenden Tabelle gemäß SWOT
Strategie, Pkt. 2.4, im Überblick dargestellt.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 39 / 68
Alle unter AF3 geplanten Maßnahmen sind auf den Aufbau interner Stärken zur Nutzung interner
Chancen (WO-Strategie Intern-Intern) ausgerichtet.
Zur Vervollständigung der Darstellung der geplanten Bildungsmaßnahmen sind in der Übersichtstabelle zusätzlich die „schwerpunktbezogenen Bildungsprojekte“ erwähnt, diese sind in den
Aktionsfeldern 1 und 2 beschrieben (in AF1: Ausbildungen zu Wein/Fruchtsaft, in AF2: EnergieAusbildungen). Bei diesen Projekten überwiegt die Ausrichtung auf externe (touristische) Potenziale
(SO-Strategie Intern-Extern).
3.3.3. Angestrebte Resultate am Ende der Periode (2023)

AF3/T1: Füreinander sorgen –angestrebte Resultate
Um das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Alters sowie mit unterschiedlichen
Bedürfnissen in der Region Donau NÖ-Mitte langfristig sicherzustellen, hat die Region das Green Care
Konzept in der Praxis eingeführt und die soziale Diversifizierung der Landwirtschaft in mindestens
zehn Projekten umgesetzt. In den Bereichen Seniorenbetreuung sowie Behindertenbeschäftigung
wurden durch diese Green Care Projekte soziale Dienstleistungen für etwa 1000 Personen aus der
LEADER-Region erbracht. Mit Leistungen aus der tiergestützten Pädagogik und Therapie hat Green
Care bis zum Ende der Periode weitere 1.400 Personen, oft Kinder und Jugendliche, erreicht.
Die LAG hat durch die Unterstützung des Erfahrungsaustauschs zwischen den Mitgliedsgemeinden,
Begleitung von Konzeptentwicklungen und Förderberatung einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung
von betreuten Wohnprojekten und Tagesbetreuungsstätten für ältere Menschen geleistet, sodass die
Zahl der in der Region umgesetzten Projekte bis zum Ende der Periode versechsfacht werden konnte.
Neben der Daseinsvorsorge für ältere und betreuungsbedürftige RegionsbewohnerInnen werden
diese Maßnahmen durch die Schaffung von etwa 100 Arbeitsplätzen im Sozialbereich (viele davon für
Frauen aus dem landwirtschaftlichen Umfeld) einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung
geleistet haben.
Ausgehend von konkreten Vorschlägen aus der Bevölkerung hat die LAG verschiedene Initiativen zum
„Nachbarschaftlichen Austausch“ als zeitgemäße Form von Nachbarschaftshilfe und Zusammenleben in den Gemeinden unterstützt. Bis zum Ende der Periode wurden mehr als 50 Projekte unter
Einbeziehung von mindestens tausend BewohnerInnen aus Teilen der LEADER-Region umgesetzt.

AF3/T2: Vielfalt gemeinsam leben –angestrebte Resultate
Zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Teilhabe an der Regionalentwicklung wie auch zur Weiterentwicklung des regionalen Selbstverständnisses hat die LAG ein internationales Kooperationsprojekt zum Thema Bürgerbeteiligung und Integration durchgeführt, dessen Ergebnis sich in der
Einführung neuer Methoden und Prozesse zur Einbindung der Regionsbevölkerung auf Gemeindeund Regionsebene niederschlägt. Schwerpunktaktivitäten sind für mehrere regionale Zielgruppen
gesetzt worden: So sind bis 2023 doppelt so viele neu zugewanderte RegionsbewohnerInnen in
Vereine und sonstige Institutionen auf Gemeindeebene eingebunden worden. Ein Projekt zur
Einbindung von Jugendlichen in die Gemeindearbeit sowie die Umsetzung nach dem Bedarf dieser
Zielgruppe gestalteter Jugendprojekte hat die Zahl der in den LAG-Gemeinden aktiven Jugendlichen
mehr als verdoppelt.
Mit einer Reihe von Maßnahmen wurden das generationenübergreifende Zusammenleben im Alltag
und das Kennenlernen der kulturellen Vielfalt in der Region auf eine zeitgemäße Basis gestellt.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 40 / 68

AF3/T3: Miteinander und voneinander lernen –angestrebte Resultate
Durch effiziente innerregionale Kommunikation hat die LAG die Information und Sensibilisierung der
Bevölkerung sämtlicher Mitgliedsgemeinden sichergestellt. Laufende Aktivitäten sowie die
Ergebnisse durchgeführter Projekte wurden über die Homepage der LAG und diverse Informationsmaterialien in Donau NÖ-Mitte verbreitet und u.a. durch Veranstaltungspräsentationen über die
Region hinaus disseminiert.
Mit einer Vielzahl von zielgruppengerechten Bildungsmaßnahmen hat die LAG eine Offensive zur
Sensibilisierung der SchülerInnen und PädagogInnen für die regionalen Stärkefelder Lebensmittel /
Natur und Umwelt / regionale Wirtschaft gesetzt und die Zahl der erreichten Kinder und
Jugendlichen gegenüber der Vorperiode um den Faktor 20 erhöht. Damit ist es gelungen, bei der
kommenden Generation von Donau NÖ-Mitte das Interesse für eine private und berufliche
Zukunftsgestaltung in der Region zu stärken.
Ebenso wurde ein erweitertes Angebot an niederschwelligen, bedarfsorientierten
Bildungsmaßnahmen für die gesamte LAG-Bevölkerung umgesetzt. Schwerpunktthemen wurden
dabei rund um die regionalen Kompetenzen, aber auch im Hinblick auf EU-Themen, gesetzt. Mehr als
1200 LAG-BewohnerInnen wurden so über Zukunftsfragen der regionalen Entwicklung informiert und
für eine aktive Mitwirkung an der Regionalentwicklung sensibilisiert.
3.3.4. Erfolgsindikatoren (messbare Indikatoren mit Angabe der Basiswerte und Sollwerte)

AF3/T1: Füreinander sorgen – Erfolgsindikatoren
#
Erfolgsindikatoren – AF3/T1
1
Anzahl Green Care Projekte
2
3
4
5
6
7
8
9
Basiswert
2014
0
Sollwert
2023
10
LAG-M
TeilnehmerInnen Seniorenbetreuung,
Behindertenbeschäftigung
TeilnehmerInnen Tierpädagogik
0
100
Befragung GC Projekte
0
1400
Befragung GC Projekte
Durch LAG Beratung unterstützte Projekte
Betreutes Wohnen / Tagesbetreuungsstätten
TeilnehmerInnen Betreutes Wohnen /
Tagesbetreuungsstätten
Gesamtzahl der von der LAG initiierten Projekte im
Bereich „Nachbarschaftlicher Austausch“
TeilnehmerInnen an Projekten im Bereich
„Nachbarschaftlicher Austausch“
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* In AF3/T1 betreute Personen gesamt
* LAG Bevölkerung
Geschaffene Arbeitsplätze
Erhaltene Arbeitsplätze
5
30
Befragung Projektträger
0
360
Befragung Projektträger
0
50
LAG-M
0
ca. 1000
Befragung Projektträger
60 - siehe 4)
ca. 2.800
Erhebung Projektträger
56.000
0
ca. 10
100.000
ca. 100
ca. 10
Erhebung Projektträger
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 41 / 68

#
Erfolgsindikatoren – AF3/T2
Anzahl der Bürgerbeteiligungsprozesse in den
LAG-Gemeinden
Anzahl der Zuwanderer, die sich am Vereinsleben
in den LAG-Gemeinden beteiligen
Anzahl der durchgeführten interkulturellen
Begegnungs-Workshops
Anzahl der an Jugendprojekten mitwirkenden
Jugendlichen
Anzahl der generationenübergreifenden
Vernetzungsplattformen
Anzahl der LAG-Gemeinden mit generationenübergreif. Kommunikationszentren
Anzahl der Pilotprojekte zum generationenübergreifenden Musizieren an Musikschulen
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* In Beteiligungsprozesse involvierte LAG-Bevölk.
* In 2)-7) involvierte LAG-Bevölkerung
* angesprochene LAG-Bevölkerung
1
2
3
4
5
6
7
8

#
1
2
3
4
5
6
7
8
8
9
AF3/T2: Vielfalt gemeinsam leben – Erfolgsindikatoren
Basiswert
2014
ca. 3
Sollwert
2023
min. 10
100%
200%
Befragung Vereine
Befragung Vereine
3
30
Befragung Veranstalter
ca. 300
ca. 750
Befragg. Jugendprojekte
0
3
LAG-M
1
10
LAG-M
0
2
Befragung Musikschulen
ca. 5.000
ca. 1.500
56.000
ca. 30.000
ca. 10.000
100.000
AF3/T3: Miteinander und voneinander lernen – Erfolgsindikatoren
Erfolgsindikatoren – AF3/T3
Anzahl der zertifizierten Betriebe für „Schule am
Bauernhof“
Anzahl teiln. SchülerInnen „Schule am Bauernhof“
Basiswert
2014
2
Sollwert
2023
10
LAG-M
150
ca. 6.000
Erhebung Projektträger
Anzahl Workshops für Kinder / Jugendliche zu
reg.Produkten/Ernährung bzw. Umwelt/Natur
Bewusstseinsbildungs-WS für VS-PädagogInnen
betr. regionale Produkte/ „gesunde Schuljause“
Anzahl Veranstaltungen betr. regionale Wirtschaft
/ Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder+Eltern
Anzahl der TeilnehmerInnen an Veranstaltungen
zur regionalen Wirtschaft
Workshops betr. Reg. Produkte / Umwelt/Natur /
interkultur. Begegnung für gesamte Bevölkerung
Anzahl der TeilnehmerInnen an
Infoveranstaltungen „EU und wir“
Angesprochene regionale Zielgruppen:
* Kinder / Jugendliche
* PädagogInnen
* LAG Bevölkerung
Geschaffene Arbeitsplätze
Erhaltene Arbeitsplätze
20
ca. 150
Erhebung Projektträger
0
40
Erhebung Projektträger
15
150
LAG-M, teiln. Betriebe
300
3000
LAG-M, teiln. Betriebe
8
60
Erhebung Projektträger
0
250
Erhebung Veranstalter
500
0
56.000
0
ca. 10
ca. 10.000
800
100.000
0
ca. 10
Erhebung Projektträger
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 42 / 68
3.3.5. Aktionsplan (Maßnahmen)zur Erreichung der Resultate

AF3/T1: Füreinander sorgen – Aktionsplan
AF3/T1/P1
Green Care Umsetzung
Geplante
Aktivitäten
* Im Anschluss an die Bewusstseinsbildungsmaßnahmen sowie eine
Pilotumsetzung in Kooperation mit der HBLA Sitzenberg in der Vorperiode ist
geplant, nun mind. zehn konkrete Green Care Projekte in der Seniorenbetreuung,
Behindertenbeschäftigung und tiergestützten Pädagogik in Kooperation mit
Sozialträgern in der Region umzusetzen. Durch diese soziale Diversifikation
landwirtschaftlicher Betriebe werden qualifizierte Arbeitsplätze vor allem für
Frauen geschaffen.
* Die LAG unterstützt die Identifizierung der Projekte, Qualifizierungs- und
Zertifizierungsmaßnahmen sowie die Abstimmung mit den Sozialträgern.
* Etablierung eines jährlich stattfindenden Green Care-Symposiums in Schloss
Sitzenberg
* Lama-Trecking Touren (weitere Belebung Traisental-Radweg), durchgeführt in
ÖKL-zertifiziertem Betrieb, inkl. Veranstaltungen für Schulen
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
LAG in Kooperation mit Sozialträgern und landw. Betrieben
AF3/T1/P2
Konzeptentwicklung / Umsetzung Mobile Nahversorgung
Geplante
Aktivitäten
* Erhebung in LAG-Gemeinden, welche mobilen Nahversorger bzw.
Einkaufsdienste bestehen bzw. umgesetzt werden können.
* Erhebung der Zielgruppen, insbesondere ältere Menschen und Menschen mit
eingeschränkter Mobilität
* Konzeptentwicklung und -umsetzung
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
LAG in Kooperation mit Gemeinden
AF3/T1/P3
Projektberatung Betreutes Wohnen/Mehrgenerationen-Wohnen/Tagesstätten
Geplante
Aktivitäten
Die LAG unterstützt durch Bewusstseinsbildungsmaßnahmen, Begleitung der
Konzeptentwicklung, Initiierung von Erfahrungsaustausch und Förderberatung
verschiedene in der Region in Entwicklung befindliche Projekte:
* Mehrgenerationen-Tagesstätten
* Mehrgenerationen-Wohnprojekte mit Begegnungsräumen
* „Ein Leben lang daham“: Betreute Wohnprojekte zum Verbleib
betreuungsbedürftiger, älterer Menschen in ihren Gemeinden
Die investive Umsetzung erfolgt über ELER.
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
LAG in Kooperation mit Gemeinden
AF3/T1/P4
Geplante
Aktivitäten
Nachbarschaftlicher Austausch
Die LAG unterstützt durch Bewusstseinsbildungsmaßnahmen, Begleitung der
Konzeptentwicklung, Initiierung von Erfahrungsaustausch und Förderberatung
verschiedene im Bottom-up Prozess identifizierte Projektvorschläge:
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 43 / 68
* "Gmoa/Gemeinde Speis": Lagerung / Tauschkreis für LW Produkte, Früchte aus
dem eigenen Garten, Rezepte, etc.
* Reparaturcafé und Tauschbörse zum Austausch von Fertigkeiten beim
Reparieren von Dingen, generationenübergreifenden Handwerken, Weitergabe
von alten Handwerkstechniken, etc.
* "Ernteservice": ungenutztes Obst von privaten / öffentlichen Flächen wird
geerntet und genutzt
* Gemeinschaftsgarten / Obstnaschgarten im öffentlichen Raum
Umsetzung ab: 2017
Projektträger
Zu gründende lokale Sozialvereine in Kooperation mit Gemeinden

AF3/T2: Vielfalt gemeinsam leben – Aktionsplan
AF3/T2/P1
Beteiligung und Integration
Geplante
Aktivitäten
* Intensivierung des LAG Innenmarketing, um flächendeckend die vielfältigen
LEADER-Aktivitäten innerhalb von Donau NÖ-Mitte zu kommunizieren und
Beteiligung aus allen Teilen der LEADER-Region zu aktivieren: Homepage,
Corporate Design Material, Folder, etc.
* Entwicklung und Umsetzung eines internationalen LEADER Kooperationsprojekts zum Thema „Bürgerbeteiligung / Bevölkerungseinbindung“,
voraussichtlich mit dem Projektpartner Gemeinde Weyarn / Raum München zum
Erfahrungsaustausch und Methodentransfer für Bürgerbeteiligungsprozesse und
Bürgereinbindung, insbesondere im Zusammenhang mit Fragen der Integration
* Halbzeit-Evaluierung / Fortschreibung der Lokalen Entwicklungsstrategie,
durchgeführt als Beteiligungsprozess
* Erfahrungsaustausch zu bzw. Einführung von Begrüßungsaktivitäten für
Zuwanderer in den LAG-Gemeinden
* Niederschwellige Begegnungs- und Kommunikationsmaßnahmen mit
Zuwanderern mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, wie zB Workshop
„Kochen der Kulturen“ u.a.
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
LAG in Kooperation mit Gemeinden
AF3/T2/P2
Einbindung der Jugend der LEADER-Region
Geplante
Aktivitäten
* Fortführung des Projekts "Jugend Regio Aktiv" zur Einbindung Jugend in die
Gemeindearbeit und Regionalentwicklung auf Basis von „Aktionsplan 2020“
* „LAG Jugendkleinprojektetopf“ für Jugendprojekte, umgesetzt nach der
„Umbrella-Methode“ mit fördertechnischer Bündelung mehrerer Kleinprojekte
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
LAG in Kooperation mit Jugendgruppen
AF3/T2/P3
Geplante
Aktivitäten
Generationenübergreifendes Zusammenleben
Die LAG unterstützt durch Bewusstseinsbildungsmaßnahmen, Begleitung der
Konzeptentwicklung, Initiierung von Erfahrungsaustausch und Förderberatung
verschiedene im Bottom-up Prozess identifizierte Projektvorschläge:
* Vernetzungsplattform für Alt + Jung zum Ausbau der Nachbarschaftshilfe
(Kinder betreuen, Post übernehmen, Besorgungen erledigen, …)
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 44 / 68
* Haus der Generationen / Generationentreffpunkt: generationenübergreifende
Kommunikationszentren, geplant u.a. in Obritzberg-Rust, Kapelln, etc.
* Dokumentarfilm über Familien, die beispielhaft das Zusammenleben über
Generationsgrenzen vorleben (Umsetzung ev. in Kooperation mit LAG-Jugend)
* Generationenübergreifendes Musizieren (Demenzprävention, aktive
Beteiligung von Senioren am Musikschulunterricht u. Mitwirkung an
Musikschulprojekten; ev. Laienspielgruppe), in Kooperation mit Musikschulverband NÖ Mitte
Umsetzung ab: 2016
Projektträger
LAG in Kooperation mit Gemeinden

Miteinander und voneinander lernen – Aktionsplan
AF3/T3/P1
„Regionale Kompetenzen kennenlernen“
Bewusstseinsbildungsangebote für Kinder / Jugendliche / PädagogInnen
Geplante
Die LAG unterstützt durch Bewusstseinsbildungs- und KommunikationsAktivitäten
maßnahmen, Begleitung der Konzeptentwicklung und Abstimmung mit
regionalen Kooperationspartnern verschiedene im Bottom-up Prozess
identifizierte Projektvorschläge:
* Fortführung „Schule am Bauernhof“ (Förderung durch ELER)
* „Wächst der Leberkäs am Baum?“, Bewusstseinsbildung / Sensibilisierung für
Kinder unterschiedlicher Altersgruppen für regionale Lebensmittel, regionale
Betriebe bis hin zum Lehrlingsangebot und regionalen Einkauf
* Lebensmittelproduktion miterleben: Öffnung / Besichtigung regionaler lw.
produzierender und verarbeitender Betriebe für Schulen
* Wissenschaft trifft Jugend: Bildungsoffensive und Sensibilisierung in den
Bereichen Umwelt, Natur, Wasser
* Bewusstseinsbildung regionale Kulinarik / gesunde Ernährung an Schulen /
"gesunde regionale Schuljause", Bewusstseinsbildungsprojekt für PädagogInnen
in Kooperation mit Seminarbäuerinnen
* „Meine Region – meine Zukunft - Mein Lebenstraum“: Bewusstseinsbildung
und Information für Kinder und deren Eltern zur regionalen Wirtschaft und deren
Ausbildungsmöglichkeiten, mit Exkursionen, Tagen der offenen Tür in den
Betrieben
Umsetzung ab: 2016/2017
Projektträger
LAG in Kooperation mit Schulgemeinden
AF3/T3/P2
Geplante
Aktivitäten
„Regionale Kompetenzen kennenlernen“
Bildungsangebote für regionsweite Zielgruppen der LAG-Bevölkerung
Die LAG unterstützt durch Bewusstseinsbildungs- und Kommunikationsmaßnahmen, Begleitung der Konzeptentwicklung und Abstimmung mit
regionalen Kooperationspartnern verschiedene im Bottom-up Prozess
identifizierte Projektvorschläge:
* Obst-Werkstatt: Information und Nutzung regionaler LW-Produkte /
Produktentwicklung / regionales Netzwerk, in Kooperation mit
Bezirksbauernkammern
* Natur-Werkstatt: Information und Nutzung über regionale Flora+Fauna /
Produktentwicklung / regionales Netzwerk, in Kooperation mit regionalen
Naturschutz-Organisationen und Vereinen
* Fortführung / Weiterentwicklung Kochkurse für BewohnerInnen der Region:
"Regionale Schmankerln", "Spezialitäten aus regionalen Produkten", etc.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 45 / 68
* "EU und wir": lokale Informationsveranstaltungen über aktuelle EU-Themen
Umsetzung ab: 2016/2017
Projektträger
LAG in Kooperation mit regionalen Bildungsträgern
AF3/T3/P3
Bildungsnetzwerk
Geplante
Aktivitäten
* Etablierung eines LAG-weiten Bildungsnetzwerks zur Vernetzung aller
Bildungsakteure auf Gemeindeebene
* "LAG-Kleinprojekte-Topf" für bedarfsorientierte, niederschwellige
Bildungsaktivitäten
Umsetzung ab: 2015
Projektträger
Zu gründendes Bildungsnetzwerk
3.3.6. Beschreibung von Kooperationsaktivitäten
AF3/T1: Bei den geplanten regionalen Green Care Projekten wird der Erfahrungsaustausch und die
Zusammenarbeit mit der nationalen Green Care Initiative sowie zwischen den regionalen Projekten
und den regionalen Sozialträgern vor allem in der frühen Umsetzungsphase von zentraler Bedeutung
sein, um Lernprozesse bei den einzelnen Projektträgern wie auch auf Regionsebene in Gang zu
setzen.
AF3/T2: Kooperation und Einbeziehung stellen die Grundlage für alle in diesem Themenschwerpunkt
geplanten Aktionen dar. Ein internationales LEADER-Kooperationsprojekt soll mit der Partnergemeinde Weyarn / Raum München umgesetzt werden. Hier ist das Ziel, im Bereich der
Bürgerbeteiligung, insbesondere im Hinblick auf die Integration von Zuwanderern, im Erfahrungsaustausch mit der deutschen Partnergemeinde in Donau NÖ-Mitte Lernprozesse zweiter und dritter
Ordnung (Methodenlernen, Veränderung bestehender Lernmuster in der Region) anzustoßen.
AF3/T3: Der Themenschwerpunkt Bildung wird bei zahlreichen geplanten Aktivitäten in enger
Zusammenarbeit mit regionalen Institutionen abgewickelt. Dabei wird Donau NÖ-Mitte in
Kooperation mit diesen Organisationen die Gelegenheit nutzen, die relevanten Inhalte und
Kompetenzen der Region in bereits bestehende oder neu zu entwickelnde Bildungsformate
einzubringen. Das regionsweite Bildungsnetzwerk der Bildungsakteure auf Gemeindeebene zielt
ebenfalls auf ein gemeinsam abgestimmtes Vorgehen in Bildungsfragen ab. In diesem
Zusammenhang bietet der vorgesehene „Kleinprojekte-Topf“ die Möglichkeit, bedarfsorientierte
Bildungsformate gemeinsam zu erproben.
3.3.7. Zusammenfassende Darstellung in der Wirkungsmatrix gemäß Vorlage
In Übereinstimmung mit der Anfragenbeantwortung des BMLFUW (Weiterleitung per Mail von
DI. Eichinger-Kollermann vom 6.10.2014) wird an dieser Stelle auf die zusammenfassende
Darstellung in der Wirkungsmatrix, Anlage 4, verwiesen.
3.4. Aktionsfeld IWB: nicht relevant
3.5. Aktionsfeld ETZ: nicht relevant
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 46 / 68
3.6. Berücksichtigung der Ziele der Partnerschaftsvereinbarung und des
Programms LE 2020 und falls zutreffend der IWB und ETZ-Programme
(max. Seitenanzahl für Kapitel 3.6. – 3.9.: 4)
Entsprechend Priorität 6, Ziel 9 (POV) der Partnerschaftsvereinbarung trägt LEADER durch integrierte
und Bottom-up-Ansätze zu Maßnahmen der Wirtschafts- und Territorialpolitik bei, welche auf die
Bedürfnisse der lokalen und regionalen Ebene abgestimmt sind und leistet damit als Teil des
Österreichischen Programms zur Entwicklung des ländlichen Raums für 2014-2020 einen Beitrag zu
den Zielen der EUROPA 2020 Strategie.
Mit ihrer Bewerbung im Programm LEADER 2014-2020 verfolgt die LAG Donau NÖ-Mitte auf der
Basis der gemeinsam erstellten und im vorliegenden Dokument vorgelegten Lokalen Entwicklungsstrategie einen Ansatz der eigenständigen, mit lokaler Beteiligung umzusetzenden Regionalentwicklung im Zusammenspiel der in der LAG mitwirkenden Kommunen, lokalen und regionalen
EntscheidungsträgerInnen, öffentlichen Institutionen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Mit dem vorgelegten Aktionsplan bezieht sich die LAG auf die Ansätze der LEADER-Methode, die in
Bearbeitung der regionalen Bedarfe und Entwicklungsziele der Region Donau NÖ-Mitte zur
Anwendung gebracht werden:
 Der territoriale Ansatz wird durch die gebietsbezogene lokale Entwicklungsstrategie (LES)
gewährleistet, welche auf den regionalen Besonderheiten, Kompetenzen und Entwicklungsbedarfen als Basis für die regionale Entwicklungsarbeit beruht.
 Im Sinne des partnerschaftlichen Ansatzes wird die Lokale Aktionsgruppe zur Umsetzung des
Aktionsplans lt. LES als Plattform und Motor der Regionalentwicklung agieren.
 Der Bottom-up Ansatz als zentrales Element der LEADER-Methode wird durch die Erarbeitung der
LES aufbauend auf Projektvorschlägen aus der LAG-Bevölkerung verwirklicht, wobei die
unterschiedlichen Anliegen und Entwicklungsbedarfe aller Zielgruppen der regionalen
Gesellschaft in den Aktionsplan Eingang gefunden haben. Dabei wurden insbesondere auch
Gender-Aspekte sowie die Anliegen von Menschen unterschiedlichen Lebensalters bzw.
unterschiedlicher Herkunft bzw. von Menschen mit besonderen Bedürfnissen berücksichtigt.
 Entsprechend dem multisektoralen Ansatz der LEADER Methode baut sowohl die Konzeption als
auch die geplante Umsetzung der LES anhand des vorgelegten Aktionsplans auf dem Zusammenwirken der verschiedenen lokalen AkteurInnen auf. Der Aktionsplan bezieht Projekte aus
verschiedenen Bereichen der lokalen Wirtschaft ein und wird in Kooperation zwischen den
regional relevanten Wirtschaftsbereichen erfolgen.
 Die LES und der darauf beruhende Aktionsplan basieren auf innovativen, über den Status-Quo
hinausgehenden Zielsetzungen für die regionale Entwicklung von Donau NÖ-Mitte. Dabei ist die
Weiterentwicklung bestehender Ansätze sowie die Entwicklung und Verwirklichung neuer Ideen
und Projekte in allen Aktionsfeldern der LES ein wesentliches Element des vorgelegten
Aktionsplans.
 Ebenso beinhaltet die LES über alle Aktionsfelder hinweg mehrere Projektvorschläge, die als
nationale bzw. transnationale Kooperationsprojekte mit anderen LEADER-Regionen entwickelt
und umgesetzt werden sollen.
 Wie bereits in den vorangegangenen Programmperioden wird die LAG durch die Teilnahme an
Vernetzungsaktivitäten zwischen den LEADER-Regionen auf regionaler, nationaler sowie
internationaler Ebene zur Verbreitung der Projektergebnisse aus der Region Donau NÖ-Mitte
sowie zum Erfahrungsaustausch innerhalb der LEADER-Community beitragen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 47 / 68
3.7. Berücksichtigung der bundeslandrelevanten und regionsspezifischen
Strategien
Die Entwicklung der Lokalen Entwicklungsstrategie für Donau NÖ-Mitte erfolgte ausgehend von einer
Sichtung der und unter laufender Bezugnahme auf die relevanten strategischen Grundlagendokumente des Landes Niederösterreich bzw. zur Hauptregion NÖ Mitte. Aufgrund der parallel zur
LEADER-Neueinreichung stattfindenden Strategieprozesse auf Landes- und Hauptregionsebene,
deren Ergebnisse zum Zeitpunkt der Bewerbung größtenteils noch nicht vorlagen, war es
erforderlich, die nachfolgenden strategischen Referenzen zum Teil auf der Basis kommunizierter
Zwischenstände der übergeordneten Strategieentwicklungsprozesse vorzunehmen.
Die LES von Donau NÖ-Mitte baut folglich auf dem Landesentwicklungskonzept NÖ (WIN-Strategie
NÖ, 2005) sowie auf dem Bearbeitungsstand der Landesstrategien zum Zeitpunkt der Antragstellung auf und erbringt in vollem Einklang mit dem übergeordneten Strategien der Hauptregion NÖ
Mitte relevante Beiträge insbesondere im Hinblick auf folgende Aspekte:
 Weiterentwicklung von Gemeindekooperationen sowie Kooperationen aller institutionellen und
zivilgesellschaftlichen Einrichtungen auf allen programmrelevanten Ebenen
 Weiterentwicklung der regionalen Identität auf der Grundlage der Kulturlandschaften und
natürlichen Ressourcen der Region Donau NÖ-Mitte einschließlich der koordinierten Entwicklung
der regionalen Energieressourcen
 Erhaltung und Weiterentwicklung der nachhaltigen Landwirtschaft der LEADER-Region sowie
Entwicklung innovativer landwirtschaftlicher Produkte und neuer Dienstleistungen durch
diversifizierte landwirtschaftliche Betriebe
 Beitrag zum Aufbau der Qualitätsregion NÖ Mitte im Hinblick auf Freizeit, Erholung, Tourismus
und Kultur sowie regional koordinierte touristische Entwicklung und Vermarktung der Region
 Schutz von Naturraum und Umwelt sowie behutsame Nutzung dieser Ressourcen im Rahmen von
Bewusstseinsbildungsmaßnahmen für innerregionale und touristische Zielgruppen
 Erhalt und Belebung traditioneller Siedlungsstrukturen durch Unterstützung und Weiterentwicklung der sozialen Versorgungsstrukturen und Entwicklung bedarfsangepasster
wirtschaftlicher Nutzungskonzepte in und mit den LAG-Gemeinden
 Anregung und Unterstützung des Dialogs zwischen regionaler Wirtschaft, lokal angesiedelten
Forschungseinrichtungen und der LAG-Bevölkerung zur Entwicklung der innerregionalen
Innovationspotenziale und gemeinsamen Gestaltung des Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft
Die strategischen Vorgaben des NÖ Energiefahrplans 2030 wurden bereits in der Vorperiode im
Rahmen der Erstellung des Regionalen Energiekonzepts in der Region implementiert und werden in
der neuen Programmperiode auf Basis einer Überprüfung des Umsetzungsstands im Hinblick auf die
regionale Zielerreichung sowie als Grundlage für entsprechende Maßnahmen im Rahmen des LAGAktionsplans fortgeschrieben.
Im Hinblick auf die bereits in ihrer Endfassung vorliegende Tourismusstrategie NÖ wurden bereits im
Rahmen der LES-Entwicklung Abstimmungen mit den relevanten Destinationsmanagements auf der
Basis der übergeordneten strategischen Zielsetzungen vorgenommen und entsprechende Beiträge
von Donau NÖ-Mitte definiert. Diese betreffen insbesondere:
 Die koordinierte touristische Angebotsentwicklung und –vermarktung auf der Basis einer
Ausdifferenzierung der LAG-relevanten Kundengruppen und Märkte sowie die Fokussierung der
Angebote und Produkte von Donau NÖ-Mitte auf die konkreten Bedürfnisfelder dieser
Zielgruppen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 48 / 68
 Maßnahmen zur Erhöhung der Wertschöpfung in den regionsrelevanten Bereichen des
Ausflugstourismus, basierend auf der Attraktivität des regionalen Natur- und Kulturraums sowie
den regionalen Kompetenzfeldern rund um die Themen Wein/regionale Produkte, Kultur und
Gastlichkeit. Ein Fokus liegt auf den Bereichen Rad-, Wander- und Pilgertourismus sowie in der
neu zu entwickelnden Nische des Energietourismus.
 Maßnahmen zur weiteren Erhöhung des Qualitätsniveaus der touristischen Leistungsträger und
Erhöhung der Zahl der Qualitätspartner.
Als kompetenzübergreifende Handlungsfelder in der Tourismusentwicklung zur gemeinsamen
Bearbeitung in der kommenden Programmperiode wurden definiert:
 Markenentwicklung, Positionierung und Qualitätssicherung, mit Vernetzung der bestehenden
Service- und Informationsstruktur sowie durch Qualifikation der Betriebe und abgestimmte
Kommunikationsmaßnahmen mit dem Ziel, eine klare Positionierung und einen hohen
Bekanntheitsgrad in den angestrebten Marktsegmenten zu erreichen.
 Quersektorale Kooperation und Produktentwicklung unter Einbeziehung von Landwirtschaft,
Kultur und anderen Bereichen, mit abgestimmtem Vorgehen zur Nutzung von Synergien mit dem
Ziel, die Gästefrequenz durch touristische Zusatzangebote, Gesamtpackages und die Entwicklung
am Zielgruppenbedarf orientierter neuer Produkte zu optimieren.
 Digitalisierung von Information und Vertrieb durch (Weiter-)Entwicklung der Präsentation der
Region via Website bzw. Bereitstellung flexibler und der Nachfrage angepasster Angebote über
ein zentrales Buchungs- und Informationstool.
Im Hinblick auf die NÖ Wirtschaftsstrategie orientiert sich die LES von Donau NÖ-Mitte auf der zum
Zeitpunkt der Antragstellung vorliegenden Fassung von 2015, eine Anpassung an die im 4. Quartal
2014 zu erwartende Fortschreibung dieser Strategie wird im Hinblick auf die Detailplanung der
geplanten Maßnahmen im Aktionsplan zeitnah vorgenommen. Aufbauend auf dem aktuellen
Kenntnisstand unterstützen die im Aktionsplan zur LES Donau NÖ-Mitte vorgesehenen Maßnahmen
das Ziel der wirtschaftlichen Stärkung und eines auf regionalen Kompetenzen beruhenden, den
Entwicklungsperspektiven der Region entsprechenden Wirtschaftswachstums insbesondere durch:
 Die Schaffung und Erhaltung hochwertiger Arbeitsplätze im ländlichen Raum, u.a. durch soziale
Diversifizierung der Landwirtschaft, durch Bewusstseinsbildung für hochwertige Beschäftigungsmöglichkeiten in der regionalen Wirtschaft sowie durch Sensibilisierungsmaßnahmen für die
regionalen Innovationspotenziale im Rahmen des geplanten Dialogs zwischen den in der Region
angesiedelten Unternehmen und Forschungseinrichtungen und der LAG-Bevölkerung
 Die Zielsetzungen und Schwerpunktaktivitäten der LES von Donau NÖ-Mitte im Bereich der
regionalen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sowie zur Erhaltung intakter Naturräume tragen
zur Etablierung von Niederösterreich als nachhaltigem und attraktivem Wirtschaftsstandort bei.
 Auf der Basis der zuvor erläuterten LEADER-Methode unterstützt die LES die Vernetzung und
Kooperation sämtlicher Akteure in der LAG Donau NÖ-Mitte als einen wesentlichen Erfolgsfaktor
für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft im ländlichen Raum und ermöglicht damit den
Aufbau von regionalen und überregionalen Kooperationen zur Verbesserung der
Innovationsfähigkeit der Unternehmen in der Region
Mit den dargestellten Beiträgen steht die vorgelegte Lokale Entwicklungsstrategie zugleich in bestem
Einklang mit den bis dato vorliegenden Ausarbeitungen (SWOT Analyse) zur Strategie der
Hauptregion Niederösterreich Mitte für die kommende Programmperiode bis 2020.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 49 / 68
3.8. Erläuterung der integrierten, multisektoralen und innovativen Merkmale
der Strategie
Die LES von Donau NÖ-Mitte verfolgt den Ansatz einer integrierten und multisektoralen Regionalentwicklung, indem sie über alle Schwerpunkte des vorgelegten Aktionsplans hinweg eine
ausgewogene ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung der LEADER-Region anstrebt,
welche sämtliche für die Region relevanten Sektoren, von der Landwirtschaft über die Produktion bis
hin zu den verschiedenen Bereichen der Dienstleistungswirtschaft erfasst.
Bereits in der Erarbeitung der SWOT für die Region Donau NÖ-Mitte wurden der voranschreitende
Übergang des ländlichen Raums von Donau NÖ-Mitte vom landwirtschaftlich dominierten Gebiet zu
einer dienstleistungsorientierten Region erkannt und die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die
wirtschaftliche, soziale und umweltbezogene Entwicklung der LEADER-Region thematisiert. Als
Schlussfolgerung aus den Befunden der SWOT wurde ein Aktionsplan entwickelt, der den aktuellen
regionalen Entwicklungen und geänderten Rahmenbedingungen durch die Definition einer Reihe
innovativer Projektvorschläge begegnet, welche bei den spezifischen Merkmalen und Kernkompetenzen der Region Donau NÖ-Mitte ansetzen. Ebenso wurde bei bereits bestehenden Maßnahmen
auf eine den aktuellen, regionalen Bedarfslagen entsprechende Weiterentwicklung der Projektinhalte Wert gelegt.
Mit der vorliegenden Lokalen Entwicklungsstrategie hat die LAG Donau NÖ-Mitte unter partnerschaftlicher Einbeziehung aller regionalen AkteurInnengruppen ein strategisches
Grundlagendokument erarbeitet, das von einer gemeinsamen Vision der Regionalentwicklung auf
allen institutionellen und zivilgesellschaftlichen Ebenen von Donau NÖ-Mitte getragen ist. Der in der
LES enthaltene Aktionsplan ist mit einer Reihe neuartiger und am Bedarf der LAG-Bevölkerung
orientierter Projektvorschläge darauf ausgerichtet, die Region in ökonomischer, ökologischer und
sozialer Hinsicht für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen weiterzuentwickeln und die
naturräumliche Basis von Donau NÖ-Mitte für künftige Generationen zu sichern.
3.9. Beschreibung geplanter Zusammenarbeit und Vernetzung
Eine Zusammenarbeit sowie Vernetzung der relevanten Akteure bei der Umsetzung der LES ist auf
allen für die Regionalentwicklung relevanten Ebenen der Region Donau NÖ-Mitte geplant:
 Bereits der Strategieprozess zur Erarbeitung der vorliegenden LES war von den Grundsätzen der
Kooperation und Vernetzung aller regionalen Akteure getragen (siehe Pkt. 8)
 Ebenso basieren die von der LAG vorgesehenen Maßnahmen zur Steuerung der LES Umsetzung
auf der vernetzten Zusammenarbeit der regional relevanten Anspruchsgruppen und
Themenproponenten (siehe Pkt. 4, 5 und 6)
 Auf der Umsetzungsebene des Aktionsplans wird in den einzelnen Aktionsfeldern (siehe Pkt. 3)
durch die Einbeziehung unterschiedlicher AkteurInnengruppen in die Projekte sowie durch innerregionale Kooperationsprojekte die operative Vernetzung und Zusammenarbeit gewährleistet
 Darüber hinaus sind in allen Aktionsfeldern Kooperationsprojekte zur überregionalen und
internationalen Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen LEADER-Regionen vorgesehen
(siehe Pkt. 3.1, 3.2, 3.3 sowie 7.3).
 Auch über die definierten Kooperationsprojekte wird die LAG wie bisher besonderes Augenmerk
auf die laufende Abstimmung und Vernetzung mit den benachbarten LEADER-Regionen legen.
 Schließlich ist es der LAG ein besonderes Anliegen, an der Zusammenarbeit und Vernetzung auf
der Ebene der niederösterreichischen und österreichischen LEADER-Plattform mitzuwirken und
hier zu einem fruchtbaren Erfahrungsaustausch beizutragen, die diesbezüglichen Aktivitäten der
Vorperioden werden von der LAG Donau NÖ-Mitte auch in der kommenden Periode fortgesetzt
werden.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 50 / 68
4. Steuerung und Qualitätssicherung (max. Seitenanzahl: 4)
4.1. Beschreibung der Vorkehrungen für Steuerung, Monitoring und
Evaluierung der LAG-internen Umsetzungsstrukturen
Für Monitoring und Evaluierung der LAG-internen Umsetzungsstrukturen wird ein Qualitätssicherungsteam (kurz: QS-Team) eingesetzt. Die genaue Zusammensetzung des QS-Teams und die
Begründung dazu sind im Kap. 4.2 beschrieben. Nach der Konstituierung des QS-Teams erarbeitet
sich dieses eine Arbeitsordnung, die inhaltlich folgende Aufgabenstellung abdecken soll:
Monitoring & Evaluierung:
 ob die Sensibilisierung der Bevölkerung bzw. der regionalen Multiplikatoren adäquat
durchgeführt wurde,
 ob die Entscheidungen des Projektauswahlgremiums transparent und nicht diskriminierend
getroffen und entsprechend veröffentlicht wurden,
 ob FörderwerberInnen, deren Projekte abgelehnt wurden, eine ausführliche Begründung der
Ablehnung zugestellt und damit eine Chance zur Nachbesserung erteilt wurde,
 ob das interne und externe Berichtswesen (gegenüber den Verwaltungsbehörden und der
Zahlstelle) in entsprechender Weise erfolgte,
 ob mögliche Unvereinbarkeiten im Projektauswahlgremium bzw. im LAG Management im
Vorhinein rechtzeitig erkannt und vermieden wurden,
 ob die Bestimmungen in den Art. 32 (Zusammensetzung der LAG) und Art. 34
(Projektauswahlgremium) der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 permanent eingehalten
wurden.
 ob mit den ausgewählten Vorhaben die Mittel entsprechend dem Finanzplan verwendet
wurden
 ob die ausgewählten Vorhaben die erforderlichen Beiträge zu den Wirkungszielen der LES
liefern
Impulse zur Steuerung:
Das QS-Team gibt bei Abweichungen entsprechende Empfehlungen für gegebenenfalls erforderliche
(strategische) Korrekturmaßnahmen an das steuernde Gremium, den Vorstand/das
Projektauswahlgremium ab, um die Ziele der LES weiterhin erreichen zu können oder diese
entsprechend geänderter Rahmenbedingungen neu zu definieren. Als Beispiele für
Gegensteuerungsvorschläge bei mangelnder oder schieflastiger Mittelvergabe in einzelnen
Aktionsfeldern seien hier nur eine verstärkte Sensibilisierungskampagne in der Bevölkerung oder die
Herausgabe terminlicher oder thematischer Aufrufe zur verstärkten Einreichung von Förderansuchen
erwähnt. Darüber hinaus soll das QS-Team Aktivitäten zur Schaffung innovativer Dialogwege
bezüglich der Bürgerbeteiligung initiieren und begleiten.
Das QS-Team tagt mindestens zweimal pro Jahr, berichtet seine Ergebnisse an den Vorstand / das
Projektauswahlgremium und veröffentlicht die Ergebnisse auch auf der Webseite der LAG. Der
Bericht des QS-Teams ist auch ein fixer Bestandteil der einmal jährlich stattfindenden
Generalversammlung, auf der den BürgermeisterInnen und den Mitgliedern aus der Zivilgesellschaft
über den aktuellen Entwicklungsstand berichtet wird.
Die laufende Kontrolle der Einhaltung der Vereinsstatuten obliegt den Gremien des Vereins. Für die
Einhaltung der Geschäftsordnung ist ebenfalls der Vorstand verantwortlich.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 51 / 68
4.2. Beschreibung der Vorkehrungen für Steuerung, Monitoring und
Evaluierung der Strategie- und Projektumsetzung inkl. Reporting an die
Verwaltungsbehörde und Zahlstelle
Zur erfolgreichen Umsetzung der LES wurde bei der Zusammenstellung des QS-Teams folgender
innovativer Zugang gewählt: Jeweils ein Teammitglied wird den drei Aktionsfeldern „Wertschöpfung,
natürliche Ressourcen / Kulturelles Erbe und Gemeinwohl“ zugeordnet, um dieses besonders zu
überwachen und Steuerungsvorschläge zu entwickeln. Als ebenso wichtig wird erachtet, dass die drei
aus der SWOT Analyse entwickelten Kernkompetenzen der Region „alles wächst, alle Energie, für alle
nah“ (siehe Kap. 2.3) bestmöglich zur Umsetzung der LES eingesetzt werden. Deshalb wird auch den
drei Kernkompetenzen jeweils ein Teammitglied zugeordnet. Aktionsfelder und Kernkompetenzen
werden in einer Matrix gegenübergestellt, sodass an den so entstehenden neun Schnittpunkten
jeweils zwei Team-Mitglieder die Indikatoren der Aktionsfeldthemen in der Wirkungsmatrix
überprüfen und bewerten. Ein/e KoordinatorIn & SprecherIn vervollständigt das QS-Team.
Obwohl nicht explizit vorgegeben, wird bei der personellen Zusammensetzung des QS-Teams
ebenfalls das im Art. 32 der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 vorgegebene Verhältnis von Politik /
Zivilgesellschaft / Frauen angestrebt. Daher setzt sich das 7-köpfige Team aus drei Vertreter/Innen
der Politik und vier aus der Zivilgesellschaft zusammen. Unter den sieben Personen sollen zumindest
drei Frauen sein. Der/die LAG-ManagerIn nimmt an den Sitzungen des QS-Teams ebenfalls teil, wobei
er/sie hauptsächlich für die Aufbereitung der erforderlichen Daten bzw. die Dokumentation
verantwortlich zeichnet und das laufende Monitoring der eingereichten Projekte übernimmt.
Die Bewertung erfolgt anhand der Tools, die im Erstellungsprozess der LES aufgebaut wurden.
Zusätzlich fließen die in den Länderseminaren zum Leader-Wirkungsmodell beigestellten Unterlagen
zu Controlling auf LAG- und Projektebene und zur Ermittlung der Outcome-Indikatoren in die
Bewertung ein und werden nach der Konstituierung des QS-Teams an die Bedürfnisse der LAG
angepasst. Bei der Bewertung werden die in den Wirkungsmatrizen der Aktionsfelder befindlichen
Indikatoren überprüft und Basis- bzw. Sollwerte verglichen. Abweichungen werden auf mögliche
Ursachen untersucht, gegebenenfalls werden Empfehlungen für erforderliche strategische
Korrekturmaßnahmen gegeben, um die Ziele der LES weiterhin zu erreichen oder diese entsprechend
geänderter Rahmenbedingungen neu zu definieren. Dazu zählt auch das Monitoring des der LAG
zugeteilten Förderbudgets, wobei darauf geachtet wird, dass die Mittel entsprechend dem
Finanzplan aufgewendet werden. Sollte es hier zu gröberen Abweichungen kommen, werden
Vorschläge zur Gegensteuerung an den Vorstand/das Projektauswahlgremium weitergeleitet.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 52 / 68
Spätestens nach 2 Jahren soll eine Evaluierung der in den Aktionsfeldern festgelegten Indikatoren
erfolgen. Zwischenzeitlich wurde genug Erfahrung gesammelt, welche Indikatoren als schwer
messbar bzw. als wenig relevant angesehen werden können und so durch geeignetere ersetzt
werden. Das QS-Team entwickelt dazu Vorschläge, die Entscheidungskompetenz liegt beim Vorstand
/ Projektauswahlgremium.
Weiters werden die Ergebnisse der Evaluierung durch das QS-Team in einer noch zu bestimmenden
Form an das Lebensministerium sowie an die Förderstellen des Landes NÖ weitergeleitet.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 53 / 68
5. Organisationsstruktur der LAG Donau NÖ-Mitte (max. Seitenanzahl: 5)
5.1. Rechtsform der LAG
Die LEADER-Region Donauland-Traisental-Tullnerfeld hat mit ihren 21 Mitgliedsgemeinden im ersten
Quartal 2014 den Prozess zur Bewerbung für das Förderprogramm 2014-2020(2023) gestartet. Drei
weiteren Gemeinden aus dem Bezirk Tulln, die die gleichen Voraussetzungen und
Entwicklungsbedarfe haben, wurde ein Angebot zur Beteiligung gemacht, zwei haben dieses Angebot
angenommen. Die Kleinregion Wagram, die in der Förderperiode 2007-2013 Teil der LEADER Region
Kamptal-Wagram war, stellte im August 2014 einen Antrag zur Aufnahme in die LEADER-Region
Donauland-Traisental-Tullnerfeld. Dadurch vergrößert sich die LEADER-Region um weitere 9
Gemeinden und ca. 30.000 EinwohnerInnen – davon 8 aus dem Bezirk Tulln. Nachdem erste Analysen
auch für diese 9 Gemeinden einen ähnlichen Entwicklungsbedarf ergaben, wurde dieser Aufnahme
stattgegeben.
Zur klaren Trennung von LEADER-Förderperiode 2007-2013 und 2014-2020(23) wurde in der
Generalversammlung vom 21. Oktober 2014 ein neuer Verein mit der Bezeichnung
„Regionalentwicklungsverein Donau NÖ-Mitte“ gegründet, in dem neben den 32 Gemeinden der
neuen LEADER-Gebietskulisse auch der bestehende Regionalentwicklungsverein DonaulandTraisental-Tullnerfeld ein Mitglied ist. Nach erfolgter Abrechnung der Förderperiode 2007-2013 wird
der Regionalentwicklungsverein Donauland-Traisental-Tullnerfeld aufgelöst, bis dahin besteht für
dessen 21 Mitglieder eine Doppelmitgliedschaft, ohne dass jedoch doppelte Mitgliedsbeiträge
anfallen werden.
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt gemeinsame Maßnahmen zur
Förderung der Regionalentwicklung in den Teilregionen Donauland, Traisental, Tullnerfeld und
Wagram mit allen Wirtschafts-, Kultur, Sozial- und Freizeitbereichen durchzuführen und dient zur
Unterstützung einer nachhaltigen, regionsgerechten und integrativen Entwicklung der Region.
5.2. Zusammensetzung der LAG (inklusive Darlegung der Struktur und getroffenen
Vorkehrungen, die gewährleisten, dass die Bestimmungen des Art. 32 der Verordnung
(EU) Nr. 1303/2013 permanent eingehalten werden)
Mitglieder des Vereins können alle physischen Personen sowie juristische Personen und rechtsfähige
Personengesellschaften werden. Die Mitglieder des Vereins Donau NÖ-Mitte gliedern sich in
ordentliche, außerordentliche und Ehrenmitglieder. Die 32 Mitgliedsgemeinden der Region Donau
NÖ-Mitte sowie die VertreterInnen aus der Zivilgesellschaft sind Ordentliche Mitglieder, da sie sich
voll an der Vereinsarbeit beteiligen, wobei sie in Ihren Entscheidungen eigene bzw.
Gemeindeinteressen hintanzustellen haben. Außerordentliche Mitglieder sind solche, die die
Vereinstätigkeit vor allem durch Zahlung eines erhöhten Mitgliedsbeitrags fördern, wobei sie
allerdings über kein Stimmrecht verfügen. Ehrenmitglieder sind Personen, die hierzu wegen
besonderer Verdienste um den Verein ernannt werden.
Alle Mitglieder sind berechtigt, an den Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen und die
Einrichtungen des Vereins zu beanspruchen. Das Stimmrecht in der Generalversammlung sowie das
aktive und passive Wahlrecht stehen nur den Ordentlichen und den Ehrenmitgliedern zu. Jedes
Mitglied hat eine Stimme.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 54 / 68
Gremien gemäß Verordnung (EU) Nr. 1303/2013
 Generalversammlung
 Projektauswahlgremium
 LAG-Management
Weitere Gremien der LAG aufgrund des Vereinsgesetzes sind
 Vorstand
 die Rechnungsprüfer
 das Schiedsgericht
Die Aufgaben von Rechnungsprüfung und Schiedsgericht sind in Vereinsstatuten geregelt (siehe
Beilage). Die Zuständigkeiten der einzelnen Organe (ohne Rechnungsprüfung und Schiedsgericht)
sind:
Die Generalversammlung
Diese stellt die Lokale Aktionsgruppe der LEADER-Region dar und setzt sich aus VertreterInnen
lokaler öffentlicher und privater sozioökonomischer Interessen zusammen. Dabei sind auf der Ebene
der Beschlussfassung weder Behörden im Sinne der nationalen Vorschriften noch eine einzelne
Interessengruppe mit mehr als 49 % der Stimmrechte vertreten. Sie wird mindestens einmal pro Jahr
in einer der Mitgliedsgemeinden abgehalten. Die Aufgaben der Generalversammlung und die
Vorgehensweise bei der Beschlussfassung sind in Vereinsstatuten geregelt (siehe Beilage). Die
Generalversammlung ist nach ordnungsgemäßer Einberufung bei Anwesenheit der Hälfte der
ordentlichen Mitglieder beschlussfähig, wobei zu überprüfen ist, dass weder Vertreter/Innen der
öffentlichen Hand noch andere einzelne Interessens-gruppierungen mit mehr als 49% der
Stimmrechte anwesend sind. Wenn zum Zeitpunkt des Beginns die Beschlussfähigkeit nicht gegeben
ist, findet eine halbe Stunde später eine Generalversammlung statt, die unabhängig von der Anzahl
und Art der anwesenden Mitgliedern beschlussfähig ist.
Die Generalversammlung besteht aus mind. 75 Personen, davon mindestens 41% Frauen. Sie setzt
sich wie folgt zusammen:
Öffentlicher Bereich (33 Personen):
 32 Gemeinden mit je einem/er politischen VertreterIn
 1 politische/r VertreterIn aus gesetzgebenden Körperschaften (Landtag, Nationalrat)
 Jede Person hat eine Stimme. Summe der Stimmrechte Öffentlicher Bereich: max. 44 %
Privater Bereich (mindestens 42 Personen):
 4 Personen aus der Wirtschaft (Unternehmen)
 3 Personen aus der Landwirtschaft
 2 PensionistInnen
 4 FrauenvertreterInnen
 3 Jugendliche / Junge Erwachsene
 4 Personen aus dem Sozialbereich
 2 Personen aus dem Energiebereich
 3 Personen aus dem Bereich Bildung
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 55 / 68
 4 Personen aus dem Bereich Kultur
 4 Personen aus dem Bereich Tourismus / Naherholung
 2 ArbeitnehmerInnen
 7 VertreterInnen wichtiger Vereine bzw. Organisationen
1 Pers. REV Donauland-Traisental-Tullnerfeld
1 Pers. Dorf- & Stadterneuerung
1 Pers. Tourismusdestination Mostviertel
1 Pers. Tourismusdestination Donau-NÖ
1 Pers. Weinstraße Traisental
1 Pers. Weinstraße Wagram
1 Pers. Kleinregion Wagram
 Jede Person hat eine Stimme. Summe der Stimmrechte Privater Bereich: min. 56 %
Der Vorstand / das Projektauswahlgremium
Dem Vorstand obliegt die Leitung des Vereins. Er ist das “Leitungsorgan” im Sinne des
Vereinsgesetzes 2002 und fungiert gleichzeitig als „Projektauswahlgremium“ im Rahmen der
Abwicklung von CLLD/LEADER. Er besteht aus 21 Personen: Obmann/Obfrau und zwei
StellvertreterInnen, SchriftführerIn und StellvertreterIn sowie KassierIn und StellvertreterIn und
weiteren Vorstandsmitgliedern aus unterschiedlichen sozioökonomischen Bereichen, unter
Beachtung der Gleichstellung der Geschlechter. Der Vorstand besteht aus mindestens 51 %
VertreterInnen der Zivilgesellschaft und zu nicht mehr als 49 % aus VertreterInnen öffentlichrechtlicher Körperschaften, wobei der Frauenanteil bei mindestens 41% Liegt. Er ist beschlussfähig,
wenn mindestens 50% der Mitglieder anwesend sind, wobei jedes Mitglied eine Stimme hat.
Die Auswahl von Projekten erfolgt nach vorangehender Beratung im Plenum mittels der bereits in
der Förderperiode 2007-2013 bewährten, elektronischen Online-Beschlussfassung. Dabei hat jedes
Mitglied nach objektiven Kriterien gemäß dem von der LAG ausgearbeiteten, nicht diskriminierenden
und transparenten Auswahlverfahren vorzugehen
Weitere Aufgabenbereiche sind in den Vereinsstatuten enthalten (siehe Beilage).
5.3. LAG-Management
Zur Sicherstellung eines professionellen Managements der LAG Donau NÖ-Mitte werden Personen
im Beschäftigungsausmaß von mindestens 60 Wochenstunden direkt bei der LAG angestellt. Das LAG
Management besteht aus einer/einem hauptamtliche/n LAG ManagerIn, der/die von einer
Assistenzkraft unterstützt wird. Themen- oder auch projektbezogen können Aufträge an weitere
ExpertInnen vergeben werden.
Der/die LAG ManagerIn soll Erfahrungen in folgenden Bereichen haben:
Unternehmensmanagement, Beratung, Projektmanagement, LAG Management.
Der/die Assistenzkraft soll Erfahrungen in folgenden Bereichen haben:
Büroorganisation, PC-Kenntnisse (ECDL), Buchhaltungskenntnisse.
Das LAG-Management des REV Donau NÖ-Mitte ist mit der ordentlichen Geschäftstätigkeit betraut
und für die Umsetzung der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Maßnahmen zur lokalen
Entwicklung (gemäß der gegenständlichen integrierten und multisektoralen Entwicklungsstrategie)
mittels professionellen Organisationsentwicklungs- und Projektmanagementmethoden
verantwortlich. Dazu zählen auch folgende Aufgaben:
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 56 / 68
 Beratung von FörderwerberInnen sowie Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer
Projektideen unter spezieller Berücksichtigung der Beiträge, die diese zu den Wirkungszielen
der Entwicklungsstrategie liefern
 Mitwirkung an Planungen und Konzepten der regionalen Entwicklung sowie die Entwicklung
von Regionsmarken mit zugehörigen Vermarktungsstrategien und Infrastruktur
 Informations-, Moderations- und Öffentlichkeitsarbeit nach innen und außen sowie das
Wecken des Interesses der Bevölkerung an der regionalen Entwicklung und die Durchführung
von Eigenveranstaltungen und Aktionen
 Zusammenarbeit und Vernetzung der Aktivitäten der Gemeinden und anderer regionaler
Organisationen in der Region, in Österreich und in Europa.
 Unterstützung regionaler Aktivitäten von Personen, Kooperationen und Organisationen zur
Förderung nachhaltiger Entwicklung sowie die Pflege des Erfahrungsaustausches
 Beratung zur Gründung von Projekten oder Unternehmen in der Region unter Beachtung von
Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und inhaltlicher Eignung für die Region
 Unterstützung und Durchführung von Forschungsarbeiten und Publikationen
wissenschaftlicher Ergebnisse.
5.4. Projektauswahlgremium (inklusive Geschäftsordnung, die gewährleistet, dass die
Bestimmungen des Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 permanent eingehalten
werden)
Das Projektauswahlgremium ist mit dem weiter oben beschriebenen Vereinsvorstand ident. Es setzt
sich neben jenen Personen, die die laut Vereinsgesetz erforderlichen Funktionen wie
Obmann/Obfrau, zwei StellvertreterInnen, SchriftführerIn und -StellvertreterIn sowie KassierIn und StellvertreterIn und weiteren Vorstandsmitgliedern zusammen, die alle Sozioökonomischen Bereiche
der Region abdecken und die die Gleichstellung der Geschlechter berücksichtigen.
Um auch jedwede Beeinflussung im Abstimmungsverhalten auszuschließen, werden alle
Projektanträge dem Projektauswahlgremium zur elektronischen Online-Beschlussfassung zugeführt.
Dazu werden die Beschlussvorlagen den Mitgliedern dieses Gremiums separat über eine sichere
Online-Plattform zur Abstimmung vorgelegt.
Diese tätigen ihre Entscheidungen für die Auswahl der Vorhaben geheim, unabhängig voneinander
und auch ohne Einsicht zu haben, wie andere Gremiumsmitglieder bereits vor ihnen abgestimmt
haben, anhand eines von der LAG ausgearbeiteten, nicht diskriminierenden und transparenten
Auswahlverfahrens, das von objektiven Kriterien bestimmt wird.
Vorhaben gelten nur dann als ausgewählt, wenn die Mehrheit der abgegebenen Stimmen von
Mitgliedern aus der Zivilgesellschaft stammt. Durch die elektronische Abspeicherung von
Abstimmungsverhalten und -zeitpunkt ist das für jede einzelne Projektauswahl jederzeit
nachvollziehbar.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 57 / 68
5.5. Ausschluss von Unvereinbarkeiten (Interessenskonflikten)
Unvereinbarkeiten in der LAG (Generalversammlung)
Diese können dadurch ausgeschlossen werden, dass weder Politik noch Interessensvertretungen
mehr als 49% der Stimmrechte auf sich vereinigen können.
Unvereinbarkeiten im Projektauswahlgremium
Diese treten dort auf, wo ein Mitglied im Zusammenhang mit einem zu fördernden Projekt in einen
Interessenskonflikt gerät. Für Mitglieder des Projektauswahlgremiums sind folgende Fälle jedenfalls
unvereinbar:
 Das Mitglied ist gleichzeitig politische/r VertreterIn einer Gemeinde: Tritt diese Gemeinde als
Projektträger auf, so ist das Mitglied für befangen zu erklären, tritt aber ein anderer
Projektträger aus dieser Gemeinde auf, ist keine Befangenheit gegeben.
 Das Mitglied ist gleichzeitig VertreterIn einer Organisation, die als Projektträger auftritt
 Das Mitglied steht in einem engen Verwandtschaftsverhältnis mit der/dem FörderwerberIn
(Eltern, Kinder, Geschwister, Ehe- PartnerIn)
 Das Mitglied tritt selbst oder in Kooperation mit anderen als Projektträger auf
Um Interessenkonflikte des Projektauswahlgremiums zu vermeiden, sind jene Mitglieder, die
befangen sein könnten, von der Beratung und von der Abstimmung zur Auswahl auszuschließen.
Sollte jemand nicht ausgeschlossen worden sein und trotzdem Grund zur Befangenheit bestehen, hat
diese Person das dem LAG-Management unverzüglich zu melden.
Unvereinbarkeiten im LAG-Management
Um grundsätzliche Unvereinbarkeiten im Zusammenhang mit dem LAG-Management vorab
auszuschließen, dürfen LAG-ManagerInnen keiner weiteren Nebentätigkeit im Regional-, Tourismusoder Schutzgebietsmanagement nachgehen.
Für nebenberufliche Tätigkeiten des LAG-Managers bzw. der LAG-Managerin ist seitens des
Vorstands der LAG als Arbeitergeberin eine generelle Zustimmung einzuholen. In seiner Beurteilung
sollte der Vorstand auch das Unvereinbarkeitsprinzip anwenden.
Weiters darf der/die LAG-ManagerIn nicht selbst als Projektträger im Rahmen von LEADER auftreten
oder bezahlte Tätigkeiten in LEADER-Projekten der eigenen LAG annehmen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 58 / 68
6. Umsetzungsstrukturen (max. Seitenanzahl: 4)
6.1. Arbeitsabläufe , Zuständigkeiten, Entscheidungskompetenzen (inklusive
Organigramm)
Die Entscheidungskompetenzen der Organe des Vereins sind in den Statuten des Vereins festgelegt
(siehe Anlagen). Die Generalversammlung wählt den Vorstand, der gleichzeitig als
Projektauswahlgremium im Förderprogramm LEADER fungiert. Das Projektauswahlgremium trifft die
Entscheidung über die Förderung von Projekten nach objektiven Kriterien gemäß dem, von der LAG
ausgearbeiteten, nicht diskriminierenden und transparenten Auswahlverfahren, welches in der
Geschäftsordnung genau geregelt ist. Es bestellt den/die LAG ManagerIn, der/die als
zeichnungsberechtigte/r GeschäftsführerIn des Vereins fungiert. Der/die LAG-ManagerIn ist für die
Sensibilisierung der Bevölkerung, die Beratung und Unterstützung von FörderwerberInnen, die
Abstimmung mit Förderstellen und die Kommunikation mit nationalen und internationalen
Partnerorganisationen im Bereich der Regionalentwicklung zuständig. Er/Sie führt die Geschäfte des
Vereins und steht dabei dem Obmann / der Obfrau weisungsgebunden, dessen/deren Kompetenzen
ebenfalls in den Vereinsstatuten festgelegt sind.
In Ergänzung zu den Vereinsstatuten sind folgende Punkte der Geschäftsordnung geregelt:
 Zusammensetzung der Mitglieder der Generalversammlung
 Zusammensetzung des Projektauswahlgremiums
 Vorgehensweise zur Erlangung gültiger Beschlüsse
 Vorgehensweise bei Ablehnungen
 Geheimhaltungsvereinbarung & Transparenz der Entscheidungen
 Vermeidung von Interessenskonflikten
 Professionelles LAG-Management
 Qualitätsmanagement
 Prinzipien zu den Auswahlkriterien
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 59 / 68
6.2. Auswahlverfahren für Projekte (inklusive Projektauswahlkriterien)
Der breit angelegte Bürgerbeteiligungsprozess hat rund 180 unterschiedlich ausgereifte Projektideen
beschert, die den Aktionsfeldern und Aktionsfeldthemen zugeordnet wurden (z.B. Kap. 3.1.5). Sie
wurden zu Themenclustern zusammengefasst und mit Indikatoren versehen, die es ermöglichen,
eine Bewertung sowohl hinsichtlich Ihres Beitrags zu den Wirkungszielen als auch hinsichtlich des
Umsetzungsgrades der Strategie durchzuführen. Die im Aktionsplan angeführten Projektideen sind
jeweils stellvertretend für mögliche Projekte in diesem Bereich zu sehen. Einerseits wird nur ein
Bruchteil der bisher bekannten Projektideen umgesetzt werden können, andererseits besteht noch
bis 2020 die Möglichkeit, Projektideen bekanntzugeben.
Grundsätzlich ist eine kontinuierliche Einreichung der Projektideen möglich, wobei das
Projektauswahlgremium zumindest viermal pro Jahr tagen und ihre Entscheidungen treffen soll. Da
nicht zu erwarten ist, dass Projektanträge genau nach Finanzplan eingebracht werden, wird zu
einzelnen Aktionsfeldthemen durch das LAG Management eine verstärkte Sensibilisierungskampagne
in der Bevölkerung erforderlich sein. Dies kann auch dazu führen, dass terminliche oder thematische
Aufrufe (Calls) zur Einreichung von Projekten herausgegeben werden. Um zusätzliche Anreize zu
schaffen, soll auch die Förderhöhe in einem bestimmten Korridor variiert werden können.
Das Auswahlverfahren sieht folgenden Bewertungsprozess am Weg zur Förderzusage vor:
 Selbstbewertung durch ProjektwerberIn
 Eingangs-Bewertung durch LEADER-Management
 Bewertung durch interessierte Bevölkerung mittels Social Media Plattformen
 Inhaltliche Bewertung durch Projektauswahlgremium (PAG)
 Formale Bewertung durch die Förderstellen
Selbstbewertung durch Projektwerber
Eine wichtige Änderung gegenüber dem Programmzeitraum 2007-2013 ist, dass Projekte durch das
PAG auch abgelehnt werden können. Das erfordert im Umkehrschluss eine möglichst hohe Qualität
der Einreichunterlagen, speziell auch im Zusammenhang mit dem Beitrag zu den Leistungs- und
Wirkungszielen der Region. Um diese Qualität zu erlangen, werden die FörderwerberInnen von der
Projektidee bis zur Erlangung der Förderreife durch das LAG-Management unterstützt und begleitet.
Eine Selbstbewertung in Checklisten-Form soll den FörderwerberInnen eine weitere wesentliche
Unterstützung bieten.
Eingangs-Bewertung durch LEADER- Management
Durch die Verlagerung der Entscheidungskompetenz zur Förderung von Projekten in die LAG
kommen auch auf das LAG-Management neue Herausforderungen zu. Einerseits soll dieses der
Anwalt der FörderwerberInnen sein, andererseits besteht für das PAG die Verpflichtung, auch
Projekte abzulehnen. Gelingen kann dieser Spagat nur, wenn der Projektauswahl eine bestmögliche
Aufbereitung der Projekte vorangeht. Folgende Punkte sind dabei unter anderen zu überprüfen:
 Vorprüfung der formalen Kriterien
 Entspricht das Projekt den Zielen der LES
 Ist die Projektträgerschaft gesichert
 Ist der Förderantrag vollständig
 Ist die Vorfinanzierung / Finanzierung gesichert
 Übereinstimmungen / Abweichungen bezüglich der Selbstbewertung durch den/die
ProjektträgerIn
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 60 / 68
Bewertung durch interessierte Bevölkerung mittels Social-Media Plattformen
Die Erfahrung der abgelaufenen LEADER-Förderperiode hat gezeigt, dass die LEADER- Methode trotz
öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen, Medieneinschaltungen und Berichterstattungen, Infomails
an alle BewohnerInnen und Aufstellen von Infoboxen in zentralen Einrichtungen der Gemeinden
einem Großteil der Bevölkerung zu wenig bekannt ist. Um in der kommenden LEADER-Periode diese
Erfahrung gezielt aufzugreifen, ist angedacht, innovative, strukturierte Dialogmöglichkeiten (z.B. über
Nutzung von Social Media Plattformen) zu schaffen, die auch bei einem neuen, mehrstufigen
Verfahren in der Projektbewertung ihren Niederschlag finden können. Diese Bewertungsform soll
nicht von Beginn an zur Anwendung kommen, sondern zunächst ausgearbeitet und in einer
Pilotphase auf Praxistauglichkeit getestet werden. Das QS-Team wird dafür Vorschläge erarbeiten
und die Pilotierung und Umsetzung der Ergebnisse begleiten.
Inhaltliche Bewertung durch Projektauswahlgremium
Das Projekt wird in der Sitzung des PAG vorgestellt und ausgiebig diskutiert. Das Plenum beschließt
anhand der Kriterien zur Ermittlung der besonderen Förderwürdigkeit (siehe Anlage) ob das Projekt
als besonders förderwürdig eingeschätzt wird oder nicht und führt es der Online-Bewertung zu,
welche von den Mitgliedern einzeln und geheim im Anschluss an die Sitzung durchgeführt wird. Die
Bewertung hat nach transparenten, nicht diskriminierenden Auswahlkriterien zu erfolgen. Jedes
einzelne Kriterium ist in einer Form zu beschreiben, dass sämtliche Mitglieder des PAG das gleiche
Verständnis zur Auslegung dieses Kriteriums haben, um missverständliche oder bevorzugende
Bewertung durch ein Gremiumsmitglied zu vermeiden. Zentrale Bereiche der Bewertung bilden unter
anderen der Beitrag zu den Leistungs- und Wirkungszielen der Region, der Nutzung und Stärkung der
regionalen Kernkompetenzen sowie der Innovationsgehalt des Projekts. Diese Bewertung erfolgt mit
Hilfe eines Tools, welches Kenngrößen zur formalen und inhaltlichen Projektreife generiert. (siehe
Grafik bzw. Beilage).
Mögliche Auswahl-Ergebnisse:
Ablehnung: Projekt entspricht nicht der
LES oder würde auch bei Abänderung
keine Zustimmung bekommen.
Bedingte Ablehnung: Projekt nicht
ausreichend aufbereitet. Schriftliche
Stellungnahme mit Kri-terien zur
Wiedereinreichung an FörderwerberIn
Projektreife noch nicht gegeben:
Nachbesserung sowie erneuter Beschluss
im Umlaufverfahren erforderlich.
Es gibt drei unterschiedliche Ausprägungen:
Hohe formale Reife, geringe Inhaltliche Reife: Projekt voraussichtlich nur anteilig über LEADER
förderbar, LAG Management unterstützt bei Suche nach anderen Förderquellen.
Mittlere formale und inhaltliche Reife: Bedingungen, unter denen das Projekt zustimmungsfähig ist,
sind nach Vorgaben des PAG vom LAG-Management genau zu formulieren und dem/der
FörderwerberIn schriftlich bekannt zu geben.
Geringe formale Reife, hohe Inhaltliche Reife: tolle Idee im Sinne der Strategie, LAG Management
bietet FörderwerberIn Unterstützung an, um Projektreife in absehbarer Zeit zu erreichen.
Zustimmung unter Auflagen mit dem Attribut „besonders förderwürdig“ sind ebenfalls nach
Vorgaben des PAG vom LAG-Management genau zu formulieren und dem/der
FörderwerberIn schriftlich bekannt zu geben. Aufgrund der Bedeutung wird dem Projekt
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 61 / 68
besondere Unterstützung durch das LAG Management gewährt. Wenn das Attribut „besonders
förderwürdig“ nicht vergeben wurde, ist nach Nachreichung von Unterlagen eine erneute Bewertung
per Umlaufbeschluss erforderlich
Zustimmung: Herzlichen Glückwunsch, das Projekt ist in der eingereichten und präsentierten
Form genehmigungsfähig!
Diese Auswahlkriterien sind den FörderwerberInnen vor Antragstellung bekannt zu geben, damit
diese/r schon im Vorfeld weiß, worauf bei der Auswahl Wert gelegt wird.
Sollten Projekte abgelehnt werden, ist eine ausführliche Begründung vorzulegen, die auch Hinweise
auf Verbesserungsmöglichkeiten für eine erneute Bewerbung beinhalten muss. Projekte können
auch abgelehnt werden wenn im zutreffenden Aktionsfeldthema kein Budget mehr vorhanden ist.
Formale Bewertung durch die Förderstellen – endgültige Förderentscheidung
Nach der formalen Prüfung durch die Förderstellen erteilen diese die Förderzusage. Das genauere
Prozedere wird von den Förderstellen noch bekanntgegeben.
6.3. Darstellung der Transparenz der Entscheidungen
In Förderprogrammen steht der Schutz persönlicher Daten von FördermittelempfängerInnen oft im
Widerspruch zum Wunsch der Öffentlichkeit nach Transparenz bei der Vergabe, wenn es sich dabei
um Fördermittel der öffentlichen Hand handelt. Den FörderwerberInnen ist diese Transparenz der
Mittelvergabe naturgemäß nicht so sehr ein Anliegen, vielmehr jedoch die Transparenz in der
Entscheidungsfindung zur Mittelvergabe. Daher ist es einerseits wichtig, die getroffenen
Entscheidungen zu dokumentieren und gerade bei Ablehnungen gegenüber den FörderwerberInnen
sorgfältig auszuformulieren, andererseits diese aber auch transparent nach außen – entsprechend
den Bestimmungen des Datenschutzgesetzes – zu kommunizieren.
Transparente Kommunikation gegenüber der FörderwerberInnen:
 Bekanntgabe der Projektauswahl zeitnah nach der Sitzung des Projektauswahlgremiums und
der danach erfolgten positiven Online-Abstimmung
 Information des/der FörderwerberIn über jene Daten, die im Sinne der Transparenz öffentlich
gemacht werden müssen
 Bei Ablehnungen: Bekanntgabe der Ablehnungsgründe, konkrete Beschreibung des
Nachbesserungsbedarfs, um in einer erneuten Einreichung Chancen für eine Zusage zu
bekommen. Terminangebot für ein persönliches Abstimmungsgespräch
Transparente Kommunikation gegenüber Bevölkerung und Medien:
 Darstellung der jeweils ausgewählten Projekte auf der Regionshomepage in einer
vordefinierten, harmonisierten Form.
 Darstellung des Ausnutzungsgrads der verfügbaren Fördermittel durch Kumulierung der
Projekte nach Aktionsfeldern bzw. Aktionsfeldgruppen in einer Form, dass daraus keine
Rückschlüsse auf Einzelprojekte gezogen werden können.
 Darüber hinaus Verweis auf die Transparenzdatenbank des Bundes
Verschwiegenheit
Die Mitglieder des Projektauswahlgremiums sind der Verschwiegenheit verpflichtet (siehe
Geschäftsordnung) und dürfen keine Angaben über Projektträger, Investitionskosten, Fördermittel
und -höhe nach außen tragen.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 62 / 68
7. Finanzierungsplan (indikative Finanztabelle für die Gesamtperiode; getrennt nach
Fonds, falls relevant) (max. Seitenanzahl: 2; zusätzlich ist ein Gesamtfinanzplan nach
vorgegebenem Muster in Excel beizubringen)
öffentliche Mittel Eigenmittel Eigenmittel
davon
LEADER-Programm
LAG
Projektträger Gemeindemittel
Positionen
Kosten
LAG Management inkl. Sensibilisierung
1.633.906,66
895.900,00
738.006,66
0,00
738.006,66
Umsetzung der Strategie
4.726.000,00
3.200.200,00
352.400,00
1.173.400,00
976.200,00
Aktionsfeld 1 2.595.000,00
Aktionsfeld 2
1.708.500,00
64.400,00
822.100,00
548.400,00
623.000,00
36.000,00
231.000,00
151.500,00
890.000,00
Aktionsfeld 3 1.241.000,00
Kooperationen
868.700,00
490.000,00
329.000,00
6.849.906,66
4.425.100,00
252.000,00
24.000,00
120.300,00
276.300,00
137.000,00
75.000,00
IWB
ETZ
Summe
Anteil LAG Management an der LES
1.114.406,66 1.310.400,00
1.789.206,66
20,25
7.1. Eigenmittelaufbringung der LAG
Die von den 32 Mitgliedsgemeinden gefassten Gemeinderatsbeschlüsse beinhalten „rund 1 Euro pro
HauptwohnsitzbewohnerIn und Jahr“ als Mitgliedsbeitrag. Die Generalversammlung vom 21.10.2014
hat einen Mitgliedsbeitrag in der Höhe von genau 1,00 Euro beschlossen, wobei dieser mit einer
Indexbindung versehen ist. Aus diesem Mitgliedsbeitrag werden LAG Management und
Sensibilisierung abgedeckt, der Rest kann für LAG eigene Projekte verwendet werden.
7.2. Budget für Aktionsplan
Aktionsbudget
Kosten
Fördermittel
Aktionsfeld 1: Wertschöpfung
2.595.000 1.708.500
Regionale Lebensmittel
nachhaltig und innovativ produzieren
525.000 315.000
Tourismus-Schwerpunkte der Region
Donau NÖ-Mitte entwickeln und
vermarkten 1.635.000 1.144.500
Regionale Wirtschaft
im Dialog mit der Bevölkerung entwickeln
435.000
Aktionsfeld 2: natürliche Ressourcen &
kulturelles Erbe
890.000
Regionale Energieressourcen
nachhaltig nutzen
210.000
Naturraum gemeinsam erhalten
360.000
Regionale Kultur und Geschichte
sichtbar machen
320.000
Aktionsfeld 3: Gemeinwohl
1.241.000
Füreinander sorgen in der Region
506.000
Vielfalt gemeinsam leben
430.000
Miteinander und voneinander lernen
305.000
Eigenmittel davon
Projekt- Gemeindeträger
mittel
64.400
822.100
548.400
Eigenmittel
LAG
0
210.000
20.000
0
490.500
444.000
249.000
64.400
121.600
84.400
623.000
36.000
231.000
151.500
147.000
252.000
27.000
9.000
36.000
99.000
37.500
63.000
224.000
868.700
354.200
301.000
213.500
0
252.000
93.000
87.000
72.000
96.000
120.300
58.800
42.000
19.500
51.000
276.300
117.300
87.000
72.000
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 63 / 68
Zur Budgetierung der Aktionsfelder wurden folgende Grundlagen herangezogen:
 aus den SWOTs abgeleitete Entwicklungsbedarfe
 regionale Kernkompetenzen, mithilfe deren die Strategie umgesetzt werden soll
 aus dem Bürgerbeteiligungsprozess resultierende Projektansätze
 Erfahrungen aus den vorangegangenen Förderperioden
Daraus ergibt sich ein benötigtes Regionalentwicklungsbudget in der Höhe von rund € 6,8 Mio., das
zu ca. 1/3 aus Eigenmitteln der ProjektträgerInnen und 2/3 aus öffentlichen Mitteln aus dem
LEADER-Programm finanziert werden soll. Der genaue Fördersatz ist jedoch nach noch
festzulegenden Kriterien im Einzelfall vom Projektauswahlgremium zu bestimmen.
7.3. Budget für Kooperationen
Kooperationsbudget
Kosten
Fördermittel
Eigenmittel
LAG
Eigenmittel davon
Projekt- Gemeindeträger
mittel
Summe Kooperationen
490.000
329.000
24.000
137.000
75.000
Aktionsfeld 1: Wertschöpfung-KOOP
140.000
84.000
0
56.000
0
140.000
84.000
0
56.000
0
270.000
189.000
0
81.000
51.000
100.000
70.000
0
30.000
0
170.000
119.000
0
51.000
51.000
80.000
56.000
24.000
0
24.000
80.000
56.000
24.000
0
24.000
Regionale Wirtschaft
im Dialog mit der Bevölkerung entwickeln
Aktionsfeld 2: natürliche Ressourcen &
kulturelles Erbe-KOOP
Naturraum gemeinsam erhalten - KOOP
Regionale Kulturund Geschichte
sichtbar machen - KOOP
Aktionsfeld 3: Gemeinwohl - KOOP
Vielfalt gemeinsam leben - KOOP
Nationale & internationale Kooperationen sind in allen drei Aktionsfeldern geplant und betragen
rund 10% des Aktionsbudgets.
7.4. Budget für LAG-Management und Sensibilisierung (Die durchgängige
Beschäftigung von mindestens 1,5 Vollzeitbeschäftigungsäquivalent für das LAGManagement ist für die Jahre 2015 bis einschließlich 2020 verpflichtend)
Die Kosten für LAG Managements und Sensibilisierung (Personalkosten, Büroaufwand, Homepage,
Medien, ReferentInnen, Saalmieten, etc.) betragen für 2015 bis 2023 in Summe rund € 1,4 Mio.,
wobei € 0,4 Mio. für Sensibilisierung veranschlagt werden. Der Anteil des LAG Managements inkl.
Sensibilisierung beträgt bezogen auf die gesamten öffentlichen Mittel des Förderprogramms 20,25%.
7.5. Herkunft der Budgets für LAG eigene Projekte
Das Budget für LAG eigene Projekte setzt sich aus Mitteln der Gemeinden (überwiegend für
bewusstseinsbildende Maßnahmen) und aus Mitteln der Bevölkerung zusammen (überwiegend für
Qualifizierungsmaßnahmen). Gemeindemittel, die nicht aus dem Mitgliedsbeitragsüberhang
finanziert werden können, werden von den Gemeinden nach entsprechenden
Gemeinderatsbeschlüssen beigestellt. Dieser erhöhte Aufwand in der Mittelbeschaffung wurde ganz
bewusst in Kauf genommen, da es die Transparenz der Mittelverwendung für die
Mitgliedsgemeinden wesentlich erhöht.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 64 / 68
8. Erarbeitungsprozess der Entwicklungsstrategie (max. Seitenanzahl: 2)
Die LEADER-Region Donauland-Traisental-Tullnerfeld hat mit ihren 21 Mitgliedsgemeinden im ersten
Quartal 2014 den Prozess zur Bewerbung für das Förderprogramm 2014-2020(2023) mit
Bürgermeister-Interviews gestartet. Drei weiteren Gemeinden aus dem Bezirk Tulln, die die gleichen
Voraussetzungen und Entwicklungsbedarfe haben, wurde ein Angebot zur Beteiligung gemacht, zwei
haben dieses Angebot letztendlich angenommen.
Da die sozioökonomische Lage in der bestehenden LEADER-Region sehr ausgeglichen ist, wurde der
Bürgerbeteiligungsprozess nach der Methode der Kernkompetenzanalyse durchgeführt. In insgesamt
4 Zukunftswerkstätten (drei in der bestehenden LAG Ende April 2014, eine zusätzliche in der
Kleinregion Wagram am 17.9.2014) mit breiter Bürgerbeteiligung (ca. 175 beteiligte Personen)
wurden vier Kompetenzfelder der LAG erarbeitet: Tourismus-Kultur-Naherholung / LW-Produkte –
Regionskulinarik / Zusammenleben der Generationen / Mobilität-Energie-Wirtschaft. Weiters
wurden erste Projektideen entgegengenommen. Diesen Zukunftswerkstätten ging eine umfangreiche
Pressearbeit voraus, mehr als 1.000 BürgerInnen der Region wurden per Newsletter bzw. per
persönlichem E-Mailing zu den WS eingeladen.
In einer zweitägigen Strategieklausur (5./6. Mai 2014) haben 25 Personen aus den vier
Kompetenzfeldern Kernaussagen herausgefiltert. Diese sind: „Klima und Energieregion sein“, „In
Wert setzen, dessen, was wächst – wachsen-schätzen-nutzen!“, „Region entdecken“, „gemeinsames
Leben und Lernen“, sowie „gut erreichbar“. Zu den vier Kompetenzfeldern wurden SWOTs gemacht
und aus diesen SWOTs die entsprechenden Entwicklungsbedarfe abgeleitet. Abschließend wurden
aus den Entwicklungsbedarfen und den bisher eingebrachten Projektideen „Strategische Initiativen“
formuliert.
Anhand der Inputs aus Zukunftswerkstätten und Strategieklausur wurden die Kompetenzfelder
weiter verdichtet und daraus drei Kernkompetenzen entwickelt (siehe Kap. 2.3).
Im Anschluss daran wurden in den 21 Gemeinden der bestehenden LAG 120 Ideenboxen mit
vorgedruckten, ausfüllbaren Ideenkarten in Gemeindeämtern, in der Gastronomie, bei
Nahversorgern und Ärzten usw. aufgestellt, um allen Bevölkerungsschichten einen niederschwelligen
Zugang am Bürgerbeteiligungsprozess zu ermöglichen. In elf weiteren Workshops wurden die bisher
eingelangten Projektideen für die jeweiligen Interessentengruppen aufbereitet und mit ihnen
abgestimmt sowie weitere Projektideen eingeholt. Diese waren: Landwirtschaft, Wirtschaft, Bildung,
Jugend, Tourismus (Tullner Donauraum bzw. Unteres Traisental) und fünf in der Kleinregion Wagram.
LAG Management intern wurde die bestehende LES auf noch aktuelle Ansätze für 2014/2020
analysiert, die umgesetzten Projekte der vergangenen LEADER Perioden nach Erfolgen bewertet und
auf mögliche Folgeprojektansätze untersucht sowie an der Strukturierung (Clusterung) der
eingegangenen Projektideen gearbeitet, um sie den drei vorgegebenen Aktionsfeldern
Wertschöpfung, natürliches/kulturelles Erbe bzw. Gemeinwohl zuzuordnen und die jeweilige
Wirkungsmatrix erstellen zu können.
Unter Beteiligung engagierter ehrenamtlicher Personen aus der Gebietskulisse der LAG wurde eine
weitere Zuordnung hinsichtlich Dringlichkeiten, regionale Reichweiten, mögliche
Projektträgerschaften, benötigte Budgets und Umsetzungszeiträume der Projektideen getroffen, die
die Basis für den Aktionsplan der LAG darstellte.
Zwischenzeitlich wurden in vier gemeinsamen Vorstands- und Strategiegruppensitzungen der
jeweilige Stand im Strategieprozess präsentiert und diskutiert sowie die Statuten- und
Geschäftsordnungs-Entwürfe durchgearbeitet.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 65 / 68
Im August 2014 stellte die Kleinregion Wagram, die in der Förderperiode 2007-2013 Teil der LEADER
Region Kamptal-Wagram war, einen Antrag zur Aufnahme in die LEADER-Region DonaulandTraisental-Tullnerfeld. Dadurch vergrößert sich die LEADER-Region um weitere 9 Gemeinden und ca.
30.000 EinwohnerInnen – davon 8 aus dem Bezirk Tulln. Nachdem erste Analysen auch für diese 9
Gemeinden einen ähnlichen Entwicklungsbedarf ergaben, wurde der Beitritt der Kleinregion Wagram
vom Vereinsvorstand beschlossen.
In der Folge flossen die in der Kleinregion Wagram bereits durchgeführten SWOT Analysen und
Projektideenerhebungen in den gemeinsamen Strategieentwicklungsprozess ein. Um in allen Teilen
der LAG von den gleichen Voraussetzungen ausgehen zu können, wurde nachträglich auch in der
Kleinregion Wagram eine Kernkompetenzanalyse durchgeführt, die bestätigte, dass nun
zusammenwächst, was schon immer zusammengehört hätte.
Zwischen Februar und Oktober 2014 wurden sämtliche Gemeinderatsbeschlüsse zur LEADERBeteiligung bis 2023 bzw. zur Eigenmittelaufbringung durch die Gemeinden eingeholt.
Zur klaren Trennung von LEADER-Förderperiode 2007-2013 und 2014-2020(23) wurde in der
Generalversammlung vom 21. Oktober 2014 ein neuer Verein mit der Bezeichnung
„Regionalentwicklungsverein Donau NÖ-Mitte“ gegründet, dessen Organe gewählt, Statuten und
Geschäftsordnung beschlossen und Mitglieder aufgenommen und die Entwicklungsstrategie
beschlossen. Neben den 32 Gemeinden der neuen LEADER-Gebietskulisse trat auch der bestehende
Regionalentwicklungsverein Donauland-Traisental-Tullnerfeld als Mitglied bei. Weitere Mitglieder
sind VertreterInnen von Vereinen und Organisationen sowie engagierte Personen aus der
Zivilgesellschaft. Nach erfolgter Abrechnung der Förderperiode 2007-2013 wird der
Regionalentwicklungsverein Donauland-Traisental-Tullnerfeld aufgelöst, bis dahin besteht für dessen
21 Mitglieder eine Doppelmitgliedschaft, ohne dass jedoch doppelte Mitgliedsbeiträge anfallen
werden.
Nach Zusammenstellung aller erforderlichen Unterlagen wurde der Antrag um Anerkennung der
Region Donau NÖ-Mitte als LAG zusammen mit der Lokalen Entwicklungsstrategie 2014-2020(23)
Ende Oktober 2014 beim zuständigen Ministerium eingereicht.
Externe Moderation fand nur bei der zweitägigen Strategieklausur im Mai 2014 statt. Die LES wurde
von der LAG in Zusammenarbeit mit der Kleinregion Wagram selbst erstellt.
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 66 / 68
9. Beilagen
Vereinsstatuten, Mitgliederliste, Geschäftsordnung, Gemeinderatsbeschlüsse ….
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Regionskarte
Gesamtfinanzplan Periode 2014 - 2020
Wirkungsmatrix
Kriterien zur Projektauswahl
Vereinsstatuten
Geschäftsordnung
Projektauswahlgremium
Vereinsregisterauszug
Anzeige der Vereinserrichtung
Wahlanzeige
Gründungsgeneralversammlung
Präsentation mir Beschlüssen
TeilnehmerInnenliste
12. Gemeinderatsbeschlüsse:
o Absdorf
o Atzenbrugg
o Fels am Wagram
o Furth bei Göttweig
o Grafenwörth
o Großriedenthal
o Großweikersdorf
o Herzogenburg
o Inzersdorf-Getzersdorf
o Judenau-Baumgarten
o Kapelln
o Kirchberg am Wagram
o Königsbrunn am Wagram
o Königstetten
o Langenrohr
o Michelhausen
o Muckendorf-Wipfing
o Nußdorf ob der Traisen
o Obritzberg-Rust
o Paudorf
o Sieghartskirchen
o Sitzenberg-Reidling
o Statzendorf
o Stetteldorf am Wagram
o Traismauer
o Tulbing
o Tulln an der Donau
o Weißenkirchen an der Perschling
o Wölbling
o Würmla
o Zeiselmauer-Wolfpassing
o Zwentendorf an der Donau
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 67 / 68
13. Workshop-Präsentationen & TeilnehmerInnenlisten & Foto-Dokumentation zu
o Zukunftswerkstatt Fladnitztal
o Zukunftswerkstatt Tullnerfeld-Fragnerland
o Workshop Jugend
o Zukunftswerkstatt Traisental-Perschlingtal
o Strategieklausur Lackenhof
o Strategiegruppensitzung in Königstetten
o Workshop Tourismus Traisental
o Workshop Tourismus Tullner Donauraum
o Strategiegruppensitzung in Ambach
o Zukunftswerkstatt Wagram 1
o Workshop Bildung
o Workshop Wirtschaft
o Workshop Landwirtschaft
o Strategiegruppensitzung in Reichersdorf
o Zukunftswerkstatt Wagram 2
o Strategiegruppensitzung in Herzogenburg
Aufruf zur Bewerbung als Lokale Aktionsgruppe im Rahmen von CLLD gem. Art. 32 – 35 der Verordnung (EU) 1303/2013
Seite 68 / 68
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
10
Dateigröße
2 494 KB
Tags
1/--Seiten
melden