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3.14 - veb.ch

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Das Fachmagazin von veb.ch kurz ∙ praxisorientiert ∙ aktuell
3 I 2014
rechnungswesen
& controlling
«Buchhalter, macht
Euch das Leben nicht
selbst schwer!»
Als Mitautor des «Schweizer Kontenrahmen KMU» erhalte
ich immer wieder Anfragen zur korrekten Handhabung von
«betriebsfremd» und «ausserordentlich». Im neuen Rechnungslegungsrecht sind sowohl «betriebsfremder Aufwand
und betriebsfremder Ertrag» wie «ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag» Bestandteil der Mindestgliederung der Erfolgsrechnung. Im
Schweizer Kontenrahmen KMU finden sich diese Positionen in den Hauptgruppen 80 beziehungsweise 85 wieder,
zudem in der Klasse 7 «Betrieblicher Nebenerfolg».
Meine erste Antwort ist immer die gleiche: Mich interessiert
eigentlich nur, was einem Unternehmen «unter dem Strich»
bleibt. Was davor gezeigt wird, ist oft willkürlich vom Management gesteuert, dient Ausreden oder manipuliert Betriebsmargen (wie EBITDA, EBIT). Deshalb: Betriebsfremd
gibt es für mich nicht, ausserordentliche Positionen – wenn
überhaupt – nur in ganz wenigen Einzelfällen. Im Übrigen
gilt für die nachfolgenden Ausführungen das Prinzip der
Wesentlichkeit.
1. Betriebsfremder Aufwand und Ertrag
Swiss GAAP FER wie das «Schweizer Handbuch der
Wirtschaftsprüfung» definieren Geschäftsvorfälle als be»»» Fortsetzung Seite 4
Swiss GAAP FER Update:
Sitzungsergebnisse der Fachkommission
vom 17.6.2014
IFRS Update: Neuregelungen zu der
Umsatzlegung und der Finanzinstrumente
Recht: Grundsätze der Vertragsgestaltung
Buchtipp: veb.ch Praxiskommentar zum
neuen Rechnungslegungsrecht
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2
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Annette Oeltjen
Felix Ort
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Charlotte Schäfer
Markus Schärz
Markus Scherer
Patrizia Schmid
Tony Schmid
Michael Schneider
Katjana Schneiter
Olga Schwaller
Céline Schwander
Said Selimovic
Ezio Selmi
Andreas Senn
Markus Serwart
René Sieber
Hanspeter Simmen
Florian Sommer
Barbara Sommer
Norbert Sonderegger
Nicolas Spaar
Michael Spörri
Fabian Spycher
Michael Stadelmann
Barbara Staub
Ernst Steffen
Hans-Peter Steiner
Nathalie Steiner
Christina Stöckl
Fabian Strässle
Stephanie Straub
Sheila-Andrea Studer
Karin Stutz
Patrick Styner
Sabrina Thöny
Patrick Trachsel
Rudolf Traffelet
Franziska Trenkler
Christian Udry
Gladys van Burgh
Alain Veuve
Monika Vogler-Hess
Ralph von Allmen
Maria von Borries
Sindy Wachsmuth
Tobias Wagner
Denise Wagner
Martina Wehren
Ona Werkmeister
Marcel Widler
Angelika Winkler
Matias Wolf
Rita Woodtli
Sabrina Wüest
Dilek Yilmaz
Robert Zeller
Katja Zimmermann
Susanne Zingg
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Editorial
Inhaltsverzeichnis
Editorial
Handhabung «betriebsfremd» und «ausserordentlich 1
Controlling
Controlling-Leitbild in der Praxis
Buchtipp «Bonitätsrisiken»
7
11
Rechnungslegung
Swiss GAAP FER Update
IFRS Update
Risikomanagement und IKS
13
15
20
Schweizer Kontenrahmen KMU
Auswirkungen auf die Kennzahlenberechnung
23
Steuern
Revision des Steuerstrafrechts
Teilrevision Mehrwertsteuergesetz
25
27
Recht
Grundsätze der Vertragsgestaltung
Whistleblowing Beratung
Aktuelle Gerichtsentscheide
29
31
32
Aus- und Weiterbildung
Mündliche Expertenprüfung: Der 5-Punkte-Plan
Aus der Controller Akademie
Internationale Weiterbildung EMA®
35
39
40
Persönlich
Interview mit Joseph Catalano, Präsident Swisco
42
Swisco
Plan comptable suisse PME
45
vebmedia
Netflix-Start in der Schweiz
Google AdWords
47
48
Aus dem veb.ch
Regionalgruppen/Impressum
Aus der Geschäftsstelle
Aktuelle Veranstaltungen
Inhaltsverzeichnis
50
51
52
3
triebsfremd, wenn sie sich klar von der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens unterscheiden und mit
einer gewissen Regelmässigkeit auftreten. Sie erwähnen
als Beispiel die Aufwendungen und Erträge aus nicht betrieblichen Sachanlagen.
Wichtig zu wissen: Aufwand und Ertrag müssen getrennt
ausgewiesen werden («Bruttoprinzip»); es besteht keine
Pflicht – zumindest nicht explizit – zur Erläuterung des betriebsfremden Aufwands und Ertrags im Anhang.
Auf Fragen begründe ich meine Meinung, warum es für
mich betriebsfremd nicht gibt, mit verschiedenen Argumenten und untermaure diese gerne mit Praxisbeispielen:
„
Alles, was in einer rechtlichen Einheit wie in einer Aktiengesellschaft geschieht, gehört grundsätzlich zum
Betrieb und muss auch über die Zweckbestimmung in
den Statuten abgedeckt sein.
„
Auch «nicht betriebliche» Anlagen (es könnten auch Verpflichtungen nicht betrieblich sein!) sind geschäftsstrategisch motiviert oder in vielen Fällen werden Gewinne
nicht oder unvollständig ausgeschüttet und thesauriert
und in der Folge in unterschiedliche kurz- und langfristige Anlagen angelegt. Dies sind bewusste Entscheide
der verantwortlichen Unternehmensorgane, möglich
wären ja Ausschüttungen oder Kapitalrückzahlungen
und die Vornahme von Anlagen ausserhalb der rechtlichen Einheit. Verblüffend: Wird die «betriebsfremde»
Tätigkeit in eine neu zu gründende Tochtergesellschaft
ausgegliedert, welche nur diese zum Zweck hat, haben
wir das Problem gelöst – auch bei einer Konsolidation
der Gesellschaften!
„
B ei einem Hotel-und Restaurationsbetrieb am See
könnte man auf den ersten Blick die angeschlossene
Bootsvermietung als nicht betriebsnotwendig taxieren.
Profitiert das Hauptgeschäft aber nicht durch zusätzliche durstige und hungrige Kunden der Bootsvermietung (Synergien)? Müsste ich konsequenterweise nicht
auch die Management Attention (Personalaufwand)
auf den Bootsbetrieb beziffern und als nicht betriebsnotwendig ausscheiden? Gemeinsame Werbung auseinandernehmen und separaten Aufwandspositionen
zuweisen?
„
Mein Lieblingsbeispiel ist der «Aktiventausch». Nehmen
wir an, wir haben flüssige Mittel zur Verfügung, welche
wir auf längere Frist voraussichtlich (?) nicht benötigen,
und sie sind als «kurzfristige Geldanlagen» angelegt
und bilanziert. In der Regel findet sich der Zinsertrag
in der Erfolgsrechnung unter dem Finanzertrag wieder. Investieren wir nun aus Renditegründen in eine
andere Anlageklasse und nehmen somit einen Aktiventausch vor, kaufen beispielsweise mit den flüssigen
Mitteln eine Wohnliegenschaft (100% eigenfinanziert),
dann stellt sich folgende (theoretische) Frage, über
die man lange philosophieren kann: Wird diese nun
zu einer nichtbetrieblichen Sachanlage und zeigen wir
den Mietertrag und -aufwand als betriebsfremd? Nach
einigen Monaten benötigt das Unternehmen Mittel für
4
betrieblich bedingte Investitionen (z.B. Erhöhung working capital) und nimmt deshalb auf die Wohnliegenschaft eine Hypothek auf. Was ist nun mit den Hypothekarzinsen – betrieblich oder betriebsfremd? Und:
Wie ist eigentlich die nichtbetriebliche Anlage finanziert – Fremdkapital, Eigenkapital? Eine entsprechende
Zuweisung der Passivseite scheint mir in der Praxis
unmöglich – konsequenterweise müssten dann ja mit
kalkulatorischen Zinsen gearbeitet werden.
„
Weiter: Vielleicht hängen die auf der Aktivseite «überflüssigen» Mittel mit einer gebildeten «Rückstellung für
die Sicherung des dauernden Gedeihens» zusammen,
also rein betrieblich motiviert (lassen wir das Steuerthema weg) und die Kongruenz betrieblich auf Aktivwie Passivseite macht Sinn.
„
Ein Blick über die Grenzen: Sowohl die Rechnungslegungsrichtlinie der EU wie internationale Rechnungslegungsstandards kennen kein betriebsfremdes
Ergebnis. Dies dürfte darin begründet sein, dass die
Abgrenzung von «gewöhnlich» und «aussergewöhnlich» mit grossen Spielräumen in der Bilanzierung
verbunden ist und für den verlässlichen Einblick in die
wirtschaftliche Lage sogar eher hinderlich ist.
Selbstverständlich ist es für betriebswirtschaftliche Entscheidungen (Renditeüberlegungen, Kauf oder Verkauf
des Unternehmens, Fusion, Abspaltung) wichtig, dass ich
mir Überlegungen mache, welches betriebsnotwendige
Anlagen und Tätigkeiten sind und welche nicht und deshalb grundsätzlich zur Disposition stehen. Dazu habe ich
über ein gut ausgebautes Rechnungswesen jederzeit die
notwendigen, situationsrelevanten Informationen. Zudem
können die vielfältigen Codierungsmöglichkeiten einer
modernen Buchhaltungssoftware genutzt werden, zum
Beispiel für Kostenstellen und -träger. Aus diesem Grunde kann in den meisten Fällen auch auf die Kontenklasse 7 «Betrieblicher Nebenerfolg» verzichtet werden. Auch
das Argument der Branchenstatistik verfängt nicht, denn
für den Vergleich mit anderen Unternehmen müsste die
Rechnung eh um weitere Faktoren wie stille Reserven oder
Eigenlohnbestandteile korrigiert werden.
Mein Fazit: Alles, was in der rechtlichen Einheit geschieht,
ist betrieblich (motiviert)!
2. Ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag
Das Gute vorweg: Der Gesetzgeber war sich bewusst,
dass eine eindeutige Abgrenzung von «ausserordentlich»,
«einmalig» und «periodenfremd» in der Praxis kaum möglich ist – die Begriffe überlappen sich teilweise –, und lässt
den Ausweis in einer Position zu. Selbstverständlich gilt
auch hier das Bruttoprinzip, zudem sollte im Anhang eine
Erläuterung erfolgen. Das «Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung» weist zu Recht darauf hin, dass die drei
vorerwähnten Begriffe eng ausgelegt werden sollten, da
eine «gewisse» Versuchung besteht, mit der Zuordnung von
möglichst viele Aufwendungen als «ausserordentlich, ein-
Editorial
malig oder periodenfremd» ein besseres Betriebsergebnis
auszuweisen. Als Merkmale für einen möglichen Ausweis
als «ausserordentlich, einmalig und periodenfremder Aufwand» (sinngemäss auch für die Ertragsarten) werden «kein
Zusammenhang mit dem laufenden Geschäftsgang» und
«nicht wiederkehrend» genannt, als Beispiele «Korrektur
von Fehlern» und «Effekt aus der erstmaligen Anwendung
des revidierten Rechnungslegungsrechts». Swiss GAAP
FER kennt übrigens nur «ausserordentliche» Aufwendungen und Erträge und definiert diese als im Rahmen der
ordentlichen Geschäftstätigkeit äusserst selten anfallend
und nicht vorsehbar.
Der «Schweizer Kontenrahmen KMU» unterscheidet die
Gruppen 850 «Ausserordentlich», 860 «Einmalig» und 870
«Periodenfremd». Als «ausserordentlicher Aufwand und
Ertrag» dienen dabei unter anderem folgende (Konto)beispiele:
„
Ausserordentliche Bildung oder Auflösung von Reserven und Rückstellungen
„
Ausserordentlicher Währungsgewinn und -verlust
„
Ausserordentliche Abschreibungen und Wertberichtigungen und Verluste oder Gewinne aus Veräusserung
Anlagevermögen
„
Ausserordentliche Verluste von Forderungen
Als Beispiele werden weiter aufgeführt:
„
Verkauf wesentlicher Betriebsteile oder Beteiligungen
„
Wertberichtigungen zufolge eines aussergewöhnlichen
Ereignisses (Stilllegung, Enteignung, Zerstörung)
„
Aussergewöhnlicher Schadenfall aufgrund deliktischer
Handlungen
„
Ertrag oder Aufwand zufolge eines existenziell wichtigen Prozesses
„
Allgemeiner Forderungsverzicht von Gläubigern
„
«Sozialplan»
„
Erhalt von einmaligen Subventionen
„
Besondere Zuschüsse von Gesellschaftern
„
Gewinne oder Verluste zufolge Fusion oder Spaltung.
im Jahr 2014 angefallen, auch wenn das Geschäft auf das
2013 zurückzuführen ist – vielleicht hat das Debitorenmanagement gerade im 2014 versagt. Eine massive Erhöhung
des Werbeaufwandes im 2014 wirkt sich ertragsmässig
erst im 2015 aus, ebenso eine Aufstockung personeller
Ressourcen oder von Infrastruktur. Mit anderen Worten:
Einer genauer Abgrenzung, eines genauen «matching of
cost and revenue» sind Grenzen gesetzt. Wir können nicht
einmal sicher sein, dass die Qualifizierung als ausserordentlicher Aufwand der Schönung des Betriebsergebnisses dient, wie oft wird ein neues Management angebliche
Fehler der Vorgänger als ausserordentlichen Aufwand der
Rechnung belasten und somit eine verbesserte Ausgangslage für ihre Erfolge schaffen.
Mein Fazit: Möglichst keine ausserordentlichen Positionen
und wenn, dann müssen sie im Anhang schlüssig begründet und klar bezeichnet sein.
Also Buchhalterinnen und Buchhalter, macht euch das
Leben nicht selbst schwer mit theoretischen Auseinandersetzungen über nicht betrieblich und ausserordentlich!
Und wenn ihr noch Fragen habt, so wird von veb.ch im
November 2014 der über 1000seitige Kommentar zum
neuen Rechnungslegungsrecht erscheinen. Alles klar?
Herbert Mattle, Präsident veb.ch
Und warum empfehle ich, Ertrags- und Aufwandpositionen nur im seltensten Ausnahmefall als ausserordentlich
zu qualifizieren? Die Erfolgsrechnung ist eine Periodenrechnung und gibt die Geschäftsvorfälle eines einmaligen,
ganz bestimmten Zeitabschnittes (Geschäftsjahr, oftmals
gleich Kalenderjahr) wieder. Wie die schon aus der Bibel
bekannten sieben fetten und die sieben mageren Jahre gilt
es auch zu akzeptieren, dass jedes Unternehmen seinen
eigenen Lebenszyklus aufweist. Warum wollen wir in den
entsprechenden Zeitperioden nicht die entsprechenden
Auswirkungen von Gründung, Wachstum, Sanierung usw.
aufzeigen? Diese von Zeit zu Zeit vorkommenden Tatbestände und ihre Auswirkungen sind deshalb meines Erachtens auch nicht als ausserordentlich anzusehen, sondern
gehören zum «Leben» jedes Unternehmens. Sonst wäre
dann ja auch der Einbruch eines wichtigen Teilmarktes,
ein besonders schlechter Sommer ausserordentlich. Periodenfremd? Ein grosser Zahlungsausfall ist nun einmal
Editorial
5
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Controlling-Leitbild in der Praxis
Controller leisten als Partner des Managements
einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg eines
Unternehmens. Im Controlling-Leitbild wird definiert,
welche Rolle das Controlling bei der Gestaltung
und Begleitung des Managementprozesses spielen
soll, welche Aufgaben übernommen werden und
welche Kompetenzen dazu notwendig sind.
1 Ziel eines Controlling-Leitbilds
Dr. Christian
Offenhammer
ist Management
Consultant im
Competence Center
Controlling & Finanzen bei Horváth &
Partners in Zürich
und Lehrbeauftragter an der Universität
St. Gallen.
Dr. Steffen Gross
ist Principal im
Competence Center
Controlling & Finanzen bei Horváth &
Partners in Zürich.
Ziel eines Controlling-Leitbilds ist es,
die Vision und Mission des Controlling
einer Organisation zu definieren. Am
Anfang steht eine Ist-Analyse, mit
der die Führungsunterstützung der
Organisation, insbesondere des Managements, erhoben wird. Daraus
sollen das Controlling-Zukunftsbild in
der Vision festgelegt und die Rolle
des Controlling im Verhältnis mit den
(internen) Kunden in der Mission definiert werden. In der Mission werden
Schwerpunktsetzungen der Controlling-Prozesse und -Aufgabenfelder
abgesteckt. Aus der Vision und Mission ergeben sich Anforderungen an
die Kompetenzen der Controller. Zur
Erreichung der Vision und Mission
werden Handlungsfelder und Ansatzpunkte abgeleitet und diese gemäss
einer «Umsetzungsroadmap» priorisiert. Auf diese Weise lässt sich der
Rollenwandel des Controllers zum vielzitierten «Business Partner» realisieren.
2 Vorgehen zur Erstellung
eines Controlling-Leitbilds
Das Vorgehen zur Erstellung eines
Controlling-Leitbilds wird anhand eines Praxisbeispiels dargestellt. Dieses Vorgehen gliedert sich in fünf
Schritte (vgl. Abbildung 1).
2.1 Ist-Analyse der gewünschten Führungsunterstützung
Als erstes wird die gewünschte Führungsunterstützung
des Managements erhoben und mit dem Ist-Zustand
Controlling
verglichen. Die Führungsunterstützung definiert die
Art und Weise, wie das Controlling die Geschäftsund Bereichsleitung unterstützt: «Wie sollen die Controller die Manager entlasten, indem sie ihnen bestimmte Aufgaben (z.B. Planung, Reporting) abnehmen. Wie
sollen sie Manager ergänzen, indem sie als betriebswirtschaftlicher Berater fungieren. Wie sollen sie Manager unterstützen, indem sie auf unwirtschaftliche Entscheidungen hinweisen.»
2.2 Vision des Controlling
Aus der gewünschten Führungsunterstützung des
Managements wird die Vision des Controlling abgeleitet. Die Vision des Controlling ist ein Zukunftsbild,
welches beschreibt, was man im Controlling langfristig
erreichen möchte. Es soll sinnstiftend, motivierend und
handlungsleitend wirken.
Die Vision des Controlling eines Praxisbeispiel lautet:
Das Controlling ist der unabhängige Business Partner
des Managements für die betriebswirtschaftliche Steuerung der Organisation. Dazu umfasst die Vision im Praxisbeispiel verschiedene Themenbereiche:
Unabhängiger Sparringpartner der betriebswirtschaftlichen Steuerung: Das Controlling ist der unabhängige Sparringpartner des Managements bei der betriebswirtschaftlichen Steuerung. Die Kunden schätzen
unseren Rat und wir sind anerkannter Gesprächspartner auf Augenhöhe.
Unterstützer betriebswirtschaftlicher Effizienz: Wir
unterstützen das Management mit unseren Erkenntnissen proaktiv und verstärken das unternehmerische
Denken. Wir stellen auf Basis einheitlicher Methoden
Transparenz in der Leistungserstellung her.
Berater über die gesamte Wertschöpfungskette: Wir
haben ein fundiertes Geschäftsverständnis von den be-
7
1
2
3
4
5
Abbildung 1: Vorgehen zur Erstellung eines Controlling-Leitbilds
triebswirtschaftlichen Prozessen über alle Wertschöpfungsstufen der Organisation hinweg. Wir behalten den
Blick für das Ganze.
Zielgerichteter und empfängergerechter Informationsversorger: Wir liefern aus Eigenantrieb neue Impulse und Analysen. Dazu stellen wir zielgerichtete und
stufengerechte Informationen zur Verfügung. Wir verstehen uns als Ansprechpartner in allen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.
Effizienter Dienstleister: Durch unseren Dienstleistungsansatz schaffen wir für das Unternehmen einen
Value Added. Aufwand und Nutzen stehen in einem guten Verhältnis.
2.3 Mission des Controlling
Nachdem in der Vision das langfristige Zukunftsbild des
Controlling beschrieben wurde, wird in der Mission des
Controlling geklärt, welche konkrete Rolle das Con-
trolling einnehmen möchte und welche Aufgaben es in
diesem Zusammenhang erfüllt.
Die Mission des Controlling im Praxisbeispiel ist es, die
Geschäftsleitung und Business Units bei der Erreichung
strategischer und operativer Ziele zu unterstützen. Dies
geschieht durch die Schaffung von Transparenz für die
betriebswirtschaftliche Steuerung. Nachfolgend werden die wichtigsten Elemente der Mission aufgezeigt.
Dabei orientiert sich die inhaltliche Themenaufteilung
am Horváth & Partners-Prozessmodell (Abbildung 2)
und an den formulierten Qualitätsstandards der International Group of Controlling (IGC) und des Internationalen Controller Vereins (ICV).
(1) Blick für das Ganze
Das Controlling behält den Blick für die ganze Organisation und ist der unabhängige Sparringpartner des
Managements bei der betriebswirtschaftlichen Steuerung aller Wertschöpfungsstufen.
Abbildung 2: Controlling-Themen nach dem Horváth & Partners-Prozessmodell
8
Controlling
(2) Strategische Planung
In der finanziellen Planung ist die Zuteilung der notwendigen Ressourcen, insbesondere des Budgets,
von essentieller Bedeutung. Dem Controlling kommt die
Koordination und Nachhaltung der definierten Massnahmen zu.
(3) Operative Planung, Budgetierung
Die operative Planung beinhaltet Vorgabewerte, mit
welchen die kurzfristigen (<1 Jahr) Unternehmensziele
erreicht werden sollen. Das Controlling fokussiert auf
die systemische Durchgängigkeit der verschiedenen
Teilplanungen und stellt einen angemessenen Detaillierungsgrad der Planungsinhalte sicher.
(4) Forecast
Ziel des Forecasts ist es, frühzeitige Informationen über
zukünftig zu erwartende Abweichungen zu liefern und
zielgerichtete Massnahmen zur Schliessung von Ziellücken zu entwickeln. Der Forecast berücksichtigt finanzielle sowie nicht-finanzielle Kennzahlen und relevante Treiber der Geschäftsentwicklung.
(5) Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung
Ziel der Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung ist
die Schaffung von Transparenz durch eine sachgerechte Zuordnung von Kosten, Leistungen und Erlösen auf
entsprechende Objekte (z.B. Produkte oder Unternehmensbereiche).
(6) Management Reporting
Ziel des Management Reporting ist es, entscheidungsrelevante Informationen für die Steuerung der Organisation zeitnah zu liefern. Das Controlling stellt ein schlankes, empfängergerechtes Reporting zur Verfügung, das
Transparenz über die Effizienz in der Leistungserstellung schafft.
(7) Projekt- und Investitions-Controlling
Das Projekt- und Investitions-Controlling hat zum Ziel,
Transparenz zu Nutzen und Wirtschaftlichkeit sowie der
Einhaltung von Qualitäts-, Zeit- und Kostenzielen von
Projekten und Investitionen zu schaffen und das Projektmanagement aktiv zu unterstützen.
(8) Risikomanagement
Das Ziel des Risikomanagements besteht in der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands und
der Verbesserung der Planungsqualität durch frühzeitige Identifikation von Einflussfaktoren auf den Unternehmenserfolg.
(9) Funktionscontrolling
Ziel des Beteiligungs-, Forschungs-, Produktions-, und/
oder Vertriebs-Controlling ist die Planung, Steuerung
und Kontrolle sowie die Informationsversorgung der
einzelnen betrieblichen Funktionen nach ihren spezifischen Bedürfnissen.
Controlling
(10) Betriebswirtschaftliche Beratung und Führung
Ziel der betriebswirtschaftlichen Beratung und Führung
durch Controller sind die bereichsübergreifende Koordination und die Rationalitätssicherung von Entscheidungen auf allen Führungsebenen.
(11) Weiterentwicklung der Organisation, Prozesse,
Instrumente und Systeme
Ziel ist es, die im Unternehmen verwendete Controlling-Infrastruktur kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Insbesondere ist regelmässig zu prüfen, bei welchen
Prozessen Anpassungsbedarf besteht, welche entfallen können und welche Felder neu entwickelt werden
müssen.
2.4 Kompetenzanforderungen an einen Controller
Nachdem die gewünschte Führungsunterstützung, die
Vision und Mission des Controlling festgelegt wurden,
werden die Kompetenzanforderungen an die Controller
abgeleitet. Wenn Controller das Management umfassend unterstützen wollen, benötigen sie dafür ein breites Spektrum von Fähigkeiten.
Analysefähigkeit: Der Controller führt eigenständige
Analysen zur Bereitstellung relevanter Informationen
über die gesamte Wertschöpfungskette durch.
Kommunikationsfähigkeit: Der Controller kommuniziert proaktiv die Plan- und Ist-Zahlen und ermöglicht
ein effizientes Management von Planung und Reporting.
Geschäftskenntnis: Die Geschäftskenntnisse des Controllers sind up-to-date. Das Controlling ist über die Tätigkeiten der einzelnen Abteilungen informiert und ermöglicht schnelle Anpassungen bei Veränderungen der
Umwelt.
Verhaltenskenntnis: Über die Wünsche der primären
Informationsempfänger ist sich der Controller bewusst
und passt dementsprechend die Kommunikation mit
diesen stufengerecht an.
Instrumentenkenntnis: Der Controller nutzt die relevanten Instrumente und entwickelt diese weiter, um einen
effizienten Prozessablauf zu gewährleisten.
Standfestigkeit: Der Controller steht hinter den von ihm
herausgegebenen Zahlen und kann diese verteidigen.
Trotz der Beratungsfunktion handelt es neutral gegenüber Partikularinteressen.
2.5 Roadmap zur Umsetzung von Handlungsfeldern
Um das Controlling-Leitbild in der Organisation umzusetzen, müssen in der Regel einige Veränderungen
gegenüber dem Status Quo herbeigeführt werden. Diese Handlungsfelder können in Organisation, Systeme,
9
Abbildung 3: Handlungsfelder und Roadmap
Prozesse und Know-How des Controlling unterteilt und
strukturiert angegangen werden.
zung in einem volatilen Wettbewerbsumfeld anbieten zu
können.
Die Handlungsfelder sollen zeitlich entlang einer vorab
definierten Roadmap umgesetzt werden (Abbildung
3). Dazu werden diese anhand des Nutzens und des
Umsetzungsaufwands priorisiert. Die Bearbeitung
ist i.d.R. erst nach einer Detaildefinition der einzelnen
Handlungsfelder möglich. Wichtig ist auch, die inhaltliche Verzahnung der Handlungsfelder untereinander zu
beachten.
Handlungsfeld 3:
Weiterentwicklung der Organisation, Prozesse, Instrumente und Systeme: Im Praxisbeispiel beinhaltet
dies eine eindeutige Abgrenzung der Tätigkeiten des
Controlling zu anderen Organisationseinheiten (z.B. IT
vs. Controlling beim Betrieb des Management Informationssystems). Daneben sollen Weiterentwicklungsbedarfe (z.B. Kennzahlen, Performance) je System detailliert dokumentiert werden.
Im Praxisbeispiel wurden drei Handlungsfelder priorisiert und im ersten Jahr bearbeitet.
Handlungsfeld 1:
Management Reporting: Im Praxisbeispiel stehen ein
stufengerechter Empfängerkreis des Management Reporting, fokussierte Inhalte mit einer aussagekräftigen
Kommentierung und eine vereinheitlichte und standardisierte Visualisierung der Berichte im Fokus. Die Kommentierung sollte nicht nur deskriptiv sein, sondern zu
Massnahmen und Optionen weiterentwickelt werden.
Handlungsfeld 2:
Betriebswirtschaftliche Beratung und Führung: Im
Praxisbeispiel soll der personenbezogene methodische
Know-How-Aufbau und das Verständnis des gesamten
Wertschöpfungsprozesses erhöht werden, um so die
Beratung auf Augenhöhe mit dem Management (Sparring Partner) durchführen zu können. Daneben soll das
Know-How von neuen Entwicklungen am Markt vertieft
werden, um so eine aktuelle Entscheidungsunterstüt-
10
3 Zusammenfassung
Ziel des Controlling ist es, die Position eines Business
Partners gegenüber dem Management für die finanzielle Steuerung einzunehmen. Damit dies der Fall ist,
muss die in der Vision und Mission konkretisierte Führungsunterstützung mit dem definierten Anforderungsprofil der Controller in Deckung gebracht werden. Darauf aufbauend sind die priorisierten Handlungsfelder in
einer Roadmap abzuleiten. Auf diese Weise lässt sich
der Rollenwandel des Controllers zum Business Partner realisieren.
Literatur
Grundsatzposition des Internationalen Controller Vereins (ICV) und der International Group of Controlling
(IGC): Die Kernelemente des Controllings, Wörthsee/
St.Gallen 2012.
Controlling
Buchtipp von Herbert Mattle
Das neue Praxishandbuch Kredit- und Debitorenmanagement – ein Muss für jedes KMU
Cash ist das Blut jedes Unternehmens, aber gerade in
KMU sind liquide Mittel oftmals knapp. Dabei wird interessanterweise ein Bereich immer wieder vergessen
oder als zu «banal» betrachtet, welcher für die Liquidität von eminenter Bedeutung ist: die Bewirtschaftung
des Netto-Umlaufvermögens («net working capital»).
So wird im Debitorenmanagement viel geschludert, wobei es in der Praxis oftmals bereits damit anfängt, dass
Rechnungen nicht sofort bei Erbringung der Leistung
gestellt werden. Eine enge Überwachung der Debitoren
mit einem konsequenten Mahnwesen verbessert nicht
nur die Liquidität durch frühzeitigere Zahlungseingänge, sondern verhindert auch den Ausfall von oftmals
grossen Guthaben. Ein miserables oder gar kein Debitorenmanagement ist übrigens ein häufiger Grund
für Insolvenzen von Unternehmen. Die Liquidität lässt
sich auch damit verbessern, indem bei Kreditoren die
Zahlungsfristen ausgenutzt und Liefer- wie Preiskonditionen neu ausgehandelt werden. Eine weitere unnötige
Bindung von Mitteln kann im Lager liegen, sei es durch
Überbestand und der Nichtanpassung der Produktion
an die veränderten Absatzmöglichkeiten. Und die konsequente Bewirtschaftung des Lagers kann teuren Lagerraum freisetzen.
Das neue Praxishandbuch von Raoul Egeli – ein fundierter Leitfaden für ein erfolgreiches Kredit- und Debitorenmanagement – kann ich deshalb jedem KMU
nur empfehlen. Es vereint in einzigartiger Weise das
notwendige Know-how für ein aktives und effizientes
Kredit- und Debitorenmanagement mit einer Fülle von
Denkanstössen für mehr Sicherheit und Erfolg im unternehmerischen Alltag. Dazu gehört auch ein ausführliches Kapitel über alle Fragen – und mit Mustern – zum
Inkasso wie auch hilfreiche Hinweise bezüglich IKS.
Raoul Egeli liefert wertvolles Grundlagenwissen und
geht detailliert auf die relevanten Fragen ein. Der Autor
verfügt als Präsident des Schweizerischen Verbandes
Creditreform und als Geschäftsführer der Creditreform
Egeli Gesellschaften in Basel, St. Gallen und Zürich
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Suisse über eine ausgesprochen breite und tiefe Praxis.
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ein: Wie lassen sich Bonitätsrisiken erkennen und bewerten? Wie geht man mit ihnen um? Welche Aufgaben
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der Akquisition? Wie funktioniert eine effiziente Prävention? Und wie werden entsprechende Prozesse in den
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Controlling
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Das Seminar richtet sich an Fachpersonen aus den Bereichen Treuhand, Buchhaltung,
Wirtschaftsprüfung und Steuern sowie an praxisorientierte Interessenten.
Steuern / Mehrwertsteuer / Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz
Haftung bei Treuhand-Dienstleistungen / Swiss GAAP FER
Wirtschaftsprüfung / Das Neue Rechnungslegungsrecht
Dr. Dave Siegrist
Dr. iur. Gabriel Rumo
Vorsteher Steueramt des Kantons Aargau
Leiter der Hauptabteilung Mehrwertsteuer,
ESTV, Bern
Dr. iur. David Rüetschi
Dr. iur. Meinrad Vetter
Leiter Fachbereich Zivil und Zivilprozessrecht
Bundesamt für Justiz, Bern
Oberrichter und Vizepräsident des
Handelsgerichts des Kantons Aargau
Prof. Dr. Peter Leibfried, CPA
Prof. Dr. oec. publ. Marco Passardi
Universität St. Gallen (HSG), Präsident der
Fachkommission Swiss GAAP FER
Professor an der Hochschule Luzern,
Lehrbeauftragter der Universität Zürich
Ehemaliger Bundesliga-Manager
ANERKENNUNG
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Jahreswechsel - Neuerungen
erkennen und Stolpersteine vermeiden!
Reiner Calmund
MODERATION
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REFERENTEN
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INHALT
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FINANZEXPERTEN
AUFGEPASST!
Martin Nay
dipl. Wirtschaftsprüfer, Leiter Produktbereich
Wirtschaftsprüfung BDO AG, Partner
Katharina Deuber
Journalistin BR, langjährige Moderatorin cashTV
Anerkennung im Rahmen der Weiterbildungsrichtlinien.
Mit dem Besuch dieses Kongresses erfüllen Mitglieder der Berufsverbände Treuhand
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Nichtmitglieder: CHF 845.- inkl. MWST.
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Anmeldung unter: www.Ćnanzkongress.chLFK4
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12
MEDIENPARTNER
ZUR BRUGG
Controlling
GASTHAUS
Swiss GAAP FER Update: Umsatzerfassung,
Vernehmlassung Swiss GAAP FER 21,
FER-Studie und Neuauflage des Lehrbuchs
In diesem Swiss GAAP FER Update werden
die Ergebnisse der Sitzung der Fachkommission
vom 17. Juni 2014 vorgestellt. Daneben finden
Sie Hinweise auf die Neuauflage der FER-Studie
sowie des Swiss GAAP FER Lehrbuchs.
Umsatzerfassung
Swiss GAAP FER hat präzisiert, wie
Erträge erfasst, bewertet und ausgewiesen werden. Hierfür wurden das
Swiss GAAP FER «Rahmenkonzept»,
Swiss GAAP FER 3 «Darstellung und
Gliederung» und Swiss GAAP FER 6
«Anhang» wie folgt angepasst:
Daniel Suter,
Dr. oec. publ., eidg.
dipl. Wirtschaftsprüfer und zugelassener
Wirtschaftsprüfer
Fürstentum Liechtenstein, Partner
PricewaterhouseCoopers AG, Münchenstein. Mitglied
Fachkommission
und Fachausschuss
der Swiss GAAP
FER, Lehrbeauftragter der Universität
Zürich für Auditing,
interne und externe
Revision.
„
Definition von Nettoerlösen aus
Lieferungen und Leistungen: Es
handelt sich hierbei um Erlöse aus
der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, die den Wert der erbrachten Leistung nach Abzug von Erlösminderungen umfassen. Bei
Vermittlungsgeschäften ist nur
der Wert der selbst erbrachten
Leistung auszuweisen.
„
Ein Ertrag ist zu erfassen, wenn
eine Dienstleistung erbracht ist
oder ein Vermögenswert geliefert
wurde und Nutzen und Risiken
sowie die Verfügungsmacht auf
den Käufer übergegangen sind.
„
Abgrenzbare Bestandteile von Geschäftsvorfällen
(z.B. eine mit einer Lieferung eines Vermögenswerts verbundene Dienstleistung) sind separat zu
erfassen und zu bewerten.
„
Im Anhang sind die wichtigsten Erlösquellen und
deren Erfassung zu erläutern.
Die neuen Bestimmungen treten auf den 1. Januar 2016
in Kraft und können vorzeitig angewendet werden.
Welches sind die möglichen Auswirkungen? Anbei eine
erste Einschätzung:
„
Als Erlösminderungen gelten Rabatte und Skonti,
die in aller Regel bereits bisher Bestandteil des Nettoerlöses waren.
Rechnungslegung
„
Nach der neuen Formulierung können Forderungsverluste nach wie vor als Aufwand dargestellt werden – es ist aber auch erlaubt, diese als Bestandteil
des Nettoerlöses darzustellen.
„
Möglichkeiten zur Identifikation eines Vermittlungsgeschäfts sind wie folgt:
„
ein Unternehmen trägt in der Regel keine Risiken bezüglich des Warenlagers,
„
ein Unternehmen trägt in der Regel keine Risi
ken bezüglich der Forderung gegenüber dem
Kunden,
„
ein Unternehmen hat keinen Handlungsspielraum bezüglich der Preisgestaltung,
„
ein Unternehmen erhält meistens eine Kommis
sion für die Vermittlungstätigkeit.
„
Als abgrenzbare Bestandteile nennt das Rahmenkonzept beispielhaft Verkäufe von Produkten und
damit verbundene Dienstleistungen
„
Die neuen Anforderungen an den Anhang betreffen Erläuterungen – damit sind qualitative Aussagen
angesprochen.
Die Änderungen können auf der FER-Homepage unter www.fer.ch/inhalt/home/home/news-details/article/
medienmitteilung-64-sitzung-der-fachkommission.html
abgerufen werden.
Rechnungslegung von Nonprofit-Organisationen
Die bestehende Swiss GAAP FER 21 soll angepasst
werden. Die FER-Fachkommission hat eine schlankere
und in sich konsistentere Fachempfehlung zur «Rechnungslegung für gemeinnützige Nonprofit-Organisationen» zur Vernehmlassung verabschiedet. Im Kern handelt es sich um folgende Bereiche:
„
Einleitende Bestimmungen: konzeptionelle Einbindung in den modularen Aufbau des FER-Regelwerks (Konzept bezüglich Kern-FER sowie gesamte FER) und Berücksichtigung von Swiss GAAP
FER 30
13
„
Allgemeine Bestimmungen: starke Kürzung aufgrund der geltenden Ausführungen im FER-Rahmenkonzept
„
Bestandteile der Jahresrechnung: Präzisierungen
zur Bilanz, Vorschriften zur Mindestgliederung der
Betriebsrechnung und Änderungen in den geforderten Angaben im Anhang
„
Neues FER 21-Beispiel mit Bilanz, Betriebsrechnung, Geldflussrechnung und Rechnung über die
Veränderung des Kapitals.
Die Frist für die Stellungnahmen läuft bis zum 30. September 2014. Es ist geplant, dass die neuen Bestimmungen von FER 21 auf den 1. Januar 2016 in Kraft
treten.
FER Studie zur Rechnungslegung
Die Neuauflage der FER-Studie dient der Standortbestimmung zur Rechnungslegung sowie dem Aufzeigen
der Entwicklung der Rechnungslegung kleiner und mittelgrosser Unternehmen in der Schweiz.
Mit der Studie werden folgende Fragen beantwortet:
„
An welchen Regelwerken orientieren sich die kleinen
und mittelgrossen nichtkotierten Unternehmen?
„
An welchen Regelwerken orientieren sich die an den
Nebensegmenten der SIX Swiss Exchange oder
der BX Berne eXchange kotierten Unternehmen?
„
Über welches Wissen bezüglich Rechnungslegung
verfügen die Finanzverantwortlichen?
„
Welches sind die Argumente für und gegen die Anwendung von Swiss GAAP FER?
„
Wie fallen die Einschätzungen des Kosten-/Nutzenverhältnisses einer Anwendung von Swiss GAAP
FER aus?
„
Wie wird der Stellenwert der internationalen Bestrebungen bezüglich der Rechnungslegung kleiner
und mittelgrosser Unternehmen beurteilt?
Es wurden 5136 Unternehmen angesprochen und 773
Unternehmen haben einen ausgefüllten Fragebogen
zurückgesendet. Die Rücklaufquote von 15.1% ist sehr
erfreulich und die Ergebnisse dürfen als repräsentativ
betrachtet werden.
Als einige wichtige Ergebnisse können folgende Punkte
aufgeführt werden:
Bei den nichtkotierten Unternehmen gibt es 18.1%
Swiss GAAP FER-Anwender; 15.5% wenden andere
international anerkannte Standards, vor allem IFRS, an.
Von den Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden
wenden rund 30% je Swiss GAAP FER bzw. IFRS an.
Für die Umstellung sprechen die realistische Darstellung
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die erhöhte
Qualität der Abschlüsse und die erleichterte Vorbereitung auf allfällige Akquisitionen. Dagegen sprechen der
Umstellungs- und Folgeaufwand, das duale Reporting
14
(nach OR und Swiss GAAP FER) und die reduzierte
Möglichkeit der Bilanzpolitik bzw. Gewinnbeeinflussung. Die typische Umstellungsdauer beträgt drei bis
zwölf Monate und die Kosten der Umstellung betragen
zwischen CHF 10’000 bis CHF 50’000. Im Vergleich
zu den Ergebnissen der Umfrage im Jahr 2009 hat die
Anzahl Anwender der Swiss GAAP FER zugenommen
(2009: 22%; 2014: 39%) und das Kosten-/Nutzenverhältnis wird positiv beurteilt (2009: 39%; 2014: 51%).
Die Studie kann auf der FER-Homepage unter www.
fer.ch/inhalt/home/home/downloads.html
abgerufen
werden.
Swiss GAAP FER Lehrbuch
Die überarbeitete und ergänzte Auflage des Lehrbuchs
zu Swiss GAAP FER ist im Juli 2014 beim Verlag SKV
erschienen. Das Lehrbuch erläutert die theoretischen
Grundlagen, zeigt die relevanten Problemstellungen
sowie praxisgerechte Lösungen. Anschauliche und
verständliche Illustrationsbeispiele ergänzen die Ausführungen. Eine Gesamtfallstudie zeigt die konkrete
Anwendung der Swiss GAAP FER am Beispiel eines
Konzerns.
Branchenspezifische Fachempfehlungen sind nicht Gegenstand des Lehrbuchs.
In der 2. Auflage sind neu
„
alle Änderungen der bestehenden Standards einbezogen
„
der Standard für kotierte Unternehmen illustriert
„
zusätzliche Anwendungsbeispiele dargestellt
„
das Gesamtbeispiel um den Einbezug der Swiss
GAAP FER 31 erweitert.
Diese Informationen sowie die Bestelladresse können
auf der FER-Homepage unter www.fer.ch/inhalt/home/
home/news-details/article/2-auflage-zu-swiss-gaapfer-erlaeuterungen-illustrationen-und-beispiele-ist-erschienen.html abegrufen werden.
Fazit
Mit der Regelung der Umsatzerfassung wurde eine
weitere wichtige Lücke zu den internationalen Rechnungslegungsstandards auf einfache Art und Weise auf
Ebene von Prinzipien bearbeitet. Die Rechnungslegung
von Nonprofit-Organisationen wird auch deshalb angepasst, weil sie im neuen Konzept der Swiss GAAP FER
nicht mehr richtig eingebettet war. Die Studie zeigt die
steigende Bekanntheit und Beliebtheit der Schweizer
Rechnungslegung klar auf.
Rechnungslegung
IFRS Update: Zwei wichtige neue Standards
warten auf ihre Umsetzung
Das IASB legt lange erwartete Neuregelungen
zweier zentraler Themen eines jeden Jahresabschlusses vor: der Umsatzlegung und der
Finanzinstrumente. Beide Standards sind prinzipienbasiert. Beide finden ungeachtet der Branche
Anwendung auf eine Vielzahl von Instrumenten,
Transaktionen und damit verbundene Verträge.
Entsprechend anspruchsvoll ist deren Umsetzung.
Philipp Hallauer,
lic. oec. HSG,
diplomierter
Wirtschaftsprüfer,
Partner und Leiter
National Quality &
Risk Management
von KPMG Schweiz,
von 1995 bis 2000
unterstützte er als
technischer Berater
die Schweizer Delegation (Vereinigung
Schweizerischer
Industrie-Holdinggesellschaften) im
Board des IASC in
London. Später war
er unter anderem
Mitglied der Expertengruppe der
Schweizer Börse und
der Kommission für
Wirtschaftsprüfung
der Schweizerischen
Treuhand-Kammer.
Lange mussten (oder durften) wir
warten: Nun hat das IASB zwei der
letzten vier Grossprojekte des vergangenen Jahrzehnts, die im Zeichen der Angleichung von IFRS und
US GAAP standen, erfolgreich abgeschlossen: Im Mai veröffentlichte
es den neuen Standard IFRS 15 zur
Umsatzlegung, im Juli den neuen
Standard IFRS 9 zum Thema Finanzinstrumente. Beides sind komplexe
Regelwerke, die eine frühzeitige Analyse erfordern, auch wenn sie erst
2017 bzw. 2018 in Kraft treten. Ausstehend sind nach wie vor die neuen
Regelungen zu den Leasing- und zu
den Versicherungsverträgen. Die allzu langen Entwicklungszeiten dieser
Standards sind der Preis der nahezu
globalen Anerkennung der IFRS als
primäres Regelwerk für die Rechnungslegung von börsenkotierten
Unternehmen, aber vor allem auch
ein Zeichen der grossen Anstrengungen, die unternommen wurden, um
die Vergleichbarkeit von IFRS und US
GAAP weiter zu erhöhen.
Der Beitrag des IASB zu einer global anerkannten und verstandenen
Rechnungslegungssprache ist unbestreitbar. Über 100 Länder verlangen
heute die Anwendung der IFRS für kotierte Unternehmen. Andere Länder wie Indien und Japan erlauben
die freiwillige Anwendung von IFRS. Viele Länder haben ihre nationalen Standards in zunehmendem Masse an die IFRS angeglichen. Dennoch stellte Ian Mackintosh, Vice-Chairman des IASB, in einem kürzlichen
Referat die Frage: «Are truly global standards achie-
Rechnungslegung
vable?». An sich sollte laut Mackintosh die Einsicht zur
Notwendigkeit globaler Standards spätestens seit der
Finanzkrise, die uns allen die Vernetzung der globalen
Wirtschaft deutlich vor Augen führte, vorhanden sein.
Dennoch wurden die Anstrengungen des IASB nur
teilweise belohnt. In den USA sind ausländische Unternehmen schon seit einigen Jahren mit ihren IFRSAbschlüssen am US Kapitalmarkt willkommen. Die
verbindliche Anwendung der IFRS durch US-amerikanische Unternehmen in den USA ist vorerst aber gescheitert. In wichtigen Fragestellungen wie der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen, der
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert oder der Umsatzlegung herrscht heute weitgehende Übereinstimmung. In anderen Bereichen, wie der Bilanzierung von
Finanzinstrumenten oder der Behandlung von Leasingverträgen, musste das IASB aber in Sachen Angleichung von IFRS und US GAAP Rückschläge verzeichnen.
In der Schweiz haben in den letzten Jahren zahlreiche kotierte Unternehmen den IFRS und damit dem
Hauptsegment der Schweizer Börse den Rücken gekehrt. Die Umstellung auf Swiss GAAP FER wurde mit
der zunehmenden Akademisierung und Komplexität
der IFRS, der überbordenden Offenlegung, den hohen
Kosten der Erstellung solcher Abschlüsse, aber auch
mit der Unzufriedenheit mit bestimmten restriktiven Bilanzierungsvorschriften (weitgehendes Verbot der Quotenkonsolidierung, Impairment-Only-Modell bezüglich
Goodwill-Bewertung etc.) begründet. Aus globaler Sicht
ist der zum Teil festzustellende Rückzug auf nationale
Standards problematisch, auch wenn sich die lokalen
Standard-Setter bemühen, sich an den IFRS zu orientieren. Unternehmen, die global tätig sind, die auf internationale Investoren und Fremdkapitalgeber angewiesen sind und immer wieder grenzüberschreitende
Transaktionen tätigen, sind und bleiben mit IFRS gut
bedient.
15
Initiative zur Lockerung
der Offenlegungsvorschriften
Das IASB hat in den letzten Jahren auch gelernt, wieder
mehr auf seine Anwender zu hören und die Gratwanderung zwischen konzeptionell zu Ende gedachten Lösungen und dem praktisch Machbaren zu meistern. So hat
es kürzlich Vorschläge zur praktischen Umsetzung von
IAS 1 «Darstellung der Jahresrechnung» veröffentlicht,
die die Relevanz der finanziellen Berichterstattung wieder in den Vordergrund rücken sollen. Offenlegungsvorschriften müssen danach nicht beachtet werden, wenn
entsprechende Informationen aus Sicht des berichtenden Unternehmuens unwesentlich sind. Die Reihenfolge
der Erläuterungen wird nicht mehr vorgeschrieben –
Rechnungslegungsgrundsätze und Zusatzinformationen können beispielsweise kombiniert werden, wenn
sich daraus ein erleichterter Zugang zu den relevanten
Aussagen herstellen lässt. Die Zusammensetzung von
Bilanz- und Gesamtergebnisrechnungspositionen soll
dann offen gelegt werden, wenn sie dem besseren
Verständnis des Bilanzlesers dient. Im Weiteren schlägt
das IASB Kriterien für die Bildung von Zwischentotalen
vor. Die Vernehmlassung dieser Vorschläge endete am
23. Juli 2014. Der Entwurf bildet Teil einer umfassenderen «Offenlegungsinitiative», in deren Rahmen noch
weitere Vorschläge in Richtung einer relevanteren finanziellen Berichterstattung folgen sollen.
IFRS 9 – der neue Standard zur Bilanzierung
der Finanzinstrumente
In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts befand
sich das damalige IASC auf dem Weg zu einem Standard über Finanzinstrumente, der die ausschliessliche
Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert solcher Instrumente mit Erfassung der damit verbundenen Volatilität in der Erfolgsrechnung zum Ziel hatte. Schon damals regte sich zunehmender Widerstand gegen dieses
«full fair value model». Und so musste nach dem Scheitern der Beratungen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion
ein Ersatzstandard, IAS 39, aus dem Boden gestampft
werden, der sich weitgehend an das damals bestehende «Kochbuch» der Amerikaner anlehnte. Dieser Standard wurde in den Folgejahren zu einer Dauerbaustelle,
weil er eben regel- und nicht prinzipienbasiert war. Sein
Ende wurde mit der Finanzkrise eingeläutet, die den
Startschuss zur Entwicklung von IFRS 9 gab.
Nun liegt der finale Standard vor und soll spätestens
für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2018 angewendet werden. Die Anwendung erfolgt
grundsätzlich rückwirkend, auf ein Restatement der
Vorjahresperioden kann aber verzichtet werden. Anfänglich ein gemeinsames Projekt mit dem US FASB,
trennten sie die Wege des IASB und des FASB gegen
Ende des Prozesses, so dass es sich bei IFRS 9 nun
nicht um einen mit US GAAP in Einklang stehenden
Standard handelt.
16
Die verschiedenen «Bewertungstöpfe» von IAS 39 –
«amortised cost», «fair value through other comprehensive income (FVOCI)» und «fair value through profit
or loss (FVTPL)» – werden grundsätzlich beibehalten.
Geändert haben aber die Zuteilungskriterien; neu gilt
es zwei Fragen zum Zweck der Klassierung zu beantworten: 1.) Bestehen die vertraglichen Geldflüsse
ausschliesslich aus der Bezahlung des Basisbetrags
und der Zinsen? Wenn das nicht der Fall ist, erfolgt die
Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert, wobei die
Wertschwankungen über die Erfolgsrechnung zu erfassen sind. 2.) Welches Geschäftsmodell verfolgt das Unternehmen in der Bewirtschaftung eines Instruments?
Besteht das Ziel darin, ein Schuldinstrument zu halten,
um die vertraglichen Cash-flows zu realisieren, kommen fortgeführte Anschaffungskosten zur Anwendung.
Verfolgt das Unternehmen bei einem Schuldinstrument
sowohl das Ziel der Vereinnahmung vertraglicher Cashflows als auch das Ziel mit Verkäufen Geld zu verdienen,
kommt die Kategorie FVOCI zur Anwendung. Im Weiteren können Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehandelt werden, im Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung unwiderrufbar der Kategorie FVOCI
zugeordnet werden, wobei die nachfolgenden Gewinne
und Verluste aus der Neubewertung nicht mehr in die
Erfolgsrechnung übertragen werden (nur die Dividenden werden erfolgswirksam erfasst). Bewertet ein Unternehmen seine Finanzverbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert, müssen die Bewertungsgewinne und
-verluste, die sich aus der Änderung des eigenen Kreditrisikos ergeben, neu im sonstigen Gesamtergebnis
(OCI) erfasst werden. Damit wird der berechtigten Kritik
an der heutigen Rechnungslegung begegnet, wonach
ein Unternehmen aus der Verschlechterung des eigenen Kredit-Ratings einen Gewinn erzielen kann.
Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die Ermittlung
von Wertberichtigungen auf Schuldinstrumenten, wobei von einem «incurred loss model» auf ein «expected
loss model» umgestellt wird. Ganz im Sinne der Lerneffekte aus der Finanzkrise geht es darum, absehbare
Bewertungsprobleme frühzeitig auch in der Bilanz abzubilden. Unter «normalen» Umständen sollen erwartete Kreditausfälle der kommenden 12 Monate in Form
von Wertberichtigungen abgebildet werden. Hat sich
das Kreditrisiko seit der erstmaligen Erfassung des Instruments beträchtlich erhöht, so sind die über die gesamte verbleibende Laufzeit zu erwartenden Ausfälle in
die Wertberichtigungen einzurechnen. Dass diese neue
Regelung mit viel Ermessen ausgestattet ist, steht ausser Zweifel. Besonders die Banken dürften diesbezüglich vor grössere Herausforderungen gestellt werden.
Positiv zu vermerken sind Anpassungen im Bereich des
Hedge Accounting, die bereits im November 2013 verabschiedet wurden und die eine verbesserte Abbildung
des finanziellen Risikomanagements eines Unternehmens in der Jahresrechnung erlauben.
Rechnungslegung
IFRS 15 – der neue Standard zur Umsatzerfassung
Der neue Standard zur Umsatzlegung löst den uralten und entsprechend ausgedienten IAS 18 «Umsatz»,
IAS 11 «Fertigungsaufträge» sowie einige damit verbundene Interpretationen ab. IFRS 15 ist das Resultat eines
gemeinsamen Projekts mit dem US FASB. Die neue
Regelung der Umsatzerfassung ist prinzipienbasiert
und soll auf alle Branchen und ertragsgenerierenden
Transaktionen Anwendung finden. Das ist insbesondere für US-amerikanische Unternehmen, die sich bislang
mit einem Dschungel von branchenspezifischen Regelungen befassen mussten, Neuland.
Im Mittelpunkt von IFRS 15 steht ein auf Verträge mit
Kunden einheitlich anwendbares Modell, welches eine
vertragsgestützte fünfstufige Analyse ertragsgenerierender Transaktionen umfasst:
1. Identifikation des Vertrags
2. Identifikation der im Vertrag enthaltenen Leistungsverpflichtungen
3. Bestimmung des Transaktionspreises
4. Zuordnung des Transaktionspreises auf die einzelnen
Leistungsverpflichtungen
5. Umsatzerfassung im Zeitpunkt oder während der Erfüllung der einzelnen Leistungsverpflichtungen
Kontrolle über ein Gut oder das Resultat einer Dienstleistung an den Kunden übertragen wird. Das kann zu
einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum der Fall sein. Die Verträge sind in ihre verschiedenen Leistungskomponenten zu unterteilen und
entsprechend der Leistungserbringung differenziert zu
erfassen. Die bisherige «stage of completion method»
wird grundsätzlich beibehalten, die Kriterien für deren
Anwendung wurden aber überarbeitet. Unternehmen
in der Auftragsfertigung werden sich entsprechend eingehend mit diesen Bestimmungen auseinandersetzen
müssen. Einige Sektoren, wie die Telekom-, Software-,
Bau-, Luftfahrt- und Verteidigungsbranchen, werden
von der Umstellung auf den neuen Standard mehr
betroffen sein als andere. Es lohnt sich jedenfalls, den
Umstellungsbedarf frühzeitig abzuschätzen, da damit
unter Umständen auch Vertrags-, Prozess- und Systemanpassungen verbunden sind.
Fraglos ist die zeitgerechte Erfassung des Umsatzes
und damit auch der mit der Umsatzlegung verbundenen Kosten zentrale Voraussetzung für einen Gewinnausweis im Zeichen der «true and fair view». Die SIX
Exchange Regulation dürfte zu gegebener Zeit somit
einen Schwerpunkt auf die korrekte Umsetzung von
IFRS 15 legen.
Diese Analyse bestimmt, ob, wann und wie viel Umsatz erfasst wird. Dabei ist zu untersuchen, wann die
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Rechnungslegung
19
Stadt Zürich: Risikomanagement und IKS
als Beitrag für eine sichere, ordnungsgemässe und effiziente Aufgabenerfüllung
Wie stellt die grösste Schweizer Stadt sicher,
dass ihr Trinkwasser stets sauber ist, dass die
medizinische Versorgung in den Stadtspitälern
auch im Falle einer Epidemie gewährleistet bleibt
oder dass verbesserte Technologien bald den
Zürcher Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen?
Wie vermeidet die Stadt Zürich Missbrauchsfälle
oder grobe Fehler?
Dr. Markus
Braunschweiler,
Projektleiter,
Finanzverwaltung
Stadt Zürich
Thomas Kuoni,
Stv. Direktor,
Finanzverwaltung
Stadt Zürich
Weil es um öffentliche Mittel geht,
gelten für die Verwaltung seit langem
strenge Vorschriften wie z.B. klare
Finanzkompetenzen oder die Funktionentrennung. Engagierte Führungskräfte – in Verwaltung, Non Profit Organisationen oder Privatwirtschaft –
beachten zudem seit jeher, wie sich
zukünftige Entwicklungen und mögliche Ereignisse auf die Organisation
auswirken können. Sie entscheiden,
welche Chancen zu ergreifen sind
und wie man Risiken begegnet.
Ebenso gehört es zur Führungsaufgabe, innerhalb der Organisation jenen Aspekten besondere Beachtung
zu schenken, bei denen viel schiefgehen kann. Dort sollen Kontrollen
Unerwünschtes vermeiden. Insofern
setzt sich zumindest informell jede
Organisation mit Chancen und Risiken auseinander und kontrolliert kritische Punkte.
Leider zeigt die Erfahrung, dass dennoch Aspekte vergessen oder ignoriert werden. Nach einem grossen
Schaden fragt man sich erstaunt «Wie
konnte so etwas bloss geschehen?»
und ruft nach schärferen Kontrollen oder einem besseren Risikomanagement. Als Reaktion auf die massiven
Finanzskandale in den 90er-Jahren wurden international strenge Vorschriften für die Finanzberichterstattung
erlassen: In der Schweiz sind Privatunternehmen, die
der ordentlichen Revision unterliegen, seit 2008 verpflichtet, ein angemessenes Internes Kontrollsystem
(IKS) nachzuweisen und sich jährlich mit den Risiken
20
auseinanderzusetzen. Für die Zürcher Gemeinden bestehen bisher keine entsprechenden Vorschriften.
In der Stadt Zürich (27‘000 Angestellte, über 8 Mrd. Fr.
Budget, 1 Mrd. Fr. Investitionen) hatten besonders exponierte Verwaltungsbereiche (z.B. Tiefbau, Hochbau,
Sozialhilfe) eigenständig ein Risikomanagement aufgebaut und ihre Kontrollen verschärft. Nachdem die Stadt
2008 ihre Versicherungslösung optimiert hatte (tiefere
Prämien dank Bündelung und höherem Selbstbehalt),
gab es einen zusätzlichen Anreiz, Schäden zu reduzieren. Deshalb sollten das (von der Finanzkontrolle bereits seit etwa 2002 propagierte) IKS und das Risikomanagement flächendeckend auf- und ausgebaut werden. Bewusst sollte aber nicht nur das Negative reduziert, sondern auch das Positive gefördert werden. Von
2009 bis 2011 wurden im stadtweiten Projekt CHARM
(Chancen- und Risikomanagement und Internes Kontrollsystem) Konzepte und Hilfsmittel erarbeitet und diese Führungsinstrumente eingeführt. Auch wenn man
sich dabei an international anerkannten Standards orientiert hat, wurde im Verwaltungsbereich weitgehend
Neuland betreten. Die entwickelten Instrumente unterstützen die rund 70 verschiedenen Verwaltungseinheiten (z.B. Steueramt, Stadtpolizei, Spital) dabei, die
Leistungserbringung zu sichern und zu optimieren, die
Rechtsvorschriften, internen Richtlinien und Ethik einzuhalten, das Vermögen (Aktiven, Personal, Know-how,
Umwelt und im politischen Kontext v.a. die Reputation)
zu schützen und eine zuverlässige, ordnungsgemässe
und vollständige Berichterstattung sicherzustellen.
Chancen- und Risikomanagement
Das Chancen- und Risikomanagement (RM) der Stadt
Zürich ist als umfassendes Enterprise Risk Management ausgestaltet und hat mögliche Ereignisse und
Rechnungslegung
Wahrscheinlichkeit
Die Finanzverwaltung hat alle Chancen und Risiken kategorisiert und auch jene in einem IT-System erfasst,
welche einzelne Organisationseinheiten nach ihrer eigenen Methode identifiziert und bewertet hatten. Nachdem die wichtigsten Chancen und Risiken zuerst auf
Ebene Departement und anschliessend auf Ebene
Stadt konsolidiert wurden, konnte dem Stadtrat im
Sommer 2012 erstmals ein städtischer Chancen- und
Risikobericht vorgelegt werden. Die Stadtzürcher Exekutive schätzte den Nutzen als hoch ein und beauftragte die Verwaltung zu einer jährlichen Aktualisierung
ihres RM und zu einer Konsolidierung alle zwei Jahre.
So wurde das im April 2011 revidierte Risiko- und Versicherungsreglement bestätigt.
Internes Kontrollsystem (IKS)
Ebenfalls im April 2011 hatte der Stadtrat ein IKS-Reglement erlassen und die Verwaltung beauftragt, bis En-
Risiken
Sehr wahrscheinlich
Chancen
Möglich
Dienstleistung
für Externe
erbringen
Selten
Steigende
Zinsen
Sehr selten
Raubüberfall
Sinkende
Zinsen
Unwahrscheinlich
Entwicklungen aus den Bereichen Umfeld, Strategie,
Operatives, Finanzen und Gefährdung im Fokus. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen: Standardmässig
wird in einem von der Finanzverwaltung moderierten
Workshop mit den Geschäftsleitungsmitgliedern zuerst
der Zusammenhang erstellt (Einführung, Umfeldanalyse, Festlegungen zur Chancen- und Risikopolitik). Dann
nennen die Workshop-Teilnehmenden die aus ihrer
Sicht grössten Chancen und Risiken im Hinblick auf die
Zielerreichung der Organisation. Vergleichbare Themen
werden gebündelt und die priorisierten Chancen und Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung
(Nutzen- bzw. Schadenausmass) bewertet. Dies ergibt
eine Chancen- und Risikolandkarte, wobei einzelne
Themen (wie z.B. Zinsänderungen sowohl eine Chance wie ein Risiko sein können, vgl. Abbildung 1). Die
Bewertung erfolgt nicht finanziell quantifiziert, sondern
nach allgemeinen, qualitativen Kriterien. Bei den wichtigsten Chancen und Risiken werden jeweils Ursache,
Chance oder Risiko und Auswirkung näher beschrieben, eine zuständige Person ernannt und Massnahmen
bestimmt, um die Chancen zu nutzen oder dem Risiko besser zu begegnen. Nach der Genehmigung des
RM-Berichts durch die einzelnen Verwaltungseinheiten
liegt es in ihrer Zuständigkeit, unterjährig die Entwicklung der Chance oder des Risikos zu beobachten und
beschlossene Massnahmen umzusetzen.
Hoch
Bedeutend
Moderat
Gering
Unbedeutend
Unbedeutend
Gering
Spürbar/
erheblich
Nutzenpotential
Kritisch
Katastrophal
Auswirkung
Abbildung 1:
Exemplarische Chancen- und Risikolandkarte
de 2012 ein angemessenes IKS aufzubauen und anschliessend einzusetzen. Jede Verwaltungseinheit hat
im «IKS-Rahmen» ihr Kontrollumfeld (relevante Rechtsgrundlagen, Richtlinien, Organisation, Kompetenzen)
zu dokumentieren und festzuhalten, wie sie betreffend
IKS informiert und kommuniziert und wie das IKS überwacht wird. Jede Verwaltungseinheit legt aufgrund
einer Risikobeurteilung selbst fest, welche Prozesse
wesentlich sind. Bei diesen wird dokumentiert, wie sie
ablaufen, welche Risiken bestehen und wer welche
Kontrollen in welcher Frequenz durchführt. Für übliche
Finanzprozesse wurden im Projekt CHARM Prozessbeschreibungen und sogenannte IKS-Checklisten (Risiko-Kontroll-Matrizen, vgl. Abbildung 2) erarbeitet und
stadtweit als Vorlagen zur Verfügung gestellt. Checkfragen weisen auf Sicherheitslücken und Optimierungsbedarf hin oder geben Gewissheit, das Zweckmässige
unternommen zu haben, um Fehler und Missbrauch
zu vermeiden oder wenigstens im Nachhinein aufzudecken. Weil die internen Kontrollen einen wichtigen
Beitrag zu sicheren, ordnungsgemässen und effizienten Abläufen leisten, hat sich die Stadt Zürich entschieden, das IKS über die Finanzprozesse hinaus für alle
wesentlichen Prozesse anzuwenden. Dabei liegt es an
den einzelnen Verwaltungseinheiten, ihre wesentlichen
Leistungsprozesse zu identifizieren, zu dokumentieren
und angemessen zu kontrollieren. Für Managementund einzelne Supportprozesse (z.B. für IT, HR, Projekte,
Recht) hat die Stadt Zürich ebenfalls Vorlagen erarbeitet.
Zwei ausführliche Artikel zu diesen beiden Führungsinstrumenten
erscheinen in «Der Schweizer Treuhänder 2014/11».
Was ist sicherzustellen und welches Risiko
besteht, wenn dieses vernachlässigt wird?
Wer kontrolliert was wie oft und
wie wird die Kontrolle belegt?
Checkfrage
Antwort
Risiko
Beur- Bemerteilung kung
Kontrolle
Stellen wir
sicher, dass
…
Ja /
nein /
n.a.
Risiko bei
fehlender
Kontrolle
Klein /
mittel /
gross
Was wird
z.B. Beleg?
kontrolliert?
Nachweis für Frequenz
Kontrolle
Was wird von wem
bis wann optimiert?
Verantwortung
Jedes Mal, Wer ist für
1x / Wo., Kontrolle
Mt., Q., J. zuständig?
Optimierung
Termin
Was wird Bis
optimiert? wann?
Für
RM
Verantwortung
TopRisiko
Wer ist
zuständig?
Abbildung 2: Muster IKS-Checkliste
Rechnungslegung
21
Controller Akademie AG l Altstetterstrasse 124 l 8048 Zürich
Telefon 044 438 88 00 l info@controller-akademie.ch
Start 29. Oktober 2014
«Anlagebuchhalter/in»
Inhalt: Vom rechtlichen Aspekt über SachERPEKIZIVQ}KIRMQQEXIVMIPPIWS[MI½RER^MIPPI
Anlagen und Beteiligungen bis zum steuerlichen
Blickwinkel
Für: Personen mit dem Fachausweis Finanzund Rechnungswesen oder Treuhand, Anlagebuchhalter, Controller, Absolventen von HFW
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22
Die Controller Akademie
ist eine Institution von
Rechnungslegung
Schweizer Kontenrahmen KMU
und Kennzahlen
Die an kontenrahmen@veb.ch gestellten Fragen sind
vielfältig. Eine interessante Frage, welche die Gliederung der Bilanz und deren Einfluss auf Kennzahlen betrifft, nehme ich gerne an dieser Stelle auf:
«Gemäss neuem Kontenrahmen kommen die ‹Aktiven
Rechnungsabgrenzungen› (TA) neu ganz am Schluss
des Umlaufvermögens, nachdem sie früher noch unter der Untergruppe Forderungen aufzufinden waren.
Welchen Einfluss hat dies auf die Berechnung der Liquiditätsgrade? Meiner Meinung nach müssten die
Transitorischen Aktiven nicht mehr zur Berechnung des
Liquiditätsgrades 2 [= (Flüssige Mittel + Forderungen) /
kurzfristiges Fremdkapital] herangezogen werden, da
sie gemäss neuem Kontenplan aus irgendeinem Grund
nicht mehr bei den Forderungen aufgeführt sind und
ja aufgrund der Bilanzposition noch langfristiger beurteilt werden als Vorräte. Im Liquiditätsgrad 3 sind sie ja
dann eh enthalten, da in dieser Kennzahl das ganze
Umlaufvermögen berücksichtigt wird.»
Antwort:
Der Gesetzgeber hat nicht nur die Mindestgliederung
von Bilanz und Erfolgsrechnung, sondern neu auch die
Reihenfolge vorgegeben, und wir haben uns konse-
quent an diese gehalten. Allerdings: Bereits der Kontenrahmen KMU aus dem Jahre 1996 hat die «Aktiven
Rechnungsabgrenzungen» als Gruppe 130 am Ende
des Umlaufvermögens aufgeführt. Die im Jahre 1996
vorgenommene Änderung war nur begrifflich («Transitorische Aktiven», kurz TA). Die Begriffe «TA» und «TP»
(«Transitorische Passiven») sind demzufolge veraltet.
In der Schweiz – im Gegensatz zu Deutschland – bilanzieren wir oftmals unter TA/TP oder eben korrekt unter «Aktive/Passive Rechnungsabgrenzungen» sowohl
«transitorische» wie auch «antizipative» Positionen und
verstehen darunter die zeitliche Abgrenzung – ohne uns
weiter darüber Gedanken zu machen. In Deutschland
finden wir unter den «Rechnungsabgrenzungsposten»
der Aktivseite (wie auch entsprechend auf der Passivseite) nur die transitorischen; die antizipativen werden
unter «Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände» bilanziert.
Wichtig ist, immer den Mittelzu- oder -abfluss zu beurteilen. Bei den transitorischen hat er schon stattgefunden, bei den antizipativen findet er erst statt, ist also liquiditätswirksam. In der Bilanzgliederung nach Handelsgesetzbuch HGB sind folgerichtig die Rechnungsab-
Schweizer Kontenrahmen KMU: Das Original
Ein Muss für jedes KMU: Das umfassend überarbeitete Standardwerk des Schweizer Rechnungswesens – mit
Berücksichtigung des neuen Rechnungslegungsrechts und der Entwicklung der letzten 17 Jahre!
Wachsende Anforderungen an das Rechnungswesen sowie strengere gesetzliche Rechnungslegungsvorschriften
machen es von Zeit zu Zeit notwendig, den erstmals 1947 erschienenen «Schweizer Kontenrahmen KMU» anzupassen. Umso mehr, dass die letzte Überarbeitung des bei vielen noch als «Käfer» bekannten Standardwerkes
des Schweizer Rechnungswesens 1996 erfolgte.
Mit der Inkraftsetzung des neuen Rechnungslegungsrechts im OR per 1. Januar 2013 war der Zeitpunkt für eine
umfassende Überarbeitung gekommen. Zudem konnte der veb.ch vom Schweizer Gewerbeverband die Rechte
erwerben. Statt eines Alleinautors ist es nun ein Autorenteam, das für den Kontenrahmen verantwortlich zeichnet:
Herbert Mattle, Markus Helbling und Walter
Sterchi – alles erfahrene Praktiker und
eidg. dipl. Experten in Rechnungslegung
und Controlling.
Das für die Schweizer KMU sehr wichtige
Werk kann in den Sprachen deutsch,
französisch und italienisch bestellt werden.
Weitere Infos auf www.veb.ch,
Kontenrahmen KMU.
Schweizer Kontenrahmen KMU
23
E+S ASW
grenzungsposten nicht Bestandteil des Umlaufvermögens. Im HGB wird übrigens sowohl auf der Aktiv- wie
Passivseite nur von «Rechnungsabgrenzungsposten»
(RAP) gesprochen.
Interessant ist übrigens, dass auf der Passivseite der
Nenner der Liquiditätsgrade von Schweizer Fachbuchautoren meistens als «kurzfristiges Fremdkapital» umschrieben wird, während in Deutschland der genauere
Begriff «kurzfristige Verbindlichkeiten» verwendet wird.
Ein Kränzchen muss ich allerdings den Autoren Hunziker/Scheerer des aus den frühen 70er Jahren stammenden, seinerzeitigen Standardwerkes «Statistik – Instrument der Betriebsführung» winden, sie sprachen
von «kurzfristigen Schulden».
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So clever war Buchhaltung noch nie – für
Treuhänder und ihre
Kunden.
Bei der Interpretation der Kennzahlen Liquiditätsgrade
1 bis 3 (cash, quick, current ratios) ist Vorsicht geboten, da es starke Branchenunterschiede sowie Gestaltungsspielräume gibt. Sie sind stichtagbezogen und
somit Zufälligkeiten (insbesondere wenn Geschäftsjahr
= Kalenderjahr) und beim Jahresabschluss möglicherweise Manipulationen ausgesetzt. Hinzu kommen Bewertungsfragen (Fremdwährungen, Delkredere, Vorräte
oder insbesondere auch «nicht fakturierte Dienstleistungen») sowie die Problematik stiller Reserven und
das Nichtwissen der exakten Fälligkeiten. Liquiditätsgrade sind daher eher im Zeitvergleich interessant. Die
errechneten Liquiditätsgrade sind also unabhängig von
der Berechnungsart «ungenau», und der Einfluss der
«Aktiven Rechnungsabgrenzungen» auf die Kennzahl
dürfte zudem unwesentlich sein.
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Schlussfolgerung: Sinnvoll wäre es, die antizipativen
Tatbestände gar nicht unter den Rechnungsabgrenzungen zu bilanzieren, sondern unter Forderungen oder
Verbindlichkeiten und für die Bilanzanalyse die verbleibenden «echten» transitorischen Rechnungsabgrenzungen nicht zu berücksichtigen. In der Praxis können
die «aktiven Rechnungsabgrenzungen» aber auch einfach in der 3. Stufe Umlaufvermögen mitberücksichtigt
werden, da einerseits der Einfluss auf die Kennzahl minimal ist und andererseits heute viele Kennzahlenauswertungen über entsprechende Tools «automatisch»
erstellt werden.
Im Grunde genommen müssten auch unter «Forderungen» bilanzierte Anzahlungen korrigiert werden, denn
hier findet der Mittelzufluss nicht in Liquidität, sondern
in Ware oder Anlagegütern statt.
Einmal mehr: Rechnungswesen und Rechnungslegung
sind keine exakte Wissenschaft. Weder exakt im Sinne
von «richtig» und «falsch», noch Wissenschaft, eher Handwerk.
Herbert Mattle, dipl. Experte in Rechnungslegung
und Controlling, zugelassener Revisionsexperte
24
Schweizer Kontenrahmen KMU
Revision: Abstimmung und Vereinheitlichung
im Steuerstrafrecht
Der Bundesrat hat anfangs Juli 2014 vom Ergebnisbericht zur Vernehmlassung betreffend die Revision
des Steuerstrafrechts Kenntnis genommen und
das Eidgenössische Finanzdepartement beauftragt,
bis Ende 2015 eine Botschaft auszuarbeiten.
Was erwartet uns?
Reto Giger,
Partner bei GHM
Partners AG, lic. iur.,
dipl. Steuerexperte
reto.giger@
ghm-partners.com
Das aktuell geltende Steuerstrafrecht
beinhaltet einige Unzulänglichkeiten,
die der Korrektur bedürfen. So findet im aktuellen Recht beispielsweise keine Trennung von Steuer- und
Strafbehörden statt. Diese Verbindung führt in der Praxis dazu, dass
die untersuchende Steuerbehörde
neben den strafrechtlichen Zwangsmitteln auch die Ermessensveranlagung einsetzen kann. Damit ergibt
sich eine Überschneidung von Veranlagungs- und Durchsetzungskompetenzen.
Schwächen des heutigen Systems
Peter Aschwanden,
Partner bei GHM
Partners AG, lic. iur.,
dipl. Steuerexperte
peter.aschwanden@
ghm-partners.com
Straftatbestände. Das «Nebeneinander» von Hinterziehung der direkten
Steuern und Steuerbetrug ist rechtlich umstritten. Insbesondere von
ausländischer Seite wird bemängelt,
dass (bisher) bei Steuerhinterziehung
kaum ein Auskunftsersuchen beantwortet worden war. Es bedurfte damit eines Steuerbetrugstatbestands
um an schweizerische Informationen
zu gelangen.
Verfahren. Die Geltung strafrechtlicher Verfahrensgarantien zugunsten
des Beschuldigten bewirkt in den
Verfahren wegen Hinterziehung direkter Steuern, dass
die Steuerbehörden der Kantone für die Aufklärung des
Sachverhaltes auf die freiwillige Mitwirkung, auf allgemein zugängliche Informationsquellen und Zufälligkeiten angewiesen sind. Das Ungleichgewicht zwischen
den Untersuchungsmitteln einerseits und den Rechten
der Beschuldigten andererseits führt dazu, dass die
Steuern
Verfahren im Wesentlichen nur dann abgeschlossen
werden können, wenn die Beschuldigten vollständig
kooperieren oder wenn Beweise anderswo gefunden
werden. Im Ergebnis kann ein Strafverfahren, welches
der Untersuchungsbehörde keine Untersuchungsmittel
in die Hand gibt, keine rechtsgleiche und konsequente
Durchsetzung des Steuerrechts sicherstellen.
Zugang zu Bankdaten. Das steuerliche Bankgeheimnis verhindert im heutigen Steuerstrafverfahren wegen
Steuerhinterziehung den Zugang zu Bankdaten – dies
im Gegensatz zu allen anderen Strafverfahren.
Internationale Amtshilfe. Die gemäss den Standards
der OECD ausgestalteten Doppelbesteuerungsabkommen erlauben es den Vertragsstaaten, nicht nur in ihren
Steuerstrafverfahren, sondern auch in Veranlagungsverfahren von der Schweiz Informationen einzuverlangen. Dies betrifft auch und insbesondere Unterlagen,
welche sich bei Banken befinden. Damit haben diese
Vertragsstaaten in den Veranlagungs- und in den Strafverfahren Zugang zu Bankinformationen. Dies steht in
krassem Gegensatz dazu, dass den Schweizer Behörden (Kantone) diese Informationen weder im Strafnoch im Veranlagungsverfahren zur Verfügung stehen.
Dieses Ungleichgewicht zwischen inländischen und
ausländischen Steuerbehörden soll beseitigt werden.
Strafbarkeit juristischer Personen. Im geltenden Recht
der direkten Steuern sind die juristischen Personen selber strafrechtlich verantwortlich für die Hinterziehung
ihrer Gewinn- und Kapitalsteuer. Die konsequente Anwendung strafrechtlicher Grundsätze verlangt, dass
sich ein Strafverfahren gegen die handelnde natürliche
Person richtet. Damit wird umgesetzt, was die Rechtsprechung bereits seit längerem festhält, nämlich dass
Steuerstrafen Kriminalstrafen sind. Dies ist auch im Ergebnis zielführend: Es sollen die natürlichen Personen
durch die Strafdrohung oder durch Verurteilung und
25
Bestrafung davon abgehalten werden, eine Steuerstraftat zu begehen oder eine solche zu wiederholen.
Anzeige- und Meldepflichten
Das geltende Anzeige- und Melderecht ist ungenügend
und führt zu rechtsungleicher Behandlung. Da die anderen Behörden des Bundes und der Kantone nicht
verpflichtet sind, den Steuerbehörden einen Verdacht
auf Widerhandlungen gegen ein Steuergesetz zu melden, erfolgen solche Meldungen nur punktuell. Es ist
mit einer rechtsgleichen Behandlung nicht vereinbar,
dass Strafverfahren nach Zufälligkeiten durchgeführt
werden. Zudem ist nicht einzusehen, weshalb die Zusammenarbeit unter den Behörden zum Zweck der
Strafverfolgung nicht konsequent ausgestaltet sein soll.
Verjährung
Im Recht der Mehrwertsteuer wird die Verjährung in
Artikel 105 MWSTG geregelt, während für die übrigen
indirekten Steuern Artikel 11 VStrR anwendbar ist. Das
bedeutet, dass vielen von der Eidgenössischen Zollverwaltung geführten Strafuntersuchungen nicht nur eine
Widerhandlung gegen das MWSTG vorliegt, sondern
gleichzeitig auch eine solche gegen andere Abgabenerlasse des Bundes. Für Letztere gelten die Verjährungsbestimmungen des VStrR. Mithin sind auf den gleichen
Sachverhalt unterschiedliche Verjährungsfristen anzuwenden, was nicht vertretbar ist.
Selbstanzeige
Damit die Steuerpflichtigen nicht in die Irre geleitet werden, ist es zwingend notwendig, dass im Bereich der
indirekten Steuern dieselben Regeln für die Selbstanzeige gelten wie bei den direkten Steuern. Gerade aus
Gründen der Rechtssicherheit ist zu vermeiden, dass
die Voraussetzungen zu einer Selbstanzeige betreffend
einen Sachverhalt nicht identisch sind.
Wesentliche Änderungen
des zukünftigen Steuerstrafrechts
Abstimmung der Straftatbestände der verschiedenen Steuerarten. Als wesentliche Änderung soll neu die
Steuerhinterziehung als Grundtatbestand und Steuerbetrug als eine qualifizierte Form der Steuerhinterziehung gelten (gemäss heutigem Recht stehen diese Tatbestände in Idealkonkurrenz). Man will verhindern, dass
eine Person für denselben Sachverhalt doppelt bestraft
werden kann.
das Verwaltungsstrafrecht (VStrR) anwendbar sein. Der
Bundesrat lässt zudem eine Anwendung der Strafprozessordnung (StPO) überprüfen. Durch die Anwendung
der Strafverfahrensordnung ergeben sich zusätzliche
Möglichkeiten wie zum Beispiel die Einvernahme des
Beschuldigten, die Befragung von Auskunftspersonen
oder Zeugen sowie Zwangsmassnahmen. Der Steuerpflichtige hätte neu die Möglichkeit, bereits gegen einzelne Untersuchungshandlungen Rechtsmittel einzulegen und eine gerichtliche Überprüfung zu erreichen.
Option einer unabhängigen Stelle für den Zugang
zu Bankdaten. Aufgrund der Anwendung der VStR wie
auch der StPO bestünde für die Behörden nach künftigem Recht die Möglichkeit, Daten direkt bei Banken zu
beschaffen. Im Zuge der Vernehmlassung wurde kritisiert, die kantonale Steuerverwaltung wäre dazu nicht
genügend unabhängig. Der Bundesrat erwägt daher
die Berufung einer verwaltungsunabhängigen Stelle.
Zuständigkeiten. Grundsätzlich sollen die Zuständigkeiten zur Durchsetzung der Steuergesetze bestehen
bleiben. Aufgrund der Neuauslegung der Straftatbestände (Steuerbetrug als qualifizierte Form der Steuerhinterziehung) wird die Steuerverwaltung neu auch für
die Verfolgung des Steuerbetruges zuständig sein. Im
Vernehmlassungsverfahren wurde dieser Punkt jedoch
von verschiedenen Seiten kritisiert. Eine strikte Trennung von Nachsteuer- und Steuerstrafverfahren ist zu
begrüssen. Werden beide Verfahren von derselben
Instanz verfolgt, bleibt der Konflikt zwischen Mitwirkungspflicht und Verbot des Selbstbelastungszwangs
bestehen. Mit einer Trennung der Zuständigkeiten kann
vermieden werden, dass die Nachsteuerbehörde ihre
strafrechtliche Kompetenz als Druckmittel einsetzen
kann.
Ausblick
Mit der Reform werden u.a. die verschiedenen Straftatbestände aufeinander abgestimmt, Verfahren vereinheitlicht, ein Gleichgewicht zwischen Untersuchungsmassnahmen und Beschuldigtenrechten und eine
Angleichung an internationale Standards erzielt. Die
Mehrheit der Kantone und Verbände der Wirtschaft
begrüssen die Bestrebungen des Bundesrates zu einer
Steuerstrafrechtsrevision. Die vom Bundesrat vorgelegte Revision (Vernehmung ist abgeschlossen) strebt eine
sinnvolle Vereinheitlichung des Steuerstrafrechts an.
Das Eidgenössische Finanzdepartement wird bis Ende
2015 die Botschaft vorlegen. Mit einem Inkrafttreten der
Vorlage kann frühestens ab 2018 gerechnet werden.
Einheitliche Verfahrensbestimmungen bei Steuerstrafverfahren. Die Revision des Steuerstrafrechts
hat primär das Ziel der Vereinheitlichung wie auch der
verfahrensrechtlichen Gleichbehandlung der Verfahren
über die direkten und indirekten Steuern. Zukünftig soll
26
Steuern
Was bringt die Teilrevision des
Mehrwertsteuergesetzes?
Die vom Bundesrat vorgeschlagene Teilrevision
des Mehrwertsteuergesetzes will unter anderem
weniger Wettbewerbsvorteile für ausländische
Unternehmen, Vereinfachungen fürs Gemeinwesen
und bei Parkplätzen. Ein Blick auf die Details.
Ausdehnung der Umsatzgrenze
auf den weltweiten Umsatz
Bislang ist für den Eintritt in die Steuerpflicht lediglich der in der Schweiz erzielte Umsatz massgebend. Geht es
nach dem Bundesrat, wird beim jährlichen Grenzbetrag von CHF 100’000
bald auch der weltweite Umsatz berücksichtigt. In- und ausländische UnArmin Suppiger,
ternehmen würden bei der Bestimdipl. Experte in
mung der Steuerpflicht gleichgestellt
Rechnungslegung
und müssten sich ab einem jährliund Controlling,
MWST-Experte FH,
chen weltweiten Umsatz von über
VATAR AG, Luzern
CHF 100’000 auf jeden Fall im Register der Steuerpflichtigen eintragen
lassen. Gemäss dem heutigen MWST-Gesetz wird nur
der Inlandumsatz berücksichtigt, was für ausländische
Unternehmen Wettbewerbsvorteile zur Folge hat. Auch
kann bei ausländischen Unternehmen der Umsatz nur
schwer nachgewiesen werden.
Steuerpflicht für Kleinstsendungen
aus dem Ausland
Nach der bisherigen Gesetzgebung sind Kleinstsendungen aus dem Ausland an inländische Kunden von
der MWST befreit, sofern der Steuerbetrag weniger
als fünf Franken beträgt. Überschreitet der jährliche
weltweite Umsatz des ausländischen Absenders CHF
100’000, sollen auch solche Sendungen in Zukunft besteuert werden. Ziel: die weitere Reduktion der mehrwertsteuerlich bedingten Wettbewerbsnachteile von
inländischen Unternehmen.
Praxisbeispiel
Ein in Deutschland ansässiges Unternehmen beliefert
in der Schweiz ansässige Kunden mit Büchern. Die Einzelsendungen haben jeweils den Rechnungsbetrag von
CHF 200 nicht überschritten.
Steuern
Nach der heutigen Gesetzgebung wird das ausländische Unternehmen aufgrund dieser Kleinstsendungen
in der Schweiz nicht steuerpflichtig. Nach Inkrafttreten
der MWST-Revision muss sich das ausländische Unternehmen in der Schweiz registrieren lassen, sofern der
weltweite Umsatz die Grenze von CHF 100’000 überschreitet.
Seit 1. Juli 2014: Neue MWST-Regeln
bei der Einfuhr und Einreise in die Schweiz
1. Neue Anforderungen Anwendung
Verlagerungsverfahren
Seit diesem Sommer gelten bei der Einfuhr neue
formelle Anforderungen für die Verwendung des
Verlagerungsverfahrens MWST. Mehr dazu unter
www.estv.admin.ch.
2. MWST-Regeln bei der Einfuhr und Einreise
in die Schweiz
Wesentliche neue Bestimmungen im Reiseverkehr
sind in Kraft getreten. Neu fallen sämtliche im
Ausland gekauften und mitgeführten Waren in die
Wertfreigrenze von CHF 300 (inkl. Tabakwaren und
alkoholische Getränke). Bei der Überschreitung
dieses Betrages ist die MWST von 8% oder 2.5%
auf dem Gesamtwert geschuldet (keine Freigrenze!).
3. Zollfreimengen neu festgelegt
Werden Waren von Reisenden zum persönlichen
Gebrauch oder für Geschenke in die Schweiz eingeführt, sind diese grundsätzlich zollfrei. Bei gewissen Produkten aus der Agrarwirtschaft sowie
zum Gesundheitsschutz bestehen nur gewisse
Freimengen, welche neu festgelegt wurden. Details finden Sie unter www.ezv.admin.ch.
27
Margenbesteuerung auf Kunstgegenständen
Seit der Einführung des neuen MWST-Gesetzes im Januar 2010 gilt bei Kunstgegenständen, Sammlungsstücken und Antiquitäten der fiktive Vorsteuerabzug. Die
Vorsteuer kann abgezogen werden, obwohl insbesondere bei Kunstgegenständen unter Umständen nie eine
Steuer bezahlt wurde. Das ist insbesondere der Fall,
wenn Kunstgegenstände vor dem in Kraft treten der
MWST hergestellt wurden oder wenn die Künstler beim
Verkauf von der Steuer ausgenommen waren.
Mit der Wiedereinführung der Margenbesteuerung wird
verhindert, dass beim Wiederverkauf von Kunstgegenständen gar nie bezahlte Vorsteuer abgezogen wird. In
diesen Fällen unterliegt somit wieder die Differenz zwischen dem Verkaufs- und Ankaufspreis der MWST.
Vereinfachung Gemeinwesen
Bei Gemeinwesen kommt heute eine Spezialbestimmung für den Eintritt in die Steuerpflicht zur Anwendung. Dabei muss der Umsatz von CHF 25’000 aus
steuerbaren Leistungen an Nichtgemeinwesen und
mehr als CHF 100’000 p.a. aus steuerbaren Leistungen
an Gemeinwesen und Nichtgemeinwesen überschritten
werden. Neu soll die Umsatzgrenze von CHF 25’000
aufgehoben werden. Auch sollen die ausgenommenen
Leistungen des Gemeinwesens erweitert werden. Die
vermehrt praktizierte Zusammenarbeit innerhalb der
Gemeinwesen würde somit durch die MWST nicht weiter erschwert.
Die Vermietung von Parkplätzen im Gemeingebrauch
war bisher von der MWST ausgenommen. Zur Vermeidung von Rechtstreitigkeiten soll diese Regelung aufgehoben werden und sämtliche Vermietungen von Parkplätzen sollen der Steuer unterliegen.
Fazit
Nach dem allfälligen Inkrafttreten der MWST-Teilrevision
sind die verschiedenen Änderungen von Unternehmen
und Gemeinwesen sorgfältig zu prüfen. Denn Vereinfachungen hin oder her: Handlungsbedarf auf Seiten der
Betroffenen entsteht auf jeden Fall. Es lohnt sich also,
notwendige Anpassungen früh zu planen und Massnahmen in die Wege zu leiten, um den neuen Regeln
fristgerecht zu entsprechen.
Die EU-Mehrwertsteuer erklärt von Steuerbeamten
aus Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich
Das erwartet Sie:
MWST-Umsätze und Vorsteuern in der EU
– Reverse Charge Verfahren: Abgrenzung Lieferung und Dienstleistung
– Reihen- und Kettengeschäfte
– Zolllager / Zollverfahren inklusive EU Verzollung
– Ausfuhrnachweise und Deklarationen
– EU Verzollung und EORI Nummer: Was ist vorzukehren?
– Neue Gesetze / Bestimmungen und Gerichtsurteile
Die Referate sind auf deutsch.
Tagesseminar
Freitag, 24. Oktober 2014
28
Interessiert? Detailprogramm und
Anmeldemöglichkeit auf www.veb.ch,
Aus- und Weiterbildung
Steuern
Grundsätze der Vertragsgestaltung:
Kein Kinderspiel
Der Beizug eines Anwaltes empfiehlt sich bei der
Erstellung und Abänderung oder der Überprüfung
von komplexen Verträgen aller Art, wie beispielsweise Kauf- und Lizenzverträgen, Mietverträgen,
Werkverträgen, Darlehens- und Pfandverträgen
und allgemeinen Geschäftsbedingungen. Hier die
Grundsätze aus der Sicht einer erfahrenen Anwältin.
Die Konzeption und Ausgestaltung
von Verträgen ist Teil der beratenden,
rechtsgestaltenden juristischen Tätigkeit. Der Jurist soll dabei im Rahmen
des Rechtes zukünftige Verhältnisse
und Vorkommnisse vorwegnehmen,
planen und steuern – immer im Interesse seines Klienten.
Heidi Pfister,
Dr. iur, Rechtsanwältin, M.B.L. HSG
Pfister & Sigg,
Rechtsanwälte,
Luzern
Die Elemente der Vertragsgestaltung
Informationsbeschaffung. Zunächst
klärt der Jurist die tatsächlichen Ziele
und Interessen sowie die geschäftlichen, juristischen, sozialen und persönlichen Umstände aller beteiligten Parteien umfassend ab. Diese Informationen aktualisiert er laufend in offener und enger
Zusammenarbeit mit seinem Klienten. Nun erstellt der
Jurist im zweiten Schritt einen Vertragsentwurf. Diese Rohfassung enthält als Grundstruktur die zentralen
Vertragspunkte.
Rechtsanwendung und Umsetzung der Ziele des
Klienten. Der Rahmen und die Grenzen der Vertragsgestaltung sind durch verschiedene Rechtsquellen vorgegeben. Der Jurist wendet das einschlägige Recht auf
hypothetische Sachverhalte an, da er den Vertrag auf
zukünftige Verhältnisse und Vorkommnisse ausrichtet.
Er möchte die Ziele des Klienten innerhalb des vorgegeben rechtlichen Rahmens verwirklichen und führt dazu
Vertragsverhandlungen.
Die Verhandlungen
Die Vertragsverhandlungen sind von ebensolcher Bedeutung wie das Entwerfen des Vertrages selbst.
Beide Verhandlungsparteien werden versuchen, ihre Interessen in den Vertragsverhandlungen so umfassend
Recht
wie möglich durchzusetzen. Es ist daher wichtig, dass
sich der Jurist der Verhandlungsziele wie auch der
Stellung aller beteiligten Verhandlungsparteien bewusst
ist und diesen Umständen entsprechend Rechnung trägt.
Wir sprechen hier von Verhandlungszielen, Verhandlungsmacht und Verhandlungsführung. Die Interessen
des Klienten finden ihren konkreten Niederschlag in den
Verhandlungszielen. Es ist wichtig, dass der Jurist
sich mit seinem Klienten darüber verständigt, welche
Verhandlungsziele primär und daher unbedingt zu erreichen sind und welche Verhandlungsziele eine untergeordnete Rolle spielen.
Als Verhandlungsmacht wird die Fähigkeit einer Verhandlungspartei bezeichnet, ihre eigenen Interessen
gegenüber der anderen Verhandlungspartei durchzusetzen und sich so einen Vorteil zu verschaffen. Je
grösser die Verhandlungsmacht einer Verhandlungspartei gegenüber der Gegenseite, desto umfassender
kann sie ihre Interessen in den Vertragsverhandlungen
durchsetzen. Die Verhandlungsmacht einer Verhandlungspartei beruht auf zahlreichen Faktoren wie z.B.
ihrer Marktmacht (Marktanteil, Anzahl Mitbewerber),
einer allfälligen Informationsasymmetrie zwischen den
Verhandlungsparteien und limitierenden Faktoren wie
rechtlichen Rahmenbedingungen oder Zeitdruck. Es ist
die Aufgabe des Juristen, seinen Klienten hinsichtlich
der bestehenden rechtlichen Handlungsoptionen aufzuklären und zu beraten.
Um Vertragsverhandlungen effizient durchzuführen, gilt
es einige Grundsätze der Verhandlungsführung zu
beachten. Dabei hat das sog. Harvard-Konzept (engl.
«Getting to YES») als Ansatz für ein sachbezogenes
Verhandeln grosse Bedeutung erlangt:
1. Die persönliche Ebene und die Interessenebene der
Verhandlungspartner müssen isoliert betrachtet werden.
29
2. Der Fokus in den Verhandlungen liegt auf den Interessen der Verhandlungspartner statt auf ihren Verhandlungspositionen.
3. Es sind stets mehrere Entscheidungsoptionen (engl.
«BATNA, best alternative to negotiated agreement»)
zu erarbeiten.
4. Es sind objektive Kriterien zur Beurteilung von Verhandlungsargumenten und -ergebnissen zugrunde
zu legen (bspw. gesetzliche Regelungen, allg. anerkannte ethische Normen etc.).
Handelt es sich um komplexe Vertragswerke, empfiehlt
es sich, die Vertragsverhandlungen in verschiedene
Phasen zu strukturieren (bspw. Unterzeichnung von
Absichtserklärungen oder Vorverträgen, Erstellung von
Memoranden oder Punktationen während der Vertragsverhandlungen und schlussendlich die Unterzeichnung
des Vertrages).
gen des Vertrags aufzunehmen. Diese Klausel hält fest,
dass bei einer allfälligen Unwirksamkeit einer Vertragsbestimmung, welche sich von den übrigen Vertragsbestimmungen trennen lässt, die übrigen Bestimmungen
des Vertrags unverändert gültig bleiben. Dadurch wird
sichergestellt, dass nicht der gesamte Vertrag aufgrund
einer einzelnen unwirksamen Klausel dahin fällt.
Die Durchsetzbarkeit der vertraglich vereinbarten Leistung stellt den dritten zentralen Grundsatz der Vertragsgestaltung dar. Damit die Vertragsparteien das mit
dem Vertragsabschluss angestrebte Ziel tatsächlich erreichen, muss der Jurist eine vertragliche Lösung erarbeiten, die sicherstellt, dass beide Vertragsparteien ihre
vertraglich geschuldete Leistung tatsächlich erbringen.
Dies kann beispielsweise mit der Vereinbarung einer
Konventionalstrafe erreicht werden, deren Betrag den
Geldwert der zu erbringenden vertraglichen Leistung
übersteigt.
Drei Grundsätze der Vertragsgestaltung
An erster Stelle bei der Gestaltung jedes Vertrages
steht die Praktikabilität, basierend auf Praxisnähe,
Klarheit und Einfachheit. Man vergesse nie: Ein Vertrag soll einen Lebenssachverhalt regeln und muss
sich stets an seiner Praxistauglichkeit messen lassen.
Entspricht der Vertrag nicht der Lebenswirklichkeit und
den Abläufen der Geschäftsbeziehung zwischen den
Vertragsparteien, werden die vertraglichen Regelungen
nicht eingehalten. Eine dauernde Abweichung von der
vertraglichen Regelung kann aber zu einer konkludenten (stillschweigenden) Vertragsänderung führen und
somit die Rechtssicherheit zwischen den Parteien vermindern.
Klarheit und Einfachheit sind sehr wichtig, weil der Vertrag im Alltag vor allem von rechtlichen Laien verwendet
wird. Daher muss das Werk logisch und übersichtlich
sein – nach Möglichkeit mir wenig Querverweisen. So
muss der Jurist also die Balance zwischen einer rechtlich einwandfreien und gleichzeitig leicht verständlichen
Formulierung finden. Der Verfasser soll, soweit möglich,
auf juristische Fachbegriffe verzichten und sich einer
klaren, alltäglichen Sprache bedienen.
Grundsatz Zwei: Rechtssicherheit und salvatorische
Klausel. Der Vertrag muss einer allfälligen gerichtlichen Überprüfung standhalten. Der Jurist hat bei der
Vertragsgestaltung die Meinung der Lehre wie auch
die aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung zu berücksichtigen. Ungeklärte Rechtsfragen sollten, soweit
möglich, vermeiden werden.
Aufgrund der heutigen Dynamik des Rechts (Gesetzesoder Praxisänderungen) verbleibt jedoch stets ein Restrisiko, dass gewisse Bestimmungen eines Vertrages
unwirksam werden. Daher lohnt es sich oft, eine sogenannte salvatorische Klausel in die Schlussbestimmun-
30
Streitigkeiten
Da sich eine Vertragspartei weigern könnte, ihre vertraglich geschuldete Leistung zu erbringen, muss der
Jurist eine griffige vertragliche Regelung vorsehen. Falls
es sich bei einer der vertraglich vereinbarten Obligationen beispielsweise um eine Arbeits- oder Sachleistung handelt, empfiehlt es sich, eine Bestimmung in
den Vertrag aufzunehmen, welche bei Nichterfüllung
der geschuldeten Leistung eine Schadenspauschalisierung vorsieht. Damit entfällt eine allenfalls aufwändige
Berechnung und Substantiierung des Schadenersatzanspruches und die Forderung kann direkt und kostengünstig über das Schuldbetreibungs- und Konkursrecht geltend gemacht werden.
Schliesslich macht sich der Jurist auch Gedanken über
die Sicherstellung der Forderungen aus dem Vertragsverhältnis. Die vertraglich vereinbarten obligatorischen
Forderungen sind, wenn möglich, durch Pfandrechte,
Forderungszession oder durch Personalsicherheiten sicherzustellen (Begründung eines Grund-, Faust- oder
Forderungspfandrechts, eine Zession oder eine Sicherungsübereignung von Forderungen und allenfalls eine
Garantie oder eine Bürgschaft).
Wie finde ich den richtigen Anwalt?
Es gibt mehrere Möglichkeiten. Eine der besten
ist sicherlich eine persönliche Empfehlung aus
dem Bekanntenkreis oder von Geschäftspartnern.
Helfen können auch eine fallbezogene Suche im
Internet oder die Webseiten von Anwaltsverbänden. Wichtig sind zudem die anschliessende
Kontaktaufnahme per Telefon und ein persönliches, gegenseitiges Kennenlernen.
Recht
Whistleblowing Beratung
veb.ch und KV Schweiz
Eine professionelle Mitglieder-Beratung ist
für veb.ch und KV Schweiz zentral. Für den
Bereich «Whistleblowing» wird neu eine
gemeinsame Hotline eingerichtet, über die
Mitglieder der beiden Verbände Zugang zu
kostenloser Beratung erhalten.
Der veb.ch und der KV Schweiz als Verband der Angestellten im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Umfeld spannen zusammen: Für Beratungsdienste zum
Thema «Whistleblowing» wird eine Hotline (0800 190
190) eingerichtet. Diese steht Mitgliedern der beiden
Verbände kostenlos zur Verfügung.
Diskret und sicher Rat einholen
Was sollte ein Arbeitnehmer machen, wenn er Unregelmässigkeiten bei seinem Arbeitgeber feststellt? Der erste Schritt beinhaltet eine sorgfältige Risikoabwägung.
Rechtsanwälte des KV Schweiz geben Auskunft über
die aktuell gültige Rechtslage und die damit verbundenen Fallstricke im Bereich Whistleblowing. Stellen sich
für das Mitglied im Zusammenhang mit einem konkreten Fall zusätzlich Fragen im Bereich Rechnungswesen
und Rechnungslegung, stehen die entsprechenden Experten des veb.ch zur Verfügung.
Ein Beratungsangebot im Bereich Whistleblowing ist
nicht nur aufgrund der aktuell unsicheren Rechtslage
Recht
wichtig. Auch die gegenwärtig auf Bundesebene diskutierte Whistleblowing Vorlage droht derart komplex
und vielschichtig zu werden, dass sie für juristisch nicht
ausgebildete Personen kaum verständlich sein dürfte.
Fachliche Kompetenz und sinnvolle
Ressourcennutzung
Warum diese Zusammenarbeit der beiden Verbände im
Bereich des Whistleblowings? Für Herbert Mattle, Präsident veb.ch, ist es zentral, dass Berufsverbände ihre
Kräfte bündeln und über Kooperationen brachliegendes Synergiepotenzial nutzen. Denn, so Herbert Mattle,
«gegenüber unseren Mitgliedern sind wir zu einem effizienten Einsatz der zur Verfügung stehenden finanziellen
Mittel verpflichtet». Auch Daniel Jositsch, Präsident des
KV Schweiz, streicht die Bedeutung der verbandsübergreifenden Zusammenarbeit hervor und fügt in Bezug
auf das Angebot der «Whistleblowing-Beratung» hinzu:
«Das ist eine sehr wichtige Dienstleistung, von der wir
allerdings erhoffen, dass sie von unseren Mitgliedern nie
in Anspruch genommen werden muss».
31
Aktuelle Gerichtsurteile rund um Wirtschaft
und Steuern
Wirtschaftsrecht
Einer für alle gilt nicht immer: Betreibung gegen die Erben
Die Anerkennung einer Schuld des Erblassers nach
dessen Ableben führt nur dann zur persönlichen und
solidarischen Haftung der einzelnen Erben gemäss
Art. 603 Abs. 1 ZGB, wenn die Schuldanerkennung
entweder von allen Mitgliedern der Erbengemeinschaft
oder aber durch einen von sämtlichen Erben bevollmächtigten Vertreter unterschrieben wurde.
Sofern – gestützt auf eine Schuldanerkennung, welche
nur von einem einzelnen Erben unterzeichnet wurde –
in der Betreibung gegen diesen provisorische Rechtsöffnung verlangt wird, muss der Rechtsöffnungsrichter
prüfen, ob dieser Erbe zur Vertretung der anderen Erben berechtigt war (BGE 5A_40/2013 vom 29.10.2013).
Kein Pardon an Weihnachten und Neujahr: Stellensuche
und Arbeitslosigkeit
Im zur Publikation vorgesehenen Urteil erinnert das
Bundesgericht an die Pflichten einer versicherten
Person zur Vermeidung oder Verkürzung der Arbeitslosigkeit. Im konkreten Fall warf es dem Versicherten
eine quantitativ ungenügende Suche nach einer neuen Beschäftigung vor, weil dieser während rund eines Monats der dreimonatigen Kündigungsfrist seine
Suchbemühungen ruhen liess. Sein Hinweis auf wenig
ausgeschriebene Stellen über die Weihnachtsfeiertage
und den Jahreswechsel überzeugten das Bundesgericht nicht (BGE 8C 278/2013 vom 12.12.2013).
Ungültig: Einberufung einer Generalversammlung durch
eine nicht zuständige Person
Das Bundesgericht bestätigt die herrschende Lehre
und bisherige Rechtsprechung, dass keine beschlussfähige Versammlung zustande kommt, wenn eine unzuständige Person oder ein unzuständiges Organ dazu
eingeladen hat (BGE 5A 205/2013).
Grundstückkauf: Pauschalpreis und öffentliche Beurkundung aller Leistungen
Das Bundesgericht hält fest, dass es den Parteien bei einem Grundstückkaufvertrag freistehe, einen
Pauschalpreis als Gegenleistung des Käufers zu vereinbaren, wenn der Vertrag nebst dem Verkauf des
Grundstücks noch weitere Leistungen des Verkäufers
beinhaltet. Erforderlich sei jedoch, dass die öffentliche
32
Urkunde alle Leistungen genau ausweise, da sie dem
Erfordernis der genauen und vollständigen Angabe
sämtlicher sich auf das Verhältnis zwischen den zu einem Grundstückverkauf gehörenden Leistungen einerseits und der Gegenleistung andererseits zu genügen
habe (BGE 4A 29/2013).
Kein allgemeines Recht zur Einleitung einer Sonderprüfung: Glaubhaftmachung einer Schädigung der Aktionärs- oder Gesellschaftsinteressen
Die Sonderprüfung (OR 697a; 697b) ist ein Mittel der
Informationsbeschaffung des Aktionärs über interne
Vorgänge der Gesellschaft und kann nicht zur reinen
Ausforschung verlangt werden, in der Hoffnung, dabei
auf eine Rechtsverletzung zu stossen, von welcher der
Gesuchsteller keine Ahnung hatte. Sie soll vielmehr darauf ausgerichtet sein, konkrete Tatsachen zu ermitteln
und darf nicht auf eine rechtliche Beurteilung oder ein
Werturteil abzielen. Voraussetzung der Sonderprüfung
ist, dass die Ausübung der Aktionärsrechte (z.B. Mitwirkungsrechte oder Verantwortlichkeitsklage) eine Abklärung der fraglichen Sachverhalte erforderlich macht. Die
vom Gesuchsteller glaubhaft zu machende Schädigung
der Gesellschaft oder der Aktionäre, welche ihrerseits
eine Folge der ebenfalls durch den Gesuchsteller glaubhaft zu machenden Gesetzes- oder Statutenverletzung
durch die Gesellschaftsorgane ist (vgl. OR 697b Abs.
2), bildet den Angelpunkt der Sonderprüfung.
Einem Gesuch auf Einsetzung eines Sonderprüfers ist
dann zu entsprechen, wenn sich die rechtlichen Vorbringen zu den Anspruchsvoraussetzungen nach OR
679b Abs. 2 bei summarischer Prüfung als einigermassen aussichtsreich oder doch mindestens als vertretbar
erweisen. Im vorliegenden Fall wurde ein Gesuch um
Einleitung einer Sonderprüfung damit begründet, die
Verwaltungsräte der Beschwerdegegnerin würden sich
in einem Interessenkonflikt befinden und ihre Treuepflicht verletzen, indem sie eine andere Gesellschaft für
eine teilweise konkurrierende Tätigkeit übernommen
und an die gleiche Adresse verlegt hätten. Diese abstrakte Gefahr eines Interessenkonflikts ist nicht ausreichend, sondern es bedarf der Glaubhaftmachung eines konkreten Interessenkonflikts BGE 4A_260/2013).
Opting-out: Einzureichende Unterlagen für den Verzicht
auf eingeschränkte Revision
Das Vorliegen einer revidierten Jahresrechnung und
damit des Nachweises der bisherigen Erfüllung der
Recht
Revisionspflicht wird für die Eintragung des Verzichtes
auf eine eingeschränkte Revision nicht vorausgesetzt
(Opting out/OR 727 I; OR 727a II; HRegV 62 II).
Gesellschaften, welche weder eine ordentliche noch
eine eingeschränkte Revision durchführen, müssen
dem Handelsregister zusätzlich zur Erklärung der Gesellschaft, dass die Voraussetzungen eines Opting-outs
erfüllt sind, Kopien der massgeblichen aktuellen Unterlagen wie Erfolgsrechnung, Bilanzen, Jahresberichte,
Verzichtserklärungen der Aktionärinnen und Aktionäre
oder das Protokoll der Generalversammlung beilegen.
Nach der Rechtsprechung soll mit der Jahresrechnung
belegt werden, dass die Gesellschaft die erste Opting-out-Voraussetzung erfüllt, nämlich das Nichterfüllen
der Voraussetzungen für die Pflicht zur ordentlichen
Revision. Um dies zu belegen, genügt eine Jahresrechnung, die den massgeblichen Normen des Rechnungslegungsrechts entspricht. Ein Prüfungsbericht
eines zugelassenen Revisors gehört für die als Beleg
einzureichende Jahresrechnung nicht zu den «massgeblichen aktuellen Unterlagen» i.S. von HRegV 62 II
Satz 2 (BGE 4A_206/2013).
Pensionskasse: Anmeldung der Lebenspartnerin
Art. 20a Abs. 1 lit. a BVG; Art. 86b Abs. 1 lit. a BVG –
Verlangt das Reglement der Pensionskasse, dass der
Versicherte seine Lebenspartnerin zu Lebzeiten der
Pensionskasse schriftlich meldet, so handelt es sich
um eine Anspruchsvoraussetzung mit konstitutiver Wirkung. Die Pensionskasse hat ihre Versicherten über die
Änderung des Pensionskassenreglements informiert
und ihnen das neue Reglement zugestellt. Das Versenden der Informationen durch gewöhnliche Briefpost
ist mit den Informationspflichten einer Pensionskasse
vereinbar (Urteil des Sozialversicherungsgerichtshofes
vom 19. Februar 2014 – 605 2012 10).
Viel diskutierter Entscheid: Keine kostenlose Prozessführung für Aktiengesellschaft
Anders als noch der Vorentwurf (Art. 105 Abs. 2 VE
ZPO) schliesst die Zivilprozessordnung in Art. 117 die
unentgeltliche Rechtspflege für juristische Personen
nicht aus. Die Vorinstanz erwog jedoch zutreffend,
dass juristischen Personen die unentgeltliche Rechtspflege höchstens in Ausnahmefällen zu gewähren ist. In
seinem Leitentscheid BGE 119 Ia 337 (= Pra 83 [1994]
Nr. 103) kam das Bundesgericht in Anlehnung an die
deutsche Regelung von §116 dZPO zum Schluss, die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für juristische Personen könne namentlich dann in Betracht gezogen werden, wenn ihr einziges Aktivum im Streit liege, die Gesellschaft die Kosten nicht selbst aufbringen
könne und die an ihr wirtschaftlich Beteiligten ebenfalls
mittellos seien. Ohne abschliessend Stellung zu nehmen, verweigerte es im konkreten Fall die unentgeltliche
Rechtspflege mangels hinreichender Begründung des
Gesuchs.
Recht
Ergänzend hielt es in seiner späteren Rechtsprechung
fest, dass der Begriff der «wirtschaftlich Beteiligten»
weit zu verstehen sei und nebst den Gesellschaftern
auch die Organe der juristischen Person oder gegebenenfalls interessierte Gläubiger umfasse (BGE 131
II 306 E.5.2.2). Die weitere Voraussetzung von §116
dZPO, wonach die Verweigerung der unentgeltlichen
Rechtspflege allgemeinen (inländischen) Interessen zuwiderlaufen muss, hat das Bundesgericht ohne nähere
Begründung nicht übernommen (BGer 5A_520/2012
vom 19. April 2013). In der Lehre ist der Anspruch juristischer Personen auf unentgeltliche Rechtspflege kontrovers diskutiert worden, in neuerer Zeit wird er aber
nur noch vereinzelt grundsätzlich abgelehnt (BGE 1 19
Ia 337; Huber, DIKE Komm ZPO, Art. 117 N 8, online
Stand 6 April 2012; BK ZPO Bühler, Art. 117 N 29). Dass
einer juristischen Person die unentgeltliche Rechtspflege nur mit grosser Zurückhaltung zu bewilligen ist,
zeigt sich nicht zuletzt darin, dass aus der publizierten
Praxis in der Schweiz kein entsprechender Entscheid
bekannt ist.
Politischer Beirat von veb.ch
Der veb.ch pflegt gute Kontakte zur Politik und
Bundesverwaltung. So nehmen wir an allen für uns
wichtigen Vernehmlassungen teil oder tauschen
uns regelmässig mit ausgewählten National- und
Ständeräten über unsere vielfältigen Verbandsinteressen aus. Sechs Politiker gehören zum politischen Beirat von veb.ch. Wir sind überzeugt, dass
der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen
den Politikern und den Fachexperten des veb.ch
für alle Beteiligten bereichernd und nutzbringend
sein wird.
Der politische Beirat
besteht aus folgenden Personen:
„ Nationalrat Daniel Jositsch (SP)
„ Nationalrat Pirmin Schwander (SVP)
„ Ständerat Fabio Abate (FDP)
„ Ständerat Konrad Graber (CVP)
„ Ständerat Paul Niederberger (CVP)
„ Hans Kaufmann (SVP)
33
Steuerrecht
Beweis nicht erbracht: Versuchte Steuerhinterziehung
Laut Urteil hat es zwar die Steuerpflichtige unterlassen, die Mutterschaftsentschädigung korrekt zu
deklarieren, aber die vorliegenden Umstände liessen nicht zwingend darauf schliessen, dass sie willentlich oder vorsätzlich eine Steuerverkürzung in
Kauf nahm. Das Gericht entschied, dass eine blosse
Nachlässigkeit bzw. (grobe) Fahrlässigkeit mindestens
gleich wahrscheinlich erschien. Der Nachweis des
(eventual-)vorsätzlichen Unterlassens der Deklaration konnte damit nicht mit hinlänglicher Sicherheit
als erbracht gelten (Verwaltungsgericht Kt. SG, B
2013/66).
Zivilrecht versus Öffentliches Recht: Überwälzung der
MWST
Art. 1 Abs. 3 lit. c, Art. 6 und 81 Abs. 1 MWSTG –
Rechtsweg bei Streitigkeiten über die Überwälzung
der Mehrwertsteuer im privatrechtlichen und im öffentlich-rechtlichen Verhältnis. Erfolgen die steuerbaren Leistungen auf Grundlage eines privatrechtlichen
Rechtsverhältnisses, richtet sich die Überwälzung der
Steuer nach den privatautonomen Vereinbarungen. Bei
Streitigkeiten ist Zivilklage vor der Ziviljustiz zu erheben.
Beruhen die steuerbaren Leistungen auf öffentlichem
Recht, richtet sich entgegen dem Wortlaut von Art. 6
MWSTG auch die Überwälzung nach dem öffentlichen
Recht. (BGE 140 II 80).
Master/Diploma of Advanced Studies
MAS/DAS Corporate Finance
Start 25. Lehrgang: 06. Februar 2015
Master/Diploma of Advanced Studies
MAS/DAS Controlling –
DAS Accounting
Start 14. Lehrgang: 06. Februar 2015
Nächste Info-Veranstaltungen
05. November 2014, 18.15 Uhr im IFZ, Zug
27. November 2014, 18.15 Uhr im Au Premier, Zürich
www.hslu.ch/ifz-weiterbildung, T +41 41 757 67 67, ifz@hslu.ch
34
Recht
Erfolg an der mündlichen Prüfung:
Der 5-Punkte Plan für die Expertenprüfung
in Rechnungslegung und Controlling
Bereits sind ein paar Monate vergangen, seit
die höhere Fachprüfung für Experten in Rechnungslegung und Controlling durchgeführt wurde. Und
schon beginnt der Prüfungszyklus von Neuem.
Thomas Zbinden gibt Tipps zur Vorbereitung.
Prüfungsanmeldung, intensive Vorbereitung, Feinschliff: Angehende Experten in Rechnungslegung und Controlling bereiten sich nun – das Ende
ihrer anspruchsvollen Ausbildung
naht – gezielt auf die Schlussprüfungen vor. Neben den fünf schriftlichen
Prüfungsfächern sollten die Kandidaten auch dem mündlichen Examen
grosse Aufmerksamkeit schenken.
Thomas Zbinden,
Fachvorstand
mündliche Prüfungen
der höheren
Fachprüfung der
Experten in Rechnungslegung und
Controlling
Der Grund: Nachdem die mündliche
Prüfung bei der Berufsprüfung im
Jahr 2011 weggefallen ist, haben wir
ihre Bedeutung im Rahmen der höheren Fachprüfung aufgewertet. So
fordern wir die Kandidaten in ihrer Rolle als Präsentatoren und Berichterstatter, was sie auf ihr späteres berufliches Umfeld vorbereitet.
Reglementarische Grundlagen
Die mündliche Prüfung ist gemäss Prüfungsordnung
über die höhere Fachprüfung der Experten in Rechnungslegung und Controlling 1 der sechste Prüfungsteil.
Er dauert 40 Minuten und wird von zwei ausgewiesenen Fachexperten abgenommen, beurteilt und benotet
(einfache Gewichtung in der Gesamtwertung, nur ganze und halbe Noten).
Was wird an den mündlichen Prüfungen geprüft?
Selbstverständlich geht es in diesem Fachgespräch
ums Fachwissen. Bewertet werden aber auch die
Handlungsfähigkeit, die gedankliche Reife sowie die
geistige Beweglichkeit des Kandidaten. Dabei haben
sich die Experten nicht nur auf den persönlichen Erfahrungsbereich des Kandidaten zu beschränken 2.
Ausbildung
•
Weiterbildung
Wie sich Prüfungsexperten vorbereiten
Unsere Experten halten es wie die Kandidaten: Sie bilden
sich für ihre Aufgabe jährlich weiter, um allen gleiche Prüfungsbedingungen zu garantieren. Erfahrungen aus den
letzten Prüfungen und Verbesserungspotential werden
besprochen und protokolliert. Weiter werden die Experten bezüglich Fragetechnik, Beurteilung und Benotung
geschult. Startschuss ist das Expertenseminar – die
Gelegenheit zum Austausch mit Co-Experten, zum
Auffrischen des eigenen Fachwissens und zum Notieren von Prüfungsfragen.
Ablauf der Prüfung
Die Prüfung besteht aus drei Teilen. Zunächst referiert
der Kandidat (min. 8, max. 12 Minuten). Die beiden
Experten können Anschlussfragen zum präsentierten
Thema stellen. Danach stellt jeder Experte individuelle
Fragen (12 bis 15 Minuten pro Experte).
Vorab bekommt der Kandidat 40 Minuten Zeit, um sich
aus drei zur Auswahl stehenden Themen auf das Referat vorzubereiten. Dabei stehen ihm in einem Vorbereitungszimmer Folien, Papier, Vortragskärtchen, farbige Schreiber und Notizpapier zur Verfügung. Visualizer, Whiteboard und Flipchart sind die Hilfsmittel für
die Präsentation. Der Kandidat darf sein persönliches
Schreibzeug verwenden. Weitere Hilfsmittel sind nicht
erlaubt (u.a. keine elektronischen Geräte, kein eigenes
Papier und keine Gesetze). Handys müssen komplett
ausgeschaltet sein. Ein Verstoss gegen die Hilfsmittelrichtlinien kann den Ausschluss von den Prüfungen zur
Folge haben!
1
2
Prüfungsordnung, Ausgabe 2011; in Kraft seit 1.7.2010
Wegleitung, Ausgabe 2011, S. 4
35
Erfolg an der mündlichen Prüfung:
Der 5-Punkte Plan für die Expertenprüfung
in Rechnungslegung und Controlling
Topmodern und repräsentativ:
Seminarräume an bester Lage
im pulsierenden Zürich
Bereits sind ein paar Monate vergangen, seit
die höhere Fachprüfung für Experten in Rechnungslegung und Controlling durchgeführt wurde. Und
schon beginnt der Prüfungszyklus von Neuem.
Thomas Zbinden gibt Tipps zur Vorbereitung.
Thomas Zbinden,
Fachvorstand
mündliche Prüfungen
der höheren
Fachprüfung der
Experten in Rechnungslegung und
Controlling
Prüfungsanmeldung, intensive Vorbereitung, Feinschliff: Angehende Experten in Rechnungslegung und Controlling bereiten sich nun – das Ende
ihrer anspruchsvollen Ausbildung
naht – gezielt auf die Schlussprüfungen vor. Neben den fünf schriftlichen
Prüfungsfächern sollten die Kandidaten auch dem mündlichen Examen
grosse Aufmerksamkeit schenken.
Der Grund: Nachdem die mündliche
Prüfung bei der Berufsprüfung im
Jahr 2011 weggefallen ist, haben wir
ihre Bedeutung im Rahmen der höheren Fachprüfung aufgewertet. So
fordern wir die Kandidaten in ihrer Rolle als Präsentatoren und Berichterstatter, was sie auf ihr späteres berufliches Umfeld vorbereitet.
Wie sich Prüfungsexperten vorbereiten
Unsere Experten halten es wie die Kandidaten: Sie bilden
sich für ihre Aufgabe jährlich weiter, um allen gleiche Prüfungsbedingungen zu garantieren. Erfahrungen aus den
letzten Prüfungen und Verbesserungspotential werden
besprochen und protokolliert. Weiter werden die Experten bezüglich Fragetechnik, Beurteilung und Benotung
geschult. Startschuss ist das Expertenseminar – die
Gelegenheit zum Austausch mit Co-Experten, zum
Auffrischen des eigenen Fachwissens und zum Notieren von Prüfungsfragen.
Ablauf der Prüfung
Die Prüfung besteht aus drei Teilen. Zunächst referiert
der Kandidat (min. 8, max. 12 Minuten). Die beiden
Experten können Anschlussfragen zum präsentierten
Thema stellen. Danach stellt jeder Experte individuelle
Fragen (12 bis 15 Minuten pro Experte).
Vorab bekommt der Kandidat 40 Minuten Zeit, um sich
aus drei zur Auswahl stehenden Themen auf das RefeDie mündliche Prüfung ist gemäss Prüfungsordnung
rat vorzubereiten. Dabei stehen ihm in einem Vorbeüber die höhere Fachprüfung der Experten in Rechreitungszimmer Folien, Papier, Vortragskärtchen, farnungslegung und Controlling 1 der sechste Prüfungsteil.
bige Schreiber und Notizpapier zur Verfügung. Visualizer, Whiteboard und Flipchart sind die Hilfsmittel für
Er dauert 40 Minuten und wird von zwei ausgewieseSuchen
Sie
einen
komfortablen
Schulungsraum
Interessiert?
Zögern
die Präsentation. Der Kandidat
darf sein persönliches
nen Fachexperten abgenommen, beurteilt und benotet
Schreibzeug verwenden.Sie
Weitere
Hilfsmittel
sind
nicht
(einfache Gewichtung
in der Gesamtwertung, nur ganmit modernsten
Kommunikationsmitteln
für
nicht
und
rufen
erlaubt (u.a. keine elektronischen Geräte, kein eigenes
ze und halbe Noten).
40 Personen? Oder ein repräsentatives SitzungsSie uns an: Telefon
Papier und keine Gesetze). Handys müssen komplett
zimmer für maximal 12 Personen?
+ 41 43
336
50 30
ausgeschaltet sein. Ein Verstoss
gegen
die HilfsmittelWas wird an den mündlichen Prüfungen geprüft?
richtlinien kann den Ausschluss von den Prüfungen zur
Folge haben!
Selbstverständlich geht es in diesem Fachgespräch
Im Gebäude
«Kaufleuten», an bester Lage mitten in Zürich, verums Fachwissen. Bewertet werden aber auch die
mietetHandlungsfähigkeit,
der veb.ch neudie
renovierte
und
sehr
komfortabel
ausgeveb.ch
gedankliche
Reife
sowie
die
geistige Beweglichkeit des Kandidaten. Dabei haben
stattete Räume. Ein grosszügiger Aufenthaltsraum und kostenTalacker 34
sich die Experten nicht nur auf den persönlichen Erfah1
Prüfungsordnung, Ausgabe 2011; in Kraft seit 1.7.2010
loser WLAN-Zugang
runden zu
das
Angebot2.ab. Ob ein 2einzelner
1262
rungsbereich des Kandidaten
beschränken
Wegleitung, Ausgabe 2011,Postfach
S. 4
Reglementarische Grundlagen
Tag oder eine längere Dauer: alles ist möglich.
36
8021 Zürich
Ausbildung
•
Weiterbildung
Poker-Face!
Ich höre immer wieder von Kandidaten, dass sie die
Experten nicht «lesen» können, weil die Experten ein
Poker-Face zeigen. Als Fachverantwortlicher halte ich
das für ein Kompliment an unsere Experten.
Der Grund: Stellen Sie sich die Verunsicherung der
Prüflinge vor, sollte ein Experte milde lächelnd sagen:
«Das steht so nicht im Gesetz.» oder «Lieber Kandidat,
das war falsch.» Und anders betrachtet: Die Kommentare «gut, richtig, korrekt» eines Experten könnten – irreführend für den Kandidaten – auch bedeuten: «Das ist
genug, gehen wir weiter, es war zwar nicht korrekt, aber
ich will den Kandidaten nicht weiter bemühen». Der
Kandidat hört jedoch immer nur «gut und richtig».
Wie also fühlen sich Kandidaten angesichts solcher
Rückmeldungen? Entweder sind sie völlig am Boden
zerstört, wenn sie aus dem Prüfungszimmer gehen
(«Mist, ich habe alles falsch gemacht und die Experten haben mir bei der Verabschiedung erst noch ‹Auf
Wiedersehen› gesagt!»). Oder sie denken unter Umständen fälschlicherweise: «Wow. Ich war wirklich gut.
Das gibt sicher eine super Note.» Solche Eindrücke
gilt es zu vermeiden. Daher sind die Experten darauf
sensibilisiert, nicht zu nicken, nicht zu lachen und nicht
die Stirne zu runzeln. Glauben Sie mir, es ist eine echte
Herausforderung, in der Prüfungssituation die Mimik zu
unterdrücken und nicht wertende Wörter zu verwenden. Und selbstverständlich bedeutet ein «Auf Wiedersehen» nicht, dass der Kandidat durchgefallen ist und
man ihn nächstes Jahr wieder an den Prüfungen sehen
wird. Den Experten sind nämlich – entgegen vieler Meinungen – weder die Gesamtnote noch die Noten der
schriftlichen Prüfungen bekannt.
Der 5-Punkte Plan
Je besser Sie wissen, was Sie erwartet, umso sicherer
können Sie auftreten. Bereiten Sie sich mit unserem
5-Punkte Plan optimal auf die mündliche Prüfung vor:
veb.ch sagt JA
zu Titeln wie Professional Bachelor/Master!
Dabei können wir uns auch auf eine kürzlich von
KV Schweiz bei mehr als 4000 Absolventinnen
und Absolventen der Höheren Berufsbildung im
kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Berufsfeld
durchgeführte Umfrage abstützen. Rund 87% erwarten von Professional Bachelor/Master eine
Stärkung im internationalen Vergleich, 43% befürworten sogar eine Einführung, 32% sind unentschlossen und nur 25% lehnen sie ab.
Einer der Vorteile: Gerade in grossen internationalen Unternehmen und Konzernen entscheiden bei
der Rekrutierung vermehrt HR-Leute – womöglich
in einem Service Center am Ende der Welt – über
die eingereichten Bewerbungen, ein eigentlicher
«Dossierhandel». Das muss schnell gehen, die
Leute haben keine Ahnung über das Schweizer Bildungssystem, werden auch nicht mehrseitige NQF
(Nationale Qualifikations Rahmen) lesen. Sie werden auf die Berufsbezeichnung und Ausbildung
schauen: Professional Bachelor (für Fachausweis)
und Professional Master (für Diplom).
1. Prüfungsumgebung und Vorbereitung
„
Sich mit den Örtlichkeiten vertraut machen (Vorbereitungs- und Prüfungszimmer, WC, Aufenthaltsraum);
„
Pass oder ID mitnehmen (ist im Vorbereitungszimmer vorzuzeigen);
„
Das Vorbereitungszimmer kann erst 5 Minuten vor
Beginn betreten werden. Ausser eigenes Schreibzeug sind keine Hilfsmittel erlaubt. Aktenkoffer,
Handtasche und alle persönlichen Sachen müssen
vor der Prüfung im Prüfungssekretariatszimmer
deponiert werden. Handys sind nicht erlaubt und
müssen komplett ausgeschaltet sein;
„
Persönliche Gegenstände müssen vor der Vorbereitung abgegeben werden.
In English, please!
Fachbegriffe verstehen und richtig anwenden
Montag, 10. November 2014
8.30 bis 12.30 Uhr
Ohne englische Fachbegriffe geht heute auch im Finanz- und Rechnungswesen nichts mehr. In diesem Kurs erhalten Sie praxisnahe
Erläuterungen anhand von englischen Jahresrechnungen und Geschäftsberichten. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.
Weitere Infos und Anmeldemöglichkeit auf www.veb.ch,
Aus- und Weiterbildung, House of Accounting
Ausbildung
•
Weiterbildung
Talacker 34
Postfach 1262, 8021 Zürich
Telefon 043 336 50 30
www.veb.ch, info@veb.ch
37
„
Im Vorbereitungs- und auch im Prüfungszimmer
wird Wasser angeboten;
„
Das Prüfungszimmer darf erst betreten werden,
wenn die Experten den Kandidaten hereinbitten.
2. Prüfungsablauf
„
Der Kandidat wird von den Experten vor der Türe
abgeholt und begrüsst;
„
Falls ein Supervisor oder jemand von der Prüfungskommission zu Gast ist, wird die Person von den
Experten vorgestellt. Der Supervisor/Gast nimmt
keinen Einfluss auf die Prüfung und Notengebung;
„
Der leitende Experte erläutert den Prüfungsablauf;
„
Referat, mindestens 8, maximal 12 Minuten;
„
Je Experte werden 12–15 Minuten Fachfragen zu
allen Gebieten des Prüfungsstoffes gestellt. Der
Übergang vom einen zum anderen Experten wird
klar signalisiert;
„
Die gesamte Prüfungszeit – ohne Vorbereitungszeit – dauert 40 Minuten;
„
Am Ende der Prüfung sind die Präsentation und
Notizen den Experten abzugeben;
„
Nachdem der Kandidat das Zimmer verlassen hat,
besprechen die Experten die Prüfung, beurteilen
und bewerten sie und setzen die Note. Das Nichteinhalten der Zeit des Referats von 8–12 Minuten
oder das Verfehlen des Themas werden in der Notengebung sanktioniert, da der Auftrag nicht eingehalten wurde;
„
Ein Prüfungsprotokoll wird erstellt.
3. Präsentationsablauf (Referat)
„
Der Kandidat kann sich kurz vorstellen;
„
Wahl zwischen Schriftsprache und Mundart. Während der Präsentation kann der Kandidat mit Pausen die Spannung erhöhen, oder er variiert mit der
Stimme – einmal lauter, einmal etwas leiser;
„
Blickkontakt zu den Experten. Ein Stift, der nicht
wegrollen kann, dient als Zeigeinstrument auf der
mit tel
Neu AK AD Lehr oks!
bo
xt
Te
auch als e-
Präsentation. Notizzettel in den Händen halten, damit die Hände «versorgt» sind;
„
Der Kandidat sollte darauf achten, dass der Vortrag
einen roten Faden hat und abgerundet ist;
„
Nach dem Referat können vom Haupt- und Co-Experten Anschlussfragen gestellt werden.
4. Präsentationstechnik
„
Ein Blatt ist ein Spickzettel. Weniger ist mehr!
„
Genug grosse Schrift;
„
Der Kandidat sollte mehrere Farben benutzen. Beispiel: Titel und Text mit unterschiedlichen Farben
schreiben. Wörter unterstreichen oder die wichtigen
Wörter mit GROSSBUCHSTABEN hervorheben;
„
Während der Präsentation kann der Kandidat mit
Pausen die Spannung erhöhen, oder er variiert mit
der Stimme – einmal lauter, einmal etwas leiser.
5. Zeitmessung für das Referat
„
Die Zeitmessung wird gestartet, nachdem sich der
Kandidat vorgestellt hat;
„
Der Kandidat sollte weder eine Küchenuhr noch
eine Eieruhr für die Zeitmessung verwenden. Das
Handy ist nicht erlaubt und muss komplett ausgeschaltet sein! Der Kandidat soll ganz simpel seine
Armbanduhr verwenden.
Dieser Artikel trägt dazu bei, dass Sie sich als Kandidatinnen und Kandidaten noch gezielter auf die mündliche
Prüfung vorbereiten können, die Prüfungen etwas entspannter und weniger nervös erleben und so leichter ihr
Bestes geben können.
Meine persönlichen Vorbereitungs-Tipps
Training, Training, Training
„
„Nennen Sie Beispiele, Beispiele, Beispiele
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Bleiben Sie authentisch
Die Schweizer Bildungsinstitution.
Effizient. Sicher. Individuell.
Laufend Lehrgangsstarts zu folgenden Ausbildungen:
Experte/Expertin Rechnungslegung und Controlling, Fachleute
Finanz- und Rechnungswesen, Sachbearbeiter/-in Rechnungswesen,
Sachbearbeiter/-in Finanzbuchhaltung
Besser richtig lernen. www.akad.ch/business
38
Ausbildung
•
Weiterbildung
Aus der Controller-Akademie
In jeder Ausgabe von r&c präsentieren wir Ihnen die
aktuellen Angebote der Controller Akademie. Details
zu diesen und allen weiteren Lehrgängen finden Sie
jederzeit unter www.controller-akademie.ch.
Intensivsemester: Praxisstudium
Chef/in Finanz- und Rechnungswesen
Qualifizieren Sie sich mit dem einsemestrigen Studium zum Chef bzw. zur
Chefin Finanzrechnungswesen. Voraussetzung: der Fachausweis oder
eine ähnliche Ausbildung. Sie erarbeiten sich in sieben Modulen (AbschlussHansueli von Gunten,
gestaltung/Jahresabschlussanalyse,
lic. und mag. rer. pol.
Steuerplanung/MWST/Zoll, RisikomaGeschäftsleiter der
nagement/IKS, Finanzierung/UnterController Akademie
AG in Zürich.
nehmensbewertung, Swiss GAAP FER,
Controlling und Führung) das nötige
Fachwissen für Ihre zukünftige Aufgabe in leitender Stellung. Jedes Modul kannen auch
einzeln gebucht werden. Start ist am 14. Oktober 2014.
Schon zum 15. Mal: Expertin/Experte
in Rechnungslegung und Controlling
Der gute Erfolg unserer Kandidaten und Kandidatinnen
hat sich herumgesprochen: Wir freuen uns, Ihnen bereits den 15. regulären Studiengang unserer Expertenausbildung anbieten zu dürfen. Immer beliebter ist auch
die Intensivklasse (Ausbildung in drei Semestern). Beide Studien beginnen am 19. Oktober 2014 mit einem
Kickoff-Seminar in Brunnen. Fachausweis-Inhaberinnen und Inhaber finden alle Details zur Ausbildung und
Anmeldung unter www.controller-akademie.ch.
Kein Weg führt daran vorbei: HRM 2
Die Weiterentwicklung des «Harmonisierten Rechnungsmodells» – obligatorisch für alle Schweizer Gemeinden und Kantone – stellt Entscheidungsträger,
Finanzverantwortliche und Kontrollorgane öffentlicher
Verwaltungen vor eine grosse Herausforderung. Was
zählt und wie gestaltet man die Einführung des neuen
Systems optimal? Umfassende Antworten gibt Ihnen
der 3-tägige Studiengang «Harmonisiertes Rechnungsmodell HRM 2». Ab 20. und 21. Oktober 2014 in Bern
und Zürich, präsentiert in Zusammenarbeit mit BDO.
Die Alternative zum Expertendiplom:
Modul-Studiengang Controlling
Wer mit dem Fachausweis im Finanz- und Rechnungswesen oder einer ähnlichen Ausbildung (noch) nicht die
Ausbildung
•
Weiterbildung
eidgenössisch diplomierte Expertenausbildung absolvieren möchte, findet im Modul-Studiengang Controlling
eine ganz auf die Praxis ausgerichtete Alternative. Ihr
Studium umfasst sechs Module (je 7 Lektionen). Jedes
Modul kann freiwillig mit einer Prüfung abgeschlossen
werden.
Inhaltlich sind die Module – jedes kann auch einzeln
besucht werden – klar voneinander abgegrenzt. Es
geht ausschliesslich ums Controlling. Ein Semester, ab
22. Oktober 2014.
Gezielte Spezialisierung:
Credit (Debitoren) Management
In Kooperation mit dem Verein für Credit Management
bieten wir ab 30. Oktober 2014 zum zweiten Mal diese
Ausbildung, mit der Sie sich Kompetenz als Fachperson im Debitorenmanagement erarbeiten. In 8 Halbtagen (freiwillige Abschlussprüfung) machen Sie sich
vertraut mit allen Prozessen rund um die Entstehung
und Bearbeitung von Kundenforderungen – von der
Bonitätsprüfung und -überwachung (frühe Erkennung
von möglichen Zahlungsausfällen) bis hin zum Mahnwesen und zur Realisierung von Forderungen.
Was tut sich international? IFRS Update
Am 28. und 29. Oktober 2014 laden wir in Kooperation
mit EY erneut zu unserem weitherum geschätzten IFRS
Update ein. Jeder Tag kann auch einzeln gebucht werden. Wie immer berichten Praktiker über aktuelle Neuerungen und ihre Erfahrungen mit IFRS im Tagegeschäft.
Immer aktuell: Excel
Alle Daten unserer beliebten Kurse Excel für Controller,
Buchhalter und Treuhänder (jetzt mit Excel 2010) bis
Ende 2014 sind jetzt buchbar. In jedem der fünf verschiedenen Kurse gibt es derzeit noch freie Plätze. Für
weitere Infos: www.controller-akademie.ch.
Für Details und das gesamte Programm:
www.controller-akademie.ch
39
Internationale Weiterbildung:
European Management Accountant (EMA®)
Wer sich ganz bewusst als europäisch
ausgerichtete Fachperson ausweisen möchte,
plant möglicherweise eine Weiterbildung zum
European Management Accountant (EMA®).
Mehr dazu in der folgenden Publireportage der
EMAA (European Management Accountants
Association) oder auf www.emaa.de.
Ihre Chance
Als European Management Accountant® sind Sie in national sowie europäisch ausgerichteten Unternehmen
als Spezialist für internationale Rechnungslegung gefragt. Sie unterstützen die Geschäftsleitung oder das
Management bei der Vorbereitung von Entscheidungen
und setzen auch grenzüberschreitende Projekte um.
Dabei verfügen Sie vielfach über einen grossen Handlungs- und Entscheidungsfreiraum, in dem Sie Ihre abwechslungsreichen Aufgaben frei gestalten können.
Mit Ihrer europäischen Qualifikation EMA® verfügen Sie
über grundlegendes, europaweit ausgelegtes Fachwissen und mehrjährige Berufserfahrung in «cross-borderThemen». Mit diesem Wissen können Sie in- und ausländische Unternehmensvorgänge besser und schneller abwickeln.
Sie übernehmen Verantwortung
Die Qualifikation zum European Management Accountant® eignet sich vor allem dann, wenn Sie bisher im
kaufmännischen Bereich als Inhaber des Fachausweises im Finanz- und Rechnungswesen, Bilanzbuchhalter, Controller oder als Betriebswirt mit Aufgabenschwerpunkt Rechnungswesen tätig waren. Sie planen
den Aufstieg in eine führende Position oder streben in
Ihrer Managementfunktion anspruchsvollere Aufgaben
im Unternehmen mit europäischer Ausrichtung an. Mit
dieser Qualifikation EMA® eröffnen Sie sich aussergewöhnliche berufliche Perspektiven in Europa, die sowohl höhere finanzielle Mittel mit sich bringen, als auch
den Status im globalen Berufsleben steigern.
Sie verfügen über eine zukunftsorientierte
Qualifikation
Europa ist ein starker Wirtschaftsraum. Unternehmen
müssen sich mit den länderspezifischen Wirtschafts-
40
systemen und den rechtlichen Regelungen in Europa
auseinandersetzen. Folglich werden qualifizierte Personen gesucht, welche über die umfassende theoretische
und praktische Weiterbildung und Top-Qualifikation
EMA® verfügen. Die Wirtschaft im In-/ und Ausland wird
diesem Qualitätssiegel vertrauen, indem die Einhaltung
der Weiterbildungsverpflichtung durch die EMA® garantiert ist.
Das ist Ihr Erfolg als European Management
Accountant EMA®
Mit Ihrer Top-Qualifikation zum EMA® sind Sie bestens
gerüstet, um Ihr Wissen karriere- und geschäftsfördernd
global einzusetzen. Sie schaffen sich neue Möglichkeiten und Perspektiven und verfügen über die Kenntnisse
und Fähigkeiten, die heute am in- und ausländischen
Markt verlangt werden.
Ausbildung
•
Weiterbildung
EMA® – auf einen Blick
Zielgruppe
Inhaber des Fachausweises im Finanz- und Rechnungswesen, des Diploms Experte in Rechnungslegung und
Controlling, Controller, Betriebswirte und gleichwertige
Qualifikationen mit Schwerpunkt Rechnungswesen, die
eine verantwortungsvolle und vielseitige Tätigkeit anstreben, in der sie ihr national/international geprägtes
Wissen einbringen können und zugleich eine tragende
Stütze der Unternehmen sind.
Anerkennungsvoraussetzungen
Fachausweis im Finanz- und Rechnungswesen oder
Diplom Experte in Rechnungslegung und Controlling
oder eine gleichwertige Qualifikation, welche den
EMA®-Richtlinien in der Fassung vom 22.11.2009 entspricht, ist nachzuweisen. Gute Fremdsprachenkenntnisse in einer wichtigen Sprache der EU.
Weiterbildungsverpflichtung
Der EMA® verpflichtet sich, zur regelmässigen Weiterbildung in nationalen und internationalen Themen im Ausmass von 60 Lehreinheiten je 45 Min. (LE) innerhalb von
zwei Jahren. Die Weiterbildungsmassnahmen müssen
von der EMAA als solche anerkannt sein. Ein Nachweis
über die Weiterbildung ist zu erbringen.
Zertifikat
Die EMA®-Urkunde wird durch die European Management Accountants Association e.V., D-Bonn vergeben.
Die Vergabe erfolgt ausschliesslich nach Erfüllung der
Anerkennungsvoraussetzung, welche den EMA®-Richtlinien in der Fassung vom 22.11.2009 entspricht sowie Vorlage des unterschriebenen Erstantrags auf
Verleihung der Bezeichnung «European Management
Accountant® (EMA)». Bei Nichterfüllung der Weiter-
«Er ist in Europa anerkannt.»
«Mit dem Titel EMA kann man in ganz Europa
oder auch in anderen Staaten im Internationalen
Finanzmanagement tätig werden und kann die
Chancen der eigenen Karriere verbessern.»
«Ich erwarte von diesem Titel, der mit einer
Weiterbildungsverpflichtung versehen ist, eine
hohe Akzeptanz bei den Unternehmen.»
bildungsverpflichtung hat dies den Verlust der Qualifikation EMA® zur Folge.
Gebühren
Für die Verleihung der Bezeichnung «European Management Accountant®» sowie das Nutzungsrecht für
die Wort-Bildmarke (EMA®) wird in den ersten zwei
Jahren und für die Bearbeitung eines Antrages auf weitere Anerkennung in den zwei Jahren der Verlängerung,
eine Gebühr von EUR 88.00 pro Jahr erhoben. Die
Gebühr reduziert sich um 50% auf EUR 44.00 für Mitglieder des veb.ch. Für die Bearbeitung eines Antrages
auf Aufnahme in die «European Management Accountant®»-Liste wird eine einmalige Gebühr von EUR 25.00
erhoben. Details: http://www.emaa.de/239.0.html
«Die immer grössere Gewichtung der
Internationalität des Accountings herauszustellen.»
«Einheitliche Berufsbezeichnung und damit
das Arbeiten innerhalb der EU (vor allem AT, D, I)
erleichtert wird.»
«Ich habe den EMA beantragt, um Dritten
eine Referenz geben zu können, die
die entsprechende Kompetenz auch auf
europäischer Ebene nachweist.»
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Weitere Informationen erhalten Sie bei der
European Management Accountants Association e.V.
Am Propsthof 15 – 17, D-53121 Bonn
Tel. +49 (0) 228 / 96393 18, Fax +49 (0) 228 / 96393 14
kontakt@emaa.de oder unter http://www.emaa.de/239.0.html
Ausbildung
•
Weiterbildung
41
«Wir Schweizer sind nicht genügend stolz auf
unser Land. Wir haben so viele Fähigkeiten.»
Interview mit Joseph Catalano
In unserer Reihe «Persönlich» stellen wir Ihnen
heute Joseph Catalano vor, selbstständiger
Consultant und Präsident von Swisco, dem
Westschweizer «Chambre des Experts en Finance
et en Controlling». Swisco ist der Verband für
Fachleute im Rechnungswesen und Controlling
in der französischen Schweiz. Das Interview führte
Herbert Mattle.
Joseph Catalano, Sie haben eine
kurvenreiche Karriere erlebt. Wo
fangen wir an?
Nun, geboren wurde ich am 1. April
1968…
Joseph Catalano,
Präsident Swisco,
Westschweizer
«Chambre des
Experts en Finance
et en Controlling»
Ah, ein aufmüpfiger 68er.
Ja, ich bin manchmal schon ein Revoluzzer, wie ein Kind. Man muss immer ein Kind bleiben, um träumen zu
können. Das ist wichtig, um die eigene Zukunft zu erschaffen.
Dann nehmen wir das als Ausgangspunkt: Wovon träumen Sie in
Ihrer Rolle als Swisco-Präsident?
Ich will Swisco stärken, wir brauchen mehr Präsenz
innerhalb der Westschweiz und laufende Kooperation,
zum Beispiel mit veb.ch. Ich möchte mit Swisco die
Ausbildung in unserer Branche attraktiver präsentieren.
Ich will, dass wir in der Romandie die Nummer 1 für die
Ausbildung im Rechnungswesen, Controlling und Treuhand werden.
Und was tun Sie dafür?
Ich arbeite zu viel. Verstehen Sie mich recht: Ich sorge
natürlich für Freizeit! Reiten, Fitnesstraining. Aber dabei denke ich viel nach, und die Arbeit spielt da meist
mit. Ich gehe neue Business-Ideen durch. Ich plane für
Swisco.
Mit welchem beruflichen Hintergrund, welcher Ausbildung?
Ich habe das Kollegium St. Michael in Freiburg, eine
Höhere Handelsschule besucht. Danach schrieb ich
42
37 Bewerbungen. Nur Absagen. Also begann ich
1986 eine Ausbildung, eine Lehre bei der SBB. Einen
Monat lang habe ich das ausgehalten. Das System
war mir zu statisch. Also schrieb ich weiter Bewerbungen und hatte Glück: Ich bekam eine Stelle als Lohnverantwortlicher in einer Bauunternehmung. Das war der
Ausgangspunkt für meine weitere berufliche Entwicklung.
Wie das?
Der dortige Buchhalter wollte den Fachausweis machen. Sein Chef war dagegen, aber ich wurde so auf
diese Option aufmerksam und entschied mich für diese
Ausbildung. Dazu war ein Stellenwechsel notwendig.
Also ging ich 1989 zu Zschokke, wo ich die administrative Verantwortung für den Bau der N16 übernahm. Ich
lernte viel und absolvierte in dieser Zeit den grössten
Teil meines Fachausweis-Studiums. Aber mir war klar:
Hier lernst Du nicht genug über Finanzbuchhaltung.
Wieder brauchte ich eine neue Stelle. Damals suchte
die Nordmann AG einen Finanzchef. Man fragte mich:
«Kannst Du das? Kannst Du Deutsch?» Ich konnte –
und war bei Nordmann in der Folgezeit unter anderem Pensionskassenbuchhalter. Ich erledigte auch die
Steuererklärungen, inklusive einige der privaten der Besitzerfamilie.
Sind Sie sehr ehrgeizig?
Ja.
Keine Angst, in einem Job auch Aufgaben zu übernehmen, die Sie noch nicht können?
Non! Ich hatte immer den Willen, meine Ziele zu erreichen. Ich habe vom Vater das Motto «Ich kann das»
übernommen.
Persönlich
Ihr Vater war Italiener. Was haben Sie von der italienischen Lebensart in sich?
Ich lache gerne, zeige meine Emotionen, rede mit den
Leuten und diskutiere.
Und wie ist es mit den Schweizer Eigenarten?
Ich bin in manchen Dingen mehr Deutschschweizer als
Romand. Ich mag Ordnung und Pünktlichkeit und Entwicklung. Die Aargauer, Zürcher und Basler haben da
eine sehr offene Mentalität. … Wissen Sie, wir Schweizer sind nicht genügend stolz auf unser Land, auf unsere Fähigkeiten.
Apropos Leistung: Haben Sie den Fachausweis dann
noch abgeschlossen?
Natürlich! Und bei Nordmann sagte man mir dazu
noch: «Schmiede das Eisen, solange es heiss ist!»
Also habe ich in Freiburg sofort mit der Ausbildung zum
Diplom begonnen.
Alles immer parallel zur Arbeit bei Nordmann?
Parallel zur Arbeit: ja. Parallel zu Nordmann: nein. Ich
wechselte zu ILFORD, als Leiter der Betriebsbuchhaltung. Damals, 1993, hatte das Unternehmen 600 Leute. Dann sollte ich den Finanzchef, einen Amerikaner,
ersetzen. Prima, ich wollte US GAAP eh besser kennenlernen. Ich reiste viel nach England und Frankreich.
Dann kamen neue Aktionäre. Der Dollar sank. Der Franken war stark. Das Unternehmen hatte Schwierigkeiten.
Aber gerade dann braucht man tatkräftige Manager.
Ich lernte viel! Allerdings… 1996, drei Jahre Ausbildung,
Diplom noch nicht gemacht… ich wollte Ferien nehmen, um endlich die Prüfung abzulegen. Ein neuer Chef
aus England sagte mir: Lass das sein. Das kam für mich
nicht in Frage. Ich ging und nahm mir sieben Monate frei
fürs Diplom.
Gut abgeschlossen? Und was kam danach?
Ich war sehr zufrieden und nahm eine Stelle bei einem
internationalen Sportartikelhersteller an. Es ging ums
Implementieren von SAP, um Konsolidierung, um Strukturänderungen – weniger amerikanischer Surfer-Style
und mehr Knochenarbeit. Die Schweizer Manager fanden das gut. Die Amis nicht. Aber ich lernte in dieser
Zeit viel über Derivative, Futures, Warrants und erlebte
einen Management Buy Out.
Stieg der Lohn nach dem Diplom?
Nach jedem Wechsel um 20 bis 30%. Aber mehr Lohn
heisst auch mehr berufliches Risiko! Und es gilt, klare
Entscheidungen zu treffen. Das musste ich an dieser
damaligen Stelle in meinem eigenen Interesse beherzigen. Ich sollte etwas die Bilanz «beschönigen». Sagen wir es so: Sie haben dann einen anderen dafür
gefunden. Ich ging einmal mehr. Und erlebte ähnlich
Niederschmetterndes beim nächsten Arbeitgeber.
Schon nach drei Monaten konnte ich mich nicht mehr
im Spiegel anschauen. Mein Selbstbewusstsein war am
Persönlich
Boden, denn ein dortiger Wirtschaftsprüfer gab mir das
Gefühl, dass ich alles falsch machte. Ich fühlte mich als
absolute Null. Bis dann Revisoren ins Haus kamen und
ich endlich bestätigt wurde: Meine Geldflussrechnung
war korrekt, die des Wirtschaftsprüfers falsch.
Und wieder ein Stellenwechsel?
Das ging noch fünf Jahre in zwei verschiedenen Firmen
(IT und Trade Finance) in diesem Rhythmus und dieser
Art weiter – bis 2005! Ich sagte mir: «Für Dein CV ist das
gar nicht gut.» Ich wollte endlich einmal länger an einem
Ort bleiben. Verschiedene Headhunter empfahlen mir
die Selbstständigkeit.
Gesagt, getan?
Jawohl. Ich gründete «Expertise & Finance Sàrl» und
bin damit seit 10 Jahren sehr erfolgreich und zwar
ausschliesslich als Consultant. Ich bin Berater, nicht
Treuhänder. Mein erster Kunde kam aus der Luxusuhren-Branche im Jura. Meine Leistung dort – Problemlösungen in der IT, Strukturierung der Betriebsbuchhaltung etc. – sprach sich herum und so bekam ich mit
der Zeit bei anderen Unternehmen und Branchen die
Gelegenheit, Fusionen, Steuern, Due Diligence-Aufgaben, Legales, Administration und mehr zu betreuen.
Wenn jemand ein Unternehmen kaufen möchte, berate
ich. Und ich arbeite auch als Mittelsmann zwischen einer Stiftung und dem Kanton Waadt. So oder so halte
ich immer die Augen offen und bleibe aktiv im Markt –
mittlerweile auch im Tessin. Mein Motto ist aber immer,
nicht zu viel zu versprechen. Kurz: Ich bin seit 10 Jahren
in meiner beruflichen Welt glücklich und das ist gut so.
Gehen wir zu Ihrer Rolle als Dozent.
Ich unterrichte seit 1996 – in Freiburg, Neuenburg und
heute auch im Jura. Ich finde, man muss sein Wissen
immer aktuell halten. Ich bin daher sehr gerne Dozent
in verschiedenen Fächern und zwar für den Fachausweis und für das Diplom. Seit 2007 unterrichte ich auch
an der Fachhochschule Genf. Das ist spannend, denn
dort pflegt man eine andere Perspektive als bei den berufsbegleitenden Ausbildungen – allerdings ist sie nicht
immer optimal.
Wieso das?
Ich habe mit angehenden Genfer Bachelors einen Test
gemacht und dafür zwei Stunden Zeit gegeben. Den
genau gleichen Test mussten meine Fachausweis-Studenten in einer Stunde absolvieren, also in der halben
Zeit. Trotzdem waren die Fachausweis-Kandidaten
40% erfolgreicher als die Hochschüler...
Das lassen wir hier unkommentiert. Erzählen Sie uns
bitte noch etwas mehr von Swisco.
Ich bin seit 2002 dabei und seit 2005 amte ich als
Präsident. Als ich dazu kam, war den damaligen – wenigen – Mitgliedern völlig klar: Wir müssen unbedingt
etwas ändern, um populärer zu werden.
43
Was hat sich denn in den letzten zehn Jahren getan?
Vieles. Wir haben mehr Mitglieder, mehr Geld und sind bekannter geworden. Auch der
Zusammenhalt wächst, denn
wir sind nicht mehr in verschiedene politische Lager gespalten.
Das liegt vielleicht auch daran,
dass die Mitglieder im Schnitt
jünger werden. Im Moment
wünsche ich mir vor allem, dass
unsere Mitglieder die Chance
nutzen, sich mehr einzubringen.
Jeder Vorstand braucht aktive
Leute.
Wie geht es mit Swisco weiter?
Wir haben den Verband geöffnet und heissen auch
Treuhänder und Wirtschaftsprüfer willkommen. Wir
möchten, dass unsere bestehenden und diese neuen
Mitglieder bei uns ein Aus- und Weiterbildungsangebot finden, dass sie gerne nützen, weil es ihnen etwas
bringt! Ich habe kein Interesse an Hickhack in der Verbandspolitik sondern an guten Lehrgängen und erstklassigen Seminaren!
Dazu eine etwas heikle Frage: Warum haben die Romands bei den letzten Prüfungen enttäuscht?
Erstens kommen in manchen Kantonen nicht wenige
Kandidaten vom RAV. Sie sind vielleicht nicht so motiviert. Es ist auch nicht gut, wenn Dozenten nur Dozenten und keine Praktiker sind. Sie verlieren dadurch oft
den Bezug zur Aktualität. Dieses Problem haben wir an
manchen Schulen. Und diese Alteingesessenen mögen
es nicht, wenn neue, junge Leute kommen. Aber zum
Glück tut sich da endlich etwas! Es gibt jetzt vermehrt
neue Kräfte als Dozenten. Leute mit Praxiserfahrung.
Das war unbedingt nötig. Dritter Punkt: die Lehrmittel.
Es fehlen in vielen Bereichen noch gute Übersetzungen
und mehr Koordination zwischen der Deutschschweiz
und der Romandie.
Was unternimmt Swisco?
Wir haben verschiedene Ausbildungsstätten besucht.
Diese Schulen wollen ganz klar die Qualität steigern.
Wir kümmern uns nun verstärkt um Koordination, Lehrbücher, Ausbildungsstandards und Lehrkräfte. Was
schief gehen kann, erleben wir dabei auch: die Swisco
Academy als gemeinsame Grundausbildung für Fachpersonen im Treuhand- und Finanzbereich zerbrach,
weil einer unsere Ausbildungspartner durch die Abspaltung einer ganzen Gruppe von Leuten enorm in seiner
Leistungskraft geschwächt wurde.
Was tun?
Ein kluger Mann macht neue Fehler und nur der dumme
Mensch immer wieder die gleichen! Wir gehen das jetzt
44
anders an, diskutieren vermehrt national. KV Schweiz,
veb.ch, die Controller Akademie als Kooperations-Partner, neue Dozenten, der Kauf der Aktiven unseres geschwächten Partners, die Gründung einer starken Aktiengesellschaft – getragen von Swisco, der Controller
Akademie und dem KV Schweiz…
Grosse Dynamik! Haben Sie denn auch Wünsche an
veb.ch?
Wir schätzen die bisherige Zusammenarbeit und würden sie gerne noch ausbauen. Es wäre zudem schön,
veb.ch-Publikationen auch in französischer Sprache zu
erhalten. Mein Ziel ist es natürlich, dass Swisco und
veb.ch sich in ihrer Arbeit gegenseitig bereichern können.
Wenn heute Nacht eine Fee zu Ihnen kommt und sagt:
«Du hast drei Wünsche für Dich selbst frei!» Was darf
es denn sein?
Ich wünsche mir Gesundheit, Zufriedenheit für meine
Familie und mich und dass ich weiterhin das machen
darf, was mir gefällt.
Tun, was Ihnen gefällt. Beruflich haben sie das erreicht. Was mögen Sie privat?
Tauchen! Reiten und Tauchen. Beide Sportarten verlangen innere Ruhe und Präsenz. Angst und Nervosität muss ich dabei ablegen, sonst passieren Unfälle.
Es ist dabei auch gut, Bescheidenheit zu lernen. Es
war schon etwas komisch, in einer Gruppe 10-jähriger
Mädchen zu einem Wissenstest übers Reiten anzutreten. Aber ob es meine Familie, meinen Beruf oder mich
persönlich beim Reittest betrifft: Jeder Tag ist der erste
Tag vom Rest meines Lebens. Ich geniesse daher bewusst, was ich erlebe und erreicht habe. Und so gibt es
in meinem Keller heute nur guten Wein. Aber ich weiss
noch genau, wie es war, mit 2000 Franken im Monat zu
leben. Ich vergesse nie, woher ich gekommen bin.
Herzlichen Dank, Joseph Catalano, für diesen offenen und spannenden Einblick in Ihr Leben.
Persönlich
Plan comptable suisse PME et chiffres-clés
De nombreuses questions ont été posées à l’adresse
kontenrahmen@veb.ch. Elles portent sur différents domaines. J’aimerais prendre position sur un thème très
intéressant qui nous a été soumis, lequel porte sur la
structure du bilan et les conséquences sur l’évaluation
du bilan qui y sont liées:
«Selon la structure du nouveau plan comptable, les actifs de régularisation se trouvent désormais tout à la fin
des actifs circulants, alors qu’ils se trouvaient auparavant sous la rubrique des créances. Cette modification
a-t-elle une influence sur le calcul des ratios de liquidités? Ces actifs de régularisation ne feraient à mon avis
plus partie des éléments pour la détermination du degré
de liquidités II: ([liquidités + créances]/fonds étrangers
à court terme). Selon le CO, la classification des actifs
s’effectue selon leur degré de disponibilité: le nouveau
bilan présente une disponibilité de ces actifs de régulation plus longue que les stocks! Nous ne devrions donc
les retrouver que lors de la détermination du degré de
liquidités III puisque l’ensemble des actifs circulants est
pris en compte».
Réponse:
Le législateur a prévu non seulement une structure minimale du bilan et du compte de résultat, mais il indique
également l’ordre dans lequel les positions seront pré-
sentées. L’ouvrage présenté succinctement ci-dessous
s’y tient scrupuleusement.
J’attire en outre l’attention sur le fait que le plan comptable suisse PME de 1996 présentait déjà les «actifs
transitoires» sous la rubrique 130, à savoir à la fin des
actifs circulants. Les modifications apportées en 1996
n’avaient qu’un but conceptuel; les termes «actifs transitoires» et «passifs transitoires» ne sont plus utilisés.
En Suisse, nous avons pris l’habitude d’utiliser les
comptes d’actifs et de passifs transitoires (aujourd’hui
comptes de régularisation) et les comptes de charges/
produits payés/reçus d’avance. Ces deux ajustements
sont, pour nous, considérés comme une délimitation dans le temps. En Allemagne, par contre, seuls les
comptes d’actifs et de passifs de régularisation sont
utilisés pour la délimitation périodique. Les autres ajustements sont portés dans les comptes de créances ou
de dettes.
Dans ce contexte, il est primordial d’évaluer les entrées
ou les sorties de trésorerie. En ce qui concerne les transitoires, les mouvements de trésorerie ont déjà eu lieu,
alors que pour l’anticipation des charges/produits, ces
mouvements n’interviendront que plus tard. La structure du bilan définie par le code commercial allemand
Plan comptable PME suisse: La référence
Le must pour toutes les PME: l’ouvrage de référence de la comptabilité en Suisse qui tient compte du nouveau
droit comptable et de l’évolution de la branche durant ces 17 dernières années !
Les exigences toujours croissantes dans le domaine de la finance ainsi que les exigences légales en matière de
comptabilité ont nécessité une refonte complète de l’ouvrage «Schweizer Kontenrahmen KMU», paru la première
fois en 1947, ce d’autant plus que la dernière mise à jour de la comptabilité en Suisse date de 1996, édition plus
connue sous le nom de «Käfer».
L’entrée en vigueur du nouveau droit comptable au 1er janvier 2013 ainsi que l’acquisition par veb.ch des droits liés
au plan comptable de l’USAM ont permis une refonte totale de la littérature dans ce domaine. Un team d’auteurs
s’y est attelé: Herbert Mattle, Markus Helbling et Walter Sterchi – tous trois praticiens confirmés et titulaires du
diplôme d’expert en finance et en controlling.
Cet ouvrage a en outre été traduit dans les
autres langues nationales et est dès lors
disponible en allemand, en français ainsi
qu’en italien.
Renseignements complémentaires sur
http://veb.ch/kontenrahmen_kmu.html
Swisco
45
prévoit que les postes d’ajustement du bilan ne font pas
partie des actifs circulants. Ce code ne fait par ailleurs
mention que des «Rechnungsabgrenzungsposten»,
qu’ils soient à l’actif ou au passif.
La comparaison entre la Suisse et l’Allemagne est sur
ce point également intéressante! Les auteurs suisses
font généralement mention de «fonds étrangers à court
terme», alors que leurs homologues allemands parlent
plutôt d’ «engagements à court terme». Je dois à ce
titre relever la pertinence de l’ouvrage paru dans les
années 70, «Statistik – Instrument der Betriebsführung», dans lequel les auteurs, Messieurs Hunziker et
Scheerer, faisaient déjà mention de «dettes à court
terme».
En raison des importants écarts entre les différents
secteurs d’activité, la plus grande prudence est requise
dans l’interprétation des degrés de liquidités I à III (cash,
quick et current ratios). Les données proviennent de la
situation à une date précise et sont de ce fait très aléatoires (notamment lorsque l’année comptable correspond à l’année civile). Le bilan peut de plus faire l’objet
d’ajustements lors du bouclement des comptes. En outre se pose la problématique des évaluations (monnaies
étrangères, ducroire, stocks ou autres prestations non
facturées), des réserves latentes ainsi que et de l’ignorance de la date des échéances précises. Les degrés
de liquidité ne sont de ce fait intéressants que par comparaison avec les exercices précédents. La détermination de ces ratios est de ce fait indépendante de la
méthode «imprécise» de calcul, en raison de l’influence
minime des «actifs transitoires» sur ces chiffres-clés.
Bestellen Sie den
Ethik-Kodex kostenlos
auf www.veb.ch,
Publikationen, Bestellformular oder per
E-Mail an info@veb.ch.
veb.ch
Talacker 34
Postfach 1262 I 8021 Zürich
Telefon 043 336 50 30
Fax 043 336 50 33
info@veb.ch I www.veb.ch
46
En finalité: Le plus judicieux serait de ne pas porter les
opérations effectués par anticipation dans les comptes
d’ajustement du bilan, mais de les enregistrer dans les
créances ou les dettes, ainsi que d’ignorer dans l’analyse du bilan les autres «vrais» transitoires. En pratique,
les «actifs transitoires» peuvent également n’être pris en
compte que pour la détermination du degré de liquidités III; d’une part, leur influence n’en sera que minime
et d’autre part, cela facilitera grandement leur détermination par les programmes établissant automatiquement ces analyses.
Enfin, il y aurait également lieu de corriger les acomptes
versés! Ces derniers mouvements de trésorerie ne figurent en effet pas sous les liquidités mais dans les stocks
ou dans les biens d’équipement.
Force est de constater qu’une fois de plus la comptabilité et la finance ne sont pas une science exacte; à
savoir ni exacte dans le sens de «juste» ou «faux», ni
science dans le sens de l’artisanat!
Herbert Mattle, expert dipl. en finance et en controlling,
expert réviseur agréé.
Swisco
Netflix-Start in der Schweiz mit Hindernissen
Für Musik sind Streaming-Dienste wie Spotify
mittlerweile weit verbreitet und mit einigen
Ausnahmen auch für Künstler und Plattenfirmen
ein scheinbar gangbarer Weg.
Für rund zehn bis fünfzehn Franken
pro Monat können Nutzer solcher
Dienste auf einen riesigen Musikkatalog zugreifen und unbegrenzt je
nach Lust und Laune ganze Alben,
einzelne Titel oder Playlists von anderen Nutzern anhören. Die Musik wird
nicht mehr gekauft, gehört aber auch
nicht dem Nutzer. Zugriff gibt es nur
Tobias Kilchör
solange, wie man beim Dienst abonGeschäftsführer
niert bleibt. Nach der ersten digitalen
mezzo|media GmbH,
Musikrevolution, als Apple über iTuMürren
nes das Kaufen von digitalen Songs
stark vereinfachte ist dies nun die
zweite Revolution der Branche. Die Hoffnung war beide
Male dieselbe: Ein Angebot, um die illegalen Downloads
zu reduzieren. Künstler und Plattenfirmen können damit
ihre Musik mit einem für Nutzer einfachen System zahlungspflichtig anbieten, zugeschnitten auf das Konsumverhalten im Netz.
Erwarteter Erfolg
Mit Netflix kommt nun der nächste grosse Wurf,
nämlich im Bereich Filme. Ähnlich wie die Musikdienste bietet Netflix für ein monatliches Abonnement Zugriff auf Filme und TV-Serien. Mitte September soll der in den USA bereits erfolgreiche Dienst
nun auch in vielen Ländern Europas starten, darunter die Schweiz. Der Erfolg scheint programmiert: In
den USA hat Netflix mittlerweile fast 40 Millionen zahlende Kunden. Die Expansion von Netflix nach Europa wird
sehnlichst erwartet. Mit einem geschätzten Preis von
zehn bis fünfzehn Franken, analog zu den Musik-Streaming-Diensten, kostet ein monatliches Abo gerade mal
soviel wie die Miete von zwei Filmen bei Swisscom, Cablecom und ähnlichen Anbietern.
Ohne Eigenproduktion «House of Cards»?
Dass mit Netflix nun ein goldenes Zeitalter für digital affine Film- und Serienfans beginnt, muss aber bereits vor
dem Start stark bezweifelt werden. Denn die Situation
vebmedia
Netflix ist auf vielen Abspielgeräten wie Smartphones und
Tablets verfügbar. Der Dienst soll Mitte September auch in
der Schweiz starten.
Bild: Netflix, Inc.
von Filmrechten ist noch viel komplizierter als in der Musikbranche. Es ist deshalb zu befürchten, dass auch auf
Netflix nicht alle Filme und Serien vorhanden sein werden. Die bekannten kundenunfreundlichen Regelungen
aus dem DVD-Zeitalter (Stichwort Regionalcodes) ist
auf den digitalen Markt vererbt worden. So gibt es laut
einem Artikel von Spiegel Redaktor Christian Stöcker
heute «transatlantische Kuriositäten», dass zum Beispiel Netflix in den Niederlanden die Krimiserie «Fargo»
zeigen darf, in den USA aber nicht, weil die Serie von
einem anderen Sender gezeigt und damit «besetzt» ist.
Auch gibt es Gerüchte, dass in der Schweiz die erfolgreiche Netflix-Eigenproduktion «House of Cards» nicht
im Angebot sein wird, auch dies aus Rechte-Gründen.
Stöcker zieht deshalb auch den Schluss, dass die existierende komplexe Situation darauf hindeutet, dass die
Filmbranche nicht aus den Fehlern der Musikbranche
gelernt habe, nämlich ein erschöpfendes, legales Angebot bereitzustellen und auf das Nutzer- und Konsumverhalten im Netz zu reagieren. Dass es von der
Branche offenbar kein Bemühen gebe, um die Situation
für Nutzer einfacher zu gestalten stehe im deutlichen
Gegensatz zum grossen Aufwand, der die Branche
nach wie vor betreibe, um juristisch und in Form von
Lobby-Aktivitäten gegen Piraterie im Netz vorzugehen.
47
Google ist weder gut noch böse
Ist Google AdWords eine reine Geldmaschine
für das Mega-Unternehmen oder eine sinnvolle
Form des Marketings für Ihr Unternehmen? Lukas
Nauer ist mit dieser Frage täglich konfrontiert.
Hier sein Bericht.
Lukas Nauer
Geschäftsführer
netpulse AG
Nach dem kosmischen Gesetz versteht das Universum weder Gut noch
Böse, sondern es reagiert auf das,
was wir im Innersten beabsichtigen.
Nun lautet Google’s inoffizielles Motto, definiert von den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin
«Sei nicht böse». Nur ein Lippenbekenntnis und im Hintergrund beabsichtigt Google Böses? Gehen wir
dieser Frage am Beispiel des Marketing-Werkzeugs AdWords nach.
Manche sagen, es funktioniert nicht
und kostet zu viel
Ab und zu nehmen unsere potentiellen Kunden vor
einer Buchung von AdWords Rücksprache mit ihren
Buchhaltern. Diese raten – budgetbewusst wie sie
sind – eher ab und der Kunde verzichtet auf seine
Buchung. Wo der Buchhalter natürlich recht hat:
Google will Ihr Geld. Andererseits…
Googeln Sie selber auch? Eben. Jede und jeder tut es. Wieso sollte dann ein Unternehmer
mit Auftragsmangel und Liquiditätsproblemen
nicht durch geschickte Online-Präsenz dafür sorgen, dass seine Auftragsbücher
wieder gut gefüllt werden? Wie wir sehen werden, geht das mit Hilfe von
Google sehr viel einfacher als durch
Werbung auf einem mehr oder weniger
dubiosen Internetportal, dass niemand
benützt, ein Unternehmer schon gar nicht.
Ganz klar: Der Telefonverkäufer
oder gar der Aussendienstmitarbeiter eben jenes Portals
wird geschickt bemerken: «Sie
dürfen nicht von sich selber
ausgehen». Doch, liebe Leserinnen und Leser, genau das sollten Sie.
48
Investieren Sie Ihr Geld nur dort, wo sie selbst täglich
hingehen.
Für manche läuft es prima
Möglicherweise sind Sie selber Unternehmer und haben
schon Versuche mit Google Werbung unternommen.
Es ist vorstellbar, dass Sie mit der Google Werbung
nicht restlos glücklich geworden sind, weil es Ihnen zu
wenig gebracht hat und zu viel gekostet hat. Oft höre
ich die Aussage: «Google Werbung bringt nichts». Die
Statistik der AdWords Konten unserer Kunden spricht
eine andere, deutliche Sprache. In den letzten 30 Tagen wurden bei unseren Kunden nachweislich 14’000
Anfragen oder direkte Verkäufe durch Google Werbung
generiert und das zu 99% im Schweizer Markt. Kann
man hier deuten, dass Google doch nicht böse ist?
Gründe für Erfolg und Misserfolg
Doch wie kann es sein, dass die
einen mit Google Erfolg haben
und andere wenig bis gar keinen? Vereinfacht ausgedrückt
gibt es zwei mögliche Ursachen.
A) Die Google Werbung ist gut
oder schlecht eingerichtet, B) die
Website kommt gut oder schlecht
bei den Besuchern an. Da es in diesem Artikel um Google geht, suchen
wir die Ursachen bei der Google Werbung und gehen davon aus, dass die
Webseite bestens auf die Besucher
ausgerichtet ist.
Wie Google Anzeigen platziert
werden
Seit 2000 ist es möglich bei der Suchmaschine Google, Anzeigen zu platzieren. Dass man nur bezahlen muss,
wenn jemand auf die Anzeigen klickt,
vebmedia
war zu dieser Zeit revolutionär. Ebenfalls neu war, dass
Google die Werbung nach dem Auktionsprinzip ausliefert. Wer bereit ist mehr zu bezahlen, erscheint an prominenterer Position, wer bereit ist wenig zu bezahlen,
riskiert, gar nicht zu erscheinen.
mer wird immer exakt das Budget genommen, das er
Google zur Verfügung stellt. Hier ist Google also doch
böse.
Google hatte nie einen aktiven Vertrieb, also keine Telefonverkäufer, keine Aussendienstmitarbeiter und auch
kein «Händler»-Netzwerk. Der Nutzen von Google Werbung sollte sich herumsprechen, was auch geschah.
Zudem mussten die Werbekunden ihre Werbung im
sogenannten AdWords Konto selber schalten und verwalten. Genau hier liegt auch das Problem:
Es geht aber auch anders, denn Google stellt eigentlich alle Möglichkeiten zur Verfügung, um den Streuverlust zu minimieren. Nur muss man auf der Klaviatur
der Möglichkeiten von Google Werbung spielen können
und sich tagtäglich mit den Tricks und Neuheiten von
Google befassen.
Einerseits ist Google eine Technologie Firma, die ihren
Kunden alle erdenklichen Möglichkeiten bereitstellt, andererseits soll AdWords von jedem, auch vom Kleinunternehmer bedient werden können. Weiter soll der Kunde möglichst viel Geld für Google Werbung ausgeben.
Schliesslich ist Google ein börsennotiertes Unternehmen und seinen Aktionären Rechenschaft sowie eine
möglichst gute Rendite schuldig.
Wenig Budget und trotzdem viel Erfolg
Vereinfacht gesagt können Sie Google ein Tagesbudget von 1000 Franken zur Verfügung stellen und trotzdem nur fünf Franken ausgeben. Mein Fazit: Wenn Sie
die richtigen Klicks erzielen, haben Sie Anfragen und
Aufträge. Lernen Sie, die Möglichkeiten von Google zu
Ihrem Vorteil zu nutzen, und Google Werbung macht
Ihnen als Unternehmer sehr viel Freude – gerade bei
eingeschränktem Budget. So gesehen sind Google und
das Werkzeug AdWords unterm Strich weder gut noch
böse, sondern exakt das, was Sie daraus machen.
Individualisieren und hinterfragen
Wenn der Unternehmer bei Google Werbung schalten
möchte, dann soll dies für ihn zuerst einmal einfach
sein. Und das Einrichten eines AdWords-Kontos ist in
der Tat simpel. Man übernimmt einfach alle standardisierten Einstellungen von Google und verzichtet darauf, mögliche Einstellungen zu hinterfragen. Resultat:
Google reibt sich die Hände, denn dem Unterneh-
Wer mehr zum Thema Google Marketing wissen
möchte, findet im Web zahlreiche Angebote, zum
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unseres Gastautors. Daten und Anmeldung unter
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dem Motto: «Alleine addiere ich.
Gemeinsam multiplizieren wir.»
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Ihrer Wahl. Zum Aktualisieren und
Ändern nutzen Sie Ihr persönliches
Login auf www.veb.ch. Ohne Ihre
Angabe erfolgt die Zuteilung aufgrund Ihres Wohnortes.
veb.ch
Talacker 34, Postfach 1262
8021 Zürich
Tel. 043 336 50 30
Fax 043 336 50 33
www.veb.ch, info@veb.ch
acf.ch
Ass. dei contabili-controller diplomati
federali – Gruppo della svizzera italiana
Lorenzo Fontana, Presidente
6963 Lugano-Cureggia
Telefono/Fax 091 966 03 35
www.acf.ch, iguarisco@acf.ch
Bern Espace Mittelland
Andrea Wyss, Präsidentin
Landoltstrasse 95
3007 Bern
Telefon P 031 387 72 10
bern@veb.ch
Aktuelle Veranstaltungen
„ 11. November 2014
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«Controlling Standard 3 Reporting»
Nordwestschweiz
Silvan Krummenacher, Präsident
Florastrasse 1A
2540 Grenchen
Telefon G 061 266 31 91
nordwestschweiz@veb.ch
Aktuelle Veranstaltungen
„ 16. Oktober 2014
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«Controlling Standard 3 Reporting»
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Ostschweiz-Fürstentum Liechtenstein
Franz J. Rupf, Präsident
Quaderstrasse 5, 7000 Chur
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Fax 081 253 33 73
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„ 3. November 2014, St. Gallen
„ 4. November 2014, Chur
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Zentralschweiz
Armin Suppiger, Präsident
Unter-Geissenstein 10, 6005 Luzern
Telefon 041 226 40 60
zentralschweiz@veb.ch
Aktuelle Veranstaltungen
„ 27. Oktober 2014
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Peter Herger, Präsident
Adetswilerstrasse 8a, 8344 Bäretswil
Telefon G 081 710 56 00
zuerich@veb.ch
Aktuelle Veranstaltungen
„ 28. Oktober 2014
netzwerk veb.ch
«Controlling Standard 3 Reporting»
Impressum
«rechnungswesen & controlling», Fachinformationen des Schweizerischen Verbandes
der dipl. Experten in Rechnungslegung und Controlling und der Inhaber
des eidg. Fachausweises im Finanz- und Rechnungswesen veb.ch
Erscheint vierteljährlich in einer Auflage von 12’000 Exemplaren
swisco.ch
Chambre des experts en finance
et en controlling
Joseph Catalano, Président
1400 Yverdon-les-Bains
Tél. 024 425 21 72
Fax 024 425 21 71
www.swisco.ch, info@swisco.ch
Redaktion: Herbert Mattle, Präsident, Obfelden
Dieter Pfaff, Vizepräsident, Wettswil
Melitta Bischofberger, Geschäftsführerin
Inserate und Auskünfte: Geschäftsstelle veb.ch, Talacker 34, 8021 Zürich
Telefon 043 336 50 30, Fax 043 336 50 33, info@veb.ch, www.veb.ch
Layout, Druck und Versand: Druckzentrum AG, Zürich Süd, Rainstrasse 3, 8143 Stallikon
Bezug: «rechnungswesen & controlling» kann kostenlos bezogen werden bei veb.ch
oder steht zum Download zur Verfügung (www.veb.ch/Publikationen/r&c)
Rechtlicher Hinweis: Nachdruck mit Quellenangabe gestattet.
Adressänderungen: Bitte melden Sie Mutationen der Geschäftsstelle.
50
Regionalgruppen
Von der Konzeptarbeit zum Facelifting:
r&c verjüngt sich
Luftiger und lesefreundlicher, inhaltlich kompetent
wie eh und je, in Zukunft jedoch noch vielfältiger:
Ihre Fachzeitschrift «rechnungswesen & controlling»
zeigt sich mit dieser Ausgabe zum ersten Mal
im neuen Gewand.
Melitta
Bischofberger,
Geschäftsführerin
und Mitglied des
veb.ch-Vorstandes.
Chancen zur Verbesserung präsentieren sich gelegentlich nicht erst nach
ausführlichen Prozessanalysen, sondern auch einmal ganz unerwartet. In
solchen Momenten haben wir alle die
Möglichkeit wegzuschauen und zu bewahren, was ist oder uns für Neues
zu öffnen.
Neue inhaltliche Nuancen
Letzteres tat veb.ch, als wir im Januar
2014 von angehenden PR-Fachfrauen
mit eidg. Fachausweis kontaktiert wurden. Sie hatten den Wunsch, ihre gemeinsame Diplomarbeit unserer Verbandszeitschrift zu widmen.
Die Autorinnen folgern ausserdem: «Wir halten eine vermehrte Einbettung in Social Media-Kanäle für sinnvoll.
Die konkrete Anwendung liegt dabei im Ermessen unserer Auftraggeber.»
Warum denn auch nicht?
«r&c» verändern? Wenn ja, in welcher Form? Lohnt sich
das überhaupt? veb.ch Präsident Herbert Mattle und
ich als Leiterin der veb.ch Geschäftstelle gaben grünes
Licht für die Beantwortung dieser Fragen.
Eine willkommene Überraschung
Was uns von den vier jungen Fachfrauen Monate später präsentiert wurde, war viel mehr als wir erwarteten!
Keine nette Kosmetik, dafür handfeste Recherchen
und sorgfältig ins Praktikable umgesetzte Kreativität.
Die Initiantinnen begründen: «Hinter r&c steht ein traditionsreicher Verband mit hoher Fachkompetenz, der
bereits verschiedene zeitgemässe Kommunikationsinstrumente nutzt. Da der Verband sehr fortschrittlich
auftritt und ein modernes Image pflegt, lag unser Fokus
auf der Auffrischung des bestehenden Layouts. Das
vorliegende leichte Facelifting reduziert die Anzahl der
bisher verwendeten Farben und vereinheitlicht das Design. Die neu gestaltete Titelseite zeigt mehr Grosszügigkeit und macht das frische Auftreten auf den ersten
Blick sichtbar.»
Aus dem veb.ch
Sehr spannend waren für Herbert Mattle und mich
auch die Rückmeldungen aus der Leserschaft von r&c.
Eine Umfrage der Diplomandinnen bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, hat gezeigt: «Die Einbettung von
Softthemen wird begrüsst. Diese behandeln aktuelle
Themen aus verwandten Arbeitsgebieten und bieten
damit einen Mehrwert für den Leser.»
Gute Argumente und Ideen haben überzeugt
Pamela Bauer, Raffaela Bernold, Elena Chirico und Zita
Zanier: Vier, die wissen, was sie tun. Und gut begründen, warum sie etwas vorschlagen. Herbert Mattle und
ich haben uns spontan und überzeugt entschlossen,
die Kernideen der jungen PR-Spezialistinnen zu verwirklichen. Das gefiel den Macherinnen sehr. Sie schrieben uns: «Wir freuen uns ausserordentlich, dass unser
Vorschlag zur Neugestaltung der Zeitschrift bei der Verbandsleitung auf grosse Begeisterung stiess und unser
Konzept nun tatsächlich umgesetzt wird.»
veb.ch meint: Wir sagen danke – für eine inhaltlich und
visuell überzeugende Arbeit, deren Elemente wir, beginnend mit dieser Ausgabe Ihres «r&c», sehr gerne in
unsere tägliche Arbeit einfliessen lassen.
Pamela Bauer
Raffaela Bernold Elena Chirico
Zita Zanier
51
Aktuelles Fachwissen und Erfahrung
aus erster Hand – unser aktuelles Angebot
Steuern/Sozialversicherungen:
Risiken im Lohnausweis | 4. November 2014
Der Lohnausweis korrekt ausgefüllt |
8. Januar 2015
Begriffe Eigenverbrauch, Privatanteile oder Naturalleistungen bilden ein grosses Risiko und können zu
Problemen bei den Steuern und Nachforderungen durch
die Sozialversicherungen verursachen. Hier lernen Sie,
was Sie beachten und wissen müssen.
Einfaches Formular aber mit komplizierten Inhalt: Spesenentschädigungen, Weiterbildungskosten, Berufskosten und vieles mehr müssen korrekt berechnet, belegt
und steuerlich. begründet werden. Die Fachkompetenz
und langjährige Erfahrung des Referenten garantieren
Ihnen, das Richtige zu tun.
EU-MWST mit Referenten
aus dem Ausland
24. Oktober 2014
Die eingeschränkte Revision:
Refresher
29. Oktober 2014
Der eigene neue Kontenplan |
10. März 2015
Der 1. Jahresabschluss
nach dem nRLR
12. November 2014
Sie müssen den Kontenplan neu einführen oder den
Bestehenden an das nRLR anpassen? In diesem Kurs
können Sie Ihren aktuellen Kontenplan (Excel-Format)
direkt im Unterricht anpassen.
Jahresabschlussplanung
2013/2014
6. Januar und Wiederholung
am 15. Januar 2015
Englische Fachbegriffe | 10. November 2014
Mit der Inkrafttretung des neuen Rechnungslegungsrechts
darf die Buchführung in Englisch sein. Verstehen Sie die
englischen Fachbegriffe und können Sie diese richtig anwenden? In unserem Kurs werden alle Begriffe, die Sie
in der Sachbearbeitung benötigen, erklärt.
Tagesseminare
Work skills | 15. November 2014
In diesem Kurs lernen Sie im Berufsalltag in alltäglichen
Situationen schriftlich und mündlich zu kommunizieren,
vom klassischen Small talk bis zum einfachen Verfassen
von E-Mails.
Interkantonale Steuerausscheidung |
1. Dezember 2014
Immobilien, Filialen, Betriebsstätte usw. führen zu einer
Steuerausscheidung. Wie geht man da als Buchhalter/
Treuhänder vor? Was passiert mit Verlusten und was für
Möglichkeiten hat man, wenn man mit der Steuerbehörde
nicht einverstanden ist?
Bewertung von Immobilien |
8. Dezember 2014
Wie bewertet man Immobilien und wie unterscheiden
sie sich? Sie erhalten eine Übersicht der gängigsten
Bewertungsmethoden. Buchhalter und Treuhänder
werden regelmässig mit diesem Thema konfrontiert.
Vertiefen Sie Ihr Wissen in diesem kompakten Kurs.
Budgetierung und Reporting – Checklisten
und Arbeitshilfen | 24. März 2015
Sie wollen lernen, wie ein Budget effizient geplant und
ausgearbeitet wird und/oder wie das Controlling und
Reporting in ihrem Unternehmen einzuführen oder
weiter auszubauen ist. Wir zeigen es aufgrund von
Checklisten.
Zertifikatslehrgänge
CH-Mehrwertsteuer
Start am 26. Februar 2015
Experte Swiss GAAP FER
Start am 5. März 2015
Transfer Pricing Experte
Start am 20. April 2015
Die eingeschränkte Revision
Start am 29. April 2015
Die Konzernrechnung nach dem
nRLR
Start am 5. Mai 2015
Personaladministration allgemein
Start am 6. Mai 2015
Detaillierte Informationen zu allen
Angeboten finden Sie auf
www.veb.ch, Aus- und Weiterbildung
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