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Hamburger
Gehörlosen-Zeitung
Oktober | November | Dezember 2014
C 10596 F
Die letzten Bilder vom
alten Fahrstuhl» Seite 3
„Tag der Gehörlosen“
»Seite 4
Der Gehörlosenverband
hat einen „Klagefond“
eingerichtet
» Seite 9
Zukunftsmusik: Barrierefreies Kino? » Seite 10
Infoveranstaltung zur
Barrierefreiheit im HVV » Seite 12
Gehörlose bei Public
Viewing diskriminiert » Seite 14
Bundessozialgericht:
Krankenkassen müssen
Rauchwarnmelder bezahlen » Seite 16
SPORTSPIEGEL
Viele Berichte
» ab Seite 26
… und vieles mehr!
Cyclassics 2014
» Seite 29
HGZ 4/14
w w w. g l v h h . d e
HGZ 4/2014 | 1
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Liebe Leserin, lieber Leser,
mit frischem Rückenwind und gut erholt kommen
wir aus den Sommerferien, hinein in den politisch
bunten Herbst! Im nächsten Februar stehen in
Hamburg bereits die Bürgerschaftswahlen an und
die Parteien rüsten sich nun für den Wahlkampf.
Jetzt werden die Kandidaten gekürt, die Parolen
ausgefochten und die Wahlprogramme entworfen,
welche uns dann zu den Wahlurnen locken sollen. In diesem Zusammenhang haben wir am 06.
September unseren ‚Tag der Gehörlosen‘ begangen und unter das Motto ‚Gesellschaftliche Teilhabe‘ gestellt. Dazu haben wir hochrangige Politikerinnen zu einer Podiumsdiskussion eingeladen
und unseren gehörlosen Bürgern in Hamburg die
Möglichkeit gegeben, Fragen an die Politik zu stellen. Es entwickelte sich eine spannende und hoch
interessante Veranstaltung für alle Beteiligten. Wie
es genau gelaufen ist, das können Sie in dieser
Ausgabe lesen!
Nicht minder spannend war unsere Überraschung
während der Podiumsdiskussion: Wir vom Gehörlosenverband Hamburg haben Horst-Peter
Scheffel für sein besonderes gesellschaftliches
Engagement ausgezeichnet! Das war eine spontane Entscheidung, nachdem wir erfahren hatten,
dass sein vier Jahre lang währender Kampf um die
Kostenübernahme der Rauchmelder für gehörlose Menschen erfolgreich mit einem Urteil beim
Bundessozialgericht endete. Trotz immer wieder
währenden Widerstands von Seiten der Krankenkasse und den Gerichten hat er sein Ziel bis zum
Schluss durchgeboxt und ein Urteil erwirkt, das
allen hörbehinderten Menschen hilft. Ab sofort
sind alle Krankenkassen gehalten, die Kosten für
Rauchmelder im privaten Bereich zu übernehmen. Eine großartige Sache! Vielen Dank, HorstPeter Scheffel!
Herausgeber
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Bernadottestraße 126-128, 22605 Hamburg
Tel: 040 / 88 20 51
Fax: 040 / 88 11 536
E-Mail: hgz@glvhh.de
Spendenkonto:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE 33251 2051 0000 840 7903
Für die namentlich gekennzeichneten Artikel
sind die Verfasser verantwortlich. Sie geben nicht
unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Nächster Redaktionsschluss: 15. November 2014
2 | HGZ 4/2014
Als ich vor zwei Jahren das erste Mal von dieser
Klage gegen die Krankenkasse erfahren hatte, ging
mir sofort durch den Kopf: „Das müssen wir unterstützen! Horst-Peter Scheffel darf nicht alleine mit
einer solchen Klage stehen“. Gesagt, getan. Wir
haben einen Spendenaufruf gestartet und es kamen über 300 Euro zusammen. Das war der erste
Schritt. Für die Zukunft werden wir weiter Geld
einsammeln, damit wir in ähnlichen Fällen andere Gehörlose unterstützen können, wenn sie eine
für die Allgemeinheit wichtige Sachlage erstreiten.
Wir freuen uns, wenn Sie uns darin unterstützen
und Geld auf unser Spendenkonto überweisen.
Vielen Dank!
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE 33251 2051 0000 840 7903
Verwendungszweck: „Klagefond“
Vielleicht mag es komisch anmuten, wenn man
über den Klageweg zu seinem Recht kommen
muss. Bis heute störe ich mich an dieser Art zur
Durchsetzung von Rechten, aber es scheint so,
als ob es in Deutschland nur so ginge. Das finde
ich mehr als bedauerlich, weil es die Nerven und
Kräfte der Betroffenen zehrt, über Jahre hin sein
Recht zu erstreiten. Oft habe ich den Eindruck,
die Gegenseite hofft darauf, dass den betroffenen
Menschen das Geld oder die Geduld ausgeht und
sie geben auf, obwohl sie im Recht sind. Dem
wollen wir mit unserer Maßnahme hier entgegen
treten und den Einzelnen in seinem beschwerlichen Weg unterstützen. Wohl gemerkt: Wir haben
viele gute und eigentlich auch ausreichende Gesetze. Woran es scheitert ist, dass diese Gesetze
nicht eingehalten und nicht umgesetzt werden. Es
ist eine komische Art von Geisteshaltung in diesem Lande, so zu verfahren. Warum bekommt
man sein Recht nicht sogleich und unaufgefordert
zugewiesen, warum muss man sich das alles erst
gerichtlich erstreiten?
Das fragt sich …
mit besten Grüßen für
dieses Mal ...
Herzlichst
Ihr Ralph Raule
Aktuelle Veranstaltungshinweise finden Sie
auf unserer Homepage: www.glvhh.de
Die letzten Bilder vom alten Fahrstuhl
Schön war es nicht mehr, den alten Fahrstuhl anzuschauen
und defekt war er bereits seit vielen Jahren. Dies hat uns schon
lange Sorgen bereitet, weil der Gehörlosenverband dadurch
keinen barrierefreien Zugang für gehbehinderte Menschen
mehr bieten konnte. Das war und ist nicht in unserem Sinne.
Für manche Veranstaltungen hat der Gehörlosenverband daher
extra eine Rollstuhlrampe bestellt, damit RollstuhlfahrerInnen
diese besuchen konnten. Das soll nur eine Zwischenlösung
bleiben, unser Ziel ist Barrierefreiheit für alle zu erreichen,
doch mit welchen Mitteln?
So ist es umso erfreulicher, dass sich wieder einmal Menschen
zusammengefunden haben, die sich ehrenamtlich darum
gekümmert haben, dass dieser Fahrstuhl nun endgültig
und
kostengünstig
abgebaut
werden
konnte. Dieses Projekt
war langwieriger als
gedacht und kostete
viele Mühen. Nun ist
es vollbracht, etwas Neues kann errichtet werden.
Wir wünschen uns einen barrierefreien Zugang zu unseren
Räumlichkeiten und zu unseren Veranstaltungen. Hierfür
planen wir eine Hebebühne zu errichten und bitten Sie liebe
Leserin und lieber Leser, um Unterstützung und für diesen
guten Zweck zu spenden.
Unsere Bankverbindung ist wie folgt:
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
IBAN: DE33251205 10000 8407903
BIC: BFSWDE33HAN
Für Ihre Hilfsbereitschaft danken wir Ihnen schon jetzt –
sie dürfen dies auch gerne weitererzählen…
HGZ 4/2014 | 3
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Politik, Infos, Kultur und Spaß - alles in einem
beim „Tag der Gehörlosen“ am 6. September
2014 im Clubheim
besonderem Interesse war hierbei die Frage
nach den Möglichkeiten der Finanzierung von
Gebärdensprachdolmetscherkosten. Dies sollte
auch für die persönlichen Lebensbereiche
gehörloser Menschen gelten, um ihnen hierdurch
eine bessere aktive Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben zu ermöglichen.
Wieder einmal hatten wir Glück mit dem Wetter
und wir konnten einen Teil der Veranstaltung bei
herrlichem Sonnenschein draußen genießen. Nur
die Bahnstreiks bereiteten uns am frühen Morgen
etwas Sorgen, denn dieses Mal war Start bereits
um 10:00 Uhr. Doch wie sich herausstellte, war
dies kein Problem und viele kamen pünktlich, um
diesen Tag mit uns zu feiern.
Ralph Raule (Vorsitzender des GLVHH)
begrüßte die Gäste sehr herzlich und leitete
gleich über zu unserem 1. Programmpunkt, die
Podiumsdiskussion zum Thema „Gesellschaftliche
Teilhabe“.
Hierzu
wurden
PolitikerInnen
verschiedener Parteien vom Gehörlosenverband
eingeladen. Durch die anstehende Bürgerschaftswahl im Februar nächsten Jahres, war es
durchaus angebracht, die politischen Ziele
der einzelnen Parteien zu hinterfragen. Von
Zu Gast waren vier Politikerinnen (Reihenfolge
siehe Foto):
1. Frau Cansu Özdemir (Die Linke,
Bürgerschaftsabgeordnete, Fachsprecherin für
Integration,Inklusion, Soziales)
2. Frau Dr. Friederike Föcking (CDU,
Bürgerschaftsabgeordnete, Fachsprecherin für
Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, Senioren und
Pflege)
3. Frau Gabriele Dobusch (SPD, stellvertretende
Vorsitzende
der
SPD-Bürgerschaftsfraktion,
betreut dort die Bereiche Kultur, Europa,
Gleichstellung und Schule)
4. Frau Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die
Grünen, Landesvorsitzende, Bürgerschaftsabgeordnete und Sprecherin für Soziales, Europa und
Internationales)
4 | HGZ 4/2014
Gebanntes Interesse bei den ZuschauerInnen
Ehe Ralph Raule die Politikerinnen zu Wort
kommen ließ, machte er die Schwierigkeiten
deutlich, die gehörlose Menschen tagtäglich bei
der Umsetzung ihrer persönlichen Bedürfnisse
haben, und zwar bei ganz einfachen Dingen wie
z.B. einem Autokauf. Für Hörende kein Problem,
man fährt von einem Autohändler zum nächsten
oder recherchiert im Internet. Lässt sich beraten
und technische Zusammenhänge erklären,
versucht Preise zu verhandeln und möchte eine
Probefahrt machen. Vielleicht reicht das Bargeld
Ralph Raule bei der Eröffnung der Podiumsdiskussion
nicht und es muss noch ein kleiner Kredit
aufgenommen werden? - Dann schnell zur Bank.
Aber wie ohne Gebärdensprachdolmetscher?
Durch dieses Beispiel wird deutlich, wie viele
Kommunikationsmöglichkeiten von gehörlosen
Menschen nicht genutzt werden können,
weil immer wieder die Finanzierung der
Dolmetscherkosten im Wege steht. So kann ein
Autokauf teuer werden - mit und ohne Dolmetscher,
weil entweder Kommunikationsbarrieren da sind
oder die Dolmetscherkosten für eine Privatperson
viel zu hoch sind. Weitere Beispiele sind die
Rechtsberatung, Notfälle und Umgang mit Polizei
und Rettungskräften, kulturelle Veranstaltungen,
fehlende Verdolmetschung in Fernsehsendungen,
Diskriminierungen im Umgang mit Gehörlosigkeit
durch fehlende Kommunikationsmöglichkeiten
und vieles mehr. Selbst die Mitarbeit als gehörlose
Person in den verschiedenen politischen Parteien
gestaltet sich zum Teil als sehr schwierig, da
nicht für alle Sitzungen und Veranstaltungen
Gebärdensprachdolmetscher bestellt werden
(können). Gespräche mit Einzelpersonen aus den
jeweiligen Fachausschüssen ohnehin nicht.
Infostände – noch vor dem Ansturm
Alle anwesenden Politikerinnen brachten
Verständnis für diese Situation auf und konnten auf
eigene Erfahrungen im Umgang mit Gehörlosen
zurückgreifen.
Gabriele Dobusch (SPD) (SPD) konnte sich als erste
zu Wort melden, da sie die Podiumsdiskussion
wegen einer anderen Veranstaltung leider früher
verlassen musste. Das Wahlprogramm ihrer
Partei stand noch nicht fest, doch erklärte sie,
dass gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion für
die Partei ein wichtiges Thema sei und für alle
Lebensbereiche betrachtet werden müsse. Im
Bereich Schule und Sport habe sich schon einiges
verbessert, in anderen Bereichen fehle es noch
an Umsetzungsmöglichkeiten. Ziel sei es auch,
z.B. kulturelle Veranstaltungen für alle Menschen
barrierefrei zu gestalten. Im Moment gäbe es
nur Modellversuche, eine Lösung von heute auf
morgen sei nicht so schnell möglich.
Das
Wahlprogramm
der
Grünen,
war
nach Aussagen von Katharina Fegebank
schon fertig. Die weitere Umsetzung der
Behindertenrechtskonvention sei darin ein
wichtiges Thema, denn behinderte Menschen
sollten ein aktiver Teil der Gesellschaft sein bzw.
werden. Die Grünen haben zwischenzeitlich
konkret
verschiedene
kleinere
Initiativen
angestoßen, z.B. fordern sie für die Barrierefreiheit
per HVV durch Hamburg eine Smartphone-App,
die in Echtzeit über defekte Fahrstühle informiert.
Zurzeit will man sich auf einzelne Projekte
konzentrieren und sich dafür stark machen, dass
der Gesetzentwurf zum „Teilhabegeld“ auch im
Sinne hörbehinderter Menschen umgesetzt wird.
Ihrer Meinung nach sollte die Gebärdensprache in
der Gesellschaft einen höheren Stellenwert haben,
z.B. durch Kooperationen mit Kitas, Schulen
und Universitäten – die Gebärdensprache als
Wahlpflichtfach, um dadurch Brücken zu bauen.
Auch das Wahlprogramm der CDU, vertreten
durch Dr. Friederike Föcking, war noch nicht
fertig. Für Föcking war jedoch die Inklusion im
Bildungsbereich ein wichtiges Thema. Eltern
sollten ein Wahlrecht haben und selbst bestimmen
können, welche Schule für ihr (gehörloses) Kind
die richtige sei. Auf dem Arbeitsmarkt stünden
nach ihren Aussagen die Chancen auch für
gehörlose BürgerInnen recht gut, da zurzeit ein
Arbeitnehmermarkt und ein Fachkräftemangel
herrschten.
Des Weiteren machte sie darauf aufmerksam nicht
zu vergessen, dass viele behinderte Menschen,
die einen besonderen Bedarf hätten, auch selbst
Steuerzahler seien und nicht nur „Geldnehmer“.
Cansu Özdemir betonte, dass für das
Wahlprogramm der Linken die Umsetzung
der UN-Behindertenrechtskonvention oberstes
Thema sei und hierfür noch Änderungen und
Ergänzungen notwendig seien. Sie wünschte sich
eine Umsetzung und zwar sofort. Gelder sollten
bereitgestellt werden, um die Inklusion in der
Gesellschaft weiter zu verankern, z.B. solle der
Zugang zu Arztpraxen barrierefrei sein, Behörden
und die Polizei im Umgang mit Gehörlosigkeit
sensibilisiert werden. Alle Menschen sollten die
Möglichkeit haben, auf dem 1. Arbeitsmarkt eine
Arbeit zufinden. Für sie sei der Gesetzentwurf
zur „Teilhabe“ ein wichtiger Schritt, damit
Menschen selbst entscheiden könnten wie und
wo sie leben wollten. Die zurzeit noch geltende
Bedürftigkeitsprüfung solle abgeschafft werden,
da sie oftmals zu Diskriminierungen führe.
Insgesamt betrachtet wurde deutlich, dass es
HGZ 4/2014 | 5
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
immer noch schwierig ist, konkrete Teilhabe
auch für gehörlose Menschen zu gewährleisten.
Als einen Hoffnungsschimmer sah es Ralph
Raule, dass alle Politikerinnen persönliche
Kontakte zu Gehörlosen haben und dadurch
vielleicht motiviert seien, sich für die Belange der
Gehörlosen politisch zu engagieren – vielleicht
ergäbe sich hieraus für die Zukunft, zumindest in
Hamburg, eine gute Zusammenarbeit.
Nach den vielen Plänen, Wünschen und
Ideen sollte nun Konkretes folgen. Was kann
konkret für hörbehinderte Menschen umgesetzt
werden, um ihnen die gesellschaftliche Teilhabe
in allen Lebensbereichen zu ermöglichen?
Wie sieht es aus mit der Finanzierung von
Gebärdensprachdolmetschern?
Horst-Peter Scheffel und Ralph Raule
Spontan kam nun eine kleine Programmänderung:
Horst-Peter Scheffel wurde geehrt! Für seinen
persönlichen jahrelangen Einsatz vor Gericht,
um die Kostenübernahme für Rauchmelder, die
auch für Gehörlose geeignet sind, durchzusetzen.
An seiner Seite waren die ebenfalls gehörlose
Rechtsanwältin Judith Hartmann und auch
der Gehörlosenverband. Er unterstützte dieses
wichtige Anliegen mit einem Spendenaufruf
zu dem Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch
beigetragen haben. Herzlichen Dank an Sie
und an Horst-Peter Scheffel für seinen Mut und
sein Engagement, das jetzt allen Gehörlosen in
Deutschland zugutekommt!
Im Anschluss an die Ehrung hatte nun das
Publikum die Möglichkeit, an die Politikerinnen
Fragen zu stellen. Dies wurde auch sofort
genutzt. Einige berichteten über ihren Ärger
hinsichtlich der Schwierigkeiten für die
Übernahme der Dolmetscherkosten und zwar
für den beruflichen wie für den privaten Bereich.
Immer wieder werden sie in ihren Aktivitäten
dadurch ausgebremst und ausgegrenzt, dass sie
an Veranstaltungen und wichtigen Terminen nicht
teilnehmen können, weil die Kosten für einen
6 | HGZ 4/2014
Rege Beteiligung der ZuschauerInnen an der
Podiumsdiskussion
Dolmetschereinsatz zu hoch seien. Bei einigen
e ntstand der Eindruck, dass die Umsetzung
der Barrierefreiheit bei Menschen mit anderen
Behinderungen wie Rollstuhlfahrern oder Blinden,
viel schneller verwirklicht würde. Gehörlosen
würde immer sehr viel Geduld abverlangt. Auch
sei es zum Teil sehr aufwendig, wenn der Bedarf
nach Dolmetschern schon Wochen vor einem
Veranstaltungstermin angemeldet werden müsse.
Das sei wenig praxisnah und lasse keine spontane
Entscheidung und Beteiligung zu, wie es bei
Hörenden selbstverständlich möglich sei. Die
Grünensprecherin Katharina Fegebank brachte es
auf den Punkt: „Inklusion ist nicht, dass man sich
vorher anmelden muss, Inklusion ist, wenn ich
einfach hingehen kann“.
Auch der häufige Verweis auf das Internet,
um sich dort zu informieren, sei oftmals nicht
nützlich. Denn viele gehörlose Menschen
hätten Schwierigkeiten, diese Inhalte richtig zu
verstehen. So werden die Wahlprogramme der
jeweiligen Parteien vermutlich noch nicht in
Gebärdensprache übersetzt werden, aber eine
Ausfertigung in „leichter Sprache“ solle es geben.
Auch Ines Helke meldete sich zu Wort und bat die
anwesenden Politikerinnen eindringlich darum,
Ines Helke hat kein Verständnis mehr für „Sonntagsreden“
dass „die Politik konkret“ werde. Dass Inklusion
Geld koste, sei schließlich nichts Neues. Seit 2010
gäbe es regelmäßig Informationsveranstaltungen
zum Thema „Inklusion“, aber es sei oftmals
schwierig, Parteien hierzu einzuladen bzw.
würden die jeweiligen Vertreter den Einladungen
nicht folgen. Sie habe die „Sonntagsreden“ satt
und forderte auf, dass das, was Betroffene sagen
auch umgesetzt werde. Die Politik solle „auf
den Tisch hauen“, denn sie seien schließlich die
Interessenvertreter der Bürgerinnen und Bürger
der Stadt Hamburg.
Auch brachte Ines Helke ihr Unverständnis
darüber zum Ausdruck, dass der Zuschuss (ca.
€ 800) für eine optimale Hörgeräteversorgung
immer noch nicht die tatsächlichen Kosten decke
(ca. € 4.000/5.000), dass ein Cochlea-Implantat
jedoch ohne Probleme von den Krankenkassen
bezahlt würde. Eine optimale Versorgung mit
einem Hörgerät sei aber wichtig, sowohl für den
beruflichen, wie für den privaten Bereich.
Trotz vieler Wortwechsel gab es seitens der
Politikerinnen keine konkreten Vorschläge, wie
nun die Finanzierung der Dolmetscherkosten
geleistet werden könnte. Leere Versprechungen
wollte man auch nicht abgeben – was nun?
Einer wurde konkret. Es war Thomas Worseck
(Geschäftsführer GLVHH), der sich zu Wort
meldete und auf der Bühne ein Lösungsmodell
vorschlug, welches in Finnland seit langem
erfolgreich angewendet wird: In Finnland hat
jede gehörlose Person Anspruch auf insgesamt
180 Dolmetscherstunden im Jahr. Diese
Dolmetscher-stunden sind hauptsächlich für die
gesellschaftliche Teilhabe gedacht. Für andere
Bereiche wie z.B. der medizinische, sind andere
Stellen zuständig, so dass das Kontingent der
180 Stunden dafür nicht belastet wird. Reicht
dieser finanzielle Rahmen nicht aus, ist eine
Erhöhung möglich. Die Dolmetscherbestellung
selbst läuft recht schnell und unbürokratisch ab.
Die gehörlose Person meldet ihren Bedarf bei der
Sozialversicherung und diese vergibt die Aufträge
dann an Dolmetschfirmen. Es ist sogar möglich,
dass man per SMS bei der Sozialversicherung
einen Dolmetscher bestellt und noch am selben
Tag, z.B. 1 Stunde später, einen Termin bei einem
Rechtsanwalt wahrnehmen kann.
Diese Art der Finanzierung der Dolmetscherkosten
hätte nach Thomas Worseck den Vorteil, dass
Gehörlose selbst entscheiden könnten, wann
sie für welchen Bereich Dolmetscher einsetzen
wollen. Die lästige und umständliche Beantragung
und Abrechnung der Dolmetscherkosten würde
entfallen. Das Budget der Vereine, Parteien oder
anderer Organisationen würde ebenfalls nicht
Thomas Worseck brachte das „Finnland-Modell“ ins Spiel
belastet werden, denn es gäbe hierfür einen
„eigenen Topf“. Absolutes Muss: Ausreichende
und gut qualifizierte DolmetscherInnen.
Immer wieder werden Gehörlose von der
Teilnahme an gesellschaftlichen Ereignissen,
ehrenamtlichen Tätigkeiten usw. ausgeschlossen,
weil sich die einzelnen Veranstalter, Verbände
oder Vereine die Dolmetscherkosten nicht leisten
können oder wollen. Dies hätte mit diesem
Modell ein Ende und hörbehinderte Menschen
hätten auch nicht ständig das Gefühl, anderen
mit ihren Dolmetscherkosten finanziell zur
Last zu fallen. Die gesellschaftliche Teilhabe
könnte auf diese Weise unbürokratisch und
flächendeckender gewährleistet werden. Das
Recht auf selbstbestimmtes Leben könnte wieder
ein Stück weit umgesetzt werden.
Thomas Worseck bat darum, dieses Modell mit
in die Bürgerschaft einzubringen und mit 100
Std. im Jahr zu beginnen. Sein Wunsch: Dass die
gesellschaftliche Teilhabe für gehörlose Menschen
auch in unserer Stadt Hamburg selbstverständlich
werde.
Es bleibt wieder einmal abzuwarten, was nach
den schönen Worten der Politikerinnen in Bezug
auf Gehörlosigkeit in die Tat umgesetzt wird. Ein
persönliches Engagement und wirklicher Wille
war bei einigen Vertreterinnen ihrer Parteien
offenkundig, doch ob die ganze Partei folgen wird?
Bisher hatten alle immer das gleiche Argument:
Kein Geld!
Im letzten Jahr hatten wir das Thema „Soziale
Teilhabe“. Hier wurde ein Gesetzentwurf
vorgestellt und diskutiert – er liegt bis heute noch
in Berlin… Das Thema DGS als Unterrichtsfach
in Hamburger Schulen? Kein Fortschritt, trotz
fundierter Entwürfe und Vorbilder an Schulen in
Berlin und Brandenburg.
Wie ein Zuschauer bereits formulierte: „Gehörlose
brauchen viel Geduld“ – also dran bleiben!
HGZ 4/2014 | 7
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Nach Abschluss der Podiumsdiskussion strömten
viele Gäste hinaus ins Freie, um noch einmal
den spätsommerlichen Tag zu genießen. Jedoch
nicht ohne sich vorher bei den verschiedenen
Infoständen zu informieren und für das leibliche
Wohl zu sorgen:
Im Lokal mit Kaffee, Tee und Kuchen – im Freien
mit Gegrilltem und einem frisch gezapften Bier
oder anderen Getränken. Das bunte Treiben war
fröhlich und munter und auch für die Kleineren
der Gäste wurde gesorgt. Sie konnten sich auf dem
angrenzenden Spielplatz austoben oder ließen
sich ihre kleinen Gesichtchen bemalen. T-Shirts
konnten mit den Buchstaben des Fingeralphabets
nach eigenen Vorstellungen selbst bedruckt
werden und weitere Unterhaltungsangebote wie
Lieber Schaukeln, statt langen Reden zuhören
eine Quizshow mit Thomas Worseck und ein
kleines Theaterstück „Frühstück“ mit Alexander
Eisenzimmer und Max Waidenhamer (deaf haha
maski) rundeten den „Tag der Gehörlosen“ ab.
Viele haben zu diesem gelungenen Fest beigetragen.
Daher noch einmal großen Dank an alle fleißigen
Helferinnen und Helfer, Bäckerinnen und Bäcker,
an das Team der gehörlosen und hörenden
DolmetscherInnen, der SchriftdolmetscherInnen
und der Kinderbetreuung!
Auch uns hat es viel Spaß gemacht und wir freuen
uns schon jetzt auf ein Wiedersehen im nächsten
Jahr!
Das Team des Gehörlosenverbandes
Haben Sie noch kein Geschenk für Ihre Lieben?
Wie wäre es mit einem Gutschein für einen
Gebärdensprachkurs?
Sie können diese Gutscheine jetzt online auf
unserer Homepage www.gebaerde-mit-mir.de
erwerben.
Mehr Infos darüber können Sie auf unserer
Homepage nachlesen.
Viel Spaß beim Stöbern und Verschenken
wünscht Ihnen das
Team der Gebärdensprachschule!
8 | HGZ 4/2014
Der Gehörlosenverband hat einen „Klagefond“
eingerichtet
Wie Sie vielleicht im Vorwort von
Ralph Raule schon gelesen haben,
ist es dem Gehörlosenverband - als
Interessenvertretung der Gehörlosen,
Schwerhörigen und Spätertaubten ein besonderes Anliegen, einzelne
Menschen zu unterstützen, die vor
Gericht eine wichtige Sache erstreiten wollen. Insbesondere dann, wenn diese Angelegenheit auch
für andere hörbehinderte Menschen von Bedeutung ist und eine (finanzielle) Erleichterung im Alltag
darstellt. Der Spendenaufruf für den Rauchmelder war so eine „Herzensangelegenheit“, die auch
zum Erfolg geführt hat und von der jetzt bundesweit alle Gehörlosen profitieren. Dies wäre nicht
in dem Maße möglich gewesen, wenn nicht auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, nach unserem
Spendenaufruf hier finanziell unterstützt hätten. Vielen Dank noch einmal dafür.
Wir freuen uns daher über jede weitere Spende für unser neu eröffnetes Spendenkonto, damit auch
in Zukunft hörbehinderte Menschen zu ihrem Recht kommen. Einzelne, die dafür streiten sollen auf
ihrem langen Weg dorthin durch diesen „Klagefond“ Unterstützung finden.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE 33251 2051 0000 840 7903
Verwendungszweck: „Klagefond“
Dank an das Sozialwerk des Bürgervereins Flottbek-Othmarschen
An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich beim Sozialwerk des Bürgervereins FlottbekOthmarschen e.V. in Hamburg bedanken. Die Mitglieder dieses Vereins arbeiten alle ehrenamtlich!
Das Sozialwerk unterstützt in Groß Flottbek und Othmarschen direkt oder über soziale Einrichtungen
Menschen in schwierigen Lebensbedingungen. Sie haben den Gehörlosenverband ebenfalls mit einer
Spende – dieses Mal für den Bau einer Hebebühne am Eingangsbereich – bedacht. Ein weiterer Schritt
in Richtung Barrierefreiheit für alle.
HGZ 4/2014 | 9
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Zukunftsmusik: Barrierefreies Kino?
Die App „Starks“ soll barrierefreies Kino mit
Untertiteln ermöglichen.
Seit Anfang 2014 gibt es etwas
Neues auf den App-Märkten.
Die App Starks der Firma Greta
& Starks, wurde speziell für
gehörlose und hörbehinderte
Menschen entwickelt und ist
für alle kostenlos. Greta & Starks wird unter
anderem vom BKM (Der Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien) und
der Filmförderungsanstalt gefördert. Die App
soll es ermöglichen, dass Sie nicht mehr auf
ein spezielles Kinoprogramm mit Untertiteln
angewiesen sind. Denn mit Starks haben Sie Ihre
Untertitel immer selbst dabei. Sie können Starks
überall und offline (ohne Internetverbindung)
verwenden. Egal ob im Kinosaal oder Open Air.
Alles was Sie dafür brauchen, ist ein Smartphone
oder Tablet auf dem Sie Starks installiert haben.
Es gibt bereits eine schöne kleine Auswahl von
Untertiteln für aktuelle Filme.
Wie funktioniert die App?
1. App im Appstore finden:
Android > GooglePlay / Apple > iTunes
2. App downloaden und installieren
Um die App auf Ihrem
Gerät zu installieren,
suchen
Sie
Starks
in einem AppStore.
Für
Handys
und
Tablets mit Android
Betriebssystem, suchen
Sie bei
GooglePlay.
Apple Kunden, welche
die
iOS
Version
benötigen,
suchen
Starks bei iTunes. Wenn
Sie die App gefunden
haben, der Download
erfolgreich war und
die App nun auf Ihrem
Gerät installiert ist,
kann es los gehen.
3. App öffnen und anmelden:
Mit Facebook anmelden oder Anmelden
Wenn Sie die App öffnen, dann müssen Sie
sich zuerst anmelden. Sie können sich durch
Antippen zwischen Mit Facebook anmelden oder
10 | HGZ 4/2014
Anmelden entscheiden. Wenn Sie Anmelden
wählen, dann werden keine persönlichen Daten
von Ihnen benötigt und Sie haben sofort Zugriff
auf die Anwendung.
4. Film aussuchen
5. Untertitel downloaden
Nun öffnet sich automatisch die Filmauswahl
und die zur Verfügung stehenden Filme werden
nach Datum sortiert angezeigt. Durch Tippen auf
Download, können Sie die passenden Untertitel
zum Film direkt herunterladen. Die Untertitel
werden dann in der Anwendung unter dem
Menüpunkt Meine Filme gespeichert und stehen
jederzeit zur Verfügung. Durch Tippen auf das
Bild oder den Filmtitel, erhalten Sie eine kurze
Inhaltsangabe und einen Link zum Trailer. Auch
in dieser Ansicht, haben Sie die Möglichkeit die
Untertitel herunter zu laden.
Sobald der Download der Untertitel erfolgreich
war, erscheint im Menüpunkt Filmauswahl neben
dem entsprechenden Film nicht mehr das Symbol
zum Download, sondern das typisch dreieckige
Symbol mit dem Zusatz Abspielen. Außerdem
wird der entsprechende Film nun auch im
Menüpunkt Meine Filme aufgelistet.
6. Film und Untertitel starten
Wenn Sie
nun den
Film sehen
und
die
StarksApp dabei
nutzen
möchten,
d a n n
wählen Sie den Film aus und tippen auf Abspielen.
Die Untertitel synchronisieren sich dann
automatisch mit dem Film. Die Untertitel werden
nun auf dem Display von Ihrem Handy oder
Tablet zum Mitlesen angezeigt. Das Abspielen
der Untertitel kann jeder Zeit unterbrochen und
angehalten werden. Durch Tippen auf SYNC
können Sie die Untertitel nach Bedarf wieder mit
dem Film synchronisieren.
Um auf den Menüpunkt Freunde zugreifen zu
können, müssen sich mit Facebook anmelden. So
können Sie zum Beispiel direkt nach dem Film
einen Kommentar dazu bei Facebook posten.
Die App ist nicht nur für Kinobesuche nützlich.
Sie können Starks auch zuhause beim Fernsehen
oder beim DVD-Abend verwenden. Zur Verfügung
stehen aber auch dort nur die Filme, die in der
App auf der Liste stehen.
Im November 2014 soll eine Datenbrille
vorgestellt werden. ‚Die Datenbrille wird sehr
komfortabel, so dass der Anwender das Gefühl
haben wird, dass die Untertitel in den Raum,
direkt auf die Leinwand projiziert werden (Greta
& Starks)‘. Ansonsten wird für das Kino eine
Smartphone-Handyhalterung mit Schwanenhals
empfohlen.
Danny Canal hat in der DGZ 4/2014 bereits einen
Erfahrungsbericht über Starks veröffentlicht. Er
ist in seinem Bericht enttäuscht über die geringe
Auswahl an Filmen. Zu den Filmen, die er in seinem
Bericht aufzählt, sind aber in der Zwischenzeit
noch einige dazugekommen und es werden mit
Sicherheit noch weitere folgen. Außerdem darf
man nicht vergessen, dass Greta & Starks ihre
Apps kostenlos zur Verfügung stellen. Die Kritik
von Danny Canal ist jedoch nachvollziehbar und
ein wichtiger Erfahrungswert. In seinem Bericht
gibt er Minuspunkte dafür,…
•…dass sich andere Kinobesucher durch den flackernden Bildschirm gestört fühlen. (Danny Canal musste sich einen anderen Platz
suchen und empfiehlt die letzte Sitzreihe.)
•…dass die Untertitel auf dem Handy zu klein sind und man durch das Hin- und Herschauen viel vom Film verpasst.
•…dass für die Dauer eines ganzen Films der Nacken, die Arme und Schultern durch das Festhalten des Gerätes sehr beansprucht werden und weh tun.
•…dass die App viel Akku verbraucht. Man sollte deshalb bei Nutzung der App immer einen gut geladenen Akku haben.
Die Pluspunkte der App sind,…
•…dass die App sehr übersichtlich, leicht zu verstehen und zu bedienen ist.
•…dass der Download der Untertitel sehr einfach und schnell geht. Auch ohne eine WLAN-Verbindung.
•…dass laut Danny Canal der Einstieg in den Film und das Synchronisieren der Untertitel während des Films ohne Probleme
klappt.
Insgesamt ist Starks, genau wie auch Greta
(Audiodeskriptionen), eine schöne Idee und ein
weiterer Schritt in die richtige Richtung hin zur
Barrierefreiheit.
Filmliste der Starks-App (Stand 08.09.14):
Kino
„Mit ganzer Kraft“, „Doktorspiele“, „Monsieur
Claude und seine Töchter“, „Wir sind die Neuen“,
„Rico, Oskar und die Tieferschatten“, „Einmal
Hans mit scharfer Soße“, „Irre sind männlich“,
„Pettersson und Findus“, „Die Bücherdiebin“,
„Bibi und Tina“, „Grand Budapest Hotel“,
„Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“,
„Buddy“ und „Imagine“.
DVD
„Imagine“ (DVD) und „Der Medicus“ (DVD)
Weiter Filme wie zum Beispiel „Coming In“
(Filmstart 23.10.14) sollen folgen.
Das Team vom Gehörlosenverband freut sich über
Kommentare, in denen Sie über Ihre Erfahrungen
beim Benutzen der Starks-App berichten können.
Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie uns eine
E-Mail oder schicken Sie uns ein Video an info@
glvhh.de. Vielen Dank!
Denn Ihre Erfahrungen helfen die bisherigen
Ideen weiter zu entwickeln und zu verbessern!
Philipp Niemann
Info – Treff im Gehörlosenverband
mit Thomas Worseck
Die nächsten Termine: immer mittwochs von 18:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr am
22. Oktober 2014,
Thema? Die genauen Themen werden rechtzeitig auf unserer Homepage oder
per Newsletter bekanntgegeben.
Wo?
Im Kultur- und Freizeitzentrum der Gehörlosen,
Bernadottestr. 128, 22605 Hamburg.
19. November 2014,
17. Dezember 2014.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
HGZ 4/2014 | 11
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Infoveranstaltung zur Barrierefreiheit im HVV
Der Beauftragte des ÖPNV, Hans-Jürgen Kleefeldt,
besuchte am 01.07.2014 die Infoveranstaltung
der „Hamburger Verkehrsverbund GmbH“ am
Steindamm. Er wurde von zwei Dolmetscherinnen
begleitet.
Als erstes begrüßte der Geschäftsführer des
HVV, Herr Hartmann, an die 20 Teilnehmer aus
verschiedenen Bezirken in und um Hamburg, die in
den Beiräten verschiedener Behindertenverbände
sitzen. Der Geschäftsführer sprach über die
Bedeutung der Barrierefreiheit im Öffentlichen
Nahverkehr, die verstärkt vorangetrieben werden
muss.
den U- und S-Bahn-Stationen neue Fahrstühle
errichtet, was bis zum Jahr 2022 abgeschlossen
sein soll.
Zum Schluss gab es nach einer vierstündigen
Sitzung eine Zusammenfassung aller diskutierten
Themen, in der Hoffnung, dass diese bis 2022
umgesetzt werden können.
Text und Foto: Hans-Jürgen Kleefeldt
Herr Thamm
Zuständig für die Projekte sind Herr Thamm und
Frau Sy, beide vom HVV. Beide zeigten auch,
wie wichtig es ist, dass Barrierefreiheit in den
nächsten Jahren weiter umgesetzt wird, soweit
die finanziellen Rahmen stimmen. Vieles kann
nicht verwirklicht werden, z.B. wenn jemand
Platzangst als Behin-derung hat und trotzdem
in einem vollen Bus oder U-/S-Bahn sitzen oder
stehen muss.
Auch an vielen Haltestellen, insbesondere in
ländlichen Bereichen, ist die Barrierefreiheit
schwer umsetzbar.
Nach der Mittagspause mit Imbiss wurden
Diskussionen durchgeführt und auch Vorschläge
gemacht. Insbesondere wurde besprochen, wie
die Homepage des HVVs verbessert werden soll,
z.B. durch die Einführung der leichten Sprache
und Gebärdenvideos. Und wie man unterwegs
mit Smartphone und Tablett schneller aktuelle
Informa-tionen erhält, all dies wird als erstes
bearbeitet. Darüber hinaus werden weiter in
12 | HGZ 4/2014
Ernst Deutsch Theater
Theater Plus – Termine für die
Spielzeit 2014 und 2015
Das Ernst Deutsch Theater bietet regelmäßig
Aufführungen mit Gebärdensprachdolmetschern an.
Eine Terminübersicht finden Sie hier:
Donnerstag
Freitag Samstag
Mittwoch
18.09.2014
24.10.2014
13.12.2014
17.12.2014
Donnerstag 08.01.2015
Samstag
07.02.2015
Mittwoch 18.02.2015
Freitag 27.03.2015
Donnerstag 21.05.2015
Freitag
10.07.2015
10.00 Uhr Der kleine Vampir in Gefahr - für Kinder ab 6 Jahren
19.30 Uhr Heute bin ich blond - John von Düffel
16.00 Uhr Schneeweißchen und Rosenrot
11.00 Uhr Schneeweißchen und Rosenrot - für Kinder ab 4 Jahren
19.30 Uhr Sonny Boys - Neil Simon
19.30 Uhr Gift. Eine Ehegeschichte - Lot Vekemans
20.00 Uhr plattform-Festival - Eröffnung
19.30 Uhr Das Boot - Lothar-Günther Buchheim
19.30 Uhr Iphigenie - Johann Wolfgang von Goethe
19.30 Uhr Der Bürger als Edelmann - Molière
Eine kostenlose Einführung in das Theaterstück mit vielen verschiedenen Informationen ist eine
Stunde vor der Theateraufführung möglich. Die Einführung findet im „Foyer“ statt und wird auch
gedolmetscht.
Empfehlung
vom
Theater:
Für
die
Kartenreservierung einen Platz in der Mitte
nehmen ab Reihe Nr. 5. Bitte in der E-Mail
(tickets@ernst-deutsch-theater.de) oder im Fax
(040-22701425) schreiben, dass Sie gehörlos
sind, dann werden die bestmöglichen Plätze
reserviert.
Schwerhörige Zuschauer können an der
Garderobe (gegen Pfand) auch eine Hörhilfe
kostenlos ausleihen.
HGZ 4/2014 | 13
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Gehörlose bei Public Viewing diskriminiert
Hamburg 02.07.2014 – Beim Spiel Deutschland - Algerien
wurde gehörlosen Gästen die Einblendung von Untertiteln
in einem Hamburger Restaurant verweigert.
v. li nach re: Simone Bräunlich, Rosemarie Albrecht, Brigitta
Stürmer-Bull, Simon Kollien Foto: Hamburger Morgenpost/
Patrick Sun
Spiel verfolgen konnten. Den Vorschlag der
gehörlosen Gäste, wenigstens an einem der
beiden Fernseher die Untertitelung einzublenden,
wurde beharrlich mit sturem Blick abgelehnt.
„Als auch unser Hinweis auf die Diskriminierung
unerhört blieb, kündigten wir an, mit der
Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen“, so
Simon Kollien, einer der gehörlosen Gäste. Der
Restaurantchef schrieb daraufhin auf einen Zettel,
dass er sich nicht erpressen lasse.
Um das Fußballspiel zu sehen, musste die
gehörlose Gruppe schließlich nach Hause
fahren und dort, allein und weit weg von der
allgegenwärtigen Fangemeinde, zu Ende schauen.
Die Behindertenrechtskonvention (BRK) ist in
Deutschland am 26. März 2009 in Kraft getreten.
Demnach (Artikel 30) sollen kulturelle Inhalte
in barrierefreien Formaten für Menschen mit
Behinderungen zugänglich gemacht werden.
Kontakt: Simon Kollien (gehörlos)
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für
Deutsche Gebärdensprache/Universität Hamburg
E-Mail: S.Kollien@web.de - SMS: 0170 5976646
Untertitel sind ein wichtiges Hilfsmittel für
gehörlose Fans, um dem Spielgeschehen,
Kommentaren
und
Hintergrunderklärungen
folgen zu können. Die Untertitelfunktion ist in
jedem modernen Fernseher zuschaltbar und die
staatlichen Sender bieten inzwischen mit großer
Selbstverständlichkeit die meisten Sendungen mit
Untertitel an. Sie stören keineswegs das Bild, da
sie in kommentarfreien Szenen nach kurzer Zeit
ausgeblendet werden.
Als die Hymne zum Fußballspiel gespielt wurde,
waren die Untertitel plötzlich weg und der
Restaurantbesitzer weigerte sich diese wieder
einzuschalten. Er gestikulierte der gehörlosen
Gruppe, dass die Untertitel stören würden und
man könnte wegen der Untertitelbalken nichts
sehen. Den gehörlosen Fans wurde der Zugang zu
den Informationen während des Spieles versperrt.
Sie wurden damit auch von der Gemeinschaft
der deutschen Fans ausgeschlossen und vor den
Augen aller Anwesenden diskriminierend ins
Abseits gestellt.
Zu diesem Zeitpunkt hielten sich im Restaurant
etwa 50 Gäste auf, die an zwei Fernsehern das
Wie später zu erfahren war, hat sich der Wirt
des “Café Strauss“ nach Erscheinen des Artikels
bei „Rollingplanet“ und der „Hamburger
Morgenpost“ bei Simon Kollien und seinen
Freunden entschuldigt. Er gab zu, nicht
angemessen reagiert zu haben und berief sich
darauf, an diesem Abend mit der Untertitelung
des neuen Fernsehers technisch überfordert
gewesen zu sein. Er hätte die Untertitel
problemlos ohne störende Balken einblenden
In einem Café-Restaurant im Hamburger
Stadtteil Eimsbüttel wollten am Montagabend
sechs gehörlose Gäste das WM-Achtelfinale
Deutschland gegen Algerien mitanschauen. Der
Vorlauf zum Spiel lief mit Untertiteln, die der
Besitzer des Cafés auf Anfrage der hörbehinderten
Gäste eingeschaltet hatte.
14 | HGZ 4/2014
können, wenn er vorher die Bedienungsanleitung
gelesen hätte. Der Wirt versprach, in Zukunft
sensibler mit gehörlosen Gästen umzugehen. Als
kleine Wiedergutmachung lud er die betroffenen
Fußball-Fans zum Viertelfinale Deutschland –
Frankreich ein und garantierte ihnen die besten
Plätze und ein Freibier.
Auch dieser Fall von Diskriminierung zeigt wieder
einmal, dass oftmals erst „gedroht“ werden muss,
ehe man zu seinem Recht kommt oder, wie
bei diesem Restaurantchef, späte Einsicht und
Verständnis folgen.
Wie schade, das macht den Lebensalltag für
Betroffene so anstrengend und ermüdend.
Manchmal scheitert es schon an einfachen Dingen,
die Betroffenen nicht nur von Gesetzeswegen
zustehen würden, sondern im täglichen
Miteinander eigentlich selbstverständlich sein
sollten…
Nachtrag von Simon Kollien:
Eine wichtige Erfahrung für uns alle war es
vor allem, dass man als Gehörloser nur etwas
bewirken kann, wenn man aufsteht, auf die
Belange freundlich aber bestimmt hinweist und
dann auch das Umfeld bzw. die Öffentlichkeit
miteinbezieht. Nur so können die Gehörlosen
sich selbst eine Stimme verschaffen und ihre
Interessen vermitteln, die dann diskutiert und
auch angenommen werden können. Dabei ist es
wichtig auch hörende und gehörlose Freunde,
Dolmetscher oder Fachleute hinzuzuziehen und
sich über das weitere Vorgehen beraten zu lassen.
Gehörlose erfahren vielerorts Diskriminierung,
die leider kaum bekannt werden. Das muss in
Zukunft nicht länger hingenommen werden,
sondern es muss sich in der Gesellschaft damit
auseinandergesetzt werden. Nur so können
Schritte zur Umsetzung der Inklusionsidee
erfolgen. Wir hoffen mit unserem Beispiel allen
anderen Mut zu machen, so dass ein Umdenken
auf breiterer Ebene stattfinden kann!
Sie haben ein
Problem und
wissen nicht
wohin?
Dann sind Sie
bei uns genau
richtig!
Beratung
Für Gehörlose,
Schwerhörige und
Angehörige.
Die Beratung ist in
Gebärdensprache
und kostenlos.
Beratung und Hilfe…
• für alle Fragen aus dem persönlichen Bereich
(z.B. Wohnung, Geld, Rente, Schwerbehindertenrecht, Schulden usw.)
• bei Problemen am Arbeitsplatz
• beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen
• bei Kontakt mit Behörden, Jobcenter, Krankenkassen usw.
• beim Telefonieren für Auskünfte
• für Hilfsmittel (z.B. Lichtklingel, Wecker etc.)
Wann? Dienstags von 15 - 18 Uhr
Mittwochs von 10 Uhr - 15 Uhr
Ohne Anmeldung! Einfach vorbeikommen und Wartezeit mitbringen.
Wenn die Beratung ausfällt, dann steht diese Information auf unserer Homepage.
Am besten vorher nachschauen www.glvhh.de !
Wer? Thomas Worseck, Dipl.-SozÖk. Dipl.-WiJur.,
Geschäftsführer vom Gehörlosenverband Hamburg.
Thomas Worseck berät Sie in Gebärdensprache und
auch in Lautsprache!
Wo?
Im Kultur- und Freizeitzentrum der Gehörlosen,
Bernadottestr. 128, 22605 Hamburg-Othmarschen
Anfahrt? Mit HVV: Vom Bahnhof Altona mit Bus 15 Richtung Agathe-Lasch-Weg oder Klein Flottbek, Haltestelle Wrangelpark aussteigen und 100 Meter zu Fuß.
HGZ 4/2014 | 15
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Bundessozialgericht: Krankenkassen müssen
Rauchwarnmelder bezahlen
Am 18.06.2014 hat das Bundessozialgericht
in Kassel entschieden, dass Krankenkassen
die Kosten für spezielle Rauchwarnmelder für
gehörlose Menschen übernehmen müssen.
Horst-Peter Scheffel und RA Judith Hartmann
Das gesamte Klageverfahren vom Sozialgericht
bis zum Bundessozialgericht hat insgesamt
4 Jahre gedauert, was für sozialgerichtliche
Verfahren eher schnell ist. Sonst dauern oft bereits
Klageverfahren vor dem Sozialgericht in 1. Instanz
schon über zwei Jahre oder noch länger.
Das Bundessozialgericht hat seine Entscheidung
damit begründet, dass das selbständige
Wohnen von Menschen mit Behinderung
ein Grundbedürfnis darstelle. Die begehrten
Rauchwarnmelder würden der Befriedigung
dieses Grundbedürfnis dienen. Inzwischen sei
allgemein anerkannt, dass Rauchwarnmelder
zur Grundausstattung von Wohnungen gehören
und in 13 Landesbauordnungen, darunter auch
Hamburg, der Einbau von Rauchwarnmeldern
inzwischen gesetzlich vorgeschrieben sei. Es
spiele keine Rolle, ob der Gehörlose in der
Wohnung alleine lebe oder ob noch hörende
Menschen mit in der Wohnung leben.
Bundessozialgericht, Urteil vom 18.06.2014,
Aktenzeichen: B 3 KR 8/13 R
Fragen-Antwort-Katalog zum Rauchwarnmelderurteil des Bundessozialgerichts vom
18.06.2014
Ist die Entscheidung rechtskräftig?
Ja, die Entscheidung ist in letzter Instanz
getroffen worden. Es wäre nur noch eine
Verfassungsbeschwerde
der
Krankenkasse
möglich gewesen.
Gilt die Entscheidung für ganz Deutschland?
Ja.
In welchen Bundesländern besteht eine Pflicht
16 | HGZ 4/2014
für den Einbau von Rauchwarnmeldern in
Wohnräumen?
Nur in Berlin, Brandenburg und Sachsen gibt
es noch keine Einbaupflicht. In Berlin und
Brandenburg ist der Gesetzgeber bereits aktiv,
um auch dort diese Pflicht gesetzlich in den
jeweiligen Landesbauordnungen zu verankern.
Wie viel Stück Rauchwarnmelder müssen von
den Krankenkassen bezahlt werden?
Dies hängt von den Landesbauordnungen ab.
Die Landesbauordnungen schreiben einen
Einbau in Schlafzimmern, Kinderzimmern und
in den als Fluchtwegen dienenden Fluren vor.
In diesem Umfang sind die Krankenkassen zur
Kostenübernahme verpflichtet.
Für Badezimmer, Küche und Wohnzimmer
werden keine Kosten übernommen, da für diese
Räume keine gesetzliche Pflicht zum Einbau
besteht. Dies dürfte gleichfalls für Kellerräume
und nicht zum Schlafen genutzte Dachgeschosse
in Häusern gelten.
Das Bundessozialgericht hat offen gelassen,
wie viele Rauchwarnmeldegeräte finanziert
werden müssen, wenn die Wohnverhältnisse
außergewöhnlich sind [Anmerkung: z.B. ein sehr
großes Haus mit sehr vielen Zimmern].
[Technischer Hinweis: Die Rauchwarnmelder sind
keine Blitzlampen, die Blitzlampen sind extra in
den Steckdosen eingesteckt oder als Mobilgeräte
aufgestellt. Die Rauchwarnmelder sind nur
Sendegeräte, genauso wie Türklingelsender
oder Telefonsender. Technische Beratung kann
jeder Hörgeräteakustiker oder Fachhändler für
Lichtsignalanlagen leisten, wenn man sich mit
der Technik nicht so gut auskennt.]
Was ist jetzt zu tun, wenn ich noch keine
Spezialrauchwarnmelder für Gehörlose habe?
Bei der Krankenkasse einen Antrag auf
Kostenübernahme stellen. Dem Antrag sind
eine HNO-ärztliche Verordnung und ein
Kostenvoranschlag mit der notwendigen Anzahl
an Rauchwarnmeldern beizulegen, daneben sollte
im Antrag auf das Urteil des Bundessozialgerichts
mit Aktenzeichen B 3 KR 8/13 R verwiesen
werden.
Wenn früher ein Antrag abgelehnt wurde und
bis heute kein Rauchwarnmelder gekauft wurde,
kann bei der Krankenkasse ein neuer Antrag auf
Rauchwarnmelder gestellt werden.
ist, kann bei der Krankenkasse ein Antrag auf
Überprüfung der Entscheidung nach § 44
SGB X gestellt werden unter Verweis auf die
Entscheidung des Bundessozialgerichts vom
18.06.2014. Ein kurzes Schreiben reicht aus, es
muss im Schreiben § 44 SGB X und das Urteil des
Bundessozialgerichts mit Aktenzeichen erwähnt
werden.
Wenn
im
Moment
eine
Klage
oder
Widerspruchsverfahren läuft?
Das Gericht oder die Krankenkasse auf das neue
Urteil mit Aktenzeichen hinweisen.
Wie sieht es bei Eigentumswohnungen und
Häusern aus?
Auch hier besteht ein Anspruch auf Bezahlung
von Rauchwarnmeldern, da das Urteil keine
Einschränkungen
beim
Grundbedürfnis
auf selbständiges Wohnen macht. Dieses
Grundbedürfnis ist für alle behinderten Menschen
gleich, unabhängig davon, ob sie zur Miete
wohnen oder in einem eigenen Haus/Wohnung
leben. Das Schutzbedürfnis bleibt gleich hoch,
das selbständige Wohnen ist in beiden Fällen
wichtig.
Die
Landesbauordnungen
sprechen
von
Wohnräumen, es wird kein Bezug darauf
genommen, ob die Wohnungen zur Miete oder
als Eigentum bewohnt werden.
Wer muss die Batteriekosten für Rauchwarnmelder
übernehmen?
In der Regel der Bewohner der Wohnung,
in Schleswig-Holstein ist dies in der
Landesbauordnung sogar gesetzlich geregelt. Es
haben bereits mehrere Gerichte entschieden, dass
die Wartung und Energieversorgung für (akustische)
Rauchwarnmelder bei Mietwohnungen auf die
Betriebskosten umgelegt werden dürfen.
Angesichts der geringen Kosten für ungefähr
1-2 Batterien pro Jahr kann dies jeder selber
finanzieren.
Ich habe bereits privat Rauchmelder gekauft, kann
ich das Geld jetzt zurückverlangen?
Wenn Sie früher keinen Antrag bei Ihrer
Krankenkasse gestellt haben, leider nein.
Ich habe früher einen Antrag wegen
Rauchwarnmeldern
gestellt,
dieser
ist
abgelehnt worden und ich habe nichts dagegen
unternommen. Die Rauchmelder habe ich nach
der Ablehnungsentscheidung selbst gekauft. Kann
ich trotzdem etwas erreichen?
Wenn die Ablehnung noch nicht 4 Jahre alt
HGZ 4/2014 | 17
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Lust auf Gebärdensprache? Neue Kurse ab September 2014 Im September 2014 startet das 3. Trimester unserer Gebärdensprachkurse in den Räumlichkeiten des Gehörlosenverband Hamburg e. V. in der Bernadottestraße 126 – 128 in 22605 Hamburg. Wie immer ausdrucksstark und lebendig, wie die Sprache selbst. Termine für Anfängerkurse: DGS 1 Abendkurse (180 € für 10 Abende) Kurs-­‐Nr. 3111 ab dem 01.09.2014 Kurs-­‐Nr. 3113 ab dem 14.10.2014 Montags 18:30 bis 20:00 Uhr Dienstags 18:30 bis 20:00 Uhr Kompaktkurse (210 € Mo – Fr) Kurs-­‐Nr. 3132 27.10. – 31.10.2014 Kurs-­‐Nr. 3133 24.11. – 28.11.2014 Mo-­‐Do 09:00 bis 15:00 Uhr Freitag 09:00 bis 14:00 Uhr Wochenendkurse (180 €) Kurs-­‐Nr. 3121 13./14. und 27./28.09.2014 Kurs-­‐Nr. 3122 08./09. und 22./23.11.2014 Samstag und Sonntag 09:30 bis 14:30 Uhr In diesen Anfängerkuren werden die verschiedenen Möglichkeiten der visuellen und gestischen Kommunikation gelehrt. Es werden erste einfache Satzübungen der deutschen Gebärdensprach-­‐Grammatik, sowie grundlegende Vokabeln vermittelt. DGS 2 Kompaktkurse (210 € Mo – Fr) Kurs-­‐Nr. 3231 22.09. – 26.09.2014 Kurs-­‐Nr. 3232 17.11. – 21.11.2014 Kurs-­‐Nr. 3233 15.12. – 19.12.2014 Mo-­‐Do 09:00 bis 15:00 Uhr Freitag 09:00 bis 14:00Uhr Wochenendkurse (180 €) Kurs-­‐Nr. 3221 18 | HGZ 4/2014
15./16. und 29./30.11.2014 Samstag und Sonntag 09:30 bis 14:30 Uhr DGS 3 Kompaktkurse (210 € Mo – Fr) Kurs-­‐Nr. 3331 15.09. – 19.09.2014 Kurs-­‐Nr. 3332 03.11. – 07.11.2014 Mo-­‐Do 09:00 bis 15:00 Uhr Freitag 09:00 bis 14:00 Uhr DGS 4 3 Kompaktkurse (210 € Mo – Fr) Kurs-­‐Nr. 3431 27.10. – 31.10.2014 Kurs-­‐Nr. 3432 08.12. – 12.12.2014 Mo-­‐Do 09:00 bis 15:00 Uhr Freitag 09:00 bis 14:00 Uhr DGS 5 Abendkurse (180 € für 10 Abende) Kurs-­‐Nr. 3511 ab dem 04.09.2014 Donnerstags 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr 08./09 und 22./23.11.2014 Samstag und Sonntag 09:30 bis 14:30 Uhr Wochenendkurse (180 €) Kurs-­‐Nr. 3521 DGS 8 Abendkurse (180 € für 10 Abende) Kurs-­‐Nr. 3811 ab dem 03.09.2014 Mittwochs 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr Alle Kompaktkurse sind in Hamburg als Bildungsurlaub anerkannt! Individuelle Einzel-­‐ und Gruppenkurse, auch in Hinblick auf besondere Themenwünsche, sind ebenfalls möglich. Fragen Sie gerne bei uns nach. Wollen Sie lieber erst einmal in einen Kurs hinein schnuppern? Diese Möglichkeit bieten unsere kostenlosen Schnupperkurse, einmal im Monat von 18:00 – 18:45 Uhr. Unsere nächsten Termine 2014: 09. Oktober, 06. November, 04. Dezember. Schüler und Studenten erhalten die ermäßigten Preise: Abendkurs / Wochenendkurs statt 180€ für 160€, Kompaktkurs statt 210€ für 190€. Fördermitglieder erhalten ebenfalls einen ermäßigten Preis: Abendkurs statt 180€ für 170€, Kompaktkurs statt 210€ für 200€. Sie möchten mehr über unsere Kursangebote und Schnupperkurse erfahren? Dann besuchen Sie uns auf unserer Homepage unter www.gebärde-­‐mit-­‐mir.de oder rufen Sie uns an unter: Tel.: 040-­‐882051. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! HGZ 4/2014 | 19
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Museumsführung in
Deutscher Gebärdensprache
Termine für das 4.Quartal 2014
Stiftung Historische Museen Hamburg
MUSEUMSDIENST HAMBURG
im Hamburg Museum
Kultur- und Kunstvermittlung
in Deutscher Gebärdensprache
Holstenwall 24 I 20355 Hamburg
Bildtelefon: 040 - 311 08 003
E-Fax: 040 - 427 925 324
Skype: museumsdienstHH
Martina.Bergmann@museumsdienst-hamburg.de
www.museumsdienst-hamburg.de
Führungsangebote
in Deutscher Gebärdensprache
Mittwoch, 8. Oktober 2014, 11 Uhr
Sonntag, 14. Dezember 2014, 13 Uhr
BUCERIUS KUNST FORUM
Rathausmarkt 2, direkt neben Rathaus
Pompeji. Götter, Mythen, Menschen
27. September 2014 - 11. Januar 2015
Info: www.buceriuskunstforum.de
Mittwoch, 17. Dezember 2014, 10.30 Uhr
Sonntag, 4. Januar 2015, 13 Uhr
HAMBURG MUSEUM
(ehemals Museum für Hamburgische Geschichte) Holstenwall 24, U3 St. Pauli
Park Pioniere.
100 Jahre Hamburger Stadtpark
Anmeldung ist erwünscht. Sie können aber auch
spontan kommen.
13. Juni 2014 - 23. Februar 2015
Info: www.hamburgmuseum.de
Kosten: Museumseintritt an der Kasse
(Kinder/Jugendliche bis 17 Jahre gratis)
Sonntag, 18. Januar 2015, 13 Uhr
HAMBURGER KUNSTHALLE
Sonntag, 12. Oktober 2014, 13 Uhr
JENISCH HAUS, Museum für Kunst & Kultur
an der Elbe Baron-Voght-Str. 50
Caspar Voght (1752-1839). Weltbürger vor
den Toren Hamburgs
Max Beckmann. Die Stillleben
6. April - 23. November 2014 Info: www.jenisch-haus.de
Sonntag, 5. Oktober 2014, 13 Uhr
Montag, 24. November 2014, 18.30 Uhr
MUSEUM DER ARBEIT
Wiesendamm 3, direkt neben S/U Bahn Barmbek
Das Fahrrad. Kultur, Technik, Mobilität
9. Mai 2014 - 1. März 2015
Info: www.museum-der-arbeit.de
Sonntag, 2. November 2014, 13 Uhr
MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE
Steintorplatz, direkt am Hauptbahnhof
Krieg und Propaganda 14/18
20. Juni - 2. November 2014
Mittwoch, 5. November 2014, 10.30 Uhr
Sonntag, 30. November 2014, 13 Uhr
MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE
Steintorplatz, direkt am Hbf
Fette Beute. Reichtum zeigen.
10. Oktober 2014 - 11. Januar 2015
Info: www.mkg-hamburg.de
Glockengießerwall, direkt am Hbf
5. September 2014 - 18. Januar 2015
Info: www.hamburger-kunsthalle.de
Kurskosten: 7,- €
Donnerstag, 9. Oktober 2014, 19 Uhr
HAMBURGER KUNSTHALLE
Glockengießerwall, direkt am Hbf
Max Beckmann. Die Stillleben
5. September 2014 - 18. Januar 2015
Info: www.hamburger-kunsthalle.de
Donnerstag, 13. November 2014, 19 Uhr
HAMBURGER KUNSTHALLE
Glockengießerwall, direkt am Hbf
Ars viva 2014/15
19. Oktober 2014 - 19. Februar 2015
Info: www.hamburger-kunsthalle.de
Donnerstag, 11. Dezember 2014, 19 Uhr
MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE
Steintorplatz, direkt am Hbf
Fette Beute. Reichtum zeigen.
10. Oktober 2014 - 11. Januar 2015
Info: www.mkg-hamburg.de
Nächster Termin:
Donnerstag, 8. Januar 2015, 19 Uhr
Ort und Thema wird noch bekannt gegeben.
Bei Interesse können weitere Termine angeboten werden.
20 | HGZ 4/2014
Kultur- und Freizeitzentrum Gehörlosen
Kultur- und Freizeitzentrum der
Gehörlosen in Hamburg
Termine für das 4. Quartal 2014
Oktober 2014
01.10.Großer Seniorenkreis Oktoberfest13.00-18.30Uhr
08.10.Kleiner Seniorenkreis
14.00-18.00Uhr
11.10. AGUV (Versammlung
15.00-18.00Uhr
15.10. Großer Seniorenkreis
13.00-18.30Uhr
14.00-18.00Uhr
22.10. Kleiner Seniorenkreis
22.10. Info - Treff mit Thomas Worseck
18.00-20.00Uhr
24.10.SHG Kigel - Vortrag
18.00-21.00Uhr
25.10. SHG für russische Gehörlose
16.00-22.00Uhr
25.10. AGUV (Rommé)
12.00-18.00Uhr
29.10. Großer Seniorenkreis
13.00-18.30Uhr
November 2014
01.11.GLSKV-Landesmeisterschaft Skat/Rommé 10.00-20.00Uhr
05.11. Kleiner Seniorenkreis
14.00-18.00Uhr
15.00-18.00Uhr
08.11.AGUV (Versammlung)
12.11. Großer Seniorenkreis
13.00-18.30Uhr
15.11. SHG für russische Gehörlose
16.00-22.00Uhr
19.11. Kleiner Seniorenkreis
14.00-18.00Uhr
19.11. Info - Treff mit Thomas Worseck
18.00-20.00Uhr
12.00-18.00Uhr
22.11. AGUV (Rommé)
22.11. HGSV - Bunter Abend16.00-22.00Uhr
26.11. Großer Seniorenkreis
13.00-18.30Uhr
Dezember 2014
03.12. Kleiner Seniorenkreis
14.00-18.00Uhr
06.12.SHG für russische Gehörlose
16.00-22.00Uhr
10.12. Großer Seniorenkreis Weihnachtsfeier (nur mit Einladung)13.00-18.30Uhr
13.12. AGUV - Weihnachtsfeier
12.00-22.00Uhr
17.12. Info - Treff mit Thomas Worseck
18.00-20.00Uhr
Weitere Termine und Änderungen werden immer auf der INFO-TAFEL
bekannt gegeben.
HGZ 4/2014 | 21
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Evangelische Gehörlosenseelsorge
Termine Oktober-Dezember 2014
05.10.2014 15.00 Uhr
Abendmahlsgottesdienst zum Erntedank- auch
für Taubblinde, Christuskirche Wandsbek,
anschl. Gemeindetreffen im Gemeindehaus
bei Kaffee + Kuchen mit Vortrag über die
Gehörlosenschulen in Afrika, Referent: Berni
Castens; U1 Wandsbek-Markt
09.10.2014 10.30 Uhr
Lektorengottesdienst, Taubstummenaltenheim,
anschl. Kaffeetrinken, Mellenbergweg 19; U1
Volksdorf
18.30-20.00 Uhr
14.10.2014 Gebärdenchor, St. Georgs Kirchhof 19, Kleiner
Saal U/S Hauptbahnhof
15.00 Uhr
19.10.2014
Lektorengottesdienst, Kirche am Markt
in Niendorf, anschl. Kaffeetrinken im
Gemeindehaus; U2 und Metrobus 5 NiendorfMarkt
26.10.2014 15.00 Uhr
Abendmahlsgottesdienst in Lübeck, anschl.
Kaffeetrinken; Beim Drögenvorwerk 2-8/
Ecke Triftstr., Bus 3 od. 10 ab Lübeck Hbf bis
„Vorwerker Diakonie“
28.10.2014
18.00 Uhr
Öffentliche Sitzung des Gemeindevorstandes
der Ev. Gehörlosengemeinde Hamburg, St.
Georgs Kirchhof 19, U/S Hauptbahnhof
01.11.2014 10.00-16.00 Uhr
Inklusiver Konfirmandentag, Erlöserkirche
Farmsen, Bramfelder Weg 25; U1 Farmsen
02.11.2014 ??? Uhr
Sinnlicher
Gottesdienst:
inklusiv
und
gedolmetscht, Kirche am Rockenhof, anschl.
gemütliches Beisammensein; Rockenhof 1, U 1
Volksdorf
14.15-17.00 Uhr
03.11.2014 Missionsnähkreis in der Cafeteria der Turnhalle
Willinghusen; Bus 263 ab Wandsbek-Markt
08.11.2014 10.15-12.30 Uhr
Familiengottesdienst, anschl. Frühstück, basteln
und spielen, Martin-Luther-Kirche HamburgAlsterdorf, Bebelallee 156; U1 Alsterdorf
09.11.2014 15.00 Uhr
Abendmahlsgottesdienst, St.-Johannis-Kirche
Eppendorf, anschl. Kaffeetrinken im Alten
Pastorat, Ludolfstr., U1 Kellinghusenstraße oder
Hudwalckerstraße
22 | HGZ 4/2014
11.11.2014 18.30-20.00 Uhr
Gebärdenchor, St. Georgs Kirchhof 19, Kleiner
Saal U/S Hauptbahnhof
12.11.2014 19.00 Uhr
Hauskreis in der Wohnanlage Am Bronzehügel 83
19.30 Uhr
13.11.2014 Biblische Gesprächsrunde in der Wohngruppe
Tunnkoppelring 2
15.00 Uhr
16.11.2014 Predigtgottesdienst: Wir denken an unsere
Verstorbenen, Kirche am Markt in Niendorf,
anschl. Kaffeetrinken im Gemeindehaus; U2
und Metrobus 5 Niendorf-Markt
20.11.2014 10.30 Uhr
Abendmahlsgottesdienst, Taubstummaltenheim,
anschl. Kaffeetrinken, Mellenbergweg 19; U1
Volksdorf
28.-30.11.2014
Inklusives Konfirmandenwochenende
in Lichtensee
01.12.2014 14.15-17.00 Uhr
Missionsnähkreis in der Cafeteria der Turnhalle
Willinghusen; Bus 263 ab Wandsbek-Markt
07.12.2014 15.00 Uhr
Abendmahlsgottesdienst, St.-Johannis-Kirche
Harburg, anschl. Adventsfeier bei Kaffee +
Kuchen, Bremer Str. 9; S3/S31 Harburg Rathaus
09.12.2014 18.30-20.00 Uhr
Gebärdenchor, St. Georgs Kirchhof 19, Kleiner
Saal U/S Hauptbahnhof
13.12.2014
10.00-16.00 Uhr
Inklusiver Konfirmandentag, Erlöserkirche
Farmsen, Bramfelder Weg 25; U1 Farmsen
14.12.2014 15.00 Uhr
Predigtgottesdienst, auch für Taubblinde,
Christuskirche Wandsbek, anschl. Große
Weihnachtsfeier im Gemeindehaus bei Kaffee
+ Kuchen; U1 Wandsbek-Markt
20.12.2014 14.00 Uhr
Wir schmücken die Erlöserkirche Borgfelde
für
Heiligabend,
anschl.
gemütliches
Beisammensein bei Tee und Keksen mit dem
Café Mandela, Jungestr.7b, U-/S-Bahnen
Berliner Tor
21.12.2014 15.00 Uhr
Gottesdienst in Lübeck, anschl. Adventsfeier bei
Kaffee + Kuchen; Beim Drögenvorwerk 2-8/Ecke
Triftstr., Bus 3 od. 10 ab Lübeck Hbf bis „Vorwerker
Diakonie“
24.12.2014 15.00 Uhr
Christvesper, Erlöserkirche Borgfelde, Jungestr.
7b, U-/S-Bahnen Berliner Tor
10.30 Uhr
26.12.2014 Predigtgottesdienst, Taubstummenaltenheim,
Mellenbergweg 19; U1 Volksdorf
Ihre Ansprechpartnerin:
Pastorin Systa Ehm
Wiesenstraße 4e
22885 Barsbüttel
E-Mail: systa.ehm@seelsorge.nordkirche.de
Handy: 0151-553 889 21
Fax: 040 / 675 906 11
Tel.: 040 / 675 33 96
Jetzt neu:
Auch auf Facebook unter Systa Ehm
Altenheim für Gehörlose
Mellenbergweg 19, 22359 Hamburg
Liebe Senioren!
Im Altenheim für Gehörlose wird regelmäßig am 1. Samstag im Monat ein Kaffeeklatsch veranstaltet.
Ausnahme: im Juni, Oktober und Dezember findet kein Kaffeeklatsch statt.
Sie alle sind herzlich eingeladen, sich an den unten genannten Samstagen im Altenheim zu treffen und sich bei
Kaffee und Kuchen miteinander zu unterhalten.
Geöffnet ist von 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr.
Kaffee und Kuchen sowie verschiedene Getränke können Sie im Altenheim kaufen.
Der nächste und letzte Termin für dieses Jahr ist am:
1. November 2014.
Wir freuen uns über Ihren Besuch!
HGZ 4/2014 | 23
Hamburger Gehörlosen-Seniorenkreis
Seniorenbildungsfahrt nach Leipzig
vom 2. bis 6. Juni 2014
Am 1. Tag fand die Fahrt
mit 16 Senioren mit
dem Zug nach Leipzig
statt. Der uralte Bahnhof
ist der größte Europas
und in ihm befinden
sich 142 Shops. Am
2. Tag haben wir in
Leipzig die „SamuelHeinicke-Schule“ mit
dem Begleiter Horst
Bormann
(bekannter
gehörloser Magier aus
Leipzig) und seiner
Frau besichtigt. Diese
Schule wurde 1778
als erste staatliche
Gehörlosenschule der
Welt gegründet. Heute
ist sie in einem Gebäude
untergebracht, welches
1915 als „Königliche
Taubstummenanstalt zu
Leipzig“ gebaut wurde.
Inzwischen
befindet
sich dort die „Sächsische
Landesschule
für
Hörgeschädigte,
Förderzentrum
Samuel
Heinicke“. Samuel Heinicke lebte in der Zeit
von 1727-1790, als Lehrer und „Erfinder“ der
Deutschen Methode der Gehörlosenpädagogik.
1768 wurde Heinicke Schulmeister und Kantor an
der St.-Johannis-Kirche in Eppendorf/Hamburg.
In der Dorfschule unterrichtete er erst 5 taube
Schülerinnen und Schüler. Ab 1777 wurde er als
anerkannter Taubstummenlehrer tätig. Ein Jahr
später zog er mit seiner Familie und 9 Schülern
wieder nach Leipzig, wo er nach 13 Jahren starb.
Danach fuhren wir zum „Völkerschlachtdenkmal“
24 | HGZ 4/2014
(91 m hoch). Es wurde am 18. Oktober 1913 (101
Jahre alt) eingeweiht. Die Bauzeit betrug 15 Jahre
und es ist eines der größten Denkmäler Europas
und eines der bekanntesten Wahrzeichen von
Leipzig. Vom 16.-19. Oktober 1813 fand die
sogenannte Völkerschlacht statt. Sie führte
zu einer Niederlage Napoleons gegen die
Truppen Österreichs, Preußens, Russlands und
Schwedens. In der Schlacht, die bis zum Ersten
Weltkrieg als die größte der Geschichte galt,
kämpften Deutsche auf beiden Seiten. Nach der
Schlacht plante Ernst Moritz Arndt (1769-1860)
hierfür ein Denkmal. Der Grundstein für dieses
Denkmal wurde aber erst am 18. Oktober 1898
gelegt und gebaut wurde dieses Denkmal nach
den Entwürfen von Bruno Schmitz. Die heutige
Sanierung dauerte mehrere Jahre und soll ca. 30
Millionen Euro kosten.
Am 3. Tag machten wir eine MDR-Studiotour
zur TV-Serie „In aller Freundschaft“. Das mdrGelände und die media city leipzig sind über
13.000 qm groß, das Gelände war früher ein
Schlachthof. Dort haben wir mehrere Studioräume
mit einer Gästeführerin und zwei Dolmetschern
besichtigt und es dauerte 2 Stunden. Ein gläserner
Fahrstuhl in der Fernsehzentrale beförderte uns bis
in die 13. Etage. Hoch über den Dächern Leipzigs
bot das Dachgeschoss einen schönen Ausblick.
Anschließend fuhren wir zum gehörlosen
Begegnungszentrum „Villa Davignon - Haus
ohne Barrieren“, wo wir warmes Mittagessen
bekamen. Danach gab es einen Erfahrungsund Informationsaustausch über das Clubheim
im Seniorenkreis und anschließend Kaffee und
Kuchen. Bei herrlichem Wetter konnten wir auf
der Terrasse sitzen und mit den Senioren aus
Leipzig, Dresden und Sachsen-Anhalt bis in den
frühen Abend klönen.
Am 4.Tag besichtigten wir eines der weltgrößten
360°-Panoramen von Yadegar Asisi, es ist ein
denkmalgeschützter
ehemaliger
Gasometer
gegenüber vom MDR-Studiogelände. Seit
August 2013 ist nun die Stadt Leipzig mit einem
Riesenrundbild erlebbar und zeigt das alte Leipzig
um 1813 nach dem Ende der Völkerschlacht
gegen Napoleon. Im dunklen Raum leuchten
die runden Bilderleinwände bei Nacht und
Tag über der Schlacht. Nach zweistündiger
Besichtigung fuhren wir in die Stadt und aßen
zu Mittag im „Auerbachs Keller“ (auf Platz 5
der bekanntesten Gaststätten der Welt, das
„Münchner Hofbräuhaus“ ist auf Platz 1). Danach
unternahmen wir einen Stadtrundgang mit Herrn
Bormann, der uns viel gezeigt hatte. Zum Schluss
hatten wir noch einmal Kaffee und Kuchen bei
herrlichem Wetter.
Am 5.Tag fuhren wir nach einem kräftigen
Frühstück wieder nach Hamburg. Danke an
Walter Lück, der die Bildungsreise gut organisiert
hat. Seniorenkreis
HGZ 4/2014 | 25
Hamburger Gehörlosen-Sportverein von 1904 e.V.
Vorwort des HGZ-Sportteils
übernommen. Vielen Dank für Euer Vertrauen. Ich
freue mich darauf, als „neues“ Teammitglied den
Vorstand tatkräftig zu unterstützen.
Für die nächsten beiden Jahre wünsche ich mir
nicht nur eine gute Zusammenarbeit mit Euch
allen, sondern ich möchte auch etwas frischen
Wind mitbringen:
• Die Gestaltung der Homepage verbessern
• Mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten
• Speziell für Frauen mehr Sportangebote schaffen
Grußwort
Liebe Mitglieder,
viele von Euch kennen mich bereits, da
ich seit vielen, vielen Jahren nicht nur im
Gehörlosenverband Hamburg tätig bin, sondern
mich auch ehrenamtlich in anderen Bereichen
engagiere. Nun bin ich auch „offiziell“ im
Hamburger Gehörlosen Sportverein tätig. Im
Mai 2014 bin ich als Vizevorsitzende für die
Öffentlichkeitsarbeit für die nächsten 2 Jahre
kommissarisch bestellt worden. Bei der erw.
Vorstandssitzung im Herbst 2014 werde ich
in diesem Amt bestätigt. Ich habe es sehr gern
Für Eure Anregungen und Vorschläge bin ich sehr
offen und freue mich darüber. Ihr könnt mir diese
gern per E-Mail unter regine.boelke@hgsv.de
zusenden.
In einigen Wochen ist auch schon wieder unser
alljährlicher „Bunter Abend“ und zwar am 22.
November 2014. Bitte notiert Euch diesen Termin
schon einmal in Eurem Kalender.
Ich freue mich sehr, wenn Ihr alle zahlreich
kommt und mit uns feiert.
Es grüßt herzlichst
Eure Regine Bölke
Vizevorsitzende Öffentlichkeitsarbeit
RuderkursSommer
Am 03.06.2014 begann der 2. Ruderkurs für
hörgeschädigte Anfänger an. Vor diesem hat
unser Trainer Niels ein Trainerteam gegründet.
Darin waren Claudius, Paul und Philipp (junge
Ruderer und Trainer im Jugendbereich), Sven und
Niels. Gemeinsam besprachen diese, wie der
Kurs durchgeführt werden sollte. Anschließend
gab Sven den 3 jungen Trainern und Niels
einen Power-Crashkurs zur Kommunikation
mit Gehörlosen. Sie lernten dabei auch einige
wichtige Gebärden.
Am ersten Tag des Kurses dann kamen 20
gehörlose und schwerhörige Teilnehmer. Zunächst
stellte das Trainerteam sich vor. Dies taten dann
26 | HGZ 4/2014
auch die interessierten Sportler. Jeder von ihnen
sollte ausführen, weshalb er den Kurs mitmachen
möchte und ob bzw. welche Vorerfahrungen
er mitbringt. So konnte unser Trainer Niels die
Teilnehmer besser einschätzen. Nach einiger
Diskussion entschied das Trainerteam, den Kurs
nicht regulär zu beginnen. Stattdessen sollten erst
einmal für jeden 2 Schnuppertage stattfinden und
die Gruppe dabei aufgeteilt werden. Nach den
Schnuppertagen sollte jeder entscheiden, ob er
verbindlich am Kurs teilnimmt. Leider entschieden
sich nur 11 Personen für den Kurs. Allen wurden
in den folgenden Kurstagen die Grundlagen und
Techniken des Ruderns vermittelt.
Während in den ersten 5 Tagen noch
DolmetscherInnen anwesend waren, wurde der
Kurs dann ohne Dolmetscher fortgesetzt. Sven
hat während des Kurses immer wieder zwischen
den Trainern und den Teilnehmern vermittelt
bzw. übersetzt. Dabei wurde er von Anneke,
die Gebärdensprachdolmetschen studiert und
ebenfalls am Kurs teilnahm, unterstützt. Am 11.
Juli endete der Kurs mit einem Abschlussgrillen,
denn es war zum Rudern zu windig. Vorher
mußten alle eine Trainingseinheit im Kraftraum
absolvieren und wurden vom Trainer Niels an den
Geräten kurz eingewiesen.
Die Abteilung „Rudersport“ hat neuen Zugang
bekommen. Insgesamt sind wir nun 12 Mitglieder.
Am 02.11.2014 findet der Fari-Cup auf der
Außenalster statt. Unser Trainer möchte gern,
dass wir in 2 Gruppen (Anfängergruppe und „alte
Hasen“) an dieser Regatta teilnehmen. Foto und Text: Sven Neumann
Ostseeküste-Radtour Gruppe A+B 21.06.2014
Am 21.06.2014 machte die Radgruppe A eine
Radtour von Lübeck nach Scharbeutz…Wir
fuhren mit dem Zug nach Lübeck. Der Himmel
war leider mit Wolken verhangen, aber Regen
war erst für den
Mittag
angesagt.
Als wir in der
Hansestadt Lübeck
ausstiegen,
ging
es zur geführten
Stadtbesichtigung
durch Lübeck. In
Kücknitz
haben
wir
uns
mit
dem
Shuttle-Bus
kostenlos
durch
den Herrentunnel
chauffieren lassen.
Wir sind insgesamt 37 km geradelt, bis wir in der
Jugendherberge eintrafen..
Die andere Radgruppe B kam ca. eine halbe Std.
später fröhlich an. Wir haben eine schöne und
gesellige Grillparty.
Wir nahmen aufgeregt am WM Public Viewing in
der JH teil. Leider gab es nur ein Unentschieden:
Deutschland gegen Ghana 2:2. Es war ein schönes
Radwochenende…
Danke Torsten D. und Regine!
Der Radweg war streckenweise nicht so gut.
Bei einer gemütlichen Pause in einem Cafe in
Niendorf haben wir viel Spaß beim Klönen.
Radpause
Wir haben die schöne Radtour sehr genossen.
HGZ 4/2014 | 27
Hamburger Gehörlosen-Sportverein von 1904 e.V.
Bericht vom Radtourwochenende am 21.+22.
Juni in Scharbeutz / Ostsee aus der Sicht der
B-Gruppe
Die Radsportabteilung im HGSV hatte eine
Wochenendreise am 21./22. Juni 2014 nach
Scharbeutz organisiert. Man konnte zwischen 3
angebotenen Routen (Gruppe A: 90 km, Gruppe
B: 50 km oder Gruppe C: 30 km) wählen. Da
ich selber die Gruppe „B“ gewählt habe, ist der
Bericht aus der Sicht dieser Gruppe verfasst.
Die B-Gruppe, 14 Teilnehmer, traf sich am 21.
Juni vormittags am Bahnhof in Bad Oldesloe.
Per Drahtesel ging es mit Hilfe der Scouts Torsten
D. und Holger W. auf schmalen verkehrsarmen
Landstraßen nach Reinfeld. Dort legten wir am
Herrenteich die erste Pause ein und genossen den
schönen Ausblick auf den See.
Anschließend ging es weiter durch die holsteinische
Schweiz entlang am Herrenteich in Richtung
Zarpen, Mönkhagen und anschließend bergauf
nach Groß Parin. Dort steht der Bismarckturm, wo
man einen tollen Blick in die schöne Landschaft
Schleswig Holsteins und auf die Stadt Lübeck hat.
Das hätte ich nie gedacht…
Nachdem wir Magen und Kehle mit Kulinarischem
verwöhnt hatten, fuhren wir weiter bergab über
28 | HGZ 4/2014
Pansdorf nach Klingberg zur Jugendherberge
Scharbeutz-Uhlenflucht.
Dort am frühen Nachmittag angekommen, gab
es ein fröhliches Wiedersehen mit den anderen
Teilnehmern aus der A- und C-Gruppe.
Am Abend wurde gegrillt und anschließend
auf der Großbildleinwand das Fussball-WMSpiel Deutschland-Ghana in fröhlicher Runde
angeschaut.
Am nächsten Tag war es jedem Teilnehmer selbst
überlassen, mit wem, wann, und wie er nach
Hause radeln wollte.
Fazit: Es war eine sehr schöne erlebnisreiche
Veranstaltung mit viel frischer Luft, wo alle Radfahrer
mit unterschiedlichen „Leistungsniveaus“ voll auf
ihre Kosten gekommen sind. Jeder hat das Ziel
Scharbeutz erreicht und ist auch wieder gut nach
Hause gekommen.
So eine Veranstaltung darf wiederholt werden!
Stefan Palm-Ziesenitz
Verkehrsinstitut Hanse GmbH
Margaretenstraße 39
20357 Hamburg
Telefon040 / 439 69 98
Fax
040 / 439 34 97
Cyclassics 2014
Ein neuer HGSV-Teilnehmer-Rekord wurde
gebrochen: 12 Mitglieder der HGSV-Abt.
Radsport fuhren bei den 19. Cyclassics 2014 mit!
Mit HGSV-Klamotten starteten 9 Radler auf der
100 km- und 3 auf der 55 km-Strecke.
Alle Mitglieder kamen wohlbehalten und ohne
Platten im Ziel an. Sie erreichten ihre persönlichen
Bestzeiten und waren sehr stolz darauf. Meike
Wicht als einzige Radlerin des HGSV nahm
zum 1. Mal an den Cyclassics (55 km) teil. Ihr
Kommentar zum Schluß: Ich hätte noch mehr Gas
geben können, es machte Spaß!
Natürlich passierte ein Malheur bei Jürgen
Schuster, dem die Schraube seines Sattels brach.
Sein Sattel hielt nicht mehr, bis ihm jemand mit
einer Ersatzschraube aushalf. So schaffte er es mit
einem wackeligen Sattel ins Ziel! Bemerkenswert:
Die unbekannte Helferin fragte über den GLVerband nach, ob er es ins Ziel geschafft hat!
Das Wetter war dieses Jahr kühl. Es wurden
Ärmlinge, Beinlinge, Windwesten etc. getragen,
Regenjacken wurden vorsorglich eingepackt. Der
letzte Rennradler J. Goetz musste noch im Regen
ins Ziel fahren. Für die anderen blieb die Fahrt bis
zum Ziel trocken.
Seestermüher Marsch - Radtour
Am Samstag, dem 12. Juli 2014, machte
die Radgruppe eine Radtour von Elmshorn
flussabwärts, entlang des Flüsschens Krückau bis
nach Wedel an die Elbe.
Die historische Fähre
Kronsnest. Früher einfaches
Transportmittel – heute
die Touristenattraktion in
Neuendorf bei Elmshorn
und Seester …
Wir radelten durch die
schöne Marschlandschaft,
entlang der saftigen Deiche
und historischen Höfe ..
Das
Melkhus
liegt
direkt an der regionalen
Radrundroute Seestermüher ... Alles war sehr
lecker und für uns Radler sehr erfrischend!
Insgesamt sind wir 50 km geradelt
Es war eine tolle Radtour!
Danke Holger W.
HGZ 4/2014 | 29
Hamburger Gehörlosen-Sportverein von 1904 e.V.
Nach 31 Jahren wieder Deutscher Meister in
Nürnberg
Am 28. Juni 2014 fand die Deutsche Meisterschaft
der Ü40-Senioren auf Kleinfeld in Nürnberg statt.
Unsere Mannschaft war knapp besetzt: Bernd
Scholler war am Fuß verletzt, Dirk Haenel-Deul
konnte aus familiären Gründen nicht teilnehmen.
So sprang kurzfristig Michael Scheffel ein.
Am Freitag, 27.06., um 20:30 Uhr kamen wir
nach einer angenehmen Fahrt im 9-Sitzer-Bus im
Gasthaus in Nürnberg an.
Zu den Sportplätzen brauchten wir, in Sportsachen
bekleidet, nur 10 Minuten zu Fuß. Nach dem Hin
und Her, wo wir spielen sollen, wurde für unsere
Gruppe der Platz von der DGS-Spartenleitung
bestimmt, der wie ein „Acker“ aussah.
Oben von links: Spielertrainer Holger Stapelfeldt,
Michael Scheffel,Norbert Lada, Olaf Belz, Adam
Ostrowski; unten von links: Ullrich Kluge,
Christian Krohn, Matthias Thoden, Henning
Wisch (Foto: GSC Nürnberg).
Die 5 Spieler, die vor 31 Jahren mit dem Hamburger
GSV in Nürnberg Deutscher Jugendmeister
geworden sind: von links Ullrich Kluge, Norbert
Lada, Carsten Koch (geb. Worseck, jetzt GSC
Nürnberg), Holger Stapelfeldt, Matthias Thoden
(Foto: GSC Nürnberg).
30 | HGZ 4/2014
Unser erstes Gruppenspiel traten wir gegen GSC
Frankenthal an. Adam Ostrowski köpfte nach der
Vorlage von Ullrich Kluge zum Siegtor. Dieses Tor
mit seinem Hinterkopf erinnerte an das von Uwe
Seeler bei der WM 1970 in Mexiko, Deutschland
gegen England. Das nächste Spiel gegen GSC
Nürnberg gewannen wir mit 3:1 Toren. Der Sieg
hätte noch höher ausfallen können. Tore: 1:0
Matthias Thoden, 2:0 Olaf Belz, 3:0 Ullrich Kluge.
Das letzte Gruppenspiel bestritten wir gegen GSV
Straubing. Ein Unentschieden reichte uns zum
Gruppenersten. So ging das Spiel dann auch mit
einem 0:0-Remis aus.
Im Viertelfinalspiel
schlugen
wir
GSV
Braunschweig trotz eines schwachen Spiels mit
1:0 Toren. Das Traumtor in den Torwinkel schoss
Matthias Thoden beim 20m-Schuss.
Adam Ostrowski (rechts) im Zweikampf mit
Michael Riedel vom GSV Braunschweig.
Nach dem harterkämpften Halbfinalspiel
gegen GSV Augsburg, das nach der regulären
Spielzeit 0:0 stand, musste die Entscheidung
im 9-m-Schießen fallen. Unsere 5 Schützen
traten an. Gleich beim ersten Schuss von Holger
Stapelfeldt hielt der Ex-Nationaltorwart Andreas
Konrad. Dann schoss Ullrich Kluge zum 1:1,
Matthias Thoden zum 2:2, Andreas Konrad hielt
den Schuss von Adam Ostrowski und Christian
Krohn schoss an die Unterlatte. Die letzten beiden
Schüsse der Augsburger hielt wiederum Norbert
Lada. Es stand 2:2. Also musste je ein weiterer
Schütze ran. Norbert Lada hielt den Schuss von
einem Augsburger Spieler und schoss selbst zum
3:2-Sieg.
HURRA – wir waren im Finale!
Hier schoss Ullrich Kluge beim 9-m-Schießen
zum 1:1.
Jubeltraube nach dem Schlusspfiff.
Held der 9-m-Enscheidung ist Norbert Lada.
Im Finale trafen wir auf den schweren Gegner,
GSG Stuttgart, bei dem etliche Ex-Nationalspieler
spielen. Im zunächst ausgeglichenen Spiel
prallte der Ball von Holger Stapelfeldt an einem
Stuttgarter Spieler ins eigene Tor: 1:0 für uns.
Danach stürmten nur noch die Stuttgarter und
hatten einige Torchancen. Der langersehnte
Schlusspfiff in der Nachspielzeit ertönte und rette
uns.
WIR SIND DEUTSCHER MEISTER !!!
Einige Spieler wie Matthias Thoden, Ullrich
Kluge und Michael Scheffel stellten fest,
dass der Spielertrainer Holger Stapelfeldt aus
Die Stuttgarter stürmten, aber unsere Abwehr
stand sicher.
Es darf gefeiert werden…
qualitativ guten Leuten ein echtes Team geformt
hat. So konnte der Titel Deutscher Meister
gewonnen werden. Holger Stapelfeldt hat als
Führungskraft immer wieder ausprobiert und
mit den Kameraden viel gesprochen. Seine
ruhige Ausstrahlung gab uns Spielern Mut. So
konnten wir selbstbewusster den Fußballplatz
betreten und unsere Fähigkeiten einsetzen. Mit
einer geschlossenen Mannschaftsleistung über
die gesamte Meisterschaft hinweg konnten
wir die Goldmedaille holen. Ebenso war die
Kameradschaft außerhalb des Fußballplatzes
super, Humor und Spaß fehlten natürlich nicht.
Gern erinnern wir uns an Nürnberg.
Wir, alle Ü40-Fußballer, möchten uns bei Holger
Stapelfeldt recht herzlich bedanken und ihn
bitten, als Spielertrainer weiterzumachen.
Nicht zu vergessen Christian Krohn, Adam
Ostrowski, Henning Wisch, die den Bus und die
Übernachtung organisiert haben. Danke auch an
Michael Scheffel, der die Ergebnisse protokollierte
und als „Spieler-Fotoreporter“ zusätzlich agierte.
Alle haben ihre Arbeit gut gemacht.
M.S.
HGZ 4/2014 | 31
Hamburger Gehörlosen-Sportverein von 1904 e.V.
Watt - Wanderung - Ausflug nach Neuwerk
Die Abteilung Breitensport machte mit 20 Personen (10 Mitglieder und 10 Gäste) am 05. Juli 2014
einen Tagesausflug nach Neuwerk, der zu einem
Abenteuer wurde.
Wir fuhren morgens vom Hamburger Haupt-bahnhof mit dem Metro-nom nach Cuxhaven. Weiter
ging es mit dem Bus nach Sahlenburg. Dort bereiteten wir uns auf die Wattwanderung nach Neuwerk
vor. Einige kauften Aquaschuhe, durch die Verletzungen an den Füßen an Muscheln oder Steinen,
die in den Prielen unter Wasser liegen, während
der Wattwanderung verhindert werden sollen. 10
Uhr gingen wir los. Das Wetter war durchwachsen
- mal wolkig und mal sonnig. Nach etwa einem
Kilometer stießen wir auf einen großen Priel, der
ca. 800 Meter breit war. Dort mussten wir etwa
eine halbe Stunde warten, bis durch die Ebbe das
Wasser weiter abgeflossen war. Als wir losgingen,
stießen wir auf dem Grund auf große Steine und
mussten durch den Priel durchwaten. Wir wurden
bis zur Hüfte nass. Eine Teilnehmerin verletzte sich
am Bein sehr, so dass es stark blutete. Zum Glück
konnte die Verletzung mit einem großen Wundpflaster notdürftig behandelt werden. Auf unserem
weiteren Weg gab es einige kleine Priele, die aber
weniger Wasser und Steine führten. Nach 12 km
Marsch kamen wir endlich in Neuwerk an.
An dem berühmten Neuwerker Turm machten wir
Pause. Einige stiegen auf
den Turm und genossen
den weiten Blick über die
Insel, das Watt und die Elbmündung. Da wir pünktlich zum Schiff mussten,
gingen wir los und sahen
schon von weitem die
dunklen Wolken. Kurz
darauf stürmte und regnete es so stark, dass sogar
Hagel fiel. Innerhalb weniger Minuten waren wir
komplett durchnässt. Selbst die, die einen Anorak
trugen, blieben nicht trocken. Am Schiffsanleger
angekommen, regnete es immer noch sehr stark.
Einen Unterschlupf gab es aber nicht. Das war für
uns sehr unangenehm. Erst später kam die Sonne
heraus und unsere Kleider konnten ein bisschen
trocknen. Einige von uns hatten gut geplant und
hatten Ersatzwäsche mit, die sie hinter dem Wagen
anzogen. Das Schiff kam dann auch noch eine halbe Stunde zu spät. Ein Glück, dass wir dafür Plätze
reserviert hatten und somit alle mitfahren konnten. In Cuxhaven angekommen, teilte die Gruppe
sich auf: Einige gingen zum Bahnhof, um mit dem
Zug zurück nach Hause zu fahren. Andere blieben
noch in Cuxhaven und gingen bummeln. Sicher
werden viele am Sonntag Muskelkater gehabt und
den freien Tag genutzt haben, um sich von den
Strapazen auszuruhen.
Wir danken Bärbel H. für die Vorbereitung und
Organisation des Ausfluges, Regine B. in Zusammenarbeit mit Gaby E., die die Führung gemacht
haben. Allen dreien danken wir für die gesamte
Organisation. Besonders möchten wir den sehbehinderten Mitgliedern danken, dass sie den Mut
bewiesen haben, den nicht ungefährlichen Weg
durch die Priele mit zu gehen.
© Hans-Jürgen Kleefeldt
32 | HGZ 4/2014
Aon Risk Solutions
Unser Wissen reduziert
Ihre Risiken.
Und Ihre
Versicherungskosten.
Welche Versicherungen braucht man wirklich? Wie sorgt man für das Alter vor?
Und vor allem: Wie behält man dabei auch die Kosten im Blick? Unsere Experten
verfügen über umfangreiches Wissen rund um die Risikoabsicherung in allen
Lebensbereichen. Und erarbeiten für Mitglieder des Hamburger GehörlosenSportvereins von 1904 e.V. gerne maßgeschneiderte Versicherungslösungen.
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Aon Risk Solutions ist ein Geschäftsbereich der Aon Versicherungsmakler Deutschland GmbH.
Risk. Reinsurance. Human Resources.
HGZ 4/2014 | 33
34 | HGZ 4/2014
HGSV Kontaktseite 2014
Geschäftsstelle
Geschäftsführer
Horst-Peter Scheffel
Auszubildender Michael Wiese
e-Mail: geschaeftsstelle@hgsv.de
Bernadottestraße 126; 22605 Hamburg
Bildtel.: (040) 88 09 98 66;
Tel: (01805) 28 34 65;
Öffnungszeiten
montags
dienstags
mittwochs
Fax: (040) 881 38 62
15.00 Uhr bis 18.00 Uhr
10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Internetwww.hgsv.de
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HGSV_GF an jedem Mo. 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
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Vereinskonto
IBAN Nr. DE 94 2001 0020 0966 520203, BIC PBNKDEFF, Inhaber: HGSV von 1904 e.V.
Spendenkonto
IBAN Nr. DE 39 2005 0550 1268 1107 88, BIC HASPDEHHXX, Inhaber: HGSV von 1904 e.V.
Sportstätten
auf Anfrage an die Geschäftsstelle per Schreibtelefon, Telefax oder unter Internet www.hgsv.de,
Menü Abteilung/Trainingsmöglichkeiten oder Download Trainingsmöglichkeit für Erwachsene oder Jugend
Der geschäftsführende Vorstand
Vereinsvorsitzender
Tim Ladwig
Vizevorsitzender Sport
N.N.
Vizevorsitzender Finanzen Dietmar Hofmann
Referentinnen
Frauensportleiterin N. N.
Webmaster
Marco Schulz
Redaktionsschluss für die nächste
HGZ-Sportteil-Ausgabe Nr. 86:
15. November 2014
per e-Mail: geschaeftsstelle@hgsv.de
regine.boelke@hgsv.de
Erscheinungsweise:
jedes Quartal eines Jahres;
nächste Ausgabe Nr. 86
Anfang Januar 2015
Anzeigen:
HGSV von 1904 e.V. - Geschäftsstelle Anzeigenverwaltung
Horst-Peter Scheffel;
Geschäftsführer
Vizevors. Jugend
Nils Rohwedder
Vizevors. Öffentlichkeitsarb. Regine Bölke
Stellv. Frauensportleiterin N. N.
Die Abteilungsleiter/-innen
Badminton
Thomas Roßberg
Kinder- und JugendsportNils Rohwedder
Basketball
Fred Jacobsen
Schachsport
Alois Kwasny
Brei-, Ges.- & Seniorensport Bärbel Höcker
Schwimmen/Wasserball Sören Schulze
Fußball
Robert Ionita
Sportkegeln auf Bohle Siegfried Lepper
Radsport
Tim Ladwig
Tennis
Ulrich Vomhoff
Rommé & Skat
Annelie Hoppe
Tischtennis
Danny Gunawan
Rudersport
Sven Neumann
Volleyball
Jörg Rutenberg
Kinder- und Jugendsport-Leitung
Kinder- u. Jugendsportabteilungen
1. Jugendwart
Nils Rohwedder
Basketball
N.N
2. Jugendwart
N.N.
Fußball
Dirk Volkmann
Jugendkassierer
Sven-Ole Latza
Kindersport KJ-Elternvertreter
N.N. - Allg.-sport
Jürgen Keuchel und
Meike Wicht
Jugendsportsprecher/in
N.N. - Leichtathletik Jürgen Keuchel
Kindersportsprecher/inN.N.
Rechtsausschuss
1. Vorsitzender
Rolf Sethmann
2. Vorsitzender
Mathias Falkenrich
Beisitzerin
Meike Lattenmayer
Vereinszeitung des Hamburger
Gehörlosen-Sportvereins von 1904 e.V.
Mitherausgeber: HGSV von 1904 e.V.,
Bernadottestraße 126, 22605 Hamburg
Sport-Redaktionsleiterin: Regine Bölke
Beisitzer
Beisitzer
Beisitzer
Beisitzerin
Andreas Bölke
Norbert Hensen
Jürgen Keuchel
Katrin Knecht
Der Versand erfolgt durch Postvertriebsstück. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion und gegen
Belegexemplar. Einsender von Manuskripten, Briefen oder ähnlichem
erklären sich mit einer eventuellen
redaktionellen Bearbeitung einverstanden. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Namentlich
gekennzeichnete Artikel geben nicht
unbedingt die Meinung der gesamten
Redaktion wieder.
Änderung vorbehalten
20.08.2014
HGZ 4/2014 | 35
Gehörlosenverband Hamburg e.V., Bernadottestr. 126,
22605 Hamburg
Postvertriebsstück, Deutsche Post AG, „Entgelt bezahlt“
VKZ, Kundennummer - C 10596 F -
Notruf
Feuerwehr- u. Rettungsnotruf
Fax:
112 (bundesweit)
Polizei-Notruf
Fax:
110 (bundesweit)
Ärztlicher Notdienst Hamburg
7-24 Uhr - Fax: 22 802 475
00-7 Uhr - Fax: 669 554 59
ADAC-Pannennotruf
Fax:
08191 938303 (bundesweit)
Fax über Mobiltelefon mit Vorwahl:
- D1 (T-Mobile): 99 08191 938303
- D2 (Vodafone): 99 08191 938303
oder:
88 08191 938303
- O2 (Viag Interk.): 329 08191 938303
- E-Plus: 1551 08191 938303
E-Mail:webnotruf@adac.de
Gehörlosenverband
Hamburg E.V.
Bürozeiten:Mo - Do: 9.00 ­− 14.00Uhr
Fr: 9.00 ­− 12.00Uhr
Tel:
040 / 88 20 51
Fax:
040 / 88 11 536
E-Mail: info@glvhh.de
Internet: www.glvhh.de
•Dolmetschereinsatzzentrale
E-Mail: Internet: info@gsdhh.de
www.gsdhh.de •Gebärdensprachschule
DGS- und Deutschkurse
E-Mail: info@gebaerde-mit-mir.de
Internet: www.gebaerde-mit-mir.de
•Gehörlosenberatung
Ohne Termin:
Dienstags von 15.00 - 18.00 Uhr
Mittwochs von 10.00 - 15.00 Uhr
•Hamburger
Gehörlosen-Zeitung
E-Mail: Internet: hgz@glvhh.de
www.glvhh.de
•Gesellschaft zur Förderung
der Gehörlosen in Hamburg e.V.
Tel: Fax: E-Mail: 040 / 88 20 51
040 / 88 11 536
info@gfghh.de
»alle Angaben ohne Gewähr«
36 | HGZ 4/2014
Behörden
Integrationsamt
Hamburger Str. 47, 22083 Hamburg
Tel. 040 / 42863-3953
Fax: 040 / 4273-11022
E-Mail: integrationsamt@basfi.hamburg.de
Fachamt Eingliederungshilfe –
Beratung für Hörgeschädigte
Maurienstraße 3, 22305 Hamburg
Fax:
040 / 428 81- 9258
E-Mail: sozialpaedagogischer-Fachdienst-
EH25@wandsbek.hamburg.de
Frau Kähler (A-K)
Tel:
040 / 428 81- 9252
SMS: 0170 33 72 363
E-Mail: Iris.kaehler@wandsbek.hamburg.de
Frau Bellahn (L-Z)
Tel:
040 / 428 81- 9256
SMS: 0170 33 72 362
E-Mail: saskia.bellahn@wandsbek.hamburg.de
Agentur für Arbeit
Team Reha/schwerbeh. Menschen
Kurt-Schuhmacher-Allee 16,
20097 Hamburg
Tel.:
0800 / 4 5555 00
Fax:
040 / 2485-2962
E-Mail: Hamburg.Reha@arbeitsagentur.de
Kinder und Jugend
Elbschule
BildungsZentrum Hören und Kommunikation
Holmbrook 120
22605 Hamburg
Tel:
040 / 428 485-0
Fax:
040 / 428 485-222
E-Mail: Anke.Jahn@bsb.hamburg.de
Kita Kroonhorst für hörgeschädigte
Kinder
Kroohnhorst 117
22549 Hamburg
Tel:
040 / 840 506 26
Fax:
040 / 840 506 28
E-Mail:A.Steiner@elbkinder-kitas.de
Beratung, Dienstleistung und Hilfe
Theodor-Wenzel-Haus
Berner Heerweg 183 a
22159 Hamburg
Tel: 040 / 64 53 95 520
Fax: 040 / 64 53 95 521
E-Mail: ahgs@theodor-wenzel.de
Erziehungshilfe e. V.
Beratung für Gehörlose und Schwerhörige
– Sichtbar
Ehrenbergstr. 51, 22767 Hamburg
Tel: 040 / 350 150-115
Fax: 040 / 350 150-116
E-Mail: sichtbar@erziehungshilfe-hamburg.de
Rettungswagen/Notdienst
ST:
58 83 40
Kreisverband Harburg ST:
77 29 69
Fax:
77 26 59
Kreisverband Walddörfer
ST:
673 70 148
Fax:
43 93 762
Pro Familia Frauenhaus
Beratungstel. zum § 218
ST:
218 218
Tel:
Fax:
22 11 22
22 42 48
»Das Taxi« e.G., taxen & kuriere
Hansa-Taxi
Fax:
21 22 11
Internet: www.taxi211211.de
Tess Relay-Dienste
Tess-Sign & Script - Relay-Dienste für
hörgeschädigte Menschen GmbH
Tel:04331-5897-23
Fax:04331-5897-51
E-Mail: info@tess-relay-dienste.de
Internet:http://www.tess-relay-dienste.de/
notruf-ueber-tess Mo bis So von 8:00 – 23:00 Uhr
SENIOREN
Herbert Feuchte Stiftungsverbund
Bei Adressenänderung bitte immer gGmbH, Altenheim für Gehörlose
dem Gehörlosenverband Bescheid Mellenbergweg 19-21
22359 Hamburg
geben:
Fax:
040 / 88 11 536
E-Mail: regine.boelke@glvhh.de
Tel:
040 / 603 40 81
Fax:
040 / 603 24 19
E-Mail:osbahr@stiftungsverbund.de
wichtige Rufnummern…
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Seele and Geist
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